Mahnwache in Wilhelmshaven
Am Sonntag, 24.Januar 2016 versammelten sich ca. 60 Personen zu einer Mahnwache anlässich eines vermeintlichen Falls sexualisierter Gewalt in Berlin.
In sozialen Netzwerken verbreitete sich die Nachricht eines vermeintlichen Übergriffs eines Geflüchten auf ein 13jähriges Mädchen…
Dennoch wird diese Geschichte weiter verwendet, um Rassismus und Ressentiments gegen Geflüchtete zu verbreiten.
So verabredeten sich auch in Wilhelmshaven Mitglieder der örtlichen Neonaziszene, der Rockerszene sowie sogenannte “besorgte Bürger” vor das örtliche Rathaus zu einer Mahnwache, die Teil einer bundesweiten Aktion gewesen sein soll.
Mobilisiert wurde nicht öffentlich. Ein Facebookbeitrag einer lokalen Neonazi-Aktivistin wies jedoch im Vorfeld auf die Aktion hin.
Dennoch war die Polizei zunächst gar nicht, im Verlauf der Veranstaltung mit zwei Einsatzwagen vor Ort.
Ungeachtet der Tatsache, dass die Versammlung nicht angemeldet war, ließ sie die Rassist*innen gewähren.
Ohnehin ist der Rathausplatz Sonntags mit dem Begriff “menschenleer” treffend beschrieben.
Die Außenwirkung der Kundgebung blieb indes gering. Es wurden keine Transparente und Fahnen gezeigt…
Auch Redebeiträge oder verteilte Flugblätter gab es nicht.
Die äußerst schwache Polizeipräsenz führte auch dazu, dass bekannte Gewalttäter wie der unlängst aus der Haft entlassene Jens Malte Hillers im Umfeld der Kundgebung unterwegs sein konnten, um Journalistinnen und Gegendemonstrantinnen ausfindig zu machen und zu bedrohen.
Zitieren
Recherche Nord: Mahnwache in Wilhelmshaven, Wilhelmshaven, 24.01.2016.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2016-01-24/