[{"city":"","content":" ","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/","section":"","summary":" ","title":""},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/afd/","section":"Tags","summary":"","title":"AfD"},{"city":"Magdeburg","content":"","date":"30 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-30/","section":"Fotos","summary":"In der AfD Sachsen-Anhalt besetzen Personen aktive und wichtige Posten, die eine Vergangenheit in der HDJ haben und in dieser mittlerweile verbotenen Organisation bereits als Heranwachsende ideologisch auf den Nationalsozialismus eingeschworen wurden.","title":"Alte Nazi - AfD Netzwerke: Die AfD Sachsen-Anhalt und ihre HDJ-Connection"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/","section":"Fotos","summary":"","title":"Fotos"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/hdj/","section":"Tags","summary":"","title":"HDJ"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/heimattreue-deutsche-jugend/","section":"Tags","summary":"","title":"Heimattreue Deutsche Jugend"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/sachsen-anhalt/","section":"Tags","summary":"","title":"Sachsen-Anhalt"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/sonstiges/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Sonstiges"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/","section":"Tags","summary":"","title":"Tags"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Veranstaltungstypen"},{"city":"","content":"Stand: 29.08.2026\nGrundsatz #Wir dokumentieren öffentliche Versammlungen und Strukturen im militanten Neonazismus, fotografisch und schriftlich. Unsere Glaubwürdigkeit hängt vollständig davon ab, dass das, was wir zeigen und schreiben, tatsächlich passiert ist und sich überprüfen lässt. Oft bilden unsere Bildmaterialien den Nachweis dafür. Künstliche Intelligenz kann uns dabei an einzelnen Stellen unterstützen, sie ändert aber nichts an diesem Grundsatz. Wir setzen KI-Werkzeuge nur dort ein, wo sie Arbeit erleichtern, ohne die Verlässlichkeit unserer Recherche zu gefährden, und wir prüfen jedes Ergebnis, das eine KI liefert, bevor wir es verwenden.\nFotos und Bildmaterial #Unsere Fotografien sind Belege, keine Illustrationen. Wir erzeugen und veröffentlichen keine KI-generierten oder KI-veränderten Bilder von Personen, Kundgebungen oder Ereignissen, auch nicht, um Gesichter unkenntlich zu machen oder Bildausschnitte zu verbessern. Eine Ausnahme gilt nur, wenn wir selbst über KI-generierte Bilder berichten, etwa im Rahmen einer Recherche zu Desinformation; in diesem Fall kennzeichnen wir das Material eindeutig als künstlich erzeugt. Die Echtheit unseres Fotomaterials stellt die Grundlage unserer Glaubwürdigkeit und Professionalität dar, gerade weil sie oft der einzige Nachweis für Zusammenhänge und Behauptungen ist.\nRecherche #Bei der Auswertung großer Mengen an Material, etwa öffentlich zugänglichen Beiträgen aus rechten Netzwerken, kann KI-gestützte Software uns helfen, Muster schneller zu erkennen. Ergebnisse aus solchen Auswertungen sind für uns immer nur ein Hinweis, nie ein Beleg. Namen, Zugehörigkeiten und Aussagen zu Personen oder Gruppen recherchieren wir eigenständig gegen, bevor wir sie veröffentlichen; KI-Anwendungen neigen dazu, plausibel klingende, aber falsche Angaben zu erzeugen, und ein solcher Fehler kann bei unserem Thema reale Konsequenzen für reale Personen haben.\nUmgang mit Daten und Quellenschutz #Uns zugespielte Hinweise, Namen von Kontaktpersonen und andere vertrauliche Informationen geben wir grundsätzlich nicht an Dritte weiter. Das gilt ausdrücklich auch für KI-Dienste. Wir laden keine eingegangenen Hinweise, unveröffentlichten Recherchematerialien oder Informationen, die Rückschlüsse auf unsere Quellen zulassen, in externe KI-Anwendungen hoch. Wo wir KI-Werkzeuge einsetzen, bevorzugen wir selbst gehostete oder quelloffene Lösungen, um die Kontrolle über unsere Daten zu behalten.\nAusblick #Diese Leitlinie gibt unseren aktuellen Stand wieder und wird angepasst, sobald es die Entwicklung erfordert.\nFragen dazu? redaktion@recherche-nord.com","date":null,"group":"ki-leitlinie","permalink":"https://recherche-nord.com/ki-leitlinie/","section":"Unsere KI-Leitlinie","summary":"Wo wir KI-Werkzeuge einsetzen, wo nicht, und warum.","title":"Unsere KI-Leitlinie"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/antisemitismus/","section":"Tags","summary":"","title":"Antisemitismus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/deutschlandlied/","section":"Tags","summary":"","title":"Deutschlandlied"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/die-heimat/","section":"Tags","summary":"","title":"Die Heimat"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/gedenken/","section":"Tags","summary":"","title":"Gedenken"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/geschichtsrevisionismus/","section":"Tags","summary":"","title":"Geschichtsrevisionismus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/jn/","section":"Tags","summary":"","title":"JN"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/junge-nationalisten/","section":"Tags","summary":"","title":"Junge Nationalisten"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/knockout-51/","section":"Tags","summary":"","title":"Knockout 51"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/kundgebung/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Kundgebung"},{"city":"Staufenberg","content":"Im historischen Nationalsozialismus wurde der Vergleich von Jüdinnen:Juden, Sinti und Roma oder anderen Feindbildern mit Parasiten oder anderen Tieren ebenfalls genutzt, um diese zu entmenschlichen und ihre Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung moralisch zu rechtfertigen. Wie nah diese Ideologie an offener Gewalt liegt, zeigte auch ein zur Schau getragenes Bekenntnis zur rechtsterroristischen Gruppe \"Knockout 51\". Die hier auf einem Tshirt gezeigte Chiffre \"Einundfünfzig\"steht für eine Organisation, deren Mitglieder Anschläge auf politische Gegner planten. Am 26. August fand im hessischen Staufenberg eine Kundgebung der neonazistischen Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) statt. Anlass war der Aufruf, vor dem dortigen Rathaus öffentlich alle Strophen des \"Deutschlandliedes\" zu singen. Staufenberg ist für die rechtsextreme Szene kein neuer Schauplatz: Bereits im November zog \"Die Heimat\" durch den Stadtwald zum sogenannten Immelmann-Denkmal. Dort inszenierten die Neonazis ein Gedenken mit Kranzniederlegung und dem gemeinsamen Singen des \"Deutschlandliedes\". Das umstrittene Denkmal erinnert an das NS-Sturzkampfgeschwader \"Immelmann\" und wird seit Jahrzehnten von Rechtsextremen als Ort ihrer politischen Inszenierung genutzt. Die damalige Versammlung von \"Die Heimat\" in Staufenberg geriet ins Visier der Polizei. Nach einem Aufmarsch zum \"Immelmann-Denkmal\" sangen die Neonazis alle drei Strophen des \"Deutschlandliedes\". Daraufhin beendete die Polizei die Veranstaltung und nahm die Personalien der Teilnehmer auf. Auslöser für die erneute Kundgebung war der Streit um das \"Deutschlandlied\". Die Neonazis wollten die vorangegangene polizeiliche Auflösung ihrer Versammlung nicht auf sich beruhen lassen. Stattdessen nahmen sie den 185. Jahrestag der Entstehung des Liedes – Hoffmann von Fallersleben verfasste es 1841 – zum Anlass für eine politische Inszenierung vor dem Staufenberger Rathaus. Als historisches Widerstandssymbol wurde auch Theodor Körner vereinnahmt, der im Lützowschen Freikorps gegen die napoleonische Besatzung kämpfte. Rechtsextreme übertragen dessen Kampf auf die Gegenwart und verklären ihn zum Vorbild für ihren eigenen \"Widerstand\" – eine politische Geschichtsklitterung, die historische Zusammenhänge bewusst ausblendet. Dass es um mehr als das \"Deutschlandlied\" ging, machten die Neonazis – darunter ein AfD-Gründungsmitglied – unmissverständlich klar. Sie stilisierten es zum Widerstandsbekenntnis gegen die bestehende Ordnung. In Redebeiträgen wurden Andersdenkende von einem AfD-Gründungsmitglied als \"Parasiten\" bezeichnet und die Überwindung eines sogenannten \"Schuldkults\" gefordert. 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Der Weg über die Kontaktseite bleibt für alles Weitere offen.\nWas ohne Rückfrage erlaubt ist #Wenn nicht anders gekennzeichnet, stehen die hier veröffentlichten Bilder unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC 4.0. Nichtkommerzielle Internetseiten können die Bilder frei verwenden und brauchen dafür keine Rücksprache mit uns. Über einen kurzen Hinweis freuen wir uns trotzdem.\nDiese nichtkommerzielle Nutzung durch Einzelpersonen und Initiativen ist unter angemessener Nennung der Urheber:innen und der Rechteangaben ausdrücklich erwünscht.\nErgänzend zur Lizenz gilt eine Einschränkung: von der freien Nutzung ausgenommen sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten oder neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Eine Creative-Commons-Lizenz wird gegenüber jedermann erteilt und lässt sich nicht personenbezogen zurücknehmen; die Einschränkung steht deshalb als eigene Bedingung neben der Lizenz und nicht in ihr. Wir behalten uns vor, jede Nutzung durch diesen Personenkreis mit allen verfügbaren Mitteln zu untersagen.\nWofür eine Vereinbarung nötig ist #Die kommerzielle Verwendung von Bild- und Videomaterial durch Agenturen, Internetseiten, Medien und andere bedarf grundsätzlich der vorherigen Lizenzvereinbarung und ist an ein Honorar gebunden. Bei Säumnis wird die übliche Lizenzgebühr zuzüglich Säumniszuschlag fällig.\nWie der Bildnachweis zu lauten hat #Wörtlich zu übernehmen, ohne Kürzung:\n© recherche-nord Bei Onlineveröffentlichungen zusätzlich ein Verweis auf die Fotostrecke, aus der das Bild stammt. Die vollständige Angabe steht am Fuß jeder Fotostrecke unter „Zitieren\" und lässt sich dort kopieren. Derselbe Text steht in jeder Bilddatei unter UsageTerms und Instructions; beim Herunterladen erscheint er noch einmal.\nKommerzielle Nutzung #Das Honorar richtet sich nach Verwendung, Auflage und Standzeit. Schreiben Sie uns mit Medium, geplantem Erscheinungsdatum, Verwendungszweck und den gewünschten Bildern, benannt mit Datum und Dateinamen. Eine Zusage geht schriftlich zurück; ohne sie liegt keine Nutzungserlaubnis vor.\nFür laufende Zusammenarbeit vereinbaren wir Rahmenkonditionen. Das ist für beide Seiten der einfachere Weg als eine Anfrage je Bild.\nBearbeitung und Anonymisierung #Unkenntlichmachungen in unseren Aufnahmen sind bewusst gesetzt und dürfen nicht rückgängig gemacht, umgangen oder durch Zuschnitt unterlaufen werden. 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Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/institut-fuer-staatspolitik/","section":"Dossier","summary":"Institut für Staatspolitik ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 12 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Institut für Staatspolitik"},{"city":"","content":"Junge Alternative ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 39 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. 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Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kollektiv-nordharz/","section":"Dossier","summary":"Kollektiv Nordharz ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 5 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Kollektiv Nordharz"},{"city":"","content":"Lukreta ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 4 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. 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Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/metapol/","section":"Dossier","summary":"Metapol ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 6 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Metapol"},{"city":"","content":"Neue Stärke ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 12 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. 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Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/nsdap/","section":"Dossier","summary":"NSDAP ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 4 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"NSDAP"},{"city":"","content":"Oidoxie ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 5 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/oidoxie/","section":"Dossier","summary":"Oidoxie ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 5 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Oidoxie"},{"city":"","content":"Oidoxie Streetfighting Crew ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 3 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/oidoxie-streetfighting-crew/","section":"Dossier","summary":"Oidoxie Streetfighting Crew ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 3 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Oidoxie Streetfighting Crew"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/","section":"Dossier","summary":"","title":"Organisationen"},{"city":"","content":"Pegasus Germanus ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 4 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/pegasus-germanus/","section":"Dossier","summary":"Pegasus Germanus ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 4 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Pegasus Germanus"},{"city":"","content":"Pegida ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 14 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/pegida/","section":"Dossier","summary":"Pegida ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 14 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Pegida"},{"city":"","content":"Querdenken ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 11 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/querdenken/","section":"Dossier","summary":"Querdenken ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 11 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Querdenken"},{"city":"","content":"Snevern Jungs ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 3 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/snevern-jungs/","section":"Dossier","summary":"Snevern Jungs ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 3 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Snevern Jungs"},{"city":"","content":"Wiking-Jugend ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 7 Fotostrecken dieses Bestands vor.\nLorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.","date":"24 August 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/wiking-jugend/","section":"Dossier","summary":"Wiking-Jugend ist eine Organisation der extremen Rechten und kommt in 7 Fotostrecken dieses Bestands vor.","title":"Wiking-Jugend"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/netzwerktreffen/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Netzwerktreffen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/","section":"Orte","summary":"","title":"Orte"},{"city":"Stadthagen","content":"Arndts Vorwürfe haben die Partei weit über Niedersachsen hinaus aufgeschreckt und einen Machtkampf offengelegt. Inzwischen geht es nicht mehr nur um einzelne Vorwürfe, sondern um die Frage, wer in der Niedersachsen-AfD das Sagen hat – und wer am Ende auf der Strecke bleibt. Dass neben Anja Arndt auch Frank Rinck, Main Müller und Simon Arndt auf dem später verlegten AfD-Sommerfest auftraten, verwundert wenig. Die Konstellation fällt vor allem deshalb auf, weil alle drei auf unterschiedliche Weise mit den Machtkämpfen innerhalb der niedersächsischen AfD verbunden sind. Rinck steht für die Bundes- und frühere Landesebene, Müller gilt als Kritiker der aktuellen Parteiführung und Simon Arndt gehört zum politischen und medialen Umfeld seiner Mutter. Gemeinsam auf einer Bühne vermitteln sie damit zumindest das Bild eines Netzwerks, das über Arndts persönlichen Konflikt mit der Landesführung hinausreicht. Damit passt es auch ins Bild, dass mit Matthias Helferich ein weiterer umstrittener Politiker innerhalb der AfD-Strukturen vor Ort war. Das nach eigenen Angaben „freundliche Gesicht des NS“ ist seit Jahren Ausgangspunkt eines Richtungsstreits innerhalb des Landesverbandes in NRW. Am 20. August fand das „Sommerfest in Schwarz-Rot-Gold“ aus dem Umfeld der AfD Schaumburg statt. In Stadthagen trafen sich auf dem Gelände eines lokalen Unternehmens knapp 50 Personen. Im Vorfeld war der Ort bewusst geheim gehalten worden. Die Veranstaltung sah sich, zumindest zu Beginn, nicht nur mit strömendem Regen konfrontiert, sondern auch mit einem breiten Gegenprotest. Aus „existenziellen Gründen“ wurde daher die Veranstaltung kurzerhand abgebrochen. Ein kleiner Teil der teilnehmenden AfD-Funktionäre traf sich anschließend auf privatem Gelände. Augenscheinlich hat die Firma einen Rückzieher gemacht und die AfD aufgefordert, das Gelände zu verlassen – offenbar aus Sorge vor möglichen wirtschaftlichen Schäden. Im Anschluss wurde die Firma als „links-grün versifft“ bezeichnet, was auf entsprechende Konflikte bzw. Probleme im Nachgang hindeuten könnte. Inhaltlich spannend war die Veranstaltung vor allem aufgrund der eingeladenen Gäste rund um Anja Arndt und Matthias Helferich sowie des gemeinsamen Schulterschlusses dieser beiden Lager. Die AfD-Politikerin Anja Arndt ist innerhalb der niedersächsischen AfD zur unbequemen Gegenspielerin von Landeschef Ansgar Schledde geworden. In sogenannten „Brandbriefen“ warf sie der Parteiführung unter anderem Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft und eine „Parallelorganisation“ vor. Statt die Kritikerin einzubinden, drehte die AfD Niedersachsen den Spieß um: Gegen Arndt wurde ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet, ihre Mitgliedsrechte wurden entzogen. Aus dem Streit über die Führung der Partei wurde damit eine offene innerparteiliche Fehde.","date":"20 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-20/","section":"Fotos","summary":"Am 20.08. fand ein Sommerfest aus dem Umfeld der AfD-Schaumburg statt. Das Treffen gibt Aufschlüsse über Entwicklungen im Machtkampf innerhalb der AfD Niedersachsen.","title":"Sommerfest der AfD-Niedersachsen in Stadthagen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/stadthagen/","section":"Orte","summary":"","title":"Stadthagen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/essen/","section":"Orte","summary":"","title":"Essen"},{"city":"Essen","content":"Das Treffen verdeutlicht, dass die örtliche neonazistische Szene weiterhin versucht, junge Menschen zu erreichen und die Räumlichkeiten für Veranstaltungen sowie zur Vernetzung zu nutzen. Gleichzeitig deutet die rückläufige Teilnehmerzahl darauf hin, dass diese Bemühungen nur begrenzt erfolgreich sind - auch wenn von einer Entwarnung wohl keine Rede sein kann. An einem erneuten \"Offenen Abend\" der neonazistischen Partei „Die Heimat“ in Essen-Kray nahmen rund 35 Personen teil. Damit setzt sich der seit einiger Zeit zu beobachtende Rückgang der Teilnehmerzahlen fort. Die Szene hat offenbar zunehmend Schwierigkeiten, junge Menschen dauerhaft an sich zu binden - viele von ihnen nahmen noch vor einigen Monaten regelmäßig an den Treffen der Partei teil. Obwohl die Stadt Essen die Nutzung der Räumlichkeiten behördlich untersagt hatte, wurden diese im Laufe des Abends wiederholt genutzt - sich über die Anordnungen recht offen hinweg gesetzt. Darüber hinaus errichteten die Teilnehmenden - auch unter den Augen der Sicherheitsbehörden - entgegen der geltenden Hausordnung einen Pavillon auf dem Gemeinschaftsgrundstück. Das Ordnungsamt war bereits vor Beginn der Veranstaltung vor Ort und versuchte sich mit Unterstützung der Polizei Zugang zum Grundstück zu verschaffen. Das Unterfangen scheiterte jedoch. Da die Räumlichkeiten zu diesem Zeitpunkt verschlossen waren und die Veranstaltung noch nicht begonnen hatte, blieb ihre spätere Nutzung durch die Teilnehmenden von den Mitarbeitenden der Stadt unbeobachtet. Größere Redebeiträge - wie noch in den vergangenen Monaten - fanden hingegen nicht statt.","date":"14 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-14/","section":"Fotos","summary":"In Essen-Kray fand erneut ein „Offener Abend“ der Partei „Die Heimat“ statt. Der seit einiger Zeit zu beobachtende Rückgang der Teilnehmerzahlen setzt sich fort, die Szene hat offenbar zunehmend Schwierigkeiten, junge Menschen dauerhaft an sich zu binden.","title":"Neonazitreffen in Essen-Kray"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/afd/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Afd"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/horn-bad-meinberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Horn-Bad Meinberg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Organisationen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/patriotische-bewegung/","section":"Tags","summary":"","title":"Patriotische Bewegung"},{"city":"Horn-Bad Meinberg","content":"Kokott übernahm dabei wiederholt eine führende Rolle als Versammlungsleiter, trat mit Redebeiträgen vor den versammelten Neonazis auf und bemühte sich vor allem, die unterschiedlichen Strukturen des neonazistischen Spektrums organisatorisch zusammenzuführen. Ein Schwerpunkt seiner Aktivitäten ist die Ansprache und Organisierung junger Neonazis an der Schnittstelle zur AfD. In diesem Zusammenhang gehörte er in Ostwestfalen zu den Organisatoren der Gruppierung „Freischar Westfalen“, die insbesondere durch rassistische und queerfeindliche Propagandaaktionen auffiel. Die „Freischar Westfalen“ verfolgte offenbar militant ausgerichtete Zielsetzungen. Bei einer Razzia gegen die Neonazi-Szene in Ostwestfalen-Lippe wurden am 1. Oktober 2025 insgesamt sechs Wohnungen durchsucht, unter anderem im Umfeld eines lokalen „Active Clubs“ und der mit ihnen vernetzten „Freischar Westfalen“. Dabei wurden unter anderem eine scharfe Pistole, eine Armbrust, Macheten, Messer und Softair-Waffen sichergestellt. Im März 2026 löste sich die „Freischar Westfalen“ nach zunehmendem staatlichen Druck und den vorausgegangenen Durchsuchungsmaßnahmen auf. Als Grund wurde aus dem Umfeld der Gruppe die zunehmende Repression genannt. Bereits vor der Auflösung der „Freischar Westfalen“ intensivierte Kokott seine Zusammenarbeit mit der AfD. Im Dezember 2025 wurde er auf Vorschlag der AfD als „sachkundiger Bürger“ in den Gemeinderat von Leopoldshöhe berufen und für mehrere Ausschüsse benannt. Da Teile der AfD in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Ostwestfalen, kaum Berührungsängste gegenüber der militanten Neonazi-Szene zeigen, tritt Kokott inzwischen regelmäßig – auch bei internen Veranstaltungen – im Umfeld der AfD in Erscheinung. Wie hier bei einem Ausflug der AfD zu den Externsteinen im Februar 2026. Bei gemeinsamen Ausflügen, wie im Februar 2026 mit Björn Höcke zu den Externsteinen, zeigt sich die enge Verbindung zum AfD-Establishment besonders deutlich. Dabei wurde Kokott unter anderem von dem AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich begleitet – jenem Politiker, der sich in früheren Chats als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnete. Dass Kokott nun gemeinsam mit der „Patriotischen Bewegung“ auftritt, verdeutlicht deren politische Verortung: Die Gruppierung bewegt sich im Schnittfeld zwischen dem AfD-Umfeld und der organisierten Neonazi-Szene und bietet damit eine Verbindung zwischen beiden Milieus. Wanderungen sind ein klassischer Bestandteil der „Erlebniswelt Rechtsextremismus“. Mit den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal wurden dabei zwei nationalistisch aufgeladene Orte aufgesucht. Die Aktion zeigt zudem, wie diese Erlebniswelt gezielt für soziale Medien inszeniert werden kann, ohne dass dafür eine breite gesellschaftliche oder lokale Verankerung erforderlich ist. Abzuwarten bleibt gleichwohl, ob sich die „Patriotischen Bewegung“ in Nordrhein-Westfalen neben einer „Generation Deutschland NRW“, welche bereits mit regelmäßigen Wanderungen, gemeinsamen Sonnenwendfeiern und Besuchen von Kriegerehrenmalen erhebliche Bestandteile einer rechtsextremen Erlebniswelt abgedeckt, dauerhaft etablieren kann. Am 08. August führte der nordrhein-westfälische Ableger der Gruppierung \"Patriotische Bewegung\" eine Wanderung im Nordosten von Nordrhein-Westfalen am Rande des Teutoburger Waldes durch. Die Route führte dabei von Horn-Bad Meinberg zum Hermannsdenkmahl und den Externsteinen. Auf dem Hermannsdenkmal entrollte die „Patriotischen Bewegung“ schließlich noch eine Deutschlandfahne. Damit verstieß sie gegen die geltende Hausordnung, die politische Willensbekundungen auf dem Gelände untersagt. Eine ähnliche Aktion der „Identitäre Bewegung“ führte zuletzt zu einem größeren Polizeieinsatz und Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs. Und vorne mit dabei: der  „sachkundige Bürger der AfD“, Daniel Kokott (links), der damit erneut die enge Verbindung zwischen dem AfD-Umfeld und der extrem rechten Szene sichtbar macht. Treffpunkt zum Beginn der Wanderung war am Vormittag der Bahnhof in Horn-Bad Meinberg. Die „Patriotische Bewegung“ hatte offenbar erhebliche Mobilisierungsprobleme: An der Wanderung nahmen insgesamt lediglich vier Personen teil. Bei der „Patriotischen Bewegung“ handelt es sich um eine kleine, aktionsorientierte Gruppierung aus dem extrem rechten bzw. neonazistischen Spektrum, deren Anhänger:innenschaft vor allem jugendlichen Alters ist und die zugleich als Schnittstelle zur AfD und deren Jugendorganisation dient. Bild: Schwerin, 08.08.2026 Mitglieder der „Patriotischen Bewegung“ nahmen zuletzt an einer Demonstration der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Schwerin teil und zeigten, dass sie in das politische und personelle Umfeld der AfD-Jugend eingebunden sind. An der nun Anfang August durchgeführten Wanderung nahm zudem Daniel Kokott teil. Dies verweist auf weitere Verbindungen der „Patriotischen Bewegung“ in das neonazistische Spektrum und unterstreicht ihre Einordnung im extrem rechten Milieu. Daniel Kokott steht exemplarisch für die enge Vernetzung zwischen der organisierten Neonazi-Szene und dem Umfeld der AfD. Seine Aktivitäten verdeutlichen, dass die Abgrenzung zwischen der AfD und Teilen des neonazistischen Spektrums faktisch durchlässig ist. So gehörte Daniel Kokott zu den mutmaßlichen Organisatoren bzw. Führungspersonen der neonazistischen Gruppierung „Der Störtrupp“ (DST). Die Gruppierung trat 2025 bundesweit bei zahlreichen, politisch einschlägigen Demonstrationen in Erscheinung.","date":"8 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-08/","section":"Fotos","summary":"Am 08. August führte der nordrhein-westfälische Ableger der Gruppierung „Patriotische Bewegung“ eine Wanderung am Rande des Teutoburger Waldes durch. Diese belegt erneut die enge Vernetzung zwischen der organisierten Neonazi-Szene und dem Umfeld der AfD.","title":"Patriotische Wander-Bewegung in Westfalen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/wanderung/","section":"Tags","summary":"","title":"Wanderung"},{"city":"Hamburg","content":"Am 05.08.2026 sind mehrere Mitglieder der rechtsterroristischen Vereinigung “Letzte Verteidigungswelle” zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"5 August 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.08.13.-terroristische-vereinigung-verurteilung-von-mitgliedern-der/","section":"Videos","summary":"Am 05.08.2026 sind mehrere Mitglieder der rechtsterroristischen Vereinigung \"Letzte Verteidigungswelle\" zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden.","title":"Terroristische Vereinigung: Verurteilung von Mitgliedern der \"LVW\""},{"city":"","content":"","date":null,"group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/","section":"Videos","summary":"","title":"Videos"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/brothers-of-honour/","section":"Tags","summary":"","title":"Brothers of Honour"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/combat-18/","section":"Tags","summary":"","title":"Combat 18"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/demonstration/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Demonstration"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/deutsche-stimme-verlag/","section":"Tags","summary":"","title":"Deutsche Stimme Verlag"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/dortmund/","section":"Orte","summary":"","title":"Dortmund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/filmkunstkollektiv/","section":"Tags","summary":"","title":"Filmkunstkollektiv"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/freie-sachsen/","section":"Tags","summary":"","title":"Freie Sachsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/gd/","section":"Tags","summary":"","title":"GD"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/generation-deutschland/","section":"Tags","summary":"","title":"Generation Deutschland"},{"city":"Schwerin","content":"Ausgerufen von der extremen Rechten fand am 1. August 2026 in Schwerin, der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, der sogenannte „Tag der Deutschen Jugend“ statt. Die Gruppierung „Filmkunstkollektiv“ war dann für die propagandistische Inszenierung der Veranstaltung verantwortlich. Angeleitet durch erfahrene Propagandist:innen der Szene entstand im Verlauf der Demonstration eine Atmosphäre gegenseitiger Radikalisierung, in der sich die Teilnehmenden mit immer radikaleren Parolen überboten. Eine zentrale Rolle spielte der derzeitige Bundesvorsitzende der „Generation Deutschland“, Jean-Pascal Hohm, der sich immer wieder als Wortführer inszenierte und die Menge mit seinen Beiträgen anheizte. Die Inszenierung folgte dabei keinem Zufall, sondern einem gezielten Konzept: Sie sollte eine „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ schaffen, Geschlossenheit und Stärke vermitteln und das ideologische Weltbild der Zielgruppe festigen. Insgesamt nahmen etwas über 400 Personen an der Veranstaltung teil und gaben sich hier ihrer ideologischen Selbstvergewisserung hin. Organisiert wurde das antidemokratische Stelldichein von der AfD-Jugend „Generation Deutschland“. Die Veranstaltung war die erste Großmobilisierung der Organisation und diente als Schaufenster für politische Selbstinszenierung. Allgegenwärtig war dabei auch der ständige Bezug auf die bevorstehenden Landtagswahlen, der mit demonstrativem Selbstbewusstsein verbunden wurde. Die politische Machtübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wurde dabei nicht als Möglichkeit, sondern als bereits feststehende Tatsache inszeniert. Die Lust an der Zerstörung des Bestehenden und der Wunsch nach der Demontage demokratisch gewachsener Institutionen waren in Schwerin weder zu übersehen noch zu überhören. Dabei waren insbesondere die Parolen nahezu durchgehend rassistisch aufgeladen und von der Vorstellung einer völkisch-nationalistischen Vorherrschaft geprägt. Eine Spirale aus Ausgrenzung, Feindbildern und Radikalisierung wurde dabei immer weiter verstärkt. Politische Gegner:innen wurden dabei durchweg abgewertet und ihnen jede Möglichkeit abgesprochen, an der vermeintlich bevorstehenden Umwälzung des Bestehenden noch etwas ändern zu können. Auch die in Schwerin anwesende „Identitäre Bewegung“ dürfte die hier immer wieder angefachte Wut und die geschürten Feindbilder begrüßt haben. Die Vorstellungen der „Identitäre Bewegung“ zielen dabei letztlich auf eine grundlegende gesellschaftliche Umwälzung im Sinne eines neofaschistischen Staatsumbaus. Die AfD kündigten an, den von ihnen ausgerufenen „Tag der Deutschen Jugend“ jährlich an wechselnden Orten fortzusetzen. Für das kommende Jahr ist Niedersachsen vorgesehen. Die Veranstaltung unterstrich erneut die politische Radikalität der AfD-Jugend. Hier gibt es keine erkennbare Abgrenzung oder Unvereinbarkeit gegenüber Akteur:innen der völkischen Rechten bis hin zur Neonazi-Szene. Der „Tag der Deutschen Jugend“ war am Ende mehr als eine einfache Demonstration: Er diente als Bühne für die Vernetzung, Selbstinszenierung und Mobilisierung der extremen Rechten, die sich vor einem bevorstehenden politischen Umbruch wähnt. In Schwerin waren dann auch zahlreiche Organisationen aus dem politischen Vorfeld der AfD, darunter die Identitäre Bewegung sowie Akteur:innen der Neonazi-Szene vertreten. Auch die Vorfeldorganisation „Lukreta“ war vor Ort. Die Gruppe versteht sich als moderne Variante völkisch-nationalistischer Frauenorganisationen und ist dem Umfeld der selbsternannten „Neuen Rechten“ zuzuordnen. Bei so viel völkisch-nationalistischer „Kompetenz“ durfte auch die AfD nicht fehlen. Deren Spitzenkandidat für die anstehende Landtagswahl, Leif-Erik Holm, suchte hier die Nähe zum radikalen Flügel des völkisch-nationalistischen Spektrums.","date":"1 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-01-s/","section":"Fotos","summary":"Schwerin, 01.08.2026: Der „Tag der Deutschen Jugend“ der AfD-Jugend „Generation Deutschland“ war eine Bühne für die Vernetzung und Selbstdarstellung der extremen Rechten, völkisch-nationalistischen Botschaften und autoritären Fantasien.","title":"Generation Deutschland - Tag der Deutschen Jugend"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/identit%C3%A4re-bewegung/","section":"Tags","summary":"","title":"Identitäre Bewegung"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/indoktrinierung-von-kindern/","section":"Tags","summary":"","title":"Indoktrinierung Von Kindern"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/lagerverkauf/","section":"Tags","summary":"","title":"Lagerverkauf"},{"city":"Dortmund","content":"Am 1. August 2026 fand in Dortmund-Dorstfeld ein sogenannter „Lagerverkauf“ der Neonaziszene statt. Dabei boten verschiedene neonazistische Strukturen – darunter Bekleidungsmarken, Verlage und Versandhändler – Restbestände sowie weitere Produkte zum Verkauf an. Ebenfalls vor Ort war der Dortmunder Neonazi Steven Feldmann. Der mehrfach vorbestrafte Neonazi  saß bereits wegen verschiedener Straftaten, darunter Körperverletzungen, in Haft und wurde 2023 erneut zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt, der er sich durch Flucht entzog. Feldmann wurde schließlich im April 2025 in Bulgarien festgenommen und nach Deutschland überstellt, wo er dann auch die verhängte Haftstrafe antrat. Feldmann bleibt auch nach Verurteilung und Haftstrafe Teil des neonazistischen Milieus. Beim \"Lagerverkauf\" zeigte sich dies erneut. Solche Verkaufsveranstaltungen dienen dazu, Lagerbestände kurzfristig zu Geld zu machen und zugleich die Neonazi-Szene mit Kleidung, Publikationen, Propagandamaterial und weiteren einschlägigen Artikeln zu versorgen. Hier geht es aber immer auch darum, insbesondere jüngere Szeneangehörige mit einschlägiger Kleidung und Symbolik auszustatten. Das stärkt Zugehörigkeit und Einbindung in die neonazistische Szene. Zahlreiche Besuchende waren bereits vor dem Einkauf entsprechend ausgestattet und präsentierten ihre Weltanschauung offen. Rassistische Slogans, Verweise auf den Nationalsozialismus und weitere extreme rechte Botschaften waren allgegenwärtig. Mehrere Motive enthielten eindeutige Bezüge zur Waffen-SS. So auch dieses Shirt einer \" National Socialist Black Metal\"  (NSBM)- Band, dessen Gestaltung an die Divisionsabzeichen der Waffen-SS angelehnt war. Um die Mobilisierung und damit den finanziellen Erfolg der Veranstaltung zu steigern, wurde der Lagerverkauf im Vorfeld mit dem Auftritt von Mitgliedern der Neonazi-RechtsRockband Oidoxie beworben. Oidoxie um ihren Sänger Marco Gottschalk (hier im Bild) ist eng mit der militanten Neonaziszene vernetzt und wird unter anderem mit dem in Deutschland verbotenen rechtsterroristischen Netzwerk Combat 18 sowie den \"Brothers of Honour\" in Verbindung gebracht.","date":"1 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-01-d/","section":"Fotos","summary":"Nazi-Merch in Dortmund: Am vergangenen Samstag fand in Dortmund erneut ein sog. ‚Lagerverkauf‘ von Neonazi-Marken statt. Die szeneinterne Attraktivität der Veranstaltung wurde durch einen Auftritt der RechtsRock-Band Oidoxie gesteigert.","title":"Lagerverkauf in Dortmund-Dorstfeld"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/lukreta/","section":"Tags","summary":"","title":"Lukreta"},{"city":"Riesa","content":"Am 01. August fand im sächsischen Riesa das jährliche Sommerfest auf dem Gelände des “Deutsche Stimme” Verlags statt. Eingeladen hatten die Neonazi-Parteien “Die Heimat” (ehemals NPD) und “Freie Sachsen”. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"1 August 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.08.01.-neonazi-sommerfest-in-riesa/","section":"Videos","summary":"Am 01. August fand im sächsischen Riesa das jährliche Sommerfest auf dem Gelände des \"Deutsche Stimme\" Verlags statt. 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August 2026 fand in Riesa ein Sommerfest der Parteien „Die Heimat“ und „Freie Sachsen“ statt. Veranstaltungsort war die Geschäftsstelle des Deutsche Stimme Verlags - der gemeinsamen Parteizeitschrift der Partei \"Die Heimat\" und der \"Freien Sachsen\" Der Ort wird seit Jahren regelmäßig als Veranstaltungsort genutzt. Als Redner:innen waren unter anderem Sascha A. Roßmüller, Peter Schreiber, Lilly Baginski („Anio“) sowie Christian Fische angekündigt. Für die musikalische Begleitung sorgte Frank Rennicker. Bei anhaltendem Regen nahmen rund 200 Personen an der Veranstaltung teil. Unter den Besucher:innen befanden sich auch zahlreiche Familien mit Kindern. Im Verlauf der Veranstaltung kam es zu verbalen Angriffen auf anwesende Journalist:innen. Diese wurden mehrfach bedrängt und beleidigt. Zudem wurde auf die Kameraausrüstung von Pressevertreter:innen eingeschlagen.","date":"1 August 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-01-r/","section":"Fotos","summary":"Am 1. August 2026 fand in Riesa ein Sommerfest der neonazistischen Parteien „Die Heimat“ und „Freie Sachsen“ statt. Die Veranstaltungen dort schaffen Räume für Vernetzung innerhalb der Szene, fördern die Weitergabe der Ideologie an neue Generationen und führen sie an neonazistische Strukturen heran.","title":"Sommerfest von Neonazis in Riesa"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/","section":"Symbole","summary":"","title":"Symbole"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/tag-der-deutschen-jugend/","section":"Tags","summary":"","title":"Tag Der Deutschen Jugend"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/vril/","section":"Symbole","summary":"","title":"Vril"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/waffen-ss/","section":"Tags","summary":"","title":"Waffen-SS"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/antaios-verlag/","section":"Tags","summary":"","title":"Antaios Verlag"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/burschenschaften/","section":"Tags","summary":"","title":"Burschenschaften"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/der-iii.-weg/","section":"Tags","summary":"","title":"Der III. 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Weg in Hilchenbach hinter einem Sichtschutz im Garten des örtlichen Parteibüros ein Sommerfest mit dem Titel »Jugend im Sturm 2026«. Julian Bender vertritt die Partei im Rat der Stadt Hilchenbach. Im verlaufe des Tages fanden Kampfsportwettkämpfe statt. Außerdem wurde Musik von »Wilhelm Kaiser«, »Mjöllnir« und »Nordglanz« dargeboten. Es gab Gäste aus dem Europäischen Ausland. Darunter Tschechien, Litauen, Griechenland, Niederlande und Schweden. Unweit des Parteibüros veranstaltete die Partei einen kleinen Infostand. Allerdings ohne wahrnehmbare Interessierte. Nach Beendigung des Standes fand hier eine Gegenkundgebung statt.","date":"11 Juli 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-07-11-hil/","section":"Fotos","summary":"Am 11.07.2026 veranstaltete der III. Weg in Hilchenbach (NRW) hinter einem Sichtschutz im Garten des örtlichen Parteibüros ein Sommerfest mit dem Titel »Jugend im Sturm 2026«. Auch Teilnehmende aus dem Ausland waren angereist.","title":"Sommerfest des III. Weg in Hilchenbach"},{"city":"Schnellroda","content":"Am 11. und 12. Juli 2026 fand das jährliche Sommerfest des extrem rechten Antaios Verlags in Schnellroda statt. Bis zu 500 Personen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum versammelten sich an dem Wochenende in dem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt. Schnellroda gilt dabei seit Jahren als zentraler Ort der extremen rechten und dem direkten (intellektuellen) Vorfeld der AfD So war es auch nicht überraschen, dass neben Akteur:innen der Identitären Bewegung, Burschenschaftlern, Neonazis auch viele Aktivist:innen und Funktionäre der AfD vor Ort waren. Kritische Berichterstattung durch Journalist:innen war nicht willkommen. Teilnehmende vermummten sich, Kameras wurden abgeschirmt und Journalist:innen versucht, an ihrer Arbeit zu behindern. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem breiten Gegenprotest, welche u.a. eine Kundgebung mit mehreren hundert Teilnehmenden organisierte.","date":"11 Juli 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-07-11-s/","section":"Fotos","summary":"Am 11. Juli fand das sogenannte Sommerfest des Antaios-Verlags in Schnellroda statt. Mehrere hundert Teilnehmende aus dem Spektrum der extremen Rechten kamen hier zusammen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gewinnt die dortige Vernetzung und Einflussnahme auf die politisch-strategische Ausrichtung der AfD zusätzlich an Bedeutung.","title":"Sommerfest in Schnellroda"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/wilhelm-kaiser/","section":"Tags","summary":"","title":"Wilhelm Kaiser"},{"city":"Brettorf","content":"Extrem rechtes Sommerfest: Am 13. Juni 2026 lud die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ zum „Sturmfest“. Hier, zwischen Schaumwein und politischen Parolen traf sich der AfD-Nachwuchs mit Gästen vom New York Young Republican Club. Auch das GD-Landesvorstandsmitglied Felix Wolf war beim „Sturmfest“ vor Ort. Unter dem Pseudonym „WolfDesNordens“ verbreitet er ansonsten antisemitische und verschwörungsideologische Erzählungen in den Sozialen Medien. Da war es nicht verwunderlich, dass auch die AfD-Kandidatin für die niedersächsische Kommunalwahl, Miriam Alexandra Tanski, (nicht im Bild) vor Ort war. Unter einem Pseudonym verbreitet sie seit langem rassistische, antisemitische und neonazistische Inhalte - zudem verherrlichte sie die, als kriminelle Vereinigung verbotene Neonazi-Band „Landser“. Ebenfalls dabei: GD-Bundesvorstandsmitglied Julia Gehrckens (nicht im Bild, sonderrn auf Bildnummer 121). Sie war zuletzt wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen in die Schlagzeilen geraten. Dass auch sie in Brettorf mitfeierte, macht deutlich, was das „Sturmfest“ im Grunde ist: kein harmloses Sommerfest, sondern ein Knotenpunkt der extremen Rechten. Zu den Gästen gehörten auch Nathaniel Bikhman und Steven Margolis - Führungsfiguren vom New York Young Republican Club. Das „Sturmfest“ wurde somit auch zur Bühne für die transatlantische Vernetzung der AfD-Jugend. Bemerkenswert ist dabei vor allem, mit wem die jungen Republikaner aus den USA den Schulterschluss suchen: eben mit der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“. Treffen wie diese sind Bausteine für den transatlantischen Austausch von Strategien, Kontakten und politischer Unterstützung in diesem Netzwerk. Beim „Sturmfest“ versammelt sich ein politisch einschlägiges Publikum: GD-Funktionäre mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen, Aktivisten mit Kontakten in militante Neonazi-Strukturen, Verbindungen zur Partei „Die Heimat“ und den „Freien Sachsen“, und eben junge US-Republicans. Ebenfalls vor Ort war beispielsweise der GD-Aktivist Markus Pruss (nicht im Bild). Er steht exemplarisch für die Netzwerke, die über die AfD hinausreichen: So vernetzt sich Pruss bei anderer Gelegenheit schon mal mit militanten Neonazis. Im November 2025 saß er beispielsweise beim Netzwerktag der Neonazi-Parteien „Die Heimat“ und „Freien Sachsen“ in Altenburg auf dem Podium Die AfD-Jugend „Generation Deutschland“ bewegt sich längst nicht mehr in einem abgeschotteten politischen Milieu. Längst bestehen über persönliche Kontakte hinaus,  Brücken und Netzwerke bis tief in militante Neonazi-Strukturen hinein.","date":"13 Juni 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-06-13/","section":"Fotos","summary":"13.06.2026: Sturmfest der AfD-Jugend in Brettorf","title":"«Sturmfest» der AfD-Jugend Niedersachsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/brettorf/","section":"Orte","summary":"","title":"Brettorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/generation-deutschland/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Generation-Deutschland"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/new-york-young-republican-club/","section":"Tags","summary":"","title":"New York Young Republican Club"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/niedersachsen/","section":"Tags","summary":"","title":"Niedersachsen"},{"city":"Dortmund","content":"Am 05. Juni 2026 versammelte die AfD ihre Anhänger:innenschaft zu einer Kundgebung in Dortmund. Dass die Grenzen der AfD nach ganz rechts außen längst verschwimmen, zeigte auch die Teilnahme von Mitgliedern der Neonazi-Gruppierung „Junge Nationalisten“ (Nicht im Bild). Auffällig war der offene und vertraut wirkende Umgang der „Generation Deutschland“ mit Mitgliedern der Neonazi-Gruppierung – von Distanz keine Spur. Bei der Mobilisierung inszenierte sich die AfD als vermeintliche „Arbeiterpartei“ – obwohl zentrale Positionen der Partei Forderungen vertreten, die den Interessen vieler Arbeitnehmer:innen entgegenstehen. Die arbeitsmarktpolitische Botschaft der AfD setzt vielfach auf rassistische Schuldzuweisungen und das Ausspielen von Arbeitnehmer:innen gegeneinander. Die Veranstaltung endete schließlich mit zahlreichen Gruppenbildern und dem gemeinsamen Absingen der deutschen Nationalhymne. Adressatin der AfD-Kundgebung war die derzeitige Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, die zu einem Termin in Dortmund weilte. Auffällig war nicht nur die starke Präsenz von Aktivist:innen der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ bei der Veranstaltung. Ins Auge fiel vor allem die starke Präsenz eines Milieus, das sich hinter der Gruppierung „Russlanddeutsche für die AfD“ versammelte. Russlanddeutsche gelten für die AfD als politisch besonders umworbene Ziel- und Wählergruppe. Fahne der sogenannten «Wolgadeutschen» - Nachkommen deutscher Einwanderer, die im 18. Jahrhundert im Russischen Reich an der unteren Wolga ansässig wurden. Die AfD spricht diese Wähler:innengruppe seit Jahren gezielt an – unter anderem über russischsprachige Netzwerke, Veranstaltungen und spezifische Wahlkampfbotschaften. Konservative Wertvorstellungen, das Gefühl mangelnder politischer Repräsentation sowie die gezielte Ansprache tragen dazu bei, dass die AfD in Teilen der russlanddeutschen Wähler:innenschaft überdurchschnittliche Unterstützung erfährt. Nationalfahnen und Anspielungen auf eine Symbolik aus dem extrem rechten bis hin zum neonazistischen Spektrum prägten das Erscheinungsbild in Dortmund.","date":"5 Juni 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-06-05/","section":"Fotos","summary":"Am 05. Juni 2026 rief die AfD zu einer Kundgebung in Dortmund auf, Adressatin war die derzeitige Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, die zu einem Termin in Dortmund weilte. 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Die Zielgruppe dieser Veranstaltung waren erneut vor allem Jugendliche, um sie an die Szene zu binden und ihnen durch die dargebotene neonazistische Erlebniswelt den Einstieg und die Bindung an die Szene nahezubringen.","title":"\"Offener Abend\" in Dortmund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/schwarz-wei%C3%9F-rot/","section":"Tags","summary":"","title":"Schwarz-Weiß-Rot"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 01. Mai 2026 rief die NPD in Braunschweig zu ihrem Aufmarsch auf. Die Kleinstpartei gründete sich 2023 neu, nachdem sich die ursprüngliche NPD in \"Die Heimat\" umbenannt hatte. Gerade einmal knapp 40 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet folgten dem Aufruf nach Braunschweig. Maßgeblich Organisiert wurde die Veranstaltung durch den Hamburger Neonazi Lennart Schwarzbach, welcher auf die Infrastruktur des ehemaligen \"Die Rechte\" Landesverbandes aus Niedersachsen zurückgreifen konnte. 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Auch der Neonazi-Kader Sven Skoda, der JN-Bundesvorsitzende Sebastian Weigler und „Influencerin“ Lilly Baginski (Anio) waren mit Redebeiträgen vertreten. Letztere soll als JN-Aktivistin insbesondere junge Menschen ansprechen und wird gezielt von der Partei aus Gesicht genutzt, um auch in den sozialen Medien ihre Ideologie zu propagieren. Mehrere Tausend Menschen beteiligten sich am Gegenprotest in der Essener Innenstadt, während Neonazis ihre Versammlung teils frühzeitig in Kleingruppen wieder verließen. Verspätet und schwach besucht: Am 1. Mai 2026 mobilisierte die neonazistische Partei „Die Heimat“ (ehemals NPD) bundesweit zu einer Demonstration in Essen. Angemeldet waren 500 Teilnehmende, tatsächlich erschienen nur rund 250 Neonazis am Hirschlandplatz. Es sollte ein Höhepunkt des von der Partei ausgerufenen „Kampfjahres“ werden, das Mobilisierungspotenzial der Szene wirkt jedoch erschöpft: Auch im Vergleich zu größeren 1.-Mai-Aufmärschen in den Vorjahren bleibt die Essener Veranstaltung klein und hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Bereits am Morgen der Veranstaltung rückte die Polizei in Dortmund-Dorstfeld an: In der Thusneldastraße wurden zahlreiche Reichsflaggen sowie ein Banner mit der Aufschrift „1. Mai seit 1933 arbeitsfrei“ aufgehängt. Ein Großteil der Fahnen wurde in einer Maßnahme beschlagnahmt, dabei soll ein Gegenstand aus einem oberen Fenster des Hauses geworfen worden sein. Bevor es deshalb zu einer Durchsuchung des Gebäudes kam, stellte sich der Dortmunder Neonazi-Aktivist Niklas Busch und wurde vor Ort in Gewahrsam genommen. Auch weitere Anreisende aus Dortmund steckten in Altenessen in einer Maßnahme fest, sodass sie erst mit mehreren Stunden Verspätung die Versammlungsfläche erreichten. Die geplante Demonstration startete deshalb knapp drei Stunden später als geplant, die anwesenden Teilnehmenden durften zuvor sichtlich abgeschlagen in der Sonne ausharren und versuchten immer wieder, Pressevertreter:innen von der Versammlungsfläche zu vertreiben.","date":"1 Mai 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-05-01-e/","section":"Fotos","summary":"Am 1. Mai 2026 mobilisierte die neonazistische Partei „Die Heimat“ (ehemals NPD) bundesweit zu einer Demonstration in Essen. Es sollte ein Höhepunkt des von der Partei ausgerufenen „Kampfjahres“ werden, das Mobilisierungspotenzial der Szene wirkte jedoch erschöpft.","title":"Inszenierung statt Arbeitskampf - Neonazis am 1. Mai in Essen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/jn/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Jn"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/neo-npd/","section":"Tags","summary":"","title":"Neo-NPD"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/npd/","section":"Tags","summary":"","title":"NPD"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/tag-der-deutschen-arbeit/","section":"Tags","summary":"","title":"Tag Der Deutschen Arbeit"},{"city":"Brettorf","content":"Neben den stimmberechtigen Mitgliedern aus Niedersachsen reisten auch einzelne Gäste aus anderen Landesverbänden an. Als Vertreter des Bundesvorstandes war Kay Gottschalk (nicht im Bild) vor Ort und hielt ein Grußwort. Der AfD-Landesparteitag Niedersachsen fand am 25. April 2026 in Brettorf (Gemeinde Dötlingen, Landkreis Oldenburg) statt. An dem Delegiertenparteitag nahmen rund 150 Delegierte teil. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl des Landesvorstands. Außerdem wurden Delegierte für den Bundeskonvent und weitere Parteigremien bestimmt. Ansgar Schledde wurde mit rund 95 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt. Auch die übrige Parteiführung erhielt deutliche Mehrheiten. Der Parteitag stand im Vorfeld unter dem Eindruck innerparteilicher Konflikte. Kritiker:innen hatten in sogenannten Brandbriefen Vorwürfe gegen die Landesführung um Schledde erhoben. Schledde und seinen Unterstützer:innen wird aus den eigenen Reihen vor allem Vetternwirtschaft, mangelnde Transparenz und die Bildung informeller, geheimer Machtstrukturen vorgeworfen - ein \"geheimer Machtzirkel\" innerhalb der AfD in Niedersachsen. Diesen und weiteren Vorwürfen begegnen die Beschuldigten vor allem damit, alle Anschuldigungen weit von sich zu weisen - ohne weitere inhaltliche Auseinandersetzung. Weitere Kontroversen ergaben sich durch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Untreue-Vorwürfen und möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz gegen mehrere AfD-Politiker und Mitarbeiter:innen.","date":"25 April 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-04-25-b/","section":"Fotos","summary":"Am 25.04.2026 fand in Brettorf der Landesparteitag der AfD Niedersachsen statt. Der Landesverband war zuletzt vor allem durch innere Machtkämpfe und Vorwürfe von Vetternwirtschaft und mangelhafter Transparenz in Erscheinung getreten.","title":"Landesparteitag der AfD Niedersachsen in Brettorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/parteitag/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Parteitag"},{"city":"","content":" Tafeltext 24.04.2026 (2026-04-24, 024.jpg) #Nach dem Verbot der militanten Neonazigruppe “Combat 18” kam es wiederholt zu Versuchen, ihre Strukturen im Untergrund fortzuführen, sich in veränderter Form neu zu organisieren oder neue Strukturen mit direktem Bezug zu gründen. Aus diesem Umfeld ging unter anderem die Gruppierung “Brothers of Honour” (B\u0026H) hervor, die sich in Auftreten und Habitus an sogenannten “Bruderschaften” orientiert. Diese Neonazigruppen übernehmen bewusst Erscheinungsformen von Rockergruppierungen, etwa durch das Tragen von Kutten und Patches, um sowohl Zugehörigkeit als auch Abschottung nach außen zu demonstrieren. Zentrale Bedeutung haben dabei Zahlencodes wie “28”, der innerhalb der Szene für den zweiten und achten Buchstaben des Alphabets steht und somit auf “Blood \u0026 Honour” verweist - jenes Netzwerk, dem auch “Combat 18” zugerechnet wird. Die Kombination “28 FF 28” ist direkt aus dem Rockermilieu entlehnt und bedeutet “B\u0026H Forever - Forever B\u0026H”. Solche Codes fungieren als Ersatz für verbotene Organisationsnamen und schaffen zugleich eine symbolische Kontinuität. Auch Parolen und Schriftzüge werden in diesem Kontext genutzt. Der Slogan “Whatever it Takes” gilt innerhalb der Szene als Bekenntnis zu “Combat 18” und ist zugleich der Titel einer inoffiziellen Hymne der Organisation. In Verbindung mit weiteren einschlägigen Symbolen kann dieser Schriftzug als Ersatz für verbotene Kennzeichen fungieren. Ähnlich verhält es sich mit dem Ausdruck “No Remorse” (“Keine Reue”), der nicht nur als Parole verwendet wird, sondern auch auf eine britische Rechtsrock-Band verweist, die zu den Mitbegründern des “Blood \u0026 Honour”-Netzwerks gehörte.","date":"24 April 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/brothers-of-honour/","section":"Dossier","summary":"Nach dem Verbot der militanten Neonazigruppe \"Combat 18\" kam es wiederholt zu Versuchen, ihre Strukturen im Untergrund fortzuführen, sich in veränderter Form neu zu organisieren oder neue Strukturen mit direktem Bezug zu gründen.","title":"Brothers of Honour"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/brothers-of-honour/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Brothers-of-Honour"},{"city":"Dortmund","content":"Am 24. April fand im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld erneut ein Treffen der Neonazi-Szene statt. Die sogenannten „Offenen Abende“ dienen als Rekrutierungsplattform für Interessierte und sollen zugleich die lokale Szene vernetzen. Dies verweist einerseits auf die Akzeptanz der „offenen Treffen“ auch durch etablierte Akteure der Szene. Andererseits ist die Beteiligung vor dem Hintergrund einer für den 1. Mai in Essen geplanten Demonstration zu sehen, für deren Organisation und Mobilisierung die lokale Szene auf die Unterstützung erfahrener Kader angewiesen zu sein scheint. Darüber hinaus sollen hier neue Personen schrittweise und langfristig in den neonazistischen Sozialraum eingebunden werden. Dies geschieht über persönliche Kontakte, regelmäßige Begegnungen und eine gezielte soziale Einbindung in die Strukturen. Vor Ort war mit Marco Gottschalk auch eine Führungsfigur der am 23. Januar 2020 verbotenen neonazistischen Organisation „Combat 18“ (C18). Der Name steht für „Combat 18“ – der Zahlencode ist eine Anspielung auf „Adolf Hitler“. Gottschalk gehörte zum Zeitpunkt des Verbots zu den führenden Mitgliedern der schwedischen Sektion \nda er auch zeitweise in Schweden wohnhaft war. Die Strategie der „Offenen Abende“, insbesondere zur Ansprache von Jugendlichen und potenziellen Unterstützenden, hat der lokalen Szene in den vergangenen Monaten dazu verholfen, neue Personen an ihre Strukturen heranzuführen. Die Treffen finden dabei im zweiwöchigen Rhythmus statt und werden abwechselnd auch in Essen durchgeführt. Zuletzt ist die Zahl neuer Teilnehmenden bei den Treffen zurückgegangen. Dafür lassen sich mehrere Gründe benennen: Zum einen führten interne disziplinarische Maßnahmen, insbesondere gegenüber Jugendlichen, zu Spannungen innerhalb der Szene. Die internen Gewaltandrohungen wurden nicht durchweg positiv aufgenommen, was dazu führte, dass sich einzelne Jugendliche wieder zurückzogen. Zum anderen erschweren anti-neonazistische Proteste sowie eine erhöhte Polizeipräsenz die Teilnahme für neue Interessierte. Die Treffen stehen dadurch stärker im öffentlichen Fokus, sodass eine unauffällige Teilnahme zunehmend schwieriger wird. Diese Faktoren erhöhen die Hürden insbesondere bei den „Offenen Abenden“, auch wenn der Szene weiterhin andere Zugangswege zur Verfügung stehen. Personen, insbesondere Jugendliche, die trotz der Hürden weiterhin an den Treffen teilnehmen, werden zunehmend fest in die neonazistischen Strukturen eingebunden. Bei einzelnen verfestigt sich dabei eine ideologische Ausrichtung, die sich klar an  nationalsozialistischen Positionen orientiert. Damit entsteht in der Region ein Milieu, aus dem sich potenziell eine neue Generation  radikalisierter Akteure entwickeln kann. 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Vor Ort waren auch ehemalige Aktivisten der verbotenen Gruppe „Combat 18“.","title":"Militant Neonazi-Youth beim \"Offenen Abend\" in Dortmund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/sa/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Sa"},{"city":"","content":" Tafeltext 24.04.2026 (2026-04-24, 013.jpg) #In der Neonaziszene spielen versteckte Zeichen eine zentrale Rolle, um Ideologie zu vermitteln, ohne sofort strafrechtlich aufzufallen. Da die offene Verwendung von NS-Symbolik in vielen Ländern verboten ist, greifen Szeneangehörige auf Codes, Zahlenkombinationen, stilisierte Darstellungen oder historisch anmutende Anspielungen zurück, die für Eingeweihte eindeutig, für Außenstehende jedoch oft schwer zu erkennen sind. Diese Formen der indirekten Kommunikation - auch als Dogwhistle bekannt - dienen sowohl der Abgrenzung als auch der gegenseitigen Identifikation innerhalb der Szene. Ein Beispiel dafür sind Darstellungen mit Bezug zur sogenannten SA: Die “Sturmabteilung’ war eine paramilitärische Organisation der NSDAP, die vor allem in den frühen Jahren des Nationalsozialismus durch Gewalt gegen politische Gegner auffiel und eine wichtige Rolle beim Machtaufstieg spielte. Da direkte Bezüge und Symbole der SA heute verboten sind, werden sie in der Szene oft durch abgewandelte Uniformelemente, Farbgebungen (etwa Braunhemden-Anspielungen) oder symbolische Motive ersetzt, die für Eingeweihte klar auf die historische Organisation verweisen, ohne das Verbot offen zu verletzen. Die Verwendung der Jahreszahl 1933 - dem Jahr der nationalsozialistischen Machtübernahme - macht den Bezug zusätzlich unmissverständlich. Für Außenstehende wirkt dies möglicherweise wie ein historischer Verweis, innerhalb der Szene jedoch verstärkt es die ideologische Aussage und lässt keinen Zweifel worauf angespielt wird.","date":"24 April 2026","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/sa/","section":"Dossier","summary":"In der Neonaziszene spielen versteckte Zeichen eine zentrale Rolle, um Ideologie zu vermitteln, ohne sofort strafrechtlich aufzufallen.","title":"SA"},{"city":"Essen","content":"Am 10.04.2026 fand in Essen-Kray erneut ein “Offener Abend” der lokalen Neonaziszene statt - inklusive Demonstrationszug der neonazistischen Jugend durch die nächtliche Stadt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"10 April 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.04.30.-die-stadt-essen-bei-nacht-neonazis-im-strukturaufbau/","section":"Videos","summary":"Am 10.04.2026 fand in Essen-Kray erneut ein \"Offener Abend\" der lokalen Neonaziszene statt - inklusive Demonstrationszug der neonazistischen Jugend durch die nächtliche Stadt.","title":"Die Stadt Essen bei Nacht: Neonazis im Strukturaufbau"},{"city":"Essen","content":"Am 10. April fand in Essen-Kray erneut eine Demonstration der Neonaziszene aus NRW statt. Diese finden etwa im 2-Wochen-Rhythmus abwechselnd dort und in Dortmund-Dorstfeld statt und dienen vor allem der Anwerbung und Bindung von potentiellen neuen Mitgliedern. In diesem Jahr findet auch die bundesweite Mobilisierung zur klassischen 1.Mai-Demonstration der Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation „Junge Nationalisten“ zu einer Demonstration nach Essen statt. Mit dem Slogan \"1.Mai - seit 1933 arbeitsfrei\" wird sich explizit in Tradition des historischen Nationalsozialismus gesetzt und auch der jüngste Nachwuchs auf die Verherrlichung dessen eingeschworen. Hier am 10. April durfte die Partei überraschenderweise die Räumlichkeiten der Parteizentrale der Partei \"Die Heimat\" wieder für ihre Veranstaltung nutzen - augenscheinlich aufgrund eines \"Fehlers\" der örtlichen Polizeibehörden. Eigentlich war deren Nutzung von Ordnungsbehörden untersagt worden. Einige Tage später war die Nutzungsuntersagung dann auch gerichtlich offiziell aufgehoben worden. Warum sie die Räumlichkeiten vorher schon nutzen durften, ist fragwürdig - ebenso ob dies Konsequenzen für die örtliche Polizeiführung hat.","date":"10 April 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-04-10-e/","section":"Fotos","summary":"Die Stadt Essen bei Nacht:\nIn Essen mobilisiert die Neonaziszene für eine Demonstration am 1. Mai. Der geplante Aufzug ist Teil einer seit Monaten laufenden Strategie mit dem Ziel, sich dauerhaft im Stadtraum zu verankern.","title":"Essen bei Nacht - Neonazidemonstration in Essen"},{"city":"","content":"Entsprechend groß war der Anteil an Teilnehmenden aus genau diesem Milieu – ein Hinweis darauf, wie gezielt und erfolgreich Helferich mit der Veranstaltung diese Zielgruppe ansprach. Die Veranstaltung zeigt exemplarisch, wie sich AfD, ihr Vorfeld der Neuen Rechten und Teile der klassischen Neonaziszene bei Themen wie Russlandpolitik überschneiden – weitestgehend abseits des öffentlichen Radars. Am 8. April 2026 fand in Dortmund auf Einladung des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eine Veranstaltung zur \"deutsch-russischen Beziehungsarbeit\" statt. Dass die AfD und Teile des Neonazi-Milieus enger zusammenrücken, ist längst kein Geheimnis mehr. Die behauptete Unvereinbarkeit erweist sich mancherorts bestenfalls als bloßes Lippenbekenntnis für die Öffentlichkeit. Einen solchen Schulterschluss konnte man im April auch in Dortmund beobachten. Bei einer internen Veranstaltung in den Räumlichkeiten des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich kamen Gleichgesinnte aus AfD, Neonazi-Milieu und der  selbsternannten \"Neuen Rechten\" zusammen. Helferich, der sich selbst als „freundliches Gesicht des Nationalsozialismus“ bezeichnete, bot dafür den passenden Rahmen. Unter den Teilnehmenden fanden sich auch Personen, die eher der klassischen Neonaziszene zuzuordnen sind. Mit dabei: der Rechtsanwalt Björn Clemens, der in den vergangenen Jahren vor allem im Umfeld der extrem rechten Strategieschmiede \"Metapol\" in Erscheinung trat und wiederholt neonazistische Akteur:innen vor Gericht verteidigt hat. Im Zentrum der Veranstaltung stand der Versuch, die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sowie zur sog. russlanddeutschen Community zu stärken. Russlanddeutsche gelten als eine wahlpolitisch bedeutsame Gruppe, um die verschiedene rechte Akteure – allen voran die AfD – gezielt werben.","date":"8 April 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-04-08-d/","section":"Fotos","summary":"Am 8. April 2026 fand in Dortmund auf Einladung des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich eine Veranstaltung zur \"deutsch-russischen Beziehungsarbeit\" statt.","title":"Russisch-Deutsche Beziehungsarbeit: Wo AfD-Mitglieder Kontakte ins Neonazi-Milieu pflegen"},{"city":"Brettorf","content":"Die Anwesenheit vor Gehrkens ist keineswegs selbstverständlich– um sie bestanden im Vorfeld einige Konflikte und Vorbehalte im Landesverband - zuletzt auch wegen rassistischer Statements ihrerseits. Ihre Anwesenheit zeigt wie unbeeindruckt die \"Generation Deutschland\" mit offenen Rassismus umgeht. Unter den Teilnehmenden befanden sich auch augenscheinlich minderjährige Personen. Einige Teilnehmenden waren das erste Mal in Brettorf – die Veranstaltung bot trotz der abgeschiedenen Lage einen niedrigschwelligen Einstieg für vor allem junge Personen. Seit vielen Monaten formiert sich in Brettorf ein breites Bündnis gegen die Aktivitäten im \"Schützenhof\", bei allen Veranstaltungen findet Gegenprotest statt – so auch heute. Am 02. April fand in Brettorf (Gemeinde Dötlingen) ein sogenannter \"Jugendstammtisch\" des niedersächsischen Landesverbands der \"Generation Deutschland\" statt. Für diese Veranstaltung, die von Teilnehmenden vor allem als \"Grillen, Zigarre rauchen und Bier trinken\" entpolitisiert wurde, reisten ca. 60 Personen aus dem gesamten Landesgebiet an. Diese Einordnung als \"unpolitisches Beisammensein\" greift jedoch zu kurz, sie wirkt vielmehr wie ein Lippenbekenntnis. Tatsächlich handelte es sich um eine klar politisch geprägte Veranstaltung, die darauf abzielte, Interessierte und Mitglieder gezielt an die Jugendorganisation zu binden. Nicht alle wollten gesehen werden: Einige der Teilnehmenden liefen große Umwege um den sog. \"Schützenhof\" herum, um der Dokumentation zu entgehen. Der \"Schützenhof\" ist seit dem letzten Jahr Ort der Landesgeschäftsstelle der AfD in Niedersachsen. Bereits vorher fanden im Schützenhof in Brettorf Veranstaltungen der AfD Niedersachsen und ihrer vorherigen Jugendorganisation \"Junge Alternative\" statt. Doch auch die militante Neonaziszene nutzte die Räumlichkeiten bereits mehrfach. So fanden in der Vergangenheit dort Schulungen der neonazistischen Organisation \"Metapol\" statt, deren Mitglieder sich aus ehemalige Aktivist:innen der Neonazigruppe \"Junge Nationalisten\" (JN) rekrutieren. Gelockt wurden die Teilnehmenden vordergründig vor allem durch ein gemeinsames Grillen im Hinterhof und den Konsum von Alkohol in nicht geringen Mengen. Dahinter steckt jedoch ein strategisches Konzept: Die Treffen dienen dazu, Interessierte behutsam an die extrem rechten Strukturen heranzuführen, Kontakte zu knüpfen und (persönliche) Bindung aufzubauen - harte politische Inhalte werden dabei geschickt verpackt. Die Führungskader der \"Generation Deutschland\", darunter der Landesvorsitzende Michael Fehre, brachten dazu große Mengen an Alkohol und wie Fehre mitteilte auch \"Zigarren\" mit zur Veranstaltung. Die Veranstaltung war im Vorfeld nicht nur lokal, sondern landesweit beworben worden: es waren auch Teilnehmende unter anderem aus den Kreisverbänden Ems-Vechte, Ammerland, Hannover und Göttingen und Harburg sowie auch aus Nordrhein-Westfalen vor Ort. Auch große Teile des Landesvorstands -  und mit Julia Gehrckens und Reinhild Goes zwei Personen aus dem Bundesvorstand  - waren in Brettorf zugegen.","date":"2 April 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-04-02-b/","section":"Fotos","summary":"Einstieg über den Stammtisch: In Brettorf fand Anfang April ein „Stammtisch“ der niedersächsischen AfD-Jugend „Generation Deutschland“ statt. Ein bewusst niedrigschwelliges Rekrutierungsformat mit dem hier politische Sozialisation betrieben wird.","title":"Jugendstammtisch der \"Generation Deutschland\" in Brettorf (NDS)"},{"city":"Timmendorfer Strand","content":"Im April 2026 strandete ein Buckelwal auf einer Sandbank - und seine Rettung wurde vom rechten Influencer Danny Hilse instrumentalisiert - er inszenierte sich als großer Retter. Eine kurze Einordnung zu seiner politischen Agenda.\nAuf archive.org ansehen","date":"1 April 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.04.28.-der-rechte-influencer-und-das-meer.-eine-kurze-einordnung-zu-danny-h/","section":"Videos","summary":"Im April 2026 strandete ein Buckelwal auf einer Sandbank - und seine Rettung wurde vom rechten Influencer Danny Hilse instrumentalisiert - er inszenierte sich als großer Retter. Eine kurze Einordnung zu seiner politischen Agenda.","title":"Der Rechte Influencer Und Das Meer. Eine Kurze Einordnung Zu Danny Hilse"},{"city":"St. Andreasberg","content":"Am Wochenende des 21. März 2026 fand in St. Andreasberg im niedersächsischen Harz ein “Gemeinschaftstag” der “Jungen Nationalisten” statt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"21 März 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.04.21.-brauner-aufbau-neonazistische-nachwuchsarbeit-bei-der-jn-im-harz/","section":"Videos","summary":"Am Wochenende des 21. März 2026 fand in St. Andreasberg im niedersächsischen Harz ein \"Gemeinschaftstag\" der \"Jungen Nationalisten\" statt.","title":"Brauner Aufbau - Neonazistische Nachwuchsarbeit bei der JN im Harz"},{"city":"Berlin","content":"Dafür führten sie interne Auseinandersetzungen, bauten Netzwerke auf und stellten ihre politische Erfahrung, organisatorische Routine und strategische Vernetzung in den Dienst dieser Idee. Dass die Berliner Veranstaltung in puncto Mobilisierung scheiterte, ist auch deshalb bemerkenswert, weil ihr Thema bewusst übergreifend angelegt war. Es richtete sich an die gesamte Szene und war keineswegs lokal begrenzt: Im Zentrum standen die sogenannten \"politischen Gefangenen\", also jene Neonazis, Holocaustleugner:innen und Gewalttäter:innen, die aufgrund ihrer Überzeugungen in Haft sitzen. Ein klassisches, szeneübergreifendes Mobilisierungsthema – doch selbst dieses vermochte es nicht, die bundesweiten Strukturen zur Teilnahme zu bewegen. Am Ende blieb es bei einem kleinen Kreis, vor allem aus lokalen Berliner Akteur:innen, die das Erscheinungsbild der Demonstration prägten. Auffällig war zudem, dass insbesondere jüngere Neonazis präsent waren – eine nachrückende Generation, die augenscheinlich weniger aus inhaltlicher Motivation als vielmehr wegen des Eventcharakters auf der Straße stand. Es verdichtet sich der Eindruck: Die alten Kader, die über Jahre hinweg die Geschicke der bundesweiten Neonaziszene zumindest teilweise mitbestimmten und bis heute in Teilen der Öffentlichkeit als Integrationsfiguren gelten, haben ihre prägende Rolle weitgehend verloren. Auch der Umstand, dass Christian Worch im Rahmen der Veranstaltung seinen 70. Geburtstag beging, konnte daran nichts ändern. Zugleich wirft die Demonstration ein Schlaglicht auf das politische Koordinatensystem der Szene insgesamt. Der Zusammenhalt einer Bewegung zeigt sich nicht zuletzt im Umgang mit jenen, die in Haft sitzen. Doch gerade hier offenbarte sich eine Leerstelle: Die Szene mobilisierte kaum für ihre eigenen Inhaftierten. Der vielbeschworene Zusammenhalt, die \"Kameradschaft\" – wirkt zunehmend wie eine Floskel, eine Worthülse vom abendlichen Stammtisch. Etwas, das man sich gegenseitig zuraunt, wenn man beim Bier zusammensitzt. Am 14. März 2026 fand in Berlin eine Demonstration der Neonaziszene statt, die tiefen Einblick in den aktuellen Zustand der bundesweiten Neonaziszene gibt. Aufschlussreich war sie nicht wegen ihres Anlasses oder der vorgetragenen Inhalte, sondern wegen der Begleitumstände – genauer: der strukturellen Hintergründe und des sichtbar schlechten Ergebnisses der Mobilisierung, insbesondere angesichts der angenommenen Wichtigkeit der Organisator:innen. Denn organisiert wurde die Veranstaltung von einem Kreis, der über Jahre hinweg zu den wichtigsten Hintergrundfunktionären der deutschsprachigen Neonaziszene zählte. Gerade vor diesem Hintergrund fällt das Fazit deutlich aus: Gemessen an Thema (\"Freiheit für alle politischen Gefangenen\") und organisatorischer Erfahrung blieb die Zahl der Unterstützer:innen marginal – die Veranstaltung war also alles andere als ein Erfolg. Umso bemerkenswerter ist, dass dieses offensichtliche Scheitern kaum Aufsehen erregte. Dabei kommt diese Entwicklung nicht aus dem Nichts. Seit Jahren ist ein schleichender Bedeutungsverlust bestimmter Führungskader zu beobachten. Figuren wie Christian Worch reisen inzwischen vor allem zu Kleinstveranstaltungen durch die Republik, engagierten sich in Projekten wie der mittlerweile selbstaufgelösten Partei \"Die Rechte\" oder Splittergruppen, die versuchen, die \"alte NPD\" weiterzuführen, nachdem diese sich 2024 (in großen Teilen) in \"Die Heimat\" umbenannt hatte. Auch andere langjährige Funktionäre wie Thomas Wulff oder der Bremer Neonazifunktionär Henrik Ostendorf, der in Berlin als Anmelder auftrat, sind zuletzt deutlich in den Hintergrund gerückt. Ihr Einfluss ist geschwunden, ihr Wort hat in der Szene an Gewicht verloren. Gerade diese Akteure gehörten über Jahrzehnte zu jenen, die versuchten, die zersplitterte Neonaziszene – geprägt von Kleinstgruppen und konkurrierenden Parteien – in übergeordnete Strukturen zu überführen. Ihr Ziel war eine geeinte Bewegung.","date":"14 März 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-03-14-b/","section":"Fotos","summary":"Mitte März mobilisierte die Neonaziszene für die Freilassung verurteilter Rechtsextremer und Holocaustleugner:innen – darunter auch Personen aus dem Umfeld des rechtsterroristischen NSU. Der Mobilisierungserfolg blieb jedoch weitgehend aus.","title":"Alte Kader, leere Straßen: Demonstration von Neonazis in Berlin"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/berlin/","section":"Orte","summary":"","title":"Berlin"},{"city":"Essen","content":"Rechtsrock fungiert damit nicht nur als Begleiterscheinung, sondern als integraler Bestandteil der Szene – als ideologische Begleitmusik, in der die Vernichtung politischer Gegner und als \"unwert\" definierter Menschen propagiert wird. Zugleich wirkt er als niedrigschwelliger Zugang und kulturelles Bindeglied, über das insbesondere junge Menschen an extrem rechte Ideologie herangeführt und langfristig indoktriniert werden. Am 13.03.2026 versammelten sich in Essen-Kray erneut die \"üblichen Verdächtigen\" der neonazistischen Szene zu einer Kundgebung. Nachdem in den vergangenen Monaten vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene für entsprechende Aufmärsche im Ruhrgebiet mobilisiert werden konnten, deutet sich inzwischen ein Rückgang an. Der zuvor erkennbare Zulauf scheint seinen Höhepunkt überschritten zu haben. Das Mobilisierungsreservoir der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" wirkt zunehmend erschöpft. In Nordrhein-Westfalen tritt deren Ableger bevorzugt unter dem Namen \"Heimatjugend\" auf – eine der zahlreichen bewussten und nicht sonderlich versteckten Anlehnungen, die an den historischen Nationalsozialismus und seine \"Hitlerjugend\" (HJ) erinnert. Zwar bleibt die Szene im Ruhrgebiet weiterhin in der Lage, etwa im Zwei-Wochen-Rhythmus Versammlungen zu organisieren. Gleichzeitig tragen interne Schwächen, autoritäres Auftreten von Führungspersonen und disziplinierende Praktiken dazu bei, dass die Strukturen für viele an Attraktivität verlieren. Um den Rückgang an Aktivist:innen und Interessierten zu kompensieren, soll die bundesweite Demonstration der Partei \"Die Heimat\" am 01. Mai in diesem Jahr ebenfalls in Essen stattfinden. Ein zentrales Element dieser Veranstaltungen ist neben Redebeiträgen der Einsatz von Rechtsrock zur Ergänzung der \"Erlebniswelt Rechtsextremismus\". Die Musik dient dabei gezielt dazu, insbesondere Jugendliche anzusprechen und emotional an die Szene zu binden. Die Inhalte der gespielten Stücke geben dabei einen tiefen Einblick in die ideologischen Grundlagen: verbreitet werden menschenverachtende, antisemitische und gewaltverherrlichende Weltbilder.","date":"13 März 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-03-13-e/","section":"Fotos","summary":"m Freitag, den 13.03.2026 kamen in Essen-Kray wieder einmal „die üblichen Verdächtigen“ zusammen, die Jungen Nationalisten („Heimatjugend“) hatten zu einer Kundgebung geladen. Der Zenit der Mobilisierung scheint jedoch überschritten zu sein.","title":"Die üblichen Verdächtigen - Offener Neonazi-Abend in Essen"},{"city":"Dortmund","content":"In der Thusneldastraße in Dortmund-Dorstfeld veranstalten lokale Neonazis regelmäßig einen sogenannten „Offenen Abend“. Das Treffen dient als Anlaufstelle für Interessierte – besonders für Jugendliche. Die Zusammenkünfte fungieren dabei keineswegs als bloße Plauderrunden unter Gleichgesinnten. In vermeintlich unverfänglicher Atmosphäre werden hier Erstkontakte geknüpft, Zugehörigkeit suggeriert und ideologische Versatzstücke schrittweise vermittelt. Hier wird der politische Nachwuchs rekrutiert, eingebunden und weltanschaulich gefestigt und bereits die Jüngsten an eine nationalsozialistische Wahn- und Wirklichkeitskonstruktion herangeführt. Die hier vermittelten Auslöschungs- und Vernichtungsphantasien sowie der Verlust an humaner Orientierung richten sich dabei sowohl gegen konstruierte Feinde nach außen wie nach innen. Denn hinter der Fassade „kameradschaftlicher Geselligkeit“ steht etwas ganz anderes: Hier geht es im Kern vor allem um die Erwartung absoluter und bedingungsloser Gefolgschaft. Was nach außen als Gemeinschaft inszeniert wird, dient nach innen der Disziplinierung. Loyalität wird eingefordert, Konformität überprüft und ein Klima geschaffen, in dem Widerspruch kaum Platz hat. Gerade jüngere Szeneangehörige erfahren hier immer wieder Druck, Einschüchterungen und harte körperlicher Gewalt. Angeleitet und strukturiert werden diese Treffen von einer Mischung aus Nachwuchskadern und älteren, langjährig in der Szene verankerten Neonazis. Während die Jüngeren häufig die Rolle der unmittelbaren Ansprechpartner übernehmen und den Zugang für Gleichaltrige erleichtern, sichern erfahrene Aktivisten im Hintergrund die ideologische Linie. Die älteren Neonazis  fungieren als vermeintliche Autoritäten, geben Themen und Ton der \"offenen Abende\" vor. Sie überwachen zugleich, dass die internen Erwartungen und Loyalität eingehalten werden. Auf diese Weise verbinden sich Rekrutierung, Anleitung und Kontrolle. In diesem Zusammenspiel gewinnen Formate wie der „Offene Abend“ in Dortmund ihre eigentliche Bedeutung: Hier wird ideologische Dunkelpädagogik betrieben, um zugleich daran zu arbeiten, neue Anhänger:innen  einzubinden, zu schulen und langfristig an die Szene zu binden.","date":"27 Februar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-02-27-d/","section":"Fotos","summary":"Offener Neonazis-Abend in Dortmund-Dorstfeld","title":"\"Offener Abend\" in Dortmund-Dorstfeld"},{"city":"Dortmund","content":"Am 27.02.2026 fand in Dortmund-Dorstfeld erneut ein sog. “Offener Abend” der örtlichen Neonaziszene statt. Eingeladen hatte wie zuvor die Partei “Die Heimat” mit ihrer Jugendorganisation “Junge Nationalisten”. Es fand außerdem eine Demonstration statt. Auf archive.org ansehen","date":"27 Februar 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.03.10.-offener.-abend.-dortmund/","section":"Videos","summary":"Am 27.02.2026 fand in Dortmund-Dorstfeld erneut ein sog. \"Offener Abend\" der örtlichen Neonaziszene statt. Eingeladen hatte wie zuvor die Partei \"Die Heimat\" mit ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\". Es fand außerdem eine Demonstration statt.","title":"Offener Abend in Dortmund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/externsteine/","section":"Orte","summary":"","title":"Externsteine"},{"city":"Dortmund","content":"Vor dem Rathaus fielen zudem Raik Helm und eine weitere Aktivistin der Jungen Nationalisten auf, die dort Videomaterial anfertigten. Bei den Jungen Nationalisten handelt es sich um die Jugendorganisation der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD). Am 22. Februar 2026 fand der Neujahrsempfang der Dortmunder Ratsfraktion der AfD im Dortmunder Rathaus statt. Nachdem Bürgermeister Alexander Kalouti (CDU) die Veranstaltung zunächst untersagt hatte, weil er sie als parteipolitisches Event und nicht als repräsentativen Empfang wertete, kippte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen das Verbot kurzfristig. Rund 250 Gäste nahmen teil, begleitet von Protesten vor dem Rathaus. Anwesend war auch der Vorstand der \"Generation Deutschland\" NRW. Der Auftritt war eingebettet in Höckes NRW-Tour, die er im Vorfeld des Landesparteitags der AfD Nordrhein-Westfalen am 7. und 8. März absolvierte. Bereits am Morgen hatte er gemeinsam mit weiteren Parteimitgliedern wie Matthias Helferich und Christian Zaum Station in Detmold gemacht. Ein geplanter Besuch des Hermannsdenkmals scheiterte jedoch an starkem Gegenprotest, woraufhin die Gruppe zu den Externsteinen auswich. Politisch lässt sich die Reise als Versuch interpretieren, die nordrhein-westfälische AfD stärker auf den rechtsgerichteten Kurs Höckes einzuschwören und das Netzwerk um Matthias Helferich vor dem anstehenden Landesparteitag am 7. und 8. März in Marl zu stärken. Der Dortmunder Empfang fungierte dabei weniger als kommunalpolitisches Ereignis, sondern als Signal an die Parteibasis in NRW.","date":"22 Februar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-02-22-d/","section":"Fotos","summary":"Am 22. Februar fand der Neujahrsempfang der Dortmunder Ratsfraktion der AfD im Dortmunder Rathaus statt. Rund 250 Gäste nahmen teil, begleitet von Protesten vor dem Rathaus. Der Auftritt war eingebettet in Höckes NRW-Tour, die er im Vorfeld des Landesparteitags abhielt.","title":"Neujahrsempfang der AfD NRW in Dortmund"},{"city":"Detmold","content":"Am 22.02.2026 veranstaltete die AfD NRW ein Treffen an den Externsteinen. Intern war die Zusammenkunft ursprünglich für das Hermannsdenkmal angekündigt worden, wurde jedoch kurzfristig verlegt. Auslöser war öffentlich angekündigter Gegenprotest. Stattdessen wich man an die Externsteine aus – ein spontanes Ausweichmanöver an einen Ort, der wie das Hermannsdenkmal von der extremen Rechten symbolisch mit einem völkisch-germanischen Ahnenkult aufgeladen wird. Der Schauplatz wurde in Redebeiträgen entsprechend inszeniert und historisierend überhöht. Die Veranstaltung wirkte zeitweise wie eine Mischung aus politischer Kundgebung, Pilgerreise und arrangiertem Fotoshooting. Dauerregen begleitete das Treffen – nur für das obligatorische Gruppenfoto wurden die Schirme kurzzeitig gesenkt. Unter den Teilnehmenden war auch der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke, dessen Präsenz der Veranstaltung zusätzliches innerparteiliches Gewicht verlieh und kein Zufall war. Die AfD NRW bleibt derweil zwischen dem sogenannten Helferich-Flügel, der sich selbst als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnete, und einem formal gemäßigteren Lager gespalten. Die Durchführung dieser Veranstaltung kann sowohl als bewusste Provokation als auch als Machtsignal des Helferich-Flügels gewertet werden – nicht zuletzt mit Blick auf den anstehenden Landesparteitag, bei dem sich zeigen wird, welcher Flügel die Machtfrage für sich entscheiden kann.","date":"22 Februar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-02-22-de/","section":"Fotos","summary":"Am 22. Februar veranstaltete die AfD NRW ein Treffen an den Externsteinen, die in Redebeiträgen entsprechend inszeniert und historisierend überhöht wurden. Björn Höckes Präsenz lässt sich mit Blick auf den anstehenden Landesparteitag als Machtsignal des Helferich-Flügels deuten.","title":"Pilgerreise im Regen: AfD NRW und Neonazis an den Externsteinen"},{"city":"Essen","content":"Am Freitag, den 6. Februar 2026, fand in Essen-Kray der offene Abend der Partei \"Die Heimat\" NRW und deren Jugendorganisation, den \"Jungen Nationalisten\", statt. Die Veranstaltung sollte der Auftakt für das \"Kampfjahr\" 2026 sein. Trotz vergleichsweise großer Mobilisation, kamen nur rund 60 Personen zusammen. Wahrscheinlich war dies auch dem Umstand geschuldet, dass die Stadt Essen die Nutzung der Räumlichkeiten der Landesgeschäftsstelle für Veranstaltungen verboten hatte. Die Partei klagt dagegen. Begleitet vom lautstarken antifaschistischen Gegenprotest musste der offene Abend als Kundgebung auf der Straße vor der Landesgeschäftsstelle stattfinden. Zentraler inhaltlicher Gestaltungspunkt war eine gestellte Podiumsdiskussion von drei Aktivisten der \"Jungen Nationalisten\". Als Abschluss für den offiziellen Teil der Veranstaltung gab es eine Demonstration durch Essen-Kray. Auf der Abschlusskundgebung verkündete der Landesvorsitzende Claus Cremer, dass die bundesweite Demonstration der Partei \"Die Heimat\" zum Tag der Arbeit im Jahr 2026 in Essen stattfinden werde. Dass ausgerechnet Essen Austragungsort für diese Demonstration sein soll, kann als Indiz für die neugewonnene Relevanz westdeutscher Parteistrukturen innerhalb der bundesweiten Neonaziszene gewertet werden und mahnt zur genauen Beobachtung der weiteren Entwicklung im Ruhrgebiet.","date":"6 Februar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-02-06-e/","section":"Fotos","summary":"Am 6. Februar fand in Essen-Kray der offene Abend der Partei „Die Heimat“ statt. Dieser sollte der Auftakt für das „Kampfjahr“ 2026 sein, die knapp 60 Teilnehmenden mussten ihre Veranstaltung jedoch draußen abhalten, da die Stadt Essen die Nutzung der Parteiräumlichkeiten für Veranstaltungen derzeit untersagt.","title":"Open-Air-Neonazi-Abend in Essen"},{"city":"Brettorf","content":"Dies war jedoch nur zur Täuschung gedacht, um ungestört von Öffentlichkeit und Gegendemonstrant:innen die Veranstaltung durchführen zu können. Diese nahmen allerdings die Absage nicht ernst und behielten damit recht. Die Veranstaltung wurde von lautstarkem Gegenprotest begleitet. Am 31.01. fand im niedersächsischen Brettorf (Gemeinde Döttlingen) der Neujahrsempfang der \"Generation Deutschland\" (GD) Niedersachsen statt. Eingeladen hatten diese, obwohl der Landesverband der Generation Deutschland in Niedersachsen noch nicht offiziell gegründet wurde. Die Veranstaltung fand im ehemaligen Schützenhaus Brettorf statt. Die Immobilie dient der AfD Niedersachsen seit Herbst letzten Jahres auch als Landesgeschäftsstelle. An der Veranstaltung nahmen circa 60 Personen aus ganz Niedersachsen teil. Unter den Teilnehmenden waren u.a. der stellvertretende Bundesvorsitzende der \"Generation Deutschland\" Adrian Maxhuni und die stellvertretende Finanzbeauftragte der \"Generation Deutschland\" Reinhild Goes aus Göttingen. Nicht anwesend hingegen war das in Niedersachsen wohnende Bundesvorstandsmitglied der GD, Julia Gehrckens. Ihre Abwesenheit kann als Indiz dafür gewertet werden, dass die auf dem bundesweiten Gründungskongress zu Tage geförderten Spannungen im niedersächsischen Landesverband der \"Generation Deutschland\" weiterhin anhalten. Inhaltlich wurde der Abend für eine Einschwörung auf die kommende Gründung der GD Niedersachsen (angekündigt für den 21. Februar 2026) und den in Niedersachsen anstehenden Kommunalwahlkampf genutzt. Im Vorfeld hatten die Organisator:innen aufgrund von angemeldetem Gegenprotest den Neujahrsempfang angeblich wieder abgesagt, wie diese verkündeten.","date":"31 Januar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-01-31-bd/","section":"Fotos","summary":"Am 31.01. fand der Neujahrsempfang der „Generation Deutschland“ Niedersachsen statt – obwohl es sie dort noch gar nicht gibt. Die Veranstaltung wurde kurz vorher offiziell abgesagt; tatsächlich nur ein Trick, um Gegenproteste zu verhindern.","title":"Neujahrsempfang der (noch nicht existenten) \"Generation Deutschland\" Niedersachsen"},{"city":"Schnellroda","content":"","date":"24 Januar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-01-24-s/","section":"Fotos","summary":"Bei der letzten „Winterakademie“ am 24. Januar 2026 kam es zu massiven Übergriffen auf Journalist:innen. Teilnehmer:innen, darunter zahlreiche AfD-Funktionäre und Aktivist:innen der „Identitären Bewegung“, bedrängten, beleidigten, schlugen und bestahlen Medienvertreter:innen die vor Ort waren. Die Vorfälle zeigen die Normalisierung von Gewalt gegen Presse und die zunehmende Selbstsicherheit des rechten Vorfelds der AfD.","title":"\"Winterakademie\" des \"Institut für Staatspolitik\" in Schnellroda"},{"city":"Schnellroda","content":"Am 24.01.2026 fand in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) erneut ein Vernetzungs- und Schulungswochenende der extremen Rechten statt. Dabei kam es zu Angriffen auf anwesende Journalist:innen. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"24 Januar 2026","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2026.02.02.-kubitschek-af-d-und-gewalt-gegen-journalist-innen-schnellroda-als-ru/","section":"Videos","summary":"Am 24.01.2026 fand in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) erneut ein Vernetzungs- und Schulungswochenende der extremen Rechten statt. Dabei kam es zu Angriffen auf anwesende Journalist:innen.","title":"Kubitschek, AfD und Gewalt gegen Journalist:innen - Schnellroda als Rückzugsraum der extremen Rechten"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/schulung/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Schulung"},{"city":"Bassum","content":"In Bassum (Niedersachsen) findet wöchentlich eine Montagsdemonstration der örtlichen AfD statt. Organisiert wird diese von Andreas Iloff (Bild). Auch außerhalb des Kreisverbands Diepholz reisen regelmäßig AfDler aus anderen Regionen zur Veranstaltung an. In dieser Woche fiel die Demonstration jedoch ohne Nennung von Gründen aus. Immer noch jede versammelt sich neben der Veranstaltung Gegenprotest - Woche um Woche.","date":"5 Januar 2026","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2026-01-05-b/","section":"Fotos","summary":"Im niedersächsischen Bassum fand zu Jahresbeginn erneut eine wöchentliche AfD-Demonstrationen statt – diesmal auch mit jugendlichen Teilnehmer:innen. Ziel der Aktionen: Selbstvergewisserung, Eindruck politischer Präsenz und Selbstdarstellung. In dieser Woche sagte die AfD ihre Veranstaltung allerdings ab.","title":"AfD-Demonstration in Bassum (Niedersachsen)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bassum/","section":"Orte","summary":"","title":"Bassum"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/gerichtsprozess/","section":"Tags","summary":"","title":"Gerichtsprozess"},{"city":"Leipzig","content":"Am 17. Dezember 2025 wurde das zwei Jahre zuvor erlassene Verbot gegen den deutschen Ableger der Neonazi-Organisation “Hammerskins” vor dem Bundesverwaltungsgericht gekippt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"24 Dezember 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.12.24.-hammerskin-verbot-gekippt/","section":"Videos","summary":"Am 17. Dezember 2025 wurde das zwei Jahre zuvor erlassene Verbot gegen den deutschen Ableger der Neonazi-Organisation \"Hammerskins\" vor dem Bundesverwaltungsgericht gekippt.","title":"Verbot der Neonazi-Organisation \"Hammerskins\" in Deutschland gekippt"},{"city":"Berlin","content":"Am 29.11.2025 fand in Berlin eine Demonstration der Neonazi-Partei “Die Heimat” und ihrer Jugendorganisation “Junge Nationalisten” statt. Mit mobilisiert hatte die selbstorganisierte Gruppe von jugendlichen Neonazis namens “Deutsche Jugend voran”.\nAuf archive.org ansehen","date":"29 November 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.12.02.-demonstration.-die.-heimat.-berlin/","section":"Videos","summary":"Am 29.11.2025 fand in Berlin eine Demonstration der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" statt. Mit mobilisiert hatte die selbstorganisierte Gruppe von jugendlichen Neonazis namens \"Deutsche Jugend voran\".","title":"Demonstration der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" in Berlin"},{"city":"Berlin","content":"Der Handgruß mit abgeknicktem Daumen, der sogenannte \"Tessak-Gruß\", bezieht sich auf einen russischen Neonazi, der besonders durch besonderen Rassismus und Hass auf Homosexuelle bekannt ist. Er ist für grausame Taten an homosexuellen Männern verantwortlich, die unter dem Deckmantel der \"Jagd auf Pädophile\" begangen wurden. Am 29.11. wollten die Partei \"Die Heimat\", ihre Jugendorganisation (\"Junge Nationalisten\") sowie die \"Deutsche Jugend voran\" (DJV) eine Demonstration in Berlin-Mitte abhalten. Knapp 130 Neonazis kamen dafür am Berliner Dom zusammen. Auch Gruppierungen wie die \"Berliner Jugend\" und die neu gegründete \"Jägertruppe\" waren vor Ort. Über 1000 Menschen beteiligten sich am Gegenprotest, der die Route der Neonazis blockierte. Die Polizei hatte im Vorfeld mit einer deutlich niedrigeren Anzahl an Teilnehmenden gerechnet. Nach wenigen Metern kam die Neonazi-Demonstration deshalb bereits zum stehen, nach etwa zweieinhalb Stunden des Wartens wurde die Versammlung schließlich für beendet erklärt. Aus der Demo wurde somit eine stationäre Kundgebung mit Redebeiträgen von dem Heimat-Vorsitzenden Peter Schreiber sowie Alexander Storr (Bild) und Oliver Niedrich, die sich gegen \"Taschendiebe, Betrüger und Hütchenspieler\" richteten und sich an antiziganistischen Motiven abarbeiteten. Auch wenn die Demonstration scheiterte, zeigt sie die fortwährenden Annäherungen der jungen Neonazis an die Parteistrukturen der \"Heimat\", die bundesweit gezielt aus jungen Gruppierungen rekrutiert.","date":"29 November 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-11-29-b/","section":"Fotos","summary":"Am 29. November wollten die Partei „Die Heimat“, ihre Jugendorganisation (JN) sowie die „Deutsche Jugend voran“ (DJV) eine Demonstration in Berlin-Mitte abhalten. Die Demo wurde jedoch bereits nach wenigen Metern durch antifaschistischen Gegenprotest blockiert.","title":"Demonstration von JN, \"Heimat\" und DJV in Berlin"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/gie%C3%9Fen/","section":"Orte","summary":"","title":"Gießen"},{"city":"Gießen","content":"","date":"29 November 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-11-29/","section":"Fotos","summary":"Die neue AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ ist eng mit völkisch-nationalistischen Netzwerken verbunden und dient der systematischen Radikalisierung und langfristigen Durchsetzung einer völkisch-neofaschistischen Agenda innerhalb der AfD.","title":"Gründung der AfD-Jugend \"Genertion Deutschlnd\" in Gießen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/gevelsberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Gevelsberg"},{"city":"Gevelsberg","content":"Am 22. November 2025 fand im \"Keglerheim\" in Gevelsberg (NRW) ein Treffen der AfD-Jugend statt. Unter dem Motto \"Vorfeld trifft Partei\" wurde zu einer öffentlichen Veranstaltung geladen. Die Veranstaltung fand unter dem Label \"Jugend-Akademie\" statt. Als Referent wurde unter anderem der als \"Schattenmacher\" bekannte extrem rechte Youtuber angekündigt, der versucht, sich als Stimme der neurechten intellektuellen Elite zu inszenieren. Außerdem sprach Patrick Heinz (Titelbild) zur Jugendarbeit. Heinz wurde beim Gründungskongress in den Vorstand der neuen AfD-Jugendorganisation \"Generation Deutschland\" gewählt. Des Weiteren war Sven Tritschler als Mitglied des Landtags mit einem Beitrag zum Thema \"Medien- und Meme-Kultur\" angekündigt. Für die Veranstaltung wurde ein Beitrag von 10€ erhoben. Es wurde außerdem ein Grußwort der extrem rechten und AfD-nahen Frauenorganisation \"Lukreta\" angekündigt.","date":"22 November 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-11-22-w/","section":"Fotos","summary":"Am 22. November fand in Gevelsberg (NRW) ein Treffen der AfD-Jugend statt. Das Treffen stand unter dem Motto \"Vorfeld trifft Partei\". Auch die AfD- und IB-nahe extrem rechte Frauenorganisation Lukreta war mit Grußwort angekündigt.","title":"Treffen der AfD-Jugend in Gevelsberg (NRW)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/altenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Altenburg"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.11.2025 (2025-11-15, 090.jpg) #BRAUNSCHWEIGER TOTENKOPF Der Totenkopf als militärisches Symbol geht auf Friedrich den Großen sowie eine Husaren-Einheit zurück, wurde jedoch vor allem durch die „Schwarzen Braunschweiger” bekannt. Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig, der „Schwarze Herzog, stellte 1809 die Einheit “Schwarze Schar” auf, um gegen Napoleon zu kämpfen, nachdem dieser das Herzogtum aufgelöst hatte. Die Einheit trug schwarze Uniformen mit einem weißen Totenkopf an der Kopfbedeckung. Ihre Symbolik wurde später romantisch verklärt. Nachfolgestrukturen nutzten den “Braunschweiger Totenkopf” auch weiterhin. Im Nationalsozialismus wurde der Totenkopf abgewandelt und beispielsweise als Symbol der Waffen-SS verwendet. Das Symbol wurde in der Vergangenheit vor allem von Freikorps nach dem Ersten Weltkrieg und anderen antidemokratischen Kräften verwendet und ist als solches Symbol auch heute noch zu verstehen.","date":"15 November 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/braunschweiger-totenkopf/","section":"Dossier","summary":"BRAUNSCHWEIGER TOTENKOPF Der Totenkopf als militärisches Symbol geht auf Friedrich den Großen sowie eine Husaren-Einheit zurück, wurde jedoch vor allem durch die „Schwarzen Braunschweiger” bekannt.","title":"Braunschweiger Totenkopf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/braunschweiger-totenkopf/","section":"Symbole","summary":"","title":"Braunschweiger-Totenkopf"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.11.2025 (2025-11-15, 103.jpg) #FASCES - Rutenbündel Die Fasces - ein Bündel aus hölzernen Ruten, in dem ein Beil steckt - waren in der Antike das Amtssymbol der höchsten Machthaber bei den Etruskern und später im Römischen Reich. Eine mögliche Deutung ist, dass die gebündelten Ruten Stärke durch Einheit symbolisieren, da ein einzelner Stab leichter zu brechen ist als ein ganzes Bündel, während das Beil für die Macht über Leben und Tod steht, insbesondere die Befugnis der Amtsträger, die Todesstrafe zu verhängen. In der Neuzeit wurde das Symbol von Staaten aufgegriffen, die einen Bezug zum Römischen Reich herstellen wollten. Besondere historische Bedeutung erlangte es jedoch durch Benito Mussolini, der die Fasces zum Parteiabzeichen des Partito Nazionale Fascista machte. 1926 wurden sie offizielles Staatsemblem des faschistischen Königreichs Italien und im Zweiten Weltkrieg Hoheitsabzeichen der italienischen Luftwaffe. Das Symbol findet sich bis heute auch in nicht extrem rechten Zusammenhängen wie z.B. Stadtwappen wieder. In der extremen Rechten steht es sinnbildlich für Faschismus bzw. faschistische Herrschaft.","date":"15 November 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/fasces/","section":"Dossier","summary":"FASCES - Rutenbündel Die Fasces - ein Bündel aus hölzernen Ruten, in dem ein Beil steckt - waren in der Antike das Amtssymbol der höchsten Machthaber bei den Etruskern und später im Römischen Reich.","title":"Fasces"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/fasces/","section":"Symbole","summary":"","title":"Fasces"},{"city":"Staufenberg","content":"","date":"15 November 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-11-15-s/","section":"Fotos","summary":"Fackelmarsch ins Unterholz:\nNachdem ein Verbot gerichtlich aufgehoben wurde, versammelten sich in Staufenberg (Hessen) zahlreiche Neonazis zu einem Gedenkmarsch für NS-Täter - und marschierten zu einem Gedenkstein im Wald.","title":"Neonazi-Gedenken im hessischen Staufenberg"},{"city":"Altenburg","content":"... - ein weiteres Zeichen dafür, dass das Treffen bewusst zur überregionalen Vernetzung unterschiedlicher extrem rechter Strukturen genutzt wurde. Auch Andreas Kalbitz, ehemaliger Landesvorsitzender der AfD Brandenburg, war vor Ort.Kalbitz war 202 aus der Partei ausgeschlossen worden - offiziell, weil er seine Aktivitäten bei der 2009 verbotenen neonazistischen Jugendorganisation \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) verschwiegen hatte. Dass bei dieser offen gezeigten Nähe zum Faschismus die \"Alternative für Deutschland\" nicht fehlt, überrascht kaum.Einer ihrer prominenteren Vertreter in Altenburg war Stefan Pfau (Bild) vom AfD-Kreisverband Oder-Spree - er gehörte auch dem Landesvorstand der \"Jungen Alternative\" bis zu dessen Selbstauflösung an. Gleichzeitig zeigt es, wie strategisch diese Akteur:innen vorgehen, um ihre Ideologie in bestehende Strukturen einzubringen und auszubauen - während die Veranstaltung in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet blieb. Am 15. November 2025 fand im \"Kulturhof Kosma\" im Altenburg (Thüringen) ein Vernetzungstreffen der extremen Rechten statt. Ebenfalls in Altenburg zugegen war \"Metapol\", eine Vereinigung, die aus den \"Jungen Nationalisten\" (JN) hervorgegangen ist und gezielt neonazistische Bildungsarbeit betreibt. In der Vergangenheit suchte \"Metapol\" die Nähe zur AfD und beriet bereits deren zwischenzeitlich aufgelöste Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) in Strategiefragen. Eingeladen hatte das extrem rechte Magazin \"Aufgewacht! - Die Deutsche Stimme\", eine Fusion aus den Partei-Zeitschriften von \"Freien Sachsen\" und \"Die Heimat\" (ehemals NPD). Zu der Veranstaltung reisten zahlreiche Neonazis sowie Akteur:innen aus dem rechten Vorfeld, als auch Vertreter:innen der AfD an. Das Treffen zeigte erneut, wie eng die extrem rechten Milieus und parteipolitische Akteur:innen inzwischen miteinander verflochten sind. Insgesamt nahmen knapp 100 Personen teil. Neben Infoständen verschiedener Organisationen bestand die Veranstaltung auch aus kurzen Vorstellungsreden eigener Aktivitäten - mit dem Ziel, die Vernetzung innerhalb der extrem rechten Szene weiter auszubauen. Welche Weltanschauung dort verbreitet wurde, daraus machte man keinen Hehl. Im Rahmen der Veranstaltung waren verschiedene extrem rechte Symbole zu sehen. Die enge Zusammenarbeit zwischen \"Freie Sachsen\" und \"Die Heimat\" zeigt sich nicht nur in den Zeitschriften, sondern auch darin, dass Peter Schreiber (Bild) als Bundesvorsitzender der Partei \"Die Heimat\" im vergangenen Jahr in Sachsen erfolglos für die \"Freien Sachsen\" kandidiert hatte. Neben Mitgliedern von Parteien am äußersten rechten Rand des politischen Spektrums waren auch Personen vor Ort, die zuvor der 2024 verbotenen Kaderstruktur der \"Hammerskins\" angehört hatten. Ihre Präsenz verdeutlicht, wie das Treffen unterschiedliche Strömungen der extremen Rechten zusammenbrachte. Vor Ort war mit Jonas Zarrad (links) auch der Landesvorsitzende der Partei \"Die Heimat\" aus Sachsen-Anhalt. Zarrad war zuvor lange in der Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) aktiv, wo Jugendliche durch nationalsozialistische Ideologievermittlung und \"Rasseschulungen\" gezielt indoktriniert und radikalisiert werden. Unter den Teilnehmenden waren auch Aktivisten der \"Identitären Bewegung\" (IB), die teils eigens aus Niedersachsen angereist waren. Sie traten dort mit einem eigenen Stand auf... Vertreten waren jedoch nicht nur Parteien und Vereine, sondern auch Projekte aus dem extrem rechten Spektrum – darunter die Zeitschrift \"Not-Wende – Schrift für Volkstum, Kultur, Recht und Freiheit\" von Dirk Narath. Narath war früher \"Gauführer Franken\" der verbotenen \"Wiking-Jugend\" (WJ), einer Organisation, die Kinder und Jugendliche systematisch im Sinne des Nationalsozialismus indoktrinierte. Vor Ort war mit Markus Beisicht (rechts) auch ein Vertreter von \"Aufbruch Leverkusen\", einer Gruppierung aus dem Umfeld der ehemaligen \"Pro-Bewegungen\". Die Strukturen zeigen inzwischen keinerlei Abgrenzungsbemühungen mehr zur organisierten Neonazi-Szene.","date":"15 November 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-11-15/","section":"Fotos","summary":"Anfang November trafen sich in Altenburg militante Neonazis, die AfD und weitere Akteure der extremen Rechten, um sich zu vernetzen und Einfluss zu gewinnen. Trotz offen antidemokratischer Ausrichtung blieb das Treffen weitgehend unbeachtet.","title":"Netzwerktag am rechten Rand in Altenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/staufenberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Staufenberg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/","section":"Dossier","summary":"","title":"Symbole"},{"city":"Essen","content":"Am 14.11.2025 fand erneut ein “Offener Abend” der Neonazi-Partei “Die Heimat” und ihrer Jugendorganisation “Junge Nationalisten” in der Parteizentrale in Essen-Kray statt. Dazu gehörte auch eine Demonstration durch den Stadtteil.\nAuf archive.org ansehen","date":"14 November 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.11.20.-volk.-rasse.-nazikram.-offener.-abend.-essen/","section":"Videos","summary":"Am 14.11.2025 fand erneut ein \"Offener Abend\" der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" in der Parteizentrale in Essen-Kray statt. Dazu gehörte auch eine Demonstration durch den Stadtteil.","title":"\"Volk. Rasse. Nazikram.\" Offener Abend in Essen-Kray"},{"city":"Essen","content":"Weitere Einordnungen und Hintergrundinformationen zu den Entwicklungen in NRW finden sich in unseren vorherigen Beiträgen. Am 14.11.2025 fand erneut ein \"Offener Abend\" der Partei \"Die Heimat\" in Essen-Kray statt. Der monatliche Termin in der Landeszentrale der neonazistischen Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" stellt ein wichtiges Netzwerktreffen der Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen dar. Knapp 60 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Die wiederkehrende Präsenz neuer Teilnehmer:innen weist darauf hin, dass die Szene mit ihren Angeboten weiterhin zahlreiche Jugendliche erreicht und mobilisieren kann. Bereits im Voraus wurde eine Demonstration durch den Stadtteil angekündigt. Diese zeigte noch einmal eine deutliche Eskalation im Ton und Auftreten der Teilnehmenden im Vergleich zu früheren Aufmärschen. Es wurden Parolen wie \"Alles für Volk, Rasse und Nation\" skandiert, bei denen auf jegliche Verschleierung der nationalsozialistischen Ideologie verzichtet wurde. Im Demonstrationszug wurden auch Flaggen mitgeführt, die eine Abwandlung der Reichskriegsflagge darstellten und in der Mitte das \"H\" aus dem Logo der Partei \"Die Heimat\" zeigten. Die Neonazis scheinen mehr und mehr auf taktische Zurückhaltung zu verzichten und zeigen ein zunehmend selbstbewusstes Auftreten im Stadtteil, was auf Einschüchterung und Provokation abzielt. So sprach Claus Cremer (Landesvorsitzender der Partei \"Die Heimat\" in NRW) in einem Redebeitrag davon, dass er beobachtet habe, wie Züge an dem linken Gegenprotest vorbeigefahren seien und dass sie sich so etwas \"erst nach der Machtübernahme wieder vorgestellt haben\". Die unverhohlene Darstellung seiner Deportationsfantasien belustigte die Teilnehmenden. Dass die derart offen zur Schau gestellte Orientierung am historischen Nationalsozialismus die jugendlichen Teilnehmenden nicht abschreckt, spricht für eine fortgeschrittene Radikalisierung und teils bereits erfolgreich vollzogene Eingliederung dieser in die neonazistischen Strukturen.","date":"14 November 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-11-14-e/","section":"Fotos","summary":"Erneut fand in Essen-Kray eine Demonstration von Neonazis statt. Wieder wurden eine nationalsozialistische Weltanschauung normalisiert und Jugendliche indoktriniert.","title":"Volk, Rasse, Nazikram - Demonstration in Essen"},{"city":"Rheine","content":"Bei der Veranstaltung handelte es sich um ein Netzwerktreffen des extrem rechten Spektrums mit einer anschließenden Podiumsdiskussion. Geleitet wurde sie von Irmhild Bossdorf. Auf dem Podium nahmen Benedikt Kaiser und Jean-Pascal Hohm Platz. Ursprünglich war neben Benedikt Kaiser auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich als Redner angekündigt, wurde jedoch nach einer kurzfristigen Absage durch Hohm ersetzt. Inhaltlich befasste sich die Diskussion mit der Fragestellung „Zukunft und Richtung für die rechte Jugend“. Unter den Teilnehmenden, überwiegend junge Männer, waren Personen, die teilweise bereits als Mitglieder oder Aktivisten der Jugendorganisation Junge Alternative (JA) in Erscheinung getreten waren. Zudem waren Vertreter aus dem Umfeld der Deutschen Burschenschaft sowie der Identitären Bewegung (IB) anwesend. Im Anschluss an die etwa einstündige Podiumsdiskussion ging die Veranstaltung in ein offenes Netzwerktreffen über. Im Außenbereich der Gaststätte wurden zwei Grills aufgebaut und Speisen ausgegeben. Am 18. September 2025 lud die AfD-Europaabgeordnete Irmhild Boßdorf zu einer Podiumsdiskussion zum Thema \"Zukunft und Richtung für die Rechte Jugend\" nach Rheine ein. Eingeladen wurde im Namen der Fraktion \"Europa der Souveränen Nationen\" (ESN) im Europaparlament. Auf dem Podium angekündigt war außerdem Benedikt Kaiser (links im Bild), Autor beim neurechten \"Jungeuropa Verlag\" und dem \"Antaios Verlag\" von Götz Kubitschek. Auch Jean-Pascal Hohm (3.v.l.), AfD-Landtagsabgeordneter in Brandenburg war vor Ort. Hohm gilt als einer der Favoriten für die Spitze einer Ende November neugegründeten \"Junge Alternative\" die dann vermutlich \"Generation Deutschland\" heißen soll. Die zuvor vor allem in den sozialen Medien beworbene Veranstaltung fand in der Gaststätte Wadelheimer Landhaus in Rheine statt. Der genaue Veranstaltungsort wurde bis zuletzt nicht öffentlich bekannt gegeben und lediglich nach vorheriger Anmeldung mitgeteilt. Die Anmeldungen erfolgten über die Internetseite von Irmhild Bossdorf, die auch für die Beantwortung eingehender Anfragen zuständig war. Etwa 90 Personen nahmen an der Podiumsveranstaltung teil. Etwa eine Stunde vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn um 18:30 Uhr trafen die ersten Gäste am Veranstaltungsort ein, zuvor war eine Reisegruppe um Florian Elixmann, Irmhild Bossdorf, Benedikt Kaiser, Jean-Pascal Hohm sowie weitere Begleitpersonen eingetroffen. Als organisatorischer Leiter der Veranstaltung und Mieter der Räumlichkeiten trat der AfD-Kreisvorsitzende Florian Elixmann (Bild) in Erscheinung. So verwies kurz vor Beginn der Veranstaltung Elixmann einen Reporter des Medienhauses Altmeppen an der Grundstücksgrenze auf das von ihm beanspruchte Hausrecht.","date":"18 September 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-09-18/","section":"Fotos","summary":"Die „Rechte Jugend“ unter sich: Mitte September trafen ehemalige Mitglieder der „Jungen Alternative“, Burschenschafter und Aktivist:innen der „Identitären Bewegung“ in Rheine um über die Zukunft der AfD-Jugend zu debattieren.","title":"Jugend-Treffen in Rheine"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/rheine/","section":"Orte","summary":"","title":"Rheine"},{"city":"Düsseldorf","content":"Wie bei Veranstaltungen in Schnellroda üblich, diente auch dieses Treffen im Düsseldorfer Bürgerhaus der Vernetzung unterschiedlicher extrem rechter Milieus. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem lautstarken Gegenprotest vor dem Eingang des Gebäudes. Am 15.09.2025 fand im Bürgerhaus Bilk in Düsseldorf eine Veranstaltung der AfD statt. Als Redner war der extrem rechte Verleger und Stratege Götz Kubitschek (Institut für Staatspolitik, Antaios Verlag) eingeladen. Unter dem Titel \"Die ersten 100 Tage – eine Vision\" skizzierte Kubitschek seine Vorstellungen für die erste Phase nach einer von ihm skizzierten parlamentarischen Machtergreifung der extremen Rechten durch die AfD. Bereits seit Jahren werden unter Kubitscheks Leitung im sachsen-anhaltischen Schnellroda faschistoide Umsturzfantasien für Deutschland und Europa diskutiert und vorbereitet. Die AfD nimmt dabei die Rolle des parlamentarischen Arms ein und besitzt in diesen Überlegungen eine zentrale Bedeutung. Das Spektrum der Teilnehmenden war breit gefächert: Es reichte von sogenannten \"Wutbürger:innen\" über Aktivist:innen der \"Identitären Bewegung\" (IB) bis hin zu Personen, die offen in neonazistischen Organisationen aktiv sind. Dass Kubitschek ausgerechnet nach Nordrhein-Westfalen reiste, um für einen autoritären Umbau des Staates zu werben, ist kein Zufall, sondern Teil einer strategischen Kalkulation. Der \"neurechte\" Vordenker versucht, seinen Einfluss innerhalb der AfD weiter auszubauen, während im NRW-Landesverband seit geraumer Zeit zwei Flügel um die politische Vorherrschaft ringen. Eingeladen hatte der radikale Parteiflügel, der sich offen und selbstbewusst zum neonazistischen Vorfeld bekennt. Weniger erfreut dürfte hingegen jener Teil der AfD-NRW gewesen sein, der bemüht ist, zumindest nach außen eine gewisse Distanz zu offen extrem rechten Akteuren zu wahren. In diesem innerparteilich umkämpften Landesverband stärkte Kubitschek allein durch seine Präsenz den radikaleren, offen extrem rechten Flügel. Mit der Einladung positioniert sich dieser erneut eindeutig: Berührungsängste gegenüber dem radikalen Ideologen, der offen den Umsturz der bestehenden Ordnung der Bundesrepublik fordert, gibt es nicht. Anwesend waren zudem weitere Akteure aus dem extrem rechten Vorfeld, darunter Patrick Kolek alias \"Wuppi\", die enge Verbindungen zur \"Identitären Bewegung\" sowie zu extrem rechten Burschenschaften unterhalten.","date":"15 September 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-09-15-d/","section":"Fotos","summary":"Am 15.9.2025 lud die AfD NRW den rechtsextremen Publizisten Götz Kubitschek (Schnellroda) zu einem Vortrag ein – eine Machtdemonstration des radikaleren Flügels gegenüber den „Gemäßigteren“ im Landesverband.","title":"AfD-Vortragsveranstaltung mit Götz Kubitschek in Düsseldorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/d%C3%BCsseldorf/","section":"Orte","summary":"","title":"Düsseldorf"},{"city":"Münster","content":"Erneut fand am 13.09.2025 in Münster eine Demonstration von (überwiegend jugendlichen) Neonazis statt. Auf archive.org ansehen","date":"13 September 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.10.14.-demonstration.-muenster/","section":"Videos","summary":"Erneut fand am 13.09.2025 in Münster eine Demonstration von (überwiegend jugendlichen) Neonazis statt.","title":"(Wieder eine) Neonazi-Demonstration in Muenster"},{"city":"Münster","content":"Die Aufmärsche bieten vor allem den, teils noch sehr jungen, Neonazis ihre gewünschte Erlebniswelt, in der sie vermeintlichen Zusammenhalt und Stärke erleben. Nach verschiedenen Reden von Sven Skoda, Dieter Riefling, Claus Cremer, Thomas \"Steiner\" Wulf (Bild) und Christian Worch... ... gab es eine Gesangseinlage von Raik Helm (Bild), der sich nicht nur als neue junge Führungsperson, sondern auch als Liedermacher gibt. Während einige Personen den Reden und der Musik zuhörten, war der Großteil eher mit Gesprächen oder Essen beschäftigt. Der Aufmarsch endete wieder am Hauptbahnhof mit dem Singen der Nationalhymne. Textsicherheit war dabei nicht bei allen Teilnehmenden gegeben. Am 13.09. fand in Münster erneut ein extrem rechter Aufmarsch statt - zum dritten Mal in Folge und organisiert aus dem Dortmunder \"Die Heimat\"-Umfeld. Anlass war und ist die juristische Auseinandersetzung um das Gedenken an den vor mehreren Jahren verstorbenen Neonazi Siegfried \"SS Siggi\" Borchardt. Fanden sich im Juli noch 130 Neonazis zusammen, hat sich die Zahl der Teilnehmenden mittlerweile halbiert und ist auf nur noch 60-70 Personen geschrumpft. Der rechte Aufmarsch diente dabei vor allem als Treffpunkt für die immer gleichen Personen, welche sich regelmäßig in Dortmund und Essen bei den offenen Abenden der Partei \"Die Heimat\" treffen. Bekannte Kader wie Dieter Riefling aus Hildesheim (Bild) sind seltene Unterstützung von außerhalb. Anwesend waren auch Personen aus dem Umfeld von \"Knockout51\" aus Eisenach in Thüringen. Als Versammlungsleiter trat der langjährige neonazistische Aktivist Christian Worch (Bild) auf. Es kam zu mehreren Farbbeutelwürfen, welche dazu führten, dass die Situation kurzzeitig dynamisch wurde. Die Neonazis waren sichtlich genervt und gingen in fast jedem der Redebeiträge auf die Attacken ein.","date":"13 September 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-09-13-ms/","section":"Fotos","summary":"Am 13.09. fand in Münster erneut ein extrem rechter Aufmarsch statt, der aus dem Dortmunder „Die Heimat“ Umfeld organisiert wurde. An der mittlerweile dritten Demonstration in Folge nahmen deutlich weniger Neonazis teil als zuvor.","title":"(wieder eine) Neonazi-Demonstration in Münster"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/m%C3%BCnster/","section":"Orte","summary":"","title":"Münster"},{"city":"Ruhrgebiet","content":"Am Freitag, den 12. September, führte die neonazistische Partei \"Die Heimat\" eine Kundgebungstour durch Dortmund, Bochum und Essen durch - mit überschaubarem Erfolg. Bereits um 10:30 Uhr begann die erste Kundgebung in Dortmund. Vor Ort waren nur 17 Teilnehmende. Auch über den gesamten Tag hinweg blieb die Zahl konstant niedrig – mehr als 17 wurden es nicht. Auftritte hatten die bekannten Szene-Kader Sascha Krolzig, Sven Skoda, Claus Cremer, Jens Oberste-Berghaus sowie Raik Helm. Die Reden drehten sich um die üblichen Themen der Partei und waren klar neonazistisch geprägt. Jens Oberste-Berghaus kandidierte nicht nur für das Ruhr-Parlament, sondern ist derzeit mitverantwortlich für den Wiederaufbau des sogenannten \"Ordnungsdienst\" der Partei \u0026uot;Die Heimat\" im Bundesland NRW. Die Kundgebungen wurden von Gegenprotest begleitet - dabei wurde die Versammlung lautstark übertönt, so dass die Kundgebungsreden für Passant:innen kaum wahrnehmbar waren. Auch der Versuch, neue Menschen anzusprechen, scheiterte: Die Innenstädte waren leer, und die wenigen Anwesenden reagierten eher mit Ablehnung als mit Interesse. Zum Abschluss sorgte Raik Helm unfreiwillig für Unterhaltung: Bei der Abfahrt in Bochum rammte er mit dem Auto der Dortmunder Neonazis eine Laterne. Verletzt wurde niemand, aber der Tag endete für die Neonazis mit einem zusätzlichen Dämpfer. Die Tour zeigt erneut: Die Heimat investiert derzeit verstärkt in Straßenpräsenz, mit der sie vor allem Jugendliche mobilisiert und dauerhaft an die Szene bindet. Abseits davon ist ihre Einfluss aber überschaubar. ","date":"12 September 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-09-12-r/","section":"Fotos","summary":"Am Freitag, den 12. September, führte die neonazistische Partei \"Die Heimat\" eine Kundgebungstour durch Dortmund, Bochum und Essen durch - mit überschaubarem Erfolg.","title":"Kundgebungstour von Neonazis im Ruhrgebiet"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ruhrgebiet/","section":"Orte","summary":"","title":"Ruhrgebiet"},{"city":"Essen","content":"","date":"12 September 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-09-12/","section":"Fotos","summary":"Am Freitag, den 12. September, führte die neonazistische Partei Die Heimat eine Kundgebungstour durch Dortmund, Bochum und Essen durch - mit überschaubarem Erfolg.","title":"Treffen von Neonazis in Essen"},{"city":"Uden","content":"","date":"6 September 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-09-06/","section":"Fotos","summary":"Am 6. September 2025 demonstrierte die niederländische Neonazi-Partei „Nederlands Volks Unie“ (NVU) in Uden (NL) - unterstützt wurden sie dabei von deutschen Neonazis. In den Redebeiträgen ging es um die Deportation von Bevölkerungsgruppen und ein „weißes Europa“.","title":"NVU/JN-Demonstration in Uden (NL)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/uden/","section":"Orte","summary":"","title":"Uden"},{"city":"Dortmund","content":"","date":"29 August 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-08-29-d/","section":"Fotos","summary":"Am 29.08.2026 fand erneut ein sog. \"Offener Abend\" der Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" bzw. \"Heimatjugend\" in Dortmund-Dorstfeld statt.","title":"Offener Abend in Dortmund-Dorstfeld"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/magdeburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Magdeburg"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 23. August fand in Magdeburg eine Neonazi-Demonstration gegen den CSD statt. Knapp 350 Personen folgten dem Aufruf der \"Jungen Nationalisten\" sowie der Partei \"Die Heimat\". Auch Mitglieder der DJV rund um Julian Milz reisten an und beteiligten sich an der Demonstration. Die Annäherung der Gruppierung an die Partei \"Die Heimat\" zeigte sich einmal mehr durch das Mitführen einer \"Heimat\"-Flagge im DJV-Block. Mit einem Redebeitrag trat unter anderem Thorsten Heise, stellvertretender Vorsitzender der Partei \"Die Heimat\", auf. Er lobte Putin für seinen Umgang mit Homosexuellen und wünschte sich selbst die Strafbarkeit von Homosexualität in der Öffentlichkeit. Neben einer Aktivistin der \"Jungen Nationalisten\" sprach am Ort der Abschlusskundgebung auch Sven Skoda aus NRW – sein Redebeitrag enthielt zahlreiche antisemitische Anspielungen. Den Abschluss der Veranstaltung stellte ein Auftritt des Neonazi-Liedermachers Philipp Neumann (\"Phil von FLAK\") dar. Viele Teilnehmende hatten schon vor dem Auftritt Neumanns ihren Heimweg angetreten, sodass sich die Reihen bereits gelichtet hatten. Neumann ist neben Heise ebenfalls stellvertretender Vorsitzender der \"Heimat\".","date":"23 August 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-08-23-md/","section":"Fotos","summary":"Am 23. August fand in Magdeburg eine Neonazi-Demonstration gegen den CSD statt. Knapp 350 Personen folgten dem Aufruf der „Jungen Nationalisten“ sowie der Partei „Die Heimat“. Auch eine weitere Annäherung der DJV an die Parteistrukturen war zu beobachten.","title":"Neonazi-Demo gegen den CSD in Magdeburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bautzen/","section":"Orte","summary":"","title":"Bautzen"},{"city":"Bautzen","content":"Am 10.08.2025 fand eine Demonstration von überwiegend jugendlichen Neonazis in Bautzen statt. Anlass war der CSD in Bautzen, gegen den mobilisiert wurde. Auf archive.org ansehen","date":"10 August 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.08.18.-demonstration.-csd.-bautzen/","section":"Videos","summary":"Am 10.08.2025 fand eine Demonstration von überwiegend jugendlichen Neonazis in Bautzen statt. Anlass war der CSD in Bautzen, gegen den mobilisiert wurde.","title":"Demonstration von Neonazis gegen CSD in Bautzen"},{"city":"Bautzen","content":"Ein zentrales Feindbild blieb die Presse. Journalist:innen wurden in ihrer Arbeit wiederholt behindert, bedroht und zum Teil körperlich angegangen. Ein besonders gravierender Vorfall ereignete sich auf der Abreise in Berlin, als Journalist:innen, die zuvor den rechten Aufmarsch begleitet hatten, von Neonazis der DJV attackiert wurden. Auf der Veranstaltung traten zudem die beiden Rechtsrapper Kai Naggert und Dominik Raupbach auf. Sie nutzten den Auftritt zur Bewerbung ihres neuen Albums – ein Versuch, ihre Musik nach Sperrungen auf Plattformen wie Spotify und YouTube weiterhin zu verbreiten. Im Vorfeld hatte die Polizei eine Allgemeinverfügung zu den angemeldeten Versammlungen erlassen. Unter anderem war das Marschieren in Formation unter Einsatz einheitlicher Fahnen untersagt worden. Vor Ort hielt sich jedoch kaum jemand an diese Auflagen. Am 10. August versuchten rund 400 Neonazis, den Christopher Street Day (CSD) in Bautzen zu stören. Im Vergleich zum Vorjahr, als etwa 700 vornehmlich junge, alkoholisierte und weitgehend unorganisierte extrem rechte Personen auftraten, war die Zahl der Teilnehmer*innen in diesem Jahr deutlich geringer. Ursache dafür dürfte auch eine Professionalisierung und stärkere Strukturierung des rechten Protestes sein. So achteten Ordner gezielt auf das Auftreten der jungen Neonazis, Alkohol war klar verboten. Federführend traten vor Ort vor allem Die Heimat sowie ihre Jugendorganisation „Junge Nationalisten“ (JN), die Freien Sachsen sowie die lokale Jugendgruppierung Urbs Turrium auf. Unterstützung kam zudem aus anderen Bundesländern, etwa durch die DJV Berlin. Eine führende Rolle hatten dabei der „Die Heimat“ und „Freie Sachsen“ Aktivist Stefan Trautmann und seine Partnerin, die unter anderem mit einem Verkaufsstand vor Ort waren. Angeboten wurde Merchandise der JN, der „Heimat“ und der „Freien Sachsen“. Das kommerzielle Interesse an der jungen rechtsextremen Zielgruppe war dabei offensichtlich. Zunehmend ist eine Annäherung an etablierte extrem Rechte Strukturen zu beobachten. Exemplarisch zeigt sich das an der Struktur von „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) rund um Julian Milz, die sich zunehmend in Richtung der JN orientiert. Antifaschistische Proteste verhinderten den ungestörten Ablauf des rechten Aufmarschs immer wieder. Das wirkte sich spürbar negativ auf die Stimmung innerhalb des extrem rechten Aufmarsches aus. Immer wieder wurden Gewaltfantasien in Richtung der CSD-Teilnehmenden gegrölt.","date":"10 August 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-08-10/","section":"Fotos","summary":"Am 10. August versuchten Neonazis, den CSD in Bautzen zu stören. Die Anzahl der Teilnehmenden fiel mit einigen hundert Personen deutlich geringer aus als im letzten Jahr, tausende Menschen nahmen hingegen am CSD teil.","title":"Zwischen Mobilisierung und Misserfolg: Neonazis demonstrieren gegen den CSD in Bautzen"},{"city":"Essen","content":"","date":"8 August 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-08-08/","section":"Fotos","summary":"Essen-Kray: Hier indoktrinieren Neonazis gezielt Jugendliche, die anschließend selbstbewusst auf Angriffstour gehen. So wie am letzten Freitag: Nach einem Treffen attackierten jugendliche Neonazis eine Personengruppe und verletzten mehrere Menschen.","title":"Jugendfang im Nazikiez – Neonazis mobilisieren in Essen-Kray"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Phaenomene"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/","section":"Dossier","summary":"","title":"Phänomene"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/schwarze-sonne/","section":"Symbole","summary":"","title":"Schwarze-Sonne"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/sigrune/","section":"Symbole","summary":"","title":"Sigrune"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.08.2025 (2025-08-08, 029.jpg) #Symbolkombination Das Tattoo ist eine Kombination zweier Symbole: ein Zahnrad und ein Handwerkszeichen. Ersteres erinnert an das Emblem der Deutschen Arbeitsfront (DAF) - dem Einheitsverband für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen im „Dritten Reich\" - sowie deren Unterorganisation „Kraft durch Freude\" (KdF). Im Nationalsozialismus stand das Zahnrad für die Eingliederung von Arbeit und Freizeit in die Ideologie des Regimes. Auch wenn Zahnräder allgemein in Industriesymbolen vorkommen, wurde diese spezielle Ausführung später von der verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) übernommen. Der zweite Bestandteil ist das Deutsche Handwerkszeichen, das 1934 vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gestiftet wurde. Es zeigt ein Eichenblatt und eine Eichel, die zusammen mit einem Hammerstiel so angeordnet sind, dass sie die Form der sogenannten Hagal-Rune bilden - im NS-Verständnis ein Symbol für „Einfügung in die völkische Lebensordnung\". Für sich genommen wird dieses Symbol auch heute noch in anderen Kontexten genutzt, etwa von Handwerkskammern. Doch in der kombinierten Form mit dem DAF- Zahnrad entsteht ein bewusst ideologisch aufgeladenes Zeichen, das eine Verbindung von nationalsozialistischer Arbeits- und Handwerksideologie ausdrückt. Wenn ein Neonazi dieses Gesamtsymbol als Tattoo trägt, ist es in der Regel ein offenes Bekenntnis zu nationalsozialistischen Vorstellungen.","date":"8 August 2025","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/symbolkombinationen/","section":"Dossier","summary":"Symbolkombination Das Tattoo ist eine Kombination zweier Symbole: ein Zahnrad und ein Handwerkszeichen.","title":"Symbolkombinationen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/symbolkombinationen/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Symbolkombinationen"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.08.2025 (2025-08-08, 178.jpg) #White-Power-Handzeichen Das sogenannte “White-Power”-Handzeichen stammt ursprünglich vom herkömmlichen “OK”-Zeichen und der Gebärdensprache ab. Zunächst wurde es in Internetforen eingesetzt, um politische Gegnerinnen zu provozieren und lächerlich zu machen - indem man ihnen unterstellte, ein harmloses Symbol zu skandalisieren. Was als Spottaktion begann, wurde in völkisch-nationalistischen Milieus schnell zu einem ernst gemeinten Erkennungszeichen. In dieser politisch aufgeladenen Variante stehen die drei gespreizten Finger für ein “W”, der geformte Kreis für den Buchstaben “P” - die Abkürzung für “White Power”. Damit trägt das Zeichen eine eindeutige rassistische Botschaft, die auf die Vorstellung einer Vorherrschaft der weißen Rasse abzielt. Neonazis und andere Akteurinnen der Szene nutzen es gezielt, um Zugehörigkeit zu signalisieren, ihre Ideologie zu transportieren und Gegner*innen zu provozieren - oft in Situationen, in denen eine eindeutige juristische Einordnung schwierig ist. 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So ist aus dem “OK”-Zeichen in seiner radikalisierten Form ein doppelbödiges Symbol geworden: harmlos wirkend für Außenstehende, klar verständlich für Eingeweihte.","date":"8 August 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/white-power-geste/","section":"Dossier","summary":"White-Power-Handzeichen Das sogenannte \"White-Power\"-Handzeichen stammt ursprünglich vom herkömmlichen \"OK\"-Zeichen und der Gebärdensprache ab.","title":"White-Power-Geste"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/white-power-geste/","section":"Symbole","summary":"","title":"White-Power-Geste"},{"city":"Dortmund","content":"Verkaufsoffene Tage dienen nicht nur der Finanzierung der Szene, sondern immer auch der Vernetzung, dem Schaffen eines neonazistischen, ungestörten Sozialraumes und der Sicherung von Dortmund-Dorstfeld als \"Nazi-Kiez\". Trotz vieler antifaschstischer Versuche, dieses Image aufzubrechen, können die Neonazis den Raum überwiegend für sich beanspruchen. Außerdem nutzen sie ihn, um neue Mitstreiter:innen zu gewinnen. Zielgruppe sind hier vor allem Jugendliche - bereits Minderjährige nehmen an diesen Veranstaltungen teil und kaufen teilweise Tshirts mit klaren Anspielungen auf die Waffen-SS. Auch verbotene nationalsozialistische und neonazistische Symbole werden offen als Tattoos oder auf Kleidung zur Schau getragen, darunter beispielsweise das strafbare Keltenkreuz und Wolfsangel ebenso wie Anspielungen auf SS-Divisionen. Veranstaltungen dieser Art, meist sog. \"offene Abende\", finden gerade im Ruhrgebiet unter Gegenprotest, aber nahezu ungestört alle zwei Wochen statt - in Dortmund und Essen. Dort wird die nächste Generation an überzeugten Neonazi-Kadern an die Szene herangeführt, und ausgerüstet - ideologisch und materiell - und dies für die Neonaziszene praktischerweise mit klingelnden Kassen. Am 02.08.2025 fand in Dortmund-Dorstfeld erneut ein verkaufsoffener Samstag statt. Veranstaltungsort war wie so oft die sogenannte \"Thusnelda\" ein von Neonazis bewohntes und genutztes Haus in der Thusneldastraße. In diesem Gebäude befindet sich auch die Parteizentrale der Partei \"Die Heimat\", ehemals NPD. An diesem Samstag wurden von verschiedenen Personen und Organisationen der Neonazi-Szene allerhand Szene-Produkte verkauft - darunter Propaganda-Artikel wie Sticker, Bücher und Zeitschriften, aber auch einschlägige Kleidung und RechtsRock-Musik. Die Veranstaltung wurde abends von einem Auftritt der RechtsRock-Band \"Mjöllnir\" abgeschlossen. \"Mjölnir\" bedeutet auch \"Thorshammer\" und beschreibt die Waffe des Gottes Thor in der germanischen Mythologie. Solche Veranstaltungen dienen auch immer der (Re-)Finanzierung der Szene und neonazistischen Einzelpersonen. Unter den Teilnehmenden waren Aktivist:innen der \"Jungen Nationalisten\" (JN), ebenso Parteimitglieder der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD), parteifreie Personen und Zugehörige zum Netzwerk um die Neonazi-Kampfsportmarke \"Kampf der Nibelungen\". Auch zum Teil sehr junge Personen nahmen kaufkräftig an der Veranstaltung teil und erwarben Kleidung mit eindeutig neonazistischer Symbolik.","date":"2 August 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-08-02-do/","section":"Fotos","summary":"Am 02.08.2025 fand in Dortmund-Dorstfeld erneut ein verkaufsoffener Samstag statt. Zentral für Rekrutierung, Festigung und Finanzierung der Neonazi-Szene – der „Lagerverkauf“ in Dortmund-Dorstfeld. Ein Blick auf den „Nazikiez“, in dem Politik und Verwaltung bislang tatenlos bleiben.","title":"Braunzone - verkaufsoffener Samstag im Nazikiez Dortmund-Dorstfeld"},{"city":"Wien","content":"","date":"25 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-25-w/","section":"Fotos","summary":"Faschistisches Terrain:\nAm 25. Juli lud die „Identitäre Bewegung“ zum Vernetzungstreffen in Wien. Ein Abend voller martialischer Selbstdarstellung und Abschottung, Männerbünden und deren Inszenierung.","title":"Faschistisches Terrain: \"Identitären\"-Treffen in Wien"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wien/","section":"Orte","summary":"","title":"Wien"},{"city":"Schweringen","content":"Am 22. Juli 2025 fand in Schweringen (Landkreis Nienburg, Niedersachsen) eine Vortragsveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Als Redner war der EU-Abgeordnete Maximilian Krah eingeladen. Etwa 100 Personen nahmen an der Veranstaltung teil – überwiegend junge Männer. Zeitgleich protestierten zahlreiche Gegner:innen der AfD lautstark gegen die Veranstaltung.","date":"22 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-22/","section":"Fotos","summary":"Am 22. Juli 2025 fand in Schweringen (Landkreis Nienburg, Niedersachsen) eine Vortragsveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Wenn die Sorge um den völkischen Nachwuchs zur Besoffenheitsfrage wird - AfD-Treffen mit Maximilian Krah in Niedersachsen: Hier wurde jungen Männern das „Konzept“ nahegelegt, sich mit Alkohol mehr Mut anzutrinken, um Kinder zu zeugen.","title":"\"AfD-Männerabend\" mit Maximilian Krah in Schweringen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/schweringen/","section":"Orte","summary":"","title":"Schweringen"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 051.jpg) #Die „14 Words’ - „We must secure the existence of our people and a future for white children” - gelten als eines der bekanntesten rassistischen Glaubensbekenntnisse der internationalen Neonaziszene. Geprägt wurde der Satz vom US-amerikanischen Terroristen David Lane, Mitglied der extrem rechten Organisation „The Order‘. Die Formulierung ruft offen zur “Sicherung einer „weißen Rasse” auf und verknüpft völkischen Nationalismus mit einem apokalyptischen Bedrohungsszenario durch Migration und Vielfalt. In der Neonaziszene wird der Slogan weltweit verbreitet oft in abgekürzter Form als Zahlencode „14° oder in Kombination mit der „88“ (ein Code für „Heil Hitler“). Er taucht in Tattoos, Graffiti, Online-Profilen und auf Propagandamaterial auf. Die „14 Words’ stehen nicht nur für rassistische Ideologie, sondern auch für die Selbstverklärung vieler Rechtsextremer und Neonazis als angebliche Verteidiger eines bedrohten Volkes. Wer sie verwendet, zeigt nicht nur rechtes Gedankengut, sondern meist auch die Nähe zu gewaltbereiten, transnationalen Netzwerken.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/14-words/","section":"Dossier","summary":"Die „14 Words’ - „We must secure the existence of our people and a future for white children” - gelten als eines der bekanntesten rassistischen Glaubensbekenntnisse der internationalen Neonaziszene.","title":"14 Words"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/14-words/","section":"Symbole","summary":"","title":"14-Words"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 317.jpg) #Das auch “2x8-Handzeichen” genannte “88”-Handzeichen ist ein visuelles Erkennungszeichen, das in bestimmten neonazistischen Kreisen verwendet wird, um verschlüsselt auf die Parole “Heil Hitler” anzuspielen - der Zahlencode 88 steht dabei für den achten Buchstaben im Alphabet, also zweimal “H”. Die Geste wird mit einer Hand gemacht: Daumen und Zeigefinger bilden gemeinsam einen geschlossenen Kreis, der zusammen mit dem gebogenen Mittelfinger optisch eine “8” darstellt. Die beiden übrigen Finger - Ringfinger und kleiner Finger - werden abgespreizt und stehen für die 2, also insgesamt: 8 und 2. In der Lesart der Szene ergibt das zusammen wie das sogenannte “White Power”-Handzeichen, bei dem die Fingerstellung ein stilisiertes “W” und “P” formen soll, sich die 2x8-Geste in eine Reihe moderner Erkennungszeichen ein, die dazu zur Verbreitung ideologischer Botschaften dienen. Sie ist bewusst doppeldeutig gehalten - für Außenstehende oft nicht sofort erkennbar, für Eingeweihte jedoch klar verständlich. In sozialen Medien, auf Konzerten oder bei Versammlungen werden diese Gesten genutzt, um Zugehörigkeit zu signalisieren, ohne strafbare Inhalte zu zeigen. 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Es dient dabei als ikonisches Symbol für Autorität, Führerprinzip und nationalistische Radikalität. In der Szene steht Hitler für die Verkörperung eines völkisch-“reinen” Deutschlands, das gegen die heutige demokratische Ordnung gesetzt wird. Sein Bild wird als Ausdruck ideologischer Kontinuität verstanden - als bewusstes Bekenntnis zur NS-Ideologie. Im Wissen um die strafrechtliche Relevanz solcher Darstellungen, insbesondere wenn sie in verherrlichender Weise erfolgen, geschieht der Einsatz seines Porträts meist im Verborgenen, etwa in geschlossenen Chatgruppen, auf T-Shirts mit codierter Symbolik oder bei konspirativen Veranstaltungen. Es gibt jedoch auch gezielte Grenzüberschreitungen: In besonders radikalen Milieus - etwa im Umfeld offen neonazistischer Gruppierungen oder Publikationen - wird Hitlers Bild ganz bewusst öffentlich eingesetzt. 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Die Bezeichnung “Blood \u0026 Honour” (“Blut und Ehre”) geht auf einen Leitspruch der Hitlerjugend zurück. In Deutschland wurde das Netzwerk im Jahr 2000 verboten. Trotz des Verbots nutzt die Szene weiterhin B\u0026H-Symbolik - häufig verschleiert. Ein verbreitetes Erkennungszeichen ist der Zahlencode 28, der für die Anfangsbuchstaben B (2. Buchstabe) und H (8. Buchstabe) steht. Besonders auffällig ist die Wiederverwendung der charakteristischen rot-weißen Hintergrundgestaltung, wie sie im ursprünglichen Logo von Blood \u0026 Honour verwendet wurde. Dieser gestalterische Stil besitzt innerhalb der Szene einen hohen Wiedererkennungswert und wird bewusst beibehalten - selbst wenn der eigentliche Schriftzug fehlt. Stattdessen werden scheinbar harmlose Begriffe wie “Bart und Homer” oder andere Wortspiele eingefügt, die denselben Anfangsbuchstaben tragen. Die Szene weiß genau, was gemeint ist - Außenstehenden bleibt die codierte Botschaft meist verborgen. Diese visuelle Tarnung ermöglicht es, trotz Verbot Zugehörigkeit zu signalisieren und zugleich Repressionen zu umgehen.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/blood-and-honour/","section":"Dossier","summary":"Blood \u0026 Honour Symbolik Blood \u0026 Honour (B\u0026H) ist ein international agierendes Neonazi-Netzwerk.","title":"Blood and Honour"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/blood-and-honour/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Blood-and-Honour"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 219.jpg) #Die Parole “Blut und Ehre” war während der NS-Zeit ein zentraler Leitspruch der Hitlerjugend und wurde unter anderem auf Waffen dieser NS-Organisation eingraviert. Der Ausdruck steht für die Idee einer rassisch definierten “Volksgemeinschaft”, an deren rassistisch definierte Reinheit (“Blut”) es zu bewahren und deren Ruhm (“Ehre”) es zu verteidigen gelte - notfalls mit Gewalt. Der Slogan verknüpft somit biologische Abstammungsmythen mit nationalistischem Pathos und militärischer Haltung und wurde gezielt zur ideologischen Erziehung und Formung junger Männer im Sinne des Nationalsozialismus eingesetzt. In der heutigen Neonaziszene besitzt der Spruch weiterhin eine hohe symbolische Strahlkraft. Er dient als Schlagwort, um eine kämpferische, völkische Identität zu beschwören, und findet sich auf Tattoos, T-Shirts oder in Musiktexten. Besonders deutlich zeigt sich die Bezugnahme in der rechtsextremen Musikszene: Das international agierende Neonazi-Netzwerk “Blood \u0026 Honour” (englisch für “Blut und Ehre”) hat sich diesen Slogan bewusst als Namen gegeben - als offene Anknüpfung an die NS-Zeit. Die Szene verwendet ihn, um ideologische Kontinuität zu behaupten, Anschluss an NS-Traditionen zu demonstrieren und sich klar gegen demokratische Werte zu positionieren. In Deutschland ist die öffentliche Verwendung der Parole “Blut und Ehre” strafbar, da sie als Kennzeichen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation gilt.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/blut-und-ehre/","section":"Dossier","summary":"Die Parole \"Blut und Ehre\" war während der NS-Zeit ein zentraler Leitspruch der Hitlerjugend und wurde unter anderem auf Waffen dieser NS-Organisation eingraviert.","title":"Blut und Ehre"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/blut-und-ehre/","section":"Symbole","summary":"","title":"Blut-Und-Ehre"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 057.jpg) #Braunschweig Nazistadt Der Slogan “Braunschweig Nazistadt” wurde ab etwa 2014 gezielt von Mitgliedern der inzwischen aufgelösten Neonazipartei “Die Rechte” etabliert. Die Provokation hatte eine klare Strategie: Die Partei wollte damit Braunschweig als vermeintlich “erobertes” Territorium der Neonaziszene markieren - als Ort, an dem ihre Strukturen besonders präsent und kampagnenfähig seien. Der Slogan diente als Machtdemonstration, insbesondere bei Demonstrationen und Aktionen in der Stadt. Zwischenzeitlich wurde die Parole von Behörden als volksverhetzend eingestuft und bei Kundgebungen verboten, später jedoch durch Gerichte wieder erlaubt - unter Berufung auf die Meinungsfreiheit. Trotzdem bleibt der Ausdruck ein offener Versuch, die Stadt Braunschweig symbolisch mit Neonazismus zu besetzen. Für die Szene ist der Slogan Teil eines Narrativs: Er soll Zusammenhalt stiften, Gegner einschüchtern und gleichzeitig neue Anhänger durch vermeintliche Stärke - was auch durch den Schlagring unterstrichen werden soll - und nicht zuletzt lokale Verankerung anziehen.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/braunschweig-nazistadt/","section":"Dossier","summary":"Braunschweig Nazistadt Der Slogan \"Braunschweig Nazistadt\" wurde ab etwa 2014 gezielt von Mitgliedern der inzwischen aufgelösten Neonazipartei \"Die Rechte\" etabliert.","title":"Braunschweig Nazistadt"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/braunschweig-nazistadt/","section":"Symbole","summary":"","title":"Braunschweig-Nazistadt"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 221.jpg) #Der hier seitlich am Ring angebrachte Zahlencode 1488 ist ein verschlüsseltes Erkennungszeichen innerhalb der Neonaziszene - das zentrale ideologische Botschaften transportiert. Die 14 steht für die „14 Words’, eine rassistische Parole des US-Neonazis David Lane: ‚We must secure the existence of our people and a future for white children. Die 88 wiederum ist ein Code für „Heil Hitler“, da der Buchstabe H der achte im Alphabet ist - 88 steht somit für „HH“. In Kombination ergibt sich mit 1488 eine besonders aufgeladene Formel, die sowohl rassistische Weltanschauung als auch die Verherrlichung des Nationalsozialismus symbolisiert. Innerhalb der extrem rechten Szene dient 1488 nicht nur häufig als Tattoo oder Zahlencode auf Kleidung, sondern auch als Grußformel unter Eingeweihten, vor allem in digitalen Räumen, Chatgruppen oder Kommentarsektionen. Die verschlüsselte Form ermöglicht es, strafbare oder gesellschaftlich geächtete Inhalte zu vermitteln, ohne sie offen auszusprechen. So bleibt die Botschaft für Außenstehende oft unverständlich, während sie innerhalb der Szene eine klare ideologische Zugehörigkeit signalisiert.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/code-1488/","section":"Dossier","summary":"Der hier seitlich am Ring angebrachte Zahlencode 1488 ist ein verschlüsseltes Erkennungszeichen innerhalb der Neonaziszene - das zentrale ideologische Botschaften transportiert.","title":"Code 1488"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 016.jpg) #as Zahlenkürzel 1871 bezieht sich auf die Gründung des ’eutschen Kaiserreichs am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal on Versailles. Dieses historische Datum gilt in völkischationalistischen Kreisen wie auch bei sogenannten eichsbürgeriinnen als symbolischer Bezugspunkt für ein nahres” oder „souveränes” Deutschland - im Gegensatz ur heutigen Bundesrepublik, die von ihnen als illegitim der als „Besatzungskonstrukt” abgelehnt wird. ie Reichsgründung von 1871 markiert in ihrem erständnis den Beginn einer vermeintlich „natürlichen” taatlichen Ordnung, oft verklärt als Höhepunkt ationaler Einheit, Stärke und Souveränität. Daraus leiten je rückwärtsgewandte Forderungen ab - von der Viederherstellung eines „Reichs” bis hin zur Ablehnung lemokratischer Institutionen. Das Kürzel wird in ymbolen, Gruppennamen oder iin der Kommunikation erwendet, um diese ideologische Traditionslinie inzudeuten, ohne sie immer offen auszusprechen.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/code-1871/","section":"Dossier","summary":"as Zahlenkürzel 1871 bezieht sich auf die Gründung des ’eutschen Kaiserreichs am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal on Versailles.","title":"Code 1871"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 304.jpg) #Die Zahlenkombination 318 wird in der neonazistischen Szene als Chiffre für Combat 18 bzw. C18 verwendet - eine gewaltbereite, rechtsterroristisch ausgerichtete Gruppierung, die in Deutschland seit 2020 verboten ist. Die Abkürzung “C18” wird dabei in Zahlen übersetzt: C ist der dritte Buchstabe im Alphabet, 18 steht für A.H. - die Initialen von Adolf Hitler. Wer in der Neonaziszene diese Zahlenkombination 318 nutzt, bezieht sich damit in der Regel bewusst auf eine Organisation, die durch rassistische Ideologie, Waffenfunde und Gewaltaufrufe aufgefallen ist - eine international vernetzte Gruppierung, die sich selbst als bewaffneter Arm des Neonazi-Netzwerks Blood \u0026 Honour versteht. Zahlencodes wie 318 dienen der Szene als Mittel zur Tarnung und Wiedererkennung zugleich. Anstatt offen strafbare Symbole oder Namen zu verwenden, wird auf eine scheinbar harmlose Zahlenkombination zurückgegriffen, die für Außenstehende oft nicht sofort verständlich ist. Diese Codes ermöglichen es, Botschaften zu transportieren, Zugehörigkeit zu signalisieren und sich dennoch innerhalb rechtlicher Grauzonen zu bewegen. In vielen Fällen - wie bei 318 - bleibt die politische Aussage jedoch eindeutig: Verherrlichung und Fortführung nationalsozialistischer Ideologie.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/code-318/","section":"Dossier","summary":"Die Zahlenkombination 318 wird in der neonazistischen Szene als Chiffre für Combat 18 bzw.","title":"Code 318"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/code-1488/","section":"Symbole","summary":"","title":"Code-1488"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/code-1871/","section":"Symbole","summary":"","title":"Code-1871"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/code-318/","section":"Symbole","summary":"","title":"Code-318"},{"city":"Münster","content":"","date":"19 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-19-m/","section":"Fotos","summary":"Am 19. Juli fand in Münster eine Neonazi-Demonstration statt, Anlass waren die polizeilichen Maßnahmen bei einer Demo zwei Wochen zuvor. Nicht nur das Mobilisierungspotenzial der Neonazis fiel deutlich schwächer aus, auch die Technik versagte.","title":"Demonstration von Neonazis in Münster"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 079.jpg) #Deutsche Jungs Bei “Deutsche Jungs” handelt es sich nicht um eine eigene Modemarke im klassischen Sinn, sondern eher um ein wiederkehrendes Thema bzw. Label innerhalb des Merchandise-Angebots rund um die Rechtsrockband “Kategorie C” und ihres Sängers Hannes Ostendorf. Unter dem Slogan erscheinen regelmäßig T-Shirts, Aufkleber oder andere Propagandaprodukte, die gezielt eine rechtsoffene bis klar neonazistische Zielgruppe ansprechen - besonders in der Schnittmenge aus Hooligans, Neonazis und Rockerstrukturen. Die bewusste Hervorhebung der Anfangsbuchstaben D und J legt nahe, dass hier nicht nur mit nationaler Identität gespielt wird, sondern auch ein Bezug zur NS-Jugendorganisation “Deutsches Jungvolk” (DJ) angedeutet wird. Diese visuelle Codierung funktioniert als verstecktes ideologisches Signal - unauffällig genug, um auf der Straße zu bestehen, aber deutlich genug für Eingeweihte. “Deutsche Jungs” gehört fest zum kommerziellen Angebot rund um Kategorie C und Hannes Ostendorf. Es ist Teil eines Geschäftsmodells, das auf Szene-Identität und politischer Symbolik basiert. Ostendorf lebt mittlerweile erkennbar von dieser Mischstruktur aus Musik, Merchandise und politischem Milieu - die T-Shirts, Aufkleber und Designs dienen nicht nur als ideologisches Signal, sondern auch der Refinanzierung der Szene und seiner eigenen Aktivitäten. So verschmelzen politische Botschaft und wirtschaftliches Kalkül zu einem funktionierenden Geschäftsmodell im Neonazi-Spektrum.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/deutsche-jungs/","section":"Dossier","summary":"Deutsche Jungs Bei \"Deutsche Jungs\" handelt es sich nicht um eine eigene Modemarke im klassischen Sinn, sondern eher um ein wiederkehrendes Thema bzw.","title":"Deutsche Jungs"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/deutsche-jungs/","section":"Symbole","summary":"","title":"Deutsche-Jungs"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 222.jpg) #Partei “Die Rechte” Der nach Rechts neigende Pfeil war das Emblem der Partei „Die Rechte‘. Diese wurde 2012 als Sammelbecken für parteiunabhängige Neonazis und ehemalige Mitglieder verbotener neonazistischer Organisationen gegründet. Sie verstand sich von Beginn an als eine Art Auffangstruktur für militante Neonazikreise - insbesondere sogenannte ‚Freie Kameradschaften” -, die in klassischen Parteistrukturen wie der NPD keinen Platz fanden oder diese bewusst ablehnten. Auch wurde sie als mögliche Parallelstruktur aufgebaut, falls die NPD verboten werden sollte. Ihre Gründung fiel in eine Phase der strategischen Neuorientierung der rechtsextremen Szene, in der klassische Parteiformate zunehmend mit außerparlamentarischen Aktionsformen verschmolzen. Trotz einzelner öffentlichkeitswirksamer Auftritte - etwa bei Demonstrationen oder durch gezielte Provokationen - war „Die Rechte” von internen Konflikten, Bedeutungsverlust und mangelnder Strukturstärke geprägt. Die permanente Spannungen zwischen parteinahen und parteiferneren Kräften, ideologische Grabenkämpfe und schwache Wonhlergebnisse führten dazu, dass sich die Partei zuletzt zunehmend selbst marginalisierte. Nach Jahren des Niedergangs kündigte sie 2025 schließlich ihre Selbstauflösung an. Die politischen Netzwerke und Akteure bestehen jedoch teilweise weiter - oftmals in loser Form.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/die-rechte/","section":"Dossier","summary":"Partei \"Die Rechte” Der nach Rechts neigende Pfeil war das Emblem der Partei „Die Rechte‘. 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Die Produkte sind meist bewusst doppeldeutig gestaltet, um strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden und dennoch intern klare ideologische Botschaften zu transportieren. Der Erlös fließt direkt in die Szene zurück - zur Unterstützung von Aktivist:innen, zur Finanzierung von Kampagnen oder als Rücklage für juristische Auseinandersetzungen. Hinzu kommen rechtsextreme Konzerte und Kampfsportevents, bei denen Eintrittsgelder, Getränkestände und der Verkauf von Fanartikeln erhebliche Summen einbringen. Besonders Formate wie “Kampf der Nibelungen” oder Rechtsrock-Festivals gelten als finanzstarke Plattformen der Szene, bei denen Vernetzung, Ideologieschulung und Geschäftsmodell Hand in Hand gehen. Teilweise wird dabei jedes Schlupfloch genutzt: Manchmal wird selbst auf Demonstrationen noch Wasser verkauft - nicht aus Versorgungsgründen, sondern weil sich mit dem Durst der Teilnehmer:innen ein paar Euro dazuverdienen lassen. Entscheidend ist, dass jedes Event, jede CD, jedes Shirt nicht nur der Selbstdarstellung, sondern auch der finanziellen Absicherung der Szene dient.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/finanzierungsmodelle/","section":"Dossier","summary":"Finanzierungsmodelle Die Neonaziszene finanziert sich über ein breites Spektrum kommerzieller Aktivitäten, bei denen Ideologie und Profit eng miteinander verflochten sind.","title":"Finanzierungsmodelle"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/finanzierungsmodelle/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Finanzierungsmodelle"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 037.jpg) #Frontline Skinheads Die Gruppierung “Frontline Skinheads Dortmund Dorstfeld” ist eine neonazistische Kameradschaft aus dem Dortmunder Stadtteil Dorstfeld, die sich als Nachfolgeorganisation der 2012 aufgelösten “Skinheadfront Dortmund-Dorstfeld” versteht. Diese Gruppe ist für ihre gewaltbereite Ausrichtung und ihre Verbindungen zur Neonazi-Szene bekannt. Einige ihrer Mitglieder waren bereits in der Vergangenheit an gewalttätigen Übergriffen beteiligt, darunter der Mord an dem Punk Thomas Schulz im Jahr 2005. Die Gruppierung nutzt bewusst Symbole und Slogans, die an die frühere “Skinheadfront” erinnern, wie etwa das Logo mit den Springerstiefeln, und knüpft auch ideologisch nahtlos an die frühere Struktur an - zum Teil sind sogar die Mitglieder identisch. Die Gruppe ist Teil eines fest etablierten Netzwerks von Neonazis in Dortmund, das insbesondere im Stadtteil Dorstfeld über Jahre hinweg kontinuierlich Strukturen aufgebaut hat und dort eine nahezu ungebrochene Szene-Tradition fortführt.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/frontline-skinheads/","section":"Dossier","summary":"Frontline Skinheads Die Gruppierung \"Frontline Skinheads Dortmund Dorstfeld\" ist eine neonazistische Kameradschaft aus dem Dortmunder Stadtteil Dorstfeld, die sich als Nachfolgeorganisation der 2012 aufgelösten \"Skinheadfront Dortmund-Dorstfeld\" versteht.","title":"Frontline Skinheads"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/frontline-skinheads/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Frontline-Skinheads"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 065.jpg) #Fylgien Fylgien ist der Name eines neonazistischen Musikprojekts. Der Begriff Fylgien stammt ursprünglich aus der nordischen Mythologie und bezeichnet ein schützendes Geistwesen, einen Schutzgeist, der mit einer Person verbunden ist und deren Charakter oder Schicksal widerspiegeln soll. In der Mythologie erscheinen Fylgien oft in Tiergestalt und stehen für eine enge Verbindung zwischen Mensch, Natur und Schicksal. In der Neonaziszene, besonders im Umfeld völkisch-heidnischer Strömungen, wird der Begriff ideologisch aufgeladen und neu gedeutet. Dort steht die Fylgia sinnbildlich für eine angeblich “ursprüngliche” nordisch-germanische Identität, die es gegen den “modernen Verfall” zu bewahren gelte, und als Legitimierung von Blut-und-Boden-Ideologien und rassistischer Zugehörigkeit. Sie dient nicht nur als Symbol persönlicher Stärke, sondern auch als Ausdruck kollektiver Abstammung und einer vermeintlich “germanischen Seele”. Stücke der Musikgruppe Fylgien fanden auch Verwendung in Kampagnen der Neonaziszene, etwa auf der sogenannten Schulhof-CD, mit der Jugendliche gezielt ideologisiert werden.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/fylgien/","section":"Dossier","summary":"Fylgien Fylgien ist der Name eines neonazistischen Musikprojekts.","title":"Fylgien"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/fylgien/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Fylgien"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Ideologien"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 054.jpg) #Jung \u0026 Stark “Jung \u0026 Stark” ist eine rechtsextreme Jugendorganisation, die sich im Jahr 2024 formierte und seither vor allem als organisatorische Plattform für sehr junge, gewaltorientierte Neonazis in Erscheinung tritt. Die Gruppe rekrutiert vor allem über soziale Netzwerke wie TikTok, WhatsApp oder Instagram und verwendet bewusst provokative Ästhetik: Glatzen, Bomberjacken, Reichsflaggen und “White Power”-Zeichen prägen ihr Auftreten. Die Funktion von “Jung \u0026 Stark” geht über Öffentlichkeitsarbeit hinaus: Mitglieder beteiligen sich aktiv an Demonstrationen, Angriffen auf CSD-Veranstaltungen und anderen gewalttätigen Aktionen. Die lose, oft über soziale Medien agierende Struktur bietet einen niederschwelligen Einstieg in die neonazistische Ideologie - mit klarer Anschlussfähigkeit an gefestigte Netzwerke. Vor allem Parteien wie “Die Heimat” und “Der Dritte Weg” versuchen gezielt, junge Aktivisten aus dem Umfeld von “Jung \u0026 Stark” für sich zu gewinnen. Die Gruppe funktioniert dabei zunehmend als Vorfeldorganisation, die dem Aufbau straff geführter, parteinaher Neonazistrukturen dient.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/jung-und-stark/","section":"Dossier","summary":"Jung \u0026 Stark \"Jung \u0026 Stark\" ist eine rechtsextreme Jugendorganisation, die sich im Jahr 2024 formierte und seither vor allem als organisatorische Plattform für sehr junge, gewaltorientierte Neonazis in Erscheinung tritt.","title":"Jung \u0026 Stark"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/jung-und-stark/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Jung-Und-Stark"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 072.jpg) #Kampf der Nibelungen “Kampf der Nibelungen” (KdN) ist eine Kampfsportveranstaltung und Marke der Neonaziszene - sie dient der Rekrutierung, Vernetzung und Radikalisierung von Neonazis. Der KdN ist deshalb nicht nur ein Event, sondern Baustein im Aufbau einer extrem rechten Parallelstruktur. Organisiert wird der KdN meist unter hoher Konspiration, mit kurzfristig bekanntgegebenen Orten, verschleierten Strukturen und gezielter Desinformation gegenüber Behörden. In den letzten Jahren wurde die Veranstaltung mehrfach verboten, weil sie eindeutig auf Straßenkampf und Einschüchterung politischer Gegner abzielt. Das Erkennungszeichen der Organisation ist ein Lindenblatt in einem Achteck, dem sogenannten Octagon. Ersteres verweist auf die Nibelungensage, letzteres auf die Grundfläche im Mixed Martial Arts. Der KdN steht für die strategische Verschmelzung von politischem Aktivismus und Kampfsport. Ziel ist es, militante, ideologisch gefestigte Kämpferstrukturen aufzubauen. Trainingsgruppen, eine eigene Bekleidungsmarke, Social-Media-Kanäle sowie internationale Vernetzung sorgen für eine kontinuierliche Mobilisierung und ideologische Festigung. Es geht nicht um Sport im klassischen Sinn, sondern um die Schulung im Kampf als politische Praxis - als Vorbereitung auf eine vermeintlich bevorstehende gesellschaftliche “Auseinandersetzung”.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kampf-der-nibelungen/","section":"Dossier","summary":"Kampf der Nibelungen \"Kampf der Nibelungen\" (KdN) ist eine Kampfsportveranstaltung und Marke der Neonaziszene - sie dient der Rekrutierung, Vernetzung und Radikalisierung von Neonazis.","title":"Kampf der Nibelungen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/kampf-der-nibelungen/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Kampf-Der-Nibelungen"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 123.jpg) #Kampfbund Die Gruppierung “Kampfbund” trat erstmals 2025 öffentlich in Erscheinung und stammt aus Nordrhein-Westfalen. Anfangs noch ohne klare Struktur, durchliefen die Mitglieder eine schnelle Radikalisierung und entwickelten sich in kurzer Zeit zu einer geschlossenen Gruppe mit einheitlichem Auftreten und deutlicher ideologischer Ausrichtung. Besonders auffällig: das extrem junge Alter vieler Mitglieder. Zum Teil gehören der Gruppe Jugendliche im Alter von 13 oder 14 Jahren an. Der Name “Kampfbund” spielt dabei bewusst auf historische NS-Organisationen an: typische Symbole wie die “Schwarze Sonne”, ein Zeichen aus der SS-Tradition, sowie die spezielle Form des verwendeten Wappenschildes - welche sich an den Divisionsabzeichen der Waffen-SS orientiert. Diese Wappen zeichnen sich oft durch eine besondere Schildform aus, bei der eine Ecke fehlt. Diese asymmetrische Gestaltung sollte die Einzigartigkeit und Abgrenzung der jeweiligen Einheit symbolisieren. Und auch der Wahlspruch “When all will betray, we shall remain faithful” bezieht sich auf das Lied “Wenn alle untreu werden”, das in der Zeit des Nationalsozialismus in abgewandelter Form als “Treuelied” von der Schutzstaffel (SS) verwendet wurde.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kampfbund/","section":"Dossier","summary":"Kampfbund Die Gruppierung \"Kampfbund\" trat erstmals 2025 öffentlich in Erscheinung und stammt aus Nordrhein-Westfalen.","title":"Kampfbund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/kampfbund/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Kampfbund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/kategorie-c/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Kategorie-C"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/kkk/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Kkk"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 230.jpg) #Kolovrat Das achtarmige Kolovrat ist ein sogenanntes slawisches Sonnensymbol, das in der heutigen Zeit häufig von Neonazis als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz genutzt wird. Das Symbol besteht aus acht gebogenen Armen, die an ein drehendes Hakenkreuz erinnern - in dieser Form wird es vor allem in der russischen Neonazi-Szene verwendet. Auch in anderen Ländern ist das Zeichen in extrem rechten Zusammenhängen zu finden, oft als Ausdruck von „arischer” Herkunft oder einer vermeintlichen Verbindung zu vorchristlichen, heidnischen Kulturen. Gelegentlich taucht das Kolovrat auch in der sogenannten Wikinger- oder Heidenszene auf, wobei dabei versucht wird, es als harmloses Sonnensymbol darzustellen. In der tatsächlichen Urund Frühgeschichte ist das Zeichen allerdings kaum belegt; größere Bekanntheit erlangte es erst im 20. Jahrhundert - vor allem in nationalsozialistischen und neonazistischen Kontexten. Die Verwendung des Kolovrat ist in Deutschland nicht strafbar, kann jedoch als verfassungsfeindlich gewertet werden, wenn es in einer Form gezeigt wird, die eindeutig auf nationalsozialistische Ideologie verweist. In solchen Fällen kann eine strafrechtliche Relevanz gegeben sein.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/kolovrat/","section":"Dossier","summary":"Kolovrat Das achtarmige Kolovrat ist ein sogenanntes slawisches Sonnensymbol, das in der heutigen Zeit häufig von Neonazis als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz genutzt wird.","title":"Kolovrat"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/kolovrat/","section":"Symbole","summary":"","title":"Kolovrat"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/kriegsverherrlichung/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Kriegsverherrlichung"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/lonsdale/","section":"Symbole","summary":"","title":"Lonsdale"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/lunikoff-verschwoerung/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Lunikoff-Verschwoerung"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 004.jpg) #N.S. HEUTE Weltanschauung. Bewegung. Leben. Bei “N.S. Heute” handelt es sich um eine Zeitschrift, die sich offen auf die Ideologie des Nationalsozialismus bezieht. Bereits der Name der Publikation ist Programm und steht als Abkürzung für “Nationaler Sozialismus Heute” und als Ausdruck eines ungebrochenen Bekenntnisses zum historischen Nationalsozialismus. Ein reines Bekenntnis ist jedoch rechtlich nicht automatisch strafbar, solange keine verbotenen Inhalte verbreitet werden. “N.S. Heute” nutzt genau diesen Graubereich, indem die Zeitung in den vorgegebenen rechtlichen Grenzen offen nationalsozialistisch auftritt, aber meist direkte Straftatbestände vermeidet. Die Zeitschrift versteht sich als Sprachrohr einer sich selbst so nennenden “nationalsozialistischen Bewegung” im deutschsprachigen Raum und richtet sich an ein ideologisch gefestigtes Publikum. Neben politischen Kommentaren, Aktionenberichten und Interviews mit einschlägig bekannten Akteuren finden sich regelmäßig Beiträge, die Taten des NS-Regimes glorifizieren und die parlamentarische Demokratie grundsätzlich infrage stellen. Die Publikation verfolgt dabei das Ziel, verschiedene Strömungen des organisierten Neonazismus zu vernetzen und gleichzeitig Debatten anzustoßen - etwa zu Strategien, Geschichtsdeutung oder dem Verhältnis zu parteipolitischem Aktivismus.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/ns-heute/","section":"Dossier","summary":"N.S. HEUTE Weltanschauung. Bewegung. Leben. Bei \"N.S. Heute\" handelt es sich um eine Zeitschrift, die sich offen auf die Ideologie des Nationalsozialismus bezieht.","title":"N.S. Heute"},{"city":"Münster","content":"Erneut fand in Münster (Nordrhein-Westfalen) am 19. Juli 2025 eine Demonstration von Neonazis statt. Auf archive.org ansehen","date":"19 Juli 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.07.25.-neonazi-demonstration.-muenster/","section":"Videos","summary":"Erneut fand in Münster (Nordrhein-Westfalen) am 19. 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Dabei geht es weniger um tatsächliches historisches Wissen, sondern um ein konstruiertes Identitätsgefühl. Die Runen bieten Projektionsflächen für völkische Vorstellungen von Stärke, Gemeinschaft und Tradition. Gleichzeitig haben Runen in der neonazistischen Szene auch eine strategische Funktion. Anders als offen verbotene Nazi-Symbole wie das Hakenkreuz sind viele Runen rechtlich nicht eindeutig verboten und können daher als Code dienen - erkennbar für Eingeweihte, unauffällig für Außenstehende. Oder, wie in manchen Fällen, stehen die Runen scheinbar harmlos einfach nur für einen Namen wie “Sabrina” - und ermöglichen so das Spiel mit Mehrdeutigkeit und gezielter Provokation. Die Nutzung solcher Zeichen ist Teil eines stilisierten Selbstbilds: als Kämpfer für eine verlorene Ordnung, als Träger eines “verbotenen Wissens”, das meist auf Mythen und Fehlinterpretationen basiert.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/runenalphabet/","section":"Dossier","summary":"Runen-Alphabet Neonazis verwenden Runen in Tattoos, weil sie darin eine Möglichkeit sehen, ihre Ideologie als etwas Archaisches, Geheimnisvolles und \"Ursprüngliches\" auszudrücken.","title":"Runen-Alphabet"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/runenalphabet/","section":"Symbole","summary":"","title":"Runenalphabet"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/schwarz-weiss-rot/","section":"Symbole","summary":"","title":"Schwarz-Weiss-Rot"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/ss-totenkopf/","section":"Symbole","summary":"","title":"Ss-Totenkopf"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 261.jpg) #X.x.X. Straight-Edge-Symbolik X.x.X. steht für “Straight Edge”, wörtlich “gerade Kante”, und geht ursprünglich auf die Straight-Edge-Bewegung zurück, die in den 1980er Jahren innerhalb der Punk- und Hardcore-Szene entstand. Straight Edge steht für einen Lebensstil, der den Verzicht auf Drogen, Alkohol und andere Rauschmittel betont. Straight Edge fand durch die “Autonomen Nationalisten” (AN) eine breitere Verbreitung in der Neonaziszene, vor allem durch die Übernahme von Elementen aus der Hardcore-Musikszene. Die AN, meist jugendliche Neonazis aus den Reihen der freien Kameradschaften in Deutschland, orientierten sich seit etwa 2002 bewusst an der politisch linken autonomen Bewegung, insbesondere an deren Auftreten und Kleidungsstil. Obwohl das Konzept der “Autonomen Nationalisten” heute größtenteils verschwunden ist, haben sich durch die AN einzelne neue Stile und Symbole in der rechten Szene etabliert - so auch das X.x.X.-Symbol, das in der Neonazi-Szene weniger für den Verzicht auf Alkohol oder Drogen, sondern vielmehr für körperliche Stärke, Durchhaltevermögen und eine kompromisslose Haltung steht. Besonders im Kampfsportbereich ist das Zeichen verbreitet und dient als Ausdruck von Loyalität und Kampfbereitschaft.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/straight-edge/","section":"Dossier","summary":"X.x.X.","title":"Straight Edge"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/straight-edge/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Straight-Edge"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/vegvisir/","section":"Symbole","summary":"","title":"Vegvisir"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/verdeckte-tattoos/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Verdeckte-Tattoos"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 116.jpg) #Vril Bezüge auf das sogenannte “Vril” finden sich in der Symbolwelt sowohl esoterischer als auch neonazistischer Kreise. Dies besonders dort, wo sich deren Weltanschauungen überschneiden - dort, wo sich auf geheimes Wissen, eine spirituell überlegene Auserwähltheit oder eine angeblich unterdrückte Wahrheit berufen wird. Der Begriff Vril selbst entstammt dem Roman “The Coming Race” (1871), in dem eine unterirdische, technologisch überlegene Rasse eine geheimnisvolle Energie namens Vril nutzt. Obwohl das Werk als Fiktion angelegt war, wurde das Konzept später in esoterischen Kreisen als reale Kraft interpretiert. Im 20. Jahrhundert wurde Vril Teil moderner Mythenbildungen, etwa in Form der angeblichen “Vril-Gesellschaft” im Umfeld des Nationalsozialismus. Diese soll über geheimes Wissen, spirituelle Kräfte und sogar Kontakte zu außerirdischen Intelligenzen verfügt haben - mit deren Hilfe dann sogenannte Superwaffen konstruiert worden sein sollen. Historisch gibt es dafür keine Belege. Dennoch wird der Begriff weiter genutzt, um Verschwörungsnarrative und Vorstellungen einer “verborgenen Wahrheit” zu transportieren.\nTafeltext 01.08.2026 (2026-08-01-d, 030.jpg) #Die Vril-Rune ist ein Symbol, das vor allem in esoterisch-neonazistischen und rechtsextremen Kreisen verwendet wird und auf die fiktive “Vril-Kraft” aus okkulten und pseudowissenschaftlichen Schriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts Bezug nimmt. In der Ideologie dieser Gruppen wird die Rune als Zeichen für überlegene “arische Kräfte”, Macht und angebliche mystische Wehrhaftigkeit gedeutet. Sie steht zudem für die sogenannte “Vril-Gesellschaft”, eine vermeintlich historische Geheimorganisation, deren Erzählung auf einem Science-Fiction-Roman von 1871 basiert. Heute wird die Vril-Rune insbesondere von Neonazis, Esoteriker:innen und Verschwörungsideolog:innen als Identifikationssymbol genutzt und steht in diesem Zusammenhang für ein rassistisches, völkisches und antisemitisches Weltbild.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/vril/","section":"Dossier","summary":"Die Vril-Rune ist ein Symbol, das vor allem in esoterisch-neonazistischen und rechtsextremen Kreisen verwendet wird und auf die fiktive \"Vril-Kraft\" aus okkulten und pseudowissenschaftlichen Schriften des 19. und frühen 20.","title":"Vril"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/waffen-ss/","section":"Symbole","summary":"","title":"Waffen-Ss"},{"city":"","content":" Tafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 302.jpg) #Waffensymbolik Neonazis zeigen ihre Affinität zu Waffen oft durch Tätowierungen oder Symbole auf Kleidung, weil Waffen für sie mehr als bloße Werkzeuge sind. Sie stehen als sichtbares Zeichen für die Gewaltbereitschaft, die fest in der Ideologie verankert ist. Waffen symbolisieren den Vernichtungsgedanken gegenüber politischen Gegnern und Minderheiten, die als Feinde markiert und wahrgenommen werden. Damit wird eine aggressive, kämpferische Haltung demonstriert, die sich gegen gesellschaftliche Vielfalt und demokratische Werte richtet. Gleichzeitig spielt die Darstellung von Waffen eine wichtige Rolle in den Männlichkeitserzählungen der Szene. Waffen gelten als Ausdruck von Stärke, Macht und vermeintlicher Kompetenz - Eigenschaften, die in diesem Umfeld besonders geschätzt werden. Diese Symbole sollen das Bild des “starken Kämpfers” festigen, der seine Überzeugungen notfalls mit Gewalt durchsetzt. So verbinden sich in der Waffensymbolik Gewalt, ideologischer Kampf und traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit zu einem komplexen Ausdruck neonazistischer Identität.","date":"19 Juli 2025","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/waffensymbolik/","section":"Dossier","summary":"Waffensymbolik Neonazis zeigen ihre Affinität zu Waffen oft durch Tätowierungen oder Symbole auf Kleidung, weil Waffen für sie mehr als bloße Werkzeuge sind.","title":"Waffensymbolik"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/waffensymbolik/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Waffensymbolik"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/white-power-faust/","section":"Symbole","summary":"","title":"White-Power-Faust"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/wikinger/","section":"Symbole","summary":"","title":"Wikinger"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/wolfsangel/","section":"Symbole","summary":"","title":"Wolfsangel"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/wotansknoten/","section":"Symbole","summary":"","title":"Wotansknoten"},{"city":"Essen","content":"Begleitet wurde die Veranstaltung von lautstarkem Gegenprotest. Dieser wurde von den Neonazis auf ihrer Kundgebung direkt angesprochen – wie gewohnt mit Beleidigungen und Einschüchterungsversuchen. Sven Skoda, langjähriger Szene-Akteur, hob den \"Nazi-Kiez\" in Dortmund-Dorstfeld als \"Leuchtturmprojekt im Westen\" hervor und kündigte an, dass sich in Essen Vergleichbares entwickle. Die Szene will dort weiter Monat für Monat Präsenz zeigen. Niklas Busch trat als Vertreter der JN mit einem kurzen Redebeitrag auf, in dem er beschwor, dass die \"deutsche Jugend wieder krass\" werde. Er beendete seine Rede mit einem Zitat Adolf Hitlers, den er zudem als \"größten deutschen Staatsmann jemals\" lobte. Keine Verkleidung, keine Zurückhaltung – blanker Nationalsozialismus. Die Veranstalter machen aus ihrer Ideologie keinen Hehl. Auch bei der gezielten Ansprache von Jugendlichen stehen offen nationalsozialistische Inhalte im Zentrum. Wer hier rekrutiert, tut das mit faschistischer Agenda und langfristiger Strategie. Am 11. Juli fand erneut ein \"Offener Abend\" der neonazistischen Partei \"Die Heimat\" in ihrer Landeszentrale in Essen-Kray statt. Diese Veranstaltungsreihe läuft dort seit einigen Monaten - ihr Ziel: junge Menschen ansprechen, politisch auf Linie bringen und strukturell an die Partei binden. Altbekannte Führungskader aus dem Umfeld der Partei, die bisher vor allem in Dortmund-Dorstfeld aktiv waren, investieren sichtbar in den Aufbau einer neuen Basis – diesmal in Essen. Im Fokus steht eindeutig die Nachwuchsarbeit. Die Abende bestehen aus politischen Vorträgen zur ideologischen Radikalisierung. Im Anschluss folgt regelmäßig eine Demonstration, die augenscheinlich eine Art \"Eventcharakter\" für die Teilnehmenden bietet. Auch am vergangenen Freitag zogen die Neonazis mit einer Demonstration durch den Stadtteil Essen-Kray. Knapp 60 Personen nahmen daran teil - der Großteil von ihnen wieder einmal auffällig jung. Neben bekannten Mitgliedern der Gruppe \"Jung \u0026 Stark NRW\", die bereits seit einiger Zeit eng an die Heimat und die Jungen Nationalisten angebunden sind, kommen zu den \"Offenen Abenden\" auch immer wieder Jugendliche, die noch nicht fest in der Szene verankert sind. Die Strategie scheint aufzugehen: niedrigschwelliger Einstieg, klare ideologische Botschaften, Gruppenzugehörigkeit.","date":"11 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-11-e/","section":"Fotos","summary":"Ideologische Radikalisierung und Nachwuchsarbeit: Am vergangenen Freitag fand erneut ein „Offener Abend“ der Partei „Die Heimat“ in ihrer Landeszentrale in Essen statt. Ziel ist es, Jugendliche anzusprechen und an die neonazistische Partei anzubinden.","title":"Heimat/JN: Offener Neonazi-Abend mit Demonstration in Essen"},{"city":"Essen","content":"Am 11. Juli 2025 fand in Essen-Kray ein sog. “Offener Abend” von Neonazis der Partei “Die Heimat” und ihrer Jugendorganisation “Junge Nationalisten” in der lokalen Parteizentrale statt. Um den Teilnehmenden ein umfassendes Erlebnis zu bieten und diese möglichst gut an die eigene Szene zu binden, fand auch eine Demonstration durch Essen-Kray statt.\nAuf archive.org ansehen","date":"11 Juli 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.07.13.-offener-abend.-essen/","section":"Videos","summary":"Am 11. Juli 2025 fand in Essen-Kray ein sog. \"Offener Abend\" von Neonazis der Partei \"Die Heimat\" und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" in der lokalen Parteizentrale statt. Um den Teilnehmenden ein umfassendes Erlebnis zu bieten und diese möglichst gut an die eigene Szene zu binden, fand auch eine Demonstration durch Essen-Kray statt.","title":"Offener Abend von Neonazis in Essen"},{"city":"Bassum","content":"Am 7.7.2025 fand in Bassum (Kreis Diepholz) die 150. Montagsdemo des AfD-Kreisverbands Diepholz statt, auch \"Stunde der Patrioten\" genannt. Verantwortlich für diese Demos zeichnet der dortige Kreisvorsitzende Andreas Iloff (Bild). Die Montagsdemos laufen fast ausschließlich nach dem gleichen, von Andreas Iloff geplanten Schema ab: Nach kurzer Vorlaufzeit hält der AfD-Kreisvorsitzende seinen Redebeitrag. Nur äußerst selten überlässt er das Mikrofon anderen Redner:innen, dann meist nur für kurze Ansagen. Dass diese Redebeiträge regelmäßig – wie bei der AfD üblich- Deutschlands bevorstehenden Untergang voraussagen, der nur durch die AfD zu verhindern sei, scheint auch niemanden zu stören. Man ist doch hierher gekommen, um genau das zu hören und sich gegenseitig darin zu bestätigen. Auch Mitglieder des AfD-Kreisvferbands Cloppenburg/Vechta laufen regelmäßig in Bassum mit. So können sie doch so wenigstens auf einige Aktivitäten ihrerseits verweisen. Jüngere AfDler:innen, in anderen Kreisverbänden oft stark vertreten und tonangebend, sind in beiden Kreisverbänden selten. Auch etliche Versuche von Andreas Iloff durch Einladen von \"alternativen Medien\" die Teilnehmer:innenzahl zu steigern, brachte bisher keinen Erfolg - hier im Bild zwei \"Journalist:innen\" von \"Utopia-TV\". Diese widmeten sich ausführlich der AfD und ließen mehrere Teilnehmer:innen dort ausführlich zu Wort kommen. Dass Iloff bereits in den 90er Jahren Vorsitzender des Vereins \"Freundeskreis Deutschland\" war, der mehrfach in niedersächsischen Verfassungsschutzberichten im Kapitel Rechtsextremismus erwähnt wurde, scheint seine Anhänger:innen ebenso wenig zu stören... Als ein weiterer \"alternativer Pressevertreter\", der häufiger bei der AfD Diepholz zu Gast ist, war Wolfgang Wiencziers (Bild) vor Ort. Er ist ein rechter Streamer aus Bremen. Abweichend vom normalen Programm wurden vor Beginn der eigentlichen Demo Luftballons in den Himmel geschickt. Allerdings hatten sich zwischen die blauen auch einige andersfarbige geschmuggelt, sodass das Erscheinungsbild nicht so klar ausfiel wie geplant. Dafür fand mit dem Abspielen von \"99 Luftballons\" von Nena  während des Ballonaufstiegs dann doch zusammen, was zusammen gehört. Auch Teilnehmer:innen aus dem Landkreis Nienburg sorgen dafür, dass die Montagsdemos durchgeführt werden können. Sind weniger als 20 Personen vor Ort, gibt sich die AfD nicht der Lächerlichkeit preis und macht statt  einer Demo eine Mahnwache vor Ort, die aber dann so gut wie keine Öffentlichkeit erreicht. Andreas Iloff, der Beisitzer im vorzeitig abgesetzten Landesvorstand um Jens Kestner war, hat seit dieser Zeit ein eher gestörtes Verhältnis zum niedersächsischen Landesvorstand...auch ein Grund, warum er für seine Montagsaktionen nur selten prominente AfD-Politiker:innen als Redner:innen gewinnen kann. Allerdings zweimal trat in den letzten Wochen Danny Hilse, Organisator der sogenannten \"Gemeinsam für Deutschland\" (GfD) – Demonstrationen in Niedersachsen auf und durfte für seine Veranstaltung Ende Juni in Hannover werben. Im Gegenzug reiste die AfD Diepholz dann mit 5 Personen nach Hannover und Andreas Iloff durfte dort einen Redebeitrag halten. Die Teilnehmer:innenzahl von etwa 180 bezeichnete Iloff im Nachhinein für eine Stadt wie Hannover als beachtlich. Nienburger Teilnehmer:innen (hier im Bild)  kommen regelmäßig nach Bassum, da in ihrem eigenen Landkreis kaum öffentliche Aktionen der dortigen AfD stattfinden. Bereits im Frühjahr begab sich die AfD Diepholz mit einem Infostand in Lemförde und einer Saalveranstaltung auf die Suche nach geeigneten Kandidat:innen für die Kommunalwahl 2026, möchte sie doch in möglichst viele Stadt- und Gemeindeparlamente einziehen... ...und auch im Kreistag wieder mit mehr als 3 Sitzen vertreten sein. Das Problem, das sich der Partei hier stellt, ist – ähnlich wie bei vielen anderen AfD-Landes- und Kreisverbänden-, dass es im Kreisverband nur sehr wenige Mitglieder gibt, die in der Lage wären so ein Mandat wirklich wahrzunehmen. Bei der letzten Kommunalwahl gelang es der AfD neben mageren 3 Sitzen im Kreistag (2016 waren es noch 5) je einen Sitz in den Stadträten von Diepholz und Stuhr zu erringen. In beiden Fällen fallen die dortigen AfD-Vertreter überwiegend dadurch auf, dass sie versuchen, die von der Partei gesetzten Themen einzubringen, egal ob sie in den Kompetenzbereich der Räte gehören oder nicht. ...wie seine späteres Amt als Gemeinschaftssprecher des \"Deutschen Bund\", einer ebenfalls äußerst rechten Gruppierung, die unter anderem Deutschland in den früheren Grenzen wiedererstehen lassen wollte. Auch Kontakte Iloffs zu bekannten Neonazis wie Rigolf Hennig oder Thorsten Heise scheinen hier nicht zu stören. Im Anschluss an den Redebeitrag formiert sich der Großteil der Anwesenden dann zum \"Spaziergang\", begleitet von Andreas Iloff, der eine auf einem Bollerwagen montierte Anlage hinter sich herzieht... ...um unterwegs die Bassumer Bevölkerung an seinen populistischen Sprüchen teilhaben zu lassen. Da heißt es dann schon mal vor einem Supermarkt \"Morgen gibt es keine Bananen mehr\" oder beim Passieren eines Autohauses \"Die wollen euch eure Autos wegnehmen\". Bei dieser Jubiläumsveranstaltung  waren knapp 50 Teilnehmer:innen anwesend; an \"normalen\" Montagen liegt die Zahl meist bei um die 30. Aber auch diese wird nur dadurch erreicht, dass etliche Teilnehmer:innen aus anderen Landkreise anreisen, wie hier eine Gruppe Bremer AfDler:innen. Begonnen  haben diese Montagsdemos Ende Juni 2022 in Twistringen. Als die dortige Ortsmitte durch Bauarbeiten nicht mehr begeh- und befahrbar war... ...wechselte die AfD auf Autokorsos durch den Landkreis um, die aber meist auf wenig Aufmerksamkeit stießen, da es im ländlichen Raum nur sehr wenig Publikumsverkehr abseits der Ortschaften gibt. Im Oktober 2024 lebten dann die Montagsevents wieder als Demos auf, jetzt im Nachbarort Bassum. Nach einem kurzen Zwischenspiel vor dem Bassumer Rathaus musste die AfD zur abgelegeneren Stadtbücherei umziehen, da es dem Gegenprotest, der ebenfalls von Twistringen nach Bassum mitgewandert war, gelang den Rathausvorplatz für eigene Aktionen zu benutzen.","date":"7 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-07/","section":"Fotos","summary":"Am 7.7.2025 fand in Bassum (Kreis Diepholz) die 150. Montagsdemo des AfD-Kreisverbands Diepholz statt, auch \"Stunde der Patrioten\" genannt. Jeden Montag in Bassum (Niedersachsen): Die AfD demonstriert – nicht aus aktuellem Anlass, sondern mit Kalkül. Im Bremer Umland wird Woche für Woche an Struktur, Präsenz und der schleichenden Normalisierung gearbeitet. Dauerhaft, still – aber mit Absicht.","title":"AfD-Demonstration in Bassum"},{"city":"Münster","content":"Aufmarsch von Neonazis in Münster am 05. Juli 2025\nAuf archive.org ansehen","date":"5 Juli 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.07.11.-neonazi-aufmarsch.-meunster/","section":"Videos","summary":"Aufmarsch von Neonazis in Münster am 05. Juli 2025","title":"Aufmarsch von Neonazis in Muenster"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/institut-fuer-staatspolitik/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Institut-Fuer-Staatspolitik"},{"city":"Münster","content":"Die lange Wartezeit sorgte dafür, dass die Demonstration sichtlich ausdünnte, da viele Neonazis die Versammlung verließen. Die Stimmung der Anwesenden war sichtlich genervt, auch an dem lautstarken Gegenprotest störten sich viele von ihnen. Aus Empörung über das polizeiliche Vorgehen hielt Christian Worch eine spontane Rede, in der er nicht nur eine Klage und weitere rechtliche Konsequenzen versprach, sondern auch festhielt, dass er, der sich durch zunehmendes Alter und diverse Krankheiten \"schon fast halb tot\" fühlte, nun einen Adrenalinstoß erhalten habe, der ihn über die nächsten Wochen tragen werde. Mehrfach kündigten die Neonazis an, dass sie erneut nach Münster kommen werden. Mittlerweile haben sie für den 19. Juli eine weitere Demonstration angekündigt. Der Zug lief zum Schluss noch bis zum Ludgerikreisel, wo eine Kundgebung abgehalten wurde. Dort traten dann neben Anmelder Sascha Krolzig noch einmal Christian Worch, Thomas \"Steiner\" Wulff, Dieter Riefling, Alexander Deptolla und Sven Skoda als Redner auf. Wulff sprach darüber, dass Borchardt ein \"SA-Mann\" und ein \"politischer Soldat\" gewesen sei. Sie als Nationalsozialisten seien außerdem laut Wulff \"keine Menschenhasser\". Besonders Riefling redete sich angesichts des lauten Gegenprotests in Rage und schwadronierte über Straßenschlachten gegen \"die rote Brut\", die er gemeinsam mit Borchardt erlebt habe. Nach dem kurzen Rückweg zum Hauptbahnhof wurde die Demonstration beendet und die übriggebliebenen Teilnehmenden reisten gemeinsam mit der Bahn in Richtung Dortmund ab. Am 5. Juli 2025 fand in Münster eine Neonazi-Demonstration statt, zu der knapp 130 Personen anreisten. Anlass für die Demo war der Rechtsstreit um das Grab von Siegfried Borchardt, der auch als „SS-Siggi“ bekannt war und 2021 verstarb. Die Neonazis fordern eine Inschrift für seinen Grabstein, während die Stadt Dortmund das Grab so anonym wie möglich halten möchte, um zu verhindern, dass es zu einer Pilgerstätte der extremen Rechten wird. Der Fall liegt derzeit beim Oberverwaltungsgericht in Münster. Organisiert wurde die Demo vom \"Freundeskreis Siegfried Borchardt\". Es waren viele bekannte Neonazi-Kader anwesend, darunter Christian Worch, Thomas \"Steiner\" Wulff, Dieter Riefling und Alexander Deptolla, der auch die Totenfürsorge für Borchardt übernommen hat. Im Laufe der Versammlung kam es wiederholt zu Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Pressevertreter durch Personen aus der Gruppierung \"Frontline Skinheads Dortmund Dorstfeld\". Zu Beginn der Versammlung mussten viele der jüngeren Teilnehmer immer wieder angehalten werden, ihre Vermummungen abzulegen, sodass der Demozug loslaufen konnte. Bereits nach wenigen hundert Metern wurde der Zug jedoch für knapp anderthalb Stunden gestoppt. Die zahlreichen Reichsfahnen waren laut Polizei ein möglicher Verstoß gegen das Versammlungsgesetz NRW, da sie ein \"paramilitärisches\" Auftreten erzeugten. Noch während der entsprechenden Durchsage der Polizei begannen die Neonazis hektisch, die Reichsfahnen einzusammeln und im Lautsprecherfahrzeug zu verstauen. Das hielt die Polizei jedoch nicht davon ab, jede Person, die zuvor während des Demozuges eine Reichsfahne getragen hatte, für eine polizeiliche Maßnahme abzuführen. So mussten 39 Teilnehmer ihre Personalien abgeben.","date":"5 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-05-ms/","section":"Fotos","summary":"Neonazi-Aufmarsch in Münster am 5. Juli: Die Demonstration für Siegfried Borchardt wurde durch polizeiliches Vorgehen zum Debakel für die Teilnehmenden. Für den 19. Juli mobilisieren sie erneut nach Münster.","title":"Neonazi-Aufmarsch für Siegfried Borchardt in Münster"},{"city":"Schnellroda","content":"","date":"5 Juli 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-07-05/","section":"Fotos","summary":"Hier wurde der politische Umsturz gefordert und gefördert: in Schnellroda fand am vergangenen Wochenende ein Netzwerktreffen der selbsternannten „Neuen Rechten“ statt - die AfD und Vertreter von Neonaziparteien waren auch mit dabei.","title":"Sommerfest der selbsternannten \"Neuen Rechten\" in Schnellroda"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"","date":"25 Juni 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-06-25-boh/","section":"Fotos","summary":"Bei der Neonazi-Grupperiung \"Brothers of Honour\" fanden Hausdurchsuchungen statt wegen des Verdachts der Fortführung der seit dem Jahr 2000 verbotenen internationalen Neonazi-Vereinigung \"Blood\u0026Honour\".","title":"Hausdurchsuchungen bei \"Brothers of Honour\""},{"city":"Wittenberg","content":"","date":"21 Juni 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-06-21/","section":"Fotos","summary":"Radikalisierung, die Etablierung von Feindbildern und neonazistische Erlebnispolitik: in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) demonstrierten Neonazis Ende Juni gegen die queere Community und den CSD.","title":"Anti-CSD-Demonstration der \"Jungen Nationalisten\" (JN) in Wittenberg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/artgemeinschaft/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Artgemeinschaft"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/brandenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Brandenburg"},{"city":"","content":" Tafeltext 21.06.2025 (2025-06-21, 087.jpg) #Die Losung der Waffen-SS “Meine Ehre heißt Treue” war der Wahlspruch der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS) und geht auf Adolf Hitlers Satz „SS-Mann, deine Ehre heißt Treue!“ aus dem Jahr 1931 zurück. Das Verwenden des SS-Wahlspruchs oder Abwandlungen davon sind in einigen Staaten strafbar, in Deutschland durch das Strafgesetzbuch (§86a StGB, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen), in Österreich durch das Verbotsgesetz von 1947. 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Bereits im Vorfeld trafen sich etliche Angehörige verschiedener Burschenschaften am Burschenschaftsdenkmal. Bei den teils bizarr wirkenden Trachten handelt es sich um den sogenannten \"Wichs\", eine Uniform für festliche Anlässe. Der Burschentag in Eisenach findet jährlich statt, der Fackelmarsch stellt den Höhepunkt des Treffens dar. Die Widmung des Burschenschaftsdenkmals gab auch die inhaltliche Stoßrichtung der Festrede vor, es erinnert an die im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Burschenschafter. In eine Zeit mit deutlich mehr Kriegen sehnte sich denn auch der Festredner zurück, schließlich sei es die Pflicht eines Kriegers im Zweifelsfalle im Kampf zu sterben. Dem Fackelzug zum Denkmal folgten neben etwa 200 Burschenschaftern auch einige Neonazis, diese bedrängten Journalist:innen und beschimpften den anwesenden Gegenprotest, welcher den Fackelzug lautstark mit Musik begleitete.","date":"13 Juni 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-06-13-e/","section":"Fotos","summary":"Am 13.06.2025 fand im Rahmen des Treffens der \"Deutschen Burschenschaft\" in Eisenach ein als Gedenkmarsch deklarierter Fackelzug durch die Eisenacher Innenstadt statt.","title":"Burschentag in Eisenach"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/eisenach/","section":"Orte","summary":"","title":"Eisenach"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 01. Juni 2025 versammelten sich in Magdeburg knapp 75 Neonazis, die sich an dem Tag einer Demo des „Gemeinsam für Deutschland“-Protestbündnisses anschließen wollten. In Erscheinung traten dabei Vertreter:innen der Jungen Nationalisten (JN), des Störtrupps (DST) sowie der Deutschen Jugend Voran (DJV). Teile dieser Gruppen reisten extra für die Demonstration an. Die Personen aus dem Umfeld der DJV etwa stammen größtenteils aus dem Raum Berlin. Auffällig war, dass ein sehr großer Teil der anwesenden Neonazis bereits am Tag zuvor am Protest gegen den CSD in Dresden teilgenommen hatte. Während die Anzahl der Teilnehmer:innen aus dem Personenkreis von „Gemeinsam für Deutschland“ mit knapp 40 Anwesenden eher gering ausfiel, überstieg die Anzahl derjenigen, die sich klar der neonazistischen Szene zuordnen ließen, diese deutlich. Bereits auf dem Bahnhofsvorplatz kam es deshalb zu Unstimmigkeiten zwischen dem Organisator:innenkreis und den angereisten Neonazis, so sollten diese etwa laut Versammlungsleiter auf „rechte Parolen“ während der Demo verzichten. Da sich die Neonazis mit diesen Vorgaben nicht einverstanden zeigten, meldeten sie kurzerhand eine eigene Demonstration an, die einige Meter hinter der „Gemeinsam für Deutschland“-Demo laufen sollte. Gegenüber der Polizei trat Daniel Kokott als Ansprechpartner auf, der bereits am 17. Mai eine Demonstration in Herford organisierte. Mehrere Teilnehmer:innen konsumierten bereits vor Beginn der Demo schon Alkohol, auch während der Demonstration trugen einige von ihnen alkoholische Getränke mit sich. Gegen Ende der Demonstrationen zündeten drei Teilnehmer aus dem Block der JN pyrotechnische Gegenstände, sodass sie sich im Anschluss an die Demonstration einer polizeilichen Maßnahme unterziehen mussten.","date":"1 Juni 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-06-01-md/","section":"Fotos","summary":"Am 01. Juni 2025 versammelten sich in Magdeburg knapp 75 Neonazis, die sich an dem Tag einer Demo des „Gemeinsam für Deutschland“-Protestbündnisses anschließen wollten.","title":"Gemeinsam für Deutschland Demonstration in Magdeburg"},{"city":"Dresden","content":"Nach einem kurzen Aufenthalt, bei dem sich viele der Neonazis augenscheinlich eher abgeschlagen auf dem Boden niederließen, lief die Demo wieder zurück zu ihrem Ausgangspunkt. Am 31. Mai fand in Dresden eine Neonazi-Demonstration gegen den CSD statt, organisiert wurde diese durch die Jungen Nationalisten (JN) und Personen aus dem Kreis der Partei »Die Heimat«. Angemeldet wurde die Gegendemonstration durch Nico Koal von der Partei »Die Heimat«. Aufgerufen hatte unter anderem die Dresdener JN-Struktur »Elblandrevolte«. Knapp 120 Neonazis nahmen an der Demonstration teil, darunter auch viele angereiste Personen aus dem Umfeld der DJV (»Deutsche Jugend Voran«) aus Berlin und Vertreter der Gruppe »Urbs Turrium« aus Bautzen. Die Teilnehmeranzahl bliebt damit hinter den Erwartungen der Organisatoren zurück. Begleitet wurde die Neonazi-Demonstration von einem lautstarken queeren Gegenprotest, der hinter dem Demonstrationszug lief. Auf Höhe der Schwimmhalle in der Freiberger Straße kam der Demozug zum stehen. Die Neonazis mussten dort für längere Zeit warten, da sich Teilnehmende in polizeilichen Maßnahmen befanden. So wurden etwa bei Kindern, die in der Demo mitliefen, verbotene Runen festgestellt, die sie an ihrer Kleidung trugen. Am Ort der Zwischenkundgebung angekommen, versuchten die Organisatoren noch ihre Reden zu halten. Nico Koal brach seine Rede jedoch ab, da die Anwesenden ihm kaum zuhörten und sich lieber dem Anpöbeln des queeren Gegenprotests widmen wollten.","date":"31 Mai 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-05-31-dd/","section":"Fotos","summary":"Am 31. Mai fand in Dresden eine Neonazi-Demonstration gegen den CSD statt, organisiert wurde diese durch die Jungen Nationalisten (JN) und Personen aus dem Kreis der Partei »Die Heimat«.","title":"Anti-CSD-Protest in Dresden"},{"city":"Dresden","content":"Neonazi-Demonstration gegen den CSD in Dresden am 31. Mai 2025\nAuf archive.org ansehen","date":"31 Mai 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.06.06.-gegendemo.-csd.