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Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin

Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin

Am Samstag, den 22. März 2025, fand ein Aufmarsch von Neonazis in Berlin-Friedrichshain statt.

Berlin 351 Bilder
Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin
Am Samstag, den 22. März 2025, fand ein Aufmarsch von Neonazis in Berlin-Friedrichshain statt. Tausende Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten und Blockaden, die die geplante Demonstration der knapp 800 Neonazis verhinderten.

Am Samstag, den 22. März 2025, fand ein Aufmarsch von Neonazis in Berlin-Friedrichshain statt. Tausende Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten und Blockaden, die die geplante Demonstration der knapp 800 Neonazis verhinderten.

Initiator der rechten Demonstration war wieder der ehemalige Aachener AfD-Politiker Ferhat Sentürk. Es war bereits die dritte von ihm angemeldete Versammlung in Berlin seit letztem Dezember. Geplant war eine Route vom Ostkreuz über die Stralauer Allee, Warschauer Straße und Frankfurter Allee bis in die Rigaer Straße.

Initiator der rechten Demonstration war wieder der ehemalige Aachener AfD-Politiker Ferhat Sentürk. Es war bereits die dritte von ihm angemeldete Versammlung in Berlin seit letztem Dezember. Geplant war eine Route vom Ostkreuz über die Stralauer Allee, Warschauer Straße und Frankfurter Allee bis in die Rigaer Straße.

Mit von der Partie war auch diesmal Maximilian Fritsche (rechts), AfD-Stadtverordneter aus Eberswalde (Brandenburg), der die Demonstration unterstütze. Begleitet wurde er von David Streich (links), ebenfalls Stadtverordneter für die AfD in Eberswalde.

Mit von der Partie war auch diesmal Maximilian Fritsche (rechts), AfD-Stadtverordneter aus Eberswalde (Brandenburg), der die Demonstration unterstütze. Begleitet wurde er von David Streich (links), ebenfalls Stadtverordneter für die AfD in Eberswalde.

Zum Auftakt der Versammlung fand ein Live-Auftritt des Sängers Hannes Ostendorf (Bild) von der rechten Hooligan-Band "Kategorie C" statt, der von einem kleinen Anhänger aus zwei Lieder spielte. Ostendorf war 1991 an einem Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft beteiligt und ist in der Szene einschlägig bekannt.

Zum Auftakt der Versammlung fand ein Live-Auftritt des Sängers Hannes Ostendorf (Bild) von der rechten Hooligan-Band “Kategorie C” statt, der von einem kleinen Anhänger aus zwei Lieder spielte. Ostendorf war 1991 an einem Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft beteiligt und ist in der Szene einschlägig bekannt.

Im Anschluss wurde unter anderem eine abgewandelte Version des "Teufelsliedes" abgespielt, ursprünglich ein Marschlied der Waffen-SS. Sentürk bezeichnete es als eines seiner "Lieblingslieder".

Im Anschluss wurde unter anderem eine abgewandelte Version des “Teufelsliedes” abgespielt, ursprünglich ein Marschlied der Waffen-SS. Sentürk bezeichnete es als eines seiner “Lieblingslieder”.

Wie bereits bei Sentürks bisherigen Veranstaltungen nahmen auch diesmal wieder überwiegend jugendliche Teilnehmer:innen an der Demonstration teil.

Wie bereits bei Sentürks bisherigen Veranstaltungen nahmen auch diesmal wieder überwiegend jugendliche Teilnehmer:innen an der Demonstration teil.

Die älteren Anwesenden schienen vor allem aufgrund der Ankündigung des Auftritts von Hannes Ostendorf angereist zu sein, viele von ihnen der älteren rechten Hooligan-Szene zuzuordnen. Gleich nach seinem Auftritt, der offenbar vor allem den eigenen Werbezwecken diente, reiste Ostendorf wieder ab.

Die älteren Anwesenden schienen vor allem aufgrund der Ankündigung des Auftritts von Hannes Ostendorf angereist zu sein, viele von ihnen der älteren rechten Hooligan-Szene zuzuordnen. Gleich nach seinem Auftritt, der offenbar vor allem den eigenen Werbezwecken diente, reiste Ostendorf wieder ab.

Es traten viele junge Neonazi-Gruppierungen in Erscheinung, die teils auch eigene Transparente mitbrachten. So waren etwa Teilnehmende der Gruppen „Urbs Turrium“ aus Bautzen, von der „Gerschen Jugend“, den „Jungen Patrioten Deutschlands“, von der „Chemnitzrevolte“ und der „Kampf Brigade Berlin“ vertreten.

Es traten viele junge Neonazi-Gruppierungen in Erscheinung, die teils auch eigene Transparente mitbrachten. So waren etwa Teilnehmende der Gruppen „Urbs Turrium“ aus Bautzen, von der „Gerschen Jugend“, den „Jungen Patrioten Deutschlands“, von der „Chemnitzrevolte“ und der „Kampf Brigade Berlin“ vertreten.

