Kundgebung der "Jungen Nationalisten" (JN) in Dresden
Am vergangenen Sonntag führte die NPD Jugendorganisation "Junge Nationalisten" (JN) eine Kundgebung in Dresden durch.
Die Kundgebung richtete sich inhaltlich gegen einen vermeintlichen “Linksterror” der sich nach Ansicht der JN-Führungsspitze zunehmend gegen organisierte Neonazigruppierungen und deren Infrastruktur richtet.
Im Zuge der Mobilisierung zur nun durchgeführten Kundgebung verwies die NPD Jugendorganisation unter anderen auf einen Überfall auf ihren Bundesvorsitzenden Paul Rzehaczek im März diesen Jahres.
Rzehaczek wurde dabei in seiner Wohnung überfallen und nach Eigenangaben zum Teil schwer verletzt - was ihn jedoch nicht hinderte, wenige Stunden später, äußerlich unverletzt, Videobotschaften zu verschicken.
Nach dem Überfall beeilte sich die JN die Tat politisch aufzuladen. So wurden mutmaßliche Täter:innen unisono mit politischen Gegner:innen gleichgesetzt. Die Hintergründe der Tat sind jedoch bislang weiterhin unklar.
Die Versuche der JN aus den Geschehnissen politisches Kapital zu schlagen, sind bislang von überschaubarem Erfolg gekrönt.
Dabei kam es für die NPD und deren Jugendorganisation überraschend gelegen, dass das extrem rechte COMPACT-Magazin ebenfalls im März ein Sonderheft zu politischen Gegner:innen herausbrachte. Wie es der Zufall nun will, hat auch die NPD-Publikation “Deutsche Stimme” (DS) das Thema im gleichen Zeitraum für sich entdeckt.
Das es sich bei den Autor:innen des COMPACT-Sonderheftes unter anderem um ehemalige JN-Aktivisten handelt scheint in diesem Zusammenhang auch nur ein weiterer Zufall zu sein - ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Das vermeintliche Opfer Paul Rzehaczek schien das Thema jedoch nicht wichtig genug zu sein. Aus privaten Gründen blieb er der Kundgebung fern.
Ebenso fern blieben Vertreter:innen nahezu aller JN-Landesverbände, mit Ausnahme der JN-Sachsen und eines Vertreters der JN Berlin.
Auch der NPD schien der Angriff auf den Bundesvorsitzenden der eigenen Jugendorganisation entweder nicht wichtig genug oder aber suspekt - auch hier fanden sich keine Vertreter:innen in Dresden ein.
Zwar hatte der Landesvorsitzende der NPD-Thüringen und stellvertretender NPD-Bundesvorsitzende Thorsten Heise eine Rede in Dresden angekündigt, doch auch Heise zog es vor an diesem Nachmittag der Kundgebung fernzubleiben.
So kam es das lediglich eine überschaubare Anzahl an Teilnehmer:innen an der Kundgebung teilnahm.
Zitieren
Recherche Nord: Kundgebung der "Jungen Nationalisten" (JN) in Dresden, Dresden, 18.04.2021.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2021-04-18/