-dresden/","section":"Videos","summary":"Neonazi-Demonstration gegen den CSD in Dresden am 31. Mai 2025","title":"Demonstration gegen den CSD in Dresden"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/dresden/","section":"Orte","summary":"","title":"Dresden"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bielefeld/","section":"Orte","summary":"","title":"Bielefeld"},{"city":"Bielefeld","content":"","date":"24 Mai 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-05-24/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazi-Demonstration in Bielefeld"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/herford/","section":"Orte","summary":"","title":"Herford"},{"city":"Herford","content":"Am 17. Mai 2025 fand eine Neonazi-Demonstration in Herford (NRW) statt, knapp 100 Teilnehmende reisten dafür an. Bis zu 2500 Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten und Blockaden. Das Motto der Versammlung lautete \"Für Recht und Ordnung, gegen Linksextremismus und rechtsfreie Räume\". Anmelder war der seit Jahren einschlägig bekannte extrem rechte Aktivist Daniel Kokott aus Leopoldshöhe. Aufgerufen hatten außerdem Gruppierungen wie \"Der Störtrupp\", der \"Active Club Ostwestfalen\" sowie \"Jung und Stark\". Eine größere Gruppe von bekannten Neonazis reiste gemeinsam aus Dortmund und dem umliegenden Ruhrgebiet an, es handelte sich um Personen aus dem Umfeld der Partei \"Die Heimat\" sowie ihrer Jugendorganisation, den Jungen Nationalisten (JN). Obwohl zuvor eine bundesweite Mobilisierung stattfand, fiel die Anzahl der Teilnehmenden deutlich geringer aus, als erwartet. Trotz wochenlanger Vorbereitung wirkte die Demonstration eher halbherzig organisiert. So war bereits zu Beginn ein angekündigter Redner nicht auffindbar, als Lautsprecheranlage diente ein Bollerwagen mit Boxen und Parolen mussten während des Demozuges teilweise abgelesen werden. Die Zwischenkundgebung fand in einem Park nahe des Sozialen Zentrums \"FlaFla\" statt. Dort kam es zu einem Angriff auf einen Journalisten, der von einem Neonazi zu Boden gestoßen wurde. Auf einen kurzen Redebeitrag folgte dann das gemeinsame Posieren der Neonazis für eigene Fotos.","date":"17 Mai 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-05-17-h/","section":"Fotos","summary":"Am 17. Mai 2025 fand eine Neonazi-Demonstration in Herford (NRW) statt, knapp 100 Teilnehmende reisten dafür an.","title":"Neonazi-Demonstration in Herford"},{"city":"Herford","content":"Neonazi-Demonstration in Herford am 17.05.2025\nAuf archive.org ansehen","date":"17 Mai 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.05.23.-neonazidemo.-herford/","section":"Videos","summary":"Am 17.05.2025 fand eine Neonazi-Demonstration in Herford (NRW) statt. 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In ihrer Propaganda verwenden sie immer wieder extrem rechte Kampfbegriffe wie eine vermeintliche \"Überfremdung\" und bezeichnen Asylsuchende als \"Invasoren\", um ein Krisenszenario und das zugehörige Bedrohungsgefühl zu schaffen.","date":"1 Mai 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-05-01-s/","section":"Fotos","summary":"Am 01.Mai 2025 veranstaltete die neonazistische Kleinstpartei \"Der III.Weg\" eine Demonstration in Suhl (Thüringen).","title":"1.Mai-Demonstration der Partei \"Der III.Weg\" in Suhl (Thüringen)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/gelsenkirchen/","section":"Orte","summary":"","title":"Gelsenkirchen"},{"city":"Gelsenkirchen","content":"Es handelte sich zu großen Teilen um die gleichen Jugendlichen, die bereits bei der Demonstration in Essen im März sowie eine Woche zuvor in Dortmund in Erscheinung getreten sind. Neben den organisierten Mitgliedern der Gruppierung \"Jung und Stark NRW\" fiel auch eine Gruppe von Teilnehmenden auf, die laut eigenen Aussagen aus der Ukraine stammt. Auch sie traten bereits wiederholt bei Veranstaltungen aus dem Parteiumfeld auf. Außerdem waren viele - zum Teil sehr junge - Einzelpersonen zu beobachten, die augenscheinlich noch nicht fest in den Zusammenhängen organisiert sind. Die Organisatoren der Demo legten großen Wert darauf, auch diese jungen Teilnehmenden aktiv mit einzubinden und zu unterweisen, so verteilten sie etwa Reichsfahnen und Fahnen der Partei und ihrer Jugendorganisation unter ihnen. Dabei wurde akribisch darauf geachtet, alle Teilnehmenden in Reihen aufzustellen und ihnen vorzugeben, in welchem Winkel sie die Fahnen zu halten haben. Die Demonstration verdeutlicht erneut, wie die etablierten Neonazi-Strukturen im Ruhrgebiet gezielt sehr junge Menschen an sich binden. Dabei relativierten Vertreter der JN die aktuellen Veröffentlichungen rund um ihre Veranstaltungen, bei denen ganz offen nationalsozialistische Traditionen zelebriert wurden und NS-Verherrlichung stattfand. In einem Redebeitrag wurden die Zusammenkünfte der Organisation stattdessen als harmloses Freizeitangebot dargestellt, im Anschluss wurde auch gleich darum geworben, dass die Anwesenden Mitglieder in der JN werden sollen. Am 1. Mai 2025 veranstaltete die Partei \"Die Heimat\" eine Demonstration unter dem Motto \"Arbeit, Freiheit und Remigration\" in Gelsenkirchen. In NS-Tradition begehen diese und andere Neonazi-Gruppierungen den Tag unter dem Motto \"seit 1933 arbeitsfrei\". Aufgerufen hatten ebenfalls die Jugendorganisation der Partei, die \"Jungen Nationalisten\", sowie die Gruppe \"Jung und Stark NRW\". Knapp 180 Personen beteiligten sich an der Demo. Die Organisation erfolgte maßgeblich durch bekannte Führungspersonen der Dortmunder Neonazi-Szene sowie durch Neonazis aus dem Parteiumfeld der Bereits auf dem Weg zum Sammelpunkt der Versammlung wurde ein Neonazi in Gewahrsam genommen, da er den Gegenprotest bedroht hatte. Er war zudem mit einem Schlagstock bewaffnet. Zahlreiche Neonazis trugen einschlägige Tätowierungen, teilweise wurden strafbare Symbole dabei offen getragen. Hier zu sehen sind SS-Runen, die ein Teilnehmer an seinem Bein zur Schau stellte. Darüber hinaus trug er eine Tätowierung mit Symbolik des Klu-Klux-Klans. Wie bereits bei den vergangenen Demonstrationen im Ruhrgebiet, nahmen auch diesmal wieder auffallend viele sehr junge Personen teil.","date":"1 Mai 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-05-01-gk/","section":"Fotos","summary":"Am 1. Mai 2025 veranstaltete die Partei \"Die Heimat\" eine Demonstration unter dem Motto \"Arbeit, Freiheit und Remigration\" in Gelsenkirchen.","title":"Neonazi-Demonstration in Gelsenkirchen"},{"city":"Gelsenkirchen","content":"Demonstration von Neonazis in Gelsenkirchen anlässlich des “Tag der deutschen Arbeit” am 01. Mai 2025.\nAuf archive.org ansehen","date":"1 Mai 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.05.05.-erster-mai.-gelsenkirchen/","section":"Videos","summary":"Demonstration von Neonazis in Gelsenkirchen anlässlich des \"Tag der deutschen Arbeit\" am 01. 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Hintergrund dieser Aktivitäten sind nach Eigenangaben der AfD-Bremen vor allem ein derzeit hoher Zulauf an neuen Mitgliedern - die AfD-Bremen versucht mit Info- und Werbemaßnahmen weitere Interessierte anzusprechen und die Parteistrukturen auszubauen und zu verfestigen. . In der Bremer Neustadt wolle man nun öfters sein, hieß es am Rand des nun durchgeführten Landesparteitages von Vertretern des AfD Landesvorstandes. Am Sonntag, den 27. April fand in Bremerhaven der Landesparteitag der extrem rechten Partei \"Alternative für Deutschland\" (AfD) im Bundesland Bremen statt. Und auch bei den regelhaft im Bremer Umland stattfindenen Demonstrationen des AfD-Kreisverbandes Diepholz nehmen Mitglieder des AfD-Stadtverbandes Bremen inzwischen regelhaft teil. Während in der Vergangenheit entsprechende Parteitreffen vor allem an wechselnden Orten im Gebiet der Stadt Bremen stattfanden, wich der Bremer Landesverband nun nach Bremerhaven aus. Also Veranstaltungsort griff die Partei auf die Räumlichkeiten der Gaststätte \"Bootshaus in Bürgerpark\" in Bremerhaven zurück. Auf dem Programm der Veranstaltung standen vor allem Satzungsfragen - über personelle Entscheidungen, wie die Zusammensetzung des Landesvorstands wird auf einem kommenden Landesparteitag im Herbst diesen Jahres entschieden. Vor Ort war auch der Landesvorsitzende Sergej Minich. Bei der Bundestagswahl 2025 zog er als Spitzenkandidat über die Landesliste der AfD in den Deutschen Bundestag ein. Der nun in Bremerhaven durchgeführte Parteitag ist auch Ausdruck der derzeitigen Konsolidierungsprozesse im Landesverband - interne Streitigkeiten, die den Landesverband in den letzten Jahren prägten, scheinen bereinigt. Minich gehörte auch zu den Delegierten der AfD-Bremen beim AfD-Parteitag im Januar 2025 in Riesa. So sind die Mitglieder des sogenannten \"AfD-Notvorstandes\", der im Jahr 2023 dafür sorgte dass die AfD in Bremen nicht zur Landtagswahl zugelassen wurde nachdem zwei konkurrierende Wahllisten abgegeben wurden -  inzwischen aus der Partei entfernt oder in die politische Bedeutungslosigkeit gedrângt worden. Andere, wie der ehemalige Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Bremerhaven, Thomas Jürgewitz, erhielten im Vorfeld des Landesparteitags ein Hausverbot und gelten innerhalb des Landesverbandes als Persona non grata.","date":"27 April 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-04-27/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 27. April fand in Bremerhaven der Landesparteitag der extrem rechten Partei \"Alternative für Deutschland\" (AfD) im Bundesland Bremen statt.","title":"Landesparteitag der AfD-Bremen in Bremerhaven"},{"city":"Dortmund","content":"Ein Ausschluss der Neonazis von der Versammlung erfolgte nicht. Am Friedensplatz endete die Demonstration, dort kapselten sich die Neonazis ab, deckten sich an einem nahegelegenen Kiosk mit alkoholischen Getränken ein und wurden nach längerer Wartezeit zur Abreise über den Hauptbahnhof begleitet. Am 26. April 2025 fanden bundesweit Demonstrationen des verschwörungsideologisch geprägten Protestbündnisses \"Gemeinsam für Deutschland\" statt. Etwa 600-700 Menschen nahmen an der Demonstration in Dortmund teil, darunter knapp 50 Personen aus dem neonazistischen Spektrum. Bereits zu Beginn der Veranstaltung zeigte mindestens ein Neonazi einen Hitlergruß. Es waren erneut viele junge Neonazis der Gruppe \"Jung und Stark NRW\" anwesend. Einige Teilnehmende waren bereits bei ihrer Ankunft alkoholisiert oder führten alkoholische Getränke mit sich. Zusammen mit Neonazis der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) bildeten diese einen eigenen Block am Ende des Demonstrationszuges, das Mobilisierungspotenzial hielt sich hier mit knapp 50 Personen allerdings in Grenzen. Führende Kader der Dortmunder Neonazi-Szene, wie Sascha Krolzig und André Penczek, übernahmen hierbei eine leitende Funktion. Die Demonstration begann vor dem Dortmunder U, dort stieß gegen 13:30 Uhr ein Autokorso dazu, bevor der Demonstrationszug sich in Bewegung setzte. Immer wieder kam es zu Verzögerungen, da hunderte Gegendemonstrant:innen sich an Blockaden beteiligten. Während der Demonstration zeigten sich die Organisator:innen des \"Gemeinsam für Deutschland\" Bündnisses mitunter wenig begeistert von der Teilnahme und den Parolen der Neonazis - einzelne Personen, die zuvor weiter vorn mit im Demozug liefen, wurden nach hinten in den \"Heimat\"-Block verwiesen.","date":"26 April 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-04-26-do/","section":"Fotos","summary":"Am 26. April 2025 fanden bundesweit Demonstrationen des verschwörungsideologisch geprägten Protestbündnisses \"Gemeinsam für Deutschland\" statt.","title":"Querdenken und Neonazismus - Demonstration in Dortmund"},{"city":"Dortmund","content":"Demonstration von “Querdenken” und Neonazis in Dortmund am 26.04.2025\nAuf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"26 April 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.04.29.-querdenken-und-neonazismus-in-dortmund/","section":"Videos","summary":"Demonstration von \"Querdenken\" und Neonazis in Dortmund am 26.04.2025","title":"Querdenken und Neonazismus in Dortmund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/eschede/","section":"Orte","summary":"","title":"Eschede"},{"city":"Berlin","content":"Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 22.03.2025\nAuf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"22 März 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.04.02.-gescheiterte-neonazi-demo-berlin-22.03.25/","section":"Videos","summary":"Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 22.03.2025","title":"Gescheiterte Neonazi Demo Berlin"},{"city":"Berlin","content":"Während die Polizei bei der letzten Demonstration der Neonazis im Februar deren Vermummungen und auch \"Schutzbewaffnung\" duldete, kam es diesmal zu zahlreichen Festnahmen aufgrund von verfassungsfeindlichen Symbolen, Beleidigungen, Vermummung und dem Zeigen des Hitlergrußes. Aufgrund der antifaschistischen Blockaden mussten die Neonazis stundenlang an ihrem Startpunkt ausharren und konnten ihre Demonstration nicht beginnen, die Stimmung verschlechterte sich im Laufe der Zeit merklich und wurde aggressiver. Schon früh zogen einzelne Teilnehmende frustriert ab. Sentürk geriet angesichts der ungeduldigen Menge zunehmend unter Druck, konnte er seinem jungen Publikum doch diesmal nicht die von ihnen erhoffte \"Erlebniswelt rechter Aufmarsch\" bieten. Er verlor immer wieder die Fassung und schlug verbal um sich. Sein bemüht \"bürgerliches Auftreten\" warf er dann endgültig über Bord, als die Polizei seiner Aufforderung, ihnen doch endlich \"den Weg frei zu schlagen\" nicht ausreichend nachkam und er kurzerhand dazu überging, unbeholfen mit anderen Teilnehmern Ketten zu bilden und auf die Polizeiabsperrung zuzumarschieren. Die Demonstration durfte daraufhin wenige Meter weit gehen. Sentürks Auftreten verlor dabei nicht an Bizarrheit: Er stand posierend auf einem fahrenden PKW-Anhänger, schwenkte eine Deutschlandfahne und ließ sich von den Jugendlichen bejubeln. Trotz des Misserfolges seiner Veranstaltung genoss er augenscheinlich das Bad in der Menge, während er erneut versuchte, sich selbst bei lautstarker Marschmusik  in Szene zu setzen. Die Stimmung der Anwesenden kippte jedoch endgültig, als bereits nach weniger als 100 Metern das endgültige Ende der Demonstrationsstrecke verkündet wurde und Sentürk die Veranstaltung vorzeitig beendete. Die angereisten Neonazis zeigten sich frustriert und gaben an, dass sich der Weg nach Berlin für sie überhaupt nicht gelohnt habe. Bereits am Abend nach der gescheiterten Demo rief Sentürk wieder einmal über Instagram dazu auf, ihm Geld für zukünftige Demos zukommen zu lassen. Am Samstag, den 22. März 2025, fand ein Aufmarsch von Neonazis in Berlin-Friedrichshain statt. Tausende Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten und Blockaden, die die geplante Demonstration der knapp 800 Neonazis verhinderten. Initiator der rechten Demonstration war wieder der ehemalige Aachener AfD-Politiker Ferhat Sentürk. Es war bereits die dritte von ihm angemeldete Versammlung in Berlin seit letztem Dezember. Geplant war eine Route vom Ostkreuz über die Stralauer Allee, Warschauer Straße und Frankfurter Allee bis in die Rigaer Straße. Mit von der Partie war auch diesmal Maximilian Fritsche (rechts), AfD-Stadtverordneter aus Eberswalde (Brandenburg), der die Demonstration unterstütze. Begleitet wurde er von David Streich (links), ebenfalls Stadtverordneter für die AfD in Eberswalde. Zum Auftakt der Versammlung fand ein Live-Auftritt des Sängers Hannes Ostendorf (Bild) von der rechten Hooligan-Band \"Kategorie C\" statt, der von einem kleinen Anhänger aus zwei Lieder spielte. Ostendorf war 1991 an einem Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft beteiligt und ist in der Szene einschlägig bekannt. Im Anschluss wurde unter anderem eine abgewandelte Version des \"Teufelsliedes\" abgespielt, ursprünglich ein Marschlied der Waffen-SS. Sentürk bezeichnete es als eines seiner \"Lieblingslieder\". Wie bereits bei Sentürks bisherigen Veranstaltungen nahmen auch diesmal wieder überwiegend jugendliche Teilnehmer:innen an der Demonstration teil. Die älteren Anwesenden schienen vor allem aufgrund der Ankündigung des Auftritts von Hannes Ostendorf angereist zu sein, viele von ihnen der älteren rechten Hooligan-Szene zuzuordnen. Gleich nach seinem Auftritt, der offenbar vor allem den eigenen Werbezwecken diente, reiste Ostendorf wieder ab. Es traten viele junge Neonazi-Gruppierungen in Erscheinung, die teils auch eigene Transparente mitbrachten. So waren etwa Teilnehmende der Gruppen „Urbs Turrium“ aus Bautzen, von der „Gerschen Jugend“, den „Jungen Patrioten Deutschlands“, von der „Chemnitzrevolte“ und der „Kampf Brigade Berlin“ vertreten.","date":"22 März 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-22-b/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 22. März 2025, fand ein Aufmarsch von Neonazis in Berlin-Friedrichshain statt.","title":"Gescheiterter Neonazi-Aufmarsch in Berlin"},{"city":"Eschede","content":"Sebastian Weigler (hier links im Bild) übernahm die Organisationsführung im Jahr 2022 und führt seitdem die nationalsozialistische Ausrichtung der Jugendorganisation konsequent fort. Einige der Teilnehmenden brachten den kommenden politischen Nachwuchs gleich mit und betraten mit Kleinkindern auf dem Arm das Gelände. Ein Großteil der Aktivitäten an diesem Tag fand in den Innenräumen des \"Heimathofes\" statt. Als Veranstaltungsraum diente der umgebaute Schweinestall vom \"Heimathof\" - in mehreren Arbeitseinsätzen wurde hier ein Versammlungs- und Schulungsraum geschaffen. Ebenfalls vor Ort war der langjährige Neonazi Dominic Rösch aus Schleswig-Holstein. Bei Rösch (hier im Februar 2023 bei einer Demonstration in Dresden) handelt es sich um einen zentralen Akteur der Gruppierung. Im JN-Bundesvorstand leitet Dominic Rösch das sogenannte \"Amt Aktivismus\" und ist damit zuständig für die Ausrichtung zentraler JN-Veranstaltungen. Vor Ort war auch ein Mitglied vom JN-Stützpunkt Hannover (hier links im Bild), der in den letzten Jahren vor allen für den Vertrieb von Propagandamitteln (primär Aufkleber) verantwortlich zeichnete. Am 22. März 2025 fand auf dem sogenannten \"Heimathof\" im niedersächsischen Eschede ein Treffen der Neonazigruppierung \"Jungen Nationalisten\" (JN) statt. Bei dem bislang vor allem in Hintergrund (und beliebterweise vermummt) auftretenden JN-Mitglied handelt es sich um Torben Beier, Sohn des derzeitigen Geschäftsführers der Partei \"Die Heimat\" aus Brandenburg. Inzwischen ist Beier nach Niedersachsen verzogen und kümmert sich derzeit vor allem um das Erstellen von Videos und Bildern für die \"Jungen Nationalisten\" oder schmückt (wie hier) bei Gelegenheiten die Neonazi-Immobilie mit Reichsfahnen. Gemeinsam mit Lois Wagner (hier nach dem Aufhängen der Reichsfahnen am \"Heimathof\") betreibt Beier inzwischen einen eigenen Internetstream. Zum Programm der Gründungsveranstaltung gehörten auch mehrere Vorträge. Als Referentin trat die ehemals aus der Region Wolfenbüttel stammende und inzwischen nach Schleswig-Holstein verzogene Loretta Lavinia Lenuweit auf. Für den JN-Mädelbund referierte die langjährige Neonaziaktivistin dann im Rahmen der Veranstaltung über Fragen der Kindererziehung. Wesentlicher Bestandteil von Lagern und internen Veranstaltungen ist das zeremonielle Hissen der JN-Organisationsfahne. Während des Treffens vom \"JN-Mädelbund\" diente die Fahne vor allem als Hintergrund für kurze Videos - die zur späteren Veröffentlichung in den Sozialen Medien gedacht waren. Die Veranstaltung wurde zuvor in den (weitestgehend) abgeschotteten Kommunikationsstrukturen der Jugendorganisation beworben. Wie bei allen größeren Zusammenkünften wurde auch in Eschede auf das Liederbuch \"Heidenlieder aus 8. Jahrhunderten\" zurückgegriffen. Das ursprünglich von verschiedenen Neonazigruppen, insbesondere der verbotenen \"Artgemeinschaft\" vertriebene Machwerk ist inzwischen das offizielle Liederbuch der \"Jungen Nationalisten. Hierin finden sich zahlreiche Lieder der Hitlerjugend, der Waffen-SS und allgemein aus der Zeit des historischen Nationalsozialismus. Die Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche durch Verbreitung völkischer, rassistischer, nationalistischer und nationalsozialistischer Ansichten im Rahmen vorgeblich unpolitischer Freizeitangebote und das Singen bestimmter Lieder gehört bei den \"Jungen Nationalisten\" zum Programm - auch beim JN-Mädelbund. Zum Rahmenprogramm des Gründungstreffens gehörten auch \"kulturelle\" Aktivitäten, wie das gemeinsame Bemalen von Holzscheiben. Die Holzscheiben sollten im Anschluss auf dem Gelände verbleiben und zu Dekorationszwecken eingesetzt werden. Dazu gehörte auch diese Baumscheibe, die laut einer anwesenden JN-Aktivistin \"zu Ehren des Führers\" bemalt wurde - da bleiben wenig Fragen offen. Das Symbol der verbotenen \"Wiking-Jugend\". Als Veranstaltungsort wählte man den sogenannten \"Heimathof\" - eine abgelegene Immobilie im Besitz der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD). Die Wahl der Symbole überrascht nicht - sehen sich die \"Jungen Nationalisten\" doch in Tradition zur Hitlerjugend (HJ). Zu der auf zwei Tage angesetzten Veranstaltung gehörten auch gemeinsame Sporteinheiten. Auf dem Programm stand die Gründung vom \"JN-Mädelbund\" - einer Untergruppierung der \"Jungen Nationalisten\". Am frühen Nachmittag des ersten Veranstaltungstages entdeckten JN-Aktivisten ein Fahrzeug in der Nähe des Geländes. Da etliche der dort Anwesenden nicht erkannt werden wollten, vermummten sich diese... ... und begannen das Fahrzeug zu beobachten. Auch ein Vortrag über die Sagengestalt Ostera gehörte zum Programm. Gehalten wurde er von einer langjährigen JN-Aktivistin aus dem Großraum Hamburg. Propagandamaterial auf dem \"Heimathof\". Ebenfalls zum Programm gehörte das Singen rassistischer und antisemitischer Lieder, in denen auch zu körperlicher Gewalt aufgerufen wurde. Der erste Veranstaltungstag endete dann mit einem vermeintlich unpolitischen Abendprogramm - das gemeinsame Sitzen um eine Feuerschale. Doch auch hier ging es um knallharte Politik und Indoktrinierung der zum Teil minderjährigen Anwesenden indem in Liedtexten und im Flammenschein der Nationalsozialismus verherrlicht wurde. Neben Mitgliedern des \"JN-Mädelbundes\" war auch das JN-Mitglied Lois Martin Wagner vor Ort. Kein Zufall - wohnt Wagner doch inzwischen im oberen Stockwerk des \"Heimathofes\". Dort fallen ihm unter anderem Wachaufgaben zu. Das ganz normales Wochenende bei den \"Jungen Nationalisten\" (JN) ging dann am Sonntag zuende... Diese beabsichtigt der Neonazi auch bewaffnet durchzusetzen - eine eigens dafür bereitliegende Handfeuerwaffe, welche Stahlkugel verschießt, gehört dabei zu Wagners Inventar. Vor Ort war auch die Neonaziaktivistin Jasmin Triebel, die ursprünglich zu den JN-Strukturen aus der Region Braunschweig zählte und inzwischen nach Sachsen-Anhalt verzogen ist. Jasmin Triebel ist verheiratet mit Sebastian Weigler, dem derzeitigen Bundesvorsitzenden der \"Jungen Nationalisten\" (JN)","date":"22 März 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-22/","section":"Fotos","summary":"Am 22. März 2025 fand auf dem sogenannten \"Heimathof\" im niedersächsischen Eschede ein Treffen der Neonazigruppierung \"Jungen Nationalisten\" (JN) statt.","title":"Gründung des \"Mädelbundes\" der \"Jungen Nationalisten\" (JN) auf dem \"Heimathof\" in Eschede - Kindeswohlgefährdung inbegriffen"},{"city":"Düsseldorf","content":"Am 22. März 2025 fand in Düsseldorf eine Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für Deutschland“ statt. Die Veranstaltung reiht sich in eine Serie ähnlicher Proteste ein, die bundesweit als Friedensdemonstrationen beworben, jedoch vor allem aus dem Umfeld der Querdenker-Bewegung organisiert wurden. Ein Autokorso mit rund 20 Fahrzeugen, geschmückt mit Deutschlandfahnen und politischen Botschaften, setzte sich von der Düsseldorfer Messe in Richtung Innenstadt in Bewegung. Viele der Parolen erinnerten an frühere Proteste aus dem Kreis der Maßnahmenkritiker:innen. Vor dem DGB-Haus wartete, laut Angaben der Polizei, bereits eine Gruppe von 600 Personen, die sich dem Protestzug anschloss. Begleitet wurde die Versammlung von rechten Online-Aktivisten, die das Geschehen dokumentierten und in sozialen Netzwerken verbreiteten. Während des Aufzugs durch die Stadt waren nationalistische und rassistische Sprechchöre zu hören, die das Bild der Demonstration prägten.","date":"22 März 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-22-d/","section":"Fotos","summary":"Am 22. März 2025 fand in Düsseldorf eine Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für Deutschland“ statt.","title":"Nationalistische Querdenken-Demonstration in Düsseldorf"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"","date":"18 März 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-18-dr/","section":"Fotos","summary":"","title":"Auflösung der Partei \"Die Rechte\""},{"city":"Essen","content":"Am 15. März 2025 fand in Essen eine Neonazi-Demonstration unter dem Motto -Remigration schafft Wohnraum und Sicherheit- statt. Nachdem es bereits im letzten Jahr bundesweit vermehrt zu Demonstrationen einer sehr jungen und wachsenden Neonazi-Szene kam, die vor allem durch massive Pöbeleien, Alkoholkonsum und gewalttätiges Auftreten auffielen, machte es bislang den Anschein, dass die bestehende organisierte Szene eher Abstand hielt und das -undiszipliniertes Verhalten- der Jugend öffentlich kritisierte und verspöttete. Das Zusammenkommen bei der Demonstration in Essen zeigt nun jedoch einmal mehr, dass die etablierten Neonazi-Strukturen aus dem Parteiumfeld der -Heimat- sich mittlerweile bewusst der neuen Jugendbewegung annehmen und Einfluss nehmen wollen. Sie nehmen die jungen Aktivist:innen unter ihre Fittiche und ebnen ihnen somit gezielt den Weg in die eigenen Strukturen. Der Aufmarsch in Essen, wie auch viele andere Demonstrationen in den letzten Monaten, wurde auch von Jugendlichen besucht, die einen eher erlebnisorientierten Eindruck machen und ideologisch noch nicht als gefestigt einzuschätzen sind. Dass nun langjährige Akteure der extremen Rechten gezielt versuchen, diese Jugendlichen langfristig für sich und ihre Strukturen zu gewinnen, bedeutet ein enormes Nachwuchs-Potenzial für die Szene. Etwa 100 Teilnehmer:innen des Aufmarsches zogen durch die Essener Innenstadt. Mindestens 1000 Menschen beteiligten sich an Gegenprotesten und Aktionen, die an verschiedenen Abschnitten der Route immer wieder in Erscheinung traten. Aufgerufen wurde durch die noch recht junge Gruppierung -Jung und Stark NRW-, aber auch Vertreter:innen der Partei -Die Heimat- (ehemals NPD) sowie ihrer Jugendorganisation, der -Jungen Nationalisten- (JN) waren maßgeblich an der Organisation des Neonazi-Aufmarsches beteiligt. Angemeldet wurde die Veranstaltung durch einen -Jung und Stark- Aktivisten aus Essen. Dieser trat zwar offiziell als Anmelder in Erscheinung, auffällig war jedoch, dass erfahrene Neonazis aus den Strukturen der -Heimat- vor Ort die Organisation und leitende Rollen übernahmen. Angereiste Teilnehmer aus Dortmund übernahmen etwa Aufgaben als Ordner und versuchten, auf die überwiegend jugendlichen Demonstrant:innen einzuwirken, um das Bild der Demonstration nach ihren Vorstellungen zu gestalten und für Disziplin zu sorgen. Dieses Bild bröckelte jedoch schnell, als einer der Dortmunder Ordner selbst kurzerhand einen Pressevertreter attackierte. Im Voraus wurde angekündigt, dass ein Alkoholverbot gelten solle und auch das Tragen von Stahlkappenschuhen sowie Jogginghosen untersagt sei. Bereits am Sammelpunkt am Hauptbahnhof waren jedoch Teilnehmer mit alkoholischen Getränken und in Jogginghosen zu sehen. Als Redner traten neben dem Anmelder aus Essen auch Sascha Krolzig und Claus Cremer in Erscheinung. Beide sind langjährige Kader aus früheren Strukturen der Partei -Die Rechte-, sowie der ehemaligen NPD bzw. nun der -Heimat- und zudem im neonazistischen Kameradschaftsspektrum zu verorten. Angeführt wurde der Demonstrationszug mit einem Transparent der Partei -die Heimat- und zahlreichen Reichsflaggen.","date":"15 März 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-03-15/","section":"Fotos","summary":"Am 15. März 2025 fand in Essen eine Neonazi-Demonstration unter dem Motto -Remigration schafft Wohnraum und Sicherheit- statt.","title":"\"Neue Deutsche Jugend\": Neonazi-Demonstration in Essen, NRW"},{"city":"Bad Fallingbostel","content":"Am 08.03.2025 fand im niedersächsischen Bad Fallingbostel der Landesparteitag der niedersächsischen AfD statt. Der Termin stand bereits seit dem letzten Landesparteitag fest. Ursprünglich sollte an diesem Termin die Liste für die regulär anstehende Bundestagswahl aufgestellt werden. Aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahl im Jahr 2025 war dies nun hinfällig. Da der Parteitag dennoch durchgeführt werden musste, beschäftigte sich die AfD an diesem Tag mit eher unwichtigen Themen. Gegen den Landesparteitag protestierte vor Ort ein breites Bündnis mit verschiedenen Aktionen, an denen etwa 800 Personen teilnahmen. Vor Ort versuchte der AfD-eigene Sicherheitsdienst, die Arbeit der Presse zu verhindern. Journalist:innen, welche sich nicht zuvor akkreditiert hatten, wurde der Zugang zum Gelände verweigert. Kurzzeitig wurde auch das Arbeiten von einer öffentlichen Straße durch die Polizei unterbunden, da der AfD durch die Einsatzleitung das Hausrecht über eine öffentliche Straße zugesprochen wurde. 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Februar 2025 zogen knapp 170 junge und aktionsorienterte Neonazis unter dem Motto „Für Recht \u0026 Ordnung: Gegen Linksextremismus \u0026 politisch motivierte Gewalt“ durch Berlin Mitte. Auch Schutzbewaffnung in Form von u.a. verstärkten Handschuhen war auf der Demonstration immer wieder zu sehen. Die Polizei organisierte schließlich für die Neonazis eine gemeinsame Abreise vom Hauptbahnhof. Ziel der Abreise: Eine AfD Wahlkampabschluss-Veranstaltung in Berlin Hohenschönhausen. Die Veranstaltung wurde begleitet von einem breiten Gegenprotest und vielfachen Blockaden, welche durch die Polizei geräumt wurden. Angemeldet wurde der Aufmarsch durch das ehemalige AfD-Mitglied Ferhat Sentürk (Bild) aus Aachen. Sentürk organisiert seit dem vergangenen Jahr mehrere Aufmärsche, welche sich vor allem an junge Neonazis richten. Unterstützt wurde Sentürk maßgeblich durch Maximilian Fritsche (Bild), welcher für die AfD in Brandenburg aktiv ist und im Stadtrat von Eberswalde sitzt. Auch wenn Sentürk und Fritsche öffentlich als Organisatoren auftraten und sich damit profilierten, wurden zentrale Aufgaben schnell von anderen Strukturen wie der ChemnitzRevolte oder DeutscheJugendVoran übernommen. Bereits im Dezember vergangenen Jahres versuchten die Neonazis unter dem gleichen Motto durch Berlin zu ziehen. Damals kamen 60 Personen zusammen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wurde versucht, den hohen Alkoholkonsum auf der Demonstration zu unterbinden, was nicht nur positive Reaktionen mit sich brachte. Der jetzt durchgeführte Aufmarsch war geprägt von klassischen extrem rechten und offen neonazistischen Parolen und Zeichen sowie Beleidigungen gegen den politischen Gegner. Laut Aussagen der Polizei gab es keine Auflagen, welche die Vermummung untersagen würde. Damit wurde den jungen Personen die Erlebniswelt Rechter Aufmarsch ermöglicht. Sie konnten teils vollvermummt, u.a. mit Sturmhauben demonstrieren.","date":"22 Februar 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-02-22/","section":"Fotos","summary":"Am 22. Februar 2025 zogen knapp 170 junge und aktionsorienterte Neonazis unter dem Motto „Für Recht \u0026 Ordnung: Gegen Linksextremismus \u0026 politisch motivierte Gewalt“ durch Berlin Mitte.","title":"Neonazi-Demonstration in Berlin"},{"city":"","content":"“Wir müssen die CDU vernichten” - eine Zusammenstellung über die Persperspektive von AfD Funktionären auf die CDU im Vorfeld der Bundestagswahl 2025\nAuf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"13 Februar 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.02.13.-wir-mussen-die-cdu-vernichten-was-denkt-eigentlich-die-af-d-von-der-cdu/","section":"Videos","summary":"\"Wir müssen die CDU vernichten\" - eine Zusammenstellung über die Persperspektive von AfD Funktionären auf die CDU im Vorfeld der Bundestagswahl 2025","title":"\"Wir Müssen die CDU vernichten\" - Was denkt eigentlich die AfD von der CDU"},{"city":"Wien","content":"Nicht nur in Deutschland formierten sich im Sommer 2024 neue Neonazi-Gruppierungen - auch in Österreich schwemmt der Rechtsruck eine fanatisierte Generation junger Neonazis an die Oberfläche. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"11 Februar 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.02.11.-blaupause-osterreich/","section":"Videos","summary":"Nicht nur in Deutschland formierten sich im Sommer 2024 neue Neonazi-Gruppierungen - auch in Österreich schwemmt der Rechtsruck eine fanatisierte Generation junger Neonazis an die Oberfläche.","title":"Blaupause Österreich - Neonazis und die FPÖ"},{"city":"Zetel","content":"Am 09. Februar 2025 fand in Zetel in Ostfriesland ein sogenannter Bürgerdialog der AfD statt. Die Veranstaltung wurde von lautstarken Gegenprotesten begleitet. Etwa 600 Personen demonstrierten gegen das AfD-Treffen.","date":"9 Februar 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-02-09/","section":"Fotos","summary":"Am 09. Februar 2025 fand in Zetel in Friesland ein sogenannter Bürgerdialog der AfD statt.","title":"AfD-Treffen in Ostfriesland"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ostfriesland/","section":"Orte","summary":"","title":"Ostfriesland"},{"city":"Paderborn","content":".","date":"8 Februar 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-02-08/","section":"Fotos","summary":".","title":"AfD-Kundgebung in Paderborn"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/paderborn/","section":"Orte","summary":"","title":"Paderborn"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/apolda/","section":"Orte","summary":"","title":"Apolda"},{"city":"Apolda","content":"Diese strukturelle und inhaltliche Nähe zum extrem rechten Spektrum wurde durch die Vereinsstruktur der JA begünstigt: Sie war nie ein integraler Bestandteil der AfD, sondern 2013 eigenständig gegründet und erst später von der Partei als Jugendorganisation anerkannt worden. Damit blieb ihr Auftreten der direkten Kontrolle der Bundespartei weitgehend entzogen. Mit der geplanten Neugründung einer parteiintern organisierten Jugendorganisation ändert sich dies grundlegend. In der neuen Struktur sind alle Mitglieder zugleich AfD-Mitglieder und unterstehen damit der unmittelbaren Aufsicht der Bundespartei. Das erschwert nicht nur mögliche Organisationsverbote – da ein solches nun die Gesamtpartei erheblich stärker betreffen würde –, sondern ermöglicht der AfD auch einen deutlich engeren Zugriff auf ihr jugendliches Vorfeld. Zugleich eröffnet eine solche Jugendorganisation der Partei neue Möglichkeiten: Sie kann Nachwuchs rekrutieren, langfristig an die Partei binden und gezielt aus milieunahen Strukturen wie Burschenschaften schöpfen. Darüber hinaus dürfte sie die Verzahnung mit dem außerparlamentarischen rechten Vorfeld weiter intensivieren – einem Umfeld, das einen \"Kulturkampf von rechts\" betreibt, um gesellschaftliche Diskurse nachhaltig zu verschieben. Am 29./30. November 2025 soll die neue Jugendorganisation offiziell gegründet werden. Es ist zu erwarten, dass sie sowohl personell als auch ideologisch mindestens ebenso weit rechts und radikal ausgerichtet sein wird wie ihre Vorgängerin. Am Wochenende des 1. Februar 2025 beschloss die \"Junge Alternative\" (JA), die Jugendorganisation der AfD, ihre Selbstauflösung. Vorausgegangen war die Einstufung der JA durch den Verfassungsschutz als \"gesichert rechtsextrem\". Die AfD-Parteiführung hatte bereits zuvor mit ihrer Jugendorganisation gehadert: Da die JA als eingetragener Verein organisiert war, verfügte die Partei über kaum formale Durchgriffsrechte. Zugleich sorgte die Radikalität einzelner JA-Akteur:innen und deren fehlende Abgrenzung zu neofaschistischen und neonazistischen Organisationen immer wieder für Befürchtungen, dass der JA ein Organisationsverbot drohen könnte – mit potenziell negativen Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung und auf Wahlergebnisse der AfD. Die Auflösung trat zum 31. März dieses Jahres in Kraft. Die mangelnde Distanz der JA zu extrem rechten Strukturen war umfassend dokumentiert: Trotz der offiziellen Unvereinbarkeitsliste der AfD gab es faktisch keine Abgrenzung zur \"Identitären Bewegung\"; gemeinsame Teilnahmen an Veranstaltungen waren üblich. Darüber hinaus wurden sogar gemeinsame Wanderungen mit Aktivisten der neonazistischen \"Jungen Nationalisten\" (JN) festgehalten – einer Organisation, deren Jugendstrukturen nachweislich auf nationalsozialistische Indoktrinierung abzielen. Teilweise ließ sich die JA in ihrer politischen Strategie auch von JN-naher Bildungsarbeit, darunter Formate wie \"Metapol\", beraten.","date":"1 Februar 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-02-01/","section":"Fotos","summary":"Am Wochenende des 1. Februar 2025 beschloss die \"Junge Alternative\" (JA), die Jugendorganisation der AfD, ihre Selbstauflösung.","title":"Auflösung der \"Jungen Alternative\" in Apolda"},{"city":"Schnellroda","content":"Der Personenkreis, welcher dabei in Schnellroda zusammenkommt, sieht sich als Elite, als intellektuelle Speerspitze der nationalen Bewegung. Die AfD für ihren Teil hat kein Problem mit Kubitschek. Mitglieder der AfD, auch ranghohe Funktionäre, nehmen immer wieder an seinen Veranstaltungen teil. Auch er ist ein gern gesehener Gast bei der AfD. Zuletzt besuchte er Mitte Januar den Bundesparteitag der AfD in Riesa und zeigte sich dort eng vertraut mit verschiedenen Vertreter:innen der Parteispitze. Die Nähe zur AfD zeigte sich auch in der organisatorischen Begleitung der Veranstaltung durch das sogenannte \"Filmkunstkollektiv\". Dieses war unter anderem für das Aufzeichnen der Redebeiträge während der Veranstaltung zuständig. Die aus IB-Strukturen hervorgegangene Gruppe rund um Simon Kaupert begleitet ansonsten insbesondere Veranstaltungen der AfD und JA, so waren sie im vergangenen Jahr bereits maßgeblich in Höckes Wahlkampf in Thüringen eingebunden. In ihrer Selbstdarstellung heißt es dahingehend: Ihr Projekt arbeite \"nicht in die Breite, sondern in die Spitze.\" An diesem Tag war auch der Bruder des Veranstalters Götz Kubitschek vor Ort. Er versuchte seine Identität zu verschleiern, indem er mit den vor Ort anwesenden Pressevertreter:innen ausschließlich englisch sprach. Neben Führungspersonen aus Deutschland waren auch zahlreiche Vertreter:innen der \"Identitären Bewegung\" aus Österreich zugegen. Darunter der ehemalige IB-\"Posterboy\", Martin Sellner. Gegen Sellner lagen in der Vergangenheit Einreiseverbote mehrerer Staaten vor. In Deutschland bestand ein solches Verbot bis zum Sommer letzten Jahres. Bereits die Anreise wurde wie der Rest der Veranstaltung selbst filmisch begleitet. Eine externe Dokumentation der Veranstaltung war trotzdem nicht erwünscht. Die Anreise zu den \"Studientagen\" begann bereits am Freitag. Viele Teilnehmende verbrachten die Nacht in Hotels und Unterkünften in der Umgebung. Am Samstag reisten die Teilnehmenden ab kurz vor 8 Uhr morgens an. Mit dabei waren wie in den Jahren zuvor ebenfalls Kleinkinder und Kinder. Vom 24. bis 26.1.25 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die sogenannten \"Studientage\" statt. Auch Aktivist:innen der Identitären Bewegung (IB) reisten aus verschiedenen Bundesländern an. Zu den anwesenden Aktivist:innen der bayrischen IB gehörten etwa Tim Schulz, kooptiertes Mitglied des AfD-Kreisvorstands München-Land und AfD-Mitglied Dennis B., der in den sozialen Medien unter dem Namen „arminiusdd“ auftritt und einen einschlägigen Podcast betreibt. Dennis B. und Tim Schulz traten in der Vergangenheit mehrfach bei Aktionen der regionalen IB-Gruppierung \"Lederhosen Revolte\" in Erscheinung. Wie bereits in der Vergangenheit vermummten sich etliche Anreisende bei ihrer Ankunft, um von anwesenden Medienvertreter:innen nicht erkannt zu werden. Die Veranstaltung begann pünktlich um 10 Uhr, nachdem Kubitschek die Teilnehmenden wutschnaubend nach drinnen beorderte. Er selbst zog es vor, dem Veranstaltungsbeginn erst einmal fernzubleiben, um auf die Ankunft der Polizei zu warten, die es im späten Vormittagsverlauf dann doch nach Schnellroda schaffte. Zu der jährlichen Veranstaltung, die wie üblich in der Gaststätte \"Zum Schäfchen\" stattfand, reisten knapp 150 Personen aus den Strukturen der autoritären Rechten an. An den Veranstaltungen nimmt auch regelmäßig die extreme Rechte aus dem deutschsprachigen Ausland, Österreich und der Schweiz, teil. Dazu gehören unter anderem auch Mitglieder der Neonazi-Gruppierung \"Junge Tat\" aus der Schweiz. Diese fielen zuletzt durch eine Veranstaltung auf, an der sowohl Vertreter von der in Deutschland verbotenen Organisation \"Blood\u0026Honour\" als auch Mitglieder der AfD teilnahmen. Ebenfalls beliebt war während der diesjährigen \"Studientage\" die Anreise mit abgeklebten oder gänzlich abmontierten KfZ-Kennzeichen. Dass es sich dabei um einen nicht zu unterschätzenden Straftatbestand handelt, interessierte die Anreisenden offenbar wenig. In den Jahren zuvor firmierte die Veranstaltung unter der Bezeichnung \"Winterakademie\" des Instituts für Staatspolitik (IfS). Nach der Selbstauflösung, Reorganisierung und Umbenennung der Organisation in \"Menschenpark UG\" wurde auch die Winterakademie in \"Studientage\" umbenannt. Die Selbstauflösung erfolgte mutmaßlich, um staatlichen Repressionen und einem vom IfS befürchteten Verbot zuvorzukommen. In Schnellroda werden Strategien der antidemokratischen Rechten vorgestellt, Konzepte entworfen und der politische Nachwuchs ideologisch geschult. Auch aus der Region Chemnitz reiste eine größere Gruppe IB-Aktivist:innen nach Schnellroda. Angeführt wurden diese durch Vincenzo Richter (Bildmitte) aus Chemnitz. Dieser gilt als eine der derzeit wichtigsten Führungsfiguren der neonazistischen Organisation in Deutschland. Zu den Teilnehmenden der Veranstaltung gehörte auch Carolin Lichtenheld (links im Bild), AfD-Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der Jungen Alternative Thüringen. Hier geht es ganz konkret um einen Angriff auf die pluralistische Gesellschaftsordnung. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen sie strategisch ihre engen Verwebungen zur AfD. Wie sie selbst schreiben, stammen viele der radikalsten Positionen der Partei von ihnen: \"vieles\" wurde aus dem Umfeld von Schnellroda \"vorausgedacht, ausformuliert und in die Debatte erst eingespeist\". Eine Besonderheit in diesem Jahr: Der Verantwortliche der aus dem IfS hervorgegangenen \"Menschenpark UG\", Götz Kubitschek, attackierte kurzerhand anwesende Pressevertreter:innen. Die Journalist:innen wurden beleidigt, bedroht und körperlich angegriffen. Er schlug gegen ihre Kameras, schubste sie wiederholt und entwendete ihnen zeitweise technisches Equipment. Das Nervenkostüm des als \"Spiritus Rector\" geltenden Kubitschek zeigte sich an diesem Tag sehr dünn und er offenbarte, dass seine Radikalität sich nicht nur in Worten niederschlägt. Der jahrelang von einigen etablierten Medien hofierte Götz Kubitschek trat hier offen als gewalttätiger Neofaschist auf. Zu den Schaulustigen gehörte auch der Mitveranstalter Erik Lehnert (links im Bild), der unter anderem als Berater für die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag tätig ist. Während die Polizei bei den Attacken von Kubitschek mit Abwesenheit glänzte, besaß der Angriff auf die Medienvertreter:innen für die übrigen Anwesenden beinahe Eventcharakter. Die schaulustigen Teilnehmenden der Veranstaltung versammelten sich vor dem Eingang, beobachteten, stellten sich für eine bessere Sicht auf Treppenstufen auf und filmten die Szenerie. Es bleibt offen, ob sie Kubitschek bewusst seinem ausufernden Furor überließen, einige von ihnen wirkten mindestens irritiert von seiner Aggression.","date":"25 Januar 2025","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2025-01-25/","section":"Fotos","summary":"Vom 24. bis 26.1.25 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die sogenannten \"Studientage\" statt.","title":"\"Studientage\" beim ehem. IfS in Schnellroda"},{"city":"Schnellroda","content":"Am Wochenende des 24.01.2025 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die “Studientage” (ehemals Winterakademie\" des selbsternannten “Neuen Rechten” statt. Mit dabei waren AfD, Identitäre Bewegung, Klerikalfaschisten und “Junge Alternative”. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"24 Januar 2025","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.02.25.-studientage-in-schnellroda-der-selbsternannten/","section":"Videos","summary":"Am Wochenende des 24.01.2025 fanden in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) die \"Studientage\" (ehemals Winterakademie\" des selbsternannten \"Neuen Rechten\" statt. Mit dabei waren AfD, Identitäre Bewegung, Klerikalfaschisten und \"Junge Alternative\".","title":"\"Studientage\" in Schnellroda"},{"city":"Magdeburg","content":"Die rassistische Mobilisierung besaß Kalkül: hier ging es weniger um Trauer und Verarbeitung der Todesfahrt von Magdeburg - sondern vielmehr um knallharte Politik. Die AfD nutzte die Veranstaltung um ihre Kanzlerkandidatin Alice Weidel in Szene zu setzen. Von der beschworenen Trauer war keine Spur als die AfD-Spitzenkandidatin für die anstehende Bundestagswahl die Bühne betrat. Stattdessen erfüllten, neben dem Neonazislogan -Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlasen-, die bekannten -Alice, Alice, Alice- Rufe den Domplatz. Das es sich bei der Veranstaltung um ein reines Wahlkampfspektakel und eine damit verbundene Instrumentalisierung der Todesfahrt für die eigenen politischen Ziele handelte, zeigte auch die Anwesenheit des sogenannten - Filmkunstkollektivs-. Beim -Filmkunstkollektiv- handelt es sich unter anderem um langjährige Aktivist:innen der -Identitären Bewegung- (IB), welche nun für die AfD in Wahlkämpfen Propaganda produzieren und diese in den Sozialen Medien platzieren. Das es die AfD mit ihren Abgrenzungsbehauptungen und Unvereinbarkeitsbeschlüssen gegenüber neofaschistischen organisationen wie der -Identitären Bewegung- nicht ganz so genau nimmt, zeigt sich auch immer wieder an der (Noch-) Jugendorganisation der Partei - der -Jungen Alternative-. Deren Mitglieder nahmen in der Vergangenheit immer wieder an IB-Aktivitäten teil oder starteten ihre politische Karriere ursprünglich in den IB-Strukturen. Und auch die -Junge Alternative- beteiligte sich mit einem Teil ihrer Führungsmannschaft an der Inszenierung in Magdeburg. Die rassistische Untermalung der Wahlkampfkundgebung war dabei augenscheinlich ganz nach ihrem Sinn - schließlich gehört Menschenfeindlichkeit und rechter Kulturkampf zur politischen DNA der umstrittenen AfD-Jugendorganisation. Die AfD im Wahlkampfmodus: Nach der Todesfahrt in Magdeburg am 20. Dezember 2024, mobilisierte die AfD ihre Anhänger:innenschaft zu einer Kundgebung in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Mit der vermeintlich -eigenen Kultur-, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit beschworen und anderen abgesprochen wird, hat die -Junge Alternative- allerdings noch ihre ganz eigenen Probleme. So waren die angereisten JA-Mitglieder, darunter Teile des Bundesvorstands, nicht in der Lage das Weihnachtslied -Stille Nacht- zu singen. Der Liedtext war einfach nicht vollständig bekannt. Die Veranstaltung, bei der auch die Parteivorsitzende Alice Weidel als Rednerin auftrat, entpuppte sich als Wahlkampfkundgebung die sich rassistischer Weltbilder bediente. Der Umsatnd, dass der Todesfahrer mit der AfD sympathisierte, wurde in den Redebeiträgen nur am Rand erwähnt. Stattdessen wurde, versehen mit rassistischen Untertönen, immer wieder auf die migrantische Herkunft des Mannes verwiesen und ein rechter Kulturkampf beschworen. Das Streben der AfD, mit ihrer politik Affekte gegen den Verstand zu mobilisieren und die offene Gesellschaft in eine feindselige, unsolidarische und kampfbereite Gemeinschaft zu verwandeln, traf bei den teilnehmenden auf breite Zustimmung. Bei soviel Geraune einer -völkischen Rebbelion- durfte natürlich auch die militante Neonaziszene nicht fehlen. So fanden zahlreiche Neonazis ebenfalls den Weg nach Magdeburg und nahmen an der AfD-Kundgebung und einer, als -Trauermarsch- deklarierten Demonstration teil. Trauer war bei den angereisten Neonazis allerdings nicht das verbindende Element: am Rand der Veranstaltung machten die Neonazis Jagd auf vermeintlich politische Gegner:innen.","date":"23 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-23/","section":"Fotos","summary":"Die AfD im Wahlkampfmodus: Nach der Todesfahrt in Magdeburg am 20. Dezember 2024, mobilisierte die AfD ihre Anhänger:innenschaft zu einer Kundgebung in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.","title":"Als Trauermarsch getarnte Wahlkampf-Demo der AfD in Magdeburg"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 21.12.2024 fand in Magdeburg mit bis zu 2000 Teilnehmenden einer der größten Aufmärsche der extremen Rechten des letzten Jahres statt. Einen Tag nach dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt mobilisierte die Szene größtenteils intern zum Aufmarsch, welcher am Samstagabend stattfand. Die Personen, welche die Organisation der Demonstration übernommen hatten, entstammten dabei fast ausschließlich der neonazistischen Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) und ihrer Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN). Allen voran der ehemalige Dortmunder Neonazi Alexander Deptolla, welcher sowohl die Gespräche mit der Polizei als auch die Koordination der Ordner:innen übernahm. Auch als Redner fungierten mit Sebastian Schmidtke, Peter Schreiber, Thorsten Heise, Sascha Krolzig und Christian Klar ausschließlich \"Die Heimat\"-Funktionäre. Die Stimmung auf der Demonstration war durchgehend aggressiv und aufgeheizt. Es kam sowohl intern zu körperlichen Auseinandersetzungen als auch zu Pöbeleien gegen und Angriffe auf Pressevertreter:innen.","date":"21 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-21/","section":"Fotos","summary":"Am 21.12.2024 fand in Magdeburg mit bis zu 2000 Teilnehmenden einer der größten Aufmärsche der extremen Rechten des letzten Jahres statt.","title":"Neonazi-Aufmarsch in Magdeburg"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 21.12.2024 fand ein Aufmarsch von Neonazis in Magdeburg statt. Anlass war die rassistische Instrumentalisierung eines Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Etwa 2000 Teilnehmende kamen zusammen. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"21 Dezember 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.02.05.-neonaziaufmarsch.-anschlag.-magdeburg/","section":"Videos","summary":"Am 21.12.2024 fand ein Aufmarsch von Neonazis in Magdeburg statt. Anlass war die rassistische Instrumentalisierung eines Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Etwa 2000 Teilnehmende kamen zusammen.","title":"Neonaziaufmarsch in Magdeburg"},{"city":"Magdeburg","content":"Am Samstag, den 21. Dezember, reisten Mitglieder der Jungen Alternative zu einer \"Mahnwache\" nach Magdeburg, nachdem am Freitag ein Anschlag auf den Weihnachtsmarkt verübt wurde, bei dem mehrere Menschen getötet und etliche verletzt wurden.  Sie legten gemeinsam mit Tino Chrupalla Blumen, aber auch Sticker und Kerzen mit dem Logo der \"Jungen Alternative\" am zentralen Gedenkort nieder. Als führende Person trat hier wieder Anna Leisten (JA-Bundesvorstand und Vorsitzende der JA Brandenburg) auf - zu sehen ist sie hier mittig mit Plakat. Leisten ist vor allem durch ihre Nähe zur Identitären Bewegung bekannt - eine neofaschistische Organisation, zu der ein Unvereinbarkeitsbeschluss der AfD besteht. Die JA war dazu gemeinsam mit Vetretern des Filmkunstkollektivs und weiteren Fotografen erschienen, um sich bei ihrem Besuch ausgiebig fotografieren und filmen zu lassen. Die Mitglieder des Filmkunstkollektivs stammen überwiegend ebenfalls aus der Identitären Bewegung. Sie sind teil des extrem rechten Vorfeld der AfD und werden von dieser gerne für Propagandazwecke genutzt. Im Anschluss begab sich eine Gruppe von etwa 35 Personen noch in Richtung Innenstadt, um dort gemeinsam für ein Gruppenfoto zu posieren. Wenige Minuten später beendeten sie ihre Zusammenkunft bereits wieder. Die Junge Alternative nutzte den Anschlag, um ihre rassistische Propaganda und migrationsfeindliche Narrative zu setzen und um Wahlkampf für die Bundestagswahl im Februar zu betreiben. Es wird für die JA also vielmehr ein PR-Termin als ein Gedenken an die Todesopfer des Anschlags gewesen sein.","date":"21 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-21-ja/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 21. Dezember, reisten Mitglieder der Jungen Alternative zu einer \"Mahnwache\" nach Magdeburg, nachdem am Freitag ein Anschlag auf den Weihnachtsmarkt verübt wurde, bei dem mehrere …","title":"Selbstinszenierung der Jungen Alternative nach dem Anschlag in Magdeburg"},{"city":"Berlin","content":"Am 20.12.2024 fand in der Parteizentrale der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" eine Konzertveranstaltung statt. Insgesamt nahmen etwa 30 Personen an der Veranstaltung teil. Ursprünglich wollten mehr anreisen:: Gegenproteste vor dem Gebäude schreckten etliche Neonazis jedoch ab, wie es im Nachhinein in der Neonaziszene hieß. Die Veranstaltung diente dazu, neue, insbesondere junge Mitstreiter:innen an die Szene zu binden. Es handelte sich um ein Konzert mit dem Neonazi-Musiker Dominik Raupbach - besser bekannt unter seinem Künstlernamen \"Kavalier\". Dieser gehört zum Neonazi-Label \"NDS\" (Neuer Deutscher Standard) und erfreut sich insbesondere unter dem politischen Nachwuchs großer Beliebtheit. ","date":"20 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-20/","section":"Fotos","summary":"Am 20.12.2024 fand in der Parteizentrale der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" eine Konzertveranstaltung statt.","title":"Neonazi-Konzert in Berlin-Köpenick"},{"city":"Zürich","content":"Am 14.12. fand bei der militanten neonazistischen Gruppierung “Junge Tat” in der Schweiz ein Vortrag unter anderem mit zwei AfD-Abgeordneten aus Deutschland statt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"14 Dezember 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2025.01.04.-af-d-vortrag-bei-der-jungen-tat-20241214/","section":"Videos","summary":"Am 14.12. fand bei der militanten neonazistischen Gruppierung \"Junge Tat\" in der Schweiz ein Vortrag unter anderem mit zwei AfD-Abgeordneten aus Deutschland statt.","title":"AfD-Vortrag bei der \"Jungen Tat\" in der Schweiz"},{"city":"Dortmund","content":"Am 14.12.2024 fand in Dortmund ein Aufmarsch der extrem rechten Partei \"Die Heimat\" statt. Etwa 130 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, mehr als die Hälfte davon reiste von auswärts an. Die Veranstaltung diente vor allem dazu, neue, junge Mitstreiter:innen an die Szene zu binden. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von ehemaligen \"Die Rechte\" und mittlerweile \"Die Heimat\" Kadern aus NRW. Inhaltlich ging es den Teilnehmenden vor allem um die Personalie des Dortmunder Polizeipräsidenten Gregor Lange und dessen Aussagen, die Dortmunder Naziszene besiegt zu haben sowie um, von ihm angeordnete, Überwachungsmaßnahmen. In den vergangenen Jahren und Monaten waren viele zentrale Kader der Dortmunder Szene aus dem selbsternannten \"Nazikiez\" in Dortmund-Dorstfeld nach Ostdeutschland verzogen. Einige dieser verzogenen Personen wie Michael Brück, welcher in Chemnitz bei den Feien Sachsen“ aktiv ist oder der in den Harz verzogene Alexander Deptolla übernahmen eine aktive Rolle während des Aufmarsches. Mit dem Aufmarsch sollten vor allem junge Personen angesprochen werden, welche seit Anfang des Jahres in Deutschland, vor allem bei Protesten gegen verschiedene CSD-Veranstaltungen, aufgefallen sind. Durch diese, teils aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten, jungen Personen war der Altersdurchschnitt des Aufmarsches vergleichsweise gering. Die Veranstalter hatten immer wieder Probleme, die aktionsorientierten Jugendlichen an die eigenen Vorstellungen einer geordneten Demonstration zu erinnern.","date":"14 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-14-d/","section":"Fotos","summary":"Am 14.12.2024 fand in Dortmund ein Aufmarsch der extrem rechten Partei \"Die Heimat\" statt.","title":"Demonstration von \"Die Heimat\" in Dortmund"},{"city":"Berlin","content":"In Berlin-Friedrichshain fand am Samstag, den 14. Dezember, eine Demonstration des extrem rechten Zusammenschlusses \"Aktionsbündnis Berlin\" statt.  Zu den Organisatoren zählte unter anderem Ferhat Sentürk, der bis vor kurzem noch der AfD angehörte, Anfang Dezember aber laut eigenen Angaben die Partei aufgrund interner Machtkämpfe und Intrigen verließ. Es waren knapp 500 Personen angemeldet worden, erschienen sind jedoch nur um die 60 Teilnehmer:innen. Bereits im Voraus war zu erkennen, dass die Mobilisierung innerhalb der Szene nur sehr schleppend lief. Ursprünglich war eine Route geplant, die etwa über die Rigaer Straße verlaufen sollte. Die Demonstrationsstrecke wurde jedoch mehrfach verändert und letztlich stark gekürzt. Blockaden von antifaschistischem Gegenprotest verzögerten den Start der rechten Demo immer wieder. Schon nach etwa einem Kilometer wurde das vorzeitige Beenden der Versammlung verkündet. Mehrere Tausend Menschen waren in Friedrichshain zusammengekommen, um den Aufmarsch zu verhindern. Wiederholt kam es aus Reihen des Nazi-Aufmarsches zu Beleidigungen und Drohungen gegenüber protestierenden Anwohner:innen. Der rege Alkoholkonsum der Demo-Teilnehmer:innen und auch der Ordner dürfte die Stimmung zusätzlich aufgeladen haben. Auffallend waren wieder die sehr jungen Teilnehmer:innen, dies zeigte sich bereits bei ähnlichen Versammlungen in diesem Jahr. Dass ein großer Teil der Teilnehmer:innen sich von Anfang an vollständig vermummte, wurde durch die Polizei geduldet.","date":"14 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-14-b/","section":"Fotos","summary":"In Berlin-Friedrichshain fand am Samstag, den 14. Dezember, eine Demonstration des extrem rechten Zusammenschlusses \"Aktionsbündnis Berlin\" statt.","title":"Demonstration von jungen Neonazis in Berlin"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/identitaere-bewegung/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Identitaere-Bewegung"},{"city":"","content":"","date":"14 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-14-schweiz-jt/","section":"Fotos","summary":"","title":"Treffen von militanten \"trickli\" Neonazis und AfD in der Schweiz"},{"city":"Bremen","content":"Am Sonntag, den 08. Dezember 2024 fand in der Gaststätte Bootshaus in Bremen Hemelingen der Aufstellungsparteitag der AfD-Bremen für die anstehende Bundestagswahl statt. Rund 40 Mitglieder kamen zu diesem Zweck in der abgelegenen Gaststätte am Rand eines Industriegebietes der Hansestadt zusammen. Vor Ort war auch Mertcan Karakaya, seines Zeichens Schatzmeister des AfD-Landesverbands und inzwischen Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Europaparlament. Wie in der Vergangenheit wurde der Parteitag abseits der Öffentlichkeit durchgeführt. Auf eine öffentliche Bewerbung wurde im Vorfeld verzichtet. Anderes als in der Vergangenheit trat die Partei weitestgehend geeint in Erscheinung. Der als heillos zerstritten geltende Landesverband hatte zuletzt dafür gesorgt von den zurückliegenden Bürgerschaftswahlen im Jahr 2023 ausgeschlossen zu werden. Zwei verschiedene Fraktionen (der sogenannte »Rumpfvorstand« und der sogenannte »Notvorstand« der AfD Bremen hatten zwei unterschiedliche Kandidat:innenlisten abgegeben - mit dem Ergebnis das keine der beiden Listen zugelassen wurde. Inzwischen haben sich die Mitglieder des sogenannten »Notvorstands« weitestgehend aus der Partei zurückgezogen oder verloren ihre Mitgliedschaft. Als Kandidat für die Bundestagswahl bestimmten die anwesenden Delegierten den derzeitigen Landesvorsitzenden der AfD-Bremen Sergej Minich (Bildmitte)","date":"8 Dezember 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-12-08/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 08. Dezember 2024 fand in der Gaststätte Bootshaus in Bremen Hemelingen der Aufstellungsparteitag der AfD-Bremen für die anstehende Bundestagswahl statt.","title":"Aufstellungsparteitag der AfD Bremen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bremen/","section":"Orte","summary":"","title":"Bremen"},{"city":"Dortmund","content":"Am 29.11.2024 fand in Dortmunder Stadtteil Dorstfeld eine Kundgebung von Neonazis statt. Begleitet von antifaschistischen Protesten und einem starken Polizeiaufgebot versammelten sich etwa 50 Teilnehmende auf dem Dorstfelder Wilhelmsplatz. Grund für die Kundgebung war das Auslaufen der sogenannten »Strategische Fahndung« in Dortmund - einer polizeilichen Maßnahme bei der Personen im öffentlichen Verkehrsraum kontrolliert und Fahrzeuge sowie mitgeführte Sachen in Augenschein genommen wurden. Das Auslaufen der polizeilichen Maßnahmen war für die versammelten Neonazis Grund genug eine Kundgebung anzumelden und durchzuführen. Die Kundgebung diente daneben vor allem dazu, jüngere Neonazis an die Strukturen, insbesondere an die Neonazipartei »Die Heimat« (ehemals NPD) heranzuführen. So konnten zahlreiche Teilnehmende dem politischen Nachwuchs und Heranwachsenden der regionalen Neonaziszene zugeordnet werden. Im Anschluss an die Kundgebung, die von 19:00 bis 20:00 Uhr abgehalten wurde, veranstalteten die Neonazis zielgruppenorientiert einen »Offenen Abend« in ihren nahegelegenen Räumlichkeiten.","date":"29 November 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-11-29/","section":"Fotos","summary":"Am 29.11.2024 fand in Dortmunder Stadtteil Dorstfeld eine Kundgebung von Neonazis statt.","title":"Kundgebung von Neonazis in Dortmund Dorstfeld"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bernsdorf/","section":"Orte","summary":"","title":"Bernsdorf"},{"city":"Bernsdorf","content":"Am 23.11.2024 fand in der Gaststätte »Goldener Hirsch« im sächsischen Bernsdorf der diesjährige Bundesparteitag der Neonazi-Partei »Die Heimat« (ehemals NPD) statt. Der Parteitag wurde mit Spannung erwartet - stand hier doch nach internen Zerwürfnissen ein neuer Bundesvorstand zur Wahl. Erst im vergangenen Jahr hatte sich die langjährige Neonazi-Partei NPD auf ihrem Bundesparteitag in Riesa einen neuen Namen gegeben. Unter der neuen Bezeichnung »Die Heimat« sollten neue strategische Allianzen geknüpft und Unterstützer:innen gewonnen werden.  Die Umbenennung ging vor allem auf die Initaitive des bisherigen Bundesvorstands um den NPD-Bundesvorsitzenden Frank Franz (hier bei einer Demonstration am 01.Mai 2018 in Erfurt) zurück. Auch sollte so bei der Europawahl 2023 der Einzug ins Europäische Parlament gewährleistet werden. Ein Unterfangen, dass letztlich scheiterte. Dessen Strategie der Umbenennung stieß nicht nur auf Gegenliebe - am Ende spalteten sich verschiedene Landesverbände von der nun in »Die Heimat« umbenannten Partei ab und führten die NPD als eigenständige Partei fort. Der Bundesvorstand der Partei »Die Heimat« geht seitdem juristisch gegen die »neue« NPD vor. In dem Rechtsstreit geht es nicht nur um die Namensgebung, sondern insbesondere um Vermögenswerte und Immobilien der Partei und wer zukünftig darauf Zugriff hat. Und auch ohne das juristische Tauziehen sah sich der bisherige Bundesvorstand mit Unmut in der nun umbenannten Partei konfrontiert. Die großen Ankündigungen und Versprechen, mit einem neuen Namen wieder auf die parlamentarische »Erfolgsspur« zu kommen, erwiesen sich als Luftschlösser. Bei der Europawahl scheiterte die Partei kläglich. Interne Schuldzuweisungen und ein immer handlungsunfähigerer Bundesvorstand erhöhten den Druck vor dem nun stattgefundenen Bundesparteitag. Angesichts des enormen Drucks erschienen Teile des amtierenden Bundesvorstands erst gar nicht zum Parteitag - selbst der Bundesvorsitzende zog es vor, familiäre und gesundheitliche Gründe vorzuschieben, um nicht an dem Parteitag teilnehmen zu müssen. Auch andere Bundesvorstandsmitglieder blieben der Veranstaltung fern. Sei es weil berufliche Termine einer Teilnahme im Wege standen und auch weil körperliche Auseinandersetzungen zu erwarten waren. So wurden dem bisherigen Organisationsleiter der Partei, der langjährige Parteikader Patrick Wieschke aus Thüringen, »schmerzhafte Konsequenzen« im Vorfeld des Parteitags angedroht. Wieschke hatte in einem Gerichtsverfahren gegen Neonazis der Gruppierung »Knockout 51« ausgesagt - dies wurde als Verrat an den Strukturen gewertet.  All dies führte dazu, dass sich ein Teil des amtierenden Bundesvorstands schon im Vorfeld zurückzog. Ursprünglich sollte der nun stattgefundene Parteitag im Geheimen stattfinden - die Partei wollte unter sich bleiben. So legten die Organisationsstrukturen großen Wert darauf, dass keine Informationen im Vorfeld an die Öffentlichkeit gelangten. Als Veranstaltungsort griff die Neonazi-Partei auf die Gaststätte »Goldener Hirsch« in Bernsdorf zurück - für Neonazis eine einschlägige Adresse. Hier treffen sich regelmäßig auch die »Freien Sachsen«. Einen Tag vor dem nun stattgefundenen Bundesparteitag der Partei »Die Heimat« fand dort die Jahresabschlussfeier der »Freien Sachsen« statt. Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass der sächsische Landesvorsitzende Peter Schreiber sich auf das vakant gewordene Amt des Bundesvorsitzenden bewerben wolle - letztlich wurde er ohne Gegenkandidatur gewählt. Alle anderen Vorgeschlagenen lehnten umgehend ab. Durch die Übernahme von Peter Schreiber dürfte sich das Machtzentrum der Partei weiter nach Sachsen verschieben. Eine Stärkung der Partei ist jedoch nicht zu erwarten. Der neuen Bundesvorsitzende Peter Schreiber ist gleichzeitig Abgeordneter der Partei »Freie Sachsen« - angesichts der weltanschaulichen Ausrichtung beider Parteien kein wirklicher Interessenskonflikt. Dennoch dürfte Peter Schreiber angesichts seiner vielfältigen Aktivitäten, auch als Verantwortlicher des »Deutsche Stimme Verlags«,Moderator vom »Deutsche Stimme TV« und nicht zuletzt aufgrund seiner Aktivitäten bei den »Freien Sachsen« seine Schwerpunkte anders setzen als von den in Bernsdorf versammelten Delegierten erwartet.  Die Deligierten des Parteitags reisten aus verschiedenen Bundesländern an. Neben Deligierten und Amtsträger:innen wurden auch »Gäste« zur Veranstaltung zugelassen. Insgesamt nahmen letztlich 89 offizielle Deligierte der Partei an der Veranstaltung in Bernsdorf teil. ","date":"23 November 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-11-23/","section":"Fotos","summary":"Am 23.11.2024 fand in der Gaststätte »Goldener Hirsch« im sächsischen Bernsdorf der diesjährige Bundesparteitag der Neonazi-Partei »Die Heimat« (ehemals NPD) statt.","title":"Bundesparteitag der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) in Bernsdorf"},{"city":"Dortmund","content":"Die »Junge Alternative« (JA) in Nordrhein-Westfalen veranstaltete am 17. November in Dortmund Syburg gemeinsam mit der AfD ihre jährliches »Heldengedenken« zum »Volkstrauertag«. Zu den Teilnehmenden der Veranstaltung gehörte auch Matthias Helferich. Der Bundestagsabgeordnete, der sich 2017 in einem Facebook-Chat als „das freundliche Gesicht des NS“ bezeichnet hatte, wird dem rechten Rand der Rechtsaußenpartei zugerechnet. Die Nähe zum Nationalsozialimus wird auch bei anderen Veranstaltungen der »Jungen Alternative« in Nordrhein-Westfalen zelebriert - im Juni 2023 zeigt ein Besucher einer JA-Veranstaltung in Dortmund-Dorstfeld gegenüber Medienvertreter:innen den Hitlergruß. Helferich, hier auf einer Veranstaltung des von Sicherheitsbehörden als »gesichert rechtsextrem« eingestufen »Institut für Staatspolitik « (IfS) im Juli 2024 gilt als inniger Unterstützer der AfD-Jugendorganisation »Jungen Alternative«. Neben seiner selbsterklärten Nähe zum Nationalsozialismus soll Helferich Kontakte zu Altnazis gepflegt, Migranten indirekt als „Viecher“ bezeichnet und Parteimitglieder bedroht haben. Ein AfD-Schiedsgericht entschied im Juli 2024 für den Rauswurf des Dortmunder MdB aus der Partei - Helferich selbst akzeptierte die Enscheidung nicht und verwies auf das AfD-Bundesschiedgericht.  Helferichs Anwesenheit auf der Veranstaltung am 17. November in Dortmund Syburg dürfte daher kein Zufall gewesen sein und zeigt abermals das die AfD in Nordrhein-Westfalen keinerlei Berührungsängst mit Personen besitzt, die sich dem Nationalsozialismus verbunden fühlen - schließlich werden Helferichs Aktivitäten weiterhin direkt von der AfD-Dortmund auf deren Internetseite beworben. Hier scheinen die Reihen geschlossen. An der »Gedenkveranstaltung« der »Jungen Alternative« in Dortmund Syburg nahmen rund 50 Personen teil.  Die Veranstaltung findet inzwischen jährlich statt. Im Vorjahr gehörte auch Björn Höcke von der AfD Thüringen zu den Teilnehmenden. Die Anreise wurde augenscheinlich unter anderem durch das JA-Bundesvorstandsmitglied Nils Hartwig koordiniert. Hartwig selbst wird von Beobachter:innen aus Nordrhein-Westfalen der Identitären Bewegung zugerechnet. Zu den Organisationsstrukturen gehörte auch die AfD-Arnsberg. Deren Vorsitzender Christian Zaum hielt im Rahmen der Veranstaltung, wie bereits im Vorjahr, die Eröffnungrede.","date":"17 November 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-11-17-d/","section":"Fotos","summary":"Die »Junge Alternative« (JA) in Nordrhein-Westfalen veranstaltete am 17. November in Dortmund Syburg gemeinsam mit der AfD ihre jährliches »Heldengedenken« zum »Volkstrauertag«.","title":"\"Volkstrauertag\" der Jungen Alternative in Dortmund"},{"city":"Hilchenbach","content":"Am Samstag (9. November 2024) fand in Hilchenbach ein Konzert mehrerer Rapper des Labels NDS (\"Neuer Deutscher Standard\") auf dem Grundstück der neonazistischen Partei Dritter Weg statt. Angekündigt wurden neben den Neonazi-Rappern \"Kavalier\" (Dominik Raupbach) und \"Proto\" (Kai Naggert) auch die Rapper MKD, Azatro und Skeptika. Zudem wurde mit einem Sportwettkampf, politischen Redebeiträgen und einem Handwerkermarkt geworben. Nachdem zuletzt ein dort geplantes Konzert der rechten Rapper Proto und Kavalier durch behördliches Eingreifen scheiterte, wurde dieses Mal gerichtlich entschieden, dass die Veranstaltung stattfinden kann. Etwa 70 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Dass der Termin ausgerechnet auf den 9. November, den Jahrestag der Novemberprogrome, gelegt wurde, dürfte als bewusste Provokation einzuschätzen sein, für welche der Dritte Weg bereits bekannt ist. Vor Ort gab es lautstarken antifaschistischen Gegenprotest in direkter Nähe zu dem Pateigrundstück.  Teilweise wurde Neonazis die Anreise durch die anwesenden Gegendemonstrant:innen erschwert, sodass diese mitunter vor den Gegendemonstrant:innen flüchteten und sich einen anderen Zugang zum Veranstaltungsort suchten.","date":"9 November 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-11-09-h/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag (9. November 2024) fand in Hilchenbach ein Konzert mehrerer Rapper des Labels NDS (\"Neuer Deutscher Standard\") auf dem Grundstück der neonazistischen Partei Dritter Weg statt.","title":"Neonazi-Konzert beim III.Weg in Hilchenbach"},{"city":"Münster","content":"In Münster fand am Samstag, den 05.Oktober der 1000-Kreuze-Marsch statt.  Die Veranstaltung, die als \"Gebets- und Trauermarsch\" angekündigt wird, wird durch christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner:innen organisiert und findet bereits seit vielen Jahren statt. Etwa 60 Menschen nahmen an der Demonstration teil. Neben christlichen Fundamentalist:innen nehmen dort immer wieder auch Burschenschaftler, AfD-Politiker:innen und andere Vertreter:innen der extremen Rechten teil. Das erklärte Ziel ist ein \"ausnahmsloses Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen\" und somit die Abschaffung jeglicher Selbstbestimmung schwangerer Menschen. Der 1000-Kreuze Marsch zog durch die Münsteraner Innenstadt und wurde dabei von einem großen Gegenprotest begleitet. Auf Redebeiträge wurde während des Marsches größtenteils verzichtet, immer wieder fanden leise Gebete und Gesänge während der Demonstration statt. Ihren Abschluss fand die Demonstration an der Galen-Statue am Domplatz, auch dort wurden die Abschlussbeiträge durch den lautstarken Gegenprotest übertönt.","date":"5 Oktober 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-10-05-m/","section":"Fotos","summary":"In Münster fand am Samstag, den 05.Oktober der 1000-Kreuze-Marsch statt.","title":"Christlich-fundamentalistischer 1000 Kreuze-Marsch in Münster"},{"city":"Hilchenbach","content":"Am 04.10. sollte im nordrhein-westfälischen Hilchenbach eine Veranstaltung der Reihe \"Abschiebehauptmeister-Party\" der Neonazi-Musiker Dominik Raupbach (Kavalier) und Kai Naggert (Proto) stattfinden. In der Vergangenheit verliefen die Veranstaltungen in aller Regel nicht nach Plan. Lediglich eine Veranstaltung konnte in den letzten Monaten wie geplant stattfinden. Um eine Verhinderung des Konzerts dieses mal zu vermeiden, sollte die aktuelle Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Neonazi-Kleinstpartei \"Der III. Weg\" in Hilchenbach stattfinden und in eine Versammlung eingebettet sein. Im Vorfeld wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass es sich um eine Veranstaltung in Privaträumen handele und diese daher (im Gegensatz zu sonst) sicher stattfinden könne. Kurz vor Veranstaltungsbeginn wurde allerdings durch die Polizei Siegen ein Betretungsverbot für die Neonazi-Rapper erwirkt. Ein von der Partei eingereichter Eilantrag konnte am Abend nicht mehr entschieden werden. So verbrachten die Musiker zusammen mit einigen Kamerad:innen den Abend auf einem nahegelegenen REWE Parkplatz. Da sich das Betretungsverbot nur auf die Räume der Partei erstreckte, unternahmen Funktionäre des III. Wegs den Versuch, das Konzert von einem Caravan Stellplatz aus stattfinden zu lassen. Das Scheiterte aber an der Reichweite der Funkmikrophone. Im Laufe des Abends fanden sich etwa 40 Personen am Veranstaltungsort ein. Einige scheiterten an den von den Neonazis aufgestellten Abschirmungen und brauchten Hilfe, um den Weg hinein zu finden.  Begleitet wurde die Veranstaltung von einer antifaschistischen Gegenkundgebung, welche mit lautstarker Musik die öffentliche Wahrnehmung nicht den Neonazis überlassen wollte. Bei \"unsere Zeit\" handelt es sich um die wöchentlich erscheinende Zeitung der DKP.","date":"4 Oktober 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-10-04-h/","section":"Fotos","summary":"Am 04.10. sollte im nordrhein-westfälischen Hilchenbach eine Veranstaltung der Reihe \"Abschiebehauptmeister-Party\" der Neonazi-Musiker Dominik Raupbach (Kavalier) und Kai Naggert (Proto) stattfinden.","title":"Gescheitertes Konzert von NDS in Hilchenbach"},{"city":"Werdum","content":"Am Tag der Deutschen Einheit fand der Sonderparteitag der AfD-Kreisverbände\nWittmund/Friesland in Werdum statt. Prominente AfD-Politiker:innen, darunter Ansgar Schledde (MdL), Sonja Nilz aus Niedersachsen und Julian Flak aus Schleswig-Holstein, waren anwesend. Hauptthema des Treffens war die Fusion der Kreisverbände Wittmund und Friesland, die mit deutlicher Mehrheit beschlossen wurde. Martin Sichert (MdB), der 2023 nach Friesland gezogen war, wurde zum neuen Vorsitzenden des KV Friesland gewählt. Die Fusion wurde forciert, um die AfD in der Region zu stärken; der Vorwurf der Untätigkeit des vorherigen Wittmunder Vorstands wirkte dabei wie eine vorgeschobene Begründung. Die AfD strebt an, bei der nächsten Bundestagswahl unter anderem stärkste Kraft in Ostfriesland zu werden. Spannungen zwischen Parteimitgliedern und Gegendemonstrant:innen prägten den Parteitag. Dabei kam es zu verbalen Auseinandersetzungen.","date":"3 Oktober 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-10-03-o/","section":"Fotos","summary":"Am Tag der Deutschen Einheit fand der Sonderparteitag der AfD-Kreisverbände Wittmund/Friesland in Werdum statt.","title":"Sonderparteitag der AfD in Werdum (Ostfriesland)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/werdum/","section":"Orte","summary":"","title":"Werdum"},{"city":"","content":"Schulungsarbeit von rechtsaußen - Umsturzplanungen und Kaderschulung mit “Metapol”\nAuf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"20 September 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.09.20.-meta-pol-umsturzplanungen-von-rechts/","section":"Videos","summary":"Schulungsarbeit von rechtsaußen - Umsturzplanungen und Kaderschulung mit \"Metapol\"","title":"Metapol - Umsturzplanungen Von Rechts"},{"city":"Freiberg","content":"Am 07.09.2024 fand im sächsischen Freiberg der erste CSD statt, an welchem sich bis zu 600 Personen beteiligten. Dagegen mobilisierten verschiedene rechte Gruppen in die Kleinstadt. Bis zu 200 zumeist sehr junge Personen nahmen an dem extrem rechten Aufmarsch teil. Der Aufmarsch wurdeh durch Manuel Leuchtmann, Aktivist der \"Freien Sachsen\" sowie weiterer aktiver Personen aus dem Umfeld der \"Freien Sachsen\" und der Partei \"Die Heimat\" angemeldet und organisatorisch begleitet. Den Großteil der Teilnehmenden stellten jedoch zumeist sehr junge, aktionsorientierte Personen, welche auch schon bei ähnlichen Veranstaltungen in Magdeburg, Leipzig oder Bautzen in den  Wochen zuvor aufgefallen waren.  Die Teilnehmenden zeigten immer wieder das \"White-Power-Zeichen\", welches durch die Auflagen der Demonstration behördlich untersagt war. Gegen drei Personen wurden daraufhin Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet. Die Hitze sowie der teils hohe Alkoholpegel einiger Teilnehmenden führte schon während der Veranstaltung dazu, dass manche den Aufzug frühzeitig verließen.","date":"7 September 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-09-07-f/","section":"Fotos","summary":"Am 07.09.2024 fand im sächsischen Freiberg der erste CSD statt, an welchem sich bis zu 600 Personen beteiligten.","title":"CSD-Gegenprotest von Neonazis in Freiberg (Sachsen)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/freiberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Freiberg"},{"city":"Riesa","content":"Am 06. September 2024 veranstaltete das sogenannte \"Heimatkulturwerk\" (HKW) der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) ein Rechtsrockkonzert im sächsischen Riesa. Der genaue Veranstaltungsort wurde im Vorfeld nicht öffentlich beworben. Lediglich der geographisch unbestimmte Raum \"Mittelsachsen\" wurde im Vorfeld bekannt gegeben. Am Ende wurde es das Verlagsgebäude der \"Deutschen Stimme\" in Riesa. Der Aufbau der Veranstaltung begann dann gegen 13:30 Uhr. Dieser wurde insbesondere durch lokale Neonazis aus dem Umfeld des DS-Verlags durchgeführt. Die eigentlichen Veranstalter beteiligten sich hingegen nicht am Aufbau und der Abschirmung des Geländes. Angemeldet waren bei den Behörden etwa 250 Personen. Am Ende wurden es knapp hundert Personen weniger. Auch wenn die Veranstaltung seit langem angemeldet war - war den Behörden vor Ort der Hintergrund nicht bekannt. Erst wenige Tage vorher werteten die Behörden die Veranstaltung als Rechtsrock-Konzert. Zuvor waren die Behörden in Riesa von einer nicht näher beschriebenen \"Kulturveranstaltung\" ausgegangen. In der Folge verfügten die Behörden entsprechende Auflagen. So wurde der zeitliche Rahmen auf 22:00 Uhr beschränkt, Alkoholausschank untersagt. Am Ende kippte ein Verwaltungsgericht die Auflagen jedoch - die Einschränkungen wurden aufgehoben. Unterstützt wurden die Veranstalter durch die Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" vom \"Regionalverband Mitte\". Auch ein Infostand der Organisation fand sich später auf dem abgeschirmten Gelände. Auch wenn sich die Partei längst in \"Die Heimat\" umbenannt hat, hängen Teile der Partei immer noch am alten Namen und Erscheinungsbild. Auf dem Veranstaltungsgelände fanden sich neben einem JN-Informationsstand später noch zwei Verkaufsstände. Einer von \"Black Legion\" sowie ein weiterer bei dem insbesondere Material sogenannter \"Active-Clubs\" vertrieben wurde.","date":"6 September 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-09-06/","section":"Fotos","summary":"Am 06. September 2024 veranstaltete das sogenannte \"Heimatkulturwerk\" (HKW) der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) ein Rechtsrockkonzert im sächsischen Riesa.","title":"Rechtsrock mit dem \"Heimatkulturwerk\" in Riesa, Sachsen"},{"city":"Erfurt","content":"Am 31.08.2024 fand in Erfurt die Abschlusskundgebung des Wahlkampfes der AfD Thüringen statt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"31 August 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.09.01.-nazifizierung-der-af-d/","section":"Videos","summary":"Am 31.08.2024 fand in Erfurt die Abschlusskundgebung des Wahlkampfes der AfD Thüringen statt.","title":"Nazifizierung Der AfD - Wahlkampfabschluss in Erfurt"},{"city":"Thüringen","content":"Am Vortag der thüringischen Landtagswahl fand in Erfurt die Abschlusskundgebung der AfD Thüringen statt.  Nach Behördenangaben versammelten sich dort etwa 1300 Anhänger:innen der extrem rechten Partei. Auffällig war die hohe Beteiligung von Personen, die dem neofaschistischen Vorfeld der AfD oder auch der militanten Neonaziszene zugerechnet werden konnten. Insignien und Erkennungszeichen der Extremen Rechten waren während der Veranstaltung in Erfurt keine Seltenheit Ebenfalls auffällig war der große Anteil von jüngeren Personen. Zahlreiche Jugendliche waren zugegen. Höhepunkt für die Teilnehmenden war sicherlich der Auftritt des AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke.  Dieser, wie auch die anderen Redner:innen setzte bei der eigenen Anhänger:innenschaft auf ltbewährtes. Und zwar auf Schuldzuweisung und Beleidigungen politischer Gegner:innen. Die klare Feindbennung kam bei den Zuhörenden gut an - etwa als die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel ein Verbot der Antifa ankündigte.","date":"31 August 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-08-31/","section":"Fotos","summary":"Am Vortag der thüringischen Landtagswahl fand in Erfurt die Abschlusskundgebung der AfD Thüringen statt.","title":"Nazifizierung: Wahlkampfabschluss der AfD in Thüringen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/th%C3%BCringen/","section":"Orte","summary":"","title":"Thüringen"},{"city":"Oetzen","content":"Am 24.08.2024 sollte ein Neonazi-Konzert der neonazistischen Rap-Crew NDS Records im niedersächsischen Oetzen stattfinden. Der Veranstaltungsort war unter falschen Angaben als “private Veranstaltung” und nicht als RechtsRock-Konzert angemietet worden. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"24 August 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.08.02.-konzertabbruch-neonazikonzert-mit-der/","section":"Videos","summary":"Am 24.08.2024 sollte ein Neonazi-Konzert der neonazistischen Rap-Crew NDS Records im niedersächsischen Oetzen stattfinden. Der Veranstaltungsort war unter falschen Angaben als \"private Veranstaltung\" und nicht als RechtsRock-Konzert angemietet worden.","title":"Konzertabbruch - Neonazikonzert mit NDS"},{"city":"Oetzen","content":"Vergangenes Wochenende sollte im niedersächsischen Oetzen (Landkreis Uelzen) in den Räumlichkeiten der örtlichen Schützengilde eine Musikveranstaltung der organisierten Neonaziszene stattfinden. Es handelte sich um ein geplantes Konzert der neonazistischen Rap-Crew und des angegliederten Musiklabels \"Neuer Deutscher Standard\", kurz NDS Records. Ursprünglich war die Veranstaltung für den Raum Sachsen-Anhalt angekündigt. Der konkrete Veranstaltungsort wurde vorab geheim gehalten, Ticketkäufer:innen wurden erst kurz vor Beginn über den Ort informiert. Dies ist eine für die Neonaziszene nicht unübliche Vorsichtsmaßnahme – nicht zuletzt um ein polizeiliches Eingreifen zu erschweren, aber auch aus Sorge vor Gegenprotest. Aus diesem Grund werden Räumlichkeiten oft unter falschen Angaben, für Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder wie in diesem Fall als \"private Veranstaltung\" angemietet. Da die Betreiber der Lokalität jedoch kurzfristig über die Art der geplanten Veranstaltung informiert wurden, untersagten sie in letzter Minute das Konzert. Trotz Absage hielten sich die Veranstalter weiterhin am geplanten Veranstaltungsort auf. Anreisende Besucher:innen wurden hereingebeten, vermutlich um ihnen hinter verschlossenen Türen den vermeintlichen Ausweichort mitzuteilen. Teilnehmen wollte unter anderem diese Gruppe, die sich als \"Nazi Bande\" zu erkennen gibt. Sichtlich frustriert waren Veranstalter und einige angereiste Gäste nach der Absage durch das Lokal auf einem Supermarktparkplatz in Bad Bevensen anzutreffen. Unter ihnen befand sich auch ein Aktivist der Jungen Alternative (hier zu sehen im grünen T-Shirt). Zu späterer Stunde versuchten die Veranstalter, ihre Veranstaltung auf einem abgelegenen öffentlichen Parkplatz nachzuholen. Auch hier blieben sie nicht unentdeckt, die Veranstaltung wurde letztlich durch die Polizei aufgelöst, alle Anwesenden mussten ihre Personalien abgeben, die Fahrzeuge wurden kontrolliert und auch Tonträger und Merchandise wurden laut Polizei überprüft.","date":"24 August 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-08-24-o/","section":"Fotos","summary":"Vergangenes Wochenende sollte im niedersächsischen Oetzen (Landkreis Uelzen) in den Räumlichkeiten der örtlichen Schützengilde eine Musikveranstaltung der organisierten Neonaziszene stattfinden.","title":"Konzertabbruch von NDS Records"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/oetzen/","section":"Orte","summary":"","title":"Oetzen"},{"city":"Riesa","content":"Am 17.08.2024 fand im sächsischen Riesa das jährliche Sommerfest des neonazistischen Verlags “Deutsche Stimme” statt - dem Verlag der Partei “Die Heimat”. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"17 August 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.08.23.-braune-kindheit-neonazi-sommerfest-in-sachsen/","section":"Videos","summary":"Am 17.08.2024 fand im sächsischen Riesa das jährliche Sommerfest des neonazistischen Verlags \"Deutsche Stimme\" statt - dem Verlag der Partei \"Die Heimat\".","title":"Braune Kindheit - Neonazi-Sommerfest in Sachsen"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 17.August 2024 fand in Magdeburg der Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt statt.","date":"17 August 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-08-17-m/","section":"Fotos","summary":"Am 17.August 2024 fand in Magdeburg der Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt statt.","title":"Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt"},{"city":"Riesa","content":"Am vergangenen Samstag fand im Gewerbegebiet der Kreisstadt Riesa erneut das jährliche Sommerfest der \"Deutsche Stimme Verlag GmbH\" statt. Über einhundert Neonazis aus ganz Deutschland kamen hier zusammen. Trotz zahlreicher Teilnehmender, die offen NS-Symbole zur Schau stellten und Todesdrohungen gegen Journalisten aussprachen, griff die Polizei nicht ein. Auffällig bei dem \"Sommerfest\" war die gezielte Einbindung von Kindern und Jugendlichen, die inmitten von NS-Symbolen, darunter NS-Embleme wie den SS-Totenkopf oder verfremdete Hakenkreuze, und neonazistischen Parolen an der Veranstaltung teilnahmen. Während Erwachsene ungestört ihre Ideologie zur Schau stellten und Redebeiträgen lauschten, spielten Kinder auf einer Hüpfburg, umgeben von Transparenten und Fahnen mit rechtsextremen Botschaften. Besorgniserregend ist die zunehmende Normalisierung solcher Veranstaltungen, bei denen Neonazis nahezu ungestört agieren können. So kam es erneut zu Mord- und Gewaltandrohungen gegen anwesende Journalisten, während die Polizei nicht eingriff. Bereits im Vorjahr gerieten nicht die Täter, sondern die Journalisten selbst ins Visier polizeilicher Ermittlungen, nachdem sie eine damalige AfD-Kreisrätin bei der Anreise dokumentiert hatten. Diese hatte Anzeige erstattet und behauptet, zufällig vor Ort gewesen zu sein. Auch in diesem Jahr war die Politikerin, die mittlerweile zu den „Freien Sachsen“ gewechselt ist, erneut unter den Teilnehmern. Die fehlende Reaktion der Polizei auf die offen zur Schau gestellten NS-Symbole und die dokumentierten harten Bedrohungen gegen Medienvertreter sind nicht neu. Schon im letzten Jahr wurden Vorwürfe laut, dass die Behörden eher gegen Journalisten vorgehen, als gegen die rechtsextremen Veranstalter. Die erneute Untätigkeit der Polizei wirft Fragen auf zum Umgang mit der zunehmenden Radikalisierung und Gewaltbereitschaft der rechtsextremistischen Szene in Sachsen.","date":"17 August 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-08-17-r/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag fand im Gewerbegebiet der Kreisstadt Riesa erneut das jährliche Sommerfest der \"Deutsche Stimme Verlag GmbH\" statt.","title":"Neonazi-Sommerfest in Riesa"},{"city":"","content":"Erkenntnisfortschritt. Ein kurzer Blick auf Knotenpunkte zwischen Neonazis und der AfD.\nAuf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"12 August 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.08.12.-erkenntnisfortschritt.-bildungsveranstaltungen/","section":"Videos","summary":"Erkenntnisfortschritt. Ein kurzer Blick auf Knotenpunkte zwischen Neonazis und der AfD.","title":"Erkenntnisfortschritt - Bildungsveranstaltungen der extremen Rechten"},{"city":"Wien","content":"Am 20. Juli 2024 fand in der Wien, der Hauptstadt von Österreich, eine Demonstration der \"Identitären Bewegung\" (kurz: IB) statt.  An der europaweit beworbenen Veranstaltung nahmen zwischen 350 und 400 Personen teil - ein Großteil davon junge Männer aus extrem rechten und offen neo-faschistischen Organisationen. Die Veranstalter:innen aus den Strukturen der \"Identitären Bewegung Österreich\" (IBÖ) waren ursprünglich von weitaus mehr Teilnehmenden ausgegangen. Die schwindende Mobilisierungsfähigkeit und ein damit einhergehender Bedeutungsverlust wurden geflissentlich ignoriert - hier ging es auch mehr um kämpferische Selbstdarstellung. Auch aus Deutschland nahmen bekennende Neofaschist:innen an der Veranstaltung teil - hier eine Personengruppe aus Nordrhein-Westfalen.","date":"20 Juli 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-07-20/","section":"Fotos","summary":"Am 20. Juli 2024 fand in der Wien, der Hauptstadt von Österreich, eine Demonstration der \"Identitären Bewegung\" (kurz: IB) statt.","title":"Demonstration der \"IB\" in Wien - Neo-Fascist Young Men Struggle..."},{"city":"Wien","content":"Am Vortag einer Demonstration der Identitären Bewegung in Wien veranstaltete die neofaschistische Gruppierung ein Boxturnier in der Stadt. Zu der Veranstaltung kamen Teilnehmende aus mehreren europäischen Ländern. Auch aus Deutschland nahmen Personen an der Veranstaltung teil. Darunter auch Mitglieder der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA)","date":"19 Juli 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-07-19/","section":"Fotos","summary":"Am Vortag einer Demonstration der Identitären Bewegung in Wien veranstaltete die neofaschistische Gruppierung ein Boxturnier in der Stadt.","title":"Boxturnier der Identitären Bewegung (IB) in Wien"},{"city":"Berlin","content":"Am 16.07.2024 erließ das Bundes-Innenministerium ein Verbot des extrem rechten “Compact”-Magazins auf Grundlage eines Vereinsverbotes.\nAuf archive.org ansehen","date":"16 Juli 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.07.16.-compact.-verbot/","section":"Videos","summary":"Am 16.07.2024 erließ das Bundes-Innenministerium ein Verbot des extrem rechten \"Compact\"-Magazins auf Grundlage eines Vereinsverbotes.","title":"Verbot von \"Compact\""},{"city":"Schnellroda","content":"Am 13.07.2024 fand in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) ein Vernetzungstreffen der extremen Rechten bzw. “Neuen Rechten” statt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"13 Juli 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.07.16.-faschistoides-stelldichein-vernetzungstreffen-der/","section":"Videos","summary":"Am 13.07.2024 fand in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) ein Vernetzungstreffen der extremen Rechten bzw. \"Neuen Rechten\" statt.","title":"Faschistoides Stelldichein - Vernetzungstreffen in Schnellroda"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/personen/g%C3%B6tz-kubitschek/","section":"Personen","summary":"","title":"Götz-Kubitschek"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/ifs/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Ifs"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/kaderschulung/","section":"Tags","summary":"","title":"Kaderschulung"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/menschenpark-ug/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Menschenpark-Ug"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/neue-rechte/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Neue-Rechte"},{"city":"Schnellroda","content":"Am 13. und 14. Juli 2024 nahmen mehrere hundert Personen am \"Sommerfest\" in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) teil. Eingeladen hatte der extrem rechte Verlag \"Antaios\" des Verlegers Götz Kubitschek, welcher als Vordenker der sogenannten Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum gilt. Erst einige Wochen zuvor, hatte Kubitschek das \"Institut für Staatspolitik\" aufgelöst, um mutmaßlich einem Verbotsverfahren zuvor zu kommen. Sowohl Kubitschek als auch der langjährige Vorsitzende des Vereins, Erik Lehnert (Bildmitte), gründeten jeweils eigene Unternehmen, welche die Arbeit des Instituts für Staatspolitik in Schnellroda fortführen. In der Einladung hatte Kubitschek auf die anwesende Presse hingewiesen und Anweisung gegeben, wie damit umzugehen sei: \"Sonnenbrille und Atemschutzmasken sind das Mittel der Wahl für diejenigen, die ihr Gesicht schützen müssen oder wollen. Bitte behandeln Sie diese Leute so, als wären sie Luft. Keine Aufregung, keine Provokationen.\" Das Sommerfest diente als spektrenübergreifende Vernetzungsveranstaltung. Hier bspw. Personen, die dem JungEuropa Verlag des Burschenschaftlers und rechten Verlegers Phillip Stein (rechts) zugeordnet werden können. Der umstrittene Afd-Europaabgeordnete Maximilian Krah war in Schnellroda nicht das einzige AfD-Mitglied. Politiker:innen aus Kommunal- und Landesebene waren zahlreich vertreten.","date":"13 Juli 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-07-13-s/","section":"Fotos","summary":"Am 13. und 14. Juli 2024 nahmen mehrere hundert Personen am \"Sommerfest\" in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) teil.","title":"Sommerfest des \"Instituts für Staatspolitik\" in Schnellroda"},{"city":"","content":"Hier ist der Text zu dem Test","date":null,"group":"term:tags","permalink":"https://recherche-nord.com/tags/studientage/","section":"Tags","summary":"Hier ist der Text zu dem Test","title":"Test"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"Im Jahr 2024 fanden mehrere Wanderungen des sog. “Königreich Deutschland” statt - eine Organisation aus dem Spektrum der Reichsbürger und Selbstverwalter, welche die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennt und auf dessen Staatsgebiet ein eigenes Königreich - mit eigener Währung, eigenen Ausweisen, eigenen Gesetzen - aufbauen möchte. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"12 Juli 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.07.12.-mit-kind-und-krone/","section":"Videos","summary":"Im Jahr 2024 fanden mehrere Wanderungen des sog. \"Königreich Deutschland\" statt - eine Organisation aus dem Spektrum der Reichsbürger und Selbstverwalter, welche die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennt und auf dessen Staatsgebiet ein eigenes Königreich - mit eigener Währung, eigenen Ausweisen, eigenen Gesetzen - aufbauen möchte.","title":"\"Mit Kind Und Krone..\" - Wanderungen des \"Königreich Deutschland\" in Norddeutschland"},{"city":"Eschede","content":"Am vergangenen Samstag, den 15. Juni 2024, versammelten sich Mitglieder, Aktivist:innen und Unterstützer:innen der Neonazi-Gruppierung \"Junge Nationalisten\" (JN) nahe der Ortschaft Eschede in Niedersachsen. Hier auf dem sogenannten \"Heimathof\", einem \"Gemeinschafts- oder Bildungszentrum\" der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD), sollte im Verlauf des Tages dann eine Sommer-Sonnenwendfeier stattfinden.  Bewacht wurde die Veranstaltung durch einen eigens eingesetzten und größtenteils vermummt auftretenden Ordnerdienst. Bei den \"Jungen Nationalisten\" handelt es sich um die Jugendorganisation der Neonazi-Partei \"Die Heimat\", die noch bis zum letzten Jahr unter dem Namen NPD in Erscheinung trat. Zu der Veranstaltung wurde zwar offen eingeladen, Interessierte wurden jedoch überprüft, bevor sie Datum und Ort der Veranstaltung erfuhren. Man wollte unter sich bleiben, die Öffentlichkeit sollte ausgeschlossen werden. Die JN agiert dabei als Elite- und Nachwuchsschmiede im vorpolitischen Raum. In internen Schulungen und durch paramilitärisch anmutenden Drill sollen zukünftige Kader herausgebildet werden. Die ideologische Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche im Rahmen vorgeblich unpolitischer Freizeitangebote gehört hier zum Programm. Der eingesetzte Ordnerdienst kommunizierte über Funkgeräte.  Intern wurde die Losung herausgegeben, keine Foto- und Videoaufnahmen der Veranstaltung anzufertigen, damit auch in Zukunft \"ohne Antifaberichte und Bullen, entspannt\" gefeiert werden könne - wie es auf einem Hinweisschild hieß. Die Teilnehmenden kamen aus mehreren Bundesländern zu der Veranstaltung. Darunter befanden sich Neonazis aus Niedersachsen, Bremen, Hessen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Aktuell befindet sich der organisatorische Schwerpunkt der Neonazi-Organisation in Norddeutschland - so setzt sich die Bundesführung inzwischen zum größten Teil aus Neonazis aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen.  Der Bundesvorsitzende Sebastian Weigler (hier nicht im Bild) verzog zuletzt jedoch nach Sachsen-Anhalt. Wanderungen, an denen auch Aktivisten der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative teilnahmen, aber auch Kongresse und andere Treffen der JN finden daher immer häufiger in Norddeutschland statt. Als wichtiger Anlaufpunkt der Strukturen fungiert dabei wie hier der \"Heimathof\" in Eschede. Hier finden Konzerte, Zeltlager, Sonnenwendfeiern und Erntefeste statt.  Und auch andere Organisationen griffen in der Vergangenheit auf die Liegenschaft zurück: so hielt die 2009 verbotene \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) vor ihrem Verbot hier ein Pfingstlager ab. Zuletzt wurde das Gelände auch für den Europakongress der \"Jungen Nationalisten\" genutzt. Über das Pfingstwochenende versammelten sich hier etwa 100 Neonazis aus mehreren europäischen Ländern - darunter auch die Führungsspitze der neonazistischen Kampfsportreihe \"Kampf der Nibelungen\" (KDN).","date":"15 Juni 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-06-15/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 15. Juni 2024, versammelten sich Mitglieder, Aktivist:innen und Unterstützer:innen der Neonazi-Gruppierung \"Junge Nationalisten\" (JN) nahe der Ortschaft Eschede in …","title":"\"HITLERJUGEND RELOADED\" - Neonazi-Sonnenwende in Eschede, Niedersachen"},{"city":"Eschede","content":"At June 15 in 2024, Neonazis from the organziation “Young Nationalists” (“Junge Nationalisten”) were celebration a summer solstice in Lower Saxony. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"15 Juni 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.06.21.-hitlerjugend-reloaded-neo-nazi-solstice-celebration-in-germany/","section":"Videos","summary":"At June 15 in 2024, Neonazis from the organziation \"Young Nationalists\" (\"Junge Nationalisten\") were celebration a summer solstice in Lower Saxony.","title":"Hitlerjugend Reloaded - Neo Nazi Solstice Celebration In Germany"},{"city":"Eschede","content":"Am 15. Juni 2024 fand im niedersächsischen Eschede eine Sonnenwendfeier von der neonazistischen Jugendorganisation “Junge Nationalisten” der Partei “Die Heimat” statt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"15 Juni 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.06.21.-hitlerjugend-reloaded-neonazi-sonnenwendfeier-in-niedersachsen/","section":"Videos","summary":"Am 15. Juni 2024 fand im niedersächsischen Eschede eine Sonnenwendfeier von der neonazistischen Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" der Partei \"Die Heimat\" statt.","title":"Hitlerjugend Reloaded - Neonazi Sonnenwendfeier In Niedersachsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/sachsen/","section":"Orte","summary":"","title":"Sachsen"},{"city":"Sachsen","content":"Am 01. Juni 2024 fand im sächsischen Bernsdorf eine Feier anläßlich des 10-Jährigen Bestehens der »Identitären Bewegung« (IB) in Sachsen statt. Ort der Zusammenkunft war die sogenannte »Uhlig-Mühle« in Bernsdorf. An der Veranstaltung nahmen neben IB-Aktivist:innen auch zahlreiche Mitglieder der AfD-Jugendorganisation »Junge Alternative« (JA) teil.   Unter den angereisten Teilnehmenden befand sich auch ein Mitglied der sogenannten »Sächsischen Separatisten« (SS) - einer mutmaßlich terroristischen Vereinigung. ","date":"1 Juni 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-06-01/","section":"Fotos","summary":"Am 01. Juni 2024 fand im sächsischen Bernsdorf eine Feier anläßlich des 10-Jährigen Bestehens der »Identitären Bewegung« (IB) in Sachsen statt.","title":"Treffen der \"Identitären Bewegung\" mit der Jungen Alternative in Sachsen"},{"city":"Eisenach","content":"Am 24. Mai 2024 fand das jährliche Burschenschafts-Treffen des extrem rechten Verbandes “Deutschen Burschenschaft” in Seebach und Eisenach statt. Auf archive.org ansehen","date":"24 Mai 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.05.30.-burschentag/","section":"Videos","summary":"Am 24. Mai 2024 fand das jährliche Burschenschafts-Treffen des extrem rechten Verbandes \"Deutschen Burschenschaft\" in Seebach und Eisenach statt.","title":"Burschentag in Eisenach"},{"city":"Hoppegarten","content":"Am Wochenende des 11. und 12.Mai 2024 fand im Restaurant \"Mittelpunkt der Erde\" in Hoppegarten bei Berlin eine sogenannte \"Alternative Buchmesse\" statt. Eingeladen hatte Thorsten Weiß, Vizefraktionschef der AfD im Berliner Abgeordnetehaus, für das \"Idearium\", ein Netzwerk der AfD. Es wurde hierbei auf einen Veranstaltungsraum zurückgegriffen, in dem die AfD und ihre Jugendorganisation \"Junge Alternative\" bereits in der Vergangenheit Veranstaltungen durchführten - wie beispielsweise Ende 2023 eine Jahresabschlussfeier der \"Jungen Alternative\". Der eigens für die Veranstaltung engagierte Sicherheitsdienst entpuppte sich als Mitglieder und Umfeld der sogenannten \"Kampfgemeinschaft Cottbus\", einer Gruppe militanter Neonazis. Vor Ort waren Personen der Organisationen \"Ein Prozent\", der \"Identitären Bewegung\" und weiterer Strukturen im politischen Vorfeld der AfD.  Im Rahmen der \"Buchmesse\" fanden ebenfalls Podiumsdiskussionen statt. Auf dem Podium saßen unter anderem AfD-Politiker:innen. Statt der eingeplanten 150 Gäste hatte die Veranstaltung am Samstag nur etwa die Hälfte der Teilnehmer:innen.","date":"11 Mai 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-05-11-h/","section":"Fotos","summary":"Am Wochenende des 11. und 12.Mai 2024 fand im Restaurant \"Mittelpunkt der Erde\" in Hoppegarten bei Berlin eine sogenannte \"Alternative Buchmesse\" statt.","title":"\"Alternative Buchmesse\" in Hoppegarten"},{"city":"","content":" Tafeltext 11.05.2024 (2024-05-11-h, 077.jpg) #) “Ein Prozent © Hinter dem Namen “Ein Prozent” verbirgt sich ein extrem rechtes Kampagnenprojekt, welches 2015 gegründet wurde. Der Verein wurde ins Leben gerufen, um eine Vernetzungs- und Unterstützungsplattform für extrem rechte und neonazistische Aktivist:innen zu schaffen. Die Mitbegründer von “Ein Prozent” sind unter anderem das “Institut für Staatspolitik” (IfS), das extrem rechte Compact-Magazin sowie Kader der “Jungen Nationalisten” (JN) und weitere, darunter (ehemalige) AfD-Funktionäre. Noch heute sind ehemalige Führungskader der JN auf Bundesebene bei Ein Prozent eingebunden. Der Name gründet sich auf der Annahme, dass es nur 1% der Deutschen, ca. 800.000 Menschen bräuchte, um politische Relevanz und eine “kritische Masse” zum extrem rechten Umsturz zu besitzen.","date":"11 Mai 2024","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/ein-prozent/","section":"Dossier","summary":") \"Ein Prozent © Hinter dem Namen \"Ein Prozent\" verbirgt sich ein extrem rechtes Kampagnenprojekt, welches 2015 gegründet wurde.","title":"Ein Prozent"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/ein-prozent/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Ein-Prozent"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/hoppegarten/","section":"Orte","summary":"","title":"Hoppegarten"},{"city":"","content":" Tafeltext 11.05.2024 (2024-05-11-h, 026.jpg) #Kampfgemeinschaft Die sogenannte “Kampfgemeinschaft Cottbus” ist ein Zusammenschluss von Neonazis aus dem Cottbusser Hooligan-Milieu. Sie zeigen besonders hohe Gewaltbereitschaft und Verstrickungen in das Türsteher- und Kampfsportmilieu. Im April 2019 fanden Razzien bei Mitgliedern der Gruppierung statt - es wurden neben Messern, Macheten und Schlagringen auch Hakenkreuz- Dekorationen und NS-Propaganda gefunden. Etwa 3 Jahre später wurden die Ermittlungen gegen die Gruppierung wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eingestellt. Laut Staatsanwaltschaft läge das “objektiv erforderliche Maß einer gefestigten Organisation” nicht vor. Die hier getragene Kleidungsmarke “Black Legion Wear” stammt ebenfalls aus den Kreisen der “Kampfgemeinschaft Cottbus” und wirbt offen mit dem Slogan “Authentic NS Wear”, mit dem sich auf den historischen Nationalsozialismus bezogen wird.","date":"11 Mai 2024","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kampfgemeinschaft-cottbus/","section":"Dossier","summary":"Kampfgemeinschaft Die sogenannte \"Kampfgemeinschaft Cottbus\" ist ein Zusammenschluss von Neonazis aus dem Cottbusser Hooligan-Milieu.","title":"Kampfgemeinschaft Cottbus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/kampfgemeinschaft-cottbus/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Kampfgemeinschaft-Cottbus"},{"city":"","content":" Tafeltext 11.05.2024 (2024-05-11-h, 025.jpg) #Der Spruch “Meine Ehre heißt Treue” war der Wahlspruch der nationalsozialistischen “Schutzstaffel” (SS) und geht auf ein Zitat Adolf Hitlers im Jahr 1931 zurück. Die Verwendung dieses Spruchs oder abgewandelter Formen ist strafbar. Er wurde auf Koppelschlössern und Ehrendolchen bis hin zu Wandmalereien im Kontext der SS verwendet.","date":"11 Mai 2024","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/meine-ehre-heisst-treue/","section":"Dossier","summary":"Der Spruch \"Meine Ehre heißt Treue\" war der Wahlspruch der nationalsozialistischen \"Schutzstaffel\" (SS) und geht auf ein Zitat Adolf Hitlers im Jahr 1931 zurück.","title":"Meine Ehre heißt Treue"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/meine-ehre-heisst-treue/","section":"Symbole","summary":"","title":"Meine-Ehre-Heisst-Treue"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/celle/","section":"Orte","summary":"","title":"Celle"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/code-88/","section":"Symbole","summary":"","title":"Code-88"},{"city":"Celle","content":"Am 01. Mai 2024 rief die Neonazi-Partei \"Die Rechte\" um den Bundesvorsitzenden Christian Worch dazu auf, für eine Demonstration zum \"Tag der deutschen Arbeit\" ins niedersächsische Celle zu kommen. Laut Worch (Bildmitte) sollte die Veranstaltung eigentlich nur innerhalb der Szene beworben werden, durch die Anmeldung bei der Stadt gelangte die Information darüber aber an die Öffentlichkeit. Startpunkt der Demonstration war der Bahnhofsvorplatz von Celle, wo das Lautsprecherfahrzeug von Holger Niemann (rechts in orange) mit einer Lautsprecher-Anlage versehen wurde. Man nutzte wie so oft die Gelegenheit, gegen die \"Ampel-Regierung\" zu wettern. Ein Teil der knapp 20 Teilnehmenden reiste bereits mit Bierdose in der Hand an. Ein Teilnehmer wurde zudem direkt zu Beginn von der Veranstaltung ausgeschlossen, er trug zusätzlich ein Messer bei sich. Außerdem waren Mitglieder der ehemaligen \"Kameradschaft Rheinhessen\" und der Neonazi-Kleinstpartei \"Neue Stärke\" vor Ort, wie hier Florian Grabowski (links im Bild). Die Kameradschaft hatte sich im zeitgleich mit einigen anderen Neonazi-Gruppierungen im Oktober 2023 selbst aufgelöst - vermutlich, um einem Verbot bzw. Repression zuvorzukommen. Grabowski bewegt sich außerdem seit Jahren im lokalen Kreisverband der Partei \"Die Rechte\". Als Mitorganisator und Anmelder der Veranstaltung trat außerdem Lennart Schwarzbach, seines Zeichens Bundesvorsitzender der (neo-)NPD aus Hamburg in Erscheinung.  Die (neo-)NPD besteht aus Mitgliedern der ehemaligen NPD (jetzt: Die Heimat), welche mit der Umbenennung und dem Bundesvorstand nicht einverstanden waren.  Derzeit liegen die (neo-)NPD (Eigenbezeichnung) und Die Heimat im (Rechts-)Streit, bei dem es vor allem auch um das Parteivermögen und die Partei-Liegenschaften gehen dürfte. Einzelne Teilnehmer:innen trugen auf ihrer Kleidung Neonazi-Codes wie \"18\" (hier links im Bild), welche als Chiffre für die Buchstaben \"AH\" und damit für die Initialien ihres ersehnten Führers dienen. Auf der Demonstration wurde auch Parteikleidung der Neonazi-Kleinstpartei \"Neue Stärke\" zur Schau getragen. Man hatte sich, so Worch, für Celle entschieden, da in Hamburg oder Braunschweig die geringe Anzahl an erwarteten Teilnehmenden zu \"mickrig\" aussehen würde. Die Route verlief einmal in die Innenstadt und zurück. Sie war im Vorfeld bereits von Polizeikräften vollständig abgegittert worden. Außerdem waren an diesem Tag Reiter- und Hundestaffeln im Einsatz. Der geringen Anzahl an Neonazis standen mehrere Hundert Gegendemonstrant:innen gegenüber. In seiner Rede sprach sich Christian Worch am Ende dafür aus, den 01.Mai als Feiertag abzuschaffen.","date":"1 Mai 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-05-01-c/","section":"Fotos","summary":"Am 01. Mai 2024 rief die Neonazi-Partei \"Die Rechte\" um den Bundesvorsitzenden Christian Worch dazu auf, für eine Demonstration zum \"Tag der deutschen Arbeit\" ins niedersächsische Celle zu kommen.","title":"Demonstration Die Rechte und NPD in Celle"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.05.2024 (2024-05-01-s, 034.jpg) #Die ‘Gadsden Flag ist eine historische US-amerikanische Fahne aus der Zeit der Amerikanischen Revolution, die auf einem gelben Grundfeld eine sich zum Zubeißen aufrichtende Klapperschlange zeigt. Darunter befindet sich der Wahlspruch „DONT TREAD ON ME\" (deutsch: „Tritt nicht auf mich“). Die Gadsden Flag war eine der ersten bekannten Flaggen der 1776 unabhängig gewordenen Vereinigten Staaten und wurde später durch die Stars and Stripes abgelöst. Sie ist ein Symbol jenes US-amerikanischen Patriotismus und Erkennungszeichen. Anhänger der 2009 entstandenen Tea-Party-Bewegung nutzen die Fahne als Symbol gegen die US-Amerikanische Regierung. Sie wird als verdecktes Erkennungszeichen (“dog whistle”) in verschiedenen Variationen von extremen Rechten genutzt.","date":"1 Mai 2024","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/gadsden-flag/","section":"Dossier","summary":"Die 'Gadsden Flag ist eine historische US-amerikanische Fahne aus der Zeit der Amerikanischen Revolution, die auf einem gelben Grundfeld eine sich zum Zubeißen aufrichtende Klapperschlange zeigt.","title":"Gadsden Flag"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/gadsden-flag/","section":"Symbole","summary":"","title":"Gadsden-Flag"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/hakenkreuz/","section":"Symbole","summary":"","title":"Hakenkreuz"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.05.2024 (2024-05-01-s, 107.jpg) #Irminsul Die Irminsul war eine im Jahr 772 zerstörte Holzsäule, deren Standort sich im heutigen Sachsen befunden haben soll. Die Irminsul wurde im Nationalsozialismus als Symbol der angestrebten (Wieder-)Erhebung des Heidentums über das Christentum genutzt. Sie war auch Erkennungszeichen der SS-Forschungseinrichtung “Ahnenerbe”. Dieser Zusammenhang wird auch durch das abgeklebte Hakenkreuz, wenige Zentimeter über dem Symbol der Irminsul, deutlich. Die Irminsul wurde auch nach dem Ende der NS-Diktatur von der extremen Rechten genutzt. So war es, bis zum Verbot im Jahr 2023, das Organisationssymbol der heidnisch-neonazistischen Artgemeinschaft. Doch auch andere Gruppierungen nutzten und nutzen die Irminsul als Emblem.","date":"1 Mai 2024","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/irminsul/","section":"Dossier","summary":"Irminsul Die Irminsul war eine im Jahr 772 zerstörte Holzsäule, deren Standort sich im heutigen Sachsen befunden haben soll.","title":"Irminsul"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/irminsul/","section":"Symbole","summary":"","title":"Irminsul"},{"city":"Celle","content":"Am 01. Mai 2024 fand eine Demonstration der Neonazi-Szene zum sogenannten “Tag der deutschen Arbeit” statt. Auf archive.org ansehen","date":"1 Mai 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.05.02.-erster-mai.-celle/","section":"Videos","summary":"Am 01. Mai 2024 fand eine Demonstration der Neonazi-Szene zum sogenannten \"Tag der deutschen Arbeit\" statt.","title":"Neonazi-Demonstration am 1.Mai in Celle"},{"city":"Sondershausen","content":"Am 1. Mai 2024 veranstaltete die verschwörungsideologische Gruppierung \"Freies Thüringen\" eine Kundgebung im nordthüringischen Sondershausen. Die tatsächliche Durchführung der Veranstaltung wurde allerdings von der Neonazipartei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) übernommen. \"Die Heimat\" war anschließend auch mit einem Pavilion auf dem \"Wahlkampf-Fest\" vertreten. Neben ihnen zeigten auch die Werteunion und die AfD mit einem Stand Präsenz auf der Veranstaltung. Eine Distanzierung zwischen diesen Akteur:innen des (extrem) rechten Spektrum war vor Ort nicht feststellbar. Von der Bühne aus wurde während der Veranstaltung lautstark davon geträumt, nach der Machtübernahme der AfD nach der Landtagswahl in Thüringen \"radikal aufzuräumen\". Dennoch waren sich die Redner:innen sicher, von den ungeliebten Medien unrechtmäßig in die rechte Ecke gestellt zu werden. Ein Redner ging so weit, dass er verlauten ließ, er könne auf der Veranstaltung keine Neonazis ausmachen. Wie allerdings der ebenfalls anwesende langjährige Neonazi-Funktionär Thorsten Heise in diese Wahrnemung passt, erschloss sich Außenstehenden nicht. Auch die zahlreichen Ordner:innen mit einschlägigen neonazistischen Tätowierungen und Parteizugehörigkeiten sprachen eine andere Sprache. Noch vor Beginn der Veranstaltung fertigte die Polizei Anzeigen wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symboliken. Im Laufe der Veranstaltung kamen noch mehrere Hakenkreuz-Tätowierungen dazu. In der Spitze nahmen an der Veranstaltung etwa 250 Personen teil. Schon zu Beginn der nach den Reidebeiträgen angekündigten Podiumsdiskussion sank die Zahl rapide auf etwa 100 Personen. Eine im Vorfeld angekündigte Demonstration um die Innenstadt von Sondershausen wurde dann auch ganz abgesagt. Das Publikum setzte sich maßgeblich aus Anhänger:innen der verschwörungsideologischen Szene, Reichsbürger:innen sowie Neonazis zusammen. Im Zuge der Veranstaltung kam es zu einer Ingewahrsamnahme, nachdem ein Ordner nach Angaben der Polizei diese bei einer Personalienkontrolle beleidigt hatte. Räumlich durch eine Häuserzeile vom Veranstaltungsgelände getrennt demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 200 Personen gegen die als \"Volksfest\" getarnte Kundgebung.","date":"1 Mai 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-05-01-s/","section":"Fotos","summary":"Am 1. Mai 2024 veranstaltete die verschwörungsideologische Gruppierung \"Freies Thüringen\" eine Kundgebung im nordthüringischen Sondershausen.","title":"Neonazistische (Wahlkampf-)Veranstaltung in Sondershausen"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.05.2024 (2024-05-01-s, 076.jpg) #“1-Percenter” oder “1%er” ist eine Eigenbezeichnung für Rocker und Biker, die sich als Mitglieder so genannter Outlaw Motorcycle Gangs - also außerhalb des Rechtsstaats und der Gesetzgebung stehender Gruppierungen - verstehen. Viele der auch international organisierten Outlaw Motorcycle Gangs sind Teil der organisierten Kriminalität und betreiben zur Finanzierung ihrer Aktivitäten Schutzgelderpressung, Drogenhandel und Zuhälterei. An vielen Orten bestehen Szenegeflechte und Überschneidungen zwischen Outlaw Motorcycle Gangs und der Neonaziszene. Diese sind oftmals auch über Hooligans und Kampfsportkreise verbunden. In diesen “Mischszenen” finden sich vor allem Neonazis ein, die dem Aktivismus der politischen Bewegung überdrüssig sind und im Milieu von Rockern und Rotlicht ihren gefühlten “Aufstieg”, Statusgewinn und die Vollendung des Mann-Seins erleben.","date":"1 Mai 2024","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/one-percent/","section":"Dossier","summary":"\"1-Percenter\" oder \"1%er\" ist eine Eigenbezeichnung für Rocker und Biker, die sich als Mitglieder so genannter Outlaw Motorcycle Gangs - also außerhalb des Rechtsstaats und der Gesetzgebung stehender Gruppierungen - verstehen.","title":"One Percent"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/one-percent/","section":"Symbole","summary":"","title":"One-Percent"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/sondershausen/","section":"Orte","summary":"","title":"Sondershausen"},{"city":"Steinhude","content":"Am 20. und 21. April 2024 veranstaltete die neonazistische Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) ein Wanderung um das Steinhuder Meer. Dabei handelte es sich um einen \"JN-Leistungsmarsch Bronze\", bei dem Teilnehmende ein Gepäck von insgesamt 15 Kilo mitführen mussten. Organisiert wurde die Wanderung, an der insgesamt zweiundzwanzig (22) Personen teilnahmen, von den Strukturen des sogenannten JN-Regionalverband Nord, welcher die norddeutschen Bundesländer umfasst. Treffpunkt der Wanderung war ein Parkplatz in der niedersächsischen Gemeinde Wunstorf im Süden des Steinhuder Meers. Bei erfolgreicher Absolvierung der Laufstrecke von insgesamt 50 Kilometern erhielten Teilnehmende sowohl eine Urkunde der JN wie auch ein entsprechendes Abzeichen. Die gesamte Strecke wurde an zwei Tagen absolviert. Am ersten Tag führte diese auf ausgezeichneten Wanderwegen etwa 30 Kilometer rund um das Steinhuder Meer. Die restlichen Kilometer wurden dann am folgenden Tag absolviert. Beworben wurde die Veranstaltung zuvor primär über die Sozialen Medien, über die Plattform Instagram. Interessierte konnten sich über den Messenger Threema bei den Veranstalter:innen anmelden. Anmeldene Personen mussten sich verifizieren - damit sollte verhindert werden, dass Außenstehende, Sicherheitsbehörden oder andere Personenkreise Hintergründe über die Veranstaltung in Erfahrung bringen konnten - dies hat allerdings nicht ganz funktioniert. Aus dem Umstand, dass es den \"Jungen Nationalisten\" (JN) bei der Veranstaltung nicht alleinig um einen Wanderausflug ging, wurde kein Geheimnis gemacht: \"Für uns junge Nationalisten ist es unausweichlich, unsere Mitglieder nicht nur geistig zu formen, sondern aus ihnen auch Kämpfer zu erziehen\" - hieß es im Nachhinein in den Sozialen Medien. Die Jugendorganisation der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) führte in den vergangenen Jahren mehrere solcher Veranstaltungen durch. Neben Wanderungen waren das auch immer wieder sogenannte \"Leistungsmärsche\" in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Etliche der sich hier versammelnden Neonazis agieren seit Jahren im Hintergrund und halten sich von öffentlichen Veranstaltungen fern. Die eigenen Strukturen und Netzwerke sollen damit geschützt werden. Geschützt werden soll auch die Verbindung zu Mitgliedern der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) - hier (Bildmitte) ein Mitglied des AfD-Jugendverbandes. Während den einzelnen Teilnehmenden die Nutzung elektronischer Hilfsmittel auf der Wanderung untersagt waren, nahmen es manche Führungskader - wie hier der derzeitige JN-Bundesschulungsleiter - nicht ganz so genau mit den Auflagen. Auch JN-Aktivisten aus den Strukturen der JN-Gruppierung \"Elblandrevolte\" nahmen an der Wanderung teil. Teile der Gruppierung waren zuletzt in die Öffentlichkeit geraten, nachdem sie Politiker:innen im Wahlkampf attackierten. Zu dieser Gruppe gehörte auch ein weiteres Mitglied der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\".- Dabei handelte es sich um Eric Vogelgesang von der \"JA Gera\". Vogelgesang war zuletzt auch bei einem Treffen der \"Identitären Bewegung\" in Chemnitz zugegen. Wie auch einzelne JN-Mitglieder hatte der JA-Aktivist Vogelgesang mit dem 15 Kilo Marschgepäck erheblich zu kämpfen. Immer wieder musste er Zwischenstopps einlegen. An der Wanderung nahm auch eine größere Abordnung der JN um den \"Kulturbeauftragten\" im JN-Bundesvorstand (hier im Bild) aus Schleswig-Holstein teil.","date":"20 April 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-04-20/","section":"Fotos","summary":"Am 20. und 21. April 2024 veranstaltete die neonazistische Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) ein Wanderung um das Steinhuder Meer.","title":"\"Leistungsmarsch\" von Neonazis am 20. April"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/steinhude/","section":"Orte","summary":"","title":"Steinhude"},{"city":"Frankfurt","content":"Auch dieses Jahr fand wieder der unter anderem wegen antisemitischer Vorfälle umstrittene Al-Quds-Marsch in Frankfurt am Main statt. Trotz einiger Kritik und Forderungen nach einem Verbot im Vorfeld zogen die Anhänger:innen des islamistischen iranischen Regimes vom Hauptbahnhof zum Roßmarkt. Der Al-Quds-Tag (deutsch Jerusalem-Tag) wurde 1979 zum ersten Mal vom damals nach der islamischen Revolution frisch gekürten Staatsführer Ruhollah Chomeini in Teheran ausgerufen und hat seitdem die Beendigung der Existenz Israels sowie den Kampf gegen die USA zum Ziel. Organisiert wird der Aufmarsch vom »Islamischen Zentrum Ehlibeyt e.V.« aus Offenbach am Main. Die Moscheegemeinde ist Teil der »Islamischen Gemeinschaft der Schiiten in Deutschland« (IGS), welche unter Federführung des iranischen Regimes gegründet worden ist. Der Marsch findet weltweit seit den 1980er Jahren in verschiedenen Städten unter anderem in Deutschland statt. Die Al-Quds-Demonstration in Frankfurt entstand 2015 als Parallelveranstaltung zur seit 1996 in Berlin regelmäßig stattfindenden Demonstration. Allerdings findet der Marsch in Berlin seit dem Betätigungsverbot der Hisbollah im Jahre 2020 nicht mehr statt. Das Ziel des Mullah-Regimes ist im Rahmen der »Islamischen Revolution« eine Vorherrschaft des Islam weit über das Staatsgebiet des Irans hinaus. Im Zuge dessen unterhält der Iran Beziehungen zu verschiedenen regimetreuen Milizen wie der Hisbollah im Libanon und Syrien oder den Huthis im Jemen. Über diese Milizen nimmt der Iran indirekt an dem Konflikt in und um Israel teil. So werden beispielsweise im Gazastreifen die Hamas und die dem Iran nähere Miliz »Islamischer Dschihad in Palästina« mitfinanziert. Die Ideologie des iranischen Regimes spiegelt nicht die Ansichten des iranischen Volks wider. Im Iran gibt es große Proteste, unter anderem wegen der Unterdrückung der Frauen oder der verbreiteten Armut durch die Finanzierung des Terrors. Diese überdimensionale Fahne begleitet die Reisegruppe aus Delmenhorst um Yavuz Özoguz (vorne rechts mit dem Rücken zur Kamera). Eine der Behauptungen, die sich über die ganze Länge der Demonstration wiederholt hat, war die Unterstellung, dass Israel einen Genozid in Gaza verüben würde. ... ... Was jedoch mit keinem Wort erwähnt wurde, war der Überfall der Hamas auf Israel, bei dem knapp 1200 Menschen wahllos getötet und mehr als 250 entführt worden sind. Al-Quds ist das arabische Wort für Jerusalem. Die Person links auf dem Bild ist das aktuelle Staatsoberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Eine Szene die im Iran, in dem eine durch den Islam begründete patriarchale und misogyne Geschlechterunterdrückung herrscht, nicht vorstellbar ist. Yavuz Özoguz ist zusammen mit seinem Bruder Gürhan Özoğuz der Betreiber des islamischen Internetportals »Muslim-Markt«. Die Website wird von Sicherheitsbehörden und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen beobachtet. Yavuz Özoguz wurde 2004 wegen antisemitischer Inhalte auf der Website zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Wassermelone wird als palästinensisches Protestsymbol genutzt. Sie enthält alle Farben der Palästina-Flagge und soll sich gegen eine vermeintliche Zensur richten. Bei der Eröffnung der Veranstaltung wurde erklärt, dass das Victory-Zeichen als Symbol für den Sieg der Palästinenser:innen über Israel dienen soll. Es wurde mehrfach dazu aufgerufen, das Victory-Zeichen in die Luft zu halten. Die Person in der Mitte ist der mittlerweile verstorbene Imam Muhammed Avci der Offenbacher Moscheegemeinde »Islamisches Zentrum Ehlibeyt e.V.«. Bei der Eröffnung der Veranstaltung wurde angemerkt, dass nur die Schilder genutzt werden sollen, welche von den Organisator:innen mitgebracht wurden und nur Parolen gerufen werden sollen, die im Vorfeld erlaubt wurden. Die Liste der Parolen wurde daraufhin vorgetragen. Es wurde gesagt, wer selbst mitgebrachte Schilder nutze, sei rechtlich selbst dafür verantwortlich. Sichtbar, wenn auch nicht zu 100% eingehalten, ist die Trennung nach Geschlecht im Demonstrationszug. Diese Geschlechtertrennung ist Ausdruck eines patriarchalen, im Islam begründeten Geschlechterverhältnisses. Sie ist die Ursache der massiven Frauenunterdrückung in der islamischen Republik, gegen welche zahlreiche Iraner:innen seit der Ermordung von Jina Amini 2022 demonstrieren. Alfred Lilienthal war ein jüdischer Kritiker des Zionismus. Antisemit:innen instrumentalisieren immer wieder Jüdinnen und Juden, die sich gegen den Zionismus wenden als Kronzeug:innen, um ihren Antisemitismus zu legitimieren. Über den Lautsprecherwagen war zu hören: »Das ist der erste Genozid der Geschichte der Menschheit, der sich so klar abspielt.« Sprecher war der Moderator Yunus Çakar aus Osterholz-Scharmbeck. Im Libanon ist die dem Iran nahe Hisbollah nicht nur militärisch stärker als das eigentliche Militär des Landes, sondern auch als politische Partei sehr einflussreich. Die Hisbollah beschießt seit dem 07. Oktober regelmäßig den Norden Israels. Muslim Television Ahmadiyya (MTA) ist ein missionarischer, nichtkommerzieller Sender, der religiöse und kulturelle Themen zum Inhalt hat.","date":"6 April 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-04-06-f/","section":"Fotos","summary":"Auch dieses Jahr fand wieder der unter anderem wegen antisemitischer Vorfälle umstrittene Al-Quds-Marsch in Frankfurt am Main statt.","title":"Al-Quds-Marsch in Frankfurt"},{"city":"","content":"Antiisraelischer Antisemitismus ist eine besondere Ausprägung des Antisemitismus und wird nicht nur in der extremen Rechten vertreten. Er richtet sich in besonderer Weise gegen den Staat Israel. In vielen der Parolen und Forderungen zeigen sich Doppelstandards, die an Israel angelegt werden. Dass Israel auf dämonisierende Art als verbrecherisch denunziert wird, während die tatsächlichen Verbrechen anderer Staaten mit keinerlei Kritik bedacht werden, ist Ausdruck von Antisemitismus: So etwa, Israel das Töten von Kindern vorzuwerfen, während der Iran im ersten Golfkrieg Kindersoldaten an der Front eingesetzt hat. Sehr viele dieser Kindersoldaten verloren als Kanonenfutter bei sog. »Menschenwelle«-Angriffen oder als lebendige Minenräumer ihr Leben. Auch dass die Hamas Jugendliche unter 18 Jahren rekrutiert, findet im Rahmen von antiisraelischem Antisemitismus keine Kritik.","date":"6 April 2024","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/antiisraelischer-antisemitismus/","section":"Dossier","summary":"In vielen der Parolen und Forderungen zeigen sich Doppelstandards, die an Israel angelegt werden.","title":"Antiisraelischer Antisemitismus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/antiisraelischer-antisemitismus/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Antiisraelischer-Antisemitismus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/antisemitismus/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Antisemitismus"},{"city":"","content":"Der Vorwurf des “Apartheidsstaates” wird häufig gegen den Staat Israel gerichtet. Hier wird Israel als Apartheidstaat bezeichnet, angelehnt an die frühere staatliche »Rassentrennung« in Südafrika. In Israel besitzen jedoch alle Bürger:innen die gleichen Rechte ungeachtet ihrer Religion oder Ethnie. So gibt es beispielsweise einen muslimischen Richter am Obersten Gerichtshof. Auch in der Knesset, dem israelischen Parlament, sind arabische Parteien vertreten und waren zeitweise an der Regierung beteiligt.","date":"6 April 2024","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/apartheidsvorwurf/","section":"Dossier","summary":"Hier wird Israel als Apartheidstaat bezeichnet, angelehnt an die frühere staatliche »Rassentrennung« in Südafrika. 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Die Figur gilt als palästinensisches Protestsymbol und wird unter anderem von der antisemitischen “Boycott Divestment Sanctions”-Bewegung (BDS) in ihrem Logo genutzt. Die Parole “Kindermörder Israel” ist auf vielen Demonstrationen per Auflagen nicht erlaubt. Sie ist eine Modernisierung der antisemitischen Ritualmordlegende und kann als Chiffre verstanden werden.","date":"6 April 2024","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/kindermoerder-israel/","section":"Dossier","summary":"Auf dem Schild ist die Symbolfigur Handala abgebildet; Bildunterschrift laut Vorlage 048.jpg nur bruchstückhaft lesbar, Hand-Review erforderlich.","title":"Kindermörder Israel"},{"city":"Leer","content":"Am Samstag, den 6.4.2024 fand im niedersächsischen Leer ein Kreisparteitag des AfD Kreisverbands Ostfriesland statt. Als Veranstaltungsort griff die lokale AfD auf das städtische City-Haus zurück. Um in die Räumlichkeiten zu gelangen, beschritten sie den Rechtsweg. Ursprünglich wurde der AfD die Nutzung untersagt. \nAn der Veranstaltung nahmen etwa 40 Personen teil. Auch der Landesvorsitzende Frank Rinck (links im Bild) wurde vom Kreisverband eingeladen.  Parteiintern hat Rinck zur Zeit keinen festen Stand. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand wird über Ablösung beim kommenden Landesparteitag am 20.04. in Unterlüß (nahe Celle) spekuliert. Parteiintern wird Rinck mangelnde Durchsetzungskraft und Radikalität unterstellt. Im Rauchverbot zu rauchen sei noch der größte Akt des Widerstands, der von ihm zu erwarten sei.\nWobei das Rauchverbot im im inneren des City-Hauses von der AfD schlicht ignoriert wurde. Die AfD war an diesem Wochenende nicht alleine in Leer, auch die Partei die Basis war vor Ort. Zur Untersützung der AfD wurde eine Kundgebung zum Thema Meinungsfreiheit angemeldet. Die AfD sei vom \"linksextremistischen Verfassungsschutz\" unter Beschuss genommen. \"Meinungsfreiheit für Rechtsextreme\" sei nicht mehr gegeben, so die Aussagen der Teilnehmer:innen. Begleitet wurden beide Veranstaltungen von zivilgesellschaftlichem Gegenprotest. ","date":"6 April 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-04-06-leer/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 6.4.2024 fand im niedersächsischen Leer ein Kreisparteitag des AfD Kreisverbands Ostfriesland statt.","title":"Kreisparteitag der AfD Ostfriesland in Leer"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/leer/","section":"Orte","summary":"","title":"Leer"},{"city":"","content":" Tafeltext 06.04.2024 (2024-04-06-f, 270.jpg) #Das rote Dreieck ist ein wiederkehrendes Symbol seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 07.10.2023. In der deutschen Geschichte wurde es als “roter Winkel” verwendet, um politische Gegner:innen in Konzentrationslagern zu markieren. In Videoveröffentlichungen der Hamas markiert dieses Dreieck mutmaßliche Gegner:innen, um sie als Ziel zu kennzeichnen. Einerseits wird das Dreieck, wie hier verwendet, eingesetzt, um den Kampf gegen Israel zu propagieren, indem es an das rote Dreieck in der palästinensischen Flagge erinnert. Allerdings wird das Dreieck ebenfalls im Sinne der Hamas genutzt, um politische Feinde zu markieren - wie beispielsweise am Berliner Techno-Club “://about blank”. Die Parole “From the river to the sea…” [Palestine will be free] zielt auf eine Auslöschung des israelischen Staates ab.","date":"6 April 2024","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/rotes-dreieck/","section":"Dossier","summary":"Das rote Dreieck ist ein wiederkehrendes Motiv im Zusammenhang mit dem Überfall der Hamas auf Israel am 07.10.2023.","title":"Rotes Dreieck"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/rotes-dreieck/","section":"Symbole","summary":"","title":"Rotes-Dreieck"},{"city":"Velten","content":"Am 30.03.2024 fand in Velten die Auftaktkundgebung der Kampagne “Die Blaue Welle” statt, mit der das Compact-Magazin mehrere Veranstaltungen im Zuge des Wahlkampfes der AfD plante.\nAuf archive.org ansehen","date":"30 März 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.04.03.-compact.-kundgebung.-blaue-welle/","section":"Videos","summary":"Am 30.03.2024 fand in Velten die Auftaktkundgebung der Kampagne \"Die Blaue Welle\" statt, mit der das Compact-Magazin mehrere Veranstaltungen im Zuge des Wahlkampfes der AfD plante.","title":"Kundgebung des Compact-Magazins unter dem Motto \"Die Blaue Welle\""},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/chemnitz/","section":"Orte","summary":"","title":"Chemnitz"},{"city":"Chemnitz","content":"Im November 2023 eröffneten Aktivist:innen der sogenannten \"Identitären Bewegung\" (IB) ein Zentrum im sächsischen Chemnitz. In dem, von ihnen als »Festung Chemnitz« bezeichneten Treffpunkt, finden entsprechend einschlägige Veranstaltungen statt. Erworben wurde das Gebäude durch Immobilienfirma T\u0026R Chemnitz Immobilien UG, welche von den IB-Aktivisten Vincenzo Richter (Bild) von der IB-Chemnitz) und Philip Thaler aus Schkopau bei Halle. Die Veranstaltung wurde mit einem Auftritt des österreichischen IB-Aktivisten Martin Sellner beworben - hier recht im Bild mit Perücke am Fenster.  Zu der Veranstaltungen erschienen zahlreiche IB-Aktivisten aus Saschen wie auch aus anderen Bundesländern. Die von der \"Identitären Bewegung\" (IB) in Chemnitz durchgeführte Veranstaltung versuchte das mediale Interesse an der Person Martin Sellner für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren.  Eigene Positionen und Propaganda sollten so einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Das dieses Konzept durchaus aufging, zeigte sich auch in der hohen Anzahl vom Kamerateams und anderen Medienvertreter:innen die in Chemnitz zugegen waren.","date":"23 Februar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-02-23/","section":"Fotos","summary":"Im November 2023 eröffneten Aktivist:innen der sogenannten \"Identitären Bewegung\" (IB) ein Zentrum im sächsischen Chemnitz.","title":"Kundgebung der Identitären Bewegung in Chemnitz"},{"city":"Chemnitz","content":"Am 23.02.2024 fand am und im Gebäude der Identitären Bewegung in Chemnitz eine Kundgebung der Identitären statt. Martin Sellner aus Österreich war als Redner ebenfalls vor Ort. Auf archive.org ansehen","date":"23 Februar 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.02.27.-ib.-kundgebung.-sellner/","section":"Videos","summary":"Am 23.02.2024 fand am und im Gebäude der Identitären Bewegung in Chemnitz eine Kundgebung der Identitären statt. Martin Sellner aus Österreich war als Redner ebenfalls vor Ort.","title":"Kundgebung der Identitären Bewegung in Chemnitz"},{"city":"Schnellroda","content":"","date":"17 Februar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-02-17/","section":"Fotos","summary":"","title":"Institut für staatspolitik (IfS) - Winterakademie 2024 in Schnellroda"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/budapest/","section":"Orte","summary":"","title":"Budapest"},{"city":"Budapest","content":"","date":"10 Februar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-02-10-budapest-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Tag der Ehre in Budapest (Teil 1)"},{"city":"Budapest","content":"Auch im Jahr 2024 nahmen wieder über 3000 Personen an den verschiedenen Märschen anlässlich des »Day of honour« teil. Aufgeteilt waren die Routen in 60km (volle Länge), 25km und 35km. Unter den Teilnehmenden waren auch dieses Jahr verschiedene deutsche Neonazis. So unter Anderem vom III. Weg. Viele trugen Militäruniformen. Neben Wehrmachtsuniformen war auch die Uniform der Bundeswehr sehr beliebt. Flecktarn gab es jedoch in allen möglichen Kombinationen. Der sich jährlich wiederholende, nächtliche Marsch ist auch für sog. Trailrunner:innen ein besonderes Event. Diese marschieren die Strecke nicht, sondern laufen ein höheres Tempo. Dieser Teilnehmer trägt neben der Kalashnikov (AK-74) ohne Magazin, neonazistische Symbole und das von Russland zu Propagandazwecken genutzte »Z«, sowie das Emblem der Wagner-Gruppe. Teilnehmer:innen des III. Wegs aus verschiedenen Teilen des Bundesgebiets waren ebenfalls am Marsch beteiligt.","date":"10 Februar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-02-10-budapest-2/","section":"Fotos","summary":"Auch im Jahr 2024 nahmen wieder über 3000 Personen an den verschiedenen Märschen anlässlich des »Day of honour« teil.","title":"Tag der Ehre in Budapest (Teil 2)"},{"city":"Brandenburg","content":"Am vergangenen Samstag den 27. Januar 2024 fand im brandenburgischen Hohenbocka ein Neonazitreffen statt. Einzelne Teilnehmende kammen zuvor im nahegelegenen Lauchhammer zusammen. Von dort ging es mit Fahrzeugen ins etwa 30 Kilometer entfernte Hohenbocka im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden des Landes Brandenburg - der eigentliche Veranstaltungsort wurde bis zuletzt geheim gehalten. Ein Fahrzeug wurde kurzzeitig durch zeitgleich stattfindende Proteste von Bäuer:innen und Handwerker:innen aufgehalten und musste einen unfreiwilligen Stop einlegen. Mit dabei war auch Sacsha Krolzig von der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) aus Dortmund - hier rechts im Bild. Krolzig war auf der Veranstaltung als Redner angekündigt.   Die Veranstaltung fand schließlich in den Räumlichkeiten des Sportvereins Hohenbockaer SV Grün Gelb statt. Etwa zwei Wochen zuvor hatte ein lokaler Neonazifunktionär die Räumlichkeiten für eine private Feier reservieren lassen.  Die Neonazis waren von der Aufdeckung ihrer Veranstaltung überrascht - später kam es zu einem Angriff auf anwesende Medienvertreter. Intern beworben wurde die Veranstaltung als 3. Neujahrstreffen der \"Niederlausitzer Heimatbewegung\" - womit die lokalen Strukturen der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" gemeint waren.  Auch wurde der Auftritt mehrerer neonazistischer Liedermacher im Vorfeld beworben - die dort im Rahmen eines Rechtsrock-Konzertes auftreten sollten. Ursprünglich sollte dort \"Fylgien\" alias Sebastian Döhring auftreten. Dessen Auftritt wurde jedoch kurz vorher ohne Nennung von Gründen abgesagt.  Stattdessen wurde dann der Auftritt der Liedermacher \"Kavalier\" (Dominik Raupbach) aus Sachsen sowie \"Visionär\" (Björn Pessel) aus Sachsen-Anhalt beworben. Der Neonazi trat in der Vergangenheit in seiner Funktion als Liedermacher bereits bei Veranstaltungen der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JN) in Erscheinung.   Nachdem der Ort \"aufgeflogen\" war, entfernten einzelne Teilnehmende ihre Fahrzeuge vom Ort des Geschehens. Zum Rahmenprogrammm des Neonazi-Treffens gehörte auch die Ehrung von NPD/Die Heimat-Aktivisten, die für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden. Der Titel des Redebeitrags von Sascha Krolzig (hier rechts seitlich hinter einem Baum) hatte den Titel \"Deutschland retten. Aber wie?\". Auch Nico Koal von der NPD-Brandenburg (hier links im Bild) hielt einen Redebeitrag. Koal gab einen Jahresrückblick über Aktivitäten der Neonazi-Partei im vorangegangenen Jahr. Koal, der auch Vorsitzender der Neonazi-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) als Vorsitzender des \"JN-Regionalverbands Mitte\" agiert, war es auch der die Räumlichkeiten zuvor beim Sportverein Hohenbocka angemietet hatte. Der Beginn der Veranstaltung verzögerte sich nachdem sich mehrere der zuvor persönlich eingeladenen Teilnehmenden verspäteten.","date":"27 Januar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-01-27/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag den 27. Januar 2024 fand im brandenburgischen Hohenbocka ein Neonazitreffen statt.","title":"Geheimes Rechtsrock-Konzert und Neonazitreffen beim Sportverein in Brandenburg"},{"city":"Hohenbocka","content":"Am 27.01.2024 fand im brandenburgischen Hohenbocka ein RechtsRock-Konzert im Rahmen eines Neujahrsempfangs der Partei “Die Heimat” statt. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"27 Januar 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.01.30.-neujahrsempfang/","section":"Videos","summary":"Am 27.01.2024 fand im brandenburgischen Hohenbocka ein RechtsRock-Konzert im Rahmen eines Neujahrsempfangs der Partei \"Die Heimat\" statt.","title":"Neujahrsempfang der Partei \"Die Heimat\" in Brandenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/npd/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Npd"},{"city":"","content":" Tafeltext 13.01.2024 (2024-01-13, 104.jpg) #DIE ARTGEMEINSCHAFT Die “Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e. V.” war eine religiös-völkische und neonazistische Organisation, die im September 2023 verboten wurde. Die Gruppierung war auf regionaler Ebene in sogenannte “Gefährtschaften” gegliedert. Deren Mitglieder gehörten verschiedenen Strömungen der rechten Szene an, angefangen von militanten Neofaschisten bis hin zu Vertreter*innen der sogenannten Neuen Rechten. Eine Mitgliedschaft unterlag dabei rassistischen Gesichtspunkten - nur vorgeblich “nordentstammte” Menschen konnten eine Mitgliedschaft erwerben.\nTafeltext 21.06.2025 (2025-06-21, 016.jpg) #Die “Artgemeinschaft - Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e. V.” war eine religiös-völkische, neonazistische Vereinigung. Sie verfügte über etwa 150 Mitglieder, besaß aber eine Bedeutung weit über diesen Kreis hinaus. Im September 2023 wurde die Organisation nach dem Vereinsgesetz verboten. Bei dem Adler, der den christlichen Bezug aufgreift, handelt es sich um ein offizielles, beim Registergericht/Vereinsregister eingetragenes Symbol der Artgemeinschaft. Das Symbol galt in der völkischen Szene als Sinnbild eines vorgeblich “arteigenen” Glaubens gegenüber dem Christentum. Die Verwendung des Symbols endete mit dem Verbot der “Artgemeinschaft”.","date":"13 Januar 2024","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/artgemeinschaft/","section":"Dossier","summary":"Die \"Artgemeinschaft - Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e. V.\" war eine religiös-völkische, neonazistische Vereinigung.","title":"Artgemeinschaft"},{"city":"","content":"Um ihre Weltanschauung zu unterstreichen, greift die Neonaziszene häufig auf Symbole und Darstellungen zurück, die auch in der Zeit des historischen Nationalsozialismus Verwendung fanden oder sich positiv auf diesen beziehen. Dabei nutzt sie sowohl sehr offensichtliche Symbole wir das Hakenkreuz, aber auch dezentere Symbole, die nur “Wissende” erkennen - wie zum Beispiel Koppelschlößer, die die Feuerwehr in den Jahren zwischen 1933 bis 1945 nutzte.","date":"13 Januar 2024","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/bezuege-zum-ns/","section":"Dossier","summary":"Um ihre Weltanschauung zu unterstreichen, greift die Neonaziszene auf Symbole zurück, die auch in der Zeit des historischen Nationalsozialismus Verwendung fanden.","title":"Bezüge zum historischen NS"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/hessen/","section":"Orte","summary":"","title":"Hessen"},{"city":"Biskirchen","content":"Am 13.01.2026 führte der hessische Landesverband der Partei “Die Heimat” seinen Neujahrsempfang in Biskirchen durch. Dabei kam es zu Angriffen auf Pressevertreter:innen und klaren Bekenntnissen zum Nationalsozialismus.\nAuf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"13 Januar 2024","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2024.01.22.-neonazitreffen-in-hessen-gewalt-und-bekenntnis-zum-nationalsozialismus/","section":"Videos","summary":"Am 13.01.2024 führte der hessische Landesverband der Partei \"Die Heimat\" seinen Neujahrsempfang in Biskirchen durch. Dabei kam es zu Angriffen auf Pressevertreter:innen und klaren Bekenntnissen zum Nationalsozialismus.","title":"Neonazitreffen in Hessen - Gewalt und Bekenntnis zum Nationalsozialismus"},{"city":"Hessen","content":"Am Samstag, den 13. Januar 2024 fand in der Gaststätte \"Grüne Au\" im hessichen Leun der Neujahrsempfang der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" statt. Der genaue Veranstaltungsort befand sich in der Gemeinde Biskirchen. Die Räumlichkeiten der \"Grüne Au\" werden ansonsten auch als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Die Veranstaltung sollte um 16:00 Uhr beginnen. Bereits zur Mittagszeit fanden dazu erste Vorbereitungen statt. Ausgerichtet wurde sie durch die Partei \"Die Heimat\", die noch im letzten Jahr unter dem Namen NPD firmierte und sich im Juli 2023 nach mehreren Anläufen umbenannte. Den Aufbau übernahmen insbesondere Aktivisten der Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN), welche der Partei bereits zu \"NPD-Zeiten\" angehörte. Bereits im November des Vorjahres hatte das Parteimitglied Ludwig Palm von der NPD / \"Die Heimat\" aus Leun die Veranstaltung angemeldet. Als eigentlicher Organisator trat dann der hessische Neonazi Thassilo Hantusch (Bildmitte) in Erscheinung. Hantusch ist derzeit auch Landesvorsitzender der Jugendorganisation JN. Ebenfalls vor Ort war der stellvertretende Bundesvorsitzende Sebastian Schmidtke. Ursprünglich wurde bei der Veranstaltung auch der Bundesvorsitzende Frank Franz erwartet. Er sollte dort einen Redebeitrag halten. Franz sagte allerdings kurzfristig ab. Schmidtke übernahm dessen Redebeitrag. Insgesamt sollten an diesem Tag vier Redner der Neonazi-Partei ans Redner:innenpult treten. Neben Schmidtke waren dies Thassilo Hantusch, der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Claus Cremer sowie der ehemalige Bundesvorsitzende Udo Voigt - der zuletzt einen Sitz im Europa-Parlament bekleidete. Ludwig Palm selbst hielt keinen Redebeitrag, sondern kümmerte sich um die Begrüßung von Parteimitgliedern und Unterstützer:innen. Nach Palms Worten habe die Umbenennung der Partei neue Mitglieder beschert - darunter ehemalige AfD- und CDU-Mitglieder. Im Inneren der Räumlichkeiten der \"Grüne Au\" wurden zahlreiche Informations- und Verkaufsstände aufgebaut. Neben Ständen der Partei \"Die Heimat\" und der \"Jungen Nationalisten\" fand sich auch ein Stand eines neonazistischen Survival-Versands. Vor Ort war mit Alexander Neidlein auch der Generalsekräter der Partei \"Die Heimat\". Der ehemalige Söldner und Bankräuber bekleidet dieses Amt seit dem Jahr 2017. Zum Rahmenprogramm der Veranstaltung gehörte auch der Auftritt des Neonazi-Liedermachers Frank Rennicke. Die Anwesenheit von Beobachter:innen und zweier Pressevertreter missfiel den angereisten Neonazis. Da die Veranstaltung im Vorfeld nicht öffentlich beworben wurde, handele es sich der Vorstellung der Neonazis nach um eine reine Privatveranstaltung. Mit diesem Argument sollten Fotoaufnahmen unterbunden werden. Dass sich die angereisten Neonazis nicht auf verbale \"Argumente\" beschränkten, sollte sich im Verlauf des Tages noch zeigen. So attackierte der sichtlich außer Kontrolle geratene Parteifunktionär Thassilo Hantusch die anwesenden Fotografen mehrfach mit Faustschägen und Tritten - wobei sich Hantusch aufgrund der Schläge auf das Kameraequipment an der Hand verletzte. Hantusch erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen der Angriffe und Bedrohungen. Später fuhr Hantusch noch mit seinem Auto auf die Pressevertreter zu - und deutete an, sie anfahren zu wollen - zum Glück erfolglos, die Fotografen konnten ausweichen. Immer wieder setzen (extrem) Rechte Autos als Waffe gegen vermeintliche Gegner:innen ein. Zuletzt fuhr ein AfD-Mitglied in Henstedt-Ulzburg in eine Kundgebung und verletzte mehrere Menschen schwer. Die eigentliche Anreise zur Veranstaltung begann ab 14:00 Uhr. Zu Beginn sammelten sich vor allem Vertreter:innen des hessischen Landesverbandes in Biskirchen. Aber auch aus anderen Bundesländern reisten Personen an. So wie hier ein langjähriger Parteispender aus Mecklenburg-Vorpommern, welcher der Partei in den letzten Jahren nach Eigenangaben einen sechstelligen Betrag gespendet habe.  Der Ordnungsdienst der Veranstaltung reiste mit Kampfhund an. Ebenfalls vor Ort war das langjährige Parteimitglied Stefan Jagsch. Von September 2019 bis Oktober 2019 war er Ortsvorsteher des Ortsteils Waldsiedlung der Gemeinde Altenstadt in Hessen. Jagsch reiste unter anderem gemeinsam mit dem angekündigten Liedermacher Frank Rennickte (Bild) zur Veranstaltung in Biskirchen. Die Neonazi-Aktivitäten dürften in Biskirchen nicht allzu überraschend stattgefunden haben. Rund um die Gaststätte \"Grüne Au\" fanden sich zahlreiche Aufkleber der Neonazi-Partei. Hier ein Aufkleber der Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" und ihrer Kampagne \"Gegengift\" Auch die Lebensgefährtin von Thassilo Hantusch reiste zur Veranstaltung. Mit dabei waren drei Kleinkinder - die ebenfalls an der Veranstaltung teilnahmen. Einem Kleinkind wurde durch einen anderen Teilnehmer nach Eigenangaben eine Chlor-Lösung zum Trinken mitgebracht - da diese gegen Aufmerksamkeitsstörungen helfen solle. ","date":"13 Januar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-01-13/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 13. Januar 2024 fand in der Gaststätte \"Grüne Au\" im hessichen Leun der Neujahrsempfang der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" statt.","title":"Neujahrsempfang der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" in Hessen"},{"city":"Dresden","content":"Am Montag, den 08. Januar 2024, fand in der sächsischen Landeshauptstadt eine Demonstration der extrem rechten \"Freien Sachsen\" statt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit den sogenannten \"Bauernprotesten\" gegen die Agragpolitik der Bundesregierung - bundesweit waren dazu Aktionen angekündigt.  Auch zahlreiche Handwerksbetriebe schlossen sich den bundesweiten Protesten an. So auch in Dresden. Bereits in den frühen Morgenstunden positionierten sich Betriebe mit ihren Fahrzeugen in unmittelbarer Nähe zur sächsischen Staatskanzlei in Dresden.  Der Startpunkt der Demonstration befand sich etwa einen Kilometer entfernt auf dem Schloßplatz in der Dresdener Altstadt. Bereits seit Wochen hatten die extrem rechte Kleinstpartei der \"Freien Sachsen\" zu \"Massenprotesten gegen das Regime\" am 08. Januar aufgerufen. Hier ging es grundsätzlich gegen Regierung, gegen Rechtsstaat und Verfasstheit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (fdGO). Daraus machten die Veranstalter:innen im Zuge ihrer Mobilisierung auch kein Geheimnis. Die \"Freien Sachsen\" nutzen dabei themenbeweglich das Protestgeschehen rund um die Agrarpolitik um eigene Inhalte zu setzen.  Auch in anderen Städten war die Beteiligung von Neonazis an den Protesten erwartet worden. Dresden sollte dabei der zentrale Anlaufpunkt der Neonaziszene werden. Verschiedene extrem rechte Parteien hatten dazu mobilisiert. Mit Spannung war daher die Beteiligung von Landwirtschafts- und Handwerksbetrieben erwartet worden. Am Ende schien der große Mobilisierungserfolg sogar die Veranstalter zu erstaunen. Nach Polizeiangaben schlossen sich mehr als 10.000 Teilnehmende dem Protestgeschehen in Dresden an. Ob diese Zahl tatsächlich erreicht wurde ist unklar - zu unübersichtlich war die Lage am Tag selbst. Sicher ist, das mehrere tausend Menschen an der Veranstaltung teilnahmen. Die unklaren Zahlen der Teilnehmenden ergaben sich auch am Polizeieinsatz selbst. So waren an diesem Tag knapp 460 Polizeibeamte im Einsatz. Ein Großteil sicherte Zufahrtsstraßen gegen mögliche Gegenproteste ab. An der Demonstration selbst befanden sich lediglich eine Handvoll der eingesetzten Polizeikräfte. Auffällig an der Veranstaltung waren die großen weltanschaulichen Schnittmengen der Teilnehmenden. Eine extrem rechte bis offen neonazistische Ideologie, eine grundsätzliche Ablehnung der Demokratie war hier das verbindene Element. Berührungsängste zu organisierten Neonazis gab es nicht. Im Gegenteil.   Forderungen nach einem Kampf gegen staatliche Institutionen, die Feindschaft gegen Rechtsstaat und Demokratie waren am vergangenen Montag in Dresden allgegenwärtig. Dies alles unter den Augen der Polizei welche das Demonstrationsgeschehen inklusive zahlreichen Volksverhetzung-Delikte weitestgehend gewähren ließ.  Auch Personenkreis aus den Strukturen der Corona-Proteste, der Reichsbürger:innen und Selbstverwalter:innen fanden sich an diesem Tag in Dresden zusammen. Allen gemein war die tiefsitzende Abneigung gegen die demokratischen Institutionen. Hier ging es nicht um \"Protest\" gegen die derzeitige Regierungspolitik. Sondern um die grundsätzliche Ablehnung derselben. Als Versammlungsleiter agierte Max Schneider von den \"Freien Sachsen\" (Bildmitte). Zuvor war der Gerütbauer Schreiber parteipolitisch bei der NPD aktiv gewesen, bevor er, wie weitere NPD-Aktivist:innen die \"Freien Sachsen\" für sich entdeckte. Ihm zur Seite stand bei der Veranstaltung der Rechtsanwalt Jens Lorek. Der Dresdener Lorek griff während der Demonstration auch selbst zum Megaphon und war als Ordner eingesetzt.","date":"8 Januar 2024","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2024-01-08/","section":"Fotos","summary":"Am Montag, den 08. Januar 2024, fand in der sächsischen Landeshauptstadt eine Demonstration der extrem rechten \"Freien Sachsen\" statt.","title":"\"Die Regierung auslöschen\" - Bauernproteste und Neonazis in Dresden"},{"city":"Brandenburg","content":"Am Samstag, den 29.12.2023 feierte die Jugendorganisation der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) ihre Jahres-Abschlussfeier im brandenburgischen Hoppegarten vor den Toren Berlins. Für die Ausrichtung war insbesondere die \"Junge Alternative\" (JA) Brandenburg verantwortlich. Vor Ort waren JA-Mitglieder aus mehreren Bundesländern, darunter auch Berlin, Thüringen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Neben Parteimitgliedern aus den Strukturen der AfD/JA zog die Veranstaltung auch organisierte Neonazis aus der Region Berlin/Brandenburg an. Berührungsängste zu organisierten Neonazis schien die AfD-Jugendorganisation an dem Abend nicht zu besitzen. Im Gegenteil, alle wurden herzlich durch die brandenburgische JA-Landesvorsitzende Anna Leisten im Türbereich begrüßt.  Vor Ort war auch ein Kamerateam des extrem rechten Compact-Magazins von Jürgen Elsässer. Angeleitet unter anderem durch Simon Andre Kaupert, einem langjährigen Aktivisten der Neuen Rechten, führten diese noch vor Beginn der Veranstaltung ein Interview mit der JA-Landesvorsitzenden durch. Das Compact-Magazin und dessen Umfeld schien generell ein großes Interesse an der Veranstaltung zu besitzen. So war auch ein \"Unterstützerkreis\" aus dem Umfeld des Magazins vor Ort. Zum Programm der Jahres-Abschlussfeier gehörte auch eine extrem rechte Musikveranstaltung - ein Rechtsrock-Konzert. So war bereits im Vorfeld der Auftritt mehrerer extrem rechter Musikgruppen angekündigt worden. Dazu gehörte die Rechtsrock-Band \"Wutbürger\" um ihren Sänger Andy Habermann. Neben Habermann trat an diesem Wochenende auch der Rechtsrocker Sascha Korn in Hoppegarten auf. Als dritter Act trat dann Julia Götz alias \"Julia Juls\" auf die Bühne. Die Liedermacherin ist bekannte Aktivistin der rassistischen Kampagne \"Frauenbündnis Kandel\". Der Veranstaltungsort wurde im Vorfeld geheim gehalten. Letztlich fand die Veranstaltung im AfD-Treffpunkt \"Mittelpunkt der Erde\" in Hönow an der Landesgrenze zu Berlin statt - kein Zufall, hier finden regelmäßig Treffen, Stammtische und sonstige Veranstaltungen der AfD und ihrer Jugendorganisation statt. Als Kooperationspartner der Jahres-Abschlussfeier trat \"Sub:version Production\" auf. Als Label und Musikvertrieb ist dieses tief in die Neonazi-Strukturen in Cottbus und Umgebung verstrickt. Die Räumlichkeiten bieten nach Eigenangaben Platz für bis zu 150 Personen. Diese Größenordnung dürfte die AfD-Jugendorganisation an diesem Abend nicht erreicht haben. Insgesamt waren etwa 90 Personen vor Ort. Auffällig dabei war die große Anzahl älterer Semester, die zu der Veranstaltung der Jugendorganisation erschienen. Dass die JA die Veranstaltung auch als Werbeveranstaltung nutzte, welche insbesondere auch dazu diente um finanzielle Unterstützung zu erhalten, zeigte sich deutlich an den ausgelegten Werbe-Materialien sowie dem Ticketpreis von 35€. Neben Parteimitgliedern waren nicht nur etliche Neonazis vor Ort. Auffällig war auch die große Beteiligung an Personenkreisen, die der rechts-offenen Rockerszene zugeordnet werden können. ","date":"29 Dezember 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-12-29/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 29.12.2023 feierte die Jugendorganisation der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) ihre Jahres-Abschlussfeier im brandenburgischen Hoppegarten vor den Toren Berlins.","title":"Treffen der AfD-Jugend in Brandenburg"},{"city":"Eisenach","content":"Beinahe monatlich grüßt das Rechtsrock-Konzert - zumindest in Eisenach in Thüringen. Hier fand am vergangenen Samstag, den 25. November 2023 erneut ein Vortrags- und Liederabend der Neonaziszene statt. Etwa 60 Neonazis reisten zu diesem Zweck zum sogenannten 'Flieder Volkshaus' ins thüringische Eisenach. Die Anreise zur Veranstaltung begann ab etwa 16 Uhr. Als offizieller Beginn wurde 18 Uhr veranschlagt. Den musikalischen Teil der Veranstaltung steuerte der 'Liedermacher' und langjährige Neonazi Frank Rennicke bei. Rennicke tritt seit Jahrzehnten bei einschlägigen Veranstaltungen in Erscheinung - insbesondere im Umfeld der NPD welche sich zuletzt in 'Die Heimat' umbenannte. Für diese kandidierte Rennicke in der Vergangenheit für das Amt als Bundespräsident. Zuletzt war Franck Rennicke vor allem im Umfeld der extrem rechten Vereinsorganisation 'Aufbruch Gera' in Erscheinung getreten. Deren Führungspersonen waren zuletzt ebenfalls bei einem Rechtsrockkonzert in Eisenach zugegegen gewesen. Der Neonazi Sascha Krolzig aus Dortmund war ebenfalls am vergangenen Wochenende in Eisenach zugegegen. Dieser hielt dort einen Vortrag. Krolzig ist Herausgeber der Neonazi-Publikation 'Nationaler Sozialismus Heute' und betreibt den sogenannten 'Sturmzeichen-Verlag'. Zuletzt musste Krolzig für seine diesbezüglichen Tätigkeiten in der Szene um Geld bitten, Gerichtskosten von mehreren tausend Euro aufgrund von Gerichtskosten zu Buche. Wie es aus der Szene heißt ist die bisherige Resonanz und Unterstützung allerdings mehr als überschaubar. Daneben ist Sascha Krolzig auch seit Jahren parteipolitisch in die Neonazi-Szene eingebunden. Der jetzige Kreisvorsitzende der Neonazi-Partei 'Die Heimat' war zuvor Co-Bundesvorsitzenden der Partei 'Die Rechte'. Derzeit verwaltet Krolzig einen zunehmend instabil werdenden Verband in seinem Wirkungskreis in Dortmund. Zwar verfügt dieser über eine hohe Anzahl an Mitgliedern - in den letzten Monaten verließen jedoch zahlreiche Führungspersonen den Verband in Richtung eines anderen Bundeslandes. Andere Neonazis orientierten sich in den letzten Monaten in die Mischzene von Neonazis und Rockern und damit in die Randbereiche der organisierten Kriminalität.  Ein Großteil der Teilnehmenden der jetzt stattgefundenen Veranstaltung stammten aus Thüringen. Wie in der Vergangenheit nahmen weder die lokale Politik noch die regionale wie überregionale Presse Notiz von der Veranstaltung.","date":"25 November 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-11-25/","section":"Fotos","summary":"Beinahe monatlich grüßt das Rechtsrock-Konzert - zumindest in Eisenach in Thüringen.","title":"Rechtsrock-Liederabend in Eisenach"},{"city":"Celle","content":"Am Sonntag, den 22. Oktobber 2023 führte die neonazistische Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) im niedersächsischen Celle zwei Kundgebungen durch.  Als Versammlungsleiter des kleinen Spektakels trat das Bundesvorstandsmitglied Claus Cremer in Erscheinung. Cremer, der auch den Landesvorsitz in Nordrhein-Westfalen inne hat und für \"Die Heimat\" für die kommende Europawahl kandidiert, erschien bereits eine Stunde vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn am Ort des Geschehens. In der Region hielt sich Cremer indes bereits seit dem Vortag auf - so gehörte er zu den Teilnehmenden einer völkischen-neonazistischen Zusammenkunft, welche am Vortag am Rand der nahegelegenen Gemeinde Eschede durchgeführt wurde. Der Veranstaltungsbeginn der ersten Kundgebung war auf 11 Uhr veranschlagt. Angeführt von ihrem Bundesvorsitzenden Sebastian Weigler (Bildmitte, mit Brille) erschienen kurz vor Beginn dann etwa ein dutzend Mitglieder der Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN). Diese rekrutierten sich dabei aus dem JN-Regionalverband Nord und kamen vorwiegend aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die JN-Reisegruppe zeichnete sich vor allem durch die Anwesenheit zahlreicher \"Neuzugänge\" in den Strukturen des Jugenverbandes aus. Langjährige Mitglieder blieben der Veranstaltung hingegen weitestgehend fern. Von den ursprünglich zwanzig angemeldeten Teilnehmenden erschienen dann schließlich nur rund die Hälfte.  Dies korospondiert mit dem Umstand, dass etliche der JN-Führungspersonen, insbesondere in Niedersachsen die Öffentlichkeit regelrecht scheuen. So treten manche Funktionsträger, bei Gelegenheiten wo möglichweise Öffentlichkeit gegeben ist, zum Teil nur vermummt in Erscheinung. Das parteipolitische Engagement wird dann den eigenen beruflichen Fortkommen untergeordnet - welches bei entsprechender Berichterstattung als gefährdet angesehen wird. Aus diesem Grund waren bei der Kundgebung in Celle nun vor allem jüngere Neonazis zugegen. Ebenfalls vor Ort war mit Micha M. einer der wichtigsten Vertreter des völkischen Flügels des JN-Jugendverbands. M., der inzwischen auf eine jahrelange Sozialisation innerhalb der militanten Neonaziszene verweisen kann, gilt als ideologischer Hardliner. Die von ihm beeinflußten JN-Stützpunkte zeichnen sich durch umfangreiche Aktivitäten aus. Wanderungen, Kampfsport, völkische Feste sowie regelhafte Agitationen gegen politische Gegner*innen zählen hier zum Standart-Reportoire. Die Gruppe führte eine mobile Lautsprecheranlage mit sich. Wenn dort keine Reden ertönten, wurde darüber Rechtsrock und die Lieder neonazistischer Liedermacher abgespielt. Das mitgeführte Transparent wurde erst kurz zuvor, wie jüngere JN-Mitglieder verkündeten, mit Plaka-Farbe gemalt und hier, in Sichtweite der Celler Stadtkirche, seinem ersten Eisatz überführt.  Der JN-Kader Micha M. war, wie bereits in der Vergangenheit insbsondere für die Dokumentation der Veranstaltung verantwortlich. Einzelnen JN-Mitgliedern wurde vom JN-Bundesvorsitzenden Weigler angeraten sich im Verlauf der Veranstaltung hinter mitgeführten Pappschildern zu verbergen. Während die späteren Redebeiträge unter anderen von Aufrufen wie \"Gesicht zeigen!\" durchzogen waren, war dies für den Neonazi-Nachwuchs nicht vorgesehen. Sebastian Weigler, der auch Anmelder der Kundgebung in Celle in Erscheinung trat, hielt dann im Verlauf der insgesamt zwei Kundgebungen, gleich mehrere Redebeiträge. Weigler steht der JN seit dem vergangenen Jahr als Bundesvorsitzender vor. Zuvor war Weigler als Regionalleiter Nord für die Geschicke des Jugendverbands in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg verantwortlich. Das Wirken von Weigler zeichnete sich in der Vergangenheit vor allem dadurch aus, dass der JN-Nachwuchs in seinem Zuständigkeitsbereich nur wenige Monate in den Strukturen verweilte, bevor dieser sich wieder zurückzog. Lediglich die gefestigten Strukturen der JN in der Lüneburger Heide, die weitestgehend unabhängig von Weiglers Wirken agierten, bescherten Weigler den Ruf einer potentiellen Führungsperson. Nachdem der bisherige Bundesvorsitzene Paul Rzehaczek nicht erneut für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidierte, übernahm der, wie es heißt mit \"Machtstreben\" ausgestatte Weigler das verkante Amt im JN-Bundesvorstand.  Die nun durchgeführten Kundgebungen standen auch im Zusammenhang mit der bundesweiten Neonazi-Kampagne \"Werde Heimatschützer\". Diese ist die Fortsetzung der NPD-\"Schutzzonen-Kampagne\" - bei welche Neonazis angehalten wurden im Sinne einer rassistisch motivierten Bürgerwehr durch Stadtteile zu patrouillieren. Gleichzeitig mit den Kundgebungen in Celle führten Neonazis im Zusammenhang mit der Kampagne auch eine kleine Aktion in Berlin durch. Sebbastian Weigler bei der Produktion von Social-Media-Centent. Die von den Neonazi-Aktivisten gefertigten Aufnahmen wurden dann auch bereitwillig von einer lokalen Zeitung übernommen. Die Übernahme beschränkte sich dabei nicht nur auf Bildmaterial. Auch die Inhalte der Neonazi-Partei, inklusive der rassistische Sprachcode von einer \"Überfremdung\" wurden uneingeordnet reproduziert. Neben der Propagandamöglichkeit verfolgt die Neonazi-Partei damit auch ein ganz pragmatisches Ziel. Durch die Verwendung von Bildmaterialien versuchen Neonazi-Aktivisten Zugriff auf legitime Presseausweise zu erhalten, indem sie Veröffentlichungen nachweisen können. (Screenshot vom 23.10.2023) Neben dem Start der \"Werde Heimatschützer\"-Kampagne, richtete sich die Kundgebung gegen die vermeintlich bekannt gewordenen Pläne eine Moschee in der Celler Innenstadt zu errichten. Die JN bezieht sich dabei auf ein Posting in den Sozialen Medien, in welchem sich eine Einzelperson mit mutmaßlichen Verbindungen in die salafistische Szene dafür aussprach, einen Begegnungsraum in einem leerstehenden Gebäude in Celle zu schaffen. Für die JN  genug um daraus zu schließen, dass es sich um eine faktische Gegebenheit handelt das in Celle nun eine Moschee im Innenstadtbereich eröffnet werden soll. Bei den zuständigen Behörden indes ist nichts über dergleichen Pläne bekannt. Das es sich bei dem Thema allerdings um einen vorgeschobenen wie austauschbaren Inhalt handelte und es vielmehr um die gezielte Verbreitung rassistischer Propaganda ging, machten die Redebeiträge im Verlauf der Kundgebungen mehr als deutlich. Das offizielle Motto \"Leerstand konstruktiv begegnen – für eine positive Entwicklung der Innenstädte\" wurde dabei so gedeutet, dass die massenhafte Ausweisung und Vertreibung großer Bevölkerungsgruppen gefordert wurde. Für die Kundgebung, wurde eigens ein Flugblatt gedruckt, für welches der Bundesvorsitzende presserechtlich verantwortlich zeichnete. JN-Aktivisten, hier ein Mitglied aus Schleswig-Holstein, verteilten diese im Umfeld der Kundgebung.  Der Zuspruch fiel dabei nicht sonderlich groß aus und der Erfolg der Verteilaktion blieb überschaubar. Die Neonazi-Partei zielte vor allem darauf ab durch ihre veränderte Namensgebung Interesse und Zuspruch hervorzurufen. Die Umbenennung in \"Die Heimat\" folgt der strategischen Überlegung gezielt Personengruppen anzusprechen die von \"den drei Buchstaben\" abgeschreckt sind - wie es aus Parteikreisen heißt. Gemeint ist damit das Parteikürzel der NPD. Neue und alte Wähler*innen sollen so erreicht und gewonnen werden. Inwieweit das Konzept Früchte trägt, wird die Zukunft zeigen müssen. Auch gibt es in der Partei weiterhin Widerstand gegen das Vorgehen. Der NPD-Landesverband Hamburg hat dem Bundesverband inzwischen die Gefolgschaft gekündigt, erkennt den derzeitigen Bundesvorsitzenden Frank Franz nicht mehr an und liefert sich inzwischen einen Namensstreit, der wohl erst durch zukünftige Gerichtsurteile entschieden werden wird. Inzwischen gibt es einen kommisarischen \"Die Heimat\"-Landesverband.  (Screenshot: Instagram) (Screenshot: Instagram) Bei dem Neonazitreffen in Eschede war auch Jens Woitas zugegen, bis 2020 Mitglied bei Die Linke, der mittlerweile jedoch völkischen und nationalistischen Positionen vertritt. Woitas hielt bei der Veranstaltung einen Redebeitrag. (Screenshot: Instagram) Auf dem sogenannten \"Heimathof\" finden seit Jahren einschlägige Veranstaltungen der Neonaziszene statt. Hier werden bereits die jüngsten mit einem entsprechenden Weltbild in Berührung gebracht. (Screenshot: Instagram) Auch der als Versammlungsleiter anwesende Claus Cremer hielt mehrere Redebeiträge. Die Mitteilung das Claus Cremer eigens für die Kundgebungen nach Celle gereist war entsprach, wie so manch andere Einlassung während der Kundgebungen, jedoch nicht der vollen Wahrheit. Cremer gehörte bereits am Vortag zu den Teilnehmenden eines völkisch-neonazistischen Herbstfestes auf dem sogenannten \"Heimathof\", einer im Parteibesitz befindlichen Liegenschaft im nahegelegenen Eschede.  JN-Mitglied aus Schleswig-Holstein. Der jugendliche Neonazi war zuvor Mitglied bei der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) gewesen. Aufgrund öffentlichkeitswirksamer Aktivitäten innerhalb der JN und eines bestehenden Unvereinbarkeitsbeschlußes innerhalb der AfD musste dieser die JA verlassen.. Ebenfalls nicht so ganz mit der Wahrheit hielt es Sebastian Weigler mit den Inhalten in seinen Redebeiträgen. So berichtete er mehrfach von einem Vorfall der sich in \"seinem Landkreis\" im niedersächsischen Helmstedt zugetragen habe - allerdings ist Weigler dort gar nicht mehr wohnhaft. Ein JN-Aktivist aus Braunschweig zeigte den sogenannten White-Power-Gruß - eine innerhalb der Neonaziszene häufig verwendte Grußformel die an ein OK-Zeichen erinnert, innerhalb der eigenen Strukturen aber als rassistisches Bekenntnis unter Gleichgesinnten erkannt wird. Nach der ersten Kundgebung folgte eine weitere Versammlung wenige hundert Meter entfernt in der Celler Innenstadt. Hier kamen weitere Teilnehmende aus dem Bereich Dortmund (NRW) hinzu.","date":"22 Oktober 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-10-22/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 22. Oktobber 2023 führte die neonazistische Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) im niedersächsischen Celle zwei Kundgebungen durch.","title":"Neonazi-Kundgebungen in Celle"},{"city":"Pasewalk","content":"Am 21. Oktober 2023 fand in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) ein Infostand vom 'III. Weg Nord/Ost' statt.","date":"21 Oktober 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-10-21/","section":"Fotos","summary":"Am 21. Oktober 2023 fand in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) ein Infostand vom 'III.","title":"Infostand vom III. Weg in Pasewalk"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/pasewalk/","section":"Orte","summary":"","title":"Pasewalk"},{"city":"","content":"Das Bekenntnis zum Antisemitismus ist ein essentielles Merkmal neonazistischer Weltanschauung, aber auch darüber hinaus gesellschaftlich durchaus verbreitet. Feindschaft gegen Jüdinnen:Juden war bereits der ideologische Nährboden des historischen Nationalsozialismus - der industriell betriebene Völkermord war dabei die furchtbare Konsequenz dieser Weltsicht. Der Begriff Antisemitismus entstand 1879 im Umkreis des Publizisten Wilhelm Marr, den Hintergrund bildete die damals öffentlich diskutierte “Judenfrage”. 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Die Brisanz des Antisemitismus in Deutschland wird etwa bei der Attacke von Neonazis auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz (Sachsen) im September 2018 oder im extrem rechten Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur im Oktober 2019 deutlich.","date":"7 Oktober 2023","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/antisemitismus/","section":"Dossier","summary":"Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. (IHRA-Definition)","title":"Antisemitismus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/fliedervolkshaus/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Fliedervolkshaus"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/gewaltbereitschaft/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Gewaltbereitschaft"},{"city":"","content":" Tafeltext 07.10.2023 (2023-10-07, 071.jpg) #Bei dem Slogan “Hepp! Hepp!” handelt es sich um eine Chiffre der Neonaziszene. Was für Außenstehende unauffällig anmutet, besitzt für diejenigen, die das Symbol (er-)kennen oder den Code entschlüsseln können, eine klare Bedeutung. Die Hep-Hep-Krawalle (“Hep-Hep” oder “Hepp-Hepp”) aus dem Jahr 1819 waren eine Welle gewalttätiger antijüdischer Ausschreitungen in vielen Städten und Ortschaften des Deutschen Bundes und über seine Grenzen hinaus, insbesondere in Dänemark. Bei den Hep-Hep-Krawallen handelte es sich um die erste großräumige Judenverfolgung seit dem Mittelalter und die bedeutendste Welle antijüdischer Ausschreitungen im frühen 19. Jahrhundert.","date":"7 Oktober 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/hepp-hepp/","section":"Dossier","summary":"Bei dem Slogan \"Hepp! Hepp!\" handelt es sich um eine Chiffre der Neonaziszene.","title":"Hepp Hepp"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/hepp-hepp/","section":"Symbole","summary":"","title":"Hepp-Hepp"},{"city":"","content":"Die Neonaziszene bedient sich einer Vielzahl von Symbolen, Chiffren und Zeichen. Zu diesem Repertoire gehören auch Anspielungen auf Personen und Ereignisse. Was für Außenstehende unauffällig anmutet, besitzt für diejenigen, die das Symbol (er-)kennen oder den Code entschlüsseln können, eine klare Bedeutung. Die Funktion solcher Zeichen und Chiffren reicht weit über den Transport politischer Botschaften hinaus: Sie dienen als Erkennungszeichen für Gleichgesinnte, vermitteln ein Zusammengehörigkeitsgefühl und stehen zugleich für eine Abgrenzung nach außen. Der Schriftzug “Obersalzberg” in Verbindung mit dem Reichsadler spielt auf das “Führersperrgebiet Obersalzberg” an. Hier befand sich der sogenannte “Berghof”, ein privater Wohnsitz Adolf Hitlers. In direkter Nachbarschaft auf dem Obersalzberg befanden sich auch Gebäude weiterer NSDAP-Größen. Der Obersalzberg gehört zu den Täterorten, an denen zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit geplant und befohlen wurden.","date":"7 Oktober 2023","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/hitlerverehrung/","section":"Dossier","summary":"Die Neonaziszene bedient sich einer Vielzahl von Symbolen, Chiffren und Zeichen. Zu diesem Repertoire gehören auch Anspielungen auf Ereignisse und zentralen Personen wie Adolf Hitler.","title":"Hitlerverehrung"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/hitlerverehrung/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Hitlerverehrung"},{"city":"Eisenach","content":"Mittlerweile ist es ein regelmäßiges Event der Neonaziszene: Wieder einmal veranstalteten Neonazis im thüringischen Eisenach ein Rechtsrock-Konzert. Wieder einmal fand es ohne Protest der Zivilgesellschaft statt und wieder einmal unter Duldung der Sicherheitsbehörden. Als Veranstaltungsort wurde erneut auf die thüringische Landeszentrale der Neonazi-Partei die Heimat (ehemals NPD), das sogenannte \"Flieder Volkshaus\"  zurückgegriffen. Ebenso regelmäßig wie die Rechtsrock-Konzerte in Eisenach war der erneut ausbleibende zivilgesellschaftliche Gegenwind - von einem Interesse der medialen Öffentlichkeit ganz zu schweigen. Denn auch regionale wie überregionale Medien waren trotz der öffentlichen Bewerbung der Neonaziveranstaltung nicht zugegen. Mögliche Gegenproteste gestalten sich dabei schwierig. Immer wieder berichten Betroffene von Attacken und Bedrohungen. Das allgemeine Desinteresse an den Rechtsrock-Konzerten in Eisenach schien an diesem Abend auch bei den Sicherheitsbehörden angekommen zu sein. Diese erschienen erst, als sich bereits etwa ein Drittel der Besucher:innen im Gebäude befand. Doch auch die Anwesenheit der Sicherheitsbehörden änderte später nichts an der Durchführung der Veranstaltung. Während etwa zur gleichen Zeit im niedersächshsichen Emsland ein Rechtsrock-Konzert von der Polizei aufgelöst wurde, konnte die Veranstaltung in Eisenach unter Duldung der Polizei durchgeführt werden.  In einer später von der Polizei eilig aufgebauten Personenkontrolle, die nach einvernehmlicher Absprache mit den Veranstalter der Neonazi-Veranstaltung hinter einem eigens dafür positionierten Transporter stattfand und somit die Öffentlichkeit ausschloss, wurden lediglich Personalien erhoben. Auf eine Durchsuchung der Personen sowie eine Kontrolle auf verbotene Zeichen, wie sie in der Regel dort dutzendfach von Teilnehmenden getragen werden (wir berichteten), wurde von Seiten der Polizei vollständig verzichtet. Verzichtet wurde im Nachgang auch auf eine polizeiliche Pressemitteilung, die auf den Polizeieinsatz oder das Rechtsrock-Konzert hinweisen könnte. Da die lokalen wie überregionalen Medien ohnehin kaum über die Geschehnisse bei den fast monatlich stattfindenen Rechtsrock-Konzerten berichten, scheint es von Seiten der Polizei diesbezüglich auch kein Problembewusstsein zu geben - auch wenn es vor Ort immer wieder zu Straftaten kommt. Ursprünglich sollte das Konzert um 20 Uhr beginnen, das Ganze verzögerte sich allerdings. So kam es, dass die Personenkontrollen der Polizei bereits vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung eingestellt wurden. Sehr zur Freude der Neonazis, die daraufhin in nicht unerheblicher Anzahl unerkannt in die Räumlichkeiten gelangen konnten - eine wirkliche Kontrolle fand ohnehin nicht statt. Für den Abend war der Auftritt des Neonazis Marcel Martens vorgesehen, der unter dem Namen F.i.e.L. (\"Fremd im eigenen Land\") auftritt. Bereits im Dezember 2022 fand ein Auftritt mit dem Neonazi in Eisenach statt. Und dies obwohl Martens aufgrund seines Umgangs mit Geldern als umstritten gilt. Die Veranstaltung reiht sich damit in die nunmehr fast monatlich stattfindenden Rechtsrock-Konzerte in Eisenach ein. Angesichts dieser Normalisierung bleibt es unverständlich, warum die Vertreter*innen der Stadt Eisenach, insbesondere Vertreter:innen von Parteien und Stadtrat sowie die mediale Öffentlichkeit in lähmendes Desinteresse verfallen. Einzig dezidiert antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen, stehen trotz begrenzter Ressourcen und permanenter Bedrohungslagen der Raumaneignungsstrategie der Neonazis in Eisenach entgegen. Angesichts der derzeitigen Strategie von Polizei und Innenministerium, die auf Duldung der Rechtsrock-Konzerte setzt, ist jeglicher Gegenprotest aber mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden.       Im November diesen Jahres wird es nun eine antifaschistische Demonstration gegen die Neonazi-Aktivitäten in Eisenach geben. Die Strategien der Raumaneignung von Neonazis, die alltäglichen Bedrohungen und Gewalttaten von Neonazis stehen dort im Mittelpunkt. Auf die Sicherheitsbehörden und die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang zu setzen dürfte der falsche Weg sein. Vor Ort waren auch Neonazis, die den Strukturen des verbotenen Neonazi-Netzwerks der Hammerskins zugerechnet werden konnten Die Polizei war an jenem Abend \"recht zuvorkommend\" und zu Service-Leistungen bereit. Als dieser Konzert-Besucher sein Telefon im Taxi vergaß und dessen Fahrer dies später erneut zum Ort des Geschehens brachte, organisierten die Polizeikräfte kurzerhand ein Zusammentreffen und informierten den Neonazi dass sein Telefon angekommen sei. ","date":"7 Oktober 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-10-07/","section":"Fotos","summary":"Mittlerweile ist es ein regelmäßiges Event der Neonaziszene: Wieder einmal veranstalteten Neonazis im thüringischen Eisenach ein Rechtsrock-Konzert.","title":"Rechtsrock in Eisenach: Vom Versagen der Behörden und Zivilgesellschaft"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/wehrmacht/","section":"Symbole","summary":"","title":"Wehrmacht"},{"city":"Bremen","content":"Am Samstag, den 30.09.2023 zogen etwa 160 Angehörige der verschwörungsideologischen Szene in einem Demonstrationszug um den Bremer Hauptbahnhof. Die Teilnehmenden nahmen dafür zum Teil eine mehrere hundert Kilometer lange Anreise auf sich. Laut Aufruf beteiligten sich verschwörungsideologische Kleinstgruppen aus 11 verschiedenen Städten an der Veranstaltung, der Schwerpunkt dabei in Bremen und Niedersachsen.  Das Spektrum der Teilnehmenden reichte wie bei solchen Veranstaltungen bereits in der Vergangenheit üblich von esoterisch bewegten bis hin zu offen der extremen Rechten zugehörigen Personen. Sie alle eint der Glaube an diverse Verschwörungserzählungen. So wurde in Redebeiträgen ein Ende des zweiten Weltkrieges gefordert und behauptet, die Impfungen gegen corona hätten 160.000 Tote in Deutschland gefordert. Auffällig war die zunehmende Verbreitung von Positionen der Reichsbürgerszene. Diese sind inzwischen nahezu Konsens auf derartigen Veranstaltungen und bleiben so unwidersprochen. Staatsangehörigkeitsausweise oder \"Gelbe Scheine\" dienen in der Szene der Reichsbewegten zu ihrem Nachweis der Staatsangehörigkeit, da sie Dokumente wie Personalausweis oder Reisepass nicht anerkennen. Der Staatsangehörigkeitsausweis war aber schon in den Statuten des Kaiserreichs vorgesehen und gilt daher als legitimes Dokument. Oftmals ist der Nachweis der Staatsangehörigkeit entweder durch einen Staatsangehörigkeitsausweis oder durch Dokumente der Großeltern, welche vor 1945 bzw. 1918 ausgestellt wurden, Bedingung für den Beitritt zu Gruppierungen der Szene. Grade die verschwörungsideologische Szene fungiert als Vorfeldorganisation und Rekrutierungsbecken für Reichsbürger:innen. Reichssymbolik sowie Forderungen nach Friedensverträgen und Souveränität sind in der sog. \"Querdenken Bewegung\" und ihren Nachfolgeorganisationen weit verbreitet.","date":"30 September 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-09-30-hb/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 30.09.2023 zogen etwa 160 Angehörige der verschwörungsideologischen Szene in einem Demonstrationszug um den Bremer Hauptbahnhof.","title":"Demonstration von Verschwörungsideolog:innen in Bremen"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 152.jpg) #Bei Berlin Breed handelt es sich um eine deutschsprachige Rechtsrock-Band, deren Mitglieder aus mehreren Bundesländern kommen. Der Berliner Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Mitglieder der Gruppierung. Die Texte der Band sind geprägt von Flüchtlingsfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus. Im September 2023 wurden die Wohnungen der Bandmitglieder durchsucht, Kommunikationsmittel und mehrere Datenträger sichergestellt. Zu den Hausdurchsuchungen äußerte sich “Berlin Breed” wie folgt: “Liebe Leute, wie ihr sicher schon mitbekommen habt, durften sich Fancy Nancys Büttel gestern mal wieder richtig austoben und gerade noch die Ausrufung des Reichs verhindern. […] Das System schlägt in blinder Wut um sich, weil es spürt, dass sein Ende gekommen ist. Wie Ende der 80er in der DDR, als die roten Verbrecher ihren Unterdrückungsapparat auf Vollgas laufen ließen. In diesem Sinne: Wir freuen uns auf den Tag, an dem Deutschland wieder das Land der Deutschen wird und alle kleinen und großen Verbrecher dieses Systems zur Rechenschaft gezogen werden.”","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/berlin-breed/","section":"Dossier","summary":"Bei Berlin Breed handelt es sich um eine deutschsprachige Rechtsrock-Band, deren Mitglieder aus mehreren Bundesländern kommen.","title":"Berlin Breed"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/berlin-breed/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Berlin-Breed"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/braun/","section":"Symbole","summary":"","title":"Braun"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 128.jpg) #Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich einer Vielzahl von Symbolen, Chiffren und Zeichen. Zu diesem Repertoire gehören auch so genannte Zahlencodes. Im hier vorliegenden Fall ist es ein verstecktes Zahlenzeichen. Im Flügel des hier abgebildeten und in den Farben schwarzweiß-rot gehaltenen Schmetterlings befindet sich der Zahlencode 88. Die Zahl 88 wird unter Neonazis als getarnter Hitlergruß verwendet: Der achte Buchstabe des Alphabets ist das H; die 88 steht somit für HH, eine Abkürzung von Heil Hitler. Auch wenn die Darstellung des Zahlencodes nicht strafrechtlich relevant ist, zeigt sie dennoch das weltanschuliche Grundgerüst, auf das sich die Trägerin dieser Bekleidung stützt.\nTafeltext 01.05.2024 (2024-05-01-s, 121.jpg) #Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich einer Vielzahl an Symbolen, Chiffren und Erkennungszeichen. Diese Zeichen besitzen eine Funktion: Sie dienen als Erkennungszeichen für Gleichgesinnte und vermitteln dadurch ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Zu diesem Repertoire von Erkennungszeichen gehören auch so genannte Zahlencodes. Unter der Tättowierung eines Skeletts mit Reichsfahne und der geografischen Zuordnung zum thüringischen Landkreis Eichsfeld befindet sich der Zahlencode 88. Die Zahl 88 wird unter Neonazis als getarnter Hitlergruß verwendet: Der achte Buchstabe des Alphabets ist das H; die 88 steht somit für HH eine Abkürzung der nationalsozialistischen Parole “Heil Hitler”. Auch wenn die Darstellung des Zahlencodes gemeinhin nicht strafrechtlich relevant ist, zeigt sie dennoch das weltanschauliche Grundgerüst, auf das sich die Träger dieser Tätowierung stützt. Strafbar ist das Zeichen allerdings, wenn es auf Veranstaltungen getragen wird, bei denen es Auflagen gibt, welche das Zeigen dieser Zahlencodes untersagt - was regelhaft auf Demonstrationen stattfindet.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/code-88/","section":"Dossier","summary":"Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich einer Vielzahl an Symbolen, Chiffren und Erkennungszeichen.","title":"Code 88"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 193.jpg) #Bei dem Symbol auf dem Shirt handelt es sich um das Erkennungszeichen der neonazistischen Musikgruppe “Deutsch Stolz Treu” (D.S.T.). In ihren Texten verherrlicht die Gruppe den historischen Nationalsozialismus und leugnet den Holocaust. Alle Veröffentlichungen sind indiziert und einige darüber hinaus auch strafrechtlich relevant. Das hier getragene Shirt bezieht sich auf das 2011 veröffentliche Album “Morituri vos salutant” - das ebenfalls indiziert wurde. Die Band wurde 1994 in Berlin gegründet. Im Jahr 2002 nahm die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen die Gruppierung auf. Daraufhin trat die Band erst ab dem Jahr 2004 unter dem neuen Namen X.x.X. wieder in Erscheinung. Auch in den Folgejahren gab es unter anderem wegen Leugnung des Holocausts und der Verherrlichung des Nationalsozialismus weitere Ermittlungsverfahren.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/deutsch-stolz-treu/","section":"Dossier","summary":"Bei dem Symbol auf dem Shirt handelt es sich um das Erkennungszeichen der neonazistischen Musikgruppe \"Deutsch Stolz Treu” (D.S.T.).","title":"Deutsch Stolz Treu"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/deutsch-stolz-treu/","section":"Symbole","summary":"","title":"Deutsch-Stolz-Treu"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/eisernes-kreuz/","section":"Symbole","summary":"","title":"Eisernes-Kreuz"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/erschiessungskommando/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Erschiessungskommando"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/freie-sachsen/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Freie-Sachsen"},{"city":"Eisenach","content":"Am Sonntag, den 17. September 2023 versammelten sich erneut Neonazis im thüringischen Eisenach um an einem Rechtsrock-Liederabend teilzunehmen.  Die Veranstaltung fand im so genannten \"Flieder Volkshaus\", der thüringischen Landeszentrale der Neonazi-Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) statt. Bereits Stunden vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn erschien mit Patrick Weber (links im Bild) einer der mutmaßlichen Mitveranstaler des Rechtsrock-Konzerts. Weber, der unter anderen für die Neonazi-Partei \"Die Heimat\" die Aufgabe des Schatzmeisters im Landesverband Thüringen übernimmt, gilt als bestens vernetzt mit der Rechtsrock-Szene. Ein Umstand der nicht verwundert: ist doch der Verkauf von Rechtsrock-Musik eines der Geschäftszweige von Patrick Weber.   Patrick Weber (hier rechts im Bild auf einem Rechtsrockfestival 2018 in Themar) verantwortet den \"Germania-Versand\" - einem Versandhandel, der ein neonazistisches Publikum als vordergründige Zielgruppe hat. Weber präsentiert sich dort als \"Bewegungs-Unternehmer\", einen Neonazi, der erwirtschaftete Mittel wieder in den Strukturaufbau fliessen lässt. Ein nicht unerheblicher Teil der dort erzielten Einnahmen dürfte allerdings auch in sein Fahrzeug geflossen sein. Aus diesem wurde nach der Ankunft Webers entsprechende Verkaufsmaterialien in die Räumlichkeiten gebracht. Mit dabei auch der derzeitige thüringische Landesvorsitzende der Partei \"Die Heimat\", Patrick Wieschke (Bildmitte). An der nun stattgefundene Veranstaltung nahmen insgesamt etwa 100 Neonazis und ihre Unterstützer*innen teil. Ausverkauft war es bereits wenige Stunden nachdem das Konzert in den Sozialen Medien beworben wurde. Wieschke, hier rechts im Bild, übernahm während der Veranstaltung die Rolle des Veranstalters. Vor wenigen Wochen fand im \"Flieder Volkshaus\" bereits eine andere Veranstaltung statt. Dort wurde die 9jährige Nutzung der Räumlichkeiten gefeiert. Zu diesem Zweck wurden mit Plakaten eine \"Ausstellung\" erstellt. (Im Hintergrund).  Die eigentliche Anreise begann dann kurz vor 18:00 Uhr. Die Veransatltung war geprägt durch die offene Zurschaustellung neonazistischer Weltanschauung. Zahlreiche Besucher*innen trugen im Verlauf des Abends einschlägige Insignien zur Schau - zum Teil mit volksverhetzenden Charakter. Aufgrund der polizeilichen Einstufung als Gefahrengebiet fanden zwar umfangreiche Personenkontrollen im Umfeld des \"Flieder Volkshauses\"statt - doch diese erkannten nur einen Bruchteil der neonazistischen Propagandainhalte. Zu der ersten Reisegruppe am Ort des Geschehens gehörte auch Christian Klar (links im Bild) aus Gera. Dieser gehört zu den Organisator*innen der selbsternannten Bürgerinitiative \"Miteinanderstadt Gera\". Zuletzt gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Vereinsorganisation \"Aufbruch Gera\" - einer Gruppierung in der sich vor allem unzufriedene und ehemalige Mitglieder der AfD sammeln.  Berührungsängste zum organisierten Neonazismus hat Christian Klar nicht. Von ihm organisierten Veranstaltungen werden regelmäßig von Neonazis unterstützt. Ein offener Bezug zur Hitler-Jugend, wie auf diesem Shirt der Rechtsrock-Band \"Heilige Jugend\" stellte aus Sicht der Sicherheitsbehörden kein Problem dar. Ein Bezug zum Nationalsozialismus könne nicht festgestellt werden, hieß es. Auch Christian Klar von \"Miteinander Gera\" hielt sich mit eindeutigen politischen Statements nicht zurück. Der Aufdruck auf seinem Shirt verweisst auf das rassistische Apartheids-Regime in Südafrika in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Personenkontrollen hielten bis zum Beginn der Veranstaltung an. Nachdem das Rechtsrock-Konzert begonnen hatte, zog auch ein Großteil der eingesetzen Polizeikräfte, wie bereits bei vorangegangenen Veranstaltungen im \"Flieder Volkshaus\" aus der direkten Umgebung ab. Auch dies scheinbar ein \"völlig normaler\" Vorgang bei Rechtsrock-Konzerten in Eisenach.  Etliche Teilnehmende traten mit strafrechtlich relevanten Erkennungszeichen in Erscheinung. Viele davon in Form von Tätowierungen. Auch hier wurde nur ein Bruchteil der neonazistischen Symbolwelt durch die Einsatzkräfte der Polizei erkannt. So konnte während der eigentlichen Veranstaltung offen neonazistische Erkennungszeichen zur Schau gestellt werden. Auf eine Kontrolle im Inneren der Räumlichkeiten wurde im Verlauf der Konzert-Veranstaltung verzichtet. Der Neonazi Michael Regener während seiner Ankunft. Regener, der insbesondere innerhalb der Neonaziszene unter dem Namen \"Lunikoff\" in Erscheinung tritt, war der angekündigte \"Liedermacher\" des Abends.","date":"17 September 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-09-17/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 17. September 2023 versammelten sich erneut Neonazis im thüringischen Eisenach um an einem Rechtsrock-Liederabend teilzunehmen.","title":"Hier wird Volksverhetzung noch groß geschrieben. Rechtsrock-Konzert in Eisenach)"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 022.jpg) #Die Bezugspunkte zum historischen Nationalsozialismus finden sich zahlreich in der heutigen Neonaziszene. Darunter auch der Bezug zur Hitlerjugend (HJ), der Jugend- und Nachwuchsorganisation der NSDAP. Die Aufgabe der HJ war die ideologische und vormilitärische Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Sinne des NS. Die Neonazisszene greift immer wieder Bilder und Zitate auf, die sich auf die Hitlerjugend beziehen - so wie hier durch die Rechtsrock-Band “Heilige Jugend”. So orientieren sich die abgebildeten Figuren am Erscheinungsbild und Uniformierung des NS-Jugendverbandes. Auch die abgebildte Fahne mit dem durchgehenden weißen Streifen und dem zentralen Symbol in der Mitte erinnert an die Symbolik der Hitlerjugend. Unterstrichen wird dies noch durch die unten stehende Textzeile “Unsere Fahne ist die neue Zeit” - die dem Lied „Vorwärts, vorwärts“, auch bekannt unter dem Titel „Unsre Fahne flattert uns voran“, einem Propagandalied der Hitlerjugend entnommen wurde.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/hitlerjugend/","section":"Dossier","summary":"Die Bezugspunkte zum historischen Nationalsozialismus finden sich zahlreich in der heutigen Neonaziszene. Darunter auch der Bezug zur Hitlerjugend (HJ), der Jugend- und Nachwuchsorganisation der NSDAP.","title":"Hitlerjugend"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/hitlerjugend/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Hitlerjugend"},{"city":"","content":"Das hier gezeigte Shirt ist Ausdruck einer vorherrschenden Homophobie innerhalb der extremen Rechten. Unter Homophobie versteht man streng genommen eine Feindseligkeit gegen Homosexuelle Menschen oder Menschen, denen Homosexualität zugeschrieben wird, deren sexuelle Orientierung von klassischen Mann-Frau-Beziehungen abweicht und deshalb als “unnormal” abgewertet wird. Sie geht fast immer auch mit einer Abwertung von Transsexuellen und Bisexuellen Menschen einher.\nEine solche Einstellung gilt in der Sozialwissenschaft als typisches Element eines extrem rechten Weltbildes. Häufigstes offensichtliches Ziel von Homophobie sind männliche Homosexuelle, weshalb der Begriff vereinfachend als Schwulenfeindlichkeit übersetzt wird. Homophobie äußert sich in zahlreichen Formen: in offener oder verdeckter Ablehnung, in diskriminierenden Handlungen bis hin zu gewalttätigen Angriffen und Morden oder auch in der Behauptung, Homosexualität sei eine psychische Erkrankung und könne bzw. müsse therapiert werden. Der auf dem oben gezeigten Shirt hinterlegte Zusatz “White Ass” (deutsch: Weißer Hintern) kombiniert die hier dargelegte Homophobie mit einer rassistischen Weltanschauung.","date":"17 September 2023","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/homophobie/","section":"Dossier","summary":"Das hier gezeigte Shirt ist Ausdruck einer vorherrschenden Homophobie innerhalb der extremen Rechten.","title":"Homophobie"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/homophobie/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Homophobie"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 054.jpg) #Das in Frakturschrift gehaltene H hat sich in den vergangenen Jahren unter anderem als Erkennungszeichen von Hooligans herauskristallisiert. Als Hooligans bezeichnet man junge, gewaltbereite Menschen, die im Umfeld von Sportveranstaltungen gezielt Auseinandersetzungen mit anderen Sportfans oder der Polizei suchen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um männliche Fußballfans. Auch wenn viele Hooligans sich selbst als “unpolitisch” bezeichnen, sind rassistische und antisemitische Einstellungen in der Szene weit verbreitet. Entsprechende Parolen und Gesänge gehören in vielen Fußballstadien zum Alltag. Teile des Hooliganmilieus sympathisieren offen mit rechtsextremen Gruppen oder sind selbst in der Neonazi-Szene aktiv. Parteigebundene sowie parteiunabhängige Rechtsextremisten versuchen seit Jahren gezielt, diesen Teil der Fußballfans für sich zu gewinnen.","date":"17 September 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/hooligans/","section":"Dossier","summary":"Das in Frakturschrift gehaltene H hat sich in den vergangenen Jahren unter anderem als Erkennungszeichen von Hooligans herauskristallisiert.","title":"Hooligans"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/hooligans/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Hooligans"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 073.jpg) #Kategorie C ist der Name einer 1997 gegründeten Rechtsrock-Band aus Bremen. Ihr Name geht auf die von der “Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze” vorgenommene Kategorisierung von Fußballfans nach ihrer Gewaltbereitschaft zurück, die mit Kategorie C “gewaltsuchende Fans” bezeichnet. Mitglieder von Kategorie C sind eng verwoben mit der internationalen Neonaziszene und traten in der Vergangenheit auch im Zusammenhang mit Konzerten des in der Bundesrepublik verbotenen Neonazi-Netzwerks “Blood \u0026 Honour” in Erscheinung. Der Sänger der Band, der auch als Solo-Interpret in Erscheinung tritt, war 1991 an einem Brandanschlag auf ein Bremer Flüchtlingsheim beteiligt. Die Rechtsrock-Band steht darüber hinaus sinnbildlich für die Nähe der Szene aus extremer Rechter und organisierter Kriminalität. Die selbsternannte Hooligan-Band verfügt über enge Verbindungen und finanzielle Interessen im Rocker- und Drogenmilieu. Immer wieder finden Konzerte der Band in Clubhäusern sogenannter “Outlaw-Motorcycle-Gangs” statt.