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AfD-Demonstration in Hannover

AfD-Demonstration in Hannover

Am 18.12.2021 veranstaltete die AfD eine Kundgebung mit »Spaziergang« in Hannover.

Hannover 272 Bilder
AfD-Demonstration in Hannover
Organisiert wurde diese Veranstaltung vom AfD-Landtagsabgeordneten Stefan Bothe (AfD Lüneburg) und Marcel Queckemeyer (AfD Osnabrück).

Organisiert wurde diese Veranstaltung vom AfD-Landtagsabgeordneten Stefan Bothe (AfD Lüneburg) und Marcel Queckemeyer (AfD Osnabrück).

Hier am Tisch: Marcel Queckemeyer (AfD Osnabrück)
Hier am Tisch: Marcel Queckemeyer (AfD Osnabrück)
Die Veranstaltung unter dem Motto »Schluss mit dem 2G-Irrsinn, Freiheit für Land und Bürger!« wurde im Vorfeld auf unterschiedlichen AfD-Seiten beworben. Es wurde außerdem im Vorfeld auch Flyer verteilt.

Die Veranstaltung unter dem Motto »Schluss mit dem 2G-Irrsinn, Freiheit für Land und Bürger!« wurde im Vorfeld auf unterschiedlichen AfD-Seiten beworben. Es wurde außerdem im Vorfeld auch Flyer verteilt.

Das diente dazu der AfD ein noch größeres Publikum als bei einer thematisch ähnlichen Veranstaltung zwei Wochen zuvor zu bescheren. Mit ca. 300 Personen fanden sich allerdings dieses Mal nur etwa die Hälfte der Teilnehmer*innen ein. Da die Veranstaltung vom kleineren Hannah-Arendt-Platz auf den wesentlich größeren Platz der Göttinger Sieben verlegt worden vor, fiel dies besonders ins Auge.

Das diente dazu der AfD ein noch größeres Publikum als bei einer thematisch ähnlichen Veranstaltung zwei Wochen zuvor zu bescheren. Mit ca. 300 Personen fanden sich allerdings dieses Mal nur etwa die Hälfte der Teilnehmer*innen ein. Da die Veranstaltung vom kleineren Hannah-Arendt-Platz auf den wesentlich größeren Platz der Göttinger Sieben verlegt worden vor, fiel dies besonders ins Auge.

Ein Teil des von der AfD erhofften Klientels zog es offensichtlich vor lieber an der Demonstration der Impfgegner*innen durch die hannoversche Innenstadt teilzunehmen oder am fast zeitgleich begonnenen Autokorso.

Ein Teil des von der AfD erhofften Klientels zog es offensichtlich vor lieber an der Demonstration der Impfgegner*innen durch die hannoversche Innenstadt teilzunehmen oder am fast zeitgleich begonnenen Autokorso.

Die Enttäuschung über die geringere Teilnehmer*innenzahl war den Verantwortlichen deutlich anzumerken.

Die Enttäuschung über die geringere Teilnehmer*innenzahl war den Verantwortlichen deutlich anzumerken.

So versuchte der Ex-Bundestagsabgeordnete Armin Paul Hampel in seiner Rede zu relativieren, dass er vor kurzem noch 5000 oder sogar 50000 Menschen auf der Demo erhofft hatte, indem er davon sprach, dass die 500 (!) Teilnehmer*innen ja Millionen Menschen repräsentieren würden.

So versuchte der Ex-Bundestagsabgeordnete Armin Paul Hampel in seiner Rede zu relativieren, dass er vor kurzem noch 5000 oder sogar 50000 Menschen auf der Demo erhofft hatte, indem er davon sprach, dass die 500 (!) Teilnehmer*innen ja Millionen Menschen repräsentieren würden.

Insgesamt war festzustellen, dass bei den ausschließlich männlichen Rednern große Unstimmigkeiten über die reale Situation bei den Coronaimpfungen herrschte. So pendelten die genannten Zahlen für Ungeimpfte zwischen 10 Millionen und 30 Millionen.

Insgesamt war festzustellen, dass bei den ausschließlich männlichen Rednern große Unstimmigkeiten über die reale Situation bei den Coronaimpfungen herrschte. So pendelten die genannten Zahlen für Ungeimpfte zwischen 10 Millionen und 30 Millionen.

Stefan Bothe moderierte die Veranstaltung. Bothe, im letzten Jahr zu einem der drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD Niedersachsen gewählt, verlor diesen Posten auf Grund seiner Verstrickungen in die mögliche Neugründung des Flügels.

Stefan Bothe moderierte die Veranstaltung. Bothe, im letzten Jahr zu einem der drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD Niedersachsen gewählt, verlor diesen Posten auf Grund seiner Verstrickungen in die mögliche Neugründung des Flügels.

Marcel Queckemeyer, der Ideengeber und Mitorganisator der Veranstaltung, sprach als Erster, noch ohne Mund-Nasenbedeckung.

