Versuchte Provokation von Neonazis beim Auschwitz-Prozess in Lüneburg
Einer der letzten großen Auschwitz-Prozesse begann heute vor dem Landgericht Lüneburg.
Noch vor dem eigentlichen Beginn des Prozesses erschien eine Gruppe Neonazis um in die Gerichtsverhandlung zu gelangen.
Angeführt wurde die Gruppe vom Neonazikader Thomas Wulff, dem derzeitigem NPD-Landesvorsitzendem von Hamburg
Bereits im Vorfeld hatte es Ankündigungen gegeben das Neonazis versuchen würden der Verhandlung beizuwohnen.
v.L.n.R.: Holger Niemann kommisarischer Vorsitzender der Partei “Die Rechte” in Niedersachsen, Thomas Wulff, Beisitzer im NPD Bundesvorstand und Vorsitzender der NPD Hamburg, sowie Markus Walter, neonazistischer Versandhändler und Mitglied der Partei “Die Rechte”
Die angereisten Neonazis wurden von Polizeikräften anfangs aufgehalten.
… ein selbstgegebener Spitzname welche an “Felix Steiner” einen General der Waffen-SS erinnern soll.
Ebenfalls anwesend war Ursula Haverbeck, Holocaustleugnerin und Aktivistin der “Europäischen Aktion” sowie stellvertretende Vorsitzende des im Mai 2008 verbotenen “Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten” (VRBHV)
Höfs trat in der Vergangenheit als Schatzmeister des VRBHV in Erscheinung sowie als Vorsitzender der ebenfalls verbotenen Vereinsorganisation “Bauernhilfe e.V.”.
Die Neonazis versuchten mediale Aufmerksamkeit zu erregen und gaben den internationalen Pressevertreter*innen bereitwillig Interviews…
Dabei wurde in zum Teil offener Form der Holocaust geleugnet und in Frage gestellt.
Ursula Haverbeck aus Vlotho hatte in den vergangenen Monaten im Internet und auf internen Neonazi-Veranstaltungen für ein Erscheinen im Verlauf der Gerichtsverhandlung geworben. Man wollte den Gerichtsprozess beobachten und als Bühne für die Verbreitung eigener Thesen nutzen.
Die verteilten Propagandamaterialien hatten jedoch Konsequenzen…
Adolf Höfs wird von Polizeibeamten aus der Menschenmenge geführt. Die Polizei ermittelt nun wegen Verdacht auf Volksverhetzung.
In seinen Schriftstücken hatte Höfs die Opferzahlen des Holocause mit weniger als 30.000 beziffert und diesen in Frage gestellt.
Im Anschluß skandierten Neonazis lautstark Parolen gegen den Staat Israel
Ebenfalls unter den angereisten Neonazis befand sich Joachim Nahtz aus dem niedersächsischem Eschede.
Auf dem Anwesen des ehemaligen NPD-Kandidaten fanden in der Vergangenheit regelmäßig Veranstaltungen der Neonaziszene statt.
Nach Feststellung der Personalien erhielten die angereisten Neonazis einen Platzverweis und verließen den Ort des Geschehens
Zitieren
Recherche Nord: Versuchte Provokation von Neonazis beim Auschwitz-Prozess in Lüneburg, Lüneburg, 21.04.2015.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2015-04-21/