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 159.jpg) #Das Logo bezieht sich auf die RechtsRock-Gruppe “Kategorie C” - eine RechtsRock-Band aus Norddeutschland, die unter verschiedenen Namen - etwa “Kategorie C”, “KC - Die Band” oder “KC - Hungrige Wölfe” - in Erscheinung tritt. Der Bandname bezieht sich auf die von den Behörden definierte “Kategorie C” gewaltsuchender Fußballfans. Trotz der öffentlichen Selbstdarstellung als angeblich unpolitische Band bestehen enge personelle und inhaltliche Verbindungen in extrem rechte Hooligan- und Neonazikreise. Die Gruppe tritt immer wieder auf einschlägigen Neonazi-Konzerten auf - darunter auch bei Veranstaltungen des in der Bundesrepublik verbotenen Netzwerks von “Blood \u0026 Honour” im europäischen Umland. Mit dem Namenszusatz “Hungrige Wölfe”, ursprünglich ein Albumtitel, tritt die Band gezielt martialisch auf und inszeniert sich als kämpferische, eingeschworene Bruderschaft. Auch dieser Name ist in der Szene bewusst gewählt: Er spielt auf das Bild des “Kampfkollektivs” an, das sich mit Härte, Treue und Feindbildpflege definiert - ähnlich wie auch andere Teile der Neonazi-Bewegung. Über Auftritte bei Hooligan-Konzerten, Szene-Festivals, im rechten Kampfsportumfeld sowie im Zusammenhang mit organisierten Rockerclubs fungiert die Band als musikalisches Bindeglied zwischen gewaltbereiten Milieus und der organisierten extrem rechten und offen neonazistischen Szene.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kategorie-c/","section":"Dossier","summary":"Das Logo bezieht sich auf die RechtsRock-Gruppe \"Kategorie C\" - eine RechtsRock-Band aus Norddeutschland, die unter verschiedenen Namen - etwa \"Kategorie C\", \"KC - Die Band\" oder \"KC - Hungrige Wölfe\" - in Erscheinung tritt.","title":"Kategorie C"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 093.jpg) #Die Forderung “LEON RAUS” bezieht sich auf eine Führungsperson der Neonazi-Gruppierung Knockout 51 - einer neonazistischen Kampfsportgruppe - welche im April 2022 im Rahmen einer großangelegten Razzia durch die Polizei festgenommen wurde. Die Mitglieder von Knockout 51 (sinngemäß Knockout Eisenach, kurz KO51) organisierten zuvor weltanschauliche Schulungen und trainierten für körperliche Auseinandersetzungen mit politischen Gegner*innen laut Bundesanwaltschaft mit Tötungsabsicht. Mitglieder der Gruppe, die sich auch im so genannten “Flieder Volkshaus” trafen, müssen sich seit August 2023 vor dem Thüringer Oberlandesgericht verantworten. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen vorgeworfen. Die Neonaziszene solidarisiert sich offen mit der militant agierenden Gruppierung.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/knockout-51/","section":"Dossier","summary":"Die Forderung \"LEON RAUS\" bezieht sich auf eine Führungsperson der Neonazi-Gruppierung Knockout 51 - einer neonazistischen Kampfsportgruppe - welche im April 2022 im Rahmen einer großangelegten Razzia durch die Polizei festgenommen wurde.","title":"Knockout 51"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/knockout-51/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Knockout-51"},{"city":"","content":"Die Neonaziszene greift in ihrer Ästhetik - etwa auf T-Shirts, Tattoos oder Propagandamaterial - immer wieder auf Soldatenbilder aus der Zeit der NS-Diktatur zurück. Besonders häufig dargestellt sind uniformierte Figuren der Wehrmacht oder der Waffen-SS. Die Visualisierungen dienen der Verklärung vermeintlicher “Ehre”, “Kameradschaft” oder “Opferbereitschaft” - und sollen ein identitätsstiftendes Bild des heroischen, männlichen Kämpfers zeichnen. Die Darstellungen richten sich oft an junge Männer und stilisieren den Soldaten als Idealbild, das Stärke, Disziplin und nationale Gemeinsamkeit verkörpert. Damit knüpft die Szene gezielt an NS-Traditionen an.\nNeonazistische Propaganda beinhaltet auffällig oft Elemente der Kriegsverherrlichung. Dabei wird Krieg als durchweg positiv, als Abenteuer oder Bewährungsprobe dargestellt. Mit keinem Wort werden seine Grausamkeit und die damit verbundenen Leiden erwähnt. Der Einzelne soll stattdessen sein Leben geben fürs “Vaterland” - der Tod dient einem höheren Ziel und geht über den militärischen Sieg hinaus, so suggerierte es bereits die NS-Propaganda.\nAuffällig ist, dass in vielen dieser Darstellungen SS-Runen, Hakenkreuze oder andere NS-Symbole als Teil von Uniformen erscheinen - sei es offen sichtbar oder angedeutet. Aufgrund der Strafbarkeit dieser Kennzeichen werden sie bei öffentlichen Anlässen oder Demonstrationen häufig abgeklebt oder verfremdet. Dennoch bleibt die Botschaft innerhalb der Szene eindeutig. Die Verwendung solcher Bildmotive ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer bewussten Bezugnahme auf den Nationalsozialismus und seiner Gewaltästhetik - als Teil eines ideologischen Selbstverständnisses, das sich offen gegen die demokratische Grundordnung richtet.","date":"17 September 2023","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/kriegsverherrlichung/","section":"Dossier","summary":"Die Neonaziszene greift in ihrer Ästhetik - etwa auf T-Shirts, Tattoos oder Propagandamaterial - immer wieder auf Soldatenbilder zurück, vor allem aus der Zeit der NS-Diktatur.","title":"Kriegsverherrlichung"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 170.jpg) #KU-KLUX-KLAN Der Ku-Klux-Klan (KKK) ist ein militant rassistischer und gewalttätiger Geheimbund, der vor allem in den Südstaaten der USA aktiv ist. Die Gruppierung gilt weißen Rassistinnen weltweit als Vorbild. Gegründet wurde die Organisation im Jahr 1865. Seine Anhängerinnen begingen eine Vielzahl rassistisch motivierter Morde. Auch in der Bundesrepublik bestehen Gruppierungen, die sich auf den Ku-Klux-Klan beziehen, wie die “European White Knights of the Ku Klux Klan”, von denen Mitglieder Verbindungen zum Netzwerk des terroristischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) besaßen. Das bekannteste Zeichen des KKK zeigt ein schwarz-weißes Kreuz in rotem Kreis mit einem Blutstropfen im Zentrum. Dieses als Feuerkreuz bekannte Erkennungszeichen ist ein beliebtes Symbol von Neonazis und findet sich unter anderem auf Aufnähern, Shirts und Postern - oftmals auch mit der Darstellung von so genannten “KKK-Kapuzenmännern”.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 076.jpg) #Ku Klux Klan Der Ku-Klux-Klan (KKK) entstand im 19. Jahrhundert in den USA als rassistische Terrororganisation. Ein Geheimbund, der vor allem Schwarze Menschen, aber auch Jüdinnen, Katholiken und andere Minderheiten systematisch einschüchterte und ermordete. Seine Mitglieder trugen weiße Roben und Masken, inszenierten Fackelzüge und Kreuzverbrennungen, um Angst zu verbreiten und ihre vermeintliche Überlegenheit zu demonstrieren. Auch militante Neonazis in Deutschland greifen immer wieder auf Symbolik und Rhetorik des Klan zurück und versuchen sich so als Teil einer weltweiten “weißen Bewegung” zu präsentieren. Klan-Symbole dienen in neonazistischen Kreisen als Ausdruck völkischer Identität, als Zeichen eines gewaltbereiten Rassismus und zur bewussten Provokation. Die Bezüge zum Klan stehen dabei oft weniger für eine konkrete Organisation als für eine Ideologie der Einschüchterung, Überlegenheit und Ausgrenzung.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kkk/","section":"Dossier","summary":"Ku Klux Klan Der Ku-Klux-Klan (KKK) entstand im 19. Jahrhundert in den USA als rassistische Terrororganisation.","title":"Ku-Klux-Klan"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 186.jpg) #Der Aufdruck auf dem Pullover bezieht sich auf die Musikgruppe “Landser”, welche im Jahre 2003 als kriminelle Vereinigung verboten wurde und sich anschließend aufgelöst hatte. Die Band Landser agierte zuvor, bis zur Enttarnung ihrer Mitglieder, als Untergrundband. Sie koppelten Vernichtungsphantasien mit Stimmungsmusik. Bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2003 war die Band “Landser” die bundesweit erfolgreichste sowie bekannteste Musikgruppe aus dem neonazistischen Milieu. Die Liedtexte richteten sich gegen Minderheiten und politische Gegner*innen in Deutschland wie auch gegen zentrale Prinzipien des Rechtes der Bundesrepublik Deutschland. Aufgrund der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung entschloss sich die Band frühzeitig, aus der Illegalität heraus zu agieren. Die Tonträger wurden im Ausland produziert, wo es keine Strafvorschriften wie in der Bundesrepublik gab, und wurden anschließend nach Deutschland geschmuggelt. Es bestanden Kontakte zum verbotenen rassistischen Musiknetzwerk von Blood \u0026 Honour.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/landser-band/","section":"Dossier","summary":"Der Aufdruck auf dem Pullover bezieht sich auf die Musikgruppe \"Landser\", welche im Jahre 2003 als kriminelle Vereinigung verboten wurde und sich anschließend aufgelöst hatte.","title":"Landser (Band)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/landser-band/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Landser-Band"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 053.jpg) #EINE DEUTSCHE LEGENDE “Landser” war die umgangssprachliche Bezeichnung für einfach Soldaten der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die Bezugnahme auf den Landser dient Neonazis zur Huldigung der Wehrmachtssoldaten und des nationalsozialistischen Regimes. Damit verbunden ist, die Verbrechen zu leugnen oder zu glorifizieren, die von der Wehrmacht begangen wurden. Die Darstellung von Wehrmachtssoldaten gehört zu den, von Neonazis, am häufigsten verwendeten Symbolen - sei es auf CI Covern, Kalendern, T-Shirts oder in Form von Tätowierungen. Landser ist auch der Name einer bekannten Rechtsrock- Band der Berliner Neonazi-Szene.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/landser-motiv/","section":"Dossier","summary":"EINE DEUTSCHE LEGENDE \"Landser\" war die umgangssprachliche Bezeichnung für einfach Soldaten der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.","title":"Landser-Motiv"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/landser-motiv/","section":"Symbole","summary":"","title":"Landser-Motiv"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/lebensrune/","section":"Symbole","summary":"","title":"Lebensrune"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 036.jpg) #MODEMARKE LONSDALE Die Marke LONSDALE gibt es seit den 1960er Jahren, benannt nach einem britischen Boxsportsponsor. Sie zählt zu den beliebtesten Marken der Neonazi-Szene. Ihre Beliebtheit begründete sich vor allem durch die Buchstabenfolge NSDA, die bei geöffneter Jacke oft der sichtbare Schriftbestandteil ist - und damit an die NSDAP erinnert. Lonsdale stellte ab 1999 von ihrer neonazistischen Kundschaft aus die Belieferung von Neonazi-Versänden ein. Mit der Kampagne “LONSDALE loves all Colours” wollte die Marke potenzielle Käufer aus der Szene abschrecken. Die Beliebtheit der Marke ging in der Szene deutlich zurück. Das Schriftdesign der Marke mit den betonten Buchstaben diente als Stilvorlage für neonazistische Nachahmermarken wie NSDAPLE oder MASTERRACE EUROPE.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 069.jpg) #Die englische Sportbekleidungsmarke Lonsdale wurde ursprünglich für den Boxsport entworfen und etablierte sich in den 1990er Jahren als eine der beliebtesten Marken innerhalb der Neonaziszene. Der Grund für ihre Beliebtheit lag weniger im Stil oder der politischen Ausrichtung der Kleidung als vielmehr in einem doppelbödigen Symbolgebrauch: Trug man eine Lonsdale-Jacke offen, waren oft nur die mittleren Buchstaben “NSDA” sichtbar - eine Anspielung auf die NSDAP. So konnten Neonazis in der Öffentlichkeit eine codierte Form der Selbstidentifikation nutzen, ohne direkt strafbare Symbole zu tragen. Die Marke wurde dadurch Teil einer subkulturellen Tarnstrategie, mit der sich Neonazis nach außen inszenierten, ohne offen erkennbar zu sein. Nachdem die Marke sich Anfang der 2000er Jahre klar gegen Rassismus positionierte - etwa durch Antirassismus-Kampagnen und den Ausschluss rechter Händler -, verlor sie in Teilen der Szene an Bedeutung. Doch dieser Imagewechsel hatte eine paradoxe Folge: Die rechte Szene begann, eigene Kleidungsmarken zu gründen, die sich optisch und stilistisch an Lonsdale orientierten. Zwischenzeitlich erlebt Lonsdale eine stille Wiederkehr in rechten Kreisen, besonders unter Jüngeren. Die Marke wird erneut als ästhetische Referenz genutzt - sowohl aus nostalgischen Gründen als auch wegen ihrer Rolle als visuelles Signal im Graubereich der Legalität.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/lonsdale/","section":"Dossier","summary":"Die englische Sportbekleidungsmarke Lonsdale wurde ursprünglich für den Boxsport entworfen und etablierte sich in den 1990er Jahren als eine der beliebtesten Marken innerhalb der Neonaziszene.","title":"Lonsdale"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 132.jpg) #LUNIKOFF VERSCHWÖRUNG “Lunikoff Verschwörung” ist eine Rechtsrock-Band aus dem Raum Berlin. Sie wurde von Ex-Landser-Sänger Michael Regener (Pseudonym “Lunikoff”) im Jahre 2003 gegründet, nachdem die Band Landser als kriminelle Vereinigung verboten wurde und sich anschließend aufgelöst hatte. Die Band Landser agierte zuvor, bis zur Enttarnung ihrer Mitglieder, als Untergrundband. Sie koppelten textliche Vernichtungsphantasien mit Stimmungsmusik - ein Stilmittel, welches auch “Die Lunikoff Verschwörung” bis heute nutzt. Die Gruppierung veröffentlichte seit ihrem Bestehen mehrere Alben und genießt innerhalb der Neonazi-Szene einen gewissen Kultstatus. Das L im Bandnamen ist eine Abwandlung des Bandlogos der Band Landser. Dieses war einem Divisions-Abzeichen der Waffen-SS nachempfunden. Ein ebenfalls weit verbreitetes Zeichen von “Lunikoff” ist die Zeichnung eines ausgestreckten Mittelfingers in Verbindung mit diesem L. Ebenfalls als Erkennungszeichen verbreitet ist die Zeichnung einer grinsenden Totenkugel, auf der sich abermals das “Lunikoff-L” befindet.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 146.jpg) #Lunikoff-L Das spezielle “L”, das von der Neonazi-Band “Landser” und ihrem Frontmann Michael Regener alias “Lunikoff” verwendet wird, ist ein stilisiertes, kantiges Zeichen, das sich deutlich vom üblichen lateinischen Buchstaben unterscheidet. Es diente als visuelles Erkennungszeichen der Band und ihrer Anhänger - auch nachdem Landser 2003 als kriminelle Vereinigung verboten wurde. Michael Regener nutzt das Symbol seitdem weiter in seinem Folgeprojekt als Solo-Interpret “Lunikoff”, wodurch die Nähe zur verbotenen Band bewusst fortgesetzt wird. Dass das Zeichen weiterhin legal genutzt wird, obwohl es klar mit der verbotenen Gruppierung verknüpft ist, sorgt immer wieder für Kritik, zumal es von den Sicherheitsbehörden bislang kaum beachtet wird. Die Hervorhebung des “L” steht dabei für mehr als nur den Anfangsbuchstaben von “Landser” oder “Lunikoff”. Es fungiert als symbolisches Codezeichen, das innerhalb der Szene Zugehörigkeit signalisiert und nach außen hin oft unauffällig bleibt - ein typisches Beispiel für rechte Tarnsymbolik. Durch die Weiterverwendung wird das “L” zu einem Mittel, um das Gedenken an die Band und ihre Ideologie wachzuhalten - subtil, aber deutlich lesbar für Eingeweihte.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/lunikoff-verschwoerung/","section":"Dossier","summary":"Lunikoff-L Das spezielle \"L\", das von der Neonazi-Band \"Landser\" und ihrem Frontmann Michael Regener alias \"Lunikoff\" verwendet wird, ist ein stilisiertes, kantiges Zeichen, das sich deutlich vom üblichen lateinischen Buchstaben unterscheidet.","title":"Lunikoff Verschwörung"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 115.jpg) #Misanthropic Division (deutsch: Menschenhassende Einheit, Motto: “Töten für Wotan”) ist ein zwischen 2013 und 2014 in der Ukraine entstandenes Neonazi-Netzwerk. Kontakte bestehen sowohl zum extrem rechten Asow-Regiment als auch insbesondere zum “Russischen Freiwilligenkorps” (RVC) - einer im August 2022 gebildeten Einheit russischer Freiwilliger im Ukrainekrieg, die von einem langjährigen Neonazi geleitet wird. Die Misanthropic Division arbeitet mit der in Russland gegründeten neonazistischen Organisation “Wotan-Jugend” zusammen. Diese ist auch in der Ukraine und Tschechien aktiv und unterstützte im Ukraine-Konflikt die anti-russische Seite. Die Misanthropic Division verherrlicht den historischen Nationalsozialismus und die Waffen-SS, zudem verbreitet sie terroristische Propaganda. Das Netzwerk umfasst Europa, USA, Kanada, Südamerika und Australien. Auch in der Bundesrepublik beziehen sich Neonazis auf das Netzwerk - einzelne davon kämpfen in der Ukraine in so genannten Freiwilligen-Verbänden. Waffenkult ist ein ideologischer Bestandteil der Organisation. Die in autonomen Zellen strukturierte Organisation vertritt dabei eine Ideologie der White Supremacy (weiße Vorherrschaft). Einen wichtigen Teil in der Arbeit der Gruppe nimmt die Verbreitung von anti-russischer Propaganda ein.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/misanthropic-division/","section":"Dossier","summary":"Misanthropic Division (deutsch: Menschenhassende Einheit, Motto: \"Töten für Wotan\") ist ein zwischen 2013 und 2014 in der Ukraine entstandenes Neonazi-Netzwerk.","title":"Misanthropic Division"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/misanthropic-division/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Misanthropic-Division"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 107.jpg) #VERDECKTE MORDAUFRUFE Offener Antisemitismus, Rassismus, kaum verdeckte Mordaufrufe, eine Bezugnahme auf den Nationalsozialismus sowie persönliche Beleidigungen sind ein wesentlicher Bestandteil von Rechtsrock, welches als Vehikel für rechtsradikales und neonazistisches Gedankengut benutzt wird. Auch Rechtsrockbands wie “Die Lunikoff Verschwörung” verherrlichen in ihren Liedern Gewalt und verbreiten immer wieder Mordaufrufe gegenüber politischen und weltanschaulichen „Gegnern“. So auch in dem Song “M.O.R.D.”, der mit diesem Shirt beworben wird. In diesem Machwerk heißt es unter anderem: “Diese Ökoaffen, scheinen’s nicht zu raffen, mit Geldkarten will ZOG unser Bargeld abschaffen. […] Ohne diese Leute wär das hier ein schöner Ort. Gäb’s dafür keine Strafen, ich würd killen im Akkord.” Der Sänger der “Lunikoff Verschwörung” Michael Regener, der vor allem unter dem Pseudonym Lunikoff in Erscheinung tritt, ist der ehemalige Sänger der neonazistischen Musikgruppe Landser. Diese Band wurde vom Bundesgerichtshof aufgrund der Art des CD-Vertriebes in Kombination mit volksverhetzenden Inhalten als kriminelle Vereinigung eingestuft.","date":"17 September 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/mordaufrufe/","section":"Dossier","summary":"VERDECKTE MORDAUFRUFE Offener Antisemitismus, Rassismus, kaum verdeckte Mordaufrufe, eine Bezugnahme auf den Nationalsozialismus sowie persönliche Beleidigungen sind ein wesentlicher Bestandteil von Rechtsrock, welches als Vehikel für rechtsradikales und neonazistisches Gedankengut benutzt wird.","title":"Mordaufrufe"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/mordaufrufe/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Mordaufrufe"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/ns-propaganda/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Ns-Propaganda"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 195.jpg) #NS-PROPAGANDA Neonazis verwenden häufig Inhalte und Versatzstücke nationalsozialistischer Propaganda. Mitunter übernehmen sie diese auch nahezu vollständig. So wie hier bei einem Shirt-Aufdruck. Bei der abgebildeten Zeichnung handelt es sich um eine fast originalgetreue Kopie von einem NS-Propagandaplakat der nationalsozialistischen “Sturmabteilung” (SA). Auch der abgedruckte Text bezieht sich auf die paramilitärische SA- Organisation im NS-Regime. Der Ausspruch “Der Furcht so fern, dem Tod so nah, Heil Dir SA” stammt aus einer Rede des Berliner NSDAP-Chefs und späteren NS-Propagandaministers Joseph Goebbels, in der er den SA-Mann Horst Wessel zum Märtyrer und “Blutzeugen der Bewegung” verklärte. Es findet sich hier also eine Werbung für eine verbotene nationalsozialistische Organisation.","date":"17 September 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/ns-propaganda/","section":"Dossier","summary":"NS-PROPAGANDA Neonazis verwenden häufig Inhalte und Versatzstücke nationalsozialistischer Propaganda. 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Strafrechtlich hat sich Ralf Wohlleben der Beihilfe zu den neun Morden des NSU an Migranten schuldig gemacht, indem er dem dem NSU im April oder Mai 2000 eine Ceska-Pistole mit Schalldämpfer besorgte. Wohlleben gehörte auch zur Braunen Aktionsfront (B.A.F.), die sich als Teil des Nationalen und Sozialen Aktionsbündnisses Mitteldeutschland verstand. Gegen die Mitglieder der Gruppe wurde wegen des Verdachts der Gründung einer bewaffneten Gruppe (3127 StGB) ermittelt.","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/nsu/","section":"Dossier","summary":"NATIONALSOZIALISTISCHER UNTERGRUND Der positive Bezug auf und die Solidarisierung mit der rechtsterroristischen Gruppierung \"Nationalsozialistischer Untergrund\" (NSU) und deren Unterstützer*innen ist eine verbreitete Praxis innerhalb der Neonazi-Szene.","title":"NSU"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/oi/","section":"Symbole","summary":"","title":"Oi"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 032.jpg) #Oi entstand Ende der 1970er Jahre als Musik und eigenständige Subkultur in Großbritannien, die Spaßkultur und ihre Zugehörigkeit zur Arbeiter*innenklasse (Working Class) und der Skinheadszene in den Vordergrund stellt. Viele Szeneangehörige legen großen Wert auf ihre vorgeblich antipolitische Einstellung. Ab den 1980er Jahren wendeten sich einzelne Oi-Bands der extremen Rechten oder offen neonazistischen Szene zu, so zum Beispiel die Musikgruppen Skrewdriver und Endstufe. Mitte der 1990er Jahre rückten viele neonazistische Skinheads vom Oi ab, um ab Mitte der 2000er Jahre wieder verstärkt darauf zurückzugreifen. Oi ist als Szene-Zugehörigkeit weiterhin umkämpft. Linke Skinheads und Punks wenden sich unter dem Label eines “Antifascist Oi” gegen Vereinnahmungsversuche “ihrer” Subkultur durch die extreme Rechte.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/oi/","section":"Dossier","summary":"Oi entstand Ende der 1970er Jahre als Musik und eigenständige Subkultur in Großbritannien, die Spaßkultur und ihre Zugehörigkeit zur Arbeiter*innenklasse (Working Class) und der Skinheadszene in den Vordergrund stellt.","title":"Oi!"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 046.jpg) #EIN DIVISIONSSCHILD DER WAFFEN-SS Bei der Verwendung von Symbolen, versteckten Zeichen und Codes durch Neonazis werden auch immer wieder verschiedene Zeichen miteinander kombiniert. Neonazis erkennen die dahinterliegende Symbolik leicht und schaffen so das Gefühl weltanschaulicher Zusammengehörigkeit. Durch die Darstellung nationalsozialistischer Symbolik in leicht abweichender oder abgeänderter Form versuchten Neonazis vor allem bestehende Verbote zu unterlaufen. Im vorliegenden Fall der “Division Eisenach” wurde ein Wappenschild der Waffen-SS-Divisionen mit ausgestanzter Ecke (Stechschild) mit der Symbolik der nationalsozialistischen Reichskriegsflagge (1938 bis 1945) kombiniert. Der Zusatz “Division Eisenach” bezieht sich erneut auf die Divisionen der Waffen-SS, in deren Tradition sich Neonazis wähnen.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/reichskriegsflagge/","section":"Dossier","summary":"EIN DIVISIONSSCHILD DER WAFFEN-SS Bei der Verwendung von Symbolen, versteckten Zeichen und Codes durch Neonazis werden auch immer wieder verschiedene Zeichen miteinander kombiniert.","title":"Reichskriegsflagge"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/reichskriegsflagge/","section":"Symbole","summary":"","title":"Reichskriegsflagge"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 049.jpg) #Einzelne Sigrune Die Siegrune oder Sigrune ist ein Zeichen der völkischen Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sigrune, wie hier im Schriftzug der Kleidungsmarke Thor Steinar, ist dabei das Symbol, das nach dem Hakenkreuz am deutlichsten mit der NS-Diktatur assoziiert wird. Die aus zwei S-Runen kombinierte Doppel-Sigrune war das Zeichen der “Schutzstaffel” (SS) der NSDAP. Nach §86a StGB ist die Verwendung dieses Zeichens strafbar. Mit geringfügigen Änderungen der grafischen Ausformung versuchen Gestalter einschlägiger rechtsextremer Medien, Bekleidung und Aufnäher das Verbot zu unterlaufen. Ohne erkennbaren neonazistischen Bezug bewegt sich diese Darstellung in einem juristischen Graubereich.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 159.jpg) #Einzelne Sigrune Die Sigrune oder Siegrune ist ein Zeichen der völkischen Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sigrune, wie hier als Tattoo im Armbereich, ist dabei das Symbol, das nach dem Hakenkreuz am deutlichsten mit der NS-Diktatur assoziiert wird. Die aus zwei S-Runen kombinierte Doppel-Sigrune war das Zeichen der “Schutzstaffel” (SS) der NSDAP wie auch das Emblem des Deutschen Jungvolks in der Hitler-Jugend. Das Symbol wurde auch nach dem Ende der NS-Diktatur von Neonazi-Gruppierungen aufgegriffen. In abgewandelter Form mit waagerechten Spitzen benutzte die neonazistische “Aktionsfront nationaler Sozialisten / Nationaler Aktivisten” (ANS/NA) das Symbol. Aufgrund des 1983 ergangenen Verbots der Gruppe ist auch die Verwendung dieser Form der S-Rune strafbar.\nTafeltext 07.10.2023 (2023-10-07, 052.jpg) #Einzelne Sigrune Die Sigrune oder Siegrune ist ein Zeichen der völkischen Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sigrune, wie hier als Tattoo im Armbereich, ist dabei das Symbol, das nach dem Hakenkreuz am deutlichsten mit der NS-Diktatur assoziiert wird. Die aus zwei S-Runen kombinierte Doppel-Sigrune war das Zeichen der “Schutzstaffel” (SS) der NSDAP wie auch das Emblem des Deutschen Jungvolks in der Hitler-Jugend. Das Symbol wurde auch nach dem Ende der NS-Diktatur von Neonazi-Gruppierungen aufgegriffen. In abgewandelter Form mit waagerechten Spitzen benutzte die neonazistische “Aktionsfront nationaler Sozialisten / Nationaler Aktivisten” (ANS/NA) das Symbol. Aufgrund des 1983 ergangenen Verbots der Gruppe ist auch die Verwendung dieser Form der S-Rune strafbar.\nTafeltext 08.08.2025 (2025-08-08, 014.jpg) #Sigrune Die Siegrune oder Sigrune ist ein Zeichen der völkischen Bewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ihr Name und ihre Symbolik gehen nicht auf eine historische Runenschrift zurück, sondern auf eine im frühen 20. Jahrhundert innerhalb esoterisch-völkischer Kreise entwickelte künstliche Runenreihe, die als “urgermanisch” ausgegeben wurde. Innerhalb dieser erfundenen Symbolwelt stand die Sigrune für “Sieg” und sollte ideologisch an ein vermeintlich mythisches Erbe anknüpfen. Auch das “Deutsche Jungvolk” (DJ), die Organisation für Jungen von 10 bis 14 Jahren innerhalb der Hitlerjugend, nutzte die Sigrune als Abzeichen und ideologisches Erkennungszeichen. Im Nationalsozialismus wurde die Sigrune zum zentralen Emblem der Waffen-SS und anderer SS-Organisationen. Diese Doppel-Sigrune entwickelte sich zu einem der prägnantesten und gefürchtetsten Symbole des NS-Staates. In Deutschland ist die Verwendung solcher NS-Kennzeichen, darunter auch die Doppel-Sigrune, heute nach §86a StGB strafbar, sofern sie nicht in klar erkennbaren Kontexten wie Wissenschaft, Kunst oder Berichterstattung verwendet wird. Dennoch wird sie in der Neonaziszene - teils offen, teils in abgewandelter Form - weiterhin als Erkennungszeichen genutzt.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/sigrune/","section":"Dossier","summary":"Sigrune Die Siegrune oder Sigrune ist ein Zeichen der völkischen Bewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.","title":"Sig-Rune"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 068.jpg) #Gekreuzte Stabgranaten Die gekreuzten Stabgranaten waren das Wappen der berüchtigten SS-Sondereinheit Dirlewanger im nationalsozialistischen Deutschland. Die SS-Sondereinheit war im großen Ausmaß an Kriegsverbrechen, unter anderem Massakern an der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten, beteiligt. Die gekreuzten Stabgranaten sind auch das Erkennungszeichen der Neonazigruppierung “Arische Bruderschaft” (AB). Diese, erstmals um die Jahrtausendwende auftretende Gruppierung, agiert ähnlich wie das in der Bundesrepublik verbotene Netzwerk von “Blood \u0026 Honour”, insbesondere im Bereich der Organisierung von Rechtsrock-Konzerten. Die “Arische Bruderschaft”, die nicht mit der US-amerikanischen “Aryan Brotherhood” zu verwechseln ist, stützt sich dabei auf eine von Rassismus, Antisemitismus und der Verherrlichung des historischen Nationalsozialismus geprägte Weltanschauung. Eine Untergruppe der “Arischen Bruderschaft”, die so genannte “Brigade 12”, verwendet die gekreuzten Stabgranaten in ihrem Logo.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/stabgranaten/","section":"Dossier","summary":"Gekreuzte Stabgranaten Die gekreuzten Stabgranaten waren das Wappen der berüchtigten SS-Sondereinheit Dirlewanger im nationalsozialistischen Deutschland.","title":"Stabgranaten"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/stabgranaten/","section":"Symbole","summary":"","title":"Stabgranaten"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 102.jpg) #Die Modemarke Thor Steinar war jahrelang eine der beliebtesten Kleidungsmarken der extremen Rechten. Auch wenn Thor Steinar noch in den Anfangsjahren ab 1999 als reine Szenemarke galt, erreicht die Kleidungsmarke zunehmend Kund*innen außerhalb des extrem rechten Spektrums. Die Motive auf den Kleidungsstücken verbinden germanische Runen, völkische Symbolik, Gewaltästhetik und Anspielungen auf die NS-Zeit. Zweideutige T-Shirt-Aufdrucke wie “Wüstenfuchs”, “Ski Heil” oder “Kontaktfreudig” mit Blutspritzern im Schriftzug tragen zur Beliebtheit im extrem rechten Milieu bei. Das Runenlogo von Thor Steinar war zeitweilig in mehreren Bundesländern verboten, nachdem ein Gericht 2004 darin das verbotene NS-Symbol der Wolfsangel erkannte. Säckeweise wurde damals Thor-Steinar-Kleidung von der Polizei sichergestellt. Nach langen juristischen Auseinandersetzungen wurde das Verbot des Logos später wieder aufgehoben. 2009 stieg ein arabischer Investor als Geschäftsführer ein, was zu einzelnen Boykottaufrufen in der rechten Szene führte. Der Beliebtheit der Thor-Steinar-Klamotten konnte das allerdings nicht schaden.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/thor-steinar/","section":"Dossier","summary":"Die Modemarke Thor Steinar war jahrelang eine der beliebtesten Kleidungsmarken der extremen Rechten.","title":"Thor Steinar"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/thor-steinar/","section":"Symbole","summary":"","title":"Thor-Steinar"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/thorshammer/","section":"Symbole","summary":"","title":"Thorshammer"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 205.jpg) #Das Abkleben von Tätowierungen, um strafrechtlich relevante Inhalte zu verbergen, ist eine gängige Praxis von Neonazis bei öffentlichen Veranstaltungen. In der Regel werden dazu blickdichte Klebestreifen oder Pflaster verwendet. Das Abkleben mit blickdurchlässigem Kreppband, wie es beim nun stattgefundenen Konzert in Eisenach die Praxis war, lässt strafrechtlich relevante Inhalte bestenfalls nur kurzfristig verschwinden. Ein Vorgehen jedoch, welches von den eingesetzten Polizeikräften akzeptiert wurde. Die Haltbarkeit von Kreppband auf Haut dürfte zumindest einige wenige Minuten betragen haben. Im Inneren des so genannten “Flieder Volkshauses” dürfte, angesichts der Vielzahl verbotener Zeichen, die strafrechtlich relevante Symbolik der Odal-Rune nicht negativ aufgefallen sein - zumal eine deckungsgleiche Rune am Bein nicht erkannt wurde.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 248.jpg) #Verdecken \u0026 Abkleben Neonazis kleben auf Demonstrationen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen häufig bestimmte Symbole oder Schriftzüge ab. Dabei handelt es sich teils um Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - etwa Hakenkreuze, SS-Runen oder Parolen wie “Blut und Ehre” -, deren öffentliche Darstellung in Deutschland strafbar ist. Das Abkleben soll eine Anzeige nach §86a StGB vermeiden. Obwohl das Wissen um die Strafbarkeit weit verbreitet ist, kommt es immer wieder zu Verstößen, bei denen einzelne Teilnehmende solche Symbole offen zeigen. Darüber hinaus untersagen Versammlungsbehörden im Rahmen ihrer Auflagen regelmäßig auch die öffentliche Zurschaustellung bestimmter nicht verbotener Codes und Abzeichen, etwa von Kameradschaften oder Szenemarken mit klarer rechtsextremer Ausrichtung. Viele Teilnehmende empfinden das Abkleben dieser Zeichen als notwendiges Übel, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können, ohne Platzverweise oder Sanktionen zu riskieren. Die politischen Haltungen verschwinden dadurch jedoch nicht - sie werden lediglich notdürftig verdeckt.","date":"17 September 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/verdeckte-tattoos/","section":"Dossier","summary":"Verdecken \u0026 Abkleben Neonazis kleben auf Demonstrationen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen häufig bestimmte Symbole oder Schriftzüge ab.","title":"Verdeckte Tattoos"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 114.jpg) #Die Verherrlichung und positive Bezugnahme zum Holocaust sowie die böswillige Verächtlichmachung der Opfer ist in Deutschland strafbar (§ 130 StGB). Neonazis versuchen häufig auf Umwegen, ihre diesbezüglichen Meinungen zu äußern und dieses Verbot zu unterlaufen. Trotz Strafandrohung kommt die Leugnung oder die Verächtlichmachung der nationalsozialistischen Massenverbrechen dennoch häufig als Anspielungen in der Symbolwelt von Neonazis vor. Im vorliegenden Fall findet sich über dem tätowierten, rassistischen Glaubensbekenntnis der 14 Words („We must secure the existence of our people and a future for white children.“) eine Abbildung von KZ-Häftlingen. Davor ist eine Abbildung des Eingangstores des Konzentrationslagers Buchenwald in der Nähe von Weimar. Der dort abgebildete Spruch „Jedem das Seine“ (in der Bedeutung von „Jedem, was er verdient“) war von innen lesbar über dem Haupttor eingebracht und demütigte somit die Lagerinsassen.","date":"17 September 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/volksverhetzung/","section":"Dossier","summary":"Die Verherrlichung und positive Bezugnahme zum Holocaust sowie die böswillige Verächtlichmachung der Opfer ist in Deutschland strafbar (§ 130 StGB).","title":"Volksverhetzung"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/volksverhetzung/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Volksverhetzung"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 079.jpg) #Barum ich NS-VERWEISE Die oft auf Bekleidung von Neonazis abgedruckte Fragestellung “Warum ich braun bin?”, verweist als Szenecode auf die nationalsozialistische Sturmabteilung (SA). Die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP während der Weimarer Republik spielte als Ordnertruppe eine entscheidende Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten und bekämpfte politische Gegner*innen mit Gewalt. Aufgrund ihrer Uniformierung mit braunen Hemden wurde die Truppe auch „Braunhemden“ genannt. Während die offiziellen Symbole der Sturmabteilung (SA) als Kennzeichen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation in der Bundesrepublik verboten sind, nutzen Neonazis den Verweis auf die Farbgebung Braun als Veranschaulichung einer Weltanschauung, die sich am historischen Nationalsozialismus orientiert.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/braun/","section":"Dossier","summary":"Barum ich NS-VERWEISE Die oft auf Bekleidung von Neonazis abgedruckte Fragestellung \"Warum ich braun bin?\", verweist als Szenecode auf die nationalsozialistische Sturmabteilung (SA).","title":"Warum ich braun bin?"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 043.jpg) #Weimar ist eine deutschsprachige Rock-/Rap-/Metal-Band aus Deutschland. Aufgrund der Nähe der Mitglieder zur thüringischen Neonaziszene steht die Band in der Kritik und gilt als umstritten. Im Februar 2023 berichtete ein Nachrichtenmagazin, dass sich Mitglieder der Musikgruppe zuvor in der thüringischen Neonaziszene bewegt haben sollen. Auch soll dabei in der Vergangenheit eine Nähe zum neonazistischen und in der Bundesrepublik verbotenen Netzwerk von “Blood \u0026 Honour” bestanden haben. Die Band verbreitet in Texten ferner eine Weltanschauung, die bei entsprechender Interpretation antisemitisch zu lesen sei. Die Musikgruppe räumte in einem Statement eine partielle Verbindung in die neonazistische Szene ein, die in der Vergangenheit bestanden habe. Mittlerweile haben sich die Bandmitglieder davon aber gelöst und distanzieren sich ausdrücklich von “Gewalt, Extremismus jedweder Form, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus [und] Homophobie”. In der extremen Rechten erfreut sich die Band weiterhin einer gewissen Beliebtheit. Quelle: Wie Weimar - Wie Universal demokratiefeindliche Rocker groß machte. In: Spiegel Online, 9. Februar 2023","date":"17 September 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/weimar-band/","section":"Dossier","summary":"Weimar ist eine deutschsprachige Rock-/Rap-/Metal-Band aus Deutschland. Aufgrund der Nähe der Mitglieder zur thüringischen Neonaziszene steht die Band in der Kritik und gilt als umstritten.","title":"Weimar (Band)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/weimar-band/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Weimar-Band"},{"city":"","content":" Tafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 175.jpg) #Die durchaus rassistisch gemeinte Bezeichnung “Weisser Outlaw” bezieht sich in diesem Fall auf das gleichnamige Album des Neonazis Michael Regener, welches dieser unter dem Namen “Old Lu \u0026 die Mississippi Lynchkapelle” veröffentlichte. Die Namensgebungen sowie die verwendete Symbolik beziehen sich offen auf den rassistischen Ku Klux Klan und dessen Mordpolitik. So findet sich auf dem Cover der Veröffentlichung mit dem so genannten Feuerkreuz das Erkennungszeichen des Klans. Auch die Bezeichnung “Lynchkapelle” sowie der abgebildete Galgenstrick verweisen in diesem Zusammenhang auf die rassistische Intention und Weltanschauung, welche der Veröffentlichung zu Grunde liegt.","date":"17 September 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/weisser-outlaw/","section":"Dossier","summary":"Die durchaus rassistisch gemeinte Bezeichnung \"Weisser Outlaw\" bezieht sich in diesem Fall auf das gleichnamige Album des Neonazis Michael Regener, welches dieser unter dem Namen \"Old Lu \u0026 die Mississippi Lynchkapelle\" veröffentlichte.","title":"Weißer Outlaw"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/weisser-outlaw/","section":"Symbole","summary":"","title":"Weisser-Outlaw"},{"city":"","content":"“White Lives Matter” ist eine rassistische Parole der extremen Rechten. Sie ist als Gegenbewegung zum Anti-Rassismus-Slogan “Black Lives Matter” gemeint, die im Zuge von George Floyds Tod auf Polizeigewalt gegen Schwarze Menschen aufmerksam machen soll. Der rassistische Bezug des Slogans wird auch an der in den Abbildungen verwendeten Bildsprache deutlich. So findet sich hier eine Abbildung einer militärischen Einheit der Buren: der europäisch-stämmigen Bewohner*innen Südafrikas Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese waren für die Durchsetzung der sogenannten “Apartheid” in Südafrika verantwortlich. So nannte man das politische System der Rassentrennung in Südafrika in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Menschen des Landes wurden dabei in verschiedene Gruppen oder “Rassen”, je nach ihrer Hautfarbe, eingeteilt und entrechtet.","date":"17 September 2023","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/white-lives-matter/","section":"Dossier","summary":"\"White Lives Matter\" ist eine rassistische Parole der extremen Rechten.","title":"White Lives Matter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/white-lives-matter/","section":"Ideologien","summary":"","title":"White-Lives-Matter"},{"city":"Hilchenbach","content":"Die Kleinstpartei »Der III. Weg« lud auch dieses Jahr wieder zum sogenannten »Tag der Heimattreue« in die Heimatstadt des Parteikaders Julian Bender ein. Vor dem Fest veranstaltete der III. Weg in der Dammstraße 5 einen Bundesparteitag. Die Teilnehmenden waren teilweise von sehr weit her angereist. Eine Demonstration fand dieses Jahr im Gegensatz zu den letzten Jahren nicht statt. Der Aufbau der Leinwand gestaltete sich schwierig, es traten technische Probleme auf. Es gab ein wiederkehrendes Motiv, welches auf verschiedenen Sachen im Zusammenhang mit der Technik auftrat: auf diesem T-Shirt, einem Technikkisten oder dem Bildschirmhintergrund auf der Bühne. Dabei handelt es sich um das Kürzel eines Techno-Events »T.I.M.E.« welches im gleichen Gebäude in Hachenburg beheimatet ist wie die AfD Westerwald. »Der Rotfront entgegentreten« bildet innerhalb der Partei einen konstistenten Standpunkt, wenn auch unterkomplex analysiert. In der Haltung zum Ukraine-Krieg findet sich die Partei anders als viele andere rechte Organisationen als Unterstützerin der Ukraine ein und schließt Personen aus, die diesem Standpunkt widersprechen. Beim angebotenen Essen gab es auch vegane Optionen. Von der parteiinternen Gruppe »Körper \u0026 Geist« wurde außerdem Rohkost-Ernährung propagiert. Wenn Julian Bender unzufrieden ist, nehmen die Aktionen oft aggressive Züge an. Hier war das Problem, dass der Sänger der Rechtsrock-Band Flak nicht an das Grundstück der Veranstaltung heranfahren konnte. Mit dem Finger im Mund: Karl-Heinz Statzberger, der 2005 wegen Plänen eines Sprengstoffanschlags auf die Grundsteinlegung einer Synagoge zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde. Auch danach ist der Rechtsterrorist durch Gewalt aufgefallen. Die Leinwand wurde ungenutzt wieder abgebaut. Julian Bender moderierte die Veranstaltung und hielt auch eine Rede. Thorsten Kokula hielt ebenfalls eine Rede. Unter anderem versuchte er über die Vorteile einer Diktatur aufzuklären. Der Sänger und Gitarrist der Band Flak Philipp »Phil« Neumann hatte mehrmals kurze Auftritte. Zum Programm gehörte auch eine Kampfsportvorführung. Zu den Äußerungen Benders gehörte auch ein Satz, der sich als Morddrohung gegen den Bürgermeister Hilchenbachs verstehen ließ. Die Stadt Hilchenbach versucht Bender und die Partei aus der Immobilie in der Dammstraße 5 zu bekommen. Matthias Fischer hielt als Bundesvorsitzender der Partei ebenfalls eine Rede. Im Anschluss an die Kampfsportvorführung konnte noch unter Aufsicht trainiert werden.","date":"2 September 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-09-02-hilchenbach/","section":"Fotos","summary":"Die Kleinstpartei »Der III.","title":"Tag der Heimattreue in Hilchenbach"},{"city":"","content":" Tafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 069.jpg) #Askari ist eine, vor allem unter rechten Hooligans beliebte Kleidungsmarke. Ähnlich wie die extrem rechten Kleidungsmarken Label 23, Resistend oder Pro Violence ist die Aufmachung der Kleidung darauf ausgelegt, als Alternative zu den herkömmlichen Sportmarken wahrgenommen zu werden. Auf Kleidungsstücken finden sich zahlreiche gewaltverherrlichende Motive. Die schwedische Marke Askari inszeniert sich dabei selbst als unpolitisch und dem Hooliganmilieu nahestehend. Sie wird vor allem im Rahmen des schwedischen Kampfsportformats “King of the Streets” beworben. Deren professionell inszenierte Garagenkämpfe haben sich innerhalb der europäischen Hooliganszene zu einer wichtigen Veranstaltungsreihe entwickelt. Sie dienen auch als Vorbild für die neonazistische Kampfsportszene wie dem “Kampf der Nibelungen”.","date":"26 August 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/askari/","section":"Dossier","summary":"Askari ist eine, vor allem unter rechten Hooligans beliebte Kleidungsmarke.","title":"Askari"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/askari/","section":"Symbole","summary":"","title":"Askari"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/personen/bjoern-pessel/","section":"Personen","summary":"","title":"Bjoern-Pessel"},{"city":"","content":" Tafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 016.jpg) #DER “LIEDERMACHER” Seit knapp zehn Jahren tritt der Neonazi Björn Pessel aus Sachsen-Anhalt als so genannter “Liedermacher” in Erscheinung. Bis März 2020 nutzte Pessel für Auftritte den Namen “Der Hetzer”. Ein weiteres Musikprojekt von Pessel ist das Liedermacher-Duo “Unbelehrbar”. Zuletzt wirkte Björn Pessel bei dem Projekt “Troie Stiefelz” von Balaclava Graphics mit. Um polizeilichen Ermittlungen zu entgehen, veränderte der Antisemit und bekennende Nationalsozialist sein Pseudonym im Jahr 2020 in “Visionär”. Ein im gleichen Jahr von ihm veröffentlichter Tonträger wurde sogleich indiziert. Dies hinderte die AfD-Jugendorganisation “Junge Alternative” (JA) jedoch nicht daran, Björn Pessel beim JA-Sommerfest 2023 in Roxförde (Sachsen-Anhalt) auftreten zu lassen.","date":"26 August 2023","group":"dossier:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/personen/bjoern-pessel/","section":"Dossier","summary":"DER \"LIEDERMACHER\" Seit knapp zehn Jahren tritt der Neonazi Björn Pessel aus Sachsen-Anhalt als so genannter \"Liedermacher\" in Erscheinung.","title":"Björn Pessel"},{"city":"","content":" Tafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 014.jpg) #Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich bestimmter Symbole, Chiffren, Codes und Zeichen, um ihre Weltanschauung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Wie alle Symbole dienen sie in der Regel dem schnellen Wiedererkennen - stellen also einen gruppen- und länderübergreifenden Code dar - insbesondere um Strafverfolgung zu umgehen. In dem hier vorliegenden Fall spielt das, in römischen Zahlen gehaltene Datum eine besondere Rolle. So handelt es sich um den 14. Februar 1349. An diesem Datum wurden in gewaltsamen Ausschreitungen die gesamte jüdische Gemeinde, etwa 2000 Menschen in Straßburg bestialisch von den Bevölkerung Straßburgs ermordet. Vor dem Hintergrund der drohenden Pest die damals in Europa wütete, wurde den Juden die Schuld am Schwarzen Tod (Nigrum Mortem) durch Brunnenvergiftung vorgeworfen und offen ihre Verbrennung gefordert. Auch der Schriftzug “TOTA URBE TE QUAESIVI”, also “Ich habe Dich in der ganzen Stadt gesucht” bezieht sich auf diesem Pogrom. Der hier vorliegende Fall stellt also ein besonders perfides Beispiel antisemitischer Weltanschauung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit dar.","date":"26 August 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/chiffren/","section":"Dossier","summary":"Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich bestimmter Symbole, Chiffren, Codes und Zeichen, um ihre Weltanschauung in der Öffentlichkeit zu zeigen.","title":"Chiffren"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/chiffren/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Chiffren"},{"city":"","content":" Tafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 025.jpg) #ERSCHIESSUNGSKOMMANDO Unter dem Namen “Erschießungskommando” produziert und veröffentlicht eine Gruppe militanter Neonazis aus dem Spektrum von Blood \u0026 Honour / Combat 18 - vermutlich mit Schweizer und deutschem Hintergrund - Rechtsrock und ruft in Textzeilen offen zum Mord an politischen Gegner*innen auf. Die genauen Mitglieder blieben bislang unbekannt. Inzwischen veröffentlichten die Neonazis mehrere einschlägige Tonträger. Das Neonazi-Label “Front Records” um die “Küsten Textil UG” mit Sitz in Thüringen verkauft inzwischen Kleidung mit Bezug zu der mindestens proto-terroristischen Vereinigung.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 197.jpg) #Das Shirt bezieht sich auf die Gruppierung “Erschiessungskommando”. Unter dem Namen “Erschießungskommando” erstellt und veröffentlicht eine Gruppe von Neonazis, vermutlich mit Schweizer und deutschem Hintergrund, Rechtsrock. Die Gruppierung verbreitet in ihren Texten Hass, Hetze und ruft in ihren Songzeilen immer wieder zum Mord an politischen Gegner*innen auf. Die Gruppe bekennt sich zum in der Bundesrepublik verbotenen Netzwerk von Blood \u0026 Honour / Combat 18. In Textzeilen heißt es: “Wir sind Blood \u0026 Honour, führertreu und militant | Unsere arische Bewegung reicht schon heut’ in jedes Land | So stehen unsere Krieger von Stockholm bis nach Wien | Kampftruppe Adolf Hitler - Combat 18” Die aktiven Personen sind nicht namentlich bekannt, es wird jedoch von der Urheberschaft von Mitgliedern der Schweizer Rechtsrock-Band “Amok” und Mitgliedern von deutschen Rechtsrock-Bands wie unter anderem “SKD”/“TreueOrden” ausgegangen.","date":"26 August 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/erschiessungskommando/","section":"Dossier","summary":"Das Shirt bezieht sich auf die Gruppierung \"Erschiessungskommando\".","title":"Erschießungskommando"},{"city":"","content":" Tafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 004.jpg) #Bei dem so genannten “Flieder Volkshaus” handelt es sich um die Landesgeschäftsstelle der Partei “Die Heimat” (ehemals NPD) in Thüringen. Der NPD-Aktivist und Strohmann Jan Zimmermann hatte das Gebäude im Jahr 2014 für 120.000 € erworben. Neben der Partei “Die Heimat” wird das Gebäude als Treffpunkt verschiedener Neonazi-Organisationen genutzt. So fanden hier bereits Treffen der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationalisten” (JN), der Gruppierung “Nationale Jugend Eisenach” oder auch der militanten Kampfsportgruppe “Knockout 51” - die als kriminelle Vereinigung angeklagt wurde - statt. Das Gebäude dient darüber hinaus als Sitz des extrem rechten Versandhandels “Antiquariat Zeitgenoss” und der Stiftung und Vereinsorganisation “Europa Terra Nostra e.V.” Daneben fungiert das Gebäude als Veranstaltungszentrum für Netzwerktreffen und zahlreiche Rechtsrock-Konzerte.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 004.jpg) #Bei dem so genannten “Flieder Volkshaus” handelt es sich um die Landesgeschäftsstelle der Partei “Die Heimat” (ehemals NPD) in Thüringen. Der NPD-Aktivist und Strohmann Jan Zimmermann hatte das Gebäude im Jahr 2014 für 120.000 € erworben. Neben der Partei “Die Heimat” wird das Gebäude als Treffpunkt verschiedener Neonazi-Organisationen genutzt. So fanden hier bereits Treffen der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationalisten” (JN), der Gruppierung “Nationale Jugend Eisenach” oder auch der militanten Kampfsportgruppe “Knockout 51” - die als kriminelle Vereinigung angeklagt wurde - statt. Das Gebäude dient darüber hinaus als Sitz des extrem rechten Versandhandels “Antiquariat Zeitgenoss” und der Stiftung und Vereinsorganisation “Europa Terra Nostra e.V.” Daneben fungiert das Gebäude als Veranstaltungszentrum für Netzwerktreffen und zahlreiche Rechtsrock-Konzerte.","date":"26 August 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/fliedervolkshaus/","section":"Dossier","summary":"Bei dem so genannten \"Flieder Volkshaus\" handelt es sich um die Landesgeschäftsstelle der Partei \"Die Heimat\" (ehemals NPD) in Thüringen.","title":"Fliedervolkshaus"},{"city":"","content":" Tafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 036.jpg) #Die Schuhmarke “New Balance”, deren Symbol ein aufgenähtes N ist, erfreut sich unter Neonazis großer Beliebtheit. Das N wird im neonazistischen Spektrum als Abkürzung für Nationalist bzw. Nationalsozialist und als Ausdruck der eigenen Weltanschauung gedeutet. Auch die Sympathie, welche die Sportartikelfirma für den Republikaner Donald Trump im Jahr 2016 bekundete, trug zu einer Hinwendung extrem rechter Kundschaft bei. So spendete die New Balance Athletic Shoe, Inc. im Jahr 2016 einen sechstelligen Betrag an den damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump. Nachdem aufgebrachte Kund*innen in den USA daraufhin Schuhe der Marke verbrannten, distanzierte sich das Unternehmen vom neonazistischen Kundenkreis.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 029.jpg) #Die Schuhmarke New Balance ist in der Neonazi-Szene besonders beliebt - nicht wegen der Produkte selbst, sondern wegen der symbolischen Aufladung. Das auffällige “N” auf den Schuhen wird von Rechtsextremen gerne als Code für “National” oder “Nationale Bewegung” gelesen. Diese vermeintliche Botschaft macht die Marke anschlussfähig für Szenemitglieder, die subtil Zugehörigkeit signalisieren wollen, ohne sofort erkennbar zu sein. Marken wie New Balance passten dabei perfekt ins Konzept - sportlich, dezent, anschlussfähig. Der Schuh wurde so Teil eines neuen äußeren Erscheinungsbilds, das weniger abschrecken, aber dennoch intern als Erkennungszeichen funktionieren sollte. Die Firma selbst hat sich mehrfach von rechtsextremen Bezügen distanziert, doch das hält Teile der Szene nicht davon ab, die Marke weiterhin ideologisch aufzuladen und für sich zu vereinnahmen.","date":"26 August 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/new-balance/","section":"Dossier","summary":"Die Schuhmarke New Balance ist in der Neonazi-Szene besonders beliebt - nicht wegen der Produkte selbst, sondern wegen der symbolischen Aufladung.","title":"New Balance"},{"city":"Eisenach","content":"Am vergangenen Samstag den 26. August 2023 fand im thüringischen Eisenach neben einem Vortrag ein Rechtsrock-Liederabend der Neonaziszene statt. Wie bereits in der Vergangenheit nutzten die Veranstalter*innen die Räumlichkeiten des sog. Flieder Volkshauses - der Landesgeschäftsstelle der neonazistischen Partei \"Die Heimat\", ehemals NPD. Die Landesgeschäftsstelle wurde in den vergangenen Jahren nach und nach zur Festung ausgebaut. Stacheldraht ziert das Gebäude. Das Gebäude ist Sitz verschiedener extrem rechter Organisationen. Der Vortrag wurde gehalten von Sebastian Schmidtke, seines Zeichens stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei \"Die Heimat\". Schmidtke ist darüber hinaus Betreiber eines rechten Versandhandels und selbsternannter Journalist mit dem Themenschwerpunkt \"Linksextremismus\". Sebastian Schmidtke kam jedoch etwas früher als geplant und musste einige Zeit vor verschlossener Tür verharren. Inhaltlich drehte sich der Vortrag von Sebastian Schmidtke um vermeintlich militante Strukturen einer von ihm ausgemachten linken Szene. Mit dieser Veranstaltungsreihe tourt der langjährige Neonazi bereits seit Monaten durch die Republik. Neben Sebastian Schmidtke war auch der Auftritt des neonazistischen Liedermachers Björn Pessel alias \"Visionär\" angekündigt. (Hier nicht im Bild). Pessel wurde dabei von einigen Neonazis bei der Anreise begleitet. Einem Beifahrer von Björn Pessel wurden seine Tätowierungen zum Verhängnis. Aufgrund eines SS-Totenkopfes erhielt dieser noch vor Beginn der Veranstaltung einen Platzverweis. Pessel selbst erschien zu der Veranstaltung in der Aufmachung eines dem Fantasy-Genre entstammenden Pestarztes - inklusive Ledermaske und Kutte. Die Verkleidung kam nicht von ungefähr. Pessel war bekannt, dass sich am Veranstaltungsort Medienvertreter*innen aufhalten würden. Aus diesem Grund entschied sich der \"Liedermacher\" für diese, vermeintliche kreative Form der Vermummung. Björn Pessel ließ es sich bei dieser Gelegenheit nicht nehmen, den anwesenden Journalist*innen eine Botschaft zu senden... Die Vermummung schien Björn Pessel wichtig. So legte er diese auch nicht ab, als er sich später mit weiteren Neonazis vom Veranstaltungsort entfernte und Richtung Innenstadt spazierte. Gegenüber Polizeibeamten musste er die Vermummung jedoch abnehmen und sich ausweisen. Ebenfalls vor Ort war Patrick Wieschke (rechts). Der 1981 geborene Neonazi ist derzeit Landesvorsitzender der Partei \"Die Heimat\". Im Bundesvorstand der neonazistischen Partei übernimmt Wieschke derzeit die Funktion der Organisationsleitung.   Der Andrang zur Veranstaltung blieb bis zuletzt jedoch verhalten. Lediglich rund 40 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Anreisende Teilnehmende wurden wurden von der Polizei durchsucht und ihre Personalien festgestellt. Die Polizei erteilte, sehr zum Unmut der Veranstalter*innen, auch einige Platzverweise wegen Verstoßes gegen §86a - dem Verwenden von Zeichen verbotener Organisationen. Der hier gezeigte Verweis auf die Gruppierung \"Erschießungskommando\" fällt jedoch nicht darunter. Einzelne Teilnehmende wurden von der Polizei gründlich auf verbotene Symbole überprüft. Dazu richtete die Polizei mehrere Kontrollstellen ein. Erneut ein Verweis auf die Gruppierung \"Erschießungskommando\"  Die Polizei sprach im Verlauf des frühen Abends auch einen Platzverweis gegen einen der hier anreisenden Neonazis aus. Dieser hatte eine Odalruhne auf den Unterarm tätowiert. Bei dessen Begleiter handelte es indes sich um keinen gänzlich Unbekannten, sondern um den Neonazi Stanley Röske, der dem Führungszirkel des 2021 verbotenen Netzwerks von Blood \u0026 Honour / Combat 18 zugerechnet wurde. Neben weiteren Neonazis erhielt auch Stanley Röske beim Verbot von Combat 18 (C18) im Januar 2021 eine entsprechende Verbotsverfügung zugestellt. Zuletzt musste sich Röske mit weiteren Neonazis im August 2022 vor dem Landgericht München verantworten. Der Münchner Prozess gegen mutmaßliche Funktionäre und Mitglieder des verbotenen Neonazi-Netzwerks »Blood \u0026 Honour« hat für die Neonazis mit Geld- und Bewährungsstrafen geendet. Ihnen wurde ihm die Fortführung der Organisation zur Last gelegt. Aufgrund des Platzverweises gegen seinen Begleiter verließ auch Stanley Röske den Ort des Geschehens. ","date":"26 August 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-08-26/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag den 26. August 2023 fand im thüringischen Eisenach neben einem Vortrag ein Rechtsrock-Liederabend der Neonaziszene statt.","title":"Vortrag und Rechtsrock-Liederabend in Eisenach"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/beeskow/","section":"Orte","summary":"","title":"Beeskow"},{"city":"Beeskow","content":"Am Freitag den 18. August 2023 fand im brandenburgischen Beeskow die Beerdigung des Neonazis und Rechtsrockmusikers Christian D. statt. Zu der Beerdigung reisten Neonazis aus verscheidenen Bundesländern an. Im Anschluss an die Beisetzung fand ein Umtrunk in \"Willy's Schankwirtschaft\" in Beeskow statt (ab Bild 302). Die Gaststätte wird von einem CDU-Stadverordneten betrieben.","date":"18 August 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-08-18/","section":"Fotos","summary":"Am Freitag den 18. August 2023 fand im brandenburgischen Beeskow die Beerdigung des Neonazis und Rechtsrockmusikers Christian D. statt.","title":"Rechtsrock zu Grabe tragen - Beerdigung eines Rechtsrockers in Beeskow"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 029.jpg) #DER III. WEG An der Wanderung nahmen auch Neonazis aus den Strukturen der neonazistischen Partei “Der Ill. Weg” teil. Die Partei wurde 2013 unter maßgeblicher Beteiligung ehemaliger NPD- Funktionäre und Aktivisten des im Juli 2014 verbotenen Freien Netzes Süd (FNS) gegründet und versuchte, das FNS unter dem Schutz des Parteienprivilegs weiterzuführen. Inzwischen verfügt die Gruppierung bundesweit über Strukturen. Die Partei fordert nach eigener Darstellung einen sogenannten „deutschen Sozialismus“ als vermeintlichen „dritten Weg“ abseits von Kommunismus und Kapitalismus. Ihre Programmatik basiert im Allgemeinen auf einem extrem völkischen Menschenbild in enger Orientierung an dem historischen Nationalsozialismus und der militanten Kameradschaftsszene.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/der-dritte-weg/","section":"Dossier","summary":"DER III. WEG An der Wanderung nahmen auch Neonazis aus den Strukturen der neonazistischen Partei \"Der Ill. Weg\" teil.","title":"Der Dritte Weg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/der-dritte-weg/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Der-Dritte-Weg"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 059.jpg) #Das Eiserne Kreuz ist das wohl bekannteste soldatische und militärische Symbol. Ab 1813 wurde es als Orden verliehen. Ab dem Jahr 1939 wurde es in modifizierter Form (mit Hakenkreuz) zum bekanntesten Orden des “Dritten Reiches” und der NS-Diktatur. Neben anderen Symbolen ist das Eiserne Kreuz eines der am häufigsten gezeigten Symbole in der extrem Rechten. Verschiedene rechte Akteure verwenden es. Es wird in allen erdenklichen Formen getragen, zum Beispiel als Ohrstecker, Halskette oder Gürtelschnalle. Das Eiserne Kreuz wird auch häufig in nicht extrem rechten Heavy Metal-, Black Metal-, Rocker- und Hardcore-Szenen verwendet. Dort ist es kein explizit rechtes Bekenntnis, doch stets ein Symbol für Militarismus und martialische Männlichkeit. vgl.: https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/nationalsozialismus/eisernes-kreuz-37.html\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 081.jpg) #Das Eiserne Kreuz ist das wohl bekannteste soldatische und militärische Symbol. Verliehen wird es seit dem Jahr 1813. Im Jahr 1939 wurde es in modifizierter Form (mit Hakenkreuz) zum bekanntesten Orden der NS-Diktatur. Neben dem Thorshammer und der Schwarzen Sonne ist das Eiserne Kreuz eines der am häufigsten gezeigten Symbole der extremen Rechten, welches in allen erdenklichen Formen (als Anhänger, T-Shirt-Aufdruck, Ohrringe etc.) angeboten wird. Das Eiserne Kreuz wird auch häufig in nicht extrem Rechten Heavy-Metal-, Black Metal-, Rocker- und Hardcore-Szenen verwendet. Dort ist es kein explizit rechtes Bekenntnis, doch stets ein Symbol für Militarismus und martialische Männlichkeit.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/eisernes-kreuz/","section":"Dossier","summary":"Das Eiserne Kreuz ist das wohl bekannteste soldatische und militärische Symbol. Verliehen wird es seit dem Jahr 1813.","title":"Eisernes Kreuz"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ganderkesee/","section":"Orte","summary":"","title":"Ganderkesee"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 077.jpg) #HAGAL-RUNE Die Hagalrune (Hagalaz) ist eine Zusammensetzung der Lebens- und Todesrune. Zur Nazi-Zeit diente sie als Abzeichen 6. SS-Gebirgsdivision der Waffen-SS. Ferner war sie neben dem Hakenkreuz und der Sigrune in den Totenkopf-Ring der SS eingraviert, der als Orden an SS-Führer verliehen wurde. Die Hagalrune, wie hier auf dem Unterarm, wird heute immer noch von neonazistischen und rechtsradikalen Gruppierungen verwendet. So verwendete die 1998 gegründete “Deutsche Heidnische Front”, ähnlich wie die Gruppierung “Vandalen - Ariogermanische Kampfgemeinschaft” die Hagal-Rune als ihr Symbol.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/hagalrune/","section":"Dossier","summary":"HAGAL-RUNE Die Hagalrune (Hagalaz) ist eine Zusammensetzung der Lebens- und Todesrune. Zur Nazi-Zeit diente sie als Abzeichen 6. SS-Gebirgsdivision der Waffen-SS.","title":"Hagal-Rune"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/hagalrune/","section":"Symbole","summary":"","title":"Hagalrune"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 016.jpg) #Henrik Ostendorf ist seit Mitte der 1980er-Jahre in der Neonaziszene im Bundesland Bremen aktiv. Er gilt als einer der wichtigsten Drahtzieher im internationalen Netzwerk zwischen NPD, NS-Skin-Milieu und der Hooliganszene. Auch im Zusammenhang mit neonazistischen Kampfsportveranstaltungen wie dem “Kampf der Nibelungen” tritt Ostendorf in Erscheinung. Im Mai 2023 moderierte er das neonazistische Kampfsportevent “European Fight Night” in Ungarn. Darüber hinaus betreibt Ostendorf einen Versandhandel für Devotionalien in “schwarz-weiß-rot” und einen Buchhandel für Biographien von ehemaligen Soldaten der Waffen-SS. Auch gibt Ostendorf das neonazistische Magazin “Ein Fähnlein” heraus.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/personen/henrik-ostendorf/","section":"Dossier","summary":"Henrik Ostendorf ist seit Mitte der 1980er-Jahre in der Neonaziszene im Bundesland Bremen aktiv.","title":"Henrik Ostendorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/personen/henrik-ostendorf/","section":"Personen","summary":"","title":"Henrik-Ostendorf"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 052.jpg) #An der Veranstaltung im Bremer Umland nahmen auch Mitglieder der NPD-Jugendorganisation Junge Nationalisten (JN) teil. Die 1969 gegründete Organisation, die bis zum Jahr 2018 unter dem Namen Junge Nationaldemokraten firmierte, sieht sich selbst als integraler, aber auch radikaler Bestandteil der neonazistischen Partei “Die Heimat”, wie die NPD seit Juni 2023 heißt. Wesentlicher Schwerpunkt der JN ist die weltanschauliche Schulung und Festigung ihrer Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren. Dabei greift die JN auf ein großes Repertoire von Aktionsformen und Handlungsangeboten zurück. Sie organisierte unter anderem Feste, Freizeiten und Gemeinschaftstage, um Jugendliche an neonazistisches Gedankengut heranzuführen.\nTafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 053.jpg) #In Anlehnung an die im Juni 2023 vollzogene Umbenennung der neonazistischen NPD in “Die Heimat” gibt es auch innerhalb der Jungen Nationalisten Überlegungen, die Jugendorganisation umzubenennen. Vereinzelt wird bereits von der “Heimat-Jugend” oder der “Heimattreuen Jugend” gesprochen. Das Kürzel erinnert dabei nicht zufällig an die Abkürzung der “Hitlerjugend” (HJ). In Chatgruppen tauchte diesbezüglich bereits ein inoffizielles Logo auf. Unabhängig vom Namen findet sich im Logo der Jugendorganisation eine stilisierte Tyr-Rune (Tiwaz). Das Symbol war zur Zeit des NS-Regimes ein Abzeichen der Reichsführerschulen der NSDAP. Die Tyr-Rune symbolisiert die Tat, den Kampf und den Krieg und wurde darüber hinaus bei der “Sturmabteilung” (SA) und der Hitlerjugend als Leistungsabzeichen verwendet.\nTafeltext 14.11.2025 (2025-11-14-e, 036.jpg) #Traditionslinie Nationalsozialismus In welcher Traditionslinie sich die “Jungen Nationalisten” (JN) selbst verorten, machen sie kaum zum Geheimnis. Einer ihrer aktuellen Propaganda-Aufkleber orientiert sich deutlich an einem historischen NS-Propagandaplakat zum “Ersten Nationalsozialistischen Reichsjugendtag” von 1932. Die bewusste Anlehnung an diese Bildsprache dient nicht lediglich der Ästhetik, sondern erfüllt eine klare ideologische Funktion: Sie soll Kontinuität zur NS-Jugendbewegung suggerieren und die eigene Anhängerschaft emotional wie symbolisch an nationalsozialistische Leitbilder binden. Damit wird eine autoritäre Weltanschauung vermittelt, die Jugendlichen suggeriert, dass nationalsozialistische Ideologie nicht nur historisch, sondern weiterhin als handlungsleitendes politisches Modell gilt. Damit dient die Symbolik letztlich der Rekrutierung und ideologischen Formung eines politischen Nachwuchses, der sich in geschlossenen, hierarchischen und klar feindbildorientierten Strukturen sozialisiert.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/jn/","section":"Dossier","summary":"Traditionslinie Nationalsozialismus In welcher Traditionslinie sich die \"Jungen Nationalisten\" (JN) selbst verorten, machen sie kaum zum Geheimnis.","title":"Junge Nationalisten"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/phaenomene/kindeswohlgefaehrdung/","section":"Phaenomene","summary":"","title":"Kindeswohlgefaehrdung"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 027.jpg) #Wenn Kinder in Familien aufwachsen, deren Eltern nach (neo-)nazistischen Ideologien leben und ihre Kinder dementsprechend erziehen, stellt sich die Frage, ob nicht eine Gefährdung für das Kindeswohl vorliegt. Die nun stattgefundene Wanderung zur NS-Kultstätte Stedingsehre ist so ein Beispiel. Die nach der Wegstrecke sichtlich erschöpften Heranwachsenden erhielten von der Elterngeneration auch neonazistische Propagandamaterialien (Aufkleber), die sie verteilten. Zum Thema sei die Broschüre: “Funktionalisierte Kinder”, der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) empfohlen.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/kindeswohlgefaehrdung/","section":"Dossier","summary":"Wenn Kinder in Familien aufwachsen, deren Eltern nach (neo-)nazistischen Ideologien leben und ihre Kinder dementsprechend erziehen, stellt sich die Frage, ob nicht eine Gefährdung für das Kindeswohl vorliegt.","title":"Kindeswohlgefährdung"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 008.jpg) #Mario Alexander Müller ist ein mehrfach verurteilter Gewalttäter der extremen Rechten. Müller kann dabei auf eine lange Geschichte in der Neonaziszene und der extremen Rechten verweisen. So gehörte er in der Vergangenheit zu den Mitgliedern der “Aktionsgruppe Delmenhorst”, einer Neonazigruppierung aus dem Spektrum der sogenannten “Autonomen Nationalisten”. Die Mitglieder der “AG Delmenhorst” waren für mehrere gewaltsame Übergriffe verantwortlich. Später zog Müller nach Sachsen-Anhalt und bewegte sich fortan vor allem in den Strukturen der “Identitären Bewegung” (IB). Zuletzt war Müller als Autor für das extrem rechte “Compact”-Magazin tätig. Inzwischen geht der Neonazi einer neuen Tätigkeit nach: So arbeitet Mario Müller als wissenschaftlicher Mitarbeiter der AfD-Bundestagsfraktion und geht im Deutschen Bundestag ein und aus.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/personen/mario-mueller/","section":"Dossier","summary":"Mario Alexander Müller ist ein mehrfach verurteilter Gewalttäter der extremen Rechten. 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Bei den Großdemonstrationen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie ab dem Jahr 2020 waren die “Reichsfarben” in großer Anzahl und in vielen Facetten zu sehen. Dies löste eine breite Debatte darüber aus, ob das öffentliche Zeigen der “Reichsfahne” unterbunden bzw. verboten werden sollte. Jedoch: Oft werden Motive (selbst in der Linken) ohne politischen Hintergedanken schwarz-weiß-rot gestaltet. Deshalb ist immer zu berücksichtigen, in welchem Zusammenhang die Farbkombination auftritt. vgl.: https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/nationalsozialismus/schwarz-weiss-rot-reichsflagge-357.html\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 059.jpg) #Die Farbkombination schwarz-weiß-rot prägt die Auftritte der radikalen und neonazistischen Rechten. Die Farben waren bis zum Ende des 1. Weltkrieges die offiziellen Farben des Deutschen Reiches. Viele Motive auf Fahnen, Shirts oder Aufnähern werden von Rechtsradikalen bewusst Schwarz-weiß-rot gestaltet. Dies drückt die Ablehnung gegenüber der parlamentarischen Demokratie aus. Auch wird eine farbliche Annäherung an die Farbgebung des historischen Nationalsozialismus vollzogen. Bei den Großdemonstrationen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie ab dem Jahr 2020 waren die “Reichsfarben” in großer Anzahl und in vielen Facetten zu sehen. Dies löste eine breite Debatte darüber aus, ob das Öffentliche Zeigen der “Reichsfahne” unterbunden bzw. verboten werden sollte. Jedoch: Oft werden Motive (selbst in der Linken) ohne politische Hintergedanken in der Farbgebung schwarz-weiß-rot gestaltet. Deshalb ist immer zu berücksichtigen, in welchem Zusammenhang die Farbkombination auftritt. In dem hier vorliegenden Fall ist die antidemokratische Weltanschauung offensichtlich.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 020.jpg) #Die Neonaziszene greift häufig auf schwarz-weiß-rote Fahnen zurück, weil diese von 1933 bis 1935 eine der beiden offiziellen Nationalflaggen des „Dritten Reiches“ war - neben der Hakenkreuzfahne der NSDAP die 1935 dann zur alleinigen Nationalflagge erklärt wurde. Heute dienen sie in der Szene als Ersatzsymbolik, da Hakenkreuzfahnen und andere NS- Symbole in Deutschland verboten sind. Inhaltlich stehen die Farben für ein autoritäres, völkisch-nationales Deutschland und werden bewusst gewählt, um Anschluss an vordemokratische, „starke“ Ordnungen zu suggerieren. In der Szene gelten sie zudem als Ausdruck von Ablehnung gegenüber der heutigen Bundesrepublik und ihrer Werteordnung. Auch Reichsbürger:innen und andere Gruppen nutzen sie, weil sie darin ein vermeintlich „legitimes“ Deutschland symbolisiert sehen. In diesem Zusammenhang steht auch der Slogan „Kein Verbot stoppt schwarz-weiß-rot“, der in der Neonaziszene verbreitet ist. Er bringt zum Ausdruck, dass trotz des Verbots nationalsozialistischer Kennzeichen weiterhin ideologische Botschaften transportiert werden - eben über ersatzweise genutzte Symbole wie die Farben des Deutschen Kaiserreichs. Die Parole ist mehr als Trotzreaktion: Sie signalisiert eine klare Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und versteht sich als Kampfansage gegen den demokratischen Rechtsstaat.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/schwarz-weiss-rot/","section":"Dossier","summary":"Die Neonaziszene greift häufig auf schwarz-weiß-rote Fahnen zurück, weil diese von 1933 bis 1935 eine der beiden offiziellen Nationalflaggen des „Dritten Reiches“ war - neben der Hakenkreuzfahne der NSDAP die 1935 dann zur alleinigen Nationalflagge erklärt wurde.","title":"Schwarz-Weiß-Rot"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 011.jpg) #SEBASTIAN RICHTER Bei Sebastian Richter handelt es sich um einen Neonazi-Kader aus Mecklenburg-Vorpommern. Er war von Dezember 2014 bis Januar 2018 Vorsitzender des NPD-Jugendverbandes Junge Nationaldemokraten (JN). Zuvor war er Aktivist der im Jahr 2009 vom Bundesministerium des Innern verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). Grund für das Verbot war die im Verein betriebene „Heranbildung einer neonazistischen ‚Elitef“ und die „ideologische (…) Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche durch Verbreitung völkischer, rassistischer, nationalistischer und nationalsozialistischer Ansichten in Rahmen vorgeblich unpolitischer Freizeitangebote“. Heute ‚ verfügt Richter über einen Sitz in der Gemeindevertretung’der Ortschaft Groß Krams in Mecklenburg-Vorpommern und wird den Strukturen © völkischer Siedler zugerechnet. “","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/personen/sebastian-richter/","section":"Dossier","summary":"SEBASTIAN RICHTER Bei Sebastian Richter handelt es sich um einen Neonazi-Kader aus Mecklenburg-Vorpommern.","title":"Sebastian Richter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/personen/sebastian-richter/","section":"Personen","summary":"","title":"Sebastian-Richter"},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 066.jpg) #“TAG DER DEUTSCHEN ZUKUNFT Der “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ) war eine Kampagnen- Demonstration der Neonaziszene. Die Veranstaltungsreihe war aus Überlegungen parteifreier Neonazis entstanden, die sich im sogenannten “Stammtisch Nord”, einer Vernetzungsstruktur von norddeutschen Neonazis, organisierten. Die TddZ-Demonstrationen fanden im Jahresrhythmus an wechselnden Orten in der Bundesrepublik statt. Noch im Jahr 2016 konnte die Szene mit der Veranstaltungsreihe bei einer Demonstration in Dortmund bis zu 1000 Neonazis mobilisieren. Nachdem die Veranstaltungen über ein Jahrzehnt zum festen Termin im Jahreskalender neonazistischer Demonstrationen gehörte, war ab dem Jahr 2020 Schluss. Ursprünglich sollte die seit 2009 abgehaltene Demonstration parteifreie und parteigebundene Neonazis miteinander vernetzen - die zunehmende Zersplitterung der Szene konnte die Kampagnen-Demonstration jedoch nicht aufhalten. Inzwischen haben Demonstrationen wie der “TddZ” grundsätzlich ihre Attraktivität für die Szene verloren.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/tddz/","section":"Dossier","summary":"\"TAG DER DEUTSCHEN ZUKUNFT Der \"Tag der deutschen Zukunft\" (TddZ) war eine Kampagnen- Demonstration der Neonaziszene.","title":"Tag der deutschen Zukunft"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/tddz/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Tddz"},{"city":"Ganderkesee","content":"Am 15. Juli 2023 führten Neonazis eine Wanderung zur NS-Kultstätte \"Stedingsehre\" im Bremer Umland durch. Die Teilnehmenden konnten verschiedenen Strukturen der Neonaziszene zugeordnet werden, darunter \"Die Heimat\"/NPD, deren Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\", der Splitterpartei \"Der III.Weg\" sowie parteiunabhängigen Neonazigruppen. Auch ein Mitglied der neonazistischen \"Denkfabrik\" Metapol sowie ein Mitarbeiter der AfD-Bundestagsfraktion waren zugegen. Die Anwesenheit der insgesamt 33 Teilnehmenden blieb nicht unbemerkt. Bereits beim Start der Wanderung im Bundesland Bremen gab es zahlreiche Sichtungen der Gruppe. Insbesondere die Anwesenheit des überregional bekannten Mario Müller, der lange Zeit insbesondere bei der sogenannten \"Identitären Bewegung\" in Erscheinung trat, zog die Aufmerksamkeit auf sich. Der Weg der Gruppe begann in Bremen und führte dann ins niedersächsische Umland. Ein Zwischenstop wurde am sogenannten \"St.-Veit-Denkmal\" in Altenesch bei Lemwerder eingelegt. Das Denkmal nimmt Bezug auf den Stedinger Krieg - einen Kreuzzug des Erzbistums Bremen gegen die Bewohner:innen des Landes Stedingen in den Jahren 1233 und 1234. Zur Zeit des NS-Regimes wurde das Schicksal der Stedinger für die eigenen Zwecke instrumentalisiert. Wenige Kilometer entfernt, in dem zur Gemeinde Ganderkesee gehörenden Ortsteil Bookholzberg, errichtete das NS-Regime auch die NS-Kultstätte \"Stedingsehre\". Auffällig bei den Teilnehmenden war der Umstand, dass es sich zum Teil um langjährige Kader und Führungspersonen der Szene handelte, die sich in den letzten Jahren weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückzogen. Dies ist Teil einer Stragie, um abseits von staatlicher Repression und zivilgesellschaftlichem Druck weiterhin als fester Bestandteil der Strukturen agieren zu können. Am Aufbau des Images eines vermeintlichen Rückzugs aus der Neonazi-Szene arbeitet auch Mario Müller (Bildmitte). Der langjährige Neonazi-Kader und zuletzt bei der \"Identitären Bewegung\" aktive Müller versucht sich seit einigen Jahren am Aufbau eines \"gemäßigteren\" Auftretens - insbesondere um seine Karrieremöglichkeiten zu befördern. Dass dieses nach außen getragene Bild reine Augenwischerei ist, zeigt nicht zuletzt seine Teilnahme an dieser Wanderung von Neonazis, mit denen er weiterhin fest verbunden ist. Solche Veranstaltungen, an denen sich unter anderem Mario Müller beteiligte, dienen den neonazistischen Strukturen vor allem zum Aufbau und der Stärkung von Netzwerken. Sie dienen zur Festigung der neonazistischen Weltanschauung und der Stabilisierung der damit einhergehenden Identitäten. Auch das Ziel der Wanderung, die \"Stedingsehre\", steht in diesem Zusammenhang. Damit wird eine ideologische Brücke zum historischen Nationalsozialismus geschlagen und pathetisch aufgeladen. Diese ideologische Aufladung der Veranstaltung dürfte einer der Gründe sein, warum sie sich einer so großen Beliebtheit erfreute. Die Teilnehmenden und zum Teil langjährigen Neonazis kamen aus mehreren Bundesländern. Dazu gehörte auch der ehemalige JN-Bundesvorsitzende Sebastian Richter (Mitte-rechts). An der Wanderung nahmen auch insgesamt sechs (6) Kinder teil. Diese wurden ebenfalls in das weltanschauliche Programm der Wanderung eingebunden. An Rastplätzen wie diesem wurden den Kindern neonazistische Propaganda-Aufkleber ausgehändigt, die diese in der Umgebung verklebten. Ebenfalls vor Ort: der langjährige Neonazi-Kader Henrik Ostendorf aus Bremen. Die Kinder solcher Eltern werden nicht nur bei Wanderungen einer neonazistischen Ideologie unterworfen. Die Szene führt eine ganze Reihe von entsprechenden Veranstaltungen, Feiern und Festen durch. Hier beispielsweise das sogenannte Ernte-Dank-Fest im Jahr 2020 im niedersächsischen Eschede. Auch der Bremer Neonazi Martin B. war bei der Wanderung vor Ort. Dieser bewegte sich in den letzten Jahren vor allem in den Strukturen der Splitterpartei \"Die Rechte\" und wird jenen Strukturen zugerechnet, aus deren Mitte mutmaßlich diejenigen stammen, welche den Brandanschlag auf das Jugend- und Kulturzentrum \"Die Friese\" in Bremen im Februar 2020 verübt haben. Ein Gerichtsprozess steht noch aus. Der Versuch von Martin B., sich in den letzten Jahren aus der Öffentlichkeit weitestgehend zurückzuziehen, gelang nur zum Teil. Der Bundestags-Mitarbeiter Mario Müller (Bildmitte) fühlte sich in der Gemeinschaft sichtlich wohl und war ein zentraler Bestandteil der Gruppendynamik. Es wurde viel über die Vergangenheit gescherzt und Absprachen für zuküftige Pläne getroffen. Neonazistische Propagandamaterialien, die unter anderem an Rastplätzen hinterlassen wurden. Die Aufkleber zeigten noch einmal das breite Spektrum der dort beteiligten Organisationen. Ziel der Wanderung war die \"Stedingsehre\" in Bookholzberg. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits einige der Teilnehmenden von der Gruppe abgesetzt. Diese hatten unter anderem die Aufgabe, mit Fahrzeugen zum Zielort zu kommen, um von dort aus zu shutteln.","date":"15 Juli 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-07-15-w/","section":"Fotos","summary":"Am 15. Juli 2023 führten Neonazis eine Wanderung zur NS-Kultstätte \"Stedingsehre\" im Bremer Umland durch.","title":"Wanderung zur NS-Kultstätte \"Stedingsehre\""},{"city":"","content":" Tafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 038.jpg) #Die extreme und neonazistische Rechte idealisiert mit den Figuren Germane und Wikinger eine archaische, gewalt- und machtzentrierte Männlichkeit. Ergänzend zum politischen Soldaten steht die Figur für Urwüchsigkeit und wird zum Sinnbild für den “echten” und “nicht degenerierten” Mann. Da dieser ausschließlich der Sippe und dem Stamm verpflichtet sei, steht er für ein Ideal von Gemeinschaft, die ein Gegenentwurf zur Gesellschaft ist. In extrem rechten Szenen werden die Wikinger - Seefahrer, Eroberer und Händler im Mittelalter - als “reine Rasse” und nordische Krieger beschrieben, die Europa vor den “Fremden” verteidigten. Eine Fantasie, wie moderne Forschungen hinreichend belegen. Als Wikinger-Symbolik werden vor allem der Thorshammer und das Wikingerschiff verstanden. Das Wikingerschiff ist dabei oft ein Sinnbild für Eroberung. Es ist beispielsweise im Logo der neonazistischen Modemarke Hermannsland abgebildet. https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/germanentum-und-heidentum/wikinger-wikingerschiff-78.html\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 184.jpg) #Wikinger- und altnordische Symbolik dienen Neonazis als identitätsstiftende Codes, die völkisches Denken mit fantasierter Abstammung verknüpfen. Bereits im Nationalsozialismus wurde das “Nordische” zentraler Bestandteil rassistischer und kultureller Inszenierungen - etwa in der SS, deren Symbolik stark auf Runen und altgermanische Mythen setzte. Die nationalsozialistische Ideologie konstruierte das “nordische Erbe” als Ursprung der “arischen Rasse” und stilisierte es zum Gegenbild von “Verfall” und “Vermischung”. Heute erlebt diese Symbolik auch durch Popkultur - etwa Serien oder Computerspiele - eine neue Verbreitung, oft ohne explizite politische Absicht. Die Motive transportieren dabei zwar auch problematische Geschlechter- oder Gewaltbilder, sind aber nicht zwangsläufig politisch aufgeladen. Fantasierte Bilder vom unbeugsamen Krieger dienen als Identifikationsmodell, gerade für junge Männer auf der Suche nach Zugehörigkeit und Orientierung. Die Symbolik wird gezielt eingesetzt, um eine alternative Geschichts- und Gesellschaftserzählung zu etablieren, die auf vermeintlich alten Werten basiert. Dabei vermischen sich historische Bezüge mit Esoterik, Heidentum und Verschwörungsdenken zu einem kulturellen Code, der innerhalb der Szene identitätsstiftend wirkt - und nach außen Anschlussfähigkeit über scheinbar harmloses Traditionsbewusstsein bietet.","date":"15 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/wikinger/","section":"Dossier","summary":"Wikinger- und altnordische Symbolik dienen Neonazis als identitätsstiftende Codes, die völkisches Denken mit fantasierter Abstammung verknüpfen.","title":"Wikinger-Motive"},{"city":"","content":"Der Begriff „Blutzeuge“ wurde im historischen Nationalsozialismus im Rahmen der Propaganda verwendet. Das Ziel war es, einen Heldenkult bezüglich zu Tode gekommener Nationalsozialisten zu erzeugen, die im Zusammenhang mit den Bestrebungen der NSDAP zur Machtergreifung und Machterhaltung getötet worden waren. Die Bezeichnung wird von der Rechtsrockband „Blutzeugen“ genutzt - deren Namensgebung gleichzeitig die NS-Propaganda reproduziert.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/ideologien/blutzeugenkult/","section":"Dossier","summary":"Der Begriff „Blutzeuge“ wurde in der Propaganda des historischen Nationalsozialismus verwendet.","title":"Blutzeugenkult"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:ideologien","permalink":"https://recherche-nord.com/ideologien/blutzeugenkult/","section":"Ideologien","summary":"","title":"Blutzeugenkult"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 065.jpg) #Die 28 ist der Zahlencode für BH und ein Bekenntnis zum neonazistischen Netzwerk „Blood \u0026 Honour“. Er wird seit dem Jahr 2000 genutzt, nachdem „Blood \u0026 Honour“ in Deutschland verboten worden war und ein offenes Bekenntnis zu „Blood \u0026 Honour“ folglich strafrechtlich verfolgt wurde. Die 28 ist ebenso Erkennungszeichen der Neonazi- Gruppe „Brigade 8“ sowie der Neonazigruppierung „Brothers of Honour“, deren Mitglieder zum Teil aus B\u0026H-Strukturen kommen. Bei MISTREAT handelt es sich um eine finnische „Blood \u0026 Honour Band\". Blood =\u003e Honour","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/code-28/","section":"Dossier","summary":"Die 28 ist der Zahlencode für BH und ein Bekenntnis zum neonazistischen Netzwerk „Blood \u0026 Honour“.","title":"Code 28"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/code-28/","section":"Symbole","summary":"","title":"Code-28"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 005.jpg) #DEUTSCHLAND ® Die Neonaziszene greift oft auf Bekleidungsmarken zurück, die bewusst auch rechtsradikale Zielgruppen ansprechen. Die Marketingkonzepte dieser Firmen sind auf Käufer aus „gewaltorientierten“ Szenen spezialisiert. Sie spielen und kokettieren mit dem Image gewalibereiter „Gesetzloser“. Deshalb werden diese Bekleidungsmarken gerne von Rechtsradikalen getragen. Diese gewinnorientiert arbeitenden Firmen haben zwar teilweise Verbindungen in die „Szene“, gelten aber nicht als reine rechtsradikale Modemarken. Zu ihnen zählen beispielsweise die Marke „Dobermann“ aus dem Raum Kassel.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/dobermann/","section":"Dossier","summary":"DEUTSCHLAND ® Die Neonaziszene greift oft auf Bekleidungsmarken zurück, die bewusst auch rechtsradikale Zielgruppen ansprechen.","title":"Dobermann"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/dobermann/","section":"Symbole","summary":"","title":"Dobermann"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 057.jpg) #EUROPEAN BROTHERHOOD Bei „European Brotherhood“ handelt es sich um eine Kleidungsmarke der Neonaziszene. Dabei macht „European-Brotherhood“ eine angebliche „Europäische Identität“ zum Inhalt, die Vernetzung extrem rechter Gruppierungen zum Programm und die angebotene Mode zur Propaganda. Das kreisrunde Logo erinnert, wenn man die Linien durchzieht, an ein Keltenkreuz - eine bewusste stilistische und auch ideologische Anlehnung an dieses international genutzte Emblem der extremen Rechten. In Deutschland ist die Verwendung des Keltenkreuzes grundsätzlich strafbar.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/european-brotherhood/","section":"Dossier","summary":"EUROPEAN BROTHERHOOD Bei „European Brotherhood“ handelt es sich um eine Kleidungsmarke der Neonaziszene.","title":"European Brotherhood"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/european-brotherhood/","section":"Symbole","summary":"","title":"European-Brotherhood"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 019.jpg) #GEWALTSYMBOLIK In der Selbstdarstellung von Neonazis finden Symbole der Gewalt weite Verbreitung: Inszenierungen in Kampfposen oder mit Schusswaffen in Sozialen Netzwerken, Shirt- und Tattoo-Motive mit Schlagringen sind nur wenige Beispiele aus einem beinahe unerschöpflichen Repertoire. Eines der am häufigsten gezeigten Symbole ist hierbei der Schlagring. Wenngleich die Motive in der Regel an eine martialische Männlichkeit gebunden sind, so werden sie auch von Frauen in der Szene gezeigt.\nTafeltext 07.10.2023 (2023-10-07, 016.jpg) #Der Slogan “Mach Deine Worte zu Patronen, Deine Stimme zum Gewehr” [Fehler im Original] verweist auf die massive Gewaltbereitschaft innerhalb der Neonaziszene und den dort weltanschaulich verankerten Vernichtungswillen. Gewalt ist bzw. bleibt ein integraler Bestandteil im Selbstverständnis von Neonazis, so dass hier gewaltsame Mittel zur Durchsetzung der eigenen weltanschaulichen Ziele - die Errichtung eines völkisch-nationalistisch ausgerichteten Regimes auf der Grundlage einer sozialdarwinistisch geprägten Weltsicht - als legitim angesehen werden. Angesichts zahlreicher Morde und Gewaltverbrechen der Neonaziszene sind derlei Slogans sowohl Bekenntnis als auch Aufruf zur politischen Gewalt.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/gewaltbereitschaft/","section":"Dossier","summary":"Der Slogan \"Mach Deine Worte zu Patronen, Deine Stimme zum Gewehr\" [Fehler im Original] verweist auf die massive Gewaltbereitschaft innerhalb der Neonaziszene und den dort weltanschaulich verankerten Vernichtungswillen.","title":"Gewaltbereitschaft"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 012.jpg) #Ende der 1990er Jahre entstand in der deutschen Hardcore-Szene die Kampagne »Good Night White Pride« als antifaschistisches Statement und Plattform gegen extrem rechte Hardcore-Bands und -Fans. Neonazis verkehrten dies in »Good Night Left Side«. »Good Night Left Side« ist oft mit Motiven verbunden, die Gewalt gegen Linke abbilden. Dabei nimmt die Anzahl der Motive zu, die Gewalt mit Schusswaffen verherrlichen.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/good-night-left-side/","section":"Dossier","summary":"Ende der 1990er Jahre entstand in der deutschen Hardcore-Szene die Kampagne »Good Night White Pride« als antifaschistisches Statement und Plattform gegen extrem rechte Hardcore-Bands und -Fans.","title":"Good Night Left Side"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/good-night-left-side/","section":"Symbole","summary":"","title":"Good-Night-Left-Side"},{"city":"Eisenach","content":"Am 08.07. fand ein RechtsRock-Konzert von Hammerskins in Eisenach statt. Auf archive.org ansehen","date":"8 Juli 2023","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2023.07.17.-hammerskin.-konzert.-eisenach/","section":"Videos","summary":"Am 08.07. fand ein RechtsRock-Konzert von Hammerskins in Eisenach statt.","title":"Hammerskin-Konzert in Eisenach"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 069.jpg) #Die Hammerskins, international organisiert in der Hammerskin-Nation (HSN), sind eine weltweite konspirativ vorgehende Kaderorganisation der Neonaziszene. Die Gruppierung versteht sich als selbsternannte Elite. Die Organisation ist in vielen Ländern weltweit mit “Divisionen” vertreten. In den jeweiligen Ländern unterteilt sich die Gruppierung, ähnlich wie Rockerclubs, in “Chapter”. Da sich die Hammerskins als elitäre Bruderschaft verstehen, werden potentielle Mitglieder einem besonderen Auswahlprozess unterworfen.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 070.jpg) #Das Logo der Hammerskins, zwei gekreuzte Zimmermannshämmer als Symbol, wurde von dem Logo der fiktiven Faschisten aus dem Film “The Wall” von Pink Floyd übernommen. Die Hammerskins sind insbesondere aktiv in der Organisation und Durchführung von Rechtsrock-Konzerten mit internationalen Bands und gelten als bestens vernetzt in der weltweiten Neonazi-Szene. Ermittlungen zur Terrorzelle NSU ergaben zahlreiche personelle Verbindungen, die den Hammerskins zugeordnet werden.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 075.jpg) #HAMMERSKIN CHAPTER Die Hammerskins sind, ähnlich wie organisierte Rockerclubs, in einzelne “Chapter” gegliedert, wie zum Beispiel hier ein Mitglied des “Hammerskin Chapter Brandenburg”. Ähnlich wie bei dem verbotenen Netzwerk von “Blood \u0026 Honour”, dessen regionale Untergruppen in “Sektionen” unterteilt waren, verfügen die “Chapter” innerhalb der Gesamtorganisation über eine gewisse Unabhängigkeit und führen mitunter eigene Veranstaltungen durch.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 078.jpg) #Hammerskins benutzen untereinander eine eigene Grußformel. Dabei werden die Arme über der Brust übereinander gekreuzt. Dies soll an die gekreuzten Zimmermannshämmer im Logo der neonazistischen Organisation anknüpfen. Bei internen Treffen, wie dem jährlich an unterschiedlichen Orten stattfindenden “National Officers Meeting” oder auf Rechtsrockkonzerten, begrüßen sich einzelne Mitglieder unter anderem mit dieser Grußformel. Andere haben jenen Gruß auch gleich tätowiert, mitunter in kaum erkennbarer Form.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 083.jpg) #WESTWALL HAMMERSKINS Das “Hammerskin Chapter Westwall” besitzt unter den deutschen Hammerskins seit Jahren eine tonangebende Position. Bis 2013 lautete der Name des Chapters “Westmark”. Aus diesem Chapter stammt auch einer der führenden Hammerskins, der den Rang des “European Secretary” - und damit eine Führungsrolle für ganz Europa - einnehmen soll. Zum engeren Kreis des Chapters zählen ein Musiklabel sowie mehrere Rechtsrockbands. In ihren Reihen entstanden eine “Schulhof-CD” und neonazistische Musikzeitschriften.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 086.jpg) #Die “Hammerskins Franken” (HSF) gelten als eines der mitgliederstärksten Chapter der Hammerskins in Deutschland. In der Vergangenheit unterhielt das Chapter eine enge Verbindung mit dem 2009 gegründeten und 2014 verbotenen “Freien Netz Süd” (FNS). Enge Verbindungen unterhalten die “Hammerskins Franken” auch zur Neonazi-Partei “Der Dritte Weg” (III. Weg). Dem süddeutschen Chapter werden verschiedene Rechtsrockbands zugeordnet.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/hammerskins/","section":"Dossier","summary":"Die \"Hammerskins Franken\" (HSF) gelten als eines der mitgliederstärksten Chapter der Hammerskins in Deutschland.","title":"Hammerskins"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/hammerskins/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Hammerskins"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 024.jpg) #Die Neonaziszene gibt sich militant in ihrer Selbstdarstellung. Die bezieht sich vor allem auf die Verbreitung einer agressiven und „kriegerischen“ Haltung. Die innewohnende Gewaltbereitschaft gegen Andersdenkende, Personen und Gruppen ist dabei tief in das Selbstverständnis von Neonazis eingeschrieben. Gewaltbereitschaft und Militanz wird innerhalb der Neonaziszene offen propagiert.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/hassi/","section":"Dossier","summary":"Die Neonaziszene gibt sich militant in ihrer Selbstdarstellung. 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Unterstrichen wird dies noch durch die Bildkomposition mit Wehrmachtssoldat und Armeedolch.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/hffh/","section":"Dossier","summary":"Das Kürzel HFFH steht innerhalb der Neonaziszene für das Motto: \"Hammerskins forever, forever Hammerskins\", einem Wahlspruch der militanten Neonaziorganisation \"Hammerskins\": In der hier vorliegenden Darstellung erinnern die verwendeten Buchstaben an das strafbare Symbol der Wolfsangel.","title":"HFFH"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 044.jpg) #KRAFT DURCH FREUDE Die nationalsozialistische Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) wurde am 27. November 1933 als Unterorganisation der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) mit dem Ziel gegründet, den Totalitätsanspruch des NS-Regimes auf alle Lebensbereich auszudehnen. Offizielles Ziel der KdF war eine umfassende gesellschaftlich-kulturelle Indoktrination der deutschen Bevölkerung.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/organisationen/kraft-durch-freude/","section":"Dossier","summary":"KRAFT DURCH FREUDE Die nationalsozialistische Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) wurde am 27.","title":"Kraft durch Freude"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:organisationen","permalink":"https://recherche-nord.com/organisationen/kraft-durch-freude/","section":"Organisationen","summary":"","title":"Kraft-Durch-Freude"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 088.jpg) #LANGER FINGERNAGEL Seit dem vorherigen Jahrhundert ließen Kokainkonsument*innen sich einen langen Nagel am kleinen Finger wachsen, an dem sie Kokain schnupperten - Händler verwendeten denselben Nagel; sogar ein besonderes Gewichtsmaß entstand. Männer mit einem langen Nagel am kleinen Finger gelten im Bereich der organisierten Kriminalität als Personen, welche die grundsätzliche Ablehnung körperlicher Arbeit und überhaupt jeglicher Arbeit betonen möchten.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/langer-fingernagel/","section":"Dossier","summary":"LANGER FINGERNAGEL Seit dem vorherigen Jahrhundert ließen Kokainkonsument*innen sich einen langen Nagel am kleinen Finger wachsen, an dem sie Kokain schnupperten - Händler verwendeten denselben Nagel; sogar ein besonderes Gewichtsmaß entstand.","title":"Langer Fingernagel"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/langer-fingernagel/","section":"Symbole","summary":"","title":"Langer-Fingernagel"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 049.jpg) #Die Lebensrune (Man-Rune) ist ein beliebtes Zeichen im Neonazismus. Ihr umgedrehtes Pendant ist die Todesrune. Unter dem NS-Regime wurde die Lebensrune als Lebensborn-Zeichen verwendet. Der Lebensborn war in der NS-Zeit ein von der SS getragener, staatlich geförderter Verein, dessen Ziel es war, auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassenhygiene die Geburtenziffer “arischer” Kinder zu erhöhen.\nTafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 076.jpg) #Die Lebensrune (Man-Rune) auf dem Oberarm ist ein beliebtes Zeichen im Neonazismus. Ihr umgedrehtes Pendant ist die Todesrune. Unter dem NS-Regime wurde die Lebensrune als Lebensborn-Zeichen verwendet. Der Lebensborn war in der NS-Zeit ein von der nationalsozialistischen “Schutzstaffel” (SS) getragener, staatlich geförderter Verein, dessen Ziel es war, auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung und Gesundheitsideologie die Erhöhung der Geburtenziffer “arischer” Kinder. Sie war auch Abzeichen im Sanitätsdienst der SA sowie des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps und des Deutschen Frauenwerks.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 110.jpg) #Die Lebensrune (Man-Rune), auch Elhaz oder Algiz, ist eines der am häufigsten von Neonazis genutzten Runenzeichen. Das NS-Regime nutzte die Rune in vielfältiger Weise. Für die NS-Frauenschaft, Sanitäter*innen und andere galt sie als eigenes Kennzeichen. Unter dem NS-Regime wurde die Lebensrune als Lebensborn-Zeichen verwendet. Der “Lebensborn” war in der NS-Zeit ein von der SS getragener, staatlich geförderter Verein, dessen Ziel es war, auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassenhygiene und Gesundheitsideologie die Erhöhung der Geburtenziffer “arischer” Kinder herbeizuführen. Neonazis zufolge stellt die Rune einen Mann mit zur göttlichen Macht ausgestreckten Armen dar und gilt als allgemeines Symbol der Kraft, der Bevölkerung und der völkischen Bewegung. Heutzutage hat die Rune als beliebtes Schmuckelement rechter Kreise nach wie vor einen hohen Stellenwert, beispielsweise für Geburtenanzeigen. Wird sie im neonazistischen Zusammenhang in Verknüpfung mit der SA oder “Lebensborn” verwendet, ist die Man-Rune verboten. Ihr umgedrehtes Pendant ist die Todesrune.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/lebensrune/","section":"Dossier","summary":"Die Lebensrune (Man-Rune), auch Elhaz oder Algiz, ist eines der am häufigsten von Neonazis genutzten Runenzeichen. Das NS-Regime nutzte die Rune in vielfältiger Weise.","title":"Lebensrune"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 030.jpg) #Neben anderen germanischen Runen wurde auch die Odalrune in der Hitlerjugend verwendet und war Erkennungszeichen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” sowie des NS-Rasse- und Siedlungsamtes. Sie war auch Symbol der 1994 verbotenen Wiking-Jugend. Die Verwendung ist strafbar bei Hinweis auf eine verbotene Organisation oder im Zusammenhang mit rechtsradikalen und neonazistischen Inhalten.\nTafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 037.jpg) #Neben anderen germanischen Runen wurde auch die Odalrune, die sich hier als Tattoo auf dem linken Bein hinter einem Thorshammer befindet, in der Hitlerjugend verwendet und war Erkennungszeichen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division Prinz Eugen sowie vom NS-Rasse- und Siedlungsamt. Auch Organisationen von Neonazis in der Bundesrepublik nutzen das Symbol. So war die Odalrune Erkennungszeichen der 1994 verbotenen Wiking-Jugend. Da ein ähnliches Symbol auch von der Bundeswehr verwendet wird, ist die Verwendung der Odalrune nur bei Hinweisen auf eine verbotene Organisation oder im Zusammenhang mit rechtsradikalen und neonazistischen Aktivitäten strafbar.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 076.jpg) #Neben anderen germanischen Runen wurde auch die Odal-Rune in der nationalsozialistischen Hitlerjugend (HJ) verwendet und war darüber hinaus Erkennungszeichen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” sowie des NS-Rasse- und Siedlungsamtes. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Odalrune erneut von Neonazis in ihrer Symbolsprache aufgegriffen. So war sie auch das Erkennungszeichen der 1994, aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft zum historischen Nationalsozialismus, verbotenen “Wiking-Jugend” (WJ). Ihre Verwendung ist strafbar bei Hinweis auf eine verbotene Organisation oder im Zusammenhang mit extrem rechten und neonazistischen Inhalten.\nTafeltext 13.01.2024 (2024-01-13, 081.jpg) #Die ODAL-Rune, hier auf einem Aufnäher, wurde von der nationalsozialistischen Hitler-Jugend (HJ) verwendet. Darüber hinaus war sie Erkennungszeichen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgsdivision “Prinz Eugen” sowie des NS-Rasse- und Siedlungsamtes. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde die ODAL-Rune erneut von Neonazis in ihrer Symbolsprache aufgegriffen. So war sie auch das Erkennungszeichen der 1994 verbotenen “Wiking-Jugend” (WJ). Ihre Verwendung ist strafbar bei Hinweis auf extrem rechte oder neonazistische Inhalte sowie im Zusammenhang mit verbotenen Organisationen.\nTafeltext 01.05.2024 (2024-05-01-s, 018.jpg) #Neben anderen germanischen Runen wurde auch die Odal-Rune in der nationalsozialistischen Hitlerjugend (HJ) verwendet und war darüber hinaus Erkennungszeichen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” sowie des NS-Rasse- und Siedlungsamtes. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Odalrune erneut von Neonazis in ihrer Symbolsprache aufgegriffen. So war sie auch das Erkennungszeichen der 1994, aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft zum historischen Nationalsozialismus, verbotenen “Wiking-Jugend” (WJ). Ihre Verwendung ist strafbar bei Hinweis auf eine verbotene Organisation oder im Zusammenhang mit extrem rechten und neonazistischen Inhalten.\nTafeltext 21.06.2025 (2025-06-21, 099.jpg) #ODAL-Rune Neben anderen vorgeblich germanischen Erkennungszeichen wurde auch die ODAL-Rune in der nationalsozialistischen Hitlerjugend verwendet. Darüber hinaus war die ODAL-Rune Erkennungszeichen der “7. SS-Freiwilligen-Gebirgsdivision Prinz Eugen” sowie des SS-Rasse- und Siedlungsamtes. Sie war auch Symbol der 1994 verbotenen Wiking-Jugend. Die Verwendung des Symbols ist strafbar, soweit sie im Zusammenhang mit extrem rechten oder neonazistischen Inhalten steht.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 250.jpg) #Die Odal-Rune stammt aus dem urgermanischen Runenalphabet und bedeutete ursprünglich Erbe, Besitz oder Vermögen. Im Nationalsozialismus wurde sie ideologisch aufgeladen und symbolisierte die “Blut-und-Boden”-Ideologie: ein völkisch-rassistisches Konzept von Abstammung, Bodenbindung und Volksgemeinschaft. Die Odal-Rune wurde von der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” sowie der Hitlerjugend verwendet. Darüber hinaus diente sie auch dem sogenannten Rasse- und Siedlungshauptamt als Erkennungszeichen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Odal-Rune erneut von Neonazis in ihrer Symbolsprache aufgegriffen - etwa auf Kleidung, Tattoos oder in Logos. So war sie Erkennungszeichen der 1994, aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus, verbotenen Wiking-Jugend (WJ). In einem klaren ideologischen Kontext kann die Verwendung strafbar sein. Allerdings ist die Rune nicht per se verboten: In neutralem oder traditionellem Zusammenhang, etwa im Bereich germanischer Symbolik oder in militärischen Wappen, ist sie erlaubt. So findet sie sich bis heute vereinzelt auch in Wappen von Bundeswehreinheiten - meist als historisch-heraldisches Element, nicht als politisches Zeichen. Entscheidend für die Strafbarkeit ist also immer der erkennbare rechtsextreme Kontext der Verwendung.\nTafeltext 08.08.2025 (2025-08-08, 013.jpg) #Odal-Rune Die Odal-Rune stammt aus dem urgermanischen Runenalphabet und bedeutete ursprünglich Erbe, Besitz oder Vermögen. Im Nationalsozialismus wurde sie ideologisch aufgeladen und symbolisierte die “Blut-und-Boden”-Ideologie: ein völkisch-rassistisches Konzept von Abstammung, Bodenbindung und Volksgemeinschaft. Die Odal-Rune wurde von der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” sowie der Hitlerjugend verwendet. Darüber hinaus diente sie auch dem sogenannten Rasse- und Siedlungshauptamt als Erkennungszeichen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Odal-Rune erneut von Neonazis in ihrer Symbolsprache aufgegriffen - etwa auf Kleidung, Tattoos oder in Logos. So war sie Erkennungszeichen der 1994, aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus, verbotenen Wiking-Jugend (WJ). In einem klaren ideologischen Kontext kann die Verwendung strafbar sein. Allerdings ist die Rune nicht per se verboten: In neutralem oder traditionellem Zusammenhang, etwa im Bereich germanischer Symbolik oder in militärischen Wappen, ist sie erlaubt. So findet sie sich bis heute vereinzelt auch in Wappen von Bundeswehreinheiten - meist als historisch-heraldisches Element, nicht als politisches Zeichen. Entscheidend für die Strafbarkeit ist also immer der erkennbare Kontext der Verwendung.\nTafeltext 01.08.2026 (2026-08-01-d, 020.jpg) #Odal-Rune Die Odal-Rune ist ein altes germanisches Schriftzeichen, das ursprünglich für Erbe, Besitz und Abstammung stand, im Nationalsozialismus jedoch ideologisch umgedeutet und unter anderem von der SS, der Hitlerjugend sowie von SS-Divisionen wie der “Prinz Eugen” verwendet wurde. Heute ist sie in der extremen Rechten vergleichsweise weit verbreitet und wird insbesondere auch in Form von Tattoos genutzt. Ihre Verwendung ist allerdings verboten, wenn sie in einem extrem rechten Kontext verwendet wird.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/odalrune/","section":"Dossier","summary":"Odal-Rune Die Odal-Rune ist ein altes germanisches Schriftzeichen, das ursprünglich für Erbe, Besitz und Abstammung stand, im Nationalsozialismus jedoch ideologisch umgedeutet und unter anderem von der SS, der Hitlerjugend sowie von SS-Divisionen wie der \"Prinz Eugen\" verwendet wurde.","title":"Odal-Rune"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 051.jpg) #Musik gilt als ein bedeutender Faktor in der politischen Sozialisierung von Neonazis. Die 1976 gegründete englische Band Skrewdriver um ihren Sänger Ian Stuart Donaldson gilt dabei als eine der bedeutendsten neonazistischen Musikgruppen. Donaldson war Begründer und Führungsfigur des Netzwerks “Rock Against Communism” (RAC) und des 2001 in der Bundesrepublik verbotenen, internationalen Netzwerks von “Blood \u0026 Honour”.\nTafeltext 21.06.2025 (2025-06-21, 078+.jpg) #RAC - Rock Against Communism Rock Against Communism (RAC) war ursprünglich ein Sammelname für rechtsextreme Rockkonzerte in Großbritannien Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre und entstand als Gegenbewegung zu Rock Against Racism. Das erste RAC-Konzert fand in Leeds statt. RAC gilt als Vorläufer verschiedener Netzwerke im Bereich Rechtsrock - später wurde die RAC-Bewegung durch andere Gruppierungen wie den White Noise Club und schließlich Blood and Honour ersetzt, das von Ian Stuart Donaldson (Sänger von Skrewdriver) gegründet wurde. Das Symbol mit dem Totenkopf, der einen Hammer und Sichel zerbeißt, ist nicht strafbar und wird eher als antikommunistisches Zeichen genutzt.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:phaenomene","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/phaenomene/rechtsrock/","section":"Dossier","summary":"RAC - Rock Against Communism Rock Against Communism (RAC) war ursprünglich ein Sammelname für rechtsextreme Rockkonzerte in Großbritannien Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre und entstand als Gegenbewegung zu Rock Against Racism.","title":"RechtsRock"},{"city":"Eisenach","content":"Am 08. Juli 2023 fand in den Räumlichkeiten vom sogenannten \"Flieder Volkshaus\" im thüringischen Eisenach ein Rechtsrockkonzert mit dem, aus den Niederlanden stammenden Neonazi Hendrik Harm Johan Smit statt. Smit, der den Strukturen des internationalen Neonazi-Netzwerkes der \"Hammerskins\" zugerechnet wird, tritt dabei unter dem Namen \"Flatlander\" in Erscheinung und spielt international auf einschlägigen Konzerten der Neonaziszene.  Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Bereits drei Stunden vor dem eigentlichen Konzertbeginn positionierten sich Einsatzkräfte der Polizei vor dem Veranstaltungsgebäude und kontrollierten anreisende Konzertbesucher*innen. ","date":"8 Juli 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-07-08/","section":"Fotos","summary":"Am 08. Juli 2023 fand in den Räumlichkeiten vom sogenannten \"Flieder Volkshaus\" im thüringischen Eisenach ein Rechtsrockkonzert mit dem, aus den Niederlanden stammenden Neonazi Hendrik Harm Johan …","title":"Rechtsrock und Hammerskins in Eisenach"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 038.jpg) #Der Adler ist weltweit Wappentier. Im historischen Nationalsozialismus wurde auf eine weitestgehend stilisierte Darstellung zurückgegriffen. In rechtsradikalen und offen neonazistischen Kreisen sind alle Darstellungsformen gebräuchlich, zumeist wird auf die NS-typische stilisierte Darstellung zurückgegriffen, um den Bezug auf den NS deutlich zu machen. Dabei wird in der Regel das Hakenkreuz weggelassen und/oder durch nicht verbotene Gruppenkennzeichen, Logos oder Symbole ersetzt - wie im vorliegenden Fall mit dem Symbol der “Schwarzen Sonne”. vgl.: https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/nationalsozialismus/reichsadler-46.html","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/reichsadler/","section":"Dossier","summary":"Der Adler ist weltweit Wappentier. Im historischen Nationalsozialismus wurde auf eine weitestgehend stilisierte Darstellung zurückgegriffen.","title":"Reichsadler"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/reichsadler/","section":"Symbole","summary":"","title":"Reichsadler"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 100.jpg) #Albert Leo Schlageter war Soldat im Ersten Weltkrieg und Angehöriger verschiedener Freikorps. Schlageter war Mitglied der NSDAP- Tangerganisation „Großdeutsche Arbeiterpartei. Der, wegen mehrerer Sprengstoffanschläge von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtete Schlageter, wird von Neonazis als Held verehrt.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/schlageter/","section":"Dossier","summary":"Albert Leo Schlageter war Soldat im Ersten Weltkrieg und Angehöriger verschiedener Freikorps. Schlageter war Mitglied der NSDAP- Tangerganisation „Großdeutsche Arbeiterpartei.","title":"Schlageter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/schlageter/","section":"Symbole","summary":"","title":"Schlageter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/ss-division/","section":"Symbole","summary":"","title":"Ss-Division"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 094.jpg) #Das Wappen steht für die 8. SS-Kavallerie-Division “Florian Geyer”. Diese war nach Beginn der Kampfhandlungen an der “Ostfront” mit der “Säuberung” des rückwärtigen Gebiets der Heeresgruppe Mitte beauftragt. Diese “Säuberungen” waren nichts anderes als die gezielte Ermordung der jüdischen Bewohner_innen sowie anderer “verdächtiger Elemente”, insbesondere von Rotarmist_innen und kommunistischer Funktionär*innen.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/ss-division/","section":"Dossier","summary":"Das Wappen steht für die 8. SS-Kavallerie-Division \"Florian Geyer\".","title":"SS-Divisionszeichen"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 052.jpg) #Triskele-Motive werden - vor allem in gerundeter Form — auch außerhalb des neonazistischen Spektrums, beispielsweise in heidnischen und Mittelalter-Szenen genutzt. Die eckige Darstellung ähnelt stark dem Hakenkreuz, neonazistische Kreise nutzen sie entsprechend. Die eckige Triskele ist Teil der Organisations-Symbolik des in Deutschland verbotenen Netzwerks „Blood \u0026 Honour“ und darf in Deutschland in diesem Zusammenhang nicht gezeigt werden. Bei der Band „Skrewdriver“ handelt es sich allerdings um einen wichtigen Bestandteil von „Blood \u0026 Honour“.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/triskele/","section":"Dossier","summary":"Triskele-Motive werden - vor allem in gerundeter Form — auch außerhalb des neonazistischen Spektrums, beispielsweise in heidnischen und Mittelalter-Szenen genutzt.","title":"Triskele"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/triskele/","section":"Symbole","summary":"","title":"Triskele"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 033.jpg) #Ein Vegvisir ist ein altes isländisches Symbol, das auch als “Wegweiser” oder “Wikingerkompass” bezeichnet wird. Das Symbol wird heute vielfach im Kontext der Popkultur und im Bezug auf die “Wikingerzeit” verwendet. Auch Neonazis haben das Symbol für sich entdeckt und nutzen es als Ausdruck “kriegerischer Männlichkeit” und sehen sich damit in der Tradition völkischer Ideologie, die im “nordischen Germanentum” gesehen wird.\nTafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 047.jpg) #Ein Vegvisir ist ein altes isländisches Symbol, das auch als “Wegweiser” oder “Wikingerkompass” bezeichnet wird. Das Symbol wird heute vielfach im Kontext der Popkultur, “Naturverbundenheit” und im phantasievoll-verklärten Bezug auf die “Wikingerzeit” verwendet. Auch Neonazis haben das Symbol seit langem für sich entdeckt. Sie nutzen das Symbol unter anderem als Ausdruck “kriegerischer Männlichkeit” und sehen sich damit in Tradition völkischer Weltanschauung, die im “nordischen Germanentum” gesehen wird.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 166.jpg) #Ein Vegvisir ist ein altes isländisches Symbol, das auch als “Wegweiser” oder “Wikingerkompass” bezeichnet wird. Das Symbol wird heute vielfach im Kontext der Popkultur und im Bezug auf die Wikingerzeit verwendet. Der häufig gebrauchte Name “Wikinger-Kompass” ist irreführend - bisher gibt es keine Belege für einen früheren Gebrauch dieses Zeichens. Auch Neonazis haben das Symbol inzwischen für sich entdeckt und nutzen es zum Teil inflationär als Symbol und Ausdruck einer “kriegerischen Männlichkeit”. In der Selbstwahrnehmung sehen sich Neonazis damit der konstruierten Tradition einer völkischen Ideologie, deren Ursprung im “nordischen Germanentum” gesehen wird. Im Gegensatz zum Vegvisir ist die dahinterliegende Odal-Rune strafbar.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 010.jpg) #Vegvisir Vegvisir ist ein altes nordisch-isländisches Symbol, oft als “Wegweiser” oder “Wikingerkompass” bezeichnet. Das Symbol wird heute vielfach im Zusammenhang mit der popkulturellen Auseinandersetzung mit der Wikingerzeit verwendet. Besonders in der Esoterik- und Wikinger-Szene ist es heute weit verbreitet, auch als Tattoo oder Schmuck. Die häufig verwendete Bezeichnung “Wikinger-Kompass” ist auch irreführend - bislang gibt es keine historischen Belege über eine frühere Nutzung dieses Zeichens. In der Neonaziszene wird der Vegvisir aufgegriffen, weil er scheinbar nordisch-germanische Wurzeln hat und damit in das völkische Weltbild passt. Neonazis deuten das Symbol als Zeichen für “Stärke”, “Herkunft” oder “Rückbesinnung auf nordische Werte” um. Wie bei anderen Runen oder Symbolen gilt: Die historische Bedeutung wird dabei ignoriert oder verzerrt, um eine rassistisch aufgeladene Identität zu stützen.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/vegvisir/","section":"Dossier","summary":"Vegvisir Vegvisir ist ein altes nordisch-isländisches Symbol, oft als \"Wegweiser\" oder \"Wikingerkompass\" bezeichnet.","title":"Vegvisir"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 043.jpg) #Neonazis beziehen sich positiv auf die Wehrmacht zur Zeit des Nationalsozialismus. Damit verbunden ist oft, Verbrechen im 2. Weltkrieg zu leugnen oder zu glorifizieren, die von der Wehrmacht begangen wurden. Oft finden sich solche Verweise auf der Kleidung oder im Zusammenhang mit Tattoos. Entsprechende Motive werden oft der Bildsprache des Nationalsozialismus entlehnt.\nTafeltext 15.07.2023 (2023-07-15-w, 089.jpg) #Die Bezugnahme auf die “Wehrmacht” und eine oftmals damit verbundene Huldigung der Wehrmachtssoldaten dient der Neonaziszene dazu, eine positive Verbindung zur Armee des NS-Regimes herzustellen. Damit verbunden ist immer auch, die Verbrechen zu leugnen oder zu glorifizieren, die von der Wehrmacht begangen wurden. Bilder von Wehrmachtssoldaten werden häufig als Layoutmaterial für Zeitschriften und auf Kleidungsstücken verwendet. Sie gehören in der Neonaziszene zu den am häufigsten verwendeten Motiven auf CD-Covern oder bei Tätowierungen. https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/nationalsozialismus/landser-wehrmachtssoldat-52.html\nTafeltext 07.10.2023 (2023-10-07, 048.jpg) #Wehrmachtsoffizier Bilder von Wehrmachtssoldaten werden in der Neonaziszene häufig als Layout-Material für Zeitschriften und auf Kleidungsstücken verwendet. Sie gehören in der Neonaziszene zu den häufig verwendeten Motiven auf CD-Covern oder Tätowierungen. Die Bezugnahme auf die Wehrmacht und Soldaten der Waffen-SS dient der Neonazi-Szene dazu, eine positive Verbindung zur Armee des NS-Regimes herzustellen. Damit verbunden ist immer auch, die Verbrechen des NS-Regimes zu leugnen oder zu glorifizieren, die von der Wehrmacht begangen wurden. Die hier gewählte Darstellung bezieht sich auf einen Soldaten der Waffen-SS.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/wehrmacht/","section":"Dossier","summary":"Wehrmachtsoffizier Bilder von Wehrmachtssoldaten werden in der Neonaziszene häufig als Layout-Material für Zeitschriften und auf Kleidungsstücken verwendet.","title":"Wehrmacht-Motive"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 091.jpg) #White Power (im Sinne: Weiße Macht) ist ein oft verwendeter Schlüsselbegriff in der Neonaziszene. Die Verwendung zielt auf die Etablierung der nationalsozialistischen und rassistischen Erzählung von der Vorherrschaft einer “weißen Rasse”. Der durchgestrichene Helm unter dem nationalsozialistischen Reichsadler bezieht sich auf die antirassistischen S.H.A.R.P (Skinheads Against Racial Prejudice) sowie die ebenfalls antirassistischen Trojanskinheads.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 177.jpg) #White Power Faust Die geballte weiße, hier auf dem Mittelfinger der gezeichneten Hand dargestellte Faust ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Symbole im Neonazi-Umfeld. Die Faust wird auch häufig in einem Lorbeerkranz gezeigt. Die Faust bezieht sich auf “White Power” (im Sinne von: Weiße Macht und einer angenommenen Überlegenheit und beabsichtigten Vorherrschaft von Weißen) und ist ein oft verwendeter Schlüsselbegriff in der Neonaziszene. Der Begriff “White Power” und das Symbol der White-Power-Faust entstanden als Provokation des Ku-Klux-Klans gegenüber dem Black-Power-Slogan der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner*innen in den USA. Aufgegriffen wurde es von dem britischen Neonazi Ian Stuart, dem Sänger der Neonazi- und “Blood \u0026 Honour”-Band Skrewdriver, der es als umfassenden Wahlspruch für die nationalsozialistische und rassistische Theorie von der Vorherrschaft der “weißen Rasse”, insbesondere in der extrem rechten Skinheadszene, etablierte.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 114.jpg) #White Power Faust Die sogenannte White-Power-Faust ist ein Symbol der extremen Rechten, das eine erhobene, weiße Faust zeigt - meist stilisiert, oft in Kombination mit rassistischen Parolen. Ursprünglich wurde die Faust als Zeichen von Widerstand und Solidarität von linken Bewegungen, der Bürgerrechts- und Arbeiterbewegung verwendet. In den folgenden Jahren wurde die Faust jedoch gezielt von weißen Rassisten vereinnahmt - also einer rassistischen Ideologie, die eine angebliche Überlegenheit einer “weißen Rasse” über andere propagiert. Sie streben nach einer Gesellschaftsordnung, in der nicht-weiße Menschen unterdrückt, ausgeschlossen oder verfolgt werden. Die Bedeutung der Faust wurde maßgeblich durch den Ku-Klux-Klan und insbesondere durch die RechtsRock-Struktur “Blood \u0026 Honour” vorangetrieben, die sie auf Plattencovern, Flyern und Propagandamaterial nutzten und so in der Szene visuell verankerten sowie international anschlussfähig für die Neonaziszene machten. Heute steht die White-Power-Faust für militanten Rassismus, weißen Überlegenheitsanspruch und ideologische Kampfbereitschaft. Sie taucht auf Bannern, Stickern, in sozialen Medien, bei Provokationen oder auf Bekleidung auf. Oft dient sie der Selbstinszenierung als “kämpferische Bewegung” und als visuelles Bekenntnis zur Ablehnung von Gleichwertigkeit und Demokratie.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/white-power-faust/","section":"Dossier","summary":"White Power Faust Die sogenannte White-Power-Faust ist ein Symbol der extremen Rechten, das eine erhobene, weiße Faust zeigt - meist stilisiert, oft in Kombination mit rassistischen Parolen.","title":"White-Power-Faust"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 041.jpg) #Die Wolfsangel war Erkennungsmerkmal der im Jahr 1982 verbotenen neonazistischen Jugendorganisation “Junge Front” (JF). In Verbindung mit einer verbotenen Organisation ist die Verwendung, wie in diesem Fall auf dem Unterarm mit der Waffen-SS, durchaus strafbar. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs baute die SS eine als “Werwolf” bezeichnete Organisation auf, die den Untergrundkampf gegen die einrückenden Alliierten führen sollte und die Wolfsangel als Erkennungszeichen nutzte.\nTafeltext 13.01.2024 (2024-01-13, 075.jpg) #Die Wolfsangel auf dem Unterarm war das Erkennungszeichen der im Jahr 1982 verbotenen neonazistischen Jugend-Organisation “Junge Front” (JF). Das Zeichen fand auch im Nationalsozialismus Verwendung. Gegen Ende des 2. Weltkrieges baute die nationalsozialistische Schutz-Staffel (SS) eine als “Werwolf” bezeichnete Organisation auf, die einen Untergrundkampf gegen die einrückenden Alliierten führen sollte. Diese “Werwolf-Einheiten” benutzten die Wolfsangel als Erkennungszeichen. In Verbindung mit einer verbotenen Organisation oder neonazistischen Inhalten ist das Zeigen des Symbols strafbar.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 192.jpg) #Wolfsangel In der heutigen rechtsextremen Szene wird die Wolfsangel als ideologisch aufgeladenes Symbol und Erkennungszeichen verwendet. Neonazis nutzen das Zeichen, um an den historischen Nationalsozialismus anzuknüpfen und eine kämpferisch-völkische Haltung zu demonstrieren. Das Symbol taucht in Logos, Tattoos oder Propagandamaterial auf - teils bewusst in abgewandelter Form gestaltet, damit die Nutzung rechtlich schwerer angreifbar ist. Im Nationalsozialismus wurde die Wolfsangel von SS-Verbänden und dem sogenannten Werwolf-Netzwerk verwendet. Dort stand sie als Symbol für militanten Widerstand. Aufgrund dieses starken Bezugs zum Nationalsozialismus ist ihre Verwendung heute strafbar, wenn sie in einem eindeutig rechtsextremen Kontext auftaucht oder mit Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verbunden ist, vor allem, wenn sie mit verbotenen Gruppierungen in Verbindung steht. So nutzte die 1982 verbotene neonazistische Jugendorganisation Junge Front (JF) die Wolfsangel als Erkennungszeichen. In Stadtwappen ist die Wolfsangel weiterhin als historisches Symbol zulässig.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/wolfsangel/","section":"Dossier","summary":"Wolfsangel In der heutigen rechtsextremen Szene wird die Wolfsangel als ideologisch aufgeladenes Symbol und Erkennungszeichen verwendet.","title":"Wolfsangel"},{"city":"","content":" Tafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 048.jpg) #Der oder die Valknut, auch Wotansknoten, ist ein dreieckiges Symbol mit verschieden gestalteten Ausprägungen. Das Symbol wird mit der nordischen Mythologie in Zusammenhang gebracht und heute unter anderem im Neopaganismus verwendet. Neben dem Neuheidentum haben auch neurechte und neonazistische Gruppen das Symbol für sich entdeckt. Es ersetzt dann das nationalsozialistische Hakenkreuz, dem es bei entsprechender Ausgestaltung recht ähnlich sehen kann. In der Mitte befindet sich eine Triskele.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 160.jpg) #Die drei ineinander verschlungenen Dreiecke stellen den so genannten Valknut dar, auch Walknut und Wotansknoten genannt. Das Symbol wird in verschieden gestalteten Ausprägungen verwendet. Der Wotansknoten wird von Neonazis mit der nordischen Mythologie in Zusammenhang gebracht und als “arteigenes” Symbol betrachtet, auch wenn dessen tatsächliche Bedeutung bis heute unklar bleibt. Diese Leerstelle wird mit beliebigen Deutungen gefüllt. So soll der Wotansknoten einmal für “Schutz”, ein anderes Mal für “Kraft” stehen. Mal ist es das Zeichen eines Ahnen- oder Sippenkultes, mal stehen die Dreiecke für die Welten der germanischen Ursprungs-Sage. Neben dem Neuheidentum und der Popkultur haben auch neurechte und neonazistische Gruppierungen das Symbol für sich entdeckt. Es ersetzt mitunter das nationalsozialistische Hakenkreuz, dem es bei entsprechender Ausgestaltung recht ähnlich sehen kann. In der Mitte des Wotansknotens befindet sich eine Triskele - ein dreiarmiges Hakenkreuz.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 153.jpg) #Wodansknoten Der Wodansknoten, auch als “Walknot” bekannt, ist ein altes nordisches Symbol, das aus drei ineinander verschlungenen Dreiecken besteht. Ursprünglich wurde es mit dem nordischen Gott Odin (im Deutschen: Wodan) assoziiert und steht in mythologischen Deutungen für Tod, Kampf und Übergang ins Jenseits. In der heutigen Zeit wurde das Symbol von Teilen der extrem rechten Szene vereinnahmt - insbesondere seit dem Boom populärer Wikinger-Serien und -Ästhetiken, die nordische Runen, Mythen und Symbolik einem breiten Publikum bekannt gemacht haben. In der Neonaziszene fungiert der Wodansknoten als identitätsstiftendes Erkennungszeichen, das eine Verbindung zu vermeintlich “germanischer Stärke”, Kriegerkult und “nordischer Abstammung” herstellt - ohne dabei auf den ersten Blick strafrechtlich relevant zu sein. Besonders in subkulturellen Milieus wie rechten Kampfsportgruppen, völkischen Siedlungsprojekten oder im Umfeld rechtsextremer Musik findet das Symbol Verbreitung. Es dient dort als stiller Code, um ideologische Nähe auszudrücken, Anschluss zu schaffen und sich kulturell von der liberal-demokratischen Gesellschaft abzugrenzen - eingebettet in ein völkisch-mythologisches Weltbild, das auf Stärke, Opferbereitschaft und ethnischer Exklusivität basiert.","date":"8 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/wotansknoten/","section":"Dossier","summary":"Wodansknoten Der Wodansknoten, auch als \"Walknot\" bekannt, ist ein altes nordisches Symbol, das aus drei ineinander verschlungenen Dreiecken besteht.","title":"Wotansknoten"},{"city":"Twistringen","content":"Im niedersächsischen Twistringen finden seit Monaten Demonstrationen der extrem rechten \"Alternative für Deutschland\" (AfD) statt. Organisiert werden die Demonstrationen durch den AfD-Kreisverband Diepholz. Unterstützt werden die Veranstaltungen auch von anderen niedersächsischen Kreisverbänden - mit jeweils unterschiedlich starker Beteiligung. Auch aus Bremen reisen immer wieder Mitglieder der AfD und der Reichsbürgerszene nach Twistringen.","date":"3 Juli 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-07-03/","section":"Fotos","summary":"Im niedersächsischen Twistringen finden seit Monaten Demonstrationen der extrem rechten \"Alternative für Deutschland\" (AfD) statt.","title":"AfD-Demonstration in Twistringen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/twistringen/","section":"Orte","summary":"","title":"Twistringen"},{"city":"Guthmannshausen","content":"Am 01. Juli 2023 fand im thüringischen Guthmannshausen eine als Seminar deklarierte Schulungsveranstalung der Neonazi-Szene statt. Der Veranstaltungsort war nicht zufällig gewählt, die \"Gedächtnisstätte Guthmannshausen\" ist ein bundesweit genutzter Veranstaltungsort für Geschichtsrevisionist:innen, Holocaustleugner:innen, weltanschaulich gefestigte Nationalsozialist:innen - und solche, die es werden wollen. Bei der Schulungsveranstaltung handelte es sich um ein \"Seminar für rechte Metapolitik\" von \"Metapol\", einer selbsternannten Denkschmiede der Neonazi-Szene. Diese verstehen sich als Organisationsplattform für einschlägige Bildungsarbeit am rechten Rand. Metapol führt diese Seminare regelmäßig im ganzen Bundesgebiet durch, darunter das jährlich stattfindende \"Seminar für rechte Metapolitik\", welches bundesweit beworben wird, und verschiedene lokale Schulungsveranstaltungen. Welche Zielsetzungen diese Veranstaltungen haben, daran lassen die Neonazis hinter Metapol keinen Zweifel: Es geht um das Knüpfen und Sammeln von Netzwerken, man versteht sich hier als \"Rückzugsraum\", in \"Vorbereitung auf den Sturm\", als \"Geschoss, das erbarmungslos voranpeitscht\". Metapol versucht seit einigen Jahren, sich in den rechten Strukturen zu etablieren. So waren sie bereits 2017 beim \"Institut für Staatspolitik\" (IfS) in Schnellroda zugegen. Die Organisatoren von Metapol bewegten sich in der Vergangenheit allesamt in den Strukturen der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN), und waren dort unter anderem für Bildungs-, Schulungs- und Propagandatätigkeiten zuständig. Ein Teil der Metapol-Führungskader treten bei Metapol und in der Öffentlichkeit lediglich unter Pseudonymen auf. Man scheint sehr bemüht um Anonymität, um beruflich und privat nichts zu riskieren. So zum Beispiel Steffen Nickel (links im Bild). Nickel bewegte sich in der Vergangenheit ebenfalls in den Strukturen der NPD-Jugend und kann auf Erfahrung im Vertrieb einschlägiger Schriften zurückblicken. So betrieb er einen Buchhandel, der Bücher über \"Rassenkunde des jüdischen Volkes\" oder \"Mein Kampf\" von Adolf Hitler vertrieb. Auch war er verantwortlich für das JN-Regionalblättchen \"Jugend-Wacht\". Nickel wechselte zwar die Organisation, aber nicht seine politischen Inhalte. Diese betreibt er nun mit anderen unter dem Label \"Metapol\". Auch bei einer Strategietagung der AfD-Jugend war Dornbrach für Metapol im Frühjahr eingeladen.(Quelle: Instagram JA Niedersachsen) Auch der ehemalige JN-Bundes-Schulungsleiter Pierre Dornbrach wird dem Führungskreis von Metapol zugerechnet. Auch Dornbrach legt großen Wert auf Anonymität und tritt lediglich unter dem Pseudonym \"Peter Steinborn\" auf. Dieses Pseudonym verwendet er sowohl als Referent für interne Seminare als auch für seine Autorentätigkeit in der an Metapol angegliederten Zeitschrift \"Agora Europa\". Dornbrach stellte dort prominent die Arbeit von Metapol in einem Vortrag vor und empfahl Metapol für die strategische Bildungs- und Schulungsarbeit der \"Jungen Alternative\" (JA) bundesweit. An der Veranstaltung im niedersächsischen Höfen bei Uchte nahm die AfD-Jugend aus mehreren Bundesländern teil, darunter Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Brandenburg. Auch Vertreter:innen aus dem Bundesvorstand waren zugegen. Ähnlich wie bei der nun stattgefundenen Veranstaltung in Guthmannshausen gab es bei dieser JA-Strategietagung im Februar diesen Jahres Bücher- und Informationsstände - auch von Metapol. Der AfD-Jugend wurde ein Teil der Metapol-Publikationen vorgestellt. Darunter befand sich auch, wie Bilder belegen, das rassistische Machwerk \"Der weiße Ethnostaat\", das sich dem Fortbestand einer herbeiphantasierten \"weißen Rasse\" widmet. Am ersten Juliwochenende in Guthmannshausen war die (kritische) Öffentlichkeit nicht gern gesehen. Morgens wurde direkt Bauzäune mit Sichtschutz aufgebaut. Unterstützt wurden die Strukturen rund um Metapol von Neonazis, die sich derzeit um den Erhalt und Ausbau der \"Gedächtnisstätte\" kümmern. Dass auch diese sich ideologisch nicht weit entfernt vom weltanschaulichen Fundament von Metapol befinden, war leicht erkennbar. Als Referenten waren Martin Kohlmann (Freie Sachsen), Erik Lehnert (Institut für Staatspolitik) sowie Peter Feist (extrem rechter Autor) geladen. Auch Peter Steinborn alias Pierre Dornbrach hielt während des Seminars einen Vortrag. Der Rechtsanwalt und Burschenschaftler Björn Clemens war ebenfalls angekündigt - Clemens hatte zuletzt ein Buch im angegliederten Verlag veröffentlicht. Organisator:innen und Teilnehmer:innen waren nicht nur ideologisch eng vernetzt: Bereits wenige Minuten nach der Wahrnehmung von anwesenden Journalist:innen gab es eine Warnung an die Anreisenden. Daraufhin vermummten sich Teilnehmer:innen bereits in ihren Fahrzeugen und machten zum Teil ihre Nummernschilder unkenntlich. Auch wurde ein Teil der Anreisenden (z.B. Björn Clemens) über einen separaten Feldweg aufs Gelände geleitet. An dem Seminar zum Thema \"Rechte Staatsführung\" von Metapol nahmen Vertreter:innen verschiedener Organisationen aus dem extrem rechten bis offen neonazistischen Spektrum teil. Darunter: Institut für Staatspolitik, Freie Sachsen, NPD sowie deren Jugendorganisation Junge Nationalisten, Der III. Weg, Identitäre Bewegung, sowieo vermutlich auch der AfD/Junge Alternative teil.","date":"1 Juli 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-07-01-g/","section":"Fotos","summary":"Am 01. Juli 2023 fand im thüringischen Guthmannshausen eine als Seminar deklarierte Schulungsveranstalung der Neonazi-Szene statt.","title":"Bildungsarbeit von Rechtsaußen: Seminar von Metapol in Guthmannshausen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/guthmannshausen/","section":"Orte","summary":"","title":"Guthmannshausen"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.07.2023 (2023-07-01-r, 021.jpg) #Ein Teilnehmer beim diesjährigen “DS-Sommerfest 2023” in Riesa mit einem tätowierten Abzeichen der “Hitlerjugend”. Das Hakenkreuz als amtliches Symbol der NSDAP ist als Kennzeichen einer verbotenen Vereinigung als Zeichen allein oder in einer seiner zahlreichen Verwendungen (Fahnen, Armbinden, Abzeichen usw.) immer strafbar.\nTafeltext 01.05.2024 (2024-05-01-s, 102.jpg) #Das Hakenkreuz ist das wichtigste Kennzeichen des Nationalsozialismus (NS), in dessen Schatten millionenfach Mord begangen wurde. Ab 1933 war es das offizielle Staatssymbol der NS-Diktatur. Nach §86a StGB ist die Verwendung des Zeichens - auch in abgewandelter Form - strafbar. Trotz dessen werden strafbare Hakenkreuz-Darstellungen weiterhin von der Neonazi-Szene genutzt. Das Symbol findet sich auf Fahnen, CDs und anderen Musikproduktionen sowie anderen Devotionalien. Am häufigsten kann es als meist verdeckt getragene Tätowierung festgestellt werden.","date":"1 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/hakenkreuz/","section":"Dossier","summary":"Das Hakenkreuz ist das wichtigste Kennzeichen des Nationalsozialismus (NS), in dessen Schatten millionenfach Mord begangen wurde. 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Laut BGH - Beschluss ist die Verwendung dieses Symbols grundsätzlich strafbar.","date":"1 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/keltenkreuz/","section":"Dossier","summary":"Das gleichschenklige Keltenkreuz symbolisiert für Neonazis die angebliche Überlegenheit einer kostruierten und anschließend kulturell aufgeladenen weißen Rasse.","title":"Keltenkreuz"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/symbole/keltenkreuz/","section":"Symbole","summary":"","title":"Keltenkreuz"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.07.2023 (2023-07-01-g, 017.jpg) #Die sogenannte “Schwarze Sonne” ist eine Kombination aus drei Hakenkreuzen bzw. zwölf Sig-Runen. Das Symbol ist eines der populärsten und weitverbreitetsten Erkennungszeichen von Neonazis weltweit. In der von der nationalsozialistischen “Schutzstaffel” (SS) genutzten Wewelsburg bei Paderborn findet sich ein Boden-Ornament der “Schwarzen Sonne”. Das Symbol ist nicht verboten. In der heutigen Nutzung war es zuerst “nur” Ersatz für das verbotene Hakenkreuz. Mittlerweile wird es auch mit esoterischen / heidnischen Inhalten aufgeladen.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 037.jpg) #Die sogenannte “Schwarze Sonne” stellt eine Kombination aus drei Hakenkreuzen bzw. zwölf Sig-Runen dar. Das Symbol ist eines der populärsten und weitverbreitetsten Erkennungszeichen von Neonazis. In der von der nationalsozialistischen “Schutzstaffel” (SS) genutzten Wewelsburg bei Paderborn findet sich ein Boden-Ornament der “Schwarzen Sonne”. Das Symbol ist nicht verboten. In der heutigen Nutzung war es zuerst “nur” Ersatz für das verbotene Hakenkreuz. Mittlerweile wird es auch mit esoterischen und heidnischen Inhalten aufgeladen.\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 164.jpg) #Die so genannte “Schwarze Sonne” stellt eine Kombination aus drei Hakenkreuzen bzw. zwölf Sig-Runen dar. Das Symbol ist eines der populärsten und weitverbreitetsten Erkennungszeichen von Neonazis. In der von der nationalsozialistischen “Schutzstaffel” (SS) genutzten Wewelsburg bei Paderborn findet sich ein Boden-Ornament der “Schwarzen Sonne”. Das Symbol ist in der Bundesrepublik nicht verboten. In der heutigen Nutzung war es zuerst oft “nur” Ersatz für das verbotene Hakenkreuz, wird heute von Teilen der Neonaziszene aber als beliebtes Erkennungssymbol verwendet. Das Symbol der “Schwarzen Sonne” ist aber auch außerhalb der extrem rechten und offen neonazistischen Netzwerke gebräuchlich, z.B. in der Esoterik-, Gothic- oder neuheidnischen Szene. Hier dient es mitunter als Mode-Accessoire.\nTafeltext 29.12.2023 (2023-12-29, 042.jpg) #Schwarze Sonne Die “Schwarze Sonne” am Ellenbogen stellt eine Kombination aus drei Hakenkreuzen bzw. zwölf Sig-Runen dar. Das Symbol findet in zahlreichen Varianten Verwendung, zum Beispiel als Tattoos, in Gruppensymbolen und als Schmuckstück. Seit den 1990er Jahren ist das Zeichen eines der populärsten Symbole von Neonazis und wird von Teilen der Neonaziszene als Erkennungssymbol verwendet. Vorlage für das Symbol ist ein Bodenornament in Gestalt eines Sonnenrades, das in der Zeit des Nationalsozialismus von der SS im Nordturm der Wewelsburg eingelassen wurde. Es ist nicht überliefert, welche Bedeutung dieses Zeichen für die SS hatte, auch ist der Name “Schwarze Sonne” nicht aus dieser Zeit belegt.\nTafeltext 21.06.2025 (2025-06-21, 003.jpg) #Schwarze Sonne Die sogenannte “Schwarze Sonne” ist eine Kombination aus drei Hakenkreuzen bzw. zwölf SIG-Runen. In der von der nationalsozialistischen “Schutzstaffel” (SS) genutzten Wewelsburg bei Paderborn findet sich ein Boden-Ornament der “Schwarzen Sonne”. Das Symbol ist heute eines der populärsten und weitverbreitetsten Erkennungszeichen von Neonazis. Das Symbol ist in Deutschland, im Gegensatz zu Österreich, nicht verboten. Dennoch gilt, dass es sich bei dem Zeichen um ein Ersatzsymbol für das verbotene Hakenkreuz handelt. Inzwischen wird das Symbol auch über die Neonaziszene hinaus von esoterischen und heidnischen Kreisen genutzt.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 227.jpg) #Schwarze Sonne Die “Schwarze Sonne” ist eines der am häufigsten verwendeten Erkennungszeichen in der neonazistischen Szene. Das kreisförmige Symbol, bestehend aus zwölf strahlenförmig angeordneten Sig-Runen, wurde in seiner bekannten Form während der Zeit des Nationalsozialismus gestaltet. Prominent erscheint es als Bodenmosaik im “Obergruppenführersaal” der Wewelsburg bei Paderborn - der ideologischen Schulungsstätte der Waffen-SS. Hinweise auf eine vorchristlich-germanische Herkunft sind nicht belegt, auch wenn entsprechende Behauptungen in der Szene verbreitet sind. Auch wenn das Zeichen heute in unterschiedlichen Milieus auftaucht, bleibt sein Ursprung eng mit der Symbolwelt des Nationalsozialismus verknüpft. Es steht für die bewusste Anknüpfung an die Symbolwelt der Waffen-SS und die Ideologie des Nationalsozialismus. Gerade weil es nicht verboten ist, wird es häufig als Ersatz für klar strafbare NS-Symbole genutzt - etwa auf Kleidung, Aufnähern oder Tätowierungen. Seine Verbreitung ist dabei weniger Ausdruck vielfältiger Deutungen als vielmehr ein Hinweis darauf, wie ideologische Kontinuitäten codiert weitergetragen werden.\nTafeltext 08.08.2025 (2025-08-08, 219.jpg) #Schwarze Sonne Die “Schwarze Sonne” ist eines der am häufigsten verwendeten Erkennungszeichen in der neonazistischen Szene. Das kreisförmige Symbol, bestehend aus zwölf strahlenförmig angeordneten Sig-Runen, wurde in seiner bekannten Form während der Zeit des Nationalsozialismus gestaltet. Prominent erscheint es als Bodenmosaik im “Obergruppenführersaal” der Wewelsburg bei Paderborn - der ideologischen Schulungsstätte der Waffen-SS. Hinweise auf eine vorchristlich-germanische Herkunft sind nicht belegt, auch wenn entsprechende Behauptungen in der Szene - bis weit hinein in esoterische Kreise - verbreitet sind. Auch wenn das Zeichen heute durchaus in unterschiedlichen Milieus auftaucht, bleibt sein Ursprung eng mit der Symbolwelt des Nationalsozialismus verknüpft. Diese steht für die bewusste Anknüpfung an die Symbolwelt der Waffen-SS und die Ideologie des Nationalsozialismus. Gerade weil das Zeichen nicht verboten ist, wird es häufig als Ersatz für klar strafbare NS-Symbole genutzt - etwa auf Kleidung, Aufnähern oder Tätowierungen. Seine Verbreitung ist dabei weniger Ausdruck vielfältiger Deutungen als vielmehr ein Hinweis darauf, wie ideologische Kontinuitäten codiert weitergetragen werden.","date":"1 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/schwarze-sonne/","section":"Dossier","summary":"Schwarze Sonne Die \"Schwarze Sonne\" ist eines der am häufigsten verwendeten Erkennungszeichen in der neonazistischen Szene.","title":"Schwarze Sonne"},{"city":"Riesa","content":"Am 01. Juli 2023 fand im sächsischen Riesa das sogenannte \"DS-Sommerfest\" statt. Dabei handelt es sich um ein Sommerfest des Parteiverlages der neonazistischen Partei \"Die Heimat\". Die Veranstaltung fand auf dem Gelände des \"Deutsche Stimme Verlags\" (DS) statt.  An der Veranstaltung nahmen auch in diesem Jahr dutzende Neonazis und deren Unterstützer*innen teil - darunter auch Mitglieder der sogenannten \"Freien Sachsen\". Etliche Familien reisten zu der Veranstaltung - inklusive ihrer Kinder. Zum Rahmenprogramm der Veranstaltung gehörten neben Redebeiträgen auch der Auftritt zweier neonazistischer Liedermacher. Die Veranstaltung war, neben der Anwesenheit dutzender Kleinkinder, geprägt durch offen zur Schau gestellte NS-Symbolik. Darunter Hakenkreuze und Verweise auf die Waffen-SS. Trotz der zahlreichen NS-Bezüge und der Verwendung strafbarer Symbolik des Nationalsozialismus verzichtete die Polizei Sachsen auf Einsatzkräfte vor Ort. Lediglich als Teilnehmende die Polizei aufgrund anwesender Journalisten*innen riefen, weil diese sich weigerten Bilder zu löschen, erschien die Polizei mit einem einzelnen Streifenwagen für ein paar Minuten am Ort des Geschehens. Die weltanschauliche Indoktrination, insbesondere von Schutzbefohlenen, konnte somit ungestört stattfinden. ","date":"1 Juli 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-07-01-r/","section":"Fotos","summary":"Am 01. Juli 2023 fand im sächsischen Riesa das sogenannte \"DS-Sommerfest\" statt.","title":"Sommerfest der \"Deutschen Stimme\" und der Partei \"Die Heimat\" in Riesa"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.07.2023 (2023-07-01-g, 016.jpg) #Bei dem Totenkopf auf dem Unterarm handelt es sich um das Truppensymbol der SS-Division “Totenkopf”. Die sogenannten SS-Totenkopfverbände betrieben die zahlreichen Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus. Obwohl das Symbol in der Bundesrepublik Deutschland nach §86a StGB strafbar ist, gehört es zu den populärsten Zeichen von Neonazis und findet oft Verwendung.\nTafeltext 01.07.2023 (2023-07-01-r, 059.jpg) #Teilnehmer beim diesjährigen “Sommerfest” der “Deutschen Stimme” (DS) und der neonazistischen Partei “Die Heimat” am 01. Juli 2023 in Riesa. Der SS-Totenkopf stellte als Uniformabzeichen der SS-Verbände ein Symbol dieser verbotenen Organisation dar und ist deshalb strafbar.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 040.jpg) #Bei dem Totenkopf auf dem Unterarm handelt es sich um das Truppensymbol der SS-Division “Totenkopf”. Die sogenannten SS-Totenkopfverbände betrieben die zahlreichen Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus. Obwohl das Symbol in der Bundesrepublik Deutschland nach §86a StGB strafbar ist, gehört es zu den populärsten Zeichen von Neonazis und findet oft Verwendung. Auch der Schriftzug “Meine Ehre heißt Treue” auf dem Unterarm bezieht sich auf die Waffen-SS - und ist ebenfalls strafbar.\nTafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 011.jpg) #Bei dem Totenkopf auf dem Unterarm handelt es sich um das Truppensymbol der SS-Division “Totenkopf”. Die sogenannten SS-Totenkopfverbände betrieben die zahlreichen Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus. Obwohl das Symbol in der Bundesrepublik Deutschland nach §86a StGB strafbar ist, gehört es zu den populärsten Zeichen von Neonazis und findet oft innerhalb neonazistischer Strukturen oder als Tattoo Verwendung.\nTafeltext 26.08.2023 (2023-08-26, 082.jpg) #Bei diesem Totenkopf handelt es sich um eine Abwandlung des Truppensymbols der SS-Division “Totenkopf”. Die sogenannten SS-Totenkopfverbände betrieben die Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus. Obwohl das Symbol in der Bundesrepublik Deutschland nach §86a StGB strafbar ist, gehört es, wie auch das zu sehende Keltenkreuz, zu den populärsten Zeichen neonazistischer Strukturen. Der SS-Totenkopf mit Nachtsichtgerät findet spätestens seit Beginn des Ukrainekrieges Verbreitung. Insbesondere die neonazistische Gruppierung “Misanthropic Division” verwendet dieses abgewandelte Symbol.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 082.jpg) #SS-Totenkopf Der SS-Totenkopf hat seinen Ursprung in den Truppen- bzw. Divisionsabzeichen der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS), insbesondere bei den sogenannten Totenkopfverbänden. Diese Einheiten waren unter anderem für die Bewachung und Organisation der Konzentrations- und Vernichtungslager verantwortlich. Das Symbol zeigt einen Schädel mit gekreuzten Knochen. Der SS-Totenkopf ist in Deutschland als Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemäß §86a Strafgesetzbuch verboten, da er unmittelbar mit der SS und ihren Verbrechen in Verbindung steht. Das Verbot gilt für die originalen Abbildungen, wie sie im Nationalsozialismus verwendet wurden - insbesondere in Verbindung mit weiteren NS-Symbolen. In der Szene wird das Verbot häufig umgangen, etwa durch stilisierte Varianten oder leicht abgeänderte Darstellungen, die an das Original erinnern, aber formal nicht identisch sind. Trotz der Strafbarkeit gehört der SS-Totenkopf bis heute zu den populärsten Erkennungszeichen in der Neonaziszene und wird ideologisch als Ausdruck von Gewaltbereitschaft und nationalsozialistischer Radikalität genutzt.","date":"1 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/ss-totenkopf/","section":"Dossier","summary":"SS-Totenkopf Der SS-Totenkopf hat seinen Ursprung in den Truppen- bzw. Divisionsabzeichen der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS), insbesondere bei den sogenannten Totenkopfverbänden.","title":"SS-Totenkopf"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.07.2023 (2023-07-01-g, 019.jpg) #Der Thorshammer, auch Mjölnir oder Mjöllnir genannt, ist heute neben einigen anderen Symbolen das wohl am häufigsten gezeigte Symbol der extremen Rechten. Der Thorshammer findet sich auf Shirts, Aufnähern und als Tattoo-Motiv. Besonders beliebt ist er als Halsketten-Anhänger und wird als solcher in unzähligen Modellen angeboten. Der Thorshammer dient dabei weit über die extreme Rechte hinaus als antichristliches Bekenntnis und Mode-Utensil. Er wird als solches auch in nicht-rechten Teilen der Heiden-, Dark-Wave- oder Heavy-Metal-Szenen und vereinzelt auch in alternativen Kreisen getragen. vgl.: https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/germanentum-und-heidentum/thorshammer-71.html\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 063.jpg) #Der Thorshammer, auch Mjölnir oder Mjöllnir genannt, ist heute neben dem Eisernen Kreuz das am häufigsten gezeigte Symbol der extrem Rechten. Der Thorshammer findet sich auf Shirts, Aufnähern und als Tattoo-Motiv. Besonders beliebt ist er als Halsketten-Anhänger und wird als solcher in unzähligen Modellen angeboten. Der Thorshammer dient weit über die extrem Rechte hinaus als antichristliches Bekenntnis und Mode-Utensil. Er wird als solches auch in nicht-rechten Teilen der Heiden-, Dark-Wave- oder Heavy-Metal-Szenen und vereinzelt auch in alternativen Kreisen getragen. vgl.: https://dasversteckspiel.de/die-symbolwelt/germanentum-und-heidentum/thorshammer-71.html\nTafeltext 17.09.2023 (2023-09-17, 182.jpg) #Der Thorshammer, auch Mjölnir oder Mjöllnir genannt, ist eines der am häufigsten gezeigten Symbole der extremen Rechten und der Neonaziszene. Der Thorshammer findet sich auf Shirts, Aufnähern und als Tattoo-Motiv. Besonders beliebt ist er als Halsketten-Anhänger und wird als solcher in unzähligen Modellen angeboten. Der Thorshammer dient weit über die extreme Rechte hinaus als antichristliches Symbol, Bekenntnis und Mode-Utensil. Er wird auch in nicht-rechten Teilen der Heiden-, Dark-Wave- oder Heavy-Metal-Szenen und vereinzelt auch in alternativen Kreisen getragen.","date":"1 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/thorshammer/","section":"Dossier","summary":"Der Thorshammer, auch Mjölnir oder Mjöllnir genannt, ist eines der am häufigsten gezeigten Symbole der extremen Rechten und der Neonaziszene.","title":"Thorshammer"},{"city":"","content":" Tafeltext 01.07.2023 (2023-07-01-r, 034.jpg) #Werbung für die Waffen-SS: Die auf dem T-Shirt verwendete Symbolik sowie der Schriftzug “Black Lives Matter” beziehen sich in positiver Weise auf die nationalsozialistische Schutzstaffel (SS) und deren militärische Verbände, die Waffen-SS.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 028.jpg) #Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich bestimmter Symbole, Chiffren und Zeichen, um ihre Gesinnung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Wie alle Symbole dienen sie dem schnellen Wiedererkennen - stellen also einen gruppen- und länderübergreifenden Code dar - insbesondere um Strafverfolgung zu umgehen. Das Wappenschild mit ausgestanzter Ecke bezieht sich dabei auf die Wappenschilder der einzelnen Divisionen der nationalsozialistischen Waffen-SS, welche ebenfalls diese Form von Abzeichen verwendete.\nTafeltext 08.07.2023 (2023-07-08, 035.jpg) #WAFFEN-SS / NS-SYMBOLIK Bei der Verwendung von Symbolen, Chiffren und Codes durch Neonazis werden auch verschiedene Zeichen kombiniert. Neonazis erkennen die dahinterliegende Symbolik leicht und schaffen so das Gefühl weltanschaulicher Zusammengehörigkeit. In diesem Fall wurde ein Wappenschild der Waffen-SS-Divisionen mit ausgestanzter Ecke mit der nationalsozialistischen Kriegsfahne kombiniert. Der Zusatz “Division Thüringen” bezieht sich erneut auf die Divisionen der Waffen-SS.\nTafeltext 19.07.2025 (2025-07-19-m, 166.jpg) #Abzeichen Waffen-SS Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich bestimmter Zeichen, Symbole und Chiffren, um ihre Gesinnung in die Öffentlichkeit zu tragen. Wie alle Symbole stellen sie einen Gruppen- und länderübergreifenden Code dar. Das hier verwendete Wappenschild bezieht sich auf ein Divisionsabzeichen der nationalsozialistischen Waffen-SS. Bei der konkreten Darstellung handelt es sich aber um kein historisches Divisionsabzeichen, sondern um ein Fantasieabzeichen, welches sich auf die Waffen-SS bezieht. Konkret handelt es sich hierbei um das Wappen der sogenannten “Wolfsbrigade 44” oder “Sturmbrigade 44”. Die Gruppe wollte einen neuen NS-Staat errichten und den demokratischen Rechtsstaat abschaffen. Die Zahlenkombination “44” ist ein neonazistischer Zahlencode, der sich auf die SS-Sondereinheit “Division Dirlewanger” (DD) bezieht. Die Gruppierung und ihre Symbolik wurde im Dezember 2020 verboten.","date":"1 Juli 2023","group":"dossier:symbole","permalink":"https://recherche-nord.com/dossier/symbole/waffen-ss/","section":"Dossier","summary":"Abzeichen Waffen-SS Die international vernetzte Neonaziszene bedient sich bestimmter Zeichen, Symbole und Chiffren, um ihre Gesinnung in die Öffentlichkeit zu tragen.","title":"Waffen-SS"},{"city":"Eisenach","content":"Erneut fand im thüringischen Eisenach ein Wochenende voller Rechtsrock statt. Am Freitag sowie am Samstag versammelten sich zu diesem Zweck Neonazis aus mehreren Bundesländern im sogenannten \"Flieder Volkshaus\" - welches gleichzeitig als Landeszentrale der NPD-Thüringen fungiert - die sich inzwischen in \"Die Heimat\" umbenannt hat. Im Gegensatz zu den rund 100 Neonazis erschien die Polizei am vergangenen Samstag recht spät am Ort des Geschehens - und dies obwohl das \"Flieder Volkshaus\" von den Behörden im vergangenen Jahr zum Gefahrengebiet erklärt wurde. Kurzum: die Polizei hatte den Zeitpunkt des Einlaß zum Konzert falsch notiert und war von einem Beginn rund eine Stunde später ausgegangen. Getreu dem Motto \"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben\" verpasste die Polizei damit einen Großteil der Anreise - und registrierte damit jede Menge Straftaten nicht...  ... wobei auch die Anwesenheit der Polizeikräfte keine Straftaten unterband, wie der Verlauf des Abends deutlich zeigen sollte. Sowohl am Samstag wie auch am Freitag fand hier der neonazistischen Liedermachers Marco Bartsch, von der Band \"Sleipnir\" eine Bühne (nicht im Bild). Die Texte von \"Sleipnir\"  beinhalten eine Mischung von rassistischen Elementen in Verbindung mit sozialen Problemlagen, nordischer Mythologie und einem Bezug zum Nationalsozialismus. Etliche der Teilnehmenden erschienen im Bandshirt der neonazistischen Musikgruppe. Organisiert wurde die als Liederabend deklarierte Konzertveranstaltung vom Neonazi Patrick Weber, dem Betreiber des Germania-Versands. Weber (nicht im Bild), ebenfalls Schatzmeister der NPD-Thüringen, und weitere Neonazis aus Thüringen nutzen zuletzt verstärkt das \"Flieder Volkshaus\" als Veranstaltungsort für Rechtsrockkonzerte und der damit verbundenen Propagierung menschenverachtender Ideologie - bislang von den Polizeibehörden weitestgehend toleriert. Zu Beginn der Veranstaltung war die Polizei mit insgesamt sechs Einsatzkräften vor Ort vertreten, welche die Personenkontrollen durchführten sollten. Angesichts der großen Anzahl an Teilnehmenden und zwei unterschiedlicher Kontrollpunkte gelang es einigen Neonazis, mit den Worten, man sei bereits überprüft worden, die Kontrollen zu umgehen. Der NPD (bzw. Die Heimat)-Landesvorsitzende Patrick Wieschke vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn im rückwertigen Bereich des \"Flieder Volkshauses\". Anreisende Teilnehmende nutzen, wie bereits in der Vergangenheit, den streng gesicherten Hintereingang um in das Gebäude zu gelangen. Das es sich beim \"Flieder Volkshaus\" in Eisenach um einen \"sicheren\" Veranstaltungsort für Rechtsrockkonzerte handelt, hat sich in der Neonaziszene schon seit langen herumgesprochen. Während Landauf- Landab Rechtrockkonzerte von den Sicherheitsbehörden regelhaft aufgelöst werden, konnte sich das \"Flieder Volkshaus\" unter den Augen der Polizei zu einem wahren \"Hotspot\" mit bundesweiter Bedeutung entwickeln. Inwieweit ein Problembewusstsein gegenüber solchen Veranstaltungen innerhalb der thüringischen Landesbehörden vorhanden ist, zeigt auch das Verhalten einiger Beamten vor Ort. Zwar wurde das Presserecht gewahrt, die Dokumentation der Veranstaltung damit ermöglicht, dennoch wünschte der eine oder andere Beamten teilnehmden Neonazis vor dem Betreten des Rechtsrockkonzertes noch \"einen schönen Abend\"... ... was augenscheinlich ganz auf Gegenseitigkeit beruhte. Die Bedeutung und der Erfolg neonazistischer Konzertveranstaltungen in Eisenach läßt sich auch an dem Zuspruch der Neonaziszene ablesen. So war ursprünglich lediglich am Samstag ein Konzert geplant. Aufgrund des enormen Andrangs auf die Konzertkarten entschieden sich die Verantalter dann ein weiteres Konzert am Freitag durchzuführen. Gewaltphantasien der anreisenden Teilnehmenden waren an diesem Abend keine Seltenheit. Mehrfach wurden anwesende Journalist*innen bedroht und beleidigt. Auch Anwohner beschimpften die Journalist*innen als Terroristen die ihre \"gerechte Strafe\" noch bekommen werden.  Während der eigentliche Eingang im Frontbereich des \"Flieder Volkshauses\" eigentlich geschlossen werden sollte, setzen sich die Neonazis weitestgehd darüber hinweg. Immer wieder begaben sich Teilnehmende über den Haupteingang auf die Straße oder betraten gleich hier das Gebäude. Eine Polizeikontrolle des Personenverkehrs war hier nicht gewährleistet - dazu waren zu wenig Beamte vor Ort. Neonazis die anwesende Journalist*innen massiv mit Gewalt bedrohten und versuchten diese einzuschüchtern um sie letztlich von der Arbeit abzuhalten, konnten ohne Ansprache der Polizei ungestört agieren und wüste Morddrohungen ausstoßen.    Was die Neonazis unter den Augen der Polizei ebenfalls konnten, war das massenhafte Verwenden strafbarer Erkennungszeichen. Verstöße gegen den §86a füllten an diesem Abend ein ganzes Notizbuch - nur nicht jenes der polizeilichen Einsatzleitung. Einzelne Neonazis klebten sich entsprechende Symbole zwar noch während der Anreise ab. Nachdem diese dann das Gebäude betraten, wurden die verbotenen Symbole und Erkennungszeichen dann wieder sichtbar gemacht. Auch anschließend wieder auf der Straße und auch dies ohne Konsequenzen. Neonazis, die mit verbotenen Erkennungszeichen, wie hier mit dem Logo der nationalsozialistischen \"Schutzstaffel\" (SS) in den Räumlichkeiten wie auch auf der offenen Straße posierten, hatten an diesem Abend augenscheinlich nichts zu befürchten. Wobei ein Abkleben der verbotenen Symbolik am vergangenen Wochende auch nicht wirklich nötig gewesen wäre. So verzichteten die eingesetzten Polizeikräfte auf eine nähere Überprüfung der Neonazis. Die Veranstaltenden werden es der Polizei gedankt haben - zahlreiche Neonazis konnten so verbotene Symbolik offen zur Schau stellen und den neonazistischen Charakter der Veranstaltung und die damit verbundene Menschenverachtung umso ausgelassener ausleben. Auch das Werben für rassistische Ideologie stellte am vergangenen Wochenende in Eisenach kein Problem dar - viel eher stand das vergangene Wochenende für den Normalzustand im Rechtsrockland Thüringen. Auch das Kürzel NS. welches auf die weltanschaulichen Wurzeln verweist - eben jene des Nationalsozialismus - und sich ebenfalls auf dem Shirt befand, erzeugte bei den eingesetzten Polizeibeamten kein Stirnrunzeln. Und auch jener Konzertbesucher präsentierte mit der Odalrune am Handgelenk verbotene Zeichen in der Öffentlichkeit. Angesichts der zahlreichen Bezüge zum Nationalsozialismus fiel das Werben für nationalsozialistische Kriegsverbrecher, die für zahlreiche Greultaten an der Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg verantwortlich waren, auch nicht weiter ins Gewicht. Die Organisatoren der Veranstaltung hatten eigens einen Ordnerdienst beauftragt Einlasskontrollen vorzunehmen. Teilnehmende Neonazis mussten, die zuvor bestellten Eintrittskarten vorzeigen und konnten erst anschließend das \"Flieder Volkshaus\" betreten. Die Tätowierung im Handbereich (Nummer 51) verweist auf die Neonazi-Gruppierung \"Knockout 51\" aus Eisenach. Im Mai 2023 klagte der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof mutmaßliche Mitglieder von Knockout 51 u. a. wegen hinreichendem Tatverdacht der Mitgliedschaft in einer und Gründung einer kriminellen und terroristischen Vereinigung an. Das Werben für die Gruppierung war zumindest im \"Flieder Volkshaus\" am vergangenen Wochenende kein Problem - nutze die Gruppierung doch auch in der Vergangenheit die Räumlichkeiten für Treffen. Der Veranstalter Patrick Weber (rechts im Bild) beim Begrüßen des neonazistischen Liedermachers \"Sleipnir\" hatte gut Lachen - die Polizei räumte zuvor den Eingangsbereich um den Neonazis zu ermöglichen mit ihrem Fahrzeug auf das Gelände zu gelangen. Auf eine Durchsuchung des Fahrzeuges wurde, wie zuvor schon bei allen Teilnehmenden, verzichtet.  Marco Bartsch, von der Band \"Sleipnir\" Ein Mitglied von \"Sleipnir\" posierte nach seiner Ankunft mit Pferdekopf. Der Kopf verweist auf die Bedeutung des Namens \"Sleipnir\" - dabei handelt es sich um ein achtbeiniges Pferd aus der nordisch-germanischen Mythologie. Die Normalisierungsstrategie der Neonaziszene in Eisenach scheint nicht nur angesicht der Vorgänge vom vergangenen Wochenende langsam aufzugehen. Das nächste Konzert im \"Flieder Volkshaus\" ist dann für Anfang Juli angekündigt.","date":"24 Juni 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-06-24/","section":"Fotos","summary":"Erneut fand im thüringischen Eisenach ein Wochenende voller Rechtsrock statt.","title":"Normalzustand im Rechtsrockland: Neonazikonzert in Eisenach"},{"city":"Dortmund","content":"Am vergangenen Samstag fand in Dortmund-Dorstfeld eine Veranstaltung der Jungen Alternative NRW mit ca. 60 Teilnehmer:innen statt, darunter auch Dominic Viertmann, Schriftführer der Junge Alternative (JA) NRW (rechts im Bild). Viertmann ist außerdem Vorsitzender der JA Düsseldorf. Die Junge Alternative (JA) NRW hatte zu einem \"Russland-Ukraine Symposium\" mit Hans-Thomas Tillschneider (AfD Sachsen-Anhalt, Bild 42) und Roger Beckamp (AfD, MdB, Bild 78) geladen. Die Anreise begann gegen 17 Uhr, pünktlich um 18 Uhr startete die Veranstaltung in den von der JA NRW als Parteibüro angemieteten Büroräumlichkeiten in Iggelhorst 23 in Dortmund-Dorstfeld. Das Büro befindet sich in einem Wohnhaus im 2.Stock. Die Teilnehmer:innen kamen einzeln oder in kleinen Gruppen am Veranstaltungsort an und wurden von den Organisator:innen darauf hingewiesen, ein Stück entfernt zu parken. Ebenfalls vor Ort war Elia Sievers (Bild), welcher nicht nur für die AfD im Kreistag in Höxter sitzt, sondern auch Beisitzer im Bezirksverband OWL und der JA NRW ist. Sievers gehört zu den Bindegliedern zwischen der (ehemaligen) Identitären Bewegung in NRW und der AfD und JA. Er ist großer Höcke-Fan und lud diesen im März 2020 zu einer Wahlkampfauftakt-Veranstaltung in Höxter ein. Sievers hat auch keine Berührungsängste mit Burkhart Weecke aus Horn-Bad Meinberg, welcher immer wieder durch seine völkisch-rassistischen Äußerungen auffällt und bereits wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Die Veranstalter:innen gingen nach eigener Aussage im Vorfeld davon aus, dass hauptsächlich Parteimitglieder an der Veranstaltung teilnehmen würden. Trotz dessen gab es bei einzelnen Anreisenden im späteren Verlauf immer wieder Verwunderung darüber, wo man denn eigentlich klingeln müsse. Es waren viele Mitglieder des Landesvorstands der JA zugegen, darunter auch Thea Huhmann (links, Beisitzerin im Landesvorstand). Einige der Teilnehmer:innen füllen Posten in der JA und der AfD: Patrick Heinz (rechts), stellvertretender Sprecher des Landesvorstands der JA und Schriftführer des AfD-Kreisverbands Mettmann, war ebenfalls zugegen. Marco Kleine (Bildmitte) hingegen ist Kreissprecher der AfD Hochsauerland und gleichzeitig Beisitzer der JA Südwestfalen-Ruhr. Nils Hartwig (rechts) ist stellvertretender Landesvorsitzender der JA in NRW. Einer der Teilnehmer schien sich durch die Anwesenheit von Medienvertreter:innen bei der Veranstaltung sichtlich gestört zu fühlen. Die Veranstalter:innen hatten außerdem für das leibliche Wohl der Teilnehmer:innen gesorgt. Im Laufe der Anreise erschien auch die Polizei am Veranstaltungsort, da die Organisator:innen sie gerufen hatten. Der als Redner angekündigte Hans-Thomas Tillschneider (Bild), welcher für die AfD im Landtag in Sachsen-Anhalt sitzt. Mit dabei auch Irmhild Boßdorf (Bildmitte, AfD), welche mit ihrer Tochter Reinhild maßgeblich die extrem rechte Gruppierung \" Lukreta\" organisiert. Roger Beckkamp (Bild), AfD-Abgeordneter im Bundestag und zweiter Redner des heutigen Tages. Am Straßenschild findet sich ein menschenverachtender Sticker aus dem Sortiment des  Neonazi-Versandhandels von Tommy Frenck.","date":"24 Juni 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-06-24-do/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag fand in Dortmund-Dorstfeld eine Veranstaltung der Jungen Alternative NRW mit ca. 60 Teilnehmer:innen statt, darunter auch Dominic Viertmann, Schriftführer der Junge Alternative …","title":"Treffen der JA in Dortmund"},{"city":"Eisenach","content":"Am vergangenen Freitag, den 16. Juni 2023 fand im thüringischen Eisenach erneut ein Rechtsrockkonzert statt. Insgesamt reisten etwa 60 bis 70 Neonazis in die Kreisstadt im thüringischen Wartburgkreis. Als Veranstaltungsort wurde erneut auf das sogenannte \"Flieder Volkshaus\" in Eisenach zurückgegriffen. In dem, im Jahr 2014 erworbene Gebäude befindet sich unter anderem auch die Landesgeschäftsstelle der NPD-Thüringen. In den Räumlichkeiten finden seit Jahren einschlägige Versammlungen der Neonaziszene statt - neben NPD-Parteitreffen, insbesondere Vortragsveranstaltungen, Hintergrundtreffen verschiedenster Organistationen der extremen Rechten oder wie am vergangenen Wochenende, als Liederabend beworbene Rechtsrockkonzerte. Für den vergangenen Freitag war der Auftritt von \"Phil von FLAK\" angekündigt. Dabei handelt es sich um den Sänger der Rechtsrockband FLAK aus Nordrhein-Westfalen, welcher  seit mehreren Jahren auch unter dem Namen „Phil“ als Liedermacher in Erscheinung tritt. Die VEranstaltung wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Anreisende Teilnehmende wurden kontrolliert. Die Landesgeschäftsstelle der NPD, das \"Flieder Volkshaus\", wurde im vergangenen Jahr von der Polizei als gefährlicher Ort eingestuft. Diese Einstufung als «kriminogener Ort» - so die Bezeichnung durch die Polizei - erlaubt der Polizei Personenkontrollen ohne weiteren Anlass. Grundlage dafür ist das Polizeiaufgabengesetz.","date":"16 Juni 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-06-16/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Freitag, den 16. Juni 2023 fand im thüringischen Eisenach erneut ein Rechtsrockkonzert statt.","title":"Rechtsrockkonzert in Eisenach"},{"city":"Riesa","content":"Die Erwartungen der Parteimitglieder waren groß: am vergangenen Wochenende führte die neonazistische \"Nationaldemokratische Partei Deutschland\", kurz NPD, am 03. Juni 2023 ihren 22. Bundesparteitag in der sächsischen Kleinstadt Riesa durch. Nach Angaben der Parteiführung (hier der NPD-Organisationsleiter Patrick Wieschke) stand nicht viel weniger als der Fortbestand der Partei auf dem Programm. Strukturelle Veränderungen, bis hin zu der Umwandlung in eine Bewegungsorganisation waren angekündigt. Am Ende blieb vieles beim alten. Zumindest konnte die Parteiführung die Umbenennung der Partei beschließen - gegen den Widerstand von rund einem Viertel der anwesenden Deligierten. Als Veranstaltungort griff die NPD auf die \"Stadthalle Stern\" in Riesa zurück. Gewiss kein Zufall: in den Räumlichkeiten konnte die NPD bereits in der Vergangenheit entsprechende Veranstaltungen durchführen. Der Träger der Halle ist die städtische Förder- und Verwaltungsgesellschaft (FVG Riesa mbH), die unter anderen noch die SachsenArena, den örtlichen Tierpark, die Stadtbibliothek sowie das Stadtmuseum verwaltet. Während des Parteitags waren auch Mitarbeitende der SachsenArena zugegen. Das Catering der VEranstaltung übernahm eine ortsansäßige Firma. In Riesa befindet sich auch der Verlag der \"Deutsche Stimme\" (DS)- welcher für das gleichnamige NPD-Presseorgan \"Deutsche Stimme\" verantwortlich zeichnet und über entsprechende Räumlichkeiten in Riesa verfügt. Jährlich finden hier, nahezu abseits der öffentlichen Wahrnehmung, entsprechende Großveranstaltungen der NPD statt. Die Anzahl an erwarteten Teilnehmenden konnte das Verlagsgebäude jedoch nicht aufnehmen - so entschied sich die Parteiführung in die örtliche Stadthalle auszuweichen. Hier in Riesa sollte, nach Ansicht der Parteiführung das gelingen, was im vergangenen Jahr noch scheiterte: die Umbenennung der Partei in \"Die Heimat\" und die damit verbundene Umwandlung der NPD in eine \"Anti-Parteien-Bewegung\". Man wolle als Netzwerk- und Dienstleistungsorganisation neue Netzwerke knüpfen um an vorangegangene parlamentarische Erfolge anzuknüpfen. Der bisherige Name NPD stünde angesichts der damit verbundenen \"Stigmatisierung\" (so die Parteiführung) einer weiteren Entwicklung der Partei im Wege. Seit über einem Jahr werden in der Partei, zum Teil erbitterte Debatten, über die künftige Neuausrichtung und die damit verbundene Umbenennung geführt. Der NPD-Bundesvorstand (hier der NPD-Generalsekretär Alexander Neidlein) versuchte bereits im vergangenen Jahr, während des letzten Bundesparteitages im hessischen Altenstadt, die Umbenennung der Partei formal beschließen zu lassen. Doch das Unterfangen scheiterte - die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Deligierten wurde nicht erzielt.  Die Parteiführung (hier der NPD-Bundesgeschäftsführer und Pressesprecher der Partei, Klaus Beier) hielt trotz der Entscheidung ihrer Mitglieder, am Plan der Umbenennung fest. Getreu der parteiintern vertretenen Auffassung, dass die demokratische Ausgestaltung der Gesellschaft überwunden werden kann, und das demokratisch gefasste Beschlüsse das Papier nicht wert sind auf dem sie gedruckt werden, setze sich die Parteiführung weiterhin für eine Umbenennung ein. Einzelne Kreisverbände benannten sich in der Folge informel bereits um, Informationsmaterial, selbst Spendendosen mit dem neuen Namen, wurden bereits auf Parteikosten produziert. Die Parteiführung fühlte sich sicher, die Umbenennung im nächsten Anlauf beschließen zu lassen. Und die Hoffnung auf Erfolg erschien nicht unbegründet. In Folge des NPD-Bundesparteitages in Altenstadt im Jahr 2022 wurden entsprechende Maßnahmen getroffen: lautstarker Protest und offener Widerstand gegen die Pläne des NPD-Bundesvorstands wurde mit Parteiausschlußverfahren bedacht, mißliebige Parteimitglieder ihrer Ämter enthoben. Auch kam es, wie aus Parteikreise zu vernehmen war, im Vorfeld des nun stattgefunden Parteitages in Riesa zu tätlichen Angriffen gegen allzu \"hartnäckige\" Gegner der geplanten Umbenennung.  Für die Parteiführung stand, trotz Unbehagens ihrer Mitglieder, die Umbenennung in \"Die Heimat\" letztlich nicht mehr zur Debatte. Aus diesem Grund wählte die Bundesführung - reichlich suggestiv - mit dem Slogan \"WIR SIND DIE HEIMAT\" in diesem Jahr ein Parteitagsmotto, welches nur wenig Anlass für Spekulation über die Zielsetzung bot.  Auch der hessische NPD-Abgeordnete Stefan Jagsch (Bild) aus dem hessischen Altenstadt gehörte im Vorfeld zu den Unterstützern der Umbenennung. Diese würde \"die Möglichkeit eröffnen Allianzen mit anderen Organisationen einzugehen\" welche derzeit \"von den drei Buchstaben\" abgeschreckt seien - so Jagsch bei einem Netzwerktag der \"Deutschen Stimme\" im Mai 2023. Mit der Formulierung \"drei Buchstaben\" bezog sich Jagsch auf den Parteinamen NPD. Bei der Ausrichtung der Veranstaltung half auch, neben einem eigens eingesetzten Ordnerdienst, insbesondere Andreas Käfer (Bild), seines Zeichens Kreisvorsitzender der NPD in Berlin Marzahn-Hellersdorf. Während des letzten Bundesparteitages der NPD war Andreas Käfer noch für die Einlasskontrolle zur Veranstaltung zuständig gewesen. Die Veranstaltung bot auch Platz für Informations- und Verlaufsstände. Einzelne  \"Bewegungsunternehmer\" verstanden es auch aus dem Bundesparteitag noch Kapital zu schlagen. Dazu gehörte der  \"Verlag Sturmzeichen \" um den Dortmunder Kreisvorsitzenden Sascha Krolzig, als auch ein \"Survivalprojekt\", um das NPD-Bundesvorstandsmitglied Sebastian Schmidtke (rechts im Bild), dass neben T-Shirts insbesondere mit dem Verkauf von Armbrüsten wirbt. Ebenfalls vor Ort war der NPD-Politiker, Geschäftsführer sowie Schatzmeister der NPD-Hessen, Daniel Lachmann. Auch Lachmann schien sich der geplanten Umbennung sicher. So brachte er Spendendosen zum Parteitag auf denen schon der Namenszug der \"Heimat\" zu lesen war. Das sich Lachmann nur wenig Gedanken über die Entscheidung des letzten Bundesparteitages gemacht und die Umbenennung bereits gedanklich vollzogen hat, zeigt auch der Umstand, dass Lachmann bereits seit längeren mit Transparenten auf Demonstrationen in Erscheinung tritt auf denen sich bereits das neue Parteilogo, inklusive neuer Namensgebung finden ließ. Der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt (links) und das NPD-Bundesvorstandsmitglied Stefan Lux (rechts) während der Anreise. Voigt zeigte sich im vergangenen Jahr noch skeptisch gegenüber der geplanten Umbenennung und vertrat gegenüber der Parteiführung eine widerständige Position. Spätestens seit dem Wahlerfolg der NPD im schleswig-holsteinischen Neumünster, welche unter dem Namen \"Heimat Neumünster\" bei der Kommunalwahl 2023 mehrere Mandate gewann, änderte Voigt seine Meinung jedoch. Der Ordnerdienst des Parteitages wurde durch Mitglieder der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) gestellt.  Nico Koal vom JN-Gebietsverband Mitte kandidierte darüber hinaus auch für einen Listenplatz bei der anstehenden Europawahl - letztlich landete Nico Koal auf dem zehnten Listenplatz. Seine Erfolgsaussichten dürften damit recht eingeschränkt sein. Der Ordnerdienst der \"Jungen Nationalistn\" (JN) setze sich vor allem aus JN-Mitgliedern aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt zusammen.  Florian Stein, ehemaliger \"parlamentarischer Assistent\" des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt während der Anreise in Riesa. Stein gehörte ebenfalls in der Vergangenheit dem Bundesvorstand der NPD an - und war dort in der Vergangenheit für die Ausgestaltung der \"Europapolitik\" verantwortlich.  Ganz aufgeben möchte die NPD ihren alten Namen jedoch nicht. So ließ die Parteiführung den Namen vorsorglich schützen. Zu groß die Angst das abtrünnige Mitglieder eine Neugründung vornehmen könnten. Hauptgrund aber sei, so ein Mitglied des Parteivorstands, dass ansonsten womöglich Unklarheiten über Erbschaften, welche der NPD überschrieben wurden, entstehen könnten. Und wenn es ums Geld geht, sind die \"drei Buchstaben\" der Partei dann doch noch genehm.  Das NPD-Bundesvorstandsmitglied Sebastian Schmidtke reiste bereits früh zum Veranstaltungsort. Schmidtke, der im vergangenen Jahr zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt wurde, war auch mit einem Verkaufsstand auf dem Parteitag vertreten. Dessen Warensortiment ließ sich Schmidtke von den angereisten NPD-Mitgliedern ins Gebäude tragen. Der T-Shirt-Aufdruck bezieht sich auf ein NS-Propagandabild von 1933. Das Plakat forderte auf: \"Lest die bevölkerungspolitischen Aufklärungsschriften der N.S. Volkswohlfahrt!\" und propagiert mit der Präsentation einer strahlenden, gesunden deutschen Idealfamilie mit vier Kindern das \"Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses\" vom 14.07.1933. Das Gesetz legte fest, daß erbkranke Menschen, auch gegen ihren Willen, sterilisiert werden konnten.  Worum es der NPD, bzw. wo sich die Mitglieder der PArtei \"Der Heimat\" weltanschaulich befinden, daraus machten die Anwesenden kein Geheimnis. Offen wurde hier in Riesa auf nationalsozialistische Propaganda zurückgegriffen - wie hier von Adrian W. von der NPD in Mecklenburg-Vorpommern. Der Kreisvorsitzende der NPD in Berlin Marzahn-Hellersdorf, Andreas Käfer, während des Aufbaus im Eingangsbereich der \"Stadthalle Stern\" in Riesa.  Daniela Wegener (links) von der NPD in Nordrhein-Westfalen während der Anreise zum Parteitag. Wegener kann auf eine lange Karriere in der militanten Neonaziszene zurückblicken und agierte unter anderem in der parteifreien Neonazigruppierung \"Sauerländer Aktionsfront\". Inzwischen agiert Wegener vor allem in den Strukturen der NPD bzw. nun in den Strukturen der neonazistischen \"Die Heimat\". Begleitet wurde Wegener von Marion Figge, Beisitzerin im Landesvorstand der NPD in Nordrhein-Westfalen. Peter Schreiber vom \"Deutsche Stimme Verlag\" aug dem Parteitag. Schreiber gehörte in den vergangenen Monaten zu einem der umtriebigsten VErfechter der Umbenennung und zu den Initiatoren des sogenannten \"DS-Netzwerktags\" - einer Vernetzungsveranstaltung der extremen Rechten. Unter der Leitung von Peter Schreiber, der auch als Beisitzer Mitglied des NPD-Bundesvorstands ist, wandelte sich das NPD-Presseorgan \"Deutsche Stimme\", welches jahrelang kostenfrei den Parteimitgliedern zur Verfügung gestellt wurde, in ein kostenpflichtiges Hochglanzmagazin. Eine Umwandlung die nicht parteiübergreifend auf Gegenliebe stieß - die Kosten pro Ausgabe konnten nicht von allen Parteimitgliedern getragen werden. Deligierte der NPD Nordrhein-Westfalen bei der Anreise zum Parteitag. Die Reisegruppe aus Nordrhein-Westfalen (unter anderem die stellvertretende Landesvorsitzende Ariane Meise, Bildmitte) stellte eine der mitgliederstärksten Delegationsgruppen in Riesa. Zu der Reisegruppe gehörte auch der Neonazi Markus Walter (Bildmitte). Walter agierte in den vergangenen Jahren vor allem in den Strukturen der neonazistsichen Splitterpartei \"Die Rechte\". Anfang des Jahres löste Walter, nach vorherigen Absprachen, in die auch der Kreisverband von \"Die Rechte Dortmund\" eingebunden war, den Kreisverband Rhein-Erft der Partei auf. Die absetzbewegungen von Markus Walter und Mitgliedern des Kreisverbands Dortmund führten zum nahezu vollständigen Zusammenbruch der Partei \"Die Rechte\", die nun um den Erhalt ihres Parteienstatus bangen muss. Zu der Reisegruppe gehörte auch der im NPD-Bundesvorstand für Rechtsfragen zuständige Peter Richter (Bildmitte). Der Jurist war Prozessbevollmächtigter der Bundespartei im zweiten NPD-Verbotsverfahren. Auch ein ehemaliges Bundesvorstandsmitglied der Kleinstpartei \"Bürgerlich-Konservative Partei\" (BKP) hat inzwischen eine neue Heimat bei der NPD gefunden und war als Deligierter vor Ort. Als Besucher war auch der langjährige Neonaziaktivist Michael Brück ins sächsische Riesa gereist. Brück, der jahrelang die Geschicke der Partei \"Die Rechte\" in Nordrhein-Westfalen verantwortete, tritt heute vor allem bei den \"Freien Sachsen\" in Erscheinung. Brück gilt innerhalb der Neonaziszene inzwischen als einer der führenden Köpfe in strategischen Fragen. Nach dem Parteitag ließ es sich Michael Brück nicht nehmen, die nunmehr in \"Die Heimat\" umbenannte Partei darauf hinzuweisen, dass sie ihren selbst formulierten Führungsanspruch zukünftig hinten anstellen solle. Ebenfalls in Riesa zugegen war Thomas Sattelberg (rechts). Sattelberg galt einst als Führungsfigur der verbotenen Neonazigruppierung \"Skinheads Sächsische Schweiz\" (SSS). Deren Mitglieder sammelten Informationen über politische Feinde, überfielen Andersdenkende oder terrorisierten sie mit Drohanrufen. Bei Hausdurchsuchungen fand die Polizei immer wieder Sprengstoff, Waffenteile und Pistolen. Inzwischen ist Sattelberg Mitglied der NPD in Sachsen. Schlußendlich hatte das Vorhaben der Parteiführung Erfolg: die notwendige Zweidrittelmehrheit der Delegierten, welche zur Umbenennung in \"Die Heimat\" benötigt wurde, konnte erzielt werden. Allerdings gegen den Widerstand von rund einem Viertel der Anwesenden. Von der ebenfalls angekündigten Transformation zur \"Netzwerk- und Anti-Parteien-Bewegung\" war nach der Umbenennung allerdings keine Rede mehr. Inhaltlich und programmatisch werde es keine Veränderungen geben, wie das NPD-Bundesvorstandmitglied noch auf dem Parteitag in einer Videobotschaft verkündete. Am Ende bleibt lediglich eine Umbenennung und die Hoffnung nicht allzu schnell als Neonaziorganisation identifiziert zu werden. Auch inwieweit die nun vollzogene Umbenennung dauerhaften Bestand hat, wird sich zeigen müssen. So gebe es starkebn Zweifel an der Rechtsgültigkeit des Parteitages - so sei der derzeitige Parteivorstand nicht ordnungsgemäß gewählt worden, die gesamte Veranstaltung verstöße gegen das Parteiengesetz und jegliche Beschlüsse seien damit hinfällig. Inwieweit sich diese Position durchsetzen kann, wird sich erst noch zeigen.  ... in einem später auf Telegram veröffentlichtem Video ist der JN-Aktivist (hier ganz links im Bild) recht gut zu erkennen. Das eine Vermummung nicht immer von Erfolg beschieden ist, beweist dieser Teilnehmende... Auch der Bundesvorsitzende der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN), Sebastian Weigler (Bildmitte) war in Riesa zugegen. Ebenso wie der JN-Aktivist Stefan Trautmann (rechts im Bild)  Als eine der letzten Reisegruppen reisten Mitglieder der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) aus Niedersachsen ins sächsische Riesa. Begleitet wurde diese vom derzeitigen NPD-Landesvorsitzenden Manfröd Börm. Die niedersächsischen JN-Aktivisten gelten als eine der weltanschaulich gefestigsten und umtriebigsten Mitglieder der NPD-Jugendorganisation. In Riesa legten einige JN-Aktivisten großen Wert auf Anonymität... ... was nicht immer gelang. Der niedersächsische JN-Aktivist Micha M. (links) gemeinsam mit dem niedersächsischen NPD-Landesvorsitzenden Manfred Börm. Der langjährige JN-Kader übernimmt in der NPD-Jugendorganisation zwar keine offizielle Funktion gilt aber, insbesondere in weltanschaulichen Fragen als wichtige Integrations- und Führungsfigur der JN und beteiligt sich bundesweit an Aktivitäten. Insbesondere im Zusammenhang mit dem sogenannten \"Heimat-Hof\", einer Neonazi-Immobilie im niedersächsischen Eschede, tritt Müller immer wieder in Erscheinung. Vermummung ist nicht alles... Auch bei diesem JN-Aktivisten handelt es sich um keinen Unbekannten. Als Delegierter der NPD Osnabrück schien Mirko F. die letztendliche Umbenennung zu begrüßen. Auf Videoaufnahmen, die im Nachgang veröffentlicht wurden, zeigte sich Mirko F. sichtlich erfreut. | Quelle: Youtube  Der JN-Aktivist Mirko F. (rechts im Bild) war, wie ihn ein Ansteckkärtchen auswies, dabei als Deligierter der NPD-Osnabrück nach Riesa gereist.","date":"3 Juni 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-06-04/","section":"Fotos","summary":"Die Erwartungen der Parteimitglieder waren groß: am vergangenen Wochenende führte die neonazistische \"Nationaldemokratische Partei Deutschland\", kurz NPD, am 03. Juni 2023 ihren 22. Bundesparteitag …","title":"22. NPD Bundesparteitag in Riesa (Sachsen)"},{"city":"Eisenach","content":"Am vergangenen Samstag, den 20. Mai 2023 fand im thüringischen Eisenach ein Rechtrockkonzert im sogenannten \"Flieder Volkshaus\" statt. Die Veranstaltung war auf 120 Teilnehmende begrenzt. Der thüringische NPD-Landesvorsitzende Patrick Wieschke, der die Räumlichkeiten im \"Flieder Volkshaus\" auch als Wahlbüro nutzt, war ebenfalls zugegen. Im Vorfeld war der Auftritt mehrerer neonazistischer Musikprojekte angekündigt worden. Dabei handelte es sich um \"Sturmrebellen\" sowie \"Heureka\" um den Liedermacher \"Wiesel\", hier rechts im Bild. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem größeren Polizeiaufgebot. Anreisende Teilnehmende wurden kontrolliert und zum Teil durchsucht. Die Durchführung des Rechtsrockkonzertes wurde dadurch jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt. Im Gegensatz zu vorangegangenen Veranstaltungen wurden anreisende Teilnehmende zum Hintereingang des Gebäudes geleitet. Der vordere Eingangsbereich blieb während der Veranstaltung geschlossen. Die Anreise verlief jedoch schleppend. Anstatt der erwarteten 120 Teilnehmenden erschienen nur rund 70 bis 80 Personen an diesem Abend in Eisenach. Hier eine Reisegruppe von Neonazis aus Rheinland-Pfalz. Im Verlauf des Abends wurden mehrere Verstöße gegen §86a, das Verwenden von Zeichen verbotener Organisationen, gefertigt. Ein anreisender Teilnehmer mit tätowierten SS-Runen unter dem Arm. Die gleiche Symbolik befand sich auch auf den Schuhen. Einer der angereisten Teilnehmer verstieß gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTM) und entsorgte seinen mitgeführten Joint. Die Zahlenkombination 1488 ist eine der international am weitesten verbreiteten Chiffres der neonazistischen Szene. Es handelt sich um eine Kombination der sogenannten \"14 Words\" - einem rassistischen Glaubensbekenntnis des US-amerikanischen Rechtsterroristen David Lane - und dem Zahlencode 88, welcher ein Chiffe für den Hitlergruß darstellt. Einzelne Neonazis entgingen jedoch möglichen Ermittlungsverfahren bzgl. des Verwendens von Zeichen verbotener Organisationen.   Bei dem Ring am Mittelfinger handelte es sich um einen sogenannten Totenkopfring der Waffen-SS. Bei dem abgebildeten Schlüssel handelt es sich ebenfalls um ein verbotenes Symbol: das Abzeichen der \"Leibstandarte SS Adolf Hitler\". Die dargebotenen Symbole entgingen der Polizei jedoch - welche ansonsten recht rigoros Symbole beanstandete und entsprechende Ermittlungsverfahren einleitete. Runensymbolik wird beanstandet.","date":"20 Mai 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-05-20/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 20. Mai 2023 fand im thüringischen Eisenach ein Rechtrockkonzert im sogenannten \"Flieder Volkshaus\" statt.","title":"Rechtsrockkonzert in Eisenach"},{"city":"Altenstadt","content":"Am 13. Mai 2023 fand im hessischen Altenstadt der 3. Netzwerktag der \"Deutschen Stimme\" der neonazistischen Partei NPD statt. Die Teilnehmenden erschienen bereits in den frühen Morgenstunden. Ab 9:00 Uhr morgens begann der Aufbau der Veranstaltung im örtlichen Gemeindehaus der hessischen Kleinstadt. Bewacht wurde die Veranstaltung von einem eigenen Sicherheitsdienst - dessen Mitglieder sich aus den Strukturen der NPD Brandenburg und der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) und deren regionalem Ableger, dem \"JN-Stützpunkt Südbrandenburg\" rekrutierten. Als Mitorganisator der Veranstaltung war auch Patrick Wieschke, der derzeitige Organisationsleiter der neonazistischen Partei auf Bundesebene und Landesvorsitzender der NPD in Thüringen, in Altenstadt zugegen. Der Netzwerktag der NPD-Publikation \"Deutsche Stimme\" (DS) stand im Zusammenhang mit einem Strategiewandel der neonazistischen Partei in dessen Kontext auch die geplanten Umbenennung der NPD in \"Die Heimat\" steht. Die Partei versucht mit dieser Strategie neue Bündnisse zu knüpfen - insbesondere zu Einzelpersonen und Gruppierungen, die bislang vor einer Zusammenarbeit mit der NPD zurückschreckten. Die \"drei Buchstaben\" seien inzwischen eine Belastung geworden, welche dem politischen Erfolg im Wege stehen würden, heißt es mittlerweile gebetsmühlenartig aus Parteikreisen. Mit den \"drei Buchstaben\" ist der alte Parteiname der NPD gemeint. In Altenstadt vor Ort war auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD Sebastian Schmidtke. Schmidtke, der neben der Parteiarbeit vor allem als Youtuber und Versandhändler für Survival-Ausrüstung in Erscheinung tritt, gilt als Verfechter der geplanten Umbennung, die er auch gegen parteiinternen Widerstand durchzusetzen trachtet. In seinem kommerziell ausgerichteten Versandhandel sind bereits jetzt Kleidungsstücke mit dem Verweis auf die neue Namensgebung der neonazistsichen Partei zu finden.  An der Veranstaltung in Altenstadt nahmen nach Angaben der \"Deutschen Stimme\" etwa 80 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet teil. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden kam dabei, wie hier Claus Cremer, seines Zeichens Landesvorsitzender der NPD in Nordrhein-Westfalen, aus den Strukturen der NPD. Cremer ist darüber hinaus im NPD-Bundesvorstand zuständig für den Aufgabenbereich \"Internationale Beziehungen\". Der Strategiewandel und die geplante Umbenennung gehen einher mit einem veränderten Erscheinungsbild. Die Partei versucht sich damit ein moderner wirkendes Antlitz zu verschaffen.  Die beiden vorangegangenen DS-Netzwerktage fanden zuvor in Thüringen und Brandenburg statt. Die VEranstaltungen zeichnen sich vor allem durch die Podiumsdiskussionen aus, in denen über die zukünftige Ausrichtung der NPD und deren Zusammenarbeit mit anderen Parteien und Netzwerkorganisationen debattiert wird. Die verwendete Runensymbolik dieses Teilnehmenden zeigt die sogenannte ODAL-Rune. Im Nationalsozialismus wurde dieses Zeichen als das Symbol für „Blut und Boden“ gedeutet. Auch heute findet sich die Rune vielfach als Erkennungszeichen der Neonaziszene. Ebenfalls vor Ort war der ehemalige Bundesvorsitzende der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\", Sascha Krolzig (hier links im Bild). Krolzig hat der Partei inzwischen der Rücken gekehrt und ist zur NPD übergetreten. Derzeit leitet er als Vorsitzender die Geschicke der Partei in Dortmund, welche bereits jetzt unter der Bezeichnung \"Die Heimat\" in Erscheinung tritt.  Krolzig war in Altenstadt vor allem als fliegender Händler unterwegs. Der Betreiber des neonazistischen \"Sturmzeichen-Verlag \u0026 Versandhandels\" ist darüber hinaus Herausgeber der neonazistischen Publikation \"NS-Heute\". So führte Krolzig einen umfangreiches Sortiment einschlägiger Literatur mit sich, welches auf dem Netzwerktag zum Verkauf angeboten wurde. Nicht alle der im Vorfeld angekündigten Podiumsteilnehmer:innen erschienen an diesem Tag in Altenstadt. Neben Nicole Schneiders sagte auch der Neonazi Patrick Schröder, in seinem Fall aufgrund einer Corona-Erkrankung, seine Teilnahme im Vorfeld ab. Vor Ort waren auch Vertreter:innen des neonazistischen Labels \"Neuer Deutscher Standard\" (NDS)- ein Label welches gezielt Rap als ideologisches Werbemittel einsetzt. ","date":"13 Mai 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-05-13/","section":"Fotos","summary":"Am 13. Mai 2023 fand im hessischen Altenstadt der 3. Netzwerktag der \"Deutschen Stimme\" der neonazistischen Partei NPD statt.","title":"3. Netzwerktag der \"Deutschen Stimme\" in Altenstadt"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/altenstadt/","section":"Orte","summary":"","title":"Altenstadt"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/demmin/","section":"Orte","summary":"","title":"Demmin"},{"city":"Demmin","content":"Am 08.05.2023 demonstrierten Neonazis in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern).","date":"8 Mai 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-05-08/","section":"Fotos","summary":"Am 08.05.2023 demonstrierten Neonazis in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern).","title":"Demonstration von Neonazis in Demmin"},{"city":"Waren","content":"Am Montag, den 1. Mai 2023 fanden bundesweit mehrere Veranstaltungen aus dem neonazistischen Spektrum statt. Die recht junge neonazistische Kleinstpartei \"Neue Stärke Partei\" (NSP) musste ihre für Rostock angekündige Veranstaltung aufgrund eines Verbots durch die Ordnungsbehörden kurzfristig nach Waren (Müritz) in Mecklenburg-Vorpommern verlegen. Waren ist der Wohnort des aktuellen Bundesvorsitzenden der Partei, Christoph Thews.  Insgesamt nahmen ca. 25 Personen an der Veranstaltung in der Warener Innenstadt teil. Dagegen demonstrierten ca. 80 Personen lautstark und übertönten mühelos die rechte Veranstaltung. Die Redebeiträge der NSP waren mangels funktionierender Technik nicht einmal auf der eigenen Kundgebungsfläche verständlich. Diejenigen, die die Redebeiträge trotzdem hören konnten, konnten bemerken, dass diese nur so überquollen vor positiven Bezügen zum historischen Nationalsozialismus und vor antisemitischen Codes. Erfolge bleiben bei der NSP seit dem unrühmlichen Rücktritt des Bundesvorstands im November 2022 bisher aus. Ob sich das nochmal ändern wird, bleibt abzuwarten.","date":"1 Mai 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-05-01-w/","section":"Fotos","summary":"Am Montag, den 1. Mai 2023 fanden bundesweit mehrere Veranstaltungen aus dem neonazistischen Spektrum statt.","title":"Demonstration der \"Neue Stärke Partei\" (NSP) in Waren (Müritz)"},{"city":"Dortmund","content":"Wie bereits in den Vorjahren führten auch am 01. Mai 2023 Neonazis in Dortmund eine Demonstration durch. Angesichts der nur schwach erwarteten Mobilisierung wurde jedoch auf eine zentrale Demonstration verzichtet. Stattdessen wurde eine Bustour angekündigt, die in mehrere Städte im Ruhrgebiet führen sollte - um dort jeweils entsprechende Kundgebungen durchzuführen. Gegen 10 Uhr versammelten sich zu diesem Zweck die ersten Teilnehmenden an der Straßenecke Thusneldastraße / Emscherstraße in Dortmund Dorstfeld. Hier befindet sich einer der zentralen Treffpunkte der regionalen Neonaziszene. Auch wenn von führenden Neonazis das Konzept von Demonstrationen zunehmend kritischer gesehen wird, entschied sich die lokale Dortmunder Neonaziszene dennoch, eine Veranstaltung zum 1. Mai durchführen. \"Manchmal muss halt das eigene Klientel bei Laune gehalten werden\" hieß es lapidar am Rand der Veranstaltung. Vor Ort war auch Christian Worch, seines Zeichens Bundesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\" (DR). Ein Großteil der hier Versammelten war noch bis vor ein paar Monaten Mitglied dieser neonazistischen Splitterpartei. Doch Anfang des Jahres erklärten gleich mehrere mitgliedsstarke Ortsverbände ihren Übertritt zur NPD - jedoch ohne Christian Worch zuvor zu informieren. Die Gemütsverfassung von Worch war dementsprechend. Er klagte im Verlauf der Veranstaltung dann auch mehrfach über Stress und Magenschmerzen. Bauchschmerzen dürfte Christian Worch vor allem der absehbare Zusammenbruch der Partei \"Die Rechte\" bereiten. Inzwischen existiert nur noch ein Rumpfgerüst der Parteiorganisation. Wie es weitergeht, wird sich auf dem anstehenden DR-Bundesparteitag zeigen, der in einigen Monaten stattfinden soll. Insgesamt nahmen an den Veranstaltungen rund 90 Personen teil. Nicht alle anwesenden Neonazis beteiligten sich an der Veranstaltung. Einzelne zogen es vor, sich dem angekündigten Veranstaltungsmarathon zu entziehen. Andere, wie der lokale NPD-Parteifunktionär Alexander Deptolla, reisten lieber auf eine Werbeveranstaltung der Neonazipartei III. Weg im sächsischen Plauen - um dort unter anderen T-Shirts zu verkaufen. Die Teilnehmenden der nun stattgefundenen Veranstaltung kamen aus mehreren Bundesländern. So waren, neben Neonazis aus Nordrhein-Westfalen, unter anderen Teilnehmende aus Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen nach Dortmund gereist. Nachdem die lokale Neonaziszene in den letzten Jahren sich vor allem durch einen latenten Rückgang ihrer aktiven Protagonist:innen auszeichnete, war bei der 1. Mai Veranstaltung erstmals auch wieder eine Gruppe jugendlicher Neonazis aus dem lokalen Umfeld zugegen. Auch aus Ostwestfalen reisten im Verlauf des Vormittags mehrere Reisegruppen an... ... hier beispielsweise in Begleitung des führenden Hamburger NPD-Mitglieds Jan-Steffen Holthusen (rechts). Die Veranstaltung stand unter dem selbstgewählten Motto \"Wir arbeiten nicht für euren Klima-Wahn ! Ausbeutung stoppen !\" Im Verlauf des Tages fanden Kundgebungen in Recklinghausen, Lünen sowie später eine Demonstration in Dortmund statt. Als Versammlungsleiter in Recklinghausen trat André Pencek (ganz links), in Lünen der inzwischen parteilose Sven Skoda (zweiter von links) in Erscheinung.    