Pilgerreise im Regen: AfD NRW und Neonazis an den Externsteinen
Am 22. Februar veranstaltete die AfD NRW ein Treffen an den Externsteinen, die in Redebeiträgen entsprechend inszeniert und historisierend überhöht wurden. Björn Höckes Präsenz lässt sich mit Blick auf den anstehenden Landesparteitag als Machtsignal des Helferich-Flügels deuten.
Am 22.02.2026 veranstaltete die AfD NRW ein Treffen an den Externsteinen. Intern war die Zusammenkunft ursprünglich für das Hermannsdenkmal angekündigt worden, wurde jedoch kurzfristig verlegt.
Auslöser war öffentlich angekündigter Gegenprotest. Stattdessen wich man an die Externsteine aus – ein spontanes Ausweichmanöver an einen Ort, der wie das Hermannsdenkmal von der extremen Rechten symbolisch mit einem völkisch-germanischen Ahnenkult aufgeladen wird.
Der Schauplatz wurde in Redebeiträgen entsprechend inszeniert und historisierend überhöht. Die Veranstaltung wirkte zeitweise wie eine Mischung aus politischer Kundgebung, Pilgerreise und arrangiertem Fotoshooting.
Dauerregen begleitete das Treffen – nur für das obligatorische Gruppenfoto wurden die Schirme kurzzeitig gesenkt.
Unter den Teilnehmenden war auch der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke, dessen Präsenz der Veranstaltung zusätzliches innerparteiliches Gewicht verlieh und kein Zufall war.
Die AfD NRW bleibt derweil zwischen dem sogenannten Helferich-Flügel, der sich selbst als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnete, und einem formal gemäßigteren Lager gespalten.
Die Durchführung dieser Veranstaltung kann sowohl als bewusste Provokation als auch als Machtsignal des Helferich-Flügels gewertet werden – nicht zuletzt mit Blick auf den anstehenden Landesparteitag, bei dem sich zeigen wird, welcher Flügel die Machtfrage für sich entscheiden kann.
Zitieren
Recherche Nord: Pilgerreise im Regen: AfD NRW und Neonazis an den Externsteinen, Detmold, 22.02.2026.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2026-02-22-de/