AfD-Demonstration in Neumünster
Am 17. Oktober mobilisierten die AfD und ihre Jugendorganisation „Generation Deutschland“ zu einer Demonstration nach Neumünster
Am 17. Oktober mobilisierten die AfD und ihre Jugendorganisation „Generation Deutschland“ zu einer Demonstration nach Neumünster – und machten mehr als deutlich, wie wenig ihnen an einer Abgrenzung zur militanten Neonaziszene gelegen ist.
Dabei machte es in Neumünster kaum einen Unterschied, ob man die Teilnehmenden oder die organisatorischen Strukturen der Demonstration in den Blick nahm:
Hier versammelten sich Gleichgesinnte – vereint in blankem Rassismus, völkischer Hetze gegen Feindbilder und Andersdenkende und der ungehemmten Verherrlichung von Gewalt- und Deportationsfantasien.
Zum Sicherheitsdienst der AfD-Zentrale gehörte an diesem Tag mindestens eine Person mit langjähriger Neonazi-Vergangenheit, die zuvor bei den „Autonomen Nationalisten“ aktiv war – einer militanten Strömung des Neonazismus.
Ausgangspunkt des Aufmarschs war die AfD-Landeszentrale im Schwale-Gewerbepark. Der ehemalige Industriekomplex dient der Partei inzwischen als Geschäftsstelle und Veranstaltungsort – auch für die Gründung des schleswig-holsteinischen Landesverbands ihrer Jugendorganisation „Generation Deutschland“.
Den Ton der Demonstration gaben die Kader der AfD-Jugend „Generation Deutschland“ vor: Sie stimmten die Parolen an und inszenierten den Aufmarsch nach außen. Dafür waren sie aus mehreren Bundesländern angereist – bis hinauf in die Landesvorstände und den Bundesvorstand.
Zahlreiche Teilnehmende waren früher bereits bei Aufmärschen der neonazistischen NPD in Erscheinung getreten und scheinen nun bei der AfD in Schleswig-Holstein eine neue politische Heimat gefunden zu haben.
Die Verbindungen in die Neonaziszene reichten dabei weit über den Sicherheitsdienst und die mobilisierten Teilnehmenden hinaus – sondern fanden sich ebenfalls hinreichend in den Organisationsstrukturen der Veranstaltung.
So auch bei André René Hagen (Bildmitte), Mitglied des Landesvorstands der „Generation Deutschland“ Schleswig-Holstein. Dieser bewegte sich in der Vergangenheit aktiv in der neonazistischen Szene und nahm dabei nachweislich auch an Treffen der Neonazigruppe „Jungen Nationalisten“ (JN) teil.
Federführend an der Veranstaltung in Neumünster beteiligt war auch der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Kevin Dorow (Nicht im Bild). Dorow gehörte dem GD-Bundesvorstand an, musste seine Parteiämter jedoch im März 2026 niederlegen, nachdem er einen Leitspruch der Hitler-Jugend zum „Leitstern“ für die künftige Ausrichtung der AfD-Jugend erklärt hatte.
Zahlreiche personellen Überschneidungen zeigen, wie eng AfD und Neonaziszene in Schleswig-Holstein inzwischen verflochten sind – bis hinein in die eigenen Reihen der Partei und ihrer Jugendorganisation.
Trotz des zunehmend offenen Schulterschlusses mit der Neonaziszene blieb der Mobilisierungerfolg begrenzt: Am 17. Oktober kamen in Neumünster rund 150 Anhänger:innen zu dem Aufmarsch, angemeldet waren ursprünglich 500.
3:54 Doch auch wenn die Mobilisierung hinter den Erwartungen zurückblieb, bleiben die personellen Überschneidungen und der offene Umgang mit Neonazis ein deutliches Zeichen für die weitere politische Entwicklung der Partei - diese wird von immer mehr Neonazis als neue politische Wirkungsstätte begriffen. Wohl ganz im Sinne der AfD.
Zitieren
Recherche Nord: AfD-Demonstration in Neumünster, Neumünster, 17.10.2026.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2026-10-17/