Christian Worch war das einzige Mitglied des Bundesvorstands der Partei \"Die Rechte\" beim diesjährigen 1. Mai in Dortmund. Andere Mitglieder veranstalteten stattdessen im niedersächsischen Braunschweig eine Kundgebung und blieben der Veranstaltung in Dortmund demonstrativ fern. Dafür war mit Claus Cremer, der Landesvorsitzende der NPD in Nordrhein-Westfalen, zugegen. Jener Partei, an welche \"Die Rechte\" um Christian Worch in den letzten Monaten einen Teil ihrer Mitglieder verloren hat. Auch aus den Niederlanden reisten Neonazis nach Dortmund. Angeführt wurde die Gruppe durch Ed Polman (rechts im Bild). Polman ist seit Anfang der 90er Jahre in der Neonaziszene aktiv. Dies auch immer wieder im Zusammenhang mit dem in der Bundesrepublik Deutschland verbotenen Netzwerk von Combat 18. Ed Polman und seine Begleitung zogen es jedoch vor, nicht an den Kundgebungen außerhalb Dortmunds teilzunehmen. Erst später, während der Abschlussdemonstration, erschienen sie inzwischen sichtlich alkoholisiert erneut am Ort des Geschehens. Neben Claus Cremer war mit Thorsten Heise (links im Bild) noch ein weiteres NPD-Bundesvorstandsmitglied in Dortmund zugegen. Heise arbeitet innerhalb der NPD derzeit vor allem daran, die Umbennenung der Partei in \"Die Heimat\" voranzutreiben. Davon erhofft sich die NPD die Erreichung neuer Zielgruppen. Während die Umbenennung während des letzten NPD-Bundesparteitags im hessischen Altenstadt an der erforderlichen zwei Drittel Mehrheit der Deligierten scheiterte, soll im Juni diesen Jahres beim kommenden NPD-Bundesparteitag ein neuer Versuch gestartet werden. Der Übertritt der Dortmunder Neonazis zur NPD steht ebenfalls in diesem Zusammenhang. Zur Reisegruppe von Thorsten Heise gehörten auch Aktivist:innen der sogenannten \"Brigade 12 - Pommern\". Dabei handelt es sich um eine Supportergruppe der von Thorsten Heise angeführten \"Arischen Bruderschaft\". Thorsten Heise bei der Übergabe von Propagandamaterialien. Gegen 11 Uhr setzen sich die angereisten Teilnehmenden dann in Bewegung, um auf einem nahegelegenen Lidl-Parkplatz in die zuvor georderten Busse zu steigen. Bei einzelnen Neonazis lagen die Nerven sichtlich blank. Immer wieder versuchten diese gegen anwesende Journalist:innen vorzugehen. Bevor die Neonazis die Busse besteigen konnten, forderten die Busfahrer die ausgemachte Bezahlung. Man einigte sich schließlich darauf, dass Gald im Inneren der Fahrzeuge einzusammeln. Wie die Busfahrer im Nachhinein mitteilten, belief sich der Ticketpreis auf etwa zehn Euro pro Person. Die erste Zwischenstation des Tages bildete Recklinghausen. Ungestört verlief sie jedoch nicht. Wie auch später in Lünen und in Dortmund wurden die Neonazis von mitunter lautem Gegenprotest empfangen. In Recklinghausen wurden verschiedene Redebeiträge gehalten. Hier von Sascha Krolzig, dem ehemaligen Führungsmitglied der Partei \"Die Rechte\" - nun Vorsitzender der NPD-Dortmund, die bereits jetzt schon unter der Bezeichnung \"Die Heimat\" in Erscheinung tritt. Auch der Bundesvorsitzende der Partei \"Die Rechte\" hielt einen Redebeitrag. Dieser war im Verlauf des Tages der einzige, der sich inhaltlich auf das Motto der Veranstaltung bezog. Auch der inzwischen parteilose Sven Skoda hielt einen Redebeitrag in Recklinghausen. Anschließend ging es nach Lünen. Auch hier wurde eine Kundgebung durchgeführt.  Als Versammlungsleiter in Lünen trat Sven Skoda in Erscheinung - hier beim Verlesen der Auflagen. Joe Rowan war der Sänger der US-amerikanischen Rechtsrockgruppe Nordic Thunder. Er starb am 1. Oktober 1994 bei einer Schießerei im Anschluss an ein Rechtsrockkonzert. In der internationalen Rechtsrockszene wird er seitdem als Märtyrer verehrt. Insbesondere vom neonazistischen Netzwerk der \"Hammerskins\" - zu den Rowan gehörte. Auch in Lünen traten verschiedene Redner ans Mikrophon. Hier der Neonaziaktivist Matthias Drewer. Die Rede von Drewer gipfelte dann in Gewaltphantasien gegenüber den lautstark protestierenden Gegendemonstrant:innen. Der nordrhein-westfälische NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer während seines Redebeitrags. Und auch das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise hielt, wie im Vorfeld angekündigt, einen Redebeitrag. Heise ging in seinem Redebeitrag auf die internationale Politik und deren Auswirkungen auf lokale Gegebenheiten ein. Heise thematisierte eine drohende Finanzkrise und die damit einhergehende Gefahr von zunehmender Armut breiter gesellschaftlichter Schichten - insbesondere des eigenen Klientels .  Angesichts einer Armbanduhr einer bekannten Luxusmarke an seinem Handgelenk, die mit mehreren tausend Euro zu Buche schlägt, sprach Thorsten Heise dabei wohl nicht von den eigenen finanziellen Engpässen. Der neonazistische \"Bewegungsunternehmer\" Heise versorgt die Neonaziszene sowohl mit Kleidung, Musik als auch mit sszenetypischen Devotionalien - und lässt sich dieses entsprechend bezahlen. Als letzte Station des Tages führten die angereisten Neonazis schließlich eine Demonstration in Dortmund durch.","date":"1 Mai 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-05-01-do/","section":"Fotos","summary":"Wie bereits in den Vorjahren führten auch am 01. Mai 2023 Neonazis in Dortmund eine Demonstration durch.","title":"Demonstration von Neonazis in Dortmund"},{"city":"Ohrdruf","content":"Am 01.05.2023 lud die neonazistische Partei \"Der Dritte Weg\" zu vier verschiedenen Veranstaltungen im Bundesgebiet ein. Ene davon war im thüringischen Ohrdruf. Vor dem Parteibüro sollte ab 12:00 ein »Tag der offenen Tür« stattfinden. Dazu waren zwei Pavillons und ein Redner:innenpult aufgebaut. Bis auf das Verteilen von Flyern und einladen von Passant:innen blieb die Außenwirkung aber zunächst gering. Im Büro selbst (hier mit Parteimitgliedern aus der Region Berlin und Brandenburg) gab es erste Reden. Unter Anderem vom ebenfalls anwesenden Bundesvorsitzenden des III. Wegs Matthias Fischer. Viele Teilnehmer:innen kamen nicht nur aus Thüringen und der näheren umgebung, sondern auch aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Insgesamt nahmen rund 50 Personen an der Veranstaltung teil. Auf dem Schild trägt die linke Person eine von der oppositionellen Freien Syrischen Armee verwendete Flagge. Die Partei war in der Vergangenheit mit einer Delegation in Syrien und hat dort unter Anderem die Truppen Assads besucht. Vor dem Parteibüro versuchten Aktivist:innen der Partei zum Tag der offenen Tür einzuladen. Die meisten Passant:innen schlugen das Angebot jedoch aus - was irgendwann auch in Pöbeleien und Aggressionen gegenüber ablehnenden Passant:innen endete. Als Redner trat unter anderem Björn Rimmert aus Sachen-Anhalt in Erscheinung. Im vergangenen Jahr war Rimmert noch in der NPD-Jugendorganisation  Alle Redebeiträge fanden in der Atmosphäre dieses verbeulten Fahrzeugs statt. Bei dieser Rednerin handelte es sich um die Neonaziaktivistin Christin Weiß. Sie trat auch als Versammlungsleitung in Erscheinung.. Als weiterer Redner trat der Bundesvorsitzende der Partei, Matthias Fischer an das Redner:innenpult vor dem Parteibüro. Seine Rede kam, wie auch die von Björn Rimmert, nicht ohne antisemitische Anspielungen aus.","date":"1 Mai 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-05-01-gth/","section":"Fotos","summary":"Am 01.05.2023 lud die neonazistische Partei \"Der Dritte Weg\" zu vier verschiedenen Veranstaltungen im Bundesgebiet ein.","title":"Der III. Weg in Ohrdruf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:personen","permalink":"https://recherche-nord.com/personen/heise-thorsten/","section":"Personen","summary":"","title":"Heise-Thorsten"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ohrdruf/","section":"Orte","summary":"","title":"Ohrdruf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/waren/","section":"Orte","summary":"","title":"Waren"},{"city":"Eisenach","content":"Am vergangenen Samstag, den 15. April 2023 fand im thüringischen Eisenach ein internes Treffen der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) statt. Bei dem Treffen handelte es sich um das sogenannte \"Treffen der Generationen\" - ein jährlich stattfindender Austausch von ehemaligen und aktiven JN-Mitgliedern. Nur wer über eine Mitgliedschaft in der JN verfügt oder verfügte wurde dazu eingeladen. Der JN-Aktivist tritt auch gleichzeitig als Mitglied der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) in Schleswig-Holstein in Erscheinung. Zuletzt vertrat er die JA als Deligierter auf dem JA-Bundeskongress 2022 in Apolda. An dem klandestinen Treffen nahmen Mitglieder verschiedener Stützpunkte teil - wie hier ein Mitglied vom \"JN Stützpunkt Nordland\" aus Schleswig-Holstein. Auch zahlreiche Vertreter*innen des JN-Bundesvorstandes, wie hier Dominic Rösch (Bildmitte) waren am vergangenen Wochenende in Eisenach zugegen. Die Anreise begann bereits ab 11 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt reisten vor allem ehemalige JN-Mitglieder zum Veranstaltungsort, dem sogenannten \"Flieder Volkshaus\" in Eisenach. Der Großteil der derzeit in der JN organisierten Neonazis erreichte dann ab 13Uhr den Ort des Geschehens. Der Name der Veranstaltung \"Treffen der Generationen\" leitet sich von einem gleichnamigen Treffen ab, welches die NPD in der Vergangenheit organisierte. Dabei kamen Altnazis der sogenannten \"Erlebnisgeneration\" mit jüngeren Neonazis zusammen. Diese \"Erlebnisgeneration\" ist inzwischen weitestgehend verstorben - somit wurde ein neues Format entwickelt. Ebenfalls vor Ort war Patrick Wischke (rechts). Der derzeitige NPD-Bundesorganisationsleiter war selbst früher JN-Mitglied und verantwortet heute die Räumlichkeiten des \"Flieder Volkshauses\" in Eisenach. Die ehemaligen JN-Mitglieder, die sich in am vergangenen Wochenende zusammenfanden, kamen dabei aus verschiedenen Bundesländern. Darunter Nordrhein-Westfalen, Berlin, Thüringen, Hessen und Baden-Württemberg. Zu Rahmenprogramm der Veranstaltung gehörte auch der Auftritt des Liedermachers Benjamin Gruhn vom JN Regionalverband Mitte. Der derzeitige JN-Bundesvorsitzende Sebastian Weigler (Bildmitte). Kurz vor 15 Uhr formierten sich verschiedene Führungspersonen von Regional- und Stützpunktebene, um anwesende Beobachter*innen der Veranstaltung abzuschirmen. Die selbstgestellte Aufgabe war es, zu verhindern, dass eine bestimmte Gruppe anreisender Veranstaltungsteilnehmer dokumentiert werden kann. Doch das Unterfangen misslang...","date":"15 April 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-04-15/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 15. April 2023 fand im thüringischen Eisenach ein internes Treffen der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) statt.","title":"\"Treffen der Generationen\" der \"Jungen Nationalisten\" (JN) in Eisenach"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/aurich/","section":"Orte","summary":"","title":"Aurich"},{"city":"Aurich","content":"Am Mittwoch, den 22. März 2023 fand im ostfriesischen Aurich eine Berufungsverhandlung gegen den ehemaligen Bundeswehrsoldaten Jan Reiners statt. Dieser hatte sich im November 2021 dem Befehl, sich gegen Corona impfen zu lassen, verweigert. Erstinstanzlich war er dafür vom Amtsgericht Aurich zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen verurteilt worden. Dieses Urteil wurde nun vom Landgericht Aurich bestätigt, allerdings setzte es die Höhe der Tagessätze auf 15€ herab, da der Angeklagte inzwischen aus der Bundeswehr ausgeschieden ist. Bereits Anfang 2022 hatte der Angeklagte sein Mandat im Rat der Gemeinde Saterland niedergelegt welches er für die AfD innehatte. Dem war ein Foto, welches Reiners vor einer Hakenkreuzfahne zeigen soll, vorausgegangen.\nNach eigener Aussage sei er in diesem Zuge auch aus der AfD ausgetreten. Neben Reiners Anwältin Martina Böswald, welche für die AfD für den Bundestag kandidierte, waren am Mittwoch auch einige AfD-Mitglieder zu seiner Unterstützung zugegen. Unter den etwa 40 Unterstützer:innen befanden sich außerdem Mitglieder der verschwörungsideologischen Szene. Einige anwesende Reservisten der Bundeswehr trugen zum Teil Fantasieuniformen, während sie dem Prozess beiwohnten.","date":"23 März 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-03-22-au/","section":"Fotos","summary":"Am Mittwoch, den 22. März 2023 fand im ostfriesischen Aurich eine Berufungsverhandlung gegen den ehemaligen Bundeswehrsoldaten Jan Reiners statt.","title":"Verhandlung gegen ehem. Soldaten in Aurich"},{"city":"Bremen","content":"Wie bereits in den Vorwochen, plante der \"Notvorstand der AfD im Land Bremen\", abermals eine Demonstration in Bremen Findorff durchzuführen. Im Gegensatz zur Vorwoche sah sich die AfD und die anwesenden Personen aus dem Spektrum der Reichsbürger*innen nun mit einem massiven Gegenprotest konfrontiert. In unmittelbarer Nähe zum Auftaktplatz der AfD-Bremen auf dem Findorffer Marktplatz, fand eine Kundgebung statt, die sich gegen die Aktivitäten der extrem rechten Partei richtete. Der Reichsbürger Jan S. (Bild) aus Bremen bedrängte bereits kurz nach seiner Ankunft, Gegendemonstrat*innen mit einer Megaphon-Sirene. Einsatzkräfte der Polizei, welche mit umfangreichen Kräften vor Ort war, unterband das Vorgehen des stadtbekannten Reichsbürgers relativ schnell. Dieser zog sich unter lautstarkem Protest zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits weitere Teilnehmende der geplanten AfD-Demonstration auf dem Auftaktplatz zugegen. Darunter Andreas Iloff (links) von der AfD-Dioepholz. Ähnlich wioe die AfD-Bremen veranstaltet Iloff regelhaft Demonstrationen im niedersächsischen Twistringen. In Bremen warb Iloff bereits in der vorausgegangenen Woche für die Veranstaltung um zusätzliche Teilnehmende für die, doch recht überschaubaren Zusammenkünfte in Twistringen gewinnen zu können. Wie bereits in den Vorwochen gehörte auch Hans Wegener von der AfD-Bremen zu den Teilnehmenden. Dieser gehörte dem AfD-Schiedsgericht im Bundesland an. Der Landesvorstand entzog dem Schiedsgericht vor einigen Monaten jedoch das Vertrauen und wählte es kurzerhand ab. Die bisherigen Vertreter, Harald Rühl, Uwe Felgenträger und Hans Wegener weigerten sich jedoch ihre Abwahl zu akzeptieren. Der Parteitag, auf dem die Entscheidung fiel wird von Teilen der AfD-Bremen als nicht rechtmäßig betrachtet. Auch Alfons Muhle (rechts) war in Bremen zugegen. Das Mitglied der AfD-Diepholz wird dem Schiedsgericht der AfD in Niedersachsen zugerechnet. Der Unmut der angereisten AfD-Mitglieder und ihrer Unterstützer*innen gegenüber der Gegenkundgebung war groß. Die Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft fiel dem \"Notvorstand der AfD im Land Bremen\" sichtlich schwer. Die Gegenkundgebung schreckte augenscheinlich potentielle Teilnehmende von einer Teilnahme ab. Zu den angereisten Personen gehörten abermals Akteure aus dem Spektrum der Selbstverwalter*innen bzw. der Reichsbürger*innen. Die gegenkundgebung übte auf den weiteren Verlauf der AfD-Veranstaltung nachhaltig Einfluß aus. Kurz vor dem eigentlichen Start der Demonstration ergriff der AfD-Politiker Andreas iloff dann das Wort und teilte den angereisten Teilnehmenden mit, dass die Veranstaltung angesichts der massiven Gegenaktivitäten abzusagen sei. Nach seinem Dafürhalten, sei es der AfD aufgrund der Gegenproteste nicht mehr möglich in Findorff Personen anzusprechen und mögliche Unterstützer*uinnen zu gewinnen. Es bedürfe für die Zukunft \"andere Konzepte und Vorgehensweisen\". Die Anmeldestrukturen um Heiner Löhmann (Bild), den Vorsitzenden des \"Notvorstandes der AfD im Land Bremen\" stimmte dem drängenden Beharren von Andreas Iloff weitestgehend zu. Auch führte Iloff Sicherheitsbedenken ins Feld. Lediglich aus den Reihen des Reichsbürger*innen-Spektrums erhob sich gegen den Vorschlag Widerspruch. Einen Abbruch könne man sich nicht leisten. Dies sei \"ein Sieg der Gegner\" - so die dort formulierte Argumentation. Durchsetzen konnte sich diese Argumentation jedoch nicht. Nachdem Andreas Iloff dafür sorgte, die Demonstration zu beenden, noch bevor sie richtig begonnen hatte, nutze er die Gelegenheit um die angreisten Personen auf seine eigene Veranstaltung in Twistringen hinzuweisen. Er erbat sich eine große Teilnahme. Wenige Minuten später wurde die Veranstaltung dann für beendet erklärt. Zu Fuß angereiste Teilnehmende wurden auf Fahrzeuge verteilt um diese aus dem Bereich zu befördern. Es bleibt abzuwarten, ob die AfD-Bremen nach dem jetzt erfolgten Abbruch ihrer Demonstration, nächste Woche erneut in Findorff erscheinen wird.","date":"8 März 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-03-08/","section":"Fotos","summary":"Wie bereits in den Vorwochen, plante der \"Notvorstand der AfD im Land Bremen\", abermals eine Demonstration in Bremen Findorff durchzuführen.","title":"Schlag ins Wasser: AfD-Bremen bricht Demonstration vorzeitig ab"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:veranstaltungstypen","permalink":"https://recherche-nord.com/veranstaltungstypen/gerichtsprozess/","section":"Veranstaltungstypen","summary":"","title":"Gerichtsprozess"},{"city":"Bremen","content":"Dem zwischenzeitlichen Vorschlag von Rechtsanwalt Heiko Urbanzyk, es bei dem Strafmaß bei einer Verwarnung zu belassen, folgte das Gericht nicht. Und auch der geforderte Freispruch erging am Ende nicht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Kliewe-Kregelin unter dem Pseudonym \"Piefke88er\" die Bestellungen von T-Shirts und Tonträgern in der bereits genannten Chatgruppe entgegen genommen hatte. Dass sich Dirk Kliewe-Kregelin, der den Spitznamen \"Piefke\" trägt, weiter aktiv in den Strukturen der Neonaziszene bewegt, zeigt auch ein Vorfall wenige Tage vor dem Gerichtsprozess. Am 04. März 2023 gehörte Kliewe-Kregelin zu den Teilnehmenden eines klandestin organisierten Neonazikonzerts in Neumünster (Schleswig-Holstein). Das Konzert wurde von der Polizei aufgelöst. Neonazis attackierten daraufhin Polizeikräfte mit Wurfgeschossen und versuchten sich in den Räumlichkeiten der geplanten Konzertveranstaltung zu verbarrikadieren. Auch Kliewe-Kregelin (Bildmitte) gehörte zu den Teilnehmenden der Veranstaltung. Nachdem Kliewe-Kregelin aus den Räumlichkeiten in einer Gartensiedlung in Neumünster geleitet wurde, erlitt der langjährige Neonazi einen Schwächeanfall vor der Polizeiabsperrung. Das T-Shirt, das Kliewe-Kregelin an diesem Abend trug, bezieht sich auf die Gruppe \"Brüder Schweigen\", auch bekannt als \"The Order\". Dabei handelte es sich um eine rechtsterroristische Neonazigruppierung, die in den 80er Jahren in den USA aktiv war. Die Gruppierung verübte Bombenanschläge und ermordete 1984 aus antisemitischen Motiven den Radiomoderator Alan Berg. Der 2010 in Haft verstorbene Rechtsterrorist David Lane, der in der Neonaziszene als Vorbild verehrt wird - und auf den das neonazistische Chiffree \"14 Words\" zurückgehen soll - war Mitglied von \"The Order\". Verteidigt wurde Dirk \"Piefke\" Kliewe-Kregelin von keinem Unbekannten. Dabei handelte es sich um den den Strafverteidiger Heiko Urbanzyk aus Coesfeld. Ahnlich wie Kliewe-Kregelin besitzt Urbanzyk gewisse Berührungspunkte zur neonazistischen Musikszene. So war Urbanzyk Herausgeber einer Zeitschrift aus dem Umfeld des \"National Socialist Black Metal\" (NSBM). Angeschlossen an das Magazin war zeitweise ein Versand, der Tonträger von NSBM-Bands wie \"Holocaustus\" oder \"Der Stürmer\" vertrieb. Das die Wahl auf den Verteidiger Urbanzyk fiel, der in der Vergangenheit auch Aktivitäten in der extrem rechten „Burschenschaft Normannia Nibelungen“ aus Bielefeld entfaltete, ist vermutlich kein Zufall. Urbanzyk, der im Verfahren gegen Kliwewe-Kregelin auf Freispruch plädierte, war bis 2015 stellvertretender Vorsitzender des \"Freundeskreis Unabhängige Nachrichten\" welcher die neonazistische Zeitschrift \"Unabhängige Nachrichten\" herausgibt. In den Ermittlungen gegen die rechtsterroristische Gruppierung \"Nationalsozialistischer Untergrund\" (NSU) stand der Verdacht im Raum, dass die \"Unabhängigen Nachrichten\" mutmaßlich in Banküberfällen erbeutetes Geld von dem NSU erhalten hatte. Der Name der Zeitschrift war auf einer im Versteck des NSU in Zwickau aufgefundenen Liste aufgetaucht. Der Verdacht konnte durch die Ermittlungsbehörden jedoch nicht erhärtet werden. Mit Ausnahme der an den Hausdurchsuchungen beteiligten Polizeibeamten, verweigerten alle geladenen Zeugen die Aussage. Zwei von ihnen, Marc Andre B. und Rudolf D., wurden in der Vergangenheit den Strukturen der \"Hammerskins\" oder deren direktem Umfeld zugerechnet. Weitere Zeugen, darunter Henrik Von B. und Oliver S., werden vor allem einem \"Onepercenter-Motorradclub\" zugerechnet. Das Gerichtsverfahren offenbarte auch Brüche innerhalb der Neonazi-Chatgruppe - so wurde dort bekannt, dass es aufgrund von Kinderpornographie zu Streitigkeiten gekommen war. Das Gericht verurteilte Dirk Kliewe-Kregelin schließlich wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen von je 30 Euro. Vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde Abstand genommen. Die bei der Hausdurchsuchung aufgefundenen Würgehölzer konnten dem Angeklagten nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Besonders schmerzhaft dürfte für den Angeklagten aber der dauerhafte Einzug der beschlagnahmten Tonträger, einer Festplatte sowie eines Bekleidungsstücks mit der Aufschrift \"HS Nation Firm\" (versehen mit einem SS-Totenkopf) gewesen sein. Angesichts der Verstrickung von Dirk Kliewe-Kregelin in die \"Hammerskin Nation\" dürfte ihm zumindest die Möglichkeit offenstehen, schnell Ersatz dafür zu finden. Das T-Shirt mit der Aufschrift \"Sommer, Sonne, Hakenkreuz - Sieg 'Fucking' Heil\", welches der Angeklagte nach Überzeugung der Ermittlungsbehörden organisiert und anschließend vertrieben hatte, bezieht sich auf einen Vorfall aus dem Jahr 2017 auf der Insel Mallorca. Deutsche Hammerskins waren damals bei einem Konzert in der Gaststätte Bierkönig auf Mallorca zugegen, zeigten eine Reichskriegsflagge und beschimpften andere Besucher*innen. Der Vorfall verfügt bei den \"Hammerskins\" - auch aufgrund der umfangreichen Berichterstattung - über einen gewissen Mythos. | Bildquelle: Facebook Dem Angeklagten und langjährigen Neonazi Dirk Kliewe-Kregelin wurde vorgeworfen, einschlägige Musikträger gehandelt zu haben, auf denen der Holocaust geleugnet und zu Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgestachelt wird. Auch habe er T-Shirts mit der Aufschrift \"Sommer, Sonne, Hakenkreuz - Sieg 'Fucking' Heil\" vertrieben, die er zuvor von einem Mittelsmann geordert hatte. Der Gerichtsprozess stand im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen im Oktober 2020 gegen drei Personen aus dem Bereich der neonazistischen Musik-Szene. Diese hatten in der Öffentlichkeit verfassungswidrige Kennzeichen genutzt sowie strafrechtlich relevante Musik und Bekleidung verbreitet. Alle drei besaßen Verbindungen zur neonazistischen Organisation der \"Hammerskins\" und einem \"Onepercenter-Motorradclub\". Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Durch Überwachung der Telekommunikation (TKÜ-Maßnahmen) konnte die Polizei schließlich einen Händler neonazistischer Kleidungsstücke und Musik identifizieren. Dabei handelte es sich Dirk Kliewe-Kregelin, der sich nun bei dem Gerichtsprozess in Cuxhaven verantworten musste. Bei den \"Hammerskins\" handelt es sich um eine transnationale Neonaziorganisation. Die Gruppierung unterhält weltweit dutzende Unterguppen, sogenannte \"Chapter\", die nach dem Vorbild von Rockergruppen organisiert sind. Das Logo der Hammerskins zeigt zwei gekreuzte Hämmer, oft dargestellt vor einem Zahnrad. Das Neonazi-Netzwerk, das sich selbst als \"Hammerskin Nation\" (HSN) bezeichnet, sieht sich als militante Elite der weltweit organisierten Neonaziszene. Deren Mitglieder kommen regelhaft zu, zumeist klandestin organisierten, Veranstaltungen zusammen. Einen Großteil davon bilden dabei von der \"Hammerskin Nation\" organisierte Konzertveranstaltungen. Aber auch Organisationstreffen, wie die alle drei Monate stattfindenen \"National Officers Meetings\" oder sonstige Treffen gehören zu den regelhaften Zusammenkünften. Einzelne \"Chapter\", wie hier die \"Hammerskins Ungarn\", veranstalten darüber hinaus Kundgebungen, beispielsweise im Februar 2020 in Budapest, bei denen Hammerskins aus ganz Europa zusammenkommen. Der 1976 in Uckermünde geborene Dirk Kliewe-Kregelin (Bildmitte) gehörte ursprünglich zu den \"Hammerskins Pommern\". Nach einem Umzug ins benachbarte Niedersachsen schloß er sich, den Ausführungen im Gerichtsprozess folgend, dem \"Hammerskin Chapter Bremen\" an. Kliewe-Kregelin ist seit Jahren auf einschlägigen Veranstaltungen anzutreffen. Auch nahm er in der Vergangenheit an Neonazidemonstrationen teil - wie hier im Jahr 2006 auf einer NPD-Demonstration im niedersächsischen Stade. Und auch in seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Mecklenburg-Vorpommern entfaltete Kliewe-Kregelin in der Vergangenheit entsprechend öffentlichkeitswirksame Aktivitäten. So begleitete er im Mai 2006 eine Delegation der \"Hammerskins Schweiz\" auf einer NPD-Demonstration in Neubrandenburg. Seine Nähe zur NPD scheint dabei nicht zufällig. Bei einer Hausdurchsuchung in seinem Wohnhaus wurde bei Kliewe-Kregelin eine Fahne der \"Jungen Nationalisten\" (JN) sichergestellt, die eine frühere Mitgliedschaft in der NPD-Jugendorganisation nahelegt. Im nun stattgefundenen Gerichtsprozess wurde Dirk Kliewe-Kregelin vorgeworfen, in einer Chatgruppe namens \"Imsum bleibt Deutsch\" den Vertrieb neonazistischer Tonträger und Bekleidungsgegenstände betrieben zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung wurden neben massenhaft einschlägiger Tonträger auch Bekleidung und andere Devotionalien gefunden, die ihn als Mitglied der \"Hammerskins\" auswiesen - darunter eine Kutte mit dem Aufdruck der \"Hammerskins Bremen\" Kliewe-Kregelin, hier (links) bei dem Organisationstreffen \"National Officers Meeting\" der \"Hammerskin Nation\" 2013 im niedersächsischen Werlaburgdorf, nahm in der Vergangenheit auch an grenzübergreifenden Treffen der Neonazigruppierung statt. Bilder, die während des Gerichtsprozesses gezeigt wurden, zeigen ihn auf einer Zusammenkunft der \"Hammerskins Schweden\" - umgeben von Neonazis, die den Arm zum Hitlergruß erhoben hatten. Auf einem Bild zeigte Kliewe-Kregelin einen internen Gruß der Hammerskins, zwei gekreuzte Arme - in Anlehnung an die grekreuzten Hämmer im Logo der \"Hammerskin Nation\".","date":"7 März 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-03-07/","section":"Fotos","summary":"Dem zwischenzeitlichen Vorschlag von Rechtsanwalt Heiko Urbanzyk, es bei dem Strafmaß bei einer Verwarnung zu belassen, folgte das Gericht nicht.","title":"Hammerskin des \"Chapters Bremen\" verurteilt"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/neum%C3%BCnster/","section":"Orte","summary":"","title":"Neumünster"},{"city":"Neumünster","content":"Am Samstag, den 4. März 2023 versuchten Neonazis in Neumünster ein Rechtsrockkonzert durchzuführen. Rund 400 Teilnehmende reisten zu diesem Zweck zum Veranstaltungsort in Schleswig-Holstein . Bei dem Veranstaltungsort handelte es sich um das Vereinsheim der Schrebergartensiedlung \"Heinrich Förster Kolonie\" - die Räumlichkeiten wurden zuvor unter falschen Angaben angemietet. Den Betreiber*innen wurde mitgeteilt, dass das Gebäude für eine private Verlobungsfeier genutzt werden sollte. Ein Großteil der Teilnehmenden erreichte in den frühen Abendstunden den Veranstaltungsort. Den genauen Ort erhielten diese zuvor telefonisch über eine sogenannte Schleusungsnummer - über welche die Anreise koordiniert wurde. Vor dem Eingangsbereich der Kleingartensiedlung patrouillieren zu diesem Zeitpunkt bereits Neonazis der Gruppierung \"Arische Bruderschaft\" (AB). Die \"Arische Bruderschaft\" organisiert sich um den stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Torsten Heise. Dieser hatte die Veranstaltung zuvor über seinen Onlineversand \"Deutsches Warenhaus\" beworben und war bei der Veranstaltung auch selbst zugegen. Während die \"Arische Bruderschaft\" für die Absicherung, Koordination und Organisation der Veranstaltung verantwortlich war zeichnete, war das Konzert offiziell eine Veranstaltung der so genannten \"Brigade 12 - Pommern\". Bei der \"Brigade 12\" handelt es sich um Supporter- und Vorfeldorganisation der \"Arischen Bruderschaft\". Ähnlich wie die AB nutzt die \"Brigade 12\" zwei gekreuzte Stabgranaten als Erkennungszeichen. Auch die Zahl 12 im Namen der Gruppierung steht als Chiffre für den ersten und zweiten Buchstaben im Alphabet und damit als Kürzel für die \"Arische Bruderschaft\" selbst. Im Innenraum des Vereinsheims fanden sich später entsprechende Insignien und Transparente der Gruppierung. Den Teilnehmenden des Konzerts wurde damit bereits zu Beginn der Veranstaltung klar signalisiert, wer die Strukturen hinter dem Konzert stellte. Bei Rechtsrockkonzerten geht es nicht alleinig um einschlägige Musik. Hier kommen Vertreter*innen verschiedener Organisationen zusammen, hier werden politische Absprachen getroffen. Und nicht zuletzt dienen Veranstaltungen wie diese der Refinanzierung der Hintergrundstrukturen. Auf die Bedeutung der Veranstaltung deutet auch die organisatorische Zugehörigkeit etlicher, der dort in Neumünster anwesenden Neonazis hin. So fanden sich dort beispielweise Personenkreise zusammen, die dem Netzwerk von \"Blood \u0026 Honour\" zuzurechnen sind. Das militante Neonazinetzwerk wurde im September 2001 vom damaligen Bundesinnenminister verboten - und agiert seitdem nach Ansicht von Beobachter*innen unter wechselnden Bezeichnungen im Untergrund. Auch Neonazis, die in der Vergangenheit bei der Neonaziorganisation \"Combat 18\" aktiv waren, kamen hier zum Stelldichein zusammen. Auch \"Combat 18\" wurde inzwischen verboten. Ähnlich wie \"Blood \u0026 Honour\" versucht die Gruppe ihre Aktivitäten seit dem Verbot im Januar 2020 unter anderen Gruppenbezeichnungen fortzuführen. Und auch Vertreter:innen der internationalen Neonazigruppierung \"Hammerskins\" kamen nach Neumünster. All diese Gruppierungen eint, dass sie ihre Strukturen unter anderem mit der Durchführung von Konzert- und Vernetzungsveranstaltungen, der Produktion und dem Vertrieb von einschlägiger Musik finanzieren. Das Geschäft mit Rechtsrock ist für die Beteiligten lukrativ und wirft und jährlich hunderttausende von Euros ab. Auch die \"Arische Bruderschaft\" um Torsten Heise verdient dabei kräftig mit und konnte sich neben \"Blood \u0026 Honour\", \"Combat 18\" und den \"Hammerskins\" als eine der wichtigsten Organisationen in diesem Bereich etablieren - deren Mitglieder formulieren zunehmend einen Führungsanspruch bei der Durchführung von Konzertveranstaltungen. Die in Neumünster geplante Veranstaltung stand unter dem Motto \"Der Norden rockt\". Geplant ware der Auftritt der Rechtsrockgruppen \"Endstufe\" aus Bremen, \"Radikahl\" aus Thüringen und der Band \"Hart \u0026 Smart\"aus Süddeutschland. Insbesondere Bands wie \"Endstufe\" und \"Radikahl\" können auf Jahrzehnte lange Aktivitäten im internationalen Rechtsrock Geschäft verweisen und können dementsprechend hohe Publikumszahlen generieren.\n Die Organisationsstrukturen der konspirativ vorbereiteten Veranstaltung beschränkten die Anzahl der Teilnehmenden, auch mit Blick auf die Größe der Räumlichkeiten, im Vorfeld auf insgesamt 388 zahlende Gäste. Der Ticketpreis lag bei 20,- Euro. Weitere Erlöse sollten mutmaßlich durch den Verkauf von Merchandise und Musikproduktionen erzielt werden. Als Haupteinnahmequelle sollte wohl der Alkoholausschank fungieren. So befanden sich etwa 100 Paletten Dosenbier im Veranstaltungsgebäude, die dort verkauft wurden. Entgegen den Erwartungen der \"Arischen Bruderschaft\"/\"Brigade 12 - Pommern\" konnte das Konzert allerdings nicht wie geplant durchgeführt werden. Die Besucher*innen, die aus allen Teilen der Bundesrepublik angereist waren, sahen sich mit einem Polizeieinsatz konfrontiert, der zum Abbruch des Treffens führte. Noch während im Vereinsheim ein erster Soundcheck durchgeführt wurde, umstellten Hundertschaften der Polizei kurz nach 20 Uhr den Gebäudekomplex. Neben Polizeibeamten*innen aus ganz Schleswig-Holstein wurden auch Unterstützungskräfte aus Hamburg herangeführt. Den Konzertbesucher*innen wurde unter Verweis auf die falschen Veranstaltungsanmeldung eine weitere Nutzung der Räumlichkeiten untersagt. Das Areal wurde von der Politzei kurzerhand zum Gefahrengebiet erklärt. Dies auch, weil anwesende Neonazis die herangerückten Polizeikräfte mit Stühlen und anderen Möbelstücken bewarfen. Videoaufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes zeigten, dass ein Teil der Anwesenden versuchte, sich im Gebäude zu verbarrikadieren. Nach Angaben der Polizei zerschlugen dabei einzelne Neonazis einen Teil der Fensterfront des Vereinsheims und bewarfen die Polizei aus dem Inneren des Gebäudes. Auch ein Feuerlöscher flog dabei in Richtung der eingesetzten Polizeikräfte. Die Polizei wiederum setze Tränengas ein. Die Angriffe der Neonazis änderten am Ausgang nichts. Schließlich verschaffte sich die Polizei Zutritt zu dem inzwischen reichlich demolierten Innenraum und beendete damit die Veranstaltung noch bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Die angereisten Neonazis wurden daraufhin polizeilich kontrolliert und erhielten zum Teil Platzverweise. Gegen einzelne Neonazis wurde wegen Landfriedensbruch Anzeige erstattet. Bei einem der ersten, der das Gelände sichtlich ungehalten verließ, handelte es sich dann auch um Torsten Heise, über dessen Vertriebsstruktur die Veranstaltung beworben wurde. Heise selbst hatte die Veranstaltung nicht angemeldet. Als Mieterin der Räumlichkeiten fungierte eine Neonazi-Aktivistin aus Schleswig-Holstein. Auch sie war bei der Veranstaltung anwesend. Doch nicht nur Thorsten Heise verließ auffällig früh den Ort des Geschehens. Auffällig war, dass etliche Neonazis aus den Strukturen der \"Arischen Bruderschaft\", welche den Ordnerdienst gestellt hatten, bereits kurz nach Beginn des Polizeieinsatzes das Gelände verließen und die angereisten Neonazis sich selbst überließen. In Folge des Polizeieinsatzes wurden die zum Teil sichtlich angetrunkenen Neonazis in Kleingruppen zur nahegelegenen Zufahrtsstraße geleitet. Da diese zum überwiegenden Teil ihre Mobiltelefone entweder vor Beginn der Veranstaltung in ihren Fahrzeugen ließen oder ihnen diese, wie Veranstaltungsteilnehmende berichteten, am Eingang abgenommen wurden, fiel es etlichen sichtlich schwer sich wieder in ihren Reisegruppen zusammen zu finden. So warteten Einzelne bis tief in die Nacht bis die ursprünglichen Reisegruppen wieder beisammen waren. Dass Mobiltelefone auf Konzerten nicht zugelassen werden, ist bei solchen Veranstaltungen durchaus üblich. Die Szene will damit verhindern, dass Videomitschnitte und somit Beweise aufgezeichnet werden. Das Verbot von Mobiltelefonen ist bei Rechtsrockkonzerten inzwischen eine gängige Praxis. Die Räumung dauerte bis etwa 2 Uhr morgens an. Neonazis mussten zum Teil mit Polizeihunden vom Gelände ferngehalten werden. Zuvor wurde ein Pressevertreter mit Faustschlägen von Neonazis attackiert. Kurz nach Ende des Polizeieinsatzes wurde Pressevertreter*innen der Zugang zum Vereinsheim gewährt. Diesen bot sich ein Bild der Verwüstung. Ob die Anmelderin der \"Verlobungsfeier\" auf den entstandenen Kosten sitzenbleibt oder ob die \"Arische Bruderschaft\" finanzielle Unterstützung anbietet blieb unklar. Das Geld, welches durch den Kartenvorverkauf eingenommen wurde, dürfte gerade Ausreichen, die gröbsten Schäden zu beheben. ","date":"4 März 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-03-04/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 4. März 2023 versuchten Neonazis in Neumünster ein Rechtsrockkonzert durchzuführen.","title":"Rechtsrockkonzert \"Der Norden Rockt\" in Neumünster aufgelöst"},{"city":"Bremen","content":"Am Mittwoch, den 01. März  2023 fand in Bremen Findorff eine Demonstration von Reichsbürger:innen und Teilen der AfD-Bremen statt. Wie bereits in der Vorwoche versammelten sich die Teilnehmenden der Veranstaltung zuvor auf dem zentral gelegenen Findoff Markt. Bereits im Vorjahr hatte es Versuche von Reichsbürger:innen und Personen aus dem Spektrum der Coronaleugner:innen gegeben, eine wöchentlich stattfindende Demonstration in Bremen zu etablieren. Nach einer größeren Demonstrationen im August vergangenen Jahres, bei der einige hundert Teilnehmende zusammenkamen, ging die Anzahl an Teilnehmenden jedoch rapide zurück. Zum Schluß sank das Mobilisierungspotential mitunter in den (niedrigen) einstelligen Bereich. Als Veranstaltungsleiter der nun stattgefundenden Demonstration trat Heiner Löhmann (Bildmitte), seines Zeichens Vorsitzender des \"Notvorstandes der AfD im Landesverband Bremen\" und Abgeordneter der AfD in der Bremer Bürgerschaft in Erscheinung. Löhmann unterstützt die Organisator:innen seit langem. Bereits im Vorjahr stellte er Teile der Infrastruktur zur Verfügung. Inzwischen handelt es sich bei den Demonstrationen um AfD-Veranstaltungen. Tatkräftig unterstützt wird die AfD-Bremen dabei von Personen, die bereits seit Jahren zum festen Kreis der Verschwörungsgläubigen und Reichsbürger:innen im Bundesland gehören. Heiner Löhmann gehörte im Oktober 2022 zu den Gründungsmitgliedern des sogenannten \"Notvorstandes der AfD im Landesverband Bremen\". Dieser sieht sich in Opposition zur bisherigen Landesspitze um den AfD-Politiker Sergej Minich - dem jegliche Legitimation von Seiten des \"Notvorstandes\" abgesprochen wird. Der Streit beschäftigt inzwischen die AfD-Bundesführung und das Bundesschiedsgericht. Auch der AfD-Politiker Heinzjürgen Niks (Bild) gehört dem \"Notvorstand\" als Beisitzer an. Niks, der zuvor bereits als Kandidat der \"Bürger in Wut\" (BiW) in Erscheinung trat, gehörte im November des Vorjahres zu den Teilnehmenden eines Wahlparteitages des \"Notvorstandes\" in Bremen Burglesum. Bei diesem wurden Kandidat:innen für die anstehenden Bürgerschaftswahlen im Mai bestimmt. Da die AfD-Bremen um Sergej Minich jedoch ebenfalls Kandidat:innen bei einem Wahlparteitag im Januar in Bremen Mahndorf wählte, existieren nunmehr zwei unterschiedliche AfD-Wahllisten. Gibt es keine Einigung, besteht die Möglichkeit, dass beide Wahllisten durch die Wahlkommission abngelehnt werden und die AfD bei der anstehenden Bürgerschaftswahl lediglich in Bremerhaven zur Wahl stehen wird. Ebenfalls vor Ort war der niedersächsische AfD-Politiker Andreas Iloff. Die Teilnahme war kein Zufall. Iloff, der in der Vergangenheit durch seine Kontakte zu neonazistischen Organisationen auffiel, gehört zum Organisationskreis wöchentlich stattfindener Demonstrationen im niedersächsischen Twistringen. Auch in Twistringen kommt es immer wieder zum Schulterschluß zwischen der AfD und Reichsbürger:innen. Auch Personen aus Bremen nehmen regelmäßig an den Veranstaltungen in Twistringen teil. Insgesamt nahmen diesmal 22 Personen an der Demonstration teil. Damit konnte die Anzahl der Teilnehmenden im Vergleich zur Vorwoche mehr als verdoppelt werden.","date":"1 März 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-03-01/","section":"Fotos","summary":"Am Mittwoch, den 01. März 2023 fand in Bremen Findorff eine Demonstration von Reichsbürger:innen und Teilen der AfD-Bremen statt.","title":"Demonstration von AfD und Reichsbürger:innen in Bremen (Findorff)"},{"city":"Twistringen","content":"Am vergangenen Montag, den 20. Februar 2023 führten Reichsbürger:innen und Mitglieder der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) zum wiederholten Mal eine Demonstration im niedersächsischen Twistringen durch.  Bereits seit Beginn des vergangenen Jahres unterstützt der AfD-Kreisverband Diepholz, um dessen Vorsitzenden Andreas Iloff (hier im Bild), die Proteste aus dem sogenannten \"Querdenken-Spektrum\" in der Region und trat gemeinsam bei Veranstaltungen in Erscheinung - seit Juli 2022 auch mit eigens angemeldeten Kundgebungen und Demonstrationen. Von Beginn an waren dabei die vom AfD-Kreisverband gesetzten Themen auswechselbar. Mal ging es um ein phantasiertes Impfregime und finstere Mächte, mal um steigende Energiepreise, dann wieder gegen politische Gegner:innen. Die dahinterliefgende Hoffnung des AfD-Kreisverbandes ist einfach: hier geht es darum Aufstandsphantasien zu beförden, diese am Köcheln zu halten und feste Allianzen mit den hier aktiven Reichsbürger:innen zu schmieden. Während sich der AfD-Kreisverband zu Beginn seiner Aktivitäten auf die Durchführung von sogenannten \"Mahnwachen\" mit jeweils etwa 30 Teilnehmenden beschränkte, finden seit August des vergangenen Jahres auch Demonstrationen in Twistringen statt - inzwischen auch mit überregionaler Unterstützung, wie hier im Bild, Reichsbürger aus dem nahegelegenen Bremen.  Aus Bremen war am vergangenen Montag in Twistringen auch Wolfgang W. aus Bremen zugegen. Das ehemalige Vorstandsmitglied des Bremer Landesverbandes der Partei \"Die Basis\"  bewegt sich seit Beginn der so genannten Corona-Proteste im verschwörungsideologischem Milieu und verbreitet entsprechende Erzählungen über einen eigenen Youtube-Kanal. Wolfgang W. gehört zu den regelmäßigen Teilnehmenden dieser politisch einschlägigen Veranstaltungen in Twistringen. Als Anmelder der Veranstaltungen trat wiederholt der AfD-Kreisvorsitzende Andreas Illoff (Bild) in Erscheinung. Neben seiner AfD-Karriere kann Illof auf eine lange Geschichte in der extremen Rechten zurückblicken. So war Illof bereits vor seiner Mitgliedschaft in der AfD aufgrund seiner vielfältigen Aktivitäten ein festes Beobachtungsobjekt des niedersächsischen Verfassungsschutzes.  Am vergangenen Montag wechselte Iloff wieder einmal die thematischen Schwerpunkte der Veranstaltung. In einem Redebeitrag bei der er anwesende Journalisten schmähte und beschimpfte versuchte er den Krieg in der Ukraine in den Mittelpunkt zu rücken. Am Ende blieb die Botschaft jedoch so überschaubar wie wöchentlich die selbe: \"Die da oben\" seien Schuld an allem. Die anwesenden Reichsbürger:innen und AfD-Mitglieder stimmten, mit verhaltenem Applaus den kruden Thesen des AfD-Kreisvorsitzenden zu. Die Nutzung eines Megaphon's war, zum sichtlichen Verdruß einzelner Teilnehmenden, bei der Veranstaltung untersagt. Eine dafür erforderliche Mindesanzahlö an Teilnehmenden konnte nicht erzielt werden. Es kamen lediglich 26 Personen und ein Hund zusammen. In der Vergangenheit suchte der Veranstaltungskreis um Andreas Iloff und AfD-Stadtratsabgeordneten in Diepholz Alfons Muhle auch den Schulterschluß zu anderen extrem Rechten Organisationskreisen. So wurden die Veranstaltungen auch in der Telegramgruppe der \"Freien Niedersachsen\" beworben. Dort tummeln sich neben Reichsbürger:innen und anderen Verschwörungsgläubigen auch organisierte Neonazis. Dies hinderte die AfD Niedersachsen ihrerseits nicht die Veranstaltung weiter offensiv zu unterstützen. So nahmen bereits mehrere AfD-Landtagsabgeordnete wie Harm Rykena von der AfD-Oldenburg oder Marcel Queckemeyer von der AfD-osnabrück an den Veranstaltungen teil. Auch der niedersächsische Landesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) Adrian Maxhuni war in Twistringen bereits zugegen. Der Charakter der Veranstaltung wird auch durch die dort getätigten Sprechchöre deutlich. Während die Teilnehmenden Deutschlandfahnen tragen ist das Singen der Nationalhymne vberpönnt. Am vergangenem Montag wurde dies sogar ausdrücklich von Teilnehmenden untersagt. Stattdessen gab es Sprechchöre wie \"Die BRD ist tot, es lebe Schwarz-Weiß-Rot\". Mit der Veranstaltung in Twistringen verfolgt Andreas Illof (Bild), der am Ende der Veranstaltung noch eine kommende Versammlung von Reichsbürger:innen in Bremen bewarb, augenscheinlich auch persönliche Interessen im Machtkampf innerhalb der AfD-Niedersachsen. So dient die Veranstaltung auch der Rekrutierung neuer Mitglieder für seinen eigenen Machtbereich. Iloff selbst befindet sich dabei in Opposition zum gegenwärtigem AfD-Landesvorstand und benötigt, wie es in der AfD-Niedersachsen heißt, eine entsprechend instrumentalisierbare Hausmacht um sich parteipolitisch zu halten. Gegen 19:30 Uhr setze sich dann der Demonstrationszug, begleitet von Gegenprotesten in Bewegung und zog mit Sprechchören die Hauptstraße von Twistringen entlang.   Gemeinsam mit den Reichsbürger.:innen marschierte auch der AfD-Politiker Heinzjürgen Niks (Bildmitte). Niks, der zuvor bereits für die rechtspopulistische Partei \"Bürger in Wut\" als Kandidat in Erscheinung trat, ist derzeit Mitglied im so genannten \"Notvorstand der AfD im Landesverband Bremen\" - der sich derzeit eine erbitterte Auseinandersetzung mit dem gewählten Landesvorstand der AfD-Bremen liefert. Die Auseinandersetzungen führen derzeit dazu, dass die Zulassung von AfD-Kandidat:innen bei der im Mai 2023 anstehenden Bürgerschaftswahl in Bremen gefährdet ist, da zwei unterschiedliche Wahllisten eingereicht wurden.                                                                  ","date":"20 Februar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-02-20/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Montag, den 20. Februar 2023 führten Reichsbürger:innen und Mitglieder der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) zum wiederholten Mal eine Demonstration im niedersächsischen Twistringen …","title":"Reichsbürger:innen und AfD vereint in Twistringen"},{"city":"Dresden","content":"","date":"11 Februar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-02-11-dresden-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Demonstration der radikalen und neonazistischen Rechten in Dresden (Teil 1)"},{"city":"Dresden","content":"","date":"11 Februar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-02-11-dresden-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Demonstration der radikalen und neonazistischen Rechten in Dresden (Teil 2)"},{"city":"Eisenach","content":"Am Samstag, den 28. Januar 2023 fand im thüringischen Eisenach ein Konzert der Neonaziszene statt. Beim Veranstaltungort handelte es sich um das sogenannte \"Flieder Volkshaus\".","date":"28 Januar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-01-28/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 28. Januar 2023 fand im thüringischen Eisenach ein Konzert der Neonaziszene statt.","title":"Rechtsrockkonzert im \"Flieder Volkshaus\" in Eisenach"},{"city":"Schnellroda","content":"Ende Januar 2023 fand in Schnellroda, einem Ortsteil der Gemeinde Steigra im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, die sogenannte \"Winterakademie\" des \"Instituts für Staatspolitik\" (IfS) statt. Bei dem \"Institut für Staatspolitik\" handelt es sich um eine \"Denkfabrik\" der \"Neuen Rechten\" - also jenen Strukturen, die an einer vermeintlichen Modernisierung der extremen Rechten und ihrer weltanschaulichen Positionen arbeitet. Das Institut wurde im Mai 2000 von Götz Kubitschek (Bildmitte), Karlheinz Weißmann und dem Rechtsanwalt Stefan Hanz gegründet. Seit April 2014 leitet der \"neurechte\" Publizist Erik Lehnert (Bildmitte) das Institut. Zusammen mit Götz Kubitschek bildet er außerdem den Vorstand des Trägervereins. Im August 2021 wurde bekannt, dass er als Referent bei der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg arbeitet. Während der \"Winterakademie\" nutze Lehnert NS-Vokabular und bezeichnete ihm missliebige Personen als \"Parasiten\". Auch Roland Hartwig, der persönliche Referent der AfD-Bundessprecherin Alice Weidel, war vor Ort. Nachdem bekannt geworden war, dass Hartwig im November 2023 zu den Teilnehmenden eines Treffens von Mitgliedern der AfD, der CDU-Werte-Union sowie der \"Identitären Bewegung\" (IB) gehörte, trennte sich die AfD-Bundessprecherin von ihrem persönlichen Referenten. Bereits beim Treffen im Januar 2023 in Schnellroda kam ein ähnlicher Personenkreis zusammen. Auch inhaltlich nahmen sich die Teilnehmenden nicht zurück: So hieß es in einer Podiumsdiskussion: \"Wir können die Altparteien nur als Feind betrachten, nicht als Konkurrenten. Sondern, das ist nicht der politische Gegner, sondern das ist der Feind. Wir müssen einen Vernichtungsfeldzug führen, im Prinzip gegen die Altparteien\". Derartige Einordnungen schienen das Arbeitsverhältnis von Alice Weidel und Roland Hartwig nicht zu belasten. Und auch nicht die Anwesenheit zahlreicher Aktivist:innen der sogenannten \"Identitären Bewegung\" - inklusive Martin Sellner, der dort ebenfalls einen Redebeitzrag hielt. An der Veranstaltung gaben sich nicht nur zahlreiche aktive Mitglieder der \"Alternative für Deutschland\" (AfD), aus Landes- wie aus Bundesebene die Klinke in die Hand. Auffällig war auch die hohe Anzahl von Kleinkindern, welche Teilnehmende mit zur Veranstaltung führten. Ein Kleinkind unterm Arm hatte auch Mario Walter Brockmann, auch dieser besitzt enge Verbindungen zur AfD-Bundesprecherin Alice Weidel. Er arbeitet ebenfalls als Referent für Grundsatzfragen für die AfD-Bundesprecherin. Mario Walter Brockmann ist darüber hinaus auch familiär mit Götz Kubitschek verbunden. So handelt es sich um einen der Schwiegersöne der Familie. Dass Martin Sellner, Führungsfigur der sogenannten \"Identitären\", bei der IfS-Winterakademie 2023 ebenfalls einen Vortrag zum Thema \"Ethnowahl und Staatsbürgerschaftsrecht\u0026qout; hielt, dürfte für Alice Weidel ebenfalls nicht weiter ins Gewicht gefallen sein. (Bildquelle: IfS) Seine Tätigkeit als Referent für die AfD-Bundessprecherin Alice Weidel hinderte Brockmann nicht daran, im Juni 2023 an einem Neonazi-Liederabend im thüringischen Eisenach teilzunehmen. Gegenüber der Polizei gab Brockmann an, sich dort während des Konzerts in seiner Funktion als Rechtsanwalt mit einem Mandanten zu treffen. Dass es sich beim \"Institut für Staatspolitik\" (IfS) laut Sicherheitsbehörden um eine \"gesichert rechtsextreme\" und verfassungsfeindliche Gruppierung handelt, scheint für die AfD-Bundessprecherin Alice Weidel kein Problem darzustellen. Schließlich war sie dort im Jahr 2019 während der sogenannten \"IfS-Sommerakademie\" selbst vor Ort.","date":"28 Januar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-01-28-s/","section":"Fotos","summary":"Ende Januar 2023 fand in Schnellroda, einem Ortsteil der Gemeinde Steigra im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, die sogenannte \"Winterakademie\" des \"Instituts für Staatspolitik\" (IfS) statt.","title":"Winterakademie 2023 vom \"Institut für Staatspolitik\" (IfS) in Schnellroda"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 21. Januar 2023 führte die neonazistische »Neue Stärke Partei« (NSP) eine Kundgebung in Magdeburg durch. Hintergrund der neonazistischen Aktivität war die einseitige Verklärung des 2. Weltkrieges und der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 durch die Alliierten. An der Veranstaltung nahmen etwa 35 Neonazis teil. Die Mobilisierung zu der Veranstaltung lief relativ kurzfristig. So wurde die Veranstaltung erstmals am 13. Januar, knapp eine Woche vor Veranstaltungsdatum über den Telegramkanal der »Neue Stärke Partei« beworben. Neben gruppeninterner Mobilisierung gab es keine, zumindest keine öffentlichkeitswirksamen Versuche die Veranstaltung zu bewerben. Erste Teilnehmende sammelten sich ab 14 Uhr beim Vorabtreffpunkt am Neustädter Bahnhof in Magdeburg. Dort wurde jedoch nicht lange verweilt - in Kleingruppen zogen anreiste Neonazis dann zum eigentlichen Kundgebungsort, dem Neustädter Friedhof an der Lübecker Straße in Magdeburg. Die Anreise verlief schleppend: wenige Minuten vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn sammelten sich lediglich etwa 25 Personen vor dem Eingangstor des Friedhofs. Eine Zahl die dann im Verlauf des Tages nur unwesentlich anwuchs. Am Ende konnte die neonazistische Splitterpartei insgesamt 35 Personen mobilisieren. Der ursprüngliche Plan der Neonazis eine »Gedenkkundgebung« auf dem Friedhof durchzuführen scheiterte an der Friedhofsverwaltung - diese erklärten den Friedhof kurzerhand für geschlossen. So mussten die »Neue Stärke« ihre Kundgebung vor dem Eingangstor des Neustädter Friedhofs durchführen. Teilnehmende posierten anschließend mit Fahnen der Neonaziorganisation vor dem Eingangsbereich. Das es der Neuen Stärke Partei weniger um das »Gedenken« der Bombardierung Magdeburgs im 2. Weltkrieg ging sondern vielmehr allgemein um Propaganda zeigte sich auch am mitgeführten Transparent. So wurde hier auf einen Ortsbezug verzichtet. Mit etwa einstündiger Verspätung, gegen 16:00 Uhr begann dann die eigentliche Kundgebung. Die Veranstaltungsteilnehmenden führten dabei vereinzelt Fackeln mit. Die Polizei, welche die Kundgebung mit einem großen Aufgebot begleitete, erlaubte deren Verwendung. Eröffnet wurde die Kundgebung durch einen Redebeitrag des Neonazis Florian Reibe aus Erfurt der augenscheinlich mit aufkommenden Wind zu kämpfen hatte. Daneben gab es Musik aus der »Konserve« - über zwei aufgestellte Boxen wurden neonazistische Musikstücke dargeboten. Als zweite und letzte Rednerin trat dann die Neonazistin Sabrina Töpfer von der Gruppierunbg Neue Stärke Erfurt ans Mikrophon. Den angereisten Neonazis wurde von der Versammlungsbehörde zugestanden, zwecks Abreise einen Aufzug bis zum Neustädter Bahnhof in Magdeburg durchzuführen. Der dann einsetzende Demonstrationszug stoppte allerdings nicht an der Rückseite des Neustädter Bahnhof, sondern bewegte sich anschließend wieder zum Friedhof. Dort wurde die Veranstaltung dann vollends für beendet erklärt. Die angereisten Neonazis bewegten sich abschließend in Kleingruppen vom Veranstaltungsort weg. Der Friedhof war verschlossen. Die Gruppe sammelte sich daraufhin vor den Eingangstoren. Dass der Friedhof verschlossen war, war den Veranstaltungsteilnehmer:innen sichtlich unangenehm und peinlich. Die ankommende Gegendemonstration war für den Teilnehmenden der gescheiterten Kundgebung eine Provokation. Die Partei nutzte die Zusammenkunft nur vordergründig zum Gedenken. Es wurde schon bei der Ankunft Alkohol konsumiert, gepöbelt, gewitzelt und viel rumgemackert. Trauerstimmung kam nicht auf. Andere rechte Parteien und Gruppen legen hier mehr Wert auf ihr auftreten. Die Fackeln wurden noch bei Tageslicht angezündet. Florian Reibe hielt die erste Rede. Er nutzte eine Wortwahl, die sonst verwendet wird die Shoa / den Holocaust zu beschreiben. Sabrina Töpfer hielt zwei mal die gleiche Rede an diesem Abend.","date":"21 Januar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-01-21-md/","section":"Fotos","summary":"Am 21. Januar 2023 führte die neonazistische »Neue Stärke Partei« (NSP) eine Kundgebung in Magdeburg durch.","title":"Fehlgeplante Kundgebung in Magdeburg"},{"city":"Bremen","content":"Anläßlich der bevorstehenden Bürgerschaftswahl im Mai 2023 führte die AfD Bremen am 15. Januar 2023 einen Aufstellungsparteitag in Bremen Mahndorf durch. Wie bereits in der Vergangenheit nutze die AfD dabei das sogenannte \"Rubin Event Center\" - einer in die Jahre gekommenen Location welches ansonsten vor allem für Hochzeiten genutzt wird. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte Sergej Minich (Bildmitte), seines Zeichens stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Bremen. Minich wurde im Verlauf des Parteitages auch auf Listenplatz 1 der Wahlliste der AfD Bremen gewählt. Der Beginn der Veranstaltung war auf 11:00 Uhr angesetzt. Erste Aktivitäten wurden am Sonntag bereits in den frühen Morgenstunden verzeichnet. Etlich Anwesende beschwerten sich jedoch im Verlauf der Veranstaltung lautstark. Die Betreiber hatten auf eine Heizung verzichtet - die Temperaturen zwangen etliche Anwesende sich Decken oder andere Hilfsmittel zu organisieren. Vor Ort war auch der ehemalige Landesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) Marvin Mergard. Dessen Unterstützung für die \"Identitäre Bewegung\" (IB) führte in der Vergangenheit zur Überwachung der JA durch den Bremer Verfassungsschutz. Ebenfalls vor Ort waren Vertreter des sogenannten \"Notvorstandes der AfD im Landesverband Bremen\" um dessen Vorsitzenden Heiner Löhmann (Bildmitte) und dessen stellvertretenden Schatzmeisters Frank Magnitz (links im Bild). Der \"AfD-Notvorstand\" war nach einer Entscheidung des AfD-Landesschiedgerichts vom 20. Oktober des vergangenen Jahres einberufen worden. Das Landesschiedgericht sah die Handlungsfähigkeit des bisherigen AfD-Vorstands um Sergej Minich nicht weiter gegeben. Seit Januar 2021 sei es nicht gelungen einen neuen Landesvorsitzenden zu wählen - dieser war nach parteiinternen Streitigkeiten am 26. Januar 2021 zurückgetreten und hatte die Partei anschließend verlassen. So waren die Vertreter des \"AfD-Notvorstandes\" beim nun durchgeführten Aufstellungsparteitag vor allem zugegen um dessen Abbruch zu forden - hatte doch der, in den Augen des \"Notvorstandes\" nicht legitime Vorstand um Sergej Minich, keinerlei Berechtigung einen solchen Parteitag einzuberufen. Bereits im November des Vorjahres hatte der \"Notvorstand\" um Heiner Löhmann (Bild) einen eigenen Aufstellungsparteitag in Bremen durchgeführt und eine eigene Wahlliste wählen lassen. Der nun durchgeführte Parteitag in Bremen Mahndorf sei deshalb in den Augen des \"Notvorstandes\" vor allem eins: \"Illegal! Alle Ergebnisse, Beschlüsse, Wahllisten etc. sind wertlos  und ziehen weitere juristische Schritte nach sich\" - so der \"Notvorstand\" in einem verteilten Flugzettel. Brisant in diesem Zusammenhang ist auch eine Entscheidung des AfD-Bundeschiedsgerichtes vom 14. Januar 2023. In diesem teilte das AfD-Bundesschiedsgericht mit das ein PArteiausschlußverfahren gegen Heiner Löhmann nicht wirksam sei, da der Landesvorstand um Sergej Minich dazu nicht mehr berechtigt sei und nicht mehr den Landesvorstand der AfD im Bundesland Bremen stellen würden. Die Entscheidung des AfD-Bundesschiedgerichtes wiederrum wurde vom Landesvorstand um Sergej Minich nicht akzeptiert - der Parteitag wurde dennoch weitergeführt. Hier Jürgen Hauschild vom Landesvorstand bei der Anreise. Rechtlichen Beistand holte sich der Vorstand um Sergej Minich unter anderem vom Rechtsanwalt und AfD-Bundestagsabgeordneten Fabian Jacobi (Bildmitte). Dieser sah keinen Anlass die Veranstaltung abzubrechen. Schließlich wurden die Einladungen durch den AfD-Bundesvorstand verschickt und seien damit durchaus legitim. Jacobi übernahm auch die Versammlungsleitung der Veranstaltung. Jacobi reiste unter anderem mit dem AfD-Politiker Carlo Clemens nach Bremen, einem Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung zeichnete sich vor allem durch die Anwesenheit einer Vielzahl von AfD-Politiker:innen aus anderen Bundesländern aus. Hier beispielsweise der amtierende niedersächsische Landesvorsitzende Frank Rinck (links) in Begleitung von niedersächischen Landesschriftführer Christian Dörhofer. Der später auf die LAndesliste gewählte Student Michel Brockhausen (links im Bild) während der Anreise. Nachdem die Anwesenden den Forderungen des \"Notvorstandes\" nicht folgen wollten, verließen Heiner Löhmann und Frank Magnitz die Veranstaltung. Somit zeigte die AfD Bremen am Ende zwei Wahllisten bei der Landeswahlleitung im Bundesland Bremen an. Nach Ansicht von Heiner Löhmann dürfte die Landeswahlleitung am 17. März beide Wahllisten ablehnen und damit der AfD keine Wahlzulassung gewähren. Bildmitte: der am vergangenen Wochenende auf Listenplatz 7. gewählte AfD-Politiker André Schacht. Ebenfalls vor Ort waren zwei Vertreter des AfD-Kreisverbandes Bremerhaven. Dieser hatte bereits im Oktober des Vorjahres eine eigene Wahlliste gewählt. Bei dem dortigen Spitzenkandidaten für die Stadtverordnetenversammlung handelt es sich um Thomas Jürgewitz (Bildmitte), den Vorsitzenden des dortigen Kreisverbandes.","date":"15 Januar 2023","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2023-01-15/","section":"Fotos","summary":"Anläßlich der bevorstehenden Bürgerschaftswahl im Mai 2023 führte die AfD Bremen am 15. Januar 2023 einen Aufstellungsparteitag in Bremen Mahndorf durch.","title":"Aufstellungsparteitag der AfD Bremen"},{"city":"Bremen","content":"In den Morgenstunden des vergangenen Samstags fand im Restaurant \"Murkens Krug zur Fähre\" eine Aufstellungsversammlung der AfD-Bremen für die anstehende Wahl zur Bremer Bürgerschaft im Mai 2023 statt. Eingeladen hatte ein selbsternannter \"Notvorstand\" des Bremer AfD-Landesverbandes um die AfD-Politikerin Silke Jünemann und den fraktionslosen AfD-Einzelabgeordneten Heiner Löhmann. Die Versammlung des selbsternannten AfD-\"Notvorstandes\" um Heiner Löhmann (hier im Bild) sorgte innerhalb der AfD für große Irritationen. Den Organisator*innen soll von der AfD-Bundesebene im Vorfeld schriftlich mitgeteilt worden sein, dass die geplante Aufstellungsversammlung im Bremer Stadtteil Burglesum über keinerlei rechtliche Legitimation verfüge - ein Umstand, der die Organisator*innen nicht davon abhielt, sich darüber hinwegzusetzen und die Versammlung dennoch stattfinden zu lassen. Die AfD-Bremen ihrerseits kündigte bereits Ausschlußverfahren wegen parteischädigendem Verhalten gegen alle Beteiligten der nun durchgeführten Aufstellungsversammlung an.  Als offizieller Beginn der Veranstaltung wurde 9:00 Uhr morgens veranschlagt. Ort und Zeit wurden zuvor in einer großen Bremer Tageszeitung mit einer Anzeige beworben. Auch Polizeikräfte waren vor Ort, welche die Veranstaltung gegen mögliche Störungen absichern sollten. Wie es in der besagten Bewerbung der Veranstaltung lautete, diente die Veranstaltung ausschließlich dem Zweck, \"Bewerber für die Bürgerschaftswahlen\" zu wählen. Mögliche Kandidat*innen müssten dazu nicht zwangsläufig der AfD-Parteiorganisation angehören. Dies war wohl auch einer der Gründe, welche auch Wolfgang Wiencierz (Bildmitte) dazu bewegten, an der Veranstaltung teilzunehmen. Wolfgang Wiencierz (hier links im Bild) ist in der Bremer Politik kein Unbekannter - so gehört er dem aktuellem Bremer Landesvorstand der Partei \"Die Basis\" an. Dies hinderte ihn allerdings nicht, sich an der Aufstellung von AfD-Kandidat*innen während eines AfD-Parteitages zu beteiligen. Neben seinen Aktivitäten für die Partei \"Die Basis\" und nun der AfD-Bremen tritt Wiencierz aktuell vor allem durch seine herausgehobene Tätigkeit im Zusammenhang mit dem Protestgeschehen sogenannter \"Hygiene-Demonstrationen\" in Bremen und dem angrenzendem Umland in Erscheinung. Gegenüber den Sicherheitsbehörden tritt Wolfgang Wiencierz dabei als Pressevetreter auf - so wie hier während einer Demonstration am 17. August 2022 in der Bremer Innenstadt. Wolfgang Wiencierz war am vergangenen Wochenende nicht der einzige Akteur aus dem Spektrum von Anhänger*innen von Verschwörungserzählungen. So wurde er von weiteren Personen begleitet, die sich dort zuletzt zusammenfanden. Auch der Fahrer des sogenannten \"Anti-Impfmobils\" der Demonstration \"Wir.Du.Alle - Widerstand jetzt\", am 21. November diesen Jahres, hier im Gespräch mit dem ebenfalls anwesendem Wolfgang Wiencierz nahm nun an dem AfD-Aufstellungsparteitag in Bremen-Burglesum teil. Das sogenannte \"Anti-Impfmobil\", das auch als Lautsprecherwagen fungiert, wurde in der Vergangenheit auch durch den AfD-Politiker und selbsternannten Vorsitzenden des AfD-Notvorstandes Heiner Löhmann auf Veranstaltungen gesteuert. Teile der AfD-Bremen versuchten zuletzt durch die Beteiligung an den sogenannten \"Corona-Protesten\" diese maßgeblich zu beeinflußen. Wolfgang Wiencierz für seinen Teil schien nicht erfreut, dass anwesende Medienvertreter*innen seine Teilnahme dokumentierten. Nachdem er dessen gewahr wurde, versuchte Wiencierz unerkannt in die Veranstaltungsräumlichkeiten zu gelangen - allerdings weitestgehend erfolglos.  Der Vorsitzende des \"AfD-Notvorstandes\" Heiner Löhmann während der Anreise. Löhmann verfügt seit dem Jahr 2021 über einen Sitz in der Bremer Bürgerschaft. Im Juli 2021 zog er dort als Nachrücker für den verstorbenen AfD-Abgeordneten Mark Runge ein. Löhmann (hier während einer Demonstration im August 2022 gemeinsam mit dem AfD-Abgeordneten Frank Magnitz) beteiligte sich früh an den sogenannten \"Corona-Protesten\" im Bundesland Bremen. Spätestens seit August 2022 intensivierte er seine diesbezüglichen Aktivitäten. Inzwischen scheint nicht nur ein Teil der Infrastruktur dieser Veranstaltungen, wie beispielsweise das \"Anti-Impfmobil\", durch den AfD Abgeordneten gestellt zu werden. Auch tritt Löhmann dort mit Redebeiträgen in Erscheinung. Ein weiterer Teilnehmer der \"Geschlossenen Veranstaltung\". Kurz vor Beginn der Veranstaltung erschien, zumindest für die Organisator*innen, unliebsamer Besuch. Teile des offiziellen AfD-Landesvorstands, darunter der Landesschatzmeister Mertcan Karakaya (Bild) versuchten sich ein eigenes Bild der Versammlung zu machen. Begleitet wurde Karakaya dabei von Antje Zeller, ihres Zeichens Schriftführerin im derzeitigen Bremer AfD-Landesvorstand. Hingegen nur telefonisch vor Ort war der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Sergej Minich (hier während eines Parteitages der AfD-Bremen im Mai 2021 in Bremen Mahndorf), welcher gemeinsam mit dem restlichen Landesvorstand die Geschäfte der AfD-Bremen derzeit kommisarisch leitet. Die kommisarische Leitung war notwendig geworden, nachdem der bisherige Landesvorsitzende Peter Beck (Bild) im Januar 2021 dem chronisch zerstrittenem AfD-Landesverband den Rücken kehrte und zur Partei \"Bürger in Wut\" wechselte. Beck attestierte dem Bremer Landesverband in diesem Zusammenhang \"ein Sammelbecken für Rechtsextremisten\" zu sein.  Der AfD-Landesvorstand um Sergej Minich bewertete die nun durchgeführte Veranstaltung im Restaurant \"Murkens Krug zur Fähre\" als \"Verzweiflungsaktion einer kleinen AfD-Splittergruppe. Diese Splittergruppe wird in der nächsten Wahlperiode in der Bremer AfD keine Rolle spielen\", so Sergej Minich weiter. Den angereisten Mitgliedern des AfD-Landesvorstandes konnten sich allerdings kein eigenes Bild der Aufstellungsversammlung machen. Nachdem diese ihre AfD-Parteiausweise nicht mitführten und diese auf Verlangen nicht vorzeigen konnten, wurde ihnen der Zutritt mit dem Verweis auf die \"Geschlossene Versammlung\" verweigert. Über den genauen Ablauf drang während der wenige Stunden dauernden Veranstaltung wenig nach draußen. Heiner Löhmann übernahm augenscheinlich die Leitung der Veranstaltung. Kurz vor 13:00 Uhr verließen die angereisten Teilnehmenden dann über den Hinterausgang den Veranstaltungsort. Unter den Anwesenden befand sich auch die stellvertretende Vorsitzende des selbsternannten \"Notvorstands d. LV. AfD-Bremen\" Silke Jünemann (Bildmitte). Ebenfalls vor Ort waren die beiden AfD-Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft Uwe Felgenträger (links) sowie der ehemalige AfD-Landesvorsitzende Frank Magnitz (rechts im Bild). Ebenfalls vor Ort war Ann-Katrin Magnitz, die sich kurz vor Beginn der Abreise vom Veranstaltungsort entfernte. Welche Kandidat*innen des \"AfD-Notvorstandes\" für die anstehende Bürgerschaftswahl am vergangenen Wochenende bestimmt wurden, darüber schwiegen die Veranstaltungsteilnehmenden. Die Veranstaltung war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht zu Ende. Eine halbe Stunde nachdem nahezu alle Teilnehmenden, wie auch die eingesetzten Polizeikräfte, den Veranstaltungsort verlassen hatten, suchten weitere Personen die Gaststätte auf. Diese trafen sich, wie Angestellte des Restaurant im Nachhinein berichteten, mit einem dort verbliebenen AfD-Politiker zum Gespräch, um über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu sprechen. Dieses Treffen wurde dann ebenfalls kurzzeitig durch nochmals zugezogene Polizeikräfte abgesichert. An dem informellen Austausch nahm unter anderem der AfD-Politiker Harald Rühl (hintere Person) teil. Harald Rühl ist AfD-Kommunalpolitiker im Beirat von Burglesum.","date":"26 November 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-11-26/","section":"Fotos","summary":"In den Morgenstunden des vergangenen Samstags fand im Restaurant \"Murkens Krug zur Fähre\" eine Aufstellungsversammlung der AfD-Bremen für die anstehende Wahl zur Bremer Bürgerschaft im Mai 2023 statt.","title":"Putschversuch des selbsternannten \"AfD-Notvorstandes\" in Bremen"},{"city":"Ilsenburg","content":"Am 13.11.2022 sollte in Ilsenburg am Harz ein unangemeldetes Heldengedenken der Gruppe Harzrevolte stattfinden, zu dem in den sozialen Medien aufgerufen wurde. Der Veranstaltungsort sollte ein Parkplatz einer Nettofiliale sein. Jedoch kehrten die Anreisenden mit ihren Fahrzeugen auf der Stelle um. Auf dem Parkplatz wartete schon die Polizei. Ersatzweise sammelten sich die Teilnehmer:innen auf einem Parkplatz gegenüber des Ortsfriedhofs, auf dem eine Ehrenmalanlage für Kriegsopfer steht. Hier wurde die Versammlung durch die Polizei aufgelöst. Einzelne Teilnehmer flohen daraufhin kamen aber später wieder und bekamen wie die anderen Teilnehmer:innen einen Platzverweis. Hier versuchten die zuvor geflohenen durch leichte optische Veränderungen (Mütze ab, Kapuze auf) wieder unerkannt auf den Parkplatz und zu ihrem zuvor abgestellten Fahrzeug zu gelangen. Dort wurden sie jedoch von der Polizei festgesetzt. Dieser Teilnehmer hatte zuvor keine Kapuze auf. Dieser Teilnehmer versuchte sich dadurch unkenntlich zu machen, indem er seine Mütze nicht weiter trug.","date":"13 November 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-11-13/","section":"Fotos","summary":"Am 13.11.2022 sollte in Ilsenburg am Harz ein unangemeldetes Heldengedenken der Gruppe Harzrevolte stattfinden, zu dem in den sozialen Medien aufgerufen wurde.","title":"Gescheitertes Heldengedenken in Ilsenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ilsenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Ilsenburg"},{"city":"Spremberg","content":"Am vergangenen Samstag, den 12. November 2022 führte die Neonazigruppierung der \"Jungen Nationalisten\" (JN) eine Demonstration durch die Innenstadt des im Brandenburg gelegenen Spremberg durch. Die nun durchgeführte Demonstration richtete sich gegen gesetzlich Einschränkungen im Bezug auf das Zeigen von Reichskriegsflaggen und Reichsfahnen auf Demonstrationen. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten sich im Jahr 2021 auf entsprechende Regelungen geeinigt.  Zu diesem Zweck meldete der NPD/JN Funktionär Nico Koal (Bildmitte) - seines Zeichens \"Gebietsleiter Mitte\" der NPD-Jugendorganisation eine Demonstration mit 50 Teilnehmenden in Spremberg an - eine Anzahl die am Ende jedoch nicht erreicht wurde. Das massenhafte Zeigen von Reichsfahnen wurde den Teilnehmenden, entgegen der ursprünglichen Planung, ebenso wie die zum Teil mitgeführte Vermummung, durch die Behörden untersagt.  Neben der NPD und ihrer Jugendorganisation hatte auch die Neonazigruppierung \"Nationalisten Niederlausitz\" (NN) zu der Veranstaltung aufgerufen. Die NN ist personell weitestgehend deckungsgleich mit den NPD/JN Strukturen in der Region.  Startpunkt der Demonstration war ein Grünbereich nahe der Innenstadt. Die Nutzung einer mitgeführten Trommel wurde den Teilnehmenden der Demonstration ebenfalls untersagt. Ursprünglich war auch die Teilnahme einer JN-Delegation aus Thüringen geplant. Diese blieben der Veranstaltung allerdings fern - eine Polizeikontrolle nahe Dresden habe sie aufgehalten. Vor Ort waren ebenfalls Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern. Darunter ebenfalls Mitglieder der\"Jungen Nationalisten\" (JN). Neben Neonazis aus überregionalen Strukturen nahmen auch Personen aus Spremberg an der Demonstration teil. Der Veranstaltungsleiter Nico Koal schien sichtlich bemüht ein gewisses MAß an Diziplin unter der versammelten Anhänger*innenschaft herzustellen. Ein Unterfangen welches weitestgehend misslang. Befehle welche Koal immer wieder verteilte, verklangen zumeist ungehört. Am Startpunkt der Veranstaltung wurde ein NPD-Redepult mittels ausgelegter und letztlich ungenommener Materialien zum Infotisch umfunktioniert. Die dort aufgestellte Spendendose der im Jahr 2011 aufgelösten \"Deutschen Volksunion\" (DVU) schien allerdings fehl am Platz. Durch die verspätete Anreise einiger Teilnehmer*innen, wie zum Beispiel des ehemalgen NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt verzögerte sich der Beginn der Demonstration.  Im Verlauf der Demonstration wurde gegen einen Teilnehmer eine Anzeige wegen Volksverhetzung gefertigt. Der Fahrer des Lautsprecherwagens der NPD Demonstration hatte Gegendemonstrant*innen verbal angegangen. Im Anschluss an die Demonstration fand der Landesparteitag im Jahr 2022 der NPD Brandenburg statt. Nico Koal gehörte zu den Organisatoren des Parteitages und wurde dort in den Landesvorstand gewählt. Der NPD-Politiker Klaus Beier während der Anreise in Spremberg. Wenige Stunden später wurde Beier während des im Anschluss stattgefundenen NPD-Landesparteitages der NPD Brandenburg als Landesvorsitzender wiedergewählt. Ein JN-Aktivist aus Mecklenburg-Vorpommern. Ebenso wie ein weiterer Neonazi aus der dreiköpfigen Reisegruppe trat mit Erkennungszeichen der \"Brigada 12 - Pommern\" in Erscheinung. Dabei handelt es sich sich um eine Untergruppierung der \"Arischen Bruderschaft\" einer militanten Neonazigruppierung um den Neonazifunktionär Thorsten Heise.  Ein Großteil der in Spremberg anwesenden JN-Aktivisten hnahm wenige Stunden später auch am Landesparteitag der NPD-Brandenburg teil. Die brandenburgische Neonaziaktivistin Lily Hartmann während der Demonstration in Spremberg. Hartmann wurde wenige Stunden später zur Geschäftsführerin der NPD in Brandenburg gewählt. Der NPD-Landesvorsitzende Klaus Beier während seines Redebeitrags. Remo Kudwien vom JN Stützpunkt Berlin/Brandenburg während eines Redebeitrages. Auch der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende hielt einen Redebeitrag. ","date":"12 November 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-11-12-s/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 12. November 2022 führte die Neonazigruppierung der \"Jungen Nationalisten\" (JN) eine Demonstration durch die Innenstadt des im Brandenburg gelegenen Spremberg durch.","title":"Demonstration von NPD und JN in Spremberg"},{"city":"Wunsiedel","content":"An 12.11.2022 fand erneut das Heldengedenken des III. Wegs in Wunsiedel statt. Maßgeblich beteiligt war der Stadtrat Tony Gentsch aus Plauen. Versammelt wurde sich außerhalb der Innenstadt in einem Wohngebiet. Dort führte auch die kurze Demonstration mit Fackeln entlang. Angereist sind Teilnehmer:innen aus verschiedenen Regionen. Vollständig vertreten waren die sogenannten Stützpunkte der Partei aber nicht. Beispielsweise fehlten die Kameraden aus dem Sieger- und Sauerland. Der Stützpunkt Sauerland-Süd rief außerdem nicht zur Teilnahme auf. Der örtliche Kader Julian Bender war an diesem Wochenende in Finnland zur Vernetzung. Warum sonst niemand den Stützpunkt vertrat bleibt im Raum der Spekulationen. Der blaue Transporter der Partei - ein ständiger Gast auf Veranstaltungen des III. Wegs - fehlte ebenso. So musste die Partei mit einem Mietwagen und einem Kleinwagen als Lautsprecherwagen vorlieb nehmen. Die Anreise zog sich über einen längeren Zeitraum hinweg. Nach einer politischen Pause reiste auch der ex-NPD-Kader Thomas Wulff an. Auch der Kampfsportler Martin Langner (zweiter von rechts) reiste an. Die Moderation und Versammlungsleitung übernahm der Stadtrat aus Plauen Tony Gentsch. Er ist der einzige Mandatsträger der Partei. Während der Reden ging die Alarmanlage des Mietwagens los. Der Parteivorsitzende Matthias Fischer hielt an diesem Tag ebenfalls reden. Musikalische Unterstützung gab es von dem parteinahen Musiker »Wegbereiter«. In alles Texten ging es um Heldenverehrung gefallener Soldaten Nazideutschlands. Auch der frühere Parteivorsitzende Klaus Armstroff trug ein paar Wortein Gedichtform zum Abend bei. Thomas Wulff hielt auch eine Rede.","date":"12 November 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-11-12-wun/","section":"Fotos","summary":"An 12.11.2022 fand erneut das Heldengedenken des III.","title":"Heldengedenken in Wunsiedel"},{"city":"Eisenach","content":"Am vergangenen Samstag, den 12. November 2022 fand im thüringischen Eisenach ein Konzert der Neonaziszene statt. Angekündigt wurde der Auftritt von Marcel Martens, der unter dem Pseudonym F.i.e.L (\"Fremd im eigenen Land\") seit Jahren als neonazistischer Liedermacher unterwegs ist. Der \"Liedermacher F.i.e.L.\" gilt innerhalb der eigenen Netzwerke dabei nicht als unumstritten - so wurde ihm, neben Unzuverlässigkeit und exessiven Alkoholkonsum zuletzt vorgeworfen Gelder unterschlagen zu haben. Bei dem Veranstaltungsort handelte es sich um das lokale NPD-Parteibüro in Eisenach, das unter der Bezeichnung \"Flieder Volkshaus\" innerhalb der Neonaziszene bundesweite Bekanntheit genießt. Immer wieder fanden hier in der Vergangenheit einschlägige Veranstaltungen statt. Neben zahlreichen Rechtsrockkonzerten finden hier auch immer wieder Vernetzungenstreffen statt - zuletzt ein organisationsübergreifendes Vernetzungstreffen im September diesen Jahres. Zu der \"Liederabend\" am vergangenen Samstag reisten etwa 60 Personen aus den Strukturen der extremen Rechten und militanten Neonaziszene nach Eisenach. Sehr zum Missfallen anreisendender Teilnehmer*innen fand die Veranstaltung jedoch nichts gänzlich abseits der öffentlichen Wahrnehmung statt - so gerieten anreisende Teilnehmende auf dem Weg zum Veranstaltungsort in eine Polizeikontrolle. Die polizeilichen Massnahmen richteten sich allerdings nicht gegen das Konzert selbst - gegen 20:00 Uhr begann das Rechtsrockkonzert. ","date":"12 November 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-11-12-e/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 12. November 2022 fand im thüringischen Eisenach ein Konzert der Neonaziszene statt.","title":"Rechtsrockkonzert in Eisenach"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/spremberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Spremberg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wunsiedel/","section":"Orte","summary":"","title":"Wunsiedel"},{"city":"Neumünster","content":"","date":"22 Oktober 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-10-22/","section":"Fotos","summary":"","title":"NPD-Tarndemonstration in Neumünster"},{"city":"Apolda","content":"Am 15. und 16.10.2022 fand in Apolda ein Bundeskongress der Jungen Alternative (JA) statt. Auf diesem Kongress kamen Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen und wählten einen neuen Bundesvorstand für die AfD-Jugendorganisation. Der Bundeskongress war ein öffentlicher Schulterschluss mit der Identitären Bewegung und weiteren, offen neonazistischen und extrem rechten Organisationen. Auch aus Österreich waren Aktivist:innen der Identitären Bewegung (IB) angereist, um ihre Projekte vorzustellen. An Infoständen präsentierte sich das rechte Modelabel \"Phalanx Europa\" direkt neben dem rechtsextremen Compact-Magazin und der Organisation \"Ein Prozent\". Als Redner sprachen unter anderem Björn Höcke und Tino Chrupalla. Durch die Wahl des neuen Vorstands wurde diese noch radikalere Ausrichtung zusätzlich bestätigt. Die JA entfernte sich hiermit öffentlich soweit vom demokratischen Boden wie noch nie zuvor. Der neue Bundesvorsitzende Hannes Gnauck aus Brandenburg war mehrere Jahre Zeitsoldat und wurde vom MAD als \"Extremist\" eingestuft. Seitdem darf er weder seinen Dienstgrad verwenden noch unaufgefordert Kasernengelände betreten.","date":"15 Oktober 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-10-15-a/","section":"Fotos","summary":"Am 15. und 16.10.2022 fand in Apolda ein Bundeskongress der Jungen Alternative (JA) statt.","title":"Bundeskongress der Jungen Alternative in Apolda"},{"city":"Plauen","content":"Am 02.10.2022 veranstaltete der III. Weg in Plauen eine Demonstration vom oberen Bahnhof bis zum Platz vor dem örtlichen Parteibüro P130, dem Wartburgplatz. Es reisten 273 Teilnehmer:innen an. Der Großteil der Teilnehmer:innen sammelte sich zuvor beim Parteibüro in der Pasauer Straße 130 und lief dann geschlossen zum Startort. Verantwortlich für die Durchführung war Tony Gentsch aus Plauen. Gentsch ist der einzige Mandatsträger der Partei. Hier zu sehen Klaus Armstroff (links), Mario Matthes (vorne), Matthias Herrmann (hinten) und René Rodriguez-Teufer (rechts). Alles Kader der Partei. Bis auf Mario Matthes sind alle Mitglied im Bundesvorstand. Stefan Schäfer aus München ist gelegentlich Redner auf Veranstaltungen des III. Wegs Andreas Groh plante als Mitglied der Weisse Wölfe Terrorcrew Franken Anschläge auf ein linkes Zentrum und auf Unterkünfte für Geflüchtete und bekam dafür eine Bewährungsstrafe. Jasmine Eisenhardt ist vorsitzende des Landesverbandes Bayern. Lilith Evler aus Berlin verteilt Flyer. Tony Gentsch Moderierte die Veranstaltung. Matthias Fischer ist seit einem Jahr Vorsitzender der Partei. Das Tattoo weist ihn als Mitglied der Gruppe »Aryan Hope« aus. Das Nackentattoo von Tony Gentsch ist das Logo der Hammerskins. Matthias Herrmann rief auf der Demonstration die Parolen vor. Der Berliner Neonazi und Kampfsportler Oliver Oeltze war auf dieser Veranstaltung erneut Ordner. Rechts am Transparent ist Nick Mauser aus Waldorfhäslach. Er ist regelmäßig Redner auf Veranstalungen des III. Wegs. Yves Denk (ganz rechts mit Schild) ist normalerweise Trommler auf Veranstaltungen des III. Wegs. Dieses Mal wurden die Trommeln vor der Demonstration wieder eingepackt. Links im grünen Pullover des III. Wegs und mit Schild ist Maik Schmidt. Er war zuvor in der JN Brandenburg aktiv. Raik Nestler von der Misanthropic Division Deutschland. Björn Rimmert war zuvor in der JN Sachesn Anhalt aktiv. Der III. Weg hat verschiedene eigene Fotografen, welche die Veranstaltungen begleiten. Roger Kuchenreuther aus Windischletten war 2012 - vor seiner Karriere beim III. Weg - unter anderem Bewerber zur Wahlkampfspitze der Grünen zur Bundestagswahl 2013. Karl-Heinz Statzberger verbrachte schon mehrere Jahre im Gefängnis aufgrund der Planung eines Anschlags auf die Grundsteinlegung des jüdischen Zentrums in München. Andi Körner, Neonazi aus Berlin. Nicht alle hatten Regenjacken dabei. Tony Gentsch organisierte die Ankunft der Demonstration. Hier standen außerdem ein paar Stände. Julian Bender ist Kopf des Stützpunktes Sauerland-Süd und für das Parteibüro in Hilchenbach zuständig. Diese Aufbauten wurden Anlässlich des Tags der Heimattreue in Hilchenbach erstellt. Dies ist Thorsten Kokula aus Schweinfurth. An der Kamera ist Thomas Heyer aus Plauen. Auch Julian Bender aus Hilchenbach hielt neben den schon zuvor genannten Kadern eine Rede.","date":"2 Oktober 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-10-02-pl/","section":"Fotos","summary":"Am 02.10.2022 veranstaltete der III.","title":"Der III. Weg in Plauen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/plauen/","section":"Orte","summary":"","title":"Plauen"},{"city":"Eisenach","content":"Etwa 60 Personen aus den Strukturen der extremen Rechten nahmen am vergangenen Samstag am 1. Netzwerktreffen der NPD-Publikation \"Deutsche Stimme\" (DS) im \"Flieder Volkshaus\" in Eisenach teil. Das \"Flieder Volkshaus\" ist ein primär von der NPD als Parteibüro, aber auch von parteifreien Neonazis für Veranstaltungen und regelmäßige Treffen genutztes Gebäude.  Die Veranstaltung sollte der Bandbreite der extremen und offen neonazistischen Rechten eine Plattform bieten, um partei- und organisationsübergreifend Zukunftsstrategien zu diskutieren und zu entwickeln. Auch Patrick Schröder (links im Bild) vom \"Medienportal FSN\" war in Eisenach vor Ort. Schröder ist zugleich Gründer und Geschäftsführer der Neonazi-Kleidungsmarke \"Ansgar Aryan\".  Auch ging es in Eisenach darum, tragfähige Netzwerke und Allianzen für die Landtagswahl 2024 in Sachsen zu knüpfen. Damit zusammen hängt auch die beabsichtigte Transformation der NPD in eine Bewegungspartei (\"Die Heimat\"), deren zukünftige Aufgaben darin bestehen sollen, Infrastruktur und personelle Unterstützung bereitszustellen. Aus diesem Grund waren Vertreter:innen verschiedenster Organisationen eingeladen, darunter NPD, Freie Sachsen, (ex-)AfD, Die Rechte, Coronaleugner:innen und Querdenker:innen. Aus Mecklenburg-Vorpommern reiste Dennis Augustin (Bildmitte) nach Eisenach. Der ehemalige AfD-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern wurde verlor 2020 seine AfD-Mitgliedschaft, nachdem bekannt wurde, dass er Ende der 80er Jahre an einer internen NPD-Kaderschulung in Norditalien teilgenommen hatte. Daher ist es nicht überraschend, dass Augustin gemeinsam mit NPD-Funktionären nach Eisenach reiste. Augustin saß gemeinsam mit Frank Franz, Nicole Schneiders und Jens Woitas zum Thema \"Das heterogene Netzwerk - Grenzen, Chancen, Möglichkeiten und Risiken\" auf dem Podium. Außerdem waren eine Reihe von Kleinstorganisationen und neonazistischen Unternehmer:innen vor Ort, darunter \"Die Thüringer Heimatpartei\", der \"Sturmzeichen\"-Verlag und Tommy Frenck (Gasthaus \"Goldener Löwe\". Neben Claus Cremer (rechts im Bild), NPD-Landesvorsitzender von NRW und Betreiber des Telegram-Kanals \"Blickpunkt TV\", war auch auch der sich derzeit wegen Nötigung und Körperverletzung in Haft befindende Matthias Drewer bei dem Treffen in Eisenach zugegen. Dieser nutzte einen genehmigten Freigang, um an der Veranstaltung teilzunehmen.  Mit Victor Brühl (Bildmitte) war auch ein Mitglied des aktuellen JN-Bundesvorstands nach Eisenach gereist. Die Veranstaltung bestand hauptsächlich aus drei Podiumsdiskussionen mit anschließeden Projektvorstellungen.  Aus Hessen waren mit Daniel Lachmann und Stefan Jagsch Teile des NPD-Landesvorstands angereist. Ebenfalls vor Ort war das NPD-Bundevorstandsmitglied Alexander Neidlein aus Baden-Württemberg. Jens Woitas (hier im Bild) war bis 2020 Mitglied der Partei \"Die Linke\" und sucht seit mehreren Monaten die Nähe zur NPD und den \"Freien Sachsen\" Für die Diskussionsrunde \"Aus alt mach neu - Kann sich die alte Rechte neu erfinden?\" war auch der ehemalige AfD-Abgeordnete und Rechtsanwalt Dubravko Mandic eingeladen, welcher 2021 aus der Partei ausgetreten war, um einem Ausschlussverfahren zuvor zu kommen. Mandic wurde von den Anwesenden (hier der Neonazi-Aktivist Patrick Schröder) bei der Ankunft herzlich begrüßt.  Mit auf dem Podium saß Michael Brück, ehemaliger Funktionär der Partei \"Die Rechte\", welcher mit seinem Umzug nach Chemnitz zu den \"Freien Sachsen\" und als Mitarbeiter in die Rechtsanwaltskanzlei von Martin Kohlmann (ebenfalls Freie Sachsen) wechselte. Brück erschien gemeinsam mit Neonazis aus Dortmund beim Netzwerktreffen.  Zusammen mit Thomas Sattelberg debattierten Sascha Krolzig (Die Rechte) und Peter Töpfer (Bildmitte). Der selbsternannte Nationalrevolutionär Töpfer propagierte zu Beginn der 2000er einen \"Nationalanarchismus\" und tritt heute als Leiter des \"Instituts für Tiefenwahrheit\" in Erscheinung. Zur Diskussionsrunde um Mandic gehörte auch Arne Schimmer. Schimmer, der sich bei der NPD mit wirtschaftspolitischen Themen beschäftigt, veröffentlicht anonym für den Antaios-Verlag des neurechten Vordenkers Götz Kubitschek und sein \"Institut für Staatspolitik\" (IfS). Der NPD-Bundesvorsitzende Frank Franz während der Anreise in Eisenach. Anreisende Teilnehmende wurden von der Polizei durchsucht und ihre Personalien wurden festgestellt. So auch bei Thomas Sattelberg und Sebastian Reiche. Sattelberg wurde als Rädelsführer der verbotenen \"Skinheads Sächsische Schweiz\" (SSS) geführt und gilt als Mitverantwortlicher des sogenannten \"Haus Montag\", einer neonazistischen Immobilie in Pirna, in dem sich auch NPD-Parteibüros befinden. Sattelbergs Begleiter Sebastian Reiche (rechts) ist als Hooligan und Türsteher bekannt und wird dem in Deutschland verbotenen Netzwerk von Blood\u0026Honour zugerechnet. Zum Rahmenprogramm des Netzwerktreffens gehörte der Auftritt der Liedermacherin Karin Mundt, die vor allem unter dem Pseudonym \"Wut aus Liebe\" auftritt. Mundt hatte auch beim letzten NPD-Bundesparteitag einen Auftritt und wird den Strukturen der NPD in Schleswig-Holstein zugerechnet.  Unter den Teilnehmenden befand sich auch Melanie Dittmer. Dittmer hatte in den letzten Jahren relativ erfolglos die \"Identitäre Aktion\" gegründet, von der sich sogar die \"Identitäre Bewegung\" (IB) öffentlich abgrenzte.","date":"10 September 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-09-10/","section":"Fotos","summary":"Etwa 60 Personen aus den Strukturen der extremen Rechten nahmen am vergangenen Samstag am 1. Netzwerktreffen der NPD-Publikation \"Deutsche Stimme\" (DS) im \"Flieder Volkshaus\" in Eisenach teil.","title":"DS-Netzwerktreffen in Eisenach"},{"city":"Hilchenbach","content":"Anders als im Jahr zuvor fand der »Tag der Heimattreue« im kleineren Ort Hilchenbach statt. In Hilchenbach ist der neue Standort des umstrittenen Parteibüros des Stützpunktes Sauerland-Süd der neonazistischen Kleinstpartei »Der III. Weg«. Verantwortlicher für die Veranstaltung war der Regionalkader Julian Bender. Die Teilnehmer:innen sind zwar wieder überregional angereist, allerdings kamen deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Der Parteivorstand war ebenfalls nicht vollständig anwesend. Die geplante Demoroute musste sich der III. Weg mit einer größeren Gegendemonstration teilen, zu der ein Bündnis in der Kleinstadt Hilchenbach aufgerufen hat. Die Gegendemonstration zog an der Gerichtswiese vorbei, auf dem die Veranstaltung des III. Wegs stattfand. Hier zu sehen Oliver Oeltze aus Berlin, wie er die Gegendemonstration beobachtet. Der Galgen soll laut Julian Bender den Stadtrat der Stadt Hilchenbach symbolisieren. Den Galgen nutzten sie einen Tag zuvor, um vor dem Rathaus zu demonstrieren. Die Person im grünen Poloshirt ist René Rodriguez-Teufer. Vor dem III. Weg war er Kandidat der NPD zu Bundestags- und Landtagswahlen. Alexander Winnen (in der Mitte, weiße Trainingsjacke) ist hinter Julian Bender die Nummer zwei hinter den regionalen Aktivitäten. Auf dem Tattoo von Sebastian Glaser können im Linienmuster im Hintergrund Hakenkreuze erkannt werden. Diese Ansprache nutzte Julian Bender, um sich kämpferisch zu präsentieren. Die Polizei hat verlangt die Demonstration auf der Wiese und nicht auf der zuvor angedachten Straße aufzustellen. Bender meinte dass das so nicht passieren würde und die Sammlung auf der Straße stattfinden werde. Nach der letzten Ansprache, dass die Demonstration sich auf jeden Fall auf der Straße sammeln würde und nicht auf der Wiese, rief Bender hier dazu auf auf der Wiese Aufstellung zu nehmen. Rechts am Transparent ist Lilith Evler aus Berlin. Die Demonstration fand unter der Auflage statt, dass kein Rhythmus getrommelt werden dürfe, der sich zum Marschieren eigne. Nicht alle nahmen an der Demonstration teil. Als Auftakt zur Demonstration wurde eine Sowietflagge zerrissen. Die Demonstration lief etwa 100m, ehe sie von der Polizei gestoppt wurde, da das Trommeln zum Marschieren geeignet war und damit gegen die Auflagen verstoßen hat. Das Parteibüro des III. Wegs in Hilchenbach ist in der Dammstraße 5. Die Stadt versucht mit verschiedenen Herangehensweisen die Partei dort heraus zu bekommen. Nach dem Straßenfest fand hier noch ein Konzert mit »Freilich Frei« statt. Das P130, welches auf dem T-Shirt zu sehen ist, ist eine Bezeichnung für das Gebäude der Partei in Plauen, welches in der Pausaer Straße 130 ist. Die »Misanthropic Division« ist ein neonazistisches Netzwerk aus der Ukraine. Julian Bender trat als Moderator und als Redner auf. Der Parteivorsitzende Matthias Fischer hielt ebenfalls eine Rede. Auch Stefan Schäfer aus Münschen hat eine Rede gehalten. Nick Mauser aus Baden-Württemberg und Mitglied der AG Jugend bzw. der Nationalrevolutionären Jugend, wie der III. Weg die Jugendgruppe nennt, trat auch in Zwickau schon als Redner auf. Dieser regelmäßige Gast auf Veranstaltungen des III. Wegs erlangte etwas Bekanntheit, als er bei der Anreise zur Demonstration des III. Wegs in Zwickau am 1.5.2022 gegen eine stabile Fensterscheibe eines Zuges geboxt hat und dabei gefilmt wurde. Angeleitet von Sebastian Glaser und Oliver Oeltze aus Berlin fand der »Selbstverteidigungs«-Workshop gegen Ende der Veranstaltung statt. Wirklich lehrreich war der Workshop nicht. Fehler wurden wie letztes Jahr kaum korrigiert und die angedachte Schlagfolge war selten zu sehen. Zum Abschluss gab es noch eine weitere Rede vom Parteivorsitzenden Matthias Fischer.","date":"3 September 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-09-03/","section":"Fotos","summary":"Anders als im Jahr zuvor fand der »Tag der Heimattreue« im kleineren Ort Hilchenbach statt.","title":"\"Tag der Heimattreue\" des III. Weges in Hilchenbach"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 03. September 2022 veranstaltete die neonazistische Splitterpartei \"Neue Stärke Partei\" (NSP) eine Demonstration in Magdeburg. Wenngleich diese Veranstaltung auch wenig mit einer Meinungskundgabe im klassischen Sinne einer Demonstration zu tun hatte - während der Demonstrationsroute gab es keinerlei Redebeiträge. Stattdessen wurden von den etwa 50 anwesenden Parteianhänger:innen teils ältere NPD-Parolen skandiert. Dabei kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Anwohner:innen und Gegendemonstrant:innen, auf deren Widerspruch die Teilnehmer:innen aggressiv reagierten. Die NSP-Führungsriege hatte im Vorfeld die Anweisung herausgegeben, auf Widerspruch mit Parolen zu antworten. Dem wurde nur zeitweilig Folge geleistet. Unter den skandierten Parolen war auch \"Magdeburg Nazistadt\" zu hören. Eine ähnliche Parole war in Braunschweig in der Vergangenheit von der Versammlungsbehörde untersagt worden. Allgemein ließen die Behörden der neonazistischen Partei weitreichende Freiräume. So trug ein Teilnehmer ein T-Shirt mit der Aufschrift \"Kill your local Antifa\", ein anderer \"Alles hat einen Haken, nur das Kreuz hat vier\". Auffällig war, dass der Magdeburger Jan Schmidt, welcher zuletzt noch im Vorstand des Kreisverbandes Braunschweig-Hildesheim der Kleinstpartei \"Die Rechte\" auftrat, nach dessen Auflösung nun im NSP Shirt unterwegs war. Die Auflösung war als Reaktion auf ein Ermittlungsverfahren erfolgt, welches auch Hausdurchsuchungen bei Parteifunktionär:innen beinhaltete. Zum Abschluss der Demonstration wurden dann doch noch Redebeiträge gehalten. Den Anfang machte Leon Seeger aus Rheinhessen, gefolgt von Florian Rassbach aus Erfurt und Michel Fischer aus Magdeburg. Letzterer übernahm auch die Anmoderation der anderen Redner. Sein Vater Paul Fischer bedrängte währenddessen zusammen mit Florian R. anwesende Journalist:innen und versuchte die Pressearbeit zu behindern. Vom Inhalt der Redebeiträge werden die Teilnehmer*innen nicht viel mitbekommen haben:  zum Einen aufgrund des recht lauten Gegenprotests, vor allem aber wohl aufgrund der schlechten Tonqualität der Beschallungsanlage. Vor Beendigung der Veranstaltung fand noch ein Aufnahme-Ritual statt, bei dem Neumitglieder einzeln benannt wurden: Alex aus MV, Christian aus MV, Benjamin aus MV, Michelle aus MV, Silvia aus MV sowie Stanley aus Sömmerda wurden namentlich aufgerufen. Ihnen wurden grüne T-Shirts zum Zeichen ihrer erreichten Vollmitgliedschaft verliehen.","date":"3 September 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-09-03-m/","section":"Fotos","summary":"Am 03. September 2022 veranstaltete die neonazistische Splitterpartei \"Neue Stärke Partei\" (NSP) eine Demonstration in Magdeburg.","title":"Demonstration der Neuen Stärke in Magdeburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/osnabr%C3%BCck/","section":"Orte","summary":"","title":"Osnabrück"},{"city":"Osnabrück","content":"Am 02. September veranstalte der AfD Kreisverband Osnabrück anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl eine Vortragsveranstaltung im Osnabrücker Nordkreis. Zu der Veranstaltung in einer Gaststätte nahe der Kleinstadt Bersebrück waren Redebeiträge vom AfD-Europaabgeordneten Guido Reil, den niedersächsischen Landtagsabgeordneten Stephan Bothe und Peer Lilienthal sowie der Osnabrücker Listenkandidat Marcel Queckemeyer – seines Zeichens Mitglied im Landesvorstand der AfD Niedersachsen und Schriftführer im Kreisvorstand der AfD Osnabrück. An der Veranstaltung nahmen etwa 40 Personen teil. Die überwiegende Mehrheit aus dem Landkreis Osnabrück. Doch auch der AfD-Kreisverband Cloppenburg/Vechta war mit mehreren Funktionären, wie zum Beispiel dem Kreistagsabgeordneten Timo Schmidt (Bildmitte) vertreten. Auch Iris Hermes vom Kreisverband Cloppenburg/Vechta war bei der Saalveranstaltung zugegen. Die Veranstaltung begann ab 19:00Uhr. Die Räumlichkeiten dienten dem AfD-Kreisverband bereits in der Vergangenheit als Veranstaltungsort. Auch die Kreisverbandstreffen fanden hier zuletzt statt. Die jetzt durchgeführte Veranstaltung sollte Mitglieder der AfD und andere Unterstützer:innen auf die anstehende Landtagswahl einstimmen. Auch sollten neue Mitglieder geworben werden und Spenden eingesammelt werden. Der niedersächsische Landtagsabgeordnete und Mitglied im niedersächsischen AfD Landesvorstand Peer Lilienthal begrüßte anreisende Teilnehmende bei der Anreise. An der Veranstaltung nahmen auch ca. ein dutzend Personen teil, die bislang nicht über eine AfD Mitgliedschaft verfügten oder inzwischen wieder ausgetreten sind. Auch wenn die Teilnehmenden insgesamt über einen hohen Altersdurchschnitt verfügten, waren auch jüngere AfD-Mitglieder vor Ort. Im Veranstaltungssaal fand sich auch ein Infostand der in Niedersachsen AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) – und dies obwohl die AfD Niedersachsen im Mai diesen Jahres der JA den Status als Jugendverband entzogen hatte. Von einer Abgrenzung gegenüber der Jungen Alternative konnte bei der nun durchgeführten Veranstaltung aber keine Rede sein. In seinem Redebeitrag verkündete der das AfD Landesvorstandmitglied Marcel Queckwemeyer vollmundig, dass Mitglieder der Jungen Alternative aus Brandenburg den Wahlkampf in Osnabrück unterstützen werden. Sven Sager vom AfD-Kreisverband Cloppenburg Vechta und Kreistagsabgeordneter während der Anreise. Kurz vor Beginn der Veranstaltung erschien auch der AfD-Europaabgeordnete Guido Reil am Ort des Geschehens. Neben Marcel Queckemeyer fiel auch Guido Reil die Aufgabe des Aufpeitschers zu, der die Anwesenden zu Unterstützungsleistungen (insbesondere finanzieller Natur) aufforderte. Ebenfalls vor Ort war auch Florian Meyer (Bildmitte) vom AfD Kreisverband Osnabrück. Meyer, der 2021 als AfD-Bundestagskandidat aufgestellt wurde, war lange Zeit Vorsitzender der Kreisverbandes, überwarf sich dann aber mit etlichen Parteimitgliedern. Im September 2020 trat Meyer und der gesamte AfD-Kriesvorstand dann von allen Ämtern zurück. In den Redebeiträgen gaben sich die Redner der AfD sicher erneut in den niedersächsischen Landtag in Fraktionsstärke einziehen zu können. Nach Beendigung der offiziellen Redebeiträge wurde das Mikrophon auch für anwesende Teilnehmende freigegeben. Ein Videostream, der die Veranstaltung übertrug, wurde dazu abgeschaltet.","date":"2 September 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-09-02/","section":"Fotos","summary":"Am 02. September veranstalte der AfD Kreisverband Osnabrück anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl eine Vortragsveranstaltung im Osnabrücker Nordkreis.","title":"Vortragsveranstaltung vom AfD Kreisverband Osnabrück"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/st%C3%B6%C3%9Fen/","section":"Orte","summary":"","title":"Stößen"},{"city":"Stößen","content":"Vertreter:innen verschiedener extrem rechter Organisationen versammelten sich anlässlich des diesjährigen Compact-Sommerfestes am 26.08.22 im sachsen-anhaltinischen Stößen. Teilnehmende von NPD, AfD, Freie Sachsen, Identitärer Bewegung (IB), diverser rechtsextremer Splitterparteien und der verschwörungsideologischen Szene gaben sich dort unter der Schirmherrschaft des Compact-Magazins die Klinke in die Hand. Die Veranstaltung fand auf einem ehemaligen Rittergut in der tausend Seelen Gemeinde Stößen im Burgenlandkreis statt. Besitzer des Anwesens ist André Poggenburg (Bild: weißes Hemd), der bis zu seinem Rücktritt Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt war.  Zuletzt trat Poggenburg als Vorsitzender der Partei \" Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland \" (ADPM) in Erscheinung - mit eher mäßigem Erfolg. Das \"Compact - Magazin für Souveränität\" ist eine extrem rechte Monatszeitschrift welche sich u.a. als Sprachrohr von AfD und Pegida inszeniert und verschwörungsideologische, geschichtsrevisionistische und antisemitische Inhalte verbreitet.  Das Magazin wird von Jürgen Elsässer als Chefredakteur geleitet. Elsässer, ehemaliger Autor linker Printmedien, propagiert mittlerweile eine Querfront und ist Mitbegründer des rechtsextremen Netzwerks \"Ein Prozent\" und Kooperationspartner von Götz Kubischek (Institut für Staatspolitik/IfS und Antaios-Verlag). (Bild: Screenshot Youtubestream der Veranstaltung)  Zu der Veranstaltung kamen etwa 300 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet - und darüber hinaus. Teilnehmende kamen unter anderem auch aus Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Der Kartenpreis für die zuvor öffentlich beworbene Veranstaltung belief sich auf 30€. Dafür bot sich der Rahmen zur Vernetzung extrem rechter bis hin zu offen neonazistischer Akteur:innen. Nicht in dem horrenden Preis mitinbegriffen war die Verpflegung. Selbst für den übriggebliebenden Kuchen, der nach Angaben der Veranstalter:innen \"sonst weggeschmissen würde\", wurden noch 50cent pro Stück verlangt. Obwohl die Veranstalter:innen um Elsässer im Vorfeld davon sprachen, dass um das Anwesen eine \" Bannmeilne\"  bestehe und Gegendemonstrant:innen und Journalist:innen somit auf Abstand gehalten würden, konnte ein antifaschistischer Protest in unmittelbarer Nähe zum Anwesen stattfinden - sehr zum Missfallen der anreisenden Gäste. Die Vernetzung verschiedener Akteure des rechten und neonazistischen Spektrums zeigte sich nicht nur an den angereisten Gästen, sondern an der Auswahl der eingeladenen Redner:innen. Bei einem Redner handelte es sich um den eingangs erwähnten André Poggenburg, in dessen neuer Partei \" Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland \" (ADPM) sich ebenfalls zahlreiche Neonazis wiederfinden. Nachdem Poggenburg zwei Abmahnungen seitens des AfD-Vorstands bekam und ihm wegen wiederholter verbaler Entgleisungen das Vertrauen entzogen wurde, plante der Bundesvorstand ihn für zwei Jahre von allen Parteiämtern auszuschließen. Er kam dem zuvor, trat aus der AfD aus und gründete die ADPM.  Neben Björn Höcke war Poggenburg außerdem einer der Autoren des Positionspapiers \"Erfurter Resolution\" des mittlerweile von Sicherheitsbehörden beobachteten, völkisch-nationalistischen \"Flügels\u0026qot; in der AfD. Bis zum Zeitpunkt seines Austritts galt Poggenburg als dessen führender Vertreter. Ebenfalls aufs Podium geladen war mit dem Neonazi-Aktivisten Martin Sellner ein führender Vertreter der Identitäten Bewegung (IB) und deren Nachfolge- und Scheinorganisationen. Vor seiner Zeit bei der IB gehörte der in Österreich wohnhafte Sellner zum Kreis des \"alpen-donau.info\" - einem neonazistischen Internetportal um den österreichischen Neonazi-Hardliner Gottfried Küssel. (Bild: Screenshot Youtubestream der Veranstaltung)  Sellner eröffnete seine Rede mit einem Willkommensgruß an Sachsen und sorgte damit für Irritationen - schließlich fand die Veranstaltung in Sachsen-Anhalt statt. Ein Umstand, auf den dieser erst durch das Publikum hingewiesen werden musste. Als Vertreter des verschwörungsideologischen Spektrums wurde der selbsternannte Verleger Anselm Lenz aus Berlin angekündigt. Dieser erschien allerdings erst, sichtlich angespannt, mit erheblicher Verspätung. Anstatt das Veranstaltungsgelände ob seiner Verspätung zügig zu betreten, geriet Lenz in weiteren zeitlichen Verzug, indem er anwesende Journalist:innen bedrängte.  Lenz wähnte sich als Opfer einer Verschwörung von Pressevertreter:innen, welche er aus diesem Grund fotografierte, bedrängte und als \" genozidale Schweine\" beschimpfte. Lenz, welcher als Vertreter der verschwörungsideologischen Postille \"Demokratischer Widerstand\" geladen war, wurde im Anschluss die Redezeit drastisch gekürzt. So konnte er nur wenige Minuten sprechen, während andere Redner wie Martin Sellner gleich mehrfach die Bühne betreten durften. Ein weiterer Gast, der im Gegensatz zu Lenz mehrfach die Aufmerksamkeit der angereisten Teilnehmenden genießen durfte, war der neonazistische Liedermacher Frank Rennicke (links). Der als NPD-Liedermacher bekannte und dem völkischen Spektrum zugehörige Rennicke wurde von den Anwesenden im Festzelt euphorisch begrüßt. Zu der Reisegruppe von Frank Rennicke gehörte auch der notorische Holocaustleugner und Reichsbürger Christian Bärthel.  Auch der Neonazi-Anwalt, extrem rechte Burschenschaftler und ehemaliger Republikaner Björn Clemens war in Stößen zugegen.  Als Bindeglied zwischen verschwörungsideologischer und neonazistischer Szene trat auch Martin Kohlmann (Bildmitte) ans Mikrophon. Bei dem als Rechtsanwalt tätigen langjährigen Szeneaktivisten handelt es sich um den Vorsitzenden der Kleinstpartei \"Freie Sachsen\", deren Mitglieder in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Fackeln vor die Privathäuser von Politiker:innen zogen.\n Erklärtes Ziel der Partei ist die Herauslösung Sachsens aus der Bundesrepublik Deutschland. Ihnen schwebt stattdessen ein streng hierarchisches System einer Einzelherrschaft, wie eine Monarchie oder ein Führerstaat, vor. Begleitet wurde Kohlmann vom Neonazi-Aktivisten Michael Brück. Brück gehörte bis zu seinem Umzug nach Sachsen zu den Führungspersonen der Neonazi Partei die Rechte. Für diese saß er als Abgeordneter im Stadtrat von Dortmund. Eine Position, die er 2021 vom verstorbenen Siegfried Borchardt (\"SS-Siggi\") übernahm. Brück, der seinen Wegzug aus Dortmund mit der Aussage, dass der Westen \"im Endeffekt verloren\" begründete, arbeitet inzwischen bei Martin Kohlmann in Chemnitz als Rechtsanwaltsgehilfe. Kohlmann gehört zu den Personen, die in den vergangenen Monaten den Ausdruck \"Wut-Winter\" prägten. Die freien Sachsen gelten als eine der radikalsten und aggressivsten Gruppierungen im verschwörungsideologischen Spektrum. Szene-Beobachter:innen sehen die schwerwiegende Gefahr, dass von dieser Gruppierung schwerste Gewalttaten bis hin zu terroristischen Taten ausgehen könnten. Ziel der öffentlichen Agitation ist die Schaffung einer rechten Volksfront und die Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Hans-Thomas Tillschneider (AfD) nutzte seine Rede, um gegen die CDU zu hetzen und schloss eine Koalition der AfD mit dieser kategorisch aus. Tillschneider propagiert aufgebracht, die AfD brauche Partner für eine zukünftige Regierungskoalition, das können seiner Meinung nach die Freien Sachsen sein, ebenso wie Die Basis oder eine %quot;Lafontaine-Wagenknecht-Partei\" oder andere.  Ebenfalls vor Ort war der aus der AfD ausgeschlossene Andreas Kalbitz. Der politische Hardliner Kalbitz war bis zu seinem Ausschluss Landesvorsitzender der AfD Brandenburg. Kalbitz, der als politischer Hardliner gilt nahm in der Vergangenheit auch an einem Zeltlager der 2009 vom damaligen Bundesinnenminister verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) teil. Die HDJ wurde verboten, weil sie Kinder einer nationalsozialistischen Erziehung in Anlehnung an die Hitlerjugend unterwarf. Kalbitz, der gegen seinen Ausschluss aus der AfD erfolglos Rechtsmittel einlegte, nutzte die Veranstaltung augenscheinlich für Netzwerkarbeit. So war er mit verschiedenen führenden Vertreter:innen der extremen Rechten ins Gespräch vertieft. Zur Eröffnungszeremonie der Veranstaltung gehörte ein Aufzug von Mitgliedern der \"Patrioten Ostthürigen\" mit Schildern, welche Politiker:innen in Sträflingskleidung zeigten.","date":"27 August 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-08-27/","section":"Fotos","summary":"Vertreter:innen verschiedener extrem rechter Organisationen versammelten sich anlässlich des diesjährigen Compact-Sommerfestes am 26.08.22 im sachsen-anhaltinischen Stößen.","title":"Volksfront von Rechts - Compact Sommerfest in Stößen"},{"city":"Dortmund","content":"Am Dienstag, den 23.08.2022 fand in Dortmund eine Kundgebung von Neonazis statt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit dem Verbot der neonazistischen Kameradschaft \"Nationaler Widerstand Dortmund\" (NWDO) - die vor zehn Jahren verboten wurde.","date":"23 August 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-08-23/","section":"Fotos","summary":"Am Dienstag, den 23.08.2022 fand in Dortmund eine Kundgebung von Neonazis statt.","title":"Neonazi-Kundgebung in Dortmund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/friedland/","section":"Orte","summary":"","title":"Friedland"},{"city":"Friedland","content":"Wie bereits in den Vorjahren bot die Friedland-Gedächtnisstätte in Südniedersachsen am 20.08.2022 die Bühne für eine Veranstaltung der extremen Rechten. Das aus vier 28m-hohen Betonstelen bestehende Denkmal wurde 1966 für die deutschen \"Heimatvertriebenen\" und \"Heimkehrer\" errichtet. Anmelder der Veranstaltung ist Roland Wuttke (Bild) vom extrem rechten Verein \"Gedächtnisstätte\" in Guthmannshausen. Unter der Leitung von Wuttke findet die Veranstaltung seit einigen Jahren mit schwankender, aber eher geringer Anzahl an Teilnehmenden statt. Dort beteiligte Akteur:innen um Wuttke nutzen das Gedenken an Vertreibungen, um geschichtsrevisionistische Thesen zu propagieren. Während in den vergangenen Jahren bis zu 50 Personen teilnahmen, kamen diesem Jahr lediglich 16 Personen zusammen. Die Veranstaltung wurde durch ein Polizeiaufgebot geschützt, laute Gegenproteste begleiteten sie in Hörweite. Aufgrund von verzögerter Anreise durch Stau wurde die Veranstaltung durch Roland Wuttke erst um 12:30 Uhr eröffnet. Wuttke, der auch als Autor bei der neonazistischen Zeitschrift \"Volk in Bewegung\" auftritt, organisiert die Veranstaltung unter dem Label \"Aufbruch Heimat\". Nach dem Verlesen der Auflagen, die aufgrund von Brandgefahr u.a. Rauchen und das Nutzen von Glasflaschen untersagten, übernahm Wuttke auch direkt den ersten Redebeitrag. Dieser kritisierte vor allem die derzeitige, immer demokratischer werdende Ausrichtung von Vertriebenenverbänden. Gegendemonstrant:innen sorgten im Vorfeld dafür, dass auch ihre Position auf der Veranstaltung sichtbar war. ... Als zweite Rednerin trat die langjährige Neonazi-Aktivistin und NPD-Politikerin Edda Schmidt ans Mikrofon. Schmidt war auch in der verbotenen Wiking-Jugend aktiv und trat in den letzten Jahren immer wieder bei verschiedensten Veranstaltungen in Erscheinung. Schmidt berichtete vor allem über ihre Aktivitäten als junge Neonazistin, in deren Zusammenhang sie sich bereits mit der Vertriebenenthematik unter dem Motto \"Verzicht ist Verrat\" auseinandersetzte. Edda Schmidt war mit ihrem Mann, dem NPD-Aktivisten Hans Schmidt, nach Friedland gereist. Beide betrieben jahrelang einen antiquarischen Versandhandel für braune Literatur. Zuletzt trat Hans Schmidt bei Corona-Protesten in Reutlingen mit einem Redebeitrag in Erscheinung. Im Laufe der Veranstaltung kamen noch Nachzügler:innen mit Trauerkränzen angereist. Darunter auch die Führungsspitze des AfD-nahen Zentralrats der Russlanddeutschen e.V. wie die AfD-Politiker Denis Pauli (links) und Otto Feist (rechts). Als dritter Redner trat Johann Thießen ans Mikrofon. Bei ihm handelt es sich um einen ehemaligen NPD-Kandidaten und aktuellen Bundesvorsitzenden des Arminius-Bundes. Der Bund übernimmt in seinem Programm unter anderem wortwörtlich Passagen aus dem 25-Punkte-Programm der NSDAP. Arnold Höfs war ebenfalls mit einem Redebeitrag vertreten. Höfs war in der Vergangenheit im Vorstand des 2005 verbotenen \"Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holokaust Verfolgten\". Er wird dem Umfeld von Holocaustleugner:innen um Ursula Haverbeck zugerechnet. Als letzter Redner ergriff Denis Pauli das Mikrofon. Pauli versuchte, den Blick auf aktuelle Geschehnisse wie den Ukraine-Krieg zu lenken, was von den Zuhörer:innen mit Widerspruch quittiert wurde. Nach dem letzten Redebeitrag wurden dann an der Gedenkstätte Kränze niedergelegt. Wuttke hielt noch einen letzten Redebeitrag und beendete schließlich die Veranstaltung.","date":"20 August 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-08-20-f/","section":"Fotos","summary":"Wie bereits in den Vorjahren bot die Friedland-Gedächtnisstätte in Südniedersachsen am 20.08.2022 die Bühne für eine Veranstaltung der extremen Rechten.","title":"Geschichtsrevisionistische Gedenkveranstaltung in Friedland"},{"city":"Wilhelmshaven","content":"Unter dem Motto \"Es gibt eine Alternative gegen das schwarzrote Tief\" fand am 18.08.2022 der Wahlkampfauftakt der AfD Wilhelmshaven statt.  Ort des Stammtischs war der \"City Treff Wilhelmshaven\", eine von der AfD gerne genutze Örtlichkeit. Ab 17 Uhr reisten bereits die ersten Teilnehmer an. Thorsten Moriße brachte auch seinen Sohn mit (hier rechts im Bild), der mit Security-Tshirt posierte. Er half bereits in der Vergangenheit beim Plakatieren und dem Aufbau von Infotischen. Die Veranstaltung war von 18-21 Uhr angekündigt. Als Redner sollten Stephan Brandner, Joachim Wundrak, Thorsten Moriße und Stephan Bothe auftreten. Die Wahl des Veranstaltungsortes war kein Zufall: die Betreiber:innen Blerina Seferi (Bild 22) und Torsten Karstrioti (Mitte) stehen der AfD sehr nahe. Karstrioti kandidierte bereits für die AfD für den Rat der Stadt Wilhelmshaven. Neben diesen Rednern und dem engsten Kreis des Kreisverbands der AfD Wilhelmshaven waren quasi keine Gäste anwesend. Insgesamt belief sich die Anzahl der Teilnehmer:innen auf ca. 10 Personen. Inhaltlich wussten die meisten Teilnehmer:innen nicht, worum es bei der Veranstaltung eigentlich gehen sollte - neben dem posieren für Wahlkampffotos. Es wurde nur der Wahlkampfauftakt beworben. Vom AfD Kreisverband Friesland war nur Frank Appeldorn (Bildmitte) anwesend, der Rest verweigerte die Teilnahme an der Veranstaltung. Der schlecht gewählte Veranstaltungsort und die schlechte Bewerbung im Vorfeld wurden besonders von den Rednern Bothe und Brandner kritisiert.","date":"18 August 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-08-18-whv/","section":"Fotos","summary":"Unter dem Motto \"Es gibt eine Alternative gegen das schwarzrote Tief\" fand am 18.08.2022 der Wahlkampfauftakt der AfD Wilhelmshaven statt.","title":"Wahlkampfauftakt der AfD Wilhelmshaven"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wilhelmshaven/","section":"Orte","summary":"","title":"Wilhelmshaven"},{"city":"Bremen","content":"Am Mittwoch, den 17.08. fand in der Bremer Innenstadt eine Demonstration der verschwörungsideologischen \" Szene \" statt - eine Gemengelage aus Reichsbürger:innen, Esoteriker:innen, Rechtspopulist:innen und anderen \" Wutbürger:innen \". Die Teilnehmer:innen sammelten sich ab 17:30 Uhr zwischen dem Hauptbahnhof und dem Übersee-Museum. Als verantwortlicher Organisator trat Robert Brönhorst (Bild) in Erscheinung. Brönhorst veranstaltete in den letzten Monaten immer wieder ähnliche Veranstaltungen in Bremerhaven und gehört zu den Führungspersonen von \" Gemeinsam Stark Bremerhaven \". Neben Brönhorst waren etliche Personen aus dem Raum Bremerhaven am diesem Tag vor Ort. Während Anfang des Jahres noch regelmäßig mehrere Hundert Personen in Bremerhaven mobilisiert werden konnten, waren es zuletzt nur noch mehrere Dutzend. Durch die Ausweitung nach Bremen erhoffen sich die Organisator:innen einen erneuten Mobilisierungs-Schub. No comment. Insgesamt kamen etwa 150 Teilnehmer:innen zusammen, wobei die Zahlen stark schwankten. Immer wieder verließen Personen die Versammlung. Vor Ort waren auch die Bremer AfD-Abgeordneten Frank Magnitz (rechts) und Heiner Löhmann (noch weiter rechts). Nach Eigenangaben wollte man bei der Veranstaltung \" nach den Rechten schauen \", so Löhmann. Auch bekannte Protagonisten der Reichsbürger:innen-Szene waren vor Ort und stellten ihre \"Expertise\" zur Verfügung. Teilnehmer mit künstlerisch wertvoll gestalteter Q-Anon-Warnweste. In Bremen selbst brachten die Proteste zuletzt nur noch sehr wenige Teilnehmer:innen auf die Straße. Magnitz und Löhmann bei der Aufklärungsarbeit über politische Gegner:innen. Die Teilnehmenden durften sich an einem Fundus an Protestschildern bedienen, die von Querdenken Oldenburg bereitgestellt wurden. Nach Eigenangaben kamen die Teilnehmenden unter anderem aus Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Delmenhorst. Deep. Zeitweise wurde auch die preußische Fahne zwischen Hauptbahnhof und Übersee-Museum gehisst... ...allerdings nur für kurze Zeit, denn die Organisator:innen baten zügig darum, die Fahne nicht zu zeigen. Die Veranstaltung wurde von Gegenprotesten begleitet, die sich in Sichtweite positionierten. Auch Gerhard Vierfuß von der AfD Oldenburg war zugegen. Das Peace-Zeichen wird hier (auf Nachfrage bestätigt) von einem Teilnehmer absichtlich falsch herum getragen und stellt eine völkische Lebensrune dar. Die angedachte Demonstrationsroute konnte nicht durchgeführt werden. Er wurde nach einigen Hundert Metern von Gegendemonstrant:innen gestoppt, die sich der Demonstration in den Weg stellten. Der Demonstrationszug von \" Gemeinsam Stark \" scheiterte an der Blockade und musste unverrichteter Dinge wieder zum Bahnhof zurückkehren.","date":"17 August 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-08-17/","section":"Fotos","summary":"Am Mittwoch, den 17.08. fand in der Bremer Innenstadt eine Demonstration der verschwörungsideologischen \" Szene \" statt - eine Gemengelage aus Reichsbürger:innen, Esoteriker:innen, …","title":"Demonstration von Verschwörungsideolog:innen in Bremen"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 23. Juli 2022 fand im niedersächsischen Braunschweig eine Demonstration der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) statt. Die Demonstration zeichnete sich vor allem durch offenkundige Mobilisierungsprobleme aus! Vorangegangene Streitigkeiten über die Deutungshoheit innerhalb der regionalen Parteiorganisation führten dazu, dass lokale Neonazis ihre Teilnahme weitestgehend verweigerten. Was war passiert? Im Zuge von Ermittlungen bzgl. eines Brandes am Antifa-Café Braunschweig fand eine Hausdurchsuchung beim stellvertretenden DR-Kreisvorsitzenden Martin Kiese statt. Kiese wird laut DR-Bundesvorsitzendem Christian Worch vorgeworfen, in seiner Funktion als DR-Kreisvorsitzender den Anschlag befohlen zu haben. Als Reaktion auf die Hausdurchsuchung verkündete der Kreisverband umgehend seine Selbstauflösung. Worch bezeichnete die Selbstauflösung daraufhin als \"Akt politischer Feigheit\". Die lokale Neonaziszene um den DR-Kreisvorsitzenden Johannes Welge verweigerte als Reaktion darauf jegliche Unterstützung für die Veranstaltung und trat in den Unterstützungsstreik. Da auch überregional nur wenig Unterstützung für die Veranstaltung eingeworben werden konnte, belief sich die Anzahl an Teilnehmenden am Ende auf insgesamt acht Personen. Begleitet wurden diese von einem recht massiven Polizeiaufgebot von rund 350 Einsatzkräften. Martin Kiese, dessen Wirken maßgeblich zu den nun ausgebrochenen Streitigkeiten führte, trat indes als \"Streikbrecher\" in Erscheinung - die Befindlichkeiten seines lokalen Umfeldes schienen Kiese, der derzeit auch als Landesvorsitzender der Partei in Niedersachsen fungiert, nicht weiter zu belasten.  Mit Peter Krone (Bildmitte) war auch ein ehemaliges Mitglied der Partei \"Die Republikaner\" aus Niedersachsen vor Ort. Krone gehörte zuvor zum Kreisverband \"Die Republikaner Hannover\", nahm aber bereits im Jahr 2019, trotz Unvereinbarkeitsbeschluss an Veranstaltungen der NPD Niedersachsen teil. Diese sei ihm inzwischen allerdings \"zu lasch\" so Peter Krone. Als Einstand bei der Partei  \"Die Rechte\" übergab Krone auf dem Bahnhofsvorplatz ein paar Geldscheine als \"Parteispende\" an den DR-Bundesvorsitzenden Worch.    Der DR-Bundesvorsitzende Christian Worch beim Verlesen der Auflagen.  Beginn der \"Demonstration\" ...  Der Demonstration wurde trotz der Anzahl von lediglich acht Personen die Nutzung der Straße überlassen - inklusive weiträumiger Sperrung des Straßenverkehrs. Den letzten Redebeitrag des Tages hielt der Beisitzer im niedersächsischen Landesvorstand Holger Niemann. Angesichts ausbleibender Gegenproteste feierte Niemann die Veranstaltung als \"vollen Erfolg\".","date":"23 Juli 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-07-23/","section":"Fotos","summary":"Am 23. Juli 2022 fand im niedersächsischen Braunschweig eine Demonstration der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) statt.","title":"Demonstration (?) der Partei \"Die Rechte\" in Braunschweig"},{"city":"Münster","content":"Am Samstag, den 11. Juni 2022, fand im nordrhein-westfälischen Münster ein \"Frauenkongress\" der Neuen Rechten statt. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die AfD-Fraktion in Münster - die auch als Mitveranstalterin in Erscheinung trat. |Bild: Twitteraccount AfD Münster Anmelder für die Veranstaltung war Denis Pauli (hier im Bild), seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der AfD im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Die eigentliche Initiative zu dem Treffen ging von der Gruppierung „Lukreta“ aus, eine nach eigenen Angaben „unabhängige Initiative junger Frauen“ aus dem Spektrum der extremen Rechten. Als eine der maßgeblichen Führungspersonen gilt Reinhild Boßdorf (hier im Bild), die ansonsten vor allem als rechte Influencerin in den sozialen Medien agiert. Bei „Charlotte Corday“ handelt es sich um Nina Charlotte Vanmeer (hier rechts im Bild). Hier auf einem Bild mit der ebenfalls anwesenden Enxhi Seli-Zacharias von der AfD Gelsenkirchen |Bild: Twitteraccount der Gruppierung „Lukreta“. Auch die AfD-Politikerin (MdB) Gerrit Huy trat auf der Veranstaltung mit einem Redebeitrag in Erscheinung. Im Hintergrund befindet sich die ebenfalls als Rednerin aufgetretene AfD-Politikerin Anna Rathert. |Bild: Twitteraccount der Gruppierung „Lukreta“. Als Rednerinnen wurden im Vorfeld die AfD-Bundestagsabgeordnete Gerrit Huy, die AfD-Politikerin Anna Rathert und die der Identitären Bewegung (IB) zugeordnete Charlotte Corday angekündigt. An der Veranstaltung nahmen insgesamt rund 45 Personen teil. Ein Großteil der Teilnehmenden, die übrigens männlich gelesen werden konnten, meldete sich bereits im Vorfeld schriftlich an. Bei der im Jahr 2019 gegründeten Gruppierung „Lukreta“ handelt es sich um eine rechtsradikale Frauengruppe, deren Mitglieder vor allem aus den Kreisen der AfD und der Identitären Bewegung stammen. Sie kann als inoffizielles Nachfolgeprojekt der Identitären Frauengruppe „120 Dezibel“ verstanden werden, wie die Amadeu Antonio Stiftung schreibt. Auch der Münsteraner AfD-Politiker Richard Mol (Bildmitte) nahm an der Veranstaltung am vergangenen Wochenende teil. Auch Helmut Birke, der stellvertretende Sprecher im AfD-Bezirksvorstand Münster, fand sich am Veranstaltungsort ein. Gegen die Veranstaltung demonstrierten rund 100 Gegendemonstrat*innen, die vor den Räumlichkeiten eine Kundgebung abhielten. Gruppenbild von weiblich gelesener Teilnehmenden. |Bild: Twitteraccount der Gruppierung „Lukreta“. Gruppenbild von weiblich gelesener Teilnehmenden. |Bild: Twitteraccount von Enxhi Seli-Zacharias. Nicht alle Interessierten begaben sich sofort in die Räumlichkeiten. Angesicht des Gegenprotestes zogen es einzelne Personen vor, erst am Nachmittag der Veranstaltung beizuwohnen.","date":"11 Juni 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-06-11/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 11. Juni 2022, fand im nordrhein-westfälischen Münster ein \"Frauenkongress\" der Neuen Rechten statt.","title":"Frauenkongress von AfD und Neue Rechte"},{"city":"Eisenach","content":"Am Freitag, den 10. Juni 2022, fand der jährliche \"Burschentag\" der Deutschen Burschenschaft (DB), einem bundesweiten Korporationsverband schlagender Burschenschaften, in Thüringen statt. Die zweitägige Veranstaltung fand sowohl am Burschenschaftsdenkmahl und dem angrenzenden Berghotel (hier im Bild) wie auch im nahegelegenen Seebach statt.  Bereits in den Morgenstunden kamen im sogenannten \"Klubhaus\" in Seebach Angehörige der DB-Verbände zusammen.  Unter den angereisten Burschenschaftlern befand sich auch der Rechtsanwalt Björn Clemens. Dieser trat in der Vergangenheit sowohl bei neonazistischen Aufmärschen wie dem jährlich stattfindenen \"Trauermarsch\" organisierter Neonazis in Dresden in Erscheinung, als auch als Rechtsbeistand militanter Neonazis beispielsweise von der Partei \"Die Rechte\" (DR) oder aus dem Dunstkreis von Combat 18 (C18), einem in der Bundesrepublik inzwischen verbotenen Neonazi-Netzwerk. Am Rande des Treffens in Seebach versuchten Burschenschaftler der Danubia München anwesende Pressefotograf*innen zu attackieren. Die Polizei musste einschreiten.  Die Hauptveranstaltung am Freitag fand dann ab den Mittagstunden am Burschenschaftsdenkmahl im benachbarten Eisenach statt. Das Gelände rund um das Burschenschaftsdenkmahl befindet sich im Privatbesitz. Für Anwohner*innen wie Pressevertreter*innen war der Bereich an diesem Tag nicht zugänglich und weiträumig abgesperrt.","date":"10 Juni 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-06-10/","section":"Fotos","summary":"Am Freitag, den 10. Juni 2022, fand der jährliche \"Burschentag\" der Deutschen Burschenschaft (DB), einem bundesweiten Korporationsverband schlagender Burschenschaften, in Thüringen statt.","title":"Burschentag in Eisenach"},{"city":"Bremen","content":"Auf dem MArktplatz Bremen versammelten sich heute sogenannte Corona-Leugner*innen mit \"Töpfen, Pfannen, Pfeifen, Tröten\" und \"alles was Krach macht\" - wie es in einem zuvor bei Telegram veröffentlichten Aufruf gefordert wurde. Der Grund der Versammlung war der Besuch des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach, der heute an der Jahreshauptversammlung des \"Deutschen Ärztetages\" zugegen war.","date":"24 Mai 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-05-24/","section":"Fotos","summary":"Auf dem MArktplatz Bremen versammelten sich heute sogenannte Corona-Leugner*innen mit \"Töpfen, Pfannen, Pfeifen, Tröten\" und \"alles was Krach macht\" - wie es in einem zuvor bei Telegram …","title":"Corona-Leugner*innen protestieren gegen Karl Lauterbach in Bremen"},{"city":"Altenstadt","content":"am 14. und 15. Mai 2022 fand in der Stadthalle im hessischen Altenstadt der 38. NPD-Bundesparteitag statt.  Bereits am Vortag reisten NPD-Aktivisten wie hier der NPD-Organisationsleiter Sebastian Schmidtke in die hessische Kleinstadt. Die eigentliche Anreise der teilnehmenden NPD-Mitglieder begann in den Morgenstunden. Hier der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt. Der Parteitag wurde mit Spannung erwartet. Stand doch unter anderem die Umbennenung der Partei in \"Die Heimat\" zur Abstimmung.  Auch stand die Wahl eines neuen Bundesvorsitzenden auf dem Programm des NPD-Parteitages. Der alte Vorsitzende Frank Franz stellte sich dabei zur Wiederwahl. Als Gegenkandidat trat Lennart Schwarzbach vom Landesverband Hamburg in Erscheinung.","date":"14 Mai 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-05-14/","section":"Fotos","summary":"am 14. und 15. Mai 2022 fand in der Stadthalle im hessischen Altenstadt der 38. NPD-Bundesparteitag statt.","title":"38. NPD-Bundesparteitag in Altenstadt (Hessen)"},{"city":"Altenstadt","content":"Die „Nationaldemokratische Partei Deutschland“ (NPD) plant, am kommenden Wochenende ihren Bundesparteitag im hessischen Altenstadt durchzuführen. Der Parteitag gilt für viele Beteiligte als richtungsweisend - soll hier doch über die zukünftige Ausrichtung der neonazistischen Partei entschieden werden. Die Partei kämpft seit Jahren gegen eine zunehmende Bedeutungslosigkeit. So errang die NPD bei der letzten Bundestagswahl lediglich 0,1 % der Stimmen und fiel damit, sehr zum Verdruß der eigenen Anhänger:innenschaft, aus der Parteienfinanzierung. Stattdessen bestimmten Mitgliederschwund und parteiinterne Streitigkeiten in den letzten Jahren die Geschicke der Partei. Der mit der Situation weitestgehend überfordert wirkenden Bundesführung gelang es nicht, an vorangegangene Erfolge wie den Einzug in die Landesparlamente von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen anzuknüpfen. Als Ursache der zunehmenden Bedeutungslosigkeit verweist die NPD-Bundesführung auf externe Gründe. So trügen insbesondere die Aktivitäten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu mangelnden Wahlerfolgen bei. Eigenen Fehlern bzgl. strategischer Weichenstellung erteilt die Parteispitze hingegen eine Absage. Kritische Stimmen, welche die Verantwortung an die Parteispitze selbst delegierten, wurden in der Vergangenheit nicht selten mit Schiedsgerichtsverfahren bedacht. Zumindest in diesem Punkt der „Mitgliederführung“ haben sich NPD und AfD weitestgehend angenähert. Die Erzählung von Teilen des NPD-Bundesvorstands gipfelt darin, die AfD als Konstrukt der damaligen großen Koalition zwischen CDU und SPD zu bezeichnen. Dieser Geschichte folgend sei die AfD im Auftrag der Bundesregierung 2013 von Bernd Lucke (hier im Bild) gegründet worden, um zu verhindern, dass die NPD zeitnah Regierungsverantwortung übernähme. Verschwörungsgläubigkeit, Wahnvorstellungen und maßlose Selbstüberschätzung waren bereits vor den sogenannten Corona-Protesten ein nicht zu unterschätzender Faktor innerhalb der NPD-Parteistrukturen. Auch eine vermeintliche Konkurrenz zwischen verschiedenen neonazistischen Parteien, wie beispielsweise zu der 2012 gegründeten Splitterpartei „Die Rechte“, wird von der NPD-Parteispitze als Grund der zunehmenden Bedeutungslosigkeit angeführt. (Bild: Fahne mit DR-Parteilogo)  Eine diesbezügliche Konkurrenz wird auch zur Partei „Dritter Weg“ aufgemacht. Dies vor allem, seitdem der „Dritte Weg“ zunehmend von seiner elitären Einstellung abweicht, die in der Vergangenheit für viele Neonazis eine große Hürde bzgl. einer potenziellen Mitgliedschaft darstellte. Mit der zunehmenden Aufweichung dieser Barrieren wird die Partei zumindest im Bezug auf eine potenzielle Mitgliedschaft von interessierten Neonazis eine größere Konkurrenz für die NPD. Dies zeigt auch ein Blick auf die Teilnehmer:innen der Demonstration des „Dritten Weges“ am 01. Mai 2022 in Zwickau. Lediglich die parteieigene Jugendorganisation „Junge Nationalisten“ (JN) verstand es in den vergangenen Jahren, kampagnenfähig zu bleiben und bestehende Strukturen weitestgehend zu erhalten. Zuletzt engagierte sich der Parteinachwuchs mit der Kampagne „Gegengift“ offensiv bei den sogenannten Corona-Protesten und versuchte insbesondere mit der Kampagne „Schuelersprecher“ neue Mitglieder zu rekrutieren. Die NPD-Parteispitze um den seit 2014 amtierenden Bundesvorsitzenden Frank Franz (Bildmitte) kündigt nun, nach fast einem Jahrzehnt der Amtsführung, umfangreiche strukturelle Veränderung der Partei an. Dabei geht es um Grundsätzliches: So wirbt Frank Franz, der erneut für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidiert, für die Umstrukturierung der Parteiorganisation und eine damit verbundene Umwandlung zu einer Bewegungsorganisation. In diesem Zusammenhang soll es auch zu einer Umbenennung der NPD kommen. Das Unterfangen firmiert unter der Bezeichnung „Neustartkonzept“ und wird auf dem kommenden NPD-Bundesparteitag zur Abstimmung gestellt. | Bild: Screenshot Youtube Nach Ansicht der NPD-Bundesführung ist der derzeitige Parteiname inzwischen eine zu große Belastung und kontraproduktiv für das eigene politische Wirken. Innerhalb der Parteispitze wird bereits seit längeren auf die Nennung des Parteikürzels verzichtet und lediglich von „den drei Buchstaben“ gesprochen. Bei dem neuen Namen soll es sich laut Stimmen aus dem NPD-Bundesvorstand um „Die Heimat“ handeln. Davon verspricht sich die NPD-Bundesführung eine größere Unverfänglichkeit und einen Abbau an Vorbehalten bei Interessierten. Mit diesen Planspielen wird die Agenda des früheren Bundesvorsitzenden Holger Apfel fortgeführt, welcher unter dem Schlagwort „Patriotismus“ die NPD zu einer modernen, bürgerlichen Partei umbauen wollte - letztlich aber daran scheiterte. Um Nägel mit Köpfen zu machen, wurde die neue Domain von „Die Heimat“ bereits registriert. Als wohl wichtigster Stichwortgeber dieser Strategie gilt neben Frank Franz vor allem der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Ronny Zasowk. Nach Ansicht des Diplom-Politologen Zasowk ist das Konzept der „klassischen Wahlpartei“ ein Auslaufmodell. Die Zukunft läge außerhalb des Parteienspektrums und in projektbezogener Arbeit. „Die Heimat“ soll nach dem Willen von Zasowk als „Netzwerker des Straßenwiderstands“ agieren und Infrastruktur und Kompetenz für „Oppositionsgruppen“ bereitstellen. Nach Zasowk ist der Name der NPD inzwischen endgültig verbrannt. Dazu beigetragen hätten nach Zasowks Dafürhalten nicht nur die Medien. Denn, „auch bei uns gibt es Idioten, bei uns gibt es Asoziale, muss man zur Kenntnis nehmen, die den Laden durch ihr Fehlverhalten in der Wahrnehmung, in der Öffentlichkeit wahrscheinlich zerstört haben“, wie Zasowk auf Nachfrage erläuterte. Insbesondere die „Arische Bruderschaft“, eine von Thorsten Heise begründete Neonazigruppierung, missfällt alteingesessenen NPD-Mitgliedern. Das Erkennungszeichen der „Arischen Bruderschaft“, enthält zwei gekreuzte Stabgranaten und ähnelt damit frappierend dem Wappen der SS-Sondereinheit Dirlewanger. Geleitet wurde die SS-Einheit von Oskar Dirlewanger, der wegen der Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens und wegen Belästigung weiterer minderjähriger Mädchen zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Dass sich die „Arische Bruderschaft“ damit in Verbindung bringen lässt, ist nach Ansicht verschiedener NPD-Mitglieder zumindest als fragwürdig zu bezeichnen. Ebenfalls als Unterstützer des derzeitigen Bundesvorstands und dessen Planungen gilt das Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise (Bildmitte). So machte sich auch Heise zuletzt in Wortbeiträgen für die Umstrukturierung und Umbenennung der Partei stark. Heise, dem selbst Ambitionen auf den Bundesvorsitz nachgesagt werden, ist innerhalb der Partei umstritten. Wie es aus Parteikreisen heißt, gilt der langjährige Neonazifunktionär als „Selbstdarsteller, dessen primäre Aktivitäten außerhalb der Partei“ lägen. Als weiterer Unterstützer gilt Sebastian Schmidtke, seines Zeichens Bundesorganisationsleiter im NPD-Bundesvorstand. Schmidtke gilt derzeit als einer der eifrigsten Propagandisten der Umstrukturierungs- und Umbenennungspläne der NPD-Parteiführung. Seit Wochen veröffentlicht Schmidtke für das NPD-Videoformat „Zahn der Zeit“ Interviews mit ausgesuchten NPD-Funktionären auf Youtube. Immer wieder betont Schmidtke dabei die Unumgänglichkeit einer Umbenennung der Partei und lässt sich dieses von seinen Gesprächspartner:innen bestätigen. Unwillige NPD-Mitglieder werden dabei schon mal als „hoffnungslose Traditionalisten“ bezeichnet. |  Nach dem Willen des amtierenden NPD-Bundesvorstands soll das Vorhaben nun während des NPD-Bundesparteitages in Altenstadt beschlossen werden. Die Bundesführung hofft, dort durch die Delegierten eine offizielle Legitimation für ihr Vorhaben zu erhalten. Der Veranstaltungsort ist indes kein Zufall. Die NPD griff bereits in der Vergangenheit auf die Räumlichkeiten zurück. Der NPD-Politiker Stefan Jagsch (Bild) verfügt hier, im Ortsteil Waldsiedlung der Gemeinde Altenstadt in Hessen, über einen Sitz im Ortsbeirat. Ob das Vorhaben des NPD-Parteivorstands von Erfolg gekrönt wird, bleibt abzuwarten. Gegen das Vorhaben hat sich eine parteinterne Opposition formiert, die nicht nur gegen das „Neustartkonzept“ der Parteiführung Sturm läuft. Auch verschiedene andere Maßnahmen, die der Bundesvorstand in den letzten Jahren ergriff, stehen im Zentrum der Kritik. Vor allem die Umwandlung der Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (DS) in ein Hochglanzmagazin missfällt der Parteiopposition. Während die DS noch in der Vergangenheit kostenlos an Mitglieder versandt wurde, welche die Zeitung mit ihrem Mitgliedsbeitrag finanzierten, gehört dies inzwischen der Vergangenheit an. Der Parteivorstand unter Frank Franz entschied sich dafür, den Mitgliedsbeitrag anderweitig zu nutzen und diese Zuwendung ersatzlos zu streichen. Seitdem erhalten Mitglieder keine Parteizeitung mehr. Als treibende Kraft für die Umstrukturierung der „Deutsche Stimme“ gilt Peter Schreiber, der als Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit Teil des NPD-Präsidiums ist. Auch Schreiber ist ein Verfechter der geplanten NPD-Umstrukturierung in eine vermeintliche Bewegungsorganisation. Bei der beabsichtigten „Überwindung des Parteienstaats“ darf es nach Schreibers Ansicht „natürlich nicht nach Partei riechen, wenn man politisch in Erscheinung tritt“. Als einer der wichtigsten Strippenzieher der Parteiopposition, welche sich gegen die Vorhaben des amtierenden Parteivorstands stemmt, gilt Per Lennart Aae.\n Per Lennart Aae gilt parteiintern als einer der strategischen Köpfe innerhalb der NPD. Er selbst reklamiert für sich, das „Drei Säulen Konzept“ der NPD in seinen Grundzügen geschaffen zu haben, welches maßgeblich zu den Wahlerfolgen der NPD Anfang der 2000er Jahre beitrug. Gemeinsam mit einem Kreis von Unterstützer:innen baute Per Lennart Aae in den vergangenen Monaten an dem Netzwerk, das nun auf dem NPD Bundesparteitag die Konfration mit dem NPD-Spitze sucht. Dem Netzwerk gehören inzwischen etliche langjährige NPD-Funktionäre an, die bereits in der Vergangenheit eine gewisse Bedeutung innerhalb der NPD besaßen. Zum Teil waren diese auch in früheren NPD-Bundesvorständen vertreten. Zu diesen zählt zum Beispiel der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, der bei der Europawahl 2019 sein Mandat im Europaparlament verloren hat. Die Verantwortung für diesen Verlust wird auch dem Bundesvorstand zugeschrieben – hatte dieser nach Ansicht der Parteiopposition doch darauf verzichtet energisch einen Europawahlkampf zu betreiben. Dem Kreis um Per Lennart Aae wird auch Stephan Haase (Bildmitte) aus Lüdenscheid zugerechnet. Auch der ehemalige Landesvorsitzender der NPD in Nordrhein-Westfalen war in der Vergangenheit Bundesvorstandsmitglied, wo er das Referat „Besondere Aufgaben“ leitete. Vor seiner Zeit bei der NPD war Haase Teil der Neonaziorganisation „Nationalistische Front“ (NF), bis diese am 16. November 1992 wegen ihrer „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ und ihrer „aggressiv-kämpferischen“ Agitation verboten wurde. Im März diesen Jahres gehörte Stephan Haase zu den Teilnehmern eines Vernetzungstreffens, an dem unter anderem der Hamburger NPD-Landesvorsitzende Lennart Schwarzbach, Per Lennart Aae und der Neonazifunktionär Meinholf Schönborn (hier links im Bild) teilnahmen. Bei diesem Treffen ging es um die Erarbeitung von Strategien bzgl. der zukünftigen Entwicklung der NPD. Auch Andreas Storr, seines Zeichens ehemaliger Bundesvorsitzender der „Jungen Nationaldemokraten“ und Landesvorsitzender der NPD in Berlin, wird dem Kreis der parteiinternen Opposition zugerechnet. Storr bekleidete von 2011 bis 2017 das Amt des Bundesschatzmeister der NPD. Am 10. April diesen Jahres gehörte Andreas Storr zu den Teilnehmer:innen des Landesparteitags der NPD Hamburg, wo Lennart Schwarzbach erneut zum Vorsitzenden gewählt wurde. Zu diesem Kreis zählt auch der saarländische NPD-Schiedsgerichtsvorsitzender Harry Kirsch (rechts im Bild). Bei weiteren Unterstützer:innen handelt es sich unter anderem um Wolfgang Schimmel und Ingo Stawitz von der NPD-Schleswig-Holstein. Auch der NPD Funktionär Hans Püschel von der NPD-Sachsen-Anhalt, Jan Zimmermann, derzeitiger Schatzmeister der NPD-Baden-Württemberg, die Vorsitzende der NPD München Renate Werlberger, sowie das ehemalige NPD Bundesvorstandmitglied Uwe Meenen. Teile dieses Netzwerks beteilgten sich bereits vor zwei Jahren an der Gründung der NPD Postille „Stimme Deutschland“ (SD), einem NPD-internen Mitteilungsblatt, das nach dem Wegfall der „Deutschen Stimme“ von unzufriedenen NPD-Mitgliedern aus der Taufe gehoben wurde. | Bild: Screenshot der Ausgabe 01/2022 Der NPD Bundesvorstand um Frank Franz (Bildmitte), Ronny Zasowk (links im Bild) und Thorsten Heise (nicht im Bild) erklärten das Mitteilungsblatt für illegal und forderten dessen ersatzlose Einstellung. In der Folge wurden durch den Bundesvorstand verschiedene Schiedsgerichtsverfahren gegen mehrere NPD-Mitglieder angestrengt, die als V.i.S.d.P in der „Stimme Deutschland“ aufgeführt wurden. Bei beteiligten Autor:innen, wie zum Beispiel dem ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt, schreckte der Bundesvorstand vor harten Maßnahmen allerdings zurück. Ende letzten Jahres ereignete sich dann der vorläufige Höhepunkt der parteiinternen Auseinandersetzungen. Im November 2021 versuchten verschiedene NPD-Funktionäre einen, wie es aus dem Bundesvorstand lautete, „Putsch gegen die NPD-Bundesspitze“ durchzuführen. Auf einem „Dringlichkeitstreffen der Landesverbände“ wurde von diesem Kreis, an dem sich auch mehrere NPD-Landesvorsitzende beteiligten, mit Lennart Schwarzbach (Bild) von der NPD-Hamburg kurzerhand einen neuer Parteivorsitzender gewählt. Dem Parteivorstand um Frank Franz (Bild) wurde auf dem „Dringlichkeitstreffen“ ein Bruch des Parteiengesetzes vorgeworfen. So hatte es der Bundesvorstand nach Ansicht der „Putschisten“ versäumt „entgegen den zwingenden Vorschriften des Parteiengesetzes im Jahr 2021 einen Parteitag mit Neuwahlen“ durchzuführen Aufgrund der Vorgänge wurde ein Schiedsgerichtverfahren gegen den „Bundesvorsitzenden Lennart Schwarzbach“ eingeleitet. Das derzeit noch laufende Schiedsgerichtsverfahren hat die Zielsetzung Schwarzbach jeglicher Mitgliedsrechte zu entheben und einen Parteiausschluss zu bewirken. Auch verfügte der NPD-Bundesvorstand, dass Lennart Schwarzbach sein Amt als Landesvorsitzender der NPD Hamburg verwirkt habe – der Landesverband sollte fortan, bis zur Wahl eines neuen Landesvorstands, durch ein vom NPD Bundesvorstand gewähltes NPD Mitglied kommisarisch geleitet werden. Die Maßnahmen der NPD-Parteiführung gegen Lennart Schwarzbach zeigten, zumindest aus Sicht des Parteivorstandes, jedoch nicht den gewünschten Erfolg. So stellte sich der Hamburger Landesverband gegen die Entscheidung des NPD-Bundesvorstandes und wählte Lennart Schwarzbach im April diesen Jahres erneut zum Vorsitzenden. Nach Ansicht von Schwarzbach sei das Schiedsgerichtsverfahren ohnehin illegitim, da der Bundesvorstand selbst illegitim im Amt sei, Frank Franz und seine Entourage keinerlei Weisungsbefugnis mehr besäße. Als Beisitzer von Lennart Schwarzbach wurde auf dem „Dringlichkeitstreffen der Landesverbände“ im November 2021 Per Lennart Aae (links im Bild) bestimmt. In einem nachfolgenden Schiedsgerichtsverfahren bestrafte der NPD-Bundesvorstand Per Lennart Aae und entzog ihm jegliche „Ausübung seiner Mitgliedsrechte“. Gegen die Entscheidung legte Aae inzwischen Beschwerde ein. Ebenfalls mit einem Schiedsgerichtverfahren mit dem Ziel der Amtsenhebung wurde der Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen Manfred Dammann bedacht. Dammann wurde auf dem besagtem „Dringlichkeitstreffen der Landesverbände wegen Bruchs des Parteiengesetzes“ zum Stellvertreter von Lennart Schwarzbach gewählt. Auch gehörte Dammann nach Angaben des Bundesvorstands zu den Ausrichtern des „Dringlichkeitstrteffens“. Zumindest hier hatte das Vorgehen des NPD-Bundesvorstands Erfolg: Dammann wurde inzwischen als Landesvorsitzender der NPD-Niedersachsen ersetzt. Bei dem nun anstehenden Bundesparteitag wird Lennart Schwarzbach auch offiziell um das Amt des Bundesvorsitzenden kandidieren. Einer Umwandlung der NPD zu einer Bewegungsorganisation wie auch einer Umbenennung der Partei steht Schwarzbach dabei weitestgehend ablehend gegenüber. Allerdings plant auch der Kreis um Lennart Schwarzbach Veränderungen. Es soll an die Vorgehensweise der NPD Ende der 90er Jahre angeknüpft werden. Dies umfasst eine Radikalisierung der Parteipositionen und verstärkte Aktivitäten wie beispielsweise Demonstrationen oder die Beteiligung an Wahlkämpfen. \n Auch plant Schwarzbach das derzeitige Logo der NPD, welches intern aufgrund seiner Erscheinung abschätzig als „Coca-Cola Zeichen“ bezeichnet wird, abzuschaffen und durch eine frühere Variante zu ersetzen. Die Richtungsentscheidung auf dem NPD Bundesparteitags wird auch von der JN, der NPD-Jugendorganisation um ihren Bundesvorsitzenden Sebastian Weigler (links im Bild), mit Spannung erwartet. Im April diesen Jahres drohte die JN bereits mit Lossagung von der als „schwarzes Loch“ bezeichneten Mutterpartei und regte die Auflösung der NPD an, falls keine grundlegende Neuaufstellung vollzogen wird. Welche Fraktion sich bei dem nun anstehenden NPD-Bundesparteitag durchsetzen wird, ist offen. Beide Fraktionen geben sich derweil siegessicher und rechnen mit einem Erfolg ihres Lagers. Ob es überhaupt eine Strategie gibt, die taumelnde Partei wenigstens kurzfristig zu stabilisieren, ist angesichts der inzwischen offen ausgebrochenen Lagerkämpfe zumindest zweifelhaft.","date":"13 Mai 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/npd-bundesparteitag-2022/","section":"Fotos","summary":"Die „Nationaldemokratische Partei Deutschland“ (NPD) plant, am kommenden Wochenende ihren Bundesparteitag im hessischen Altenstadt durchzuführen.","title":"Heimat, Putsch und NPD - Richtungsstreitigkeiten vorm NPD-Bundesparteitag 2022"},{"city":"Zwickau","content":"Auch im Jahr 2022 rief die neonazistische Parteiorganisation Der III. Weg zu einer Demonstration am ersten Mai auf. Anders als noch in den beiden Jahren zuvor, konnte die Veranstaltung in diesem Jahr stattfinden. Als diesjähriger Austragungsort wurde Zwickau gewählt. Der Startplatz wie auch der Ort für die Abschlusskundgebung befand sich auf dem dortigen Neumarkt. Zu Beginn mussten noch einige technische Probleme umschifft werden. Hier startet der Stadtrat aus Plauen, Tony Gentsch, den Generator neu. Die Soundanlage kippte zunächst zwei Mal um ... ... diese wurde daraufhin am Lautsprecherwagen befestigt. Auf dem Neumarkt waren neben Bierbänken auch einige Stände aufgebaut, an denen Informationen zur Partei, Merchandise und Wurstbrötchen verteilt worden sind. Die Anreise gestaltete sich für die Anhänger*innen der neonazistischen Kleinstpartei als schwierig. Die Probleme verursachten sie jedoch selbst. Während der Anreise griffen Mitglieder der neonazistischen Partei Personen an. Dabei flogen unter anderem Steine und Flaschen auf einen Zug. Nicht alle der Angreifer*innen nahmen später an dem Aufmarsch teil. Einige Angreifer auf den Zug tauchten später nicht auf der Veranstaltung auf. Andere Anwesende der Situation wie der stellvertretende Vorsitzende der Partei, Klaus Armstroff, dagegen schon.  Die zu spät kommende Gruppe wurde intensiver durchsucht als die Anreisenden zuvor. Einige der Neonazis nutzten nicht den Haupteingang zum Gelände, sondern kletterten stattdessen auf der Rückseite über den Zaun. Als Versammlungsleiter trat Tony Gentsch auf. Der Parteivorsitzende Matthias Fischer hielt ebenfalls eine Rede. Hier Matthias Fischer auf der Abschlusskundgebung. Thorsten Kokula tritt des öfteren als Redner auf Veranstaltungen des III. Wegs auf. Dieser Redner kam aus Baden-Württemberg. Diese Gruppe, unter anderem bestehend aus René Rodriguez-Teufer, Matthias Herrmann (beide ehemals Aktionsbüro Rhein-Neckar) sowie Lilith Evler, stimmte zum Singen von »deutschem Kulturgut« an. Matthias Herrmann (Bildmitte) ist kein Unbekannter und war bereits Mitglied in verschiedenen Neonaziorganisationen. Hermann wurde dabei unter anderem vorgeworfen beim Verlassen der NPD bis zu 30.000€ gestohlen zu haben. Im Publikum wurden Liedzettel ausgeteilt. Es wurde allerdings nicht lange mitgesungen. Der III. Weg plante Luftballons in die Luft steigen zu lassen. Hier beschwert sich der Parteivorsitzende Matthias Fischer darüber, dass die Polizei untersagt habe, Karten mit Parteiaufschriften anzuhängen. Auch der stellvertretende Vorsitzende des III. Wegs, Klaus Armstroff, hielt noch eine Rede. Journalist*innen wurden öfters bedrängt. Auch der K1-Kampfsportler Martin Langner und Mitglied es III. Weges nahm wieder an der Veranstaltung teil. Der Berliner III Weg Aktivst Oliver Oeltze gilt als einer der umtriebigsten Aktivisten der Neonaziorganisation in der Bundeshauptstadt. Stefan Schäfer verteilte Flyer an umstehende Passant:innen. Der Ordnerdienst vom III. Weg gilt als professionelle Schlägertruppe. Deren Mitglieder treten regelmäßig in Einheitskleidung und Quarzhandschuhen in Erscheinung. Ein Ordner wurde von der Polizei abgeführt. Die Demonstration wurde auch dieses Mal von Klaus Armstroff angeführt, gefolgt von Trommlern. Die Demonstration wurde zu Beginn einmal angehalten, weil sich der Trommeltakt zum Marschieren eignete. Dieses Wappen wird vom Azov-Regiment verwendet. Diese Ballons wurden aufgrund eines Verbots durch die Polizei ohne die daran hängenden Karten an die Demonstrant*innen verteilt.","date":"1 Mai 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-05-01-z/","section":"Fotos","summary":"Auch im Jahr 2022 rief die neonazistische Parteiorganisation Der III.","title":"Der III. Weg in Zwickau"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/zwickau/","section":"Orte","summary":"","title":"Zwickau"},{"city":"Weinheim","content":"Am 16. April 2022 fand im baden-württembergischen Weinheim eine Demonstration der Neonaziszene statt.  Die als Trauermarsch deklarierte Veranstaltung nahm Bezug auf den Tod des langjährigen Neonazi-Funktionärs Günter Deckert, der am 31. März diesen Jahres verstorben war. Die Organisator:innen der Demonstration waren ursprünglich von 150 potentiellen Teilnehmer:innen ausgegangen - am Ende versammelten sich in Weinheim nicht einmal 50 Neonazis.","date":"16 April 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-04-16/","section":"Fotos","summary":"Am 16. April 2022 fand im baden-württembergischen Weinheim eine Demonstration der Neonaziszene statt.","title":"Neonazi-Trauermarsch in Weinheim"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/weinheim/","section":"Orte","summary":"","title":"Weinheim"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/hannover/","section":"Orte","summary":"","title":"Hannover"},{"city":"Hannover","content":"Am 10.04.2022 trafen sich in Hannover wie zuvor auch in anderen Städten pro-russische Demonstrant*innen zu einem Autokorso. Getroffen haben sich die Veranstaltungsteilnehmer*innen auf einem Parkplatz an der Stammestraße. Hier fand zunächst eine Kundgebung statt. Aufgrund von Verstößen gegen die Versammlungsauflagen konnte der Autokorso zunächst nicht starten. Erst nach einer mehrstündigen Verzögerung fuhr der Korso in die Randbezirke Hannovers los. In der Nähe des Waterlooplatzes wurde der Korso von Gegendemonstrant*innen kurzzeitig gestoppt und in der Folge aufgeteilt, was zu weiteren Komplikationen führte. Letztendlich konnte der Autokorso aus mehreren Hundert Fahrzeugen nicht die geplante Route fahren. Mit großer Verzögerung sammelten sich die verbliebenen Fahrzeuge wieder am Startpunkt.","date":"10 April 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-04-10-h/","section":"Fotos","summary":"Am 10.04.2022 trafen sich in Hannover wie zuvor auch in anderen Städten pro-russische Demonstrant*innen zu einem Autokorso.","title":"Pro-Russische Demonstration in Hannover"},{"city":"Marlishausen","content":"Das kleine Städtchen Marlishausen im thüringischen Ilmkreis bot am vergangenen Samstag, den 09.April 2022 die Bühne für den diesjährigen Bundeskongress der Jungen Nationalisten (JN). Die NPD-Jugendorganisation nutzte dazu den \"Landgasthof Marlishausen\" in unmittelbarer Nähe des örtlichen Bahnhofs. Die Gaststätte schien dabei nicht zufällig gewählt: Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um den Sitz des extrem rechten Vereins \"Schlesische Jugend e.V.\" Hier fanden bereits in der Vergangenheit einschlägige Treffen statt - wie zum Beispiel im Januar 2017 ein Treffen der Identitären Bewegung (IB) [hier: https://recherche-nord.com/gallery/2017.01.21.html ]. Die eigentliche Anreise der Teilnehmer:innen begann ab etwa 9:00 Uhr. Einige wenige führende JN-Mitglieder waren zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ort. Der wohl wichtigste Tagesordnungspunkt der in Marlishausen durchgeführten Veranstaltung war die Wahl eines neuen Bundesvorstandes. Des Weiteren wurden strategische Absprachen zum Vorgehen der JN debattiert. Zum offensichtlichen Missfallen der Anreisenden, wurde der JN-Bundeskongress von einem umfangreichen Polizeiaufgebot begleitet. Ab etwa 9:30 Uhr wurden anreisende Fahrzeuge von Polizeikräften kontrolliert und die Personalien der Teilnehmer:innen festgestellt. Auch Neonazis, welche die Kontrollen umgehen und zu Fuß zum Gebäude gelangen wollten, konnten sich den Maßnahmen nicht vollends entziehen. Hier eine Reisegruppe von JN-Aktiven aus dem Bereich Berlin-Brandenburg. Zu den Teilnehmenden gehörte auch der inzwischen in Thüringen wohnhafte Neonazi Sebastian Schmidtke, derzeitig unter anderem Organisationsleiter der NPD im Bundesvorsand. Für die infrastrukturelle Ausgestaltung der Veranstaltung schien eine Gruppe niedersächsischer JN-Aktivisten verantwortlich zu sein. So brachten sie Fahnen, Banner, Soundanlage und entsprechendes Propagandamaterial mit. Neben den niedersächsischen JN-Aktivisten waren auch Mitglieder der NPD-Jugendorganisation aus Mecklenburg-Vorpommern vor Ort. Vor Ort war auch Dominic Rösch (links im Bild), seines Zeichens Stützpunktleiter der JN in Schleswig-Holstein \u0026 Hamburg, der auch unter der Bezeichnung \"JN Nordland\" fungiert. Auch gehört Rösch zu den Mitgliedern des bisherigen Bundesvorstandes - hier gemeinsam mit einem Führungsaktivisten des niedersächsichen JN-Stützpunktes \"Nordheide\". Mehrere Neonazis, die zuvor kontrolliert worden waren, sammelten sich im Anschluss in einer Seitenstraße hinter dem Gebäudekomplex und bewegten sich geschlossen zum Veranstaltungsort. Ebenfalls vor Ort war der langjährige Neonazi Alexander Neidlein. Neidlein bekleidete in der Vergangenheit das Amt des stellv. JN-Bundesvorsitzenden und ist aktuell NPD-Generalsekretär. Der ehemalige Söldner und Bankräuber genießt innerhalb der Neonaziszene ein hohes Ansehen. Neidleins Rolle in der JN scheint sich allerdings nicht nur auf Hintergrundaktivitäten zu beschränken: So saß der 1975 geborene Neonazi-Aktivist am vergangenen Samstag als Teil der Veranstaltungsleitung auf dem Podium des Kongresses. Der eigentliche Veranstaltungsort befand sich in einem Saal im hinteren Teil der Gaststätte. Der Vorderbereich war zeitweise verschlossen. Vergeblich versuchten einige anreisende Neonazis unter Nennung der Losung \"Parole: Heil\" und vergeblichem Klopfen ins Innere des Gasthofs zu gelangen. Diese mussten sich jedoch, zumindest zeitweise, mit dem Seiteneingang begnügen. Im Hintergrund Fabian Rimbach, Vorsitzender der \"Schlesischen Jugend\" und derzeitiger Betreiber des \"Landgasthofs Marlishausen\". Auffällig an dem nun durchgeführten JN-Bundeskongress war der Umstand, dass Teile des bisherigen JN-Bundesvorstandes durch Abwesenheit glänzten. So waren weder der bisherige Bundesvorsitzende Paul Rzehaczek noch das Bundesvorstandsmitglied Maik Müller sowie die Bundesschatzmeisterin vor Ort. Während die JN in einer ersten Stellungnahme behauptete, dass Vertreter:innen aus dem gesamten Bundesgebiet vor Ort waren, zeichnete die Realität ein anderes Bild: zwar waren Vertreter:innen verschiedener Gebietsverbände zugegen, aber JNler:innen aus den südlichen Bundesländern blieben der Veranstaltung fern. Ebenso fehlten die kürzlich im Rahmen der Ermittlungen gegen die Gruppierung \"Knockout 51\" festgenommen JN Aktivisten aus Thüringen. Letztere bezeichnete die Generalbundesanwaltschaft in ihrer Pressemitteilung im Anflug eines Freud'schen Versprechers zuletzt als \"Junge Nationalsozialisten\". Ein JN-Aktivist aus Nordrhein-Westfalen ...  Begleitet wurde das nordrhein-westfälische JN-Mitglied wiederum von niedersächsischen JN-Aktivisten. Einige der anreisenden Neonazis führten Liederbücher bei sich. Im Vergleich zu vorangegangenen Bundeskongressen der NPD-Jugendorganisation fiel die Beteiligung mit etwa 50 Personen relativ gering aus. In den Pausen der Veranstaltung hielten sich die Neonazis im rückwärtig gelegenen Garten auf. Hier frönte die sich als gesundheitsbewusste Kaderorgansiation verstehende JN ausgiebig dem Nikotinkonsum. Die geringe Anzahl an Teilnehmenden darf nicht über die Bedeutung und Gefährlichkeit der JN hinwegtäuschen. So handelt es sich bei der JN um die größte neonazistische Jugendorganisation in der Bundesrepublik, die ihre Kampangenfähigkeit in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis stellte. Auch treten ihre Mitglieder immer wieder durch schwerste Straf- und Gewalttaten in Erscheinung und gelten als bestens mit anderen Organisationsstrukturen innerhalb der militanten Neonaziszene vernetzt. Als aktuelles Beispiel sind dabei die bundesweiten Ermittlungen gegen die Neonaziorganisationen \"Knockout 51\", \"Atomwaffendivision Deutschland\" (AWD) und \"Combat18\" zu nennen. Bei in diesem Zusammenhang durchgeführten Hausdurchsuchungen wurden mehrere Neonazis festgenommen - die ebenfalls bei der JN Aktivitäten entfalteten. Die JN dient dabei vor allem als legalistischer Rahmen, der aufgrund des besonderen Schutzes von Parteien nur schwierig zu verbieten ist.","date":"9 April 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-04-09/","section":"Fotos","summary":"Das kleine Städtchen Marlishausen im thüringischen Ilmkreis bot am vergangenen Samstag, den 09.April 2022 die Bühne für den diesjährigen Bundeskongress der Jungen Nationalisten (JN).","title":"JN-Bundeskongress in Marlishausen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/marlishausen/","section":"Orte","summary":"","title":"Marlishausen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/aum%C3%BChle/","section":"Orte","summary":"","title":"Aumühle"},{"city":"Aumühle","content":"Am 02.04.2022 fand in Aumühle in Schleswig-Holstein die jährliche \"Bismarck-Wanderung\" statt, welche aus den Kreisen der Jungen Nationalisten (JN) organisiert wird.  Die Organisatoren werden dem JN-Stützpunkt Nordheide zugerechnet, welche dem \"Regionalverband Nord\" zugehörig ist. An der Wanderung nahmen ca. ein Dutzend Neonazis teil, ein Großteil davon Aktivisten der Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der \"Heimat\" (ehemals NPD). Unter den Teilnehmern der Wanderungen befanden sich in den letzten Jahren, wie auch im Jahr 2022, Kinder und Jugendliche. Die Wanderung findet jährlich im April statt und erhält ihrem Namen vom Startpunkt der Wanderung, der Bismarck-Gedächtnis-Kirche am Friedhof in Aumühle. Wanderungen nehmen neben einem Zelebrieren von \"Deutschem Kulturgut\" und der Verherrlichung des Nationalsozialismus auch eine zentrale Rolle in der Indoktrination und weltanschaulichen Festigung der Szene ein und dienen der Vernetzung. Die Teilnehmer sammelten sich zunächst auf dem Parkplatz des Friedhofs und besuchten anschließend das Grab des NS-Kriegsverbrechers Karl Dönitz. Im Jahr 2022 stand die Wanderung in diesem Kontext unter dem sehr verharmlosenden Titel \"Kulturhistorische Wanderung\". So werden durch die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an solchen vermeintlich unpolitischen Wanderungen bereits früh die Weichen für eine spätere gefestigte nationalsozialistische Gesinnung gelegt. Durch diese vermeintlich unpolitischen Freizeitangebote wird hier eine neonazistische \"Elite\" herangebildet und ideologisch Einfluss auf Kinder und Jugendliche genommen. Diese werden durch die \"Schulung\" der Jungen Nationalisten zu den Neonazi-Kadern von morgen. Anschließend wanderte die Gruppe Neonazis mit ihren Kindern durch den \"Sachsenwald\" um Aumühle herum. An den \"Bismarck-Wanderungen\" nahmen in den vergangenen Jahren auch Mitglieder der Jungen Alternative (JA), Burschenschafter der \"Hamburger Burschenschaft Germania\" ebenso wie Aktivisten der ungarischen Neonazi-Organisation \"Legio Hungaria\" teil. Es ist davon auszugehen, dass Sicherheitsbehörden von diesen Wanderungen und der Teilnahme von Kindern und Jugendlichen im Vorfeld nichts wussten. Die Jungen Nationalisten werden von den niedersächsischen ebenso wie anderen Sicherheitsbehörden immer wieder verharmlost und massiv unterschätzt - eine realistische Einordnung der Gefährlichkeit der Organisation gerade für Kinder und Jugendliche findet nicht statt.","date":"2 April 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-04-02-a/","section":"Fotos","summary":"Am 02.04.2022 fand in Aumühle in Schleswig-Holstein die jährliche \"Bismarck-Wanderung\" statt, welche aus den Kreisen der Jungen Nationalisten (JN) organisiert wird.","title":"Bismarck-Wanderung und NS-Verherrlichung der JN in Aumühle"},{"city":"Braunschweig","content":"Neonazis der Partei \"Die Rechte\" auf dem Weg zu einer Kundgebung, die von Anhängern der neonazistischen Splitterpartei am 19. März in der Braunschweiger Innenstadt durchgeführt wurde. Unter dem Motto \"Gegen NATO und Sowjetbolschewismus\" versuchte sich der lokale Kreisverband \"Braunschweig - Hildesheim\" in einer Positionierung bzgl. des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.   Bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn sammelten sich die Teilnehmer am Braunschweiger Hauptbahnhof um anschließend zu Fuß zum späteren Veranstaltungsort am Braunschweiger Schloßplatz zu gelangen.  Trotz der aktuellen Thematik ließ die Mobilisierungsfähigkeit der lokalen Neonaziszene im Bezug auf die Veranstaltung erneut tief blicken. So versagten die \"üblichen Verdächtigen\" in der Region weitestgehend ihre Unterstützung. Zum Teil aufgrund aktueller Corona-Infektionen, zum Teil aus Desinteresse. Und das obwohl \"Die Rechte\" die Veranstaltung intern mit dem anschließenendem, gemeinsamen Besuch einer Kneipe bewarb. Die zehnköpfige Anzahl an Teilnehmern kam lediglich durch die Unterstützung von Mitgliedern und Aktivisten der NPD-Hildesheim zusammen. Mitglieder der Partei \"Die Rechte\" aus Braunschweig blieben der Veranstaltung ihres eigenen Kreis- und Landesverbandes hingegen weitestgehend fern. Der mangelnde Mobilisierungserfolg resultiert auch daraus, dass die, im vergangenem Jahr gegründe Neonaziorganisation \"Neue Stärke\" (NS) zunehmend ihre Zusammenarbeit mit der Partei \"Die Rechte\" überdenkt, nachdem ihr aus DR-Parteistrukturen offen \"Idiotie\" und \"undizipliniertes, zersetzendes Verhalten\" vorgeworfen wurde. Auch eine, im Februar 2022 vom Kreisverband durchgeführte \"Karnevaldemo\" bei der sich Teilnehmer*nnen unter anderem als Schweine verkleideten - in Kombination mit der Selbstbezeichnung \"Nazi\" - weckte innerhalb der Neonazi-Szene Assoziationen die nicht überall gut ankamen. Die Veranstaltung begann um 14:30. Johannes Welge (rechts) vom DR-Kreisverband \"Braunschweig - Hildesheim\" unterstrich bereits zu Beginn der Veranstaltung die Ernsthaftigkeit mit der sich mit dem Themenfeld auseinandergesetzt wurde... Eine Gruppe alkoholisierter Jugendlicher bekundete vor Beginn der Kundgebung ihre Solidarität mit der Partei \"Die Rechte\" verschwand aber relativ schnell vom Ort des Geschehens. Andere alkoholisierte Personen blieben der Veranstaltung hingegen bis zum Ende erhalten. Die Lautsprecheranlage wurde kurz vor Beginn der Kundgebung von einem weiteren Mitglied der Splitterpartei überbracht - dieser verschwand aber wenige Minuten später mit der Begründung kurz telefonieren zu müssen - und ward nicht mehr gesehen. Wie bereits in der Vergangenheit bereitete die technische Handhabung der Lautsprecheranlage den Neonazis um Johannes Welge (Bild) erneut einige Probleme. So waren die Redebeiträge geprägt vom regelhaft auftretenen Ausfällen der Anlage. Das Transparent der Kundgebung bestand aus einer mit schwarzer Sprühfarbe beschmierten Tapetenrolle. Auch hier zeigten sich Handhabungsprobleme - zerriss die Tapetenrolle doch im Verlauf der Veranstaltung in zwei Teile. Die antisemitische Zielsetzung der Kundgebung war für Beobachter*innen indes keine Überraschung. Bereits zur Bewerbung ihrer Veranstaltung griffen die Organisatoren um Johannes Welge und die Partei \"Die Rechte\" auf ein antisemitisches Plakat der NSDAP zurück. Die dort zur Schau gestellte und von der Polizei Braunschweig gedultete Parole, zeigte klar auf um was es den Protagonisten der neonazistischen Splitterpartei im Kern ging: die Verbreitung ihres antisemitischen Weltbildes. Die offensichtliche Anlehnung der verwendeten Parole an den antisemitischen Hetzfilm \"Der ewige Jude\" schien aber für die polizeiliche Einsatzleitung der Veranstaltung kein Problem darzustellen - man ließ die Neonazis gewähren. Die polizeiliche Duldung neonazistischer Aussagen und Symbolik stellt in in Braunschweig keine Seltenheit dar - immer wieder mussten in der Vergangenheit Beobachter*innen erst intervenieren bevor es zu Ermittlungen kam. Geduldet wurde auch die Zurschaustellung eines \"Eisernen Kreuzes\" mit dem Wahlspruch der Wehrmacht \"Gott mit uns\" - in Kombination mit nationalsozialistischer Symbolik wie beispielsweise dem Hakenkreuz eigentlich verboten. Der Zusatz \"h8\" - ein Szenecode für \"Heil Hitler\" und Beleg für die nationalsozialistische Gesinnung konnte von den eingesetzen Polizeibeamten trotz Hinweisen jedoch nicht entziffert werden.   Polizeilich geduldet wurde auch die Ordnertätigkeit eines Neonazi aus dem niedersächsischen Landesvorstand der Partei \"Die Rechte\". Das derselbe Ordner in der Vergangenheit während einer Neonazi-Kundgebung in Braunschweig einen Pressevertreter gewaltsam attackierte, schien aus Sicht der Polizei Braunschweig ebenfalls kein Problem darzustellen. Die rassistischen Implikationen auf dem Shirt des eingesetzten Ordners fielen bei der vorangegangenen polizeilichen Genehmigung wohl auch daher nicht weiter ins Gewicht. Auf eine Dokumentation des Redebeitrages verzichte die Polizei Braunschweig, trotz der zu erwarteten antisemitischen Stoßrichtung der Rede, ebenfalls. Wie zu erwarten machten die Neonazis um ihren Redner Johannes Welge kein Geheimnis aus ihrer antisemitischen Weltsicht. So stünden \"die krummen Geschäftemacher an der Wallstreet\" - ein hinlänglich bekanntes antisemitisches Chiffre - hinter dem Krieg in der Ukraine. Eine Kontextualisierung dieser Aussage in Verbindung mit dem verwendeten Transparent misslang der Polizeiführung (trotz entsprechender Hinweise) aber auch hier. Teilnehmer verwendeten ebenfalls Erkennungszeichen (R.A.C.) der neonazistischen Rechtsrockszene. Auch die offen zur Schau gestellte NS-Verherrlichung in dem Redebeitrag führte zu keinem Handlungsdruck von Seiten der Polizei. Aussagen wie: \"Wir stehen hier nicht für jemanden der Länder Entnazifizieren möchte, wir wollen viel eher die BRD nazifizieren. Dafür wird es verdammt nochmal Zeit!\" konnten, ohne Konsequenzen verbreitet werden. Als vermeintlicher \"Höhepunkt\" der Kundgebung kündigte der Versammlungsleiter Johannes Welge schließlich die Zerstörung einer sowjetischen Fahne an. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, bei denen sich die beteiligten Neonazis fast zu Boden rissen, gelang es schließlich die Fahne zu zerreissen. Die angereisten Neonazis gefielen sich im Anschluß daran, mehrere Minuten auf die Überreste einzutreten. Auch eine kleine Gruppe türkischer Nationalisten schloß sich kurzfristig der Kundgebung an. In einem kurzem Redebeitrag begrüßte der Versammlungsleiter Johannes Welge paradoxerweise die Anwesenheit \"türkischer Nationalisten\" in der Bundesrepublik und räumte diesen einen zentralen Platz auf der Kundgebung ein. Im Gegensatz zur antisemitischen Stoßrichtung war der ebenfalls in den Redebeiträgen geäußerte antiamerikanische Gehalt wohl eher Makulatur. So schien sich der \"antiamerikanische Kampf\" der Partei \"Die Rechte\" nicht auf Getränke amerikanischer Hersteller zu beziehen. Um dies frei mit Heinrich Heine zu kommentieren: Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, wir kennen auch die Herren Verfasser; wir wissen, sie tranken heimlich Cola und predigten öffentlich Wasser... Das Gebahren auf der Veranstaltung missfiel derweil sogar den eigenen Teilnehmern - einige zogen sich demonstrativ zurück. Am Ende der Veranstaltung zogen die angereisten Neonazis, wie bereits im Vorfeld intern angekündigt zu ihrer eigentlichen Zieladresse, einer Kneipe in der Braunschweiger Innenstadt weiter... Stammtischparolen inklusive.","date":"19 März 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-03-19/","section":"Fotos","summary":"Neonazis der Partei \"Die Rechte\" auf dem Weg zu einer Kundgebung, die von Anhängern der neonazistischen Splitterpartei am 19. März in der Braunschweiger Innenstadt durchgeführt wurde.","title":"Antisemitische Kundgebung in Braunschweig"},{"city":"Hannover","content":"Am 05. März hielt auch der Landesverband Niedersachsen der AfD eine Kundgebung zur bundesweiten Aktion „Gesund ohne Zwang“ an. Als Kundgebungsort diente der Platz der Göttinger Sieben in Hannover, welcher sich neben dem Landtag befindet. Dieser wurde im Vorfeld mit mehreren Anti-AfD  Slogans besprüht. Für die Veranstaltung verteilten die Veranstalter:innen Herz-Pappschilder, Mützen und anderes Merchandising mit dem Aktions-Slogan an die etwa 150 Teilnehmer:innen verteilt. Inhaltlich wurde der Tag von Jens Kestner (AfD Landesvorsitzender Niedersachsen aus Northeim), Jörn König (Kreisvorsitzender AfD Hannover Stadt und MdB), Arzt Dr. Jozef Rakicky, Stefan Henze (MdL), Tobias Stober (Mitglied Landesvorstand) und Dietmar Friedhoff (MdB) begleitet. Zudem moderierte Marie-Thérèse Kaiser die Veranstaltung. Im Anschluss der Veranstaltung begaben sich einige ehemalige Teilnehmer:innen zu einer Demonstration der Partei die Basis. Diese startete vom Schützenplatz, welcher sich fußläufig zum Landtag befindet. Die AfD Osnabrück war ebenfalls maßgeblich an der Organisation beteiligt Ab 16:30 Uhr begann die Kundgebung der Basis auf dem Schützenplatz.","date":"5 März 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-03-05-h/","section":"Fotos","summary":"Am 05. März hielt auch der Landesverband Niedersachsen der AfD eine Kundgebung zur bundesweiten Aktion „Gesund ohne Zwang“ an.","title":"05.03.2022 AfD Kundgebung Hannover"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 19.02.2022 führte der Kreisverband Braunschweig-Hildesheim der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" eine Demonstration in Braunschweig durch. Unter dem Motto \"Karnevalsdemo in Braunschweig\" reisten ca. 60 Neonazis zur Veranstaltung an. Die VEranstaltung war als Provokation gegen die Stadt Braunschweig gedacht und reihte sich in eine, inzwischen lange Liste, von diesbezüglichen Veranstaltungen in der Region ein.    Die Anreise verlief jedoch erstmal schleppend. Aufgrund von Sturmschäden war der Zugverkehr zum Teil gesperrt. Nur ein geringer Teil der Teilnehmenden nutzte die Gelegenheit um in Verkleidung an der Veranstaltung teilzunehmen. In einem Kostüm kam auch Martin Kiese, seines Zeichens Landesvorsitzender der Partei in Niedersachsen und Beisitzer im DR-Bundesvorstand.  Kiese trat im Kostüm der Comicfigur \"Paulchen Panther\" auf. Auch die terroristische Vereinigung \"Nationalsozialistischer Untergrund\" (NSU) nutze die Comicfigur für ein Bekennervideo. Die Botschaft war klar. Hier wurde sich an eine Organisation angelehnt, die zwischen dem Jahr 2000 und 2007 zehn Menschen ermordete, weitere Mordanschläge sowie drei Sprengstoffanschläge verübte. Beim Umzugswagen der \"Karnevalsdemonstration\" handelte es sich um einen Fahrradanhänger. Aus Bremerhaven reiste mit Alexander von Malek (Bildmitte) der ehemalige Landesvorsitzende der Partei im Bundesland Bremen an. Alexander von Malek musste die Partei inzwischen verlassen, der Landesverband wurde aufgrund von \"Inkompetenz der Führungsriege\" inzwischen aufgelöst, wie es aus der Bundespitze der DR-Partei heißt. Inzwischen tritt Alexander von Malek vor allem bei sogenannten \"Corona-Protesten\" in Bremerhaven als Trommler in Erscheinung. Eine Funktion die er auch nun bei der Demonstration in Braunschweig wahrnahm. Kurz vor Beginn der Veranstaltung wurde Martin Kiese von Polizeikräften angehalten das Kostüm zu wechseln. Johannes Welge vom DR-Kreisverband Braunschweig-Hildesheim während seiner Ankunft. Das Kasparkostüm sollte an Till Eulenspiegel erinnern. Im Vorfeld war von der Teilnahme der Neonazigruppierung \"Neue Stärke\" (NS) ausgegangen worden.  Die \"Neue Stärke\" ist in der Neonaziszene jedoch heftig umstritten - und wird von Beobachter*innen wie auch von Protagonist*innen der Neonaziszene selbst, mitunter als \"Resterampe\" bezeichnet. Insbesondere durch ihr Auftreten beim sogenannten \"Trauermarsch\", der jährlich von Neonazis im sächsischen Dresden durchgeführt wird, standen Forderungen im Raum, der \"Neuen Stärke\" zukünftig die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen zu erschweren, bzw. szeneintern zu untersagen. So reisten nur wenige Mitglieder der \"Neuen Stärke\" nach Braunschweig und verzichteten auf das Zeigen von entsprechenden Emblemen  und Fahnen. Das Niveau der Veranstaltung wäre aber auch durch die offene Teilnahme der \"Neuen Stärke\" nicht weiter abgesunken. Bildmitte: Neonazis der \"Neuen Stärke Magdeburg\" vermeintlich Undercover auf der Veranstaltung... Auch Neonazis des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Partei \"Die Rechte\" nahmen an der Veranstaltung teil. Darunter auch der jüngst aus der Haft entlassene ehemalige Bundesvorsitzende Sascha Krolzig ((mit Jutebeutel). Die Veranstaltungsleitung übernahm der zuletzt erneut zum DR-Bundesvorsitzenden gewählte Christian Worch. Bei dem Startpunkt der Demonstration handelte es sich um den Braunsxchweiger Hauptbahnhof, der zuvor weiträumig abgesperrt wurde.  Als erster Redner trat der Neonaziaktivist Dieter Riefling in Erscheinung. Ebenfalls vor Ort: Alexander Deptolla (rechts), Landesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\" in Nordrhein-Westfalen.  Die Demonstration setzte sich mit einiger Verspätung in Gang nachdem auf anreisende Teilnahmende gewartet wurde, die sich durch den eingeschränkten Zugverkehr verspäteten. Selbsterklärendes Kostüm... Obwohl im Regelfall bei der Verwendung des Runenalphabets Anhänger*innen der Neonaziszene politische Botschaften verstecken, entschied sich der Träger dieses Tattoos für die sinnfreie Buchstabenfolge \"MULIFEFGRGDIG\". Die Demonstration wurde vor allem durch die rechtsradikale Musik bestimmt - darunter zahlreiche mysogine und offen sexistische Stücke. Alexander Deptolla während seines Redebeitrages auf der ersten Zwischenkundgebung. Deptolla erteilte insbesondere der Teilnahme an sogenannten \"Corona-Protesten\" eine Absage und forderte die umstehenden Neonazis dazu auf nicht weiter an den Veranstaltungen zu partizipieren. Diese Forderung steht konträr zum Vorgehen der lokalen Neonaziszene, die insbesondere in den letzten Monaten verstärkt versucht haben an den \"Coroan-Protesten\" teilzzunehmen und dies in ihrem Sinne zu beeinflußen - folglich wurde die Rede von Alexander Deptolla auch mit einem Karnevals-Tusch beendet. Johannes Welge während seines Redebeitrages. Zweite Zwischenkundgebung der Demonstration. Als Redner trat hier Holger Niemann, der ehemalige Landesvorsitzende der Partei \"Die Rechte\" in Niedersachsen ans das Mikrophon. ","date":"19 Februar 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-02-19/","section":"Fotos","summary":"Am 19.02.2022 führte der Kreisverband Braunschweig-Hildesheim der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" eine Demonstration in Braunschweig durch.","title":"Neonazidemonstration in Braunschweig (Karneval)"},{"city":"Dresden","content":"","date":"13 Februar 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-02-13-dd/","section":"Fotos","summary":"","title":"13.02.2022 Neonaziaufmarsch in Dresden"},{"city":"Magdeburg","content":"Zum 77. Jahrestag der Bombardierung Magdeburg demonstrierten am 22.01.2022 etwa 200 Teilnehmer:innen des extrem rechten Lagers. Federführend für den sogenannten „Trauermarsch“ war die Neue Stärke Partei (NSP), welche mit ca. 70 Teilnehmerinnen anwesend waren. Unter andrem von den Ablegern Erfurt, Gera, Magdeburg, Rheinhessen, Saalfeld/Rudolfstadt. Des weiteren trat der Ableger Sachsen zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung. Darüber hinaus folgten Mitglieder der JN Sachsen-Anhalt, NPD, Die Rechte Hildesheim/Braunschweig, Brigade 8 und Brothers of Honor. Über Telegram-Kanälen wurde gefordert, pünktlich um 13 Uhr sich am HBF zu treffen, wo um 14 Uhr am angrenzenden Willy-Brandt-Platz die Demonstration beginnen sollte. Gegen 13:20 Uhr begab sich die Versammlung in den Bahnhof um in den eta 4km entfernten Stadtteil Sudenburg zu fahren. In Sudenberg sammelten sich weitere Teilnehmer:innen. Auch bereits während der Demonstrationen stießen vereinzelt weitere Teilnehmer:innen dazu.","date":"22 Januar 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-01-22-md/","section":"Fotos","summary":"Zum 77. Jahrestag der Bombardierung Magdeburg demonstrierten am 22.01.2022 etwa 200 Teilnehmer:innen des extrem rechten Lagers.","title":"22.01.2022 Trauermarsch Magdeburg"},{"city":"Hannover","content":"Am Samstag, 22.1.2022, fand in Hannover eine Demonstration der AfD unter dem Motto „Freiheit für unsere Bürger! Freiheit statt Spaltung!“ statt. Anders als bei den vorangegangenen Demonstrationen der letzten Monate wurde die Veranstaltung vom AfD-Kreisverband Hannover-Stadt angemeldet und durchgeführt. Versammlungsleiter war der AfD-Bundestagsabgeordnete Jörn König. Beim AfD-Kreisverband Hannover Stadt handelt es sich um eine Gruppierung, die dem „moderateren“ Flügel um Jörg Meuthen nahe steht und sich damit im Gegensatz zur Ausrichtung des momentanen Landesvorstands um Jens Kestner befindet. Diese Ausrichtung war sicher einer der Gründe, warum die Teilnehmer:innenzahl von etwa 200 Personen bereits bei der Auftaktkundgebung vor dem Opernhaus recht überschaubar war. Es gelingt der AfD in Hannover immer weniger Menschen außerhalb uhrer eigenen Mitglieder zur Teilnahme an ihren Veranstaltungen zu motivieren. Die Hoffnung, Zulauf aus den Gruppierungen der Impfgegner:innen und Maskenverweiger:innen zu bekommen , hat sich nicht erfüllt, obwohl es auch an diesem Tag kaum einer der Redner zu erklären versäumte, dass die AfD gerade für diese Klientel kämpfen würde. Dies wird in den Chatgruppen der Impfgegner:innen völlig anders gesehen: viele Menschen dort halten eine angemeldete Demonstration mit Maskenpflicht und Abstandsregelungen für eine falsche Form des Widerstands. Andere nennen ihr als Grund für Ihren Boykott die klare Ausrichtung der AfD-Demos und- Kundgebungen als Parteiveranstaltungen. Dass es sich an diesem Tag um eine solche handelte, wurde nicht nur an den Transparenten sondern auch an den Redebeiträgen deutlich sichtbar. Bei den 8 Reden entstand nicht nur der Eindruck, dass zum Thema „Impfpflicht“ eigentlich schon alles gesagt wurde... ...und jeder Redner nur die Thesen seines Vorredners in andere Worte kleidete, nein, es ging in erster Linie – wie meist bei der AfD lediglich um Kritik an Bundes- und Landesregierung. Konkrete eigene Ideen und Vorschläge waren nicht zu hören. Ebenso verhielt es sich bei den zusätzlich angesprochenen Themeb, z. B. Wohnungsmangel, die offensichtlich bei einem Großteil der Zuhörer:innen auf wenig Interesse stieß, liefen sie doch am Demothema vorbei. So gab es für die Redebeiträge nur mäßigen Applaus, zumal die Redner auch rhetorisch nicht viel zu bieten hatten Obwohl die Rednerliste mit vier Bundestagsabgeordneten und vier Landtagsabgeordneten, entstand eher der Eindruck, dass die Redner nicht nach fachlicher Kompetenz ausgesucht worden waren sondern dass sich hier jeder präsentieren wollte... ...zumal in diesem Jahr in Niedersachsen die Landtagswahl ansteht und es - zumindest bei den anwesenden Landtagsabgeordneten- um einen sicheren Platz auf der Landesliste geht.\u003c Im Anschluss an die Auftaktkundgebung setzte sich der Demonstrationszug in Richtig Landtagsgebäude in Bewegung. Schon hier scherte ein nicht geringer Teil der Teilnehmer:innen aus... ...sodass nur etwa 130 Personen mitliefen. Bereits nach etwa 100 Metern kam es jedoch zu einem uneingeplanten Zwischenstopp, da zwei Sitzblockaden den geplanten Weg versperrten. Erst nach fast einer Stunde konnte die Demonstration fortgesetzt werden. In dieser Zeit verließen weitere Teilnehmer:innen die Veranstaltung und die Stimmung bei den Verbliebenen verschlechterte sich zunehmend… ...deutlich erkennbar an den Parolen aus dem AfD-Lautsprecherwagen, in denen die Gegendemonstrant:innen als „neue Hitlerjugend“ und die ebenfalls demonstriende GEW als „linksextreme Organisation“ bezeichnet wurden Vermutlich auf Grund der fortgeschrittenen Zeit drehte der Demonstrationszug dann in Sichtweite des Landtagsgebäudes ohne Zwischenstopp abrupt um und kehrte zum Ausgangspunkt am Opernhaus zurück. An der dortigen Abschlusskundgebung beteiligten sich dann lediglich noch etwa 60 Personen","date":"22 Januar 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-01-22-h/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, 22.1.2022, fand in Hannover eine Demonstration der AfD unter dem Motto „Freiheit für unsere Bürger!","title":"AfD im Sinkflug"},{"city":"Dortmund","content":"Am 21. Januar 2022 fand auf dem Hauptfriedhof der Stadt Dorrtmund die Beerdigung des langjährigen Neonazis Siegfried Borchardt statt, der im Oktober vergangenen Jahres verstorben war. Zahlreiche Neonazis reisten zu der Beerdigung an - anreisende Teilnehmer:innen wurden durch Ordner eingewiesen. Noch vor Beginn dem eigentlichen der Veranstaltung, entfernten Polizeikräfte einige Plakate, die wenige Stunden zuvor an der Zufahrststraße zum Friedhof angebracht wurden. Die ersten Teilnehmer:innen erreichten ab etwa 8 Uhr morgens den Ort des Geschehens. Insgesamt belief sich die Anzahl an Teilnehmer:innen auf etwa 270 Personen. Die Beerdigung von Borchardt hatte sich verzögert. Grund war ein Rechtsstreit um seine letzte Ruhestätte. Die Stadt Dortmund wollte verhindern, dass auf dem Dortmunder Friedhof eine Pilgerstätte von Neonazis entsteht.  Die sterblichen Überreste von Siegfried Borchardt wurden in der Zwischenzeit in Rostocker Krematorium verbrannt.  Rostock als Zwischenstation schien nicht zufällig gewählt. So wurde die Beerdigung mit Hilfe von Mitgliedern der \"Hells Angels MC Rostock\" ausgerichtet - die den Auf- und Abbau der Trauerfeier auf dem Friedhofsgelände organisierten. Vor Ort waren auch Mitglieder der sogenannten \"Frontline-Skinheads\" aus Dortmund Dortsfeld (hier im Bild). Mitglieder der Neonazigruppierung \"Voice of Anger\" (VoA). Mitglieder der VoA versiegelten am Ende der Beerdigung die Grabstätte mit einer Betonplatte. ","date":"21 Januar 2022","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2022-01-21/","section":"Fotos","summary":"Am 21. Januar 2022 fand auf dem Hauptfriedhof der Stadt Dorrtmund die Beerdigung des langjährigen Neonazis Siegfried Borchardt statt, der im Oktober vergangenen Jahres verstorben war.","title":"Beerdigung von Siegfried Borchardt in Dortmund"},{"city":"Hannover","content":"Am 18.12.2021 veranstaltete die AfD eine Kundgebung mit »Spaziergang« in Hannover.  Organisiert wurde diese Veranstaltung vom AfD-Landtagsabgeordneten Stefan Bothe (AfD Lüneburg) und Marcel Queckemeyer (AfD Osnabrück).  Hier am Tisch: Marcel Queckemeyer (AfD Osnabrück) Die Veranstaltung unter dem Motto »Schluss mit dem 2G-Irrsinn, Freiheit für Land und Bürger!« wurde im Vorfeld auf unterschiedlichen AfD-Seiten beworben. Es wurde außerdem im Vorfeld auch Flyer verteilt. Das diente dazu der AfD ein noch größeres Publikum als bei einer thematisch ähnlichen Veranstaltung zwei Wochen zuvor zu bescheren. Mit ca. 300 Personen fanden sich allerdings dieses Mal nur etwa die Hälfte der Teilnehmer*innen ein. Da die Veranstaltung vom kleineren Hannah-Arendt-Platz auf den wesentlich größeren Platz der Göttinger Sieben verlegt worden vor, fiel dies besonders ins Auge. Ein Teil des von der AfD erhofften Klientels zog es offensichtlich vor lieber an der Demonstration der Impfgegner*innen durch die hannoversche Innenstadt teilzunehmen oder am fast zeitgleich begonnenen Autokorso. Die Enttäuschung über die geringere Teilnehmer*innenzahl war den Verantwortlichen deutlich anzumerken.  So versuchte der Ex-Bundestagsabgeordnete Armin Paul Hampel in seiner Rede zu relativieren, dass er vor kurzem noch 5000 oder sogar 50000 Menschen auf der Demo erhofft hatte, indem er davon sprach, dass die 500 (!) Teilnehmer*innen ja Millionen Menschen repräsentieren würden. Insgesamt war festzustellen, dass bei den ausschließlich männlichen Rednern große Unstimmigkeiten über die reale Situation bei den Coronaimpfungen herrschte. So pendelten die genannten Zahlen für Ungeimpfte zwischen 10 Millionen und 30 Millionen.  Stefan Bothe moderierte die Veranstaltung. Bothe, im letzten Jahr zu einem der drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD Niedersachsen gewählt, verlor diesen Posten auf Grund seiner Verstrickungen in die mögliche Neugründung des Flügels. Marcel Queckemeyer, der Ideengeber und Mitorganisator der Veranstaltung, sprach als Erster, noch ohne Mund-Nasenbedeckung. Anschließend wurde spontan ein Redebeitrag des Bundestagsabgeordneten Joachim Wundrak eingefügt. Während seines Redebeitrags wurde Wundrak von der Polizei unterbrochen und durfte erst nach Anlegen einer FFP2-Maske fortfahren. Dies führte im Anschluss zu einigen heftigen Protesten der beiden Bundestagsabgeordneten Joachim Wundrak und Dietmar Friedhoff, die der Meinung waren, dass diese Maßnahmen ungerechtfertigt und überzogen wären und auf ihren Status als Abgeordnete verwiesen. Die Polizei versuchte an diesem Tag die Auflagen des Maskentragens sowie die Abstandsregelung konsequent durchzusetzen. So gab es während der Kundgebung mehrerere Lautsprecherdurchsagen. Dies geschah auch während der dritten Rede von Adam Golkontt, einem der Sprecher der katholischen Christen in der AfD. Golkontt geriet dadurch etwas aus dem Konzept. Er war der erste Redner, der  auf Grund seines familiären Hintergrundes – das Heraufziehen einer Diktatur voraussah; weitere Redner folgten dem. Stefan Henze, Landtagsabgeordneter der AfD, begann seine Rede damit, dass er aus Solidarität mit Joachim Wundrak, während seiner Rede eine Maske trug, obwohl er – nach eigenen Worten- diese wegen eines Attestes nicht benötige. Henze, der aus dem Kreisverband Hannover-Stadt kommt, betonte, dass sein Kreisverband diese Veranstaltung unterstütze. Das war zwei Wochen zuvor noch nicht der Fall gewesen. Als letzter Redner der Auftaktkundgebung trat Andreas Iloff (AfD Diepholz) ans Mikrofon. Iloff, Beisitzer im Landesvorstand ist in der Partei nicht unumstritten, kann er doch auf Mitgliedschaften in extrem rechten Organisationen zurückblicken. Anschließend formierten sich die Teilnehmer*innen zu einer »Spaziergang« genannten Demonstration. Diese führte aus der Innenstadt weg zur Staatskanzlei. Dieser Ort war von den Veranstaltern vermutlich wegen seiner Aussagekraft gewählt worden, führte aber dazu, dass in dieser am Wochenende fast ausgestorbenen Gegend kaum Außenwirkung erzielt wurde. Auch während der Demonstration kontrollierte die Polizei die Mund-Nasen-Bedeckung, was dazu führte, dass es ungewollte Zwischenstopps gab und auch einer Person die weitere Teilnahme an der Veranstaltung untersagt wurde. Das Gleiche geschah dann nochmals während der Abschlusskundgebung. An der Veranstaltung nahmen wiederum einige hannoversche Neonazis teil. Auf der Abschlusskundgebung, wiederum auf dem Platz der Göttinger Sieben, sprach als erster der Ex-Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Niedersachsen Jens Kestner aus Northeim. Gegen Kestner ist ein Parteiausschlussverfahren beim Bundesvorstand anhängig. Außerdem liegt ein Misstrauensvotum gegen ihn vor, dass etliche niedersächsische Kreisverbände eingebracht haben, das aber wegen der Coronaverordnungen vorerst auf Eis liegt. Danach sprach Armin Paul Hampel. Hampel konzentrierte sich in seiner Rede schwerpunktmäßig auf die Rolle der Polizei und forderte Polizeibeamte dazu auf ihren (von ihm hinein interpretierten Widerstand) offen nach außen zu tragen. Der »Einsame Wanderer«, dessen Redebeitrag anschließend spontan eingeschoben wurde, versuchte – in wirren Worten und Rückschlüssen- den Anwesenden das »Millbrae Experiment« als Parallele zur momentanen Situation nahezubringen. Vom Publikum, das an diesem Tag ohne Unterschied alles beklatschte, was durchs Mikrofon kam, gab es dafür Beifall; bei den Verantwortlichen zeichnete sich Unverständnis auf den Gesichtern ab. Als letzter Redner zeigte der Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff (AfD Hannover Land) ziemlich deutlich auf, worum es ihm vor allem auf dieser Veranstaltung ging: Wahlwerbung für die AfD. Friedhoff, noch hörbar mitgenommen von seiner Nichtwahl zum Ausschussvorsitzenden im entwicklungspolitischen Ausschuss des Bundestages, zog das ganze Register der bei der AfD immer wiederkehrenden Phrasen. Er begann mit der illegalen Grenzöffnung 2015 durch »Mutti Merkel« und malte am Ende eine baldige »Klimadiktatur« an die Wand.  Unter den Teilnehmer*innen waren auch etliche Personen die dem Spektrum der Querdenken-Bewegung oder der verschwörungsideologischen kleinstpartei »DieBasis« zuzuordnen sind.","date":"18 Dezember 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-18-h/","section":"Fotos","summary":"Am 18.12.2021 veranstaltete die AfD eine Kundgebung mit »Spaziergang« in Hannover.","title":"AfD-Demonstration in Hannover"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 18.12.2021 fand im niedersächsischen Braunschweig eine überregional beworbene Demonstration von Neonazis statt.  Unter dem Motto \"Kein Frohes Fest für Volksverräter\" versammelten sich um ca. 14:00 Uhr rund 40 Neonazis vor dem Braunschweiger Hauptbahnhof. Veranstaltet wurde die Demonstration vom lokalen Kreisverband (Braunschweig/Hildesheim) der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\". Im Vorfeld konnte die neonazistische Partei einen Erfolg  vor dem Verwaltungsgericht erringen welches ein zuvor erteiltes Verbot der Demonstration aufhob. Neben lokalen Neonazis der Partei \"Die Rechte\" nahmen auch Mitglieder anderen Kreisverbände an der Demonstration teil. Vor Ort war ebenfalls eine kleine Delegation der Neonaziorganisation \"Neue Stärke\" und ihres Ablegers aus Rheinhessen (NSR) Die Neonazis die nun unter dem Label NSR in Erscheinung treten waren zuvor bereits bei der Partei \"Die Rechte\" und der neonazistischen \"Kameradschaft Rheinhessen\" organisiert. Auch ein kleine Delegation der NPD Hildesheim war am 18.12.2021 in Braunschweig zugegen. Martin Kiese (Bildmitte) seines Zeichens niedersächsischer Landesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\". Auch der mittlerweile aufgelöste LAndesverband Bremen war mit einem ehemaligen Mitglied vor Ort.  Aus Erfurt waren ebenfalls Mitglieder der \"Neuen Stärke\" (NSE) nach Braunschweig gerreist. Als Versammlungsleiter trat der Bundesvorsitzende der Partei, Christian Worch (Bildmitte) in Erscheinung. Zu den Teilnehmer:innen gesellte sich ebenfalls ein Reisegruppe der \"Neuen Stärke\" aus Magdeburg (NSMD) Bei dem Bild wurde eine kleine, unauffällige Bildmontage vorgenommen.","date":"18 Dezember 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-18/","section":"Fotos","summary":"Am 18.12.2021 fand im niedersächsischen Braunschweig eine überregional beworbene Demonstration von Neonazis statt.","title":"Demonstration von Neonazis in Braunschweig"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/gera/","section":"Orte","summary":"","title":"Gera"},{"city":"Gera","content":"Am 11.12.2021 fand in Gera eine Kundgebung der Neonazigruppierung \"Neue Stärke\" (NS) statt. Ursprünglich planten diese, eine Demonstration durch die Stadt durchzuführen. Coronabedingte Auflagen beschränkten allerdings die Anzahl potentieller Teilnehmer:innen. Aus diesem Grund wurde die Demonstration zugunsten einer Kundgebung aufgegeben. Am gleichen Tag veranstaltete die Gruppierung weitere Kundgebungen im rheinlandpfälzischen Bad Kreuznach, im thüringischen Erfurt sowie in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. In jeder Stadt traten jeweils lokale Ableger der \"Neuen Stärke\" in Erscheinung. Abgeschirmt von einem starken Polizeiaufgebot, sammelten sich in Gera ab etwa 14:00 Uhr die Teilnehmer:innen der Veranstaltung. Nach Verlesen der Auflagen durch den Versammlungsleiter begann die eigentliche Veranstaltung mit dem Entzünden von Rauchkerzen.  Insgesamt wurden an diesem Tag vier Redebeiträge verlesen. Aufgrund ungeschickter Handhabung des Megafons, starker Heiserkeit der Redner:innen und lautstarken Gegenprotests waren die Redebeiträge wohl selbst für die Teilnehmenden nur schwer verständlich. Nach Beendigung der Versammlung schlossen sich weitere Personen an. Die gesamte Gruppe wurde von der Polizei anschließend zu einem nahegelegenen Parkplatz eskortiert. Am Parkplatz selbst fanden schließlich polizeiliche Maßnahmen gegenüber vorherigen Teilnehmer:innen der Kundgebung statt.","date":"11 Dezember 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-11-gera/","section":"Fotos","summary":"Am 11.12.2021 fand in Gera eine Kundgebung der Neonazigruppierung \"Neue Stärke\" (NS) statt.","title":"Kundgebung \"Neue Stärke\" in Gera"},{"city":"Magdeburg","content":"Am 11.12.2021 fand in Magdeburg eine Kundgebung der Neonazigruppierung \"Neue Stärke\" statt. Ursprünglich plante die Gruppierung in thüringischen Gera eine Demonstration durchzuführen. Nach behördlichen Auflagen bzgl. steigender Corona-Fallzahlen wurde die Anmeldung jedoch zurückgezoghen.   Stattdessen wurde Kundgebungen in vier verschiedenen Städten angemeldet. Dabei handelte es sich um Erfurt und GEra in Thüringen, Magdeburg in Sachsen-Anhalt und Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz.  In allen Städten existieren inzwischen lokale Ableger der Neonazi-Gruppierung.  Bei der \"Neuen Stärke\" handelt es sich um eine relativ neue Organisation - deren Mitglieder sind überwiegend langjährige Neonazis die bereits zuvor in verschiedenen Organisationen tätig waren. In ihren Erkennungszeichen und der eigenen Inszenierung orientiert sich die Gruppierung unter anderen an der Neonaziparrtei \"Dritter Weg\" An der Kundgebung der \"Neuen Stärke\" in Magdeburg nahmen etwa 40 Personen teil. Nicht alle Teilnehmer:innen konnten dabei den Organisationsstrukturen zugerechnet werden - auch andere, gruppenunabhängige Neonazis reihten sich in die Veranstaltung ein. Begleitet wurde die Neonazikundgebung wenige Meter entfernt von einem starken antifaschistischen Gegenprotest. Der antifaschistische Gegenprotest war nicht der einzige der sich gegen die Kundgebung stellte. Gegenwind erhielt die \"Neue Stärke\" auch aus dem eigenen politischen Lager. So hatten bereits Stunden vor Beginn der Veranstaltung konkurrierende Neonazis der Partei \"Dritter Weg\" als eine Art Gegenaktion den Veranstaltungsort der \"Neuen Stärke\" mit eigenen Erkennungszeichen markiert.","date":"11 Dezember 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-11/","section":"Fotos","summary":"Am 11.12.2021 fand in Magdeburg eine Kundgebung der Neonazigruppierung \"Neue Stärke\" statt.","title":"Kundgebung der \"Neuen Stärke\" (NS) in Magdeburg"},{"city":"Hannover","content":"Am Samstag, den 04. Dezember führte die AfD-Niedersachsen eine Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen in Hannover durch. Wie bereits in der Vergangenheit versuchte die AfD-Niedersachsen damit einen Schulterschluß mit Impfgegner:innen und Corona-Leugner:innen zu ziehen. Zu der Kundgebung vor dem niedersächsischen Landtag konnte die AfD-Niedersachsen mehrere hundert Personen mobilisieren.  Zum Organisationskreis der nun durchgeführten Kundgebung gehörten insbesondere Stephan Bothe (hier im Bild) und Marcel Queckemeyer von der AfD-Osnabrück. Bothe und Queckemeyer waren auch beide mit Redebeiträgen auf der Veranstaltung vertreten. Neben AfD-Sympathisant:innen zog die Kundgebung auch eine Vielzahl parteipolitisch zum Teil anders ausgerichtete Impfgegner:innen an. Zu den Teilnehmer:innen gehörte auch Hartwin Diesing (Bildmitte) von der AfD-Hannover-Land... Diesing trat im Jahr 2014 als Teilnehmer einer Neonazi-Kundgebung in Hannover in Erscheinung und ist nun in der AfD aktiv. Zu den Rednern der Kundgebung gehörte auch Jens Kestner, seines Zeichens Landesvorsitzender der AfD-Niedersachsen. Unter den Teilnehmer:innen befanden sich auch etliche Aktivisten der Neonaziszene von Hannover...  Das ehemalige AfD-Bundestagsmitglied Armin-Paul Hampel war ebenfalls in Hannover zugegen und hielt eine Redebeitrag.","date":"4 Dezember 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-04/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 04. Dezember führte die AfD-Niedersachsen eine Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen in Hannover durch.","title":"Kundgebung der AfD Niedersachsen und Impfgegner*innen in Hannover"},{"city":"Bremerhaven","content":"Am Mittwoch, den 01. Dezember 2021 fand in Bremerhaven eine Kundgebung der so genannten \"CVorona Rebellen Bremerhaven\" statt.  Der Veranstaltungsort befand sich in der Lessingstraße in Bremerhaven - eine Straße, die vor allem durch die dort ansäßigen Bordelle geprägt ist. Gegen 14:00 Uhr wurden in den Bordellen von den Veranstalter*innen Plakate angebracht. Neben den inzwischen oft dargebotenen Parolen mit Bezug zu Umsturzphantasien, fanden sich auch Plakate mit offen rassistischem Bezug. Auch fanden sich Plakate die auf die Relativierung des Holocaust abzielten. Aufgrund der Plakate wurde durch die Polizei Anzeigen wegen  des Verdachts der Volksverhetzung gestellt. Zu den Teilnehmer*innen gehörte auch eine Reisegruppe aus Bremen. Aus einer mitgeführten Lautsprecherbox erklang entsprechende Musik - vorwiegend Xavier Naidoo. Auch am eigentlichen Verranstaltungsort - einem Seitenhof in der Lessingstraße - fand sich ebenfalls ein Plakat das den Holocaust mit Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gleichsetzte und damit die Verbrechen und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus relativierte Daneben fanden sich vor allem Bezüge von Impfgegner*innen","date":"1 Dezember 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-12-01/","section":"Fotos","summary":"Am Mittwoch, den 01. Dezember 2021 fand in Bremerhaven eine Kundgebung der so genannten \"CVorona Rebellen Bremerhaven\" statt.","title":"Impfgegner*innen und Coronaleugner*innen in Bremerhaven"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 14.11.2021 führte die NPD Braunschweig gemeinsam mit der Partei \"Die Rechte\" eine Demonstration in Braunschweig durch.  