Während die Polizei bei der letzten Demonstration der Neonazis im Februar deren Vermummungen und auch "Schutzbewaffnung" duldete, kam es diesmal zu zahlreichen Festnahmen aufgrund von verfassungsfeindlichen Symbolen, Beleidigungen, Vermummung und dem Zeigen des Hitlergrußes.

Während die Polizei bei der letzten Demonstration der Neonazis im Februar deren Vermummungen und auch “Schutzbewaffnung” duldete, kam es diesmal zu zahlreichen Festnahmen aufgrund von verfassungsfeindlichen Symbolen, Beleidigungen, Vermummung und dem Zeigen des Hitlergrußes.

Aufgrund der antifaschistischen Blockaden mussten die Neonazis stundenlang an ihrem Startpunkt ausharren und konnten ihre Demonstration nicht beginnen, die Stimmung verschlechterte sich im Laufe der Zeit merklich und wurde aggressiver. Schon früh zogen einzelne Teilnehmende frustriert ab. Sentürk geriet angesichts der ungeduldigen Menge zunehmend unter Druck, konnte er seinem jungen Publikum doch diesmal nicht die von ihnen erhoffte "Erlebniswelt rechter Aufmarsch" bieten. Er verlor immer wieder die Fassung und schlug verbal um sich. Sein bemüht "bürgerliches Auftreten" warf er dann endgültig über Bord, als die Polizei seiner Aufforderung, ihnen doch endlich "den Weg frei zu schlagen" nicht ausreichend nachkam und er kurzerhand dazu überging, unbeholfen mit anderen Teilnehmern Ketten zu bilden und auf die Polizeiabsperrung zuzumarschieren.

Aufgrund der antifaschistischen Blockaden mussten die Neonazis stundenlang an ihrem Startpunkt ausharren und konnten ihre Demonstration nicht beginnen, die Stimmung verschlechterte sich im Laufe der Zeit merklich und wurde aggressiver. Schon früh zogen einzelne Teilnehmende frustriert ab. Sentürk geriet angesichts der ungeduldigen Menge zunehmend unter Druck, konnte er seinem jungen Publikum doch diesmal nicht die von ihnen erhoffte “Erlebniswelt rechter Aufmarsch” bieten. Er verlor immer wieder die Fassung und schlug verbal um sich. Sein bemüht “bürgerliches Auftreten” warf er dann endgültig über Bord, als die Polizei seiner Aufforderung, ihnen doch endlich “den Weg frei zu schlagen” nicht ausreichend nachkam und er kurzerhand dazu überging, unbeholfen mit anderen Teilnehmern Ketten zu bilden und auf die Polizeiabsperrung zuzumarschieren.

Die Demonstration durfte daraufhin wenige Meter weit gehen. Sentürks Auftreten verlor dabei nicht an Bizarrheit: Er stand posierend auf einem fahrenden PKW-Anhänger, schwenkte eine Deutschlandfahne und ließ sich von den Jugendlichen bejubeln.

Die Demonstration durfte daraufhin wenige Meter weit gehen. Sentürks Auftreten verlor dabei nicht an Bizarrheit: Er stand posierend auf einem fahrenden PKW-Anhänger, schwenkte eine Deutschlandfahne und ließ sich von den Jugendlichen bejubeln.

Trotz des Misserfolges seiner Veranstaltung genoss er augenscheinlich das Bad in der Menge, während er erneut versuchte, sich selbst bei lautstarker Marschmusik  in Szene zu setzen.

Trotz des Misserfolges seiner Veranstaltung genoss er augenscheinlich das Bad in der Menge, während er erneut versuchte, sich selbst bei lautstarker Marschmusik in Szene zu setzen.

Die Stimmung der Anwesenden kippte jedoch endgültig, als bereits nach weniger als 100 Metern das endgültige Ende der Demonstrationsstrecke verkündet wurde und Sentürk die Veranstaltung vorzeitig beendete.

Die Stimmung der Anwesenden kippte jedoch endgültig, als bereits nach weniger als 100 Metern das endgültige Ende der Demonstrationsstrecke verkündet wurde und Sentürk die Veranstaltung vorzeitig beendete.

Die angereisten Neonazis zeigten sich frustriert und gaben an, dass sich der Weg nach Berlin für sie überhaupt nicht gelohnt habe.

Die angereisten Neonazis zeigten sich frustriert und gaben an, dass sich der Weg nach Berlin für sie überhaupt nicht gelohnt habe.

Bereits am Abend nach der gescheiterten Demo rief Sentürk wieder einmal über Instagram dazu auf, ihm Geld für zukünftige Demos zukommen zu lassen.

Bereits am Abend nach der gescheiterten Demo rief Sentürk wieder einmal über Instagram dazu auf, ihm Geld für zukünftige Demos zukommen zu lassen.

Zitieren

Recherche Nord: Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin, Berlin, 22.03.2025. Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-22-b/
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© recherche-nord — Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin, 22.03.2025
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