Marcel Queckemeyer, der Ideengeber und Mitorganisator der Veranstaltung, sprach als Erster, noch ohne Mund-Nasenbedeckung.

Anschließend wurde spontan ein Redebeitrag des Bundestagsabgeordneten Joachim Wundrak eingefügt. Während seines Redebeitrags wurde Wundrak von der Polizei unterbrochen und durfte erst nach Anlegen einer FFP2-Maske fortfahren. Dies führte im Anschluss zu einigen heftigen Protesten der beiden Bundestagsabgeordneten Joachim Wundrak und Dietmar Friedhoff, die der Meinung waren, dass diese Maßnahmen ungerechtfertigt und überzogen wären und auf ihren Status als Abgeordnete verwiesen.

Anschließend wurde spontan ein Redebeitrag des Bundestagsabgeordneten Joachim Wundrak eingefügt. Während seines Redebeitrags wurde Wundrak von der Polizei unterbrochen und durfte erst nach Anlegen einer FFP2-Maske fortfahren. Dies führte im Anschluss zu einigen heftigen Protesten der beiden Bundestagsabgeordneten Joachim Wundrak und Dietmar Friedhoff, die der Meinung waren, dass diese Maßnahmen ungerechtfertigt und überzogen wären und auf ihren Status als Abgeordnete verwiesen.

Die Polizei versuchte an diesem Tag die Auflagen des Maskentragens sowie die Abstandsregelung konsequent durchzusetzen. So gab es während der Kundgebung mehrerere Lautsprecherdurchsagen.

Die Polizei versuchte an diesem Tag die Auflagen des Maskentragens sowie die Abstandsregelung konsequent durchzusetzen. So gab es während der Kundgebung mehrerere Lautsprecherdurchsagen.

Dies geschah auch während der dritten Rede von Adam Golkontt, einem der Sprecher der katholischen Christen in der AfD. Golkontt geriet dadurch etwas aus dem Konzept. Er war der erste Redner, der  auf Grund seines familiären Hintergrundes – das Heraufziehen einer Diktatur voraussah; weitere Redner folgten dem.

Dies geschah auch während der dritten Rede von Adam Golkontt, einem der Sprecher der katholischen Christen in der AfD. Golkontt geriet dadurch etwas aus dem Konzept. Er war der erste Redner, der auf Grund seines familiären Hintergrundes – das Heraufziehen einer Diktatur voraussah; weitere Redner folgten dem.

Stefan Henze, Landtagsabgeordneter der AfD, begann seine Rede damit, dass er aus Solidarität mit Joachim Wundrak, während seiner Rede eine Maske trug, obwohl er – nach eigenen Worten- diese wegen eines Attestes nicht benötige. Henze, der aus dem Kreisverband Hannover-Stadt kommt, betonte, dass sein Kreisverband diese Veranstaltung unterstütze. Das war zwei Wochen zuvor noch nicht der Fall gewesen.

Stefan Henze, Landtagsabgeordneter der AfD, begann seine Rede damit, dass er aus Solidarität mit Joachim Wundrak, während seiner Rede eine Maske trug, obwohl er – nach eigenen Worten- diese wegen eines Attestes nicht benötige. Henze, der aus dem Kreisverband Hannover-Stadt kommt, betonte, dass sein Kreisverband diese Veranstaltung unterstütze. Das war zwei Wochen zuvor noch nicht der Fall gewesen.

Als letzter Redner der Auftaktkundgebung trat Andreas Iloff (AfD Diepholz) ans Mikrofon. Iloff, Beisitzer im Landesvorstand ist in der Partei nicht unumstritten, kann er doch auf Mitgliedschaften in extrem rechten Organisationen zurückblicken.

Als letzter Redner der Auftaktkundgebung trat Andreas Iloff (AfD Diepholz) ans Mikrofon. Iloff, Beisitzer im Landesvorstand ist in der Partei nicht unumstritten, kann er doch auf Mitgliedschaften in extrem rechten Organisationen zurückblicken.

Anschließend formierten sich die Teilnehmer*innen zu einer »Spaziergang« genannten Demonstration. Diese führte aus der Innenstadt weg zur Staatskanzlei. Dieser Ort war von den Veranstaltern vermutlich wegen seiner Aussagekraft gewählt worden, führte aber dazu, dass in dieser am Wochenende fast ausgestorbenen Gegend kaum Außenwirkung erzielt wurde.

Anschließend formierten sich die Teilnehmer*innen zu einer »Spaziergang« genannten Demonstration. Diese führte aus der Innenstadt weg zur Staatskanzlei. Dieser Ort war von den Veranstaltern vermutlich wegen seiner Aussagekraft gewählt worden, führte aber dazu, dass in dieser am Wochenende fast ausgestorbenen Gegend kaum Außenwirkung erzielt wurde.

Auch während der Demonstration kontrollierte die Polizei die Mund-Nasen-Bedeckung, was dazu führte, dass es ungewollte Zwischenstopps gab und auch einer Person die weitere Teilnahme an der Veranstaltung untersagt wurde. Das Gleiche geschah dann nochmals während der Abschlusskundgebung.

