Holocaustleugner*innen in Bielefeld
Etwa 230 Neonazis versammelten sich am 09.November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Bielefeld.
Etwa 230 Neonazis versammelten sich am 09.November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Bielefeld.
Vereinzelt reisten Neonazis aus dem Ausland an, wie hier ein Teilnehmer aus Ungarn.
Anlass war der 91.Geburtstag der notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel, die derzeit in der JVA Bielefeld inhaftiert ist.
Auch altgediente Funktionäre aus der Neonaziszene, wie hier Hendrik Ostendorf, Thomas Wulff und Christian Worch, nahmen an der Demonstration teil. Worch, ehemals bundesweit bedeutsam, blieb allerdings nur die Rolle einer Randfigur.
Mit bereitgestellten Blumensträußen sollte so etwas wie Geburtstagsstimmung aufkommen.
Maßgeblich organisiert wurde die Versammlung von nordrhein-westfälischen Strukturen der Kleinstpartei „Die Rechte“. Als Versammlungsleiter fungierte der Dortmunder Neonazi Michael Brück, der hier die Auflagen der Versammlungsbehörte verliest.
Die Beteiligung aus Bremerhaven fiel äußerst gering aus.
Der erste Redebeitrag des Tages kam vom Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda.
Angeführt wurde der Aufmarsch vom Dortmunder Ableger der Partei „Die Rechte“.
Ebenfalls mit einer kleinen Abordnung vertreten: Die Gruppierung „Amsivaren“ aus dem Emsland.
Auch Dieter Reifling aus Hildesheim blieb nur die Rolle des Twitter-Berichterstatters.
Dieser Teilnehmer des Aufmarschs wurde von der Polizei kontrolliert, nachdem er versuchte, einen Pressefotografen tätlich anzugehen.
Der Aufmarsch der Neonazis führte vom Hauptbahnhof zum Bielefelder Justizzentrum und zurück.
Über die gesamte Aufmarschstrecke gab es vielfältige antifaschistische Proteste. Hier stellten sich Menschen schützend vor sogenannte „Stolpersteine“, die an von Nazis deportierte jüdische Menschen erinnern.
Die Neonazifunktionärin Edda Schmidt, Mitglied der völkisch-rassistischen „Artgemeinschaft“ trat während der Zwischenkundgebung ans Mikrofon.
Markus Walter (3.v.r.) gilt als einer der aktivsten Haverbeck-Unterstützer. Walter war es auch, der zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort Haverbecks verlas.
Aus Großbritanien reiste Richard Edmonds, Mitbegründer der „British National Party“, an.
Axel Schlümper, ehemaliger Thüringer Bereichsleiter der mittlerweile aufgelösten „Europäischen Aktion“ sorgte für musikalische Untermalung.
Das Wort ergiff außerdem Klaus-Wolfram Schiedewitz von der revisionistischen „Gedächtnisstätte“ im Thüringischen Guthmannshausen.
Wie im Vorjahr hielt der „Reichsbürger“ Christian Bärthel aus Ronneburg (Thüringen) eine durch und durch antisemitische Rede.
Nach der Zwischenkundgebung am Justizzentrum ging es auf direktem Wege zurück zum Bahnhof.
Zitieren
Recherche Nord: Holocaustleugner*innen in Bielefeld, Bielefeld, 09.11.2019.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2019-11-09/