Bei der Veranstaltung handelte es sich um ein sogenanntes \"Heldengedenken\" - eine Veranstaltung die insbesondere der Verherrlichung des NS-Regiemes dient. An der Veranstaltung nahmen insgesamt 60 Personen teil. Neben Personen aus den Zusammenhängen von NPD und \"Die Rechte\" wurden auch parteifreie Neonazis mobilisiert. Die Anmeldung der Demonstration erfolgte durch den NPD/JN-Aktivisten Sebastian Weigler von der NPD Niedersachsen. Im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens wurde der Beginn der Veranstaltung um eine Stunde, von ursprünglich 16:00 Uhr auf 17:00 Uhr verlegt.","date":"14 November 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-11-14/","section":"Fotos","summary":"Am 14.11.2021 führte die NPD Braunschweig gemeinsam mit der Partei \"Die Rechte\" eine Demonstration in Braunschweig durch.","title":"Neonazidemonstration in Braunschweig"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/hildesheim/","section":"Orte","summary":"","title":"Hildesheim"},{"city":"Hildesheim","content":"Am 23.10.2021 veranstaltete der Kreisverband Braunschweig-Hildesheim, der Partei \"Die Rechte\" eine Kundgebung auf dem Vorplatz des Hildesheimer Hauptbahnhofes. Den Hintergrund der Kundgebung bildete eine zeitgleich stattfindende Demonstration unter dem Motto \"Hildesheim bleibt Nazifrei\", welche sich explizit auch gegen die neonazistische Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) richtete. Die vom lokalen DR-Vorsitzenden Johannes Welge organisierte Kundgebung wurde ausschließlich intern beworben. An der Kundgebung selbst beteiligten sich etwa 20 Personen, welche überwiegend aus Braunschweig anreisten. Als Ordner agierten bekannte Neonaziaktivisten wie zum Beispiel Pierre Bauer. Dieser trat zuletzt als Bürgermeister*innenkandidat in Braunschweig in Erscheinung. Im Laufe der Veranstaltung wurde Bauer jedoch von den zuständigen Behörden als Ordner ausgeschlossen, wofür dann der Braunschweiger Lukas Lange einsprang. Mitglieder der \"Nationalen Kameradschaft Harz\" (NKH) und der ebenfalls aus Goslar stammende NPD-Funktionär Carsten Dicty nahmen an der Veranstaltung teil. Carsten Dicty und Simon Basista (hier links im Bild) waren bereits vor Beginn der Veranstaltung federführend an einem Angriff auf einen Journalisten beteiligt. Im späteren Verlauf der Veranstaltung attackierte Carsten Dicty Polizeibeamt*innen, nachdem diese einen Angriff auf einen weiteren Journalisten unterbunden hatten. Johannes Welge während seines Redebeitrags: Inhaltlich beschränkte sich die Rede darauf, dass vor seinem Haus  ein Banner von Antifaschist*innen entrollt wurde.  Gegen 13:00 Uhr bewegte sich dann die Versammlung der Neonazis zum nahe gelegenen Hindenburgplatz. An Hindenburgplatz stießen weitere Neonazis zur Gruppe hinzu. Bei ihrer Ankunft versuchten diese, anwesende Journalist*innen körperlich zu attackieren. Im Anschluss wollte sich die Versammlung ursprünglich an einer Querdenken-Demonstration am Hauptbahnhof beteiligen. Die Neonazis wurden zum Teil mit Handschlag begrüßt. Allerdings wurde Ihnen mitgeteilt, dass diese aufgrund der Außenwirkung bitte nicht mitlaufen sollten.","date":"23 Oktober 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-10-23/","section":"Fotos","summary":"Am 23.10.2021 veranstaltete der Kreisverband Braunschweig-Hildesheim, der Partei \"Die Rechte\" eine Kundgebung auf dem Vorplatz des Hildesheimer Hauptbahnhofes.","title":"Neonazikundgebung in Hildesheim"},{"city":"Halle","content":"Am 03.10.2021 rief Sven Liebich zu einer Demonstration in Halle auf.  Etwa etwa 130 Personen folgten diesem Aufruf. Motto der Demo war \"Geil Merkel\". Die Teilnehmenden taten so, als wären sie die \"Merkeljugend\" und würden einen letzten großen Aufmarsch (\"Abschiedsparade\") für Angela Merkel machen. Die Veranstaltung begann um 12:00 Uhr am Steintor. Die Demo konnte zunächst wegen einer Straßenblockade nicht loslaufen. Auch zwischendurch musste sie häufiger und teilweise über eine längere Zeit stehenbleiben, weil die Route blockiert war. Hier ist der Versammlungsleiter der Veranstaltung bei Absprachen mit der Polizei zu sehen. Darunter waren ca. 20 Teilnehmer:innen, welche unter Duldung der Polizei hinter der Demonstration her liefen und gelegentlich versuchten, sich von ihr abzusetzen. Unter ihnen waren die vier Teilnehmer:innen der gescheiterten Anti-Antifa-Demonstration, die zuvor beim Hauptbahnhof starten sollte, sowie einzelne Teilnehmer:innen aus dem Bereich Magdeburg (u.a. NSMD) und dem Harz (Division Börde/Harz). Die Angereisten aus Magdeburg und Börde treten ebenfalls häufig in Braunschweig auf Demonstrationen auf. Einige der Nachzügler:innen waren letztes Jahr auch am 03.10. in Berlin bei einer Veranstaltung des III. Weg. Der satirische Charakter der Veranstaltung wurde auch musikalisch untermalt (Tote Hosen, Rammsein, etc.) Optisch war das Auftreten der \"Merkeljugend\" sehr an die NS-Zeit angelehnt. ... das führte auch dazu, dass einige Symbole Verboten wurden. Dazu gehörte auch das Fronttransparent, die Transparente an dem Lautsprecherwagen und die Flaggen am Fahrzeug. Liebichs Auto war in der Nacht auf den Samstag davor abgebrannt. Der eigenen Aussage nach sei dies wohl wegen eines Maderbiss geschehen. Ein Teilnehmer aus dem Kreis der \"Neuen Stärke\" Magdeburg (NSMD). Jan Schmidt, ebenfalls aus dem Umfeld der NSMD und von Die Rechte KV Braunschweig-Hildesheim, war auch vor Ort. Im Vordergrund sind die beiden Fahrer des Fahrzeugs zu sehen. Liebich war alleiniger Redner. Das tat er meistens vom Dach des fahrenden Transporters aus. Diese Teilnehmerin trägt einen Schlauchschal von \"Körper und Geist\" des III. Weg. Der kann auch ohne Mitgliedschaft in der Gruppe erworben werden. Der selbsternannte \"Volkslehrer\" Nikolai Nerling kam ebenfalls später mit dem Fahrrad bei der Demonstration vorbei. Als die Demo schon losgelaufen war blieb eine Gruppe Nachzügler zurück, die laut Pressesprecherin nicht zu den anderen auf der Demo wollten.","date":"3 Oktober 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-10-03-h/","section":"Fotos","summary":"Am 03.10.2021 rief Sven Liebich zu einer Demonstration in Halle auf.","title":"Demonstration \"Geil Merkel\" von Sven Liebich in Halle"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/halle/","section":"Orte","summary":"","title":"Halle"},{"city":"Neumünster","content":"Am Samstag den 25.09.2021 fand in der Gaststätte \"Titanic\" in Neumünster ein Neonazikonzert statt. Die vom NPD-Aktivisten Horst-Dieter Micheel (Bild) betriebene Gaststätte ist einschlägig bekannt - hier finden sich regelmäßig Neonazis zu Rechtsrockkonzerten, NPD-Veranstaltungen und andere Zusammenkünften zusammen. An dem Rechtsrockkonzert nahmen etwa bis zu 70 Personen teil. Neben Neonazis aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz besuchten im Verlauf des Abends auch Anwohner*innen die Konzertveranstaltung. Die Anreise zu der als \"privat\" deklarierten Veranstaltung begann ab etwa 17:00 Uhr. Das Rechtsrockkonzert wurde zuvor intern beworben - der Eintrtt belief sich auf 18,- Euro.  Es handelte sich um ein Konzert des langjährigen Neonazis Hannes Ostendorf (Bildmitte) aus Bremen. Ostendorf ist Sänger verschiedener Neonazibands und vermarktet sich, auch in Anbetracht der Einnahmen, inzwischen regelmäßig als Solo-Künstler. Die Karriere von Ostendorf reicht lang zurück. Bereits vor 30 Jahren gehörte Ostendorf (Bildmitte) zu einer Neonazigruppe die einen Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Bremen verübten. Heute gehört OStendorf vor allem zu den Scharfmacher*nnen der Szene der vordergründig mit seinen Texten geistige Brandstiftung betreibt - zuletzt im Duett mit Xavier Naidoo.  Neben dem Auftritt von Hannes Ostendorf war noch ein \"Überraschungsgat\" angekündigt. Dabei handlte es sich um Karin Mundt (Rechts im Bild), die als Liedermacherin unter dem Pseudonym \"Wut aus Liebe\" bei Rechtsrockkonzerten in Erscheinung tritt. Karin Mundt reiste gemeinsam mit dem NPD Landesvorsitzenden Mark Michael Proch (Links im Bild) zum Veranstatungsort. Proch war es auch der Karin Mundt den Auftritt in der Titanic vermittelte. ... Im Umfeld des Veranstaltungsortes formierte sich antifaschistischer Protest. Den Neonazis und Konzertbesucher*innen wurde polizeilich untersagt sich im Eingangsbereich des Veranstaltungsortes aufzuhalten. Bei der Veranstaltung dürfte es sich um eines der letzten Rechtsrockkonzerte in der Gaststätte \"Titanic\" gehandelt haben - der Gebäudekomplex wurde verkauft. Die Gaststätte wird noch im Jahr 2021 ihre Pforten an dem bisherigen Standort schließen. Es ist davon auszugehen, dass die Neonazis bereits auf der Suche nach Ersatzräumlichkeiten sind. Bei der Anreise wurde das Tor zum Hinterhof der Veranstaltung beschädigt - es ließ sich nicht mehr schließen.","date":"25 September 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-09-25/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag den 25.09.2021 fand in der Gaststätte \"Titanic\" in Neumünster ein Neonazikonzert statt.","title":"Rechtsrockkonzert in Neumünster"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 11.09.2021 fand in Braunschweig die Abschlussveranstaltung der Partei \"Die Rechte\" zur Kommunalwahl statt. Angemeldet waren drei Kundgebungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten an verschiedenen Plätzen in der Stadt. Doch bereits vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltung scheiterte das eng getimete Vorhaben an der Unfähigkeit der Teilnehmer*innen sich an vorgegebene Auflagen zu halten. Das Rufen der für die Veranstaltung verbotenen Parole „Braunschweig Nazistadt“ führte zu ersten polizeilichen Maßnahmen.  Nachdem Einsatzkräfte der Polizei die Personallien der Teilnehmer*innen aufnehmen wollten, warfen die angereisten Neonazis ihre Ausweisdokumente auf den Fußboden. Das Vorgehen der Polizei am Bahnhof sowie die zeitaufwendige Weiterreise der Teilnehmer*innen , die nur in kleineren Gruppen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den vorgesehenen Kundgebungsplätzen gelangen konnten, sorgte für immense Zeitverschiebungen.  So fielen die ersten beiden Kundgebungen sehr kurz aus. Die dritte Kundgebung wurde aus Zeitgründen gleich ganz gestrichen und durch eine Abschlusskundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz ersetzt. Redner*innen waren neben Christian Worch, dem Bundesvorsitzenden der Partei „Die Rechte“, Holger Niemann.  Dieter Riefling, eine Aktivistin aus Erfurt, Michael Fischer und - als einziger Braunschweiger - Johannes Welge. Hier zeigte sich wieder einmal, dass es , wie schon bei den vorherigen Kundgebung der Rechten in Braunschweig , außer dem Kreisvorsitzenden niemanden gibt , der in der Lage wäre bei einer Kundgebung zu sprechen, und sei es auch nur kurz. Von den beiden ursprünglichen Kandidaten, Pierre Bauer (hier im Bild) und Martin Kiese, sind selbst im Netz keine Redebeiträge zu finden, die über zwei bis drei einfach Vierwortsätze hinausgehen.  Auch von der Teilnehmer*innenzahl war die Braunschweiger Rechte äußerst schwach vertreten. Außer den bereits genannten Welge, Kiese und Bauer scheinen nur noch Michaela Mittelstädt und ihre Tochter Melissa zum Stammpersonal zu gehören. Ihr Umfeld ist- wie in den vergangenen Monaten deutlich zu beobachten war- einer ständigen Fluktuation ausgesetzt, was nicht gerade für die Fähigkeiten von Johannes  Welge und Martin Kiese spricht Mitglieder zu gewinnen und vor allem auch zu halten.  Diese Fluktuation ist bei der Partei „Die Rechte“ auch auf Landes-und Bundesebene zu beobachten. \nDie letzten Vorstandswahlen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie für den Bundesvorstand  zeigten deutlich, dass langjährige Kader die Partei verlassen und stattdessen jetzt Personen aus der dritten und vierten Reihe in Vorstandsposten gelangen, bei denen es fraglich ist, ob sie überhaupt in der Lage sind die ihnen damit gestellten Aufgaben nur annähernd zu erfüllen.  Der weitere Niedergang der Partei „Die Rechte“ ist damit vorgezeichnet Der Großteil der etwa 70 Demonstrationsteilnehmer*innen war also angereist, hauptsächlich aus  Magdeburg, Dessau und Erfurt  - Strukturen also, die allesamt durch ihr Auftreten  einen ähnlich schlechten Ruf in der rechten Szene genießen wie die Braunschweiger selbst. Das führte sicherlich auch zur fast völlig ausgebliebenen Unterstützung von Mitgliedern der Rechten aus anderen Bundesländern  oder aus anderen niedersächsischen Strukturen. Lediglich Stefan Koch (Die Rechte OWL), Sören Surdyk aus Walsrode und eine kleine Gruppe der JN Braunschweig um Sebastian Weigler reihten sich zögernd  in die Gruppe der Teilnehmer*innen ein. Koch, der bereits lange Zeit vor Beginn am Bahnhof ankam, hielt sich fast bis zur Weiterfahrt in die Stadt von der Gruppe fern. Er hatte wohl Anderes erwartet. Auch im Lauf der weiteren Veranstaltung, bei der er schließlich als Ordner fungierte suchte er eher die Nähe von Christian Worch und Holger Niemann. Die erste Kundgebung fand auf dem Schlossplatz statt;  Thema war „ Unser Bürgermeister Pierre Bauer -Wahlbetrug stoppen!“.   Trotz der ganz offensichtlichen Tatsache, dass die Kandidatur Bauers niemals ernst gemeint war und lediglich der Strategie der Braunschweiger Rechten geschuldet war Verwaltung und Polizei mit Arbeit, nicht zuletzt auch mit Klagen, zu überziehen und damit eine öffentliche  Aufmerksamkeit zu erlangen, die sie allein nie erreichen würden, kündigte Worch eine Klage gegen die Nichtzulassung von Pierre Bauer an und fabulierte sogar eine mögliche Wiederholung der Oberbürgermeisterwahl herbei.  Im Lauf der Kundgebung wurde Martin Kiese von der Polizei aus der Kundgebung gezogen, da er ein T-shirt mit der sichtbaren Aufschrift „Braunschweig-Nazistadt“ trug, was den Auflagen widersprach.  Ein T-Shirt,mit der Aufschrift „Antisemit“ , das er danach anzog, wurde ebenfalls von der Polizei beanstandet und führte dazu, dass Kiese auch die zweite Kundgebung  verlassen musste. Diese fand zum „Martin Kiese- unser Mann für Braunschweig !“ auf dem Nibelungenplatz statt und fiel bei Abwesenheit des Kandidaten ebenfalls sehr kurz aus.  Sebastian Weigler (hier links im Bild), der längere Zeit nur noch als Einzelperson bei Demonstrationen in Braunschweig aufgetreten war, hatte dieses Mal drei junge Aktivisten dabei, sodass die JN die Möglichkeit hatte ihr mitgebrachtes Transparent ohne fremde Hilfe zu halten. Vom früheren Auftreten der JN Braunschweig und der JN Niedersachsen – sowohl was die Kleidung , aber auch die Disziplin betrifft-  war diese Gruppe weit entfernt, passte sich damit aber hervorragend dem Niveau der übrigen Teilnehmer*innen an.  Als Thema der dritten Kundgebung, die eigentlich auf dem Tostmannplatz stattfinden sollte, war „Für die Schließung der Aufnahmebehörde für Asylbewerber in Kralenriede!“ vorgesehen. Diese Kundgebung wurde aus Zeitgründen auf den Bahnhofsvorplatz verlegt, und damit wurde auch das Thema ad acta gelegt Nachdem sich Kiese nach einem weiteren Kleidungswechsel mit einem T-Shirt mit Pink-Panther-Motiv am Bahnhof wieder in die Veranstaltung einbringen wollte, wurde ihm dann endgültig jede weitere Teilnahme untersagt.  Vorm Bahnhof gab  außer einer Spontanrede von Michael Fischer aus Erfurt, in der er sich über die polizeilichen Maßnahmen aufregte, einen Redebeitrag von Dieter Riefling (hier im Bild) aus Hildesheim. Riefling redete – wie seit Jahrzehnten - eine baldige nationale Revolution herbei und zeigte damit deutlich, warum allgemein darauf verzichtet wird ihn ans Mikrofon zu lassen. Auch sein übermäßiger Alkoholkonsum der letzten Jahre sowie die Tatsache, dass er seine letzte Frau mit einer Fahrradkette geschlagen hat, haben sein Ansehen in der Szene so stark sinken lassen, dass er nur noch dort auftreten darf, wo man sonst ganz ohne Redner auskommen müsste. Durch seine Gewalt gegenüber Frauen reiht sich Riefling in eine Reihe von Tätern im Umfeld der Braunschweiger Rechten ein. Auch der nicht anwesende Achim Heide, der zuletzt seine Lebensgefährtin mit Faustschlägen attackierte haben in dem Bereich Erfahrung. Alkoholkonsum war auf der Veranstaltung verboten , und erstaunlicherweise wurde sich an dieses Verbot- im Gegensatz zu vorherigen Veranstaltungen- auch gehalten, was  etlichen Teilnehmer*innen nicht gerade leichr gefallen sein dürfte.  Bei den Braunschweiger  Rechten, aber auch bei vielen anderen Teilnehmer*innen, gehören der Konsum von Alkohol und teilweise auch von Drogen zum Tagesgeschäft.  Einigen der Teilnehmer*innen stand dies deutlich ins Gesicht geschrieben. ","date":"11 September 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-09-11/","section":"Fotos","summary":"Am 11.09.2021 fand in Braunschweig die Abschlussveranstaltung der Partei \"Die Rechte\" zur Kommunalwahl statt.","title":"Drei Kundgebungen der Neonaziszene in Braunschweig"},{"city":"Hannover","content":"Für den 05.09.2021 hatte der gesundheitspolitische Sprecher der AfD im niedersächsischen Landtag Stephan Bothe zu einer Kundgebung vor dem Landtag in Hannover aufgerufen.  Unter dem Motto \"Kinder schützen! Impfpflicht verhindern!\" sollte – so die AfD Niedersachsen – ein deutliches Signal gegen das Impfen von Kindern und Jugendlichen gesetzt werden. Statt der erwarteten 200 Teilnehmer*innen kamen allerdings nur etwa die Hälfte, die den Kundgebungsplatz dadurch  nur mäßig füllten und es den Zuschauer*innen leicht machten, die geforderte Abstandsregelung einzuhalten. Dass diese geringe Zahl bei den Veranstalter*innen für Enttäuschung sorgte, klang in einigen der Redebeiträge deutlich durch.  Erwartungsgemäß setzte sich die Zuhörer*innenschaft hauptsächlich aus Anhänger*innen des aktuellen Landesvorstandes zusammen. Von den Kandidaten der AfD-Landesliste zur Bundestagswahl war lediglich Dietmar Friedhoff gekommen, der bekanntlich keine Gelegenheit auslässt sich in Szene zu setzen. Auch einige der AfD-Landtagsabgeordneten glänzten durch Abwesenheit, was wohl auf die unterschiedliche Sichtweise zum Kundgebungsthema lag.  Zwar hatten AfDler*innen aus Cuxhaven im Norden und Northeim im Süden die längere Anreise nicht gescheut, doch war die überwiegende Zahl der Kreisverbände nicht vertreten. Insgesamt sieben Rednerinnen und Redner kamen bei der Kundgebung zu Wort, wobei sich etliche von ihnen nicht an Fakten hielten und statt dessen  einen Verlust von Freiheit herbeischwadronierten, die nur die AfD wieder herstellen könne.  Erstmalig war auch die erneut gegründete \"Junge Alternative\" (JA) aus Niedersachsen mit einem Infotisch vertreten. Die \"Junge AfD\", eine schon länger bestehende Gruppierung, die hauptsächlich in und um Hannover aktiv ist, und als Parallelstruktur zu JA  zu sehen ist, war dagegen  nicht sichtbar vertreten.  Mit Thorsten Althaus  war auch ein Mitglied des Landesvorstands anwesend, das im Frühjahr diesen Jahres die Neubelebung des Flügels in Niedersachsen angeregt haben soll. Althaus war bereits im inzwischen angeblich aufgelösten Flügel aktiv. So zeichnete er für ein Einladungsschreiben einer Flügelveranstaltung im Februar2020 in Bissendorf verantwortlich , bei der Björn Höcke als Referent anwesend war und das am damaligen Landesvorstand vorbei organisiert worden war. Im Zusammenhang mit diesen Handgreiflichkeiten gegenüber anwesenden Pressefotograf*innen wurde der Diepholzer Kreistagsabgeordnete Michael Schnieder durch die Polizei von der Kundgebung entfernt.","date":"5 September 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-09-05/","section":"Fotos","summary":"Für den 05.09.2021 hatte der gesundheitspolitische Sprecher der AfD im niedersächsischen Landtag Stephan Bothe zu einer Kundgebung vor dem Landtag in Hannover aufgerufen.","title":"Kundgebung der AfD-Niedersachsen vor dem Landtag in Hannover"},{"city":"Bersenbrück","content":"Am Samstag, den 4.9.2021, fand auf dem Marktplatz in Bersenbrück eine Kundgebung statt. Verantwortlich zeigte sich die Junge Alternative Niedersachsen, die damit ihre erste eigene Veranstaltung seit ihrer Neugründung auf die Beine stellte. Im ersten Kundgebungsteil kamen zwei Kandidaten der AfD für die Kommunalwahl zu Wort. Bodo Suhren, der Vorsitzende des AfD- Kreisverbandes Osnabrück, versuchte sich in einer Abrechnung mit der Politik der Bundeskanzlerin und vergaß dabei nicht  Atomkraftwerke als „sicher“ und CO2 als nicht schädlich darzustellen. Genau so weit entfernt vom 21. Jahrhundert bewegte sich Marcel Queckemeyer, Vorsitzender des AfD-Verbands Osnabrücker Land Nord, als er in seinem Redebeitrag die Rückkehr zum streng nach Schulformen getrennten dreigliedrigen Schulsystem anpries und sich gegen die Inklusion wandte. Nach einer kurzen Pause übernahmen dann Mitglieder der Jungen Alternative Niedersachsen  das Wort. Adrian Maxhuni, stellvertretender JA-Landesvorsitzender und regionaler Kommunalwahlkandidat , hatte noch sichtlich Mühe mit seinem Redebeitrag. Es hatte außerdem den Anschein, dass er sich nicht sonderlich gründlich mit seinem Thema , eben dem Schulsystem, beschäftigt hatte, da in seiner Rede etliche gravierende Fehlinformationen enthalten waren. Als Letzter sprach Lucas Vogt, der vom Moderator Maxhuni als Mitglied des Landesvorstandes der JA Niedersachsen vorgestellt wurde. Auch Vogt war anzumerken, dass er noch nicht viel Redeerfahrung mitbringt. Seine geplante Abrechnung mit den 68ern misslang nicht nur inhaltlich sondern auch rhetorisch, als er gegen die „geistlich verwahrloste Frankfurter Schule“ wetterte. Dies konnte auch sein ins Englische übertragener Schlusssatz „Deutschland – aber based“ nicht wettmachen.  Nur wenige Menschen hatten sich in Bersenbrück eingefunden, um sich die Reden anzuhören.  Über den Zeitraum der Veranstaltung verteilt waren es rund 20 Personen. Angemeldet worden waren dagegen 60 Teilnehmer*innen, sodass die reale Teilnehmer:innenzahl wohl kaum den Erwartungen der Veranstalter entsprochen haben dürfte. Bei den Teilnehmer:innen handelte es sich fast ausschließlich um Mitglieder und Sympathisant:innen des AfD Kreisverbandes, dessen Vorsitz erst in diesem Jahr nach längerer Vakanz neu gewählt wurde. Die Neuwahl war nötig geworden, nachdem der alte Kreisvorstand im September 2020 aus Unzufriedenheit über den Ausgang der Wahl zum Landesvorstand zurückgetreten war.Der neu gewählte Kreisvorstand um Suhren und Maxhuni  gehört zu den Unterstützern des jetzigen Landesvorstandes und steht damit im Gegensatz zur AfD Osnabrück Stadt um Florian Meyer. Allerdings war mit Alan Doetzel (rechts im Bild) ein AfD-Kandidat in Bersenbrück, der eher dem Lager von Florian Meyer zuzurechnen ist. Doetzel hielt sich während der Veranstaltung über weite Strecken im Hintergrund. Der einzige Redner, der nicht zu den regionalen Strukturen  gehört, war Lucas Vogt aus Salzgitter. Vogt, der in der Vergangenheit häufiger an regionalen und überregionalen Veranstaltungen des Flügels teilnahm, wurde bei der Neugründung der Jungen Alternative in deren Landesvorstand gewählt. Bereits vor der Neugründung  der JA hatte Vogt eine Gruppe jüngerer AfDler:innen  ins Leben gerufen, die eng mit der JA Sachsen-Anhalt zusammenarbeiteten.  An einigen der Veranstaltungen nahm auch Adrian Maxhuni teil. Da laut Aussage eines Verantwortlichen bei der niedersächsischen JA  die Geldmittel noch etwas knapp sind, wurde mit dem Material anderer Landesverbände improvisiert. Vogt und Maxhuni gehörten beide zur Unterstützertruppe des flügelnahen AfD-Landesvorsitzenden Jens Kestner. Allerdings hat sich  mit der „Jungen AfD“ , die seit längerer Zeit in Hannover und der Region Hannover aktiv ist und vom AfD-Bundestagsabgeordneten Dietmar Friedhoff protegiert wird, auch hier eine Parallelstruktur entwickelt. Insgesamt machte die Kundgebung trotz der beiden JA-Fahnen und des JA-Infotischs mehr den Eindruck einer AfD- als einer JA-Veranstaltung. Es liegt nahe, dass der Veranstaltung das Etikett „JA“ nur angeklebt wurde, um darüber hinweg zu täuschen, dass es dem AfD Kreisverband Osnabrück nicht gelungen ist, eine:n AfD- Landes- oder Bundespolitiker:in als Redner:in nach Bersenbrück zu bekommen. Am Schluss wurde - wie auf AfD-Veranstaltungen üblich - die 3. Strophe des Deutschlandlieds gesungen.","date":"4 September 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-09-04-b/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 4.9.2021, fand auf dem Marktplatz in Bersenbrück eine Kundgebung statt.","title":"\"Weit entfernt vom 21. Jahrhundert...\" - 04.09.2021: Kundgebung der JA Niedersachsen in Bersenbrück"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bersenbr%C3%BCck/","section":"Orte","summary":"","title":"Bersenbrück"},{"city":"Wolfsburg","content":"Morgens um 10:00 Uhr startete der Infostand der AfD im niedersächsischen Wolfsburg. Unter den Teilnehmenden waren auch Mitglieder aus Helmstedt und Sachsen-Anhalt. Inhaltlich waren auf dem Infostand neben den üblichen AfD-Inhalten auch Themen aus dem pandemieleugnerischen Verschwörungsideolog:innenmilieu zu finden. Mit einiger Verspätung reiste der ehemalige Landesvorsitzende und spätere Redner Armin-Paul Hampel an. Grund dafür sollen laut der anwesenden Teilnehmenden Gewohnheiten sein, mit denen er nicht brechen wolle. Hampel selbst bezeichnet sich als Frühaufsteher. Als erster Redner ergriff der Kandidat für die kommende niedersächsische Kommunalwahl am 12.09.2021, Thomas Schlick, das Wort. Die Kommunalwahlkandidatin und Direktkandidatin zur Bundestagswahl Stephanie Scharfenberg redete als zweites. Als weitere Redner waren noch die Landesvorsitzenden Martin Reichardt aus Sachsen-Anhalt und Jens Kestner aus Niedersachsen angekündigt. Der frühere Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel sollte ebenfalls noch eine Rede halten. Dieser fehlschließende Pullover wird von der Kandidatin zur Kommunalwahl Elvira Dresler getragen.","date":"28 August 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-08-28-wob/","section":"Fotos","summary":"Morgens um 10:00 Uhr startete der Infostand der AfD im niedersächsischen Wolfsburg.","title":"AfD-Infostand in Wolfsburg"},{"city":"Helmstedt","content":"Die Kundgebung in Helmstedt war für viele Teilnehmende bereits die zweite Station an diesem Tag nach dem Infostand in Wolfsburg. Auf dem Marktplatz trafen sich AfD-Anhänger:innen zu einer Kundgebung. Rechts im Bild ist Lucas Vogt, Mitglied der Jungen Alternativen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Bianca Wolter (links im Bild). Eröffnet hat die Veranstaltung der Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende Jens Kestner. Auch der Landesvorsitzende aus Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt,  hielt eine Rede. Der regionale Kandidat für die Kommunalwahl Tobias Stober hielt hier seine erste Rede. Gerald Wöhlert, Kandidat für den Stadtrat Schöningen, hielt ebenfalls eine Rede. Der Landratskandidat Jozef Rakicky sollte an diesem Tag auch noch eine Rede halten. Auch der ehemalige Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel sollte noch einmal eine Rede halten. Als weitere Redner:innen (ohne Bilder) sollen außerdem Stephanie Scharfenberg aus Wolfsburg und Oliver Kirchner aus Sachsen-Anhalt aufgetreten sein.","date":"28 August 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-08-28-he/","section":"Fotos","summary":"Die Kundgebung in Helmstedt war für viele Teilnehmende bereits die zweite Station an diesem Tag nach dem Infostand in Wolfsburg.","title":"AfD-Kundgebung in Helmstedt"},{"city":"Peine","content":"In Peine Veranstaltete die örtliche Parteigliederung der AfD eine Kundgebung. Anwesend waren Teilnehmende aus Peine, Gifhorn und Braunschweig. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Kandidaten für den Peiner Kreistag und Stadtrat, Rudolf Meißner. Erster Redner war der Kandidat für den Peiner Kreistag und Stadtrat Knut Kimm. Als dritter Redner trat der Bundestagskandidat Stefan Marzischewski auf. Als weiterer Redner war der ehemalige Luftwaffengeneral und Spitzenkandidat der Niedersächsischen AfD Joachim Wundrak angekündigt. Die Digitalpolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion, Joana Cotar, hielt an diesem Tag ebenfalls noch eine Rede. Das Interesse der Redner:innen an der Veranstaltung schien sich allerdings in Grenzen zu halten. Auch Stefan Wirtz aus Braunschweig war in Peine vor Ort. Wirtz trat nach parteiinternen Streitereien im vergangenen Jahr mit zwei weiteren Abgeordneten aus der AfD-Landtagsfraktion aus und sorgte so dafür, dass diese den Fraktionsstatus verlor.","date":"28 August 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-08-28-pe/","section":"Fotos","summary":"In Peine Veranstaltete die örtliche Parteigliederung der AfD eine Kundgebung.","title":"AfD-Kundgebung in Peine"},{"city":"Steinhude","content":"Am 28.08.2021 fand in Steinhude eine Wahlkampfveranstaltung der AfD Hannover-Land statt, zu der etwa 50 Teilnehmer*innen erschienen. Auf dieser Kundgebung wollten sich die Kandidaten aus der Region Hannover zur Kommunal- und Bundestagswahl vorstellen. Hauptthemen in den zahlreichen Redebeiträgen waren immer wieder die Coronamaßnahmen sowie der Klimawandel. Moderiert wurde die Veranstaltung vom AfD- Bundestagsabgeordneten Dietmar Friedhoff aus Neustadt, der erneut für den Bundestag kandidiert. Rocco Kever (links) und Manfred Kammler (rechts), beide Mitglieder des Kreisvorstandes der AfD Hannover- Land, kandidieren für die Regionsversammlung, ... ... ebenso Detlev Ulrich Aders aus dem AfD-Stadtverband Wunstorf ... ... und Siegfried Reichert aus Sehnde, der sich nach eventueller Wiederwahl als Kandidat um das Amt des Regionspräsident bewerben will. Reichert war einer der Stellverteter der vorherigen Landesvorsitzenden Dana Guth, die bei der Neuwahl im September 2020 durch Jens Kestner abgelöst wurde und bald darauf die AfD verließ. Anschließend sprachen die beiden AfD-Landtagsabgeordneten aus der Region, Stefan Henze (links) und Peer Lilienthal (rechts). Die Handlungsmöglichkeiten der AfD-Landtagskandidaten wurden durch das Auseinanderbrechen der Landtagsfraktion im Nachgang der Vorstandsneuwahl stark eingeschränkt. So haben die verbliebenen Abgeordneten ihren Fraktionsstatus verloren ... ... damit einher gehen starke Beschränkungen  der Redezeiten im Parlament sowie verminderte finanzielle Möglichkeiten, die dazu führten, dass die Aktivitäten der AfD im niedersächsischen Landtag kaum noch Außenwirkung zeigen. Henze und Lilienthal zählten aber bereits seit Beginn der Legislaturperiode zu den unauffälligen und schweigsamen Hinterbänklern. Als Letzter sprach der AfD – Bundestagsabgeordnete Jörn König (rechts) vom AfD – Stadtverband Hannover, der als Direktkandidat in Hannover sowie über die Landesliste ebenfalls zur Wiederwahl steht. Mit ihm auf der Bühne stand der Bundestagskandidat des Wahlkreises Hannover Land 2, Dirk Brandes aus Wedemark. Brandes ist Vorsitzender des Kreisverbandes Hannover-Land. Unter den Teilnehmer*innen befand sich auch Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Diepholz und Landesvorstandmitglied Andreas Iloff aus Kirchdorf. Dass Iloff gemeinsam mit Mitgliedern seines Kreisverbandes diese Veranstaltung besucht, ist nicht verwunderlich, gründete er doch gemeinsam mit Dietmar Friedhoff und Dirk Brandes 2018 mit dem „Pegasus Germanus“ eine parteiinterne Gruppierung, die sich selbst als „politische Interessengemeinschaft wertkonservativer Patrioten“ bezeichnete  und als Hauptredner für ihre erste Veranstaltung Björn Höcke eingeladen hatte, was die damalige Landesvorsitzende Dana Guth aber zu verhindern wusste. Aufgrund des schlechten Wetters mussten die Reden jedoch des Öfteren  unterbrochen werden. In diesen Redepausen suchten die Teilnehmer*innen Schutz unter den Zelten, wobei weder auf das Tragen von Mund-Nasen-Schutz noch auf ausreichende Abstände geachtet wurde. Die Veranstaltung wurde durchgehend von Gegenprotest begleitet. Auch Mitglieder der „Jungen AfD“ waren im Publikum, hier Shayan Haiderlou (Mitte), der ebenfalls für die Regionalversammlung kandidiert. Bei der „Jungen AfD“ handelt es sich um eine von Dietmar Friedhoff protegierte Gruppe junger AfD-Mitglieder überwiegend aus Stadt und Region Hannover, die sich nach der Auflösung der niedersächsischen JA (Junge Alternative) gegründet hat. Mit Andreas Iloff angereist war auch Alfons Muhle aus Diepholz, Direktkandidat zur Bundestagswahl im Wahlkreis 33 (2. von links). Zum Abschluss der Veranstaltung wurden einige Luftballons in die Luft gelassen. Hierbei wurde betont, dass in diesen kein CO2 sondern nur Helium enthalten sei, was den Klimawandel nicht verstärken würde.","date":"28 August 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-08-28-ste/","section":"Fotos","summary":"Am 28.08.2021 fand in Steinhude eine Wahlkampfveranstaltung der AfD Hannover-Land statt, zu der etwa 50 Teilnehmer*innen erschienen.","title":"AfD-Kundgebung in Steinhude"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/helmstedt/","section":"Orte","summary":"","title":"Helmstedt"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/peine/","section":"Orte","summary":"","title":"Peine"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wolfsburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Wolfsburg"},{"city":"Osnabrück","content":"Am 21.08.2021 lud die AfD Osnabrück zu einer Kundgebung am Ledenhof in der Osnabrücker Innenstadt ein. Der Kreisverband der AfD Osnabrück befindet sich gerade in einer Neustrukturierung,... ...erst kürzlich hatte sich ein Ortsverband Nordkreis gegründet. Etwa 20 Interessierte nahmen an der Kundgebung teil.  Die Veranstaltung wurde allerdings durch lautstarken Gegenprotest von Passant:innen abgeschirmt. Als externe Gäste und Redner waren Joachim Wundrak und Dietmar Friedhoff geladen.","date":"21 August 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-08-21-os/","section":"Fotos","summary":"Am 21.08.2021 lud die AfD Osnabrück zu einer Kundgebung am Ledenhof in der Osnabrücker Innenstadt ein.","title":"Kundgebung der AfD in Osnabrück"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/olpe/","section":"Orte","summary":"","title":"Olpe"},{"city":"Olpe","content":"Am Samstag den 03.07.2021 fand im Nordrhein-Westfälischen Olpe wiederholt der »Tag der Heimattreue« der Kleinstpartei »Der III. Weg« statt. Auf dem Kurkölner Platz sammelten sich deutlich weniger Personen, als noch zu Beginn der Veranstaltungsreihe. Während die Partei sich im letzten Jahr noch auf die laufende Pandemie berufen konnte, konnte das Ausbleiben der Teilnehmer*innen in diesem Jahr damit nicht erklärt werden. Anmelder und Versammlungsleiter Julian Bender aus Olpe fiel von der ersten Minute an durch aggressives Verhalten auf... ... Neben seinem Unmut über Anwesenheit von Journalist*innen, trugen auch die behördlichen Auflagen, wie bspw. das Verbot im Gleichschritt zu Marschieren, zu seiner schlechten Laune bei. Die Polizei setzte Verbote konsequent um. So musste das Trommeln beim kurzen Demonstrationsumzug eingestellt werden, weil der Trommelrhythmus das Marschieren im Gleichschritt ermögliche, was laut der Auflagen verboten war. Auch musste das Logo der Parteiinternen Kampfsportgruppe »Körper \u0026 Geist« im Verlauf der Veranstaltung abgeklebt werden, da der Wolf als Verboten eingestuft wurde. Auf dem kleinen Veranstaltungsgelände befanden sich neben einem Redner*innenpult ein Verpflegungsstand, ein Stand der Kampfsportgruppe »Körper \u0026 Geist«, ein Stand des Plauner Parteibüros P130, ein allgemeiner Partei-Infostand und ein Stand mit Traditionswaren. Vor dem Redner*innenpult waren Bierbänke und -tische aufgestellt. Neben einer Demonstration sollten noch ein Selbstverteidigungskurs und Kampfsportvorführungen stattfinden. Im Prinzip war dies aber ein Kampfsportkurs, angeleitet von Martin Langner (Barbaria Schmölln). Auffallend bei der Kleinstpartei »Der III. Weg« ist, dass viel Wert auf uniformes und diszipliniertes Auftreten gelegt wird. Dieses wird in der Regel durch ähnliche Kleidung mit Parteiaufdruck und energischem Parolenrufen ausgeübt. Demonstrationszüge sind geordnet und haben nach Möglichkeit ein militärisch anmutendes Auftreten. Als besondere Aktion zerrissen Parteianhänger*innen vor dem Start der Demonstration eine Regenbogenflagge. Zerrissen wurde die Flagge vom Berliner Neonazi Oliver Oeltze. Während der Demonstration übernahm Parteivize Matthias Fischer das Anstimmen der Parolen. Trotz einer Ankündigung gab es keine Live-Musik auf dem Fest. Links: Rico Döhler aus Plauen. Andreas Groh war Teil der Terrorgruppe »Weiße Wölfe Terrorcrew Franken« und plante mit seinen Mitstreiter*innen Anschläge auf Geflüchtetenunterkünfte und linke Zentren. Roger Kuchenreuther (links) ist Listenkandidat für den III. Weg in Bayern. Er nahm als Weihnachtsmann verkleidet an einem Infostand in Schweinfurt teil und rief rassistische Parolen. Als Anmelder und Versammlungsleiter fungierte Julian Bender aus Olpe... ... Bender ist Vorsitzender des Gebietsverbands bzw. Landesverbands West der Partei. Er hielt ebenfalls eine Rede. Matthias Fischer war Anheizer bei der Demonstration und hielt im Anschluss noch eine Rede. Er ist der stellvertretende Vorsitzende der Bundespartei. Fischer trägt ein Tattoo der Gruppe »Aryan Hope«, welche sich als weltweites »Netzwerk von Kampfgemeinschaften« versteht. Tony Gentsch, Stadtrat aus Plauen, hielt eine Rede, in der er über das Parteibüro P130 berichtete. Als weiterer Redner hielt Thorsten Kokula aus Schweinfurt eine Rede. Der Trommler ist Yves Denk aus Blankenfelde. Er musste den Aufmarsch alleine begleiten. Im Hintergrund: Sandra Schuppener aus Siegen.","date":"3 Juli 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-07-03-oe/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag den 03.07.2021 fand im Nordrhein-Westfälischen Olpe wiederholt der »Tag der Heimattreue« der Kleinstpartei »Der III.","title":"Tag der Heimattreue in Olpe"},{"city":"Braunschweig","content":"Für den 26.06.2021 rief der Kreisverband Braunschweig/Hildesheim der Partei Die Rechte zur Auftaktveranstaltung zu der anstehenden Kommunalwahlwahl auf. Diese wurde unter dem Motto »Linken Terror beenden. Bauer ins Rathaus wählen!« primär über verschiedene Telegram-Kanäle beworben. Die Mehrheit der insgesamt gerade mal 41 Teilnehmer:innen reisten aus Magdeburg, Dessau, Bitterfeld und der Harz-Region an. Während der Veranstaltung ignorierte der Großteil die Hygienemaßnahmen, wie Abstände oder das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Einige Teilnehmer:innen standen dabei deutlich sichtbar unter den Einfluss von Alkohol. Der Konsum wurde während der Demonstration weiter durchgeführt. Andere Teilnehmer:innen legten den Fokus auf ihr Smartphone. Das Paar Sebastian Schmidtke und Laura Wolter traten während der Veranstaltung als angebliche Pressevertreter:innen auf. Mit einem gekauften Presseausweis erhielten sie Zugang hinter die Polizeiabsperrungen. Schmidtke produziert aktuell für das Format 'In Bewegung - so ist Deutschland'. Hierfür filmte er auch die Gegenproteste. Bizarr: Die Braunschweiger Polizei schenkte Schmidtke und Wolters deutlich mehr Freiräume als anwesenden Pressevertreter:innen. Im späteren Verlauf legte Wolter ihren Presseausweis ab und nahm als Aktivistin an der Demonstration teil. Der Braunschweiger Kreisverband versteckte sich während des Aufmarsches teilweise in den hinteren Reihen. So übernahm die erste Reihe Personen aus Magdeburg, Dessau und Bitterfeld. Des Weiteren wurden keine eigenen Transparente oder Plakate gezeigt, welche auf das Motto der Veranstaltung aufmerksam gemacht hätten. Als Redner traten Johannes Welge, welche aktuell als Vorsitzender des Kreisverbandes und Beisitzer des Landesverbandes fungiert, Christian Worch (Schatzmeister Bundesverband), Dieter Riefling und Dominik Ax auf. Der Oberbürgermeisterkandidat Piere Bauer hielt keine eigene Rede und betonte, dass er selbst kein Politiker sei.","date":"26 Juni 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-06-26-bs/","section":"Fotos","summary":"Für den 26.06.2021 rief der Kreisverband Braunschweig/Hildesheim der Partei Die Rechte zur Auftaktveranstaltung zu der anstehenden Kommunalwahlwahl auf.","title":"Demonstration der Partei Die Rechte in Braunschweig"},{"city":"Bremen","content":"Am 05. Juni 2021 unterband die Polizei ein Treffen von Neonazis im Bremer Stadtteil Walle.  Nach Polizeiangaben fanden sich etwa 60 bis 70 Personen im Bereich der Cuxhavener Straße, Ecke Emdener Straße zusammen. Neben Neonazis fanden sich dort auch etliche Personen aus dem Spektrum sogenannter \"Outlaw-Motorcycle-Clubs\" zusammen. Darunter auch mehrere Personen, die Insignien der \"Hells Angels\" trugen. Der Zahlencode '81' als Chiffree für den achten und ersten Buchstaben im Alphabet und damit für 'Hells Angels' war an diesem Nachmittag keine Seltenheit in der Cuxhavener Straße.  Die Einsatzkräfte stellten bei der Zusammenkunft Baseballschläger, Messer, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe, Pyrotechnik und Sturmhauben sicher.  Die \"Radikal Kameraden Bremen\" sind, obgleich sie sich bisher mit offenen politischen Statemens weitestgehend zurückgehalten haben, ein Motorradclub mit Verbindungen in die extrem rechte Szene - wie nicht zuletzt das nun von der Polizei aufgelöste Treffen zeigt. Vor Ort waren auch Mitglieder der \"Radikal Kameraden Bremen\", ein MC-ähnlicher Zusammenschluß aus der Hansestadt, die sichtbar mit Emblemen ihrer Organisation in Erscheinung traten. Auch wurde Pyrotechnik sowie zwei CD's, auf welchen sich das Portrait von Adolf Hitler befand von den Einsatzkräften sichergestellt. Die Polizei wurde auf das Treffen aufmerksam, nachdem vermummte Personen ein Banner mit den Aufdrucken \"Kategorie C\" und \"Hungrige Wölfe\" am Geländer der Fußgängerbrücke über der Cuxhavener Straße befestigte, sich dahinter positionierte und bengalische Feuer zündeten. Gegenüber den eintreffenden Polizisten gaben diese an, Aufnahmen für ein Modelabel durchführen zu wollen. Die Protagonisten des \"Mob-Fotos\" verließen nach Polizeiangaben dann aber fluchtartig die Örtlichkeit. Die Polizei richtete daraufhin Kontrollstellen ein - insgesamt wurden im Verlauf des Tages mehr als 60 Personen in ihren Fahrzeugen gestoppt und durchsucht. Über die eigentlichen Hintergründe des Treffens lagen der Polizei keine weiteren Erkenntnisse vor - die Ermittlungen würden dazu laufen. Der eigentliche Hintergrund bestand in der Produktion von Video- und Fotomaterial für die Neonaziband \"Kategorie C\" aus Bremen. Bereits vor ein paar Wochen wurde in der unmittelbaren Nähe die Aufnahmen für ein Musikvideo erstellt. Offiziell hatte sich das Bandprojekt \"Kategorie C\" im Jahr 2019 aufgelöst - ihren Online-Shop, sowie den Vertreib von Mercandise und Tonträgern allerdings nie eingestellt. Entsprechende Ankündigungen von Seiten des Sängers Hannes Ostendorf kursieren bereits seit Wochen innerhalb der Szene. So war es kein Zufall auch Ostendorf bei dem nun aufgelösten Treffen zugegen war. Bei einem Teil der dort versammelten bestand auch ein weiterer Hintergrund: in den vergangenen Wochen hatten organisierte Neonazis für das Wochenende zu erhöhter \"Alarmbereitschaft\" aufgerufen. Man sollte \"sich bereithalten\" so die Botschaft in verschiedenen Messengergruppen. So seien für dieses Wochenende, Angriffe auf Immobilien der Neonaziszene geplant - dies habe die Szene angeblich einer Gefährdeansprache der Behörden entnommen. Ankündigungen wie diese dienen vor allem der Mobilisierung des eigenen, gewaltbereiten Klientels - und darüber hinaus, wie die Anwesenheit von Personen mit Hells Angels Insignien zeigt. Es ist nicht auszuschließen, dass in diesem Zusammenhang konkrete Aktionen in Bremen geplant waren. Darauf deuten insbesondere die gefundenen und sichergestellten Waffen hin. Konkret gab es im Vorfeld des Treffens Nachrichten in Messengerdiensten, dass man sich in Bremen auf Angriffe politischer Gegner:innen einzustellen habe und entsprechend vorbereitet sein solle. Auch wurde darüber gesprochen, das Einzelne im Anschluß \"dem Szeneviertel\" einen \"Besuch abstatten\" würden - was genau im Anschluß geplant war, bleibt allerdings Spekulation. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung mitteilte, wurden vier Motorräder an denen ohne Genehmigung manipuliert wurde, stillgelegt und schließlich abgeschleppt. ","date":"5 Juni 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-06-05/","section":"Fotos","summary":"Am 05. Juni 2021 unterband die Polizei ein Treffen von Neonazis im Bremer Stadtteil Walle.","title":"Treffen von Neonazis, Hells Angels und Hooligans in Bremen [Update]"},{"city":"Bremen","content":"Am 22.05.2021 fanden sich Mitglieder der AfD-Bremen zu einem außerordentlichen Parteitag in Bremen Mahndorf zusammen. Nach dem Rücktritt des bisherigen Landesvorsitzenden Peter Beck im Januar 2021 war der Vorsitz vakant. Auf dem nun stattgefundenen Parteitag sollte ein neuer Landesvorsitzender gewählt werden.  Bei dem Veranstaltungsort handelte um ein Event-Center in dem in der Vergangenheit vor allem Hochzeitsfeiern veranstaltet wurden. Herzlich sollte es auf dem nun stattgefundenen Landesparteitag allerdings nicht zugehen. Der Verband gilt als zutiefst zerstritten.  Insbesondere der ehemalige Vorsitzende Frank Magnitz (Bildmitte) und seine Entourage verstanden es in den vergangenen Jahren immer wieder die Parteistrukturen im Bundesland zu destabilisieren. Magnitz gilt dabei als Vertreter des nach außen aufgelösten \"Flügels\" - einer parteiinternen Gruppierung, in der sich völkisch-nationalistische und extrem rechte Kräfte sammelten. Zur Durchführung des Parteitags bekam die AfD-Bremen Unterstützung aus anderen Landesverbänden, unter anderem aus Niedersachsen. Auch nahmen mit Carsten Hütter (Bild 40) und Christian Waldheim (Bild 42) zwei Mitglieder des AfD-Bundesvorstandes an der Veranstaltung teil. Der AfD-Bundesschatzmeister Hütter und sein Stellvertreter Waldheim saßen der Sitzung in Bremen vor, überprüften die Rechtmäßigkeit der Veranstaltung. Doch noch bevor die Veranstaltung richtig beginnen konnte, die Wahl eines neuen Vorstandes ins Auge gefasst werden konnte, musste der Parteitag beendet werden. Die beiden Bundesvorstandsmitglieder erklärten die Formalia des Parteitages für unrechtmäßig. Stein des Anstoßes bildete der Umstand, dass die anwesenden AfD-Mitglieder nicht rechtzeitig über den Veranstaltungsort informiert wurden. Um mögliche antifaschistische Proteste zu verhindern, versuchte die AfD-Bremen den Parteitag konspirativ durchzuführen. Einzelne AfD-Mitglieder erhielten erst am Vorabend den genauen Veranstaltungsort. Rechtlich müssen die Mitglieder jedoch sechs Wochen im Vorfeld über den genauen Veranstaltungsort informiert werden - eben dieses hatte die AfD-Bremen unterlassen. Versuche einen Notparteitag einzuberufen um letztlich doch noch einen neuen Vorstand bestimmen zu können scheiterten am inneren Zwist der in Mahndorf verammelten AfD-Mitglieder. Somit wurde die Veranstaltung schließlich für gescheitert und beendet erklärt. ","date":"22 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-22/","section":"Fotos","summary":"Am 22.05.2021 fanden sich Mitglieder der AfD-Bremen zu einem außerordentlichen Parteitag in Bremen Mahndorf zusammen.","title":"Geplatzter AfD Parteitag in Bremen"},{"city":"Braunschweig","content":"","date":"21 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-21/","section":"Fotos","summary":"","title":"Antisemitische Kundgebungen von Neonazis Braunschweig"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 15.5.2021 fand in Braunschweig ein außerordentlicher Landesparteitag der AfD Niedersachsen statt,...  ...der auf Wunsch von 19 Kreisverbänden einberufen worden war. Wie schon in der Vergangenheit fand dieser erneut in der Mileniumshalle statt. Trotz Pandemie und Hygieneauflagen reisten die Teilnehmer*innen nicht selten in vollbesetzten Autos oder Reisebussen an. Auch von Abständen oder dem Verzicht aufs Hände schütteln war nur selten etwas zu sehen. Wie im Vorfeld erwartet führten internen Streitigkeiten zu einem großen Andrang. Da der Saal auf Grund der Coronaauflagen nur für 600 Personen ausgelegt war, insgesamt aber mehr als 660 Parteimitglieder angereist waren,... ...wurde der Parteitag nach den Begrüßungsreden von Tino Chrupalla und Jens Kestner wieder beendet.","date":"15 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-15-bs/","section":"Fotos","summary":"Am 15.5.2021 fand in Braunschweig ein außerordentlicher Landesparteitag der AfD Niedersachsen statt,...","title":"Landesparteitag der AfD Niedersachsen in Braunschweig"},{"city":"Siegen","content":"In Siegen fand am 8. Mai ein Aufmarsch der Partei »Der III. Weg« statt. Der Auftaktort war vor dem Parteibüro in der Schlachthausstraße 2. Als Anmelder und Versammlungsleiter fungierte Julian Bender, der Gebietsverbandsleiter »West« der Partei. Bender beschwerte sich schon vor Start der Veranstaltung, dass die Polizei den Aufmarsch nicht stattfinden lassen wolle. Dies führte offenbar zu einigen Komplikationen. Die Partei legt viel Wert auf ein uniformes Auftreten. ... ... Daher wurden noch vor Ort Kleidungsstücke ausgegeben. ... ... Dies führte jedoch nur eingeschränkt zu der sonst starken und entschlossen wirkenden Außendarstellung, die der Partei auf anderen Veranstaltungen besser gelungen ist. Das Parteibüro in Siegen existiert seit dem 6. Juli 2020 in der Schlachthausstraße. Der Gegenprotest war von der Demonstration aus nur vereinzelt sichtbar, dafür aber umso energischer. Einzelne Gegendemonstrant*innen schafften es direkt vor die Demonstration und sorgten so für eine hitzige Situation. Der Demonstrationszug lief eine vergleichsweise kleine Runde über die Wiesenstraße, den Kirchweg und über die Koblenzer Straße zurück zum Startort. Angeführt wurde der Zug von Klaus Armstroff, dem Gründer und Bundesvorsitzenden der Partei. Zwei Rauchtöpfe wurden zum Start der Demo gezündet. Für die Veranstaltung waren drei Ordner abgestellt. Das Auftreten erinnerte in der schwarzen Kleidung und mit den Funkgeräten allerdings eher an Securities. Pressevertreter*innen wurden eingeschüchtert. Es gab diverse Gewaltandrohungen verschiedener Teilnehmer. Teils offen, teils zugeflüstert. Julian Bender tauschte vor seinem letzten Redebeitrag, den er mit den Worten angekündigt hat, dass der achte Mai für sie kein Tag der Befreiung sei, eine Parteifahne durch eine schwarz-weiß-rote »Siegerland«-Flagge aus. ... ... Die Ironie des Wortspiels um den Begriff »Siegerland« machte die Flagge am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus für den III. Weg allerdings unfreiwillig zu einer Flagge der Verlierer. Nicht alle liefen bei der Demonstration mit. Julian Bender war Versammlungsleiter und übernahm Redebeiträge. Dieser Redner kam aus Mainfranken. Klaus Armstroff, Parteigründer und Bundesvorsitzende der Partei hielt ebenfalls eine Rede. Bender lief mit dem Lautsprecherwagen hinter der Demo her und rief Parolen. Aus München reiste ebenfalls ein Redner an. Als Vertreter aus Siegen trat außerdem noch Alexander Winnen als Redner auf. Roger Kuchenreuther aus Oberfranken, Listenplatz 3 der Partei »Der III. Weg« in Bayern zur Bundestagswahl am 26. September 2021, nahm auch an der Veranstaltung teil. Andreas Groh plante im Zusammenhang der Gruppe »Weisse Wölfe Terrorcrew Franken« Anschläge auf Antifaschisten und Geflüchtete. Hierfür hatten er und weitere beteiligte Bomben und eine scharfe Schusswaffe besorgt.","date":"8 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-08-si/","section":"Fotos","summary":"In Siegen fand am 8. Mai ein Aufmarsch der Partei »Der III.","title":"Demonstration der Partei \"Der III. Weg\" in Siegen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/siegen/","section":"Orte","summary":"","title":"Siegen"},{"city":"Chemnitz","content":"Am ersten Mai fand in Chemnitz am sog. Nischel (die Karl-Marx-Statue) eine Kundgebung der Partei »Freie Sachsen« statt. Die Kundgebung unter dem Nischel war auf etwa 200 Personen begrenzt. Die Veranstaltung sollte eigentlich an einem anderen Ort stattfinden. Aue verbot jedoch die Veranstaltung. Die ebenso von Verboten am ersten Mai geplagte Partei »Der III. Weg« nahm die Chance zu einer Kundgebung wahr und erschien ebenfalls mit etwa 50 Personen zur Veranstaltung. Der III. Weg nutzte die Veranstaltung, um Unterstützer*innenunterschriften zu sammeln. Da die Veranstaltung nur unter Auflagen stattfinden konnte und die Teilnehmendenzahl begrenzt wahr, mussten einige Anreisende wieder weggeschickt werden. Nicht alle gaben sich damit zufrieden. Die Reden waren teils etwas wirr. Die Politik der Bundesregierung wurde mit Begriffen wie »will den totalen Lockdown« oder »Ermächtigungsgesetz« mit dem NS verglichen und relativierte ihn somit. Als leitendes Thema sollten die Coronamaßnahmen gelten, auch wurde Bezug auf eine Unabhängigkeit von der Bundesrepublik und der EU genommen. Zu jenen, die aktiv an der Durchführung der Kundgebung beteiligt waren, gehörte auch der rechte Aktivist und ehemalige Dortmunder Michael Brück, der erst kürzlich nach Chemnitz gezogen ist. Im Umfeld der Veranstaltung kam es zu einigen Zwischenfällen, die durch neonazistische Sportgruppen ausgelöst worden sind. Diese wurde in den öffentlichen Kanälen der Partei verharmlost. Die Polizei schien sich allerdings auf noch mehr Schwierigkeiten eingestellt zu haben. Sie ist mit einem Räumpanzer und drei Wasserwerfern vor Ort gewesen. Zu den Rednern gehörte auch der NPD-Mandatsträger Stefan Hartung. Er hielt die mit Abstand längste Rede. Er war ebenfalls für die Veranstaltung verantwortlich. Der Teilnehmer in der Mitte rechts trägt keine normale Schirmmütze, sondern eine spezielle Anstoßkappe, die vor Gewalteinwirkung schützt. Die Partei »Freie Sachsen« versteht sich als überparteiliches Bündnis aus Gruppen, Parteien und Einzelpersonen...  ... Die politische Ausrichtung ist vorgeblich eine Unabhängigkeit von der Bundes- und EU-Politik für Sachsen, sowie eine Kritik an den Coronamaßnahmen, welche einen verschwörungsideologischen Einschlag hat. Sie ist praktisch ein Sammlungsbewegung der rechten Akteure in Sachsen. Stefan Hartung, NPD-Stadtratsmandat in Aue-Bad Schlema, im Kreisrat im Erzgebirgskreis, Kreisvorsitzender im NPD-KV Erzgebirge, sowie stellvertretender Vorsitzender der Partei »Freie Sachsen«.","date":"1 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-01-c/","section":"Fotos","summary":"Am ersten Mai fand in Chemnitz am sog.","title":"Kundgebung der Partei \"Freie Sachsen\" in Chemnitz"},{"city":"Plauen","content":"Ursprünglich plante die Neonazi-Partei III. Weg eine Demonstration in Zwickau bzw. Leipzig. Diese wurden allerdings von den zuständigen Gerichten verboten. Stattdessen wurde eine Kundgebung in Plauen vor der örtlichen Parteizentrale angemeldet. Diese wurde allerdings auf Teilnehmer*innen aus dem Vogtlandkreis beschränkt. Der einzige Redner war Tony Gentsch. Er hielt mehrere Reden hintereinander, unterbrochen von kurzen Pausen. In einer Rede ging er auf die vermeintliche Anschlagserie in Thüringen ein und drohte Antifaschist*innen mit Vergeltung. Gentsch ist seit 2019 Mitglied des Stadtrates in Plauen und nimmt innerhalb der Partei III. Weg eine Führungsposition ein. Letzlich war die Resonanz mit knapp 50 Personen relativ gering. Während der Veranstaltung kam es immer wieder zu Behinderungen von Journalist*innen und Versuchen, diese von der Versammlung auszuschließen.","date":"1 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-01-plauen/","section":"Fotos","summary":"Ursprünglich plante die Neonazi-Partei III.","title":"Kundgebung des III.Wegs in Plauen"},{"city":"Dortmund","content":"Wie in den vergangenen Jahren fanden auch im jahr 2021 in Nordrhein-Westfalen Neonaziaufmärsche am 1.Mai statt.  Die Organisationsstrukturen der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) sowie der NPD mobilisierten zu gemeinsamen Veranstaltungen in Dortmund, Essen sowie Düsseldorf. Der erste dieser Aufmärsche fand in Dortmund-Dorstfeld statt. Ab 10Uhr sammelten sich anreisende Teilnehmer:innen in der Thusneldastraße, wo die DR-Parteiorganisation Büroräume unterhält sowie mehrere Neonazis über Wohnraum verfügen. Der Aufmarsch in Dortmund wurde durch die \"Die Rechte\" angemeldet. Als Veranstaltungsort wurde der zentral gelegene Marktplatz in Dortmund-Dorstfeld gewählt. Das von Neonazis bewohnte Gebäude in der Thusneldastraße in Dortmund-Dorstfeld. Aus den ideologischen Bezügen zum Nationalsozialismus machen die Bewohner:innen kein Geheimnis. Auch Funktionäre der NPD, wie hier der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Thorsten Heise, nahmen an der Veranstaltung in Dortmund-Dorstfeld teil. Als Versammlungsleiter in Dortmund-Dorstfeld trat der, jüngst zum Landesvorsitzenden der Partei \"Die Rechte\" in Nordrhein-Westfalen gewählte Alexander Deptolla (Bildmitte) in Erscheinung. Insgesamt versammelten sich in Dortmund ca. 50 Personen am Treffpunkt in der Thusneldastraße - jedoch nahmen nicht alle später an der Kundgebung auf dem nahegelgenen Marktplatz teil. Einige der angereisten Neonazis zogen es vor, sich in Dortmund im Hintergrund zu halten und sich erst später den Veranstaltungen in Essen und Düsseldorf anzuschließen.","date":"1 Mai 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-05-01/","section":"Fotos","summary":"Wie in den vergangenen Jahren fanden auch im jahr 2021 in Nordrhein-Westfalen Neonaziaufmärsche am 1.Mai statt.","title":"Neonazis und der 1.Mai in Dortmund, Essen und Düsseldorf"},{"city":"Dresden","content":"Am vergangenen Sonntag führte die NPD Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) eine Kundgebung in Dresden durch. Die Kundgebung richtete sich inhaltlich gegen einen vermeintlichen \"Linksterror\" der sich nach Ansicht der JN-Führungsspitze zunehmend gegen organisierte Neonazigruppierungen und deren Infrastruktur richtet. Im Zuge der Mobilisierung zur nun durchgeführten Kundgebung verwies die NPD Jugendorganisation unter anderen auf einen Überfall auf ihren Bundesvorsitzenden Paul Rzehaczek im März diesen Jahres. Rzehaczek wurde dabei in seiner Wohnung überfallen und nach Eigenangaben zum Teil schwer verletzt - was ihn jedoch nicht hinderte, wenige Stunden später, äußerlich unverletzt, Videobotschaften zu verschicken. Nach dem Überfall beeilte sich die JN die Tat politisch aufzuladen. So wurden mutmaßliche Täter:innen unisono mit politischen Gegner:innen gleichgesetzt. Die Hintergründe der Tat sind jedoch bislang weiterhin unklar. Die Versuche der JN aus den Geschehnissen politisches Kapital zu schlagen, sind bislang von überschaubarem Erfolg gekrönt. Dabei kam es für die NPD und deren Jugendorganisation überraschend gelegen, dass das extrem rechte COMPACT-Magazin ebenfalls im März ein Sonderheft zu politischen Gegner:innen herausbrachte. Wie es der Zufall nun will, hat auch die NPD-Publikation \"Deutsche Stimme\" (DS) das Thema im gleichen Zeitraum für sich entdeckt. Das es sich bei den Autor:innen des COMPACT-Sonderheftes unter anderem um ehemalige JN-Aktivisten handelt scheint in diesem Zusammenhang auch nur ein weiterer Zufall zu sein - ein Schelm wer Böses dabei denkt.  Das vermeintliche Opfer Paul Rzehaczek schien das Thema jedoch nicht wichtig genug zu sein. Aus privaten Gründen blieb er der Kundgebung fern.  Ebenso fern blieben Vertreter:innen nahezu aller JN-Landesverbände, mit Ausnahme der JN-Sachsen und eines Vertreters der JN Berlin. Auch der NPD schien der Angriff auf den Bundesvorsitzenden der eigenen Jugendorganisation entweder nicht wichtig genug oder aber suspekt - auch hier fanden sich keine Vertreter:innen in Dresden ein. Zwar hatte der Landesvorsitzende der NPD-Thüringen und stellvertretender NPD-Bundesvorsitzende Thorsten Heise eine Rede in Dresden angekündigt, doch auch Heise zog es vor an diesem Nachmittag der Kundgebung fernzubleiben. So kam es das lediglich eine überschaubare Anzahl an Teilnehmer:innen an der Kundgebung teilnahm.","date":"18 April 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-04-18/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Sonntag führte die NPD Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) eine Kundgebung in Dresden durch.","title":"Kundgebung der \"Jungen Nationalisten\" (JN) in Dresden"},{"city":"Volkmarsen","content":"Am 17.04.2021 fand ein Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation in der Nordhessenhalle in Volkmarsen nahe Kassel statt. Anwesend waren etwa 270 Personen, welche der \"Jungen Alternative\" (JA) zugerechnet werden konnten. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Wahl eines neuen Bundesvorstandes. Im neuen JA-Bundesvorstand sind auch drei Mitglieder des eigentlich aufgelösten Niedersächsischen JA-Landesverbandes vertreten. Dabei handelt es sich um Adian Maxhuni aus Osnabrück als Stellvertretender sowie Schriftführer, Rebecca Seidler aus Hannover und Lokas Vogt als Rechnungsprüfer:innen. Hygienemaßnahmen sowie das Einhalten von Abständen wurden augenscheinlich nicht weiter beachtet. Etliche Teilnehmer:innen reisten in Gruppen an. Einige sogar in Reisebussen.","date":"17 April 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-04-17/","section":"Fotos","summary":"Am 17.04.2021 fand ein Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation in der Nordhessenhalle in Volkmarsen nahe Kassel statt.","title":"Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) in Volkmarsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/volkmarsen/","section":"Orte","summary":"","title":"Volkmarsen"},{"city":"Braunschweig","content":"Am Samstag, den 27. März 2021 fand in Braunschweig zum erneuten Mal ein Aufmarsch der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) statt.  Unter dem Motto \"Pandemiewillkür und Behördenwillkür entgegentreten\" versammelten sich zu diesem Zweck etwa 50 Teilnhmer*innen am Braunschweiger Bahnhof - der den Startpunkt der Veranstaltung darstellte. Der Großteil der angereisten Neoanzis stammten aus der Region. Eine größere Reisegruppe kam indes aus dem Bereich Magdeburg (Sachsen-Anhalt) sowie eine kleinere aus Siegen, im südlichen Nordrhein-Westfalen gelegen. Als Redner traten mit Christian Worch, Holger Niemann und Johannes Welge Führungskader der Partei \"Die Rechte\" in Erscheinung.  Bildmitte: Christian Worch, Anmelder und Versammlungsleiter der Demonstration am 27.03.2021 in Braunschweig.","date":"27 März 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-03-27-braunschweig/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 27. März 2021 fand in Braunschweig zum erneuten Mal ein Aufmarsch der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) statt.","title":"Neonazidemonstration in Braunschweig"},{"city":"Weyhe","content":"Rund ein dutzend Reichsbürger*innen und Pandemie-Leugner*innen führten am vergangenen Samstag eine vermeintlich klandestine Veranstaltung im Bremer Umland durch. Angekündigt war ein Treffen mit dem US-amerikanischen Professor William Toel. Dieser ist der difussen Masse an Verschwörungsideolog*innen, Reichsbürger*innen und Wutbürger*innen zugerechnen, die sich nicht erst mit der beginnenden Corona-Pandemie neu organisierten.  Die Veranstaltung sollte in Leeste, einem Ortsteil der Gemeinde Weyhe, stattfinden.  Die Teilnehmer*innen der Veranstaltung kamen aus den niedersächsischen Gemeinden Cloppenburg, Delmenhorst, Diepholz, Emden, und Westerstede. Auch aus Bremen waren Teilnehmer*innen zugegen. Der angekündigte Referent William Toel wirbt für einen radikalen Politikwandel. So braue sich derzeit ein \"perfekter Sturm\" zusammen, so seine These, der am Ende die Bevölkerung aus ihrer \"Gängelung durch Globalisten\" befreien würde. Ursprünglich waren zwei Veranstaltungen an diesem Nachmittag angekündigt. So sollte eine erste Gruppe am Vormittag an dem Treffen teilnehmen, am Nachmittag war dann eine weitere Zusammenkunft geplant. Doch der Tag verlief anders als geplant. Die Anreise der Teilnehmer*innen verlief bis kurz vor 11 Uhr noch relativ reibungslos. Dennoch dürfte den Veranstalter*innen klar gewesen sein, dass diese gegen die derzeitigen Corona-Massnahmen verstießen. Daran schien sich augenscheinlich aber niemand der dort dokumentierten Personen zu stören. Gegen 11 Uhr Ortszeit erschien dann unangekündigter Besuch: die Polizei trat auf die Bildfläche und löste das Treffen auf. Konkrete Platzverweise wurden nicht erteilt - da der Forderung sich vom Ort des Geschehens zu entfernen, nachgekommen wurde. Erfreut waren die Teilnehmer*innen dennoch nicht.","date":"27 März 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-03-27-weyhe/","section":"Fotos","summary":"Rund ein dutzend Reichsbürger*innen und Pandemie-Leugner*innen führten am vergangenen Samstag eine vermeintlich klandestine Veranstaltung im Bremer Umland durch.","title":"Treffen von Reichsbürger*innen in Weyhe polizeilich aufgelöst"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/weyhe/","section":"Orte","summary":"","title":"Weyhe"},{"city":"Kassel","content":"Seit Monaten hatten verschiedene Gruppen aus dem verschwörungsideologischen Spektrum nach Kassel mobilisiert,... ...allen voran die unterschiedlichen Querdenken-Gruppen. In entsprechenden Messengergruppen wurde dazu aufgerufen, sich in der Stadt zu treffen. Dem Aufruf folgten etwa 20.000 Menschen - und damit mehr als erwartet. Schon vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung hielten sich hunderte Teilnehmer:innen im Innenstadtbereich auf, genauer auf dem Kasseler Friedrichsplatz. Auf Abstände und Masken wurde weitestgehend verzichtet. Nicht selten wurden Kinder für die Forderungen instrumentalisiert. Dabei waren der Kreativität der Aussagen mittels Schildern, Regenschirmen und Verkleidungen kaum Grenzen gesetzt. Die Nutzung der kurz vorher als Versammlungsort gewünschten Karlsaue wurde nicht erlaubt und diese von der Polizei weitestgehend abgeschirmt. Vor allem Plakate mit Inhalten gegen das Impfen und damit verbundenen Verschwörungserzählungen waren an diesem Tag sehr präsent. Auch Umsturzphantasien und Grafiken mit antisemitischem Hintergrund waren dabei. Ursprünglich als Erinnerung an den sowjetischen Sieg über Deutschland geschaffen... ... ist das sogenannte Georgsband seit dem Krieg in der Ukraine 2014... ... zumindest für einen großen Teil der diffusen Masse an Querdenker:innen ein Symbol für die Unterstützung der Politik Putins. Kennzeichen aus allen möglichen Ecken des Bundesgebietes waren an diesem Tag in der Stadt zu sehen, teilweise nahmen Teilnehmer:innen Anreisen von einigen Stunden auf sich. Auch wenn klar rechte Narrative und Symboliken an diesem Tag durchaus zu finden waren,... ...dominierte das Bild doch eine Mischung aus bürgerlichen Coronaleugner:innen verschiedener Couleur, Akteure der organisierten Rechten zeigten sich in der Minderheit. Auch der gelbe Stern mit der Aufschrift -Ungeimpft- wurde in geschichtsrevisionistischer Manier vielerorts zur Schau getragen. Vergleiche mit Sophie Scholl waren weiterhin beliebt. Den ganzen Tag über konnten spontane Demonstrationen durch die Stadt ziehen und riesige Menschentrauben die Innenstadt dominieren. Außerdem war auf dem Messeplatz Schwanenwiese eine große Bühne aufgebaut, um dort die Menschenmenge mit einem Programm über mehrere Stunden zu unterhalten. Auch die anliegenden Shoppingcenter wurden massenweise ohne Masken aufgesucht. Bepöbelungen und Bedrohungen von Menschen, die eine Mund-Nase-Bedeckung trugen, waren an der Tagesordnung. Im Laufe des Tages kam es zu mehreren körperlichen Angriffen auf Journalist:innen,... ...die Polizei war sehr spärlich vertreten. Allen Verboten zum Trotz wurde auf dem Friedrichsplatz ein LKW als Bühne aufgebaut und ein Programm abgehalten. Auch an anderer Stelle wurden an dem Tag spontan Lautsprecherboxen aufgebaut und Reden gehalten, die erst spät am Tag von der Polizei unterbunden wurden. Als zwei Menschen mit einer schwarz-roten Fahne die Menge passierten, wurde es versucht, ihnen diese zu entwenden... ...und es kam zu Gerangel, als sich um sie herum eine Traube bildete. Es wurden an diesem Tag unter anderem Aktivist:innen der Identitären Bewegung, des III. Wegs und der NPD gesichtet, ebenso wie Mitglieder der AfD. Einsame -Kein Bock auf Nazis- Schilder und -Nazis raus-Sprechchöre aus den Reihen der Teilnehmer*innen machen hier auch keinen Unterschied mehr in deren Auftreten. Mit Einsetzen der Dämmerung machten sich die meisten Teilnehmer:innen wieder auf den Heimweg, vereinzelt blieben feiernde Grüppchen zurück. Insgesamt wird dieses Superspreader-Event bei den Organisator:innen und Teilnehmer:innen wohl als großer Erfolg verbucht.","date":"20 März 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-03-20-kassel/","section":"Fotos","summary":"Seit Monaten hatten verschiedene Gruppen aus dem verschwörungsideologischen Spektrum nach Kassel mobilisiert,...","title":"Demonstration von Coronaleugner*innen in Kassel"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/kassel/","section":"Orte","summary":"","title":"Kassel"},{"city":"Altenstadt","content":"Trotz Corona rief die neonazistische NPD am 27. Februar 2021 ihre Anhänger*innen zu einer Wahlkampfveranstaltung in Altenstadt (Hessen) zusammen. Angesichts der Corona-Maßnahmen wurde die Veranstaltung im Vorfeld auf insgesamt 100 Personen begrenzt. Doch selbst diese Zahl stellte sich als zu hohe Hürde für die NPD in Hessen heraus. Mit etwa 50 Personen kam gerade einmal die Hälfe an zuvor erwarteten teilnehmer*innen zusammen. Der Ort der Veranstaltung war nicht zufällig gewählt.  Der Organisationskreis um Stefan Jagsch (hier im Bild) ging es darum an Wahlerfolge in der Region anzuknüpfen.  Der ehemalige Landesvorsitzende der NPD in Hessen wurde hier, am 5. September 2019 mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP im Ortsbeirat einstimmig (bei zwei Abwesenheiten) zum Ortsvorsteher des Ortsteils Waldsiedlung der Gemeinde Altenstadt gewählt - nach öffentlichem Druck wurde die Entscheidung rückgängig gemacht. Zum Rahmenprogramm der nun durchgeführten Veranstaltung gehörte der Auftritt mehrerer Redner und Musiker*innen. So wurde bereits im Vorfeld der Auftritt des neonazistischen liedermachers Frank Rennicke (hier im Bild) beworben Neben Frank Rennicke nahm auch die Liedermacherin Karin Mundt (Bild: 047) an der Veranstaltung teil. Diese hatte sich erst kurz zuvor bei den Veranstalter*innen gemeldet und darum gebeten in Altenstadt auftreten zu dürfen. Bildmitte: Frank Franz, derzeitiger Bundesvorsitzender der NPD.","date":"27 Februar 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-02-27/","section":"Fotos","summary":"Trotz Corona rief die neonazistische NPD am 27. Februar 2021 ihre Anhänger*innen zu einer Wahlkampfveranstaltung in Altenstadt (Hessen) zusammen.","title":"NPD-Treffen in Altenstadt (Hessen)"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 20.2.2021 fand in Braunschweig eine Demonstration des Kreisverbandes Braunschweig -Hildesheim der Partei „Die Rechte“ statt. Anmelder der Demonstration war Christian Worch (hier beim Verlesen der Auflagen), ohne dessen Unterstützung die Parteistrukturen in Braunschweig wohl kaum in der Lage wären eine solche Demonstration  durchzuführen. Wie auch bei den vergangenen Kundgebungen der Braunschweiger „Rechten“ stellte der niedersächsische Landesvorsitzender der Partei auch dieses Mal wieder sein Fahrzeug als Lautsprecherwagen zur Verfügung: eine nicht nur für die lokalen Strukturen nützliche Symbiose. Worch und Niemann, beide ohne Gruppenanbindung quasi im freien Raum schwebend, sehen in solchen Veranstaltungen eine Möglichkeit in die Öffentlichkeit zu treten. Mit 55 Teilnehmer*innen bewegte sich die Demonstration am unteren Rand der angemeldeten Teilnehmerzahl. Ohne die angereisten Gruppierungen aus Magdeburg und Erfurt (hier im Bild)  wäre die Demonstration nicht einmal halb so stark gewesen. Die Teilnehmerzahl aus der eigenen Struktur lag unter 10 Personen und zeigt deutlich den Weg, auf dem die „Die Rechte“ nicht momentan  befindet: im Sinkflug. Nicht nur in Niedersachsen zeigen sich diese Auflösungserscheinungen.  Mit Unterstützung von Dortmunder Kamerad*innen, die im letzten Jahr noch selbstverständlich war, ist nicht mehr zu rechnen. Die Dortmunder Struktur ist augenblicklich durch die zahlreichen Inhaftierungen sowie die Absetzbewegungen einiger führender Kader in den Osten so stark geschwächt, dass es ihr sogar schwer fällt eigene Aktionen durchzuführen. Aus Erfurt reiste eine größere Reisegruppe um Michael Fischer an. Fischer, der  in den letzten 10 Jahren in unterschiedlichsten Gruppierungen aktiv war, war in erster Linie gekommen , um mit der „Nationalen Stärke Erfurt (NSE)“  für die Demonstration am 1.Mai 2021 in Erfurt zu werben. Eine weitere Unterstützung für die Braunschweiger, die über diesen Samstag hinaus führt, ist daher nicht zu erwarten. Johannes Welge, der Kreisvorsitzende, zeigte bei seiner Rede auf der Zwischenkundgebung wie auch bei seinen Redebeiträgen während der Demonstration deutlich, wie realitätsfern auch seine Wahrnehmung der Stärke seiner Partei und insbesondere seiner örtlichen Struktur ist. Inhaltliche Aussagen waren von ihm nicht zu hören... ... ebenso wenig wie von Holger Niemann. Niemann, der seine Rede mit den Worten begann, dass er eigentlich gar nicht hatte reden wollen, endete nach wenigen Sätzen mit einer Ankündigung, die eigentlich über Jahrzehnte hinweg zum Repertoire von Christian Worch gehörte: immer und immer wiederkommen zu wollen. Auch Christian Worch ergriff bei der Zwischenkundgebung noch einmal das Wort. Da er hauptsächlich nur wiederholte, was schon seine Vorredner erzählt hatten, hielt sich auch hier – wie schon bei Welge und Niemann - der Beifall eher in Grenzen. Wie üblich wurden die Auflagen für die Demonstratiom (Abstände, Tragen einer Maske, Rauch-und Alkoholverbot während der Veranstaltung) nicht von allen Teilnehmer*innen eingehalten. So kamen – wie auch schon auf den vergangenen Veranstaltungen von „Die Rechte“ Teilnehmer bereits alkoholisiert an und tranken auch ungehindert während der Demonstration weiter… für die Veranstalter offensichtlich kein Problem. Das Tragen einer Maske stieß ebenfalls nicht bei allen auf Verständnis, es gab immer wieder Anlass zu Diskussionen zwischen Polizei, Ordner und einzelnen Teilnehmern und führte letztendlich bei der Zwischenkundgebung zum Ausschluss einer Person durch die Polizei. Bereits am Auftaktort vor dem Braunschweiger Bahnhof gab es starken Gegenprotest, der die Neonazist*innen auch während ihrer Demonstration begleitete, und damit die These von Johannes Welge konterkarierte, dass „Die Rechte“ in Braunschweig ungehindert agieren könne.","date":"20 Februar 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-02-20-2/","section":"Fotos","summary":"Am 20.2.2021 fand in Braunschweig eine Demonstration des Kreisverbandes Braunschweig -Hildesheim der Partei „Die Rechte“ statt.","title":"Die Rechte in Braunschweig"},{"city":"Dresden","content":"Anläßlich der Bombardierung Dresdens im Verlauf des 2. Weltkrieges, versammelten sich am 13.02.2021 versammelten sich mehrere hundert Neonazis in der Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Aufgrund derzeitiger Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, genehmigten die zuständigen Behörden lediglich eine stationäre Kundgebung. Ursprünglich waren für den Tag zwei verschiedene Veranstaltungen angemeldet worden. Die Anmeldung für eine Kundgebung der NPD-Jugendorganisation wurde jedoch kurzfristig zurückgezogen. So blieb es lediglich bei einer zentralen Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes. Kurz vor 14:00 Uhr begann dort der Aufbau der Bühnenanlage und weiterer Infrastruktur. Die Teilnehmer*innen der Veranstaltung kamen nicht nur aus dem gesamten Bundesgebiet. Auch aus Spanien war eine kleine Delegation angereist. ","date":"13 Februar 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-02-13/","section":"Fotos","summary":"Anläßlich der Bombardierung Dresdens im Verlauf des 2. Weltkrieges, versammelten sich am 13.02.2021 versammelten sich mehrere hundert Neonazis in der Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen.","title":"Neonaziaufmarsch in Dresden"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/braunlage/","section":"Orte","summary":"","title":"Braunlage"},{"city":"Braunschweig","content":"","date":"23 Januar 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-01-23/","section":"Fotos","summary":"","title":"Erneut Neonazikundgebungen in Braunschweig"},{"city":"Braunlage","content":"Am 23.01.2021 fand zum zweiten Mal eine Kundgebung statt, welche sich vorgeblich gegen ein Reiseverbot aussprach. Angemeldet wurde die Veranstaltung, wie auch in der Woche zuvor, von Sven Liebich aus Halle. Die Kundgebung wurde von den Teilnehmenden zum Rodeln und Snowboardfahren genutzt. Der politische Aspekt war aufgrund des Spaßes, den die Teilnehmenden hatten, zunächst nur durch einige Kleidungsstücke und aufgestellte Plakate Sichtbar. Später hielt Liebich Reden. Für diese Veranstaltung wurde extra ein größerer Bereich des Skihangs am Hexenritt abgesperrt. Für 30 Teilnehmende musste je ein Ordner abgestellt werden.","date":"23 Januar 2021","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2021-01-23-brl/","section":"Fotos","summary":"Am 23.01.2021 fand zum zweiten Mal eine Kundgebung statt, welche sich vorgeblich gegen ein Reiseverbot aussprach.","title":"Rodeldemo mit Sven Liebich in Braunlage"},{"city":"Eschede","content":"Mitglieder und Aktivisten der NPD sowie ihrer Jugendorganisation, den \"Jungen Nationalisten\" führten am 19.12.2020 eine Kundgebung in Eschede durch.   Die als \"Infostand\" deklarierte Veranstaltung stand im Zusammenhang mit dem Aufbau eines NPD-Schulungs- und Veranstaltungszentrums in Eschede. Aufgrund der Gegenproteste gegen die Aktivitäten auf dem sogenannten \"Hof Nahtz\" meldete die NPD-Jugendorganisation (hier im Bild der Landesvorsitzenden der JN-Niedersachsen) inzwischen mehrere Veranstaltungen in Eschede an. Bereits am Vortag wollen Neonazis nach Eigenangaben eine völkische Wintersonnenwendfeier in Eschede durchgeführt haben. Ob diese auf \"Hof Nahtz\" durchgeführt wuirde blieb offen. Ebenfalls nach Eigenangaben plant die NPD-Niedersachsen ihre diesbezüglichen Aktivitäten im Jahr 2021 noch zu intensivieren.  Bei der anstehenden Bürgermeister*innenwahl kündigten sie die Kanditatur vom niedersächsischen NPD-Landesvorsitzenden Manfred Dammann an. ","date":"19 Dezember 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-12-19-e/","section":"Fotos","summary":"Mitglieder und Aktivisten der NPD sowie ihrer Jugendorganisation, den \"Jungen Nationalisten\" führten am 19.12.2020 eine Kundgebung in Eschede durch.","title":"Kundgebung der neonazistischen NPD/JN in Eschede"},{"city":"Braunschweig","content":"Neonazis der Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) hielten am vergangenen Samstag zwei Kundgebungen im Stadtgebiet von Braunschweig ab. Gegen 16Uhr versammelten sich zu diesem Zweck etwa zwei dutzend Neonazis vor dem Arbeitsamt. Nach Beendigung dieser ersten Kundgebung fuhren die angereisten Teilnehmer*innen mittels öffentlicher Verkehrsmittel dann zum Hauptbahnhof von Braunschweig und hielten abermals eine Kundgebung ab.","date":"19 Dezember 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-12-19/","section":"Fotos","summary":"Neonazis der Splitterpartei \"Die Rechte\" (DR) hielten am vergangenen Samstag zwei Kundgebungen im Stadtgebiet von Braunschweig ab.","title":"Neonazis halten Kundgebungen in Braunschweig ab"},{"city":"Bremen","content":"Ein geplanter Aufmarsch von Querdenker*innen in Bremen fand nicht, wie von den Veranstalter*innen geplant, statt. Die Bremer Behörden verboten den Aufmarsch auf der Bremer Bürgerweide.  in letzter Instanz hatte auch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im Eilverfahren die Durchführung der Versammlung sowie einer ebenfalls geplanten Demonstration untersagt da Verstößen gegen die Pandemie-Auflagen zu erwarten seien. Das Urteil des BVerfG im Kontext von Querdenker*innen-Demonstrationen ist der erste Beschluss dieser Art und könnte richtungsweisend sein und Auswirkungen auf zukünftig Demonstrationen von Querdenker*innen haben.  Das Urteil für den vergangenen Samstag hielt jedoch nicht alle Querdenker*innen davon ab nach Bremen zu reisen.  So bewegten sich ab ca. 10 Uhr die ersten Kleingruppen in Bahnhofsnähe. Auf der Rückseite, in unmittelbarer Nähe des ursprünglich geplanten Veranstaltungsortes, kam es zu kleineren Zusammenkünften. Später veränderten die Querdenker*innen ihre Taktik. Als Spaziergänger*innen getarnte Kleingruppen versuchten im nahegelegenen Bürgerpark Kundgebungen abzuhalten. Letztlich scheiterten alle diese Versuche. Zwar konnten mehrere hundert Querdenker*innen den Park gelangen, dort \"spazieren\" gehen. Sobald sich die Kleingruppen zusammenschlossen griff die Polizei ein, nahm Personalien auf und erteilte Platzverweise. Am späten Nachmittag versuchten die angereisten Querdenker*innen sich dann im Innenstadtbereich zu versammeln. Doch auch hier gelang es den Veranstalter*innen nicht die angereisten Teilnehmer*innen zu koordinieren.","date":"5 Dezember 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-12-05/","section":"Fotos","summary":"Ein geplanter Aufmarsch von Querdenker*innen in Bremen fand nicht, wie von den Veranstalter*innen geplant, statt.","title":"Gescheiterter Aufmarsch von Querdenker*innen in Bremen"},{"city":"Bremen","content":"Der \"Bund der Polen e.V.\" und die \"Christliche Gemeinschaft der Polen in Bremen e.V.\" veranstalteten am 08. November 2020 einen Aufmarsch in Bremen.  Die Veranstaltung in Bremen stand im Zusammenhang mit dem Polnischen Unabhängigkeitstag der in Polen am 11. November begangen wird.  Der polnische Unabhänigkeitstag und ein damit verbundener und jährlich in Warschau stattfindender Aufmarsch entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum Stell-Dich-Ein von Ultra-Nationalist*innen, Neofaschist*innen und gewaltorientierten Fussballhooligans. Auch der nun am vergangenen Wochenende durchgeführte Aufmarsch wurde bestimmt durch nationalistische Parolen und Symbole. Neofaschistische Symbole fanden sich hingegen nicht. Der vorgezogene Termin für den Aufmarsch in Bremen erklärte sich damit, dass der diesjährige Unabhängigkeitstag auf einen Arbeitstag fiele, so die Veranstalter*innen. Der Aufmarsch fand nun bereits das dritte Jahr in Folge statt. Wie in den vergangenen Jahren wurde das mitführen von Pyrotechnik durch die Behörden untersagt. Als Anmelder und Veranstaltungsleiter fungierte das ehemalige AfD-Mitglied Adam Golkontt (hier im Bild). Das ehemalige Beiratsmitglied im Bremer Stadtteil Huchting trat 2016 aus der AfD aus. Das hier gezeigte Symbol bezieht sich auf die \"Polnische Heimatarmee\", eine polnische Widerstands- und Militärorganisation im von Deutschland besetzten Polen während des Zweiten Weltkrieges, die nach dem Einmarsch der Roten Armee ihren Widerstand gegen die Sowjetunion fortsetze. Auftaktsort war der Bremer Marktplatz. Von hier startete die Teilnehmer*innen zu einem Umzug in die Bremer Neustadt und zurück zum Ausgangsort. Insgesamt nahmen etwa 60 Teilnehmer*innen an der Veranstaltung teil.","date":"8 November 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-11-08/","section":"Fotos","summary":"Der \"Bund der Polen e.V.\" und die \"Christliche Gemeinschaft der Polen in Bremen e.V.\" veranstalteten am 08. November 2020 einen Aufmarsch in Bremen.","title":"Marsch polnischer Nationalist*innen in Bremen"},{"city":"Leipzig","content":"","date":"7 November 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-11-07/","section":"Fotos","summary":"","title":"Demonstration von Querdenken in Leipzig"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/leipzig/","section":"Orte","summary":"","title":"Leipzig"},{"city":"Bremen","content":"Am 17.10.2020 fand in Bremen-Huchting ein Landesparteitag der AfD statt. Peter Beck Frank Magnitz war auch zugegen Frank Magnitz wurde von Personenschützern der Bundespolizei begleitet. Sven Lichtenfeld (mitte) Hier Siegfried Reichert mit Peter Beck Thomas Jürgewitz Auch Florian Meyer aus Osnabrück war anwesend. Hier zu sehen ist Uwe Wappler, dritter Stellvertreter des neu gewählten Landesvorstands der AfD Niedersachsen. Heiner Löhmann war für die Organisation der Plakatierungsaktion der AfD mit Mertcan Karakaya und Mitgliedern der neonazistischen und gewalttätigen Gruppe Phalanx 18 während des Europawahlkampfes zuständig. Mertcan Karakaya","date":"17 Oktober 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-10-17-hb/","section":"Fotos","summary":"Am 17.10.2020 fand in Bremen-Huchting ein Landesparteitag der AfD statt.","title":"AfD-Landesparteitag in Bremen"},{"city":"Bremerhaven","content":"","date":"17 Oktober 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-10-17/","section":"Fotos","summary":"","title":"Kundgebung der NPD in Bremerhaven"},{"city":"Berlin","content":"Am Samstag fand in Berlin-Hohenschönhausen eine Demonstration des III. Weg mit dem Titel »Ein Volk will Zukunft« statt. Obwohl der Aufbau erst um 13:00 Uhr beginnen sollte, waren einzelne Teilnehmer*innen schon deutlich früher da. Sammlungspunkt war vor dem S-Bahnhof Wartenberg. Hier versammelten sich über mehrere Stunden die Teilnehmer*innen. Während der Wartezeit kam es mehrmals dazu, dass sich antifaschistischer Protest dem Versammlungsort näherte. ... ... Dieser wurde skeptisch beäugt. In den später stattfindenden Reden wurde darauf eingegangen, wie sehr man unter dem Staat und der Antifa zu leiden habe. Die Proteste am Startpunkt der Demonstration wurden teils gewaltsam geräumt. Die Polizei kontrollierte bei den Veranstaltungen nach verbotener Symbolik. Unter den nicht erlauben Symboliken befand sich auch die Reichsfahne ... ... was bei einigen Veranstaltungsteilnehmer*innen zu trotzigen Reaktionen führte. Die Reichsfahne ist letztendlich nicht vollkommen aus dem Bild der Veranstaltung verschwunden. Weitere Einschränkungen gab es beim Thema Vermummung: Da die Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht war, durfte nur eine Kopfbedeckung oder eine Sonnenbrille getragen werden. Beides war nicht erlaubt. Nicht erlaubt war es außerdem in Formation zu laufen. Der Demonstrationszug musste sich unordentlich durch die Straßen bewegen, was den Teilnehmenden missfiel ... ... Außerdem gab es noch Einschränkungen beim mitführen der Trommeln. Es durfte letztendlich nur eine Trommel mitgeführt werden. Im Vorfeld wurde in der Umgebung der Marschroute vom III. Weg plakatiert. Allerdings blieben die Plakate nicht lange genug kleben. Aufgrund diverser Zuspätkommer verzögerte sich der Start der Veranstaltung vom angepeilten Starttermin um 14:00 bis auf etwa 15:30. Auf die zuletzt kommende Gruppe wurde allerdings nicht mehr gewartet. Nach einer Auftaktkundgebung ... ... setzte sich der Marsch langsam in Bewegung. Die Route führte die Ribnitzer Straße entlang, ... ... endete allerdings nach kurzer Strecke an einer Straßenblockade. Hier wurde nach einiger Wartezeit kurzerhand eine Zwischenkundgebung abgehalten. Die Stimmung wurde schlechter. Tony Gentsch drohte damit, dass er die Versammlung auflösen würde, wenn die Demonstration nicht weiter laufen darf.  In dem Fall würde man sich in freien Stücken weiterhin durch Berlin bewegen, um an verschiedensten Stellen in der Stadt weiterhin zu demonstrieren ... Daraufhin räumte die Polizei die Blockade in der Zingster Straße in nord-westlicher Richtung. Hier führte die Route zwischen Plattenbau und Bahnschienen entlang ... ... Auch Fußwege gehörten zur neuen Route. Hier gab es mehrmals Unterbrechungen. Die Abschlusskundgebung fand wieder beim S-Bahnhof Wartenberg statt. Auch hier kam es erneut zu Störungen durch den Gegenprotest. Tony Gentsch, Stadtrat Plauen und Kreisrat Vogtlandkreis Julian Bender, Gebietsverbandsleiter Aus Schweden war Fredrik Vejdeland vom Nordic Resistance Movement anwesend. Übersetzt hat für ihn Julian Bender Matthias Fischer Als Vertreter der AG Jugend hielt Max-Joseph Matthieß eine Rede. Die letzte Rede hielt Wolfram Nahrath. Er ist Anwalt und war letzter Vorsitzender der verbotenen Wiking-Jugend","date":"3 Oktober 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-10-03-b/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag fand in Berlin-Hohenschönhausen eine Demonstration des III.","title":"III. Weg in Berlin"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 03. Oktober 2020 fand in der Innenstadt von Braunschweig ein Infostand der Neonazi-Partei \"Die Rechte\" statt.","date":"3 Oktober 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-10-03/","section":"Fotos","summary":"Am 03. Oktober 2020 fand in der Innenstadt von Braunschweig ein Infostand der Neonazi-Partei \"Die Rechte\" statt.","title":"Infotisch Partei \"Die Rechte\" in Braunschweig"},{"city":"Eschede","content":"Am Samstag dem 26.09.2020 fand im niedersächsischen Eschede ein völkisch-neonazistisches Erntedank statt.  Bevor die Veranstaltung begann, führte die NPD/JN Niedersachsen noch eine kleine Demonstration in Eschede durch.                                                                                                                                                                                                                                                                         ","date":"26 September 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-09-26/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag dem 26.09.2020 fand im niedersächsischen Eschede ein völkisch-neonazistisches Erntedank statt.","title":"Völkisch-Neonazistisches Erntefest in Eschede"},{"city":"Braunschweig","content":"Am 12.09.2020 fand in der Milleniumhalle in Braunschweig ein Mitgliederlandesparteitag der niedersächsischen AfD statt. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt. Als neuer Landesvorsitzender wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Mülldeponie der flügelnahe Jens Kestner gewählt. Er gewann die Wahl mit 52% (278 von 535) der Stimmen vor der bisherigen Amtsinhaberin Dana Guth.","date":"12 September 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-09-12/","section":"Fotos","summary":"Am 12.09.2020 fand in der Milleniumhalle in Braunschweig ein Mitgliederlandesparteitag der niedersächsischen AfD statt.","title":"AfD-Landesparteitag in Braunschweig"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ellerndorf/","section":"Orte","summary":"","title":"Ellerndorf"},{"city":"Ellerndorf","content":"Am Samstag, den 05. September 2020 lud eine der zerstrittenen Fraktionen der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) in Niedersachsen zu einer klandestinen Zusammenkunft.  Hintergrund waren parteiinterne Absprachen bzgl. der anstehenden Neuwahl des niedersächsischen AfD-Landesvorstandes. Vor Beginn des klandestinen Treffens führte der mutmassliche Mitorganisator und niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete (MdL) Stephan Bothe noch einen Infostand in Amelinghausen durch.  Unterstützt wurde Bothe dabei von angereisten AfD-Aktivisten aus der näheren Umgebung und Neubrandenburg. In den zwei Stunden konnte nicht eine Person für Informationsmaterial der extrem Rechten Partei begeistert werden. Der AfD-Informationsstand auf dem Privatparkplatz einer örtlichen EDEKA-Filiale diente darüberhinaus als Treffpunkt der örtlichen AfD mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Kestner (Bildmitte) aus Northeim.  Kestners Anwesenheit war kein Zufall: das spätere Treffen, über das der niedersächsische AfD-Landesvorstand nicht informiert war, diente internen Absprachen bzgl. der anvisierten Abwahl der derzeitigen AfD-Landesvorsitzenden Dana Guth. Ein Teil der AfD-Niedersachsen ist derzeit stark bemüht Jens Kestner als Nachfolger von Dana Guth an der Spitze des Landesverbandes zu installieren. Mit Kestner an der Spitze dürfte die AfD in Niedersachsen weiter nach rechts rücken; verfügt Kestner doch über Verbindungen zu Björn Höcke. Nach etwa zwei Stunden beendeten die angereisten AfD'ler:innen den Infostand und machten sich auf in Richtung des klandestin vorbereiteten Trefens. Der AfD-Infostand auf dem Gelände des örtlichen EDEKA in Amelinghausen schien indes nicht zufällig ausgewählt worden zu sein. Im nahegelegenen Getränkemarkt der EDEKA-Filiale bezog die AfD um Jens Kestner auch die Sitzbänke und Tische für die anstehende Veranstaltung. Als eigentlicher Veranstaltungsort stellte sich dann das nahegelegene Ellerndorf im Landkreis Uelzen heraus. Die Veranstalter:innen um Bothe und Kestner waren über das Eintreffen von Beobachter:innen nicht erfreut. Kestner beschuldigte die angereisten Journalist:innen gegenüber der Polizei gar, ihn in einer Verfolgungsjagd von der Straße gedrängt zu haben. Daraufhin erhielt Kestner eine Strafanzeige wegen Verleumnung. Im Laufe des Tages kamen etwa 80 Personen und Unterstützer:innen von Jens Kestner nach Ellerndorf. Darunter auch Kleinkinder die sich mit Propaganaelementen konfrontiert sahen, die dem Nationalsozialismus entleht waren (siehe spätere Bilder).","date":"5 September 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-09-05/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 05. September 2020 lud eine der zerstrittenen Fraktionen der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) in Niedersachsen zu einer klandestinen Zusammenkunft.","title":"Klandestines AfD Niedersachsen Treffen in Ellerndorf"},{"city":"Quakenbrück","content":"","date":"30 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-30/","section":"Fotos","summary":"","title":"Öffentlicher Stammtisch der AfD Osnabrück in Quakenbrück"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/quakenbr%C3%BCck/","section":"Orte","summary":"","title":"Quakenbrück"},{"city":"Berlin","content":"","date":"29 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-29/","section":"Fotos","summary":"","title":"Anti-Corona und Neonazi-Demonstration in Berlin (Teil 1)"},{"city":"Berlin","content":"Am 29.08.2020 versammelten sich zum zweiten Mal unter dem Aufruf des Querdenken-Bündnisses Corona-Pandemieleugner*innen, Verschwörungsideolog*innen, und verschiedenste rechte Gruppierungen und Einzelpersonen in Berlin. Nach einem gescheiterten Verbotsversuch der Stadt versammelten einige zehntausend Personen in Berlin Mitte. Unter den verschiedenen Aktionen, die an dem Tag stattfanden, waren neben einer aufgelösten Demonstration und einer Kundgebung an der Siegessäule noch ein versuchter Sturm des Reichstages. In der Mitte: Robin Schmiemann, ehemaliger Brieffreund Beate Zschäpes. Er schoss im Februar 2007 während eines Überfalls auf einen Supermarkt mehrmals auf einen Kunden und verletzte ihn lebensgefährlich. Auch aus dem Umfeld der Partei Die Rechte aus Dortmund waren einige Teilnehmer*innen angereist. Der Gegenprotest fiel dieses mal deutlich größer und wahrnehmbarer aus, als noch am 01.08. Die Menge von hinten vielleicht 30 Minuten vor dem Durchbruch zur Treppe des Reichstages. ","date":"29 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-29-2/","section":"Fotos","summary":"Am 29.08.2020 versammelten sich zum zweiten Mal unter dem Aufruf des Querdenken-Bündnisses Corona-Pandemieleugner*innen, Verschwörungsideolog*innen, und verschiedenste rechte Gruppierungen und …","title":"Anti-Corona und Neonazi-Demonstration in Berlin (Teil 2)"},{"city":"Dortmund","content":"Am Sonntag, den 23.08 2020 fand eine Kundgebung der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" in Dortmund statt.  Die Kundgebung richtete sich inhaltlich gegen das Verbot der Neonazikameradschaft \"Nationaler Widerstand Dortmund\" (NWDO), dass vor acht Jahren, am 23. August 2012 erfolgte.  Allerdings arbeiteten sich die Redebeiträge der Veranstaltung weniger am Verbot der Neonaziorganisation sondern vielmehr an der kommenden Kommunalwaghl im September 2020 ab.","date":"23 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-23/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 23.08 2020 fand eine Kundgebung der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" in Dortmund statt.","title":"Neonazikundgebung in Dortmund"},{"city":"Northeim","content":"Am vergangenen Wochenende fand in der Nähe von Northeim (Niedersachsen) ein Sommerfest der Partei \"Alternative für Deutschland\" (AfD) statt. Die Öffentlichkeit war vor Ort nicht gern gesehen: Ordnerkräfte der Partei schirmten die Veranstaltung weitestgehend ab. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung etwa 250 - 300 Personen teil. Abstandregelungen aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie wurden nicht eingehalten. Obwohl die niedersächsische Landesregierung im Bezug auf öffentliche Veranstaltungen verlauteten ließ, dass Veranstaltungen dieser Größenordnung aufgrund der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit aufgelöst werden würden, verzichtete die lokale Polizei nicht nur auf entsprechende Maßnahmen sondern unterließ es bis in die Abendstunden überhaupt am Ort des Geschehens zu erscheinen. Bei der Veranstaltung handelte es sich um das \"6. Patriotische Sommerfest\" des AfD KV Northeim. Die Veranstaltung wurde durch Maik Schmitz (Bildmitte), dem Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes in Northeim geleitet. Unter den Rednern der Veranstaltung befand sich auch der Thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke. Bevor seine Anhänger*innen in lautstarke \"Höcke, Höcke, Höcke\"-Rufe einstimmten hielt Höcke vor Ort auch einen Redebeitrag. Unter den angereisten teilnehmer*innen befanden sich eine Vielzahl von Personen die in der Vergangenheit bereits im Zusammenhang mit dem sogenannten \"Flügel\" der AfD in Erscheinung getreten waren.","date":"22 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-22/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Wochenende fand in der Nähe von Northeim (Niedersachsen) ein Sommerfest der Partei \"Alternative für Deutschland\" (AfD) statt.","title":"AfD-Sommerfest in Northeim, Niedersachsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/einbeck/","section":"Orte","summary":"","title":"Einbeck"},{"city":"Einbeck","content":"","date":"22 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-22-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Kundgebung von Neonazis in Einbeck"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/northeim/","section":"Orte","summary":"","title":"Northeim"},{"city":"Wilhelmshaven","content":"Am 21.08.2020 trafen sich Anhänger*innen der AfD auf dem Valoisplatz in Wilhelmshaven zu einer Kundgebung. Die Teilnehmer*innenzahl dürfte hinter den Erwartungen zurückgeblieben sein. Trotz hochkarätiger Gäste war die Kundgebung sehr überschaubar besucht. Aus vielen umliegenden Kreisverbänden waren keine Teilnehmer*innen gekommen. Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Wilhelmshavener Ratsherren Thorsten Moriße. Als weitere Gäste sprachen die AfD-Landesvorsitzende Dana Guth, ... ... der Landtagsabgeordnete Jens Ahrends aus dem Ammerland ... ... und der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner aus Thüringen. Unter den Zuschauer*innen befand sich außerdem der Bremer Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz, welcher mit Polizeischutz zur Veranstaltung erschien. Der Gegenprotest übertönte die gesamte Veranstaltung. Die Reden waren kaum zu verstehen. Eine kleine Gruppe Protestierender nutzte zu Beginn die Unachtsamkeit der Polizei aus und besetzte in einer spontanen Aktion den Valoisplatz.","date":"21 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-21-whv/","section":"Fotos","summary":"Am 21.08.2020 trafen sich Anhänger*innen der AfD auf dem Valoisplatz in Wilhelmshaven zu einer Kundgebung.","title":"AfD-Kundgebung in Wilhelmshaven"},{"city":"Sage","content":"Am 08.08.2020 fand eine Schulung für AfD-Kader statt, welche die Versammlungsleitung von Parteiversammlungen lernen sollten. Verantwortliche war Susann Posnien. Hintergrund der Schulung war die Teilnehmenden zu befähigen rechtssichere Parteiveranstaltungen durchzuführen, um die Schiedsgerichte zu entlasten. Das Landhaus Otte in Sage (Großenkneten) diente hierfür als Schulungsort. Bereits in der Vergangenheit hat die AfD hier Veranstaltungen abgehalten. Stadt Oldenburg reiste mit zwei Fahrzeugen an. Hier zu sehen: Andreas Paul, AfD Stadt Oldenburg Rechts: Lidia Bernhardt, Stadträtin der AfD aus Oldenburg. Anneke vom Hofe sitzt für die AfD in Braunschweig im Stadtrat und ist dort stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Sie stammt ursprünglich aus Diepholz. Gerd Breternitz aus Dickel (Rehden) im Landkreis Diepholz. Er ist ebenfalls stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Allerdings im Kreistag Diepholz. Ramon Huth aus Drebber (Barnstorf) ist potenzieller Nachrücker für den Kreistag in Diepholz. Der Landtagsabgeordnete Harm Rykena fährt, obwohl er den menschengemachten Klimawandel leugnet, ein Elektroauto.","date":"8 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-08/","section":"Fotos","summary":"Am 08.08.2020 fand eine Schulung für AfD-Kader statt, welche die Versammlungsleitung von Parteiversammlungen lernen sollten.","title":"AfD-Schulung in Sage"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/sage/","section":"Orte","summary":"","title":"Sage"},{"city":"Delmenhorst","content":"","date":"3 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-09-03/","section":"Fotos","summary":"","title":"AfD Bürgerdialog in Delmenhorst"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/delmenhorst/","section":"Orte","summary":"","title":"Delmenhorst"},{"city":"Berlin","content":"Am 01.08 trafen sich in Berlin etwa 20.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet unter dem Titel »Tag der Freiheit« zu einer Demonstration.  Zum Bild der Demonstration gehörten unzählige Fahnen, Kleidungsstücke und Plakate, die unverkennbar dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Ebenso unübersehbar war die verschwörungsideologische Ausrichtung der teilnehmenden Demonstrant*innen. Nach einem Demonstrationszug fanden sich die Teilnehmer*innen zu einer Kundgebung auf der Straße des 17. Juni zusammen. Hier sollte auf einer zu beiden Seiten geöffneten Bühne Unterhaltungsprogramm und Reden stattfinden. Da die Demonstration aufgrund des Nichteinhaltens der Hygienemaßnahmen aufgelöst worden ist, entschieden die Veranstalter*innen die Kundgebung trotzdem durchzuführen. Erst nach längerer Zeit unterbrach die Polizei die Veranstaltung und stellte den Strom ab. Dies führte zu einer aufgeladenen Stimmung, ... ... die wild gestikulierend von der Bühne angeheizt wurde. Pressevertreter*innen oder andere Menschen mit einer Maske wurden bedrängt. Die Veranstalter*innen gaben schon vor der Abschaltung des Stroms mehrfach durch, dass sich die Teilnehmer*innen hinsetzen und notfalls festnehmen lassen sollen. Die Maßnahmen der Polizei gingen allerdings nicht über die Beendigung der Kundgebung und das Zeigen von Präsenz hinaus. Anschließend verließen viele Teilnehmer*innen den Ort, um sich auf der Reichstagswiese einzufinden. ... ... Hier wurde dazu aufgerufen um 18:00 Uhr die Regierung zu stürzen. ... ... Verantwortlich waren hier die Reichsbürger von staatenlos.info um Rüdiger Hoffmann, welcher aufgrund der ungewohnten Menschenmassen vor seiner Bühne leicht emotional wirkte. ... ... Jedoch zogen viele Teilnehmer*innen nach kurzer Zeit weiter zum Bundeskanzleramt. ... ... Hier versuchten sie eine Menschenkette zu bilden. Der Gegenprotest fand an diesen Tag verstreut statt. Schon zu Beginn des Tages versammelten sich auf dem Pariser Platz einige rechte Persönlichkeiten. Hier zu sehen sind unter anderem Udo Voigt (hinten links), Nikolai Nerling (mit dem Mikrofon) und Henry Hafenmayer (weiße Mütze). Hier mit der Maske über dem Kinn ist Ingo Hlge von der NPD Hessen zu sehen. Hier zu sehen ist Marcel Wojnarowicz von der Band Die Bandbreite. Er tritt öfters als politischer Akteur in erscheinung. So begleitete er beispielsweise die Partei Deutsche Mitte in ihrem Bundestagswahlkampf. Friederike Pfeiffer-de Bruin ist verantwortlich für die Querdenken-Demonstrationen in Oldenburg. Sie nahm in Berlin ebenfalls eine organisatorische Rolle ein und fuhr auf dem ersten Wagen mit. Antisemitische Ansichten wurden teils offen zur Schau gestellt. Dieses Interview wurde für die »Deutsche Stimme« der NPD geführt. Der Träger des Schildes »Wem gehört die WHO?« ist Gerd Ulrich. Er und seine Frau Anna-Maria Ulrich (hinter der Reichsfahne versteckt), sind ehemalige HDJ-Führungskader.","date":"1 August 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-08-01/","section":"Fotos","summary":"Am 01.08 trafen sich in Berlin etwa 20.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet unter dem Titel »Tag der Freiheit« zu einer Demonstration.","title":"Pandemieleugner*innen in Berlin"},{"city":"Braunschweig","content":"Am Samstag, 20.6.2020 fand in Braunschweig eine Veranstaltung der Partei „Die Rechte“ unter dem Motto „Gegen Coronadiktatur“ statt. ... ... Anmelder war der niedersächsische Landesvorsitzende der Partei, Holger Niemann, der auch sein Auto als Lautsprecherfahrzeug zur Verfügung stellte. Holger Niemann, der über keine eigene Gruppenstruktur verfügt und auch keine eigenen Impulse in der Parteiarbeit in Niedersachsen setzt, sieht seine Aufgabe vor allem darin für die wenigen öffentlichen Auftritte seiner Partei die Anmeldung zu übernehmen. ... ... Bereits am 23.5.2020 hatte Niemann eine Kundgebung mit anschließender Demonstration zum selben Thema in Braunschweig angemeldet. Damals wurde die Demonstration nicht erlaubt, und „Die Rechte“ musste sich mit einer Kundgebung begnügen. Die nicht mit Holger Niemann und Dieter Riefling angereisten Teilnehmer*innen sammelten sich am Hauptbahnhof und wurden von der Polizei geschlossen zum Herzogin-Anna-Amalia-Platz, dem Ort der Auftaktkundgebung, geführt. Knapp 25 Teilnehme*innen fanden sich dort ein. Nur die Teilnahme einer kleine Gruppe aus Sachsen-Anhalt sowie Rechter aus Bremerhaven und dem weiteren Umkreis sorgten dafür, dass die Teilnehmer*innenzahl nicht im einstelligen Bereich blieb. Von dem im vergangenen Jahr wieder gegründeten Kreisverband Braunschweig-Hildesheim der Partei „Die Rechte“ war lediglich deren Vorsitzender Johannes Welge anwesend. ... ... Damit wurde – wie schon am 23.5.- deutlich, dass die damalige Gründung von Anfang an eine Totgeburt war. Aber auch Alexander von Malek, Vorsitzender der Partei in Bremerhaven, war dieses Mal ohne Anhang gekommen: ein Zeichen dafür, dass sich auch der dortige Kreisverband - nach inneren Streitigkeiten – in einer desolaten Situation befindet. Immer häufiger auf Veranstaltungen der Partei „Die Rechte“ ist Andreas Haack aus Stade zu finden. Haack, langjähriger NPD-Aktivist, ist im vergangenen Jahr zum stellvertretenden Vorsitzenden des LV Niedersachsen der Partei Die Rechte gewählt worden und gab an diesem Tag der Kleinstveranstaltung in Braunschweig den Vorzug zur zeitgleich stattfindenden Demonstration und Sonnenwendfeier der NPD in Eschede. Bei der Auftaktkundgebung war nur den Rednern und Ordnern eine Maskenpflicht auferlegt. Letztere – 3 Ordner bei knapp 25 Teilnehmer*innen- sollten auch auf die Einhaltung der üblichen Abstandsregelung  achten; diese wurde aber – zumindest bei der Auftaktkundgebung größtenteils ignoriert. Nach anfänglichen Problemen mit der Lautsprecheranlage begann die Auftaktkundgebung etwas verspätet. Holger Niemann verlas als erstes die Auflagen. Neben der Kundgebung war an diesem Tag auch eine Demonstration vom Herzogin-Anna.Amalia-Platz  zum Bahnhof mit einer Zwischenkundgebung und einer Schlusskundgebung genehmigt worden. Nach jedem Redebeitrag musste das Mikrofon desinfiziert werden. Diese Aufgabe übernahm Christian Worch, der ehemalige Bundesvorsitzende und Parteigründer von „Die Rechte“. Worch, der selbst jahrelang Kleinstdemonstrationen angemeldet und durchgeführt hat, hatte offensichtlich auch mit der geringen Teilnehmer*innenzahl keine Probleme. Unter der Teilnehmer*innen war auch Dominik Brandes, der im vergangenen Jahr ebenfalls bei der Gründungsveranstaltung der Braunschweig-Hildesheimer Rechten anwesend war, inzwischen aber aus Niedersachsen verzogen ist. Ähnlich erging es wohl Dieter Riefling, der die Auftaktrede hielt. Riefling, der längere Zeit in Niedersachsen einem polizeilichen Redeverbot unterlag, verglich die Braunschweiger Veranstaltung  mit dem vorangegangenen TddZ in Worms und setzte beide auf eine Stufe. Da die Teilnehmer*innenzahl von Braunschweig der von Worms recht nahe kam und beide Veranstaltungen zeigen, dass die Mobilisierung im rechten Lager am Boden liegt, sicherlich ein passender Vergleich. Anschließend formierten sich die Teilnehmer*innen zum Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Route der Demonstration verlief überwiegend über Gehwege. Auf dem LöwenWall fand eine Zwischenkundgebung statt ... ... Redner war der Vorsitzende des Kreisverbandes Einbeck / Northeim der Partei Die Rechte. Die Abschlusskundgebung fand beim Hauptbahnhof statt. Begleitet wurde die Demonstation bis hier hin von mehreren Hundert Gegendemonstrant*innen. Als Redner trat hier Christian Worch ... ... und Johannes Welge auf.","date":"20 Juni 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-06-20-bs/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, 20.6.2020 fand in Braunschweig eine Veranstaltung der Partei „Die Rechte“ unter dem Motto „Gegen Coronadiktatur“ statt. ...","title":"Die Rechte in Braunschweig"},{"city":"Einbeck","content":"Am Samstag, 20.6.2020 fand in Einbeck eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ mit dem Motto „Gegen behördliche Willkür“ statt. Anmelder war Christian Worch, der ehemalige Bundesvorsitzende und Mitbegründer der Partei. Die 13 Teilnehmer*innen, die bereits am Nachmittag bei der Demonstration der Partei „Die Rechte“n Braunschweig mitgemacht hatten, wurden von der Polizei auf den Kundgebungsplatz geführt. Dieser befand sich in einem kleinen abgesperrten Bereich des Einbecker Marktplatzes hinter der St.-Jacobi-Kirche. Mithilfe einer mobilen Verstärkeranlage wollten die Redner sich Gehör verschaffen, ... …, da sich auf der dem Marktplatz zu gewandten Seite der Kundgebung zahlreiche Menschen zu einer genehmigten Gegenkundgebung versammelt hatten und ihrerseits mit Musik und Reden aufwarteten,schien das nur begrenzt möglich zu werden. Auf diese Gegenkundgebung ausgerichtet nahmen die Teilnehmer*innen mit Masken und Fahnen Aufstellung, um die Kundgebung zu beginnen. Nachdem dann allerdings auf der anderen Seite des Kundgebungsplatzes unerwartet ebenfalls ein starker Gegenprotest aufzog, geriet der vorgesehene Ablauf der Rechten erst einmal ins Stocken. Nach kurzer Verwirrung orientierten sich die Rechten dann in Richtung dieses neuen antifaschistischen Protests, der es durch seine Lautstärke erreichte, dass die Reden der Rechten nur innerhalb des eigenen Gruppe zu verstehen waren. Als erster Redner ergriff der Anmelder, Christian Worch, das Mikrofon. Anschließend sprach Johannes Welge, Vorsitzender des Kreisverbandes Braunschweig-Hildesheim. Die wenigen Wortfetzen, die trotz des lautstarken Gegenprotests zu verstehen waren, bezogen sich auf den Sprengstoffanschlag, den 2 Neofaschisten am Haus einer Frau, die sich in Einbeck gegen neonazistische Umtriebe engagiert, begangen haben. Beide Täter können dem Kreisverband Einbeck der Partei „Die Rechte“ zugeordnet werden. Welge versuchte den Anschlag zu relativieren und in kurzen Sätzen abzuhandeln, bevor er anfing von der „großen Idee“ zu fabulieren, „die alle wieder einen würde.“ Als dritter Redner trat Tobias Haupt auf. ... ... Haupt, der seine ersten öffentlichen Auftritte an der Seite von Jens Wilke im „Freundeskreis Niedersachsen-Thüringen“ hatte und nach dessen Niedergang eine Weile mit einer Kleinstgruppe Rechter (darunter Pascal Zintarra, einer der Täter von Einbeck) herumtingelte, hat seit einiger Zeit eine neue Heimat bei den Rechten in Einbeck gefunden. ... ... Sein redebeitrag ging allerdings vollständig im Gegenprotest unter. Dieter Riefling, der in Einbeck nicht als Redner zum Zuge kam, verfolgte die Veranstaltung sichtlich gelangweilt vom Rand aus. Nach diesen 3 Redebeiträgen wurde die Kundgebung für beendet erklärt. Allerdings war es durch die Gegendemonstrant*innen, die die Kundgebung eingeschlossen hatten, für die Rechten nicht möglich den Kundgebungsplatz zu verlassen. Nach längerer Wartezeit öffnete die Polizei dann einen schmalen Durchlass, durch den die Rechten den Platz verlassen konnten. Geschlossen wurden sie dann aus der Innenstadt geführt.","date":"20 Juni 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-06-20-ein/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, 20.6.2020 fand in Einbeck eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ mit dem Motto „Gegen behördliche Willkür“ statt.","title":"Die Rechte in Einbeck"},{"city":"Eschede","content":"Am 20. Juni 2020 führte die NPD-Niedersachsen eine Demonstration im niedersächsischen Eschede durch. Ursprünglich sollte bereits am vergangenen Wochenende eine Demonstration der Neonazi-Partei in der Gemeinde durchgeführt werden - die NPD zog ihre Anmeldung jedoch kurzfristig zurück  Während der NPD-Demonstration versammelten sich Neonazis im nahegelegenen NPD-Zentrum... um im eErlauf de Abends eine Sommer-Sonnenwendfeier durchzuführen.","date":"20 Juni 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-06-20/","section":"Fotos","summary":"Am 20. Juni 2020 führte die NPD-Niedersachsen eine Demonstration im niedersächsischen Eschede durch.","title":"NPD-Demonstration und Sonnenwende in Eschede"},{"city":"Eschede","content":"Am 13. Juni 2020 wollte die NPD-Niedersachsen eine Demonstration im niedersächsischen Eschede durchführen. Die Anmeldung wurde jedoch kurzfristig zurückgezogen. Stattdessen fanden auf dem Gelände des NPD-Zentrums in Eschede Bauarbeiten und Vorbereitungen für eine anstehende Sonnenwendfeier am kommenden Wochenende statt. Neben Mitgliedern der NPD-jugendorganisation der \"Jungen Nationalisten\" (JN) und der NPD-Niedersachsen waren zu diesem Zweck auch parteiunabhängige Neonazis auf dem Anwesen zusammengekommen.  Wie bereits in der Vergangenheit stellte die neonazistische Partei unter Leitung des ebenfalls anwesenden NPD-Landesvorsitzenden Manfred Dammann (nicht im Bild) einen Ordnerdienst zum Schutz des nunmehr weiträumig abgezäunten Geländes ab.","date":"13 Juni 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-06-13/","section":"Fotos","summary":"Am 13. Juni 2020 wollte die NPD-Niedersachsen eine Demonstration im niedersächsischen Eschede durchführen.","title":"Bauarbeiten auf dem Gelände des NPD-Zentrums in Eschede"},{"city":"Braunschweig","content":"","date":"29 Mai 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-05-29/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazi-Kundgebung in Braunschweig"},{"city":"Braunschweig","content":"","date":"23 Mai 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-05-23/","section":"Fotos","summary":"","title":"Kundgebung von Neonazipartei \"Die Rechte\" in Braunschweig"},{"city":"Peine","content":"Am Samstag den 23.05.2020 hatte die Niedersächische AfD in mehreren Städten zu einem Aktionstag zum 71. Geburtstag des Grundgestzes aufgerufen. In Peine versammelten sich dafür 15 Anhänger*innen des Kreisverbandes zu einer Demonstration. Versammlungsleiter war der stellvertretende Kreisvorsitzende Knut Kimm. Knut Kimm (links) mit einem weiteren stellvertretenden Kreisvorsitzenden Rudolf Meißner am Fronttransparent. Neben den Beiden waren auch weitere Vorstandmitglieder des Kreisverbandes anwesend. Am Rande der Demonstration befand sich auch Andreas Tute, der das Geschehen rund um die Demo mit seiner Kamera festhielt. Nach knapp 20 Minuten war dieser \"Schweigemarsch\" auch schon beendet. Im Anschluss mussten sämtliche Teilnehmer*innen ihre Personalien bei der Polizei abgeben. In Braunschweig hatte der örtliche Kreisverband einen Infostand in der Fußgängerzone aufgebaut. Hinten im Bild ist Anneke vom Hofe zu sehen. Ebenfalls vor Ort waren Rabea Shahini und der Landtagsabgeordnete Stefan Wirtz. In der Innenstadt von Jever versammelten sich 24 Personen zu einer Standkundgebung am alten Markt. Als einer der Redner der Kundgebung trat der Oldenburger Andreas Paul (rechts) auf. Links im Bild ist die Oldenburger Ratsfrau Lidia Bernhardt. Ebenfalls vor Ort waren Enno Samp (2. von Links) und Jutta Ziegeldorf (Bildmitte). Den Weg nach Jever haben auch der Bremer Alexander Tassis und der Delmenhorster Ratsherr Lothar Mandalka. Auch Mirko Danner vom Kreisverband Wilhelmshaven hat sich in Jever blicken lassen. Als Hauptredner trat der Landtagsabgeordnete für den Landkreis Oldenburg Harm Rykena auf. Ein weiterer Redner war Jaroslaw Poljak. Nach den Redebeiträgen wurden Schilder mit Paragraphen des Grundgesetz hochgehalten und diese ebenfalls verlesen. Auch in Osnabrück fand eine Standkundgebung des Kreisverbandes der AfD statt. Zwischenzeitlich waren knapp 24 Anhänger*innen vor Ort. Als einer der Redner trat der Bundestagsabgeordnete Waldemar Herdt auf. Als Versammlungsleiter und erster Redner trat der Kreisvorsitzende Florian Meyer (Bildmitte) auf. Das kleine Megafon war aber wegen der lauten Gegenproteste kaum wahrnehmbar und so gingen die Redebeiträge sämtlicher Redner im Lärm der Gegenproteste unter. Der Redebeitrag von Herrn Meyer musste zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil zwei Teilnehmer keinen Mund-Nasenschutz getragen haben. Nach Kontrolle der ärztlichen Bescheinigungen durfte die Kundgebung fortgesetzt werden. Nach den Redebeiträgen von Florian Meyer und Waldemar Herdt wurden Artikel des Grundgesetzes verlesen. Im Anschluss folgte etwas Leerlauf, weil der letzte Redner auf sich warten ließ. Harm Rykena, der zuvor schon in Jever sprach, war extra noch nach Osnabrück gekommen.","date":"23 Mai 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-05-23-2/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag den 23.05.2020 hatte die Niedersächische AfD in mehreren Städten zu einem Aktionstag zum 71. Geburtstag des Grundgestzes aufgerufen.","title":"Landesweiter Aktionstag der AfD zum Grundgesetz"},{"city":"Einbeck","content":"Am Freitag, den 08. Mai 2020 fand eine Kundgebung der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" in Einbeck statt.  Inhaltlich richtete sich die Veranstaltung, mit letztlich acht Teilnehmern, gegen das Gedenken an die Kapitulation Nazideutschlands vor 75 Jahren.","date":"8 Mai 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-05-08/","section":"Fotos","summary":"Am Freitag, den 08. Mai 2020 fand eine Kundgebung der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" in Einbeck statt.","title":"Kundgebung von Neonazis in Einbeck"},{"city":"Bremen","content":"Am 01.05.2020 versuchten Neonazis der Partei \"Die Rechte \" in Bremen eine Demonstration durchzuführen. Nachdem die Veranstaltung im Vorfeld durch das Ordnungsamt untersagt wurde, beschritten die Neonazis den Rechtsweg. Unterlagen aber in allen gerichtlichen Instanzen. Bis zur entgültigen Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht am heutigen Freitag, sammelten sich anreisende Neonazis auf dem Bahnhofsgelände im niedersächsischen Verden. Auch eine in Braunschweig angemeldete Kundgebung der neonazistischen Splitterpartei wurde kurzfristig durch die zuständigen Behörden verboten. Anreisenden Teilnehmer:innen wurde der Zugang zum ursprünglichen Veranstaltungsgelände untersagt. Der Vorsitzende des Kreisverbandes \"Braunschweig-Hildesheim\" der Partei \"Die Rechte\" in einer Videobotschaft im Nachgang der gescheiterten Kundgebung.   ","date":"1 Mai 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-05-01/","section":"Fotos","summary":"Am 01.05.2020 versuchten Neonazis der Partei \"Die Rechte \" in Bremen eine Demonstration durchzuführen.","title":"Aufmarschversuch von Neonazis in Bremen"},{"city":"Bremerhaven","content":"","date":"25 April 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-04-25/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazikundgebung in Bremerhaven"},{"city":"Einbeck","content":"","date":"29 Februar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-02-29/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazikundgebung in Einbeck"},{"city":"Sofia","content":"Am 22.02.2020 trafen sich in Sofia, Bulgarien etwa 250 Faschisten, um der Ermordung des früheren bulgarischen Kriegsministers, Antisemiten und NS-Kollaborateur Christo Lukov zu Gedenken. Lukov wurde von der jüdischen und kommunistischen Partisanin Violeta “Ivanka” Jakowa und Ivan Burudzhiev vor seinem Wohnhaus erschossen. Violeta Jakova wurde nur 21 Jahre alt, verübte aber bis zu ihrer Ermordung zusammen mit anderen Widerstandskämpfer*innen zahlreiche Anschläge auf NS-Täter und deren Infrastruktur. Unter den Teilnehmenden befanden sich internationale Gäste aus Bulgarien, Ungarn, Skandinavien, Frankreich, Rumänien und den USA. Auch aus Deutschland reisten Teilnehmer*innen an. ... diese hatten Schwierigkeiten bei der Einreise. Neun Personen wurde zunächst die Ausreise aus Deutschland am Dortmunder Flughafen verwehrt. Gegen den geplanten Lukovmarsch gingen in Sofia etwa 300 Personen auf die Straße. Auch dieser Protest hatte eine internationale Beteiligung. Die ursprünglich als Marsch durch die Innenstadt geplante Demonstration wurde nach einem Verbotsverfahren auf eine stationäre Kundgebung vor dem ehemaligen Wohnhaus Lukovs verkürzt. Die örtliche Polizei sperrte daraufhin den ursprünglichen Startort am Nationalen Kulturpalast weiträumig ab und verhinderte dort eine Sammlung der Faschisten. Im Vorfeld der Demonstration solidarisierten sich verschiedene Fußball-Fangruppierungen mit dem Lukov-Marsch. Das Bild ist vor dem »Fan Store« des FC CSKA 1948 entstanden. Organisiert wird das Event jedes Jahr von der „Bulgarischen Nationalen Vereinigung - Edelweiß“ (BNU). Die Mitglieder der BMU fallen durch starke Uniformierung auf. Im Vorfeld gab es bei der bulgarischen nationalen Sicherheitsbehörde (SANS) einen Vorfall. Eine Person, die der BMU zugerechnet worden ist, wurde einbestellt. Bei der Sicherheitsüberprüfung gab er erst fälschlicherweise an keine Waffen bei sich zu tragen, richtete sich dann jedoch mit einer selbstgebauten Waffe selbst. Es wurden keine weiteren Personen verletzt. Bei ihm zu Hause wurden weitere Waffen und ein Hitler-Portrait gefunden. Auch der französische Neonazi Tomasz Skatulsky, Verantwortlicher der Neonazimarke “Pride France” befand sich unter den Teilnehmer*innen.","date":"22 Februar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-02-22/","section":"Fotos","summary":"Am 22.02.2020 trafen sich in Sofia, Bulgarien etwa 250 Faschisten, um der Ermordung des früheren bulgarischen Kriegsministers, Antisemiten und NS-Kollaborateur Christo Lukov zu Gedenken.","title":"Lukov-Gedenken in Sofia"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/sofia/","section":"Orte","summary":"","title":"Sofia"},{"city":"Dresden","content":"","date":"15 Februar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-02-15/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazidemonstration in Dresden"},{"city":"Budapest","content":"Am 08.02.2020 fand in den ungarischen Hauptstadt Budapest der sogenannte \"Day of Honour\" statt. Der \"Tag der Ehre\" gilt als eine der größten Neonaziveranstaltungen Europas Die diesjährige Veranstaltung wurde maßgeblich durch Mitglieder der \"Légió Hungária\" organisiert.  Die im August 2018 als Bewegung gegründete \"Légió Hungária\" gilt inzwischen als eine der wichtigsten Neonaziorganisationen Ungarns und arbeitet eng mit anderen europäischen Neonazigruppen zusammen. Neben der \"Légió Hungária\" war auch der ungarische Ableger der Hammerskins (HS) in die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung eingebunden. Während noch in den Vorjahren die Veranstaltung primär dem ungarischen Ableger von \"Blood \u0026 Honour\" (B\u0026H) zugerechnet wurde, tauchten in diesem Jahr nur vereinzelte B\u0026H-Vertreter*innen auf. Das internationale Netzwerk von \"Blood \u0026 Honour\" scheint zumindest in Ungarn zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Ein Großteil der Teilnehmer*innen des diesjährigen \"Day of Honour\" kann dem Netzwerk der Hammerskins zugeordnet werden.  Auch eine Reisegruppe der Partei \"Die Rechte\" aus der Bundesrepublik reiste zu der Veranstaltung an.","date":"8 Februar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-02-08/","section":"Fotos","summary":"Am 08.02.2020 fand in den ungarischen Hauptstadt Budapest der sogenannte \"Day of Honour\" statt.","title":"\"Day of Honour\" in Budapest"},{"city":"Budapest","content":"Auch im Jahr 2020 fand in der ungarischen Hauptstadt Budapest der sogenannte \"Marsch der Ehre\" statt. Die Veranstaltung dient als Verherrlichung der Wehrmacht und ihrer ungarischen Verbündeten, welche im 2. Weltkrieg in Budapest gegen die vorrückende Armee der Sowjetunion kämpfte.","date":"8 Februar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-02-08-2/","section":"Fotos","summary":"Auch im Jahr 2020 fand in der ungarischen Hauptstadt Budapest der sogenannte \"Marsch der Ehre\" statt.","title":"\"March of Honour\" in Budapest"},{"city":"Bremerhaven","content":"Am Freitag, den 24.01.2020 führten Mitglieder der Partei \"Die Rechte\" in der Fußgängerzone Bremerhaven eine Mahnwache durch.","date":"24 Januar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-01-24/","section":"Fotos","summary":"Am Freitag, den 24.01.2020 führten Mitglieder der Partei \"Die Rechte\" in der Fußgängerzone Bremerhaven eine Mahnwache durch.","title":"Neonazikundgebung in Bremerhaven"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/kamp-lintfort/","section":"Orte","summary":"","title":"Kamp-Lintfort"},{"city":"Kamp-Lintfort","content":"Am Samstag den 11.01.2020 veranstaltete die Partei \"Die Rechte\" in der Fußgängerzone von Kamp-Linfort (NRW) eine Kundgebung. Als Anmelder trat der Dortmunder Michael Brück (links), seines Zeichens stellvertretender Bundesvorsitzender und Bundesgeschäftsführer der Neonazipartei in Erscheinung. Unterstützung fand Michael Brück vor allem bei Andre Penczek, welcher das Lautsprecherfahrzeug während der VEranstaltung betreute. Auch die beiden Bundesvorsitzenden der Partei \"Die Rechte\" Sascha Krolzig (hier im Bild) und Sven Skoda bafanden sich vor Ort. Die Neonazis hatten die Kundgebung angemeldet, nachdem durch einen Zeitungsartikel bekannt geworden war, dass der Bürgermeister von Kamp-Lintfort einen Waffenschein beantragt hatte und dieses mit Bedrohungen durch Neonazis begründete. Da ihm der Waffenschein durch die Polizei nicht zugestanden wurde, klagt der Bürgermeister inzwischen vor dem Verwaltungsgericht. Die Neonazis der Partei \"Die Rechte\" nahmen dies zum Anlass und meldeten eine Kundgebung in der niederrheinischen Stadt an und erstatten mehrfach Anzeige gegen den Bürgermeister. Die Mitglieder der in der Region aktiven Neonazikameradschaft \"Volksgemeinschaft Niederrhein\" versgten indes der Partei die Unterstützung. Man wolle dem Bürgermeister keine Aufmerksamkeit geben, hieß es in einer Erklärung. So fanden sich vor allem Neonazis aus der Führungsmannschaft der Partei \"Die Rechte\" und weitere Dortmunder Neonazis in Kamp-Lintfort ein. Unter diesen befand sich auch Sigfried Borchert, genannt \"SS-Sigi\". Die versammelten Neonazis am Samstag, den 11.01.2020. Große Zahlen von Unterstützer*innen konnte die Neonazi-Partei während der Veranstaltung nicht erreichen. Alleine waren die Neonazis jedoch nicht. Der Kundgebung standen mehrere Gegendemonstrat*innen gegenüber.  Mehrfach ergriff an diesem Tag der Anmelder Michael Brück das Mikrophon. Als zweiter Redner fungierte der DR-Bundesvorsitzende Sven Skoda aus Düsseldorf.  Gegen 14:00 Uhr wurde die ursprünglich bis 16:00 Uhr angemeldete Kundgebung dann von den Neonazis für beendet erklärt. Während der Auflösung kam es noch zu vereinzelten Wortgefechten mit politischen Gegner*innen.","date":"11 Januar 2020","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2020-01-11/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag den 11.01.2020 veranstaltete die Partei \"Die Rechte\" in der Fußgängerzone von Kamp-Linfort (NRW) eine Kundgebung.","title":"Neonazikundgebung in Kamp-Lintfort"},{"city":"Eschede","content":"Im niedersächsischen Eschede fand auf dem sogenannten \"Hof Nahtz\" am Samstag den 21.12.2019 eine völkische Sonnenwendfeier statt. Bereits am Vormittag reisten Unterstützer*innen und Teilnehmer*innen an. Das Gelände und der Gebäudekomplex, der derzeit von der NPD-Niedersachsen zum Schulungsgebäude umgebaut wird, gilt inzwischen als einer der wichtigsten Treffpunkte der norddeutschen Neonaziszene. Einzelne Teilnehmer*innen kamen dabei auch mit dem Fahrrad. Oder auch zu Fuß. Wie hier Ulrich Eigenfeld, der ehemalige Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen. Angeschts der zu erwarteten Gegenproteste gegen die diesjährige Wintersonnenwendfeier meldeten die Veranstalter kurzerhand eine Demonstration an. Angemeldet waren rund 50 Teilnehmer*innen. Am Ende nahmen allerdings lediglich zehn Neonazis an der Demonstration teil. Trotz der geringen Anzahl an Teilnehmern wurde den Neonazis ein Lautsprecherfahrzeug zugestanden. Die Demonstration endete allerdings bereits bevor sie richtig begonnen hatte. Gegendemonstrant*innen blockierten die Wegstrecke. Der Landesvorsitzende der JN-Niedersachsen, Sebastian Weigler beim Verlesen der Auflagen. Als Redner waren Lennart Schwarzbach (NPD/JN Hamburg) sowie Carsten Dicty von der NPD-Goslar vorgesehen. Dicty erhielt allerdings bereits im Vorfeld ein Redeverbot. Der Landesvorsitzende der JN-Niedersachsen beim (erfolglosen) Verhandeln mit der Polizeiführung.  Am Ende mussten die versammelten Neonazis ihre geplante Demonstration absagen und kehrten zum \"Hof Nahtz\" zurück. Der Zuweg zu \"Hof Nahtz\" Wie bereits im September diesen Jahres konnte die NPD-Niedersachsen (hier vertreten durch ihren derzeitigen Landesvorsitzenden MAnfred Dammann) ihre eigentliche Veranstaltung nicht ungestört beginnen. Eine Gegendemonstration hatte sich angemeldet und zog direkt am Anwesen vorbei.","date":"21 Dezember 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-12-21/","section":"Fotos","summary":"Im niedersächsischen Eschede fand auf dem sogenannten \"Hof Nahtz\" am Samstag den 21.12.2019 eine völkische Sonnenwendfeier statt.","title":"Völkisches Treffen in Eschede"},{"city":"Hannover","content":"Nach einer Pressemitteilung der AfD Niedersachsen vom letzten Wochenende wurde das AfD-Mitglied Dr. Klaus Eikemeier (hier rechts im Bild) aufgefordert, \"sofort jegliche Ämter innerhalb der Partei niederzulegen und bis zum 02.12.2019 um 15.00 Uhr seinen Parteiaustritt zu erklären.\" Hintergrund der nun eilig ausgerufenen Absetzbewegungen der AfD-Niedersachsen ist das Bekanntwerden einer antisemitischen Publikation, welche das AfD-Mitglied Eikemeier (hier Bildmitte) zuvor im Selbstverlag publizierte und damit zahlreichem Anzeigen bei den zuständigen Behörden erzeugte. Inzwischen wurde ein Verfahren gegen den langjährigen AfD-Politiker eröffnet. Der in Hannover als praktizierender Allgemeinmediziner niedergelassene Eikemeier, betreibt darüber hinaus einen antisemitischen Internetblog, in welchen er einen tiefen Einblick in seine menschenverachtende Weltanschauung liefert. Auch hier (Screenshot-Internetblog) finden sich zahlreiche Beispiele für antisemitische Verschwörungstheorien und Menschenhass. Die Tätigkeiten Eikemeiers (hier während einer AfD-Demonstration in Hannover) waren für die AfD-Niedersachsen um deren Landesvorsitzende Dana Guth, bislang kein Problem - erst der nun einsetzende öffentliche Druck und der damit verbundene Imageschaden scheint nun zu eiligen Absatzbewegungen zu führen - die politischen Hintergründe von Klaus Eikemeier waren bis dato allerdings kein Geheimnis und sorgten bei der AfD-Niedersachsen für keinerlei Handlungsdruck. Die Äußerung der AfD-Niedersachsen um deren Landesvorsitzende Dana Guth (hier im Bild), nach dem „Herr Eikemeier [...] als Mitglied im Kreisverband Hannover bislang nicht fragwürdig in Erscheinung getreten“ zeugt davon, das die AfD nur wenig Schwierigkeiten besitzt mit organisierten Neonazis zusammenzuarbeiten. So war Klaus Eikemeier in der Vergangenheit auf einer Vielzahl von einschlägigen Neonaziveranstaltungen, wie hier während eines Neonaziaufmarsches im niedersächsischen Bad Nennorf anzutreffen. Auch an Landesparteitagen der NPD Niedersachsen nahm Eikemeier in der Vergangenheit teil: zum Beispiel während des 2010 durchgeführten NPD-Landesparteitages in Wilhelmshaven. Auch scheint es kein Problem für die AfD-Niedersachsen zu sein, das Eikemeier als Deligierter der NPD Niedersachsen in Erscheinung trat. So waren während des NPD-Deligiertenparteitages 2011 in Northeim nur Parteimitglieder und Deligierte der niedersächsischen NPD-Verbände geladen - Eikemeier war mit dabei. Dr. Eikemeier (hier in Bad Nenndorf 2011) beteiligte sich somit aktiv und an herausgehobener Stellung innerhalb neonazistischer Strukturen. Angebliche Unvereinbarkeitsbeschlüsse der AfD zeigen, wie auch ein Blick auf die Mitarbeiter*innen der AfD-Landtagsfraktion in Hannover offenbart, das es sich dabei um Imagepolitik handelt. Zahlreiche ehemalige Protagonist*innen der Neonaziszene agieren inzwischen in den Strukturen der AfD. Zwar ist, wie es aus Parteikreisen lautet, die Ämterniederlage von Klaus Eikemeier im Kreis- und Stadtverband Hannover inzwischen erfolgt; der Parteiaustritt, aus der ihm bislang wohlgesonnen Partei des praktizierenden Antisemiten, lässt allerdings noch auf sich warten. Es bleibt wenig glaubhaft, dass die Aktivitäten Eikemeiers niemanden in der AfD aufgefallen sein sollten. Das sich Eikemeier (hier im Bild während einer Weihnachtsfeier des Pegasus Germanus 2018 in Bassum) im \"Pegasus Germanus\" mit anderen AfDler*innen (wie z.B. Andreas Iloff) traf, welche über eine ähnliche Vita innerhalb neonazistischer Zusammenhänge verfügen, erscheint da nur logisch. Die jetzt eilig in Gang gesetzten Bemühungen der AfD-Niedersachsen zur Schadensbegrenzung erscheinen angesichts der Vielzahl personeller Verbindungen allerdings als reine Augenwischerei.","date":"5 Dezember 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-12-05/","section":"Fotos","summary":"Nach einer Pressemitteilung der AfD Niedersachsen vom letzten Wochenende wurde das AfD-Mitglied Dr.","title":"Die AfD Niedersachsen: Antisemiten für Deutschland?"},{"city":"Braunschweig","content":"Die Anreise zum Bundesparteitag der AfD begann schon in den frühen Morgenstunden. Viele der anreisenden Parteitagsbesucher*innen mussten sich allerdings einen Weg um die vielen Blockaden suchen, die es um den Veranstaltungsort herum gegeben hat. Die Polizei hat aus Sicherheitsgründen ein weiträumiges Gebiet um die Halle herum abgesperrt. Hier zu sehen eine Polizeikette, die den Weg für Demonstrierende in Richtung Halle absperrt. Über mehrere Stunden reisten die Teilnehmer*innen zum Bundesparteitag an. Den ganzen Tag über gab es dezentralen Protest. Die Demonstrierenden hier befanden sich in Sichtweite des Haupteingangs der Halle. Um 11:00 Uhr startete eine Großdemonstration vom Europaplatz durch die Stadt zum Schlossplatz. Es nahmen etwa 20.000 Personen an der Demonstration teil.","date":"30 November 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-11-30/","section":"Fotos","summary":"Die Anreise zum Bundesparteitag der AfD begann schon in den frühen Morgenstunden.","title":"AfD-Bundesparteitag in Braunschweig"},{"city":"Hannover","content":"Am Samstag, 23.11.2019, fand in Hannover eine Demonstration der Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der NPD, statt. Diese Demonstration wurde bereits bei einer NPD-Wahlkampfkundgebung im April unter dem Motto angekündigt: „Hol dir deine Stadt zurück!“ - angesichts der Tatsache, dass zu dieser Kundgebung keine Teilnehmer*innen aus Hannover kamen, ein etwas ambitioniertes Projekt. Das war vermutlich auch der Grund dafür, dass der Aufrufflyer und damit auch das Motto kurz vor der Demonstration noch überarbeitet wurden. Nun richtete sich die Demonstration gegen „linken Journalismus“, der an einigen Journalisten gezielt festgemacht wurde, aber auch gegen den NDR und gegen die GEZ-gebühren. Hinzu kam dann auch noch die Forderung „Gerechtigkeit für Karl“, die sich auf den ehemaligen SS-Mann Karl Münter bezieht. Münter, der am Massaker von Ascq beteiligt war und dafür in Abwesenheit in Frankreich zum Tode verurteilt wurde, hatte im Jahr 2018 sogenannte „Zeitzeugenvorträge“ gehalten , unter anderem im Haus von Thorsten Heise. Heise, Mitglied des NPD-Bundesvorstandes, war aufgrund vorangegangener Äußerungen für diesen Tag von der Polizei mit einem Redeverbot belegt worden. Ein von der Polizei ausgesprochenes Verbot der gesamten Demonstration wurde vom Verwaltungsgericht gekippt. Heise hetzt allerdings nicht erst seit kurzem gegen Journalist*innen. Auf einer NPD-Veranstaltung im Februar 2018 in Karlshöfen (Niedersachsen) sagte er in seinem Redebeitrag: „So weiß ich doch heute ganz genau, dass eines unserer Hauptfeindbilder diese Journaille sein muss“ , ... ... um dann beim Tag der deutschen Zukunft (TddZ) 2018 Journalist*innen auch namentlich zu benennen und zu bedrohen. Da für den Beginn der Demonstration unterschiedliche Uhrzeiten kursierten, zog sich bereits die Ankunftsphase sehr in die Länge: hier die ersten Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern. Anmelder der Demonstration war Carsten Dicty (NPD)aus Goslar, der abseits des Landesverbandes agiert. Das führt immer wieder dazu, dass seine Veranstaltungen – wie auch hier in Hannover – keinerlei Unterstützung durch den Landesvorstand oder andere NPD-Mitglieder erhalten. Die Versammlungsleitung hatte Joost Nolte inne. Nolte, der bis zum Jahresende 2017 dem „Kollektiv Nordharz“ angehörte und im Jahr 2018 ohne großen Erfolg versuchte einen Ableger der Partei „Die Rechte“ in Südniedersachsen aufzubauen, versucht nun sein Glück bei den Jungen Nationalisten. Wie auf der Demonstration zu sehen war, sind ihm aber nur wenige seiner ehemaligen Kameraden auf diesem Zickzackkurs gefolgt. Nikolai Nerling, auf Grund seiner neofaschistischen Aktivitäten suspendierter Grundschullehrer, war als einer der Redner angekündigt. Nerling wuchs in der Nähe von Bienenbüttel in einem völkisch geprägten Milieu auf und stand vor kurzem wegen Volksverhetzung vor Gericht. Bereits am Auftaktort der Demonstration, dem Bismarckbahnhof, fiel das enorme Polizeiaufgebot ins Auge. Neben zahlreichen Einsatzgruppen der Polizei waren 2 Reiterstaffeln, eine größere Anzahl Polizeihunde, Hubschrauber, mehrere Wasserwerfer , ein Räumpanzer und , später auf dem Maschsee, sogar ein Polizeiboot im Einsatz, ... ..., was angesichts der nur etwa 100 Teilnehmer*innen absolut überdimensioniert erschien. Ohne diese Unterstützung wäre die Teilnehmerzahl vermutlich im unteren zweistelligen Beriech geblieben, folgten doch nur wenige Mitglieder der JN dem Aufruf nach Hannover. Neben dem Landesvorsitzenden Sebastian Weigler waren nur einige wenige JN-ler*innen aus Braunschweig, Hildesheim und Brackel vor Ort. Aus Oldenburg reiste die Kleinkünstlerin Imke Barnstedt an. Die Schauspielerin bewegt sich im neonazistischen Milieu, speziell in Kreisen, die den Holocaust leugnen. Daher ist es auch kein Zufall, dass Barnstedt im Block der Partei „die Rechte“ lief, die auf ihrem Transparent Freiheit für die inhaftierte notorische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel forderte. Barnstedt nahm bereits im Jahr 2003 an einem Treffen auf der Wartburg teil, bei dem auf Transparenten der Holocaust geleugnet wurde. Unter den Teilnehmer*innen befand sich auch Stanley Röske (rechts) aus Hessen. Röske gilt als Führungsmitglied von C18 und ist Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren wegen Weiterführung von „Blood\u0026Honour“ Deutschland. Auch Robin Schmiemann aus Castrop-Rauxel (links) war nachweislich Mitglied bei C18, bevor er wegen eines Überfalls auf einen Supermarkt, bei dem er eine Person lebensgefährlich verletzte, 2008 für mehrere Jahre ins Gefängnis ging. Schmiemann trug auf der Demonstration ein offensichtlich speziell für diesen Anlass bedrucktes T-shirt. Seit einiger Zeit ist auch Sven Wellhausen wieder häufiger auf neofaschistischen Aufmärschen zu sehen ( hier mit Mitgliedern der JN aus Brackel). Wellhausen war einer der ständigen Bewohner des Heisenhofes in Dörverden, den der Rechtsanwalt Jürgen Rieger in den Jahren 2004/2005 zu einem nationalen Zentrum ausbauen wollte. Damals benannte auch Rieger bereits in einem Interview Journalist*innen als Feindbild. Als Versammlunsleiter hatte Joost Nolte die Aufgabe die Auflagen zu verlesen. Das gestaltete sich etwas schwierig, da die Lautsprecheranlage nicht recht funktionierte, sodass Nolte einige Passagen zweimal vorlesen musste. Mit ziemlicher Verspätung startete dann die Demonstration. Die Demonstrationsstrecke verlief zuerst vom Bismarckbahnhof zum Maschsee. Am dortigen Funkhaus des NDR sollte eine Zwischenkundgebung abgehalten werden. Wiederholt kam es auf der Strecke zu Stockungen durch Sitzblockaden. Etliche der etwa 7000 Gegendemonstrant*innen hatten es geschafft, bis zur Aufmarschstrecke vorzudringen. Dabei wechselte auch eine Fahne kurzzeitig die Seiten. Erster Redner der Kundgebung am Funkhaus war Sebastian Weigler. Weigler war in seiner Rede sichtlich bemüht alle vorher angekündigten Demonstrationsthemen abzuarbeiten, ohne dabei in den Fokus polizeilicher Ermittlungen zu geraten. Ein Vorhaben, das bei den Teilnehmer*innen nur für müden Applaus sorgte. Auch von Nikolai Nerling, der als Zweiter sprach, hatten sich wohl alle etwas Anderes erwartet. Nerling beschwor die Einheit der rechten Szene, wobei er NPD, Die Rechte, den 3.Weg und die AfD zusammen mischte. Sein stockend vorgetragener Beitrag lässt vermuten, dass auch er darauf bedacht war keine verfänglichen Äußerungen zu machen. Auch Sven Skoda , dem Bundesvorsitzenden der Partei „Die Rechte“, gelang es in seiner Rede nicht den Themenwirrwarr verständlich rüberzubringen, obwohl er sich viel Mühe gab, seinen Zuhörer*innen verständlich zu machen, warum jetzt nach der AfD auch die „rechte Bewegung“ gegen GEZ-Gebühren protestieren müsse. Nach wiederum längerer Wartezeit setzte sich der Demonstrationzug dann im Dunkeln wieder in Bewegung in Richtung Aegidientorplatz, dem Endpunkt der Demonstration. Hier verabschiedete Joost Nolte die Teilnehmer*innen in aller Kürze, bevor diese von der Polizei geschlossen in die nächstgelegene U-Bahnstation geleitet wurden.","date":"23 November 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-11-23/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, 23.11.2019, fand in Hannover eine Demonstration der Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der NPD, statt.","title":"NPD-Demonstration in Hannover"},{"city":"Bielefeld","content":"Etwa 230 Neonazis versammelten sich am 09.November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Bielefeld. Vereinzelt reisten Neonazis aus dem Ausland an, wie hier ein Teilnehmer aus Ungarn. Anlass war der 91.Geburtstag der notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel, die derzeit in der JVA Bielefeld inhaftiert ist. Auch altgediente Funktionäre aus der Neonaziszene, wie hier Hendrik Ostendorf, Thomas Wulff und Christian Worch, nahmen an der Demonstration teil. Worch, ehemals bundesweit bedeutsam, blieb allerdings nur die Rolle einer Randfigur. Mit bereitgestellten Blumensträußen sollte so etwas wie Geburtstagsstimmung aufkommen. Maßgeblich organisiert wurde die Versammlung von nordrhein-westfälischen Strukturen der Kleinstpartei „Die Rechte“. Als Versammlungsleiter fungierte der Dortmunder Neonazi Michael Brück, der hier die Auflagen der Versammlungsbehörte verliest. Die Beteiligung aus Bremerhaven fiel äußerst gering aus. Der erste Redebeitrag des Tages kam vom Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda. Angeführt wurde der Aufmarsch vom Dortmunder Ableger der Partei „Die Rechte“. Ebenfalls mit einer kleinen Abordnung vertreten: Die Gruppierung „Amsivaren“ aus dem Emsland. Auch Dieter Reifling aus Hildesheim blieb nur die Rolle des Twitter-Berichterstatters. Dieser Teilnehmer des Aufmarschs wurde von der Polizei kontrolliert, nachdem er versuchte, einen Pressefotografen tätlich anzugehen. Der Aufmarsch der Neonazis führte vom Hauptbahnhof zum Bielefelder Justizzentrum und zurück. Über die gesamte Aufmarschstrecke gab es vielfältige antifaschistische Proteste. Hier stellten sich Menschen schützend vor sogenannte „Stolpersteine“, die an von Nazis deportierte jüdische Menschen erinnern. Die Neonazifunktionärin Edda Schmidt, Mitglied der völkisch-rassistischen „Artgemeinschaft“ trat während der Zwischenkundgebung ans Mikrofon. Markus Walter (3.v.r.) gilt als einer der aktivsten Haverbeck-Unterstützer. Walter war es auch, der zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort Haverbecks verlas. Aus Großbritanien reiste Richard Edmonds, Mitbegründer der „British National Party“, an. Axel Schlümper, ehemaliger Thüringer Bereichsleiter der mittlerweile aufgelösten „Europäischen Aktion“ sorgte für musikalische Untermalung. Das Wort ergiff außerdem Klaus-Wolfram Schiedewitz von der revisionistischen „Gedächtnisstätte“ im Thüringischen Guthmannshausen. Wie im Vorjahr hielt der „Reichsbürger“ Christian Bärthel aus Ronneburg (Thüringen) eine durch und durch antisemitische Rede. Nach der Zwischenkundgebung am Justizzentrum ging es auf direktem Wege zurück zum Bahnhof.","date":"9 November 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-11-09/","section":"Fotos","summary":"Etwa 230 Neonazis versammelten sich am 09.November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Bielefeld.","title":"Holocaustleugner*innen in Bielefeld"},{"city":"Eschede","content":"Im niedersächsischen Eschede fanden auch im Jahr 2019 zahlreiche Neonaziveranstaltungen statt. Dazu gehörte auch ein völkisch-neonazistisches Erntedankfest im Septeber diesen Jahres. Bei dem genauen Veranstaltungsort handelt es sich um den sogenannten \"Hof Nahtz\" am Rande der kleinen Gemeinde. (Archivbild) Das Gelände wurde zuletzt vor allem durch die NPD-Niedersachsen und ihre Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) für Sonnenwendfeiern, Rechtsrockkonzerte und NPD-Landesparteitage genutzt. Hier im Bild Aktivisten der JN-Niedersachsen auf der Zufahrtsstraße zum \"Hof Nahtz\". Unter ihnen auch der derzeitige JN-Landesvorsitzende Sebastian Weigler (3te Person von Links) Während das Gelände in den letzten Jahren primär für spezielle Veranstaltungen, wie beispielsweise als \"Brauchtumsfeiern\" deklarierte Sonnenwendfeiern genutzt wurde, wird der Gebäudekomplex nun auch als zukünftiges Schulungszentrum ausgebaut. Neben NPD und JN wird das Areal auch von parteiunabhängigen Neonazigruppierungen genutzt. Zu diesen zählten in der Vergangenheit neben der inzwischen verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ) auch die hier abgebildete Gruppierung der \"Düütschen Deerns\" (Archivbild). Während bei dem im September stattgefundenen \"Erntefest\" Polizeikräfte vor Ort waren findet ein Großteil der Veranstaltungen in Eschede abseits behördlicher Präsenz statt. Immer wieder kam es in diesem Zusammenhang auch zu gewalttätigen Übergriffen von Neonazis auf Beobachter*innen die sich dem Gelände näherten. Im Februar 2019 verkaufte der Eigentümer des landwirtschaftlichen Betriebes, auf dessen Grundstück die Veranstaltungen durchgeführt werden, den \"Hof Nahtz\" an die NPD-Niedersachsen. Joachim Nahtz, langjähriges NPD.Mitglied und ehemaliger Besitzer des Gebäudekomplexes, am Rande des \"Erntefestes 2019\". Vor Ort waren in diesem Jahr auch Mitglieder der \"JN-Nordland\", einem Zusammenschluß von JN-Aktivist*innen aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Im Bild der führende Protagonist der Struktur und derzeitiger Landesvorsitzende der NPD-Hamburg Lennart Schwarzbach. Im September 2019 ebenfalls vor Ort: Manfred Börm, seines Zeichens ehemaliger Leiter des NPD-Bundesordnerdienstes, ehemaliger Landesvorsitzender der NPD-Niedersachsen und ehemals Aktivist der verbotenen \"Wiking-Jugend\" (WJ). Gemeinsam mit JN-Aktivisten oblag es Börm im September 2019 Pressevertreter*innen vom Geländekomplex abzuschirmn. Hier im Bild mit dem derzeitigen Landesvorsitzenden der NPD-Niedersachsen Manfred Dammann. Beim diesjährigen \"Erntefest\" gelang es erstmals einer Gegendemonstration bis in die unmittelbare Nähe zu gelangen. Die NPD dokumentierte den Protestzug. Manfred Dammann, hier links im Bild, ist neben seiner Parteitätigkeit, Verantwortlicher des sogenanten \"Nordland-TV\" - einem neonazistischen Videoportal, das auch immer wieder Holocaustleugner*innen ein Forum bietet. Auch der NPD-Landesvorsitzende aus Bremen, Horst Görmann (Links, mit Sonnenbrille), war im September 2019 vor Ort. Hier im Bild mit dem ehemaligen niedersächsischem NPD-Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg. Wie so oft befanden sich auch Kleinkinder und Heranwachsende mit ihren Eltern unter den Veranstaltungsteilnehmer*innen. Die Anwesenheit von Kleinkindern gehört auf dem \"Hof Nahtz\" inzwischen zum gewohntem Bild. Neonazis können hier nahezu ungestört an der Etablierung eines geschlossenen neonazistischen Weltbildes arbeiten und dieses an ihren Nachwuchs vermitteln. So diese \"Freizeitangebote\" lernen die Kinder auf spielerische Art und Weise neonazistische Symbolik und Weltvorstellungen in den eigenen Kosmos zu integrieren (Archivaufnahme: Erntefest 2015 in Eschede) Bislang sahen die Behörden keinen Grund diesbezüglich zu intervenieren... Ein Mitglied der \"JN-Nordland\" während der Veranstaltung im September 2019. Der Sänger der neonazistischen Musikgruppe \"Blutlinie\" (rechts) war ebenfalls beim diesjährigem \"Erntefest\" in Eschede vor Ort.","date":"28 September 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-09-28/","section":"Fotos","summary":"Im niedersächsischen Eschede fanden auch im Jahr 2019 zahlreiche Neonaziveranstaltungen statt.","title":"Neonazitreffpunkt Eschede und völkischer Erntedank"},{"city":"Grevesmühlen","content":"Am 31. August 2019 fand ein Sommerfest der NPD in Mecklenburg-Vorpommern statt. Ca. 120 Personen nahmen daran teil. Auf YouTube ansehen Auf archive.org ansehen","date":"31 August 2019","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2019.09.03.-npd-feiert-sommerfest-mit-hammerskins-blood-honour-und-combat-18/","section":"Videos","summary":"Am 31. August 2019 fand ein Sommerfest der NPD in Mecklenburg-Vorpommern statt. Ca. 120 Personen nahmen daran teil.","title":"NPD feiert Sommerfest mit Hammerskins, Blood \u0026 Honour und Combat 18"},{"city":"Hannover","content":"Am 24.8.2019 fand in Hannover eine Demonstration der Alternative für Deutschland unter dem Motto: „Es reicht!“ statt. Vorbereitet und durchgeführt wurde die Veranstaltung von einem Organisationsteam um Dietmar Friedhoff. Friedhoff ist Bundestagsabgeordneter der AfD und (Mit-)Begründer des „Pegasus Germanus“, wie sich die Flügelanhänger*innen in Niedersachsen bezeichnen. Startpunkt der Demonstration war der Platz der Göttinger Sieben nahe dem niedersächsischen Landtagsgebäude. Hier fand zur gleichen Zeit ein „Tag der offenen Tür“ statt. Im Ausstellungsraum der AfD-Fraktion verteilte die Ex-HDJlerin und aktive IB-Aktivistin Hildburg Meyer-Sande Häppchen und kleine Präsente, .... während sich draußen die ersten Demoteilnehmer*innen einfanden. Die Werbung für die Demonstration erfolgte hauptsächlich über die sozialen Medien. und begann erst etwa 2 Wochen vor der Veranstaltung selbst. Es gab zwei Werbevideos ... sowie etliche persönliche Stellungnahmen von AfD-Mitgliedern zur Demoteilnahme, ... ebenfalls auf Video. Auffällig an diesen Videos war, ... dass bis auf eine kurze Sequenz im Haupttrailer ... mit der Landesvorsitzenden Dana Guth ... hauptsächlich Personen aus Kreisverbänden zu Wort kamen, ... die dem Pegasus zugerechnet werden können. So gab es Beiträge aus Hannover-Land, Nienburg, Diepholz, Weserbergland, Hannover-Stadt, Braunschweig und Peine. Hinter der Polizeiabsperrung versammelten sich zahlreiche Gegendemonstrant*innen, die ihren Protest gegen die AfD-Veranstaltung lautstark vortrugen. Immer wieder versuchten die Demonstrationteilnehmer*innen durch eigenes Skandieren den Protest zu übertönen. Einige versuchten sogar ... zu den Gegendemonstrant*innen zu gelangen ... und konnten nur mit Mühe von der Polizei dran gehindert werden. Die Wirmer-Flagge auf diesem Foto ist eigentlich Symbol der deutschen Widerstandsbewegung um den 20.Juli 1944. 1999 proklamierte  der Rechtsextremist Reinhold Oberlercher, der Vordenker des „Deutschen Kollegs“, die Flagge als Symbol für das von Rechtsextremisten erstrebten 4. Reich. Seit 2014 ist die Flagge verstärkt auf Pegida-Demonstrationen zu sehen. Christoph Merkel vom AfD-KV Leer mit einem Arcadi-Magazin in der Tasche. Arcadi wird vom Sprecher des  AfD-KV Leverkusen  Yannick Noé als rechtes Livestyle-Magazin herausgegeben, das sich als publizistisches Projekt für unerfahrene „junge Menschen“ sieht.  Die Erstausgabe erschien im Oktober 2017 „mit Freundlicher Unterstützung von Einprozent.de“ (Fehler im Original). Den zahlreichen Autoren der rechten, vor allem identitären Szene, unter anderem Chris Zloch alias Chris Ares und Mario Müller (Kontrakultur) wird Raum geboten. Das Titelbild der Erstausgabe zierte die Neurechte Brittany Pettibone, die inzwischen mit dem Chef der IB Österreich, Martin Sellner verheiratet ist.  Zahlreiche Inserenten aus der Neuen Rechten, wie Dubravko Mandic, unterstützen das Magazin mit ihren Anzeigen. Vor allem aber bleibt zu bemerken, wie wenig Berührungsängste zwischen AfD und der Identitären Bewegung bestehen. Auch Gerd und Anna-Maria Ulrich aus Detmold hatte es nach Hannover gezogen. Beide waren in der verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) aktiv und führten dort Zeltlager und Schulungen für Kinder und Jugendliche durch. Die Ulrichs treten nur selten in der Öffentlichkeit auf. Zuletzt nahmen sie mit einigen ihrer Kinder an zwei Solidaritätsdemonstrationen für die inhaftierte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck in Bielefeld teil. Ebenfalls angereist war Andreas Iloff, Kreisvorsitzender der AfD Diepholz. Iloff veranstaltete im vergangenen Jahr gemeinsam mit Dietmar Friedhoff  zwei größere Veranstaltungen des „Pegasus Germanus“: ein Oktoberfest in Isernhagen sowie eine Weihnachtsfeier in Bassum.\nBei letzterer traten  als Redner die auch in der AfD selbst umstrittenen Parteimitglieder Dennis Augustin und Dubravko Mandic auf. Andreas Tute aus Hildesheim (mit grünem T-shirt)  war vor seinem Eintritt in die AfD Mitglied der rechtsextremen Partei „Pro Deutschland“ , nahm 2015 an Hagidaveranstaltungen in Hannover sowie an einer Mahnwache der Partei „Die Rechte“ teil. Paul Sass (im weißen Hemd) war bis vor kurzem aktives Mitglied der Identitären Bewegung in Niedersachsen und scheint jetzt im Kreisverband Northeim der AfD ein neues Zuhause gefunden zun haben. Henrik Stöckl , rechter You-Tuber ( hier im Gespräch mit Jaroslaw Poljak aus Delmenhorst), war während der gesamten Veranstaltung mit Kamera und Mikrofon dabei. Nach Schluss der Veranstaltung kam es zu einem Zwischenfall mit einer Gegendemonstrantin, die Stöckl bei laufender Kamera dermaßen rassistisch beschimpfte, dass gegen ihn jetzt wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Sehr bemüht um die Sicherheit zeigte sich Marc Aubel. Eigentlich wurde die Security von Oliver Westpfahl (Kreisverband Peine) organisiert, der seine Mitarbeiter*innen mit Anzügen auftreten ließ (siehe Bild1). Marc Aubel, der in der Vergangenheit auch schon an NPD-Kundgebungen in Hannover teilgenommen hat. ließ es sich dagegen nicht nehmen in eigenem Style mit Handschuhen aufzutreten. Die Ordner*innen rekrutierten sich aus den einzelnen Kreisverbänden wie hier rechts Gerhard Vierfuß aus Oldenburg. Vierfuß, der ehemalige Sprecher des AfD-Kreisverbandes Stadt Oldenburg / Ammerland, tritt neben seinen Aktivitäten bei der Oldenburger AfD auch als Vorsitzender des nationalistischen „Oldenburger Kreis“ sowie als Rechtsanwalt auf. Als Anwalt vertrat er unter anderem erfolglos die Identitäre Bewegung gegen das Innenministerium und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Es handelte sich bei den Ordner*innen in der Hauptsache ... um junge Männer „zwischen 18 und 35 Auch der frühere Vorsitzende der „Jungen Alternative“ Niedersachsen Sören Hauptstein (links) wirkte als Ordner mit. Nach seiner Abwahl als Landesvorsitzender wechselte Hauptstein wie viele der damaligen JA-Mitglieder in die Mutterpartei. Um 17 Uhr eröffnete Kathrin Baake aus Oythen als Versammlungsleiterin die Veranstaltung. Nach der Einleitung „Heute ist der Tag, an dem wir dafür sorgen, dass es in Zukunft anders wird“  verlas sie die Auflagen und führte anschließend durchs Programm. Delia Klages, Vorsitzende des Kreisverbandes Weserbergland, bezeichnete sich als Ideengeberin für die Veranstaltung. Sie kann – wie die meisten der folgenden Redner-  dem Pegasus zugerechnet werden.  Und genau wie die folgenden Redner versuchte sie die Stimmung aufzuheizen und durch Verallgemeinerung und alternative Fakten gegen Flüchtlinge zu hetzen. Wie schon in den Werbevideos spielte die Landesvorsitzende Dana Guth auch bei der Veranstaltung nur eine untergeordnete Rolle. Zwar durfte sie bei der Auftaktkundgebung reden und auch am Fronttransparent gehen, trotzdem war deutlich zu merken, dass auf dieser Veranstaltung andere das Zepter in der Hand hielten. Auch wenn sie versuchte in ihre Rede radikalere Töne einfließen zu lassen, blieb der Applaus eher verhalten. Da gelang es Christopher Emden  vom Kreisverband Verden trotz seiner Sprachprobleme schon eher  dem Publikum  einzuheizen. Emden, von Beruf Richter und Mitglied des Landesschiedsgerichts der AfD Niedersachsen, sprach von „einer Regierung, die seit mehreren Jahren konsequent gegen Recht und Gesetz verstößt“ und von Menschen, die „mit der Einstellung zu uns kommen, sich nicht an das Gesetz halten zu wollen“.  Sätze , die man so sicher auch in Dresden hört. Jens Kestner, Bundestagsabgeordneter der AfD aus Northeim, schrie seine Rede geradezu ins Mikrophon. Er beschwor in seinem Redebeitrag zahlreiche Endzeitenszenarien, bezeichnete Flüchtlingen pauschal als „Verbrecher , Terroristen, Mörder, Vergewaltiger“ und sprach vom „Entarten der Gesellschaft durch Einwanderung“ sowie vom „Entarten der Zivilgesellschaft“ durch den Gegenprotest. Auf der Schlusskundgebung sprach als Erstes Joachim Wundrak aus Steinhude. Wundrak, ein ehemaliger Luftwaffengeneral, ist der AfD-Kandidat für die anstehenden Oberbürgermeisterwahlen in Hannover.  Mit der Bezeichnung „gewaltaffine Kulturen Afrikas“ und völlig aus der Luft gegriffenen Zahlen zur angeblichen Steigerung der Ausländerkriminalität – in manchen Bereichen 800% - stellte er sich zwar als Scharfmacher dar, aber nicht als denkbarer Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt. Die Abschlussrede hielt Dietmar Friedhoff. Friedhoff, der schon in den Werbevideos als „Mann der großen Gesten“ aufgefallen war, zeigte sich auch hier als  jemand, dem es gelingt Menschen aufzuputschen. In seiner Rede rief er  unter anderem (vom Publikum lauthals unterstützt): „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ Ein Spruch, den man sonst eher Demonsrationen von NPD oder Die Rechte hört. Er beendete seine Rede dann dazu passend mit den Worten: „Holen wir uns diese, die deutsche Straße zurück!“ Propagandisten des eher rechten Lagers in der AfD Niedersachsen reisen im Gegensatz zur eher inaktiven „Alternativen Mitte“ um Dana Guth momentan verstärkt durch die niedersächsischen Kreisverbände . So zum Beispiel Jens Kestner ... und Paul Hampel mit ihrem gemeinsamen Vortrag zur Außen- und Sicherheitspolitik oder Dietmar Friedhoff , der über Umweltzerstörung (statt Klimawandel) referiert. Neben ihrer Präsenz vor Ort können sie dort auch die Stimmung unter den Mitgliedern ausloten. Auf dieser Fahne wird unter dem Deckmantel für die Freiheit für Julian Assange auch Freiheit für Tommy Robinson gefordert. Robinson, der vielfach vorbestrafte  Gründer und langjähriger Vorsitzender der rechtsextremen, islamfeindlichen English Defense League (EDL) wurde 2019 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte in einem Gerichtsverfahren den jugendlichen Angeklagten gefilmt und dies als Livestream auf Facebook veröffentlicht. Auch andere eher merkwürdige Fahnen wurden in der Demonstration gezeigt ... ebenso wie einschlägige Symbole. Der Demonstrationszug mit etwa 500 Teilnehmer*innen zog vom Landtag aus durch die Altstadt zum Steintor. Unter den Teilnehmer*innen befand sich auch Doris von Sayn-Wittgenstein, Landesvorsitzende der AfD Schleswig-Holstein. Sayn-Wittgenstein wurde vom Bundesverband der AfD wegen Unterstützung rechter Gruppierungen als Mitglied ausgeschlossen. Ebenso wurde sie aus der Landtagsfraktion ausgeschlossen. Dennoch wählten sie die AfDler*innen in Schleswig-Holstein erneut zur Landesvorsitzenden. Der 70-jährige russlanddeutsche Lehrer Viktor Kasper aus Hannover (vorn im Bild) hatte viele Jahre Kontakt zur NPD. Kasper wurde als Schärpen- und Fahnenträger bekannt, weil er zu jedem Anlass eine schwarz-rot-goldene Schärpe oder Fahne schwenkte. Er war der erste bekannte Fall, in dem die neu gegründete AfD ein Parteiauschlussverfahren wegen der Nähe zum Rechtsextremismus anstrebte. Dr. Klaus Eikemeyer, der hier links am Transparent des Kreisverbands Weserbergland zu sehen ist, war auf mehreren NPD-Parteitagen als Delegierter anwesend und besuchte mehrfach den sogenannten „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf. Während der Demonstration waren von den Teilnehmer*innen ... ... immer wieder Rufe  wie „Merkel muss weg!“ und ... ... „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ zu hören. Von der Bremer AfD waren gleich mehrere Vertreter anwesend: hier in der Bildmitte mit schwarzem T-Shirt Frank Magnitz, der amtierende Landesvorsitzende. Magnitz, der luft- und raumfahrtpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion ist, steht stark in der Kritik, da er unter anderem neben seinem Bundestagsmandat auch noch einen Sitz in der Bremer Bürgerschaft wahrnimmt. Ebenfalls vor Ort war sein direkter Konkurrent bei der anstehenden Neuwahl des Bremer Landesvorsitzes Thomas Jürgewitz (Bildmitte) aus Bremerhaven. Zwischen Magnitz und Jürgewitz ist ein erbitterter Zweikampf um diesen Posten entbrannt. Bei dem dritten anwesenden Bremer handelt es sich um Alexander Tassis. Tassis war 2015 in die Bremer Bürgerschaft gewählt worden und vertrat nach dem Rücktritt seiner 3 ebenfalls gewählten Parteikollegen bis 2019 dort die AfD. Zur Bürgerschaftswahl 2019 wurde Tassis, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, nicht wieder aufgestellt. Mirco Danner (hinten in Rockerkluft) sitzt für die AfD im Wilhelmshavener Stadtrat und hat dort den verstorbenen AfD-Abgeordneten Klinke-Mibert ersetzt. Danner war außerdem Teil der Initiativgruppe Wilhelmshaven-Friesland, deren Mitglieder unter anderem bei einem Übergriff auf eine Seebrückendemonstration in Berlin beteiligt waren. Andreas Iloff, Vorsitzender des Kreisverbandes Diepholz, gründete 1996 mit Gleichgesinnten den „Freundeskreis Deutschland“, einen heute noch existierenden Verein. Im Verfassungsschutzbericht 2000 steht dazu folgendes: „Von der Konzeption her sind der Freundeskreis Deutschland und das Gemeinschaftswerk Auehof darauf ausgerichtet, rechtsextremistisches Gedankengut, scheinbar unverdächtig, nicht im politischen sondern im kulturellen Bereich zu verbreiten. Dies erklärt die Kontakte der beiden auf dem Auehof tätigen Organisationen über Funktionäre, Mitglieder und Förderer zur NPD, zur DVU, zu den REP und anderen rechtsextremistischen Zusammenschlüssen.“","date":"24 August 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-08-24/","section":"Fotos","summary":"Am 24.8.2019 fand in Hannover eine Demonstration der Alternative für Deutschland unter dem Motto: „Es reicht!“ statt.","title":"AfD-Demonstration in Hannover"},{"city":"Hildesheim","content":"Am 27.07.2019 fand im niedersächsischen Hildesheim unter dem Motto „Gegen Pressehetze und Repression“ eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ statt. Als Anmelder der Kundgebung trat der Neonazi Johannes Welge in Erscheinung.  Gegen 12:30 Uhr erschienen die ersten Teilnehmer*innen am Veranstaltungsort vor dem Hildesheimer Hauptbahnhof. Unter den Anwesenden befand sich auch Lasse Richei von der Braunschweiger Neonazigruppierung „Adrenalin Braunschweig“ Gemeinsame Anreise von Dortmunder Neonazis: Darunter auch Mitglieder des Bundesvorstandes der Partei „Die Rechte“. Der niedersächsische Landesvorsitzende Holger Niemann blieb der Veranstaltung hingegen fern. Aufbau des Lautsprecherfahrzeuges Links im Bild: Markus Walter, Mitglied des Bundesvorstandes und Bundesmedienbeauftragter der Parteiorganisation. Auch Christoph Drewer, Beisitzer des Bundesvorstandes und Beauftragter für „Soziale Netzwerke“ gehörte zu der Dortmunder Reisegruppe Der Versammlungsleiter Johannes Welge beim Verlesen der Auflagen Johannes Welge hielt ebenfalls den ersten Redebeitrag der Versammlung. Angesichts antifaschistischer Gegenproteste ging seine Rede weitestgehend unter. Nicht alle der angereisten Teilnehmer*innen begeisterten sich für die Veranstaltung.. Auch Mitglieder der „Kameradschaft Einbeck“ nahmen an der Veranstaltung teil Lasse Richei während seines Redebeitrags. Inhalt war seine kürzlich erfolgte Einstufung als „Gefährder“ durch die zuständigen Behörden. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei „Die Rechte“ und Bundesgeschäftsführer Michael Brück hielt den letzten Redebeitrag der Veranstaltung. Wie zuvor ging dieser in den lautstarken Protesten weitestgehend unter. Gegen 14:25 Uhr fand die Veranstaltung ihr Ende Im Anschluss an die Veranstaltung reisten eine Teilnehmer*innen mittels Zugverkehr ins nahegelegene Bodenburg / Östrum. Die Personengruppe wurde nahe des Bahnhofes eingesammelt. Hintergrund war die beabsichtigte Gründung eines neuen Kreisverbandes der Partei „Die Rechte“. Die Gruppe wurde schließlich von Johannes Welge abgeholt. In einer zweiten Fahrt wurde in einem nahegelegen Supermarkt unter anderem alkoholische Getränke gekauft. Ort der Kreisverbandsgründung war die niedersächsische Kleinstadt Almstedt. Im privaten Wohnhaus von Johannes Welge versammelten sich einige der Teilnehmer*innen der vorangegangenen Kundgebung.. .. sowie die ebenfalls in Hildesheim anwesenden Mitglieder des Bundesvorstandes der Parteiorganisation Am gleichen Abend wurde dann die Gründung des „Kreisverbandes Hildesheim-Braunschweig“ bekannt gegeben. ","date":"27 Juli 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-07-27/","section":"Fotos","summary":"Am 27.07.2019 fand im niedersächsischen Hildesheim unter dem Motto „Gegen Pressehetze und Repression“ eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ statt.","title":"Kundgebung und Gründung des Kreisverbandes Die Rechte Braunschweig / Hildesheim in Hildesheim"},{"city":"Hildesheim","content":"Für den 27. Juli 2019 ruft ein \"KV Hildesheim-Braunschweig\" der Partei \"Die Rechte\" zu einer Kundgebung am Hildesheimer Hauptbahnhof auf. Bei dem Anmelder der Kundgebung handelt es sich um den Almstädter Neonazi Johannes Welge (hier als Ordner während einer Demonstration am 14.01.2017 in Köln) Schon in der Vergangenheit trat Welge für die Partei \"Die Rechte\", damals noch für einen \"Kreisverband Hildesheim\", als Kreisvorsitzender in Erscheinung und meldete Veranstaltungen an. So zum Beispiel eine Kundgebung am 28.05.2015 in Groß Lafferde. Dort trat er auch erstmals öffentlich als Redner in Erscheinung. Auch an einer Solidaritätsdemonstration für den wegen Volksverhetzung inhaftierten Neonazi Dieter Riefling aus Söhlde im Jahr 2015 beteiligte sich Welge federführend. Die damaligen Strukturen um Johannes Welge entwickelten für kurze Zeit einige Aktivitäten, besuchten auch auswärtige Aufmärsche wie hier 2015 in Halberstadt. Aber diese Euphorie dauerte nicht lange an.  Welge war – nicht zuletzt aufgrund seines übermäßigen Alkoholkonsums- als Kreisvorsitzender nicht mehr tragbar. Ein Versuch mit neuer Führung weiterzumachen, wurde ebenfalls nach kürzester Zeit beendet. Ein Großteil der Aktivist*innen des inzwischen aufgelösten \"Kreisverbandes Hildesheim\" wechselte daraufhin zur NPD und ihrer Jugendorganisation (JN) über (hier bei einem JN-Aufmarsch 2018 in Salzgitter). Das traf die niedersächsische \"Rechte\" hart, waren doch zuvor bereits die beiden anderen niedersächsischen Kreisverbände von der Bildfläche verschwunden. Dabei startete die Partei \"Die Rechte\" in Niedersachsen durchaus offensiv: Im Februar 2013 wurden rasch hintereinander der \"Kreisverband Heidekreis\" und der niedersächsische Landesverband der Partei \"Die Rechte\" in Munster gegründet. Christian Worch (braune jacke) war als Mitglied des Bundesverbandes während der Gründungsveranstaltung persönlich in Munster anwesend. Während Stefan Klingbeil aus Munster, der vorher bei der Kameradschaftsgruppe \"Snevern Jungs\" aktiv war und auch  schon für die NPD kandidiert hatte, erster Kreisvorsitzender in der Heide wurde, wählten die Anwesenden Robert Klug aus Hannover (hier während der Gründungsveranstaltung in Munster) zum ersten Landesvorsitzenden. Der \"Kreisverband Heidekreis\" stellte seine Arbeit jedoch kurz nach der Gründung wieder ein. Da auch vom Landesvorsitzenden Robert Klug kaum Aktivitäten ausgingen und er zudem kurz nach seiner Wahl aus Niedersachsen verzog, folgte ihm Holger Niemann (hier mit Halstuch und schwarzer Mütze), der bereits bei der Gründungsveranstaltung dabei war, auf den Vorstandsposten.  Auch Holger Niemann hatte zur Zeit seiner Wahl schon eine längere Karriere in der rechten Szene vorzuweisen. Niemann (hier, ganz links, während Landesparteitag der NPD in Northeim) agierte vor allem in den Strukturen der JN Lüneburg und dem NPD-Bundesordnerdienst. Holger Niemann (Bildmitte) kann inzwischen als einzige verbliebene Konstante der Parteiarbeit (Partei \"Die Rechte\") in Niedersachsen bezeichnet werden. Wobei Holger Niemann auch in der parteiunabhängigen Kameradschaftsszene tätig ist. Trotz seiner Funktion als Landesbeauftragter der Partei in Niedersachsen gehört Holger Niemann selbst keinem Kreisverband der \"Rechten\" an sondern arbeitet als \"Einzelkämpfer\". (hier bei einem Fackelmarsch in Nienburg 2015 mit dem damaligen Bundesvorsitzenden Christian Worch und Michael Kurzeja, Bremen). Mit seiner Isolation steht Holger Niemann in Niedersachsen nicht gänzlich alleine: Auch Jan Engelke aus Verden schafft es nur selten, so wie hier in Nienburg Mitstreiter*innen für die Aktionen des \"Kreisverbandes Verden\" von der Partei \"Die Rechte\" zu finden.  Allerdings gelang es dem \"Kreisverband Verden\" im August 2016 eine Vortragsveranstaltung mit Ursula Haverbeck im Raum Verden zu veranstalten. Diese fand in einem Partyzelt im Garten des früheren NPD/JN-Aktivisten Malte Bormann in Nordkampen bei Walsrode statt. Seit dieser Veranstaltung, die hauptsächlich von Markus Walter (2. von rechts) organisiert wurde, gab es keine weiteren sichtbaren Aktivitäten des KV Verden mehr. Auch Markus Walter ist ein Überläufer. Er begann seine Karriere bei der NPD, wo er sogar kurzfristig einen Sitz im Rat der Stadt Verden einnahm, wechselte aber kurz darauf zur \"Rechten Rhein-Erft\".  Auch der Landesverband Bremen um den Neonaziaktivisten Michael Kurzeja (rechts im Bild), der ebenfalls früher der NPD angehörte, konnte seit seiner Gründung keine sichtbaren Aktivitäten entfalteten und verschwand schließlich. Erst im vergangenen Jahr gelang es Alexander von Malek (Bildmitte) in Bremerhaven einen Kreisverband zu installieren, der auch eine Zeit lang sichtbar war. Wie auch schon Walter und Kurzeja  war von Malek vorher für die NPD  aktiv. Nach dem miserablen Abschneiden bei der Senatswahl im Mai 2019 scheint aber auch hier die Arbeit eingestellt worden zu sein. Die Gründung und anschließende Auflösung von \"Die Rechte-Kreisverbänden\" besitzt in Norddeutschland inzwischen durchaus Tradition. So verhielt es sich auch bei dem im Januar 2018 in Goslar gegründeten Kreisverband \"Süd-Ost-Niedersachsen\". Vorausgegangen war die Auflösung des \"Kollektiv Nordharz\", dessen Mitglieder fast geschlossen in die neue Gruppe übertraten. Zur feuchtfröhlichen Gründungsfeier in Bündheim waren auch Mitglieder des Bundesvorstandes (hier Sacha Krolzig, Bildmitte) anwesend. Zeitweilig konnte die Gruppe um den Neonaziaktivisten Joost Nolte einen leerstehenden Gewerbehof in Bündheim nutzen. Einige Mitglieder wohnten dort auch zeitweise. Allerdings gelang es der Stadt Goslar bald darauf dort Konzerte und größere Versammlungen aus Sicherheitsgründen zu verbieten. Die Hauptaktivität der \"Rechten\" in Goslar war die Ausrichtung des \"Tag der deutschen Zukunft\" (TddZ) 2018, eine Kampagnendemonstration deren Organisation sie noch unter dem Label \"Kollektiv Nordharz\" übernommen hatten. (hier Joost Nolte in Themar 2017). Zur TDDZ-Mobilisierung wurden mehrere Veranstaltungen durchgeführt. So z. B. im Herbst 2017  in Goslar, wo der Auftritt von Dieter Riefling an einem Redeverbot durch die Polizei scheiterte. Auch das Ausweichen  nach Vienenburg (hier im Bild) und anschließend nach Salzgitter änderte nichts am Verbot der Polizei. Auch der eigentliche TddZ in Goslar blieb mit 268 Teilnehmer*innen weit hinter den Erwartungen zurück. Hier im Bild Martin Schüttpelz (früher \"Die Rechte Hildesheim\", jetzt JN). Kurz nach dem TddZ wechselte Joost Noltes zur JN Niedersachsen und trat auch für die NPD öffentlich in Erscheinung. Der \"KV Süd-Ost-Niedrsachsen\" löste sich anschließend auf. Dem am Anfang erwähnte \"Kreisverband Braunschweig\" unter seinem damaligen Kreisvorsitzenden Michael Berner erging es nicht anders. Berner verließ die Szene, die \"Rechte\" verschwand aus Braunschweig. Nun findet am 27.07.2019 die erneute Gründung eines Kreisverbandes der Partei \"Die Rechte\" unter dem Namen \"KV Hildesheim-Braunschweig\" statt. Die Aktivitäten des Anmelders der in diesem Zusammenhang geplanten Kundgebung, Johannes Welge (Bildmitte, auf der Suche nach seiner Fahne), waren allerdings zuletzt nicht von Erfolg gekrönt. Eine Demonstration der Partei am 18.05.2019 in Hildesheim konnte aufgrund von Gegenprotesten die geplante Route nicht durchsetzen. Auch die Anzahl der Teilnehmer*innen blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Von den ursprünglich 100 angemeldeten Teilnehmer*innen erschienen lediglich etwa 20 Personen. Inwieweit die nun beabsichtigte Neugründung eines Kreisverbandes der Partei \"Die Rechte\" konträr zur bisherigen Entwicklung steht und eine neue Richtung eingeschlagen wird, bleibt abzuwarten. Die Prognosen über die Haltwertszeit der Kreisverbandes sind angesichts der bisherigen Aktivitäten bestenfalls gering.","date":"26 Juli 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-07-26/","section":"Fotos","summary":"Für den 27. Juli 2019 ruft ein \"KV Hildesheim-Braunschweig\" der Partei \"Die Rechte\" zu einer Kundgebung am Hildesheimer Hauptbahnhof auf.","title":"Geplante Grünung und Kundgebung der Partei \"Die Rechte\" in Hildesheim"},{"city":"Halle","content":"Am 20.07.2019 lud die Identitäre Bewegung nach Halle, um eine nach Selbstangaben »echte Gegenkultur und identitäre Alternativen zum Mainstream« unter Beweis zu stellen. Etwa 200 Personen folgten diesem Aufruf. Damit blieben sie unter den erwarteten Zahlen weit zurück. Anders als angekündigt starteten sie nicht mit ihrer Demonstration ab 12:00 Uhr vom Hauptbahnhof, sondern sammelten sich vor dem identitären Hausprojekt »Haus Flamberg« in der Adam-Kuckhoff-Straße. Das »Haus Flamberg« ist seit Beginn der Nutzung ein Brennpunkt in der Stadt. Es ist Wohnsitz einiger Aktivist*innen der Identitären Bewegung Halle und beinhaltet verschiedene Büros. Der geänderte Startpunkt der Demonstration zum Hausprojekt hatte allerdings Konsequenzen. Der Slogan »Wir werden keinen Meter weichen« wurde aufgrund der anhaltenden Gegenproteste Realität. Schon zu Beginn fuhr Martin Sellner mit einiger Gefolgschaft in einem Großraum-Taxi zum Hauptbahnhof. Diese Aufbruchstimmung wandelte sich schnell in Frust um, da es aufgrund diverser Blockaden nicht möglich war zum Veranstaltungsort zurückzukehren. Aline Catinca Manescu (links) und der Ex-Delmenhorster Mario Müller (rechts) Mario Alexander Müller war vor der Zeit in der Identitären Bewegung und der Kontrakultur Halle bei den Jungen Nationaldemokraten (JN) und den Autonomen Nationalisten aktiv. Dass der Rechtsanwalt Gerhard Vierfuß (links im Bild) ein T-Shirt mit dem Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg trägt, ist nicht ganz unironisch. So verteidigte er den ehemaligen Vorsitzenden der niedersächsischen Jungen Alternative (JA) Lars Steinke vor Gericht, nachdem er Stauffenberg als »Verräter« und »Feigling« bezeichnet hatte. Der Oldenburger Gerhard Vierfuß vertrat die Identitäre Bewegung auch im Fall gegen den Verfassungsschutz. Aktiv ist er außerdem in der AfD Oldenburg, wo er zuvor auch einen Sprecherposten inne hatte. Die Anreise der Aktivist*innen aus dem Ruhrgebiet erfolgte per Bus. Marius König vom identitären »Ruhrpott Roulette« Trotz des Laufverbotes versuchte die Identitäre Bewegung medial wirksame Bilder zu generieren. Mehrfach wurde dazu aufgerufen fahneschwenkend auf die Straße vor dem Haus zu gehen. In der Zwischenzeit ... ... konnte bei heißem Wetter beobachtet werden, wie ... ... die wartenden Demonstrationsteilnehmer*innen versucht haben schattige Orte zu finden. Man achtete sehr auf die Außenwirkung ... ... so musste dieser Teilnehmer sein NPD-Shirt auf links drehen. Die anhaltenden Blockaden bereiteten den Verantwortlichen Kopfschmerzen. Ein Krisentreffen folgte dem nächsten. Jedoch ohne Erfolg. Die Organisator*innen hatten die Lage nur scheinbar im Griff. Dass der Aufzug nicht stattfinden wird, wollten sie nur ungern eingestehen. Der Gegenprotest war in der gesamten Umgebung aktiv und blockierte alle Ausgänge aus der Straße. Führungskader wie Daniel Fiß versuchten -sichtlich genervt- die Situation zu skandalisieren. Wütend war man darüber, dass der Verfassungsschutz die Identitäre Bewegung als rechtsextrem einstuft. Alexander 'Malenki' Kleine versuchte für Stimmung zu sorgen. Tommy Robinson, mit bürgerlichem Namen Stephen Yaxley-Lennon, ist Gründer der English Defence League (EDL). Er wurde zu 9 Monaten Haft wegen »Missachtung des Gerichts« verurteilt. Festgenommene wurden von der Polizei unter klatschen duch die Menge der wartenden Identitären geführt. Musikalisch war es eher eintönig. Einige Lieder des identitären Rappers Komplott wurden rauf und runter gespielt. Abwechlung gab es durch musikalisch vorgetragene AfD-Wahlwerbung von Till Lucas Wessel. Robert Timm (Mitte) Mehrmals trafen sich Identitäre zu einem Gruppenfoto. Daniel Fiß musste den wartenden Veranstaltungsteilnehmer*innen letztendlich mitteilen, dass es keine Demonstration geben wird. Am Rande der nicht laufenden Demonstration wurde ein Auto angezündet, das einem jungen Identitären aus Berlin gehört haben soll. Bereits im Vorfeld gab es Aktionen gegen Eigentum von Aktivist*innen der Identitären Bewegung. Auf diesem Gruppenfoto sind die Aktivist*innen aus dem Ruhrgebiet zu sehen. Mit fortschreitender Stunde stieg auch der Alkoholkonsum. Nach den Trinkspielen folgten die Eskapaden. Erst wurden linke Arbeiterlieder gesungen, später gab es in Anwesenheit der Presse einen oberkörperfreien Moshpit vor dem Hausprojekt. Die Abreise erfolgte unter Polizeischutz.","date":"20 Juli 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-07-20_halle/","section":"Fotos","summary":"Am 20.07.2019 lud die Identitäre Bewegung nach Halle, um eine nach Selbstangaben »echte Gegenkultur und identitäre Alternativen zum Mainstream« unter Beweis zu stellen.","title":"Demonstrationsversuch der Identitären Bewegung in Halle"},{"city":"Leipzig","content":"Eigentlich war geplant eine Kundgebung im linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz in der Nähe des linXXnet durchzuführen. Jedoch wurde diese Vorhaben einige Stunden zuvor in Richtung Innenstadt auf den Simsonplatz verlegt. Dies war der insgesamt vierte Anlauf der Partei eine Kundgebung im Leipziger Stadtteil Connewitz durchzuführen. Die ADPM konnte dabei rund 40 Sympathisanten mobilisieren. Der Gegenprotest bestand aus eineigen hundert Menschen, die sich um den weit abgesperrten Bereich versammelten. Die Partei »Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland« (ADPM) wurde am Anfang des Jahres durch André Poggenburg gegründet. Zuvor verließ Poggenburg die AfD. Er musste dort seine Ämter nach einer rassistischen Rede zum Aschermittwoch niederlegen, was ihn zum Austritt bewog. Neben einigen Kandidaten der ADPM waren auch einige andere bekannte Persönlichkeiten angereist. Hier der »PEGIDA-Anwalt« Jens Lorek. Lorek war einer der Ordner der Veranstaltung. Die blaue Kornblume, die das Logo der Partei ziert und hier von den Teilnehmer*innen der Veranstaltung getragen wird, galt in den 1930er Jahren als Erkennungszeichen der österreichischen Nationalsozialisten. Zusammen mit Egbert Ermer, dem Spitzenkandidaten der ADPM zur Landtagswahl 2019, reiste auch der ehemalige NPD-Funktionär Alexander Kurth an. Egbert Ermer trug wie hier zu sehen ein T-Shirt mit der Aufschrift »Kraft durch Freunde«, was als Anspielung auf die nationalsozialistische Freizeitorganisation »Kraft durch Freude« (KdF) verstanden werden darf. Dieses T-Shirt ist eines der 1998 aufgelösten neonazistischen Band »Legion Ost«. Legion Ost stand Blood and Honour nahe. Hier auf der Bühne: Gitte Kalder Nicos Chawales leugnete in seiner Rede den Klimawandel. Gelegentlich waren bei mehreren Redner*innen als antisemitisch deutbare Chiffren zu hören. Uta Nürnberger hielt ebenfalls eine Rede. Hier das Gesicht der Partei: der ehemalige AfD-Funktionär André Poggenburg.","date":"17 Juli 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-07-17/","section":"Fotos","summary":"Eigentlich war geplant eine Kundgebung im linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz in der Nähe des linXXnet durchzuführen.","title":"Kundgebung der ADPM in Leipzig"},{"city":"Ostritz","content":"Am vergangenen Wochenende fand das sogenannte  \"Schild und Schwert\"-Festival im sächsischen Ostritz statt. Organisatorisch getragen wurde die Veranstaltung im wesentlichen von den Strukturen der sogenannten \"Arischen Bruderschaft\". (Ostritz 2019) Bei der \"Arische Bruderschaft\" (AB) handelt es sich um eine Netzwerkorganisation der militanten Neonaziszene welche sich um den stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden und thüringischen NPD-Landesvorsitzenden Thorsten Heise gruppiert. (Ostritz 2019)\n Heise selbst agierte in den 90er Jahren vor allem in den Strukturen der parteilosen Kameradschaftszene. Bis 1995 trat er unter anderem als niedersächsischer Landesvorsitzender der 1995 verbotenen FAP in Erscheinung. Anfang der 2000er näherte er sich schließlich der NPD an. (Ostritz 2019) Im Jahr 2018 veranstaltete ein Organisationskreis um Thorsten Heise erstmals das sogenannte \"Schild und Schwert\"-Festival in Ostritz. Auch der regelmäßig stattfindende \"Eichsfeldtag\", einer Neonaziveranstaltung mit ähnlichem Konzept, wird von einem Organisationskreis um Thorsten Heise organisiert. (Ostritz 2019) Die Nutzung von Musik für neonazistische Propagandazwecke gehört seit Jahren zum Geschäft von Thorsten Heise. Mitte der 90er Jahre trat der ursprünglich aus Northeim kommende Heise bereits im Zusammenhang mit dem Neonazinetzwerk von  \"Blood \u0026 Honour\" in Erscheinung und verbreitete Tonträger mit Mitschnitten von \"Blood \u0026 Honour\" Konzerten. Über das von Thorsten Heise (Hier im Jahr 2018 während eines Neonazifestivals im thüringischen Themar) betrieben Label „WB Records“ bzw. „WB Versand“ („Witwe Bolte“-Versand) werden bis heute Tonträger von Musikgruppen vertrieben, welche dem Netzwerk von \"Blood \u0026 Honour\" zugerechnet werden. Bei \"Blood \u0026 Honour\" handelt es sich um ein internationales Netzwerk von Neonazis welche neonazistische Bands, deren Produzenten und militante Anhänger*innen miteinander koordiniert und das Ziel verfolgt nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten.  Nach dem in der Bundesrepublik Deutschland erfolgten Verbot von \"Blood \u0026 Honour\" im Jahr 2000 gab es immer wieder Versuche die Aktivitäten des Netzwerk im Untergrund und/oder unter anderem Namen fortzuführen oder schloßen sich B\u0026H-Sektionen im europäischen Umland an. (Bild: Neonazikonzert in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2001)  Die Neonaziszene nutzt die Symbolik, Zahlencodes und Abwandlungen der Anfangsbuchstaben um trotz des Verbotes auf B\u0026H anspielen. (Hier eine Variante am 15.07.2018 im thüringischen Themar) Das das nun am vergangenen Wochenende in Ostritz durchgeführte Konzert im Zusammenhang mit dem Netzwerk von \"Blood \u0026 Honour\" steht zeigt sich nur ein Blick auf die dort aufgetretenen Musikgruppen. So wurde die Veranstaltung im Vorfeld auf der offiziellen Internetseite des B\u0026H -Netzwerks beworben. (Screenshot) Der Bezug zu \"Blood \u0026 Honour\" manifestierte sich in Ostritz auch aus der Anwesenheit von Aktivisten der Neonazigruppierung \"Combat 18\" (C18), welche als bewaffneter Arm von B\u0026H in Erscheinung tritt und die Politik der Organisation ma ßgeblich mitbestimmt. (Ostritz 2019) Als wesentlicher Bestandteil von \"Blood \u0026 Honour\" propagiert \"Combat 18\" einen terroristischen Untergrundkampf mit kleinen, autonom voneinander agierende Zellen.  (Hier ein Teilnehmer eines Neonaziaufmarsches in Bielefeld 2018) Das offizielle Erkennungszeichen, ein weißer Drache, wurde auch am vergangenen Wochenende in Ostritz mehrfach gesichtet. Hier ein Mitglied der Neonazigruppe \"Brigade 8\" mit C18 Erkennungszeichen. (Ostritz 2019) Nach internen Richtlinien der Neonaziorganisation ist es Nichtmitgliedern inzwischen untersagt mit Erkennungszeichen der Organisation in Erscheinung zu treten. (Bild: Ostritz 2019)","date":"21 Juni 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-06-21/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Wochenende fand das sogenannte \"Schild und Schwert\"-Festival im sächsischen Ostritz statt.","title":"21 und 22.06.2019: Neonazifestival in Ostritz"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ostritz/","section":"Orte","summary":"","title":"Ostritz"},{"city":"Hannover","content":"Unter dem Motto \"Widerstand ist wählbar\" startete die NPD am 20.4.2019 in Niedersachsen in den Europawahlkampf. Dazu war eine Wahlkampftour von Göttingen über Hannover und Lüneburg in eine \"Überraschungsstadt geplant. An allen Orten sollte eine Kundgebung stattfinden. Nach dem etwas verspäteten Eintreffen der NPDler war auch in Hannover, wie schon vorher in Göttingen , festzustellen, dass die angekündigte \"nationale Opposition\" eher eine \"marginale Opposition\" sein würde. Gerade einmal 10 Personen entstiegen den beiden Fahrzeugen, mit denen die Wahlkämpfer um Carsten Dicty angereist waren – nicht einmal genug Personal, um die mitgebrachten Transparente halten zu können. Da sich am Kundgebungsort keine weiteren  Teilnehmer*innen mehr einfanden, hieß es für die Truppe um Ronny Zasowsk und Sebastian Weidler  auf Verstärkung  von auswärts zu warten. Diese Verstärkung kam etwa eine Stunde nach dem eigentlich angesetzten Kundgebungsbeginn. Vier Mitglieder der \"Kameradschaft Einbeck\" um Maurice Brosenne, die auch schon in Göttingen als \"Transparenthalter\" ausgeholfen hatten,  ermöglichten dann endlich den Beginn der Kundgebung. Carsten Dicty und Joost Nolte fungierten wie schon im vergangenen Jahr beim TddZ in Goslar als Anmelde- und Organisationsteam, wobei Nolte auch den Moderationspart übernahm. Erst im vergangenen Jahr gründete Nolte den Kreisverband \"Die Rechte Südost-Niedersachsen\", die nach dem nicht gerade erfolgreichen TddZ völlig in der Versenkung verschwand. Nun scheint Nolte seine neue Heimat in der ebenfalls bedeutungslosen NPD zu sehen. Als erster Redner trat in Hannover Sebastian Weigler, Vorsitzender dsr Landesverbandes Nord der Jungen Nationalisten, auf. Weigler, der keinerlei konkrete Aussagen zum Wahlprogramm der NPD machen konnte sondern lediglich  die üblichen Klagen  über \"Identitätsverlust\" und \"Multikultiwahn\" hören ließ, war übrigens das einzige Mitglied des NPD-Landesvorstandes, das sich an diesem Tag bei den Kundgebungen sehen ließ. Hauptredner war Ronny Zasowsk aus Brandenburg, der stellvertretende NPD Bundesvorsitzende und Europakandidat der NPD auf Listenplatz 2.  Zasowsk gelang es ebenfalls nicht in seiner Rede  irgendwelche konkreten Punkte aus dem Wahlprogramm der NPD anzusprechen, da auch er sich lediglich auf die These „Migration tötet“ konzentrierte und  darüberhinaus nur noch in der Lage war, die Teilnehmer*innen der zahlenmäßig starken Gegenkundgebung zu diffamieren. Die Kundgebung verlief nicht  ungestört, da es unzufriedenen Passant*innen mehrfach gelang ins Geschehen einzugreifen. Ein dritter geplanter Redebeitrag von Carsten Dicty fiel auf Grund der fortgeschrittenen Zeit aus. Einer weiteren Person, die auch schon an der Kundgbung in Göttingen teilgenommen hatte, wurde in Hannover der Zutritt zur Versammlung verwehrt. Trotz der fehlenden Beteiligung von Mitgliedern der NPD Hannover und des NPD-Landesvorstandes (beide existieren -wie vermutlich ein Großteil der niedersächsischen Kreisverbände- lediglich noch digital)… …kündigte Joost Nolte zum Abschluss der Veranstaltung eine Demonstration der NPD in Hannover für den 23.11.2019 an, Motto: Hol dir deine Stadt zurück! Auch wenn dieser Termin so gelegt ist, dass er sich nicht mit den zahlreichen rechten Festivals überschneidet, sieht es nach diesem eher dürftigen Wahlkampfauftakt nicht danach aus, als  ob die NPD noch in der Lage wäre eine größere Anzahl von Teilnehmer*innen auf die Straße zu bringen. Auch bei der nachfolgenden Kundgebung in Lüneburg betrug die Teilnehmerzahl nicht mehr als 15. Und die Kundgebung in der  \"Überraschungsstadt\" - Hamburg-Harburg- wurde letztendlich aus Zeitgründen abgesagt.","date":"20 April 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-04-20/","section":"Fotos","summary":"Unter dem Motto \"Widerstand ist wählbar\" startete die NPD am 20.4.2019 in Niedersachsen in den Europawahlkampf.","title":"\"Marginale Opposition\" – NPD-Wahlkampfauftakt in Hannover"},{"city":"Bremen","content":"Am Sonntag, dem 20. Januar 2019, fand ein Listenparteitag der AfD-Bremen in einer Gaststätte in Bremen Nord statt. Pressevertreter*innen wurden von der Veranstaltung ausgeschlossen. Wie genau die AfD- Bremen Transparenz übt zeigte sich bereits bei der Anmietung der Räumlichkeiten. Diese wurden unter dem Namen eines angeblichen \"Bremer Bürgervereins\" angemietet. Die Gaststättenbetreiber*innen erfuhren erst bei Beginn der Veranstaltung, wer die Räumlichkeiten in Wahrheit gemietet hatte. \"Wäre man im Vorfeld informiert gewesen, wären die Räumlichkeiten verwehrt geblieben\", so die Betreiber der Gaststätte. Die Veranstaltung der AfD Bremen begann um 9:30Uhr. Einsatzkräfte der Polizei waren in unmittelbarer Nähe postiert. Am Parteitag der AfD Bremen nahmen insgesamt 52 stimmberechtigte Mitglieder des Bremer Landesverbands teil. Hauptpunkt des AfD Parteitages war die Listenwahl für die Bremer Bürgerschaftswahl im Mai diesen Jahres. Abseits der Formalitäten offenbarte der nun durchgeführte Parteitag erneut Zerwürfnisse innerhalb des Bremer Landesverbands. Die Führung um den Bremer Landeschef Frank Magnitz wurde während des Parteitages von Mitgliedern als \"diktatorische Zumutung\" und als Ausdruck \"organisiertem Raubrittertums\" bezeichnet.  Neben dem als autoritär empfundenen Führungsstil beklagten Mitglieder der AfD-Bremen auch das Verhalten des Landesvorsitzenden in Bezug auf einen Vorfall zu Beginn des Jahres. Bei diesem wurde der AfD-Landeschef von Unbekannten attackiert und stürzte anschließend zu Boden ,wo er sich Kopfverletzungen zuzog.  Die diesbezüglichen Einlassungen von Magnitz seien, so anwesende AfD -Mitglieder \"eine große Show voller Unwahrheiten - ein Schildbürgerstreich\" gewesen. Die AfD sei durch Magnitz in ihrer Glaubwürdigkeit stark beschädigt worden. Es sei nur folgerichtig, wenn die Partei \"bei der anstehenden Bürgerschaftswahl den Einzug verpasst\", so die Anwesenden weiter. Der nun durchgeführte und von Frank Magnitz geleitete Parteitag dürfte erneut Zorn innerhalb seines Landesverbandes hervorgerufen haben. Trotz vorangegangener Absprachen und Beteuerungen des Landesvorsitzenden nicht für die Bremer Bürgerschaftswahl zu kandidieren, überraschte Magnitz die Anwesenden mit einer Kandidatur um Listenplatz 1. Etliche ursprünglich als Kandidaten vorgesehene AfD-Mitglieder zogen daraufhin ihre Kandidatur zurück. Man fühle sich \"durch Herrn Magnitz hintergangen\", so einzelne Stimmen im Verlauf des Parteitages. Zur Absicherung seiner Interessen habe Magnitz mehrere Familienmitglieder zum Parteitag gebracht, um \"ein sicheres Wahlergebnis\" zu erzielen. Unter den Anwesenden war auch die Anmelderin des Aktionsbündnis \"Demokraten gegen Gewalt\" (Bildmitte) welche eine Woche zuvor eine Mahnwache in Bremen veranstalte.  Der ursprüngliche AfD-Spitzenkandidat Hinrich Lührssen (Bildmitte) zog dann im Verlauf des Parteitages seine Kandidatur zurück. AfD-Mitglieder, welche der Veranstaltung als Gäste beiwohnten, wurden vom Parteitag ausgeschlossen und mussten im Vorraum der Gaststätte ausharren. Auch ein Mitglied des niedersächsischen AfD-Schiedsgerichts wurde auf Veranlassung von Frank Magnitz die Teilnahme verwehrt. Parteiinterne Kritiker wie das Bremer AfD-Vorstandsmitglied Jens Schäfer (Bildmitte) wurden \"im Vorfeld mit Parteiausschlußverfahren überzogen\", hieß es. Dies diente, so einzelne AfD-Mitglieder, während des Parteitages in Bremen Nord dazu  Magnitz ein sicheres Abstimmungsergebnis zu bescheren und Kritiker fernzuhalten. Zwischendurch wurde der hinterlassene Müll weggefegt... Frank Magnitz (hier im Bild) setzte sich am Ende mit 32 zu 19 Stimmen in einer Kampfabstimmung gegen den ursprünglichen Spitzenkandidaten Hinrich Lührssen durch. Magnitz besitzt derzeit ein Bundestagsmandat. Er wolle dieses bei einem möglichen Einzug in die Bremer Bürgerschaft nicht abgeben sondern behalten und beide Ämter ausüben. Einen wohl möglichen Interessenkonflikt sehe der AfD-Landeschef dabei nicht. Auch eine Tochter von Frank Magnitz kandidierte für einen Platz auf der Bremer AfD-Landesliste. Hier gehe es, so anwesende AfD-Mitglieder ,\"um die Absicherung von Pfründen. Da sei dem Magnitz jedes Mittel recht\". Die Zustände im Bremer Landesverband fasste abschließend ein weiterer Teilnehmer mit Blick auf Frank Magnitz mit folgenden Worten zusammen: \"Hier sehen wir die Partei als Beute\".","date":"20 Januar 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-01-20/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, dem 20. Januar 2019, fand ein Listenparteitag der AfD-Bremen in einer Gaststätte in Bremen Nord statt.","title":"\"Die Partei als Beute\" - AfD LAndesparteitag in Bremen"},{"city":"Bremen","content":"In den Abendstunden des 14.01.2019 veranstalteten Anhänger*innen der Alternative für Deutschland (AfD) eine Mahnwache in Bremen. Zu der Mahnwache aufgerufen hatte ein sogenanntes Aktionsbündnis \"Demokraten gegen Gewalt\". Hinter dem illustren Namen und der \"überparteilichen Zusammensetzung\" verbarg sich zum überwiegenden Teil die Bremer AfD. Hintergrund der Veranstaltung bildete eine Attacke auf den Bremer AfD-Landeschef und AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz (hier im Bild). Begleitet von Gegenprotesten versammelten sich etwa 20 Personen am Bremer Goetheplatz. Eines der Gründnungsmitglieder des Aktionsbündnisses betonte das der Vorfall mit Frank Magnitz das \"Fass zum Überlaufen gebracht habe\" und man deswegen am 14.01. eine Mahnwache veranstalte. Magnitz war nach einer Attacke zu Boden gestürzt und zog sich durch den Sturz eine Kopfverletzung zu. Die AfD bezeichnete den Vorfall als \"Mordanschlag\". Mitglieder der AfD-Niedersachsen machten inzwischen \"staatlich subventionierte Schläger\" für den Vorfall verantwortlich.  