Lukov-Gedenken in Sofia
Am 22.02.2020 trafen sich in Sofia, Bulgarien etwa 250 Faschisten, um der Ermordung des früheren bulgarischen Kriegsministers, Antisemiten und NS-Kollaborateur Christo Lukov zu Gedenken.
Lukov wurde von der jüdischen und kommunistischen Partisanin Violeta “Ivanka” Jakowa und Ivan Burudzhiev vor seinem Wohnhaus erschossen. Violeta Jakova wurde nur 21 Jahre alt, verübte aber bis zu ihrer Ermordung zusammen mit anderen Widerstandskämpfer*innen zahlreiche Anschläge auf NS-Täter und deren Infrastruktur.
Unter den Teilnehmenden befanden sich internationale Gäste aus Bulgarien, Ungarn, Skandinavien, Frankreich, Rumänien und den USA. Auch aus Deutschland reisten Teilnehmer*innen an.
… diese hatten Schwierigkeiten bei der Einreise. Neun Personen wurde zunächst die Ausreise aus Deutschland am Dortmunder Flughafen verwehrt.
Gegen den geplanten Lukovmarsch gingen in Sofia etwa 300 Personen auf die Straße.
Auch dieser Protest hatte eine internationale Beteiligung.
Die ursprünglich als Marsch durch die Innenstadt geplante Demonstration wurde nach einem Verbotsverfahren auf eine stationäre Kundgebung vor dem ehemaligen Wohnhaus Lukovs verkürzt.
Die örtliche Polizei sperrte daraufhin den ursprünglichen Startort am Nationalen Kulturpalast weiträumig ab und verhinderte dort eine Sammlung der Faschisten.
Im Vorfeld der Demonstration solidarisierten sich verschiedene Fußball-Fangruppierungen mit dem Lukov-Marsch. Das Bild ist vor dem »Fan Store« des FC CSKA 1948 entstanden.
Organisiert wird das Event jedes Jahr von der „Bulgarischen Nationalen Vereinigung - Edelweiß“ (BNU). Die Mitglieder der BMU fallen durch starke Uniformierung auf.
Im Vorfeld gab es bei der bulgarischen nationalen Sicherheitsbehörde (SANS) einen Vorfall. Eine Person, die der BMU zugerechnet worden ist, wurde einbestellt. Bei der Sicherheitsüberprüfung gab er erst fälschlicherweise an keine Waffen bei sich zu tragen, richtete sich dann jedoch mit einer selbstgebauten Waffe selbst. Es wurden keine weiteren Personen verletzt. Bei ihm zu Hause wurden weitere Waffen und ein Hitler-Portrait gefunden.
Auch der französische Neonazi Tomasz Skatulsky, Verantwortlicher der Neonazimarke “Pride France” befand sich unter den Teilnehmer*innen.
Zitieren
Recherche Nord: Lukov-Gedenken in Sofia, Sofia, 22.02.2020.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2020-02-22/