Neonazistische (Wahlkampf-)Veranstaltung in Sondershausen
Am 1. Mai 2024 veranstaltete die verschwörungsideologische Gruppierung "Freies Thüringen" eine Kundgebung im nordthüringischen Sondershausen.
Am 1. Mai 2024 veranstaltete die verschwörungsideologische Gruppierung “Freies Thüringen” eine Kundgebung im nordthüringischen Sondershausen. Die tatsächliche Durchführung der Veranstaltung wurde allerdings von der Neonazipartei “Die Heimat” (ehemals NPD) übernommen.
“Die Heimat” war anschließend auch mit einem Pavilion auf dem “Wahlkampf-Fest” vertreten. Neben ihnen zeigten auch die Werteunion und die AfD mit einem Stand Präsenz auf der Veranstaltung. Eine Distanzierung zwischen diesen Akteur:innen des (extrem) rechten Spektrum war vor Ort nicht feststellbar.
Von der Bühne aus wurde während der Veranstaltung lautstark davon geträumt, nach der Machtübernahme der AfD nach der Landtagswahl in Thüringen “radikal aufzuräumen”.
Dennoch waren sich die Redner:innen sicher, von den ungeliebten Medien unrechtmäßig in die rechte Ecke gestellt zu werden. Ein Redner ging so weit, dass er verlauten ließ, er könne auf der Veranstaltung keine Neonazis ausmachen.
Wie allerdings der ebenfalls anwesende langjährige Neonazi-Funktionär Thorsten Heise in diese Wahrnemung passt, erschloss sich Außenstehenden nicht. Auch die zahlreichen Ordner:innen mit einschlägigen neonazistischen Tätowierungen und Parteizugehörigkeiten sprachen eine andere Sprache.
Noch vor Beginn der Veranstaltung fertigte die Polizei Anzeigen wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symboliken. Im Laufe der Veranstaltung kamen noch mehrere Hakenkreuz-Tätowierungen dazu.
In der Spitze nahmen an der Veranstaltung etwa 250 Personen teil. Schon zu Beginn der nach den Reidebeiträgen angekündigten Podiumsdiskussion sank die Zahl rapide auf etwa 100 Personen. Eine im Vorfeld angekündigte Demonstration um die Innenstadt von Sondershausen wurde dann auch ganz abgesagt.
Das Publikum setzte sich maßgeblich aus Anhänger:innen der verschwörungsideologischen Szene, Reichsbürger:innen sowie Neonazis zusammen.
Im Zuge der Veranstaltung kam es zu einer Ingewahrsamnahme, nachdem ein Ordner nach Angaben der Polizei diese bei einer Personalienkontrolle beleidigt hatte.
Räumlich durch eine Häuserzeile vom Veranstaltungsgelände getrennt demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 200 Personen gegen die als “Volksfest” getarnte Kundgebung.
Zitieren
Recherche Nord: Neonazistische (Wahlkampf-)Veranstaltung in Sondershausen, Sondershausen, 01.05.2024.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2024-05-01-s/