Die Mahnwache des \"Aktionsbündnisses\" wurde gegen 19:45Uhr für beendet erklärt. Etwa 550 Gegendemonstrat*innen begleiteten lautstark die Veranstaltung.","date":"14 Januar 2019","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2019-01-14/","section":"Fotos","summary":"In den Abendstunden des 14.01.2019 veranstalteten Anhänger*innen der Alternative für Deutschland (AfD) eine Mahnwache in Bremen.","title":"AfD-Mahnwache in Bremen"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"","date":"12 Dezember 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-12-12/","section":"Fotos","summary":"","title":"Reaktivierung von Blood \u0026 Honour Division Deutschland"},{"city":"Salzgitter","content":"","date":"24 November 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-11-24/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch in Salzgitter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/salzgitter/","section":"Orte","summary":"","title":"Salzgitter"},{"city":"Oldenburg","content":"Am 27. und 28.Oktober 2018 fand in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg ein Mitgliederparteitag der niedersächsischen AfD statt. Bereits in den frühen Morgenstunden riegelte ein Großaufgebot der Polizei den Veranstaltungsort ab. Im Vorfeld kündigten antifaschistische und zivilgesellschaftliche Gruppen an, den Parteitag blockieren zu wollen. Dementsprechend begann die Anreise der AfD-Mitglieder schon weit vor 7 Uhr, obwohl der Beginn des Parteitags auf 11.00 Uhr angesetzt war. Am Eingang kontrollierte der Ammerländer Landtagsabgeordnete Jens Ahrens die Parteiausweise der ankommenden Mitglieder. Insgesamt waren es am Ende etwa 200 AfD-Mitglieder, die am Samstag zum Parteitag erschienen. An allen drei Zugängen zur Weser-Ems-Halle kam es zu Blockaden. Zwischenzeitlich waren alle drei Zugänge blockiert. Führende Mitglieder der sogenannten „AfD-Initiativgruppe“ Wilhelsmhaven/Friesland. Diese Gruppierung zeichnet sich durch einen völkisch-nationalistischen Kurs und innerparteiliche Auseinandersetzungen aus. Die hier gezeigten Mitglieder können auf eine einschlägige Vergangenheit in einem lokalen PEGIDA-Ableger bzw. in einer „Bürgerwehr“ zurückblicken. Rechts im Bild: Ronald Harms, Vorsitzender der AfD-Fraktion im friesischen Sande. Harms distanziert sich nicht von der völkischen AfD-Initiativgruppe Friesland/Wilhelmshaven. Ebenfalls aus Wilhelmshaven ist Thorsten Moriße angereist. Wegen zu offensichtlicher Lügen und innerparteilicher Auseinandersetzungen wurde Moriße aus den eigenen Reihen öffentlich angefeindet. Mittlerweile scheint man sich zusammengerauft zu haben. Zum Teil wurden Teilnehmer*innen des Parteitags von der Polizei durch die Blockaden geleitet. Nachdem sämtliche vorgesehene Zugänge zwischenzeitlich blockiert waren, mussten AfD-Mitglieder über die Absperrgitter klettern, um in die Weser-Ems-Halle zu gelangen. Rechts im Bild: Gerhard Vierfuß, ehemaliger Sprecher der AfD Oldenburg/Ammerland. Vierfuß gehört zum völkischen Flügel der Partei und vertritt als Rechtsanwalt die „Identitäre Bewegung“. Als völkischer Hardliner sitzt Vierfuß auch im niedersächsischen Landesschiedsgericht der Partei, in dem auch über Parteiausschlüsse entschieden wird. Andreas Paul aus Oldenburg trat als Direktkandidat zur Bundestagswahl 2017 an. Links im Bild: Stephan Bothe, AfD-Funktionär aus dem Kreisverband Lüneburg und Landtagsabgeordneter der AfD in Niedersachsen. AfD-Mitglieder aus dem Landkreis Diepholz. Besonders Andreas Iloff (rechts) erlangte mediale Aufmerksamkeit durch seine Kontakte in die Neonaziszene. Auftritt vonm Armin-Paul Hampel. Der ehemalige Landesvorsitzende ist innerparteilich äußerst umstritten. Dabei geht es nur zum Teil um seine Sympathien für den völkischen Parteiflügel. Ebenso sehr wird auch über Vorwürfe diskutiert, nach denen Hampel Parteigelder unsachgemäß verwendet haben soll. Am Rande des Parteitags zeigten sich zwei Personen, die sich mit der AfD solidarisierten. Christoph Tarek Merkel von der „Jugend Alternative“, dem Jugendverband der AfD. Die JA-Niedersachsen wird wegen ihrer völkischen Ausrichtung vom Verfassungsschutz beobachtet. Eine Woche nach dem Oldenburger Parteitag wurde der niedersächsische JA-Verband vom Bundesverband aufgelöst. Medial begleitet wurde der Parteitag vom AfD-nahen Youtubeformat „RIKO TV“ aus der Region Osnabrück. Am Fenster der Weser-Ems-Halle wurde ein Motiv gezeigt, das aus der Neonaziszene bekannt ist. Mitglieder der \"Jungen Alternative Weser/Ems\" In der Bildmitte: Jens Schmit aus dem emsländischen Papenburg. Schmit war einer der Organisator*innen einer Demonstration des sogenannten „Frauenmarschs“ und der AfD gegen einen geplanten Moscheebau in Papenburg. Mirko Danner aus Wilhelmshaven ist ebenfalls der \"Initiativgruppe WHV/FRI\" zuzurechnen. Gegen Danner läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren, weil er bei einer AfD-Kundgebung in Wilhelmshaven eine verbotene Odal-Rune auf seiner Jacke getragen haben soll. Eine kurze Anreise hatte der Oldenburger Stadtratsabgeordnete Christoph Brederlow. Am Nachmittag protestierten auf einer großen Bündnisdemonstration etwa 9000 Menschen gegen den Parteitag der AfD.","date":"27 Oktober 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-10-27/","section":"Fotos","summary":"Am 27. und 28.Oktober 2018 fand in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg ein Mitgliederparteitag der niedersächsischen AfD statt.","title":"27.10. \u0026 28.10.2018: AfD-Landesparteitag in Oldenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/oldenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Oldenburg"},{"city":"Bassum","content":"Für den 8.12.2018 luden die AfDler Dietmar Friedhoff  und Andreas Iloff zu einer Weihnachtsfeier in den Raum Nienburg ein.  Unterstützt wurde diese Veranstaltung von einer „Arbeitsgruppe Pegasus“, bei der es sich um den rechten Flügel der AfD Niedersachsen „Pegasus Germanus“ handelt. Diese Gruppierung veranstaltete bereits Herbst 2018 ein Oktoberfest in Isernhagen. Im Vorfeld dieser Veranstaltung  flammten die Flügelkämpfe in der AfD Niedersachsen erneut auf. Am Ende fand das Oktoberfest dann ohne den vorher als Redner angekündigten Björn Höcke statt. Die Alternative Mitte um die Landesvorsitzende Dana Guth hatte eine Eskalation  mit dem Versprechen Höcke zu einem späteren Zeitpunkt einzuladen vermieden.  Der Veranstaltungsort der Weihnachtsfeier lag dann allerdings nicht – wie angekündigt- im Raum Nienburg  sondern in Bassum im Landkeis Diepholz, Iloffs Heimatregion.  Mit dem Betreiber der „Alten Schützenhalle“ fand die AfD einen Wirt Heiner Bomhoff, der seine Räume zur Verfügung stellen mochte. Bereits im Mai 2017 konnte die AfD Diepholz einen weiteren Raum von Bomhoff, den „Alten Bahnhof“ in Bruchhausen-Vilsen, für eine Vortragsveranstaltung nutzen. Nachdem es dort allerdings zu starkem Gegenprotest kam, wechselte die AfD Diepholz in eine weitere der Bomhoffschen Gaststätten,... das „Dillertal“  in Homfeld an der B6. Hier fanden in den letzten 2 Jahren mehrere Vorträge sowie die Wahlparty der AfD anlässlich der Kommunalwahl 2017 statt. Eine von der AfD Diepholz  für November geplante Vortragsveranstaltung mit Paul Hampel ließ der Wirt jedoch kurzfristig platzen, nachdem auch hier Gegenprotest angemeldet wurde. Beim angekündigten „hochwertigen Kulturprogramm“  durfte auch der Adventskranz nicht fehlen. Dr. Klaus Eikemeier , AfD-Mitglied aus Hannover, der die Kerzen entzündete, kann auf eine bewegte rechte Vergangenheit zurückschauen . So war er mehrfach auf Landesparteitagen der NPD Niedersachsen vertreten, nahm mehrere Jahre am sogen. „Marsch der Ehre“ in Badnenndorf teil und besuchte auch die Hagida-Veranstaltungen in seiner Heimatstadt. Dabei trat er stets mit selbst entworfenen Plakaten auf, um seine Meinung deutlich zu vertreten. Dennis Augustin, Landessprecher der AfD Mecklenburg-Vorpommern,  (hier rechts im Bild) trat im September als Redner  auf einer „Merkel muss weg!“ -Kundgebung in Hamburg auf.  Nach Einschätzung des Hamburger Verfassungsschutzes (VS) wurde diese  (und andere) „Merkel-muss-weg“-Kundgebung von Rechtsextremen getragen. Diese Einstellungen passen natürlich gut zur Ausrichtung der Diepholzer AfDler, die trotz zahlloser Ungereimtheiten um seine Person und seine Amtsführung noch immer zu den Unterstützern des abgewählten Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel gehören. Hier die Diepholzer Delegation beim Landesparteitag im Oktober in Oldenburg: Michael Schnieder, Kathrin Fiedler-Macht, Harald Wiese und Andreas Iloff (von links) Auch Dubravko Mandic trat als Redner auf. Deutlich wurde das auch in der Ausrichtung einer „Gedenkkundgebung“ im März 2018 in Kirchweyhe. Dort versuchte die AfD noch erfolgloser als schon vor ihr die IB, die NPD und die Partei „Die Rechte“ den Tod eines jungen Mannes für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.  Angemeldet  wurde diese Kundgebung  vom damaligen Vorsitzenden der inzwischen aufgelösten Jugendorganisation der AfD Niedersachsen, Lars Steinke. Steinke wurde vor kurzem wegen diskriminierender Facebookäußerungen aus der Partei ausgeschlossen, und de „Junge Alternative“ wurde in Niedersachsen zum Beobachtungsfall für den Verfassungsschutz. Andreas Iloff , der Kreisvoersitzendee der AfD in Diepholz ( hier beim Heidelauf 2008 in Schneverdingen) selbst gehört  zwei Vereinen an, die im Verfassungsschutzbericht Niedersachsen mehrfach Erwähnung fanden. Diese Vereine „sind von ihrer Konzeption her darauf ausgerichtet rechtsextremistisches Gedankengut scheinbar unverdächtig nicht im politischen sondern im kulturellen Bereich zu verbreiten“ ….  Auf dem Auehof, Iloffs Wohnort, fanden jahrelang Sonnenwend- und Brauchtumsfeiern statt, an denen u.a. NPD- und JN- Mitglieder  teilnahmen . Hierzu heißt es im VS-Bericht 2000: dies erkläre den Kontakt zur NPD, zur DVU , zu den REP und zu anderen rechtsextremistischen Zusammenschlüssen. Genau wie Andreas Iloff gehört Harald Wiese als Schatzmeister  zu den Vorstandsmitgliedern der Vereine „Freundeskreis Deutschland e.V.“ und „Auehof e.V.“ Wiese  (hier bei einer AfD-Kundgebung in Stuhr 2017) ist AfD- Pressesprecher und Kandidat bei der bevorstehenden Landratswahl. Er war zeitweilig stellvertretender Landesvorsitzender der Republikaner  in Bremen und saß für diese Partei im Stadtteilbeirat Gröpelingen. ","date":"8 Oktober 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-12-08/","section":"Fotos","summary":"Für den 8.12.2018 luden die AfDler Dietmar Friedhoff und Andreas Iloff zu einer Weihnachtsfeier in den Raum Nienburg ein.","title":"Weihnachtsfeier von Pegasus Germanus in Bassum"},{"city":"Wilhelmshaven","content":"Für Samstag, den 06.10.2018 hat der AfD-Kreisverband Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund zu einer \"Großdemonstration\" zum Thema Innere Sicherheit eingeladen. ... Im Vorfeld wurde auf diversen Facebookseiten die Demonstration beworben zu der letztlich nur etwas mehr als 50 Personen die Reise in die Jadestadt antraten.  Zu den diversen Ordner*innen gehörte unteranderem der Wilhelmshavener Ralf Diederich, ehemals einer rassitischen Bürgerwehr. Einer der angekündigten Redner der Demonstraiton, der Edewechter Landtagsabgeordnete Jens Ahrens. Vor Beginn der Demonstration hat sich der Stader Lars Seemann (Bildmitte) bei der Polizei als zuständiger Ansprechperson für Sicherheitsfragen vorgestellt. Sehr dezent aber dennoch ist der Thor Steinar Pulli von Lars Seemann aufgefallen. Jannik Scheel und Christoph Merkel von der Jungen Alternative Weser-Ems zusammen mit Alexander Tassis, Abgeordneter aus der Bremer Bürgerschaft. Der Oldenburger Rechtsanwalt Gerhard Vierfuß scheint von den Menschenmassen überrascht zu sein. Der hiesige Kreisvorsitzende Achim Postert hält, trotz lautstarker Gegenproteste, noch gutgelaunt seine Eröffnungsrede. ... Wenige Minuten später kippt seine Stimmung als er erfährt, dass er nicht über den Besuch des Bundestagsabgeordneten Dietmar Friedhoff (Bildmitte) informiert wurde. Links im Bild ist der Wilhelmshavener Frank Appeldorn zu sehen, der zum Schtz von Herrn Friedhoff abgestellt wurde. Ebenfalls vor Ort ist die Landesvorsitzende der AfD Dana Guth. Der in Oldenburg wohnende Andreas Paul, der 2017 zur Bundestagswahl angetreten ist und inzwischen Schriftführer der Landes-AfD ist, hat auch den Weg in die Jadestadt gefunden. Thorsten Moriße aus Wilhelmshaven bei seiner Rede. Den ganzen Tag war er bemüht Einheit im zerrütteten Kreisverband zu demonstrieren. Ebenfalls aus Wilhelmshaven ist Mirko Danner, der mit seinem Parteiausweis eine verbotene Odal-Rune verdecken musste. Jens Ahrens will bei seiner Rede hoch hinaus. Jannik Scheel von der Jungen Alternative Weser-Ems hält seine erste Rede vor einem Massenpublikum und muss immer wieder mit seiner Aufregung kämpfen. Als letzte angekündigte Rednerin durfte Dana Guth die Bühne betreten und versuchte gegen die deutlich lauteren Gegenproteste anzubrüllen. Bevor Achim Postert die Demo für beendet erklärte, durften nochmal alle zusammen die Nationalhymne singen.","date":"6 Oktober 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-10-06/","section":"Fotos","summary":"Für Samstag, den 06.10.2018 hat der AfD-Kreisverband Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund zu einer \"Großdemonstration\" zum Thema Innere Sicherheit eingeladen. ...","title":"\u0026quotGroßdemo\" der AfD in Wilhelmshaven"},{"city":"Thüringen","content":"Am ersten Wochenende im Oktober sollte im thüringischen Magdala ein Rechtsrockfestival mit mehreren tausend Besucher*innen stattfinden.","date":"5 Oktober 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-10-05/","section":"Fotos","summary":"Am ersten Wochenende im Oktober sollte im thüringischen Magdala ein Rechtsrockfestival mit mehreren tausend Besucher*innen stattfinden.","title":"05. und 06.10.2018: Gescheitertes Neonazifestival in Thüringen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/m%C3%B6nchengladbach/","section":"Orte","summary":"","title":"Mönchengladbach"},{"city":"Mönchengladbach","content":"Am 20.09.2018 fand in Mönchengladbach ein Trauermarsch von Hooligans und Neonazis statt. Am Tag zuvor war Marcel Kuschela, Mitbegründer des Hooligan und Neonazi-Netzwerks \"Gemeinsam Stark Deutschland\" (GSD) in Mönchengladbach tot aufgefunden worden. Etwa 250 Personen aus der Neonazi- und Hooliganszene versammelten sich daraufhin zu einem Gedenkmarsch in der Stadt.","date":"20 September 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-09-20/","section":"Fotos","summary":"Am 20.09.2018 fand in Mönchengladbach ein Trauermarsch von Hooligans und Neonazis statt.","title":"Trauermarsch von Hooligans und Neonazis in Mönchengladbach"},{"city":"Niedersachsen","content":"Von Freitag dem 07.09.2018 bis Sonntag dem 09.09.2018 fand in Niedersachsen ein Vernetzungstreffen sogenannter \"Reichsbürger\" statt. An der Veranstaltung nahmen Teilnehmer*innen aus mehreren Bundesländern, so unter anderen Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen teil. Und auch Teilnehmer*innen aus der Schweiz verschlug es zu dem konspirativ vorbereiteten Treffen in die niedersächsische Provinz im Landkreis Nienburg. Zum Rahmenprogramm gehörte auch ein gemeinsamer Ausflug nach Kalkriese (Landkreis osnabrück) zum Varusschlacht Museum. Die Teilnehmer*innen machten aus Ihrer politischen Zielsetzung kein großes Geheimnis. Während am \"Ausflug\" (Freitag) nur eine geringe Anzahl von Teilnehmer*innen teilnahm, versammelten sich dann in den frühen Abendstunden mehrere dutzend Anhänger*innen. Wie Teilnehmer*innen berichteten wurden bei dem Vernetzungstreffen Arbeitskreise gebildet, Vorträge gehalten und Absprachen bezüglich der zukünftigen politischen Arbeit getroffen. Das eigentliche Treffen begann um ungefähr 19Uhr. Auffällig war die große überregionale Beteiligung.  Weithin sichtbar wurde eine Fahne des Königreichs Preußen von den Teilnehmer*innen gehisst, Feuerholz für die Abendgestaltung zusammengetragen und Absprachen getroffen. Auch die Fahne eines imaginären Königreiches wurde von der Versammlung der Reichsbürger*innen gehisst.","date":"9 September 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-09-09/","section":"Fotos","summary":"Von Freitag dem 07.09.2018 bis Sonntag dem 09.09.2018 fand in Niedersachsen ein Vernetzungstreffen sogenannter \"Reichsbürger\" statt.","title":"Bundesweites Reichsbürgertreffen in Niedersachsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/leinefelde/","section":"Orte","summary":"","title":"Leinefelde"},{"city":"Chemnitz","content":"Am 01.9.2018 fand im sächsischen Chemnitz ein Großaufmarsch von Neonazis und Rechtsradikalen statt. Die Anzahl der Teilnehmer*innen belief sich auf etwa 4500 Personen. Diese wurd3en von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Nach einem tödlichem Messerangriff auf den 35-jährigen Daniel H. am vergangenem Sonntag versuchen Rechtspopulisten und Neonazis die Tat für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Am Montag, den 27.08.2018 marschierten etwa 1000 Neonazis, Rechtspopulisten und Rechtsradikale durch Chemnitz. Es kam zu Hetzjagden auf Migrant*innen. Für Samstag, den 01.09.2018 meldete die rechtspopulistische Vereinigung und selbsternannten Bürgerbewegung \"PRO Chemnitz\" abermals eine Demonstration in der drittgrößten Stadt Sachsens an. Als Chef von \"PRO Chemnitz\" tritt der 41. jährige Martin Kohlmann in Erscheinung. Der Fachanwalt für Strafrecht agierte zuvor in den Reihen der rechtsradikalen \"Republikanern\" (REP). Der Lokalpolitiker Kohlmann, der auch über einen Sitz im Stadtrat von Chemnitz verfügt nutzte die \"Bürgerbewegung\" bislang vor allem zur eigenen Imagepflege und als rechtspopulistische Wählervereinigung bei Kommunalwahlen. \"PRO Chemnitz\", um Martin Kohlmann verstanden es in den vergangenen Tagen den tragischen Todesfall für die eigene politische Agenda zu instrumentalisieren und als Mobilisierungsfaktor nutzbar zu machen. Auch Götz Kubitschek (Bildmitte) vom Institut für Staatspolitik (IfS) fand sich am vergangenen Samstag in Chemnitz ein. Das IfS wird den Strukturen der soganennten \"Neuen Rechten\" zugerechnet und vertritt rechtspopulistische bis hin zu neofaschistischen Positionen. Ziel des IfS ist es den politischen Diskurs zu beeinflußen. Verlesung der Auflagen zu Beginn der Veranstaltung von \"PRO Chemnitz\" Zum Organisationskreis gehörte am vergangenem Samstag auch Thomas Witte (Bildmitte) vom Verein \"Heimattreue Niederdorf e.V.\". Veranstaltungen des Vereins werden regelmäßig von Neonazis frequentiert. Dem Aufruf der Veranstalter*innen folgten auch Neonazis aus den Strukturen der sogenannten \"Soliders of Odin Germany\" (S.O.O.G.) Die Organisation wird von den Sicherheitsbehörden beobachtet. Die \"Soliders of Odin\" (S.O.O.) wurden ursprünglich in Finnland gegründet und agieren als neonazistische Bürgerwehr.  Hier das Führungsduo der S.O.O.G. Mecklenburg-Vorpommern. Auch aus Berlin waren Anhänger der Organisation angereist. Zur Veranstaltung von \"Pro Chemnitz\" fanden sich etwa 3000 Teilnehmer*innen ein. Demokrativerständnis... Auch etliche Anhänger*innen der militanten Neonaziszene mobilisierten, wie bereits am vergangenen Montag, nach Chemnitz. Unter ihnen befand sich auch Christian Fischer. Der ehemalige Aktivist der verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ), und der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationaldemokraten\" (JN) gehörte 200 7 zu den Mitorganisatoren eine sogenannten \"Rasseschulung\" der HDJ bei der bereits Kleinkinder teilnahmen.  Auch Aktivisten der Dortmunder Neonaziszene zog es am vergangenem Samstag nach Chemnitz. Ebenso wie Neonazis aus Niedersachsen, insbesondere der JN Braunschweig.  Bildmitte: Einer der mutmaßlichen Koordinatoren der organisierten Angriffe auf Journalist*innen. Kleine Gruppen von zwei bis vier Personen wurden augenscheinlich durch Neonazis mit Informationen über unliebsame Journalist*innen versorgt. Mehrfach kam es zu dem Versuch diesen Journalist*innen habhaft zu werden. Bildmitte: der frühere Betreiber des neonazistischen Labels \"PC-Records\" Yves Rahmel.  Ehemalige Aktivisten von \"Blood\u0026Honour\" waren ebenfalls in Chemnitz vertreten... Der langjährige Neonazifunktionär Bernd Stehmann (Bildmitte) war ebenfalls zugegen.  Ein weiterer mutmaßlicher Koordinator der Angriffe auf Medienvertreter*innen...  Die \"Greiftrupps\" der Neonazis koordnierten sich dabei über Smartphones. Eine antifaschistische Blockade hielt den Aufmarsch der angereisten Neonazis schließlich auf. Zuvor hatten sich die Teilnehmer*innen der \"PRO Chemnitz\" Veranstaltung mit Teilnehmer*innen eines \"AfD-Trauermarsches\" zusammengeschlossen. Der thüringische AfD-Landesvorsitzende löste die Veranstaltung angesicht der Blockade schließlich auf. Ein Umstand welche die organisierte Neonaziszene ihrerseits zu nutzen suchte. Neonazis wie Christian Fischer (rechts, schwarze Kleidung) scharrten Kleinstgruppen zusammen und verteilten Instruktionen. Ziel war es das Gemisch von Rechtspopulisten und Neonazis zum Angriff auf die Gegenproteste zu animieren. Ein Durchbruchsversuch durch die Polizeiabsperrung wurde daraufhin besprochen und vorbereitet. Nachdem sich die Kleingruppen positioniert hatten begann der Durchbruchsversuch. Damit einher ging die Animation anderer Aufmarschsteilnehmer*innen sich am Angriff auf die Polizeiabsperrung zu beteiligen. Vorne mit dabei: Gerd Ulrich, ehemaliges Mitglied der verbotenen \"Wiking Jugend\" (WJ) und Aktivist der ebenfalls verbotenen HDJ. Niedersächsiche und nordrhein-westfälische Neonazis stellten dabei einen Teil der ersten Reihen. Der Versuch schlug jedoch fehl. Nachdem eine Reiterstaffel der Polizei hinzugezogen wurde, begannen sich die Neonazis in die hinteren Reihen zurückzuziehen.  Teilnehmer*innen aus Frankreich. Ein Teil der angereisten Neonazis zog sich in die Seitenstraßen zurück und formierte sich in Kleinstgruppen mit dem Ziel Angriffe auf Gegendemonstrat*innen und Medienvertreter*innen durchzuführen.","date":"1 September 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-09-01/","section":"Fotos","summary":"Am 01.9.2018 fand im sächsischen Chemnitz ein Großaufmarsch von Neonazis und Rechtsradikalen statt.","title":"Neonazis in Chemnitz"},{"city":"Leinefelde","content":"Am vergangenem Wochenende fand im thüringischen Leinefelde der sogenannte \"Eichsfeldtag\" statt. Dabei handelt es sich um eine seit dem Jahr 2011 stattfindende Neonaziveranstaltung im Norden Thüringens. Wie bereits in den Vorjahren übernahmen Neonaziaktivisten aus den Strukturen der Neonazivereinigung \"Arische Bruderschaft\" (AB) den einen Teil des Aufbaus am vergangenen Wochenende. Die \"Arische Bruderschaft\" agiert im Umfeld des Thüringischen NPD-Landesvorsitzenden Thorsten Heise und gilt wie \"Blood \u0026 Honour\" (im Jahr 2000 verboten) und \"Combat 18\" als organisatorisches Netzwerk der \"White-Power Musikszene\". Mitglieder der Neonazigruppierung \"Sons of Asgard\" (SoA). Die Gruppierung bezeichnet sich als \"Bruderschaft\" und orientiert sich am Habitus organisierter Motorradgruppen insbesondere den sogenannten Outlaw MC's. Bildmitte: Gianluca Bruno. Das Mitglied im niedersächsischen NPD-Landesvorstand trat bereits ebenfalls im Zusammenhang mit der \"Arischen Bruderschaft\" wie auch der neonazistischen \"Kameradschaft Northeim\", welche sich ebenfalls um den Neonazifunktionär Thorsten Heise gruppiert in Erscheinung. Im Januar 2016 soll Bruno an einem Angriff von etwa 200 Neonazis auf den linksalternativen Stadtteil Connewitz in Leipzig beteiligt gewesen sein. Im April diesen Jahres soll Bruno an einem Überfall auf zwei Fotografen beteiligt gewesen sein bei dem diese schwer verletzt wurden. Vor dem offiziellem Beginn der Veranstaltung hatten die Organisatoren mit technischen Problemen zu kämpfen. Eine Hüpfburg versagte den Neonazis den Dienst. Nachdem sich der \"Eichsfeldtag\" in den letzten Jahren zu einem regelrechten \"Festival\" entwickelte, wurde in diesem Jahr das Rahemprogramm deutlich abgespeckt. Man wolle sich zu einer \"Familienveranstaltung weiterentwickeln\". Eine Entwicklung die nicht überrascht. Gehört der Kreis um Thorsten Heise doch zu den Organisatoren des sogenannten \"Schild \u0026 Schwert\"-Festivals\" welches in diesem Jahr erstmals im sächsischen Ostritz veranstaltet wurde. Die \"Weiterentwicklung\" des \"Eichfeldtages\" zu einem Familienevent hatte auch in diesem Jahr auch Konsequenzen im Bezug auf die Anzahl der Teilnehmer*innen. Während sich deren Anzahl in den vergangenen Jahren bei etwa 400 Personen bewegte wurden in diesem Jahr ca. 160 Neonazis gezählt werden. Der ehemalige Aktivist der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationaldemokraten\" (JN) Lasse Bruno Krüger während des \"Eichsfeldtages\". Nachdem Krüger in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl von Organisationen tingelte widmet sich der aus Lüneburg stammende Neonazi nunmehr dem Bereich Rechtsrock und ist in jüngster Zeit vor allem im Kontext neonazistischer Musikveranstaltungen anzutreffen. Im Zuge des \"Eichsfeldtages\" betätigte sich Krüger als Verkäufer von Devotionalien von \"White-Power-Musik\" und Szenedevotionalien. Ebenfalls vor Ort: Vertreter des \"Nationalen Sanitätsdienstes\" (NS). Während in den Vorjahren jeweils mehrere einschlägige Musikgruppen der Neonaziszene einen Auftritt in Leinefeld absolvierten, wurde das Musik-Program in diesem Jahr deutlich abgespeckt. In diesem Jahr sollten lediglich Liedermacher einen Auftritt absolvieren. Auch die Liste der angekündigten Redner*innen wurde im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgespeckt. Lediglich Martin Lopotsch (NPD-Kreisvorsitzender Eichsfeld), Matthias Fiedler (NPD Eichsfeld), Gianluca Bruno (Mitglied im Landesvorstand der NPD Niedersachsen) sowie Antje Mentzel-Karnatz (Bundesvorsitzende des \"Rings Nationaler Frauen\" (RNF) innerhalb der NPD) waren im Vorfeld als Redner*innen angekündigt. Thorsten Heise fehlte hingegen auf der Rednerliste. Teilnehmer mit rassistischem Propaganda-Shirt. Als Urheber der rassistischen Motive gilt Sven Liebich aus Halle, welche diese unter anderem als Aufkleber über einen Versandhandelt vertreibt. Damit konfrontiert und indoktriniert wurden während des \"Eichfeldtages\" bereits Kleinkinder. Die zuständigen Behörden sahen im Vorfeld keinen Anlass das Gelände für Minderjährige zu sperren. Eine Entscheidung ganz im Sinne der Veranstalter*innen. Hieß es doch auf einem mitgeführten Transparent \"Erziehung ist Arbeit\".. und somit konnten hier bereits an Kleinkinder ungestört ein nationalsozialistisches und rassistisches Weltbild vermittelt werden. Axel Schlimper, seines Zeichens ehemaliger Gebietsleiter der \"Europäischen Aktion\" (EA). Die Organisation, welche sich zu einem Sammelbecken von Holocaustleugner*innen entwickelte und personelle Verbindungen zur, im Jahr 2009 verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ) besaß, wurde inzwischen durch ihre Mitglieder aufgelöst. Marco Borrmann von der \"Kameradschaft Northeim\" beim Verlesen der Auflagen. Mitglieder der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationaldemokraten\" (JN) während der VEranstaltung am vergangenem Wochenende. Martin Lopotsch, vom NPD-Kreisverband Eichsfeld während eines Redebeitrages. Neben der NPD agiert Lopotsch in den Strukturen der neonazistischen \"Kameradschaft Northeim\" Bildmitte: Sascha Krolzig, seines Zeichens Bundesvorsitzender der Neonazipartei \"Die Rechte\". Krolzig bewarb während der Veranstaltung die von ihm herausgegebene Zeitzschrift \"N.S. Heute\". Die derzeitige Bundesvorsitzende des \"Rings Nationaler Frauen\" (RNF) Antje Mentzel-Karnatz.","date":"1 September 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-09-01-2/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenem Wochenende fand im thüringischen Leinefelde der sogenannte \"Eichsfeldtag\" statt.","title":"Neonazitreffen \"Eichsfeldtag\" 2018"},{"city":"Berlin","content":"","date":"18 August 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-08-18/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazis gedenken Hitler-Stellvertreter in Berlin"},{"city":"Papenburg","content":"Anlässlich  eines  geplanten  Moscheebaus  fanden  sich  im  niedersächsischen  Papenburg  etwa 100  Anhänger*innen  der  AfD  sowie  des \"Frauenmarsch Niedersachsen\" zu  einer Kundgebung  unter  dem  Motto \"Fehnbau  statt  Moscheenbau\" zusammen.  Dieser  Versammlungsteilnehmer  trug  ein  Shirt  der  Marke  \"Erik  \u0026  Sons\".  Dieses  Label stammt  explizit  aus  der  Neonaziszene. Auch  der  Oldenburger  Rechtsanwalt  Gerhard  Vierfuß  nahm  an  der  Kundgebung  teil.  Vierfuß  vertritt  die  \"Identitäre  Bewegung  Deutschland \"  in  mehreren  Prozessen  und  ist  Mitglied  in  der AfD  Oldenburg-Stadt/Ammerland.  Zudem  gilt  der  Oldenburger  als  einer  der  Köpfe  hinter  der  völkisch-nationalistischen  Gruppierung  \"Oldenburger  Kreis \". Ina Raabe aus Leer ist ebenfalls AfD-Mitglied. Sie hat den \"Frauenmarsch Niedersachsen\" ins Leben gerufen und sich auch an der Organisierung der nun in Papenburg stattgefundenen Veranstaltung beteiligt. Möglicher Organisator war zudem der Papenburger AfD-Lokalpolitiker Jens Schmit, hier am Mikrophon. Aus Wilhelmshaven machte sich eine größere Gruppe auf den Weg ins Emsland. Hier in der Bildmitte Ralf Diederich, der als Gründer der Wilhelmshavener \"Bürgerwehr\" gilt. Diederich gehört zur sogenannten \"AfD-Initiativgruppe\" Wilhelmshaven, die in einem lokalen Richtungsstreit als radikaler und völkischer gilt als die Rest-AfD. Links im Bild: Der AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahrends aus dem Ammerland Tarek Alexander Merkel aus dem ostfriesichen Leer trägt nicht nur eine Tasche der \"Jungen Alternative\", sondern versucht nach eigenen Angaben auch momentan Strukturen der AfD-Parteijugend in Niedersachsen zu etablieren. So war er beispielsweise zu diesem Zweck schon in Osnabrück zugegen. Direkt an der Absperrung protestierten Antifaschist*innen. Nachdem die Kundgebung der AfD bereits begonnen hatte, erschien eine Gruppe Gegendemonstrant*innen auf der anderen Kanalseite und sorgte für weiteren sicht- und hörbaren Protest. Der erste Redner war Sascha Bothe aus Amelinghausen (Landkreis Lüneburg). Bothe, ein überläufer von der CDU, sitzt ebenfalls für die AfD im niedersächsischen Landtag. Prominentester Redner war Serge Menga aus Essen, der allerdings nicht bei allen Kundgebungsteilnehmer*innen gut ankam. Frank Appeldorn aus Wilhelmshaven wird ebenfalls der dortigen \"AfD Initiativgruppe\" zugerechnet. Appeldorn ist wegen Volksverhetzung verurteilt, weil er als Betreiber verschiedener Facebookseiten (unter anderem \"WILGIDA\" und mehrerer \"nein zum Heim\"-Seiten) volksverhetzende Inhalte veröffentlichte. Erstaunlich viele Hände wurden erhoben, als von der Bühne die Frage gestellt wurde, wer noch nie in seinem Leben einen Döner gegessen habe. Prominente Teilnehmerin: Die Oldenburger Schauspielerin und selbsternannte Kabarettistin Imke Barnstedt ist als Holocaustleugnerin bekannt. 2003 posierte sie mit Gesinnungsgenoss*innen auf der Wartburg mit einem Transparent mit der Aufschrift \"den Holocaust gab es nicht \". Barnstedt war Mitglied und Funktionärin in mehreren neonazistischen und revisionistischen Vereinigungen, unter anderem der \"Bauernhilfe\" e.V. Am 10.Mai 2018 nahm Imke Barnstedt, wie hier im Bild zu sehen, an einer Demonstration der Neonaziszene in Bielefeld teil. Die Demonstration forderte die Freilassung der inhaftierten notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. Silke Rohde aus Celle hielt ebenfalls einen Redebeitrag. Auch Mitglieder des Motorradclubs \"Red Aces Papenburg\" nahmen an der AfD-Kundgebung teil. Während die Kundgebung lief, kam es zu einer vielbeachteten Diskussion zwischen Serge Menga und einigen Gegendemonstrant*innen, die sich an der Absperrung versammelt hatten. Ein Team des AfD-nahen Youtubekanals \"RIKO TV\" um \"Moderator\" Florian Meyer aus dem Landkreis Osnabrück Auch Mirco Danner aus Wilhelmshaven nahm an der Kundgebung teil. Danner trat für die AfD zur Kommunalwahl 2016 an und ist nun ebenfalls Teil der radikalen \"AfD Initiativgruppe Wilhelmshaven\". Redner Christopher Emden vom AfD-Kreisverband Osterholz/Verden Dieser Teilnehmer aus Delmenhorst war bereits beim dortigen \"Frauenmarsch\" an der Organisation beteiligt. Hier betrat er die Bühne, um eine selbstgedichtete Parole vorzurufen. Imke Barnstedt mit Teilnehmer*innen aus der Region Oldenburg/Ammerland. Nach der Kundgebung folgte eine Demonstration, die allerdings über enge Brücken führte und eine extrem kurze Strecke aufwies. Der Gang dauerte keine 5 Minuten. Die Demonstrationsteilnehmer*innen sangen unter anderem das Lied \"die Gedanken sind frei\". Ein Liedgut, das heutzutage auch gern von Neonazis genutzt wird, in Anspielung auf Straftatbestände wie Volksverhetzung oder Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Gerhard Vierfuß trägt ein Schild mit einer Parole aus der Neonaziszene. Unter anderem verwendete die NPD Hamburg diesen Spruch auf einem ihrer Plakate. Wie schon beim \"Frauenmarsch\" in Delmenhorst forderten die Teilnehmer*innen \"die Presse\" auf, endlich die \"Warheit\" zu schreiben (Fehler im Original). Die kurze Demonstration endete am Papenburger Bahnhof, wo die AfD-Sympathisant*innen von Gegendemonstrant*innen in Empfang genommen wurden. Vor Ort ergriff Jens Schmitz per Megaphon noch einmal das Wort. Ina Raabe aus Leer beendete schlussendlich die Versammlung.","date":"10 Juni 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-06-10/","section":"Fotos","summary":"Anlässlich eines geplanten Moscheebaus fanden sich im niedersächsischen Papenburg etwa 100 Anhänger*innen der AfD sowie des \"Frauenmarsch Niedersachsen\" zu einer Kundgebung unter dem Motto \"Fehnbau …","title":"Frauenmarsch Niedersachsen in Papenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/papenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Papenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/goslar/","section":"Orte","summary":"","title":"Goslar"},{"city":"Goslar","content":"Nach knapp einjähriger Mobilisierung fand am 02.Juni 2018 in Goslar die zehnte Ausgabe des sogenannten \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ) statt. Bereits weit vor Veranstaltungsbeginn fanden sich die ersten Teilnehmer*innen der neonazistischen Demonstration am Auftaktort ein. Anreisende Neonazis wurden vereinzelt von der Polizei in einem eigens dafür aufgebauten Zelt durchsucht. Die Organisator*innen um Joost Nolte (links im Bild) und Carsten Dicty nahmen das Durchsuchungszelt persönlich in Augenschein. Sebastian Weigler, Kopf der \"Jungen Nationalisten Braunschweig\", der Jugendorganisation der NPD, brachte sich im Vorfeld ebenfalls in die Organisierung und Mobilisierung ein. eine kleine Reisegruppe aus Ostfriesland/Friesland fand sich ebenfalls in Goslar ein. Benjamin Krüger, ehemaliges Mitglied der verbotenen Kameradschaft \"Besseres Hannover\", auf dem Weg zurück zur Neonazidemonstration, nachdem er versuchte, Gegendemonstrant*innen abzufotografieren. Rechts im Bild: Sören Surdyk, den es nach einer Haftstrafe ebenfalls in die Region Nordharz verschlug. Surdyk ist seit kurzem für den neonazistischen Sanitätsdienst \"Nordland\" aktiv. Aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland reise eine größere Gruppe Neonazis an. Rechts im Bild: Thorsten Schuster aus Hamburg, Mitorganisator des \"TDDZ\" 2012 in Hamburg Rechts im Bild: Thorsten Heise, NPD- und Kameradschaftsfunktionär aus Fretterode (Eichsfeld). Heise geriet in die Schlagzeilen, als von seinem Grundstück aus ein heftiger Angriff auf anwesende Journalist*innen erfolgte. Einer der Hauptverdächtigen ist der NPD-Funktionär Gianluca Bruno (Bildmitte) Auch regionale Kleinststrukturen reisten nach Goslar, hier Vertreter*innen der \"Kameradschaft Einbeck\" um Maurice Brosenne Die Neonazis fanden sich unfreiwillig unter einem Protestbanner zusammen. Matthias Drewer verdingt sich seit geraumer Zeit als neonazistischer Fotograf mit dem Pseudonym \"Stahlfeder\". In einer Bushaltestelle wurden die Ordner eingewiesen. Mit mindestens 400 Teilnehmer*innen hatten die Organisator*innen um den \"die Rechte\"-Verband \"Süd-Ost-Niedersachsen\" gerechnet. Am Ende wurden es nur knapp 260. Joost Nolte führte als Moderator durch die Veranstaltung. Sein eigener Redebeitrag dauerte nich einmal 3 Minuten. Carsten Dicty ergriff als erster Redner das Wort. Dictys Versuch, Parolen vorzugeben und für Stimmung zu sorgen, schlug gründlich fehl. Die Reaktion des Publikums lässt sich mit \"peinlich berührt\" treffend beschreiben. Offenbar haben die Organisator*innen schon im Vorfeld mit einer enttäuschenden Teilnehmer*innenzahl gerechnet. In Dictys Script findet sich der Satz \"Wir sind wenige\". Als erster überregionaler Redner trat Sascha Krolzig aus Nordrhein-Westfalen ans Mikrofon. Dieter Riefling bekam erneut von den Behörden ein Rede- und Livestreamverbot auferlegt. So blieb dem Neonazi aus der Nähe von Hildesheim nur der einsame Gang zum Dixi. Torsten Heise benannte in seiner Rede anwesende Journalist*innen namentlich. Anschläge auf die Bahnstrecke nach Goslar sorgten dafür, dass eine Gruppe Neonazis aus den neuen Bundesländern erst eintraf, nachdem die Auftaktkundgebung bereits beendet war. Marcel Kretschmer aus Thale (Sachsen-Anhalt) kam bereits schwer alkoholisiert in Goslar an. Im Anschluss an die Demonstration wurde er kurzzeitig in Gewahrsam genommen, weil er vor den Augen der Polizei den verboteten Hitlergruß zeigt. Kretschmer ist Kandidat für die Neonazipartei \"Die Rechte\" zur kommenden Europawahl. Mit deutlicher Verspätung startete der \"TDDZ\". Um den kleinen Aufmarsch eindrucksvoller und länger erscheinen zu lassen, wurden Dreierreihen gebildet. Mitglieder von \"Die Rechte Nordrhein-Westfalen\" solidarisierten sich erneut mit der inhaftierten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel. Die ohnehin sehr kurze Route führte lediglich durch dünn bewohntes Gebiet. Der Wilhelmshavener Neonazi Jens-Malte Hillers, eigentlich eher Spezialist für Körperverletztung statt für Erste Hilfe, tritt nun ebenfalls als \"Nordland\"-Sanitäter in Erscheinung. Im Vorjahr machte der \"TDDZ\" Station in Karlsruhe. Die Organisator*innen aus dem Vorjahr reisten auch nach Goslar an. Die Führungskader Sven Skoda (Düsseldorf) und Sebastian Schmidtke (Berlin) Um das Redeverbot für Dieter Riefling zu umgehen, verlas Benjamin Krüger eine von Riefling geschriebene Rede. Im Laufe der Abschlusskundgebung wurde verkündet, dass der \"TDDZ\" 2019 im sächsischen Chemnitz stattfinden wird. Ob der Zuspruch im kommenden Jahr weiter schwinden wird, bleibt abzuwarten. Der Vertreter aus Chemnitz Im Laufe des Tages wurde bekannt, dass Dieter Riefling für die Neonazis noch eine Kundgebung in Hildesheim angemeldet hat. Die Polizei sperrte auch einen Bereich vor dem Bahnhnof ab, jedoch sorgten viele Antifaschist*innen dafür, dass der Bahnhof blockiert wurde und die geplante Neonazikundgebung nicht stattfinden konnte. Alles in allem ein enttäuschender Tag für die Neonazis. Die anwesende Polizei ging teilweise rabiat vor. Die Blockade löste sich schlussendlich von selbst auf als klar war, dass es keine Neonaziaktion in Hildesheim geben würde.","date":"2 Juni 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-06-02/","section":"Fotos","summary":"Nach knapp einjähriger Mobilisierung fand am 02.Juni 2018 in Goslar die zehnte Ausgabe des sogenannten \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ) statt.","title":"Tag der deutschen Zukunft in Goslar"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"Am 6.6. 2009 zogen etwa 200 Neofaschist*innen durch Pinneberg. Der \"Tag der Deutschen Zukunft\" hatte Premiere. Zwar kamen die meisten Teilnehmer*innen aus dem Gastgeberland Schleswig-Holstein, aus Hamburg und Niedersachsen, dafür war bei den Rednern mit Sven Skoda auch ein freier Aktivist aus dem Rheinland vertreten. Organisiert war dieser 1. TddZ von Thomas Wulff, der damit die Idee eines überregionalen parteiunabhängigen Aufmarsches umsetzte, die beim \"Stammtisch Nord\" entstanden war. Wulff kann somit zurecht als \"Vater des TddZ\" gelten. Natürlich trat er in Pinneberg und auf weiteren TddZs auch als Redner auf, mal bei den Kundgebungen, mal als \"Demoradio\", wie hier in Hamburg 2012. 2010 wanderte der TddZ nach Hildesheim. Dieter und Ricarda Riefling verbanden hier als Organisatot*innen Freie Kräfte und NPD. Die starke Unterstützung durch die Partei zeigte schon damals, dass es den Freien Kräften nicht gelingen würde diese Demonstration weiterhin wie geplant \"parteiunabhängig\" vorzubereiten und durchzuführen. Genauso eingebunden in die Geschichte des TddZ ist Christian Worch, hier beim TddZ 2011 in Braunschweig. Er unterstützte und organisierte - erst als Vertreter \"Freier Kräfte\", ab 2012 dann als Bundesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\" etliche der Veranstaltungen und trat auch als Redner auf. In Hamburg 2012 gab es ein Orgateam mit Wulff und Worch, die dazu ihre Differenzen überwanden und sich sogar im Vorfeld gemeinsam auf einem Fahrrad ablichten ließen. Auch  2013 war Dieter Riefling in Wolfsburg auf die Unterstützung örtlicher NPD-Strukturen angewiesen und es wurde deutlich, dass auf Grund wegbebrochener Strukturen im Norden vorerst kein weitere TddZ durchführbar war. Dresden, 2014 Kampagnenort des TddZ,  hatte mit den Strukturen um Maik Müller (NPD) zwar gute Voraussetzungen für die Organisation. Es zeigte sich aber, dass vermutlich auf Grund der Lage sowie der Schwächung der NPD die Teilnehmer*innenzahlen zurückgingen. Das änderte sich auch im Folgejahr 2015 in Neuruppin nicht, lag doch auch hier die Organisation in NPD-Händen. Der Crew um Dave Trick gelang es nicht  wieder mehr Neofaschist*innen zu aktivieren, was sicher auch mit der ungünstigen Lage von Neuruppin zu tun hat. 2016 übernahm dann die Partei \"Die Rechte\" mit ihrem Dortmunder Kreisverband die Kampagne. Von der einst geplanten Parteiunabhängigkeit war nun nichts mehr geblieben. Allerdings gelang  dem Orgateam um Dennis Giemsch nochmal ein Höhenflug: etwa 1000 Neofaschist*innen marschierten durch Dortmund. Im krassen Gegensatz dazu stand dann die Teilnehmerzahl des Karlsruher TddZs . Hier zeigte sich, dass auch \"Die Rechte\" über nur wenige gefestigte Strukturen verfügt, die in der Lage sind einen solchen Aufmarsch durchzuführen. Trotz zahlenmäßig starker Unterstützung aus dem Ruhrgebiet kamen nur knapp 300 Personen auf die von Christian Worch und Manuel Mültin , Landesvorsitzender \"Die Rechte Baden-Württemberg\", organisierte Demonstration, auf der auch einzig die beiden Organisatoren reden durften. Alle weiteren vorgeschlagenen Redner*innen wurden auf Grund von einschlägigen Vorstrafen abgelehnt, darunter auch Dieter Riefling. Thomas Wulff, Organisator des 1. Tddz 2009, war einer der 3 Redner auf der Kundgebung. Außer ihm sprachen noch Sven Skoda und Ingo Stawitz, der damalige NPD-Landesvorsitzende: ein geschickter Schachzug, wurde dadurch doch das gesamte rechte Spektrum angesprochen. Auch Christian Worch, hier beim TddZ 2017, trat mehrfach bei TddZs  ans Mikro, zuerst als freier Kamerad, später als Bundesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\". 2017 in Karlsruhe war er als Nicht-Einschlägig-Vorbestrafter einer von nur 2 genehmigten Rednern. Sven Skoda war von Beginn an als Redner dabei.- wie hier in Pinneberg 2009. Der freie Aktivist, der für die Partei \"Die Rechte\" bei der Europawahl 2019 antritt und bereits als knapp 20-jähriger die \"Kameradschaft Düsseldorf\" anführte, betrieb lange Jahre das \"Nationale Infotelefon Rheinland\" und ist zusammen mit über 20 weiteren Mitgliedern des \"Aktionsbüro Mittelrhein\" seit dem Jahr 2012 wegen \"Bildung einer kriminellen Vereinigung\" angeklagt . Wolfram Nahrath sprach bei der Abschlusskundgebung des TddZ 2012 in Hamburg. Narath, langjähriger Vorsitzender der verbotenen Wiking-Jugend und einer der wichtigsten Anwälte in der rechten Szene, verteidigt den Angeklagten Ralf Wohleben im NSU-Prozess sowie die wegen Holocaustleugnung verurteilte und erst kürzlich inhaftierte Ursula Haverbeck. Ein weiteres Mitglied des NPD-Bundesvorstandes trat 2016 in Dortmund als Redner auf: Thorsten Heise. Heise, der vor einem Transparent mit der Forderung \"Weg mit dem NWDO-Verbot\" sprach, war Mitglied der \"Freiheitlichen Arbeiterpartei\", gründete nach deren Verbot die \"Kameradschaft Northeim\" und ist für die NPD auch als Landesvorsitzender in Thüringen aktiv. Er ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und natürlich wegen Volksverhetzung. 2011 wurde in Braunschweig lediglich eine Kundgebung erlaubt, woraufhin die Organisatoren eine Demonstration im benachbarten, aber wesentlich kleineren Peine anmeldeten. Um die Kundgebung ein wenig aufzupeppen, wurde in Braunschweig eine Bühne aufgebaut, auf der die Redner ( hier Sebastian Schmidtke, NPD Berlin) und die Rechtsrockband \"Selection\" auftraten. Da die einfallslose und schlecht gespielte Musik bei den Teilnehmer*innen auf wenig Gegenliebe stieß, wurde bei weiteren TddZs darauf verzichtet. Der TddZ  2014 in Neuruppin stand ganz im Zeichen der NPD. Neben der Organisation stellte die Partei auch einen Großteil der Redner: hier Pierre Dornbrach, damaliger Bundesschulungsleiter der JN. Beim TddZ 2016 in Dortmund trat erstmalig ein ausländischer Redner auf, und zwar aus Bulgarien. Die Dortmunder Neofaschist*innen pflegen seit Jahren Kontakte ins europäische Ausland und besuchen regelmäßig Aufmärsche im europäischen Ausland. Auch in diesem Frühjahr nahmen sie mit einer Delegation an dem verbotenen Lukovmarsch in Sofia teil. Eine der wenigen Rednerinnen war Ricarda Riefling 2010 in Hildesheim. Gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Dieter organisierte sie den damaligen TddZ und sorgte durch ihre guten Kontakte  zur NPD - Ricarda Riefling war damals Mitglied des NPD-Bundesvorstandes und Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Oberweser -, dass der Aufmarsch ohne größere Probleme durchgeführt werden konnte.  Sie half damit auch die Legende von Dieter Riefling als \"Vater des TddZ\" zu begründen. Auch nach ihrer Trennung von Dieter Riefling und ihrem Umzug nach Rheinland-Pfalz, wo sie weiterhin in der NPD aktiv ist, blieb Ricarda Riefling dem TddZ treu. Sie besuchte  in den Folgejahren zahlreiche Veranstaltungen zwar nicht als Rednerin sondern als Teilnehmerin. Als ursprünglich von freien Kräften organisierte  Veranstaltung geriet der TddZ immer mehr zu einer Veranstaltung, deren Durchführung in der Hand rechter Parteien liegt. War es über mehrere Jahre die NPD, folgte dann nach deren Schwächung 2016 die Partei \"Die Rechte\". Zu dieser Entwicklung trugen die zahlreichen Verbotsverfahren gegen rechte Kameradschaften und Gruppen nicht unerheblich bei. Hier Mitglieder der Gruppe \"Besseres Hannover\" 2010 in Hildesheim. Die Gruppe \"Besseres Hannover\" wurde im September 2012 wegen \"Bildung einer kriminellen Vereinigung\" verboten. Insgesamt 24 Strafverfahren mit Bezug zu der Gruppe oder ihren Mitgliedern wurden eingeleitet, darunter auch wegen Zeigens eines Hitlergrußes des Abschiebärs, einer Kunstfigur, die in den Videos der Gruppe gegen Migrant*innen hetzt. Auch auf dem TddZ in Hamburg 2012 trat der Abschiebär bei der Schlusskundgebung auf, sein vermutlich letzter Auftritt. Die \"Weiße Wölfe Terror Crew\" ( hier Sebastian Rudow 2014 in Neuruppin), eine bundesweit agierende Gruppe, wurde im März 2016 verboten. im der Verbotsbegründung des Bundesinnenministers heißt es: \"Die WWT agitiert offen und aggressiv gegen unseren Staat und unsere Gesellschaft, gegen Migranten und Andersdenkende. Sie verbreitet fremdenfeindliche und menschenverachtende Ideologie, sie trägt rechtsextremistische Hetze auf die Straße und schreckt nicht vor Gewalttaten zurück.\" Ebenfalls 2012 wurden in Nordrhein-Westfalen mehrere rechte Gruppen verboten: die Kameradschaften in Hamm, Aachen und Wuppertal sowie der Nationale Widerstand Dortmund (NWDO). In allen 4 Städten wurde kurz darauf Nachfolgeorganisationen gegründet, in Hamm und Dortmund als Kreisverbände der Partei \"Die Rechte\". Mitglieder aller vier verbotenen Gruppen waren und sind beim Tddz vertreten: als Teilnehmer*innen, Redner oder Organisatoren. Christoph Drewer, hier in Neuruppin, war 2018 zeitweilig Bundesvorsitzender der Partei 2012 begann auch der Prozess gegen das \"Aktionsbüro Mittelrhein\". 25 Neofaschisten aus dem Rheinland wurden wegen \"Bildung einer kriminellen Vereinigung\" angeklagt, darunter Sven Skoda und Christian Häger (hier in 2016 in Dortmund). Während Skoda weiterhin als freier Aktivist auftritt, wurde Häger, der damals  Mieter des \"Braunen Hauses\", der Zentrale des ABM, war, 2018 zum Vorsitzenden der NPD-Jugendorganisation gewählt. Anders als bei den Großdemonstrationen in Wunsiedel, Magdeburg, Dresden oder Bad Nenndorf, wo getragene Stimmung oder strikte Disziplin an der Tagesordnung waren, herrschte beim TddZ häufig von Beginn an eine aggressive Stimmung, wie 2011 in Peine. Lag es hier vermutlich an dem Demonstrationsverbot für die Stadt Braunschweig,... ..,so war es  in Hamburg 2012, aber auch in Neuruppin 2014 der Ärger über Gegenprotest und erfolgreiche Sitzblockaden, die jeweils zu Änderungen  und Verkürzungen der Demorouten führte. Es gelang Organisatoren und Ordnern nur schwer die Teilnehmer*innen zu beruhigen und größere Ausschreitungen zu verhindern. Ganz ohne Personenkontrollen, Durchsuchungen und Festnahmen ging es z.B. in Hamburg nicht. Der TddZ zieht auch ausländische Neofaschisten an. Dieser Neonazi aus Dänemark beteiligte sich als Einzelperson mehrfach an den Demonstrationen, so wie hier in Dortmund. Regelmäßig wird der TddZ auch von Neofaschist*innen aus Holland besucht. Die Gruppe um Stefan Wijkamp (Bildmitte) hat gute Kontakte zu den nordrhein-westfälischen Partei- und Kameradschaftsgruppen. Wijkamp marschiert hier in Dortmund umgeben von Mitgliedern der verbotenen \"Kameradschaft Aachen\" und des ebenfalls verbotenen \"Aktionsbüro Mittelrhein\". Wijkamp ist inzwischen Auslandsbeauftragter der Partei \"Die Rechte\". Als Christian Worch bei der Abschlusskundgebung in Karlsruhe den  Veranstaltungsort für den TddZ 2018 bekanntgab, schien es , als würde die Kampagne zurück zu den Ursprüngen gehen. Die ausrichtende Gruppe  in Goslar war eine der wenigen noch aktiven parteiunabhängigen Strukturen: das Kollektiv Nordharz, eine bisher erfolgreiche Struktur im südlichen Niedersachsen. Diese Struktur löste sich allerdings Ende des Jahres 2017 auf und trat ein paar Tage später und stark geschrumpft als \"Die Rechte Süd-Ost-Niedersachsen\" wieder in Erscheinung. Mit oft nur 2 oder 3  Aktiven wurde nun versucht die TddZ-Kampagne weiterzuführen, wie hier im März 2017 bei einer Veranstaltung der \"Patrioten Niedersachsen\" in Peine. Organisator der Kampagne ist der erst 22jährige Joost Nolte aus Goslar, dem ein gewisses Organisationstalent nicht abzusprechen ist. Nolte hat seit der Übernahme der Kampagne durch seine Struktur alle sich ergebenden Möglichkeiten genutzt, um für den TddZ 2018 zu werben. Zu Beginn wirkte er dabei noch wie ein Schüler von Dieter Riefling, wurde jedoch schnell selbständig und wies dem selbsternannten \"Vater\" des TddZ zunehmend eine Zuschauerrolle zu. Doch trotz seines Organisationstalents und seines Einsatzes konnte auch Nolte nicht verhindern, dass es den wenigen durchgerführten Vorfeldveranstaltungen an Teilnehmer*innen und damit an Außenwirkung mangelte. Eine im April für Göttingen geplante und gerichtlich erstrittene Demonstration musste wegen mangelnder Mobilisierung sogar ganz ausfallen. Dabei waren  Nolte und seine Mitstreiter*innen auch in den sozialen Netzwerken aktiv. Von  schlecht gemachten, anonym eingesandten Handyvideos über hölzerne Interviews reichte es im März sogar für einen Auftritt Nolte bei Patrick Schröders FSN-TV. Hier erklärte er als einen Grund für die Wahl von Goslar als Jubiläumsort wörtlich: \"es gab keinen Anderen, der von sich aus gesagt hätte, wir wollen das, wir können das.\" Anmelder der Vorfeldveranstaltungen war Carsten Dicty aus Goslar. Dicty, der sich bei Veranstaltungen meist mehr im Hintergrund hält, ist NPD-Mitglied und organisiert den Kreisverband Goslar, dies allerdings als Einzelkämpfer und ohne sichtbare Zusammenarbeit mit dem Landesverband. Um an Infoständen nicht allein zu stehen, holte sich Dicty in der Vergangenheit Unterstützung bei der JN Braunschweig oder bei seinen Kameraden vom \"Kollektiv Nordharz\". Sporadisch wirkt auch Ulf Ringleb aus Ilsenburg an der Kampagne mit. Ringleb hat zwar bereits Erfahrungen mit der Anmeldung und Durchführung von größeren Demonstrationen, diese waren aber nicht immer positiv. Das chaotische Geschehen bei der 1.Mai-Demo 2017 in Halle sorgte bei vielen Teilnehmer*innen für starken Unmut und großes Unverständnis. In Goslar wurde Ringleb dadurch bekannt , dass er 2016 dem Oberbürgermeister auf einem Schützenfest ein Glas Bier über den Kopf kippte und ihn beleidigte. Ringleb erhielt  für  die Attacke eine Geldstrafe, die sich nahtlos in sein Vorstrafenregister einfügt. Nicht zum Redner berufen, aber trotzdem bereits zweimal für den TDddZ 2018 ans Mikro getreten ist Benjamin Krüger aus  Magdeburg. Der ursprünglich aus der Lüneburger Heide stammende Krüger war nach seinem Umzug nach Hannover einer der Führungskader der 2024 verbotenen Gruppe \"Besseres Hannover\". Seine in Goslar und Braunschweig gestammelten Reden sind, auch wenn Krüger sich darauf beruft noch in der \"Lernphase\" zu sein, nicht dazu angetan, positive Werbung für den TddZ zu machen. Bei einer der Vorfeldveranstaltungen im März 2018 in Goslar, die keinerlei Außenwirkung zeigte, gelangte kein einziger Euro in die Sammeldose der TddZ-Crew. Dabei haben sie das Geld bitter nötig, wie sie selbst schreiben, hat doch der Rechtskampf im Zusammenhang mit der Durchführung des TddZs bereits im Vorfeld eine vierstellige Summe gekostet. Bei diesem Rechtskampf ging es bisher zum einen um die (erfolglose) Aufhebung des Redeverbots für Dieter Riefling und zum anderen um die Genehmigung einer Demonstration in Göttingen am 25.4.2018. Dieser Rechtskampf wurde zwar gewonnen; die Veranstaltung dann aber- wie schon erwähnt- doch abgesagt. Als der erste TddZ am 6.6.2009 in Pinneberg durchgeführt wurde hatte Dieter Riefling keinen wesentlichen Anteil an Organisation und Ausrichtung und war nur ein Mitläufer unter etwa 200 Neonazis. In den Folgejahren, auf den von ihm organisierten TddZ-Veranstaltungen in Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg, ließ Riefling es sich dann aber nicht nehmen selbst das Mikrofon zu ergreifen. 2017 in Karlsruhe wurde er jedoch auf Grund einschlägiger Vorstrafen nicht als Redner zugelassen. Nachdem 1994 deutschlandweit alle Rudolf Hess Märsche verboten wurden, wichen etliche Neonazis am 13.8. nach Luxemburg aus und randalierten dort vor der deutschen Botschaft. Einer der Beteiligten war der damalige FAP-Funktionär Dieter Riefling (links im Bild) Die Polizei machte jedoch kurzen Prozess mit den Neonazis, die sich binnen weniger als einer Minute allesamt gefesselt am Boden wiederfanden. Danach erfolgte die Abschiebung über Trier nach Deutschland. Im Folgejahr wurde die FAP verboten. 2014 feierte Dieter Riefling unter anderem mit Martin Schüttpelz (links im Bild) Silvester bei „Die Rechte Hildesheim“ Dabei posierte man in ausgelassener Stimmung vor der in Deutschland verbotenen Fahne des Neonazinetzwerkes Blood\u0026Honour. Anfang 2018 war Dieter Riefling kurzzeitig liiert. Danach verlor er immer mehr den Boden unter den Füßen, gepaart mit Realitätsverlust. Davon zeugen vor allem seine fast täglichen sexistischen Posts auf Facebook oder solche über den Konsum von Alkohol. Hier ein Beispiel mit beiden Komponenten. Nachdem im Sommer 2017 die Ausrichtung des folgenden TddZ an das \"Kollektiv Nordharz\" übertragen wurde, stürzte sich Dieter Riefling in die überregionale Werbung, hier bei einer NPD-Veranstaltung in Berlin. Nach und nach übernahm dann aber Personen aus dem eigentlichen Orgateam, vor allem Joost Nolte, diese Aufgabe, und Dieter Riefling wurde wieder einmal an den Rand gedrängt. Dazu beigetragen hat sicherlich auch das polizeiliche Redeverbot, das Dieter Riefling bisher für alle Vorfeldveranstaltungen erhielt und das auch von den Gerichten nicht zurückgenommen wurde. Dies ist allerdings nicht das erste Mal, dass Riefling stummgeschaltet wurde. Bereits in der Vergangenheit untersagte ihm der damalige Landesvorsitzende der NPD Niedersachsen, Ulrich Eigenfeld, auf Parteiveranstaltungen zu reden. Und auch bei einer Saalveranstaltung Anfang Mai im Emsland wurde ihm von der Polizei ein Platzverweis erteilt. Dieter Riefling bei seiner Hetzrede in Bad Nenndorf 2013: „Ich sehe keine Problematik darin, diesen einen Finger abzuschneiden, dann haben sie immer noch neun Finger“. Professor Hajo Funke spricht von einer „furchtbaren Gewaltmusik“. Allerdings betont der Politikprofessor, dass die Rede Rieflings auch eine offenkundige Beschränktheit zum Ausdruck bringe. Es sind neben seiner Verurteilung wegen Volksverhetzung auch  solche Aussagen, die zu dem Redeverbot im Vorfeld des Tddz beigetragen haben. Am 13. März begab sich Riefling mit weiteren Neonazis in die Ratssitzung der Stadt Goslar ins  Kreishaus, um gegen eine Resolution des Rates gegen den TddZ  Stimmung zu machen. Riefling gab sich selbst einen symbolischen „BRD Maulkorb“ da er als Nichtgoslarer kein Rederecht in der Einwohnerfragestunde hatte.","date":"21 Mai 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-17/","section":"Fotos","summary":"Am 6.6. 2009 zogen etwa 200 Neofaschist*innen durch Pinneberg.","title":"10 Jahre \"Tag der deutschen Zukunft\" - Ode to a dying march"},{"city":"Hannover","content":"Am Samstag, dem 18.5.2018, fand in Hannover eine  Vorabkundgebung zum  \"Tag der deutschen Zukunft (TddZ)\" statt. Der TddZ , ein bundesweiter Neonaziaufmarsch,wird seit 2009 an wechselnden Orten durchgeführt. Er findet in diesem Jahr am 2.6. in Goslar statt. Die Organisationsstruktur aus dem Harzgebiet , überwiegend Personen aus der Partei \"Die Rechte\", reiste als neunköpfige Gruppe mit dem Zug an. Die Gruppe wurde von Beginn an eng von der Polizei geleitet... ... und über Umwege zum Kundgebungsort am hannöverschen Steintor geführt. Dies war in erster Linie dem zahlreichen Gegenprotest geschuldet, der sich schon frühzeitig vor dem Bahnhof versammelt hatte. In der Hoffnung auf weitere Kundgebungsteilnehmer*innen warteten die Goslarer jedoch noch längere Zeit mit dem Beginn ihrer Kundgebung. Als absehbar war, dass die Teilnehmer*innen unter sich bleiben würden, begann Dieter Riefling mit dem Verlesen der Auflagen. Riefling war in Hannover, wie auch schon bei allen vorherigen Veranstaltungen zu TddZ, wiederum mit einem Redeverbot belegt worden ... und musste sich daher mit der Rolle des Ansagers begnügen. Derweil versuchten  die restlichen  Teilnehmer*innen mit Fahnen und dem TddZ-Transparent  den Eindruck zu erwecken.. ... ,dass es sich bei dieser Kundgebung um mehr  als eine unliebsame Pflichtaufgabe handeln könnte. Sichtlich enttäuscht zeigte sich auch Joost Nolte, der Hauptorganisator des TddZ. Dabei war es durch die geringe Resonanz auf die Veranstaltungsankündigung in den sozialen Netzwerken schon im Vorfeld absehbar gewesen, dass die Veranstalter*innen auch dieses Mal wieder weitgehend unter sich bleiben würden. Als dann doch noch ein zusätzlicher Teilnehmer auf dem Platz erschien, verkaufte das Nolte sogleich als Erfolg. Ansonsten fehlte es Nolte Rede an konkreten Inhalten, vor allem was den Hintergrund und das Anliegen des TddZ betraf.  Stattdessen fabulierte er von einer  ausgefallenen Einschulungsfeier in seiner Heimatstadt Goslar, ... ... die nicht stattfinden konnte, weil diese bei einem Anteil von 80%  \"Ausländeranteil\" unter den Kindern  in einer Moschee stattfinden sollte, dies aber von \"deutschen\" Eltern verhindert wurde. Schon zu diesem Zeitpunkt war abzusehen, dass die Kundgebung nicht störungsfrei verlaufen würde. Besonders aggressiv gebährdete sich hierbei Carsten Dicty, der nur von mehreren Polizist*innen  an Übergriffen gehindert werden konnte. Auch als sich die Situation längst beruhigt hatte, versuchte  Dicty auf einen fotografierenden Zuschauer loszustürmen ... ... und ließ sich nur widerwillig von Dieter Riefing beruhigen. Nach kurzer Pause konnte die Kundgebung dann witergeführt werden. Auch Benjamin Krüger, der als Nächster zum Mikrofon griff,  war  zu Beginn seiner  Rede noch hörbar aufgeregt. Als Ex-Hannoveraner  (Krüger war Führungskader der verbotenen Kameradschaft \"Besseres Hannover\")  versuchte er sich an einer Analyse des Zustands der Landeshauptstadt. So schwadronierte er von Ausländerbanden, die die Straßen der Stadt – vor allem rund um den Steintor-  unsicher machten und von einem Ausländeranteil in Hannover von über 40 %, der sich nach seiner Prognose in den nächsten Jahren locker auf 50 – 60 % steigern würde. Nach einer knappen halben Stunde erklärte Dieter Riefling die Veranstaltung für beendet und bedankte sich bei der Polizei.  Nur unter starkem Polizeischutz konnten die Teilnehmer*innen den Steintor in Richtung Hauptbahnhof wieder verlassen, ... ..., da auch der Rückweg bis in die Bahnhofshalle hinein von starken Gegenprotesten begleitet wurde, ...  ... was dazu führte, dass auch der Kundgebungsteilnehmer, der nicht zu der Reisegruppe gehörte, erstmal mit auf den Bahnsteig geführt und dann unter immer noch starker Polizeipräsenz in sichere Entfernung zum Gegenprotest gebracht wurde.","date":"18 Mai 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-18/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, dem 18.5.2018, fand in Hannover eine Vorabkundgebung zum \"Tag der deutschen Zukunft (TddZ)\" statt.","title":"Kundgebung für den TDDZ in Hannover"},{"city":"Riesa","content":"Vom 11. bis zum 12.05.2018 fand im sächsischen Riesa unter dem Motto [RE]generation EUROPA der 3. Europakongress der \"Jungen Nationalisten\" statt. Die NPD-Jugendorganisation versuchte mit dem Kongress eine Vernetzungsplattform für Neonazis aus anderen europäischen Ländern zu schaffen.  Im Vorfeld wurde die Teilnahme von Neonaziorganisationen aus Tschechien, Italien, Serbien, Griechenland, Bulgarien, Polen, Kroatien, Rumänien, Spanien, der Ukraine und aus Russland angekündigt. Neben Neonazis aus anderen europäischen Ländern versuchte die NPD-Jugendorganisation auch ihre Mitglieder aus den einzelnen Bundesländern zu mobilisieren.   Auch Tomislav Sunić, ein Apologet der sogenannten Nouvelle Droite (Neue Rechte) aus Kroatien fand sich anläßlich des Europakongresses im sächsischen Riesa ein. Sunić war dort als Redner angekündigt. Der genaue Ort der Veranstaltung, zu der auch ein Rechtsrockkonzert gehörte, wurde von den \"Jungen Nationalisten\" im Vorfeld nicht veröffentlicht und Geheim gehalten. Eine Taktik, der sich auch die verantwortlichen Behörden der Stadt Riesa anschlossen. Erst als ein Zeitungsartikel die Veranstaltung wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn publik machte, nahmen die Behörden Stellung. Auch die Taktik der Polizei in Riesa ließ nicht erkennen das der Veranstaltung eine große Bedeutung beigemessen wurde. Während sich am Samstag bereits in den frühen Morgenstunden Neonazis sammelten, fand die erste Einsatzbesprechung in der Polizeiinspektion Riesa trotz Kenntnis der Veranstaltung erst Stunden später statt.  Neonazis aus Bulgarien (rechts) während der Anreise. Der Einsatz der sächsischen Polizei beschränkte sich im Verlauf der Veranstaltung auf stündliche Streifenfahrten. Erst in den Abendstunden wurde ein einzelnes Polizeifahrzeug zeitweise in Hörweite des Veranstaltungsort positioniert. Anreisende Neonazis konnten so relativ unbeobachtet zum Veranstaltungsort gelangen. Vorkontrollen fanden nicht statt. Die einzige Personenkontrolle während des JN-Europakongresses am Samstag richtete sich gegen anwesende Journalist*innen, welche die Veranstaltung dokumentierten. Auch das Neonazis die Verkehrsregelung beim Veranstaltungsort übernahmen, Absperrhütchen auf der Straße positionierten wurde durch die Polizei toleriert. Auf Nachfrage teilten die eingesetzten JN-Ordnerkräfte mit, dass es entsprechende Absprachen mit der Polizei Riesa gegeben habe. Philipp Neumann (links) Sänger der Rechtsrockgruppe \"FLAK\" während der Anreise. Bildmitte: Alexander Neidlein, ehamals stellvertretender JN-Bundesvorsitzender. Der aus Crailsheim stammende Neonazi diente 1993 im Bosnienkrieg in faschistischen kroatischen Milizen. Im Dezember 1993 überfiel Neidlein mit Gesinnungskameraden ein Postamt in Lübeck. Mit dem erbeuteten Geld wurde eine Reise nach Südafrika finanziert. Dort schloßen sich Neidlein und zwei weitere Neonazis einer neonazistischen Söldnergruppe an. Erst nach einem Feuergefecht mit der südafrikanischen Polizei bei dem einer der deutschen Neonazis getötet wurde, konnte Neidlein auf einer Farm in Boskop festgenommen und nach Deutschland abgeschoben werden. Die Veranstaltung fand auf dem Gelände des \"Deutsche Stimme Verlags\" der NPD statt. Blick auf die Umgebung des Veranstaltungsgeländes... ... um sich einen Überblick über die polizeilichen Maßnahmen zu verschaffen. Im Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung von Riesa konnte die JN am vergangenen Wochenende somit ihren Kongress nahezu ungestört durchführen. Angesichts der \"Polizeipräsenz\" konnten etliche Neonazis entsprechend offen mit neonazistischer Symbolik durch das Stadtgebiet streifen. Insbesondere da bereits Kleinkinder und Schuzbefohlene an der Veranstaltung teilnahmen hier nochmal ein kleiner Nachholunterricht für die sächsischen Behörden...","date":"12 Mai 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-12/","section":"Fotos","summary":"Vom 11. bis zum 12.05.2018 fand im sächsischen Riesa unter dem Motto [RE]generation EUROPA der 3. Europakongress der \"Jungen Nationalisten\" statt.","title":"Europakongress der \"Jungen Nationalisten\" (JN) in Riesa (Sachsen)"},{"city":"Bielefeld","content":"","date":"10 Mai 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-10/","section":"Fotos","summary":"","title":"Haverbeck in Haft - Neonaziaufmarsch in Bielefeld"},{"city":"Delmenhorst","content":"Zu einem sogenannten „Frauenmarsch“ trafen sich am Samstag, 5.Mai 2018, etwa hundert Personen, die sich aus den Spektren der AfD, ihrer Jugendorganisation JA, der „identitären Bewegung“ sowie einer neonazistischen „Bruderschaft“ zusammensetzten.  Die Demonstration fand unter dem Label „Kandel ist überall“ statt und nahm dadurch Bezug auf eine Beziehungstat in der Südpfalz, die von den Organisator*innen rassistisch umgedeutet wird. Diesem Teilnehmer war das Thema der Demonstration offenbar nicht bekannt. Auch wenn ein sogenannter „Frauenmarsch“ angekündigt war, war die Versammlung eindeutig männlich dominiert. Unter den Teilnehmer*nnen befand sich auch der Göttinger Lars Steinke (links im Bild), der Vorsitzende der niedersächsischen „Jungen Alternative“. Steinke gilt als völkischer Hardliner.  Auch das Logo der völkischen „identitären Bewegung“ wurde offen zur Schau gestellt. Thorsten Moriße, in seiner Heimatstadt Wilhelmshaven politisch weitgehend isoliert, reiste auch nach Delmenhorst alleine an. Ein halbes Dutzend Mitglieder des AfD-Kreisverbands „Oldenburg-Stadt/Ammerland“ fanden sich ebenfalls in Delmenhorst ein. Viele Teilnehmer*innen der Versammlung versuchten, Gegendemonstrant*innen und Pressevertreter*innen abzufotografieren. Der offensichtliche Leiter der Ordner*innen trug eine Bauchtasche mit der Aufschrift „81 Supporter“. Ein Code für die Untersützung der „Hells Angels“. Aus Bremen reiste das AfD-Mitglied Alexander Tassis an, der zusammen mit wenigen Mitstreiter*innen erfolglos versuchte, ähnliche Kundgebungen in Bremen zu etablieren. Im Pollunder: Christoph Tarek Merkel aus dem ostfriesischen Leer. Als prominente Rednerin wurde das Brandenburger AfD-Mitglied Leyla Bilge eingeladen. Andreas Paul, erfolgloser Oldenburger Direktkandidat zur Bundestagswahl 2017. Bildmitte: Ein sympathisierendes „Kamerateam“ von dem AfD-nahen Videoformat „RIKO TV“ aus dem Landkreis Osnabrück. Aus dem Landkreis Diepholz ist AfD-Kreisverbandsvorsitzender Andreas Iloff nach Delmenhorst gereist. Iloff pflegt seit vielen Jahren Kontakte in die militante Neonaziszene. Organisiert wurde der „Frauenmarsch“ von der Leeraner AfD-Aktivistin Ina Raabe. Bildmitte: AfD-Bundestagsabgeordneter Dietmar Friedhoff. Aus dem militanten Neonazispektrum erschien eine Gruppe der selbsternannten „Bruderschaft“ „Blood Brother Nation“ aus Vechta und Oldenburg. Rechts im Bild: Julian Klein aus Oldenburg-Stadt. Der Teilnehmer links im Bild musste sein T-Shirt mit der neonazistischen Aufschrift „White Power“ auf links drehen. Das Symbol der „Schwarzen Sonne“ konnte er allerdings offen zur Schau stellen. Bildmitte: Andreas Iloff mit seiner Lebensgefährtin. Ganz links im Bild: Gerhard Vierfuß aus Oldenburg, führendes Mitglied des völkisch-nationalistischen „Oldenburger Kreis“ und ehemaliger Sprecher der lokalen AfD. Andreas Paul aus Oldenburg im Gespräch mit Lars Steinke. Mehr als 250 Menschen protestierten gegen den rassistischen „Frauenmarsch“. Es kam zu Blockadeversuchen und vereinzelten Rangeleien. Während eines Blockadeversuchs kam es auch zu Gewalttätigkeiten der AfD-Aktivistin Leyla Bilge. Bilge verhielt sich derart aggressiv, dass sie eine Flasche nach einem anwesenden Fotografen warf. Gegendemonstrant*innen und Pressevertreter*innen wurden über die gesamte Dauer des Marschs gefilmt und fotografiert. Darüber hinaus kam es aber auch zu Nötigungen und Bedrohungen.","date":"5 Mai 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-05/","section":"Fotos","summary":"Zu einem sogenannten „Frauenmarsch“ trafen sich am Samstag, 5.Mai 2018, etwa hundert Personen, die sich aus den Spektren der AfD, ihrer Jugendorganisation JA, der „identitären Bewegung“ sowie einer …","title":"Frauenmarsch in Delmenhorst"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/erfurt/","section":"Orte","summary":"","title":"Erfurt"},{"city":"Erfurt","content":"","date":"1 Mai 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-01/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch 1. Mai in Erfurt"},{"city":"Ostritz","content":"","date":"21 April 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-04-21/","section":"Fotos","summary":"","title":"\"Schild \u0026 Schwert Festival\" in Ostritz"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"Die sogenannte \"Atomwaffen Division\" (AWD) ist eine US-amerikanische Neonaziorganisation, welche zuletzt für Aufsehen in den Vereinigten Staaten sorgte. Im Umfeld der Alt-Right-Bewegung entstanden, zielt ihr politisches Programm auf die Überwindung der demokratisch konstitutierten Ordnung und die Errichtung eines faschistisch-nationalsozialistischen Regime's ab. Das AWD-Logo (links) bezieht sich dabei auf eine fiktive Einheit der Waffen-SS und ist stylistisch an die Divisionsabzeichen der SS-Verbände angelehnt. Zur Erreichung ihres Zieles propagiert die Organisation den 'modus operandi' terroristischer Aktivitäten sowie eine Kleinkriegsführung mittels neonazistisch motivierter Guerrillaeinheiten. Die dadurch entstehende Destabilisierung der amerikanischen Gesellschaft würde nach Ansicht der AWD in einem politischen Umsturz münden. Auch der amerikanischen Neonazi Timothy McVeigh bezog sich auf die \"Turner Diaries\" als er im Jahr 1995 einen Bombenanschlag mit 2,4 Tonnen Sprengstoff auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City verübte, in dessen Folge 168 Menschen starben und über 800 verletzt wurden. McVeigh wurde im Jahr 1997 zum Tode verurteilt. Ein Urteil welches dann im Jahr 2001 vollstreckt wurde. Innerhalb der Neonaziszene wird der Anschlag bis heute als Erfolg gefeiert. Hier wird der Anschlag zu einem Punktsieg: 168 Todesopfer auf der einen Seite und ein einzelnes Todesurteil auf der anderen. Auch für deutsche Neonazis (hier während einer Neonazidemonstration in Berlin) gilt McVeigh bis heute als Vorbild. Die Gruppierung orientiert sich in ihrer Strategie unter anderen an den sogenannten \"Turner Diaries\" (Turner Tagebücher), einem fiktiven Roman des amerikanischen Neonazis William Luther Pierce, in dessen Mittelpunkt die Eskalation eines brutalen Rassenkrieges durch kleine Untergrundzellen nationalistischer Aktivisten steht. Das Buch gilt als Blaupause und Inspirationsquelle terroristischer Aktivitäten militanter Neonazis. Bei einem weiteren ideologischen Bezugspunkt der \"Atomwaffen Division\" (AWD) handelt es sich um den amerikanischen Neonazi James Nolan Mason. Der 1952 geborene Neonaziaktivist knüpfte bereits als Jugendlicher Kontakte zur \"American Nazi Party\" (ANP) und war seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der \"Nationals Socialist White People's Party\" (NSWPP). In den 70er Jahren verlegte der, sich selbst als Nationalrevoluitionär verstehende Mason, seinen politischen Wirkungskreis auf die Strukturen der \"National Socialist Liberation Front\" (NSLF) um dann in den frühen 80er Jahren den sogenannten \"Universal Ordner\" (UO) zu gründen. Bei der Gründung des \"Universal Order\" (UO) ließ sich James Mason (rechts) von Charles Manson (links, Bild von 2014) und dessen Massenmörderkult \"The Family\" inspirieren. Beim UO handelt es sich um eine faschistoide, pseudoreligiöse Vereinigung, deren ideologischen Inhalte seit 2017 (nach einem Treffen mit Mason) die Basis der \"Atomwaffen Division\" bilden. Auch auf dem 2017 verstorbenen Charles Manson selbst, welcher in Kalifornien eine lebenslange Haftstrafe verbüßte, bezieht sich die Gruppierung in ihrer Propaganda positiv. Bei einem weiteren Erkennungszeichen der AWD handelt es sich um Totenkopfmasken, welche die AWD-Aktivisten zur Selbstdarstellung und Unterstreichung ihrer Militanz nutzen. Neben diesen äußeren Erkennungszeichen fällt insbesondere das relativ junge Alter ihrer Mitglieder auf. Die AWD werden dem Spektrum der sogenannten White-supremacy-Movement zugerechnet. Diese vertritt eine rassistische Überlegenheits-Ideologie in welcher die, von ihren Anhänger*innen pseudowissenschaftlich konstruierten \"Weißen Rasse\" eine dominierende Funktion und Privilegien zugesprochen wird. Um diesen Zustand zu erreichen währen sich Anhänger*innen dieser Ideologie in einem fortwährenden \"Rassenkrieg\" Die Propagandamaterialien der AWD sprechen im Bezug auf Menschenverachtung und ideologischer Verortung eine deutliche Sprache. Die \"Atomwaffen-Division\" ist Teil des sogenannten \"Iron-March\" Netzwerkes. Dabei handelt es sich um eine neonazistische Internetplattform welche sich selbst als \"Fascist Social Network\" begreift. Ende 2017 wurde die Internetseite, aus bisher unbekannten Gründen, heruntergefahren. Kleinere Untergruppierungen, sogenannte Chapter, existieren inzwischen in zahlreichen Bundesstaaten der USA. Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 entwickelte sich der Bundestaat Florida zu einem Zentrum ihrer propagandistischen Aktivitäten. Die \"Atomwaffen Division\" unterhält in Florida unter anderem Kontak zur White Supremacy Gruppierung \"Republic of Florida\" (ROF Milita) zu der auch Nikolas Cruz (links) angehörte. Der 19-jährige Cruz erschoss am 14. Februar 2018 in einem Schulmassaker 17 Menschen in Parkland (Florida). Und auch in den Reihen der AWD selbst führt die Propaganda der neonazistischen Organisation zu entsprechenden Resultaten. Inzwischen lassen sich mehrere Morde und Anschlagspläne mit der \"Atomwaffen Division\" in Verbindung bringen. Wie zum Beispiel zu Samuel Woodward, hier während seiner Festnahme in Orange County (Kalifornien). Woodward (links) ermordete im Januar 2018 den jüdischen College-Studenten Blaze Bernstein (rechts). Woodward war ein ehemaliger Mitschüler der Ermordeten. Bernstein starb an inneren Verletzungen, hervorgerufen durch über 20 Messerstiche. Woodward (hier links im Bild) nahm in der Vergangtenheit an paramilitärischen Ausbildungslagern der \"Atomwaffen Division\" teil und gehörte einer AWD-Zelle in Kalifornien an. In einem Chatraum der Gruppierung trat er unter dem Pseudonym \"Arn\" in Erscheinung. Die AWD veranstaltete in den vergangenen Monaten mehrere paramilitärische Ausbildungslager, sogenannte \"Hate Camps\". Wie zahlreiche Video- und Bilddokumente nahelegen liegt ein Fokus der dortigen Ausbildung auf dem Umgang mit Waffen. Insbesondere der Umgang mit Kriegswaffen, wie hier während eines \"Hate Camps\" in Nevada steht auf dem Trainingsprogramm. Bislang konnten vier solcher überregionaler Ausbildungslager verifiziert werden, bei dem die Organisation paramilitärische Übungen durchführte. Schießübungen und Training wurden in der Vergangenheit in Videos festgehalten und anschließend über Videoplattformen und Soziale Medien verbreitet. Bei einem der Organisatoren solcher \"Hate-Camps\" handelte es sich um John Cameron Denton (hier links im Bild). vom texanischen Ableger der Gruppierung.. John Denton (links im Bild) gilt darüber hinaus als Anführer der AWD-Organisationsstrukturen in den Vereinigten Staaten. In internen Chatprotokollen der Gruppierung nutzt Denton den Namen \"Rape\" (Vergewaltigung). Sein jüngerer Bruder Grayson Denton (rechts im Bild), ebenfalls Mitglied der texanischen AWD-Zelle, tritt unter der Bezeichnung \"Nazgul\" in Erscheinung. Bei einem weiteren Mitglied der Gruppierung handelt es sich um Devon Arthurs (ganz rechts im Bild). Das erst 18-jährige AWD-Mitglied der AWD-Zelle Florida konvertierte im Jahr 2017 zum Islam und bezeichnete sich fortan als \"Salafist National Socialist\". Im Mai 2017 ermordete Arthurs zwei AWD-Mitglieder mit denen er sich eine Wohnung teilte. Diese hatten sich zuvor kritisch gegenüber Arthurs Konvertierung zum Islam ausgesprochen. Ebenfalls im Mai 2017 geriet auch Brandon Russel (Bildmitte) ins Visier der Ermittlungsbehörden. FBI-Beamte fanden in der Garage von des AWD-Mitglieds Russel, einem ehemaligen Studenten der Universität von South Florida, große Mengen an Chemikalien die zur Herstellung von Sprengstoff geeignet waren. Russel plante nach Eigenangaben Anschläge auf Synagogen und ein Atomkraftwerk in Florida. Im Januar 2018 wurde der 21-jährige Russel daraufhin zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Dezember 2017 erschoss dann der 17-jährige Neonazi Nicholas Giampa in Virginia die Eltern seiner Freundin. Auch Giampa besaß entsprechende Verbindungen zu den AWD-Organisationsstrukturen und posierte mit deren Erkennungszeichen im Internet. Nachdem die Eltern seiner Freundin von Giampa's politischem Hintergrund erfuhren, wendeten sie sich an dessen Schulleitung. Giampa verübte daraufhin einen Doppelmord an den Eltern seiner Freundin. Die \"Atomwaffen-Division\" betrachtete die Tat von Giampa (rechts: Bild von Giampa's Twitter-Account) mit Wohlwollen und produzierte entsprechende Propagandaflugblättern (hier links im Bild). Die Organisation und ihre Mitglieder gelten als extrem gewaltätig. Im Zeitraum von 2017 bis 2018 können fünf Morde und verschiedene Anschlagspläne der \"Atomwaffen-Division\" zugerechnet werden Die Organisation selbst gibt sich kämpferisch. Trotz der Inhaftierung einzelner Mitlieder und der gewachsen Aufmerksamkeit an ihren Strukturen plant die Gruppierung ihre Aktivitäten fortzusetzen.","date":"20 April 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-04-20/","section":"Fotos","summary":"Die sogenannte \"Atomwaffen Division\" (AWD) ist eine US-amerikanische Neonaziorganisation, welche zuletzt für Aufsehen in den Vereinigten Staaten sorgte.","title":"Die \"Atomwaffendivision\" in den Vereinigten Staaten"},{"city":"Ostritz","content":"","date":"20 April 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-04-20-ostritz/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazis beim \"Schild \u0026 Schwert Festival\" in Ostritz (TEIL 1)"},{"city":"Dortmund","content":"","date":"14 April 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-04-14-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch in Dortmund (TEIL 1)"},{"city":"Dortmund","content":"","date":"14 April 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-04-14-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch in Dortmund (TEIL 2)"},{"city":"Braunschweig","content":"Um für den in Goslar geplanten 'Tag der Deutschen Zukunft' zu werben, organiserten Neonazis aus den Strukturen der Braunschweiger NPD und ihrer Jugendorganisation JN sowie der Partei 'Die Rechte Süd-Ost-Niedersachsen' zwei Mobilisierungskundgebungen in Braunschweig und Salzgitter. Mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde begann die Kundgebung am Braunschweiger Hauptbahnhof. Letztlich erschinen nur rund 20 Neonazis zu der Veranstaltung. Als erster Redner trat der umtriebige Neonazi Joost Nolte (ehemals 'Kollektiv Nordharz', jetzt 'die Rechte Süd-Ost-Niedersachsen') ans Mikrofon. Nolte ist seit Monaten nahezu jedes Wochenende bei verschiedenen Veranstaltungen der Neonaziszene anwesend, um für den 'Tag der Deutschen Zukunft' zu werben. Durch eine weitreichende Polizeiabsperrung entfaltete die Kundgebung keinerlei Außenwirkung. Die Neonazis reisten geschlossen an, Interessent*innen oder Sympathisant*innen waren nicht vor Ort. Der zweite Redner des Tages war Benjamin Krüger, ehemaliger Aktivist der verbotenen Kameradschaft 'Besseres Hannover'. Wie zuvor Joost Nolte hatte auch Benjamin Krüger mit Textaussetzern und grammatikalischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Krüger entschuldigte sich über das Mikrofon. Er sei, was Redebeiträge angeht, noch in der 'Lernphase'. Der dritte und letzte Redner des Tages war Sebastian Weigler, Kopf der Braunschweiger 'Jungen Nationalisten', der Jugendorganisation der NPD. Nur knapp über eine halbe Stunde dauerte der Auftritt der Neonazis in Braunschweig. Im Anschluss sollte eine weitere Kundgebung am Bahnhof Salzgitter-Bad stattfinden. Vor Ort verbrachte die Gruppe ihre Zeit allerdings wartend in einer Polizeiabsperrung. Man wollte den von der Polizei abgesperrten Versammlungsbereich nicht nutzen. Er sei zu klein. Angesichts einer Zahl von unter 20 Personen eine bemerkenswerte Aussage. Nach längerer Wartezeit verließen die Neonazis mit in Salzgitter abgestellten Fahrzeugen sowuie mit dem Zug den Ort des Geschehens. Enttäuschte Neonazis verlassen den Bahnhof Salzgitter-Bad, als feststeht, dass dort keine Kundgebung stattfinden wird. Im Anschluss wurde noch eine spontane Kundgebung am Bahnhof in Goslar abgehalten. Weitere Versammlungen wurden niedersachsenweit polizeilich verboten.","date":"7 April 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-04-07/","section":"Fotos","summary":"Um für den in Goslar geplanten 'Tag der Deutschen Zukunft' zu werben, organiserten Neonazis aus den Strukturen der Braunschweiger NPD und ihrer Jugendorganisation JN sowie der Partei 'Die Rechte …","title":"07.04.2018 Neonazis in Braunschweig und Salzgitter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/leun/","section":"Orte","summary":"","title":"Leun"},{"city":"Veltheim","content":"Am 24.03.2018 fand in Veltheim (Porta-Westfalica) ein Konzert der Neonaziszene statt. An der konspirativ organisierten Veranstaltung nahmen etwa 90 Personen teil. Anreisende Neonazis wurden von  Einsatzkräften der Polizei kontrolliert. Eine entsprechende  Kontrollstelle wurde um 17:20 Uhr errichtet. Zu diesem Zeitpunkt war ein  Teil der angereisten Neonazis allerdings bereits vor Ort. Allerdings  gelang es den Behörden anreisende Musiker (hier Jens Brucherseifer) zu kontrollieren. Die Veranstaltung fand auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei in einem Veltheimer Wohngebiet statt. Sie wurde vor zwei Jahren von Neonaziaktivisten Marcus Winter angemietet und soll seitdem als Treffpunkt für Neonazis aus der Region dienen. Auch die Neonazi-Gruppierung \"Mindener Jungs\" sowie Akteure der neonazistischen Kleinstpartei \"Der Dritte Weg\" sollen die Immobilie nutzen, die Winter offiziell als Boxclub bzw. Trainingsraum bezeichnet. Inwieweit diese Räumlichkeiten baurechtlich  für Konzerte geeignet sind sei dahingestellt. Es handelte sich dabei um ein Konzert von Mitgliedern der Neonazi-Musikgruppe \"Sturmwehr\" im Rahmen einer sogenannten \"Akustiktour 2018\". Diese beinhaltete den Auftritt des Sturmwehr-Sängers Jens Brucherseifer (links) und des Gitarristen Martin Böhne (rechts).  Die Musiker von \"Sturmwehr\" um ihren Sänger Jens Brucherseifer (hier am 29.07.2017 in thüringischen Themar) hatten sich zuletzt dazu entschieden nicht mehr gemeinsam Konzerte zu geben. Auch ein für den April im sächsischen Ostritz geplanter Auftritt im Rahmen des Neonazifestivals \"Schild und Schwert\" wurde inzwischen abgesagt.   Auch ohne diese vorangegangene Entwicklung wären weitere Bandmitglieder von \"Sturmwehr\" am vergangenen Wochenende wohl verhindert gewesen. So zum Beispiel Marco Eckert (Bildmitte) welcher an einer Veranstaltung in hessischen Wetzlar teilnahm und sich zeitweise mit dem Anliegen der dortigen Polizei auseinandersetzen musste. Als Veranstalter des nun in Veltheim stattgefundenen Konzerts trat der langjährige Neonaziaktivist Marcus Winter in Erscheinung (rechts im Bild), welcher bereits in der Vergangenheit für die Organisierung einschlägiger Konzertveranstaltungen verantwortlich zeichnete. Ihm zur Seite stand Dirk Fasold (links im Bild) welcher ebenfalls über enge Verbindungen in die Rechtsrockszene verfügt. Bis zum Verbot ihrer Organisationsstrukturen im Jahr 2000 agierte Fasold als Sektionsleiter Westfalen des \"Blood \u0026 Honour\"-Netzwerks. Markus Winter (hier am 15.07.2017 im thüringischen Themar) gilt als umtriebiger Netzwerker im Hintergrund, der zuletzt auf öffentliche Auftritte weitestgehend verzichtet hat. Die politische Bewertung der Veranstaltung (hier der Konzertflyer) steht indes noch aus. Angesichts der organisatorischen Hintergründe steht die Frage im Raum warum die Polizei Teilnehmer*innen zwar kontrollierte, die Durchführung des Konzertes jedoch nicht verhinderte. So wurde die Veranstaltung von dem in Deutschland verbotenem Netzwerk von \"Blood \u0026 Honour\" beworben und kann somit deren Strukturen zugerechnet werden. Warum \"Blood \u0026 Honour\" in Nordrhein-Westfalen, trotz Verbot, nun wieder Veranstaltungen unter den Augen der Behörden durchführen kann ist bislang nicht bekannt.","date":"24 März 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-03-24/","section":"Fotos","summary":"Am 24.03.2018 fand in Veltheim (Porta-Westfalica) ein Konzert der Neonaziszene statt.","title":"Neonazi-Konzert in Veltheim"},{"city":"Leun","content":"","date":"24 März 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-03-24-3/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazikonzert in Leun (Hessen)"},{"city":"Wetzlar","content":"Am vergangenen Samstag, den 24.03.2018 sollte in Wetzlar (Hessen) der Wahlkampfauftakt der NPD-Hessen stattfinden. Anläßlich der bevorstehenden Landtagswahl im Oktober 2018 warb die NPD-Hessen im Vorfeld unter dem Motto \"Heimat, Familie, Tradition\" für einen Kongress in der Stadthalle. Mitglieder des Landes- sowie des NPD-Bundesvorstandes waren als Redner*innen angekündigt. Vertreter der Kleinstpartei \"Die Rechte\", der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\" (JN) sowie parteiunabhängige Neonazis hatten ihren Auftritt angekündigt. Die Veranstaltung wurde zusätzlich mit dem Auftritt mehrerer Rechtsrockbands beworben. Zur Durchführung der Veranstaltung verlangte die Stadt Wetzlar das die NPD verschiedene Punkte im Vorfeld zu erfüllen habe. Dazu zählte die Bereitstellung eines eigenen Sicherheitsdienstes, ein Sanitätsdienst sowie eine Versicherung welche für eventuelle Schäden aufzukommen habe. Der letzte Punkt gestaltete sich für die NPD-Hessen zum Problem nachdem Thassilo Hantusch (hier rechts im Bild) diese unter falschen Angaben abschloß. So wurde eine Versicherung nicht für eine NPD-Veranstaltung abgeschlossen sondern für einen fiktiven \"Hantusch Kongress\". Nachdem die wirklichen Hintergründe der Veranstaltung bekannt wurden, zog die Versicherung ihre Zusagen zurück. Dies führte dazu das wiederum die Stadt Wetzlar einen Tag vor Veranstaltungsbeginn die Freigabe der Stadthalle verweigerte. Das Vorgehen der NPD-Hessen, unter falschen Angaben eine Versicherung (\"Hantusch-Kongress\") zu erhalten, fiel somit dem Organisationskreis der NPD-Hessen (hier der Fraktionsschatzmeister der NPD im Wetterauer Kreistag, Stefan Jagsch) letztlich vor die Füße. Dennoch wurde die Veranstaltung von der NPD-Hessen und ihren Bündnispartnern weiterhin beworben. Man sprach nun von einem geschichtsträchtigen Ereignis das sich in Wetzlar abzeichnen würde, da die Stadt die demokratischen Rechte der NPD in Hessen beschneiden würde.   Die Mobilisierungsversuche der NPD-Hessen verliefen allerdings größtenteils im Sande. Insgesamt reisten etwa 200 Neonazis zu dem \"geschichtsträchtigen Ereignis\" an. Ein Großteil davon hielt sich zerstreut im Stadtgebiet auf. Nur an einem Punkt, einem Hotelkomplex in unmittelbarer Nähe der Stadthalle, konnte sich eine größere Gruppe von ca. 80 Personen versammeln. Polizeikräfte führten daraufhin rigeros Personalkontrollen durch und sorgten dafür das die versammelten Neonazis am Hotelkomplex gebunden wurden.  Unter den angereisten Neonazis befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits Mitglieder der Rechtsrockband \"Oidoxie\" (Bildmitte), welche ursprünglich auf dem NPD-Kongress auftreten sollten. Der versammelte Personenkreis hoffte bis zuletzt auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, welche um 14 Uhr erwartet wurde, und der NPD den Weg zur Nutzung der Stadthalle freimachen würde. Neonazis wie Lars Schulz (Bild), der sich vor allem um die Koordinierung der angekündigten Rechtsrockbands bemühte, hofften somit bis zum Schluß auf eine erfolgreiche Durchführung des geplanten NPD-Kongresses. Die bereits angereisten Neonazis bemühten sich möglichst viele ihrer Unterstützer*inen zum Hotelkomplex zu beordern. Vor dort aus sollte dann zur Stadthalle weitergezogen werden.  Vor Ort befand sich auch Marco Gottschalk, seines Zeichens Sänger der \"White-Power\" und Rechtsrockband \"Oidoxie\". Die Formation wird dem Netzwerk von \"Combat 18\" (C18) zugerechnet. Auffällig war das ungeheure Interesse von Medienvertreter*innen an Gottschalk, die vor allem mit der anhaltenden Berichterstattung über \"Combat 18\" in den vergangenen Monaten zusammenhing. Die anreisenden Neonazis mussten sich strengen Personal- und Körperkontrollen unterziehen.  Teilnehmer*innen wurden rigeros durchsucht. Auch der Landesgeschäftsführer der NPD-Hessen, Daniel Lachmann, befand sich unter den versammelten Neonazis. Auch anreisende Mitglieder von \"Oidoxie\" hingen kurzfristig in den Polizeikontrollen fest.  Marco Eckert, Teil der Band \"Oidoxie\" und der ebenfalls zum \"Combat 18\" und \"Blood \u0026 Honour\" Netzwerk gehörenden Rechtsrockband \"Sturmwehr\". Eckert betreibt darüber hinaus den einschlägigen Sturm18-Versand. Auch Martin Krause (\"Oidixie\") verharrte einige Augenblicke bevor er sich zum Sammelpunkt im Hotelkomplex begeben konnte.   Währenddessen versuchte Thassilo Hantusch weiterhin (erfolglos) die Polizeiführung davon zu überzeugen das die NPD im Recht sein und das diese der NPD und ihren Anhänger*innen den Weg zur Stadthalle freimachen solle. Gegen 14 Uhr entschied dann das Bundesverfassungsgericht (BVG) das die NPD-Hessen durchaus berechtigt sei einen Mietvertrag mit der Stadt Wetzlar einzugehen. Der Jubel der angereisten Neonazis verstummte allerdings nachdem die Stadt Wetzlar darauf hinwies, das dazu allerdings die genannten Forderungen (Sanitäts- und Sicherheitsdienst, Versicherung) erfüllt werden müssten. Dies sah die Stadt nicht erfüllt und weigerte sich weiterhin einen Mietvertrag mit der NPD-Hessen abzuschließen.  Mitglieder des NPD-Sicherheitsdienstes. Letztendlich blieb der NPD-Hessen die Nutzung der Stadthalle verwehrt. Auch der Umstand das die NPD-Hessen damit drohte, mittels eines Gerichtsvollziehers die Stadthalle aufbrechen zu lassen, änderte nichts an der Entscheidung der Stadt Wetzlar. Sehr zum Missfallen der NPD-Hessen (hier Ingo Helge, seines Zeichens Schulungsleiter der NPD-Hessen)..welche daraufhin von Auswüchsen eines \"Wetzlarer Landrechts\" fabulierten.  Inzwischen hat die NPD Strafanzeige gegen den Wetzlarer Oberbürgermeister erstattet. Ein Teil der Rechtsrockband \"Oidixie\". ... ... Die angereisten Neonazis kompensierten die Situation zum Teil durch ausgiebigen Alkoholkonsum. Entsprechende Getränke konnten im Hotel erworben werden. In Wetzlar kamen auch die Mitglieder der Rechtsrockband \"Kategorie-C\", hier deren Sänger Hannes Ostendorf, zum Stelldichein zusammen. Nachdem abzusehen war, das die geplante Veranstaltung in der Stadthalle von Wetzlar nicht mehr stattfinden würde, versuchten die angereisten Neonazis einen Ausweichort zu organisieren. Insbesondere die Anwesenheit der im Vorfeld angekündigten Rechtsrockbands deutete auf eine solche Ausweichveranstaltung hin. Die gesamte Besetzung von \"Oidixie\". Die Ersatzveranstaltung fand schließlich im nahegelegenen Leun statt... eine entsprechende Dokumentation findet sich in einer weiteren Gallery :) ","date":"24 März 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-03-24-2/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 24.03.2018 sollte in Wetzlar (Hessen) der Wahlkampfauftakt der NPD-Hessen stattfinden.","title":"Neonazitreffen in Wetzlar"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/veltheim/","section":"Orte","summary":"","title":"Veltheim"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wetzlar/","section":"Orte","summary":"","title":"Wetzlar"},{"city":"Goslar","content":"Die diesjährigen Organisationsstrukturen der neonazistischen Kampagnendemonstration \"Tag der deutschen Zukunft\" (TDDZ) veranstalteten am Mittwoch, den 14.03.2018 eine Kundgebung in Goslar, Osterfeld. Als Veranstaltungsleiter reiste eigens der Landesvorsitzende der neonazistischen Splitterpartei \"Die Rechte\" Holger Niemann (hier links im Bild) in die Harzstadt. Als Anmelder trat hingegen der Vorsitzende der NPD-Goslar, Carsten Dicty (hier rechts im Bild) in Erscheinung. Die Kundgebung diente als Mobilisierungsveranstaltung für die in Goslar geplante TDDZ-Demonstration im Juni diesen Jahres. Als Organisationskreis wirkte ursprüglich die parteiunabhängige Kameradschaftsgruppe des sogenannten \"Kollektiv Nordharz\". Diese erklärten zuletzt ihre Auflösung und formierten sich daraufhin in den Strukturen der Partei \"Die Rechte\". Man versprach sich davon eine Unterstützung im Rahmen der TDDZ-Mobilisierung. Die Demonstrationen unter dem Label TDDZ finden einmal jährlich in wechselnden Regionen der Bundesrepublik statt. Dabei treten jeweils wechselnde Organisationsstrukturen in Erscheinung. So fand der TDDZ im vergangenem Jahr in Karlsruhe statt. Hier Ulf Ringleb aus dem Vorstand des \"Kreisverbandes Süd-Ost-Niedersachsen\". Ringleb agierte bislang vor allem als Vertreter \"Autonomer Nationalisten\", die sich eigentlich als parteifreie Strukturen definieren. Die Organisationsstrukturen finanzieren sich unter anderem durch den Verkauf von eigens hergestellten T-Shirts, Propagandamaterialien und Spenden. Mit Carsten Dicty ist auch die NPD in den Organisationsstrukturen vertreten. Der niedersächsische Landesverband verweigerte bislang allerdings eine allzuoffene Unterstüzung der Veranstaltung. Der TDDZ gilt gemeinhin als Demonstration der Konkurrenzpartei \"Die Rechte\". Hinzu kommt eine weitestgehende Isolierung der NPD-Goslar im niedersächsischen NPD-Landesverband. Ein weiterer Grund für die mangelnde offene Unterstützung des diesjährigen TDDZ findet sich in der Personalie von Dieter Riefling (Bildmitte). Der szeneintern für seine Alkoholexesse und Gewalttätigkeiten bekannte Neonazi gilt, vorsichtig ausgedrückt, szeneintern als äußerst umstritten. Als Vorwand für die Kundgebung am 14.03.2018 diente eine Veranstaltung des \"Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus\", welche über die Hintergründe der bevorstehenden TDDZ-Demonstration informieren wollte. Abermals musste der Neonaziaktivist Dieter Riefling auf einen Redebeitrag verzichten. Die Behörden belegten Riefling in Niedersachsen mit einem Redeverbot. Damit stehen diese nicht alleine. Bereits die NPD belegte Dieter Riefling aufgrund seiner Verhaltensmuster in der Vergangenheit mit einem Redeverbot auf ihren Veranstaltungen. Vor Ort befand sich auch der selbsternannte Anti-Antifa-Aktivist Benjamin Krüger (hier links im Bild). Dieser versuchte während der Kundgebung weitestgehend erfolglos Gegendemonstrant*innen zu fotografieren. ... Ebenfalls vor Ort: Aktivisten der NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationalisten\".  Unter den anreisenden Neonazis der \"Junge Nationalisten\" befand sich auch Pierre Bauer. Dieser saß in den letzten Jahren bereits zweimal aufgrund des Vorwurfs der schweren bzw. gefährlichen Körperverletzung in U-Haft. Zweimal wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt – beide Male wurde sie zur Bewährung ausgesetzt. Bauer hatte im Februar 2016 zwei Schüler eines Braunschweiger Gymnasiums angegriffen und so brutal auf einen der beiden eingetreten, dass dieser einen doppelten Kieferbruch erlitt. Im Mai 2016 soll der Neonaziaktivist während einer Demonstration Polizeibeamte attackiert haben. Die Polizei in Tühringen fahndete daraufhin nach ihm mittels eines öffentlichen Fahndungsaufrufs im Internet. Als einer der derzeit umtriebigesten TDDZ-Aktivisten in der Region gilt der Neonazi Joost Nolte. In den vergangenen Monaten trat dieser auf einer Vielzahl von Veranstaltungen in Erscheinung um für die anstehende Demonstration zu werben. Im Nachgang der nun durchgefürten Kundgebung sprachen beteiligte Neonazis von einer massiven Außenwirkung der Veranstaltung. Die Realität sah hingegen etwas anders aus. Bis zuletzt blieb die Veranstaltung mit insgesamt 20 Teilnehmer*innen überschaubar. Ein Teil der angereisten Neonazis verließ sogar noch vor dem eigentlichem Beginn den Ort des Geschehens. Die Kundgebung bei der die Neonazis mit Reichsfahnen posierten, fand in Sichtweite des Veranstaltungsortes des Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus statt. Aktivisten der \"Jungen Nationalisten Braunschweig\" Sebastian Weigler vom Landesvorstand der \"Jungen Nationalisten\" (JN) in Niedersachsen und Führungskader ihres Braunschweiger Ablegers. Vor wenigen Tagen versuchten Mitglieder des \"Kreisverbandes Süd-Ost-Niedersachsen\" der Partei \"Die Rechte\" eine Fragestunde des des Goslarer Oberbürgermeisters zu stören. Nachdem diese dort Polizeibeamte entdeckten zogen die Neonazis allerdings unverrichteter Dinge wieder ab. Als Konsequenz wolle man nun nach Eigenangaben einen eigenen Kandidaten für die nächste Oberbürgermeisterwahl aufstellen.  Einen Tag später versuchte Aktivisten des TDDZ-Organisationskreises dann eine Ratssitzung der Stadt Goslar zu stören. Auch hier zogen die Neonazis unverrichteter Dinge wieder ab. Allerdings erteilte sich Dieter Riefling dann konsequenterweise gleich selbst ein Redeverbot. Ein Aufgebot der Polizei riegelte den Veranstaltungsort der Neonazis weitestgehend ab. Der niedersächische Landesvorsitzende der Partei \"Die Rechte\" Holger Niemann während des ersten Redebeitrages der Kundgebung.  Als zweiter Redner übernahm dann Joost Nolte vom \"Kreisverbandes Süd-Ost-Niedersachsen\" der Partei \"Die Rechte\" das Mikrophon. Ursprünglich nicht vorgesehen erhielt dann abschließend Benjamin Krüger die Gelegenheit für ein paar Worte. Der sichtlich aufgeregte Neonaziaktivist fiel dabei vor allem durch den phantasievollen Gebrauch der Gramatik auf. Inhaltlich beschränkte Krüger sich darauf anwesenden Journalist*innen und Gegendemonstrat*innen damit zu drohen, dass diese dereinst \"heulen\", \"baumeln\" und \"zusammengeschlagen\" werden.   Die Kundgebung wurde kurz danach für beendet erkärt.","date":"14 März 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-03-14/","section":"Fotos","summary":"Die diesjährigen Organisationsstrukturen der neonazistischen Kampagnendemonstration \"Tag der deutschen Zukunft\" (TDDZ) veranstalteten am Mittwoch, den 14.03.2018 eine Kundgebung in Goslar, Osterfeld.","title":"Neonazi-Kundgebung in Goslar"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/kirchweyhe/","section":"Orte","summary":"","title":"Kirchweyhe"},{"city":"Kirchweyhe","content":"Am Samstag, den 03.10.2018 fand im niedersächsischen Kirchweyhe eine Kundgebung der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) statt. Als Anmelder und Veranstaltungsleiter trat der derzeitige Landesvorsitzende der JA-Niedersachsen Lars Steinke (hier im Bild) in Erscheinung. Der \"Jungpolitiker\" Lars Steinke gilt dabei, als umtriebiger Netzwerker zwischen neonazistischen Kameradschaften, Burschenschaften, der \"Identitären Bewegung\" (IB) und den Parteistrukturen der AfD. (siehe dazu auch afdwatchbremen) Als treibende Kraft im Hintergrund der nun durchgeführten Veranstaltung gilt neben Lars Steinke der Kreisvorsitzender der AfD-Diepholz Andreas Illof (hier gemeinsam mit Lars Steinke in Kirchweyhe). Bevor Andreas-Dieter Iloff seine derzeitige Tätigkeit innerhalb der AfD-Parteistrukturen antrat, gehört er zu den Gründungsmitgliedern verschiedener rechtsradikaler Vorfeldorganisationen - mit besten Verbindungen in die militante Neonaziszene. Andreas-Dieter Iloff (hier rechts im Bild) agierte dabei nicht nur im Hintergrund. Im November 2014 beteiligte er sich beispielsweise an einem Neonaziaufmarsch der sogenannten \"HoGeSa\". Illof zeigte sich dort bestens intergriert, unter anderem im Gespräch mit Peter Hallmann (hier links im Bild), der zuletzt in Ostwestfalen-Lippe einen Stützpunkt der Neonazipartei \"Der Dritte Weg\" gründete.  Anreisende Teilnehmer der JA-Kundgebung in Kirchweyhe zeigten sich angesichts von Gegenprotesten und der Dokumentation ihrer Veranstaltung nicht amüsiert. Gegen die Dokumentation ihrer Veranstaltung \"werde man Rechtsmittel einlegen\", so der Anmelder Lars Steinke.  Ihre \"Abneigung\" gegen die Dokumentation ihrer Veranstaltung hinderte die angereiste Anhänger*innen von AfD und JA hingegen nicht daran ihrerseits Gegendemonstrat*innen und Journalist*innen zu dokumentieren. Teilnehmer der Kundgebung. Der niedersächsische JA-Landesvorsitzende Lars Steinke und Versammlungsleiter beim Versuch der Dokumentation. Die Kundgebung vom vergangenen Samstag bezog sich auf den 5. Todestag von Daniel S. Dieser wurde in der Nacht zum 10. März 2013 vor dem Bahnhof im Ortsteil Kirchweyhe Opfer eines gewalttätigen Angriffs und starb vier Tage danach in einem Krankenhaus. Neonaziorganisationen wie die Partei \"Die Rechte\" versuchten in der Vergangenheit diese Tat für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Ein Vorgehen dem sich nun auch die \"Alternative für Deutschland\" (AfD) und ihre Jugendorganisation anschließt. Lars Steinke während seines Redebeitrags am vergangenem Samstag. Der Trauerkranz wurde zuvor vom AfD-Kreisvorsitzendem Andreas Illof organisiert. Im Vorfeld war nur eine geringe Beteiligung erwartet worden. Insgesamt kamen 18 Anhähnger*innen der AfD in Kirchweyhe zusammen. Unter diesen befand sich mit Frank Magnitz auch der Landesvorsitzende der AfD-Bremen. Die Veranstaltung begann um offiziell um 17:00Uhr. Bereits nach einer\nhalben Stunde und der Niederlegung eines mitgeführten Trauerkranzes war die Kundgebung allerdings wieder vorbei. Michael Schnieder, Abgeordneter der AfD-Diepholz im Kreistag des Landkreises Diepholz.","date":"10 März 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-03-10/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 03.10.2018 fand im niedersächsischen Kirchweyhe eine Kundgebung der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative\" (JA) statt.","title":"Kundgebung der AfD-Jugend in Kirchweyhe"},{"city":"","content":"Die \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) galt bis zu ihrem Verbot im März 2009 als die bedeutenste Untergrundorganisation der Neonaziszene. In ihren Reihen wurden bereits Jugendliche in Zeltlagern militärischem Drill unterworfen und als kommende Fürungspersonen völkisch-neonazistischer Netzwerke aufgebaut. Auch der derzeitige Landesvorsitzende der AfD-Brandenburg nahm an einem solchen Zeltlager teil. Paramilitärische Schulung des HDJ-Nachwuches Schon seit längerem gibt es Berichte über Verbindungen von Kalbitz (hier während des HDJ-Zeltlager 2007 in Eschede) in die rechtsradikale Szene. So schrieb der Tagesspiegel, im Brandenburger Landtag kursiere für Kalbitz der Spitzname \"kleiner Himmler\". Von 2014 bis 2015 war Kalbitz Vorsitzender des rechtsextremen Vereins \"Kultur- und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit\", der 1985 von einem ehemaligen, hochrangigen SS-Mitglied gegründet wurde Kalbitz war im April 2017 auf Alexander Gauland (hier im Bild) als Landesvorsitzender der AfD Brandenburg gefolgt. Alexander Gauland scheint dabei nur wenig Berührungsängste mit solcherlei Verbindungen zu hegen. Verbindungen wie zu Andreas-Dieter Iloff (links im Bild), seines Zeichens Kreisvorsitzender der AfD im Landkreis Diepholz. Der gelernte Hufschmied Andreas-Dieter Iloff gehört zu den Gründungsmitgliedern der rechtsradikalen Vereinsorganisation \"Freundeskreis Deutschland\" sowie dem \"Gemeinschaftswerk Auehof\". Beide Organisationen sind darauf ausgerichtet völkisch-neonazistisches Gedankengut im kulturellen Bereich zu verbreiten und wurden unter anderem durch den Verfassungsschutz beobachtet. Darüber hinaus diente das Grundstück von Andreas-Dieter Iloff in der Vergangenheit als Treffpunkt und Veranstaltungsort. So fand unter vielen anderen am 21.12.2013 eine Wintersonnenwendfeier auf dem Anwesen statt. Unter den Teilnehmer*innen befanden sich auch ehemalige Anhänger*innen der vom Bundesinnenministerium verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ). Der brandenburgische AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz sieht zumindest im Bezug auf seine Teilnahme an dem HDJ-Zeltlager im Mai 2007 keinen Erklärungsbedarf. So teilte er mit: \"Ich war als Gast dort, mutmaßlich, um mir das mal anzuschauen. Ich sehe da kein Problem.\" Bereits vor kurzem wurde bekannt das die niedersächsische AfD-Landtagsfraktion ein Arbeitsverhältnis mit Hildburg Meyer-Sande (Bildmitte) unterhät. Bei Meyer-Sande handelt es sich um eine Aktivistin der \"Identitären Bewegung\" (IB). Doch damit nicht genug: Im Februar 2009 nahm sie zusammen mit Anhänger*innen der \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ) an einem geschichtsrevisionistischen Trauermarsch in Dresden teil. Die Verbindungen von Andreas Kalbitz dürften dabei nicht die letzten Verbindungen der \"Alternativen für Deutschland\" (AfD) ins neonazistische Milleu sein. Das Andreas Kalbitz bislang kein Problem mit seiner Teilnahme an einem HDJ-Zeltlager sieht, bei dem bereits Kleinkinder mittels einer völkisch-neonazistischen Erlebniswelt indoktriniert wurden, läßt zumindest tief blicken. So war Andreas Kalbitz, seines Zeichens Landesvorsitzender der AfD-Brandenburg Teilnehmer an einem sogenannten Pfingslager HDJ im niedersächsischem Eschede. Das mehrtägige Zeltlager im Mai 2007 wurde von rund 200 Anhänger*innen, darunter nahezu die komplette HDJ-Führungsriege, besucht. Kalbitz (hier während des Zeltlagers) teilte auf Nachfrage mit: \"Eine Teilnahme an dieser Veranstaltung der HDJ vor elf Jahren ist mir nicht mehr erinnerlich, aber nicht ausgeschlossen, da ich eine Vielzahl verschiedenster Veranstaltungen besucht habe.\" Wie Bilder des Zeltlagers zeigen ist die Teilnahme von Kalbitz tatsächlich nicht ausgeschlossen. Bei dem Gelände im Mai 2007 handelte es sich um das Anwesen des NPD-Funktionärs Joachim Nahtz. Bis heute wird das abgelegene Grundstück für Veranstaltungen der Neonaziszene genutzt. An dem konspirativ organisiertem Zeltlager nahmen neben etlichen Kleinkindern und Jugendlichen auch Anhänger*innen der NPD und ihrer Jugendorganisation teil. Zum Rahmenprogramm des \"HDJ-Pfingstlahgers\" gehörte auch ein sogenannter \"Germanischer Mehrkampf\" Die \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) wurde im Jahr 2009 aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus und einer aktiv-kämpferischen Grundhaltung vom damaligem Bundesinnenminister verboten. Zu ihrem Reportoire gehörten neben paramilitärisch anmutenden Zeltlagern, Märschen und Ausflügen auch sogenannte \"Rasseschulungen\". Bilder eines 2006 durchgeführten HDJ-Zeltlagers in Fromhausen (Westfalen). An einem Zelteingang prangte ein Schild mit der Aufschrift \"Führerbunker\". Die HDJ gilt dabei als elitärer Zusammenschluß der NEonaziszene. Außenstehende finden hier kaum Zugang. Ihre Veranstaltungen wurden konspirativ organisiert und zumeist im Verborgendem durchgeführt.","date":"7 März 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/andreas-kalbitz/","section":"Fotos","summary":"Die \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) galt bis zu ihrem Verbot im März 2009 als die bedeutenste Untergrundorganisation der Neonaziszene.","title":"Der AfD Landesvorsitzender Brandenburg und die HDJ"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/lingen/","section":"Orte","summary":"","title":"Lingen"},{"city":"Lingen","content":"Am vergangenen Wochenende fand im Emsland (Niedersachsen) ein Neonazikonzert mit rund hundert Anhänger*innen der Neonaziszene statt. Bei dem eigentlichen Veranstaltungsort handelte es sich um den inwischen arg \"in die Jahre gekommenen\" Gasthof Brögber. Anreisende Teilnehmer*innen wurden ab 14Uhr über ein Industriegebiet in Meppen zum späteren Veranstaltungsort geschleust. Ursprünglich sollte das konspirativ durchgeplante Neonazitreffen im niedersächsischen Fürstenau (Landkreis Osnabrück) stattfinden. Doch anders als nun im Landkreis Emsland intervenierten die Behörden im Landkreis Osnabrück erfolgreich. Daraufhin wichen die Neonazis nach Lingen aus. Von Meppen aus wurden dann ein Großteil der Teilnehmer*innen über die B70 ins etwa 20 Kilometer entfernte Lingen geschleust. Wartende Neonazis am Schleusungspunkt in Meppen. Neben dem Auftritt mehrerer Liedermacher der Neonaziszene wurde die Veranstaltung im Vorfeld mit einem Auftritt der verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck (hier links im Bild) beworben. Die notorische Holocaustleugnerin war erst vor einigen Tagen mit einem Berufungsantrag vor Gericht gescheitert. Das Oberlandesgericht Celle in Niedersachsen entschied, Haverbecks Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung nicht aufzuheben. Die 89-Jährige war dazu Ende August 2017 wegen Volksverhetzung in acht Fällen verurteilt worden. Auf den Auftritt Ursula Haverbecks mussten die angereisten Neonazis jedoch verzichten. Aufgrund ihres anstehenden Haftantritts erhielt Frau Haverbeck eine Meldeauflage der Kreispolizeibehöhrde Herford bzgl. \"Maßnahmen zur Verhütung von Straftaten im Zusammenhang mit einem Vortrags- und Balladenabend der rechtsextremistischen Szene im Bereich West-Niedersachsen am 24.02.2018\". Aus diesem Grund wurde Frau Haverbeck, unter Androhung eines Zwangsgeldes angehalten, sich am Samstag um 18 Uhr und auch um 21 Uhr persönlich auf der Polizeiwoche Herford einzufinden. Somit musste Ursula Haverbeck den Ort des Geschehens im Gasthof Brögber wieder verlassen. Der Organisationskreis der Veranstaltung begann ab ca. 13Uhr mit den Vorbereitungen innerhalb der Räumlichkeiten. Anwohner berichteten das \"dies auch dringend notwendig\" sei. Die Innenräume seien, ähnlich wie der Sanitärbereich, in einem \"katastrophalen und verherrenden\" Zustand. Auch seien nach Auskunft von Anwohner*innen die Brandschutzvorkehrungen quasi nicht vorhanden. Dies hinderte die Neonazis jedoch nicht die Räumlichkeiten für sich in Beschlag zu nehmen. Interessanterweise schien der Zustand des Gebäudes bei den zuständigen Behörden auf nur wenig Interesse zu stoßen. So konnte die Veranstaltung nahezu reibungslos durchgeführt werden. Teilnehmer aus dem Kreis Steinfurt vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung. Für die Teilnehmer*innen wurde im Vorfeld ein striktes Fotografierverbot ausgegeben. Ein als \"Spende\" deklariertes Eintrittsgeld wurde ebenfalls erhoben. Als einer der Hauptorganisatoren des nun in Lingen durchgefürten Neonazikonzerts gilt Andre Lüken (Bildmitte) aus Lingen. Die Gruppe um Lüken trat dabei unter der Bezeichnung \"Amsivaren\" in Erscheinung. Bereits im September 2017 organisierte dieser Kreis eine ähnliche Veranstaltung. Neben dem Auftritt von Ursula Haverbeck war der Auftritt der Liedermacher \"F.i.e.L\" (Mecklenburg-Vorpommern), \"Zeitnah\" (Thüringen) und der Sänger der Nazirockgruppe \"Nahkampf\" (Bremen) angekündigt. Am Aufbau war auch Nils Budig beteiligt. Budig zeichnet seit einiger Zeit für das, dem neonazistischen Hammerskin-Netzwerk zugerechnete Label \"Wewelsburg Records\" verantwortlich. Ein Teil des Organisationskreises um Andre Lüken (links im Bild) Auch aus Goslar reiste eine Delegation Neonazis nach Lingen. Diese nutzten die Veranstaltung um mittels eines Infostandes für den sogenannten TDDZ (\"Tag der deutschen Zukunft\"), einer in Goslar geplanten Neonazidemonstration zu werben. Anreisende Teilnehmer*innen wurden zeitweise durch die Polizei kontrolliert. Die Polizei spricht in einer Pressemitteilung von einem \"deutlich spürbaren Abschreckungseffekt\" der durch die Polizeipräsenz ausgelöst wurde. Ein \"Abschreckungseffekt\" der nach Ansicht der Polizei Lingen dazu führte, dass deutlich weniger Teilnehmer*innen an der Veranstaltung teilnahmen. Auch seien die Personalien \"sämtlicher\" Teilnehmer*innen festgestellt  Die Realität sah jedoch anders aus: Ab ca. 17Uhr zogen sich die Polizeikräfte weitestgehend zurück. Eine Personalienfeststellung fand nicht mehr statt, ein \"Abschreckungseffekt\" wenn es ihn den gegeben hatte, war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr sichtbar. Dies macht sich auch an dem Umstand bemerkbar das etliche Teilnehmer*innen erst ab diesem Zeitpunkt anreisten und die Strategie der Polizeif\u0026úuml;hrung dadurch unterliefen.  Neonazis der Splitterpartei \"Die Rechte\" während ihrer Anreise in Lingen. Bevor diese die Veranstaltungsräume im Gasthof Brögber betreten konnten, betraten sie das Gebäude fälschlicherweise durch einen nicht gesicherten Nebeneingang aus dem sie sich jedoch schnell wieder entfernen mußten. Rechts: Sascha Krolzig: Landesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\" in Nordrhein-Westfalen. Der Neonazi war erst am vergangenen Donnerstag in Bielefeld wegen antisemitischer Beleidigungen zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Im Mai sieht sich Krolzig erneut einem Gerichtsverfahren gegenüber: Ihm wird versuchte gefährliche Körperverletzung, Volksverhetzung sowie das Verwenden von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen vorgeworfen.  Zur Reisegruppe des \"Nahkampf\"-Sängers aus der Region Bremen gehörte auch dessen Bruder, der langjährige Neonazifunktionär Henrik Ostendorf. Der \"Nahkampf\"-Sänger Hannes Ostendorf während der Anreise. Ostendorf schien nur wenig an Aufmerksamkeit interessiert gewesen zu sein. Hannes Ostendorf im neuen Outfit: diesmal mit Bart. Auf mitgeführten Kisten in denen Verkaufsartikel der Band \"Nahkampf\" transportiert wurden, prangte das Statement \"Taten statt Worte\". Dabei handelt es sich einerseits um ein gleichnamiges Lied der Band auf einem Sampler des in Deutschland verbotenen Netzwerkes von \"Blood\u0026Honour\". \"Taten statt Worte\" lautete auch die erste Zeile im Bekennervideo des im November 2011 enttarnten \"Nationalsozialistischen Untergrunds\" – kurz NSU. Das massive Aufgebot der Polizei, inklusive des Kriminaldienstes Lingen, welche zeitweise Personalkontrollen auf dem Parkplatz des Gasthofes durchführte, unterließ es jedoch die mitgeführten Kisten zu kontrollieren und zum Beispiel auf indiziertes Liedgut zu überprüfen. Auch Teilnehmer aus den Niederlanden steuerten den Gasthof Brögber in Lingen an. Das Thüringer Rechtsrock-Duo \"Zeitnah\" um Tommy Brandau aus Gotha. Neonazis aus Wuppertal werden von der Polizei kontrolliert. Gegen 17:00Uhr verließen die eingesetzten Polizeikräfte den Parkplatz des Gasthauses. Auch die in Zivil eingesetzten Kriminalbeamten verließen kurze Zeit später das Anwesen. Nachdem ein Großteil der Polizei abgezogen war, beeilten sich die angereisten Neonazis ihre außerhalb geparkten Fahrzeuge auf den Gebäudeparkplatz zu bekommen. Ein Kontrolle anreisender Neonazis fand nun nicht mehr statt (wie zum Beispiel bei dem Neonaziaktivisten Andreas Hackmann aus Bremen). Polizeifahrzeuge positionierten sich in den Abendstunden jedoch einige hundert Meter entfernt vom Gebäudekomplex und beobachteten das Treiben der Neonazis nur aus der Ferne. Medienvertreter*innen wurde durch die Einsatzleitung nahegelegt sich nicht am Ort des Geschehens aufzuhalten, da dies zu \"Provokationen\" führen würde. Letztlich konnten die Veranstaltung aus Sicht der angereisten Neonazis weitestgehend unbeschadet durchgeführt werden. Neonazimusik und Parolen waren dabei weithin zu hören. Da es jedoch keine Beschwerden von Anwohner*innen gab, bestand aus Sicht der Polizeiführung keine Außenwirkung. Ab 23 Uhr verließen dann die ersten Teilnehmer*innen den Veranstaltungsort. Die Veranstalter*innen um Andre Lüken dürften das Vorgehen der Polizei Lingen als Einladung wahrnehmen auch zukünftig entsprechende Veranstaltungen in der Region durchzufüren. Erst im September 2017 wurde ein ähnlich gelagerter Vortrags- und Liederabend im Emsland durchgeführt bei dem es inhaltlich um die ideologische Verklärung des Hitler Stellvertreters Rudolf Heß ging.","date":"24 Februar 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-02-24/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Wochenende fand im Emsland (Niedersachsen) ein Neonazikonzert mit rund hundert Anhänger*innen der Neonaziszene statt.","title":"Nazirock und Haverbeck in Lingen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/karlsh%C3%B6fen/","section":"Orte","summary":"","title":"Karlshöfen"},{"city":"Karlshöfen","content":"Am vergangenen Samstag, dem 17.02.2018 fand im niedersächsischen Karlshöfen (Landkreis Rotenburg Wümme) eine Veranstaltung der NPD-Niedersachsen statt. Anreisende Teilnehmer*innen wurden über den Autohof Bockel an der A1 zum späteren Veranstaltungsort geschleust. Hier, auf dem Anlaufpunkt in Bockel, erhielten anreisende Neonazis die entsprechenden Koordinaten des Veranstaltungsortes im etwa 30 Kilometer entfernten Karlshöfen. Der Schleusungs- bzw. Anlaufpunkt wurde für etwa eine Stunde aufrecht erhalten. Unbemerkt blieb das Vorgehen der NPD jedoch nicht. Ein starkes Polizeiaufgebot befand sich ebenfalls am Autohof Bockel und beobachtete das Geschehen. Veranstaltungsteilnehmer*innen welche zuvor den Schleusungspunkt aufsuchten wurden wenige Kilometer später von der Polizei gestoppt, Fahrzeuge und Insassen wurden kontrolliert. Die Betreiber der Discothek distanzierten sich im Nachhinein von der Veranstaltung. Auf persönliche Nachfrage erklärten diese, dass sich die NPD-Niedersachsen unter \"falschen Voraussetzungen\" in der Discothek eingemietet habe. Es sei im Vorfeld lediglich von etwa 150 Personen die Rede gewesen, \"welche nett zusammen feiern wollten\". Eine angekündigte Anzahl von Teilnehmer*innen, welche die NPD übrigens am Ende des Tages weit unterbot. Bei dem eigentlichem Veranstaltungsort handelte es sich um den sogenannten \"Dancing Club\" in Karlshöfen. Der an die Discothek angrenzende Parkplatz wurde von Ordnerkräften der NPD bewacht, welche die Einweisung der anreisenden Fahrzeuge übernahmen. Die Veranstaltung vom vergangenem Wochenende diente primär dem inneren Zusammenhalt der neonazistischen Partei und stand unter dem Motto \"Krise - Eingebildet oder Real\". Motivation können diese nach Ansicht ihres Führungspersonals gut gebrauchen. Angesicht der zuletzt sprunghaft angestiegenen Wahlerfolge der \"Alternative für Deutschland\" (AfD), dem seit Jahren anhaltendem Rückgang ihrer Mitgliedzahlen droht der PArtei ein Sturz in die politische Bedeutungslosigkeit. Seit Monaten häufen sich in Niedersachsen Berichte aus dem Inneren der Partei, in denen sich die Verfasser*innen darüber beklagen, dass etliche Mitglieder der Parteiorganisation inzwischen den Rücken kehren und sich stattdessen subkulturellen Strukturen anschließen oder sich gar gänzlich zurückziehen würden. Ein Umstand, der sich in Niedersachsen nach dem letzten NPD-Landesparteitag am 28.05.2017 im niedersächsischen Petersdorf, bei welchem ein Generationswechsel an der Spitze des niedersächsischen NPD vollzogen wurde, noch verstärkte. Die mangelnde Mobilisierungsfähigkeit der NPD-Niedersachsen konnte auch am vergangenen Wochenende beobachtet werden: statt der angekündigten 150 Personen kamen lediglich etwa 80 Personen im niedersächsischen Karlshöfen zusammen. Allerdings teilten einige der angereisten Personen mit, dass sie keineswegs wegen der NPD und ihrer politischen Programmes nach Karlshöfen gereist seien. Vielmehr sei man aufgrund des ebenfalls angekündigten Auftritt des neonazistischen Musikers Michael Regener (\"Lunikoff\") nach Karlshöfen gereist. Neonazis aus der Region Lüneburg während der Anreise zur Veranstaltung. Auch Mitglieder der NPD-Oldenburg nahmen die Reise nach Karlshöfen auf sich. Unter diesen befand sich mit Ulrich Eigenfeld auch der bis 2017 amtierende niedersächsische NPD-Landesvorsitzende (hier nicht im Bild) Neben dem Personal der neonazistischen NPD nahmen auch Anhänger*innen sogenannter \"Freier Nationalisten\", (parteilose Neonazis) wie unter anderem der langjährige Anti-Antifa-Aktivist Andreas Hackmann (Bildmitte) an der Veranstaltung teil. Als offizieller Veranstaltungsbeginn wurde im Vorfeld 13Uhr bekannt gegeben. Das Programm der Veranstaltung in Karlshöfen. Trotz dieser Krise mit welcher sich die NPD konfrontiert sieht, waren nur wenig Kader und Führungspersonen der NPD-Niedersachsen am vergangenen Wochenende in Karlshöfen vertreten. Neonazis aus der Region Zeven, Rotenburg und Bremervörde, in deren Region die Veranstaltung stattfand, fehlten fast gänzlich. Mitglieder der NPD Jugendorganisation \"Junge Nationaldemokraten\" - welche sich nach einer zuletzt erfolgten Namensänderung nun \"Junge Nationalisten\" nennen. Zum Organisationskreis des NPD-Treffens in Karlshöfen gehörte unter anderem das Northeimer NPD-Mitglied Gianluca Bruno (Bildmitte). Seit dem vergangenem Jahr ist dieser ebenfalls als Beisitzer im Landesvorstand der NPD-Niedersachsen vertreten. Neben dem Sicherheitsdienst und Teilen des Veranstaltungsablaufs kümmerte sich Gianluca Bruno auch um die Koordinierung der Anreise. Anreise Teilnehmer*innen konnten sich an ihn telefonisch wenden wenn diese sich verfuhren oder sich verspäteten. Eine entsprechende Telefonnummer wurde im Vorfeld bekannt gegeben. Als eigentlicher Netzwerker im Vorfeld der Veranstaltung gilt hingegen der thüringische NPD-Landesvorsitzende und stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Thorsten Heise welcher in Karlshöfen mit seiner Familie erschien. Neben Familienmitgliedern wurde Thorsten Heise von weiteren NPD-Aktivisten begleitet. Heise nutze die Veranstaltung, bei welcher sich die NPD-Niedersachsen mit der Krise auseinandersetzen wollte, auch für profane Zwecke wie dem eigenem Gelderwerb. So entluden Neonazis vor Veranstaltungsbeginn Kistenweise Propaganda- und Musik-CDs welche im Verlauf der Veranstaltung käuflich erworben werden konnten. Mitreisende von Thorsten Heise. Auch wenn die NPD von einer organisatorischen Krise betroffen scheint - eine finanzielle Krise, welche ihn persönlich betreffen würde scheint Thorsten Heise mit dererlei Veranstaltungen zumindest vorzubeugen. Gianluca Bruno gilt dabei als politischer Ziehsohn von Thorsten Heise. Ebenfalls nach Karlshöfen gereist war Manfred Börm. Der langährige Leiter des NPD-Bundesordnerdienstes und zeitweiser Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen betreute wärend des NPD-Treffens unter anderem einen Verkaufsstand der neonazistischen Hilfsorganisation \"Gefangenhilfe\". Diese übernimmt seit dem Verbot der \"Hilfsgemeinschaft für nationale Gefangene\" (HNG) die Betreuung und Unterstützung verurteilter Straftäter*innen aus der Neonazisszene. Mit Steffen Holthusen war auch ein Funktionär der Hamburger Neonaziszene in die niedersächsische Provinz gereist. Holthusen gilt dabei als Strippenzieher in der Vernetzung zwischen NPD und parteifreien Neonazis. Auch das NPD-Gründungsmitglied Adolf Dammann vom NPD-Unterbezirk Stade gehörte zu den Teilnehmer*innen. Bildmitte: Lennart Schwarzbach, seines Zeichens Landesvorsitzender der NPD-Hamburg. Bereits vor Beginn der Veranstaltung standen für die Teilnehmer*innen alkoholische Getränke zur Verfügung. Ein Umstand, der von der angereisten Neonazis dankend angenommen wurde. Die Krisenbewältigungsstrategien bzw. der Alkoholkonsum der NPD-Anhängerschaft und parteifreier Neonazis stieß jedoch nicht nur auf Zustimmung. Im Verlauf der Veranstaltung kam es angesichts der alkoholisierten Teilnehmer*innen immer wieder zu Unmutsäßerungen. So reisten einige Teilnehmer*innen aufgrund der offen zu Tage tretenden \"Undisipliniertheit\" bereits im Vorfeld ab. Rednerpult im Inneren der Discothek. Unter Discokugeln: der Veranstaltungsraum des NPD-Krisentreffens Ulrich Eigenfeld (braune Jacke) im Gespräch mit dem als Redner angekündigtem Ingo Stawitz (NPD Schleswig-Holstein) an der Cocktail-Bar. Der Infostand der \"Jungen Nationalisten\" (NPD-Jugendorganisation) Der Infostand der \"Gefangenhilfe\". Zum Angebot gehörte der Verkauf von Rauchutensillien. Na dann Prost... Der als Redner angekündigte Pastor Friedrich Bode während der Abreise. Das ehemalige Mitglied der Partei \"Die Grünen\" referierte zum Thema \"Hat es den moralischen Urknall gegeben und gibt es noch ein fassbares Echo\". Ohne umfangreiche Kenntnis der Kirchengeschichte war sein Vortrag allerdings nur schwer zu verstehen, wie mehrere NPD-Mitglieder im Nachgang berichteten. Der Auftritt von Friedrich Bode war indes auf seine persönliche Bekanntschaft mit dem derzeitigen Landesvorsitzenden der NPD-Niedersachsen Manfred Dammann zurückzuführen. So war Manfred Dammann bevor er sich den Strukturen der NPD zuwendete selbst Mitglied der Partei \"Die Grünen\"  gewesen.  Der ehemalige Mitarbeiter der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag Nils Larisch. Der Betreiber eines neonazistischen Internetversands begleitete Michael Regener (aka Lunikoff) zu seinem Auftritt im Rahmenprogramm des NPD-Treffens. Auch Nils Larisch nutze die Gelegenheit um aus der \"NPD-Krisensitzung\" Kapital zu schlagen. Auch er steuerte einen Verkaufsstand bei. Die Bezeichnung \"Brigade 12\" bezieht sich auf die Neonaziorganisation \"Arische Bruderschaft\". Rechts im Bild: Manfred Dammann, derzeitiger Landesvorsitzender der NPD-Niedersachsen und Verantwortlicher des Medienprojekts \"Nordland TV\". Gegen 22:00 Uhr verließen die Teilnehmer*innen den Veranstaltungsort. Eine Fortführung in Karlshöfen war nicht mäglich. Im Anschluß an die NPD-Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Discothek ein Kohlball statt. Zu den letzten Teilnehmer*innen am Veranstaltungsort gehörte der langjährige Neonaziaktivist Henrik Ostendorf (hier rechts im Bild)  Auch Heranwachsende nahmen an der Veranstaltung teil. Der Nazimusiker Michael Regener (hier nicht im Bild) und Nils Larisch sowie weitere Neonazis reisten im Anschluß in den Landkreis Harburg.","date":"17 Februar 2018","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2018-02-17/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, dem 17.02.2018 fand im niedersächsischen Karlshöfen (Landkreis Rotenburg Wümme) eine Veranstaltung der NPD-Niedersachsen statt.","title":"NPD-Treffen mit Nazirock in Karlshöfen"},{"city":"Vienenburg","content":"Am 13.02.2018 fand im niedersächsischen Vienenburg ein unter dem Motte \"Ein Licht für Dresden\" eine Kundgebung der Neonaziszene statt.  Intern wurde die Veranstaltung als \"Trauermarsch\" des lokalen Ablegers der Partei \"Die Rechte\" mit mehreren Rednern beworben. Am Ende konnten die Organisatoren der \"Rechte Süd-Ost-Niedersachsen\" etwa zwei Dutzend Neonazis nach Vienenburg mobilisieren. Die Neonazis erschienen mit Fackeln und Lautsprecheranlage. Ursprünglich war die Veranstaltung für den Zeitraum von 18:00 bis 20:00 beworben. Am Ende verließen die angereisten Teilnehmer*innen doch bereits nach etwa 30 Minuten Vienenburg. Zu den angekündigten Rednern der abendlichen Veranstaltung gehöhrte auch der langjährige Neonaziaktivist Dieter Riefling. Dieser musste jedoch wie bereits in der Vergangenheit auf einen Redebeitrag verzichten. Die Behörden untersagten ihm einen entsprechenden Auftritt. Auch die Beschreitung des Rechtsweges, welche die Neonazis kurzerhand anstrengten, führte zu nichts. Das Redeverbot blieb letztendlich bestehen.  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Hauptredner war der Landesvorstandssprecher Leif-Erik Holm aus Mecklenburg-Vorpommern. Als Redner angekündigt war auch der Bundestagskandidat Andreas Paul für der Wahlkreis Oldenburg-Ammerland. Vor Ort waren ca. 130 AfD-Anhänger*innen. Angereist sind die AfD-Mitglieder aus den Regionen Ammerland, Brake, Bremen, Celle, Cloppenburg, Delmenhorst, Diepholz, Emsland, Friesland, Hamburg, Hannover, Leer, Nordwestmecklenburg, Oldenburg, Oldenburger Land, Stade, Vechta, Verden und Wilhelmshaven. Hier versteckt: Die AfD-Stadträtin Lidia Bernhardt aus Oldenburg. Auch zugegen: Sabina Eiermann, OLGIDA-Aktivistin und AfD-Mitlglied aus dem Raum Ostfriesland. Hier im Bild: Herbert Töpfel aus Lohne. Töpfel ist Teil des Kreisverbandes AfD Vechta/Cloppenburg. Stattgefunden hat die Veranstaltung im Landhaus Otte. Dies war nicht die erste Veranstaltung der AfD in dieser Lokalität. Der Großenknetener Bundestagskandidat Herbert Sobierei (hinten) stellte sich dem Publikum vor Ort vor. In der Bildmitte: Der Kreistagsabgeordnete des Landkreises Wesermarsch Günther Schweden. Vor Ort waren ca. 20 Antifaschist*innen um gegen die Veranstaltung zu demonstrieren. Es kam zu keinerlei Störungen der Veranstaltung. Dennoch kam es zu einer kleineren Auseinandersetzung zwischen den vor Ort eingesetzten Polizist*innen und den Demonstrant*innen.  Bildmitte: Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Kreistag Wildeshausen und Kandidat zur Landtagswahl Patrick Scheelje Hier zu sehen: Frank Appeldorn und Landtagskandidat der AfD Thosten Moriße aus Wilhelmshaven. Frank Appeldorn war unter anderem bei WILGIDA aktiv und fällt immer wieder durch gewaltätiges Verhalten auf. So war er u.a. bei dem Versuch eine*n Antifaschist*in zu überfahren beteiligt. Der Wilhelmshavener wurde zudem zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt. In der Bildmitte: Der Lehrer und Konrektor der Grundschule Ahlhorn Harm Rykena. Rykena ist u.a. Kreistagsmitglied im Landkreis Oldenburg und Kandidat zur Landtagswahl in Niedersachsen für die AfD.  Aus Diepholz angereist: Der pensionierte Studienrat und gescheiterte Bundestagskandidat Gerd Breternitz. Eigens für die Veranstaltung wurde ein Securitydienst angestellt... ... dieser führte bei den Gästen der Veranstaltung Taschenkontrollen durch.","date":"4 September 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-09-04/","section":"Fotos","summary":"Am Montag den 4.9.2017 fand in Sage bei Großenkneten eine der zentralen AfD-Wahlkampfveranstaltungen zum Bundestagswahlkampf statt.","title":"AfD-Wahlkampfveranstaltung in Sage"},{"city":"Oldenburg","content":"Für den 26.August 2017 lud ein neu gegründeter Verein Namens „Oldenburger Kreis“ zu einem Vortragsabend unter dem Titel „Dr.Martin Luther und seine Bedeutung für die deutsche Nation“ in das Oldenburger Kulturzentrum PFL. Wegen angekündigter Proteste war die Veranstaltung nur über einen Seiteneingang erreichbar. Besucher*innen des Vortrags mussten sich einen Weg durch die Gegendemonstrant*innen bahnen. Hierbei provozierten einige Besucher*innen die Gegendemonstrant*innen und versuchten sie auch körperlich anzugehen. Ebenfalls in die Veranstaltung involviert war der Oldenburger Historiker, Anthropologe und Publizist Andreas Vonderach. Vonderach publizierte bereits in völkischen Publikationen wie der Jungen Freiheit, „Sezession“ oder „Neue Ordnung“. Auch im völkisch-rassistischen Schweizer „Ares-Verlag“ publizierte Vonderach schon. Genau wie der Referent, Dr. Karlheinz Weißmann. Der Referent ist ein wichtiger Akteur in der sogenannten Neuen Rechten. Karlheinz Weißmann ist Mitbegründer des „Institut für Staatspolitik“, Autor in der nationalkonservativen Wochenzeitung „Jungen Freiheit“. Er träumt von einer „Kulturrevolution von Rechts“. Rechts im Bild: Gerhard Vierfuß aus Oldenburg, ehemaliger Sprecher der AfD Oldenburg-Ammerland Alexander Tassis ist das letzte verbliebene AfD-Mitglied in der Bremischen Bürgerschaft. Er sorgte für Aufsehen, als er Angela Merkel in eine Reihe mit Adolf Hitler und Walter Ulbricht stellte. Ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn ist im Sande verlaufen. Gerhard Vierfuß fungierte bis zur Kommunalwahl 2016 als Sprecher des AfD Kreisverbands Oldenburg-Stadt/Ammerland. Der von ihm schlecht geführte Wahlkampf sowie seine radikale Positionierung im völkisch-nationalistischen Flügel sollen zur Abwahl von Vierfuß geführt haben. Viele Aktivist*innen der AfD waren bei dem Vortragsabend zugegen. hier während der Kundgebung der Partei im September 2016 in Oldenburg Auch bei dem Oldenburger PEGIDA-Ableger waren heutige Aktivist*innen der AfD und des „Oldenburger Kreis“ zugegen. Das Foto stammt vom 31.03.2015. Dieser Vortragsbesucher war bereits... ...bei der Gründung des AfD-Kreisverbands Oldenburg-Stadt/Ammerland im Juni 2013 zugegen (ganz links im Bild).Foto: antifa.elf Oldenburg Seinen völkischen Kurs untermauerte er auch durch die Teilnahme an einer Demonstration der „Identitären Bewegung“ im Juni 2017 in Berlin. Szenebeob achter*innen vermuten, dass mit dem „Oldenburger Kreis“ eine Plattform für den Völkischen Flügel der AfD in Oldenburg geschaffen werden soll.Foto: Oskar Schwartz Aus dem Vortragssaal hinaus wurden Gegendemonstrant*innen abfotografiert. Dafür spricht die Teilnahme zahlreicher Personen, die auch im Zusammenhang mit der AfD in Erscheinung getreten sind. Eine Auflage für die Nutzung der städtischen Räumlichkeiten war die Bereitstellung von Sicherheitspersonal. Die vor Ort tätigen Securities bedrohten im Nachgang der Veranstaltung Antifaschist*innen und versuchten diese körperlich zu attackieren. Abgang des „Oldenburger Kreis“. Der Verein hat bereits angekündigt, zukünftig weitere Veranstaltungen organisieren zu wollen. Dieses Foto stammt von einer Kundgebung der AfD im September 2016 in Oldenburg. Für musikalische Untermalung am Klavier sorgte Martin Meyer. r Leiter der Musikschule in Bad Zwischenahn trat auch mehrmals im Kleinthetaer „Berliner Zimmer“ der bekannten Oldenburger Holocaustleugnerin Imke Barnstedt auf. Imke Barnstedt im Juli 2003 auf der Wartburg (ganz rechts im Bild). Bei einer Solidaritätsaktion für Horst Mahler wurde der Holocaust offen geleugnet. Mehr als 100 Menschen protestierten vor dem Eingang gegen die völkisch-nationalistische Veranstaltung des „Oldenburger Kreises“.","date":"26 August 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-08-26/","section":"Fotos","summary":"Für den 26.August 2017 lud ein neu gegründeter Verein Namens „Oldenburger Kreis“ zu einem Vortragsabend unter dem Titel „Dr.Martin Luther und seine Bedeutung für die deutsche Nation“ in das …","title":"Vortrag von Karlheinz Weißmann in Oldenburg"},{"city":"Stuhr","content":"","date":"24 August 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-08-24/","section":"Fotos","summary":"","title":"Kundgebung der AfD in Stuhr"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/stuhr/","section":"Orte","summary":"","title":"Stuhr"},{"city":"Falkensee","content":"","date":"19 August 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-08-19/","section":"Fotos","summary":"","title":"Demonstration von Neonazis in Falkensee"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/falkensee/","section":"Orte","summary":"","title":"Falkensee"},{"city":"Berlin","content":"","date":"19 August 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-08-19-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Hess-Marsch in Berlin (TEIL 1)"},{"city":"Berlin","content":"","date":"19 August 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-08-19-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Hess-Marsch in Berlin (TEIL 2)"},{"city":"Goslar","content":"Am 12. August 2017 mobilisierten Anhänger*innen der norddeutschen Neonaziszene zu einer Kundgebung ins niedersächsische Goslar. Die Veranstaltung in Goslar stand im Zusammenhang mit dem sogenannten \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ) einer neonazistischen Kampagnen-Demonstration. Als Anmelder der nun durchgeführten Kundgebung, welche auf dem Bahnhofsvorplatz von Goslar stattfand, trat der Goslarer Neonaziaktivist Carsten Dicty in Erscheinung. Dicty, welcher in der Vergangenheit vor allem im Kontext parteiunabhängiger Neonazis agierte, gilt inzwischen als Bindeglied lokaler Neonazis zur NPD-Parteiorganisation. Zuletzt reaktivierte er die Strukturen des NPD-Unterbezirkes Goslar, welche noch vor einigen Jahren nahezu zusammengebrochen waren. Beobachter*innen gehen derweil davon aus, dass die Reaktivierung des NPD-Unterbezirks in einem direktem Zusammenhang mit der derzeitigen TDDZ-Kampagne steht: die lokale Neonaziszene erhofft sich durch diesen Schritt ihre eigene Mobilisierungsfähigkeit auszubauen, Ressourcen der neonazistischen Partei sollen genutzt werden. Die NPD und deren Strukturen sollen auf diesem Wege zur Unterstützung der TDDZ-Kampagne bewegt werden. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass der \"Tag der deutschen Zukunft\" in der Vergangenheit vor allem von parteiunabhängigen Neonazistrukturen und der Partei \"Die Rechte\" getragen wurde.   Angesichts der Selbstauflösung verschiedener niedersächsischer Neonazi-Kameradschaftsgruppen in den vergangenen Jahren - sowie einer Partei \"Die Rechte\", welche in Niedersachsen vor allem mit internen Streitigkeiten hervortritt - und derzeit nur noch über einen einzigen handlungsfähigen Kreisverband mit wenigen Aktivist*innen verfügt, versuchen die Strukturen hinter der TDDZ-Kampagne für Goslar nun ihr Netzwerk von Unterstützer*innen auszubauen. Unterstützung erhofft sich die Kampagne auch von den Strukturen sogenannter \"Autonomer Nationalisten\", welche nach Richtungsstreitigkeiten und schwindener Relevanz derzeit vor allem unter der Bezeichnung \"Anti-Kap\" in Erscheinung treten. Als potentielles Bindeglied tritt dabei Sören Surdyk (Bildmitte) in Erscheinung. Surdyk gilt als einer der wenigen Neonazis welche das Konzept \"Autonomer Nationalisten\" weiterhin in Niedersachsen verfolgen. Ein Konzept welches aufgrund innerer Widersprüchlichkeiten inzwischen einen enormen Teil seiner Anziehungskraft, insbesondere auf jüngere Neonazis verloren hat. Das Ziel der in der TDDZ-Kampagne involvierten Neonazis, besteht letztlich darin Struktur- und Parteiübergreifend Mobilisierungspotentiale auszuschöpfen. Die derzeitigen Strukturen scheinen auf sich gestellt, kaum in der Lage der zuletzt unter mangelndem Zuspruch stehenden Kampagne neues Leben einzuhauchen. Die mangelnde Mobilisierungsfähigkeit zeigte sich auch am vergangenen Samstag in Goslar. Trotz fehlender Konkurrenzveranstaltung nahmen lediglich 44 Neonazis die Reise zu der, im Vorfeld breit beworbenen Veranstaltung auf sich. Ursprünglich waren von Carsten Ditcy 100 Teilnehmer*innen angemeldet worden. Ein Großteil der nun angereisten Neonazis kam dabei aus der Region selbst oder war bereits im Vorfeld an die TDDZ-Organisationsstrukturen angebunden. Überregional konnten stattdessen nur vereinzelt Unterstützer*innen gewonnen werden. Ursprünglich planten die Veranstalter im Nachgang der Kundgebung eine Vortrags- und Musikveranstaltung im nahegelegenen Bad Harzburg durchzuführen. Neben Redebeiträgen war der Auftritt der \"NS-Rapper\" F.i.e.L. (\"Fremd im eigenen Land), sowie Mic Revolt, alias Michael Zeise (Thüringen) angekündigt worden. Die Veranstaltung wurde allerdings bereits im Vorfeld durch den Landkreis Goslar untersagt. Die Veranstaltungsleitung der Kundgebung in Goslar wurde vom lokalem Neonaziaktivisten Joost Nolte (Bildmitte) übernommen. Nolte, hier an einem Infostand der TDDZ-Kampagne während eines Neonazikonzertes am 29.07.2017 im thüringischen Themar, gilt als einer der Hauptaktivisten der derzeitigen TDDZ-Kampagne. Die Bemühungen der TDDZ-Strukturen im thüringischen Themar Unterstützer*innen für die Kundgebung am vergangenen Wochenende zu werben, schlugen allerdings weitestgehend fehl. Neben der Neonaziszene Goslars konnten allerdings auch einige wenige Mitglieder der NPD-Jugendorganisation, der \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) mobilisiert werden. Doch ähnlich wie die NPD-Niedersachsen kämpft auch die JN-Niedersachsen mit erheblichen Personalproblemen. Lediglich Mitglieder der JN-Braunschweig, des, wenn auch aktiven so doch letzten handlungsfähigen JN-Stützpunktes in Niedersachsen, traten in der Vergangenheit noch in Erscheinung. Durch den drohenden Wegfall des bisherigen JN-Bundesvorsitzenden Sebastian Richter (hier NICHT im Bild) aus Mecklenburg-Vorpommern, aufgrund Verstoßes gegen die JN-Wertvorstellungen, kämpft die JN-Bundesorganisation darüber hinaus derzeit mit Führungsproblemen. Die Unterstützung der TDDZ-Kampagne dürfte sich demnach, zumindest in den nächsten Monaten, vor allem auf die Unterstützung durch den JN-Stützpunkt Braunschweig beschränken. Zum organisatorischen Kreis der bevorstehenden TDDZ-Demonstration 2018 in Goslar wird auch Ulf Ringleb aus Sachsen-Anhalt gerechnet. Ringleb. der es mit neonazistischen Wertvorstellungen ebenfalls nicht so genau nimmt, trat in der Vergangenheit relativ erfolglos innerhalb der Strukturen der Partei \"Die Rechte\" in Sachsen-Anhalt in Erscheinung. Wenig später versuchte Ringleb dann, ebenso weitestgehend erfolglos, seinen Schwerpunkt auf den Aufbau von \"Anti-Kap\"-Strukturen im westlichen Sachsen-Anhalt zu legen. Als Anmelder und Veranstaltungsleiter der Demonstration von Neonazis am 1. Mai 2017 in Halle verantwortete Ringleb darüber hinaus eine, in Neonazikreisen als \"organisatorisches Desaster\" bezeichnete Veranstaltung. Die 1. Mai Demonstration wurde noch vor dem eigentlichen Beginn von der Polizei gestoppt, im Verlauf des Tages kam es zu mehreren Festnahmen. Joost Nolte während des ersten Redebeitrages. Darüber hinaus verwaltete Nolte auch den mitgeführten Lautsprecher über den die Reden auf dem weitestgehend menschenleeren Platz übertragen wurden. Ebenfalls in Goslar zugegen war Uli Carsten Bayer, Landesvorsitzender der Neonazipartei \"Die Rechte\" in Sachsen. Neben seinem Erscheinen kann der Neonaziaktivist Bayer für sich verbuchen, dass er die Strukturen der Kleinstpartei in dem östlichem Bundesland weitestgehend in die Handlungsunfähigkeit geführt hat. Angesichts der geringen Anzahl von Teilnehmer*innen musste die Veranstaltungsleitung der Neonazikundgebung insgesamt drei Ordnerkräfte stellen. Allesamt rekrutierten sich aus lokalen Neonaziaktivisten, wie hier Dominik Brandes. Als weiterer Redner in Goslar betrat der niedersächsische Neonaziaktivist und Versicherungsmakler Jens Wilke des Pflaster des eingezäunten Bahnhofvorplatzes. Der ehemalige NPD-Kandidat agierte zuletzt als Führungsfigur der Gruppierung \"Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen\" (FkTN). Die Gruppierung welche stark an die neonazistische \"Bürgerbewegung Thügida\" angebunden ist, veranstaltete insbesondere im vorangegangenen Jahr eine Reihe von Kundgebungen und Demonstrationen und konnte überregional Aktivitäten entfalten. Nach mehreren Umbenennungen (nun \"Volksbewegung Niedersachsen\"), internen Konflikten und polizeilichen Ermittlungen ist es um die Struktur um Jens Wilke inzwischen ruhiger geworden. Nachdem die NPD, insbesondere die NPD-Thüringen um deren Landesvorsitzenden Thorsten Heise, der Gruppierung die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte, nachdem Wilke eine Wahlempfehlung für die \"Alternative für Deutschland\" (AfD) gegeben hatte, versagten immer mehr Unterstützer*innen die Zusammenarbeit. Szeneintern wird dem als selbstgerecht geltendem Wilke darüber hinaus betrügerisches Verhalten vorgeworfen. Er habe \"Kameraden hintergangen und politisch verheizt\". In Goslar durfte Wilke dennoch ans Mikrophon treten... Keinen Redebeitrag durfte hingegen der Neonaziaktivist Dieter Riefling halten. Dieses wurde ihm durch die Behörden untersagt. Riefling trat in der Vergangenheit immer wieder durch gewaltverherrlichende und beleidigende Redebeiträge in Erscheinung. Riefling selbst gilt als treibende Kraft hinter der TDDZ-Kampagne, welche vor neun Jahren durch parteifreie Neonazis im Rahmen von des Vernetzungstreffens \"Stammtisch Nord\" konzipiert wurde. Der als gewaltbereit geltende Riefling, der seine damalige Ehefrau Ricarda Riefling bei Gelegenheit schonmal mit einem Fahrradschloß verprügelte, sorgte szeneintern zuletzt vor allem wegen seines ausgeprägten Alkohlkonsums für Gesprächsstoff. Carsten Dicty beim Verteilen von TDDZ-Flugblättern am Rande der Kundgebung. Bereits nach weniger als einer Stunde wurde die Kundgebung durch den Versammlungsleiter aufgelöst.  Wie bereits in der Vergangenheit, versuchten die Neonazis im Anschluß an ihre Kundgebung in verschiedenen Städten \"Spontankundgebungen\" durchzuführen. Nach Goslar versammlten sich die Kundgebungsteilnehmer*innen im nahegelegenen Vienenburg. Auch hier wurde die Veranstaltung weitestgehend abgeschottet auf dem Bahnhofsvorplatz durchgeführt. Als erster Redner trat abermals Jens Wilke in Erscheinung. Auch in Vienenburg wurde Dieter Riefling (links im Bild), welcher die Kundgebung in Vienenburg anmeldete, mit einem behördlich verordnetem Redeverbot belegt. Als Ersatzredner konnte dann das Braunschweiger JN-Mitglied Lasse Richei (links im Bild) das Mikrophon ergreifen. Um kurz nach 14:00 Uhr erreichten die Neonazis schliesslich Wolfenbüttel. Wie bereits in Vienenburg wurde durch Dieter Riefling (links im Bild) eine Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes angemeldet. Doch auch hier erhielt Dieter Riefling sehr zum Unmut der beteiligten Neonazis erneut ein Redeverbot. Stattdessen traten erneut Joost Nolte (Bildmitte) und der bereits erwähnte Lasse Richei mit Redebeiträgen in Erscheinung. Am Ende der Kundgebung in Wolfenbüttel wurde den mitgereisten Neonazis durch die Polizeikräfte eröffnet, dass jegliche weitere Versammlung ihrerseits Niedersachsenweit untersagt sei. Die Versammlungen seien nach Ansicht der Polizei darauf ausgelegt die \"Bindung staatlicher Organe\" zu verfolgen und nicht Ausdruck der allgemeinen Meinungsfreiheit. Die \"Bindung staatlicher Organe, und damit der Eingriff in die Funktionsfähigkeit dieser Organe\" werde die Polizei nicht hinnehmen, so ddie Polizei in ihrer diesbezüglichen Ansprache. Als letzte Station reisten etwa zwei Dutzend Neonazis schließlich nach Bad Harzburg. Hier sollte ursprünglich die vom Landkreis untersagte Vortrags- und Musikveranstaltung stattfinden. Als Veranstaltungsort sollte der Gewerbehof Bündheim fungieren. Einem weitestgehend leerstehendes Objekt im Gewerbegebiet von Bad Harzburg, in welchem bereits in der Vergangenheit einschlägige Veranstaltungen der Neonaziszene stattfanden Nachdem sich die verbliebenen Neonazis mit alkoholischen Getränken aus einer nahegelegenen Tankstelle versorgt hatten, wurde hier die TDDZ-Kampagne am 12.08.2017 beendet.","date":"12 August 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-08-12/","section":"Fotos","summary":"Am 12. August 2017 mobilisierten Anhänger*innen der norddeutschen Neonaziszene zu einer Kundgebung ins niedersächsische Goslar.","title":"Neonazikundgebung in Goslar"},{"city":"Themar","content":"","date":"29 Juli 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-07-29-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazifestival \"Rock für Idenität\" in Themar (TEIL 1)"},{"city":"Themar","content":"","date":"29 Juli 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-07-29-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazifestival \"Rock für Idenität\" in Themar (TEIL 2)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/themar/","section":"Orte","summary":"","title":"Themar"},{"city":"Themar","content":"","date":"15 Juli 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-07-15-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazifestival \"Rock gegen Überfremdung\" in Themar (TEIL 1)"},{"city":"Themar","content":"","date":"15 Juli 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-07-15-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazifestival \"Rock gegen Überfremdung\" in Themar (TEIL 2)"},{"city":"Eschede","content":"","date":"24 Juni 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-06-24/","section":"Fotos","summary":"","title":"Sonnenwendfeier von Neonazis in Eschede"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/jade/","section":"Orte","summary":"","title":"Jade"},{"city":"Jade","content":"Zu 15:00 Uhr lud der NPD-Unterbezirk Ostfriesland / Friesland zu einem Sommerfest auf das Anwesen von Torsten Schönrock. Torsten Schönrock ist Mitglied im Landesvorstand und Bundestagskandidat der NPD Niedersachsen. Vor seiner Zeit bei der NPD war Schönrock Vorsitzender der Partei “Deutsche Alternative” und gründete später im Jahre 2015 die Partei “Freie Friesen”. Bereits gegen 16:30 Uhr betraten Polizei und Staatsschutz erstmals das Gelände. Auf dem Gelände befanden sich ausgewiesene Park- und Campingplätze. Der Großteil der Teilnehmer*innen kam aus dem Raum des NPD-Unterbezirks Ostfriesland / Friesland ... ... jedoch auch eine Person aus dem Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen) reiste in das friesische Diekmannshausen bei Varel. Aufgetreten ist ein rechter Liedermacher, der im Garten auf einer selbstgebauten Bühne das Publikum beschallte. Auch der zuletzt zu einer Haftstraße verurteilte Jens Malte Hillers (mitte) und der ebenfalls aus Wilhelmshaven angereiste Daniel Rode (rechts) nahmen an der Veranstaltung teil. Gegen 23:00 Uhr rückte die Polizei und Feuerwehr mit insgesamt 6 Einsatzfahrzeugen an. 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Auch auf dem diesjährigen Landesparteitag der niedersächsischen NPD in Petersdorf waren Mitglieder des NPD-Kreisverband Goslar er nicht vertreten. Unterstützung erhielt die NPD in Goslar am vergangenem Wochenende auch von Neonazis aus der Region wie Dominik Brandes aus Lautenthal (hier rechts im Bild). Mit Hilfe von Mitgliedern der JN Braunschweig wollte sich der NPD Kreisverband Goslar, der allerdings lediglich mit Karsten Ditchy vertreten war, an diesem Tag zurückmelden, vor allem, um Unterschriften für die bevorstehende Bundestagswahl im September zu sammeln. Auch Sebastian Weidler (JN Braunschweig) half der NPD-Goslar an diesem Tag dabei, nicht vorhandene Masse zu demonstrieren. Mit ihm erhöhte sich die Zahl der an diesem Tag Aktiven auf sechs Personen. Die mitgebrachte schwarz-weiß-rote Fahne musste nach Aufforderung durch die Polizei eingerollt werden, weil sie den Auflagen wiedersprach. Nur sehr widerwillig wurde sie unter den Blicken von Karsten Ditchy gegen eine schwarz-rot-goldene Fahne ausgetauscht, die jedoch bereits nach kurzer Zeit schnell in der Versenkung verschwand. Auch das Verteilen von Flyern und das Sammeln von Unterschriften im weitern Umfeld des Kundgebungsplatzes konnte der Veranstaltungsleiter erst nach längeren Verhandlungen durchsetzen. Auch Insignien der Neonaziorganisation \"Der Dritte Weg\" wurden am vergangenen Samstag zur Schau gestellt. Während die Mitglieder der NPD-Jugendorganisation (JN) immer wieder mit ihren Flugblättern durch die Innenstadt von Seesen liefen, wurde der Infotisch von der Bevölkerung weitestgehend ignoriert. Konsequent wurde auch gegen Pöbeleien und Beleidigungen gegenüber anwesenden Fotografen vorgegangen. Florian K. aus Langelsheim erhöhte durch sein Erscheinen die Teilnehmerzahl auf insgesamt sieben Personen. Auffällig war am vergangenen Samstag vor allem die Bezugnahme und Bewerbung der neonazistischen Kampagnendemonstration \"Tag der deutschen Zukunft\" (tddz). Entsprechende Flugblätter wurden in Seesen durch die angereisten Neonazis verteilt. Angesichts der personellen Überschneidung stellt sich die Frage inwieweit die NPD-Niedersachsen an der Vorbereitung des kommenden tddz involviert sein dürfte.","date":"10 Juni 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-06-10/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 10.6.2017, hatte der NPD-Kreisverband Goslar einen Infostand in der Stadt Seesen unter dem Motto \"Grenzen sichern - Heimat schützen - Terrorgees not welcome\" angemeldet.","title":"Kundgebung der NPD-Goslar in Seesen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/seesen/","section":"Orte","summary":"","title":"Seesen"},{"city":"Karlsruhe","content":"","date":"3 Juni 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-06-03/","section":"Fotos","summary":"","title":"(Teil 1) 03.06.2017: Neonazidemonstration: \"Tag der deutschen Zukunft\" (TddZ) in Karlsruhe"},{"city":"Karlsruhe","content":"","date":"3 Juni 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-06-03-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"(Teil 2) 03.06.2017: Neonazidemonstration: \"Tag der deutschen Zukunft\" (TddZ) in Karlsruhe"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/karlsruhe/","section":"Orte","summary":"","title":"Karlsruhe"},{"city":"Petersdorf","content":"Die 1964 in Niedersachsen gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands – Die Volksunion (NPD) - vertritt eine nationalistische wie völkische Ideologie und weist eine programmatische Nähe zur NSDAP auf. Trotz des 2017 gescheiterten NPD-Verbotsverfahrens ist die NPD der wohl bedeutenste parlamentarische Arm organisierter Neonazis in der Bundesrepublik, welchem nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts derzeit allerdings das Potenzial fehle, mit seiner verfassungsfeindlichen Gesinnung diese ernsthaft zu gefährden. Nicht nur deswegen ist die NPD derzeit darum bemüht ihre organisatorischen Strukturen zu erneuern. Im diesem Zusammenhang fand am vergangenen Sonntag, den 28. Mai 2017, der 52. Landesparteitag der NPD-Niedersachsen statt. Die NPD kämpfte in den vergangenen Jahren, und dies nicht nur in Niedersachsen, mit einem zunehmenden Bedeutungsverlust. Die selbst gesteckten Ansprüche einer \"Bewegungspartei\" konnten angesichts maroder Organisationsstrukturen und sinkender Mitgliedszahlen nur noch stellenweise erfüllt werden. Der nun durchgeführte Parteitag im \"Stammland\" der NPD ist auch in diesem Kontext zu betrachten. Angesichts dieser Schwierigkeiten versucht die NPD-Niedersachsen ihren Landesverband zu stabilisieren. Zu diesem Zweck sollte auch ein neuer Landesvorstand gewählt werden. ... erst dort, am Ahlhorner Bahnhof, erhielten die Teilnehmer*innen eine Wegbeschreibung zum eigentlichen Veranstaltungsort. Die Veranstaltung selbst wurde konspirativ durchgeführt, eine öffentliche Bekanntmachung gab es im Vorfeld nicht. Anreisende Teilnehmer*innen wurden über einen Schleusungspunkt im niedersächsischen Ahlhorn zum späteren Veranstaltungsort geleitet...  Organisatorisch vorbereitet wurde die Veranstaltung durch den NPD-Unterbezirk Oldenburg um ihren Vorsitzenden Wilhelm Sudmann und den Landesvorsitzendem Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg. Erwartet wurden im Vorfeld rund 50 Anhänger*innen und Mitglieder der Partei. Auch Frank Franz, derzeitiger NPD-Bundesvorsitzender, wurde anläßlich des Parteitages erwartet. Der Ehrenplatz für den Bundesvorsitzenden blieb allerdings unbesetzt. Frank Franz blieb der Veranstaltung entgegen seiner im Vorfeld getätigten Ankündigung fern. Veranstaltungsteilnehmer*innen hatten einen Kostenbeitrag zu entrichten. Der Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Oldenburg Wilhelm Sudmann zu Beginn der Veranstaltung. Der Frührentner Sudmann wurde im Mai 2016 zum Vorsitzenden des Unterbezirkes gewählt, nachdem der langjährige Vorsitzende Eckard Aden angekündigt hatte für dieses Amt nicht weiter zur Verfügung zu stehen. Neben dem Bundesvorsitzenden Frank Franz hatten weitere prominente NPD-Funktionäre ihre Teilnahme zugesichert, so auch Thorsten Heise. Der langjährige Neonazi gilt als radikaler Vertreter und politischer Hardliner seiner Partei. Heise agierte zuvor jahrelang im Kontext sogenannter \"Freier Kameradschaften\" und ist wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruchs, Nötigung und Volksverhetzung sowie Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorbestraft. Bei einer Razzia auf seinem Anwesen im Oktober 2007 fanden die Ermittler neben Tonträgern mit verbotenen rechtsextremen Inhalten auch eine Maschinenpistole, ein Maschinengewehr und eine Pistole. Derzeit leitet Heise als Vorsitzender die Geschicke des thüringischen NPD-Landesverbandes. Heise wurde während der Anreise vom Northeimer NPD-Mitglied Gianluca Bruno begleitet. Bruno gehört zum NPD-Unterbezirk Göttingen und trat in der Vergangenheit bereits als Kandidat für die niedersächsischen Kommunalwahlen in Erscheinung. Ähnlich wie Thorsten Heise gilt Gianluca Bruno als militanter Vertreter der NPD, der auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. So beteiligte sich das NPD-Mitglied in der Vergangenheit an einen Angriff von Neonazis, welche im vergangenen Jahr randalierend durch den Leipziger Stadtteil Connewitz zogen. Dies hinderte die Delegierten des Landesparteitages nicht Gianluca Bruno im Verlauf der Veranstaltung als Beisitzer in den Landesvorstand der NPD-Niedersachsen zu wählen. ...Martin Ahlborn vom NPD-Unterbezirk Göttingen, hier eine Aufnahme vom niedersächsischen NPD-Landesparteitag im Jahr 2014 in Groß Berßen. Bereits im Vorjahr, während des Landesparteitages in Wolfsburg (wir berichteten), trat Ahlborn  mit einer Sturmhaube vermummt in Erscheinung. ... recht öffentlichkeitswirksam. Bei dem vermummten NPD-Delegierten handelte es sich um: ... Der 52. Landesparteitag der NPD-Niedersachsen fand im sogenannten \"Löwen-Festsaal\" im niedersächsischen Petersdorf (Bösel) im Landkreis Cloppenburg statt. Für die NPD-Niedersachsen und ihre Anhängerschaft kein unbekannter Ort: fand hier doch bereits vor zwei Jahren ein Landesparteitag der NPD statt (Fotostrecke hier: http://recherche-nord.com/gallery/2015.05.10.html)  Beteuerten die Betreiber des \"Löwen-Festsaals\" in der Vergangenheit noch, dass sie bei der Anmeldung im Jahr 2015 überrumpelt wurden, räumten sie beim diesjährigen NPD-Landesparteitag freimütig ein, dass sie über die Hintergründe von den Veranstaltern informiert wurden. Als Anmelder trat der Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld in Erscheinung. NPD-Anhänger*innen während der Anreise in Petersdorf. Bildmitte: Torsten Schönrock, Listenkandidat der NPD-Niedersachsen zur anstehenden Bundestagswahl. Links: Jens Wagenlöhner, seines Zeichens Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Ostfriesland-Friesland. Wagenlöhner gilt als Bindeglied in die militante Kameradschaftsszene im Weser-Ems Gebiet. So bewegt sich Wagenlöhner im Umfeld der neonazistischen Kleinstgruppe \"Aktionsgruppe Weser/Ems\", die Neonazis aus Oldenburg, Wilhelmshaven und Friesland vernetzen soll. Sonderlich erfreut über die Anwesenheit von Beobachter*innen der Veranstaltung zeigten sich die angereisten Teilnehmer*innen nicht. Man hatte gehofft im Verborgenen tagen zu können, wie einzele Teilnehmer*innen freimütig einräumten. Bildmitte: Andreas Pohl. Das Mitglied des NPD-Unterbezirks Braunschweig wurde im Verlauf der Veranstaltung auf Listenplatz 8 der NPD-Landesliste für die im Jahr 2018 anstehenden Landtagswahl gewählt. Einsatzkräfte der Polizei waren in Petersdorf nicht zugegen und besaßen, wie nachträgliche Presseanfragen ergaben, auch keine Kenntnis über die Veranstaltung und den Veranstaltungsort. Auf Nachfrage teilte die zuständige Polizeiinspektion Cloppenburg mit, dass auch einen Tag später keinerlei Erkenntnisse über einen NPD-Landesparteitag im Einzugsbereich vorliegen würden. Am Montag Abend dann wurde die Polizeidirektion Oldenburg vom einem Anwohner über die Veranstaltung informiert. Ob das polizeiliche Vorgehen mit den Ankündigungen von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius \"standhaft und aktiv\" gegen die NPD vorzugehen, diese zu beobachten und ihren Handlungsspielraum einzuschränken, übereinstimmt, darf bezweifelt werden. Ein ähnliches Szenario bot sich bereits im letzten Jahr während des NPD-Landesparteitages in Wolfsburg. Zwar behauptet der Pressesprecher der Polizeidirektion Wolfsburg bis heute vehement, dass die Polizei Wolfsburg Kenntnis vom damaligen Veranstaltungsort besaß, was von anwesenden Beobachter*innen jedoch massiv in Zweifel gezogen wird. Auch im Jahr 2016 waren keine Einsatzkräfte vor Ort. Stattdessen bezog die Polizei in Wolfsburg ihre diesbezüglichen Informationen mutmasslich über eine Fotostrecke auf der Internetpräsenz der recherche-nord... und verkaufte die Informationen prompt als Ergebnis eigener Ermittlungen. Angaben über Herkunftsorte der damaligen Teilnehmer*innen, deren Anzahl und den Ablauf der Veranstaltung kann die Polizei Wolfsburg bis heute nicht geben: entsprechende Nachfragen wurden in der Vergangenheit unter anderem mit dem Auflegen des Telefons und dem Abbruch des Gesprächs beantwortet. Aus diesem Grund wurde in diesem Jahr besonderer Wert darauf gelegt eine Veröffentlichung bzgl. des NPD-Landesparteitages erst ein paar Tage verzögert herauszugeben. Ebenfalls auf der Landesliste auf Listenplatz 6 für die anstehende Landtagswahl: Holger Pohl wie Andreas Pohl Mitglied des NPD-Unterbezirks Braunschweig. Im Hintergrund vermummt: Karin Hollack, Mitglied im NPD-Unterbezirk Heide-Wendland. Die langjährige NPD-Aktivistin verlor im Verlauf des Landesparteitages ihren Posten als Beisitzerin im Landesvorstand der NPD-Niedersachsen.  Das NPD-Mitglied Karin Hollack während der Anreise. Adolf Preuß, NPD-Gemeinderat in Süpplingen nahe dem niedersächsischen Helmstedt: Seit rund fünfzig Jahren, also lediglich mit einer einzigen Unterbrechung seit 1968, wählen die Bewohner der 1900-Seelen-Gemeinde Adolf Preuß, Mitglied im NPD-Unterbezirk Braunschweig, in ihren Gemeinderat. Unter den Delegierten des NPD-Landesparteitages befand sich auch Helmut Walter, Vorsitzender der NPD-Cuxhaven und Mitglied im NPD-Unterbezirk Stade. Mitglieder des NPD-Unterbezirks Heide-Wendland und des NPD-Unterbezirks Stade während der Anreise. Bildmitte: der Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Stade, Manfred Dammann. Der 1959 geborene Dammann war in der Vergangenheit in seiner Funktion als \"Politischer Organisationsleiter\" ebenfalls Mitglied im Landesvorstand der NPD-Niedersachsen. Darüberhinaus ist Manfred Dammann Verantwortlicher des sogenannten \"NordlandTV\", jenem Internetmedium, in welchem der bekennende Antisemit Horst Mahler im April 2017 ankündigte die Bundesrepublik zu verlassen, um einem bevorstehendem Haftantritt zu entgehen. Inzwischen wurde Mahler auf seiner Flucht in Ungarn von den Behörden festgesetzt. Manfred Dammann wußte demnach von Mahlers geplanter Flucht und deckte diese. Im Vorfeld des nun stattgefundenen NPD-Landesparteitages galt Manfred Dammann als möglicher Kandidat für das Amt des NPD-Landesvorsitzenden, welches im Verlauf des Parteitages neu bestimmt werden sollte. Der bisherige Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld vom NPD-Unterbezirk Oldenburg (hier im Bild) hatte bereits seit längerem angekündigt für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Links: Markus Grimm. Der Musikpädagoge aus dem niedersächsischen Sottrum (Landkreis Rotenburg Wümme) trat im Verlauf des Landesparteitages auch musikalisch in Erscheinung. So wurden im Verlauf der Veranstaltung mehrere Lieder gesungen: Markus Grimm begleitete diese auf der Gitarre. Auf telefonische Nachfrage stritt Markus Grimm dies allerdings ab. Der Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Heide-Wendland Manfred Börm. Das langjährige NPD-Mitglied und ehemalige Führungsmitglied der 1994 aufgrund ihrer \"Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus\" verbotenen \"Wiking-Jugend\" stand der NPD-Niedersachsen bereits im Jahr 2012 als kommisarischer Landesvorsitzender vor. Der ehemalige Leiter des NPD-Ordnerdienstes gilt als politischer Hardliner und als Vertreter radikaler Positionen innerhalb der NPD in Niedersachsen. In den 70er Jahren wurde Börm im Zusammenhang mit der terroristischen \"Wehrsportgruppe Werwolf\" und eines Überfalls auf ein Biwaklager von NATO-Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne, bei dem die Angreifer Maschinenpistolen und Munition erbeuteten, zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Wie erwartet wurde Manfred Dammann im Verlauf des nun stattgefundenen Landesparteitages zum neuen Landesvorsitzenden der NPD-Niedersachsen gewählt. Links: der NPD-Funktionär und gelernte Kraftfahrer Swen Treuel aus Bremervörde. Der 1981 geborene Treuel gehörte ebenfalls zu den NPD-Kandidat*innen der niedersächsischen Kommunalwahl im Jahr 2016. Das NPD-Mitglied Karin Hollack unvermummt. Andreas Haack vom NPD-Unterbezirk Stade. Organisatorisch war Andreas Haack jahrelang in parteifreien Neonazigruppierungen aktiv. Heute gilt Haack als ein Bindeglied zwischen NPD und militanter \"Kameradschaftsszene\" im nördlichen Niedersachsen. Innerhalb der NPD-Niedersachsen agierte Haack zuletzt als stellvertretender \"Organisationsleiter\" der NPD-Niedersachsen. Im Verlauf des nun stattgefundenen Landesparteitages wurde Andreas Haack von den NPD-Delegierten zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Ferner vertritt Haack die NPD-Niedersachsen bei der niedersächsischen Landtagswahl 2018 auf dem Listenplatz 4 der Landesliste. Im Zuge der niedersächsischen Kommunalwahl 2011 errang Behrens (hier im Kreis der \"Snevern Jungs\") ein Mandat als NPD-Abgeordneter im Kreistag des Heidekreises: ein Mandat, welches er nach der Kommunalwahl 2016 allerdings wieder abgeben musste. Auch Matthias Behrens, ehemaliges Führungsmitglied der Neonazigruppierung \"Snevern Jungs\", gehörte zu den Delegierten des Landesparteitages. Während der kommisarischen Übernahme der Leitungsposition der NPD-Niedersachsen durch Manfred Börm im Jahr 2012 agierte Matthias Behrens bereits als stellvertretender Landesvorsitzender der niedersächsischen NPD. Auch wenn der NPD-Unterbezirk Heide-Wendland, zu dem Matthias Behrens gehört, bei der letzten Landtagswahl alle Kommunalmandate verlor, wurde Behrens während des nun stattgefundenen Landesparteitag auf Listenplatz 2 der Landesliste zur Landtagswahl gewählt. Links: Auch Horst Görmann, Landesvorsitzender der NPD-Bremen, nahm an der Veranstaltung teil. Der ehemaliger Regionaldirektor Deutschland der \"UNIVERSAL-ZULU-NATION\" engagiert sich erst seit kurzem parteipolitisch in der NPD. Dennoch wurde Grimm nun in den Vorstand der NPD-Niedersachsen gewählt. Im \"Deutschen Rock- und Popmusiker Verband e.V.\" ist Markus Grimm, alias \"K-Rock\", hingegen seit längerem Mitglied. (Bild: Screenshot von Reverbnation) Markus Grimm (Bildmitte) wurde im Verlauf der Veranstaltung ebenfalls als Beisitzer in den Vorstand der NPD-Niedersachsen gewählt. Neben seiner Tätigkeit für die NPD tritt Grimm unter der Bezeichnung \"K-Rock\" als Produzent für \"Hip Hop / True-School / Streetbeatz\" sowie als Referent für \"erlebnisorientierte Vorträge \u0026 Workshops\" in Erscheinung. Darüber hinaus bietet Grimm über seine Internetseite \"Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte für Schule, Kindergarten und Kulturhäuser in Frührhythmik, musikalischer Früherziehung und musikalischer Unterrichtsgestaltung\" an. Links: Christina Krieger, Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Hannover und Beisitzerin im niedersächsischen NPD-Landesvorstand, welche gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Lena Krieger nach Petersdorf reiste. Lena Krieger wurde im Verlauf der Veranstaltung auf Listenplatz 5 der Landesliste zur anstehenden Landtagswahl gewählt. Die Personalie Christina Krieger gilt innerhalb der NPD-Niedersachsen als umstritten. Unter ihrer Führung verzeichnete der NPD-Unterbezirk Hannover einen zunehmenden Mitgliederschwund. Der einstmals aktive und gut vernetzte Unterbezirk gilt inzwischen als weitestgehend handlungsunfähig. Allerdings wird Christina Krieger innerhalb der NPD-Niedersachsen zugute gehalten, dass sie \"politisch leicht zu kontrollieren\" sei. Dies gilt vermutlich auch zukünftig für ihre Position als stellvertretende Landesvorsitzende, zu der sie die Delegierten im Verlauf des Landesparteitages bestimmten.\n Der NPD-Unterbezirk Gifhorn-Wolfsburg war ebenfalls vertreten. Stanislav Danschikov: Listenplatzkandidat der NPD zur anstehenden Bundestagswahl am 24. September 2017. Danschikov, der sich ebenfalls erst seit wenigen Monaten parteipolitisch für die NPD engagiert, vertritt die NPD-Niedersachsen nun auch bei der Landtagswahl 2018. Er wurde auf Listenplatz 10 der Landesliste gewählt. Die Anwesenheit von Thorsten Heise (hier mit Torsten Schönrock) während des nun stattgefundenen Landesparteitages wurde von Beobachter*innen als Zeichen einer möglichen Radikalisierung des niedersächsischen Landesverbandes gewertet. Heise fiel demnach in Petersdorf die Aufgabe zu den durch Mitgliederschwund geschwächten Landesverband auf wichtige Personalentscheidungen einzustimmen. Wie bereits auf dem im März stattgefundenen Bundesparteitag in Saarbrücken schwor Heise die NPD-Delegierten mit Durchhalteparolen auf zukünftige Entwicklungen ein. Thorsten Heise ist bekannt für seine Redebeiträge, in denen er offen zum \"Kampf gegen das System\" aufruft, Protagonisten des Nationalsozialismus historisch verklärt und dafür wirbt die Bundesrepublik \"bis zum Untergang\" zu bekämpfen. Delegierte des Landesparteitages während der Mittagspause. Die Landesliste der Kandidat*innen zur niedersächsischen Landtagswahl wurde im Anschluß an die Wahl des neuen Landesvorstandes beschlossen. Torsten Schönrock während seiner Zeit als niedersächsischer DA-Vorsitzender. Den Delegierten der NPD-Niedersachsen schien Schönrock während des nun stattgefundenen Landesparteitages zumindest aufgrund seiner reichhaltigen Erfahrungen qualifiziert genug zu sein, um zukünftig die Belange der NPD-Niedersachsen als Beisitzer im Landesvorstand zu vertreten. Der NPD-Bundestagskandidat Torsten Schönrock. Dieser hatte im November 2015 als ehemaliges Gründungsmitglied die Partei \"Freie Friesen\" verlassen, nachdem seine neonazistische Vergangenheit bei der 1992 verbotenen Partei \"Deutsche Alternative – Die nationale Protestpartei\" (DA) als Vorsitzender der \"DA-Niedersachsen\" und Sicherheitsbeauftragter bekannt geworden war. Schönrock trat zur damaligen Zeit vor allem durch antisemitische Hassreden und einen bekennenden Nationalsozialismus in Erscheinung. Matthias Ries während des HDJ-Pfingstlagers 2007 in Eschede. Ries wurde im Zuge des nun durchgeführten NPD-Landesparteitages erneut als Beisitzer in den Vorstand der NPD-Niedersachsen gewählt.. Rechts im Bild: Der Bildungsleiter der NPD-Niedersachsen und Mitglied im Landesvorstand Matthias Ries. Das langjährige NPD-Mitglied engagierte sich in der Vergangenheit auch in den Strukturen der \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ), welche bereits Kleinkinder einem militärischen Drill unterwarf und diese, beispielsweise in \"Rasseschulungen\", ideologisch konditionierte. Die HDJ wurde am 31. März 2009 durch den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mit sofortiger Wirkung verboten. Seitdem engagiert sich Ries verstärkt in den Strukturen der NPD. Gegen 16:00Uhr fand die Veranstaltung langsam zu ihrem Ende. Holger Pohl: Kandidat der NPD-Niedersachsen zur anstehenden Bundestag- und Landtagswahl. Friedrich Preuß, Vorsitzender im NPD-Unterbezirk Braunschweig und bis vor kurzem Schatzmeister der NPD-Niedersachsen. Im Zuge der Verjüngungsbestrebungen wurde Preuß nicht erneut in den Vorstand der NPD-Niedersachsen gewählt. Dafür wählten ihn den Delegierten auf Listenplatz 9 der NPD-Landesliste zur Landtagswahl 2018. Auch der 1950 geborene Bernd Neumann aus Oldenburg, welcher am vergangenen Wochenende in Petersdorf zugegen war, trat bei der Kommunalwahl 2016 als Kandidat in Erscheinung. Der thüringische NPD-Landesvorsitzende Thorsten Heise zeigte sich im Anschluß des Landesparteitages  über das Ergebnis sichtlich  erfreut. Martin Ahlborn, welcher während des Landesparteitages ebenfalls als Beisitzer in den niedersächsischen NPD-Landesvorstand gewählt wurde, versuchte erneut sein Gesicht zu verbergen. Angesichts des Umstandes, dass die NPD bislang nicht die erforderlichen Unterschriften für die bevorstehenden Wahlen zusammenbringen konnte, wurden die angereisten NPD-Mitgliedern dazu angehalten diese verstärkt einzutreiben. Die neue stellvertretende Landesvorsitzende Christina Krieger. Auch Krieger wird bei den Landtagswahlen 2018 als Kandidatin antreten. Sie wurde auf Listenplatz 1 gewählt. ... Bei den \"Düütschen Deerns\" handelt es sich um eine neonazistische Frauengruppe, die sich an der Organisation verschiedener Veranstaltungen, primär Sommer- und Wintersonnenwendfeiern und Erntefesten beteiligt und diese mitorganisiert. Diese finden zumeist im niedersächsischen Eschede statt. Die Führungsaktivistin der Neonazigruppierung \"Düütsche Deerns\" Jessica Behrens. Im Jahr 2011 agierte Jessica Behrens kurzzeitig als Landesgeschäftsführerin der NPD-Niedersachsen. Als damalige stellvertretende Vorsitzende im NPD-Unterbezirk Heide-Wendland war sie  zeitweise auch Mandatsträgerin der NPD im Stadtrat von Schneverdingen. Der neue niedersächsische NPD-Landesvorsitzende Manfred Dammann während der Abreise. Zusätzlich wurde Dammann auf den Listenplatz 2 der NPD-Landesliste zur Landtagswahl gewählt.  Der diesjährige Landesparteitag der NPD-Niedersachsen stand im Zeichen von Verjüngungssprozessen. Primär geht es der NPD-Niedersachsen um die Stabilisierung ihrer Strukturen und um eine zukünftige Begrenzung ihres Mitgliederschwunds. Angesichts der Konkurrenz, welche der NPD durch die Partei \"Alternative für Deutschland\" (AfD) erwachsen ist, gibt sich die niedersächsische Parteiführung keinen Illusionen hin. Man wolle abwarten und erst nach dem von der NPD erwarteten und erhofften Zusammenbruch der AfD wieder offensiver nach außen treten. Aus Gründen der Vollständigkeit halber hier der komplette Vorstand vor neuer Tapete: Ulrich Eigenfeld, Gianluca Bruno, Torsten Schönrock, Christina Krieger, Andreas Haack, Markus Grimm, Manfred Dammann, Matthias Ries, Martin Ahlborn (von links nach rechts) Die NPD-Niedersachsen veröffentlichte im Nachgang des Landesparteitages eine Fotographie des neuen Vorstandes. Dabei wurden zwei Mitglieder ausgelassen... Mitglieder NPD-Unterbezirks Heide-Wendland sowie des NPD-Unterbezirks Stade während der Abreise aus Petersdorf. Manfred Börm (Bildmitte) sowie Matthias Behrens (rechts im Bild) schienen im Verlauf der Veranstaltung etwas desorientiert. So behaupteten diese das sie den neuen Vorstand der NPD ind Niedersachsen repräsentieren würden. Diese Fehleinschätzung mag wohl auch am Alkoholkonsum gelegen haben, dem sich einige NPD-Delegierte am vergangenen Wochenende hingaben. Der neue Beisitzer im niedersächsischen NPD-Landesvorstand Gianluca Bruno während der Abreise. Mit der Abwahl von Ulrich Eigenfeld (hier im Hintergrund) geht für die NPD-Niedersachsen auch eine politische Ära dem Ende entgegen. Eigenfeld, der von der militanten Neonaziszene in der Vergangenheit mitunter als \"demokratischer Betonkopf\" bezeichnet wurde, wurde dem \"moderaten\" Flügel der NPD zugerechnet. Inwieweit sich die Aktivitäten der NPD-Niedersachsen nun nachhaltig verändern werden, bleibt abzuwarten. Beobachter*innen erwarten angesichts der Wahl von Manfred Dammann zum neuen Landesvorsitzenden verstärkte Aktivitäten der NPD-Niedersachsen. Dies dürfte sich vor allem im Kontext der anstehenden Wahlkämpfe zeigen. Inwieweit die Wahl von Manfred Dammann zum neuen Landesvorsitzenden zu einer Reaktivierung militanter Neonazis in Niedersachsen führt, bleibt hingegen abzuwarten. Diese hatten dem niedersächsischen Landesverband in den vergangenen Jahren aufgrund des \"demokratischen Kurses\" unter Ulrich Eigenfeld zunehmend den Rücken gekehrt. Zumindest Ulrich Eigenfeld wird in dieser \"neuen\" NPD-Niedersachsen wohl keine ernstzunehmende Rolle mehr spielen.","date":"28 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-28/","section":"Fotos","summary":"Die 1964 in Niedersachsen gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands – Die Volksunion (NPD) - vertritt eine nationalistische wie völkische Ideologie und weist eine programmatische Nähe zur …","title":"Landesparteitag der NPD-Niedersachsen 2017 in Petersdorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/petersdorf/","section":"Orte","summary":"","title":"Petersdorf"},{"city":"Leinefelde","content":"Der behördliche Verweis, dass fehlende Englischkenntnisse indizierte neonazistische Propaganda ermöglicht hätten, kann bei näherer Betrachtung jedoch als irreführend bezeichnet werden, wie nicht zuletzt der Auftritt der Rechts- und Nazirockband \"Lunikoff-Verschwörung\" um ihren Sänger Michael Regener aufzeigt. Der Berliner Neonazi Michael Regener, hier im Gespräch mit Thorsten Heise, dem thüringischen NPD-Landesvorsitzenden und massgeblichen Kopf hinter dem \"Eichsfeldtag\", ist innerhalb der organisierten Neonaziszene vor allem unter seinem Pseudonym \"Lunikoff\" bekannt. Die 2003 gegründete Berliner Gruppe \"Lunikoff-Verschwörung\" zählt seit ihrem Bestehen zu den Kultbands der neonazistischen Szene. Ihrem Ruf als politische Hardliner wurde die Band auch zuletzt während des \"Eichfeldtages\" gerecht: zum Repertoire der Neonazimusiker um Michael Regener gehörte am ersten Maiwochende 2017, sehr zur Freude der angereisten Festivalbesucher*innen, auch der sogenannte \"Klan-Song\"... Der sogenannte \"Klan-Song\" gehört dabei zu den bekanntesten Veröffentlichungen der Musikgruppe \"Landser\". In dem Stück wird für den Klu-Klux-Klan und seine rassistische Ideologie geworben. Ein Umstand der von den Behörden auch ohne Kentniss der englischen Sprache erkannt werden konnte.. so ist der Text des indiziertens Musikstückes auf Deutsch... und unterliegt wie das dazugehörige Album \"Republik der Strolche\" in Deutschland (wohl mit Ausnahme vom Freistaat Thüringen) dem absolutem Verbreitungsverbot. Denoch, die eingesetzten Polizeikräfte, die sich in Sicht- und Hörweite der Konzertveranstaltung aufhielten, schritten nicht ein... Die \"Lunikoff-Verschwörung\" konnten ungestört ihre Propaganda unter die versammelte Anhängerschaft bringen. Dabei dürfte Michael Regener auch für die thüringischen Behörden kein Unbekannter gewesen sein. Als Frontmann der 2003 aufgelösten Nazirock-Band \"Landser\" war Michael Regener Sänger der bundesweit wohl erfolgreichsten und bekanntesten Musikgruppe aus dem neonazistischen Milieu. Sie wurden im Jahr 2003 vom Berliner Kammergericht als erste Musikgruppe überhaupt zur kriminellen Vereinigung erklärt, deren Mitglieder zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Michael Regener war Texter, Sänger und Kopf der Band und damit Rädelsführer und Hauptschuldiger während des Verfahrens vor dem Berliner Kammergericht. Er habe nach Ansicht des Gerichts aus tiefster nationalsozialistischer Überzeugung gehandelt und besonders Jugendliche für neonazistisches Gedankengut begeistern wollen. Aufgrund der Verurteilung muss Michael Regener jedes Konzert mit Datum und genauem Veranstaltungsort der Polizei bekanntgeben und den Behörden jederzeit den Zugang zur Veranstaltung gewähren... Nur mit dem Hinhören nahmen es die Behörden in der Vergangenheit, wie der Auftritt während des \"Eichfeldtags\" aufzeigt, wohl nicht allzu genau... \"Landser\" wurde den international agierenden Strukturen von \"Blood\u0026Honour\" (\"Blut und Ehre\") zugerechnet. Ein Netzwerk das es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, neonazistische Musikgruppen zu koordinieren und mittels Musik neonazistische Ideologie gezielt zu verbreiten. Ihre Mitglieder gelten dabei als extrem gewaltbereit, ihre Strukturen als klandestin. Mit \"Combat 18\" verfügt das Netzwerk über einen \"bewaffneten Arm\"... Während \"Blood\u0026Honour\" und die B\u0026H-Jugendorganisation \"White Youth\" im September 2000 in der Bundesrepublik verboten wurde, war \"Combat 18\" nicht von dem Verbot betroffen. Bereits kurz nach dem Verbot gaben Aktivisten der Organisation die Parole \"Trotz Verbot nicht Tod\" heraus und organisierten sich im Untergrund neu. Hinzu kommt der Umstand das \"Blood\u0026Honour\" in etlichen europäischen Ländern aktiv war und ist. Deutsche Neonazis beteiligten sich in der Vergangenheit an deren Veranstaltungen. Zuletzt war bekannt geworden das deutsche Neonazis ihre europäischen Kontakte in dieses Netzwerk nutzten um an Schießübungen teilzunehmen. Ähnlich wie seinerzeit \"Landser\" kann auch die aktuelle Band von Michael Regener (\"Lunikoff-Verschwörung\") dem internationalem Netzwerk von \"Blood\u0026Honour\" zugerechnet werden. So tritt die Musikgruppe inzwischen regelmäßig bei Veranstaltungen des B\u0026H-Netzwerkes im europäischen Umland in Erscheinung. Auf Konzerten im europäischen Umland tritt die deutsche Sektion von \"Blood\u0026Honour\" trotz Verbot mitunter offen in Erscheinung. In der Bundesrepublik verwenden Neonazis stattdessen oftmals Kürzel wie die 28 (zweiter und achter Buchstabe im Alphabet) um ihre Zugehörigkeit oder Symphatie mit dem Neonazi-Netzwerk von \"Blood\u0026Honour\" auszudrücken. Auch die Strukturen von \"Combat 18\" bot sich als Ausweichplattform etlicher Mitglieder und Aktivisten von \"Blood \u0026 Honour\" an. Gleichzeitig ist \"Combat 18\" allerdings, insbesondere in finanziellen Angelegenheiten, um Eigenständigkeit bemüht. Dies führte dazu das etliche \"B\u0026H\"-Aktivisten im Untergrund am Erhalt ihrer alten Strukturen arbeiteten. Die Verbindungen der Band \"Lunikoff-Verschwörung\" um ihren Sänger Michael Regener in die Netzwerke von \"Blood\u0026Honour\" (sowie der anderen in Leinefelde aufgetretenden Bands) scheint die Behörden während des \"Eichsfeldtages\" jedoch nicht sonderlich interessiert zu haben. Doch auch ohne das offiziell zur Schau gestellte Label von \"Blood\u0026Honour\" zeigt sich die \"Lunikoff-Verschwörung\" als politische Überzeugungstäter. Ihre Veröffentlichungen landeten in der Vergangenheit reihenweise auf dem Index für jugendgefährdende Schriften.. wie auch dieses Album für das ein junger Neonazi auf einer Neonazi-Demonstration in Northeim (01.04.2017) offen Werbung machen konnte. Der Verweis auf mangelnde Englischkenntnisse zur Beurteilung von Rechtsrockbands und ihrer Inhalte wirkt angesichts der Hintergründe der Musikgruppen, die während des \"Eichfeldtages\" die Bühne betraten, (pardon) wie ein schlechter Witz. Auftritte der \"Lunikoff-Verschwörung\", begleitet von zahlreichen Hitlergrüßen, wie im September 2013 im ukrianischen Kharkov während eines \"Blood\u0026Honour\" Konzerts sind immer neonazistische Propagandaveranstaltungen, welche immer der Verbreitung eines bestimmten Gedankengutes dienen. Und das sich Michael Regener und die \"Lunikoff-Verschwörung\" selbst als Teil von \"Blood\u0026Honour\" identifizieren ist ebenfalls kein Geheimnis. So präsentierte sich Michael Regener während der Veranstaltung in Kharkov gut sichtbar mit einem T-Shirt auf dem das an das von \"Blood\u0026Honour\" erinnernde Erkennungszeichen und Logo prangte. Aber vermutlich aufgrund mangelnder Englischkenntnisse und schlechter Sicht dürfte auch dies bislang an den Behörden vorbei gegangen sein. Die \"mangelnden Englischkenntnisse\" waren allerdings nicht die einzigen Widrigkeiten mit denen die Behörden während des \"Eichsfeldtag\" zu kämpfen hatten. Auch das Sichtfeld schien latent davon betroffen gewesen zu sein. So konnten etliche Teilnehmer*innen unter den Augen der Polizei offen ihre Sympathie für rechtsterroristische Organisationen wie beispielsweise \"Combat 18\" zur Schau stellen. Auch konnten T-Shirts des neonazistischen Musikprojekts \"Erschiessungskommando\" offen getragen werden. Jener Band, die im vergangenen Jahr zum Mord an einer thüringischen Landtagsabgeordneten und ihrer Familie aufrief.","date":"20 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-20/","section":"Fotos","summary":"Der behördliche Verweis, dass fehlende Englischkenntnisse indizierte neonazistische Propaganda ermöglicht hätten, kann bei näherer Betrachtung jedoch als irreführend bezeichnet werden, wie nicht …","title":"Nazirock auf dem Eichsfeldtag"},{"city":"Wahlstedt","content":"Am vergangenen Samstag, den 13.05.2017, fand im Clubheim des \"Bandido MC Northgate\", dem sogenannten \"Kuddel's Inn\" im schleswig-holsteinischen Wahlstedt ein Neonazi-Konzert mit den Bands \"Kategorie C\" und \"Hausverbot\" statt. Musiker aus beiden Musikgruppen sind ebenfalls bei der Musikgruppe \"Nahkampf\" involviert. Die Band gilt dem internationalen Netzwerk von \"Blood \u0026 Honour\" (B\u0026H) nahestehend.  Die Schleusung zu der Konzertveranstaltung, verlief ab 17 Uhr über zwei Schleusungspunkte an der A21 und der B206. Dort erhielten anreisende Teilnehmer*innen die Koordinaten zum späteren Veranstaltungsort: die kleine Stadt Wahlstedt, unweit von Bad Segeberg gelegen. Die zuvor im Internet beworbene Veranstaltung entwickelte sich zum Stell-Dich-ein der organisierten und überregionalen Neonaziszene im Norden und offenbarte abermals die Verbindungen in die organisierte Kriminalität, insbesondere ins Rocker-Milieu. Die Räumlichkeiten des „Bandido MCs“ schienen nicht zufällig gewählt worden. Deren Mitglieder beteiligten sich aktiv an der Ausrichtung des Events, so übernahmen sie die Schleusung anreisender Neonazis, bemühten sich um die Sicherheit der Veranstaltung und versuchten anwesende Journalist*innen bei der Dokumentation zu behindern. Unter den angereisten Teilnehmer*innen befanden sich einschlägige Personen der organisierten Neonaziszen wie beispielsweise der Hamburger Neonazi Thorsten de Vries. Der langjährige Neonazi scheiterte zuletzt mit dem Versuch zum 12.09.2015 in Hamburg eine Hooligan-Demonstration anzumelden. In den letzten Wochen entdeckte de Vries verstärkt seine Nähe ins Rechts- und Nazirockmilleu. Wiederholt postete er, in Anspielung auf die Bremer Rechtsrockband \"Kategorie C\" in sozialen Netzwerken Bilder welche mit dem Label \"KC Crew Hamburg\" versehen waren. Die Bezeichnung \"Crew\" findet sich oft im gewaltbereiten Umfeld von Rechts- und Nazirockgruppen. Bekannte Beispiele dafür sind die \"Oidoxie Streetfighting Crew\" aus dem Umfeld der \"Combat 18\" Musikgruppe \"Oidoxie\", wie auch die \"Endstufe Crew\" aus dem Umfeld der Bremer Hammerskinband \"Endstufe\". Der Sänger der Bremer Nazibands \"Kategorie C\" und \"Nahkampf\" Hannes Ostendorf vor Beginn der Veranstaltung in Wahlstedt. Der Schriftzug \"Waffenbrüder\" spielt in verherrlichender Weise auf die \"Waffen-SS\" und deren europäischen Freiwilligenverbände an.  Der \"Bandido MC Northgate\" besitzt enge Verbindungen in die organisierte Neonaziszene. Zu den Führungspersonen gehöhren bereits in der Vergangenheit Aktivisten des in der Bundesrepublik verbotenen Netzwerks von \"Blood \u0026 Honour\". Auf dem Bild (vierte Person von rechts, untere Reihe) befindet sich auch der ehemalige B\u0026H-Aktivist Alexander Hardt Mitglieder des \"Bandido MC Northgate\" gemeinsam mit Hannes Ostendorf vor dem Bandido Clubhaus in Wahlstedt. Die anwesenden Mitglieder des \"Bandido MC\" übernahmen konsequenterweise nicht nur einen Teil der Ausrichtung sondern stellten auch einen Teil der Besucherschaft. Die scheinbar exellentenVerbindungen von Neonaziszene und dem sogenannten \"Outlaw-Club\" des \"Bandido MC Northgate\" kamen am vergangenen Wochenende erneut zum tragen. Vor Ort befanden sich ebenfalls führende Mitglieder der NPD. So auch Mark Proch (rechts im Bild), seines Zeichens NPD-Ratsherr im Stadtrat von Neumünster, hier im Gespräch mit dem langjährigen Hamburger Neonaziaktivisten Thorsten de Vries. Nachdem ein Großteil der Neonazis bereits ab 18 Uhr die Räumlichkeiten des \"Outlaw Motorcyleclubs\" im Wahlstedter Industriegebiet erreichte, erschien die Polizei ab 19 Uhr mit Einsatzkräften am Ort des Geschehens und kontrollierte nachrückende Teilnehmer*innen. Etliche der anreisenden Neonazis machten ihre Zugehörigkeit zur organisierten Neonaziszene durch das Verwenden von Szenekürzeln wie \"BH\", \"C18\" oder \"1488\" in ihren Autokennzeichen deutlich. Eine schwer bewaffnete Spezialeinheit der Eutiner Polizei sperrte zum Zweck der Vorkontrolle eine Zufahrt an der Hauptstraße zum Clubheim. Eine Maßnahme, welche offensichtlich eher dem Veranstaltungsort als der politischen Ausrichtung der Veranstaltung geschuldet war. Anreise Neonazis wurden dort zum Teil erkennungsdienstlich behandelt. Ebenso anwesend waren Neonazis aus den Strukturen des Terrornetzwerks „Combat 18“ (C18) wie Marco Eckert (hier links im Bild), die erst im vergangenen Jahr, zum „Tag der deutschen Zukunft“ (TDDZ) in Dortmund gemeinsam mit dem C18-Gründer Will \"the Beast\" Browning in Erscheinung traten. Browning gilt dabei als politischer Überzeugungstäter. Unter seiner Leitung schlossen sich Neonazis innerhalb von \"Combat 18\" zusammen um den bewaffneten Kampf nicht nur zu propagieren, sondern diesen in die Tat umzusetzen. Auch Neonazis aus Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern) gerieten am vergangenen Samstag in die Vorkontrollen der Polizei. Auch der ursprünglich aus Cismar im Kreis Ostholstein stammende Bergeest war am vergangenen Wochenende in Wahlstedt zugegen., Bergeest wohnte zwischenzeitlich in Dänemark in einer Wohngemeinschaft mit Flemming Muff Christiansen, Führungsfigur von B\u0026H in Dänemark und Betreiber des Labels \"Celtic Moon\". Auch Bergeest trat bereits als Aktivist von \"Blood \u0026 Honour Danmark\" in Erscheinung und ist so mit dem theoretischem Überbau vom \"führerlosen Widerstand\" von \"Combat 18\" bestens vertraut. Auch Bergeest traf im vergangenen Jahr mit dem C-18 Gründer Will Browning in Dortmund zusammen.   Während die Polizei im Nachgang der Veranstaltung von etwa 60 Teilnehmenden sprach, konnten insgesamt wohl über 100 Neonazis und Personen aus dem Rocker-Milieu aus verschiedenen Bundesländern in Wahlstedt zusammenkommen. Ein langjähriger Freund des bereits erwähnten Hamburger Neonaziaktivisten Thorsten de Vries war ebenfalls Gast der Veranstaltung. Sven Johansson (hier Bildmitte) war früher, ebenso wie viele weitere Konzertbesucher*innen im Umfeld von \"Blood \u0026 Honour\" organisiert und gehört ebenso zum Bekanntenkreis des ehemaligen \"Blood \u0026 Honour\" Führungskaders Stefan Silar (ehemals \"Blood \u0026 Honour Nordmark\") aus Tostedt befreundet. Inzwischen ist Johansson bei den Rockern von \"Gremium MC\" unterkommen, einem der letzten \"Outlaw-MCs\" die sich nicht den Hells Angels oder den Bandidos angeschlossen haben. Bildmitte: Jan Steffen Holthusen. Der Neonazifunktionär ist seit Jahren einer der führenden Köpfe der neonazistischen Szene Hamburgs. In den 90er startete er mit der Kameradschaft \"Bramfelder Sturm\", und gab dessen gleichnamige Zeitschrift seit 1994 heraus. 1997 benannten sich Kameradschaft und das Nazi-Blatt in \"Hamburger Sturm\" um. Mit Holthusen als Herausgeber wurde dort 1999 der bewaffnete Kampf propagiert. So hieß es dort:  \"Wir sind im Krieg mit diesem System und da gehen nun mal Bullen oder sonstige Feinde drauf.\" Heute agiert Holthusen als Landesgeschäftsführer der NPD in Hamburg. Neben Neonazis die sich aus Strukturen von \"Blood \u0026 Honour\" (B\u0026H) rekrutierten, waren auch Mitglieder der \"Hammerskins\" in Wahlstedt vertreten. Zu diesen gehörte der in Mölln wohnhafte Thorsten Wolff (rechts), welcher regelmäßig das \"Thinghaus\" in Grevesmühlen besucht und an die Mecklenburger \"Hammerskin\"-Struktur angebunden ist. Schon seit einiger Zeit ist eine zunehmende Zusammenarbeit der ursprünglich konkurrierenden \"Hammerskin\"-Organisationsstrukturen mit denen von \"Blood \u0026 Honour\" zu beobachten.  Interessant war am vergangenen Samstag auch die Anwesenheit des Neonazis Rene Callesen (ganz links im Bild), einem bekennenden \"Hells Angels\" Supporter, der dem Milieu-Laden \"Lokalpatriot\" auf der Hamburger Reeperbahn zugeordnet werden kann. Callesen ist eng befreundet mit Thorsten de Vries und Sacha Bothe, einem ehemaligen \"Blood \u0026 Honour\"-Kader aus Niedersachsen (\"Blood \u0026 Honour Nordmark\"), der mittlerweile bei dem größten \"Hells Angels\" Supporter Club \"Red Devils MC\" in Hannover aktiv ist. Fraglich ob die \"Bandidos\" wussten, dass sie sich mit diesem Rechtsrock-Konzert auch einige Supporter der verfeindeten \"Hells Angels\" in ihr Clubhaus holen oder ob in diesem Falle die Nazi-Kameradschaft über der Rockerfeindschaft steht. Dies wird umso interessanter nachdem die Behörden in den vergangenen Monaten vor einem neuen \"Rockerkrieg\" zwischen den beiden verfeindeten Rockergruppen warnen welcher sich am Firmament abzeichen würde. Auch der Bremer Neonazi Marcel Kuschela, aka \"Captain Flubber\" fühlte sich scheinbar wohl in den Räumlichkeiten und im Kreis des \"Bandidos MC Northgate\". Organisatorisch trat Kuschela in der Vergangenheit vor allem in den Strukturen von \"HoGeSa\" und \"Gemeinsam Stark Deutschland\" (GSD) in Erscheinung. Im vergangenen Jahr zog sich Kuschela aus diesen Strukturen weitestgehend zurück. Warum die Behörden in Schleswig-Holstein, nun zum wiederholtem Mal das einschlägige Neonazikonzert gewähren ließ, blieb am Wochenende das Geheimnis der Einsatzleitung der Polizei. Eine Stellungnahme blieb die Einsatzleitung schuldig. Die Verbindungen zu den Netzwerken von \"Blodd \u0026 Honour\", \"Combat 18\" und den \"Hammerskins\" schienen zumindest keinen Anlaß zu geben sich in Sichtweite des Konzertes zu positionieren. Stattdessen konnte die Veranstaltung bis zuletzt relativ ungestört über die sprichwörtliche Bühne gehen.","date":"13 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-13/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, den 13.05.2017, fand im Clubheim des \"Bandido MC Northgate\", dem sogenannten \"Kuddel's Inn\" im schleswig-holsteinischen Wahlstedt ein Neonazi-Konzert mit den Bands \"Kategorie …","title":"Nazirock im Bandito-MC Clubhaus in Wahlstedt Schleswig-Holstein"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wahlstedt/","section":"Orte","summary":"","title":"Wahlstedt"},{"city":"Leinefelde","content":"","date":"6 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-06/","section":"Fotos","summary":"","title":"Eichsfeldtag in Leinefelde | Teil 1"},{"city":"Leinefelde","content":"","date":"6 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-06-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Eichsfeldtag in Leinefelde | Teil 2"},{"city":"Dortmund","content":"","date":"1 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-01do/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazidemonstration in Dortmund"},{"city":"Essen","content":"","date":"1 Mai 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-05-01e/","section":"Fotos","summary":"","title":"NPD-Demonstration in Essen"},{"city":"Wetzlar","content":"","date":"22 April 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-04-22/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazidemonstration in Wetzlar"},{"city":"Südniedersachsen","content":"Am vergangenen Samstag, dem 04.01.2017 fand im niedersächischen Göttingen ein Aufmarsch der Neonaziszene statt. Unter dem Motto: \"Gemeinsam für Deutschland\" wurde die  Veranstaltung zuvor überregional in den sozialen Netzwerken beworben. Die Stadt Göttingen hatte die Veranstaltung zuvor auf den Bahnhofsvorplatz beschränkt. Anstatt einer ursprünglich geplanten Demonstration führten die angereisten Neonazis daraufhin eine Kundgebung durch. Bis zuletzt hatten die Veranstalter*innen aus den Strukturen der Neonazigruppierung \"Freundeskreis Thüringen-Niedersachsen\" versucht über \"Egoprobleme, Partei und Orgastrukturen hinweg\" Teilnehmer*innen zu mobilisieren. Dabei sei es egal, wie der \"Freundeskreis\" im Vorfeld mitteilte, ob es sich dabei um \"weichgespülte AfD'ler oder richtig harte NS'ler\" handele...  ... Denn man befinde sich, so der Tenor der Neonazigruppierung \"in historischen Zeiten [...] der Sturz des verhassten Systems steht kurz bevor\". Ein \"Sturz\" der sich den Einschätzung des \"Freundeskreises\" folgend \"spätestens im Jahr 2018\" vollziehen werde. Diejenigen, die an der Veranstaltungen nicht teilnehmen, würden sich den markigen Ausführungen des \"Freundeskreises\" folgend, als \"Verräter\" offenbaren, \"denen es nicht um die Sache\" gehen würde, sondern nur um \"persönliche Eitelkeiten\" Als Hauptpropagandist des \"Freundeskreises\", bei deren Mitgliedern vor einigen Wochen im Zuge polizeilichen Hausdurchsuchungen ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt wurde, tritt der mitunter offen antisemitisch auftretende Neonaziaktivist Jens Wilke in Erscheinung (hier im Bild). Der selbstständige Finanz- und Versicherungsmakler (offizielles Firmenmotto: \"Sieg oder Spielabbruch\") aus dem niedersächsischen Friedland, der auch als lokaler Ansprechpartner des Vereins \"Wassertankstelle e.V.\" in Erscheinung tritt, vertritt seit nunmehr etwa zwei Jahren einen offenen Führungsanspruch in der südniedersächsischen Neonaziszene. Doch die Realität holte Jens Wilke am vergangenen Wochenende schließlich ein. Lediglich Zweidrittel der ursprünglich mit 150 Personen angemeldeten Veranstaltung nahmen die Reise nach Göttingen auf sich. Neonazikader wie der thüringische NPD-Landesvorsitzende Thorsten Heise, die im Vorfeld ihre Teilnahme öffentlich zusicherten, versagten Wilke ihre Unterstützung. Andere führende Neonazis, wie beispielsweise der niedersächsische Neonaziaktivist Dieter Riefling beteiligten sich stattdessen lieber an der Vorbereitung eines Junggesellenabschieds in Sachsen-Anhalt anstatt nach Göttingen zu reisen. Innerhalb der Neonaziszene heißt es dazu lapidar: \"das ausgeprägte Ego von Wilke\" wäre \"kein Mobilisierungsfaktor. Eher das Gegenteil\" sei der Fall. Insgesamt sammelten sich somit am vergangenen Wochenende etwas 100 organisierte und unorganisierte Neonazis in Göttingen. Diese machten keine Anstalten ihre Gesinnung zu verbergen. (Hier ein Neonaziaktivist mit dem strafrechtlich relevanten Keltenkreuz am Handgelenk). Die Sicherheitsbehörden machten im Verlauf des Veranstaltungstages nur wenig Anstalten das Zeigen neonazistischer Symbolik zu unterbinden. Mehrere sogenannte Hitler-Grüße, offen gezeigte NS-Symbolik, Bedrohungen, selbst Angriffe auf Pressevetreter*innen blieben weitestgehend ungeahndet. (Dazu später mehr im Verlauf der Gallery). Vor Beginn der eigentlichen Kundgebung wurden unter den angereisten Teilnehmer*innen Plakate verteilt. Dabei handelt es sich um sogenannte \"Outing Plakate\" des eigenen Klientels. Die Neonazikundgebung auf dem weitestgehend abgesperrten Bahnhofsvorplatz wurde von lautstarken Protest zahlreicher Gegendemonstrant*innen begleitet. Die Teilnehmer*innen der Neonazikundgebung stammten dabei vor allem aus Niedersachsen und Thüringen. Thüringische Neonazis aus den Strukturen der sogenannten \"Thügida\" beim Tragen eines Holzsarges, mit dem dem symbolisch die \"Demokratie\", die \"BRD\" und die \"Antifa\" zu Grabe getragen werden sollte. Die angekündigte Neonazi-Großveranstaltung fand letztlich nur im kleinen Rahmen statt. Auch das Jens Wilke und der \"Freundeskreis\" den Führungsanspruch alteingesessener Strukturen in den vergangenen Monaten mehrfach in Frage stellten, dürfte der Mobilisierung nicht zuträgich gewesen sein. Inwieweit der \"Freundeskreis\" den angekündigten Umsturz bis 2018, angesicht der nun aufgezeigten personellen Ressourcen bewerkstelligen will, blieb am vergangenen Wochenene allerdings das Geheimnis von Wilke. Der selbsternannte Anführer der thüringischen Neonazigruppierung \"Thügida\" David Köckert war am vergangenen Wochenende ebenfalls in Göttingen zugegen. Auch Köckert machte aus seiner Gesinnung keinen Hehl - worauf nicht zuletzt die offen zur Schau gestellte Tätowierung an seinem Hals eindrücklich hinwies. Eine Gesinnung die mit der von Jens Wilke (hier rechts neben David Köckert) zumindest harmonieren dürfte. Wilke war zuletzt in den sozialen Medien durch antisemitische Hetzreden aufgefallen. Auf das Verlesen der Veranstaltungsauflagen verzichteten die Veranstalter*innen weitestgehend. Stattdessen startete die Kundgebung gleich zu Beginn mit wüsten verbale Angriffen gegen Vertreter*innen der Stadt und Gegendemonstrant*innen. Auch die Sicherheitsbehörden schienen sich an der Nichterwähnung der Auflagen nicht zu stören. Ein polizeilicher Hinweis erfolgte zumindest nicht. Die NPD-Niedersachsen, für die Wilke bei der letzten Landtagswahl als Kandidat in Erscheinung trat, hielt sich mit Unterstützung ebenfalls weitestgehend zurück. Lediglich der Vorsitzende des NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland Jens Wagenlöhner sowie Natalia Miesner vom NPD Unterbezirk Stade (hier im Bild) und niedersächsische NPD-Listenkandidatin zur anstehenden Bundestagswahl, waren als Vertreter*innen nach Göttingen gereist. Melanie Dittmer, Führungsaktivistin der inzwischen aufgelösten Neonazivereinigung \"Dügida\" während eines Redebeitrages in Göttingen. Dittmer nutze die Gelegenheit um unter anderem für eine positive Bezugnahme und Verklärung des Faschismus. Auch die eingeteilten Ordnerkräfte der Neonazikundgebung zeichneten sich nicht unbedingt durch Zurückhaltung aus. Stattdessen suchten diese zielsicher die \"Kommunikation\" mit Gegendemonstrat*innen. Der sächsische Neonaziaktivist Alexander Kurth während seines Redebeitrages. Anders als Melanie Dittmer beschäftigte sich Kurt nicht mit komplizierten ideologischen Fragestellungen. Er beschränkte sich angesicht des von ihm formulierten \"baldigen Umsturzes\" auf die offene Bedrohung anwesender Pressevertreter*innen. ...Ordnerkräfte der Neonaziszene bei der Arbeit... Auch ein Dutzend, zumeist jugendlicher Neonazis aus dem Spektrum der sogenannten \"Autonomen Nationalisten\", welche nunmehr unter der Bezeichnung \"Anti-Kap\" in Erscheinung treten, reisten am vergangenen Wochenende nach Göttingen.  ... Zwischen den Redebeiträgen ergriff der \"Thügida\"-Aktivist David Köckert immer wieder das Mikrophon. Der \"erhobene rechte Arm\" war zumindest am vergangenen Wochenende keine Seltenheit. Ganz im Gegensatz zur Intervention durch Polizeikräfte im Bezug darauf. Hinweise gegenüber Veranstaltungsteilnehmer*innen unterblieben zumindest. Bildmitte: Der bereits erwähnte Jens Wagenlöhner, seines Zeichens Vorsitzende des derzeitig weitestgehend handlungsunfähigen NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland. Wagenlöhner trat in Göttingen, wie bereits in den vergangenen Monaten bei anderen Gelegenheiten als parteifreier Neonazi-Aktivist in Erscheinung. Etwa nach einer Stunde wurde die Kundgebung am Göttinger Bahnhof dann durch den Veranstaltungsleiter Jens Wilke für beendet erklärt. Die Neonazis verließen den Ort des Geschehens mit der Ankündigung \"spontan\" an anderer Stelle aufzumarschieren. Im Anschluß an die Kundgebung in Göttingen veranstalteten die angereisten Neonazis dann eine \"Spontandemonstration\" im nahegelegenen Northeim. Vor Beginn der Demonstration wurden 98 Neonazis, die mit dem Zugverkehr nach Northeim gelangten, polizeilich untersucht. Auf eine Durchsuchung der mit privaten Fahrzeugen angereisten Neonazis wurde hingegen verzichtet. Obligatorische Erinnerungsfotos von Neonazis... gemeinsam mit Aktivisten der Neonazigruppierung \"Berserker Wolfsburg\" Neonazi mit auf dem Unterarm tätowierter \"Triskele\", welches in der Neonaziszene als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz genutzt wird. Die Triskele zierte in der Vergangenheit das Wappen der flämischen \"SS-Division Langemarck\"  Bereits vor Beginn der \"Spontandemonstration\" wurden anwesende Pressevertreter*innen von den angereisten Neonazis attackiert. ... Das hier präsentierte T-Shirt bezieht sich auf ein von der Bundesprüfstelle indiziertes Album der Rechtsrockszene. In Northeim konnte allerdings, wie bereits zuvor im Göttingen offen dafür geworben werden. Vermummungsverbote sind von gestern... Auch hier ließ die Polizeiführung Großzügigkeit walten...  Ganz friedlich...  ... oder auch nicht... Todesdrohungen die zwischen den Polizeiketten an die Pressefotograf*innen weitergegeben wurden erfreuten sich ebenfalls ungebrochener Beliebtheit. Transparent des \"Freundeskreises\". Und auch dieses Logo fndet sich in der \"NS-Romantik\" wieder. So kann das Erkennungszeichen des \"Freundeskreises\" zum einen als Bezugnahme zum Keltenkreuz wie auch als farblich veränderte Variante von Insignien des SS-Panzergrenadier Regiments 23 (\"Norge\") gedeutet werden.  Als Anmelder der \"Spontandemonstration\" trat der Neonaziaktivist Benjamin Krüger in Erscheinung. Der ehemals im Großraum Hannover wohnhaft Krüger ist inzwischen nach Sachsen-Anhalt verzogen. Die nach Northeim gereisten Neonazis beließen es nicht dabei anwesende Pressevertreter*innen lediglich zu bedrohen... Wenige Sekunden später wurde beispielsweise dieser Pressefotograf, vor den Augen der Polizeikräfte, mit einem Faustschlag attackiert. Personalien des durchaus bekannten Angreifers (der für die Neonazi-Partei \"Die Rechte\" in der Vergangenheit bereits als Veranstaltungsleiter in Erscheinung trat) wurden von der Polizei nicht aufgenommen. Stattdessen konnte er weiter ungehindert an der Veranstaltung teilnehmen und Northeim wenig später ungestört verlassen. Auch in Northeim fand sich David Köckert (\"Th\u0026üuml;gida\") am Mikrophon wieder und hielt einen Redebeitrag. Köckert ist dabei nicht nur bekennender Rassist (mal ein Erinnerungsfoto) ...  ... sondern wirbt mit seinen Tätowierungen auch offen für andere Dinge. Das auf die Fingerrücken tätowierte und offen zur Schau gestellte Geburtsdatum läßt dabei wenig Raum für Spekulationen. Ein Hinweis sei gestattet: Der Nachname fängt mit H an... Die \"Spontandemonstration\" wird für beendet erklärt. Die NPD-Bundestagskandidatin Natalia Miesner. Diese nutze die Veranstaltung vordergründig um Unterstützer*innen für die Wahlzulassung der NPD für die anstehende Bundestagswahl zu erhalten. Entsprechende Unterschriftenlisten wurden von ihr freigiebig verteilt. Symbol der \"Schwarzen Sonne\". Im Nationalsozialismus diente die \"Schwarze Sonne\", die als ein zwölfarmiges Hakenkreuz oder ein Rad aus zwölf Sig-Runen gedeutet werden kann, der SS als Sinnbild einer nordisch-heidnischen Religion und eines uralten geheimen Wissens. Nachdem es zu einer Auseinandersetzung mit Besucher*innen einer Gaststätte gekommen war, kamen die eingesetzen Polizeibeamten nicht umhin eine Personalienkontrolle durchzuführen. Wenige Augenblicke wurde ein Pressefotograf von einem weiteren Neonazi attackiert. Ein Umstand der hingegen nur ermahnende Worte durch die Polizeikräfte zur Folge hatte. Obligatorische Geste im Verlauf der Veranstaltung... Und auch noch eine andere Variante... Die in engen Polizeiketten begleiteten Neonazis konnten auch hier ungestört den Arm zum sogenannten \"Hitler-Gruß\" erheben. ... Auch in Northeim versammelten sich Gegendemonstrat*innen um gegen den Aufmarsch der Neonazis zu protestieren Im Anschluß an die Spontandemonstration in Northeim teilte sich die Gruppe der angereisten Neonazis. Eine größere Personengruppe versuchte daraufhin im niedersächsischen Friedland eine weitere Demonstration durchzuführen. Im Anschluß daran attackierten Neonazis unter Kampfgeschrei (\"Schnappt sie Euch\") anwesende Pressevertreter*innen. Die Hetzjagd übertrugen die angreifenden Neonazis live im Internet. Dabei wurden zwei der Angreifer festgenommen (Screenshot aus dem gesicherten Video). In einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Göttingen findet sich von einem Angriff auf Pressevertreter*innen hingegen kein Wort. Hier wurden die Pressefotograf*innen anschießend pauschal als Angehörige der linken Szene bezeichnet, die journalistische Tätigkeit politisch bewertet. Nicht das einzig Fragwürdige was den Polizeieinsatz vom vergangenen Wochenende begleitete... ","date":"1 April 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-04-01/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, dem 04.01.2017 fand im niedersächischen Göttingen ein Aufmarsch der Neonaziszene statt.","title":"Neonaziaufmarsch in Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Friedland)"},{"city":"Hannover","content":"Am Samstag, den 04.02.2017 fand in Hannover ein Kandidatenparteitag\nder AfD-Niedersachsen statt. Den Hintergrund bildete die Wahl von Kandidat*innen zur Bundestagswahl 2017. Als Veranstaltungsort fungierte das Bürgerhaus Misburg in der\nniedersächsischen Landeshauptstadt. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden interne Spannungen und Zerwürfnisse innerhalb des niedersächsischen AfD-Landesverbandes bekannt. So war zuvor bekannt geworden, dass der derzeitige AfD-Landesvorsitzende Armin Paul Hampel einen Vortrag bei einem Treffen des rechtsradikalen Vereins \"Arbeitskreis für deutsche Politik\" (AfDP) gehalten hatte. Doch nicht nur die offene Annäherung an Strukturen der organisierten Neonaziszene fiel im Landesverband auf geteilte Zustimmung. Auch der zunehmend als autoritär empfundene Führungsstil des Landesvorsitzenden Hampel sorgt parteiintern zunehmend für Kritik. Der nun bekannt gewordene Streit innerhalb der AfD-Niedersachsen um die Verbindungen  zur Neonaziszene, ausgelöst durch ihren Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel, entpuppt sich bei näherer Betrachtung allerdings als Scheingefecht, hat sich die AfD-Niedersachsen doch schon längst zum Auffangbecken organisierter Neonazis entwickelt. So gehörte am vergangenen Samstag auch der Neonaziaktivist Andreas-Dieter Iloff zum Kreis der anwesenden AfD-Anhänger*innen. Iloff (hier zweiter von links) war dabei nicht zufällig vor Ort. Als Kreisvorsitzender der AfD im Landkreis Diepholz gehört Andreas-Dieter Iloff inzwischen zu den Funktionsträgern der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) in Niedersachsen. Der gelernte Hufschmied gehört zu den Gründungsmitgliedern der rechtsradikalen Vereinsorganisation \"Freundeskreis Deutschland\" sowie dem \"Gemeinschaftswerk Auehof\". Beide Organisationen sind darauf ausgerichtet völkisch-neonazistisches Gedankengut im kulturellen Bereich zu verbreiten und wurden unter anderem durch den Verfassungsschutz beobachtet. Innenansicht der Schmiede von Andreas-Dieter Iloff: Im Hintergrund eine Fahne der \"Schwarzen Front\", einer nationalsozialistischen Kleinstpartei, die sich 1930 von der NSDAP abspaltete. Die Hitlerjugend benutzte dieses Symbol ebenfalls als Gaufeldabzeichen. Das Fahnensymbol mit gekreuzte Hammer und Schwert dient noch heute organisierten Neonazis als Erkennungszeichen. Wie der niedersächsische Verfassungsschutz auf Anfrage der Diepholzer Lokalzeitung mitteilte, wird der Personenkreis um Andreas-Dieter Iloffs Vereinsstrukturen auch weiterhin von den Behörden beobachtet und kann somit als wesentlicher Bestandteil der niedersächsischen Neonaziszene betrachtet werden. Doch auch außerhalb der von Iloff mitbegründeten Vereinsstrukturen trat der derzeitige AfD-Kreisvorsitzende immer wieder im Kontext neonazistischer Strukturen in Erscheinung. Hier als (von Protestler*innen umgebener) Teilnehmer des Schneverdinger Heideblütenlaufs, der in den Jahren 2004 bis 2008 von Neonazis zu Propagandazwecken genutzt und entsprechend von diesen frequentiert wurde. Andreas-Dieter Iloff (rechts) im November 2014 in Hannover. Iloff war Teilnehmer eines Aufmarsches der sogenannten \"HoGeSa\", einer strukturübergreifenden Neonazivereinigung. Hier im Gespräch mit Peter Hallmann, der zuletzt in Ostwestfalen-Lippe einen Stützpunkt der Neonazipartei \"Der Dritte Weg\" gründete. Darüber hinaus diente das Grundstück von Andreas-Dieter Iloff in der Vergangenheit als Treffpunkt und Veranstaltungsort. So fand unter vielen anderen am 21.12.2013 eine Wintersonnenwendfeier auf dem Anwesen statt. Unter den Teilnehmer*innen befanden sich auch ehemalige Anhänger*innen der vom Bundesinnenministerium verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ). Und auch überregional trat der derzeitige AfD-Kreisvorsitzende bei einschlägigen Veranstaltungen in Erscheinung. So auch im Juni 2011 bei einem Treffen der neonazistischen \"Europäischen Aktion\" (EA) auf dem Anwesen des NPD- und Rechtsrockfunktionärs Thorsten Heise. Andreas-Dieter Iloff war am vergangenen Wochenende nicht der einzige Unterstützer neonazistischer Aktivitäten, der sich nunmehr in den Strukturen der AfD-Niedersachsen wiederfindet. Auch Marc A., hier rechts im Bild trat in der Vergangenheit entsprechend in Erscheinung... Das AfD Mitglied Marc A. im Oktober 2013 während einer Kundgebung der NPD in Hannover als Teilnehmer der sogenannten \"NPD-Flaggschiff-Tour\", bei der NPD-Aktivist*innen zahlreiche Kundgebungen in Niedersachsen durchführten. Mark A. (links) während eines Redebeitrags des NPD-Funktionärs\nUdo Pastörs im Oktober 2013 in Hannover. Die Versuche der AfD-Niedersachsen Verbindungen in die organisierte Neonaziszene von sich zu weisen, erscheinen angesichts der Einbindung rechtsradikaler Funktionäre in die eigenen Parteistrukturen als wohlkalkulierte Lippenbekenntnisse. Der Auftritt des Landesvorsitzenden Hampel bei einem Treffen des rechtsradikalen Vereins \"Arbeitskreis für Deutsche Politik\" zeigt sich bei genauer Betrachtung nur als zusätzlicher Tropfen auf dem ohnehin schon heißen Stein. Mitglieder der AfD-Niedersachsen bei der Anreise am vergangenen Wochenende in Hannover. Ankunft von Armin Paul Hampel, seines Zeichens Landesvorsitzender der AfD-Niedersachsen während des Kandidatenparteitages in Hannover. Bei der Aufstellungsversammlung am vergangenem Samstag erhielt der 59-jährige ehemalige Journalist Hampel 346 von 407 abgegebenen Stimmen und wurde somit zum Spitzenkandidaten der AfD-Niedersachsen gekürt. Seine Kandidatur schien jedoch nie gefährdet: die meisten der Hampel-Kritiker waren dem Parteitreffen ferngeblieben. Auch der ebenfalls in Hannover anwesende stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland hatte sich zuvor hinter Hampel gestellt. Die derzeitige Entwicklung der niedersächsischen AfD dürfte auch Dr. Klaus Eikemeyer gefallen (hier rechts im Bild). Auch bei ihm handelt es sich um einen langjährigen Protagonisten der norddeutschen Neonaziszene. Klaus Eikemeyer während des Landesparteitages der NPD-Niedersachsen im Mai 2011 im niedersächsischen Northeim. Seit Jahren nimmt Klaus Eikemeyer an internen Veranstaltungen sowie auch an Demonstrationen der norddeutschen Neonaziszene teil. Hier während eines Neonaziaufmarsches im August 2015 im niedersächsischen Bad Nenndorf. Die Teilnehmer*innen des AfD-Parteitages vom vergangenen Wochenende schienen sich an der Anwesenheit mehrere bekannter Neoanaziaktivisten in ihren Reihen nicht zu stören, zumal diese auch als Funktionsträger der AfD in Erscheinung traten. Zuende bringen konnte die AfD-Niedersachsen ihre Veranstaltung jedoch nicht: Am Samstag, den 11.2.2017, soll der Kandidatenparteitag der AfD im Bürgerhaus Misburg ab 10 Uhr weitergeführt werden.","date":"4 Februar 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-02-04/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 04.02.2017 fand in Hannover ein Kandidatenparteitag der AfD-Niedersachsen statt.","title":"AfD-Niedersachsen und ihre Neonazis"},{"city":"Düsseldorf","content":"Vor mehr als 16 Jahre wurde an der Düsseldorfer S-Bahn-Station Wehrhahn ein Rohrbombenanschlag verübt, bei dem 10 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Am Mittwoch, dem 01.02.2017 kam es zur Festnahme des mutmasslichen Täters durch ein SEK-Kommando. Der Ex-Fallschirmjäger arbeitete zuletzt als Sicherheitsberater und soll Bodyguards und Security-Leute und nach Eigenangaben auch Soldaten der Bundeswehr trainiert haben.Vor mehr als 16 Jahre wurde an der Düsseldorfer S-Bahn-Station Wehrhahn ein Rohrbombenanschlag verübt, bei dem 10 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Am Mittwoch, dem 01.02.2017 kam es zur Festnahme des mutmasslichen Täters durch ein SEK-Kommando. Der Ex-Fallschirmjäger arbeitete zuletzt als Sicherheitsberater und soll Bodyguards und Security-Leute und nach Eigenangaben auch Soldaten der Bundeswehr trainiert haben. Der mutmassliche Täter war bereits im August 2000, wenige Tage nach dem Anschlag, durch die Polizei festgenommen worden. Er betrieb in der Nähe des Anschlagsorts einen Militaria-Laden und war kurz vor dem Anschlag von Zeugen in unmittelbarer Nähe des Tatorts gesehen worden. Die Beweise reichten jedoch nicht aus. Der damals stadtbekannte Neonazi wurde daraufhin aus der Haft entlassen. Ralf Spies verdingte sich in den darauffolgenden Jahren als \"Sicherheitsberater\" und Ausbilder für Bodyguards. In dieser Funktion trat er auch in Fernsehbeiträgen in Erscheinung. (Screenshot der Sendung \"Punkt 12\", RTL) Doch nicht nur im Fernsehen trat Ralf Spies in Erscheinung. Auf diversen Social-Media Accounts gab Ralf Spies in den vergangenen Jahren darüber hinaus \"Anregungen\" für den Kampf gegen potentielle Angreifer*innen. Mit diesem selbstgebauten \"Defence Stick\", den man als \"Alltagsgegenstand, zur Abwehr von Angriffen einsetzen kann\" Der Einsatz der spitzen Seite nimmt dabei die Tötung bzw. Schwerstverletzung von Angreifer*innen in Kauf. Ein Umstand, der Ralf Spies nicht davon abhielt im Internet für den \"druckvollen\" Gebrauch dieser Waffe zu werben. Aber auch andere Alltagsgegenstände, beispielsweise dieses \"Eßwerkzeug\" eignen sich, nach Ralf Spies, hervorragend um Gegner*innen \"auszuschalten\". Dazu heißt es: \"Sollte irgendein Attentäter an Euch vorbeigehen\" dann \"nutzt die Gelegenheit\". Auch wenn \"ihr Mädchen, Kinder, Jugendliche seid, untrainierte Bürohansels.. Leute schnappt Euch einfach so nen Gegenstand. Stecht dem Typen oder der Frau einfach in Fressbrett. [...] Mal sehen wieviel Jungfrauen auf ihn warten\". Wichtig dabei: \"Stecht nicht nur einmal zu, stecht solange zu, bis der Angriff beendet ist\". Bei dem Anschlag im Juli 2000 wurden durch herumfliegende Splitter zehn Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt, eine schwangere Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Bei den Verletzten handelte es sich allesamt um Teilnehmer eines Sprachkurses in der ASG. Ein Großteil davon waren jüdische Einwanderer aus den damaligen GUS-Staaten. An dem selbstgebastelten Sprengsatz, einer mit TNT gefüllte Rohrbombe, konnten erst jetzt, rund 17 Jahre später, DNA-Spuren sichergestellt werden, die zur Identifizierung des Täters führten. Logo des Sicherheitsdienstes von Ralf Spies. Ralf Spies, der sich im Internet \"Sergant Spies\" nannte, in einem Fernsehbeitrag vom ZDF. Als selbsternannter \"Piraten-Abwehrtrainer\" unterrichtete er das dort das Schiffs-Personal im Verlegen von NATO-Draht zur Sicherung des Schiffes sowie den Einsatz von weiteren Abwehrmassnahmen. (Screenchot \"Abenteuer Wissen\", ZDF)","date":"1 Februar 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-02-01/","section":"Fotos","summary":"Vor mehr als 16 Jahre wurde an der Düsseldorfer S-Bahn-Station Wehrhahn ein Rohrbombenanschlag verübt, bei dem 10 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden.","title":"Rechtsterrorismus: Bombenbauer von Wehrhahn festgenommen"},{"city":"Nienburg","content":"In den Abendstunden des vergangenen Samstags, den 28. Januar 2017, fand in Nienburg ein Fackelmarsch der Neonaziszene statt. Einen Tag nach dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust zogen etwa 40 Neonazis durch die niedersächsische Kreiststadt. Der 28. Januar genießt innerhalb der organisierten Neonaziszene eine hohe Bedeutung: Nach einem Gespräch mit Reichspräsident Paul von Hindenburg am 28.01.1933, trat der damalige deutsche Reichskanzler Kurt von Schleicher von seinem Amt zurück und empfiehlt die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Mit der zwei Tage später erfolgenden \"Machtergreifung\" endet die Weimarer Republik.  \n Verantwortlich für den martialischen Aufzug durch das abendliche Nienburg war die neonazistische Partei \"Die Rechte\". Als Versammlungsleiter trat der Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes, Holger Niemann in Erscheinung. Am Aufmarsch beteiligten sich ebenfalls Aktivist*innen vom sogenannten \"Nationalen Widerstand Nienburg\" sowie weitere Neonazis die dem Spektrum der \"Autonomen Nationalist*innen\" zugerechnet werden konnten. Ebenfalls vor Ort, und an der Spitze des Aufzuges, befand sich Christian Worch, seines Zeichens langjähriger Neonazikader und derzeitig Bundesvorsitzender der Partei \"Die Rechte\" Auffällig war die hohe Beteiligung von Spitzenfunktionären der Neonazipartei. So fand sich nahezu die gesamte bundesweite Führungsspitze der Partei am vergangenen Samstag in Nienburg ein. Ebenfalls vor Ort: der niedersächsische Neonazifunktionär Dieter Riefling. Der langjährige Neonazi, dessen Vorstrafenregister u. a. Körperverletzung, Gefangenenbefreiung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, einen Verstoß gegen das Vereinsverbot sowie Volksverhetzung beinhaltet, war erst vor einem halben Jahr aus der Haft entlassen worden, nachdem dieser wegen Volksverhetzung zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Bei einer Zwischenkundgebung wurden Fackeln an die angereisten Teilnehmer*innen ausgegeben. Christian Worch beim Entzünden der mitgebrachten Fackeln. Redebeitrag von Uli Carsten Bayer, Landesvorsitzender der Neonazipartei in Sachsen Der Beisitzer im Bundesvorstand und freiberufliche \"Festredner\" Sascha Marcel Krolzig. Der Bremer Neonazis und Parteimitglied Michael Kurzeja während der Zwischenkundgebung. Kurzeja gilt als Führungsperson der Partei in Bremen. Der dortige Landesverband zeigte sich zuletzt allerdings weitestgehend handlungsunfähig. Dieter Riefling während seines Redebeitrages... Auch Michel Fischer, Beisitzer im Bundesvorstand der Neonazipartei \"Die Rechte\" und Mitglied im Landesverband Thüringen hielt einen kurzen Redebeitrag. Holger Niemann, Vorsitzender des niedersächsischen Landesverbandes. Niemann ist darüber hinaus Beisitzer im Bundesvorstand und dort als \"Bundesorganisationsleiter\" tätig. Links: der bayrische Landesvorsitzende Philipp Hasselbach während des Fackelmarsches. Auch Jens Wilke, Vorsitzender des \"Freundeskreis / Thügida\" befand sich unter den Teilnehmer*innen. Besagter \"Freundeskreis / Thügida\" trat bis zu seiner Umbenennung und Anschluss an die NEonazivereinigung \"Thügida\" unter der Bezeichnung \"Freundeskreis Niedersachsen-Thüringen\" in Erscheinung. Abschlusskundgebung am Bahnhof. Im Hintergund mit roter Jacke befindet sich Enrico Biczysko Landesvorsitzender der Neonazipartei in Thüringen. Jens Wilke während der Abschlusskundgebung am Nienburger Bahnhof","date":"28 Januar 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-01-28/","section":"Fotos","summary":"In den Abendstunden des vergangenen Samstags, den 28. Januar 2017, fand in Nienburg ein Fackelmarsch der Neonaziszene statt.","title":"Fackelmarsch von Neonazis in Nienburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/nienburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Nienburg"},{"city":"Thüringen","content":"Am 21.Januar 2017 traffen sich Anhänger*innen der \"Identitären Bewegung\" im thüringischen Marlieshausen zu einem \"Gemeinschaftswochenende\". Etliche der IB-Anhänger*innen fanden sich bereits am Vortag in den Veranstaltungsräumlichkeiten ein. Dabei handelte es sich um einen Gebäudekomplex von Fabian Rimbach, seines Zeichens Bundesvorsitzender der \"Schlesischen Jugend\" (SJ). Fabian Rimbach bemühte sich in der Vergangenheit mehrfach Verbindungen der Schlesischen Jugend mit organisierten Neonazis und rechtsradikalen Strukturen ins Reich der Fabeln zu verweisen. Die Realität sieht allerdings anders aus... gilt die IB doch als wichtiger organisatorischer Baustein von völkisch-neonazistischen Hintergundstrukturen. Auf dem Programm der Veranstaltung stand neben interner Schulungsarbeit auch eine \"gemeinschaftliche Wanderung\". An dieser beteiligte sich der Gro ß teil der angereisten Teilnmehmer*innen. Insgesamt fanden sich an diesem Wochenende 37 Anhänger*innen der IB in Thüringen zusammen.","date":"21 Januar 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-01-21/","section":"Fotos","summary":"Am 21.Januar 2017 traffen sich Anhänger*innen der \"Identitären Bewegung\" im thüringischen Marlieshausen zu einem \"Gemeinschaftswochenende\".","title":"\"Gemeinschaftswochenende\" der \"Identitären\" in Thüringen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/k%C3%B6ln/","section":"Orte","summary":"","title":"Köln"},{"city":"Köln","content":"Am 14. Januar 2017 fand unter dem Motto: \"Keine Gewalt gegen Deutsche\" ein Aufmarsch der Neonaziszene in Köln statt.  Die Veranstaltung wurde zuvor primär über die sozialen Medien beworben. In dem Aufruf hieß es, dass sich die Veranstaltung, gegen die \"verbrecherische Politik [...] gegen die einheimische Noch-Mehrheitsbevölkerung des weißen europäischen Ursprungs\". An anderer Stelle schreibt die nationalsozialistische Gruppe: \"Wir sehen uns auf der Straße, denn unsere Armlänge Abstand ist die deutsche Faust!\"   Zu dem Aufmarsch hatten sich etwa 150 Anhänger*innen der neonazistischen Szene angekündigt. Unter den nach Köln gereisten Neonazis befand sich auch der Neonazifunktionär Jens Wilke, seines Zeichens NPD-Kandidat zur vorangegangenen Landratswahl für Göttingen und zur Wahl des Kreistages in Göttingen. Wilke gilt als eine der führenden Kräfte hinter den Vernetzungsstrukturen der Neonaziorganisation \"Freundeskreis Thüringen und Niedersachsen\" Wilke gehörte zu einer kleinen Reisegruppe von Neonazis aus Niedersachsen. Unter diesen befand sich auch Mario Messerschmidt der die Jahre 2009 bis 2014 im Gefängnis verbrachte. Messerschmidt war wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz sowie wegen Bedrohung und Beleidigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Messerschmidt gehört zu den Führungsfiguren des Neonazi-Tarnvereins \"Unser Flecken e. V.\" aus dem niedersächsischen Adelebsen. Der Verein hat sich, nach Eigenangaben von Messerschmidt inzwischen dem Netzwerk der neonazistischen Vernetzungsgruppierung \"ThügIdA\" angeschlossen.   Rechts im Bild: Jan Fartas, Anmelder des nun in Köln stattgefundenen Neonaziaufmarsches. Ihm zur Seite stand Johannes Welge, noch bis vor kurzem Vorsitzender des Hildesheimer Kreisverbandes der neonazistischen Partei \"Die Rechte\".  Ebenfalls aus dem fernen Niedersachsen nach Köln gereist war Christopher Siedler. Der Führungsaktivist der Neonazigruppierung \"Nationaler Widerstand Nienburg / Weser\" und der \"Sektion Nienburg\" des \"Freundeskreises Thüringen und Niedersachsen\" sowie Anti-Antifa-Fotograf agierte wie bereits bei vorangegangenen Veranstaltungen in der Rolle eines Pressefotografen und versuchte politische Gegner*innen wie anwesende Pressevertreter*innen zu dokumentieren.  Anreisende Demonstrationsteilnehmer*innen wurden in einem eigens bereitgestellten Kontrollzelt durch die Polizei durchsucht. Dies führte zu einer zeitlichen Verzögerung der Neonaziveranstaltung, woraufhin die Veranstaltungsleitung den Beginn der Demonstration auf einen späteren Zeitpunkt verschob. Auch der bekannte Neonaziaktivist Siegfried Borchert, alias \"SS-Siggi\", mischte sich unter die Teilnehmer*innen. Die Bereitschaft zur Teilnahme hielt sich zusammenfassend in engen Grenzen. Insgesamt nahmen etwa 85 Neonazis am Demonstrationszug teil. Hinzu kam, dass etliche Neonazis noch vor Beginn des Demonstrationszuges den Veranstaltungsort bereits verließen. Dortmunder Neonazis stellten zwar ein Lautsprecherfahrzeug. Deren Teilnahme war aber, wie am Rande der Veranstaltung eingeräumt wurde, dem Zweck geschuldet Unterschriften für die neonazistische Partei \"Die Rechte\" zu sammeln, damit diese bei den kommenden Wahlen antreten könne. Bildmitte: Der Neonaziaktivist Klaus Schäfer, ehemaliger Chef der Dortmunder Feuerwehr sowie Leiter des städtischen Instituts für Feuerwehrtechnologie Der führende Kölner Neonaziaktivist Paul Breuer beim Verlesen der Auflagen. Als erster Redner der Veranstaltung trat dann der eingangs erwähnte Mario Messerschmidt in Erscheinung. Dessen Redebeitrag wurde, so die Veranstalter vorgezogen, da Messerschmidt die Veranstaltung wieder verlassen wollte. Mit ihm verließ dann, noch vor dem eigentlichen Beginn des Demonstrationsumzuges, nahezu die gesamte niedersächsische Reisegruppe den Ort des Geschehens. Bereits nach wenigen Metern musste der Demonstrationszug der Neonazis erstmals stoppen. Dieser Neonazi hatte zuvor den Arm zum Hitlergruß erhoben. Die Veranstaltungsleitung schloß den Neonaziaktivisten daraufhin, auch auf nachdrückliche Aufforderung durch die eingesetzten Polizeikräfte, von der Demonstration aus. Auch dieser Neonazi wurde durch die Polizei von der Veranstaltung ausgeschlossen. Zuvor hatte dieser einen Pressefotografen mit einer Fahnenstange attackiert. Letztlich konnte die Teilnehmer*innen des Demonstrationszuges lediglich etwa 500 Meter weit marschieren. Ab diesem Zeitpunkt verhinderte eine Blockade von Gegner*innen ein Weiterkommen der Neonazis.","date":"14 Januar 2017","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2017-01-14/","section":"Fotos","summary":"Am 14. Januar 2017 fand unter dem Motto: \"Keine Gewalt gegen Deutsche\" ein Aufmarsch der Neonaziszene in Köln statt.","title":"Neonaziaufmarsch in Köln"},{"city":"Nienburg","content":"Am Samstag, dem 19.11.2016 reisten Neonazis ins niedersächsische Nienburg um an einer Demonstration durch die Kreisstadt teilzunehmen. Als Hintergrundstruktur der Veranstaltung trat der sogenannte \"Freundeskreis Thüringen Niedersachsen\" in Erscheinung. Nach Eigenangaben haben Anhänger*innen des Netzwerkes einen Tag zuvor, am Freitag dem 18.11.2016, bereits einen örtlichen Ableger, einen Stützpunkt Nienburg gegründet. Der \"Freundeskreis\" ist nur eine von verschiedenen (zumeist kurzlebigen) Neugründungen der Neonazisszene in den letzten zwei Jahren, welche in der Peripherie von zusammenbrechenden NPD-Strukturen sowie parteifreier Neonazisubkultur entstanden sind. Insbesondere in Niedersachsen sind wesentliche Teile der organisierten Neonaziszene vom immer stärker wirksam werdenen Wegbrechen handlungsfähiger Strukturen betroffen. Die Neugründnungen verfolgen das Ziel Einzelpersonen und verbliebenden Kleinstgruppen der \"Szene\" ein neues Wirkungsfeld zu eröffnen. Der in Nienburg gegründete Stützpunkt rekrutiert sich primär aus den Strukturen der Kleinstgruppe \"Aktionsgruppe Nienburg\", deren handlungsfähiger Kern auf maximal drei bis vier Personen geschätzt wird. Wie bereits in den vergangenen Monaten zeigte die Mobilisierungsfähigkeit der Neonaziszene auch in Nienburg markante Schwächen. Mobilisiert wurde primär über soziale Medien und informelle Gespräche. Eine darüberhinaus gehende Mobilisierung, konnte aufgrund fehlender Infrastruktur nicht bewerkstelligt werden. Unterstützung bei ihrem Anliegen eine Demonstration in Nienburg zu realisieren, fand die \"Aktionsgruppe\" vor allem bei lokalen Neonazis aus dem Raum Hannover. Doch auch diese \"Unterstützungs-Strukture\"n haben in den vergangenen Jahren mit erheblichen personellen Problemen, Umwälzungen und internen Streitigkeiten zu kämpfen. So haben sich etliche führend Neonazikader in den vergangenen Jahren aus den lokalen Zusammenhängen zurückgezogen oder setzen politische Schwerpunkte nunmehr anders. Über die Teilnahme an Demonstrationen und Kundgebungen geht die Handlungsfähigkeit der noch verbliebenen Strukturen kaum hinaus. Angesichts wegbrechender und in Transformation befindlicher Strukturen blieb die Anzahl der angereisten Teilnehmer*innen in Nienburg marginal. Während in der Vergangenheit Teilnehmer*innenzahlen zwischen 100 und 200 Personen eine Konstante bildeten, sind in Norddeutschland inzwischen Demonstrationen welche den dreistelligen Bereich an Teilnehmer*innen erreichen, bereits als groß zu werten. In Nienburg blieb diese Anzahl allerdings bei unter 50 angereisten Personen. Ein Mitglied der, sich selbst als \"Dizipliniert\" bezeichnenden \"Aktionsgruppe Nienburg\" bei der Konversation mit Polizei und Gegendemonstrat*innen...  Jens Wilke, NPD-Kandidat zur Landratswahl für Göttingen und zur Wahl des Kreistages in Göttingen, beim Verlesen der Auflagen. Wilke gilt als eine der treibenden Kräfte hinter den Vernetzungsstrukturen des \"Freundeskreises\".","date":"19 November 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-11-19/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, dem 19.11.2016 reisten Neonazis ins niedersächsische Nienburg um an einer Demonstration durch die Kreisstadt teilzunehmen.","title":"Neonaziaufmarsch in Nienburg"},{"city":"Oldenburg","content":"Unter großen öffentlichen Interesse fand sich am Dienstag, 1.November der Oldenburger Stadtrat zur konstituierenden Sitzung in der Weser-Ems-Halle zusammen. Ulrich Eigenfeld, Landesvorsitzender der niedersächsischen NPD, hatte bei der Kommunalwahl 2016 sein Mandat im Stadtrat verloren (Archivbild). Dafür gewann die Oldenburger AfD zwei Mandate. Känftig sitzen Christoph Brederlow und Lidia Bernhardt für die AfD im Oldenburger Stadtrat. Im Hintergrund die Fraktion aus der Wählergemeinschaft \"Wir für Oldenburg\" (WFO) und der Partei ALFA, vertreten durch den ehemaligen AfD'ler Dr. Hans Hermann Schreier. Die Partei ALFA musste sich nach einem Rechtsstreit in \"Liberal-konservative Reformer\" umbenennen. Vor der Halle protestierten ca. 100 Personen gegen den Einzug von AfD und ALFA in den Stadtrat.  Eine Woche später fand in Edewecht (Landkreis Ammerland) die erste Sitzung des Gemeinderats statt. Hier gewann Wolfgang Stöver aus dem Nachbardorf Osterscheps ein Mandat. Zur ersten Sitzung erschien auch Ulrich Eigenfeld als Landesvorsitzender der NPD Niedersachsen. Beide sind im NPD-Unterbezirk Oldenburg aktiv. Wolfgang Stöver leitete die Sitzung als Altersvorsitzender, bis der neue Ratsvorsitzende gewählt wurde. Auch in Edewecht gab es kurzzeitig Protest gegen die Präsenz der NPD in der Kommunalpolitik.","date":"1 November 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-11-01/","section":"Fotos","summary":"Unter großen öffentlichen Interesse fand sich am Dienstag, 1.November der Oldenburger Stadtrat zur konstituierenden Sitzung in der Weser-Ems-Halle zusammen.","title":"November 2016: Stadtrat Oldenburg und Gemeinderat Edewecht"},{"city":"Dortmund","content":"Am vergangenen Samstag, dem 08.10.2016 fand im nordrhein-westfälischen Dortmund eine Kundgebung der Neonaziszene statt. Unter dem Motto: \"Schicht im Schacht - Gemeinsam gegen den Terror\" wurde die  Veranstaltung zuvor überregional in den sozialen Netzwerken beworben. Als Organisationsstruktur trat dabei der Zusammenschluß \"Gemeinsam Stark Deutschland\" (GSD) in Erscheinung. Der Anmelder der Veranstaltung: Marcel Kuschela, welcher in der Öffentlichkeit bislang vor allem unter dem Pseudonym \"Captain Flubber\" eine gewissen Bekanntheit erlangte.  Tatjana Festerling (hier rechts im Bild) welche in der Vergangenheit vor allem im Kontext mit der PeGIdA (\"Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes\") auftrat, Nach Intervention der Polizeibehörde wurde die als Demonstration angemeldete Veranstaltung in der nordrhein-westfälischen Metropole kurzerhand untersagt. Stattdessen musste sich GSD mit einer stationären Kundgebung in Bahnhofsnähe zufrieden gaben. Entgegen der Ankündigung gegen eine etwaige Verbotsverfügungen alle rechtlichen Register zu ziehen, verzichteten die Organisatoren um Marcel Kuschela auf einen Einspruch gegen den Bescheid des Oberverwaltungsgerichts Münster. Die Veranstaltung begann wie zuvor angekündigt gegen 14:00Uhr. Bereits eine Stunde zuvor versammelten sich die ersten Teilnehmer*Innen in der Nähe des Bahnhofes und auf dem zuvor ausgewiesenen Kundgebungsplatz. Organisatorisch traten zu diesem Zeitpunkt vor allem Bremer GSD Aktivist*innen in Erscheinung. Auch Michael Hampe aus Bremen, einer der Organisatoren des GSD-eigenen Ordnerdienstes war am 08.10.2016 in Dortmund vor Ort. Marcel Kuschela, aka \"Captain Flubber\" (links im Bild) koordinierte derweil die weitere Planung und Durchführung der Kundgebung... Bildmitte: Teilnehmerin der Kundgebung... ... die zum Umfeld der Neonazigruppierung \"Bürger gegen Politikwahnsinn\" (BgP) gehörte. Einzelne Mitglieder der Gruppierung beteiligten sich im Vorfeld, wie auch am vergangenen Samstag, aktiv an der Ausrichtung der Veranstaltung. Anhänger der Hooligangruppe \"Berserker Deutschland\" auf dem Weg zum Veranstaltungsort. \"Berserker Deutschland\" verfügt über mehrere Ortsgruppen in verschiedenen Bundesländern. Die Ortsgruppen werden von Anhänger*innen der Gruppierung als \"Divisionen\" bezeichnet. Im Vordergrund Mitglieder der \"Divisionen\" Wolfsburg und Braunschweig. \"Berserker Deutschland\": links \"Division Celle\", rechts: Mitglied der \"Division Wolfsburg\" Der im Vorfeld als Redner angekündigte Torsten Frank. Dieser gilt als Initiator der rechtsradikalen Kleinstgruppe \"Bekenntnis für Deutschland\", die vor allem in den sozialen Netzwerken aktiv ist.  Auch die NPD-Jugendorganisation \"Junge Nationaldemokraten\" waren zu Beginn der Kundgebung mit einem Mitglied vertreten.  Als eine der maßgeblichen Führungspersonen von \"Berserker Deutschland\" gilt Achim Buonafede (hier links im Bild) von der \"Division Wolfsburg\". Buonafede gilt unter anderem als Sympatisant der faschistischen \"Fuorza Nuova\" (FN) in Italien. Nach Auskunft von Achim Buonafede besitzen die Strukturen von \"Berserker Deutschland\" dabei keine Überschneidung mit der Gruppierung \"Berserker Pforzheim\". Buonafede bezeichnete deren Anführer in der Vergangenheit mehrfach als \"Spinner\" mit dem man \"nichts zu tun\" haben wolle. Es handele sich bei den \"Bersekern Pforzheim\", so Buonafedes weiter, um eine eigenständige Gruppierung, die außer dem gleichen Namen keinen Bezug zu \"Berserker Deutschland\" aufweise.  Neben Mitgliedern aus Niedersachsen waren auch Vertreter*innen anderer Landesgruppen in Dortmund vertreten. Hier posieren u.a. Anhänger*innen mit der Fahne des \"Division Sachsen-Anhalt\". Auch einige Anhänger*innen der \"Division Brandenburg\" fanden den Weg nach Dortmund um an der Kundgebung teilzunehmen Bevor angereiste Teilnehmer*Innen den Kundgebungsplatz betreten konnten, mußten diese durch eine von der Polizei eigens errichteten Kontrollstation. Dort fand eine Leibesvisitation statt. Ein Großteil der Teilnehmer*innen hielt sich bis kurz vor Beginn der Veranstaltung jedoch damit zurück sich dieser Prozedur zu unterziehen. Stattdessen hielten sich Etliche bis kurz vor Veranstaltungsbeginn in unmittelbarer Nähe des nahegelegenen Bahnhofes auf. Nur nach und nach bewegten sich kleinere Gruppen zum eigentlichen Kundgebungsplatz.  Ein Grund für dieses Verhalten dürfte vor allem in der Präsenz von Bahnhofskiosken zu suchen sein... ... auffällig war die hohe Anzahl an alkoholisierten Teilnehmer*innen die sich vom Bahnhof her zum Kundgebungsort bewegten. Nach Angaben angereister Neonazis war der Konsum von \"Alkohl und Kokain\" bereits im Zuge der Anreise beträchtlich gewesen. Ein Umstand der sich auch im Verlauf der Kundgebung, zumindest im Bezug auf den Alkohol nicht wirklich änderte. Immer wieder bewegten sich Kleingruppen vom Kundgebungsplatz weg um am Bahnhof ungestört Alkohol zu konsumieren - dieser war auf der Kundgebung untersagt. Die Polizei hatte zu diesem Zweck einen Container am Eingangsbereich der Polizeischleuse platziert, in welchem sich nach kurzer Zeit leere Getränkedosen stapelten. Auch fand nach Polizeiangaben stellenweise eine Alkoholkontrolle statt. Auch die NPD aus Nordrhein-Westfalen war mit mehreren Mitgliedern in Dortmund zugegen. Rechts im Bild: der derzeitige NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer. Ebenfalls vor Ort waren Mitglieder des sogenannten \"Nationalen Widerstand Niedersachsen Ost\" deren Aktivist*innen vor allem in der Region Salzgitter verortet werden. Auch Mitglieder der im September 2012 vom niedersächsischen Innenminister verbotenen Neonazi-Gruppierung \"Besseres Hannover\" nahmen die Anreise nach Dortmund auf sich.  Der langjährige Neonazifunktionär Markus Privenau aus Bremen. Privenau bewegt sich derzeit im Kontext der neonazistischen Partei \"Die Rechte\" in Bremen und versuchte in den vergangenen Jahren, relativ erfolglos, eine Landesgruppe der antisemitischen Gruppierung \"Europäische Aktion\" in dem kleinen Bundesland aufzubauen.  Ebenfalls mit einem Redebeitrag in Dortmund angekündigt war der als \"SS-Sigi\" bekannte Neonaziaktivist Siegfried Borchert.  Borchert gilt als Gründer des Dortmunder Fußball-Fanclub \"Borussenfront\", welcher fest in der neonazistischen Szene Nordrhein-Westfalens verankert ist. Der Vorsitzende des NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland... Ein Mitglied der Neonazigruppierung \"Bürger gegen Politikwahnsinn\" (BgP) beim Verteilen von Verkaufskatalogen der Rechtsrockband \"Kategorie C\"...   ... währenddessen am Bahnhof ... Ein Teil der im Verlauf der Veranstaltung zusehends alkoholisierten Teilnehmer*innen, dürfte die Reise nach Dortmund auch aufgrund des angekündigten Auftritts dieser Person angetreten haben... (siehe Fotostrecke Teil 2)","date":"8 Oktober 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-10-08-1/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag, dem 08.10.2016 fand im nordrhein-westfälischen Dortmund eine Kundgebung der Neonaziszene statt.","title":"Neonaziaufmarsch in Dortmund Teil 1"},{"city":"Dortmund","content":"Neonazis bei der Anreise... Links im Bild: Sascha Palosy, \"Leader 1\"  der Gruppierung \" Berserker Pforzheim\"  Währenddessen kämpften die Veranstalter*innen um Marcel Kuschela mit technischen Problemen: Die Lautsprecheranlage versagte phasenweise ihren Dienst. Tatjana Festerling während ihres Redebeitrages Auch Edwin Utrecht aus den Niederlanden...  ... und Torsten Frank konnten ihre Redebeiträge halten. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde auch der Auftritt der neonazistischen Musikgruppe \"Oidoxie\" und ihres Sängers Marko Gottschalk (Bildmitte) beworben. Oidoxie wird dem internationalen Netzwerk \"Combat 18\" zugerechnet, welches als bewaffneter Arm von Blood \u0026 Honour fungiert und deren Mitglieder in der Vergangenheit für Terroranschläge verantwortlich zeichneten. Aus Mitgliedern der Band und der Dortmunder Kameradschaftsszene hat sich etwa 2003 die \"Oidoxie Streetfighting Crew\" gegründet. Der terroristischen Vereinigung wird vorgeworfen sich Waffen beschafft und für den Kampf trainiert zu haben. Anschlagspläne sollen diskutiert worden sein, es gab Schießübungen. Gottschalk wurde in Dortmund unter anderm von Andreas Lohei (genannt \"Lolli\") begrüßt. Lohei der in der Vergangenheit zum Netzwerk der internationalen tätigen Neonaziorganisation \"Hammerskins\" zuzurechnen war und als Frontmann der inzwischen aufgelösten Rechtsrockgruppe \"Endlöser\" in Erscheinung trat, gehört heute zu den Führungspersonen der Neonazigruppierung \"Nordic 12\". Ebenfalls in Dortmund zugegen: Robin Schmiemann. Der langjährige Neonazi soll Mitglied jener \"Combat 18\" Terrorzelle gewesen sein, die im Umfeld der Band Oidoxie gegründet wurde. Im Jahr 2007 hatte Schmiemann er einen Supermarkt in Brechten überfallen und dabei einen tunesienstämmigen Kunden angeschossen. Die Dortmunder Combat-18 Gruppe soll sich im Jahr 2006 aufgelöst haben, nur wenige Wochen vor dem NSU-Mord an Mehmet Kubasik in Dortmund. Im Jahr 2013 wurde zudem bekannt das es sich bei Schmiemann um einen Brieffreund von Beate Zschäpe handelte, mit dem sie seit ihrer Inhaftierung kommunizierte.  Die Verbindungen der Veranstaltungen ins terroristische Neonazimilleu manifestiert sich auch an dieser Person: William \"the Beast\" Browning. Der britische Neonazi gilt als Gründer und Anführer der in den 1990er Jahren gegründeten Terrororganisation Combat 18. William James Browning gehörte zu den Mitgliedern der Blood \u0026 Honour Band \"No Remorse\", eine, der bis zu ihrer Auflösung, wohl radikalsten Musikgruppen der White Power Bewegung. Browning gilt darüber hinaus als treibende Kraft hinter ISD Reords, einem der international bedeutensten Vertriebe für Neonazimusik. Der Combat 18 Gründer war bereits am \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ) am 4. Juni in Dortmund zugegen. Auch im Juni reiste Browning nicht alleine. Während des TDDZ in Dortmund bewegte sich Browning in einer größeren Gruppe von Blood \u0026 Honour und Combat-18 Aktivisten aus verschiedenen europäischen Ländern. Am 04. Juni bewegte sich die Personengruppe um Browning vor allem im Block der \"Kameradschaft Northeim\" um den langjährigen Neonazifunktionär Thorsten Heise, mit dem Browning zeitweise im Gespräch vertieft war. Die Anwesenheit des Combat 18 Gründers Browning sowie der angekündigte Auftritt der Combat 18 Musikgruppe Oidoxie dürfte dazu beigetragen haben das nun, ebenso wie bereits beim \"Tag der Deutschen Zukunft\" in Dortmund, abermals mehrere Anhänger*innen der neonazistischen Terrornetzwerkes zugegen waren. Unter diesen befand sich auch der niederländische Combat-18 Aktivist Danny Janssen. Janssen gehörte zu einer größeren Gruppe radikaler niederländischer Neonazis die sich am vergangenen Samstag in Dortmund einfand. Auch Ed Polman, eine der wichtigsten Führungsfiguren der niederländischen Combat 18 Gruppe, war am vergangenen Wochenende in Dortmund zugegen. Die niederländischen Combat 18 Aktivist*innen um Polman versuchten während der Veranstaltung in Dortmund den Combat 18 Gründer William Browning vor Fotograph*innen weitestgehend abzuschirmen... ... was nicht immer gelang. Bei einem weiteren Combat 18 Aktivisten aus den Niederlanden handelte es sich um Barry Kluft (Hier rechts im Bild) Die anwesenden Mitglieder von Combat 18 bildeten phasenweise einen eigenen kleinen Block auf der Veranstaltung. Ein Aktivist des \"Brass Knuckle Brotherhood\". Die Gruppierung wird in den Niederlanden dem Umfeld von Blood \u0026 Honour und Combat 18 zugerechnet.  Patrick Hendriks vom \"Brass Knuckle Brotherhood\" ... zwei weitere niederländische Neonaziaktivisten... ... diese bewegten sich im Umfeld von Aktivist*innen der Neonazigruppierung \"Landstorm Nederland\". Der Name bezieht sich dabei auf eine gleichnamige SS-Freiwilligen Division in den Niederlanden, welche am 10. Februar 1945 als Kampfttruppe gebildet wurde. Patricia Visser und Johnboy Willemse: Aktivist*innen des sogenannten \"Landstorm Nederland\" während der Anreise. Am Rande der Kundgebung entfalteten diese ein Transparent der neonazistischen Organisation. Der Auftritt von Oidoxie verlagerte sich an das Ende der Veranstaltung. Marko Gottschalk wurde dabei lediglich auf der Gitarre begleitet. Bildmitte: Combat 18 Gründer William Browning im Kreis der Seinen Neonazis, die sich in Dortmund im Umfeld von Andreas Lohei (\"Nordic 12\") sowie dem Organisationskern um Marcel Kuschela bewegten, schienen ebenfalls in \"Ordnertätigkeiten\" involviert. Ihre Aufmerksamkeit galt des anwesenden Fotograph*Innen Rechts: Dominik Rösler, seines Zeichens ehemaliger GSD-Pressesprecher Mitglieder der Partei \"Die Rechte\" aus Dortmund während der Anreise. Die Partei \"Die Rechte\" organisieren sich unter anderem ehemalige Mitglieder der 2012 verbotenen Neonazigruppierung \"Nationale Widerstand Dortmund\" (NWDO) welche sich offen zum Nationalsozialismus bekannte. Wilf \"The Beast\" Browning Der Auftritt der Rechtsrockband Oidoxie schien sich jedoch entgegen der Erwartung einiger Teilnehmer*innen zu gestalten. Kurz nach Beginn des Auftrittes zogen etliche Teilnehmer*innen zurück zum Bahnhofsgebäude. In der Folge ereigneten sich vereinzelte Übergriffen auf Gegendemonstrant*Innen und Pressevertreter*Innen. Auch der Alkoholkonsum der angereisten Neonazis stieg beständig... Das Organisationsteam welches kurz darauf das Ende der Kundgebung verkündete, schien von dieser Entwicklung sichtlich entrüstet. Betrunkene Neonazis auf dem Bahnhofsvorplatz... Die Reisegruppe um Andreas Lohei (zweiter von links), welcher beim Auftritt von Oidoxie die Gitarre stellte, während der Abreise. Marko Gottschalk und Anhang beim Verlassen des Kundgebungsplatzes... ... na dann...","date":"8 Oktober 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-10-08-2/","section":"Fotos","summary":"Neonazis bei der Anreise...","title":"Neonaziaufmarsch in Dortmund Teil 2"},{"city":"","content":"Mitglieder des rechtsterroristischen Netzwerkes von Combat 18 (C18) und des in Deutschland verbotenen Blood \u0026 Honour-Netzwerkes trafen sich in den vergangenen Monaten wiederholt auf Veranstaltungen der deutschen Neonaziszene. Unter diesen befand sich auch der Gründer und Anführer von C18, der Brite William \"the Beast\" Browning. Auch Vertreter*innen von \"Blood \u0026 Honour Danemark\", \"Combat 18 Netherland\" und \"Combat 18 Deutschland\" waren bei diesen Zusammenkünften zugegen.  Combat 18 versteht sich als bewaffneter Arm des internationalen Neonazi-Netzwerkes von Blood \u0026 Honour. Dieser, in Großbritannien gegründete Zusammenschluß, koordiniert neonazistische Musikgruppen, organisiert Konzerte und trägt zur Finanzierung militanter Neonazigruppen bei. Die nationalsozialistische Weltanschauung soll so effektiv und nachhaltig verbreitet werden. In Deutschland ist Blood \u0026 Honour seit September 2000 verboten. Ehemalige Mitglieder versuchten daraufhin die Organisation in der Bundesrepublik im verborgenen weiterzuführen oder neue Strukturen zu etablieren, welche weiterhin auf das verbotene Netzwerk zurückgriffen. Auch wenn das Netzwerk in Deutschland verboten ist: Erkennungszeichen von \"Blood Honour Deutschland\" und szenetypische Anspielungen wie bestimmte Zahlencodes (z.B. die Zahl 28 für den zweiten und achten Buchstaben im Alphabet) finden sich weiterhin auf Konzertveranstaltungen der internationalen Neonaziszene. Die Strukturen von Combat 18 waren hingegen von dem Blood \u0026 Honour Verbot in Deutschland nicht betroffen und zeigten sich wenig beeindruckt. Gegründet wurde Combat 18, dessen Name für \"Kampfeinheit Adolf Hitler\" steht (Die Zahl 18 steht für den ersten und achten Buchstaben im Alphabet), ähnlich wie Blood \u0026 Honour in den 1990er Jahren in Großbritannien. Als wichtigstes Gründnungsmitglied von C18 gilt dabei William Browning. Szeneintern hört der militante Neonazi auf den Namen William \"the Beast\" Browning. Browning gilt als nach Angaben britischer Medien als politischer Überzeugungstäter. Unter seiner Leitung schlossen sich Neonazis innerhalb von Combat 18 zusammen um den bewaffneten Kampf nicht nur zu propagieren, sondern diesen in die Tat umzusetzen. Browning (hier am vergangenen Samstag, den 08.10.2016 in Dortmund) und Combat 18 vertreten dabei ein Konzept des \"Leaderless resistance\". Dieses Konzept des \"führerlosen Widerstandes\" führte dazu das sich Combat 18 Anhänger*innen in kleinen Terrorzellen organisieren und selbstständig operieren können. Mitgliedslisten existieren nicht. Gewalt- und Terroraktionen dienen nach Ansicht von Combat 18 der Bekämpfung und Einschüchterung politischer Gegner*innen und sollen zu einer Destabilisierung der politischen Ordnung in den jeweils betroffenen Ländern beitragen. Dieses radikale Auftreten der Gruppierung sowie die offene und rücksichtslose Propagierung von Gewalt und Terror führte nach der Gründung der Organisation schnell zu einer großen Akzeptanz und Bewunderung innerhalb neonazistischer Netzwerke. (Das hier verwendete Symbol, welches nach § 86 StGB verboten ist, wird zu dokumentarischen und aufklärerischen Zwecken benutzt. Es dient nicht der Verharmlosung oder der Propaganda, sondern wird im Sinne des § 86a StGB Abs. 3 verwendet  Das Combat 18 den Worten auch Taten folgen lassen wollte, zeigte sich unter anderem im Kosovokrieg (1998 bis 1999) an welchem sich, wie bereits im Bosnienkrieg (1992 bis 1995) europäische Neonazis als Freiwillige aktiv beteiligten. Auch William Browning versuchte sich im Jahr 1999, gemeinsam mit weiteren Combat 18 Anhängern, bewaffneten Verbänden im Kosovo anzuschließen um dort an der Waffe und anderem Kriegsgerät ausgebildet zu werden. Die Ausbildung an militärischem Kriegsgerät dient Combat 18 dabei als Vorbereitung. Erlerntes soll nach den Vorstellungen von Combat 18 die Handlungsmuster nach der Rückkehr aus den Kriegsgebieten ergänzen, die mörderischer Effizienz terroristischer Aktivitäten vergrößert werden. Immer wieder wurden in der Vergangenheit bei Combat 18 Anhänger*innen in ganz Europa große Mengen an Waffen gefunden mit denen die C18-Anhängerschaft sich auf einen kommenden, von Ihnen herbeigeführten \"Rassenkrieg\" vorbereiten will. (Das hier verwendete Symbol, welches nach § 86 StGB verboten ist, wird zu dokumentarischen und aufklärerischen Zwecken benutzt. Es dient nicht der Verharmlosung oder der Propaganda, sondern wird im Sinne des § 86a StGB Abs. 3 verwendet Combat 18 wird inzwischen für eine ganze Reihe von gewalttätigen Anschlägen, Morden sowie Mordversuchen verantwortlich gemacht. Auch Briefbomben und Bombenanschläge gehen auf das Konto von Combat 18. Unter dem Namen Redwatch veröffentlicht Combat 18 Todeslisten von politischen Gegnern und Gegnerinnen. Im April 1999 erschütterte eine Serie von Bombenanschlägen die britische Hauptstadt London. Durch die Explosion einer Bombe am 30. April 1999 in Soho starben Andrea Dykes, 27, die im vierten Monat mit ihrem ersten Kind schwanger war, ihre Freunde Nick Moore, 31, und John Light, 32, der Pate des Kindes, die sie an dem Abend eingeladen hatten. Andrea Dykes Ehemann Julian wurde schwer verletzt. Insgesamt wurden bei der Explosion 79 Personen verletzt, viele davon schwer. Vier der Überlebenden mussten Gliedmaßen amputiert werden. Auch bei den anderen Sprengstoffanschlägen wurden dutzende Personen verletzt. Einem 23 Monate alten Jungen wurde ein Nagel durch die Stirn ins Gehirn getrieben. Zu den Anschlägen bekannte sich Combat 18. Als Täter wurde wenig später der britische Neonazi David Copeland verhaftet. Im Pamphlet der skandinavischen Blood \u0026 Honour Sektion \"The Way Forward\" welches die Richtlinien für Combat 18 enthält heißt es sinngemäß: \"Combat 18 muss als bewaffneter Arm der Blood \u0026 Honour Bewegung handeln. \"Bewaffnet\" zu sein bedeutet für uns nicht jede Menge Waffen und Granaten zu besitzen ... oder über diese Waffen zu reden, sondern diese abzufeuern. Combat 18 versteht sich dabei als Vorbild für andere Gruppierungen und Einzelpersonen. Gewaltaufrufe sowie der zynische Umgang mit Gewaltandrohungen sind für die Neonaziszene seit jeher ein willkommenes Unterfangen, so das Combat 18 in seiner Außenwirkung immer wieder auf fruchtbaren Boden fällt. 1996 wurden Briefbombenanschläge gegen britische Prominente verübt, an denen britische, dänische und schwedische Neonazis beteiligt waren. In Deutschland geriet Combat 18 in den Blickwinkel der Öffentlichkeit nachdem es im Januar 2004 zu einer Razzia gegen eine eine Combat 18 Zelle in Pinneberg (Schleswig-Holstein) gekommen war. Waffenfunde, Propagandamaterialien und Pläne zur Gewaltanwendung wurden dabei sichergestellt. Am Freitag, dem 27. November 2009, kamen bei einem Anschlag auf einen Schnellzug (Newski-Express) bei Bologoje/Russland mindestens 39 Menschen ums Leben. Mindestens 100 weitere wurden verletzt. Zu der Tat bekannte sich in einem russischen Blog Combat 18.  Obwohl Combat 18 offen als Teilorganisation von Blood \u0026 Honour agiert, blieb das militante Netzwerk in der Bundesrepublik vom Verbot von Blood \u0026 Honour unbeeindruckt. Deutsche Neonazis, welche dem Netzwerk zugerechnet werden, verwenden bis heute nahezu selbstverständlich das Logo und Erklennungszeichen der terroristischen Organisation und propagieren damit, unter den Augen der Sicherheitsbehörden die dort innewohnende Zielsetzung. In den vergangenen Monaten kam es zu mindestens zwei größeren Zusammenkünften des international agierenden Netzwerkes in der Bundesrepublik. Auch deren Anführer, William \"the Beast\" Browning (hier im Bild) reiste zu diesem Zweck in die Bundesrepublik. So versammelten sich am 04.06.2016, im Rahmen des sogenannten \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ), einer neonazistischen Kapagnendemonstration, eine größere Gruppe von Blood \u0026 Honour und Combat 18 Anhängern in Dortmund. Die Personengruppe mit Neonazis aus mehreren europäischen Ländern formierte sich um den ebenfalls anwesenden C18-Anführer William Browning (Bildmitte). Rechts von Browning befindet sich der dänische Blood \u0026 Honour Aktivist Lars Beergest, links: Robin Schmiemann Zu einer weiteren öffentlichen Zusammenkunft des internationalen Terrornetzwerkes von Combat 18 kam es am 08.10.2016, ebenfalls in Dortmund. Wieder mit dabei: Robin Schmiemann. Der langjährige Neonazi soll Mitglied jener Combat 18-Terrorzelle gewesen sein, die im Umfeld der Rechtsrockband \"Oidoxie\" gegründet wurde. Im Jahr 2007 hatte Schmiemann einen Supermarkt in Brechten überfallen und dabei einen tunesienstämmigen Kunden angeschossen. Die Dortmunder Combat-18 Gruppe soll sich im Jahr 2006 aufgelöst haben, nur wenige Wochen vor dem NSU-Mord an Mehmet Kubasik in Dortmund. Robin Schmiemann pflegte darüber hinaus, zumindest während seine Inhaftierung, eine direkte Verbindung zum \"Nationalsozialistischen Untergrund\" (NSU). In seiner Zelle fanden sich Briefe von Beate Zschäpe, mit der er einen regen Briefkontakt seit ihrem Haftantritt unterhielt. Auch die NSU-Terroristen Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt politisierten sich unter anderem im Umfeld von Blood \u0026 Honour und Combat 18. Am 04.06.2016 in Dortmund anwesend: Lars Bergeest, (Bildmitte, neben William Browning) Rechts befindet sich der Neonaziaktivist Marco Eckert, welcher der Nazirockgruppen \"Words of Anger\", \"Sturmwehr\", \"Oidoxie\" und \"Rassenhass\" zuzurechnen ist...  Der ursprünglich aus Cismar im Kreis Ostholstein stammende Bergeest, wohnte zwischenzeitlich in Dänemark in einer Wohngemeinschaft mit Flemming Muff Christiansen, Führungsfigur von B\u0026H in Dänemark und Betreiber des Labels “Celtic Moon”. Auch Bergeest trat als Aktivist von Blood \u0026 Honour Dänemark in Erscheinung und ist so mit dem theoretischem Überbau vom \"führerlosen Widerstand\" von Combat 18 bestens vertraut.  Gegen fünf dänische Neonazis von B\u0026H und C18 wurde im Jahr 1997 Untersuchungshaft angeordnet worden, weil sie für einen internationalen Terroristenring Briefbomben produziert und verschickt haben. Bei diesem Terroristenring handelte es sich um Combat 18. Bei der Verhaftung wurde ein Polizeibeamter am Bein verletzt, als der 26jährige Neonazi Thomas Derry einen Schuß abfeuerte. Die Polizei fand bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen in Kopenhagen zwölf weitere Zünder sowie kleine Mengen Sprengstoff für Briefbomben. Blood \u0026 Honour Dänemark gehörte in der Vergangenheit zu den Organisatoren sogenannter \"Rudolf Heß Märsche\" (Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2007 im dänischen Kolding, bei welcher auch Lars Bergeest federführend mitwirkte und die Teilnehmer*innen dirigierte). Bei diesen Zusammenkünften kamen regelmäßig Neonazis aus Deutschland, und mehreren skandinavischen Ländern zusammen mit denen Blood \u0026 Honour Dänemark eng zusammenarbeitet. ... Cover der \"No Remorse\" Veröffentlichung \"Barbecue in Rostock\" mit welcher die Szene auf brutale Art auf die rassistischen Pogrome in Rostock-Lichtenhagen anspielte, bei welchem unter dem Gegröhle von bis zu 3000 Zuschauer*innen ein Wohnheim mit Molotowcocktails in Brand gesteckt wurde. Combat 18 Anführer Will Browning am 08.10.2016 in Dortmund. Der letzte bekannt gewordene Auftritt von Browning in der Bundesrepublik liegt über 15 Jahre zurück. Zum damaligen Zeitpunkt, im Jahr 1999 absolvierte Browning mit seiner damligen Band, der \"White Power\"-Nazirockband \"No Remorse\" in Brandenburg ein Konzert. \"No Remorse\", als wichtiges Propagandainstrument von Blood \u0026 Honour galt bis zu ihrer Auflösung als eine der radikalsten Musikgruppen der neonazistischen Szene...  Wie bereits am 04.06.2016 erschien Browning in Dortmund auch diesmal nicht allein. Über ein dutzend Aktivist*innen aus dem Zusammenhang des internationalen Terrornetzwerkes kamen bei beiden Veranstaltungen zusammen. Unter diesen befand sich auch Ed Polman, Führungskader von Combat 18 aus den Niederlanden. Combat 18 wurde in den Niederlanden von Polman gegründet. Polman und die niederländische Zelle von Combat 18 verfügen seit jeher über beste Kontakte nach Nordrhein-Westfalen. Zu diesen Umfeld zählte auch der Dortmunder Polizistenmörder Michael Berger, der im Jahr 2000 drei Beamte in Dortmund und Waltrop erschoss, bevor er sich selbst richtete. Während der Zusammenkunft von Combat 18 Aktivist*innen auf der Neonazidemonstration in Dortmund am 04.06.2016 war auch der langjährige Neonaziaktivist und NPD-Politiker Thorsten Heise aus dem thüringischen Fretterode anwesend (hier im Gespräch mit William Browning). Auch Heise besitzt Kontakte zu Blood and Honour und somit dem Terrornetzwerk Combat 18. In dem mit Heise in Verbindung stehenden Musiklabel „WB Records“ bzw. „WB Versand“ („Witwe Bolte“-Versand) wurden unter anderem Bands vertrieben, die dem in Deutschland verbotenen Blood and Honour-Netzwerk angehören oder diesem nahestehen. Auch zum NSU existieren Verbindungslinien: bei der Hochzeit von Heise im Jahr 1999 befanden sich unter den angereisten Neonazis auch Neonazis aus dem Umfeld des \"Nationalsozialistischem Untergrund\" (NSU). Im Oktober 2007 durchsuchten etwa 100 Polizisten vom Bundeskriminalamt die Räume von Heise und zwei weiteren Mitgliedern der NPD wegen Herstellung und Verbreitung rechtsextremer Musik. Die Ermittler fanden neben Tonträgern mit verbotenen rechtsradikalen Inhalten auch eine Maschinenpistole vom Typ Uzi Kaliber 9 Millimeter, ein historisches Maschinengewehr 34 Kaliber 7,92 Millimeter und eine Pistole vom Typ FN 10/22 Kaliber 7,65 (mit 38 Patronen hinter einem Spiegel im Schlafzimmer versteckt). Bei einem weiteren Neonazis welcher dem Netzwerk von Combat 18 zugerechnet werden kann und ebenfalls bei diesen Zusammenkünften in Dortmund anwesend war, handelt es sich um den langjährigen Neonaziaktivisten und Sänger der Nazirockband \"Oidoxie\" Marko Gottschalk...  Gottschalk (hier am 08.10.2016 gemeinsam mit Andreas Lohei, ehemaliger Sänger der Nazirockband \"Endlöser\" und nun Führungskader der neonazistischen Kameradschaftsgruppe \"Nordic 12\") verzog kurze Zeit nach Bekanntwerden des NSU-Terrornetzwerkes, das sich nach Eigenangaben immer auch als \"Netzwerk von Kameraden\" verstand, nach Schweden. Offiziel wurden familiäre Gründe für den Umzug genannt. Auch sollen die NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt, wie eine Zeugenaussage nahelegt, bei Konzert von Oidoxie anwesend gewesen sein. Das sie sich zum Netzwerk der Terrororganisation Combat 18 zählen, daraus machen die neonazistischen Musiker von Oidoxie kein Geheimnis: Oidoxie bekennt sich in Liedtexten und CD-Booklets vielmehr offensiv als Repräsentanten von Combat 18 (C18). So heisst es in ihrem Stück \"Terrormachine\" \"White War, Combat 18 ... Hail to Combat 18, Hail to the Terrormachine\". Im Juli 2011 schrieb dann ein führender Neonazi aus einem anderen militanten Netzwerk, der \"Hammerskin Nation\", in einer E-Mail von \"deutschen Combat-18-Leuten\", wie die Beobachtungsstelle NSU-Watch berichtet. Gemeint waren ausdrücklich Gottschalk und das Umfeld der Band \"Oidoxie\".  Bei einem weiteren Bandprojekt von Gottschalk soll es sich um die Combat 18-nahe Musikgruppe \"Weisse Wölfe\" gehandelt haben. Die Bezeichnung \"Weisse Wölfe\" soll dabei dem Combat 18-Gründnungsmanifest \"The Way Forward\" entlehnt sein... Deren Album \"Weisse Wut\" ist gepickt mit Gewaltaufrufen. Zum Netzwerk von \"Oidoxie\" in Deutschland gehörte auch die sogenannte \"Oidoxie Streetfighting Crew\", die sich aus Mitgliedern der Band und der Dortmunder Kameradschaftsszene um das 2003 gebildet hat. Neonazis mit Verbindungen zu Streetfighting Crew wird vorgeworfen sich Waffen beschafft und für den Kampf trainiert zu haben. Anschlagspläne sollen diskutiert worden sein, es gab Schießübungen. Beobachter*innen zogen daraufhin Verbindungen zum C-18 Netzwerk, das den bewaffneten Kampf propagierte. Inwieweit die Streetfighting-Crew noch heute aktiv ist, ist ungewiss. Eine Auflösungserklärung gibt es nicht. Als der NSU den Dortmunder Kioskbetreiber Mehmet Kubaşık 2006 ermordete, habe sich nach Aussagen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes eine Combat 18-Zelle aus Dortmund bereits aufgelöst. Die genauen Zusammenhänge, insbesondere Verbindungen der genannten \"Combat 18 Zelle\" und der \"Oidoxie Streetfighting Crew\" bleiben somit weiterhin unklar.  Die Combat 18 Zelle war zumindest gut in der europäischen Blood \u0026 Honour-Szene vernetzt. So pflegten sie unter anderem gute Kontakte zu der neonazistischen Gruppe \"Bloed, Bodem, Eer \u0026 Trouw\" (BBET, \"Blut – Boden – Ehre – Treue\") aus Belgien. Hier bezogen sie wohl auch einige Waffen und organisierten gemeinsame paramilitärische Schießübungen. Geleitet wurde \"Bloed, Bodem, Eer \u0026 Trouw\" vom belgischen Combat-18 Aktivisten und Berufssoldaten Tomas Boutens. Im Jahr 2004 geriet die Vereinigung in den Fokus des belgischen Geheimdienstes, der zwei Spitzel in die Gruppe einschleuste. Zwei Jahre später, am 7. September 2006 durchsuchten rund 150 Polizist_innen 18 Wohnungen und fünf Kasernengebäude. Die Aktion erregte große öffentliche Aufmerksamkeit, unter anderem weil von den 17 in Arrest genommenen Personen, 11 Soldaten waren.  Die BBET folgte einer Strategie der Spannung: Die Gruppe nahm an, dass die von ihnen geplante Hinrichtungen eines bekannten Menschenrechtsaktivisten zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Migrant*innen und den restlichen Bewohner*innen Belgiens führen würden. Die BBET sah sich selbst in der Rolle, die Situation zu befrieden und die Macht in Belgien zu ergreifen. Am 7. Februar 2014 wurden die Hauptangeklagten um Tomas Boutens verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Gruppe Belgien destabilisieren und ein nationalsozialistisches Regime errichten wollte. Die von Tomas Boutens geleitete Terrorzelle wurde durch einen belgischen Aktivisten von Blood \u0026 Honour, Joeri van der Plas gegründet. (Hier rechts im Bild, links daneben der niederländische Neonazifunktionär und Combat 18 Aktivist Eite Homan, während einer Demonstration deutscher, niederländischer und belgischer Neonazis 2009 in Venlo. Dieses enge Netzwerk niederländischer, belgischer und deutscher Neonazis blieb allerdings nicht auf sich beschränkt. Angehörige der einzelnen Zellen reisten in der Vergangenheit immer wieder zu einschlägigen Veranstaltungen ins europäische Umland oder die USA. Dieses Bild entstand beispielsweise im Jahr 2007 während des sogenannten \"Day of Honour\" (\"Tag der Ehre\") in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Der jährlich stattfindende \"Day of Honour\" ist eine der wichtigsten Aufmärsche der europäischen Blood \u0026 Honour Bewegung und sowie auch von Combat 18 Aktivist*innen. Auch Mitglieder des neonazistischen Netzwerkes der \"Hammerskins\" finden sich an diesem Tag in der ungarischen Hauptstadt zusammen.  Auch das britische Netzwerk von Blood \u0026 Honour zog es in der Vergangenheit nach Budapest. Zum Beispiel Stephen Swinfen, genannt \"Swiny\" (Bild), bei dem es sich um eines der führenden Mitglieder von Blood and Honour in Großbritannien handelt. Im Jahr 2000 wurde er als Organisator für das Netzwerk im englischen County Northamptonshire genannt. Bei einem von der britischen Blood and Honour-Sektion veranstaltetem Ian Stuart-Gedüchtniskonzert im September 2002 soll rund ein Dutzend US-amerikanischer und ungarischer Neonazis in Swinfens Haus in Northamptonshire übernachtet haben. Die Veranstaltung dient der neonazistischen Umdeutung und des Gedenkens an die ungarischen Verbündeten der Waffen-SS während der \"Schlacht um Budapest\" im 2. Weltkrieg. Einen Höhepunkt erlebte der „Day of Honour“ im Jahr 2007. Damals marschierten etwa 1000 europäische Neonazis, darunter auch der damalige NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt durch die Straßen von Budapest. Als treibende Kraft hinter dem \"Day of Honour\" gilt der ungarische Blood \u0026 Honour-Führungskader Illes Zsolt, genannt \"Elek\".  Bei einem deutschen Blood \u0026 Honour Aktivisten der 2007 mit einem Redebeitrag während des \"Day of Honour\" in Erscheinung trat handelte es sich um den Neonazi Matthias Fischer. Der inzwischen nach Brandenburg verzogenen Fischer, gehörte zu den Anführern der 2004 verbotenen \"Fränkischen Aktionsfront\" (FAF). Die FAF gehörte wiederum, gemeinsam mit der neonazistischen \"Kameradschaft Süd\" zu den Gründungsorganisationen der sogenannten \"AG Bayern\", welche als Vernetzungsplattform der bayrischen Neonaziszene fungieren sollte...  Auch Aktivisten der \"Kameradschaft Süd\" beteiligten sich in der Vergangenheit an der \"Blood \u0026 Honour\"-Veranstaltung \"Day of Honour\". Gegründet wurde die \"Kameradschaft Süd – Aktionsbüro Süddeutschland\" (AS) im Dezember 2001 durch den Neonazi Norman Bordin (Bildmitte: Norman Bordin während des \"Day of Honour\", 2007). Nachdem Bordin eine 15-monatige Haftstrafe annehmen musste, wurde die Gruppe vom Neonazi Martin Wiese übernommen. Mehrere Mitglieder dieser Vereinigung wurden wegen eines geplanten Sprengstoffattentats bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum München im September 2003 festgenommen. Weitere Anschläge waren auf Moscheen, eine griechische Schule in München und Asylbewerberheime geplant. Insgesamt wurden 14 Kilogramm Sprengstoff sichergestellt, darunter 1,7 Kilogramm TNT.  Aber auch in der Bundesrepublik kam es immer wieder zu Zusammenkünften von terroristisch agierenden Blood \u0026 Honour Aktivist*innen. So unter anderem beim sogenannten \"Fest der Völker\", einem Neonazifestival in Jena. Im Jahr 2007 trafen sich dort Aktivisten von Blood \u0026 Honour und Combat 18 aus verschiedenen europäischen Ländern. Unter diesen befand sich auch Illes Zsolt, Anführer von Blood \u0026 Honour Ungarn. Rechts von Zsolt findet sich ein Aktivist aus dem Umfeld der belgischen Terrororganisation \"Bloed, Bodem, Eer \u0026 Trouw\" (BBET) Ein weiter Neonazi, der sich derzeit als Unterstützer des \"Nationalsozialistischen Untergrunds\" (NSU) vor dem Oberlandesgericht München wegen Beihilfe zum Mord verantworten muss, war damals in Jena zugegen. Rald Wohlleben (Bild: auf der Bühne) steht im Verdacht Rechtsrock-Konzerte für die Terrororganisation NSU organisiert zu haben. Mit den erzielten Einnahmen sollte eine Flucht nach Südafrika finanziert werden. Wohlleben wird außerdem vorgeworfen, Beihilfe zu sechs Morden geleistet zu haben, indem er \"dem NSU 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition\" verschaffte, die ein Kurier \"in seinem Auftrag zu den NSU-Mitgliedern brachte\". \"Aufgrund seiner anhaltenden Verbindung zu der unter falscher Identität lebenden Gruppe\" soll er von den terroristischen Straftaten gewusst haben, so die Bundesanwaltschaft. ... Die bisherige Agenda von Browning und Combat 18 zielte bislang darauf ab den strategischen Ausbau der Organisation zu forcieren, politische Gegner*innen und Feindbilder sowie die Konkurrenz im eigenen politischen Lager vehement zu bekämpfen: auch mit terroristischen Mitteln, ohne dabei das langfristige Ziel aus den Augen zu verlieren: die gewalttätige Bekämpfung des politisch-demokratischen Systems. Die Anwesenheit von William Browning und führenden Vertreter*innen der international verzahnten Terrororganisation von Combat 18 auf zwei Neonazidemonstrationen im Jahr 2016 in Dortmund wirft indes Fragen auf: Was waren die Gründe für die Anwesenheit hochrangiger Kader und Führungspersonen bei den beiden zurückliegenden Aufmärschen? Ein zufälliges Zusammenkommen dürfte ausgeschlossen sein. Britische, dänische, niederländische und deutsche Combat 18-Aktivist*innen dürften die Zusammenkunft für strategische Absprachen genutzt haben. Bei einem der Fundamente der Terrororganisation handelt es sich um den internationalen Markt mit neonazistischer Musik. Die Finanzierung terroristischer Netzwerke leistet die szeneintern auch als \"Moneymachine\" bezeichnete Organisation von Blood \u0026 Honour und Combat 18 primär über den Vertrieb von einschlägiger Musik, die Kontrolle über Labels und Versände sowie durch das organisieren von Konzertveranstaltungen: ein lukratives Geschäft. Nach dem Wegbrechen und Rückzug etlicher neonazistischer Konzertveranstalter*innen, in den vergangenen Jahren ist der deutsche Markt, welcher als einer der lukrativsten der internationalen Neonaziszene gilt, ein durchaus lohnendes Ziel für die Bestrebungen von Blood \u0026 Honour und Combat 18. Etliche Versände greifen bereits jetzt in ihrem Angebot auf ensprechenden Musikgruppen aus diesem Netzwerk zusammen. Combat 18 Sektionen aus dem europäischen Umland wie beispielsweise \"Blood \u0026 Honour Danemark\" und \"Combat 18 Netherland\" werden einer solche Strategie kaum widersprechen und die Dominanzbestrebungen von Combat 18 auf dem deutschen Markt ihrerseits nach Kräften unterstätzen. Wofür die finanziellen Mittel eingesetzt werden sollen, daraus macht Combat 18, wie zahlreiche Videobotschaften belegen, kein Geheimnis. Generierte Gelder dienen der Finanzierung terroristischer und gewalttätiger Bestrebungen. (Bild: Neonazidemonstration Dortmund 2007, im selber Jahr überfiel der Combat 18 Aktivist Robin Schmiemann in Dortmund einen Supermarkt bei dem dieser einen Menschen niederschoss.) Das sich die Strukturen dabei von staatlichen Repressionen abschrecken lassen scheint zweifelhaft. Die Szene gibt sich selbstbewußt. Auch nach dem Verbot der \"Blood \u0026 Honour Division Deutschland\" versuchten Neonazis die Strukturen des Netzwerkes in Deutschland aufrecht zu erhalten und staatliche Verbote zu unterlaufen. Rechtsrockbands aus der Bundesrepublik sind bis heute ein fester Bestandteil des internationalen B\u0026H Netzwerkes und treten dort regelmäßig bei Konzertveranstaltungen in Erscheinung.  Angesichts der bisherigen Handlungsmuster von Combat 18 wirft die wiederholte Zusammenkunft in Dortmund den Blickwinckel auch auf mögliche rechtsterroristische Folgeerscheinungen. Verbindungslinien zum NSU und anderen terroristischen Akteuren der Neonaziszene sprechen eine deutliche Sprache. Die Zusammenkunft von C-18 Funktionären im Rahmen der Demonstrationen in Dortmund dürfte der militanten Neonaziszene weiter Auftrieb geben. Die Anwesenheit internationaler Vertreter*innen zeigt auch die Bedeutung der Bundesrepublik Deutschland im Bezug auf die strategischen Überlegungen von Combat 18.  Das die internationalen Vernetzungen von Combat 18 sich derzeit in enormer Bewegung befinden, zeigt auch deren Verbindung in die Ukraine und der sogenannten \"Todesschwadron - Töten für Wotan\". Diese Gruppierung wird der sogenannten \"Misantropic Division\" zugerechnet, welche innerhalb des \"Bataillons Asow\" in der Ukraine als kämpfende Einheit eingebunden ist. Die \"Misanthropic Division\", welche durch Combat 18 und Blood \u0026 Honour Unterstützung findet und änlich wie Combat 18 eine faschistisch-rassistische Umwälzung der politischen Ordnung in Europa anstrebt, wirbt innerhalb der internationalen Neonaziszene für eine Teilnahme am Krieg in der Ukraine. Freiwilligen-Verbände können hier Erfahrung für kommende Auseinandersetzungen sammeln. Nach Eigenangaben der \"Misantropic Division\" sind bisher über hundert Neonazis, aus mehreren europäischen Ländern diesem Aufruf gefolgt... Etliche dürften in den nächsten Jahren, ganz im Sinne von Combat 18, in ihre Ursprungsländer zurückkehren und das dort Erlernte umsetzen... ","date":"8 Oktober 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/combat18/","section":"Fotos","summary":"Mitglieder des rechtsterroristischen Netzwerkes von Combat 18 (C18) und des in Deutschland verbotenen Blood \u0026 Honour-Netzwerkes trafen sich in den vergangenen Monaten wiederholt auf Veranstaltungen …","title":"Zusammenkunft von Terrororganisation Combat 18 in Deutschland"},{"city":"Hannover","content":"Am Samstag, 10.9.2016, veranstaltete die AfD Niedersachsen in Hannover ihre Abschlussveranstaltung zum  Kommunalwahlkampf. Auf dem Trammplatz nahe dem Neuen Rathaus waren zu diesem Zweck Tische und Stühle sowie eine Bühne aufgebaut worden.\n An der Organisation der Veranstaltung beteiligte sich unter anderem AnhängerInnen der AfD-Jugendorganisation \"Junge Alternative Niedersachsen\". Als Hauptrednerin trat Frauke Petry, die Bundesvorsitzende der AfD, auf. Auch Paul Armin Hampel, der Landesvorsitzender der AfD Niedersachsen, griff zum Mikrofon. Unter den Teilnehmer*innen der Veranstaltung befanden sich größere Gruppen von Gegendemonstrant*innen, sodass die Zahl der AfD-Anhänger*innen wohl eher bei 230 bis 250 gelegen haben dürfte. Den Gegendemonstrant*innen gelang über die gesamte Veranstaltungszeit hinweg die Redebeiträge erheblich zu stören. Die Ordner, links der Vorsitzende der \"Jungen Alternative Niedersachsen\", Sören Hauptstein, schienen mit dieser Situation sichtlich überfordert zu sein...  während einige AfD-Anhänger*innen nicht lange überlegten... ... sondern aktiv ins Geschehen eingriffen. Das fährte teilweise dazu, ...  ... dass die Polizei AfD-Anhänger*innen in ihre Schranken verweisen musste. Unter  die Teilnehmer*innen hatten sich auch Mitglieder...  der verbotenen Gruppierung \"Besseres Hannover\" gemischt. Auch Neonazis aus dem Umfeld der Neonazigruppierung \"Widerstand Celle\" frequentierten die AfD-Veranstaltung, ...  ...ebenso wie Mitglieder der NPD Hannover. Ebenfalls anwesend waren Teilnehmer neonazistischer Veranstaltungen, wie der \"Demo gegen linke Gewalt\", ... ... der \"Hagida\" und der \"Pegida Hannover\"...","date":"10 September 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-09-10-hannover/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, 10.9.2016, veranstaltete die AfD Niedersachsen in Hannover ihre Abschlussveranstaltung zum Kommunalwahlkampf.","title":"Abschlusskundgebung der AfD-Niedersachsen"},{"city":"Stade","content":"Am Samstag, den 10.09.2016 fand im niedersächsischen Stade ein Aufmarsch der norddeutschen Neonaziszene statt. Zu diesem wurden rund 200 AnhängerInnen neonazistischer Parteien sowie der parteiunabhängigen Neonaziszene erwartet. Die Anreise der TeilnehmerInnen verzögerte sich jedoch, nachdem es zu einem Aufall der S-Bahnen in Folge eines Kabelbrandes gekommen war. Ursprünglich sollte die Demonstration um 14:00 Uhr beginnen. Mangels anwesender TeilnehmerInnen konnten die angereisten Neonazis jedoch erst ab 16:00 Uhr ihre Demonstration beginnen. Als Versammlungsleiter trat der Neonazifunktionär Sven Reichert in Erscheinung (Bildmitte). Der NPD-Kandidat für die Kommunalwahl 2016 hatte zuvor in den sozialen Medien die Werbetrommel für die Veranstaltung gerührt. Als Anmelder fungierte Andreas Haack (Bildmitte). Haack bekleidet derzeitig das Amt des stellv. Organisationsleiters der NPD-Niedersachsen und tritt ebenso wie Reichert bei der niederächsischen Kommunalwahl als Kandidat der NPD an. Obwohl beide ihre politische Heimat in der NPD-Niedersachsen haben, war die Veranstaltung als parteiunabhängige Veranstaltung deklariert worden. Den Hintergrund dazu bildete der Versuch, das zuletzt zusammenbrechende Bündnis parteifreier Neonazis, sogenannte \"Freie Nationalisten\" und der NPD in Norddeutschland zu reaktivieren.  Ebenfalls vor Ort: der langjährige Neonaziaktivist Thomas Wulff, welcher zuletzt medienwirksam aus der NPD ausgetreten war und bis dahin das Amt des Landesvorsitzenden der NPD-Hamburg bekleidete.\n Auch der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen, Ingo Helge, war mit einem Lautsprecherfahrzeug in Stade vor Ort. Die im Vorfeld groß angekündigte Demonstration kam mangels TeilnehmerInnen jedoch nicht in Fahrt. Eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn konnten die Veranstalter lediglich eine Handvoll Neonazis in Stade willkommen heißen. Zu diesem Zeitpunkt machte sich bereits phasenweise Resignation unter den TeilnehmerInnen breit. Die wenigen Neonazis, welche sich nach Stade bewegten, konnten nur unter massivem Polizeischutz zum Veranstaltungsort gelangen. Als etwa 50 TeilnehmerInnen zusammengekommen waren, gab es von den anwesenden Neonazis Beifall... Auch ein Neonazis aus Dänemark, Anhänger der \"Dänischen Nationalsozialistischen Bewegung\" (DNSB) gelangte mit den anreisenden TeilnehmerInnen zum Platz der Auftaktkundgebung. Die Veranstaltung lief unter dem Label \"Gemeinsam für Deutschland\" (GfD). Unter besagtem Label versuchen Neonazis aus Norddeutschland (Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern) neue Vernetzungsstrukturen zu etablieren. So war es auch kein Zufall das ein großer Teil der TeilnehmerInnen aus dem Bereich Hamburg.. ... und Schleswig-Holstein kam. Aus Niedersachsen folgten nur wenige Neonazis dem Aufruf der Veranstalter. Der Anmelder der Neonazidemonstration, Andreas Haack, beim Verlesen der Auflagen. Als erster Redner trat der Neonazi Mark Michael Proch ans Mikrophon. Proch hatte einige Monate zuvor unter dem Label \"Gemeinsam für Deutschland\" (GfD) bereits eine Demonstration in Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) angemeldet Zu diesem Zeitpunkt wurden einheitliche Hemden an einen Teil der DemonstrationsteilnehmerInnen ausgehändigt. (Hier an Sven Reichert) Die Hemden waren jeweils vorne im Brustbereich zuwie auf der Rückenansicht mit dem Schriftzug \"Sektion Nordland\" versehen. Die Bezeichnung \"Nordland\" spielt dabei auf eine gleichnamige \"SS-Freiwilligen Division\" an. In Hamburg / Schleswig-Holstein existiert bereits eine Jugendgruppe der NPD (Junge Nationaldemokraten) gleichen Namens. Die \"Sektion Nordland\" bezog sich in Stade auf die Strukturen von \"Gemeinsam für Deutschland\" und steht mit der JN nur temporär in Verbindung. Ziel der VeranstalterInnen ist vielmehr die Schaffung eigenständiger GfD-Strukturen. Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung traten auch sonst überwiegend in gleichartiger Kleidung in Erscheinung. Neonazis aus Schleswig-Holstein traten dabei auch unter dem Label \"Aktion gegen Deutschfeindlichkeit\" (AgD) auf. Auf den Redebeitrag von Mark Michael Proch folgte dann eine weitere Rednerin aus Schleswig-Holstein. Lennart Schwarzbach von der NPD Hamburg machte ebenfalls seine Aufwartung in Stade. Die Begeisterung der Zuhörerschaft während der Redebeiträge hielt sich jedoch in Grenzen. Etliche TeilnehmerInnen hielten sich Abseits der RednerInnen auf. Gegen 16:10Uhr konnte dann die eigentliche Demonstration der Neonazis beginnen. Kurzfristig stand zur Debatte ob die mitgefürte Lautsprecheranlage eingesetzt werden dürfe. Die Anzahl der TeilnehmerInnen belief sich, anstatt der 200 Angemeldeten, auf etwas mehr als 50 Personen. Die Nutzung eines Lautsprecherfahrzeuges ist an die Anzahl von mindestens 50 Personen gekoppelt. Diese Anzahl wurde am Ende nur knapp erreicht. Der Versammlungsleiter Sven Reichert steuerte derweil das Lautsprecherfahrzeug. Martin Zaha, seines Zeichens NPD-Kandidat für die Kommunalwahl 2016 in Niedersachsen agierte als Ordner. Mit Swen Treuel aus Bremervörde nahm ein weiterer NPD-Kandidat zur Kommunalwahl in Niedersachsen an dem Aufmarsch teil.  Bürgerprotest am Rande des Aufmarsches.. Antifaschistischen GegendemonstratInnen gelang es mit einer Sitzblockade einen Teil der Wegstrecke zu blockieren. Die Zwischenkundgebung der Neonazis musste daraufhin an anderer Stelle abgehalten werden. ...Die DemonstrationsteilnehmerInnen werden über den ungeplanten Zwischenstop informiert. Als Redner trat zu diesem Zeitpunkt der bekennende Nationalsozialist Thomas Wulff ans Mikrophon. Der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen beteiligte sich hingegen nicht am Aufmarsch durch Stade. Ingo Helge verweilte den Aufmarsch hindurch am Ort der Auftaktskundgebung, wwelcher auch den Schauplatz für die Endkundgebung bildete. Die beiden letzten Redebeiträge kamen von Ingo Helge... sowie abermals Thomas Wulff... Schluß...","date":"10 September 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-09-10/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 10.09.2016 fand im niedersächsischen Stade ein Aufmarsch der norddeutschen Neonaziszene statt.","title":"Neonazis demonstrieren in Stade"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/stade/","section":"Orte","summary":"","title":"Stade"},{"city":"Oldenburg","content":"Rund 30 Anhänger*innen der \"Alternative für Deutschland\" (AfD) versammelten sich in am Freitag, 09.September auf dem Oldenburger Julius-Mosen-Platz. Den Anlass bildete die am darauf folgenden Sonntag stattfindende niedersächsische Kommunalwahl, zu der auch die Oldenburger Afd Kandidat*innen stellte. Ein Mitglied der sogenannten \"AfD-Sicherheit Niedersachsen\". Die Mitglieder dieser Fraktion waren durch entsprechende Parteiabzeichen erkennbar. Gerhard Vierfuß (hier links im Bilde), Sprecher der AfD Oldenburg/Ammerland sowie Kandidat für die niedersächsische Kommunalwahl 2016 Als Wahlkampfmobil der AfD Niedersachsen fungierte ein LKW, mit dem die AfD mehrere Orte Niedersachsens bereiste.   Die AfD Veranstaltung wurde von lautstarken Gegenprotesten begleitet. Die AfD griff auf Sicherheitskräfte zurück, welche bereits mit dem \"AfD-Lkw\" zum Veranstaltungsort anreisten. Gerhad Vierfuß, Kandidat in der Stadt Oldenburg, begnügte sich mit einer kurz gehaltenen Rede, die im Lärm der Gegendemonstrant*innen unterging. Auf einen Blick: Vier der fünf Kommunalwahl-Kandidat*innen in der Stadt Oldenburg: v.l.n.r.: Gerhard Vierfuß, Lidia Bernhardt, Christoph Brederlow, Thomas Hoyer.  Die Oldenburger AfD veröffentlichte ihre Kandidat*innen sehr spät und verzichtete weitestgehend darauf, diese der Öffentlichkeit vorzustellen. Hier nochmal Lidia Bernhardt und Christoph Brederlow  Christa Hoyer, Ehefrau von Thomas Hoyer (hier im Bild), meidet sogar komplett die Öffentlichkeit. In der Stadt Oldenburg tritt die AfD in vier von sechs Wahlbereichen an, in zwei Bereichen konnte die Partei nicht die erforderlichen Unterstützungsunterschriften sammeln. Als Gastredner erschien Heiner Rehnen, AfD-Kommunalwahlkandidat für den Kreistag Emsland Unter den Teilnehmer*innen der AfD-Kundgebung gehörten auch Personen, die Anfang 2015 an einer Kundgebung des Oldenburger PEGIDA-Ablegers teilnahmen. Ebenfalls vor Ort: Sabina Eiermann, AfD-Kandidatin im Wahlbereich Borkum/Jemgum/Weener. Die Ostfriesin gehörte zum damaligen \"OLGIdA\"-Organisationsteam, die in der Vergangenheit an Veranstaltungen der \"PEGIdA\" anknüpfen wollte. Als Hauptredner der nun durchgeführten Veranstaltung trat der Landesvorsitzende der niedersächsischen AfD: Armin Paul Hampel in Erscheinung Doch auch von der Rede Hampels war wegen der lautstarken Gegenproteste nicht viel zu verstehen. AfD-Mitglieder versuchten durch das Verteilen kostenloser Ohrstöpsel gegenzusteuern Unter den Kundgebungsteilnehmer*innen machte sich schnell Unmut über den lautstarken Gegenprotest breit. Die Reden der AfD waren zeitweise nicht zu verstehen. Immer wieder versuchten AfD-Sympathisant*innen, die zahlreich anwesenden Gegendemonstrant*innen zu fotografieren. Die Oldenburger Schauspielerin und Neonazifunktionärin Imke Barnstedt (im Bild links) auf der AfD Veranstaltung  Gegen die AfD in Oldenburg protestierten mehr als 200 Menschen. Bereits im Vorfeld, während des Kommunalwahlkampfs tauchten im Oldenburger Stadtgebiet Plakate auf, die sich kritisch mit den Inhalten der AfD auseinandersetzen. Nach Kundgebungsende kam es kurzzeitig zu Tumulten, als eine Gruppe AfDler um Armin Paul Hampel versuchte, den Ort durch die Gegenkundgebung zu verlassen. Nachdem Hampel einen Gegendemonstranten schubste, kam es laut Polizeibericht zu einer \"wechselseitigen Körperverletzung\". Die Polizei brachte die Parteimitglieder daraufhin zuräck auf den Kundgebungsplatz und fürte mit teils unverhältnismäßige Gewalteinsatz Festnahmen bei Gegendemonstrat*innen durch. 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Neben AfD-SympathisantInnen erschien lediglich eine kleine Gruppe aus dem Dunstkreis der organisierten Bremer-Neonaziszene. Ob die geringe Teilnahme auf Überwerfungen mit dem Organisator Oliver Meyer zurückzuführen waren oder ein Licht auf die mangelhafte Mobilisierungsfähigkeit der Bremer Netzwerke wirft, blieb ungeklärt. Die für 15 Uhr angekündigte Kundgebung hatte jedoch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Der eigens bereitgestellte Aggregator versagte den Dienst. Der Veranstaltungsleiter Oliver Meyer versuchte trotz dieses Problems, die wenigen VeranstaltungsteilnehmerInnen zum Bleiben zu bewegen. Aufgrund des technischen Problems wurde der Zeitpunkt des Veranstaltungsbeginns um eine Stunde nach hinten verschoben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich allerdings weitaus mehr JournalistInnen, BeobachterInnen sowie GegendemonstratInnen am Ort des Geschehens als AnhängerInnen von Oliver Meyer. Die mitgebrachten Protestschilder blieben bis zuletzt verwaist. Demogeld... Auch der herbeigerufene ADAC konnte dem Veranstalter nicht helfen. Der ADAC verweigerte die Reperatur des Aggregats, da es sich um kein Fahrzeug handeln würde. Und auch ein Ersatzaggregat aus Bremen-Walle, welches ursprünglich herbeigeschafft werden sollte, schaffte es nicht zum Veranstaltungsort. Zu diesem Zeitpunkt und in Ruf- und Hörweite startete auch die Veranstaltung der salafistischen Szene. Die Kundgebung mit dem salafistischen Prediger Pierre Vogel sollte ursprünglich vor dem Hauptbahnhof stattfinden. Aus Sicherheitsgründen wurde die stationäre Kundgebung allerdings auf die Rückseite des Bahnhofs verlegt. Auch diese Kundgebung hatte mit Mobilisierungsproblemen zu kämpfen.  Auf der Seite der Kundgebung von Oliver Meyer kam es zu diesem Zeitpunkt zu merkwürdigen Allianzen. Meyer hatte zuvor versucht ein Aggregat bei den Veranstaltern der salafistischen Kundgebung zu erhalten. Diese hatten, im Gegensatz zu Meyer, ein Ersatzaggregat vor Ort.  In der Folge dieser \"Annäherung\" kam es zu gegenseitigen Besuchen. Doch es half nichts... die Kundgebung von Oliver Meyer blieb ohne Lautsprecheranlage. Das Motto des Tages...","date":"3 September 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-09-03/","section":"Fotos","summary":"Anlässlich einer Kundgebung des salafistischen Agitators Pierre Vogel fanden am Samstag, den 03.09.2016 zwei Protestkundgebungen statt.","title":"Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Salafisten in Bremen"},{"city":"Niedersachsen","content":"Am 27.08.2016 fand im niedersächsischen Nordkampen eine Veranstaltung der neonazistischen Szene statt. Die Partei \"Die Rechte\" hatte AnhängerInnen wie UnterstützerInnen zu einer Solidaritätsveranstaltung mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck geladen. Anreisende TeilnehmerInnen wurden ab den Mittagstunden über den Bahnhof Verden ins etwa 18 Kilometer entfernte Nordkampen (Heidekreis) geschleust. Bei dem Veranstaltungsort handelte es sich um den Wohnsitz eines bekannten NPD-Aktivisten, der lange Jahre im Umfeld der NPD-Verden aktiv zeichnete und vor einigen Jahren nach Nordkampen in den Heidekreis übersiedelte. Die Veranstaltung selbst fand in einem eigens errichteten, und weitestgehend abgeschirmten Festzelt statt. AnwohnerInnen wurde zuvor mitgeteilt das es sich bei der Veranstaltung um eine nachgezogene Geburtstagsfeier handele. Die anreisenden TeilnehmerInnen kamen dabei aus mehreren Bundesländern. Fahrzeuge aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern,  Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland und Hessen befanden sich am Veranstanstaltungsort. Insgesamt nahmen etwa 60 Personen an der Veranstaltung teil. Das Treffen diente der Unterstützung von Ursula Haverbeck-Wetzel, einer mehrfach verurteiler Holocaustleugnerin sowie der ideologischen Aufstachelung des eigenen Klientels. Ab 13Uhr begann die Schleusung der anreisenden TeilnehmerInnen. Anreisenden wurde am Bahnhof Verden eine Wegbeschreibung ausgehändigt. Gegen 15Uhr begann dann die eigentliche Veranstaltung. Als organisatorische Kraft bei der der Vorbereitung der Veranstaltung fungierten der Kreisverband Verden sowie der Kreisverband Rhein-Erft der Partei \"Die Rechte\", welche sich beide um das ehemalige Verdener NPD-Stadtratsmitglied Markus Walter (hier Bildmitte) gruppieren. Walter werden dabei szeneintern \"beste Kontakte\" in Sicherheits- und Behördenkreise nachgesagt. Gemeinsam mit dem Besitzer des Veranstaltungsortes gehörte Markus Walter am vergangenen Samstag zum eigens eingesetztem Ordnerdienst des Neonazitreffens. Die Ordnerkräfte waren weithin sichtbar an ihren rot-weiss karierten Hemden auszumachen. Die \"Solidaritätsveranstaltung\" wurde begleitet von einem grösserem Rahmenprogramm. Neben mehreren RednerInnen und dem Auftritt von neonazistischen LiedermacherInnen wurde Essen und Alkohol angeboten...Übernachtungsmöglichkeiten inklusive. Neben dem Auftritt von Maik Krüger, alias \"Liedermacher Maik\" aus Magdeburg, wurde auch ein Auftritt der neonazistischen \"Liedermacherin Karin\" (hier im Bild) angekündigt.  Zu den Rednern gehörte unter anderem Thomas Wulff (hier rechts im Bild). Der langjährige Neonazifunktionär gehört derzeit dem NPD-Bundesvorstand an und fungiert darüber hinaus als Landesvorsitzender der NPD-Hamburg. Die aktive Beteiligung hoher NPD-Funktionäre an der Veranstaltung könnte auch im Hinblick auf das derzeitige NPD-Verbotsverfahren eine gewisse Bedeutung erlangen, und dies nicht nur vor dem Hintergrund das sich die NPD in Nordkampen solidarisch mit einer bekennenden Holocaustleugnerin zeigte. Bei einem weiteren Redner handelte es sich um Dieter Riefling. In seinem weithin hörbaren Redebeitrag bezeichnete sich, der erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassene Riefling als bekennenden und langjährigen Nationalsozialisten. Riefling vertrat in seinem Redebeitrag die Ansicht das im politischem Kampf \"Blut fließen\" müsse und das dieses im politischem Kampf nicht zu vermeiden sei. Weiter bezeichnete Riefling Adolf Hitler als \"letzten frei gewählten Kanzler\" und vorbildlichen politischen Akteur. Dieter Riefling, hier im Gespräch mit dem Veranstalter Markus Walter, trat als Vertretung für den verhinderten Wolfgang Juchem (\"Aktion freies Deutschland\") auf. Riefling nutzte die Gelegenheit in Nordkampen um Werbung um für die neonazistische Kampagnendemonstration \"Tag der deutschen Zukunft\" (TDDZ) zu machen. Diese findet in diesem Jahr in Karlsruhe, Baden-Württemberg statt. Neonazis aus Karlsruhe waren eigens zu dem Zweck angereist um Werbung für die kommende Großdemonstration zu machen. Das es sich bei der Veranstaltung um eine Versammlung ideologischer \"Hardliner\" handelte, zeigte sich neben dem Aufgebot der RednerInnen unter anderem auch bei diesem Besucher... ... SS-Totenkopf ... ... und Hakenkreuzfahne. Der Wahlspruch der \"Waffen-SS\" welcher sich ebenfalls auf dem Arm befindet und offen zur Schau gestellt wurde, ist in diesem Blickwinkel verdeckt...  Die Verwendung der Symbolik schien den Kreis der VeranstalterInnen von der Partei \"Die Rechte\" nicht weiter zu stören. Stattdessen zeigte man sich offen solidarisch und freundschaftlich verbunden. Zu den TeilnehmerInnen der Veranstaltung gehörte auch Rigolf Hennig, seines Zeichens Bundesvorsitzender der Neonazigruppierung \"Europäische Aktion\" (EA). Im Laufe der Veranstaltung informierten AnwohnerInnen wiederholt Behörden und MedienvertreterInnen über die Neonaziveranstaltung. Es kam zu Beschwerden. Die zum Teil volksverhetzenden Redebeiträge sowie die Musik waren weithin hörbar. Der Redebeitrag von Ursula Haverbeck-Wetzel (hier im Bild) löste schließlich einen Eingriff der Polizei aus, da diese, den Holocaust in ihrem Redebeitrag unter anderem als Lüge bezeichnete. Polizeibeamte betraten daraufhin das Anwesen und suchten den Kontakt mit dem Besitzer. In naher Umgebung befanden sich zu diesem Zeitpunkt etwa weitere 20 Polizeibeamte die sich auf einen möglichen Einsatz auf dem Anwesen bereit hielten. ... man versuchte \"moralische\" Unterstützung von AnwohnerInnen zu erhalten, die Ihnen jedoch verwehrt wurde. Der Polizeieinsatz und die Beschlagnahmung sorgte bei den VeranstalterInnen für sichtlichen Unmut... Die Soundanlage, sowie ein dazugehörender Computer wurden vorläufig beschlagnahmt. Nach Auskunft eines Polizeisprechers wurden  einige Personalien der Teilnehmer festgestellt sowie mehrere Strafanzeigen in die Wege geleitet. Ermittelt werde auch wegen der Verwendung \"unerlaubter Symbole\" Die Veranstaltung in Nordkampen wurde dennoch weitergefürt. Noch am späten Abend beschwerten sich AnwohnerInnen über laute Musik und die dort verbreiteten Textzeilen. Ebenfalls für einen Redebeitrag in Nordkampen angekündigt war der Neonazi Michael Brück aus Dortmund (hier rechts im Bild). Ebenfalls aus Dortmund wurde ein Büchertisch des neonazistischen \"Antisem-Verlag\" auf dem Gelände aufgebaut. Neben einer Abordnung von Neonazis aus Dortmund waren auch etliche Neonazis aus dem Raum Bremen vor Ort. Hier unter anderem Markus Privenau, welcher auf eine langjährige Zeit in der neonazistischen Szene zurückblicken kann. Derzeit engagiert sich Privenau unter anderem für die Belange der Partei \"Die Rechte\" in Bremen.  Auch aus der Region Hamburg reisten etliche TeilnehmerInnen zu der Veranstaltung nach Nordkampen...","date":"27 August 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-08-27/","section":"Fotos","summary":"Am 27.08.2016 fand im niedersächsischen Nordkampen eine Veranstaltung der neonazistischen Szene statt.","title":"Holocaustleugnung und Nationalsozialismus bei der Partei \"Die Rechte\" in Niedersachsen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/koberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Koberg"},{"city":"Wolfsburg","content":"Am Sonntag, den 12.06.2016 fand in Laagberg, einem Stadtteil von Wolfsburg, der diesjährige Landesparteitag der NPD-Niedersachsen statt. Anreisende Teilnehmer*Innen wurden über einen Schleusungspunkt im 20km entferntem Gifhorn zum späteren Veranstaltungsort geleitet. Am Bahnhof der Stadt Gifhorn sammelten sich zu diesem Zweck etwa zwei Dutzend Mitglieder der neonazistischen Parteiorganisation. Organisiert wurde die Anreise von Mitgliedern der NPD-Ordnerdienstes und Mitgliedern der dort organisierten \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) Auch am eigentlichen Veranstaltungsort, einer Gaststätte in Laagberg, Wolfsburg, fanden sich Mitglieder des NPD-Ordnerdienstes als Saalschutz zusammen. Beobachter*innen und mögliche Gegenproteste sollten so vom Veranstaltungsort abgeschirmt werden. Der Vorsitzende des NPD-Unterbezirkes Oldenburg, Wilhelm Sudmann wird von den Betreibern der Gaststätte in Empfang genommen. Bei dem Landesparteitag handelte es sich um einen sogenannten \"NPD-Delegiertenparteitag\" Eine Wahl des Vorstandes stand nicht zur Debatte. Stattdessen wurden die Kandidat*Innen der bevorstehenden niedersächsischen Kommunalwahl bestimmt. Christina Krieger, die Vorsitzende des NPD-Unterbezirkes Hannover während der Anreise der Delegierten. Als Gastredner erschienen der ehamalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt sowie der derzeitig stellvertretende NPD-Bundevorsitzende Stefan Köster in Wolfsburg. Bildmitte: Stefan Köster wird vom NPD-Orderdienst begrüst. Der NPD-Ordnerdienst schirmte bis zum Ende der Veranstaltung die Räumlichkeiten der Gaststätte ab. Jens Wagenlöhner, seines Zeichens Vorsitzender des NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland gehörte ebenfalls zu den angereisten Deligierten der NPD-Niedersachsen. Der NPD Unterbezirk Stade entsandte lediglich Andreas Haack, den stellvertretenden Organisationsleiter der NPD-Niedersachsen. Andreas Haack im Gespräch mit dem ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Voigt. Die Delegierten der NPD-Niedersachsen wurden am Ende der Veranstaltung mit Propagandamaterialien für den bevorstehenden Wahlkampf ausgestattet. Mit dem Parteitag wurde der Wahlkampf für die NPD-Niedersachsen offiziell eingelätet. Ein besonders seriöser NPD-Wahlkämpfer... Der Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen, Ulrich Eigenfeld während der Abreise.","date":"12 Juni 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-06-12/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 12.06.2016 fand in Laagberg, einem Stadtteil von Wolfsburg, der diesjährige Landesparteitag der NPD-Niedersachsen statt.","title":"Landesparteitag der NPD-Niedersachsen"},{"city":"Koberg","content":"Am Samstag, den 11. Juni 2016 fand in Schleswig-Holstein ein Konzert der Rechtsrockband  \"Kategorie C\" statt. Etwa 50 bis 60 Anhänger*Innen der Neonaziszene  versammelten sich zu diesem Zweck in der Gemeinde Koberg. Die anreisende Teilnehmer*nnen wurden zuvor über einen Schleusungspunkt an der A24 zum späteren Veranstaltungsort geleitet.","date":"12 Juni 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-06-11-1/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 11. Juni 2016 fand in Schleswig-Holstein ein Konzert der Rechtsrockband \"Kategorie C\" statt.","title":"Rechtsrockkonzert in Koberg, Schleswig Holstein"},{"city":"Dortmund","content":"","date":"4 Juni 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-06-04-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazidemonstration \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ) in Dortmund [ Teil 1 ]"},{"city":"Dortmund","content":"","date":"4 Juni 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-06-04-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazidemonstration \"Tag der Deutschen Zukunft\" (TDDZ) in Dortmund [ Teil 2 ]"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/hildburghausen/","section":"Orte","summary":"","title":"Hildburghausen"},{"city":"Hildburghausen","content":"Am Samstag, den 07.05.2016 fand in der thüringischen Hildburghausen das Neonazifestival \"Rock für Identität\" statt. An der Veranstaltung, die zuvor als politische Kundgebung angemeldet wurde, sollen bis zu 3.500 Neonazis teilgenommen haben Die TeilnehmerInnen der politisch einschlägigen Veranstaltung kamen dabei aus der Bundesrepublik sowie mehreren europäischen Ländern in die thüringische Provinz gereist. Aufgrund von Auflagen der Stadt Hildburghausen mussten anreisende TeilnehmerInnen ihre Getränke entlehren.","date":"7 Mai 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-05-07/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 07.05.2016 fand in der thüringischen Hildburghausen das Neonazifestival \"Rock für Identität\" statt.","title":"Neonazifestival \"Rock für Identität\" in Hildburghausen"},{"city":"Osterholz-Scharmbeck","content":"","date":"7 Mai 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-05-07-ohz/","section":"Fotos","summary":"","title":"NPD Kundgebung in Osterholz-Scharmbeck"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/osterholz-scharmbeck/","section":"Orte","summary":"","title":"Osterholz-Scharmbeck"},{"city":"Hannover","content":"Am Montag, den 02.05.2016 fand in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover eine Kundgebung des sogenannten \"Bürgprotest Hannover\" statt. Bei der Gruppierung handelt es sich nach Eigenagaben um eine Nachfolgestruktur der \"Pegida Hannover\" Die Gruppierung ist Resultat eines Streites mit der \"Pegida\" in Dresden, die ein Mitspracherecht bei der Ausrichtung von Veranstaltungen in Hannover beanspruchte. Diesbezügliche treirtigkeiten führten zu einem Zerwürfniss und der Gründung des \"Bürgprotest Hannover\" Wie bereits zuvor, bei Veranstaltungen der \"Hagida\", sowie der \"Pegida Hannover\" bei denen es sich um zwei verschiedene Organisationsstrukturen handelte zog auch die nun durchgeführte Veranstaltung des \"Bürgprotest Hannover\" zahlreiche AnhängerInnen der organisierten Neonaziszene an. Es handelte sich nunmehr um die 3te Veranstaltung der Hannoveraner Gruppierung. Die VeranstalterInnen des \"Bürgprotest Hannover\" waren indes bemüht in ihrer Aussendarstellung jegliche Verbindungen in die Neonaziszene von sich zu weisen. Diese Lippenbekenntnisse hielten AnhängerInnen jedoch nicht davon ab die Veranstaltung am 02.05.2016 zu frequentieren. AnhängerInnen der regionalen Neonaziszene verfolgen dabei eine Strategie der Akzeptanzgewinnung innerhalb der vermeintlich \"bürgerlichen\" TeilnehmerInnen von \"Pegida und Co\" Neben einzelnen AktivistInnen der NPD wurden auf der nun durchgeführten Kundgebung vor allem AnhängerInnen von \"Gemeinsam Stark\" gesichtet. Dabei handelt es sich um eine neonazistische Gruppierung die sich am Habitus organisierter Hooligans orientiert. Der Versammlungsleiter der Kundgebung... AnhängerInnen von \"Gemeinsam Stark\" am Rande der Kundgebung. Die Neonaziaktivisten traten dabei nicht nur als UnterstützerInnen der Veranstaltung in Erscheinung sondern ebenfalls als Ordnerkräfte in Erscheinung  Bei dem angekündigten Hauptredner der Kundgebung handelte es sich um den ehemaligen NPD-Funktionär Alexander Kurth aus Leipzig. Derzeit tritt Kurth vor allem in seiner Funktion als Landesvorsitzender der neonazistischen Partei \"Die Rechte\" in Erscheinung Die Distanzierung des \"Bürgprotest Hannover\" von Neonazis erscheint angesichts der TeilnehmerInnen sowie der RednerInnen als Lippenbekenntnis mit wenig Substanz. Ungestört konnte die Veranstaltung nicht durchgeführt werden. Antifaschistischen Gegenprotest verhinderte dies.","date":"2 Mai 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-05-02/","section":"Fotos","summary":"Am Montag, den 02.05.2016 fand in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover eine Kundgebung des sogenannten \"Bürgprotest Hannover\" statt.","title":"Kundgebung des \"Bürgprotest Hannover\" (ehemals \"PEGIDA Hannover\")"},{"city":"Plauen","content":"","date":"1 Mai 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-05-01-1/","section":"Fotos","summary":"","title":"Demonstration vom \"III. Weg\" in Plauen, Sachsen"},{"city":"Plauen","content":"","date":"1 Mai 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-05-01/","section":"Fotos","summary":"","title":"Demonstration vom \"III. Weg\" in Plauen, Sachsen"},{"city":"Goslar","content":"Am Samstag, den 02.04.2016 veranstaltete die NPD Niedersachsen eine Kundgebung im niedersächsischen Goslar. Zu der, zuvor im Internet mobilisierten Kundgebung erschienen lediglich 12 AnhängerInnen der neonazistischen Partei. Der Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg auf dem Fussweg zur Veranstaltungt. Während der NPD-Unterbezirk Braunschweig und dessen Kreisverband Goslar in der Vergangenheit als temporäre Hochburg von NPD Aktivitäten galt, beklagt die NPD auch hier einen massiven Rückgang von UnterstützerInnen. Bildmitte: Friedrich Preuß, seines Zeichens Vorsitzender des NPD-Unterbezirkes Braunschweig. Der Organisationsleiter der NPD-Niedersachsen, Manfred Dammenn während der Verlesung von Auflagen der Kundgebung in Goslar. Beim eigentlichen Eröffnungsredner der Veranstaltung handelte es sich um den Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen Ulrich Eigenfeld Beim zweiten Redner handelte es sich um Holger Weidner aus Werningerode. Weidner war bis dahin vor allem durch seine Teilnahme an Veranstaltungen der \"BRAGIDA\" in Braunschweig und seine Unterstützung der Partei \"Die Rechte\" aufgefallen. Lennart Schwarzbach, Mitglied der NPD Hamburg und der Jugendgruppe \"JN Hamburg-Nordland\", die im Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein zu verorten ist. Der stellvertretender Organisationsleiter der NPD-Niedersachsen Andreas Haack vom NPD-Unterbezirk Stade. Als letzter Redner trat der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen sowie Mitglied im NPD-Unterbezirk Heide-Wendland, Infgo Helge in Erscheinung.","date":"2 April 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-04-02/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 02.04.2016 veranstaltete die NPD Niedersachsen eine Kundgebung im niedersächsischen Goslar.","title":"Kundgebung der NPD Niedersachsen in Goslar"},{"city":"Dorfmark","content":"Wie bereits in den Vorjahren, so traf sich auch im Jahr 2016 der völkisch-antisemitische \"Bund für Gotterkenntnis\" (BfG) in Dorfmark zur Durchführung seiner alljährlichen \"Ostertagung\". Es ist nunmehr das 44. Treffen der \"Ludendorffer\" in der niedersächsischen Gemeinde. Die Veranstaltung der rechtsradikalen Vereinsorganisation wurde allerdings auch in diesem Jahr von lautstarken Protesten begleitet. Die BfG-Vorsitzende Gudrun Klink am Rande der Veranstaltung. Die Apothekerin aus Ingelfingen steht den \"Ludendorffern\" seit dem Jahr 2010 vor. Bildmitte: Wolfram Schiedewitz. Der Landschaftsarchitekt aus Seevetal engagiert sich nicht nur bei den \"Ludendorffern\" sondern ebenso im sogenannten \"Verein Gedächnisstätte\". Die Gründung dieses Vereins wurde massgeblich von HolocaustleugnerInnen aus der inzwischen verbotenen Vereinsorganisation \"Collegium Humanum\" mitgetragen. In der Vergangenheit war die Veranstaltung in Dorfmark auch immer wieder Anziehungspunkt für Neonazis aus anderen Netzwerkorganisationen sowie der NPD. Während in den Vorjahren die Teilnahme der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel für überregionale Aufmerksamkeit sorgte nahmen auch in diesem Aktivisten der NPD-Niedersachsen an der \"Ostertagung\" teil.  Die TeilnehmerInnen der völkischen Tagung kamen, wie bereits in den Vorjahren aus nahezu dem gesamten Bundegebiet. Doch auch aus dem europäischen Umland, wie zum Beispiel Schweden reiste die Anhängerschaft in die niedersächsische Provinz.  Insgesamt setzte sich allerdings der Trend der Vorjahre fort. Während sich bis zum Jahr 2006 / 2007 noch bis zu 300 TeilnehmerInnen anlässlich der \"Ostertagung\" in Dorfmark versammelten, reisten zur diesjährigen Veranstaltung wohl erneut weniger als 100 TeilnehmerInnen an.","date":"26 März 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-03-26/","section":"Fotos","summary":"Wie bereits in den Vorjahren, so traf sich auch im Jahr 2016 der völkisch-antisemitische \"Bund für Gotterkenntnis\" (BfG) in Dorfmark zur Durchführung seiner alljährlichen \"Ostertagung\".","title":"\"Bund für Gotterkenntnis\" in Dorfmark"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/dorfmark/","section":"Orte","summary":"","title":"Dorfmark"},{"city":"Stade","content":"Am Samstag, den 05.03.2016 veranstaltete die NPD Niedersachsen eine Kundgebung im niedersächsischen Stade. Dem Motto: \"Das Boot ist voll!\" folgten insgesamt 17 AnhängerInnen der vom Verbot bedrohten Neonazipartei Der weitestgehend abgeschirmten NPD-Veranstaltung trat ein breites Bündnis von etwa 450 GegendemonstratInnen entgegen Im Zusammenhang mit der Kundgebung versuchte die NPD mit einem Informationsstand auf sich Aufmerksam zu machen. ...für den Alltagsgebrauch von NPD-AnhängerInnen Als Veranstaltungsleiter trat Manfred Dammann, Mitglied im NPD-Landesvorstand und Vorsitzender des NPD-Unterbezirkes Stade in Erscheinung. Ebenfalls vor Ort: Der derzeitige Landesvorsitzende der NPD-Niedersachsen, Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg. Als erster Redner der NPD-Kundgebung trat der NPD-Landesvorsitzende Eigenfeld an das Mikrophon. Wie auch bei den zuletzt durchgeführten Kundgebungen der NPD-Niedersachsen, kämpfte die Partei mit Problemen der Lautsprecheranlage. Auf lautstarke Proteste konnte zeitweise verzichtet werden, da die anfänglichen Redebeiträge phasenweise nicht zu verstehen waren. Bei einem weiteren Redner handelte es sich um Ingo Helge, dem stellvertretendem Landesvorsitzenden der NPD-Niedersachsen.  Auch Adolf Dammann, ehemaliger Vorsitzender des NPD-Unterbezirkes Stade ergriff das Mikrophon. Lennart Schwarzbach, NPD Hamburg, während seines Redebeitrags. Als letzter Redner durfte Andreas Haack, stellvertretender Organisationsleiter der NPD-Niedersachsen ein paar Worte an die kleine Schar von NPD-AnhängerInnen richten. Das Fahrzeug einer Teilnehmerin der NPD-Kundgebung, in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes geparkt, wurde im Verlauf des Tages schwer beschädigt..","date":"5 März 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-03-05/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 05.03.2016 veranstaltete die NPD Niedersachsen eine Kundgebung im niedersächsischen Stade.","title":"Kundgebung der NPD Niedersachsen in Stade"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/hittfeld/","section":"Orte","summary":"","title":"Hittfeld"},{"city":"Hittfeld","content":"Am Samstag, den 06.02.2016 fand im niedersächsischen Hittfeld, in der Gemeinde Seevetal eine Kundgebung der sogenannten \"Bürgerbewegung Nordheide\" statt. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich Neonazistrukturen des sogenannten \"Verein Gedächnisstätte\" dessen Gründung massgeblich von HolocaustleugnerInnen aus der inzwischen verbotenen Vereinsorganisation \"Collegium Humanum\" unterstätzt wurde. Als Veranstaltungsleiter der nun stattgefundenen Kundgebung trat Wolfram Schiedewitz in Erscheinung. Im Vorfeld der Kundgebung mobilisierte die \"Bürgerbewegung Nordheide\" mit Flugzettel für die der Verdener Altnazi Rigolf Hennig verantwortlich zeichnete. Bei Hennig handelt es sich um den Bundesvorsitzenden der neonazistischen \"Europäischen Aktion\". Trotz Mobilisierung konnten die Veranstalter um Wolfram Schiedewitz nur wenige TeilnehmerInnen vor Ort in Empfang nehmen.  Stattdessen versammelten sich zahlreiche GegendemonstratInnen um in unmittelbarer Nähe gegen die Veranstaltung zu demonstrieren. Letztlich schafften es es lediglich drei volljährige Personen an der Kundgebung teilzunehmen.  Schiedewitz wurde dabei von Personen aus dem Landkreis Chemnitzer Land unterstützt, die auch die Betreuung der mitgeführten Lautsprecheranlage übernahmen. ... Zu Beginn der Veranstaltung versuchten weitere Neonazis zum Veranstaltungsort zu gelangen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen, GegendemonstrantInnen wurden attackiert. Im Anschluss daran zog sich ein Teil der angereisten Neonazis an die Ortsgrenze zurück, wo sie von eingesetzten Polizeibeamten kontrolliert wurden. Die Polizei untersagt anwesenden PressevertreterInnen sich der Situation zu nähern. Die Neonazis für ihren Teil bewaffneten sich trotzdem. Bereits zuvor hatten sie mit Schlagwaffen GegendemonstratInnen attackiert. Auch der Hamburger NPD-Kader Thomas Wulff (hier nicht im Bild) versuchte zu der Kundgebung in Hittfeld zu gelangen. Dieser brach, auch aufgrund der massiven Gegenprotest seinen Anreiseversuch aber bereits nach wenigen Minuten ab. Die Neonazis, welche am Hittfelder Ortsrand verweilten, warteten auf ein Mitglied ihrer Gruppe welches zuvor von der Polizei Ingewahrsam genommen wurde. Dabei handelte es sich um das NPD-Bundesvorstandsmitglied Manfred Börm (hier links im Bild). Börm wurde aufgrund einer von ihm ausgeführten Attacke  von der Polizei festgesetzt. Das Mitglieder des NPD-Bundesvorstandes Körperverletzungsdelikte im Rahmen von Kundgebungen begehen, ist nicht nur im Bezug auf das laufende NPD-Verbotsverfahren von Interesse. Gleichzeitig begann auf dem eigentlichen Veranstaltungsort die Kundgebung.. Als einziger Redner trat Wolfram Schiedewitz in Erscheinung. Geschützt wurde die Kundgebung von einem massivem Polizeiaufgebot. Ein Polizeibeamter trug zu diesem Zeitpunkt offen eine Maschinenpistole (MP5)...  Als waghalsige Begründung führte dieser an, das mit dem Einsatz von Messern zu rechnen sei... Gegen 14Uhr wurde die Kundgebung für beendet erklärt. Die angereisten TeilnehmerInnen verliessen daraufhin den Ort des Geschehens. Im NAchgang ereignete sich noch ein Zwischenfall bei welchem eine Personengruppe, die mutmasslich planten an der Kundgebung teilzunehmen, versuchten einen Gegendemonstranten mit dem Auto anzufahren. Die Personengruppe war im Vorfeld dadurch aufgefallen das sie Flugzettel der \"Bürgerbewegung Nordheide\" verteilte.","date":"6 Februar 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-02-06/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 06.02.2016 fand im niedersächsischen Hittfeld, in der Gemeinde Seevetal eine Kundgebung der sogenannten \"Bürgerbewegung Nordheide\" statt.","title":"Kundgebung der \"Bürgerbewegung Nordheide\" in Hittfeld, Gemeinde Seevetal"},{"city":"Wilhelmshaven","content":"Am Sonntag, 24.Januar 2016 versammelten sich ca. 60 Personen zu einer Mahnwache anlässich eines vermeintlichen Falls sexualisierter Gewalt in Berlin. In sozialen Netzwerken verbreitete sich die Nachricht eines vermeintlichen Übergriffs eines Geflüchten auf ein 13jähriges Mädchen... Der Fall stellte sich als Falschmeldung heraus. Dennoch wird diese Geschichte weiter verwendet, um Rassismus und Ressentiments gegen Geflüchtete zu verbreiten.  So verabredeten sich auch in Wilhelmshaven Mitglieder der örtlichen Neonaziszene, der Rockerszene sowie sogenannte \"besorgte Bürger\" vor das örtliche Rathaus zu einer Mahnwache, die Teil einer bundesweiten Aktion gewesen sein soll. Mobilisiert wurde nicht öffentlich. Ein Facebookbeitrag einer lokalen Neonazi-Aktivistin wies jedoch im Vorfeld auf die Aktion hin. Dennoch war die Polizei zunächst gar nicht, im Verlauf der Veranstaltung mit zwei Einsatzwagen vor Ort.  Ungeachtet der Tatsache, dass die Versammlung nicht angemeldet war, ließ sie die Rassist*innen gewähren. Ohnehin ist der Rathausplatz Sonntags mit dem Begriff \"menschenleer\" treffend beschrieben. Die Außenwirkung der Kundgebung blieb indes gering. Es wurden keine Transparente und Fahnen gezeigt...  Auch Redebeiträge oder verteilte Flugblätter gab es nicht.  Die äußerst schwache Polizeipräsenz führte auch dazu, dass bekannte Gewalttäter wie der unlängst aus der Haft entlassene Jens Malte Hillers im Umfeld der Kundgebung unterwegs sein konnten, um Journalist*innen und Gegendemonstrant*innen ausfindig zu machen und zu bedrohen.","date":"24 Januar 2016","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2016-01-24/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, 24.Januar 2016 versammelten sich ca. 60 Personen zu einer Mahnwache anlässich eines vermeintlichen Falls sexualisierter Gewalt in Berlin.","title":"Mahnwache in Wilhelmshaven"},{"city":"Bad Fallingbostel","content":"Am Samstag, den 14.11.2015 veranstaltete die NPD Niedersachsen eine Kundgebung im niedersächsischen Bad Fallingbostel. Die niedersächsische Kleinstadt wurde damit zum wiederholten Mal Anlaufstelle der neonazistischen NPD. Hintergrund der wiederholten NPD-Kundgebungen in der Kreiststadt ist eine Notunterkunft für Flächtlinge im nahegelegenen Oerbke. Wie bereits während der Kundgebung am 24.10.2015 wurde die NPD mit lautstarkem Protest empfangen. Im Vergleich zu der vorangegangenen Veranstaltung halbierte sich jedoch die Anzahl an Teilnehmer_innen der NPD-Kundgebung... Als Veranstaltungsleiter der Kundgebung, welche unter dem Motto \"Asylflut stoppen\" firmierte, trat abermals das NPD-Mitglied Manfred Dammann in Erscheinung. Bei Manfred Dammann handelt es sich um den Unterbezirksvorsitzende der NPD-Stade. Daneben tritt Dammann als Organisationsleiter der NPD-Niedersachsen in Erscheinung. In seinem Redebeitrag lobte Damman die \"Genialität\" des NS-Verbrechers Joseph Goebbels und fabulierte von einem \"Stahlbad der Vernichtung\" durch das die Einwohner der Bundesrepublik demnächst zu gehen habe. Bei einer weiteren Rednerin handelte es sich um Christina Krieger aus Hannover. Die Beisitzerin im Landesvorstand der niedersächsischen NPD bezeichnete Flüchtlinge pauschal als \"Desateure\", welche gekommen seien, um in der Bundesrepublik \"die Scharia einzuführen\". Deutschland würde ihrem Verständnis nach dadurch ins \"dunkelste Mittelalter\" katapultiert. Ähnlich wie Manfred Dammann prognostizierte die NPD-Rednerin einen kommenden Bürgerkrieg, der alsbald losbrechen würde. Der Neonaziaktivist Eckard Aden, seines Zeichens Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Oldenburg und Kopf der Kameradschaft \"Freies Oldenburg\". Der NPD-Unterbezirk um Eckard Aden zählt derzeit zu den aktivsten Säulen der niedersächsischen NPD. Andreas Haack vom NPD-Unterbezirk Stade... Innerhalb der NPD Niedersachsen fungiert Haack als stellvertretender Organisationsleiter. Die Rednerin Daniela Bliesener sah sich von einer \"linksversiffte linke Presse\" und \"millionenfachem Asylmissbrauch\" bedroht.  Auf welche Zahlen sich Bliesener in diesem Zusammenhang bezog, verschwieg die Neonaziaktivistin aus Friesland. Der NPD-Aktivist Sven Wellhausen aus dem niedersächsischen Rotenburg Wümme war ebenfalls in Bad Fallingbostel vor Ort. In der Vergangenheit agierte Wellhausen vor allem als Schatzmeister der NPD-Verden und verkündete 2012 seinen Austritt aus der Neonaziszene. Ob sein damaliger \"Austritt\" im Zusammenhang mit der Veruntreuung von NPD Geldern stand, bleibt bis auf weiteres das Geheimnis des Rotenburger NPD-Aktivisten. Zu einer Stellungnahme zeigte sich Wellhausen nicht bereit. Auch der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Ingo Helge hielt im Rahmen der Kundgebung einen Redebeitrag. Sein Redebeitrag war geprägt von einem rassistischen Grundtenor. \"Überfremdungsparteien\" würden, seinen Worten folgend, das soziale Miteinander bedrohen.","date":"14 November 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-11-14/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 14.11.2015 veranstaltete die NPD Niedersachsen eine Kundgebung im niedersächsischen Bad Fallingbostel.","title":"Kundgebung der NPD Niedersachsen in Bad Fallingbostel"},{"city":"Wilhelmshaven","content":"Zu einer Kundgebung \"gegen Asylmissbrauch und Masseneinwanderung\" rief die neue neonazistische Vernetzungsstruktur \"Aktionsgruppe Weser/Ems\" auf. Die \"Aktionsgruppe Weser/Ems\" vernetzt vor allem Neonazis aus Oldenburg und der Region Friesland. Mitorganisatorin Daniela Bliesener aus Schortens beleidigt via Megaphon ankommende Gegendemonstrant_innen Der unlängst aus der Haft entlassene Neonazi Sören Surdyk betätigt sich als \"Anti-Antifa\"-Fotograf. Die Beteiligung an der Kundgebung bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück. Anstatt der angemeldeten 50 Teilnehmer_innen erscheinen nur knapp über 30 Personen. Anmelderin Vanessa Stindt aus Wittmund, Aktivistin der \"Aktionsgruppe Weser/Ems\" Ein Kundgebungsteilnehmer erscheint mit einem Teppichmesser zur Kundgebung. Als ihn die Polizei anspricht, lässt er das Messer in der Hosentasche verschwinden und entfernt sich von der Kundgebung.  Kundgebungsteilnehmer mit einem T-Shirt der rassistischen Hooligan-Vernetztung \"Gemeinsam Stark Deutschland\". Auch Vertreter_innen des örtliche PEGIDA-Ablegers \"Wilgida\" erscheinen zur Neonazikundgebung. Hier begrüßt der langjährige Neonaziaktivist Jens Malte Hillers \"Wilgida\"-Chef Volker Hillnhütter. Beide kennen sich durch die gemeinsame Mitgliedschaft im Rockerclub \"Schwarzes Rudel Wilhelmshaven\", einem Gremium-Supporter-Club. Links im Bild: NPD-Aktivist Albert Wille aus Uplengen (Ostfriesland). Die Neonazi-Aktivistin Daniela Bliesener. Anmelderin Vanessa Stindt im Gespräch mit der Polizei. \"Wilgida\"-Kopf Volker Hillnhütter (Bildmitte) im Gespräch mit Daniela Bliesener. Ebenfalls vor Ort: Ingo Helge aus Schneverdingen, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD in Niedersachsen. Bildmitte: Mitorganisator Eckhard Aden, Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Oldenburg und Kopf der Kameradschaft \"Freies Oldenburg\", die maßgeblich für die Initiierung der \"Aktionsgruppe Weser/Ems\" verantwortlich ist. Anmelderin Vanessa Stindt aus Wittmund. Kurzzeitig droht die Situation zu eskalieren, als Kundgebungsteilnehmer, hier \"Wilgida\"-Chef Volker Hillnhütter, versuchen, Gegendemonstrant_innen angreifen. Jens Malte Hillers aus Wilhelmshaven, langjähriger Neonaziaktivist, überspringt das Absperrgitter, um Gegendemonstrant_innen anzugreifen. Hillers kann von der Polizei zurückgehalten werden. \"Wilgida\" und Neonazis vereint: Links im Bild Mirko Evers, Neonazi aus Wilhelmshaven. Rechts: Volker Hillnhütter Auch der Wilhelmshavener Kevin O. kann nur schwer beruhigt werden. Die \"Aktionsgruppe Weser/Ems\" verwendet ein Transparent der NPD, das mit eigenen Gruppenlogos beklebt wurde. NPD-Funktionär Eckhard Aden aus Oldenburg zeigt offen einen Bezug zum Nationalsozialismus. Sympathisanten am Rand der Kundgebung. Einige von ihnen nahmen bereits an einer PEGIDA-Kundgebung in Oldenburg teil. Gastredner Johannes Welge, Aktivist der Partei \"die Rechte\". An den Absperrungen zur Kundgebung protestieren ca. 400 Menschen gegen die Naonazis. Deren Redebeiträge sind akustisch nicht zu verstehen. Ungefähr eine Stunde dauerte die Kungebung der \"Aktionsgruppe Weser/Ems\". Nach dem Ende der Kundgebung lässt Daniela Bliesener es sich nicht nehmen, Gegendemonstrant_innen erneut per Megaphon zu beleidigen.","date":"7 November 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-11-07/","section":"Fotos","summary":"Zu einer Kundgebung \"gegen Asylmissbrauch und Masseneinwanderung\" rief die neue neonazistische Vernetzungsstruktur \"Aktionsgruppe Weser/Ems\" auf.","title":"Kundgebung gegen \"Asylmissbrauch und Masseneinwanderung\" in Wilhelmshaven"},{"city":"Bad Fallingbostel","content":"Dem Aufruf der neonazistischen Partei folgten etwa 30 Personen.  Am Sonnabend, den 24.10.2015 hatte die NPD Niedersachsen unter dem Motto  \"Asylflut stoppen\"  zu einer Kundgebung in Bad Fallingsbostel im Heidekreis aufgerufen. In unmittelbarer Nähe der Kundgebung versammelten sich eine Handvoll Sympathisant*innen aus Bad Fallingbosel selbst.  Manfred Dammann, seines Zeichens Organisationsleiter der NPD Niedersachsen, beim Verlesen der Auflagen. Neben seiner Tätigkeit im NPD-Landesvorstand wirkt Dammann parteipolitisch vor allem im NPD-Unterbezirk Stade. Auch Andreas Haack vom NPD-Unterbezirk Stade war vor Ort. Im Zuge des diesjährigen NPD-Landesparteitages wurde Andreas Haack zum stellv. Organisationleiter der NPD Niedersachsen gewählt. Wie bereits bei vorangegangenen NPD-Kundgebungen trat auch der NPD Funktionär Sven Wellhausen aus dem niedersächsischen Rotenburg Wümme als Ordnerkraft in Erscheinung. Die Eröffnungsrede hielt der NPD-Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld Der zum NPD-Unterbezirk Oldenburg gehörende NPD-Politiker wurde im September 2011 als Vertreter der NPD in den Stadtrat Oldenburg gewählt. Ebenfalls vor Ort: Matthias Ries, Bildungsleiter im Landesvorstand der NPD Niedersachsen. Aufgrund von Gegenprotesten und eines massiven Polizeiaufgebotes blieb die NPD mit ihrer Kundgebung rtelativ isoliert.  Erschwerend hinzu kam das die mitgefürte Lautsprecheranlage sich vor allem durch technische Aussetzer auszeichnete. Neben Matthias Behrens (links), NPD-Politiker und seid 2011 Abgeordneter der NPD im Kreistag des Heideskreises war auch der ehemalige niedersächsische JN-Landesvorsitzende Christian Fischer in Bad Fallingbostel vor Ort.  Der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Manfred Börm während der Veranstaltung. Carin Hollack, Beisitzerin im NPD-Landesvorstand während eines Redebeitrages. Der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Ingo Helge","date":"24 Oktober 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-10-24/","section":"Fotos","summary":"Dem Aufruf der neonazistischen Partei folgten etwa 30 Personen.","title":"Kundgebung der NPD Niedersachsen in Bad Fallingbostel"},{"city":"Oldenburg","content":"Kurzfristig wurde bekannt, dass in einem ehemaligen Lebensmittelgroßmarkt in Oldenburgs Stadtteil Etzhorn bis zu 500 Geflüchtete untergebracht werden sollen. Am Freitag tauchten darauf hin kurzfristig Flyer auf, die zu einem „Spontantreffen“ einluden, um die „Folgen für die umliegenden Gewerbetreibenden und Bewohner“ zu diskutieren. Wahrscheinlich kommt diese Einladung aus der Neonaziszene. Dementsprechend kündigten sich im Vorfeld auch die Kameradschaft „Freies Oldenburg“ sowie der NPD-Unterbezirk Oldenburg an, vor der geplanten Unterkunft zu erscheinen. Bildquelle: „No Olgida“ (Facebook) Auch am Briefkasten der zukünftigen Unterkunft waren Neonazisticker zu finden Letztlich tauchte eine kleine Gruppe Neonazis aus Oldenburg und Friesland unweit der geplanten Unterkunft auf... Unter ihnen Jens Wagenlöhner, langjähriger Neonaziaktivist aus Wilhelmshaven Auch Daniela Bliesener aus Friesland fand sich in Oldenburg-Etzhorn ein. Sie verhielt sich von Anfang an äußerst aggressiv gegenüber Antifaschist*innen und Polizeikräften. Links im Bild: Eckhard Aden, Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Oldenburg Daniela Blieser versuchte, Antifaschist*innen körperlich zu attackieren und wurde von der Polizei zurückgehalten. Auch die eigenen „Kameraden“ mussten Bliesener stoppen. Schließlich bekamen die Neonazis einen Platzverweis für den Bereich der geplanten Unterkunft und verließen den Ort des Geschehens. Insgesamt fanden sich ca. 350 Menschen in Oldenburg-Etzhorn ein, um sich solidarisch mit Geflüchteten zu zeigen und rassistischer Hetze eine Absage zu erteilen.","date":"10 Oktober 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-10-10/","section":"Fotos","summary":"Kurzfristig wurde bekannt, dass in einem ehemaligen Lebensmittelgroßmarkt in Oldenburgs Stadtteil Etzhorn bis zu 500 Geflüchtete untergebracht werden sollen.","title":"\"Spontandiskussion\" in Oldenburg"},{"city":"Eschede","content":"Am Samstag, den 26.09.2015 fand auf einem Anwesen im niedersächsischen Eschede ein \"Erntedankfest\" der Neonaziszene statt. Die einschlägige Veranstaltung fand nicht zum ersten Mal auf dem Anwesen im beschaulichen Eschede statt. Bereits in den Vorjahren kamen hier immer wieder zu vielfältigen Veranstaltungen der überregionalen Neonaziszene. Bei dem Besitzer des Bauernhofes handelt es sich um den langjährigen NPD-Funktionär Joachim Nahtz. Hier rechts im Bild. Unter seiner tatkräftigen Unterstützung konnte sich in den vergangenen Jahren in Eschede ein wichtiger Veranstaltungsort und Knotenpunkt der Neonaziszene etablieren. Joachim Nahtz, hier im Vorfeld einer Gerichtsveranstaltung im niedersächsischen Lüneburg, stellte in der Vergangenheit sein Grundstück etlichen Neonaziorganisationen zur Verfügung. Joachim Nahtz während einer Veranstaltung auf seinem Gelände im Jahr 2007... Zu diesem Zeitpunkt veranstaltete die \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) ein sogenanntes \"Pfingstlager\" auf dem Gelände des Landwirtes in Eschede. Die HDJ, ein tief in der neonazistischen Szene verwurzelter Jugendverband, wurde im Jahr 2009 durch den damaligen Bundesinnenminister verboten. Auf Zeltlagern wurden bereits Kleinkinder und Jugendliche militärisch gedrillt und einer nationalsozialistischen Erziehung unterworfen. Unter der Fürung des damaligen HDJ-Bundesvorsitzenden Sebastian Räbiger entwickelte sich die Jugendorganisation zu einer der wichtigsten Organisationen der militanten Neonaziszene der Bundesrepublik. Ein Grund für das 2009 erfolgte Verbot waren unter anderem \"Rasseschulungen\" an denen bereits Minderjährige teilnahmen. Die Veranstaltung ist ein fester Bestandteil der \"Erlebniswelt Neonazismus\" in Norddeutschland. Vorrangiges Ziel der HDJ war die Herausbildung von \"Kadern\" und Fürungspersonen, die später innerhalb der organisierten Neonaziszene das Erlernte weitergeben. Auch am vergangenen Samstag in Eschede waren bvereits Kleinkinder zugegen, versorgt und betreut von militanten Neonazis. Das es sich bei der Veranstaltung um ein ideologisch aufgeladenes Erntedankfest handelte, zeigte sich auch in der hier getragenen Lebensrune, ein Symbol das auch zur Zeit des Nationalsozialismus im Kontext des Erntedankfestes Verwendung fand. Personell wurde die Veranstaltung von der Anwesenheit langjähriger Aktivist*innen der Neonaziszene bestimmt. Eine Aktivistin aus den Umfeldstrukturen der verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" und der niedersächsischen NPD .. Hier auf einem Neonaziaufmarsch im niederächsischen Bad Nenndorf. Diese reiste gemeinsam mit Kindern sowie ihrem Ehemann, dem langjährigen Neonaziaktivisten Christian Fischer auf das abseits gelegene Gelände. Christian Fischer ist mit ideologisch aufgeladener Jugendarbeit vertraut. Handelt es sich bei ihm doch um ein ehemaliges Mitglied der \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ) sowie langjährigen Landesvorsitzenden der \"Jungen Nationaldemokraten\" in Niedersachsen. Als treibende Kraft im Zusammenhang mit der nun stattgefundenen Veranstaltung trat der ehemalige NPD Landesvorsitzende Manfred Börm in Erscheinung. Das \"Erntedankfest\" in Eschede dient der Vermittelung von Elementen nationalsozialistischer Ideologie. Die Veranstaltung galt im NS-Staat als eine der wichtigsten nationalen Feiertage welche die Bevölkerung idealistisch und emotional an das Regime anbinden sollte. Börm, hier auf einem Aufmarsch im nordrhein-westfülischen Stolberg, war ein führendes Mitglied der 1994 verbotenen \"Wiking Jugend\" die ebenso wie spüter die HDJ Jugendliche einer nationalsozialitischen Erziehung unterwarf und Schutzbefohlene im Sinne der \"Hitler Jugend\" unterrichtete. Das \"Erntedankfest\" 2015 in Eschede knüpfte mit seiner Ausrichtung an die ideologische Arbeit der Vergangenheit an. Die unterschwellige Konditionierung von Kleinkindern im Sinne nationalsozialistischer Erziehung konnte am vergangenen Wochende nahezu ungestört vollzogen werden. Gegendemonstrant*innen wurden, wie bereits in den vergangenen Jahren von der Polizei daran gehindert in die Nähe des Veranstaltungsortes zu gelangen. Und dies obwohl sich der Veranstaltungsort an einem öffentlichen Weg befindet. Bereits am Vormittag des 26. Septembers 2015 versammelten sich Anhänger*innen der norddeutschen Neonaziszene in Eschede. Der eigentliche Beginn der Veranstaltung war für den frühen Nachmittag vorgesehen. Neben Anhänger*innen der militanten und Parteifreien Neonaziszene, waren an den Vorbereitungen des Treffens auch Aktivist*innen der NPD und deren Jugendorganisation der \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) federführend beteiligt. Neonazistische Fährungskader übernahmen die Einweisung und Einteilung der Vorbereitungsarbeiten. Aufbauarbeiten am Rande des Veranstaltungsgeländes... Die Spitze des Fahnenmastes in den Farben \"Schwarz, Weiß, Rot\" zeugt von der Gesinnung der dort versammelten Teilnehmer*innen.","date":"26 September 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-09-26/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 26.09.2015 fand auf einem Anwesen im niedersächsischen Eschede ein \"Erntedankfest\" der Neonaziszene statt.","title":"\"Erntedankfest\" im niedersächsischen Eschede"},{"city":"Bremen","content":"Am 12.09.2015 sollte in Hamburg der sogenannte \"Tag der Deutschen Patrioten\" stattfinden. Das Bundesverfassungsgericht untersagte den Aufmarsch jedoch in letzter Instanz. Anreisende Neonazis wichen daraufhin unter anderen nach Bremen aus. Eine dort kurzerhand angemeldete Demonstration wurde allerdings ebenfalls durch die Behörden untersagt. Am Bremer Domshof sammelten sich zu diesem Zeitpunkt etwa 50 Personen aus dem neonazistischen Spektrum. Die Polizei setze die Gruppe daraufhin fest. Die Mehrzahl der dort festgesetzten Teilnehmer*innen kam aus Norddeutschland. Im Vorfeld der Veranstaltung versuchten die Organisator*innen in einem rechtspopulistische Licht darzustehen. Der Verzicht auf offen neonazistische Bezugspunkte diente einer grösstmöglichen Mobilisierung. Letztlich handelte es sich bei der angek ündigten Veranstaltung um ein reines Neonazitreffen. Ein Umstand aus dem die in Bremen angereisten Teilnehmer*innen auch keinen Hehl machten. Die organisierte Neonaziszene griff bei der Mobilisierung vor allem auf die Strukturen der HOGESA (Hooligans gegen Salafisten) und GSD (Gemeinsam Stark Deutschland) zurück   Bei beiden Netzwerken handelt es sich um gewaltorientierte Neonazis. Neonazis aus dem Raum Bremen übernahmen die Koordinierung der anreisenden Teilnehmer*innen. Dies sowohl innerhalb wie auch ausserhalb des Polizeikessels am Domshof... Kleinstgruppen der Neonaziszene bewegten sich dazu im Bremer Stadtgebiet... Ausserhalb der Sichtweite von Polizei und Gegendemonstrat*innen sammelten sich diese am Bremer Markt Die zuvor an am Domshof festgesetzten Neonazis wurden später mit Bussen zum Hauptbahnhof gebracht. Auch Neonazis die zuvor bereits in Hamburg zugegen waren und dort Platzverwiese erhielten kamen später zu den am Bahnhof verweilenden Neonazis hinzu.  ..zuvor in Hamburg gewesen... Die Neonazis konnten anschliessend in Zügen Bremen verlassen. Einzele Teilnehmer*innen verliessen die Stadt mit Autos die zuvor an der Bremer Bürgerweide geparkt wurden. Kurz darauf versammelten sich über 100 Neonazis im nahegelegenen Kirchweyhe. Die Teilnehmer*innen reisten dazu mit Privatfahrzeugen an. Nach einem kurzen Aufmarsch entfernten sich die angereisten Teilnehmer*innen vom Ort des Geschehens. Eilig zusammengezogenen Polizeikräften gelang es jedoch, einen Teil der Neonazis in Kirchweyhe festzusetzen.","date":"12 September 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-09-12/","section":"Fotos","summary":"Am 12.09.2015 sollte in Hamburg der sogenannte \"Tag der Deutschen Patrioten\" stattfinden.","title":"\"Tag der Deutschen Patrioten\" in Bremen und Kirchweyhe"},{"city":"Goslar","content":"In Goslar (Niedersachsen) fand am 29.08.2015 ein Aufmarsch der neonazistischen Partei \"Die Rechte\" mit rund 80 Teilnehmer*innen statt Im Anschluß an die Veranstaltung in Goslar, führten einige Teilnehmer*innen des Aufmarsches eine \"Spontandemonstration\" in Halberstadt durch. Die angereisten Neonazis attackierten dabei Polizeibeamte. Bild: Screenshot","date":"29 August 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-08-29-goslar/","section":"Fotos","summary":"In Goslar (Niedersachsen) fand am 29.08.2015 ein Aufmarsch der neonazistischen Partei \"Die Rechte\" mit rund 80 Teilnehmer*innen statt","title":"Aufmarsch der Partei \"Die Rechte\" in Goslar"},{"city":"Eisenach","content":"Am Samstag, den 29.08.2015 demonstrierten rund 150 Neonazis gegen Asylpolitik und Flüchtlinge im thüringischen Eisenach. Um 12Uhr Mittags begann die NPD Kundgebung auf dem Eisenacher Nordplatz. Die überwiegende Mehrzahl der zunächst etwa 100 Teilnehmer*innen stammte aus Thüringen und Eisenach selbst. Organisiert wurde die Veranstaltung von unter anderem von Patrick Wieschke, einem ehemaligen Mitglied des NPD-Bundesvorstandes. In der Nacht zum 10. August 2000 war Patrick Wieschke an einem Sprengstoffanschlag an der Eingangstür eines türkischen Imbisses in Eisenach als Anstifter beteiligt. Die nun durchgeführte NPD-Kundgebung fand in Sichtweite des damaligen Anschlagzieles statt. Am 29. Mai 2002 wurde Patrick Wieschke vom Landgericht Mühlhausen in der Berufungsverhandlung unter anderem wegen Anstiftung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und einer Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Auch die Sparkassenfiliale, nach deren Überfall das NSU-Trio aufflog, war am Nordplatz. Wohl nicht zufällig beendete Wieschke später die NPD-Demo mit dem Paulchen Panther-Zitat „Heute ist nicht alle Tage...“ Die Comic-Figur spielte auch in dem Video des NSU über die Mordserie an Ausländern eine zentrale Rolle Neonazis aus dem niedersächsischen Eichsfeld nahmen ebenfalls an der NPD-Veranstaltung teil. Gegen 13:00Uhr wurde die Kundgebung beendet und die angereisten Teilnehmer*innen formierten sich zu einem Demonstrationszug. Der stellvertretender Anmelder der NPD-Demonstration. Ebenso wie Patrick Wieschke wurde er 2002 wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und einer Sachbeschädigung verurteilt. In der Eisenacher Ziegeleistraße stoppte der Demonstrationszug längere Zeit: Etwa 60 Gegendemonstrant*innen blockierten zeitweise die Demonstrationsstrecke \u003e","date":"29 August 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-08-29-eisenach/","section":"Fotos","summary":"Am Samstag, den 29.08.2015 demonstrierten rund 150 Neonazis gegen Asylpolitik und Flüchtlinge im thüringischen Eisenach.","title":"NPD-Demonstration in Eisenach"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/bad-nenndorf/","section":"Orte","summary":"","title":"Bad Nenndorf"},{"city":"Bad Nenndorf","content":"","date":"1 August 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-08-01/","section":"Fotos","summary":"","title":"Trauermarsch in Bad Nenndorf"},{"city":"Rotenburg","content":"In Rotenburg Wümme fand am Samstag, den 27.06.2015 eine Kundgebung der NPD-Niedersachsen statt. Manfred Dammann, Beisitzer im Landesvorstand der NPD-Niedersachsen während eines Redebeitrages Ebenfalls in Rotenburg Wümme vor Ort: Andreas Haack, Beisitzer im Landesvorstand der NPD-Niedersachsen. Das NPD-Mitglied Matthias Behrens, Führungsaktivist der Neonazikameradschaft  \" Snevern Jungs \"  verteilte Flugblätter im Umfeld der Kundgebung. Der ehemalige Leiter des NPD-Bundesordnerdienstes Manfred Börm (links) gemeinsam mit dem Oldenburger NPD-Mitglied Eckard Aden. Die NPD-Kundgebung wurde von einem massivem Polizeiaufgebot begleitet.  ungestört konnte die NPD-Niedersachsen nicht agieren... Gegendemonstrat*innen begleiteten die Veranstaltung der Neonazipartei Der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Ingo Helge während seines Redebeitrages...","date":"27 Juni 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-06-27/","section":"Fotos","summary":"In Rotenburg Wümme fand am Samstag, den 27.06.2015 eine Kundgebung der NPD-Niedersachsen statt.","title":"NPD-Kundgebung in Rotenburg Wümme"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/rotenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Rotenburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/merseburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Merseburg"},{"city":"Merseburg","content":"","date":"20 Juni 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-06-20/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch in Merseburg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/neuruppin/","section":"Orte","summary":"","title":"Neuruppin"},{"city":"Neuruppin","content":"","date":"6 Juni 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-06-06/","section":"Fotos","summary":"","title":"Tag der Deutschen Zukunft (TDDZ) in Neuruppin"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/gro%C3%9F/","section":"Orte","summary":"","title":"Groß"},{"city":"Groß","content":"Am Abend des 28.05.2015 mobilisierte die neonazistische Partei \"Die Rechte\" in der Ortschaft Groß Lafferde vor einer Flüchtlingsunterkunft zu einer Kundgebung. Ihnen gegenüber stand das \"Peiner Bündnis für Toleranz\" das unter dem Motto \"Refugees welcome -Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge im Landkreis Peine\" etwa 250 Teilnehmer*innen in die Kleinstadt mobilisierte. Das Motto der Partei \"Die Rechte\" und ihres Kreisverbandes Hildesheim lautete hingegen \"Für Tierschutz, Sicherheit und Ordnung\" Die Veranstaltung der Neonazis war zwar ab 17:30Uhr angemeldet, doch diese erschienen erst etwa einanderhalb Stunden später am Veranstaltungsort. ..Neonazis bei der Ankunft am Veranstaltungsort... Deren Aktivist*innen gelten als besonders umtriebig und aktionistisch. Johannes Welge, seines Zeichens Kreisvorstand der Partei \"Die Rechte\" in Hildesheim. Die Mitglieder des Kreisverbandes agierten vorher in den Strukturen parteifreier \"Kameradschaften\" und der sogenannten \"Autonomen Nationalisten\" Während die Strukturen der NPD-Hildesheim zuletzt auf öffentlichkeitswirksame Aktionen verzichtet und nach internen Zerwürfnissen nahezu Handlungsunfähig scheint, übernimmt die Partei \"Die Rechte\" zunehmend den propagierten \"Kampf um die Straße\" in Niedersachsen. Der Versammlungsleiter Johannes Welge im Gespräch mit der Polizei... Das bestehende \"Vermummungsverbot\" störte nicht. Der Pressesprecher der Polizei ließ mitteilen das die Polizei nicht gewillt sei einzuschreiten und die Vermummung von Teilnehmer*innen der Neonazikundgebung toleriere. Auch als Pressevertreter*innen während der Anreise attackiert wurden, veranlaste dies die Polizei nicht zum Einschreiten.","date":"28 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-28/","section":"Fotos","summary":"Am Abend des 28.05.2015 mobilisierte die neonazistische Partei \"Die Rechte\" in der Ortschaft Groß Lafferde vor einer Flüchtlingsunterkunft zu einer Kundgebung.","title":"Kundgebung der Partei \"Die Rechte\" in Groß Lafferde (Peine)"},{"city":"Lützellinden","content":"Am 23.05.2015 fand im hessischen Lützellinden das \"Pfingstlager 2015\" der \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) statt. In den Morgenstunden wurden anreisende Teilnehmer*innen über einen Schleusungspunkt in Dutenhofen, nahe Wetzlar zum späteren Veranstaltungsort des Zeltlagers geschleust. Die Schleusung anreisender Teilnehmer*innen wurde unter anderem von einem Aktivisten der Burschenschaft \"Rheinfranken Marburg\" übernommen...  ... einer Dokumentation seiner Teilnahme stand dieser jedoch weitestgehend ablehnend gegenüber... Organisiert wurde das \"JN-Pfingstlager\" von Thassilo Hantusch, Führungskader der \"JN Hessen\". (Hier unten im Bild) Zwar reisten bereits am Vortag Neonazis in die Region, um an der Veranstaltung teilzunehmen, der eigentliche Aufbau des \"JN-Pfingstlagers\" begann aber erst in den Mittagsstunden des darauffolgenden Samstags. Neben einem größerem Versammlungszelt für Vorträge befanden sich auf dem Zeltplatz mehrere kleinere Schlafzelte. Zur Ausstattung des \"JN-Pfingstlagers\" gehörte auch eine eigens angelegte Toilette sowie eine Feuerstelle. Die Teilnehmer*innen kamen aus mehreren Bundesländern, unter anderem Hessen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Auch gehörten Aktivist*innen der JN-Untergruppe \"Interessensgemeinschaft Fahrten und Lager\" (IG Fahrt \u0026 Lager) zu den Teilnehmer*innen der Veranstaltung. Die \"IG Fahrt \u0026 Lager\" agierte in der Vergangehiet als mutmaßliche Nachfolge- bzw. Ersatzorganisation der 2009 verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ). Insgesamt nahmen etwa ein Dutzend Personen an der Veranstaltung teil. Mobilisierungsprobleme und interne Zersetzung führten in der Vergangenheit zu einer massiven Schwächung der JN-Strukturen. Insbesondere die \"JN-Hessen\" um Thassilo Hantusch kömpft derzeit mit schwindenen Mitgliederzahlen. Zwar konnten in der Vergangenheit mehrere Zeltlager durchgeführt werden, so im Jahr 2014 ein \"JN-Sommerlager\", die personellen Sorgen des hessischen JN-Landesverbandes konnten damit allerdings nicht behoben werden. Teilnehmer*innen des \"JN-Pfingstlagers 2015\" wurde im Vorfeld aufgetragen entsprechende Kleidung mit sich zu führen. Zur Uniformierung gehörte eine lange schwarze Hose sowie ein weißes Hemd. Weibliche Aktivistinnen trugen einen roten Rock. Auch die derzeitige, offensiv geführte Mitgliederwerbung des \"JN-Bundesvorstandes\" um den derzeitigen JN-Bundesvorsitzenden Sebastian Richter, änderte nichts an der mangelnden Mobilisierungsfähigkeit der \"Jungen Nationaldemokraten\" im Rahmen des nun stattgefundenen \"JN-Pfingstlagers\". Zum Rahmenprogramm der Veranstaltung gehörte auch das Singen von Marschliedern. Teilnehmer*innen des \"JN-Pfingstlagers\" versuchten einer Dokumentation ihrer Veranstaltung zu entgehen. Am Nachmittag begannen dann die ersten Schulungsveranstaltungen.. Inwieweit die \"JN Hessen\" um Thassilo Hantusch (rechts), trotz der geringen Anzahl von Teilnehmer*innen die Veranstaltung als Erfolg werten bleibt abzuwarten.","date":"23 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-23/","section":"Fotos","summary":"Am 23.05.2015 fand im hessischen Lützellinden das \"Pfingstlager 2015\" der \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) statt.","title":"JN-Pfingstlager in Lützellinden (Hessen)"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/l%C3%BCtzellinden/","section":"Orte","summary":"","title":"Lützellinden"},{"city":"Petersdorf","content":"Am Sonntag, den 10.05.2015 fand im niedersächsischen Petersdorf (Bösel) der Landesparteitag der NPD Niedersachsen statt. Die Räumlichkeiten auf welche die NPD Niedersachsen zurückgriff wurden erst am Vortag der Veranstaltung angemietet. Zum nunmehr 50ten Landesparteitag der niedersächsischen NPD erschienen insgesamt 52 Anhänger*innen der neonazistischen Partei. Ulrich Eigenfeld, Landesvorsitzender der NPD Niedersachsen während der Veranstaltung Bildmitte: Matthias Ries, seines Zeichens \"Bildungsleiter\" der niedersächsischen NPD Vor Ort war ebenfalls Peter Walde, der Landesvorsitzende der NPD Sachsen-Anhalt Der ehemalige niedersächsische NPD-Landesvorsitzende Manfred Börm während der Anreise Zum Programm des Landesparteitages gehörte die Wahl eines neuen Landesvorstandes. Der bisherige Landesvorstand Ulrich Eigenfeld wurde in seinem Amt bestätigt, Gegenkandidat*innen gab es nicht...  DemokratieverstÃ¤ndinis der NPD Deligierten Bildmitte: Ingo Helge, der neue stellvertretende NPD Landesvorsitzende. Der Landesparteitag wurde von einem Ordnerdienst geschützt, der sich vornehmlich aus Mitgliedern der NPD-Jugendorganisation der \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) zusammensetzte. Der NPD-Bundesvorsitzende Frank Franz war ebenfalls anwesend und hielt im Verlauf des Landesparteitages einen Redebeitrag. Schwarze Sonne auf dem Unterarm und einen SS-Ring auf den Ringfinger tätowiert... Gegen etwa 18:00 Uhr wurde die Veranstaltung für beendet erklärt. ... ... ... ... ... ... ...","date":"10 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-10/","section":"Fotos","summary":"Am Sonntag, den 10.05.2015 fand im niedersächsischen Petersdorf (Bösel) der Landesparteitag der NPD Niedersachsen statt.","title":"Landesparteitag der NPD Niedersachsen in Petersdorf"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"Am 06.05.2015 fand eine bundesweite Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterrorist*innen statt. Unter dem Namen \"Oldschool Society\" agierte die Neonazigruppierung bislang weitestgehend offen im Internet Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft waren bundesweit etwa 250 Polizeibeamte unter Führung des Bundeskriminalamts im Einsatz, darunter Spezialkräfte der Bundespolizei. Die Polizeiaktion führte zur Festnahme von insgesamt vier Personen welche dem Kern der Gruppierung zugerechnet werden. Ausgangspunkt für die Ermittlungen sollen nachrichtendienstliche Erkenntnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz sowie der beteiligten Landesämter für Verfassungsschutz gewesen sein nach denen die Gruppierung Anschläge auf namenhafte Salafisten, Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte geplant habe. Die Wohnungen der nun Festgenommenen und weiterer fünf Beschuldigter sowie weitere Räumlichkeiten wurden durchsucht. Neben Sachsen fanden die Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern statt. Der nun festgenommene Andreas Hafemann, ein Unternehmer aus Augsburg der als \"Präsident\" der Gruppierung in Erscheinung trat. Auf der Internetpräsenz der Gruppierung fanden sich hinreichende Belege für Gewaltphantasien und einen offenen Bezug zu Waffen. Auch der 56jährige, mutmaßliche Anführer der Gruppierung bildete dabei keine Ausnahme. ...Selbstverständnis der \"Oldschool Society\" Markus W. seines Zeichens \"Vizepräsident\" der Gruppierung... Bei dem \"Vizepräsidenten\" Markus Wilms aus Borna handelt es sich um kein unbeschriebens Blatt im Kontext der bundesweiten Neonaziszene. Als Aktivist der im Jahr 2012 verbotenen Neonazigruppierung \"Kameradschaft Aachener Land\" (KAL) trat er bereits hinreichend in Erscheinung. Hier bei einem Neonaziaufmarsch im April 2009 im nordrhein-westfälischen Stolberg. Die \"Kameradschaft Aachener Land\" geöhrte bis zu ihrem Verbot zu den aktivsten Neonazigruppierungen in Nordrhein-Westfalen mit engen Verbindungen in die überregionale Neonaziszene. Nach Eigenangaben verfügte die \"Oldschool Society\" auch über einen eigenen \"Pressesprecher\". Olaf Ogorek aus Bochum hatte nach eigenen Angaben das \"Amt für Presse und  Öffentlichkeit\" inne. Zuvor agierte Olaf Ogorek im Zusammenhang mit der Neonazigruppierung \"Vereinigte Kameradschaft Deutschland\" (VDK) ... Öffentlichkeitsarbeit von Olaf Ogorek... Dieser veröffentlichte vor allem Bildmaterialien auf der Internetseite der Gruppierung und nahm in seiner Funktion an diversen Demonstrationen der Neonaziszene teil. Hier am 28.03.2015 in Dortmund. Ein Teil der Führungsspitze der Gruppierung bei einer internen Feier. Zu den Festgenommenen gehührt auch Denise Vanessa Grünberg. Mitglieder der \"Oldschool Society\" agierten nicht nur im Zusammenhang mit der Neonazi- und Hooliganszene sondern wie dieses Mitglied im Kontext eines Rockerclubs Bei den nun stattgefundenen Durchsuchungen wurden pyrotechnische Sprengmittel sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Rechts im Bild: Der Beschuldigte Marcel Lewerenz aus Wilhelmsburg bei Ueckermünde Im Jahr 2012 kandidierte Lewerenz, welcher ursprünglich aus Sachsen stammt für die NPD im Landkreis Zwickau Die ebenfalls Beschuldigten Kevin und Janine Link.. Auch der Beschuldigte Florian Wutzl ist kein Unbekannter. Wutzl wurde auf der \"Gefangenenliste\" des \"Nationalen Widerstandes Berlin\" geführt. Der NW-Berlin hat die Arbeit der verbotenen \"Hilfsorganisation für Nationale Gefangene\" (HNG) nach dem Verbot der Organisation weitergeführt und Listen verbreitet um den Kontakt zu inhaftierten Neonazis aufrecht zu erhalten. Wutzl wurde auf der Liste mit einer Postanschrift in Landshut geführt. Inwieweit es sich bei der \"Oldschool Society\" tatsächlich um eine \"terroristische Gruppierung\" handelt bleibt abzuwarten. Das es sich bei den Festgenommenen um gewaltbereite Neonazis handelt steht dagegen außer Frage. Die Festgenommen wurden nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft am heutigen und morgigen Tage dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. ... aus einem Youtube-Video des \"Vizepräsidenten\" Markus Wilms ... ... aus einem Youtube-Video des \"Vizepräsidenten\" Markus Wilms ...","date":"6 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-06/","section":"Fotos","summary":"Am 06.05.2015 fand eine bundesweite Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterrorist*innen statt.","title":"Polizeirazzia gegen Neonazigruppe \"Oldschool Society\""},{"city":"Erfurt","content":"","date":"2 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-02/","section":"Fotos","summary":"","title":"Aufmarsch von Hooligans und Neonazis in Erfurt"},{"city":"Mönchengladbach","content":"","date":"1 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-01-moenchengladbach/","section":"Fotos","summary":"","title":"1. Mai Demonstration der NPD in Mönchengladbach"},{"city":"Saalfeld","content":"","date":"1 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-01-saalfeld/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazi-Demonstration am 1. Mai in Saalfeld"},{"city":"Essen","content":"","date":"1 Mai 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-05-01-essen/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch in Essen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/saalfeld/","section":"Orte","summary":"","title":"Saalfeld"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/l%C3%BCneburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Lüneburg"},{"city":"Lüneburg","content":"Einer der letzten großen Auschwitz-Prozesse begann heute vor dem Landgericht Lüneburg. Noch vor dem eigentlichen Beginn des Prozesses erschien eine Gruppe Neonazis um in die Gerichtsverhandlung zu gelangen. Angeführt wurde die Gruppe vom Neonazikader Thomas Wulff, dem derzeitigem NPD-Landesvorsitzendem von Hamburg Bereits im Vorfeld hatte es Ankündigungen gegeben das Neonazis versuchen würden der Verhandlung beizuwohnen. v.L.n.R.: Holger Niemann kommisarischer Vorsitzender der Partei \"Die Rechte\" in Niedersachsen, Thomas Wulff, Beisitzer im NPD Bundesvorstand und Vorsitzender der NPD Hamburg, sowie Markus Walter, neonazistischer Versandhändler und Mitglied der Partei \"Die Rechte\" Die angereisten Neonazis wurden von Polizeikräften anfangs aufgehalten. Thomas Wulff, genannt \"Steiner\" ...   ... ein selbstgegebener Spitzname welche an \"Felix Steiner\" einen General der Waffen-SS erinnern soll. 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Die Vortrag bezog sich auf das Gerichtsverfahren gegen das \"Aktionsbüro Mittelrhein\" in Koblenz. Das Interesse an dem szeneinternen Vortrag hielt sich jedoch in Grenzen. Lediglich knapp 20 Teilnehmer*Innen nahmen an der Veranstaltung teil. 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Die Veranstaltung der Salafisten wurde allerdings bereits im Vorfeld durch die Behörden der Hansestadt untersagt. Dies hielt die \"Gemeinsam-Stark e.V\" - Anhänger*Innen nicht davon ab weiterhin nach Hamburg zu mobilisieren. Einsatzkräfte der Polizei begleiteten jedoch die Anreise und erteilten den überraschten Neonazis ein weitreichendes Stadtverbot... ... so das die angereisten Teilnehmer*Innen unverrichteter Dinge wieder die Rückreise antreten mussten. Andere Teilnehmer*Innen erreichten den Hauptbahnhof erst gar nicht. \"Gemeinsam-Stark e.V\" - Anhänger*Innen aus Bremen wurden bereits in Hamburg Harburg aus dem Zug geleitet. Erschwerend hinzu kam ein offensichtliches Mobilisierungsproblem. Nur einige Dutzend Anhänger*Innen machten sich am vergangenen Sonntag auf den Weg nach Hamburg. Die Teilnehmer*Innen bestiegen daraufhin erneut die Züge und reisten anschließend stundenlang durch halb Norddeutschland. 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Die Veranstalter_Innen hatten zum \"Kaufen, Tauschen, Schmökern oder Fachsimpeln\" zur 2. Norddeutschen Bücherbörse geladen. Der Neonazi Sven Krüger aus Jameln öffnete anreisenden Teilnehmer_Innen das Tor. Einsatzkräfte der Polizei kontrollierten die anreisenden Neonazis vor dem Betreten des Grundstückes  Zur Veranstaltung erschienen Teilnehmer_Innen aus überregionalen Zusammenhängen. Die Teilnehmer_Innen kamen unter anderem aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen  Im Rahmen der Veranstaltung fand ein Vortrag von Klaus Grotjahn statt, welcher über seine Zeit als Pimpf des \"Deutschen Jungvolkes\" und seinen \"Einsatz\" im 2. Weltkrieg berichtete. Anreisende Teilnehmer in der Polizeikontrolle... Unter den Teilnehmer_Innen befanden sich auch eine Vielzahl von Kleinkindern, die von ihren Eltern auf die Veranstaltung gebracht wurden. Auch den ehemaligen Landesvorsitzenden der NPD-Thüringen, Patrick Wieschke (links) zog es ins Thinghaus. 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Tollensemarsch teil.","date":"31 Januar 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-01-31/","section":"Fotos","summary":"Am 31.01.2015 fand in Mecklenburg-Vorpommern der sogenannte Tollense-Marsch statt","title":"31.01.2015 Tollense-Marsch 2015"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/neubrandenburg/","section":"Orte","summary":"","title":"Neubrandenburg"},{"city":"Bremen","content":"Am 30.01.2015 fand der Bundesparteitag der AfD im Maritim Hotel in Bremen statt. Anläßlich der Veranstaltung fanden rund 2000 AnhängerInnen der rechtspopulistischen Partei den Weg in die Hansestadt. Eine neue Parteisatzung sollte verabschiedet werden. Gustav Greve, Mitglied des Bundesvorstandes der AfD und Leiter des AfD-Arbeitskreises Europapolitik Alexander Gauland, Gründungsmitglied und stellvertretender Sprecher der AfD. Gauland, Landesvorsitzender der AfD-Brandenburg trat in der Vergangenheit mit rechtspopulistischen Forderungen in Erscheinung Frauke Petry, seit dem Jahr 2013 ist sie eine von drei AfD-Parteisprechern und Vorsitzende der AfD-Sachsen Der AfD-Bundesgeschäftsführer Georg Pazderski. Zuvor agierte Pazderski als Landesgeschäftsführer der Partei in Berlin Frauke Petry sorgte zuletzt für Schlagzeilen indem sie die Nähe zur Pegida-Bewegung suchte. Die Parteisprecher Bernd Lucke und Frauke Petry Bernd Lucke, Mitbegründer der AfD während seiner Eröffnungsrede Lucke verlaß im Rahmen der Veranstaltung eine Persönliche Erklärung in welcher er die Arbeit der Partei als \"Stümperhaft\" bezeichnete Konrad Adam, einer der drei Sprecher der AfD Bundespartei während seiner Eröffnungsrede. Der ehemalige  Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sowie Chefkorrespondent und Kolumnist der Welt machte Stimmung gegen antifaschistisches Engagement. Frauke Petry hielt die eigentliche Eröffnungsrede des AfD-Bundesparteitages. Petry wetterte gegen den \"geschmacksfreien und visionslosen Brei der etablierten Parteien\" und \" Gender-Wahnsinn\". Petry und Lucke während der Eröffnungsrede. Die Fraktionsvorsitzende der AfD im sächsischen Landtag erntete für ihre Rede johlenden Applaus der angereisten Anhängerschaft Der AfD Bundesvorstand Der AfD Bundesvorstand Der AfD Bundesvorstand Piet Leidreiter, Bundesschatzmeister und Schatzmeister des AfD-Landesverbandes Bremen Der vormalige NPD-Aktivist Björn J. Neumann aus Hamburg am Rande des AfD-Bundesparteitages. Die AfD Mitglieder stimmten während des nunmehr stattgefundenen Parteitages über eine neue Parteisatzung ab. Mit einem Vorsprung von lediglich 15 Stimmen wurde die neue Parteisatzung angenommen. AfD Mitglied und HAGIDA Aktivist während der VEranstaltung Die neue Satzung gibt der Parteiführung größeren Handlungsspielraum und gilt als antidemokratischer Eingriff in die bisherigen Parteistrukturen. Am Samstag formierte sich lautstarker Gegenprotest gegen den AfD-Bundesparteitag. AnhängerInnen der Partei ließen es sich nicht nehmen die DemonstratInnen zu beschimpfen.","date":"30 Januar 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-01-30/","section":"Fotos","summary":"Am 30.01.2015 fand der Bundesparteitag der AfD im Maritim Hotel in Bremen statt.","title":"30.01. bis 01.02.2015: Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD)"},{"city":"Hannover","content":"","date":"26 Januar 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-01-26/","section":"Fotos","summary":"","title":"26.01.2015 \"HAGIDA\" und organisierte Neonazis in Hannover"},{"city":"Braunschweig","content":"","date":"19 Januar 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-01-19/","section":"Fotos","summary":"","title":"19.01.2015 \"Bragida\" in Braunschweig"},{"city":"Hannover","content":"","date":"12 Januar 2015","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2015-01-12/","section":"Fotos","summary":"","title":"12.01.2015 \"Hagida\" in Hannover"},{"city":"Hannover","content":"","date":"22 November 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-11-22/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazikundgebung in Hannover"},{"city":"Hannover","content":"","date":"15 November 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-11-15/","section":"Fotos","summary":"","title":"HoGeSa in Hannover"},{"city":"Jever","content":"","date":"25 Oktober 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-10-25/","section":"Fotos","summary":"","title":"25.10.2014 NPD-Kundgebung in Jever"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/jever/","section":"Orte","summary":"","title":"Jever"},{"city":"Stralsund","content":"","date":"11 Oktober 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-10-11/","section":"Fotos","summary":"","title":"11.10.2014 NPD-Trauermarsch in Stralsund"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/stralsund/","section":"Orte","summary":"","title":"Stralsund"},{"city":"Bad Nenndorf","content":"","date":"2 August 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-08-02/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/gro%C3%9F-ber%C3%9Fen/","section":"Orte","summary":"","title":"Groß Berßen"},{"city":"Groß Berßen","content":"","date":"30 März 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-03-30/","section":"Fotos","summary":"","title":"NPD-Niedersachsen 49ter Landesparteitag"},{"city":"Münster","content":"","date":"22 März 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-03-22/","section":"Fotos","summary":"","title":"22.03.2014 1000 Kreuzemarsch in Münster"},{"city":"Weyhe","content":"","date":"14 März 2014","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2014-03-14/","section":"Fotos","summary":"","title":"14.03.2014 Mahnwachen in Weyhe"},{"city":"Osnabrück","content":"","date":"6 Dezember 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-12-06/","section":"Fotos","summary":"","title":"NPD-Kundgebung gegen das NPD-Verbotsverfahren in Osnabrück"},{"city":"Bad Nenndorf","content":"","date":"2 November 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-11-02/","section":"Fotos","summary":"","title":"Kundgebung und Aufmarsch in Bad Nenndorf"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/emsland/","section":"Orte","summary":"","title":"Emsland"},{"city":"Emsland","content":"Am Donnerstag, 10.10.2013 fand in der emsländischen Gemeinde Groß Berssen\nein Konzert mit dem szenebekannten Sänger -Lunikoff- statt.  Michael Regener, wie der Neonazirocker mit bürgerlichem Namen heißt, war Sänger\nder Band -Landser-, die als kriminelle Vereinigung verboten wurde. In der Gaststätte -Zur singenden Wirtin- fanden sich nach Polizeinagaben\nca. 80 Neonazis ein, darunter der bekannte Hildesheimer Neonazi Dieter Riefling sowie der Meppener Daniel Giese, besser bekannt als Rechtsrocker mit dem Pseudonym -Gigi-. Auch war der Liedermacher -Lokis Horden- (Kai Rolf Müller) aus dem Harz war anwesend. Außerdem waren Teilnehmer_innen aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim, dem Harz, Leipzig, Osnabrück Minden und darüber hinaus aus den Niederlanden zugegen. Auffällig viele ältere Neonazis, die dem verboteten Neonazinetzwerk -Blood \u0026 Honour- zugerechnet werden, waren vor Ort.  Organisator des Abend war der Voristzende des NPD-Unterbezirks\n-Emsland-Grafschaft Bentheim-, Tobias Richter aus Haselünne. 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Die erste Kundgebung fand vor dem Islamischem Kulturzentrum in der Bahnhofsvorstadt\nstatt Anchließend ging es zu Furqan-Moschee in Bremen Walle Auch auf den Goetheplatz vor dem Bremer Theater (Ostertor/Steintor) verschlug es die angereisten TeilnehmerInnen  Blockierte Kundgebung \"Am Neuen Markt\" in der Neustadt Ausweichstandort in der Lahnstr./Rheinstr. (Neustadt)  Zusammenfassung...","date":"23 August 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-08-23/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Freitag, den 23.08.2013 fanden mehrere Kundgebungen der rassistischen \"Bürgerbewegung Pro Deutschland\" in der Hansestadt Bremen statt.","title":"Kundgebung der \"Bürgerbewegung Pro Deutschland\" in Bremen"},{"city":"Niedersachsen","content":"August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Auch nach Bremen-Vegesack verschlug es die Teilnehmer der NPD-Deutschlandtour August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Am Freitag den 16.08.2013 war die NPD dann unter anderem im niedersaechsischen Osnabrueck August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover August 2013: Nachtrag: Die NPD am 15.08.2013 in Hannover","date":"16 August 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-08-16/","section":"Fotos","summary":"August 2013: Die NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen machte am 14.08.2013 Station in Oldenburg","title":"August 2013: NPD-Wahlkampftour in Niedersachsen"},{"city":"Bad Nenndorf","content":"Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf 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Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf","date":"3 August 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-08-03/","section":"Fotos","summary":"Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf …","title":"Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf"},{"city":"Kirchweyhe","content":"Am vergangenen Samstag versammelten sich rund 80 Neonazis im niedersächsischen Kirchweyhe Zum wiederholten Mal versuchten diese den Tod eines jungen Mannes für die eigenen Zwecke propagandistisch auszunutzen. Einsatzkräfte der Polizei zu Beginn der Veranstaltung Der Bahnverkehr musste mehrfach unterbrochen werden ... ... was leider zu erheblichen Verspätungen sorgte. Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Gegenproteste in Kirchwehye Gegenproteste in Kirchwehye Gegenproteste in Kirchwehye Gegenproteste in Kirchwehye Gegenproteste in Kirchwehye Demonstrat_Innen versuchten die Route der Neonazis zu blockieren. Polizeikräfte unterbanden die Aktion...  Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Der Neonazifunktionär Thomas Wulff. Der Neonazi war zuvor mit einem Redeverbot der NPD belegt worden, nutze aber die Gelegenheit eines \"offenen Bürgermikrophones\" um das Verbot zu umgehen.  Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe Neonazis in Kirchweyhe","date":"11 Mai 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-05-11/","section":"Fotos","summary":"Am vergangenen Samstag versammelten sich rund 80 Neonazis im niedersächsischen Kirchweyhe","title":"Neonaziaufmarsch in Kirchweyhe"},{"city":"Dortmund","content":"Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Organisiert wurde die Veranstaltung durch die neu gegründete Partei \"Die Rechte\" Insgesamt reisten etwa 400 Neonazis zu der Veranstaltung an. Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Gegendemonstrat_Innen in Sichtweite des Neonaziaufmarsches Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Antifaschistische Gegendemonstration anläßlich des Neonaziaufmarsches am 1.Mai in Dortmund Neonaziaufmarsch am 1.Mai in Dortmund Antifaschistische Gegendemonstration anläßlich des Neonaziaufmarsches am 1.Mai in Dortmund Antifaschistische Gegendemonstration anläßlich des Neonaziaufmarsches am 1.Mai in Dortmund","date":"1 Mai 2013","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2013-05-01/","section":"Fotos","summary":"Organisiert wurde die Veranstaltung durch die neu gegründete Partei \"Die Rechte\"","title":"Neonazis am 1.Mai in Dortmund"},{"city":"Kirchheim","content":"","date":"27 Oktober 2012","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2012-10-27/","section":"Fotos","summary":"","title":"JN Bundeskongress 2012 in Kirchheim"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/kirchheim/","section":"Orte","summary":"","title":"Kirchheim"},{"city":"Wismar","content":"","date":"20 Oktober 2012","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2012-10-20/","section":"Fotos","summary":"","title":"Aufmarsch der Jungen Nationaldemokraten (JN) in Wismar"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wismar/","section":"Orte","summary":"","title":"Wismar"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/emsdetten/","section":"Orte","summary":"","title":"Emsdetten"},{"city":"Emsdetten","content":"Am 13.10. versammelten sich über 500 Menschen am Emsdettener Bahnhof um sich an einer Demonstration gegen NEonazis zu beteiligen. 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Für die anstehenden Parlamentswahlen werden der neonazistischen Partei nur sehr begrenzte Wahlerfolge prognostiziert. Im Vergleich zu den Vorjahren war die Szenerie am vergangenen Samstag auf dem „Náměstí Jiřího z Poděbrad“ in Prag vor allem von Leere geprägt. Waren 2008 und 2009 noch mehrere hundert NeofaschistInnen zu der Veranstaltung im Herzen der tschechischen Hauptstadt angereist, ließen die TeilnehmerInnenzahlen des diesjährigen Aufmarsches eklatante Mobilisierungsprobleme erkennen. So folgten in diesem Jahr lediglich hundert UnterstützerInnen dem Aufruf der tschechischen Neonazipartei. Eine nicht ganz unbegründete Boykotthaltung. Nachdem im Zuge des DS-Verbotsverfahrens, einer Vorgängerorganisation der DSSS („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“), mehrere Parteimitglieder vorübergehend inhaftiert wurden, hatte sich die DS-Führungsspitze von diesen und militanten Teilen der rechtsradikalen Szene distanziert. Vor allem AktivistInnen der „Autonomen Nationalisten“ und des militanten Neonazi-Netzwerks „Národní odpor“ („Nationaler Widerstand“) reagierten auf diese Imagekampagne mit großen Unmut und bleiben seitdem jeglichen öffentlichen Aktionen der Nachfolgepartei DSSS fern. Der DSSS-Parteivorsitzende Tomáš Vandas, in Tschechien als langjähriger Neonazifunktionär überregional bekannt, hatte bis zum Januar 2010 bereits die „Dělnická Strana (DS)“ angeführt. Nachdem ein erstes Verbotsverfahren im Sommer 2009 gescheitert war, hatte das tschechische Innenministerium Anfang diesen Jahres, zeitgleich mit Razzien in mehreren Städten, die Partei mit Berufung auf deren Verfassungsfeindlichkeit verbieten lassen. Da die Verbotsverfügung sich aber lediglich auf die DS selbst und nicht auf eventuelle Nachfolgestrukturen erstreckte, meldeten Prager Neonazikader schon im Vorfeld des Verbots die jetzt zur Nachfolgepartei gewordenen DSSS an – offizielle Anmelderin der Partei ist nun die Mutter Tomáš Vandas. Noch unter dem Namen der DS hatten Vandas und Mitglieder der NPD versucht, die Kontakte zwischen den Parteien zu intensivieren und in regen Austausch zu treten, was sich seit dem formellen Verbot nicht geändert hat. Aufgrund der am kommenden Sonntag anstehenden Parlamentswahlen verzichteten antifaschistische Gruppen auf eine direkte Gegendemonstration. Eine Sprecherin der „Antifašistická akce“ („Antifaschistische Aktion“) erklärte am Samstag im Rahmen des alternativen Festivals „MayDay“, man wolle „einem Missbrauch antifaschistischer Proteste für Wahlkampfzwecke egal welcher Parteien“ vorbeugen und – entgegen der sonstigen Praxis – eine Woche vor dem Urnengang der DSSS „nicht mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, als nötig“. Bei den Europawahlen im vergangenen Jahr konnte die DS mit mehr als 26.000 Stimmen rund 1% der Gesamtstimmen auf sich vereinen und kam somit in den Genuss einer vollen Wahlkampfkostenrückerstattung. Für den kommenden Sonntag könnte die DSSS, nach Ansicht tschechischer Wahlforscher_innen, an dieser Hürde allerdings scheitern. In diesem Fall dürften sich zu den schon vorhandenen Schwierigkeiten der DSSS auch bald noch finanzielle Engpässe gesellen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2011.05.01/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Ähnlich wie in der Bundesrepublik versuchten NeofaschistInnen auch im benachbarten Tschechien die klassisch linke Tradition des „Internationalen Tages der Arbeit“ für die eigenen propagandistischen Zwecke zu nutzen. So auch in diesem Jahr, als sich etwa 100 AnhängerInnen der erst kürzlich gegründeten Neonazipartei „Dělnická strana sociální spravedlnosti (DSSS)“ zu einer Kundgebung in der Prager Innenstadt versammelten. Die geringe Beteiligung lässt auch auf die aktuelle Relevanz der DSSS in Tschechien schließen. Für die anstehenden Parlamentswahlen werden der neonazistischen Partei nur sehr begrenzte Wahlerfolge prognostiziert. Im Vergleich zu den Vorjahren war die Szenerie am vergangenen Samstag auf dem „Náměstí Jiřího z Poděbrad“ in Prag vor allem von Leere geprägt. Waren 2008 und 2009 noch mehrere hundert NeofaschistInnen zu der Veranstaltung im Herzen der tschechischen Hauptstadt angereist, ließen die TeilnehmerInnenzahlen des diesjährigen Aufmarsches eklatante Mobilisierungsprobleme erkennen. So folgten in diesem Jahr lediglich hundert UnterstützerInnen dem Aufruf der tschechischen Neonazipartei. Eine nicht ganz unbegründete Boykotthaltung. Nachdem im Zuge des DS-Verbotsverfahrens, einer Vorgängerorganisation der DSSS („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“), mehrere Parteimitglieder vorübergehend inhaftiert wurden, hatte sich die DS-Führungsspitze von diesen und militanten Teilen der rechtsradikalen Szene distanziert. Vor allem AktivistInnen der „Autonomen Nationalisten“ und des militanten Neonazi-Netzwerks „Národní odpor“ („Nationaler Widerstand“) reagierten auf diese Imagekampagne mit großen Unmut und bleiben seitdem jeglichen öffentlichen Aktionen der Nachfolgepartei DSSS fern. Der DSSS-Parteivorsitzende Tomáš Vandas, in Tschechien als langjähriger Neonazifunktionär überregional bekannt, hatte bis zum Januar 2010 bereits die „Dělnická Strana (DS)“ angeführt. Nachdem ein erstes Verbotsverfahren im Sommer 2009 gescheitert war, hatte das tschechische Innenministerium Anfang diesen Jahres, zeitgleich mit Razzien in mehreren Städten, die Partei mit Berufung auf deren Verfassungsfeindlichkeit verbieten lassen. Da die Verbotsverfügung sich aber lediglich auf die DS selbst und nicht auf eventuelle Nachfolgestrukturen erstreckte, meldeten Prager Neonazikader schon im Vorfeld des Verbots die jetzt zur Nachfolgepartei gewordenen DSSS an – offizielle Anmelderin der Partei ist nun die Mutter Tomáš Vandas. 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Mai in Prag – Tschechische Neonazis im Abseits?"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"","title":"Recherche Nord Archiv"},{"city":"Leipzig","content":"","date":"16 Oktober 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-10-16/","section":"Fotos","summary":"","title":"16.10.2010 Neonazikundgebung in Leipzig"},{"city":"Leipzig","content":" „[Der] Kessel wird unter allen Umständen leer bleiben, denn wir benötigen ihr Recht nicht, um unseres durchzusetzen.“ Mit diesen kämpferischen und entschlossenen Worten mobilisierten Leipziger Neonazis um ihren Führungskader Tommy Naumann, dem Landesvorsitzenden der JN Sachsen, am 16.10.2010 in „ihre“ Stadt, nachdem aus den vier ursprünglich geplanten Demonstrationen nach einem Verbot und der Zusammenlegung der restlichen Aufzüge eine stationäre Kundgebung am Hauptbahnhof genehmigt wurde.\nAm Ende fanden sich dennoch überschaubare 150 Neonazis im Polizeikessel an der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofs ein. Die TeilnehmerInnen, welche vor allem dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ zuzurechnen sind, kamen überwiegend aus Sachsen und den angrenzenden Bundesländern, einige reisten jedoch auch aus weiter entfernten Regionen wie dem Ruhrgebiet und Niedersachsen an. Aussenwirkung konnten sie an diesem regnerischen Nachmittag in Leipzig sicherlich nicht erzielen, fanden sie sich doch neben dem Polizeikessel auch noch von hunderten Gegendemonstrant_innen abgeschirmt.\nDies wirkte sich sichtbar demotivierend auf die Stimmung der Neonazis aus. Auf die eigenen Redebeiträge gab es keine wahrnehmbare Reaktion und auch eigene Sprechchöre stellten eher die Ausnahme dar. Nach nicht einmal zwei Stunden entschied sich der Versammlungsleiter der stationären Kundgebung die Veranstaltung aufzulösen.Zur gleichen Zeit tummelten sich etwa 100 Neonazis im NPD Büro in der Odermannstrasse im Leipziger Stadtteil Lindenau. Auch diese wurden jedoch von Gegendemonstrat_innen belagert.\nWeitere kleine Spontandemonstrationen fanden in einigen Stadtteilen Leipzigs sowie bei der Anreise nach Leipzig in Geithain und Halle und nach der Abreise in Borna und Jena statt.Die tatsächliche Anzahl der TeilnehmerInnen der Aktivitäten blieb aber dennoch weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Auf den unterschiedlichen Veranstaltungen fanden sich zumindest partiell die gleichen Personen wieder, sodass sich realistischerweise an diesem Tag nicht mehr als etwa 500 Neonazis an den verschiedenen Aktionen beteiligten.\nWie genau die Neonazis trotz der geringen TeilnehmerInnenzahl als auch der kaum vorhandenen Außenwirkung des „neuen“ Konzepts von spontanen und dezentralen Aktionen zu ihrer erfolgreichen Einschätzung des Tagesverlaufs gelangen, bleibt im Dunkeln. Inwieweit sich diese Aktionsform dennoch etablieren kann und auf andere Veranstaltungen und Städte übertragbar ist, wird sich bei kommenden Grossdemonstrationen der Neonazis zeigen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.10.16/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"„[Der] Kessel wird unter allen Umständen leer bleiben, denn wir benötigen ihr Recht nicht, um unseres durchzusetzen.“ Mit diesen kämpferischen und entschlossenen Worten mobilisierten Leipziger Neonazis um ihren Führungskader Tommy Naumann, dem Landesvorsitzenden der JN Sachsen, am 16.10.2010 in „ihre“ Stadt, nachdem aus den vier ursprünglich geplanten Demonstrationen nach einem Verbot und der Zusammenlegung der restlichen Aufzüge eine stationäre Kundgebung am Hauptbahnhof genehmigt wurde.","title":"Am Ende doch im Kessel..."},{"city":"Bad Nenndorf","content":" Am vergangenen Samstag versammelten sich 870 Neonazis, vorwiegend aus dem Spektrum der freien Kameradschaften und der autonomen Nationalisten, im niedersächsischen Bad Nenndorf zu einem “Trauermarsch”. Zu der von Marcus Winter angemeldeten Veranstaltung erschienen neben niedersächsischen Neonazis auch TeilnehmerInnen aus dem Ruhrgebiet, Berlin, Sachsen, Bayern und anderen Regionen.\nEinige Führungskader, die in bei dem jährlichen Aufmarsch bisher zentrale Aufgaben wahrgenommen hatten, etwa Thomas Wulff, fehlten allerdings in diesem Jahr. Während es den Neonazis zunächst gelang die Demonstration im Stil eines Trauermarsches zu halten, zeigte sich gegen Ende die provokante Attitüde der autonomen Nationalisten. So wurde kurz vor Auflösung der Versammlung ein verbotenes HJ-Lied angestimmt. Anschließend versammelte sich ein Teil der Neonazis in Minden und kündigte dort an eine Spontandemonstration durchzuführen zu wollen.\nDer Trauermarsch in Bad Nenndorf fand bereits zum fünften Mal statt. Begleitet wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr von zahlreichen GegendemonstrantInnen, die ihren Protest in vielfältiger Form zum Ausdruck brachten, so unter anderem durch die erneute Platzierung einer Betonpyramide auf der Route der Neonazis sowie die offensichtlich zur WM in Mode gekommenen Vuvuzelas, und damit eine gewisse zeitliche Verzögerung verursachten.\nHintergründe zum Aufmarsch in Bad Nenndorf: []","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.08.14/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Samstag versammelten sich 870 Neonazis, vorwiegend aus dem Spektrum der freien Kameradschaften und der autonomen Nationalisten, im niedersächsischen Bad Nenndorf zu einem \"Trauermarsch\". Zu der von Marcus Winter angemeldeten Veranstaltung erschienen neben niedersächsischen Neonazis auch TeilnehmerInnen aus dem Ruhrgebiet, Berlin, Sachsen, Bayern und anderen Regionen.","title":"Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf"},{"city":"Bad Nenndorf","content":"https:///","date":"14 August 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-08-14/","section":"Fotos","summary":"https:///","title":"Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf"},{"city":"Wildeshausen","content":"","date":"31 Juli 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-07-31/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazikundgebung in Wildeshausen"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/wildeshausen/","section":"Orte","summary":"","title":"Wildeshausen"},{"city":"Wildeshausen","content":" Warum er sich ausgerechnet die Kleinstadt Wildeshausen für die Kundgebung der niedersächsischen DVU „Für Arbeit - Soziale Gerechtigkeit und Sicherheit“ ausgesucht hatte, wollte Hans-Gerd Wiechmann nicht verraten. Falls er sich von der Bevölkerung dieses, lange Zeit von neofaschistischen Aktivitäten verschont gebliebenen, Ortes Unterstützung oder gar Beteiligung erhofft hatte, wurden seine Hoffnungen an diesem Samstag, dem letzten im Juli, wie schon so oft enttäuscht. Die verschwindend geringe TeilnehmerInnenzahl von 15 zeigte deutlich den momentanen Zustand der niedersächsischen DVU. Dabei gehörten etliche TeilnehmerInnen noch nicht einmal zum niedersächsischen Parteipotential sondern waren aus Kiel oder im Schlepptau von Christian Worch aus Hamburg angereist. Lediglich aus dem Emsland und dem Ammerland hatte es ein paar DVUler nach Wildeshausen gezogen, einige von ihnen zogen es allerdings offenbar vor, das Geschehen lieber aus einem Straßencafé zu verfolgen.\nDort bestand leider nicht die Möglichkeit die beiden Redebeiträge zu verfolgen. Das verunmöglichte der lautstarke Protest der über 600 Gegendemonstrant_innen und die unermüdlich spielende Sambagruppe. Darunter litten auch sicht- und vor allem hörbar die beiden Redner. Der sichtlich nervöse Wiechmann verwandelte schon beim Verlesen der Auflagen „Behindertenhunde“ in „behinderte Hunde“ und drohte dann den Menschen auf der anderen Seite der Gitter damit, dass „wer Sturm säen - Wind ernten“ würde.\nWährend Christian Worch als erster Redner gegen unfähige Politiker schimpfte und die 700jährige Demokratie der Schweiz als gelebte Form einer Mitbestimmung des Volkes hochlobte, sprang Wiechmann in seinem Redebeitrag recht zusammenhanglos von einem Punkt zum nächsten. Hatte er sich gerade über den angeblich geringen Bildungsstand der deutschen Jugend-Pisastudie ereifert, zeichnete er im nächsten Moment Horrorszenarien von türkischen oder polnischen Polizisten, die mit „Hoheitsbefugnissen“ in Deutschland Dienst tun dürften. Er persönlich, so Wiechmann weiter, wolle sich im Falle einer Verhaftung aber nur von einem deutschen Polizisten den Gummiknüppel überziehen lassen. In einem späteren Teil seiner Rede – dessen Thema deutsche Soldaten in Afghanistan waren - gestand er dann Bin Laden das Recht zu, zu äußern, dass Afghanistans Freiheit im Schwarzwald verteidigt werden dürfe.\nDie Rolle der anderen KundgebungsteilnehmerInnen beschränkten sich derweil auf das Halten eines DVU-Transparentes und einer DVU-Fahne. Beifall war im Programm wohl nicht vorgesehen. So rührte sich auch keine Hand, als Wiechmann mit der Ankündigung, demnächst in Wildeshausen einen bundesweit beworbenen Aufmarsch mit Beteiligung europäischer Freunde durchzuführen, seine Rede beendete. Dass es sich auf dem Wildeshausener Marktplatz nicht um einen gelungenen Versuch, einer totkranken Partei wieder etwas Leben einzuhauchen sondern eher um einen Todesstoß handelte, war zu offensichtlich.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.07.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Warum er sich ausgerechnet die Kleinstadt Wildeshausen für die Kundgebung der niedersächsischen DVU „Für Arbeit - Soziale Gerechtigkeit und Sicherheit“ ausgesucht hatte, wollte Hans-Gerd Wiechmann nicht verraten. Falls er sich von der Bevölkerung dieses, lange Zeit von neofaschistischen Aktivitäten verschont gebliebenen, Ortes Unterstützung oder gar Beteiligung erhofft hatte, wurden seine Hoffnungen an diesem Samstag, dem letzten im Juli, wie schon so oft enttäuscht. Die verschwindend geringe TeilnehmerInnenzahl von 15 zeigte deutlich den momentanen Zustand der niedersächsischen DVU. Dabei gehörten etliche TeilnehmerInnen noch nicht einmal zum niedersächsischen Parteipotential sondern waren aus Kiel oder im Schlepptau von Christian Worch aus Hamburg angereist. Lediglich aus dem Emsland und dem Ammerland hatte es ein paar DVUler nach Wildeshausen gezogen, einige von ihnen zogen es allerdings offenbar vor, das Geschehen lieber aus einem Straßencafé zu verfolgen.","title":"Prügel nur von deutschen Polizisten"},{"city":"Wistedt","content":" Der niedersächsische Landkreis Harburg kommt nicht zur Ruhe. Seit Monaten hinterlassen organisierte Neonazis in der Region eine Spur der Gewalt. Übergriffe sind an der Tagesordnung. So auch am vergangenen Wochenende, als rund 15 militante Neonazis eine Wohngemeinschaft in der Gemeinde Wistedt attackierten. Angesichts der derzeitigen Explosion an Gewaltakten wirkt das Verhalten staatlicher Stellen zunehmend befremdlich. Die nationalsozialistische Ideologie der TäterInnen und der von ihnen propagierte „Kampf um die Straße“ werden von den zuständigen Behörden konsequent in Abrede gestellt, geleugnet und verheimlicht. Geplante Gewalttaten von Neonazis werden zu „Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Jugendgruppen“ herunter gespielt, Opfer zu Täter_innen umgedeutet.\nDie jüngste Attacke am vergangenen Sonntag im niedersächsischen Wistedt offenbarte abermals den derzeitigen Grad der Eskalation. In den frühen Morgenstunden verschafften sich bewaffnete Neonazis gewaltsam Zugang zu einem Wohnhaus. Ihr Ziel: politische Gegner_innen. Mit brachialer Gewalt schlugen die Angreifer auf Körper und Köpfe der Betroffenen ein. Die Bilanz des Überfalls: zwei Schwerverletzte, die im Krankenhaus notversorgt werden mussten. Zuvor hatten die Angreifer ihre Opfer mit Spaten traktiert. „Der ganze Flur war voller Blut“ berichteten Zeug_innen des Angriffs im Nachhinein.\nDie Tat ereignete sich indes nicht ohne Vorankündigung. Das Gebäude war bereits in der Vergangenheit Ziel von Angriffen. Mehrfach wurden vor dem Anwesen neonazistische Hetzparolen und Drohungen gegröhlt, Scheiben wurden zertrümmert. Und auch der jüngste Vorfall kam nicht überraschend. Bereits am Vorabend der Tat versammelte sich in Wistedt eine Gruppe Neonazis, schmierte Parolen und kündigte die geplante Attacke lauthals an. Auch am darauf folgenden Tag neigte man nicht zu verborgenem Vorgehen. Wenige Stunden vor dem Angriff versammelten sich die beteiligten Neonazis, weithin sichtbar, vor dem Jugendzentrum in Tostedt und zogen von dort aus ins benachbarte Wistedt.\nNur wenige Wochen zuvor ereignete sich eine ähnliche Tat im nahe gelegenen Hollenstedt, als vermummte Neonazis ins Innere einer Wohnung eindrangen. Die bewaffneten Angreifer agierten ebenso gewaltbereit wie kompromisslos, schlugen und traten gezielt auf die Köpfe der am Boden liegenden Personen ein und verletzten diese zum Teil schwer. Auch hier galt die Attacke politischen Gegner_innen. Politische Motive, die sich in einem anschließend veröffentlichten Polizeibericht nicht wiederfinden. Dass die namentlich bekannten Angreifer den neonazistischen Gruppen „Nationaler Widerstand Tostedt“ sowie „Gladiator Germania“ zuzurechnen sind - ein eindeutiges Indiz für eine politische Motivation - wurde schlicht ausgeklammert. Die Pressestelle der Polizeidirektion Tostedt degradierte den Vorfall stattdessen zu einem persönlichem Streit, der seit „geraumer Zeit“ existiere.\nDie beiden Gruppierungen gehören zum militanten Netzwerk der „Nationalen Sozialisten Niedersachsen“ (NASO-N), einem organisatorischen Dachverband niedersächsischer Neonazis, welches der Koordinierung politischer Aktivitäten dient - und scheinbar auch der Planung von Gewalttaten, wie die jüngsten Vorfälle vor Augen führen. Neben den, im Landkreis Harburg operierenden, Neonazigruppen gehören Kameradschaftsgruppen aus Schneverdingen, Celle, Hannover, Lüneburg, Uelzen, Hildesheim und Schaumburg zur Organisationsstruktur.\nAngesichts der Vorfälle werfen nicht nur die, in den polizeilichen Pressemitteilungen verbreiteten, Einschätzungen Fragen auf. Zweifelhaft ist auch der von den Behörden praktizierte Umgang mit den Betroffenen. Opferschutz scheint hier ein Fremdwort. Wie auch am vergangenen Wochenende in Wistedt. Einsatzkräfte der Polizei, welche den Ort des Geschehens erreichten, versuchten stattdessen ihrerseits das Gebäude zu stürmen. In dem Wohnhaus hatte sich zu diesem Zeitpunkt eine größere Gruppe Antifaschist_innen versammelt, welche den Betroffenen zu Hilfe geeilt war. Eine Begründung für das gewählte Vorgehen lieferten die eingesetzten Beamten hingegen nicht. Ein karges „Wir dürfen das!“ ersetzte den Durchsuchungsbeschluss und rechtfertigte die anschließende Umstellung des Hauses. „Es ging um die Feststellung der Personalien“, so ein Anwohner. Von den Angreifern fehlte zu diesem Zeitpunkt bereits jede Spur.\nZumindest bis zum nächsten Tag. Als Reaktion auf die Ereignisse des Vortages formierte sich am gestrigen Montag eine Spontandemonstration in Tostedt. In Sprechchören wurde auf die gewaltsamen Aktivitäten der Neonaziszene aufmerksam gemacht. Deren AnhängerInnen hatten sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Ladengeschäft „Streetwear-Tostedt“, einem neonazistischen „Szeneladen“ im benachbarten Todtglüsing versammelt. Unter ihnen auch Mitglieder der sogenannten „Snevern Jungs“, einer als gewaltbereit geltenden Neonazigruppierung aus Schneverdingen. Als sich der antifaschistische Demonstrationszug dem Gebäude näherte, griff die Polizei ein und umstellte die Demonstration. Die angereisten Neonazis versuchten daraufhin die nun Eingeschlossenen zu attackieren. Es kam zu Festnahmen. Mehrere Mitglieder der „Gladiator Germania“ fanden sich anschließend in vorrübergehendem Polizeigewahrsam wieder. Unter ihnen auch Stefan Silar, seines Zeichens Betreiber des „Streetwear Tostedt“.\nDie Verdrängung der Neonaziproblematik verschafft sich indes weiter Raum. Den Betroffenen in Wistedt wurde aufgrund der Attacke der Mietvertrag inzwischen fristlos gekündigt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.05.23/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der niedersächsische Landkreis Harburg kommt nicht zur Ruhe. Seit Monaten hinterlassen organisierte Neonazis in der Region eine Spur der Gewalt. Übergriffe sind an der Tagesordnung. So auch am vergangenen Wochenende, als rund 15 militante Neonazis eine Wohngemeinschaft in der Gemeinde Wistedt attackierten. Angesichts der derzeitigen Explosion an Gewaltakten wirkt das Verhalten staatlicher Stellen zunehmend befremdlich. Die nationalsozialistische Ideologie der TäterInnen und der von ihnen propagierte „Kampf um die Straße“ werden von den zuständigen Behörden konsequent in Abrede gestellt, geleugnet und verheimlicht. Geplante Gewalttaten von Neonazis werden zu „Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Jugendgruppen“ herunter gespielt, Opfer zu Täter_innen umgedeutet.","title":"„Der ganze Flur war voller Blut“ - Neonaziattacke in Wistedt"},{"city":"Berlin","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\" https://recherche-nord.com/gallery/ https://recherche-nord.com/gallery/\"\"","date":"1 Mai 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-05-01/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34; https://recherche-nord.com/gallery/ https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34;","title":"01.05.2010 / Berlin: Neonazistisches Kesseltreiben am 1. Mai"},{"city":"Schweden","content":" Dem Aufruf folgten rund 250 Personen. Unter dem Motto: Schwedische Jugendliche haben ein Recht auf Zukunft!“ marschierten am vergangenen Wochenende AnhängerInnen der militanten Neonaziszene Skandinaviens durch das schwedische Helsingborg. Unterstützt wurden sie dabei von Mitgliedern der dänischen Neonazipartei „Danmarks Nationale Front“ (DNF) sowie Anhängern der „Danmarks Nationalsocialistiske Bevaegelse“ (DNSB). Organisiert wurde die einschlägige Zusammenkunft am 1. Mai 2010 von Mitgliedern der „Nordic Youth“ sowie parteiunabhängiger Neonazis.\nAngefeuert von rassistischen Sprechchören setzte sich zur Mittagsstunde der Demonstrationszug in Bewegung. Schwarz gekleidete Jugendliche in Turnschuhen bestimmten das Erscheinungsbild. Ihnen voran: ein Banner der schwedischen Neonaziorganisation „Nordic Youth“. Anlässlich des 1. Mai 2010 hatte die militante Gruppierung zu einer Demonstration im südschwedischen Helsingborg mobilisiert - unterstützt von Neonazis aus nahezu allen Landesteilen. In Redebeiträgen geißelten deren Funktionäre am vergangenen Wochenende die Integrationspolitik der schwedische Regierung. „Die Parlamentarische Demokratie sei wertlos“, so Andreas Carsson, seines Zeichens führender Vertreter der „Nordic Youth“. Mit Morten Borup war am 1. Mai auch ein langjähriger Aktivist der dänischen Neonaziszene am Rednerpult vvertreten. Borup war Mitglied einer Delegation der militanten DNF, der „Dänischen Nationalen Front“, welche an dem Aufmarsch mit etwa 20 Personen teilnahm.\nBegleitet wurde der Aufmarsch vom lautstarken Protest mehrerer hundert Gegendemonstrat_innen. Am Rande kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen politischer Gegner_innen mit Einsatzkräften der schwedischen Polizei welche dem Neonaziaufmarsch einen Weg durch die Stadt bahnten. Die zahlreichen Proteste führten dennoch zu einer Verkürzung des Neonaziaufmarsches. Aufgrund von Blockadeaktionen musste die ursprünglich angedachte Route abgeändert werden. Begleitet von sintflutartigen Regenfällen wurde die Demonstration schließlich am späten Nachmittag für beendet erklärt. Zum Programm der einschlägigen Veranstaltung gehörte auch ein bis zuletzt geheim gehaltenes Treffen in Südschweden. In den Abendstunden referierte dort mit Björn Björkqvist ein Vertreter des NS-Verlages „Logik“ zu „drängenden politischen Fragen“. Zum Rahmenprogramm gehörte auch der Auftritt des „Liedermachers“ Viktor Sjölund, in weiterer Funktion Sänger der schwedischen Neonaziband „Ferox“. Bei Sölund handelt es sich um einen Aktivist der schwedischen Neonazi-Online-Seite „Info 14“, die dem militanten Netzwerk „Blood and Honour“ nahe steht. Verbindungen welche nun auch die „Nordic Youth“ nutzen dürfte.\nDer diesjährige Aufmarsch schwedischer Neonazis knüpfte an eine Veranstaltung des Vorjahres an. Bereits am 1. Mai 2009 marschierten etwa 70 AnhängerInnen der militanten Neonaziszene durch die südschwedische Stadt. Der nun erfolgte Anstieg im Bezug auf die Anzahl der angereisten TeilnehmerInnen dürfte dabei vor allem auf Propagandaktivitäten der sogenannten „Nordic Youth“ zurückzuführen sein. Die Organisation wurde zu Beginn des Jahres in Schweden gegründet und entwickelte sich schnell zu einem Sammelbecken neonazistisch motivierter Jugendlicher. Neben dem „Nationellt Motstand“, einer weiteren schwedischen Neonaziorganisation, dürfte es sich bei der „Nordic Youth“ um die derzeit wohl einflussreichste und am stärksten wachsende Gruppierung organisierter Neonazis in dem skandinavischen Land handeln.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.05.01-2/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Dem Aufruf folgten rund 250 Personen. Unter dem Motto: Schwedische Jugendliche haben ein Recht auf Zukunft!“ marschierten am vergangenen Wochenende AnhängerInnen der militanten Neonaziszene Skandinaviens durch das schwedische Helsingborg. Unterstützt wurden sie dabei von Mitgliedern der dänischen Neonazipartei „Danmarks Nationale Front“ (DNF) sowie Anhängern der „Danmarks Nationalsocialistiske Bevaegelse“ (DNSB). Organisiert wurde die einschlägige Zusammenkunft am 1. Mai 2010 von Mitgliedern der „Nordic Youth“ sowie parteiunabhängiger Neonazis.","title":"250 Neonazis marschierten am 1. Mai in Schweden"},{"city":"Tostedt","content":" Am 24.4.2010 erreichte die Gewaltbereitschaft der Tostedter Neonazis einen weiteren Höhepunkt, als zwei Bewaffnete in das Haus eines antifaschistischen Jugendlichen eindrangen und ihn und seine Freunde zum Teil schwer verletzten.\nGegen 6 Uhr morgens wurden die Jugendlichen aus dem Schlaf gerissen, als die Vordertür des Wohnhauses in Hollenstedt gewaltsam eingetreten wurde und daraufhin zwei Vermummte in den Eingangsbereich stürmten. Einer der Angreifer versuchte mehrmals eine Gaspistole abzufeuern, der zweite stürmte ins Wohnzimmer und gab eine Ladung Pfefferspray in den Raum ab, in dem sich die Jugendlichen zu diesem Zeitpunkt aufhielten. Bewaffnet mit einem Schlagring gingen die beiden Angreifer auf die im Raum befindlichen Personen los, schlugen und traten gezielt auf die Köpfe der am Boden liegenden Personen ein und fügten diesen mehrere Platzwunden, einen Bruch sowie zahlreiche Blessuren und Prellungen zu. Eine dritte Person wartete derweil im Auto vor dem Haus, um den beiden Angreifern eine schnelle Flucht vom Tatort zu ermöglichen.