Die Rechte in Einbeck
Am Samstag, 20.6.2020 fand in Einbeck eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ mit dem Motto „Gegen behördliche Willkür“ statt.
Die 13 Teilnehmer*innen, die bereits am Nachmittag bei der Demonstration der Partei „Die Rechte“n Braunschweig mitgemacht hatten, wurden von der Polizei auf den Kundgebungsplatz geführt. Dieser befand sich in einem kleinen abgesperrten Bereich des Einbecker Marktplatzes hinter der St.-Jacobi-Kirche.
Mithilfe einer mobilen Verstärkeranlage wollten die Redner sich Gehör verschaffen, …
…, da sich auf der dem Marktplatz zu gewandten Seite der Kundgebung zahlreiche Menschen zu einer genehmigten Gegenkundgebung versammelt hatten und ihrerseits mit Musik und Reden aufwarteten,schien das nur begrenzt möglich zu werden.
Auf diese Gegenkundgebung ausgerichtet nahmen die Teilnehmer*innen mit Masken und Fahnen Aufstellung, um die Kundgebung zu beginnen.
Nachdem dann allerdings auf der anderen Seite des Kundgebungsplatzes unerwartet ebenfalls ein starker Gegenprotest aufzog, geriet der vorgesehene Ablauf der Rechten erst einmal ins Stocken.
Nach kurzer Verwirrung orientierten sich die Rechten dann in Richtung dieses neuen
antifaschistischen Protests, der es durch seine Lautstärke erreichte, dass die Reden der Rechten nur innerhalb des eigenen Gruppe zu verstehen waren.
Als erster Redner ergriff der Anmelder, Christian Worch, das Mikrofon.
Anschließend sprach Johannes Welge, Vorsitzender des Kreisverbandes Braunschweig-Hildesheim. Die wenigen Wortfetzen, die trotz des lautstarken Gegenprotests zu verstehen waren, bezogen sich auf den Sprengstoffanschlag, den 2 Neofaschisten am Haus einer Frau, die sich in Einbeck gegen neonazistische Umtriebe engagiert, begangen haben. Beide Täter können dem Kreisverband Einbeck der Partei „Die Rechte“ zugeordnet werden. Welge versuchte den Anschlag zu relativieren und in kurzen Sätzen abzuhandeln, bevor er anfing von der „großen Idee“ zu fabulieren, „die alle wieder einen würde.“
… Haupt, der seine ersten öffentlichen Auftritte an der Seite von Jens Wilke im „Freundeskreis Niedersachsen-Thüringen“ hatte und nach dessen Niedergang eine Weile mit einer Kleinstgruppe Rechter (darunter Pascal Zintarra, einer der Täter von Einbeck) herumtingelte, hat seit einiger Zeit eine neue Heimat bei den Rechten in Einbeck gefunden. …
… Sein redebeitrag ging allerdings vollständig im Gegenprotest unter.
Dieter Riefling, der in Einbeck nicht als Redner zum Zuge kam, verfolgte die Veranstaltung sichtlich gelangweilt vom Rand aus.
Nach diesen 3 Redebeiträgen wurde die Kundgebung für beendet erklärt. Allerdings war es durch die Gegendemonstrant*innen, die die Kundgebung eingeschlossen hatten, für die Rechten nicht möglich den Kundgebungsplatz zu verlassen.
Nach längerer Wartezeit öffnete die Polizei dann einen schmalen Durchlass, durch den die Rechten den Platz verlassen konnten. Geschlossen wurden sie dann aus der Innenstadt geführt.
Zitieren
Recherche Nord: Die Rechte in Einbeck, Einbeck, 20.06.2020.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2020-06-20-ein/