Auch während der Demonstration kontrollierte die Polizei die Mund-Nasen-Bedeckung, was dazu führte, dass es ungewollte Zwischenstopps gab und auch einer Person die weitere Teilnahme an der Veranstaltung untersagt wurde. Das Gleiche geschah dann nochmals während der Abschlusskundgebung.

An der Veranstaltung nahmen wiederum einige hannoversche Neonazis teil.

An der Veranstaltung nahmen wiederum einige hannoversche Neonazis teil.

Auf der Abschlusskundgebung, wiederum auf dem Platz der Göttinger Sieben, sprach als erster der Ex-Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Niedersachsen Jens Kestner aus Northeim. Gegen Kestner ist ein Parteiausschlussverfahren beim Bundesvorstand anhängig. Außerdem liegt ein Misstrauensvotum gegen ihn vor, dass etliche niedersächsische Kreisverbände eingebracht haben, das aber wegen der Coronaverordnungen vorerst auf Eis liegt.

Auf der Abschlusskundgebung, wiederum auf dem Platz der Göttinger Sieben, sprach als erster der Ex-Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Niedersachsen Jens Kestner aus Northeim. Gegen Kestner ist ein Parteiausschlussverfahren beim Bundesvorstand anhängig. Außerdem liegt ein Misstrauensvotum gegen ihn vor, dass etliche niedersächsische Kreisverbände eingebracht haben, das aber wegen der Coronaverordnungen vorerst auf Eis liegt.

Danach sprach Armin Paul Hampel. Hampel konzentrierte sich in seiner Rede schwerpunktmäßig auf die Rolle der Polizei und forderte Polizeibeamte dazu auf ihren (von ihm hinein interpretierten Widerstand) offen nach außen zu tragen.

Danach sprach Armin Paul Hampel. Hampel konzentrierte sich in seiner Rede schwerpunktmäßig auf die Rolle der Polizei und forderte Polizeibeamte dazu auf ihren (von ihm hinein interpretierten Widerstand) offen nach außen zu tragen.

Der »Einsame Wanderer«, dessen Redebeitrag anschließend spontan eingeschoben wurde, versuchte – in wirren Worten und Rückschlüssen- den Anwesenden das »Millbrae Experiment« als Parallele zur momentanen Situation nahezubringen. Vom Publikum, das an diesem Tag ohne Unterschied alles beklatschte, was durchs Mikrofon kam, gab es dafür Beifall; bei den Verantwortlichen zeichnete sich Unverständnis auf den Gesichtern ab.

Der »Einsame Wanderer«, dessen Redebeitrag anschließend spontan eingeschoben wurde, versuchte – in wirren Worten und Rückschlüssen- den Anwesenden das »Millbrae Experiment« als Parallele zur momentanen Situation nahezubringen. Vom Publikum, das an diesem Tag ohne Unterschied alles beklatschte, was durchs Mikrofon kam, gab es dafür Beifall; bei den Verantwortlichen zeichnete sich Unverständnis auf den Gesichtern ab.

Als letzter Redner zeigte der Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff (AfD Hannover Land) ziemlich deutlich auf, worum es ihm vor allem auf dieser Veranstaltung ging: Wahlwerbung für die AfD. Friedhoff, noch hörbar mitgenommen von seiner Nichtwahl zum Ausschussvorsitzenden im entwicklungspolitischen Ausschuss des Bundestages, zog das ganze Register der bei der AfD immer wiederkehrenden Phrasen. Er begann mit der illegalen Grenzöffnung 2015 durch »Mutti Merkel« und malte am Ende eine baldige »Klimadiktatur« an die Wand.

Als letzter Redner zeigte der Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff (AfD Hannover Land) ziemlich deutlich auf, worum es ihm vor allem auf dieser Veranstaltung ging: Wahlwerbung für die AfD. Friedhoff, noch hörbar mitgenommen von seiner Nichtwahl zum Ausschussvorsitzenden im entwicklungspolitischen Ausschuss des Bundestages, zog das ganze Register der bei der AfD immer wiederkehrenden Phrasen. Er begann mit der illegalen Grenzöffnung 2015 durch »Mutti Merkel« und malte am Ende eine baldige »Klimadiktatur« an die Wand.

Unter den Teilnehmer*innen waren auch etliche Personen die dem Spektrum der Querdenken-Bewegung oder der verschwörungsideologischen kleinstpartei »DieBasis« zuzuordnen sind.

Unter den Teilnehmer*innen waren auch etliche Personen die dem Spektrum der Querdenken-Bewegung oder der verschwörungsideologischen kleinstpartei »DieBasis« zuzuordnen sind.

Zitieren

Recherche Nord: AfD-Demonstration in Hannover, Hannover, 18.12.2021. Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-18-h/
Recherche Nord

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© recherche-nord — AfD-Demonstration in Hannover, 18.12.2021
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