\nBeide Angreifer wurden von den Betroffenen identifiziert. Bei dem ersten soll es sich um Mattes Wehber handeln, der in der Vergangenheit durch sein hohes Gewaltpotential schon häufiger negativ aufgefallen ist. So war er maßgeblich an zahlreichen Übergriffen beteiligt. Unter anderem schlug er auf einer Abiparty einem Antifaschisten mit einem Bierglas ins Gesicht und bedrohte Jugendliche auf offener Straße. Vor einigen Monaten griff er dann mit zwei weiteren Personen ein Wohnhaus in Tostedt/Wistedt und noch in der selben Nacht die Polizeiwache in Tostedt an, wurde allerdings auf der Flucht von der Polizei gestellt.\nMattes Weber ist Mitglied der Tostedter Kameradschaft „Gladiator Germania“ und führendes Mitglied des „NW Tostedt“. Auch der als Mittäter identifizierte Bastian Dehnert ist schon seit seiner frühen Jugend Mitglied der Kameradschaft „Gladiator Germania“.Der Aktivismus der in Tostedt organisierten, aber in der etwa 20 km entfernten Region um Hollenstedt lebenden, Neonazis verlagerte sich, als eine Schule in Hollenstedt im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus“ mehrere Veranstaltungen organisierte. Daraufhin stieg die Anzahl an Übergriffen sowie Sticker- und Sprühaktionen durch Neonazis drastisch an.\nIm Polizeibericht wird der Übergriff mit einem offensichtlich neonazistischen Hintergrund zu einem persönlichen Streit, der seit „geraumer Zeit“ existierte, herunter gespielt und damit die Tatsache verleugnet, dass Neonazis in und um Tostedt gezielt und brutal politische Gegner_innen auszuschalten versuchen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.05.01/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am 24.4.2010 erreichte die Gewaltbereitschaft der Tostedter Neonazis einen weiteren Höhepunkt, als zwei Bewaffnete in das Haus eines antifaschistischen Jugendlichen eindrangen und ihn und seine Freunde zum Teil schwer verletzten.","title":"Erneuter Übergriff von Neonazis im Landkreis Tostedt"},{"city":"Berlin","content":" Die im Vorfeld angekündigten Großaufmärsche von Neonazis blieben aus. Zu Tausenden wollten sie anlässlich des 1. Mai 2010 in mehreren Großstädten auf die Straße gehen. Am Ende kamen nur einige hundert, die sich wiederum mehreren tausend Gegendemonstrant_innen gegenüber sahen. So wurden in Berlin, Zwickau, Erfurt, Rostock, Schweinfurt, Hoyerswerda, Solingen sowie Pirmasens die Aufmarschrouten der Neonazis zeitweise erfolgreich blockiert, sodass die Aufmärsche teilweise nicht wie geplant durchgeführt werden konnten. Die Demonstrationen in Erfurt und Berlin mussten aufgrund der Proteste gar vorzeitig beendet werden.\nDie Ankündigungen blieben bis zuletzt optimistisch. Mit bis zu 3000 TeilnehmerInnen sollte es einer der größten Neonaziaufmärsche in der jüngeren Geschichte Berlins werden. Doch am Ende fanden lediglich knapp 900 Neonazis den Weg in die Bundeshauptstadt. Während sich an der Demonstration im Bezirk Prenzlauer Berg letztlich etwa 600 der angereisten Neonazis beteiligten, versammelten sich zeitgleich rund 300 AnhängerInnen im Westteil der Stadt um eine Spontandemonstration auf dem Kurfürstendamm durchzuführen. Polizeikräfte verhinderten dies, indem sie etwa 280 TeilnehmerInnen vorläufig in Gewahrsam nahmen. Allen Beteiligten werde schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, so der Kommentar eines Polizeisprechers. Zuvor hatten die Neonazis Flaschen auf Polizeikräfte und Gegendemonstrant_innen geworfen. Unter den festgenommenen Neonazis befanden sich ehemalige AktivistInnen des verbotenen “Frontbann 24” und führende NPD-Politiker. So wie beispielsweise Jörg Hähnel, NPD-Bundesvorstandsmitglied sowie ehemaliger Vorsitzender des NPD-Landesverbandes Berlin.\nAuch der zentrale Neonazi-Aufmarsch im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg verlief nicht ohne Zwischenfälle. Bereits nach wenigen hundert Metern erklärten die Organisatoren den Aufmarsch für beendet, da mehrere tausend Gegendemonstrant_innen die geplante Route erfolgreich blockierten und ein Weiterkommen der Neonazis somit verhinderten. Am Rande des Demonstrationszuges kam es in der Folge zu gewaltsamen Zwischenfällen. So attackierte der niedersächsische NPD-Aktivist Dieter Riefling einen Pressevertreter mit gezielten Faustschlägen. Das von der Polizeigewerkschaft angekündigte Gewaltszenario brach indes nicht aus. An dem gescheiterten Großaufmarsch beteiligten sich neben Neonazis aus Berlin und Brandenburg vor allem UnterstützerInnen aus Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Kleinere Delegationen aus den Niederlanden, Spanien, Tschechien, Großbritannien und Italien nahmen ebenfalls an der Zusammenkunft teil.\nÄhnlich wie in Berlin scheiterte eine geplante Demonstration der NPD und parteiunabhängiger Neonazis im thüringischen Erfurt letztlich am Widerstand mehrerer hundert Gegendemonstrant_innen. Die Demonstration mit einer ursprünglich auf über acht Kilometer ausgelegten Route wurde nach nur wenigen hundert Metern von der Polizei für beendet erklärt. Auch hier verhinderten Sitzblockaden ein Weiterkommen der rund 400 angereisten Neonazis. Unter ihnen befand sich der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, welcher gemeinsam mit einer Delegation spanischer Neofaschisten in die thüringische Landeshauptstadt gereist war. Nach dem vorzeitigen Ende des Aufmarsches wurde die angereiste AnhängerInnenschaft der Neonaziszene geschlossen zum Erfurter Hauptbahnhof geleitet. Dort kam es zu gewaltsamen Zwischenfällen nachdem Neonazis eine Polizeikette durchbrachen und versuchten sich einen Weg durch die Gegendemonstrant_innen zu bahnen. Die Polizei setzte daraufhin Pfefferspray und Schlagstöcke ein.\nIm Freistaat Bayern fand während dessen der zentrale Aufmarsch der „Jungen Nationaldemokraten“ und des sogenannten „Freien Netzes Süd“ statt. Unter dem Motto: „Kapitalismus bedeutet Krieg“ versammelten sich etwa 700 Neonazis im bayrischen Schweinfurt. Wie in anderen Städten sahen sich deren AnhängerInnen mit lautstarkem Protest mehrerer tausend Gegendemonstrant_innen konfrontiert. Als Redner auf der Veranstaltung traten Dennis Giemsch (Dortmund), Daniel Knebel (Rodenbach), Jürgen Schwab (Nürnberg), der in Österreich wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilte Neonazifunktionär Gottfried Küssel (Wien) sowie ein Vertreter der „Partei National Orientierter Schweizer“ (PNOS) in Erscheinung. Der außerdem geplante Aufmarsch in Würzburg fiel indes aus. Zeitgleich marschierten knapp 90 Neonazis durch das rheinland-pfälzische Pirmasens. Polizeikräfte schirmten die angereisten Neonazis von einigen hundert Gegendemonstrant_innen ab. Ursprünglich waren etwa 200 Neonazis in der Stadt erwartet worden. Im nordrhein-westfälischen Solingen spielten sich ähnliche Szenen ab. Etwa 700 Menschen protestierten hier gegen eine Demonstration von rund 30 Neonazis.\nWeitere Demonstrationen von Neonazis fanden in den sächsischen Städten Zwickau und Hoyerswerda statt. Doch auch hier regte sich Widerstand. So blockierten in Hoyerswerda Gegner_innen eine Bahnstrecke und verzögerten dadurch die Anreise der rund 400 Neonazis. Im sächsischen Zwickau hatten zunächst etwa 1500 Menschen gegen einen Aufmarsch der NPD demonstriert. Später sorgten Sitzblockaden für eine erhebliche Verspätung des neonazistischen Demonstrationszuges, welcher letztlich ebenfalls etwa 400 TeilnehmerInnen umfasste. Aufgrund der ebenso massiven wie vielfältigen Proteste musste die Demonstrationsroute der Neonazis schließlich geändert werden. Am Rande des Aufzuges attackierten Neonazis Gegendemonstrant_innen mit Flaschenwürfen. Eine weitere Demonstration mit rund 450 TeilnehmerInnen, darunter nahezu die gesamte NPD-Landtagsfraktion, konnte derweil im mecklenburgischen Rostock durchgeführt werden. Weit über 1000 Gegendemonstrant_innen begleiteten auch hier den neonazistischen Aufmarsch.\nInsgesamt verbucht die Neonaziszene die diesjährigen Aktivitäten rund um den 1. Mai als Erfolg. Angesichts des zunehmend dezentralen Charakters und des massiven Widerstandes scheint diese Einschätzung jedoch einer zunehmenden Realitätsverzerrung der Neonaziszene zu entspringen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.05.01-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die im Vorfeld angekündigten Großaufmärsche von Neonazis blieben aus. Zu Tausenden wollten sie anlässlich des 1. Mai 2010 in mehreren Großstädten auf die Straße gehen. Am Ende kamen nur einige hundert, die sich wiederum mehreren tausend Gegendemonstrant_innen gegenüber sahen. So wurden in Berlin, Zwickau, Erfurt, Rostock, Schweinfurt, Hoyerswerda, Solingen sowie Pirmasens die Aufmarschrouten der Neonazis zeitweise erfolgreich blockiert, sodass die Aufmärsche teilweise nicht wie geplant durchgeführt werden konnten. Die Demonstrationen in Erfurt und Berlin mussten aufgrund der Proteste gar vorzeitig beendet werden.","title":"Neonazistisches Kesseltreiben am 1. Mai"},{"city":"Moskau","content":" Die militante Neonazigruppe „Slavyansky Soyuz“ (SS), zu deutsch „Slawischer Bund“ ist in der vergangenen Woche von den russischen Behörden verboten worden. Das Moskauer Stadtgericht bescheinigte der Gruppierung am vergangenen Dienstag eine rassistische Grundhaltung sowie die aktive Verbreitung einer Ideologie, „welche der des nationalsozialistischen Deutschlands ähnlich sei“. Die Führungsspitze der Organisation kündigte inzwischen an gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Nach Ansicht ihres Vorsitzenden werde das Verbot zu einer Zunahme der Gewalt führen: Seine Anhänger würden “Autos anzünden, Kraftwerke sprengen, Beamte ermorden und andere Verbrechen begehen”, wenn die Regierung “legalen Nationalismus” eliminiere.\nDie Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Man trage damit einem „gestiegenen Sicherheitsbedürfnis Rechnung“, so ein Vertreter der Staatsanwaltschaft gegenüber russischen Medienagenturen. Für die „Slavyansky Soyuz“ (SS) erschien vor dem Stadtgericht Moskau deren Vorsitzender Dmitri Demuschkin. Dessen Verteidigungsrede im Verlauf der Verhandlung stieß jedoch auf nur wenig Gehör: „Bedauerlicherweise zog das Gericht unsere Beweise in Bezug auf die Gesetzmäßigkeit des Slawischen Bundes nicht in Betracht,\" so der ehemalige Kampfsportler, auf dessen Schulter unübersehbar eine Hakenkreuz-Tätowierung prangt. “Wir werden definitiv den Obersten Gerichtshof anrufen”, betonte der russische Neonazifunktionär bereits wenige Minuten nach der Urteilsverkündung. Kurz zuvor war das Gericht dem Antrag der Moskauer Staatsanwaltschaft gefolgt die militante Vereinigung zu verbieten. Die „Slavyansky Soyuz“ verbreite Ideen, in welchen sich der „Nationalsozialismus fortpflanze“. Die Bewegung besitze dabei eine „ideologische Basis, die dem des nationalsozialistischen Deutschlands ähnlich sei“.\nDie „Slavyansky Soyuz“ (SS) galt bis zum ihrem Verbot am vergangenen Dienstag als eine der militantesten Splittergruppen organisierter Neonazis in Russland. Enge Verbindungen soll die Gruppierung vor allem zu Anhängern von „Format 18“, einer als äußerst gewalttätig geltenden Neonazigruppe mit Sitz in Moskau, gehabt haben. „Format 18“ sorgte in den vergangenen Jahren bereits für internationale Negativschlagzeilen. Die Gruppierung stellte eine Reihe von Videos ins Internet, welche rassistische Hetzjagden und Übergriffe zeigten. Nach der Festnahme ihres Anführers Maksim Martsinkevich im Jahr 2007, welcher bis dahin unter dem Pseudonym Tesak (Küchenbeil) agierte, schränkte „Format 18“ ihre öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten weitestgehend ein. Inzwischen gilt die Gruppe als aufgelöst. Ehemalige Mitglieder sollen sich inzwischen anderen Organisationen angeschlossen haben. Auch die „Slavyansky Soyuz“ (SS) vertrat einen gewalttätigen Kurs. So wurden vier Mitglieder der Neonazi-Organisation zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Diese waren an einer Serie von Anschlägen beteiligt, unter anderem an einem Sprengstoffanschlag im Jahr 2006 bei dem 14 Menschen, darunter zwei Kleinkinder, auf einem Moskauer Marktplatz ums Leben kamen.\nMenschenrechtsaktivist_innen beklagen seit Jahren die wachsende Brutalität neonazistischer Gruppen in Russland. Allein in diesem Jahr wurden in Russland bereits Dutzende Menschen von militanten Neonazis getötet. Neben russischen Antifaschist_innen sind besonders Zuwanderer_innen aus zentralasiatischen Republiken wie Tadschikistan, Kirgisien und Usbekistan das Ziel der oft tödlich endenden Attacken. Im Jahr 2009 wurden mindestens 71 Menschen getötet, 333 Personen zum Teil schwer verletzt. Im Jahr zuvor waren es 109 Menschen, welche die gewaltsamen Angriffe mit dem Leben bezahlen mussten. Erst vor wenigen Wochen war ein Moskauer Richter, welcher für sein Engagement gegen Neonazis bekannt war, von einem Auftragskiller vor seiner Wohnung erschossen worden. Inwieweit die Ankündigung der „Slavyansky Soyuz“ (SS) gegen die nun verhängte Verbotsverfügung vorgehen zu wollen von Erfolg beschieden ist, wird die Zukunft zeigen. Unverhohlen drohte deren Vorsitzender Demuschkin derweil mit Gewaltakten. Man werde “Autos anzünden“ und „Kraftwerke sprengen“. Ob die im gleichen Atemzug getätigte Ankündigung russische Beamte zu ermorden einer Aufhebung des Verbotes dienlich sein wird, bleibt allerdings zweifelhaft.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.04.29/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die militante Neonazigruppe „Slavyansky Soyuz“ (SS), zu deutsch „Slawischer Bund“ ist in der vergangenen Woche von den russischen Behörden verboten worden. Das Moskauer Stadtgericht bescheinigte der Gruppierung am vergangenen Dienstag eine rassistische Grundhaltung sowie die aktive Verbreitung einer Ideologie, „welche der des nationalsozialistischen Deutschlands ähnlich sei“. Die Führungsspitze der Organisation kündigte inzwischen an gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Nach Ansicht ihres Vorsitzenden werde das Verbot zu einer Zunahme der Gewalt führen: Seine Anhänger würden \"Autos anzünden, Kraftwerke sprengen, Beamte ermorden und andere Verbrechen begehen\", wenn die Regierung \"legalen Nationalismus\" eliminiere.","title":"Russische Neonazigruppierung verboten"},{"city":"Bremerhaven","content":" Das „Veranstaltungszentrum“ in Bremerhaven bot am vergangenen Wochenende die Bühne für eine Zusammenkunft der besonderen Art. Rund 70 Neonazis aus Norddeutschland versammelten sich dort anlässlich einer konspirativ vorbereiteten Musikveranstaltung. Man blieb bis zuletzt ungestört, obgleich die Musikgruppen und Veranstalter eindeutig in die Fusstapfen des in Deutschland verbotenen Netzwerks von „Blood \u0026 Honour“ traten sowie dessen militanten Ablegers „Combat 18“ zuzurechnen waren. Doch daran störten sich die zuständigen Behörden der Hansestadt scheinbar nicht.\nMan werde die Veranstaltung „an der langen Leine laufen lassen“, so die Einsatzleitung der Polizeistation Bremerhaven wenige Stunden nachdem bekannt geworden war, dass sich rund 70 AnhängerInnen der norddeutschen Neonaziszene in der kreisfreien Stadt versammelt hatten. Man habe „alles unter Kontrolle“ und wisse mit „wem oder was man es hier zu tun habe“. Man habe einen Streifenwagen zum Ort des Geschehens geschickt. Eine Überprüfung oder gar ein Eingreifen der Veranstaltung sei hingegen „nicht erforderlich“, so der Kommentar des verantwortlichen Einsatzleiters. Eine Auskunft, welche bei Betrachtung der Konzertveranstaltung und dort involvierter Organisationsstrukturen durchaus aufhorchen lässt.\nBesagte Musikveranstaltung, welche von der Polizeiführung Bremerhavens als durchaus „bedenklos“ eingestuft wurde, fand im sogenannten „Veranstaltungszentrum“, einer abgelegenen Lokalität in Sichtweite der Stadthalle Bremerhavens statt. Als Mieter der Räumlichkeiten trat indes kein Unbekannter in Erscheinung. Es handelte es sich um Denis Zadow, einen langjährigen Neonaziaktivisten aus der Hansestadt Bremen. Unter falschen Angaben mietete der politische Überzeugungstäter zuvor die Räumlichkeiten in der nördlichsten Enklave des Bundeslandes Bremen an. Während Zadow gegenüber dem Betreiber des „Veranstaltungszentrums“ angab eine „private Geburtstagsfeier“ durchführen zu wollen, wurde das konspirativ vorbereitete Treffen bereits in einschlägigen Internetforen als Konzertveranstaltung mit den Musikgruppen „Strafmass“, „Extressiv“ sowie der bislang nur wenig in Erscheinung getretenen Formation „Legion der Vergeltung“ beworben.\nBei der Vorbereitung des Konzertes griffen die Organisationsstrukturen um Denis Zadow in die Trickkiste szene-üblicher Verhaltensmuster zurück. Um einer möglichen Auflösung der Veranstaltung durch die Polizei vorzubeugen und somit Repressionen zu entgehen wurde der eigentliche Veranstaltungsort in Bremerhaven bis zuletzt geheim gehalten. Über Kontakttelefonnummern und einen Schleusungspunkt auf einem kleinem Parkplatz nahe der Autobahnausfahrt Uthlede (Landkreis Cuxhaven) wurden anreisende TeilnehmerInnen schließlich zum späteren Veranstaltungsort gelotst. Im Zusammenhang mit neonazistischen Konzertveranstaltungen dienen solche Verfahrensweisen dem Schutz der geheimen Treffen, unliebsame Beobachter_innen sollen so von den Konzerten ferngehalten werden. Das Vorgehen folgt dabei auch wirtschaftlichen Interessen. Konzerte tragen indirekt zur Finanzierung der Neonaziszene bei und entwickelten sich in den vergangenen Jahren zu einem nicht zu unterschätzendem wirtschaftlichen Standbein neonazistischer Hintergrundstrukturen.\nMusik als ideales Mittel nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten Insbesondere die polizeiliche Einschätzung der Organisationsstrukturen des vergangenen Wochenendes wirft Fragen auf. Handelt es sich doch bei Dennis Zadow um kein unbeschriebenes Blatt. Dieser kann auf eine ebenso lange wie einschlägige Karriere innerhalb neonazistischer Netzwerke in Norddeutschland zurückblicken. So gehörte in den Jahren 2005 und 2006 zum Umfeld der „NPD Jugendgruppe Bremen“, überwarf sich jedoch wenig später im Streit mit Verantwortlichen der NPD und engagierte sich fortan in parteiunabhängigen Netzwerken. Gemeinsam mit weiteren abtrünnigen NPD-Aktivisten, unter anderem dem stellvertretenden Vorsitzenden der „NPD Jugendgruppe Bremen“ gehörte Zadow wenig später zum Gründungskreis der Internetkameradschaft „White and Pride“. Eine Gruppierung, welche im Gegensatz zur NPD Bremen eine verstärkte Anbindung an den neonazistischen Untergrund forcierte. Besondere Aufmerksamkeit der „White and Pride“-AnhängerInnenschaft galt dabei dem „musikalischen Untergrund“, jenen Strukturen, die „Musik als Waffe“ propagierten. „White and Pride“ folgte damit der Sichtweise des, 1993 bei einem Autounfall tödlich verletzten, Sängers der Neonazi-Kultband „Skrewdriver“, Ian Stuart Donaldson, nach dessen Schlussfolgerungen Musik „das ideale Mittel“ sei „Jugendliche dem Nationalsozialismus näher zu bringen“. Enge Kontakte unterhielt die Bremer Splittergruppierung dabei vor allem zum Umfeld der Nazirock-Band „Oidoxie“ aus Dortmund. Die 1995 gegründete Musikgruppe, welche in ihrem Lieder-Repertoire zum „Rassenhass“ aufstachelt und einen kommenden Rassenkrieg beschwört, gehört bereits seit Jahren zum festen Kreis internationaler Neonazi-Netzwerke. Einen Namen machte sich die Dortmunder Formation um ihren Sänger Marko Gottschalk vor allem im Zusammenhang mit den sogenannten „Ian Stuart Memorial Concerts“, jährlich stattfindenden Konzertveranstaltungen zum Gedenken an den verstorbenen Skrewdriver-Frontmann. Die Verehrung, welche Donaldson durch einige Kreise der Neonaziszene zuteil wird, resultiert vor allem aus seiner Rolle im internationalen Neonazi-Geflecht von „Blood \u0026 Honour“. Das militante „Blood \u0026 Honour-Netzwerk“ hat es sich zur Aufgabe gemacht Aktivitäten neonazistischer Musikbands zu koordinieren um dadurch nationalsozialistische Ideologie effizienter verbreiten zu können. In der Bundesrepublik wurde der deutsche Ableger von „Blood \u0026 Honour“ (B\u0026H) im September 2000 aufgrund seines allzu offenen Bekenntnisses zum Nationalsozialismus vom Bundesministerium des Inneren verboten. Während etliche Mitglieder der sogenannten „Blood \u0026 Honour Division Deutschland“ daraufhin versuchten das Netzwerk im Untergrund fortzuführen, wichen andere ins angrenzende europäische Umland aus. So auch die Mitglieder der „Musikgruppe“ Oidoxie, die mittlerweile zum festen Bestandteil von B\u0026H-Konzerten in ganz Europa gezählt werden können. Innerhalb des B\u0026H-Netzwerkes wird „Oidoxie“ den als gewaltbereit geltenden Strukturen von „Combat-18“ zugerechnet. Eine radikale B\u0026H-Untergruppe, welche ursprünglich als bewaffneter Arm der Neonazi-Organisation in Großbritannien gegründet wurde und aus ihrer militanten Zielsetzung kein Geheimnis macht: Offen wird hier zur Gewalt gegen politische Gegner_innen aufgerufen. Neben dem „C-18 Netzwerk“ in der Bundesrepublik formiert sich um „Oidoxie“ außerdem die sogenannte „Oidoxie Streetfighting Crew“, eine etwa 60 Personen umfassende Security- und Ordnertruppe für Konzertveranstaltungen. Der Crew gehören zahlreiche Neonazi-Kader an. Eine Mitgliedschaft gilt als exklusiv. Auch Angehörige der Bremer Gruppierung „White and Pride“ bewegten sich in diesem Dunstkreis, unterstützten folglich „Oidoxie“ tatkräftig als Ordnungskräfte auf Konzerten. „Combat 18“ und „Strafmass“ in Bremen Die durchaus als eng zu bezeichnende Anbindung an Oidoxie und das „C-18 Netzwerk“ führten schließlich im Jahr 2007 zur Umstrukturierung von „White and Pride“ und zur Gründung der Nazirockgruppe „Strafmass“. Im Jahr 2008 absolvierte die Formation um ihren Frontmann und Sänger Denis Zadow bereits erste Konzertauftritte. Die politische Grundhaltung wurde dabei offen zur Schau gestellt: Ein erstes Bandlogo bestand bezeichnenderweise aus einer Zusammenstellung von Wolfsangel und SS-Runen. Zadow sowie weitere Mitglieder von „Strafmass“ gehörten wenig später auch zu den maßgeblichen Initiatoren einer weiteren Neonazigruppierung im Bremer Stadtgebiet. Unter der „Bezeichnung „Combat 18 - Terrormaschine“ verübte die Gruppe wenig später mehrere Angriffe auf Wohnungen politischer Gegner_innen sowie das Lidece-Haus, einem Bildungszentrum welches sich bis dahin lediglich auf theoretischer Ebene mit Neonazis auseinandersetzt hatte. In einschlägigen Internetportalen wie beispielsweise „Odin Kontaktanzeigen“, einem „nationalen Flirtportal“ wurde zuvor für Unterstützung der neu gegründeten Gruppierung geworben. Die Gründung der Band „Strafmass“ und ihre offensichtlichen Verbindungen zum gewaltbereiten Netzwerk von „Combat-18“ zeugen von inhaltlichen Verschiebungen innerhalb der Bremer Nazirockszene. Bislang galt die Hansestadt vor allem als Refugium sogenannter „Hammerskins“ - einem eigenem Netzwerk im internationalen Business der Neonaziszene, welches in Konkurrenz zu „Blood \u0026 Honour“ sowie „Combat 18“ steht. Musikgruppen des „Hammerskin-Netzwerkes“ mit illustren Namen wie „Endlöser“ oder „Hetzjagd“, verfügten bis dahin über eine Monopolstellung in der Hansestadt. Bei der wohl bekanntesten und ältesten Musikgruppe jenes Netzwerkes dürfte es sich um die Bremer Band „Endstufe“ handeln, welche bereits im Jahr 1981 gegründet wurde. Lediglich die rechtsradikale Hooliganband „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ um ihren Sänger Hannes Ostendorf machte in Bezug auf die Bremer Hetzmusikanten und deren Verbindungen zur sogenannten „Hammerskin-Nation“ bislang eine Ausnahme. Ostendorf, dessen Bruder Henrik Ostendorf eine leitende Funktion im „Deutsche Stimme Verlag“ sowie in den Strukturen der Bremer Hooligangruppierung „Standarte Bremen“ innehat, trat in der Vergangenheit bereits als Frontmann der „Blood \u0026 Honour“- Band „Nahkampf“ in Erscheinung. Die Positionierung zum Netzwerk von „Combat-18“ ist in der Hansestadt somit ein relativ junges, im Vergleich zu den Musikern des Bremer „Hammerskin-Netzwerkes“ inzwischen doch ebenso produktives, Phänomen. Unterstützt vom „Combat-18“-Netzwerk veröffentlichen die Bremer Hetzmusikanten der Band „Strafmass“ schließlich im Jahr 2009 ein erstes musikalisches Schaffenswerk - aufgenommen im Proberaum der nordrhein-westfälischen Nazirockband „Oidoxie“. Der tiefsinnige Titel des Tonträgers: „Wir rechnen ab“. Das änderte letztlich nichts an einer kurz darauf erfolgten Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM). Dass die Indizierung des Tonträgers dem Image der Nazirockband „Strafmass“ durchaus entgegen kam, zeigt ein weiterer Auftritt der Band im vergangenen Jahr. So trat die Bremer C-18 Formation, gemeinsam mit der Band „Extressiv“ im Rahmen eines „Blood \u0026 Honour“ - Konzertes am 08.08.2009 in den Niederlanden in Erscheinung. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung dabei durch „Blood \u0026 Honour Nederland and Vlaanderen“. Dass sich Denis Zadows Aktivitäten derzeit nicht alleinig auf seine Rolle des Frontmannes bei „Strafmass“ beschränken lassen, zeigen auch die Ereignisse des vergangenen Wochenendes. In Bremerhaven versuchte sich der umtriebige Neonaziaktivist nun in der Funktion des Veranstalters von Neonazikonzerten. Und dies, mit stillschweigender Duldung der Behörden welche die Veranstaltung als „bedenkenlos“ klassifizierten. Angesichts der Aussagen der dort vertretenden Musikgruppen wie „Strafmass“ und „Extressiv“, welche einen kämpferischen Bezug zum Nationalsozialismus entfalten, ein durchaus fragwürdiges Vorgehen. Die Mitglieder von „Extressiv“ bringen ihre Zielsetzung dabei sichtlich unverblümt auf den Punkt: „Musik ist mächtig und daher auch in der Lage die Gesellschaft und die Menschen zu verändern. Wir denken, dass wir mit unserer Musik einen treibenden Beitrag leisten.“ SS-Runen der Formation „Strafmass“ runden das Bild ab, das aufzeigt, in welche Richtung diese Veränderung gehen soll. Eine Erkenntnis, welche in die Sphären der Polizeiführung und des Verfassungsschutzes des Bundeslandes Bremen bislang nicht durchgedrungen zu sein scheint. Auf eine Überprüfung der Konzertveranstaltung wie auch der etwa 70 aus ganz Niedersachsen angereisten TeilnehmerInnen wurde von Seiten der Einsatzleitung verzichtet. Bewacht von eigens gestellten Ordnerkräften der Neonaziszene verbarrikadierten sich die militanten Neonazi-Anhänger im Veranstaltungsort und konnten das Konzert letztlich ungestört durchführen. Wohl auch angesichts mangelnder Ermittlungsergebnisse verzichtete die Ortspolizei Bremerhavens bislang auf eine entsprechende Pressemitteilung. Als Grund hierfür wurden „ermittlungstaktische“ Maßnahmen angeführt. Ermittlungen, welche auch beim Inhaber des „Veranstaltungszentrums“ auf reges Interesse stoßen dürften. Er sei von den Neonazis getäuscht worden, welche sich unter falschen Angaben den Zutritt in die Räumlichkeiten verschafft hatten. Aufgeklärt über die wahren Hintergründe der „Geburtstagsfeier“ hätte er umgehend den Mietvertrag zurückgezogen. Bis heute hätte sich allerdings kein Beamter mit ihm in Verbindung gesetzt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.04.17/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das „Veranstaltungszentrum“ in Bremerhaven bot am vergangenen Wochenende die Bühne für eine Zusammenkunft der besonderen Art. Rund 70 Neonazis aus Norddeutschland versammelten sich dort anlässlich einer konspirativ vorbereiteten Musikveranstaltung. Man blieb bis zuletzt ungestört, obgleich die Musikgruppen und Veranstalter eindeutig in die Fusstapfen des in Deutschland verbotenen Netzwerks von „Blood \u0026 Honour“ traten sowie dessen militanten Ablegers „Combat 18“ zuzurechnen waren. Doch daran störten sich die zuständigen Behörden der Hansestadt scheinbar nicht.","title":"An der langen Leine: Combat-18 Konzert in Bremerhaven"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ludwigshafen/","section":"Orte","summary":"","title":"Ludwigshafen"},{"city":"Ludwigshafen","content":"","date":"10 April 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-04-10/","section":"Fotos","summary":"","title":"Südwestdeutscher Kulturtag - NPD und \"IG Fahrt und Lager\" in Ludwigshafen"},{"city":"Dorfmark","content":" Der Vorfall ereignete sich am Rande einer Tagungsveranstaltung des „Bund für Gotterkenntnis – Ludendorffer e.V.“ im niedersächsischen Dorfmark. Medienvertreter, welche sich am vergangenen Wochenende den Tagungsräumlichkeiten näherten, wurden von AnhängerInnen der rassistisch und antisemitisch geprägten Sektenorganisation gewaltsam attackiert. Der Zwischenfall stand im Zusammenhang mit der Teilnahme von Hajo Hermann, einer bekannten Symbolfigur der neonazistischen Szene. Man wollte unter sich bleiben. Inmitten der niedersächsischen Kleinstadt Dorfmark fand an diesem Wochenende die sogenannte „Ostertagung“ des neuheidnischen „Bund für Gotterkenntnis“ statt. Eine Veranstaltung, welche seit nunmehr 30 Jahren nahezu ungestört in der Gemeinde stattfindet. Doch in jüngster Zeit regte sich Widerstand. Seit April 2007 sieht sich der „Bund“, welcher sich in Anlehnung an die 1966 verstorbene Sektengründerin Mathilde Ludendorff auch als „Ludendorffer“ bezeichnend, mit Gegenaktivitäten konfrontiert. Diese entzündeten sich vor allem an der antisemitischen Ausrichtung der „Ludendorffer-Lehre“ sowie einer merklichen Toleranz von Teilen der Bevölkerung gegenüber der selbsternannten Glaubensgemeinschaft – gelten die jährlich stattfindenden Tagungen doch als willkommener Umsatzgarant. Doch auch die offensichtliche Verbindungen des „Bund für Gotterkentniss“ zur organisierten Neonaziszene sorgten für Negativ-Schlagzeilen. So konnte in den vergangenen Jahren mehrfach die Teilnahme von Führungsfiguren einschlägiger Neonaziorganisationen dokumentiert werden. Darunter auch Aktivisten der „wegen Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus“ verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). Im Rahmen scheinbar unpolitischer Freizeitveranstaltungen vermittelte die Vereinsorganisation ihr am Nationalsozialismus orientiertes Weltbild bereits an Kinder und Jugendliche. Auch in diesem Jahr nahm ein Vertreter der Neonaziszene als „Ehrengast“ an dem öffentlich beworbenen Treffen teil. (siehe hier) Bei diesem handelte es sich um den 1913 geborenen Hajo Hermann, ein hochdekorierter Wehrmachtsoffizier. Neben seinem, eigenen Angaben zu Folge, engen Vertrauensverhältnis zu Hermann Göring macht ihn vor allem seine Rolle in der „Legion Condor“ zu einer der gefragtesten Persönlichkeiten der organisierten Neonaziszene. Verbindungen, welche von Seiten der „Ludendorffer“ zumeist ins Reich der Verschwörungstheorien verwiesen und geleugnet werden. Dass die Organisation dabei nicht zimperlich zu Felde zieht, zeigt ein nun bekannt gewordener Vorfall im Rahmen der diesjährigen „Ostertagung“. Beobachter, welche sich den Tagungsräumen näherten, wurden an der Dokumentation der Veranstaltung behindert, als „Bolschewistenpack“ und „Kriminelle“ beschimpft sowie massiv bedrängt. Nachdem Anhänger_innen der „Artgemeinschaft“, einer weiteren rassistischen Sektenorganisation, sowie der ehemalige Offizier der Wehrmacht Hajo Hermann den Ort des Geschehens erreichten, folgten den Verbalattacken schnell Handgreiflichkeiten. Mitglieder des „Bund für Gotterkenntnis“ versuchten deren Ankunft abzuschirmen, attackierten erneut die unliebsamen Berichterstatter und beschädigten gezielt deren Ausrüstung. Die Behörden leiteten inzwischen Ermittlungen ein.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.04.04/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Vorfall ereignete sich am Rande einer Tagungsveranstaltung des „Bund für Gotterkenntnis – Ludendorffer e.V.“ im niedersächsischen Dorfmark. Medienvertreter, welche sich am vergangenen Wochenende den Tagungsräumlichkeiten näherten, wurden von AnhängerInnen der rassistisch und antisemitisch geprägten Sektenorganisation gewaltsam attackiert. Der Zwischenfall stand im Zusammenhang mit der Teilnahme von Hajo Hermann, einer bekannten Symbolfigur der neonazistischen Szene. Man wollte unter sich bleiben. Inmitten der niedersächsischen Kleinstadt Dorfmark fand an diesem Wochenende die sogenannte „Ostertagung“ des neuheidnischen „Bund für Gotterkenntnis“ statt. Eine Veranstaltung, welche seit nunmehr 30 Jahren nahezu ungestört in der Gemeinde stattfindet. Doch in jüngster Zeit regte sich Widerstand. Seit April 2007 sieht sich der „Bund“, welcher sich in Anlehnung an die 1966 verstorbene Sektengründerin Mathilde Ludendorff auch als „Ludendorffer“ bezeichnend, mit Gegenaktivitäten konfrontiert. Diese entzündeten sich vor allem an der antisemitischen Ausrichtung der „Ludendorffer-Lehre“ sowie einer merklichen Toleranz von Teilen der Bevölkerung gegenüber der selbsternannten Glaubensgemeinschaft – gelten die jährlich stattfindenden Tagungen doch als willkommener Umsatzgarant. Doch auch die offensichtliche Verbindungen des „Bund für Gotterkentniss“ zur organisierten Neonaziszene sorgten für Negativ-Schlagzeilen. So konnte in den vergangenen Jahren mehrfach die Teilnahme von Führungsfiguren einschlägiger Neonaziorganisationen dokumentiert werden. Darunter auch Aktivisten der „wegen Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus“ verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). Im Rahmen scheinbar unpolitischer Freizeitveranstaltungen vermittelte die Vereinsorganisation ihr am Nationalsozialismus orientiertes Weltbild bereits an Kinder und Jugendliche. Auch in diesem Jahr nahm ein Vertreter der Neonaziszene als „Ehrengast“ an dem öffentlich beworbenen Treffen teil. (siehe hier) Bei diesem handelte es sich um den 1913 geborenen Hajo Hermann, ein hochdekorierter Wehrmachtsoffizier. 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Mitglieder des „Bund für Gotterkenntnis“ versuchten deren Ankunft abzuschirmen, attackierten erneut die unliebsamen Berichterstatter und beschädigten gezielt deren Ausrüstung. Die Behörden leiteten inzwischen Ermittlungen ein.","title":"Ludendorffer attackieren Medienvertreter in Dorfmark"},{"city":"Dorfmark","content":"","date":"4 April 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-04-04/","section":"Fotos","summary":"","title":"Ludendorffer attackieren Medienvertreter in Dorfmark"},{"city":"Schönhausen/Elbe","content":" Die Neonaziszene Sachsen-Anhalts entdeckt seit einigen Jahren neue Traditionslinien. Unterstützt vom NPD-Kreisverband Altmark versammelten sich am vergangenen Wochenende knapp 50 AnhängerInnen neonazistischer Splittergruppen in der Gemeinde Schönhausen/Elbe um an den Geburtstag des „Eisernen Kanzlers“, Otto von Bismarck zu erinnern. Der erzkonservative Politiker Bismarck, im April 1815 in Schönhausen/Elbe zur Welt gekommen, wurde in Redebeiträgen zum “größten Sohn, den die Altmark hervorgebracht hat“ verklärt, seine Politik als Leitbild zukünftiger neonazistischer Aktivitäten erkoren.\nZur Erinnerung an den 195. Geburtstag des ersten Kanzlers des sogenannten „zweiten“ Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, versammelten sich am Samstag, den 3. April 2010 rund 50 Neonazis aus dem nördlichen Sachsen-Anhalt im altmärkischen Schönhausen/Elbe (Landkreis Stendal). Angemeldet wurde die Zusammenkunft von Kai Belau, einem Mitglied der neonazistischen Tarnorganisation „Altmärkischen Kreis der Bismarckfreunde“ sowie Vorsitzender des lokalen NPD-Kreisverbandes. So war es wenig verwunderlich, dass zum „erlauchten Kreis“ der Veranstaltungsteilnehmer_innen lediglich Vertreter_innen der organisierten Neonaziszene Sachsen-Anhalts gehörten. Im Bereich der Grundmauern des zerstörten Geburtshauses Bismarcks formierten sich schließlich Anhänger_innen der neonazistischen Kameradschaft „Freie Nationalisten Altmark West“, der „Aktionsgruppe Weteritz“ und „Autonome Nationalisten Stendal“ sowie Funktionäre des NPD-Kreisverbandes Altmark.\nWie bereits im vorangegangenen Jahr wurde die anschließende Kundgebung von dem Tangerhütter NPD-Stadtrat Heiko Krause eröffnet. Flankiert von zwei preußischen Kriegsflaggen vereinnahmte er Bismarck als einer der größten Söhne „unseres“ deutschen Volkes sowie den „größten Sohn, den die Altmark hervorgebracht hat“. Der umtriebige NPD Politiker knüpfte damit an das Geschichtsbild der Nationalsozialisten während des NS-Regimes an, welche den „eisernen Kanzler“ in einer Achse mit Adolf Hitler und damit als Vorkämpfer der NS-Bewegung darstellten. Bismarck, der 1862 als frischgebackener preußischer Ministerpräsident mit Hinblick auf die kriegerische Expansionspolitik des „Deutschen Reiches“ verkündete: „Nicht durch Reden, Vereine und Mehrheitsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden. Nein, ein ernster Kampf wird nicht zu vermeiden sein, ein Kampf, der nur durch Eisen und Blut entschieden wird“, erscheint dabei als durchaus geeignete Projektionsfläche heutiger Neonazis.\nIn die gleiche geschichtliche Kerbe schlug auch Hans Rohloff, der zweite Redner der Veranstaltung. In seinem Beitrag verherrlichte er einen angeblichen “Kulturkampf“ Bismarcks gegen die katholische Kirche und glorifizierte in einer langen Rede vor allem dessen Außenpolitik – verklärte diese als friedenstiftenden Akt. Dass diese Außenpolitik für mehrere Kriege verantwortlich zeichnete, wurde geflissentlich übergangen. Doch es gab auch Ansätze von Kritik, die aufzeigten in welche Richtung die Verbundenheit mit dem „Eisernen Kanzler“ verstanden werden darf. Bismarcks Finanzpolitik, insbesondere die relativ schnell organisierten „Reparationszahlungen“ Frankreichs nach dem Krieg 1870/71, wurde von Hans Rohloff heftig kritisiert. Diese Politik hätte vor allem „einen Prestigegewinn für die jüdische Bankiersfamilie Rothschild“ dargestellt und in der Folge deren politischen Einfluss erweitert.\nDen verbalen Abschluss des neonazistischen Stelldicheins setzte wiederum Heiko Krause, der die Veranstaltung mit den Worten „Möge das deutsche Reich bestehen, bis Erd und All vergehen“ beendete. Den Höhepunkt der Kundgebung markierte zuvor die feierliche Niederlegung eines „Geburtstagsstraußes“. Die angereisten Neonazis kündigten bereits an sich auch künftig an jedem ersten Wochenende im April in Schönhausen/Elbe zu versammeln. Gegen die jährliche Kundgebung der altmärkischen Neonaziszene regt sich allerdings Widerstand. So engagieren sich vor allem die Bürger_innen der Kleinstadt mit Veranstaltungen und Aktionen gegen die Vereinahmung Bismarcks für neonazistische Zwecke in Schönhausen/Elbe. In diesem Jahr wurde so der gesamte Veranstaltungsort mit Wimpelketten ausgestattet sowie die dort abgestellten Kanonen als Drachen umgestaltet. Eine Aktion, welche darauf abzielte die einschlägige Zusammenkunft zur „Kinderfete“ zu degradieren. Angesichts geistiger Verirrungen von AnhängerInnen lokaler Neonazistrukturen kein gänzlich abwägiges Vorgehen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.04.04-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Neonaziszene Sachsen-Anhalts entdeckt seit einigen Jahren neue Traditionslinien. Unterstützt vom NPD-Kreisverband Altmark versammelten sich am vergangenen Wochenende knapp 50 AnhängerInnen neonazistischer Splittergruppen in der Gemeinde Schönhausen/Elbe um an den Geburtstag des „Eisernen Kanzlers“, Otto von Bismarck zu erinnern. Der erzkonservative Politiker Bismarck, im April 1815 in Schönhausen/Elbe zur Welt gekommen, wurde in Redebeiträgen zum “größten Sohn, den die Altmark hervorgebracht hat“ verklärt, seine Politik als Leitbild zukünftiger neonazistischer Aktivitäten erkoren.","title":"Neonazis ehren Bismarck in Schönhausen/Elbe"},{"city":"Buchholz in der Nordheide","content":"","date":"3 April 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-04-03/","section":"Fotos","summary":"","title":"03.04.2010 / Buchholz in der Nordheide: Kleinvieh macht auch Mist"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/buchholz-in-der-nordheide/","section":"Orte","summary":"","title":"Buchholz in Der Nordheide"},{"city":"Buchholz","content":" Unter dem Motto „Kriminelle Ausländer abschieben!“ versammelten sich am Samstag, den 03.04.2010 Anhänger_innen der militanten Neonaziszene im niedersächsischen Buchholz in der Nordheide. Die Kundgebung fand im Rahmen einer gleichnamigen NPD-Kampagne statt. Trotz wochenlanger Vorbereitung waren dem Aufruf des NPD-Unterbezirks Lüneburg, um den Anmelder Manfred Börm, lediglich 50 Unterstützer_innen gefolgt. Mit Hinblick auf den derzeitigen Zustand der niedersächsischen NPD hatten mehrere parteiunabhängige Neonazigruppierungen aus Niedersachsen ihre Beteiligung zuvor verweigert.\nAuffällig an der neonazistischen Kundgebung war vor allem die geringe Beteiligung. So hatten etwa Angehörige des sogenannten „Nationalen Widerstands Tostedt“ ihre Teilnahme noch kurz vor Beginn telefonisch abgesagt. Zuvor hatten bereits Anhänger_innen der „Kameradschaft Celle 73“ sowie Neonazis aus Delmenhorst der Veranstaltungsleitung ihre Unterstützung verwehrt. Nachdem im vergangenen Jahr der Vorsitz des niedersächsischen NPD-Landesverbandes an den NPD Funktionär Adolf Dammann überging, sieht sich die neonazistische Parteorganisation massiven Strukturproblemen und inneren Konflikten ausgesetzt. Lediglich von Seiten der „Frreien Kameradschaft Buchholz“ sowie der der militanten Kameradschaftsgruppe „Snevern Jungs“ fand die NPD eine Unterstützung ihres Anliegens. Allerdings war dies wohl vor allem der engen Vernetzung geschuldet. So engagieren sich deren Mitglieder im NPD-Bundesorderdienst oder übernehmen auch Funktionen im NPD Unterbezirk Lüneburg.\nDie geringe Beteiligung sorgte schließlich für eine vorzeitige Auflösung der Veranstaltung. Zuvor hatte die NPD in mehreren Redebeiträgen versucht Migrant_innen zur Projektionsfläche sozialer Probleme zu machen. Neonazis wie Jan Rieckhoff, ein führendes Mitglied der „Freien Kameradschaft Buchholz“ und aktiv im gewaltbereiten „NPD Bundesordnerdienst“ nutzten die Gelegenheit um weitere Aktivitäten in der niedersächsischen Kreisstadt anzukündigen und für ein „sauberes“ Deutschland zu werben – rassistische Untertöne inbegriffen. In die gleiche Richtung ging auch der Redebeitrag des JN-Aktivisten Lasse Krüger aus Lüneburg. Dieser ereiferte sich über „jugendliche Polen und Türken“ und forderte in seinem antisemitisch geprägtem Beitrag alle „in Deutschland lebenden“ Migrant_innen dazu auf nach „Israel zu gehen“. Als weitere Redner traten das NPD-Bundesvorstandsmitglied Manfred Börm sowie der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD Niedersachsen, Matthias Behrens in Erscheinung.\nDie Veranstaltung wurde begleitet durch den lautstarken Protest von mehreren hundert Gegendemonstrant_innen welche sich in Rufweite der NPD Kundgebung befanden. Ein massiven Polizeiaufgebot schirmte die neonazistische Zusammenkunft allerdings hermetisch ab. Ein Zwischenfall ereignete sich allerdings dennoch. Im Zuge der Anreise wurde das Lautsprecherfahrzeug von Manfred Börm attackiert wobei dies einen leichten Blechschaden erlitt und vorerrst ohne linke Seitenscheibe auskommen muss. Ein Neonazi wurde dabei durch einen Steinwurf verletzt und wurde anschließend ins Krankenhaus eingeliefert. Börm, der auch die Veranstaltungsleitung der Kundgebung innehatte, ist seinerseits hinlänglich in Gewaltfragen bewandert. Bereits in den 70er Jahren engagierte sich der derzeit im niedersächsischen Handorf wohnende Bauunternehmer in rechtsterroristischen Gruppierrungen und wurde für einen Überfall auf das NATO-Übungslager in Bergen-Hohne zu sieben Jahren Haft verurteilt.\nNach bereits eineinhalb Stunden wurde die Kundgebung am Bahnhof der Kreisstadt für beendet erklärt. Ob diese als Erfolg gewertet werden kann, bleibt angesichts des angereisten Klientels durchaus zu bezweifeln. Die sichtlich zu Tage getretenen Mobilisierungsprobleme, wie auch der Wegfall mehrerer Führungsfiguren, welche sich aufgrund interner Streitigkeiten zurückgezogen haben, dürfte der NPD im Flächenland Niedersachsen auch in Zukunft Kopfzerbrechen bereiten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.04.03/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Unter dem Motto „Kriminelle Ausländer abschieben!“ versammelten sich am Samstag, den 03.04.2010 Anhänger_innen der militanten Neonaziszene im niedersächsischen Buchholz in der Nordheide. Die Kundgebung fand im Rahmen einer gleichnamigen NPD-Kampagne statt. Trotz wochenlanger Vorbereitung waren dem Aufruf des NPD-Unterbezirks Lüneburg, um den Anmelder Manfred Börm, lediglich 50 Unterstützer_innen gefolgt. Mit Hinblick auf den derzeitigen Zustand der niedersächsischen NPD hatten mehrere parteiunabhängige Neonazigruppierungen aus Niedersachsen ihre Beteiligung zuvor verweigert.","title":"Buchholz in der Nordheide: Kleinvieh macht auch Mist"},{"city":"Schönhausen","content":"","date":"3 April 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-04-03-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"Neonazis ehren Bismarck in Schönhausen/Elbe"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/sch%C3%B6nhausen/","section":"Orte","summary":"","title":"Schönhausen"},{"city":"Dorfmark","content":" Die Veranstaltung besitzt eine gewisse Tradition. Seit mehr als dreißig Jahren treffen sich die AnhängerInnen des rassistischen „Bund für Gotterkenntnis – Die Ludendorffer e.V.“ über die Osterfeiertage im niedersächsischen Dorfmark. Ebenso traditionell wie die Tagung selbst ist auch die Beteiligung militanter Alt- und Neonazis an der jährlichen stattfindenden Zusammenkunft. Mit Hajo Hermann, einem hochdekorierten Wehrmachtsoffizier und politischen Überzeugungstäter gehörte in diesem Jahr eine Ikone der bundesdeutschen Neonaziszene zu den Ehrengästen.\nDer „Bund für Gotterkenntnis“ ist um sein Image bemüht. Berichte über rassistische oder gar antisemitische Tendenzen der selbst ernannten Religionsgemeinschaft werden von ihren Mitgliedern mit steter Regelmäßigkeit zurückgewiesen und auch juristisch bekämpft. Nach eigenen Darstellungen verstehe man sich vielmehr „als Opfer einer Verschwörung“. Ein Eingeständnis, dass die rassistisch geprägte Weltanschauung des „Bund für Gotterkenntnis“ der des Nationalsozialismus in nichts nachsteht, findet sich so natürlich nicht. Zumindest nicht in öffentlichen Erklärungen. Dabei beschwört die neuheidnische Gruppierung, welche über mehrere hundert Mitglieder verfügt, eine radikale „Rassentheorie“, unterteilt in „Licht- und Schachtrassen“. Hier werden bereits Kleinkinder ideologisch indoktriniert und zum Kampf gegen „Juda“ und „Rassenmischung“ erzogen. Nach Lehre der 1966 verstorbenen Sektengründerin Mathilde Ludendorff sei es die „jüdische Schachtrasse“, welche mithilfe „verjudeter, christlicher Erziehung“ deutsche Kinder schädige. Dem stellt die Organisation die „Reinheit des Blutes“, welches die „Volkserhaltung“ sichern würde, gegenüber.\nEin Weltbild, welches der Organisation nicht nur zu Zeiten des NS-Regimes den Status einer „Konfession“ bescherte. Auch in heutiger Zeit fühlen sich organisierte Alt- und Neonazis der Gruppierung verbunden. So dürfte die Anwesenheit eines Hajo Hermann im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung im niedersächsischen Dorfmark, keineswegs dem Zufall geschuldet sein. Hermann gilt als Urgestein neonazistischer Vernetzung. Sein Wort besitzt Gewicht. Parteien wie die NPD oder die „Deutsche Volksunion“ (DVU) schmücken sich mit dem 1913 geborenen Altnazi als Aushängeschild bei Bundesparteitagen, Kongressen und anderen Veranstaltungen.\nAls Teil der „Erlebnisgeneration“ war Herrmann während es zweiten Weltkrieges als Jagd- und Kampfpilot im Einsatz. Ende 1944 brachte er es zum Inspekteur der deutschen Luftverteidigung. Zuletzt lieferte Hermann im Februar 2009 einen öffentlichkeitswirksamen Beweis für seine Verbundenheit mit der Neonaziszene. Vor der Kulisse von mehreren tausend Neonazis, welche am 14. Februar in Dresden anlässlich der Bombardierung der Stadt im zweiten Weltkrieg aufmarschierten, präsentierte sich der ehemalige Wehrmachtsoffizier als unbelehrbar, ein überzeugter Soldat der NS-Vernichtungskriege. Hermann engagiert sich darüber hinaus im Kreise der Vereinsorganisation „Gedächtnisstätte e.V.“ welcher zum Vereinsgeflecht des verbotenen „Collegium Humanum“ gehört.\nAuch in den vorangegangenen Jahren fanden bereits AktivistInnen der militanten Neonaziszene den Weg nach Dorfmark. Einschlägig bekannte Neonazis wie beispielsweise Steffen Hupka. Der 1962 geborene Hupka galt lange Zeit als einer der federführenden Köpfe der militanten Neonaziszene in Deutschland. Er war Mitglied der 1983 verbotenen „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS), sowie führendes Mitglied der 1992 wegen „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ verbotenen „Nationalistischen Front“ (NF). 1998 wurde er in den Bundesvorstand der NPD aufgenommen, wo er sich fortan für Referats- und Schulungsarbeit verantwortlich zeichnete. Im Jahr 2001 erwarb Hupka das Schloss Trepnitz im Salzlandkreis von Sachsen-Anhalt um dort ein neonazistisches Schulungszentrum aufzubauen. Während der „Ostertagung 2006“ besuchte Steffen Hupka Dorfmark mit einem Büchertisch.\nIm darauf folgenden Jahr war erneut „hoher Besuch“ in der niedersächsischen Kleinstadt vertreten. Zu den angereisten TeilnehmerInnen gehörten führende AktivistInnen der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) – darunter ein Mitglied der „HDJ Einheit Hermannsland“, jener HDJ-Untergruppe, deren Mitglieder sich an der Organisation von „Rasseschulungen“ und paramilitärischen Ausbildungslagern beteiligten. Die HDJ wurde im März 2009 vom Bundesinnenministerium verboten. Neben AktivistInnen der HDJ waren im April 2007 ebenfalls Anhänger der inzwischen aufgelösten „Autonomen Nationalisten Soltau“ zugegen. Unter ihnen auch Julian Monaco, derzeitig Landesvorsitzender der NPD Jugendorganisation „JN-Niedersachsen“.\nDoch nicht nur „Zugereiste“ suchen in Dorfmark die Nähe des „Bund für Gotterkenntnis“. Unterstützung erfährt die einschlägige Vereinsorganisation darüber hinaus auch von der Bevölkerung. Die alljährlich aus ganz Deutschland anreisenden „Ludendorffer“ gelten in Dorfmark bei Pensionen und GastronomiebetreiberInnen als willkommener Umsatzgarant. Als im vergangenen Jahr Gegendemonstrant_innen auf das Treiben der rassistischen Organisation aufmerksam machten, positionierten sich stark alkoholisierte AnwohnerInnen vor den Tagungsräumen und beschimpften die Teilnehmer_innen des Protestzuges mit Fäkalausdrücken und dem tiefblickenden Hinweis, dass „solche Leute früher vergast worden wären“.\nSzenen, welche sich auch in diesem Jahr wiederholten. Erneut sah sich die niedersächsische Kleinstadt mit einer Gegendemonstration konfrontiert, welche die Tagung von rund 100 angereisten AnhängerInnen des „Bund für Gotterkenntnis“ begleitete. Anlass genug für ein erneutes Eingreifen „besorgter“ AnwohnerInnen, die lautstark Partei für die rassistische Sektenorganisation ergriffen. Sympathiebekundungen mit Folgen: Aufgrund des Zeigens eines abgewandelten Hitlergrußes wurde ein Anwohner von der Polizei vorläufig festgenommen und sieht nun einem Ermittlungsverfahren wegen „Verwendens von Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen“ sowie „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ entgegen. Ein ganz normales Osterwochenende in Dorfmark halt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.04.02/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Veranstaltung besitzt eine gewisse Tradition. Seit mehr als dreißig Jahren treffen sich die AnhängerInnen des rassistischen „Bund für Gotterkenntnis – Die Ludendorffer e.V.“ über die Osterfeiertage im niedersächsischen Dorfmark. Ebenso traditionell wie die Tagung selbst ist auch die Beteiligung militanter Alt- und Neonazis an der jährlichen stattfindenden Zusammenkunft. Mit Hajo Hermann, einem hochdekorierten Wehrmachtsoffizier und politischen Überzeugungstäter gehörte in diesem Jahr eine Ikone der bundesdeutschen Neonaziszene zu den Ehrengästen.","title":"Altnazis, Neonazis, Ludendorffer - in Dorfmark"},{"city":"Dorfmark","content":"","date":"2 April 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-04-02/","section":"Fotos","summary":"","title":"Altnazis, Neonazis, Ludendorffer - in Dorfmark"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/l%C3%BCbeck/","section":"Orte","summary":"","title":"Lübeck"},{"city":"Lübeck","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\"","date":"27 März 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-03-27/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34;","title":"Neonaziaufmarsch in Lübeck"},{"city":"","content":" Am Samstag, dem 27. März 2010, versuchten rund 170 Anhänger_innen der Neonaziszene einen „Trauermarsch“ im schleswig-holsteinischen Lübeck durchzuführen. Doch der vollmundig angekündigte „Marsch auf Lübeck“ geriet nach nur wenigen hundert Metern ins Stocken. Auf Grund zahlreicher Blockadeaktionen verwehrte die polizeiliche Einsatzleitung dem Demonstrationszug letztlich das Weiterkommen. Bereits die Vorbereitungsphase des jährlich stattfindenden Aufmarsches war geprägt durch interne Konflikte, welche sich auch in der geringe Teilnehmer_innenzahl widerspiegelten.\nDie Demonstration im Herzen der Hansestadt dürfte für die norddeutsche Neonaziszene eine herbe organisatorische Niederlage bedeuten. Trotz bundesweiter Mobilisierung konnten die Veranstalter_innen letztlich nur einen Bruchteil der eigenen Anhängerschaft zur Teilnahme bewegen. Die Anwesenheit von lediglich rund 170 Teilnehmer_innen markiert einen vorläufigen Tiefpunkt neonazistischer Mobilisierungsfähigkeit, wo sich der Aufmarsch doch noch in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten „Neonazi-Events“ Schleswig-Holsteins entwickelt hatte. Mit der als „Trauermarsch“ deklarierten Demonstration versuchen norddeutsche Neonazis seit Jahren die Bombardierung Lübecks im Verlauf des 2. Weltkrieg historisch umzudeuten. Das dahinter stehende Ziel: Das nationalsozialistische Deutschland soll in eine Opferrolle, die „Anti-Hitler-Koalition“ im Gegenzug als Aggressor verklärt werden.\nDie mangelnde Mobilisierungsfähigkeit scheint dabei vor allem internen Grabenkämpfen innerhalb der norddeutschen Neonazivernetzung geschuldet zu sein. Konflikten, welche in der Vergangenheit eine beständige Begleitmusik bildeten, die Mobilisierung anlässlich öffentlicher Demonstrationen allerdings kaum beeinflussten. Die beteiligten Konfliktparteien dabei sind vor allem Aktivist_innen des sogenannten „Aktionsbüro Norddeutschland“, die langjährigen Neonazikader Christian Worch und Thomas Wulff sowie Anhänger_innen der NPD Schleswig-Holstein. Heftige Strategiedebatten und Machtkämpfe bestimmten in den vergangenen Jahren deren Verhältnis.\nSo liefern sich Funktionäre wie der Hamburger Christian Worch bereits seit Jahren inhaltliche Auseinandersetzungen mit Mitgliedern des „Aktionsbüro Norddeutschland“. Diese entzündeten sich vor allem am Führungsanspruch Worchs und einem von ihm favorisierten hierarchisch aufgebauten Organisationskonzeptes. Im Gegensatz dazu forderten Anhänger_innen des „Aktionsbüros Nord“ einen verstärkten Netzwerkcharakter als Organisationsbasis. Das von ihnen angestrebte „Zellenprinzip“ basierte auf der Schaffung und anschließenden Stärkung dezentral agierender Gruppenstrukturen und Führungspersonen.\nDie internen Machtkämpf führten in der Vergangenheit sogar zu gegenseitigen Boykottaufrufen. Das “Aktionsbüro” und dort organisierte Neonazigruppierungen torpedieren regelmäßig von Christian Worch organisierte Aufmärsche in Norddeutschland und so folgten den entsprechenden Demonstrationsaufrufen oftmals nur eine Handvoll Neonazis. Zur Durchsetzung der politischen Interessenslagen greifen beide Konfliktparteien dennoch auf ein und dieselbe Anhängerschaft zurück. Auch eine direkte Zusammenarbeit wird nicht gänzlich abgelehnt. So unterstützte der gelernte Notargehilfe Christian Worch mit der „gerichtliche Durchsetzung“ von Demonstrationen die Aktivitäten der norddeutschen Neonaziszene – nicht zuletzt um weiterhin seinen selbst formulierten Führungsanspruch zu behaupten.\nÄhnlich spannungsgeladen ist das Verhältnis von Christian Worch zu Thomas Wulff - einer weiteren Führungsperson der norddeutschen Neonaziszene. Wulff, der sich im Bezug auf einen ehemaligen Obergruppenführer der Waffen-SS den Ruf- und Spitznamen „Steiner“ zulegte, tendierte dabei zur Position des „Aktionsbüros“. Spätestens mit der Propagierung einer verstärkten Anbindung parteiunabhängiger Neonazis an die Strukturen der NPD zerbrach das Verhältnis zwischen Worch und Wullf vollends. Christian Worch, der sich mehrfach gegen ein solches Bündnis aussprach, sah sich sich in dieser Frage zusehends isoliert. Nachdem der Hamburger Neonazifunktionär Jürgen Rieger im Jahr 2007 die Geschäfte des NPD-Landesverband Hamburg übernahm, verstärkte sich diese Entwicklung noch. Während sich das „Aktionsbüro Nord“ und Thomas Wulff in der Hansestadt Hamburg auf Rieger und die NPD stützten, unterstützte Christian Worch im Gegenzug die Aktivitäten der „Deutschen Volksunion“ (DVU). Im vergangenen Jahr sah sich Worch schließlich genötigt, mangels politischer Unterstützung, seinen Wohnsitz nach Mecklenburg-Vorpommern zu verlegen und seinerseits den Aktivitäten des “Aktionsbüros” seine Unterstützung zu versagen. Ein Bruch, dessen Spätwirkungen nun auch in Lübeck spürbar war - gehörte Christian Worch doch zu den langjährigsten Unterstützern der Veranstaltung.\nKreuz- und querlaufende Konfliktlinien im internen Machtkampf #Doch auch zwischen Wulff und Mitgliedern des “Aktionsbüros” gährte es. Thomas Wulff, welcher am vergangenen Samstag in Lübeck als Veranstaltungsleiter in Erscheinung trat, gilt dabei als glühender Verfechter einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen NPD und parteifreien Neonazis - er selbst trat der NPD im September 2004 bei. Diese Kooperationsbemühungen stießen nicht nur auf Gegenliebe. Militante Vertreter_innen lehnten ein Bündnis zwischen NPD und “Freien Nationalisten” mit dem Verweis auf den „demokratischen Charakter“ der Parteiorganisation kategorisch ab. Kritik erntete Wulff, ähnlich wie zuvor Christian Worch, für sein Vorgehen sich als “Verhandlungsführer” parteiunabhängiger Neonazis zu präsentieren. Ein Führungsanspruch der ihm unter anderem durch das “Aktionsbüro Norddeutschland” wiederholt abgesprochen wurde.\nIm Frühjahr 2009 wurden diese Konflikte erneut angeheizt. Hintergrund waren Bemühungen des Hamburger Rechtsanwaltes Jürgen Riegers eine Radikalisierung der NPD-Bundespartei voranzutreiben. In seiner Funktion als Landesvorsitzender der NPD Hamburg plante Rieger ein Gegengewicht zum „sächsischen Weg“ der NPD aufzubauen: Sowohl in Sachsen wie auch in Mecklenburg-Vorpommern sitzen NPD-Abgeordnete in Fraktionsstärke in den Landesparlamenten. Deren Aktivitäten führten zu heftigen Diskussionen inner- und außerhalb der NPD: Der radikale Flügel sah im parlamentarischen Weg lediglich die Ränkespiele von “NPD-Parteibonzen” verwirklicht, die sich weit mehr dem “Machterhalt” als einem anvisierten politischen Umsturz widmeten.\nDoch die Radikalisierung unter der Führung Jürgen Riegers scheiterte. Während einer Sitzung des NPD-Parteivorstandes am 24. Oktober 2009 erlitt der Hamburger NPD-Vorsitzende einen Schlaganfall und verstarb wenig später an dessen Folgen. Kurz zuvor hatten seine Unterstützer_innen noch versucht die Machtbasis militanter Kräfte innerhalb der NPD Landesverbände auszubauen um so einen verstärkten Einfluss auf den NPD-Bundesvorstand geltend zu machen. In diesem Zusammenhang stehen auch Aktivitäten von Thomas Wulff in Schleswig-Holstein. So wurde im Februar 2009 bekannt das sich Wulff um einen Posten im Vorstand des nördlichsten NPD-Landesverbandes bemühte. Dieses Engagement führte schließlich zu Spannungen mit dem NPD-Aktivisten Jörn Lemke - mit weitreichenden Folgen. Lemke wird dem Führungsstab des „Aktionsbüros Norddeutschland“ zugerechnet, welches spätestens zu diesem Zeitpunkt auf Konfrontationskurs zu Thomas Wulff und der NPD Schleswig-Holstein ging. Während das „Aktionsbüro“ in den vorangegangenen Jahren noch zu den eifrigsten Unterstützern des Lübecker Aufmarsches zählte, verzichteten deren Aktivisten in diesem Jahr auf jegliche Zusammenarbeit.\nDer „Marsch auf Lübeck“ endet nach 400 Metern #Doch nicht nur angesichts interner Konflikte und mangelnder Mobilisierungsfähigkeit entwickelte sich der Aufmarsch am vergangenen Samstag zu einem sichtlichen Misserfolg. Ein Großaufgebotes von rund 2000 Polizisten verhinderte nicht, dass mehr als 1000 antifaschistischen Gegendemonstrant_innen die geplanten Marschroute erfolgreich blockieren. Die Polizei räumten zwar noch vor dem Auftakt des Aufmarsches eine friedliche Sitzblockade und nahmen mehrere Gegendemonstrat_innen vorläufig in Gewahrsam, die Sicherheitslage rund um die Aufmarschstrecke blieb aber dennoch kritisch. Bereits nach wenigen hundert Metern, knapp eine Stunde nach Beginn musste die Neonazis ihre Versammlung schließlich auf Weisung der Polizei auflösen.\nNeben Anhänger_innen der Neonaziszene Schleswig-Holsteins nahmen Teilnehmer_innen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen an der Veranstaltung teil. Aus Mecklenburg-Vorpommern erschien dabei eine Delegation der neu gegründeten „JN Mecklenburg und Pommern“ sowie der neonazistischen Splittergruppe „Widerstand Wittenburg Waschow“. Auch Mitglieder der Hamburger NPD sowie deren Jugendorganisation beteiligten sich an der Demonstration. Angeführt von Lars Bergeest, einem Führungskader von „Blood \u0026 Honour Danemark“ reiste auch eine Gruppe dänischer Neonazis nach Lübeck. Auch die Unterstützung von Neonazis aus Strukturen der sogenannten „Autonomen Nationalisten“, allen voran Mitglieder der „Aktionsgruppe Kiel“ änderten letztlich nichts an der geringen Beteiligung.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.03.27/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Samstag, dem 27. März 2010, versuchten rund 170 Anhänger_innen der Neonaziszene einen „Trauermarsch“ im schleswig-holsteinischen Lübeck durchzuführen. Doch der vollmundig angekündigte „Marsch auf Lübeck“ geriet nach nur wenigen hundert Metern ins Stocken. Auf Grund zahlreicher Blockadeaktionen verwehrte die polizeiliche Einsatzleitung dem Demonstrationszug letztlich das Weiterkommen. Bereits die Vorbereitungsphase des jährlich stattfindenden Aufmarsches war geprägt durch interne Konflikte, welche sich auch in der geringe Teilnehmer_innenzahl widerspiegelten.","title":"Schleswig-Holstein - Eine Region mit Modellcharakter?"},{"city":"Nordhorn","content":" Vor dem Amtsgericht Nordhorn (Grafschaft Bentheim) fand am vergangenen Montag, den 15.03.2010, ein Gerichtsprozess wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz statt. Dem langjährigen Neonaziaktivisten Kai-Uwe Fischer aus dem niedersächsischen Osnabrück, wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, eine Schusswaffe an Minderjährige übergeben zu haben. Der Gerichtsverhandlung waren Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit einem Wehrsportlager vorausgegangen.\nDer heutige Aktivist der NPD/JN Osnabrück hatte sich im Jahr 2006 an der Durchführung eines paramilitärischen Sommercamps nahe der niedersächsischen Gemeinde Wilsum beteiligt. Das Bekanntwerden des konspirativen Treffens führte im April 2007 zu einer groß angelegten Polizeirazzia bei insgesamt 26 beteiligten Neonazis im niedersächsisch-westfälischem Grenzgebiet. Zuvor hatten Polizeibeamte im Rahmen einer im Vorjahr durchgeführten Hausdurchsuchung bei einem führenden Mitglied der Neonazigruppierung „Freie Nationale Vechta“ Fotografien von Wehrsportübungen und Scheinhinrichtungen gefunden. “Wir ermitteln wegen des Verdachtes der Bildung bewaffneter Gruppen”, so der Kommentar des damaligen Pressesprechers der Staatsanwaltschaft in Osnabrück. Ein Ermittlungsverfahren, welches im Februar 2010 allerdings eingestellt wurde. Den Beschuldigten im Alter von 15 bis 51 Jahren konnte nicht nachgewiesen werden, dass sich die aufgefundenen Waffen zum Tatzeitpunkt bereits in ihrem Besitz befanden. Auch hätte die Anzahl der aufgefundenen Waffen nicht ausgereicht die gesamte Gruppe zu bewaffnen, so Staatsanwalt Alexander Rethemeyer in der jüngst veröffentlichten Pressemitteilung vom Februar 2010.\nDennoch eröffnete die zuständige Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungsverfahren gegen Teilnehmer-innen des Zeltlagers wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz - so auch gegen den Osnabrücker Neonaziaktivisten Kai-Uwe Fischer. Dessen Rolle bei der Durchführung des besagten Sommerlagers konnte auch bei dem nun in Nordhorn stattgefundenen Gerichtsverfahren nicht gänzlich geklärt werden. Diesbezügliche Fragen des Staatsanwaltes beantwortete der Angeklagte mit dem Verweis auf gravierende Erinnerungslücken. Angesprochen auf die im Lager an Zelteingängen befestigten Hinweisschilder mit Aufschriften wie „Leibstandarte“ oder „Hitlerjugend“ erwiderte Fischer damit, dass sich diese bereits dort befunden hätten als er in dem Lager eintraf. Weitere weiße Flecken in seinem Gedächtnis offenbarte Fischer auch im Bezug auf die Organisatoren des paramilitärischen Sommerlagers: „Daran könne er sich nicht erinnern“. Seine diesbezüglichen Aussagen stießen bei der Staatsanwaltschaft jedoch auf Unverständnis. Hatte sich Fischer doch zunächst dahingehend geäußert, dass das Lager recht unorganisiert gewesen sei und es sich eigentlich um eine „spontane Veranstaltung“ gehandelt hätte. Die Zielsetzung der Veranstaltung räumte der Neonaziaktivist letztlich jedoch ein: Auf die Frage, ob das Wehrsportlager vielleicht eine Übung für ein sogenanntes „Viertes Reich“ dargestellt haben könnte, murmelte der Angeklagte: „Ein bisschen vielleicht“.\nTrotz seiner Erinnerungslücken wies die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten der im Besitz eines sogenannten „Kleinen Waffenscheines“ ist, dennoch erhebliche Verstöße gegen das Waffengesetz nach. So hatte Fischer eine Luftdruckpistole mit dazugehöriger Munition in das Zeltlager gebracht. Diese Waffe hatte der Angeklagte anschließend einer auf dem Camp stattfindenden „AG Schießen“ zur Verfügung gestellt. In dieser „Arbeitsgemeinschaft“ wurde mit verschiedenen Waffen unter Anweisung von sogenannten „Ausbildern“ der Umgang mit Waffen geübt. Geleitet wurde die „AG Schießen“ durch den langjährigen Neonaziaktivisten Christian von Velsen aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte. Von Velsen war bis zum Verbot der völkisch-neonazistischen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) im März 2009 hochrangiger Funktionär in der „HDJ-Einheit Hermannsland“. Der Neonaziaktivist gehörte im August 2006 auch zu den Teilnehmer-innen eines HDJ-Zeltlagers im nordrhein-westfälischen Fromhausen. Ähnlich wie bei dem einen Monat zuvor in Wilsum stattgefundenen Wehrsportlager wurden auch in Fromhausen Zelteingänge mit „Hinweisschildern“ versehen. Anstatt „Leibstandarte“ griff man dort jedoch auf Bezeichnungen wie beispielsweise „Führerbunker“ zurück.\nIm konkreten Fall von Kai-Uwe Fischer wertete die Staatsanwaltschaft Osnabrück als besonders schwerwiegend, dass der zum Tatzeitpunkt 22 Jahre alte Angeklagte seine Waffe minderjährigen Teilnehmern des Zeltlagers zur Verfügung gestellt hatte - und dies ohne Einweisung in den Gebrauch und Hinweise auf die Gefährlichkeit von Schusswaffen. Der Angeklagte, welcher zum Tatzeitpunkt im Juli 2006, der parteiunabhängigen Neonazigruppierung „Nationalen Widerstand Osnabrücker Land“ (NWOSL) angehörte, gab dies auf Nachfrage auch unumwunden zu. Für ähnliche Reaktionen auf Seiten der Staatsanwaltschaft sorgten auch bei Hausdurchsuchungen sichergestellte Fotografien, welche Kai-Uwe Fischer dabei zeigten, wie er seine Waffe unmittelbar gegen den Kopf eines weiteren Campteilnehmers richtete. In der weiteren Beweisaufnahme konnte dem heute 25-jährigen Umschüler nachgewiesen werden, ohne Erlaubnis Schusswaffen im öffentlichen Raum geführt zu haben, da das Lager im Prinzip „Jedem zugänglich gewesen“ wäre und nicht durch Zäune oder Mauern von der Öffentlichkeit abgeschirmt war. Das galt auch für die Schießübungen mit Luftgewehr und Luftpistole auf Zielscheiben, die zuvor an Heuballen befestigt worden waren. Da es in diesem Prozess lediglich um die Verstöße gegen das Waffenrecht ging, wurden Begleitumstände um das neonazistische Sommerlager bei dem späteren Urteil ausgeklammert.\nDie Beweisaufnahme endete mit der Forderung nach einem Schuldspruch und einer Geldstrafe von insgesamt 600 Euro. Kai-Uwe Fischer sei schuldig zu befinden, da er Beihilfe zum Führen von Schusswaffen durch Minderjährige geleistet habe. Strafmildernd kam allerdings in Betracht, dass der Angeklagte Neonazi derzeit einen privaten Schuldenberg von annähernd 20.000 Euro verwalte und lediglich über ein geringes Einkommen verfüge. Keinerlei gerichtsrelevante Vorstrafen kamen dem Neonaziaktivisten aus Sicht der Staatsanwaltschaft ebenfalls zugute. Auf Grund der Länge des Gesamtverfahrens von inzwischen rund dreieinhalb Jahren könne die Hälfte der Bestrafung als bereits verbüßt angesehen werden. Forderungen, denen sich auch der Richter anschloss. Zuvor hatten Staatsanwaltschaft, Richter sowie der Rechtsanwalt des Beschuldigten auf die Vernehmung der geladenen Zeugen verzichtet, da sich der Angeklagte als durchaus geständig zeigte und auf die Rückgabe, der bei ihm sichergestellten Waffen, unter anderem ein Samuraischwert, verzichtete.\nDas Urteil ist rechtskräftig: Sowohl Staatsanwaltschaft als auch der durch einen Rechtsanwalt vertretene Neonazi verzichteten auf weitere Rechtsmittel. Dem Neonaziaktivisten dürfte das nun verkündete Urteil nicht nur angesichts seiner finanziellen Situation gelegen kommen. Auch im Hinblick auf sein derzeitiges politisches Engagement erlaubt es Kai-Uwe Fischer eine Fortführung seiner bisherigen Aktivitäten. So tritt der Osnabrücker Neonazi derzeit vor allem im Zusammenhang mit dem NPD-Bundesordnerdienst in Erscheinung, zuletzt während der Gründungsveranstaltung der JN Osnabrück/Osnabrücker Land im Januar 2010 im niedersächsischen Ehrenburg. Die Mitglieder der parteieigenen „Schutztruppe“ gelten als militante und gewaltbereite Hardliner – etliche Mitglieder wurden bereits wegen Gewalttaten oder auch Sprengstoffbesitzes verurteilt. Dennoch, gerichtsrelevante Verurteilungen und Vorstrafen sind den Aktivitäten als „NPD Bundesordner“ abträglich. Ordneraufgaben auf Demonstrationen werden vorbestraften Neonazis regelmäßig durch die Polizei untersagt. Und auch Kai-Uwe Fischer steht einigen Aktivisten des NPD-Bundesordnerdienstes in Nichts nach: Erst im Dezember 2009 schlitterte Fischer nur denkbar knapp an einer Vorstrafe vorbei. Das Amtsgericht Ibbenbühren verurteilte ihn zur Zahlung einer Geldstarfe von 300 Euro: Gemeinsam mit weiteren Neonazis hatte Fischer eine Rohrbombe hergestellt. Ob Kai-Uwe Fischer seinen „Kleinen Waffenschein“ behalten darf, wird nun die zuständige Ordnungsbehörde entscheiden müssen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.03.15/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Vor dem Amtsgericht Nordhorn (Grafschaft Bentheim) fand am vergangenen Montag, den 15.03.2010, ein Gerichtsprozess wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz statt. Dem langjährigen Neonaziaktivisten Kai-Uwe Fischer aus dem niedersächsischen Osnabrück, wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, eine Schusswaffe an Minderjährige übergeben zu haben. Der Gerichtsverhandlung waren Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit einem Wehrsportlager vorausgegangen.","title":"Gerichtsprozess in Nordhorn: Ein bisschen Viertes Reich"},{"city":"Tostedt","content":" In den frühen Abendstunden des 23.02.2010 versammelten sich ca. 30 AnhängerInnen verschiedener Neonazigruppiereungen in Tostedt. Nach einer Eröffnungszeremonie zogen die Neonazis in Zweierreihen am Jugendzentrum vorbei und entzündeten stilgerecht eigens mitgebrachte Fackeln. Hier, im Zentrum der niedersächsischen Gemeinde Tostedt, am Fuße des örtlichen Kriegsdenkmals gedachten sie an diesem Abend Horst Wessel, einer Symbolfigur des Nationalsozialismus. An der konspirativ vorbereiteten Veranstaltung beteiligten sich neben AnhängerInnen der Tostedter Neonazigruppen „Gladiator Germania“ und des „Nationalen Widerstandes Tostedt“ auch Aktivisten der „Snevern Jungs“ sowie der niedersächsischen NPD und deren Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“.\nDiese Zusammenkunft steht im Zusammenhang mit den, seit einiger Zeit bedrohlich ansteigenden, neonazistischen Aktivtäten in der Region. Fast wöchentlich berichten Opfer und Betroffene von Übergriffen, Einschüchterungsversuchen und Propagandaaktionen der örtlichen Neonaziszene. Als besonders militant tritt dabei die Struktur des „Nationalen Widerstandes Tostedt“ in Erscheinung, welche sich am organisatorischen Konzept der „Autonomen Nationalisten“ orientiert. Bevor sich deren Mitglieder als eigenständige Gruppierung konstituierten, bewegten sich die, zumeist jugendlichen, Aktivisten im Umfeld der Tostedter Neonazigruppierung „Gladiator Germania“. Bei einem der Führungskader der niedersächsischen „Gladiatoren“ handelt es sich um den langjährigen Neonaziaktivisten Stefan Silar, der im benachbarten Todtglüsing einen Szeneladen betreibt und sich in der Vergangenheit vor allem für die Einbindung des politischen Nachwuchses engagierte.\nDem nachhaltigen Wirken solcher Neonazikader wie Stefan Silar oder, dem ebenfalls aus Tostedt stammenden, Sebastian Stöber dürfte es wohl zu verdanken sein, dass sich die Region in den letzten Jahren zu einem weiteren Aufmarschgebiet der niedersächsischen Neonaziszene entwickelte. So planten parteiunabhängige Neonazis am 8. November 2008 eine Demonstration im benachbarten Buxtehude. Unter dem Motto: “Linker Mainstream - Nein Danke! Nationale Freiräume erkämpfen“ wollte man politischen Gegner_innen zu Leibe rücken. Zwar scheiterte der geplante Aufmarsch bereits im Vorfeld an Abstimmungsschwierigkeiten der Beteiligten, eine Entwarnung kann jedoch dennoch nicht gegeben werden. Im letzten Jahr meldete die NPD-Lüneburg einen weiteren Aufmarsch in der Region an. Die, für den 05. Dezember 2009 vorgesehene, Demonstration wurde ebenfalls aufgrund mangelnder Vorbereitung von den Veranstaltern wenige Tage vor dem anvisierten Termin abgesagt.\nDie jüngst in Tostedt durchgeführte Veranstaltung im Fackelschein wollten die beteiligten Neonazis als Vorbereitung für weitere Aktivitäten verstanden wissen. So ließen Neonazis aus dem Umfeld des „Nationalen Widerstand Tostedt“ verlauten bei dem „Gedenkmarsch am 23.2.“ habe es sich lediglich um „einen Probelauf für einen richtigen Aufmarsch gehandelt“. Mit der „Gedenkveranstaltung“ zu Ehren des 1930 ermordeten SA-Sturmführers Horst Wessel offenbart die Tostedter Neonaziszene nunmehr abermals ihre auserkorenen Traditionslinien. Wessel galt bis zu seinem Tod als Überzeugungstäter, als gewaltbereiter Verfechter nationalsozialistischer Überzeugung. Nach seinem Tod wurde Wessel zur Märtyrerfigur stilisiert – das sogenannte „Horst Wessel Lied“ fungierte zu Zeiten der NS-Diktatur zeitweise als zweite Nationalhymne. Angesichts der zunehmenden Übergriffe auf Andersdenkende in Tostedt scheint hier vor allem das gewaltsame Vorgehen des SA-Sturmführers eine Vorbildfunktion zu besitzen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.03.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den frühen Abendstunden des 23.02.2010 versammelten sich ca. 30 AnhängerInnen verschiedener Neonazigruppiereungen in Tostedt. Nach einer Eröffnungszeremonie zogen die Neonazis in Zweierreihen am Jugendzentrum vorbei und entzündeten stilgerecht eigens mitgebrachte Fackeln. Hier, im Zentrum der niedersächsischen Gemeinde Tostedt, am Fuße des örtlichen Kriegsdenkmals gedachten sie an diesem Abend Horst Wessel, einer Symbolfigur des Nationalsozialismus. An der konspirativ vorbereiteten Veranstaltung beteiligten sich neben AnhängerInnen der Tostedter Neonazigruppen „Gladiator Germania“ und des „Nationalen Widerstandes Tostedt“ auch Aktivisten der „Snevern Jungs“ sowie der niedersächsischen NPD und deren Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“.","title":"Neonazis gedenken nationalsozialistischer Märtyrerfigur"},{"city":"","content":" Ein neues Internetportal der Neonaziszene erblickte zu Beginn des Jahres das Licht der virtuellen Welt. Vollmundig verkündeten die Betreiber der „Recherche-Mitte“ sich mittels ihrer neu geschaffenen Plattform zukünftig der Anti-Antifa Arbeit widmen zu wollen. Das Feindbild scheint klar umrissen: „… egal ob Antideutsch, Antinational, Antiimperialistisch, kommunistisch oder bolschewistisch“ [sic], wie es die Macher unumwunden auf den Punkt bringen. Hinter dem konspirativen Anstrich des „unabhängigen“ Medienkollektivs verbergen sich gleichsam Anhänger der parteiunabhängigen Neonaziszene sowie der NPD.\nEigentlich hätte noch ein wenig Zeit verstreichen sollen. Als am 02. März 2009 die Internetseite der „Recherche-Mitte“ offiziell vorgestellt wurde, zeigte sich die technische Betreuung der Projektes überrascht: „Die Seite befindet sich noch im aufbau also noch nicht zu viel erwarten!“ [sic], so der Kommentar des Recherche-Mitte-Webmasters „Asterix“. Kurz zuvor war die Existenz des „Anti-Antifa-Projekts“ auf dem einschlägigen Internetportal „Altermedia“ erstmals bekannt gegeben worden und weckte sogleich hohe Erwartungen: „Jawoll, so muss das sein“ und „Zecken aus der Anonymität holen“ schallte dort so manch überschwängliches Urteil. Den „professionellen Charakter“ ihres zukünftigen Wirkens versuchten die beteiligten Neonazis vor allem durch den Aufbau und die Bezeichnung des Internetprojekts zu unterstreichen. „Der Name ist mit Absicht, als Anlehnung von Recherche-Ost und –Nord, so gewählt.“ Auch Logo, Rubriken und Aufbau wurden den beiden antifaschistischen Medienprojekten entlehnt.\nRegistriert wurde die Seite im vorigen Monat bei einem kanadischen Serverbetreiber und dort schließlich am 10. Februar freigeschaltet. „Reichsstrasse 88“, in der „Reichshauptstadt, im Reich 01488“ lauten die dort hinterlassenen Kontaktdaten des als „Recherche-Team“ auftretenden Anmelders. Bei diesem handelt es sich indes um keinen Unbekannten. Der sächsische Neonazi Sandro Auerbach aus dem beschaulichen Eppendorf im Erzgebirge tritt bereits seit einigen Jahren als Anmelder obskurer Internetseiten in Erscheinung. Unter dem Pseudonym „der todesengel 88“, war Auerbach verantwortlich für Internetseiten mit illustren Namen wie „Sturmtrupp“ oder „die-ware-antifa“ - allesamt mit relativ kurzlebiger Haltbarkeit. Während sich Sandro Auerbach bei der Anmeldung der „Recherche-Mitte“ um die Verschleierung seiner Adressdaten bemühte, trat der sächsische Neonazi in der Vergangenheit weniger konspirativ auf und verwendete statt der „Reichsstraße 88“ auch schon mal seine reguläre Adresse einschließlich telefonischer Erreichbarkeit.\nEbenso wechselhaft auch sein bisheriger Lebensweg: Führte ihn seine politische Sozialisation noch über die Punkszene, fühlt sich Auerbach nun den sogenannten „Autonomem Nationalisten“ (AN) und den strukturellen Abgründen der parteiunabhängigen Neonaziszene zugehörig. Dies hindert den Eppendorfer Neonazi jedoch nicht daran auch Bewunderung für die hohen Sphären der Parteipolitik zu entwickeln. Im Kondolenzbuch des, im vergangenen Jahr bei einem Autounfall verstorbenen, Rechtspopulisten Jörg Haider hinterließ Auerbach dem österreichischen Rechtsaußen mit den Zeilen „Ruhe in Friede, Jörg…“ zumindest einen letzten Gruß. Bei der „Recherche-Mitte“ agiert Sandro Auerbach nun abermals unter dem Pseudonym „Der Todesengel“ und gilt als Ansprechpartner des neu gegründeten und vermeintlich konspirativ agierenden „Recherche-Teams“. Ihm zur Seite steht Kai Rzehaczek aus dem sächsischen Eilenburg. Der 1968 geborene Neonazi-Funktionär ist unter anderem Geschäftsführer des „Nordsachsen-Versands“, einem Internet-Versandhandel, der neben einschlägiger Musik auch Bekleidung mit Bezug zum Nationalsozialismus veräußert.\nStrukturübergreifender Zusammenschluss #Parallel zu seinen Aktivitäten als Versand- und Szenehändler engagiert sich Rzehaczek auch im „NPD Kreisverband Nordsachsen“. Im Zuge der sächsischen Kommunalwahlen im Juni 2009 kandidierte der Neonaziaktivist erfolgreich um einen Sitz im Eilenburger Stadtrat und vertritt dort seitdem die Belange der neonazistischen Partei. Als sich am 12. Januar die Parteispitze der NPD Sachsen und VertreterInnen der militanten Neonaziszene im sächsischen Landtag anlässlich eines Treffens der NPD-Fraktion versammelten um über die weitere politische Entwicklung der Landesverbandes zu beratschlagen, war Rzehaczek ebenso anwesend wie auch zwei Wochen später während der traditionellen Jahresauftaktveranstaltung der sächsischen NPD in Limbach-Oberfrohna. Die Arbeitsbelastung als NPD-Funktionär scheint Rzehaczek allerdings genug Raum für weitere Unternehmungen zu lassen. Unter dem Pseudonym „Oberlix“, nach eingehender Rechtschreibprüfung später in „Obelix“ abgeändert, befriedigt der sächsische NPD-Aktivist nun seinen Bewegungsdrang als Fotograf innerhalb der „Recherche-Mitte“. Eine Kostprobe seiner Arbeit lieferte Rzehaczek bereits während der Veranstaltung der sächsischen NPD am 23.01.2010 in Limbach-Oberfohna. Anwesende Gegendemonstrant_innen wurden dort von Kai Rzehaczek dokumentiert. Fotografien, welche später auf der Internetpräsenz der „Recherche-Mitte“ veröffentlicht wurden.\nNeben den ostdeutschen Mitwirkenden der „Recherche-Mitte“ lassen sich auch Aktivisten im norddeutschen Raum verorten. So wie Michael Meyer - seines Zeichens Vorsitzender des „NPD Unterbezirks Oldenburg“. Das langjährige NPD-Mitglied gilt als ebenso kompromisslos wie gewaltbereit. Eigenschaften, welche ihm während seiner Zeit als aktiver Fußball-Hooligan ebenso zu Gute kamen wie auch im, von der NPD-Bundesführung geforderten, „Kampf um die Straße“. Eine anschauliche Kostprobe dieser Attribute gab er am 11. März 2007, als der NPD-Funktionär in der Fußgängerzone der Stadt Oldenburg einen Polizeibeamten attackierte. Der Vorfall ereignete sich, nachdem ein geplanter Landesparteitag der niedersächsischen NPD kurzerhand abgesagt werden musste. Ursprünglich sollte die Veranstaltung im ostfriesischen Burhafe stattfinden. Angesichts des enormen Medieninteresses verweigerte der Betreiber der Gaststätte den verdutzten NPD-AnhängerInnen jedoch den Zutritt. Daraufhin verschlug es einen Teil der angereisten Neonazis in die Oldenburger Innenstadt um dort eine Protestkundgebung abzuhalten. Zum Unmut der NPD untersagte die Polizei jedoch die Veranstaltung. Nachdem die NPD-Mitglieder, allen voran der damalige NPD-Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld, sich den Auflagen der Polizei verweigerten, entstanden tumultartige Szenen. Die Polizei setzte Tränengas ein um die aufgebrachten Neonazis auseinanderzutreiben. Unter den später in Gewahrsam genommenen Neonazis befanden sich auch mehrere Mitglieder des NPD-Bundesvorstandes.\nBerührungsängste des Oldenburger NPD-Funktionärs zur parteiunabhängigen Neonaziszene dürften kaum bestehen. Im Gegenteil: Inzwischen gilt Michael Meyer als Bindeglied zwischen NPD und militanten Neonazis in der Region. Zu seinen Bündnispartnern zählen ebenso die derweil aufgelösten „Freien Kräfte Oldenburg“ wie temporär auch die „Autonomen Nationalisten Oldenburg“ (AN-OL). Einen Schwerpunkt seines politischen Wirkens bildet dabei die Auseinandersetzung mit politischen Gegner_innen. Als Oldenburger Neonazis unter der Bezeichnung „anti-antifa-nord“ diesbezügliche Aktivitäten zu intensivieren versuchten, soll Michael Meyer die Gruppierung mit der Bereitstellung von Fotografien unterstützt haben. Von ihm angefertigte Fotodokumentationen politischer Gegner_innen und Journalist_innen finden sich nun auch auf der Internetseite der „Recherche-Mitte“ wieder. Die dort veröffentlichten Aufnahmen entstanden im August 2009 während eines Neonaziaufmarsches im niedersächsischen Bad Nenndorf.\nRecherche-Mitte: Alte Bekannte #Zum norddeutschen Kreis der „Recherche-Mitte“ zählt auch der derzeitige Webmaster des Anti-Antifa-Projektes. Bei diesem handelt es sich um den ehemaligen JN-Aktivisten Markus Walter aus dem niedersächsischen Garrel, welcher sich unter dem Pseudonym „Asterix“ für die Gestaltung der Seite verantwortlich zeichnet. Der 1991 geborene Neonaziaktivist ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Von ehemaligen Weggefährten als manisch-depressiv und mitunter als cholerisch beschrieben, bewegt sich der Neonazi bereits seit frühester Jugend in politisch einschlägigen Gefilden. Erfahrungen mit dem Medium Internet sammelte Walter bereits im Jahr 2006 beim Aufbau der Internetpräsenz der inzwischen inaktiven „JN-Cloppenburg“. Aufgrund bedenklicher Inhalte wurde die erste Variante der JN-Internetpräsenz jedoch gelöscht und landete schließlich auf einem amerikanischen Server. Kurze Zeit nach der inoffiziellen Auflösung des niedersächsischen JN-Stützpunktes, bei dem es Walter bis zum stellvertretenden Vorsitzenden brachte, zog es den jugendlichen Neonaziaktivisten in den Süden.\nIm baden-württembergischen Weil am Rhein fand er schnell Anschluss an die regionale Neonaziszene. So gehörte er bereits im September 2007 zu den Gründungsmitgliedern des sogenannten „Nationalen Widerstands Lörrach“, welcher auch unter der Bezeichnung „Freie Kräfte Lörrach“ in Erscheinung trat. Durch seine multimedialen Tätigkeiten knüpfte Walter bald Kontakt zu Stefan Schreiber vom „Netzradio Germania“, welcher ihm schließlich Speicherplatz auf seinen Servern zur Verfügung stellte. Nach einem unfreiwilligen Aufenthalt in einem Kinderheim, in welches er auf Anordnung der Behörden verfrachtet wurde, beinhaltete sein Aufgabenfeld die Verwaltung der Internetseiten der „Freien Kräfte Lörrach“ (FKL) sowie des, später in „Aktionsbüro Dreiländereck“ umbenannte, „Aktionsbündnis Südbaden“. Einige Inhalte auf der Internetseite des „Aktionsbündnis Südbaden“ (ABS) führten schließlich zu rechtlichen Konsequenzen. Nachdem Markus Walter Beleidigendes über einen Polizeibeamten auf der ABS-Internetseite einstellte, holte die Polizei am 16.07.2009 in Form mehrerer Hausdurchsuchungen zum Gegenschlag aus.\nEinen Monat später sorgte die Neonaziszene in Lörrach dann abermals für Negativ-Schlagzeilen. Deren Strukturen waren zwischenzeitlich in der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) aufgegangen. Am 26. August 2009 durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei die Räumlichkeiten des dortigen JN-Stützpunktleiters Thomas Baumann. Der Neonazi hatte sich zuvor mit Hilfe weiterer NPD-Mitglieder Materialien und chemische Substanzen zur Herstellung von Sprengkörpern beschafft. Auch bei Walter wurden die Beamten vorstellig. Dieser hatte sich allerdings vorsorglich in die niedersächsische Ortschaft Garrel abgesetzt wo er schließlich nach einem weiteren Fluchtversuch von Polizeibeamten festgesetzt werden konnte.\nNach den Ereignissen in Süddeutschland verlegte Markus Walter seinen Wohnsitz abermals nach Niedersachsen. Beflügelt durch seine Verbindungen zum „JN-Stützpunkt Lörrach“ gelang es Walter in der folgenden Zeit Kontakte zu überregionalen Neonazigruppierungen aufzubauen. Besonders intensiv entwickelten sich dabei die Verbindungen zum „NPD Kreisbereich Verden“, mit dessen Mitgliedern Markus Walter bereits zu Zeiten des „JN Stützpunktes Cloppenburg“ eng zusammenarbeitete. Die Vernetzung zu seinem ehemaligen Wirkungsbereich in Baden-Württemberg riss indes nicht ab. So erstellte Walter unter seinem Pseudonym “marwal” für die neu gegründete „Aktionsgruppe Lörrach“ (AG Lörrach) abermals eine Internetpräsenz. In Norddeutschland entfaltete Walter jüngst derweil Aktivitäten bei den neu gegründeten „Autonomen Nationalisten Oldenburg“ (anol). Das neonazistische Netzwerk der Gruppierung war zuvor nach dem Rückzug von Führungspersonen auseinander gebrochen. Auf der ebenfalls von ihm betreuten Internetseite der Oldenburger Gruppierung trat Walter unter dem Pseudonym „Asterix“ in Erscheinung. Im Dezember 2009 fand schließlich ein Treffen der „Aktionsgruppe Lörrach“ und der „Autonomen Nationalisten Oldenburg“ statt um, wie es heißt, ein „gegenseitiges Bündnis der Zusammenarbeit abzuschließen“.\nEine Zusammenarbeit, die Markus Walter auch mit der nun gegründeten „Recherche-Mitte“ vorantreibt. Dort übernahm der, inzwischen nach Oldenburg verzogene, Neonazi den Aufbau und die Gestaltung der Internetpräsenz. Doch dabei beließ es Walter nicht. Für eine eigens auf der Internetseite geschaffene Rubrik über die Städte Oldenburg, Eppendorf, Eilenburg und Bremen steuerte Markus Walter etliche Fotografien zur „Feindaufklärung“ des Oldenburger Parteibüros der Partei „Die Linke“ sowie des selbstverwalteten Aktions- und Kommunikationszentrums „Alhambra“ bei.\nInwieweit der „Recherche-Mitte“ eine dauerhafte Zukunft beschert ist, bleibt abzuwarten. Am vergangenen Freitag, den 05.03.2010, erhielten Neonazis aus dem Umfeld Markus Walters unerwarteten Besuch von Beamten der Oldenburger Kriminalpolizei. Hintergrund der folgenden Durchsuchungsaktion war eine Fotografie auf einer von Walter betreuten Internetseite. Im Durchsuchungsbeschluss hieß es: „Die Anordnung beruht auf den §§ 98, 102 StPO. Der Beschuldigte ist verdächtig, als Verantwortlicher Herausgeber der Homepage xxx.anol.tk am 26.02.2010 eine Fotomontage ins Internet gestellt zu haben, die den Geschädigten „Staatsschutz Beamten“ als Stasi-Spitzel verunglimpft (strafbar gem. §§ 187, 185 StGB)“. Die Polizeibeamten beschlagnahmten im Zuge der Durchsuchungsaktion zwei Computer, zwei Laptops, eine Digitalkamera, eine Daten CD sowie Propagandamaterialien. Die Internetpräsenz der „Autonomen Nationalisten Oldenburg“ wurde daraufhin vom Netz genommen und verlinkt nun auf einen Eintrag im Internetportal Wikipedia: mit Namen „Stasi 2.0“. Auch die, ebenfalls von Markus Walter betriebene, Internetseite „Nationale gegen Kinderschänder“ ist inzwischen nicht mehr erreichbar.\nFür die Betreiber der „Recherche-Mitte“ brauen sich derweil weitere dunkle Wolken zusammen. Nachdem im Verlauf der vergangenen Woche auf der Internetseite der „Recherche-Mitte“ zwei Studenten der Universität Freiburg „geoutet“ wurden, erstatteten diese inzwischen Anzeige. Die Kriminalpolizei ermittelt bereits.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.03.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Ein neues Internetportal der Neonaziszene erblickte zu Beginn des Jahres das Licht der virtuellen Welt. Vollmundig verkündeten die Betreiber der „Recherche-Mitte“ sich mittels ihrer neu geschaffenen Plattform zukünftig der Anti-Antifa Arbeit widmen zu wollen. Das Feindbild scheint klar umrissen: „... egal ob Antideutsch, Antinational, Antiimperialistisch, kommunistisch oder bolschewistisch“ [sic], wie es die Macher unumwunden auf den Punkt bringen. Hinter dem konspirativen Anstrich des „unabhängigen“ Medienkollektivs verbergen sich gleichsam Anhänger der parteiunabhängigen Neonaziszene sowie der NPD.","title":"Oha - Die »Recherche-Mitte« stellt sich vor"},{"city":"Delmenhorst","content":" Delmenhorst: Am vergangenen Donnerstag, den 25.02.2010, versammelten sich Anhänger_innen der regionalen Neonaziszene unter dem Motto “Verfassungsschutz abschalten - Politische Verfolgung stoppen!” zu einer “Mahnwache” auf dem Delmenhorster Rathausplatz. Organisiert wurde die Zusammenkunft von den neofaschistichen Gruppierungen “JN-Delmenhorst” um ihren Führungskader und “Landesführer” Julian Monaco und dem „Nationalen Widerstand Delmenhorst\". Unterstützung erhielt die Delmenhorster Neonaziszene dabei von jugendlichen Mitgliedern des “Nationalen Widerstands Tostedt”.\nAnlass der, als „Mahnwache“ deklarierten, Veranstaltung war die Eröffnung einer Ausstellung des Verfassungsschutzes Niedersachsen zum Thema „Verfassungsschutz gegen Extremismus – Demokratie schützen vor Rechts- und Linksextremismus“ im Rathaus der Delmestadt. Bereits am vergangenen Dienstag hatten Neonazis im niedersächsischen Tostedt einen Fackelmarsch zum örtlichen Jugendzentrum durchgeführt, der intern als Probelauf zur heutigen Veranstaltung in Delmenhorst galt.\nErmöglicht wurde die neofaschistische Mahnwache unter anderem durch ein Großaufgebot von Bereitschaftspolizei sowie angeforderter Bundespolizeikräfte. In der Stunde vor dem Eintreffen der Anhänger_innen der NPD-Jugendorganisation räumten die Polizeikräfte, unter teilweise massivem Gewalteinsatz, eine Protestaktion antifaschistischer Gegendemonstrant_innen. Begründet wurde dieses Vorgehen von der Polizeiführung mit dem „Tatbestand der Vermummung“ sowie einem angeblichen im Internet geäußerten Aufruf zu Gewalttaten. Größtenteils jugendliche Antifaschist_innen besetzten gegen 18 Uhr einen Teil des Rathausplatzes, um sich dem Aufzug der Neonazis entgegenzustellen, der erst Tags zuvor bekannt wurde.\nFraglich bleibt das Einsatzkonzept der Polizeiführung an diesem Tag, gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Delmenhorster Polizei in der jüngeren Vergangenheit bemühte zu betonen, dass sie die zunehmende Präsenz der örtlichen Neonaziszene erkannt hat und entsprechend reagiert. Wie beteiligte Bürger_innen in Delmenhorst bemerkten offenbarte sich einmal mehr, dass durch die Übertragung der Führungskompetenz bei solchen Einsätzen von den örtlichen Polizeikräften auf die Bereitschaftspolizei in den betroffenen Städten und Gemeinden viel „vom mühsam aufgebauten Vertrauen der engagierten Bürger_innen gegenüber der Polizei“ zunichte gemacht werden kann. Die Äußerungen welche sich auf den Polizeieinsatz im Verlauf des Nachmittags bezogen: Nachdem etwa 40 anwesenden Gegendemonstrat_innen der Aufforderung der Polizei den Platz zu verlassen, nicht unverzüglich Folge leisteten, wurde ohne Umschweife eine unverzügliche Räumung angedroht. Daraufhin gesellten sich mehrere Mitglieder der „Eltern gegen Rechts“ zu den inzwischen auf dem Boden sitzenden Antifaschist_innen, um sich mit ihnen solidarisch zu erklären. Kurz darauf setzte die Räumung ein. Dabei wurden die in den ersten Reihen sitzenden Blockierer_innen gewaltsam aus der Gruppe herausgerissen, über den Boden zu den Einsatzwagen geschleift. Die zahlreich anwesenden Mitglieder der “Eltern gegen Rechts” zeigten sich entsetzt und protestierten mit anderen Mitbürger_innen lautstark gegen den völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz.\nImmer wieder wurden- teilweise unter massivem Gewalteinsatz und begleitet von Schmerzensschreien der Betroffenen- Menschen aus der Blockade entfernt,um sie dann der Personalienfeststellung zuzuführen. Schmerzhafte Griffe in die Gesichter dienten dabei als scheinbar probates Mittel des Polizeibeamten. Selbst ältere Mitglieder des „Eltern gegen Rechts“, die durch gelbe Warnwesten gekennzeichnet waren, wurden nicht verschont, bekamen die Arme von den Einsatzkräften verdreht und sprachen im Nachhinein von einem traumatischen Erlebnis. Andere wiederum bezeichneten den Polizeieinsatz als Desaster für die bisher in Teilen gute Zusammenarbeit der „Eltern gegen Rechts“ mit der Polizei in Delmenhorst. Auch nach Auflösung der Blockade kam es immer wieder zu verbalen Unmutsbekundungen durch die Anwesenden Mitbürger_innen gegen den völlig überzogenen und durch nichts gerechtfertigten Polizeieinsatz. Einige der Menschen die sich ehrenamtlich gegen Neonazis engagieren wurden sogar unter Androhung einer vorübergehenden Festnahme von der Polizei massiv unter Druck gesetzt, um eine weitere Solidarisierung mit den Blockierer_innen zu unterbinden „Es scheint dabei nur allzu verständlich, dass sich gerade jene Menschen, welche sich zivilgesellschaftlich den Neonazis mit friedlichen Mitteln entgegenstellen, von der Polizei kriminalisiert, missachtet und sogar betrogen fühlen“, so die Betroffenen weiter.\nWährend Gegenproteste auf Geheiß der polizeilichen Einsatzleitung unter dem Einsatz körperlicher Gewalt abgedrängt wurden änderte die Polizeiführung im Verlauf der Neonazikundgebung ihr Vorgehen. Die eingesetzten Beamten beschränkten sich auf die Dokumentation der anwesenden Pressevertreter_innen, da “eventuell Straftaten von ihnen ausgehen könnten”, so der weissagende Kommentar eines Polizeisprecher. Durch die vorangegangene Blockade verzögerte sich jedoch das Eintreffen der Neonazis um etwa eineinhalb Stunden. Unter dem Motto „Verfassungsschutz abschalten“ postierten sich schließlich knapp 20 Aktivist_innen - teilweise stark vermummt - neben dem Rathaus hinter zwei Transparenten und einer JN-Fahne. Sofort nahm Mario Müller, Führungskader der sogenannten „Aktionsgruppe Delmenhorst“, das Heft in die Hand und gab die Marschrichtung der Veranstaltung vor.\nWährend Julian Monaco als Landesvorsitzender der „JN Niedersachsen“ und derzeitiger Stützpunktleiter der „JN Delmenhorst“ lediglich im Hintergrund agierte, gab Müller die Parolen vor, heizte die Stimmung an. Mit hassverzerrtem Gesicht stelle er sogleich Forderungen zur Schaffung eines „sofortigen Nationalen Sozialismus“. Auch Bürgermeister Patrick de la Lanne bekam seinen Hass mit der Parole „De la Lanne, du kotzt uns an“ zu spüren. Julian Monaco begnügte sich derweil mit seiner Videokamera Polizisten und Journalisten zu porträtieren. Auch andere Jungnazis wie Kevin Boeck, Jonathan von Seggern, Fabian Rath und Alexander Emilio Wagner aus Tostedt hielten sich lieber an den Transparenten fest als selber zu agieren. Unter Polizeischutz übernahm es wiederum Müller, Flugblätter zu verteilen und suchte vergeblich das Gespräch mit zufällig vorbei eilenden Passant_innen. Nach der Drohung der Polizei an Julian Monaco, die Veranstaltung aufzulösen, wenn die Vermummung nicht abgenommen würde, fügten sich die Neonazis und nahmen in der inzwischen eingesetzten Dunkelheit ihre Sonnenbrillen ab. Kleineres Geplänkel entstand durch die Bedrohung einzelner Journalisten durch anwesende Neonazis. Die Polizei schritt dagegen jedoch nicht ein.\nDie JN-Niedersachsen, Ebay und Diebesgut #Die Kundgebung in Delmenhorst steht im Zusammenhang mit einer gesteigerten Aktivität der NPD-Jugendorganisation in Niedersachsen. Vor allem in den Regionen Osnabrück und Delmenhorst werden zunehmend Propagandatätigkeiten entfaltet. In diesen Kontext scheint auch eine Pressemeldung der JN-Delmenhorst zu fallen, welche die Neonazi-Organisation jüngst auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Die Gruppe verwies hierin auf eine Versteigerung beim Auktionsportal Ebay. Unter dem Slogan: „Sie bieten auf zwei aus Zeitungen und Netz bekannte Straßenschilder“ versuchen Mitglieder der JN-Delmenhorst derzeit zwei Metallschilder zu veräußern, welche an den Widerstand der Delmenhorster Bevölkerung im Zusammenhang mit einem befürchteten Immobiliendeal mit Neonazis in Delmenhorst im Jahre 2006 erinnern sollten.\nDie Schilder wurden zuvor von Julian Monaco, seines Zeichens Landesvorsitzender der JN-Niedersachsen, öffentlichkeitswirksam entwendet. Auf einem, von der JN-Niedersachsen bereitgestellten, Video wurde der „Landesführer“ bei der Entfernung der Hinweisschilder dokumentiert. Aus ihrer Tat machten die Neonazis kein Geheimnis. In einer eigens angefertigten Pressemitteilung hieß es unumwunden, dass sie „das Schild umgehend entfernt\" hätten. Ob der Erlös aus der nun bekannt gewordenen Auktion jedoch reichen wird um die klammen Kassen des niedersächsischen JN-Landesverbandes mit neuem Kapital zu füllen bleibt allerdings fraglich.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.02.25/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Delmenhorst: Am vergangenen Donnerstag, den 25.02.2010, versammelten sich Anhänger_innen der regionalen Neonaziszene unter dem Motto \"Verfassungsschutz abschalten - Politische Verfolgung stoppen!\" zu einer \"Mahnwache\" auf dem Delmenhorster Rathausplatz. Organisiert wurde die Zusammenkunft von den neofaschistichen Gruppierungen \"JN-Delmenhorst\" um ihren Führungskader und \"Landesführer\" Julian Monaco und dem „Nationalen Widerstand Delmenhorst\". Unterstützung erhielt die Delmenhorster Neonaziszene dabei von jugendlichen Mitgliedern des \"Nationalen Widerstands Tostedt\".","title":"Erneut Neonaziaktivitäten in Delmenhorst"},{"city":"Delmenhorst","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\"","date":"25 Februar 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-02-25/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34;","title":"Neonazikundgebung in Delmenhorst"},{"city":"Neustadt","content":" Am 23.02. wurde im Amtsgericht Neustadt (Rübenberge) die Verhandlung wegen eines Angriffs von Neonazis auf dem Vorplatz des Wunstorfer Bahnhofs fortgesetzt. Angeklagt sind die einschlägig bekannten und vorbestraften Neonazis Marco Siedbürger und der Heranwachsende W. Sie sollen am 15. März letzten Jahres aus einer Gruppe von bis zu 30 Neonazis zunächst versucht haben, das Jugendzentrum Wohnwelt anzugreifen und danach in kleinerer Gruppe zwei junge Erwachsene angegriffen haben, wobei sie eine junge Frau massiv und einen jungen Mann leicht verletzten. Der Prozess gestaltet sich aufwendig, weil Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung zahlreiche Zeugen, teils aus der organisierten Neonazi-Szene geladen haben. Die Verhandlungen finden daher unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt.\nBefangenheitsantrag gegen Richter #Der dritte Verhandlungstag begann mit einem Befangenheitsantrag gegen den Richter. Ihm wurde seitens der Verteidigung des Angeklagten W. vorgeworfen, die Verteidigung am zweiten Verhandlungstag behindert zu haben. Akten habe man nicht rechtzeitig einsehen können, eine Verhandlungsunterbrechung, um dieses am zweiten Verhandlungstag nachholen zu können, wurde damals nicht gewährt. Die Verteidigung von Marco S. plädierte ebenfalls für Aussetzung des Verfahrens, um den Vorwurf gegen den Richter prüfen zu lassen. Nach einer kurzen Pause wurde jedoch weiter verhandelt, um die Beweisaufnahme mit den zahlreichen Zeugen fortführen zu können. Über die Befangenheit muss jetzt ein anderer Richter bis zum nächsten Verhandlungstag entscheiden.\nFehlende und neonazistische Zeugen #Die Zeugenvernehmungen gestalten sich jedoch schwierig: Nachdem bereits beim vorherigen Verhandlungstag ein Zeuge aus der rechtsradikalen Szene nicht auftauchte, waren auch an diesem Prozesstag zahlreiche Zeugen nicht erschienen. Der bereits vor zwei Wochen geladenen Zeuge, sollte von der Polizei vorgeführt werden, war jedoch morgens unter seiner Adresse nicht auffindbar. Andere Zeugen aus der Neonazi-Szene, die am Tatabend von der Polizei vor Ort angetroffen wurden, machten von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch, da gegen sie wegen Landfriedensbruch ermittelt wird. Die Ermittlungen gegen einige der Neonazis wurden nach der Aussage des Neonazis Ronny Damerow vor zwei Wochen sogar noch wegen Tatbeteiligung an dem brutalen Angriff auf die junge Frau ausgeweitet. Der Neonazi sprach bei seiner Aussage vor Gericht von einem „Match“, also von einer Schlägerei, zu der man sich mit den linken Gegnern verabredet habe. Hiermit belastete er nicht nur sich, sondern auch einige seiner „Kameraden“.\n„Tritte waren weit ausgeholt und mit Schwung“ #Mit Spannung erwartet wurde die Aussage eines der Hauptbelastungszeugen, einem Polizisten, der am Abend des Angriffs im Einsatz war. Er schilderte die Vorgänge ebenso wie sein Kollege am vorangegangen Verhandlungstag wie folgt: Man sei zu einer Party im Wunstorfer Jugendzentrum „Bauhof“ gerufen worden, weil dort rechte Musik gespielt worden sei. Nachdem man zunächst keine Feststellung machen konnte, sei man aber von einem Partygast informiert worden, dass es angeblich Flaschenwürfe auf Teilnehmer der Geburtstagsparty im Bauhof gegeben hab soll. Im Zuge der Aufnahme des Sachverhalts sei Marco S. in Erscheinung getreten, der den aussagenden Gast wieder in den Bauhof hineingezogen habe. Dadurch sensibilisiert habe man den Bereich mit Polizeistreifen überwacht und sei dabei später dann auf die größere Gruppe teils vermummter und bewaffneter Rechter gestoßen. Diese haben sich am Omnibusbahnhof gegenüber der Wohnwelt gesammelt und seien dann als Gruppe geschlossen zum Angriff in Richtung Wohnwelt übergegangen. Die Polizisten haben sich nach der Schilderung des Beamten der Gruppe in den Weg gestellt und dabei auch einen mit Schlagstock bewaffneten Neonazi entwaffnen können.\nAls sich die große Gruppe der Neonazis wieder zurückzog, sah ein Polizeibeamter, ca. 50 Meter weiter vor dem Wunstorfer Bahnhof eine weitere kleinere Gruppe dunkel Vermummter sowie eine Person, die auf etwas oder jemanden mit weit ausgeholten Schritten eintrat. Der sofort zur Hilfe eilende Polizist fand darauf hin die angegriffene junge Frau verletzt und bewusstlos auf der Erde liegen. Als den brutal eintretenden Angreifer will der Beamte Marco Siedbürger wiedererkannt haben, da er ihn bereits kurze Zeit zuvor am „Bauhof“ gesehen habe und ihn anhand seiner auffälligen Kleidung und seines Gipsarms identifiziert habe.\n„Haben nicht über die Aussage geredet“ #Ganz entgegengesetzt auch an diesem Verhandlungstag die Darstellung von neonazistischer Seite. Ein Zeuge aus dem Umfeld der NPD Hannover schilderte seine Sicht der Dinge, obwohl er keine Angaben hätte machen müssen, da gegen ihn (aufgrund der Aussage seines Kameraden D. zwei Wochen zuvor) ebenfalls ein Verfahren wegen des Verdachts auf Tatbeteiligung eingeleitet wurde. Er gab an, dass er und seine Kameraden Opfer eines Angriffs von politischen Gegner_innen geworden seien. Man habe ebenfalls auf die Party im Bauhof gewollt und habe daher auf „weitere Kameraden“ wartend vor dem Wunstorfer Bahnhof gestanden, als man angeblich „von Linken“ bedrängt und geschubst worden sei. Ein „Match“ sei jedoch nicht vereinbart worden und Pfefferspray auch nur aus Notwehr zum Einsatz gekommen. Bei einem, kurz darauf einsetzenden Tumult zwischen den beiden Gruppierungen habe man sich aber nicht beteiligt, sondern sei geflüchtet. Von dem Vorwurf der verabredeten Schlägerei, dem „Match“ mit den Linken habe der junge Mann aus dem Umfeld der hannoverschen NPD aber erst durch die Berichterstattung aus dem Internet erfahren.\nAufschlussreich auch die Aussage eines weiteren Zeugen: hier wurde ganz offensichtlich im Vorfeld des Strafverfahrens über Aussagen geredet. Nach Vorhaltung der Nebenklage seiner Aussagen in der polizeilichen Vernehmung wurde deutlich, dass dem Zeugen von einem gewissen „Matuszewski“ und einem „Danny“ eingeschärft wurde, dass er bei der Polizei keine Aussage machen solle. Bei den beiden genannten Personen dürfte es sich um den Vorsitzenden der NPD Hannover und Anführer der „Freien Nationalisten Hannover“ Marc Oliver Matuszewski sowie dem langjährigen Neonazi Danny Subke handeln. Beide werden der Führungsebene der regionalen Neonaziszene zugerechnet.\nWeiterer Verhandlungstag notwendig #Aufgrund von fünf nicht erschienenden Zeugen, dem Befangenheitsantrag gegen den Richter und zwei zusätzlichen Beweisanträgen von Rechtsanwalt Hessel, dem Strafverteidigers von Marco S. ist noch ein weiterer Verhandlungstag notwendig. Die Verteidigung fordert eine Begehung des Tatorts zur Prüfung der Lichtverhältnisse bei Nacht und ein medizinisches Gutachten über die Herzrhythmusstörungen bei der angegriffenen jungen Frau. Obwohl hierüber bereits ein ärztliches Gutachten vorliegt, scheint die Verteidigung des Wiederholungstäters Marco S. dem keinen Glauben zu schenken. Ein Umstand der zu verständnislosen Reaktionen im Publikum führte. Ein Prozessbeobachter bezeichnete diesen Beweisantrag als zynisch und zusätzliche Demütigung für das Opfer. Der nächste Verhandlungstag ist für den 5. März angesetzt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.02.23/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am 23.02. wurde im Amtsgericht Neustadt (Rübenberge) die Verhandlung wegen eines Angriffs von Neonazis auf dem Vorplatz des Wunstorfer Bahnhofs fortgesetzt. Angeklagt sind die einschlägig bekannten und vorbestraften Neonazis Marco Siedbürger und der Heranwachsende W. Sie sollen am 15. März letzten Jahres aus einer Gruppe von bis zu 30 Neonazis zunächst versucht haben, das Jugendzentrum Wohnwelt anzugreifen und danach in kleinerer Gruppe zwei junge Erwachsene angegriffen haben, wobei sie eine junge Frau massiv und einen jungen Mann leicht verletzten. Der Prozess gestaltet sich aufwendig, weil Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung zahlreiche Zeugen, teils aus der organisierten Neonazi-Szene geladen haben. Die Verhandlungen finden daher unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt.","title":"Dritter Verhandlungstag wegen Überfall in Wunstorf"},{"city":"Brno","content":" Die tschechische Neonazipartei „Dělnická Strana“ (DS) wurde am gestrigen Mittwoch, dem 17. Februar 2010, mit sofortiger Wirkung verboten. Das Oberste Verwaltungsgericht in Brno gab damit einer Klage der tschechischen Regierung statt, welche sich seit längerem um eine Auflösung der Gruppierung bemühte. Die Richter bescheinigten der DS-Parteiorganisation „chauvinistische und fremdenfeindliche“ Züge. Die „Dělnická Strana“ (Arbeiterpartei) vermittele insbesondere der tschechischen Roma-Minderheit ein „Gefühl der Bedrohung“ und vertrete eine Ideologie, welche offen an die „totalitäre Konstruktion des Nationalsozialismus“ anknüpfe.\nDie 2003 gegründete “Dělnická Strana”, zu deutsch “Arbeiterpartei”, galt bis zu ihrem Verbot als der wohl wichtigste parlamentarische Arm der tschechischen Neonaziszene. Bei den Europawahlen im Juni 2009 konnte die Parteiorganisation mit einem Ergebnis von 1,07 Prozent der abgegebenen Stimmen noch einen Achtungserfolg erzielen und erlangte dadurch auch die Möglichkeit weitere politischen Aktivitäten durch EU-Subventionsmittel finanzieren zu lassen. Die Partei erhielt außerdem rund 30.000 Euro für die Erstattung der Wahlkampfkosten. Finanzmittel, welche wiederum in den diesjährigen Wahlkampf in Tschechien flossen. Noch im März 2009 war ein Verbotsantrag gegen die Partei vor dem Obersten Gerichtshof wegen des “Mangels an überzeugenden Beweisen” gescheitert. Das Gericht begründete dieses Urteil mit Versäumnissen der tschechischen Regierung im Vorfeld des Verfahrens aussagekräftige Gründe für ein Verbot vorzulegen. Nach dem Urteilsspruch bemühte sich das tschechische Innenministerium um eine gründlichere Vorbereitung - mit Erfolg wie das nun verkündete Urteil anschaulich vor Augen führt.\nNach Ansicht der tschechischen Regierung sei die DS ein »Sammelbecken für Extremisten«, welches die »demokratische Grundordnung stürzen« wolle. Nicht ganz unbegründete Vorwürfe: So waren Mitglieder der “Dělnická Strana” (DS) in den Jahren 2008 und 2009 an pogromähnlichen Übergriffen auf die Roma-Minderheit in Tschechien beteiligt. Im November 2008 hatten tschechische Neonazis zum »Sturm« auf eine vorwiegend von Sinti und Roma bewohnte Siedlung in Litvínov aufgerufen. In der nordböhmischen Stadt lieferten sich anschließend Neonazis heftige Straßenschlachten mit einem Großaufgebot der Polizei. Über der Eröffnungsveranstaltung der Zusammenkunft in Litvínov wehten zuvor die Parteibanner der neonazistischen Partei. Neben den Ausschreitungen in Litvínov sorgte die Partei noch für weitere Negativ-Schlagzeilen. Mitglieder der Organisation mussten sich in der Vergangenheit vor tschechischen Gerichten wegen versuchten Mordes und anderer Gewaltdelikte verantworten. So haben vier Neonazis im April letzten Jahres Molotow-Cocktails auf ein, von einer Roma-Familie bewohntes, Haus in der tschechischen Stadt Vítkov geworfen. Das Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Ein zwei Jahre altes Mädchen wurde dabei schwer verletzt. Vorher waren die Tatverdächtigen als Ordnerkräfte auf Demonstrationen der “Dělnická Strana” in Erscheinung getreten.\nDělnická Strana - Bestandteil europäischer Netzwerke #Die Regierung in Prag begründete das erneute Verbotsverfahren vor allem mit den engen Verbindungen der Partei zu der, schon vor Jahren vom Staat verbotenen, Gruppierung “Národní odpor” (Nationaler Widerstand). Als während der Straßenschlacht in Litvínov Polizeifahrzeuge abgebrannt wurden, agierten Anhänger_innen des “Národní odpor” und der „Dělnická Strana“ Seite an Seite. Die DS-Parteiorganisation unter ihrem Vorsitzenden Tomáš Vandas folgte mit ihrer Annäherung an parteiunabhängige Neonazis dem Konzept deutscher Neonazis. Ähnlich wie die NPD versuchte die tschechische Neonazipartei militante Gruppierungen an sich zu binden: die öffentliche Wahrnehmung sollte dadurch erhöht werden. Neben den Kontakten zum “Národní odpor“ bestanden außerdem Verbindungen zum Netzwerk der „Autonomní nacionalisti“ - einer relativ jungen Neonazistruktur, welche sich am Konzept der „Autonomen Nationalisten“ in der angrenzenden Bundesrepublik orientieren. Die, bis vor wenigen Jahren noch zerstrittenen Lager und Splittergruppen der tschechischen Neonaziszene erkannten hier die Möglichkeiten, welche sich durch die parlamentarischen Aktivitäten der „Dělnická Strana“ eröffneten. So ermöglichte erst dieses Zweckbündnis die erfolgreiche Teilnahme an Wahlen.\nDoch die Netzwerke der “Dělnická Strana” verebbten keineswegs an den tschechischen Landesgrenzen sondern griffen auch ins angrenzende europäische Umland über. So unter anderem in die Bundesrepublik zur NPD. Unter der Leitung des NPD-Mitglieds Olaf Rose veranstalteten beide Parteien im Jahr 2008 erstmals ein gemeinsames Arbeitstreffen um die zukünftige Zusammenarbeit zu intensivieren. Bei mehreren Treffen sollten »die Erfahrungen und Strategien der politischen Arbeit« ausgetauscht werden. Weitere Zusammenkünfte folgten. Mitglieder der NPD nahmen in der Vergangenheit an mehreren Aufmärschen in der Tschechischen Republik teil. Und auch die »Dělnická Strana« bemühte sich um grenzübergreifende Kontakte zur hiesigen Neonaziszene. Als im Jahr 2008 mehrere tausend Neonazis an einem Großaufmarsch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden teilnahmen, waren auch die Vertreter_innen der »Dělnická Strana« vor Ort. Und wenige Monate später, im September 2008, hielt der DS-Parteivorsitzende Tomáš Vandas einen Redebeitrag beim sogenannten „Fest der Völker“, einer jährlich in Thüringen stattfindenden Großveranstaltung von Neonazis.\nAuch in andere europäische Regionen wurde die Vernetzungsarbeit vorangetrieben. So nahm im Juli 2009 eine DS-Delegation an einem »Internationalen Sommercamp« der Neonaziszene in der benachbarten Slowakei teil. Neben Mitgliedern der tschechischen Neonazipartei »Dělnická Strana« (DS) reisten Neonazis der rumänischen »Noua Dreapta« und der polnischen »Falanga« sowie der »Slovenská pospolitosť« (Slowakische Zusammengehörigkeit) zu dem Treffen an. Auf dem Programm stand neben dem »Austausch von Erfahrungen« auch militärisches Schießtraining. Fotografien, die im Zeltlager entstanden, zeigen Neonazis bei Schießübungen mit Kleinkalibergewehren und Pistolen. Ein ähnliches Zeltlager hatte zuletzt im Jahr 2004 im slowakischen Ludrová stattgefunden. Und als sich im August 2009 slowakische Neonazis in der ostslowakischen Gemeinde Šarišské Michaľany Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten, waren auch die Anhänger_innen der »Dělnická Strana« zugegen.\nNeuformierte Ausweichstrukturen stehen bereit #In der Urteilsbegründung des nun erfolgten Verbotes hieß es: “Man muss klar die Werte benennen, für die diese Partei einsteht und eindeutig feststellen, dass eine Ideologie, die an die totalitäre Konstruktion des Nationalsozialismus anknüpft, das Böse darstellt. Das bestehende Rechtssystem der Tschechischen Republik ist mit einer solchen Ideologie unvereinbar.“ Das Verbot dürfte einen empfindlichen Schlag gegen die, zuletzt gesteigerte, parlamentarische Ausrichtung der tschechischen Neonaziszene darstellen. Ob dies allerdings eine langfristige Schwächung zur Folge hat, bleibt hingegen abzuwarten. Der Parteivorsitzende Thomáš Vandas bekräftigte dies schon zu Beginn des Prozesses: „Auch ein Verbot kann uns nicht aufhalten. Für diesen Fall haben wir bereits die entsprechenden Vorbereitungen getroffen.”\nDie „Dělnická Strana“ bezeichnte die Entscheidung des Gerichts als „politischen Akt“ mit dem Ziel die DS von der Teilnahme an den parlamentarischen Wahlen im Frühjahr auszuschließen. Man plane eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof einzulegen, so die neonazistische Partei weiter. Doch auch im Falle einer erneuten gerichtlichen Niederlage werden ehemalige DS-Mitglieder dem anstehenden Wahlkampf wohl nicht unbeteiligt beiwohnen. Bereits im März 2009 hatten Aktivist_innen und Mitglieder der „Dělnická Strana“ mehrfach darauf hingewiesen, dass trotz eines möglichen Verbotes die Aktivitäten der Partei fortgesetzt würden. Man sei vorbereitet. „Innerhalb von zwei Wochen“ stünden neuformierte Ausweichstrukturen bereit. Lediglich die offizielle Bezeichnung der Partei werde man ändern., so der DS-Vorsitzende Thomas Vandas. Rechtliche Konsequenzen würden daraus nicht erwachsen. Ankündigungen mit Wahrheitsgehalt. Nach tschechischem Recht ist die Gründung von Nachfolge- und Ersatzstrukturen von verbotenen Gruppierungen erlaubt. So soll sich am Sitz der DS-Parteizentrale bereits eine weitere amtlich registrierte Partei niedergelassen haben. Ihr Name: “Arbeiterpartei für soziale gerechtigkeit” (DSSS). Bei der Vorsitzenden handelt es sich um die Mutter von Thomas Vandas.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.02.17/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die tschechische Neonazipartei „Dělnická Strana“ (DS) wurde am gestrigen Mittwoch, dem 17. Februar 2010, mit sofortiger Wirkung verboten. Das Oberste Verwaltungsgericht in Brno gab damit einer Klage der tschechischen Regierung statt, welche sich seit längerem um eine Auflösung der Gruppierung bemühte. Die Richter bescheinigten der DS-Parteiorganisation „chauvinistische und fremdenfeindliche“ Züge. Die „Dělnická Strana“ (Arbeiterpartei) vermittele insbesondere der tschechischen Roma-Minderheit ein „Gefühl der Bedrohung“ und vertrete eine Ideologie, welche offen an die „totalitäre Konstruktion des Nationalsozialismus“ anknüpfe.","title":"Tschechische Neonazipartei verboten"},{"city":"Wunsdorf","content":" Am Amtsgericht Neustadt wurde gestern unter starken Sicherheitsvorkehrungen eine Verhandlung fortgeführt, bei dem zwei Mitglieder der niedersächsischen Neonazi-Szene wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt sind. Sie sollen als Teil einer Gruppe vermummter Neonazis am 15.03.2009 im Bereich des Wunstorfer Bahnhofes zwei junge Erwachsene angegriffen und dabei eine junge Frau schwer verletzt haben.\nBrutale Tat #Der Vorwurf wiegt schwer: Eine Gruppe von ca. 35 Personen, die nach Aussagen von Polizei und Zeugen dem neonazistischen Spektrum zuzuordnen sind, sollen teils vermummt und bewaffnet zunächst versucht haben, das Jugendzentrum „Wohnwelt Wunstorf“ zu attackieren und danach die beiden jungen Erwachsenen vor dem Zugang zum Wunstorfer Bahnhof angegriffen haben. Die angegriffene junge Frau trug zu der Zeit einen Gips und wurde nach Zeugenschilderungen sogar dann noch getreten, als sie bereits auf der Erde lag, wodurch sie massive Verletzungen davontrug und in die Bewusstlosigkeit fiel. Das ärztliche Attest spricht für sich: Prellungen am ganzen Körper, Verletzungen im Gesicht und durch schwere Tritte verursacht eine anhaltende Herzrhythmusstörung, wegen der die junge Frau bis heute Medikamente nehmen muss.\nDer zweite Geschädigte kam etwas glimpflicher davon. Er erlitt aber ebenfalls Prellungen und Kopfverletzungen als er der jungen Frau zu Hilfe eilte. Dramatisch auch die Schilderung einer weiteren Zeugin, die die Tat aus der „Wohnwelt Wunstorf“ mit ansehen musste und nach Flucht der Neonazis vor der Polizei sofort zum Tatort und der schwer verletzten Bewusstlosen eilte: „Ich dachte erst, dass sie tot ist – alles war voller Blut“. Sie berichtete von einer Gruppe dunkel gekleideter Täter, die sich damit abwechselten, auf die am Boden liegende Frau einzutreten.\nAngeklagte einschlägig bekannt #Wegen mutmaßlicher Tatbeteiligung wurden die beiden Neonazis Marco Siedbürger sowie ein Heranwachsender aus Wunstorf wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die beiden sollen nach den Aussagen der Opfer unter den Angreifern erkannt worden sein und sich bei dem Überfall besonders aggressiv und an führender Stelle hervor getan haben. Der Beschuldigte Marco S. soll von allen Tätern am längsten auf die wehrlose Frau eingetreten haben, dieses mit den Worten: „Ich mach dich fertig, ich bring dich um!“ In Handschellen wurde der mehrfach vorbestrafte Marco S. direkt aus dem Gefängnis in den Saal geführt. Er gilt als aggressiv, als brutaler Schläger und einschlägig vorbestraft: Marco S. verbüßt aktuell eine 14-monatige Haftstrafe wegen eines Angriff auf ein linksalternatives Jugendzentrum im nordrhein-westfälischen Detmold, bei dem er eine Person verletzte. Bereits zuvor saß der bekannte Gewalttäter im Gefängnis: Im niedersächsischen Eschede traten Marco S. und seine Kameraden einen Mann so brutal zusammen, dass dieser an seien Verletzungen starb.\nEbenso ist der zweite Beschuldigte kein gänzlich Unbekannter: Auch dieser verbüßte wegen eines Gewaltdelikts bereits einen Jugendarrest. Prozess-Besucher berichten, dass gegen den Heranwachsenden aufgrund weiterer Gewalttat bereits ermittelt werde. Beide Beschuldigten sind Aktivisten der neonazistischen Kameradschaftsszene in Norddeutschland und von zahlreichen Aufmärschen und Neonazi-Treffen bekannt.\nWohnwelt als Ziel der Neonazis #Die beiden Beschuldigten sollen nach Schilderungen von Zeugen mit zahlreichen, teils vermummten und bewaffneten Gesinnungskameraden das „Jugendzentrum Wohnwelt“ am Wunstorfer Bahnhof anvisiert haben und dabei auf die späteren Opfer getroffen sein. Dabei grölte die Gruppe von etwa 30 bis 40 Personen neonazistischen Parole und skandierten Sieg-Heil-Rufe. Die beiden Angegriffenen befanden sich nach ihrer Schilderung zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg vom Bahnhof zum gegenüberliegenden Jugendzentrum und wurden dabei von den angreifenden Neonazis erkannt. Die Neonazis machten kehrt – attackierten die beiden.\nDrei bereits anwesende Polizisten, die versuchten, einen zuvor bereits befürchteten Angriff auf das Jugendzentrum zu verhindern und sich den ca. 35 Neonazis in den Weg stellten, bekamen in der unübersichtlichen Situation von dem Angriff auf die beiden Personen zunächst nichts mit. Erst durch die Rufe von Zeugen aus dem ersten Stock des Jugendzentrums wurden die Polizeibeamten auf den brutalen Übergriff aufmerksam. Diesen Zeugen und dem Eingreifen der Polizisten ist es wohl zu verdanken, dass die Angreifer schließlich die Flucht antraten und noch schlimmeres verhindert werden konnte.\nAusgangspunkt Neonazi-Party? #Nur durch Zufall war die Polizei bereits vor Ort: Sie wurde nach Aussage eines Beamten im nun stattgefundenen Gerichtsprozess auf die Anwesenheit zahlreichen Neonazis in Wunstorf aufmerksam, weil sie wegen einer Ruhestörung angerufen wurden. Ein Nachbar des nahe gelegenen „Bauhofs“ beschwerte sich über laute Musik, u.a. soll dort auch Rechtsrock gespielt worden sein. Als die Polizeibeamten den Sachverhalt prüften, erkannten sie auf der dort stattfindenden Geburtstagsparty zahlreiche Personen, welche sie der gewaltbereiten neonazistischen Szene zuordnen konnten. Unter den einschlägigen Partygästen befand sich auch der Angeklagten Marco S., der durch seine auffälligen Tattoos wiedererkannt wurde. Dadurch sensibilisiert entdeckten die Einsatzkräfte der Polizei auf einer späteren Streifenfahrt die beschriebene größere Gruppe der Neonazis. Diese bewegte sich nach Schilderung des Polizisten geschlossen, teils mit Knüppeln bewaffnet, in Richtung des Jugendzentrums in Wunstorf. Weitere Zeugen wollen unter den bewaffneten Personen auch den zweiten Angeklagten mit einem Teleskopschläger in der Hand eindeutig erkannt haben.\nAndere Zeugen, die eindeutig der organisierten Neonazi-Szene zuzuordnen sind, versuchten den Tatvorwurf, im Verlauf des Gerichtsprozesses in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Mitglieder der regionalen Kameradschaftsstrukturen „Freie Kräfte Hannover Umland“ und „Freie Nationalisten Hannover“ berichten entgegen der Aussagen von Polizei, der Geschädigten und weiteren Zeugen, dass sie zuvor angegriffen worden seien. Man habe sich lediglich von der „eigenen Party“ in Richtung Jugendzentrum begeben, weil man weitere Kameraden vom Bahnhof zur Feier im Bauhof abholen wollte. Ein aus Hannover stammende Neonazi, der offen zu gab, bei der Situation mit vor Ort gewesen zu sein, berichtete von einem gegenseitigen Wortgefecht. Der langjährige Neonazi gab sogar zu Protokoll, dass man mit „Linken eigentlich ein Match“ austragen wollte. Man habe aber davon abgesehen, weil die potentiellen Gegner_innen „auf einmal in einer massiven Übermacht aufgetaucht seien“.\nDie schweren Verletzungen der jungen Frau erklärte er dem Gericht mit der gewagten These, dass sie von seinen vor der Polizei flüchtenden Neonazis „übergetrampelt“ worden sei. Diese Aussagen führten dazu, dass der Staatsanwalt umgehend ein weiteres Verfahren wegen des Verdachts auf Tatbeteiligung gegen D. ankündigte. Ein weiterer geladener Zeuge, der Neonazi K. erschien erst gar nicht zum Prozess, so dass er am nächsten Verhandlungstag am Dienstag, dem 23.02. mit einer polizeilichen Vorführung rechnen muss.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.02.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Amtsgericht Neustadt wurde gestern unter starken Sicherheitsvorkehrungen eine Verhandlung fortgeführt, bei dem zwei Mitglieder der niedersächsischen Neonazi-Szene wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt sind. Sie sollen als Teil einer Gruppe vermummter Neonazis am 15.03.2009 im Bereich des Wunstorfer Bahnhofes zwei junge Erwachsene angegriffen und dabei eine junge Frau schwer verletzt haben.","title":"Neonaziattacke in Wunstorf -„Ich dachte erst, dass sie tot ist“"},{"city":"Osnabrück","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\" https://recherche-nord.com/gallery/","date":"30 Januar 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-01-30/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34; https://recherche-nord.com/gallery/","title":"\"Lasst die Flammen lodern\" - JN Stützpunktgründung Osnabrück"},{"city":"Ehrenburg","content":"Am 30.01.2010 fand nahe der niedersächsischen Gemeinde Ehrenburg die Gründungsveranstaltung des “JN Stützpunktes Osnabrück / Osnabrücker Land” statt. In der Neonazigruppierung sammeln sich ehemalige Aktivisten der verbotenen “Heimattreuen Deutschen Jugend” (HDJ).\nAuf archive.org ansehen","date":"30 Januar 2010","group":"videos","permalink":"https://recherche-nord.com/videos/2010.02.07.-hdj.-stuetzpunkt.-osnabrueck/","section":"Videos","summary":"Am 30.01.2010 fand nahe der niedersächsischen Gemeinde Ehrenburg die Gründungsveranstaltung des \"JN Stützpunktes Osnabrück / Osnabrücker Land\" statt. In der Neonazigruppierung sammeln sich ehemalige Aktivisten der verbotenen \"Heimattreuen Deutschen Jugend\" (HDJ).","title":"Gruendung des JN Stuetzpunktes Osnabrueck"},{"city":"Ehrenburg, Niedersachsen","content":" Als die Dunkelheit das abgelegene Anwesen fast verschluckt, ertönen die Trommeln. Dumpf hallen die wuchtigen Schläge durch die einsetzende Nacht. Hier auf den verschneiten Feldern von Ehrenburg, einem nur wenige Kilometer von der niedersächsischen Kleinstadt Twistringen entfernt gelegenem Niemandsland schneiden an diesem letztem Wochenende lodernde Fackeln schaurige Grimassen in die Finsternis. Sie geben den Blick frei auf die ernst blickenden Gesichter junger Männer und Frauen, einige gerade erst dem Kindesalter entwachsen. Sie alle sind an diesem Abendstunden vereint im festen Glauben an Führertum, Stolz und Vaterland – vereint im Hass auf alles Fremde. Militante Neonazis- zusammengekommen um einen weiteren Stützpunkt in Niedersachsen zu gründen.\nInnerhalb nur eines Jahres stampfte die NPD-Jugendorganisation der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) in Niedersachsen vier regionale Stützpunkte aus dem Boden: Ortsgruppen in Lüneburg, Delmenhorst, Achim/Verden und nun zuletzt in Osnabrück. Hier werden bereits Minderjährige mit unversöhnlichem Rassenhass, neonazistischer Ideologie und striktem Kadavergehorsam vertraut gemacht: ein Sammelbecken militanter Hardliner und politischer Überzeugungstäter wie auch radikalisierter Jugendlicher, die im „Durchlauferhitzer“ der „Jungen Nationaldemokraten“ zu politischen Soldaten erzogen werden sollen. Und das mit wachsendem Zuspruch: die nun im Landkreis Diepholz erfolgte Gründungsveranstaltung der „JN Osnabrück / Osnabrücker Land“ dürfte im Bezug auf die zukünftige regionale Vernetzung im Flächenland Niedersachsen nur einen vorläufigen Höhepunkt darstellen.\nBis zuletzt wurde das nun durchgeführte Treffen im Verborgenen beworben. Über geheime Treffpunkte wurden die anreisenden Neonazis zum späteren Veranstaltungsort geschleust, unnötige Aufmerksamkeit sollte vermieden werden. Bilder der nächtlichen Zeremonie im Fackelschein könnten, erstmal an die Öffentlichkeit gelangt, Erinnerungen an ein Kapitel der jüngeren Vergangenheit wachrufen. Mögliche Verbindungen der niedersächsischen NPD-Jugend zu verbotenen Gruppierungen sollen vermieden werden: Verbindungen wie die zur im März des vorangegangenen Jahres verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). So war die beabsichtigte Gründung der „JN Osnabrück“ nur wenige Stunden nach dem Verbot der neonazistischen HDJ verkündet worden. Eine Gründung, die nun erst mehrere Monate später offiziell vollzogen wurde. Führungspersonen der HDJ wie der langjährige Neonaziaktivist Christian Fischer wechselten kurzerhand von der HDJ in die NPD-Jugend und übernahmen abermals leitende Funktionen. In Mecklenburg-Vorpommern riefen ehemalige HDJ Aktivisten dazu auf, gezielt die Strukturen der JN für zukünftige Aktivitäten zu nutzen.\nNeonazis mit wechselnder Organisationsbezeichnungen #Zum Zeitpunkt des HDJ-Verbotes war die Region Osnabrück einer der bedeutendsten Knotenpunkte der HDJ - einer Gruppierung, deren Aktivitäten vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble als „widerlich“ bezeichnet wurden. Die völkisch-neonazistische Organisation betrieb bis zu ihrem Verbot sogenannte »Rasseschulungen«, vertrat eine »Blut-und-Boden-Ideologie« und beschwor die »Blutreinheit«. Ziel war es,Kinder und Jugendliche einer nationalsozialistischen Sozialisation zu unterwerfen, um so eine zukünftige Neonazi-Elite hervorzubringen.\nZu diesem Zweck organisierte die HDJ regelmäßig konspirativ abgehaltene Zeltlager und Sonnenwendfeiern. Aus ihrer Gesinnung machte die Neonaziorganisation kein Geheimnis. Als im August 2008 Einsatzkräfte der Polizei ein Zeltlager der HDJ im mecklenburgischen Güstrow auflösten, beschlagnahmten die Beamten zahlreiche Neonazi-Utensilien, darunter Handtücher mit überdimensionalen Hakenkreuzen. Bei anderer Gelegenheit schmückte die HDJ ihre Zelteingänge mit Hinweisschildern, auf denen schon für die Kleinsten die Aufschrift »Führerbunker« zu lesen war. In der Verbotsbegründung vom März 2009 bescheinigte das Bundesinnenministerium der neonazistischen Vereinsorganisation schließlich ein ausgeprägtes »rassistisches und nationalsozialistisches Gedankengut«.\nDie nach dem Führerprinzip aufgebaute HDJ war um die Jahrtausendwende aus der 1994 vom Bundesministerium des Inneren verbotenen »Wiking-Jugend« (WJ) hervorgegangen. Zum Zeitpunkt des Verbotes war sie, wie später auch die HDJ, eine der größten neonazistischen Jugendorganisationen im Bundesgebiet. Etliche Führungsfiguren der WJ übernahmen später Funktionen innerhalb der HDJ und traten dort unter anderem als »HDJ-Einheitsführer«in Erscheinung. Für überregionales Aufsehen sorgte dabei immer wieder die sogenannte »HDJ-Einheit Hermannsland«, jene Untergruppe, welche in Niedersachsen und dem angrenzendem Nordrhein-Westfalen Aktivitäten entfaltete und deren Mitglieder nach dem erneuten Verbot Unterschlupf bei den „Jungen Nationaldemokraten“ fanden.\nChristian Fischer, ein ehemaliges Mitglied der „HDJ Einheit Hermannsland“, gilt dabei als militanter Hardliner. Die Karriere des politischen Überzeugungstäters führte von der Skinhead- und parteiunabhängigen Kameradschaftsszene bis in die Führungsriege der niedersächsischen NPD. Neben führenden Funktionen im »NPD -Bundesordnerdienst«, einer als militant geltenden parteieigenen Schutztruppe, avancierte Fischer im vergangenen Jahr sogar zum Bundestagskandidaten der neonazistischen Partei. Völkisch-neonazistische Erziehung bildete stets einen Mittelpunkt seines Wirkens. Bis zum Verbot der HDJ betreute der Neonaziaktivist deren minderjährigen Schützlinge. Im Jahr 2006 gehörte Fischer zu den Organisatoren eines paramilitärischen Waffenlagers bei Wilsum (Grafschaft Bentheim) sowie einer neonazistischen „Rasseschulung“ im damaligen NPD-Heim „Harderberg“ des NPD-Unterbezirks-Osnabrück in Georgsmarienhütte. Nach dem Verbot der HDJ entfaltete Christian Fischer schließlich Aktivitäten innerhalb der »Jungen Nationaldemokraten«. Mit großem Erfolg: im August 2009 wurde der mit entsprechend ausgerichteter Jugendarbeit vertraute Neonazi zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der niedersächsischen JN gewählt.\nBraune Traditionslinien in Niedersachsen #Der Ort der nun erfolgten Gründung des „JN-Stützpunktes Osnabrück/Osnabrücker Land“ am vergangenen Wochenende, schien nicht zufällig gewählt. Von 1978 bis zum Jahr 1999 betrieb die NPD Niedersachsen um den derzeitigen Landesvorsitzenden Adolf Dammann ein Schulungszentrum „Kalte Zeit“ im nahe gelegenen Schweringhausen. Der ehemalige Wohnkomplex diente als Trainings- und Ausbildungszentrum für den politischen Nachwuchs, welcher hier zu Kadern der neonazistischen Partei erzogen wurde. Im Jahr 1999 wurde das Gebäude schließlich bei einem Brand vollständig zerstört. Doch auch heute findet die neonazistische Parteijugend Anknüpfungspunkte in der Region. So liegt nur wenige Kilometer von Schweringhausen entfernt das Anwesen des langjährigen NPD-Mitglieds Wilhelm Sudmann, auf dessen Grundstück die Stützpunktgründung am letzten Wochenende stattfand.\nDen 1960 geborenen Sudmann verbindet mit den »Jungen Nationaldemokraten« dabei mehr als nur oberflächliche Sympathie . Er kann seinerseits auf eine langjährige NPD- und JN-Karriere zurückblicken. So wurde Sudmann erstmals im März 1991 in den Vorstand des niedersächsischen JN-Landesverbandes gewählt. Zwei Jahre später wurde er als offizielles Mitglied des NPD- Kreisverbandes Diepholz geführt und beteiligte sich noch im gleichen Jahr maßgeblich an der Ausrichtung eines JN-Pfingstlagers. Im Jahr 1995 übernahm Wilhelm Sudman dann das Amt des niedersächsischen JN-Landesvorsitzenden und agierte ab dem Jahr 1999 gar als NPD-Familienbeauftragter. Zuletzt trat Sudmann während des Landesparteitages der NPD Niedersachsen in Scharzfeld öffentlich in Erscheinung und kandidierte im Jahr 2009 erfolglos für ein NPD- Bundestagsmandat im Wahlkreis Unterems. Seit einem schweren Autounfall, bei dem der ehemalige Fuhrunternemer ein Bein verlor, ist Sudmann jedoch an den Rollstuhl gefesselt und schränkte seine öffentlichen Auftritte weitestgehend ein.\nDem Ruf der „JN Osnabrück“ und ihres „Stützpunktleiters“ Christian Fischer folgten schließlich knapp 40 Neonazis aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Neben zahlreichen JN-Aktivisten samt neugeborenem Kleinkind reisten auch Mitglieder der neonazistischen Kameradschaftsgruppe „Snevern Jungs“ sowie Vertreterinnen des „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) ins verschneite Ehrenburg. Mit Ricarda Riefling, der derzeitigen Landesvorsitzenden des „RNF Niedersachsen“ war hohe Prominenz in das verschneite Ehrenburg gereist, welche dort über die Ziele der neonazistischen Frauenorganisation berichtete. Unterstützt wurde sie dabei von Anhängerinnen der RNF-Regionalgruppen „Weser-Ems“ und „Hildesheim“.\nEhemalige Aktivisten der HDJ-Einheiten „Niedersachsen“, „Hermannsland“ „Preußen“ sowie der „Einheit Nordland“ waren ebenfalls zugegen und beteiligten sich an der organisatorischen Ausrichtung der Gründungsveranstaltung. Mit Sebastian Richter, seines Zeichens stellvertretender JN – Bundesvorsitzender gehörte darüber hinaus ein ehemaliger HDJ-Aktivist zu den Referenten der konspirativen Zusammenkunft. Sebastian Richter Ansprache auf der verschneiten Koppel im abendlichen Ehrenburg verdeutlichte einmal mehr die erzieherischen Traditionslinien der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) im Bezug auf die anvisierte Jugendarbeit der „Jungen Nationaldemokraten“. Eine „artgemäße Weltanschauung“ müsse, nach Aussage des JN-Führungskaders das Fundament des „politischen Handelns“ bilden. Ähnlich wie die HDJ, welche bereits Kinder und Jugendliche einer, in sich abgeschlossenen Sozialisation unterwarf, skizzierte der ehemalige HDJ-Aktivist Sebastian Richter eine „ganzheitlichen Bildung von Körper, Geist und Gemüt“ als zukünftigen JN-Erziehungsauftrag - um nicht zuletzt „dauerhafte Strukturen“ bilden zu können.\nDer „JN Stützpunkt Osnabrück/Osnabrücker Land“ #Die Worte Sebastian Richters dürften im Verlauf der „JN-Stützpunktgründung“ auf offene Ohren gestoßen sein, Zumal ein Großteil der dort vertretenden Mitglieder der „Jungen Nationaldemokraten Osnabrück/Osnabrücker Land“ mit dem dort geforderten „Erziehungsauftrag“ bestens vertraut sein dürften. So gehört, neben dem ehemaligen HDJ-Mitglied Christian Fischer auch der Osnabrücker Neonazi Christian von Velsen, seines Zeichens ehemaliger „HDJ-Einheitsführer“ der „HDJ Einheit Hermannsland“ zum personellen Bestand des nun gegründeten „Stützpunktes“. Im Juli 2006 gehörten die beiden Neonazikader zu den Organisatoren eines paramilitärischen Waffenlager in der Nähe der niedersächsischen Gemeinde Wilsum. Schießübungen, Scheinhinrichtungen sowie das Anlegen militärischer Verschanzungen gehörten zum Programm des Ausbildungslagers. Über den Zelteingängen prangten die Aufschriften »Hitlerjugend« und »Leibstandarte«.\nDie Vorgänge in der Grafschaft Bentheim beschäftigte neun Monate später Polizei und Staatsanwaltschat: Nach Bekanntwerden des Zeltlagers führte die Polizei eine groß angelegte Razzia gegen Teilnehmer der Veranstaltung durch -förderte dabei ein umfangreiches Waffenarsenal zu Tage: Darunter Schlagwaffen wie Macheten oder Totschläger, ein Kleinkalibergewehr, Pistolen, Luftgewehre Munition für Maschinengewehre sowie eine Panzerfaust. Drei Monate später folgten dann weitere Hausdurchsuchungen in den Landkreisen Steinfurt und Osnabrück. Die Polizeibeamten fahndeten nach einer Rohrbombe – entsprechende Bauanleitungen waren bei der ersten Razzia entdeckt worden. Im Fokus der Ermittlungsbehörden stand damals unter anderem Fabian Witte. Der Neonaziaktivist aus dem niedersächsischem Hilter musste sich aufgrund dessen im vergangenen Dezember wegen „Herstellung eines Sprengkörpers und gemeinschaftlicher Bau einer Rohrbombe“ vor dem Amtsgericht Ibbenbühren verantworten. Das Gericht verfügte Geldstrafen für drei der angeklagten Neonazis – Fabian Witte selbst wurde nach entlastenden Aussagen freigesprochen, da er nicht an der praktischen Herstellung des Sprengkörpers beteiligt gewesen sein soll.\nWitte, der inzwischen Fabian zur Linnen heißt, hatte sich noch im Juli 2006 maßgeblich an Scheinhinrichtungen im Verlauf des sogenannten Waffenlagers bei Wilsum beteiligt, und gehörte ebenfalls zu den Teilnehmer_innen der nun durchgeführten JN-Gründungsveranstaltung in Ehrenburg. Ihm und weiteren Neonazis wurde im abendlichen Ehrenburg der „Treueschwur“ abgenommen. Während einer bizarren Zeremonie im Fackelschein leistete Fabian Witte seinen Eid auf „Vaterland“ und „Volksgemeinschaft“. Der derzeitigen Landesvorsitzende der „Jungen Nationaldemokraten“ in Niedersachsen, Julian Monaco aus Delmenhorst, leitete die Vereidigung in deren Verlauf die Namen der einzelnen Mitglieder des „JN Stützpunktes Osnabrück / Osnabrücker Land“ aufgerufen wurden. Diese antworteten mit einem markigen „Hier“. Bevor die anwesenden Neonazis, zum Ende der schaurigen Veranstaltung aufgefordert wurden, „ihre Fackeln dem Feuer zu übergeben“, wurde Christian Fischer, als Anführer des neu gegründeten JN-Stützpunktes, die obligatorische JN-Fahne ausgehändigt.\nWährend das niedersächsische Innenministerium noch vor wenigen Wochen die Gefahren zurückwies, die Neonaziszene könnte nun die Strukturen der „Jungen Nationaldemokraten“ als „Auffang – oder Nachfolgeorganisation der verbotenen HDJ“ nutzen, offenbarte sich in Ehrenburg ein anderes Bild. Inwieweit sich das Ministerium unter Innenminister Uwe Schünemann von der Realität einholen lässt, wird allerdings die Zukunft zeigen müssen. Derweil wird das braune Treiben fortgesetzt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.01.30/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Als die Dunkelheit das abgelegene Anwesen fast verschluckt, ertönen die Trommeln. Dumpf hallen die wuchtigen Schläge durch die einsetzende Nacht. Hier auf den verschneiten Feldern von Ehrenburg, einem nur wenige Kilometer von der niedersächsischen Kleinstadt Twistringen entfernt gelegenem Niemandsland schneiden an diesem letztem Wochenende lodernde Fackeln schaurige Grimassen in die Finsternis. Sie geben den Blick frei auf die ernst blickenden Gesichter junger Männer und Frauen, einige gerade erst dem Kindesalter entwachsen. Sie alle sind an diesem Abendstunden vereint im festen Glauben an Führertum, Stolz und Vaterland – vereint im Hass auf alles Fremde. Militante Neonazis- zusammengekommen um einen weiteren Stützpunkt in Niedersachsen zu gründen.","title":"JN Osnabrück: Stützpunktgründung"},{"city":"Wildeshausen","content":" »Solidarität ist unsere Waffe« stand auf dem weinroten Transparent, das am Mittwoch, 13. Januar 2010, von Neonazist_innen vor dem Amtsgericht Wildeshausen bei einer von »Jungen Nationaldemokraten« (JN) angemeldeten Mahnwache getragen wurde. Neben einem Herzen zeigte das Transparent eine zerbrochene Kette sowie einen Molotowcocktail und entsprach mit diesen beiden letzten Symbolen wohl eher dem Auftreten der „Autonomem Nationalisten“, zu denen sich, neben dem Angeklagte selbst, ein Teil der dort versammelten Demonstrant_innen zurechnen lässt. Angeklagt wegen Körperverletzung und Nötigung war Mario Müller aus Harpstedt, langjähriges Führungsmitglied der sogenannten »Aktionsgruppe Delmenhorst« und mittlerweile auch in Zusammenhängen der NPD Jugendorganisation, den »Jungen Nationaldemokraten« (JN) anzutreffen.\nMüller stammt aus dem benachbarten Harpstedt und besuchte das Wildeshausener Gymnasium, das er im Juli 2008 mit abgeschlossenem Abitur verließ. Zu dieser Zeit hatte Müller bereits mit Gesinnungsgenossen die »AG Delmenhorst« gegründet, die auf ihrer gleichnamigen Internetpräsenz »angeblich linke Jugendliche« outete und schon damals offenbarte, das sie mit neonazistischen Gruppen weit über die Region hinaus vernetzt war. Auch für die Polizei war Müller zu diesem Zeitpunkt kein Unbekannter mehr. Ab Januar 2008 häuften sich im Landkreis Oldenburg und auch in Delmenhorst Vorfälle mit neonazistischem Hintergrund. So wurde eine Präventionsveranstaltung in einem Gymnasium in Ganderkesee von „Autonomem Nationalisten“ gestört, die in den Saal stürmten und ungehindert die Anwesenden, besonders jugendliche Besucher, abfotographierten. Einige dieser Bilder tauchten dann später als sogenannte Outingfotos im Internet auf. Beteiligt an dieser Störung waren Lars Poppke und Söhnke Dorten von den »Autonomen Sozialisten Soltau« (ANS), einer der ersten AN-Gruppen in Niedersachsen.\nZur Zeit dieser Störung besuchte ein weiteres Führungsmitglied der „AG Delmenhorst“, Kevin Boeck aus Ganderkesee, genau dieses Gymnasium, so dass es nicht verwundert, dass die damaligen Gesinungskameranden aus Soltau Kenntnis von dieser Veranstaltung hatten, die doch recht weit entfernt von ihren sonstigen Auftrittsorten lag. Gemeinsam mit Poppke und Dorten sowie mit Unterstützung weiterer Neonazist_innen um Jörg Behrend Geucken aus Weener (»Autonome Nationalisten Ostfriesland«) nahm Müller im März 2006 an einer Spontandemonstration in der Innenstadt von Verden teil. Der spontane Aufmarsch in Verden stand im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen neonazistische Aktivitäten, die an diesem Tag in Ganderkesee stattfand. Ursprünglich planten die angereisten Neonazis die antifaschistische Demonstration direkt zu behindern. Doch bereits weit vor ihrem eigentlichen Ziel wurden die Neonazis von der Polizei aufgehalten und wichen daraufhin nach Verden aus. Auch dort kamen sie nicht weit sondern wurden nach wenigen Metern von der Polizei festgesetzt. Fotografien, welche später im Internet auftauchten zeigten später Szenen welche weitmehr an eine Prügelei zwischen Polizeibeamten und Neonazis als an eine Demonstration erinnerten.\nAus der Folgezeit stammt auch eins der beiden Delikte, welche Mario Müller in der nun stattgefundenen Verhandlung in Wildeshausen zur Last gelegt wurden: Körperverletzung begangen an zwei Jugendlichen, die damals im Fokus der „AG Delmenhorst“ standen. Der zweite Anklagepunkt lautete Nötigung. Im Umfeld einer Gerichtsverhandlung gegen den jugendlichen Delmenhorster Neonaziaktivisten Marcel Hesse aus Delmenhorst im September 2009 versuchte Müller, der seine Gruppenmitglieder bis in die Gerichtssäle begleitet, einen Zeugen durch Drohungen einzuschüchtern. Da Müller zum Zeitpunkt der Taten noch jünger als 21 war, gelang es dem Anwalt im Verlauf der nun stattgefundenen Verhandlung die Öffentlichkeit auszuschließen. Als Begründung führte er an, dass »sein Mandant nähere Angaben machen wolle und dann wäre es nicht gut, wenn alles in der Zeitung steht.« Weiter befand er, dass das Thema zu »hochgekocht« würde und versucht mit der Aussage »Egal ob links, rechts oder geradeaus, für mich ist das ein Fall wie jeder andere« den neonazistischen Hintergrund sowohl seines Mandanten Mario Müller wie auch der von ihm begangenen Delikte auszublenden. Unter anderem wegen „widersprüchlicher Zeugenaussagen“ wurden die Verfahren schlussendlich vorläufig eingestellt. Mario Müller bekam als wohlwollende »erzieherische Maßnahme« 50 abzuleistende Sozialstunden mit auf den Weg.\nEin Blick aus dem Gerichtsfenster hätte Richter und Staatsanwalt vielleicht davon überzeugen können, dass der Zeitpunkt für »erzieherische Maßnahmen« im Fall von Mario Müller und den für ihn demonstrierenden Neonazis bereits verpasst sein dürfte. Müller gehört bereits seit längerer Zeit zum festen Kreis von parteiunabhängigen Neonazis, die als Ordner und auch Mitorganisatoren von Demonstrationen auftreten, und das auch über die Landesgrenzen hinaus. So trug er sowohl beim Trauermarsch in Bad Nenndorf wie auch bei der NPD-Demonstration in Hannover eine Ordnerbinde und wechselte vom sonst üblichen AN-Outfit scheinbar ohne Probleme zum biederen Karohemd der JN-Parteiorganisation. Dass er in beide Richtungen tendiert, zeigte auch die 14köpfige Mahnwache vor dem Gerichtsgebäude. Hier fungierten Julian Monaco aus Delmenhorst, Vorsitzender der »JN Niedersachsen«, sowie Kevin Boeck, ebenfalls »JN-Delmemhorst«, als Ordner. Unterstützt wurden sie in dieser Funktion von Ann-Kathrin Meyer aus dem niedersächsischen Tostedt, die mit Anhänger/ -innen aus den Strukturen der »Nationalen Widerstands Tostedt« angereist war.\nDarunter befanden sich unter anderem die Neonaziaktivisten Fabian Rath und Werner Emilio Alexander Wagner, welche als umtriebige Elemente innerhalb der jugendlichen Tostedter Neonaziszene gelten. Der »Nationale Widerstand Tostedt« welche dem Spektrum der »Autonomen Nationalisten« zugerechnet werden können agieren in Tostedt im Umfeld der Gruppierung »Gladiator Germania« sowie dem »Streetwear Tostedt«, einem Ladengeschäft des langjährigen Neonaziaktivisten Stefan Silar in Todglüsing. Auch die Neonazisten Marcel Hesse und Jonathan von Seggern aus Delmenhorst nahmen an der Mahnwache teil. Marcel Hesse, gegen im September 2009 selbst ein Prozess wegen Körperverletzung stattfand, trat während des Bundestagswahlkampfs an den Informations- und Propagandaständen der JN und der NPD auf, während Jonathan von Seggern bisher nicht bei parteigebundenen Veranstaltungen zu sehen war,, jedoch regelmäßig an Demonstrationen der »Freien Kräfte« teilnahm.\nGegenseitige Unterstützung leisteten sich Delmemhorster und den Tostedter Neonazist_innen an diesem Tag nicht zum ersten Mal. Bereits im Herbst 2009 beteiligten sich mehrere Tostedter Naziaktivist_innen, darunter der bereits erwähnte Fabian Rath, an Aktionen gegen einen Jugendtreff in Delmenhorst und wurden in diesem Zusammenhang von der Polizei zeitweise festgesetzt. Andreas Hackmann, »Freier Nationalist« und »Anti-Antifa-Urgestein« aus Bremen, gehörte an diesem Mittwoch ebenfalls zu den Unterstützern Müllers. Auch diese Verbindung ist keineswegs neu: so kamen im Juni 2009 die Bremer Neonazis Simon Lahusen und Garry Bakker, zum Amtsgericht Delmenhorst, um die Anhänger_Innen der Neonaziszene um Müller während eines Prozesses gegen Kevin Boeck und ein weiteres Mitglied der »AG Delmenhorst« zu unterstützen. Die Tatsache, dass der damalige Prozess, im Juni 2009, von einer starken und lauten Gegendemonstration begleitet wurde, war wohl auch der Anlass, seitens der JN dieses Mal selbst etwas anzumelden. Aber trotz der beiden „markigen“ Transparente und den mit Palitüchern und Sonnenbrillen bekleideten Teilnehmer_innen machte die Mahnwache einen schwächlichen Eindruck. Dieser wurde durch den Abgang durch den Hinterausgang des Gerichts eher noch verstärkt. Auf der dem Gericht gegenüberliegenden Straßenseite formierte sich eine Gegendemonstration, die zeitweilig bis auf über 40 Personen anwuchs und von der Polizei mittels Polizeihunden von den Neonazis getrennt wurde.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2010.01.14/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"»Solidarität ist unsere Waffe« stand auf dem weinroten Transparent, das am Mittwoch, 13. Januar 2010, von Neonazist_innen vor dem Amtsgericht Wildeshausen bei einer von »Jungen Nationaldemokraten« (JN) angemeldeten Mahnwache getragen wurde. Neben einem Herzen zeigte das Transparent eine zerbrochene Kette sowie einen Molotowcocktail und entsprach mit diesen beiden letzten Symbolen wohl eher dem Auftreten der „Autonomem Nationalisten“, zu denen sich, neben dem Angeklagte selbst, ein Teil der dort versammelten Demonstrant_innen zurechnen lässt. Angeklagt wegen Körperverletzung und Nötigung war Mario Müller aus Harpstedt, langjähriges Führungsmitglied der sogenannten »Aktionsgruppe Delmenhorst« und mittlerweile auch in Zusammenhängen der NPD Jugendorganisation, den »Jungen Nationaldemokraten« (JN) anzutreffen.","title":"Gerichtsprozess gegen Neonaziaktivisten in Wildeshausen"},{"city":"Wildeshausen","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\"","date":"13 Januar 2010","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2010-01-13/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34;","title":"Kundgebung von Neonazis in Wildeshausen"},{"city":"München","content":"","date":"14 November 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-11-14-2/","section":"Fotos","summary":"","title":"14.11.2009 / München: Von Opfern und „Helden“ in München"},{"city":"Wunsiedel","content":"","date":"14 November 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-11-14/","section":"Fotos","summary":"","title":"14.11.2009 / Wunsiedel: \"Gedenken an den Stellvertreter\""},{"city":"Wunsiedel","content":" Etwa 800 Anhänger_innen der Neonaziszene marschierten am vergangenen Wochenende durch das oberfränkische Wunsiedel. Die als Trauermarsch deklarierte Demonstration bezog sich auf den kürzlich verstorbenen Jürgen Rieger. Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende erlag Ende Oktober einem Schlaganfall. Der Aufmarsch war zunächst verboten worden, weil ein Gedenken auch an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß befürchtet wurde. Rieger hatte in der Vergangenheit mehrere diesbezügliche Demonstrationen in Wunsiedel organisiert. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hob das Verbot am Freitag jedoch unter der Auflage auf, dass Heß bei dem Aufmarsch keine Erwähnung finden würde. Schlußendlich gedachten mehrere, der angereisten Neonazis schließlich dem „Stellvertreter“. Um wen es sich dabei gehandelt hat, blieb das Geheimnis der angereisten Teilnehmer_innen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.11.14/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Etwa 800 Anhänger_innen der Neonaziszene marschierten am vergangenen Wochenende durch das oberfränkische Wunsiedel. 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Hintergründiges Ziel der »Freien Nationalisten München« ist dabei die Etablierung eines »zentralen Gedenktages« der neofaschistischen Szene in der süddeutschen Metropole. Dem diesjährigem Aufruf folgten vor allem Mitglieder neonazistischer Gruppierungen aus München und dem bayrischen Umland wie der »Kameradschaft Landshut«, »Freie Kräfte Gilchingen«, »Freie Kräfte Erlingen«, der »Freien Nationalisten Nürnberg« oder auch der so genannten »Hatecore-Crew Mainfranken«. Trotz der überregionalen Beteiligung der baden-württembergischen Neonaziszene aus Ulm, Friedrichshafen sowie der »Aktionsgruppe Lörrach« blieb die Anzahl der Teilnehmer_innen sowie das öffentliche Interesse weit hinter den gesteckten Erwartungen zurück.\nTiefe Spaltung der regionalen Neonaziszene #Die mangelnde Mobilisierungsfähigkeit war letztlich zum großen Teil internen Auseinandersetzungen im Vorfeld des nun durchgeführten Aufmarsches geschuldet. Nach dem Tod des Hamburger Rechtsanwalts und stellvertretendem NPD-Bundesvorsitzenden Jürgen Rieger am 29.10.2009 riefen der NPD-Bundesvorstand, unterstützt von parteiunabhängigen Neonazifunktionären, zu einem zentralen »Gedenkmarsch« ins bayrische Wunsiedel. Eine ebenfalls für das vergangene Wochenende terminierte Neonazidemonstration im brandenburgischen Halbe wurde daraufhin abgesagt. Man wolle das »Gedenken in Wunsiedel unterstützen« so die Veranstalter des in Halbe geplanten Aufmarsches. Ähnlich wie Neonazis aus Thüringen, welche am gleichen Tag im thüringischen Arnstadt einen »Fackelmarsch« angekündigt hatten, bestand Phillip Hasselbach allerdings auf die weitere Durchführung der geplanten Demonstration in München. Für dieses Vorgehen ernteten die »Freien Nationalisten München« und namentlich Phillip Hasselbach umfassende Kritik aus den eigenen Reihen.\nDie Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Demonstration in München bilden allerdings nur den vorläufigen Höhepunkt. Seit einem Streit um Einflussbereiche und Posten innerhalb der Münchener NPD-Struktur im vergangenen Jahr liefern sich Vertreter_innen der militanten Neonaziszene einen Machtkampf um den politischen Führungsanspruch in der Isarstadt. Allen voran Phillip Hasselbach und der langjährige Neonazi Norman Bordin von der »Kameradschaft München«. Bordin spielt in der »Kameradschaft München« und in dem überregionalen Vernetzungsstruktur „Freies Netz Süd“ eine zentrale Rolle, während die FNM mit Philipp Hasselbach an der Spitze, in der Länder übergreifenden Struktur des »Freier Widerstand Süd« organisiert ist. Zwar konnte sich Hasselbach bei den internen Auseinandersetzungen um verkannte Posten der Münchener NPD durchsetzen, dennoch blieb sein Einsatz für die neonazistische Partei bislang ohne Erfolg. Bei der vergangenen Bundestagswahl erzielte Hasselbach, als Direktkandidat der NPD für den Wahlkreis »München Land« das schlechteste Wahlergebnis aller bayrischen NPD-Kandidaten. Doch auch abseits parteipolitischer Rivalitäten sorgten die Auseinandersetzungen der beiden »Anführer« in der Vergangenheit zu einer tiefen Spaltung der regionalen Neonaziszene.\nWer zu spät kommt, den bestraft… #Der nun am vergangenen Samstag durchgeführte Aufmarsch konnte erst mit mehrstündiger Verzögerung beginnen. Gegendemonstrant_innen blockierte im Vorfeld erfolgreich eine Zufahrtsstraße und sorgte so für eine erhebliche Verszögerung des eh schon verspäteten Veranstaltungsleiters Phillip Hasselbach mitsamt des angemeldeten Lautsprecherfahrzeuges. Als Resultat kollabierte der Zeitplan der Veranstalter_innen. Da die neonazistische Zusammenkunft lediglich bis 18:00 Uhr angemeldet wurde, musste die angereisten Neonazis ihren »Gedenkmarsch« auf Grund der fortgeschrittenen Zeit schon nach etwa der Hälfte der geplanten Aufmarschroute für beendet erklären. Zuvor hatte sich der Demonstrationszug immer wieder verzögert. Wegen der teilweise recht heftigen Protesten von fast 2000 Gegendemonstrant_innen dürfte die Außenwirkung des Neonaziaufmarsches und ihrer geschichtsrevisionistischen Parolen gegen Null tendieren.\nFür Mobilisierungsschwierigkeiten dürfte, neben den Konkurrenzveranstaltungen wie im bayrischen Wunsiedel, auch das relativ kurzfristig aufgehobene Verbot der Veranstaltung gesorgt haben. Die vom Bayrischer Verwaltungsgerichtshof (BVH) angeführte Begründung zur Zurücknahme des zuvor verhängten Veranstaltungsverbots hatte selbst konservative Stadtpolitiker_innen sowie die Polizeieinsatzleitung überrascht. Nachdem der Anmeldung des Aufmarsches am Montag durch das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München nicht stattgegeben worden war, erlaubte der zuständige BVH am Freitagmittag den als »Heldengedenktag« bezeichneten Aufmarsch in München. Dieser sei zwar, nach Auffassung des Gerichts, eine Anlehnung »an die Heldengedenkfeiern des nationalsozialistischen Regimes. Gleichwohl könne (…) nicht auf eine Billigung schwerer Menschenrechtsverletzungen durch das NS-Regime geschlossen werden«, so das Gericht in der Pressemitteilung.\nDer geschichtsrevisionistische Versuch, den Nationalsozialismus von seiner Gewaltherrschaft und industriellen Vernichtungmaschinerie konzeptionell zu trennen, zeigt sich noch deutlicher in einem weiteren Statement des BVHs. Eine Beeinträchtigung der Würde der Opfer des Nationalsozialismus könne »durch die beabsichtigte rechtsextreme nationalistische Meinungsäußerung, dass alle gefallenen deutschen Soldaten Helden gewesen wären, nicht begründet werden, weil es insoweit an einer erkennbaren Beziehung zwischen der Meinungskundgabe und der Würde der Opfer des NS-Regimes fehle.« Somit widerspricht, zumindest nach Ansicht des zuständigen Richters, die Verherrlichung von SS, SA und Wehrmachtssoldaten, die Millionen von Menschen jüdischen Glauben, Homosexuelle, Roma und Sinti und politisch Andersdenkende ermordeten, nicht einem würdigen Umgang mit dem Gedenken an diese Opfer und ihrer Nachfahren.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.11.14-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Anlässlich des so genannten »Volkstrauertages« versammelten sich am vergangenen Wochenende etwa 120 Anhänger_innen der süddeutschen Neonaziszene in der bayrischen Landeshauptstadt München. Unter dem Motto »Ruhm und Ehre dem deutschen Soldaten« versuchten die angereisten Neonazis nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu verherrlichen.","title":"Von Opfern und »Helden« in München"},{"city":"Leipzig","content":" Unter dem Motto „Recht auf Zukunft“ versammelten sich am vergangenen Samstag, den 17. Oktober 2009, rund 950 Anhänger_innen der Neonaziszene um durch Leipzigs Straßen zu marschieren. Doch der geplante Aufmarsch scheiterte: ein bürgerliches Bündnis von Parteien, Gewerkschaften bis hin zu zahlreichen Initiativen und Einzelpersonen blockierte für mehrere Stunden die von den Rechtsradikalen angemeldete Demonstrationsroute. Sein endgültiges Ende fand der Aufmarsch nach einer direkten Auseinandersetzung zwischen Neonazis und Polizeibeamten, bei der mehrere Aufmarschteilnehmer_innen verletzt und in polizeilichen Gewahrsam genommen wurden.\nMan verlangte Disziplin. Im Vorfeld hatten die Organisator_innen des Aufmarsches. um den Neonazi Tommy Naumann, seines Zeichens Landesvorsitzender der sächsischen „Jungen Nationaldemokraten“ (JN), die Einhaltung strenger „Auflagen in eigener Sache“ eingefordert. Das konsequente Nichteinhalten des fast schon obligatorischen „Alkohol- und Rauchverbots“, im Verlauf der gestrigen Veranstaltung entpuppte sich dabei allerdings als das wahrscheinlich geringste Problem. Da man sich als „Angehörige eines uralten Kulturvolkes“ wähnte, forderten die Organisator_innen des Aufmarsches während der Demonstration auf „extrem subkulturelle Erscheinungsformen“ zu verzichten. Gemeint waren dabei vor allem modische Erscheinungsformen und Dresscodes welche sich am Erscheinungsbild der links-autonome Szene orientiert.\nDass dennoch die überwiegende Mehrheit der angereisten Teilnehmer_innen dies zu ignorieren schien, dürfte die Organistionsstruktur um der Anmelder Tommy Naumann nicht gerade erfreut haben. Wurde doch im Zuge der Mobilisierung hinreichend betont, dass sich „antiautoritar fühlende Leute“ gern „fernhalten dürften“ und „ihre Zugehörigkeit zur Bewegung überdenken sollten“. Über diese Zugehörigkeit dürfte nun wohl auch der Großteil der eingesetzten Ordner-Kräfte nachdenken, welche sich in die sich einheitlicher schwarzer Kleidung und auch sonst im Kleidungssytle von „extrem subkulturellen Erscheinungsformen“ präsentierten.\nÄhnlich wie der Umgang mit diesen Auflagen, verhielt es sich dann mit der Demonstration selbst. Die geplante mehrere Kilometer lange Aufmarschroute wurde bereits wenige Meter vom Startpunkt entfernt blockiert. Etwa 1800 Menschen beteiligten sich an dem von verschiedenen Parteien und anderen Organisation initiierten Bündnis, das unter dem Motto „Leipzig nimmt Platz“ zur Blockade der Aufmarschroute aufgerufen hatte. Nach einer mehrstündigen Verhandlungszeit forderte die Polizei die Gegendemonstrant_innen unter Androhung einer Räumung auf, die Route freizugeben. Zahlreiche der sich in unmittelbarer Nähe befindenden Neofaschist_innen bezogen diese Aufforderung auf den seit vier Stunden im Nieselregen wartende Aufmarsch: Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper wurden aus der Versammlung heraus auf die Polizeikräfte geworfen worauf hin die eingesetzten Beamten die Neonazis mit Reizgas- und Schlagstockeinsatz zurückdrängten. Daraufhin wurde die Versammlung umgehend aufgelöst, wenige Minuten später kam es abermals kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen - die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Bis in die späten Abendstunden wurden die Personalien aller Teilnehmer der rechten Demonstration aufgenommen, denen nun Strafverfahren wegen Landfriedensbruch drohen.\nDie Organisator_innen, der nun zwangsweise aufgelösten Demonstration traten mit ihrem gescheiterten Aufmarsch unfreiwillig in die Fußstapfen des Hamburger Neonazi-Kaders Christian Worch. Der langjährige Neonazikader, welcher seit einigen Monaten in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet ist, hatte in den Jahren 2005 und 2006, jeweils am 1. Mai, zu Großdemonstrationen in Leipzig aufgerufen. In beiden Jahren mussten die Aufmärsche nach heftigen antifaschistischen Protesten frühzeitig angebrochen werden. Nachdem in der Folgezeit die öffentlich wirksamen Aktionen zurückgegangen waren, präsentierte sich die Neonaziszene im letzten Jahr wieder merklich aktiver. In der Odermannstrasse 8. war im Oktober vergangenen Jahres ein NPD-Zentrum eröffnet worden, gleichzeitig fanden mehrere Demonstrationen und Veranstaltungen der NPD sowie parteiunabhängigen Neofaschist_innen statt. Der nun gescheiterte Aufmarsch im Osten Leipzigs dürfte einen erheblichen Dämpfer für den Auftrieb neonazistischer Strukturen bedeuten.\nDass Vertreter_innen der sächsische NPD sich nicht am diesjährigen Aufmarsch und der Mobilisierung beteiligten, wird hierbei kein Zufall sein. Während sich die NPD-Landtagsfraktion um Holger Apfel auf die Festigung eines bürgerlichen Image konzentriert, schlagen die Strukturen der JN und sogenannten „Autonomen Nationalisten“ als Verfechter_innen eines radikalen Vorgehens einen anderen Weg ein. Neofaschistische Revoltionsromantik und das praktizierte aggressive Auftreten dürften mit den Ansichten der Führungsebene der NPD Sachsen zunehmend kollidieren. Vor allem die Beteiligung der eigenen Jugendorganisation an den Ausschreitungen in Leipzig dürfte innerhalb der sächsischen NPD für Unmut und Gesprächsstoff sorgen. Und auch innerhalb der parteiunabhängigen Neonazinetzwerke dürfte sich Gesprächsbedarf anbahnen. Das sich die „politischen“ Statements auf die vom Veranstalter verbotenen stadionähnliche Sprechchöre wie „ladi-ladi-ladi-ladi-oh - Antifaaa, Hurensöööhne“ und „scha-la-la-la“ reduzierten, politische Forderungen jedoch mit der Lupe zu suchen waren, dürfte zumindest die Frage aufwerfen, welcher Sinn sich hinter solchen Veranstaltungen verbirgt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.10.17/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Unter dem Motto „Recht auf Zukunft“ versammelten sich am vergangenen Samstag, den 17. Oktober 2009, rund 950 Anhänger_innen der Neonaziszene um durch Leipzigs Straßen zu marschieren. Doch der geplante Aufmarsch scheiterte: ein bürgerliches Bündnis von Parteien, Gewerkschaften bis hin zu zahlreichen Initiativen und Einzelpersonen blockierte für mehrere Stunden die von den Rechtsradikalen angemeldete Demonstrationsroute. Sein endgültiges Ende fand der Aufmarsch nach einer direkten Auseinandersetzung zwischen Neonazis und Polizeibeamten, bei der mehrere Aufmarschteilnehmer_innen verletzt und in polizeilichen Gewahrsam genommen wurden.","title":"Tumulte und „Subkulturelle Erscheinungsformen“ in Leipzig"},{"city":"Leipzig","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\" https://recherche-nord.com/gallery/","date":"17 Oktober 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-10-17/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34; https://recherche-nord.com/gallery/","title":"Tumulte und „Subkulturelle Erscheinungsformen“ in Leipzig"},{"city":"Delmenhorst","content":" Am letzten Sonnabend vor der Bundestagswahl endete nun auch der Straßenwahlkampf der NPD-Delmenhorst mit einem weiteren Propagandastand in der Stadt. Der Bundestagskandidat der NPD im Wahlkreis 29, Florian Cordes, ließ nahezu seine gesamte Mannschaft am örtlichen Schweinemarkt antreten. Sechs Neonazis versuchten ihr Material loszuwerden, was ihnen wieder einmal nicht gelang. Im Anschluß attackierte dann ein JN-Aktivist einen Gegendemonstranten mit einer EIsenkette.\nUm Punkt 10 Uhr errichteten Florian Cordes, Benjamin Grätsch, Kevin Boeck, und der jüngst zum niedersächsische Landesvorsitzende der “Jungen Nationaldemokraten” (JN) berufene Julian Monaco ihren Propagandastand in der Delmenhorster Innenstadt. Die Polizei war auch diesmal mit einem verhältnismäßig großem Aufgebot vor Ort, zwei Diensthunde flankierten den kleinen Tisch, der mit einschlägigem Material bestückt war.\nWie schon beim Wahlkampfstand am 29. August war es den Neonazis durch die Behörden untersagt worden, gezielt Passant_innen anzusprechen. Zwei mitgeführte JN-Fahnen durften ebenfalls nicht entrollt werden und standen einsam vor dem Schaufenster eines leerstehenden Drogerie-Geschäftes, dessen Scheiben in der Nacht zuvor von Unbekannten mit antifaschistischen Parolen wie „No Nazis“ versehen worden waren. Interessierte Bürger_innen und Mitglieder des Delmenhorster „Forum gegen Rechts“ bezogen gegenüber des Standes Stellung und beobachteten kritisch das Treiben der rassistischen Wahlkämpfer. Eine reguläre Mahnwache des „Forum gegen Rechts“ wurde von der Polizei untersagt, um eine „Provokation“ der Neonazis zu vermeiden. Schließlich gesellten sich noch die beiden jungen Neonazis Stefan Rabe und der kürzlich wegen eines Körperverletzungsdeliktes zu einer Geldstrafe verurteilte Marcel Hesse zu ihren braunen Kameraden.\nPassant_innen, die sich dem Stand näherten wurden vom Bundestagskandidaten Florian Cordes mit einem aufgesetzten Lächeln begrüßt und in Gespräche verwickelt. Die weiteren fünf Aktivisten nahmen eher die Rolle gelangweilter Statisten ein und hielten sich vornehm zurück. Einige Wenige Passant_innen nahmen das angebotene Propaganda-Material an. Was die Neonazis nicht wussten: An den Eingängen der Fußgängerzone hatten NPD-Gegner die Bürger_innen vor dem Stand gewarnt und ihnen die kleine Aufgabe mit auf dem Weg gegeben, Materialien vom Stand mitzunehmen, um sie hinterher in einem braunen Müllsack außerhalb der Sichtweite der Neonazis zu entsorgen. Von diesem Angebot wurde reichlich Gebrauch gemacht.\nIm Gegensatz zu dem Propaganda-Stand am letzten Augustwochenende fehlte die sogenannte Schulhof-CD der NPD. Die Partei darf die CD aufgrund von Urheberrechtsverletzung nicht mehr vertreiben, da ein Stück der US-amerikanischen Punk-Pop Band »Blink182«, deren Rechte der Elektonic-Konzern »Music Publishing Germany GmbH« (EMI) verwaltet, von der Eisenhüttenstädter Neonaziband »Hassgesang« gecovert wurde. Somit dürften die angeblich bereits gepressten 25.000 CD’s, mit dem von der Neonaziband eingespielten Stück »Brot und Spiele« für die Schrottpresse produziert worden sein. Auch auf Download-Portalen, darf der Sampler nur noch ohne das besagte Stück angeboten werden. Laut Berliner Tagesspiegel kommen auf die NPD möglicherweise Nachzahlungen in noch unbekannter Höhe an die »Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte« (GEMA) zu, da das besagte Musikstück nicht bei der »GEMA« angemeldet worden war. Somit könnte „Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker“, wie die CD durch die NPD beworben wurde, zum einem weiteren finanziellen Schrecken der NPD selbst werden.\nÄhnlich wie die NPD-Propaganda CD entwickelte sich auch der nun stattgefundene NPD-Infostand in der Delmenhorster Innenstadt zu einem kurzen Stelldichein. Noch vor Ende der angemeldeten Zeit, um 13 Uhr packten die anwesenden Neonazis ihren Stand zusammen und verschwanden eilig. Gegen vier der jungen Neonazi-Aktivisten wurde kurze Zeit später „Im Vorwerk“ von der Polizei ein Platzverweis erteilt. Sie hatten sich der Aufforderung von Polizeibeamten widersetzt, sich vom Platz zu entfernen. Was die Neonazis an diesem Tag unter Straßenwahlkampf verstanden, wurde nur wenig später am »Hasporter Damm« in Delmenhorst deutlich. Dort griff der am Stand beteiligte Marcel Hesse mit einer mitgeführten Kette einen jungen Mann an, der zuvor mit Mitglieder_innen des »Forum gegen Rechts« den Propagandastand der NPD beobachtet hatte. Das Tatwerkzeug wurde von der Polizei sichergestellt.\nBei der Bundestagswahl am 27. September 2009 erhielt der Kandidat der NPD, Florian Cordes 2346 Stimmen, was umgerechnet einen Stimmenanteil von 1,5 Prozent entspricht. Insgesamt 2009 Wähler_innen entschieden sich im Wahlkreis 29 „Delmenhorst - Wesermarsch – Oldenburger Land“ für die rassistische Partei, was wiederum einem 1,3-prozentigem Stimmenanteil entspricht. Damit liegt das Wahlergebnis der NPD in diesem Bereich etwas unterhalb des Bundesdurchschnitts und deckt sich mit dem Landesdurchschnitt, wo die NPD 1,2 Prozent erhält. Damit haben sich im Land Niedersachsen 53.915 Wähler_innen mit ihren Zweitstimmen für die NPD entschieden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.09.29/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am letzten Sonnabend vor der Bundestagswahl endete nun auch der Straßenwahlkampf der NPD-Delmenhorst mit einem weiteren Propagandastand in der Stadt. Der Bundestagskandidat der NPD im Wahlkreis 29, Florian Cordes, ließ nahezu seine gesamte Mannschaft am örtlichen Schweinemarkt antreten. Sechs Neonazis versuchten ihr Material loszuwerden, was ihnen wieder einmal nicht gelang. Im Anschluß attackierte dann ein JN-Aktivist einen Gegendemonstranten mit einer EIsenkette.","title":"NPD-Propaganda und Eisenkette in Delmenhorst"},{"city":"Buxtehude","content":" Generalmajor a. D. Gerd Schultze-Rhonhof aus dem niedersächsischen Buxtehude hat 2003 sein geschichtsrevisionistisches Buch: „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“ veröffentlicht. Das Buch ist im Oktober 2007 bereits in der 6. Auflage erschienen. Die Aussagen des Autors werden mittlerweile auch über Hörbücher, eine Internetseite, einen Videovortrag im Internet und über eine DVD verbreitet. Ein Ziel Schultze-Rhonhof besteht darin, vor allem Schülern und Studenten seine revisionistische Sicht auf die Ursachen des 2. Weltkriegs zu vermitteln. Im folgenden wird anhand einer Behauptung von Schultze-Rhonhof untersucht, auf welche Quelle er sich bezieht.\nDer Autor stellt in seinem Buch das nationalsozialistische Deutsche Reich als einen Zufluchtsort für hunderttausende Juden aus Polen dar. So behauptet Schultze-Rohnhof: „dass in den Jahren von 1933 bis 1938 557.000 Juden ihr polnisches Heimatland verlassen und Zuflucht im benachbarten Deutschland suchen“ und wieder an einer anderen Stelle „strömen 557.000 polnische Juden von Ost nach West, um in Deutschland den Verfolgungen in Polen zu entkommen.“ Diese von Schultze-Rhonhof verbreitete Zahl von 557.000 Menschen jüdischen Glaubens, die angeblich im benachbarten Deutschland Zuflucht gesucht hätten, ist nicht nur aufgrund der totalen Abschottung Nazi-Deutschlands gegenüber Zuwanderungen nicht nachvollziehbar. Auch ist sie durch keine einzige ernstzunehmende Quelle belegt. Im Gegenteil, die Anzahl der in Deutschland lebenden Juden mit polnischen Pass nahm von 1933 - 1938 kontinuierlich ab.\nAllerdings lohnt es sich zu überprüfen, auf welche Quellen und welche Fachliteratur Schultze-Rhonhof seine Behauptung gründet, die suggerieren soll, dass die Repression gegenüber jüdischen Bürgern in Polen viel stärker war als in Deutschland, um somit den exzessiven Antisemitismus im faschistischen Deutschland zu relativieren. “Wer wissen will, ob das stimmt, was ich geschrieben habe, soll stichprobenweise die Quellen prüfen“, so Gerd Schultze-Rohnhof in einem, im April 2007 abgedruckten Interview mit der Zeitschrift “Sezession”. Eine Aufforderung der dieser Text nun nachgeht.\nDer Autor gibt in einer Fußnote als Literaturhinweis folgendes an: Benoist-Méchin, Band 7, Seite 39. Im Quellen- und Literaturverzeichnis seines Buches findet sich dazu der folgende Eintrag: „Benoist-Méchin, Jacques (französischer Autor) zit. als Benoist-Méchin, Auf dem Weg zur Macht 1925 – 1939, Geschichte der deutschen Militärmacht 1918 – 1946, Bände 2 bis 7, Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg-Hamburg, 1965 (Titel der französischen Originalausgabe: Historie de l’ Armee allemande)“. Jacques Benoist-Méchin (1901 – 1983) war französischer Militärschriftsteller, dessen Bücher auch in rechtsextremistischen Verlagen in Deutschland veröffentlicht wurden. Benoist-Méchin arbeitete von 1940 – 1944 als Staatssekretär in der Pétain-Regierung in Vichy. Er wurde 1945 wegen Kollaboration mit dem NS-Regime zunächst zum Tode verurteilt; das Urteil wurde in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt und später erfolgte eine Begnadigung.\nDer von Schultze-Rhonhof als Quelle für seine Behauptung genannte Band 7 der „Geschichte der deutschen Militärmacht“ von Benoist-Méchin ist allerdings nicht, wie angegeben, im Stalling Verlag erschienen, sondern mit dem Titel: „Wollte Adolf Hitler den Krieg, 1939: Generalprobe der Macht“ im Jahre 1971 im Verlag K.W. Schütz, Preußisch-Oldendorf. Das „Handbuch Deutscher Rechtsextremismus“ schreibt über die Bedeutung des Verlages K.W. Schütz: „Das Verlagsprogramm des Schütz-Verlages ist darauf ausgelegt, die Verbrechen des NS-Regimes zu rehabilitieren. Der Großteil der Autoren kam aus führenden Positionen der Schutzstaffel (SS).“\nSchultze-Rhonhofs Verweis bezieht sich allerdings nicht auf den Buchtext, sondern lediglich auf eine Fußnote – die Fußnote 4 auf Seite 39 lautet: „Während 170 000 Juden Deutschland in den Jahren von 1933 bis 1938 verlassen hatten, waren in dem gleichen Zeitraum 557 000 polnische Juden in das Reich gekommen, um dem in Polen wütenden Antisemitismus zu entkommen. … (Vgl. dazu Erich Kern: ‚Opfergang eines Volkes’ 2. Aufl., Göttingen 1963, S. 159/160.)“ Bei Benoist-Méchin findet sich also als Beleg für Schultze-Rhonhofs Behauptung interessanterweise keine Originalquelle, sondern lediglich ein Verweis auf ein Buch von Erich Kern.\nErich Kern (eigentlicher Name Erich Johannes Kernmayr 1906 – 1991) war 1939 Gaupresseamtsleiter in der Gauleitung Wien der NSDAP, 1940 Leiter der Pressestelle des Gauleiters von Saarland/Lothringen. Er trat 1941 in die SS-Division „Das Reich“ ein und avancierte zum SS-Sturmbannführer. Kern war nach 1945 in einer Vielzahl von rechtsextremistischen Organisationen aktiv. Er veröffentlichte viele Bücher in rechtsradikalen Verlagen, die in der freien Enzyklopädie „Wikipedia“ wie folgt beurteilt werden: „Seine Publikationen sind durchzogen vom Antisemitismus völkisch-nationalistischer Propaganda und der Weißwäsche von Wehrmacht und Waffen-SS und NS-Organisationen. Nach seiner Ansicht sind die Deutschen die eigentlichen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Einige seiner Werke sind in zahlreichen Auflagen erschienen (und erscheinen noch immer), sie bilden auch heute noch einen festen Bezugspunkt für Rechtsextremisten.“\nDie von Benoist-Méchin genannte Stelle in „Opfergang eines Volkes“, das 1962 im Verlag K.W. Schütz erschienen ist, lautet wie folgt: „Der nächste Schlag erfolgte von Polen aus. Rund 170.000 Juden hatten von 1933 bis Herbst 1938 Deutschland verlassen. Allerdings waren aufgrund der schlechten Erfahrungen in den Gastländern viele Tausende Juden wieder nach Deutschland zurückgewandert. Zur selben Zeit emigrieren wegen des herrschenden Antisemitismus 557.000 Juden aus Polen. In Polen sprang man zu dieser Zeit sehr rücksichtslos mit den jüdischen Bürgern um.“ Eine Quellenangabe findet sich bei Kern nicht, woher er die Zahl von 557.000 Juden nimmt, die angeblich wegen des herrschenden Antisemitismus aus Polen emigrieren.\nGeneralmajor a. D. Schultze-Rhonhof bezieht sich bei seiner Behauptung, dass 1933 bis 1938 557 000 Juden Polen verlassen und im benachbarten Deutschland Zuflucht suchen, letztendlich auf einem Nazi, der wiederum keine Quellenangabe macht. Während Erich Kern ohne irgendeinen Beleg schreibt, dass von 1933 bis 1938 aus Polen 557 000 Juden emigriert seien, sind diese Juden dann bei Benoist-Méchin „in das Reich gekommen“ und bei Schultze-Rhonhof suchen sie sogar schon „Zuflucht im benachbarten Deutschland“.\nSchultze-Rhonhof ist inzwischen dazu übergegangen, seine Behauptung leicht abzuwandeln. Während er weiterhin schreibt „strömen 557.000 polnische Juden von Ost nach West, um in Deutschland den Verfolgungen in Polen zu entkommen.“ verändert er an anderer Stelle seine Behauptung. Er verbreitet jetzt: „daß in den Jahren von 1933 bis 1938 557.000 Juden ihr polnisches Heimatland verlassen und Zuflucht im benachbarten Deutschland oder auf dem Weg über Deutschland im westlichen Ausland suchen.“ Eine vergleichbare Aussage macht er mittlerweile auch in seinen Vorträgen “verließen 557.000 Juden Polen, also über eine halbe Million Juden, und suchten in Deutschland oder auf dem Weg über Deutschland Zuflucht im Ausland; meist in Frankreich und in den USA.“\nSchultze-Rhonhof gibt neuerdings für seine ursprüngliche Behauptung „ Während in den Jahren von 1933 bis 1938 170.000 deutsche Juden ihr eigenes Land verlassen und im Ausland Rettung vor Verfolgung suchen, strömen 557.000 polnische Juden von Ost nach West, um in Deutschland den Verfolgungen in Polen zu entkommen.“ neben Benoist-Méchin auch ein „JfZ Gutachten, Seite 80“ als Quelle an. Die Literaturangabe für ein „JfZ Gutachten“ findet sich allerdings bei ihm im Quellen- und Literaturverzeichnis nicht.\nSchultze-Rhonhof offenbart bei dem hier aufgezeigten Umgang mit historischen Quellen und der Literatur eine Herangehensweise, die sich auch bei vielen anderen revisionistischen Buchautoren findet: Man bezieht sich bei Behauptungen auf einen anderen Autor, der wiederum einen anderen Autor als Quelle nennt. Es bleibt dann am Ende eine Naziquelle übrig, der eine nicht belegbare Behauptung zugrunde liegt. Was Leser von so einem Umgang mit Quellen und Literatur lernen können ist klar: Revisionistische Autoren erfinden sich ihre Behauptungen und biegen sich die Geschichte zurecht!","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.09.12/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Generalmajor a. D. Gerd Schultze-Rhonhof aus dem niedersächsischen Buxtehude hat 2003 sein geschichtsrevisionistisches Buch: „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“ veröffentlicht. Das Buch ist im Oktober 2007 bereits in der 6. Auflage erschienen. Die Aussagen des Autors werden mittlerweile auch über Hörbücher, eine Internetseite, einen Videovortrag im Internet und über eine DVD verbreitet. Ein Ziel Schultze-Rhonhof besteht darin, vor allem Schülern und Studenten seine revisionistische Sicht auf die Ursachen des 2. Weltkriegs zu vermitteln. Im folgenden wird anhand einer Behauptung von Schultze-Rhonhof untersucht, auf welche Quelle er sich bezieht.","title":"Es bleibt dann am Ende eine Naziquelle!"},{"city":"","content":" Der 22jährigem Stützpunktleiter der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) im baden-württembergischen Lörrach, Thomas Baumann, erhielt am gestrigen Mittwoch unerwarteten Besuch. Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten seine Wohnräume und beschlagnahmten Beweismittel. Baumann selbst wurde festgenommen. Der NPD-Aktivist steht im Verdacht sich Chemikalien für den Bau von Sprengsätzen beschafft zu haben. Bei der Hausdurchsuchung seien neben Bauteilen von Bomben und hochexplosiven Stoffen ebenfalls Messer und Schusswaffen sichergestellt worden.\nGegen den 22jährigen Thomas Baumann stehen schwere Vorwürfe im Raum. Neben seiner Ausbildung zum Altenpfleger im St. Fridolin Pflegeheim in Lörrach-Stetten, „wo Pflege mit Herz und Kompetenz zu Hause ist“, soll sich Baumann in seiner Freizeit noch anderen, explosiveren Tätigkeiten gewidmet haben. Wie nun bekannt wurde, soll sich der 22jährige in den vergangenen Monaten hochexplosive Chemikalien und Bestandteile zum Bau von Sprengstoffen beschafft haben. Bewaffnet war der nette Altenpfleger von nebenan, bereits vorher: Scharfe Schusswaffen und Messer gehörten zu seinem Inventar. Der Besitz der chemischen Kampfstoffe wirft Fragen auf. Handelt es sich bei Baumann um einen potentiellen Amokläufer? Bilder aus dem baden-württembergischen Winneden, wo ein 17jähriger im März diesen Jahres neun Schüler_innen und drei Lehrer erschoss, werden wach. Doch die Hinweise verdichten sich, das Baumann ganz andere, ideologischere Ziele anvisierte. So soll sich der 22jährige die chemischen Kampfstoffe mithilfe des Vorsitzenden der NPD Lörrach mit dem Ziel beschafft haben, einen Anschlag auf politische Gegner durchzuführen. Baumann ist ebenfalls in der NPD-Parteiorganisation zu Hause und gilt in Baden-Württemberg als zentrales Mitglied der NPD-Jugendorganisation. Als Stützpunktleiter der Lörracher „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) isoll der JN-Aktivist zu den Knotenpunkten der NPD Vernetzung in Baden-Württemberg gehört haben.\nBaummanns politische Entwicklung reicht indes noch einige Jahre zurück. Vor seiner NPD/JN-Parteikarriere war er in der neonazistischen Skinheadszene Süddeutschlands aktiv. Auch die Strukturen des neonazistischen „Kampfbundes Deutscher Sozialisten“ (KDS) boten Baummann zeitweilig eine politische Heimat. Der „Kampfbund“ galt jahrelang als Besonderheit der Neonaziszene, seine Mitglieder verfolgten die sogenannten Querfrontstrategie. Zu diesem Zweck übernahm der „KDS“ Insignien und Erkennungszeichen der politischen Linken. Ziel war eine Bündnisstrategie zwischen den politischen Lagern um die jeweilige Schlagkraft zu bündeln und letztlich die politische Macht in der Bundesrepublik Deutschland zu übernehmen. Hohe Ziele, deren Realisierung im vergangenen Jahr in weite Ferne rückten. Interne Streitigkeiten führten im Juli 2008 zur Selbstauflösung der Gruppierung. Neben seinen Tätigkeiten im KDS gehörte Thomas Baumann zu den Führungsfiguren einer weiteren Neonazigruppierung. Unter der Bezeichnung „Freie Kräfte Lörrach“ scharrte Baummann seit Jahren neonazistisch-orientierte Jugendlich um sich, band diese in die überregionale Vernetzung der Neonaziszene ein. Solche Verbindungen sollen auch zum selbsternannten „Aktionsbündnis Dreiländereck“ bestanden haben, das jahrelang unter der Bezeichnung „Aktionsbüro Südbaden“ in Erscheinung trat. Sogenannte Aktionsbüros dienen der militanten Neonaziszene als organisatorische Knotenpunkte und existieren im gesamten deutschsprachigen Raum. Im Juli diesen Jahres gründete Baumann schließlich den JN-Stützpunkt Lörrach.\nDie neonazistische Skinheadszene gilt Baummann heute als politisch verkommen und „Asozial“. Gegenüber NPD-Parteimitgliedern entschuldigte sich Thomas Baumann regelrecht für seine bisherige politische Sozialisation. Wie weit sich das jetzige JN-Mitglied in den vergangenen Jahren dabei von seinen ehemaligen „Kameraden“ entfernte, zeigt auch ein Kommentar des jungen Neonazis in einschlägigen Internetforen wie thiazi.net. So schrieb Baumann im Juli 2009 unter dem Pseudonym „Julius Evola“ eine persönliche Nachricht an Wolfgang Grunwald, dem derzeitigen NPD-Vorsitzenden von Lörrach. Baummann und Grunweald hatten sich kurze Zeit zuvor auf einem NPD-Grillfest kennengelernt. „Ich war der (damals noch) Skinhead der aufs Auge bekommen hat. Naja. Ich habe mich Charakterlich und politisch-weltanschaulich weiterentwickelt. Die Assozialen nicht. Mittlerweile bin ich Mitglied der JN und ab nächste Woche als Stützpunktleiter auch Mitglied des hiesigen Landesvorstandes.“\nEin vermeintliches Streben nach Anerkennung bestimmte auch Baumanns weiteren Weg in der NPD. Gewissenhaft lieferte Baummann in den vergangenen Wochen die Ergebnisse und Protokolle seiner JN-Gruppe an politische Vorgesetzte. Besonders innig erschien dabei die Verbindung zu Alexander Neidlein, dem stellvertretendem NPD-Landesvorsitzenden in Baden-Würtemberg. Akribisch berichtete Baumann über den bisherigen Verlauf seiner Gruppenarbeit. Am 13.06.2009 kann er jedoch nicht mehr als vier Mitglieder verzeichnen, sowie einen Kassenstand von 43,20 Euro. Selbst die Verständigung mit seinem Vorbild Alexander Neidlein fiel ihm trotz allem Engagements schwer. Arge Schwierigkeiten bereiten ihm vor allem das Sichten von Protokollen. In Emails zeigte sich Baumann empört. Seinen Angaben folgend seinen „die ollen Judenprogramme“ schuld. Die Affinität des jungen Neonazis zu der Person Alexander Neidlein begründet sich wohl nicht zuletzt mit der Lebensgeschichte Neidleins. Dieser sorgte in der Vergangeheit für hinreichende Negativ-Schlagzeilen. 1993 schloss sich der damals 19jähriger r Neonaziaktivist einer faschistischen Söldnergruppe im ehemaligen Jugoslawien an - kämpfte als Teil der kroatischen HSO-Miliz im bosnischen Bürgerkrieg. Wenig später setzte sich Neidlein mit zwei weiteren Neonazis nach Südafrika ab. Zuvor hatten sie eine Postbank im schleswig-holsteinischen Lübeck überfallen und 8.500 DM erbeutet. Am 14. März 1994 lieferte sich die drei Deutschen am Flughafen von Pretoria dann ein Feuergefecht mit südafrikanischen Polizisten. Kurze Zeit später wurde Neidlein auf einer nahegelegenen Farm verhaftet, wegen illegalem Waffenbesitz zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und in die Bundesrepublik abgeschoben.\nEin Aktivismus der auf den 22jährigen Baumann imponierend gewirkt haben muss. Besonderes Augenmerk legte der Lörracher Neonazi dabei auf die Auseinandersetzung mit politischen Gegner_innen. Baumann soll zu einem Netzwerk von Einzelpersonen gehört haben,die sich zur Aufgabe gemacht hatten politische Gegner_innen auszuspionieren. Sogenannte „Feindlisten“ wurden angelegt. Diese zielgerichtete „Feindspionage“, sei laut Baumann Kommentaren in einschlägigen Internetforen, “ein wichtiger Bestandteil seiner politischen Arbeit.” Bei einem dieser virtuellen Kommunikationsräume handelt es sich um die Internetseite des „Freien Beobachters Bodensee“. Baumann soll die Plattform für „Feindrecherche“ genutzt haben und gemeinsam mit Anhänger_innen diverser Neonazigruppen Austausch über potentielle Gegner_innen betrieben haben. Das Aufstacheln zu Gewalt gehörte dazu. Sätze wie „wenn du gerade richtig Wut verspürst und Bock hast dich abzureagieren kann ich dir kurz ein paar Adressen geben, da kannst du dich dann am Feind auslassen.“ bestimmten ganze Gesprächsabläufe. Baumann selbst hielt sich unter Seinesgleichen nicht zurück: „Die Zecken pennen nicht“, schrieb Baumann. „Wir müssen reagieren. Seid auf der Lauer“.\nDer 22jährige war bereits in der Verganheit einschlägig in Erscheinung. Aus seiner politischen Meinung machte er kein Geheimnis und vertrat diese ebenfalls nach außen, notfalls durch Faustschläge und Gewalt. Ein junger Migrant bekam seinen Hass zu spüren, doch das Gerichtsverfahren gegen Baumann wurde eingestellt. Reue über die Attacke scheint Baumann nicht in den Sinn gekommen zu sein. Gegenüber politischen Gesinnungsfreunden äußerte sich Baummann später sichtlich erfreut im Internet: Er habe „nem Polacken weh getan“ doch das ganze sei gegen „ne Zahlung von ca. 200Teuro“ eingestellt worden, so der tief blickende Kommentar. Während er bei politischen Feindbildern nur wenig Fingerspitzengefühl an den Tag legte, versah Baummann seine sonstigen Tätigkeiten mit sozialem Anstrich. So trat der 22jährige während einer NPD Demonstration am 01. Mai 2009, in der Universitätsstadt Ulm, als Mitglied des „Nationalen Sanitätsdienstes“ in Erscheinung. Auch in seiner direkten Umgebung, seiner Nachbarschaft gilt der Auszubildende als freundlicher und hilfsbereiter Junge von nebenan. Risse in diesem Bild sucht man zumindest in Lörrach vergebens. Sein bisheriger Lebenswandel gilt einigen gar als Vorbild. So war Baumann Zeitsoldat bei den „Krisenreaktionskräften“ (KRK) der Bundeswehr. Spätestens nach Beendigung seiner Dienstzeit entwickelte sich der kampfsporterprobte NPD-Aktivist allerdings zum Waffennarr und zum kaufkräftigen Konsumenten von „Survivalprodukten“.\nAuch für das äußere Erscheinungsbild innerhalb der Neonaziszene besaß Baummann scheinbar konkrete Vorstellungen: „Nacken rassiert, Ohren rassiert, in der Mitte Haare damit man sie zum Scheitel kämmen kann“. Solcherlei Anregungen holte sich Baumann ebenfalls über einschlägige Internetplattformen wie dem bereits erwähnten thiatzi.net. Hier informiert er sich auch über Bücher wie zum Beispiel „Der Internationale Jude“ und „Mosaistisch Jüdischer Imperialismus (3000 Jahre hebräischer Schleichwege zur Weltherrschaft)“. Baumann machte auch im virtuellen Raum keinen Hehl aus seinen Absichten: „Ja er interessiert sich für Schusswaffen, besonders für die „9mm Parabellum Pistole CZ-75 Kadet“ mit 15 Schuss. Nach bisherigen Informationen verwirklicht er im Februar 2009 seinen Traum und kauft sich die obig genannte Schusswaffe bei der Firma Atlatus in Lörrach. Was er damit vorhatte bliebt im Hinterstübchen. Unklar bleibt auch der Kauf eines Utensil mit der Bezeichnung „Phantom Totalbody“ Größe M. - einer zweiten Haut, für 89,95 Euro. Normalerweise dient der „Phantom Totalbody“ als ein sogenanntes Sextoy. Doch die Vermutung ist groß das Baumann damit Größeres plante. Verräterische DNA-Spuren und Fingerabdrücke wären mithilfe des Anzuges vermieden worden.\nDas Baumann einen Anschlag mit Hilfe der nun aufgefundenen Chemikalien plante, ist nicht auszuschließen. Die Reihe an Bestellung von chemischen Explosivstoffen durch den JN-Aktivisten ist lang. Für eine mögliche Anschlagsplanung spricht auch die Durchsicht von Lektüre, die Baumann über das Internet bezog. Könnten die Buchkäufe „Schwarzpulver für Survival“, „Schwarzpulver und Sprengsalpeter“, „Chemische Kampfstoffe – Giftgase“, sowie „Nitroglyzerin und Dynamit“ noch als typischer Waffenfetischismus eines jugendlichen Interessierten abgetan werden, deuten jedoch spätestens bestellte Anzündlitzen, elektrische Zünder sowie eine ferngesteuerte Zündanlage auf mehr als theoretisches Interesse hin. Hilfe bei der Beschaffung von Explosivstoffen, soll der JN-Funktionär Baumann über einen Zeitraum von anderthalb vom Lörracher NPD-Chef Bauer erhalten haben. Dieser gab Baumann nicht nur Einkaufsratschläge, sondern besorgte ihm auch selbst einen Teil der Chemikalien, wie durch eine Mail an Baumann vom 21.06.2009 ersichtlich wird: „Du hast noch Chemikalien im Wert von ca. 76.- Eur. bei mir, die du über mich bestellt hast.“\nZum explosiven Fundus von Baummann gehörten auch zwei Kilogramm Salpetersäure sowie ebenfalls zwei Kilogramm hochkonzentrierter Schwefelsäure. Allesamt Bestandteile für den Bau von Trinitrotoluol, besser bekannt unter dem Kürzel TNT. Das es sich bei Thomas Baummann lediglich um einen Waffennarr handelt, bleibt weiterhin zweifelhaft. Nach Angaben der „Autonomen Antifa Freiburg“, welche die Tätigkeiten des JN-Aktivisten über Monate hinweg aufarbeitete, wurde Baumann dabei beobachtet wie er das Autonome Zentrum KTS in Freiburg als mögliches Anschlagsziel auskundschaftete. Die beschlagnahmten Chemikalien waren zumindest geeignet, innerhalb weniger Stunden Sprengstoff herzustellen. “In zwei bis vier Stunden hätte er etwas herstellen können, das mit einer Handgranate vergleichbar ist”, sagte Jürgen Winkler von der Polizeidirektion Lörrach auf einer heutigen Pressekonferenz. Auch die Polizei vermutet konkrete Anschlagspläne: Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass als wahrscheinliches Anschlagsziel die Kreise der Antifa infrage kommen\", so der Kommenatar vom Leiter der Kriminalpolizei Lörrach. Trotz der nun erfolgten Festnahme, des vermeintlichen Bombenlegers Thomas Baumann und der Sicherstellung von zwei Gewehre, einer scharfen Pistole, zwei Reizstoff-Pistolen, zahlreiche Messer, Dolche und Bajonette sowie einem umfangreicher Bestand an Chemikalien kann nur zögerlich Entwarnung gegeben werden. Dieses Urteil ergibt sich nicht zuletzt angesichts des derzeitigen Entwicklungstandes neonazistischer Gruppierungen in Baden-Würtemberg. Bleibt zu hoffen das sich deren Anhänger_innen nicht weiterhin mit Hilfe eines Bombenanschlages auf ihren großen Durchbruch vorbereiten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.28/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der 22jährigem Stützpunktleiter der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) im baden-württembergischen Lörrach, Thomas Baumann, erhielt am gestrigen Mittwoch unerwarteten Besuch. Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten seine Wohnräume und beschlagnahmten Beweismittel. Baumann selbst wurde festgenommen. Der NPD-Aktivist steht im Verdacht sich Chemikalien für den Bau von Sprengsätzen beschafft zu haben. Bei der Hausdurchsuchung seien neben Bauteilen von Bomben und hochexplosiven Stoffen ebenfalls Messer und Schusswaffen sichergestellt worden.","title":"Plante Mitglied der NPD-Jugend Bombenanschlag?"},{"city":"Krompach","content":" Die Kleinstadt Krompachy, im Osten der Slowakei, bildete am vergangenen Wochenende die Bühne für einen erneuten Aufmarsch der slowakischen Neonaziorganisation „Slovenská pospolitost“ (SP). Ähnlich wie ein vorangegangener Aufmarsch in den ersten Augusttagen richtete sich die neuerliche Demonstration der „Slowenska popspolitost“ gegen Angehörige der lokalen Roma-Minderheit. Nach Angaben slowakischer Medien unterstützten hunderte Einwohner von Krompachy die Forderungen der rund 50 angereisten Neonazis und schlossen sich der Demonstration an.\nIn den Morgenstunden versammelten sich Aktivist_innen der „Slovenská pospolitost“, der sogenannten „Slowakischen Zusammengehörigkeit vor dem örtlichen Gebäude der Stadtverwaltung von Krompachy. Ähnlich wie ein Aufmarsch am zweiten Augustwochenende im wenige Kilometer entfernten Sarišské Michaľany, richtete sich auch die neuerliche Kundgebung der „Slovenská pospolitost“ gegen Angehörige der Roma-Minderheit. Anhänger_innen der slowakischen Neonaziszene versuchen seit Monaten mit aggressiver Polemik gegen Sinti und Roma mobil zu machen. An der Spitze der von militanten Ultranationalisten herbeigesehnten „Protestbewegung“ befinden sich die Neonazis indes selbst. „Die Regierung ist gescheitert“, so ein Vertreter der „Slovenská pospolitost“ in Krompachy. Den Ausführungen folgend, müsse sich die Bevölkerung der beschworenen „Roma-Kriminalität“ nun selbst entgegenstellen.\nApplaus ernteten die angereisten Neonazis für solcherlei Schlusfolgerungen nicht nur aus den eigenen Reihen. Etliche Anwohner_innen der 9000 Seelen Gemeinde unterstützen die neonazistischen Überzeugungstäter_innen, nahmen in der Folge an der einschlägigen Versammlung teil und befürworteten gegenüber slowakischen Medien die Forderungen der „Slovenská pospolitost“. Im Anschluss an die Kundgebung veranstalteten deren Mitglieder einen Protestmarsch durch die kleine Gemeinde. Auch hier konnte eine starke Beteiligung der Einwohner Krompachy’s verzeichnet werden. Ein massives Aufgebot der slowakischen Polizei begleitete den Umzug. Zu Ausschreitungen kam es nicht. Die Beteiligung der Bevölkerung kam der „Slovenská pospolitost“ noch aus anderer Sicht zugute. Deren Mitglieder sammelten im Verlauf des Aufmarsches Unterschriften zur Gründung einer neuen Parteiorganisation. Unter dem Namen „Nové Slovensko“ (Neue Slowakei), plant die Organisation sich zukünftig an Wahlen zu beteiligen.\nEin angekündigter Redebeitrag konnte indes nicht gehalten werden. Über einen Zeitraum von mehreren Stunden warteten die in Krompachy angereisten Neonazis vergebens auf die Ankunft von Marian Kotleba, dem langjährigen Anführer der „Slovenská pospolitost“. Dessen angekündigte Teilnahme wurde durch einen Polizeieinsatz in den frühen Morgenstunden des gleichen Tages verhinderte. Einsatzkräfte der Polizei verschafften sich dabei Zutritt zu einem Wohnhaus im slowakischen Banská Bystrica und verhafteten Marian Kotleba. Der Neonazifunktionär wird von slowakischen Behörden verdächtigt am 8. August 2009, während eines Redebeitrags in der slowakischen Ortschaft Sarišské Michaľany sich diffamierend gegenüber ethnischen Minderheiten geäußert zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht dem 32jährigen Kotleba nun eine Haftstrafe zwischen einem und drei Jahren.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.26/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Kleinstadt Krompachy, im Osten der Slowakei, bildete am vergangenen Wochenende die Bühne für einen erneuten Aufmarsch der slowakischen Neonaziorganisation „Slovenská pospolitost“ (SP). Ähnlich wie ein vorangegangener Aufmarsch in den ersten Augusttagen richtete sich die neuerliche Demonstration der „Slowenska popspolitost“ gegen Angehörige der lokalen Roma-Minderheit. Nach Angaben slowakischer Medien unterstützten hunderte Einwohner von Krompachy die Forderungen der rund 50 angereisten Neonazis und schlossen sich der Demonstration an.","title":"Feindbild Roma - Erneuter Aufmarsch von Neonazis in der Slowakei"},{"city":"Ungarn","content":" Trotz des gerichtlichen Verbotes ihrer Organisationsstrukturen treten militante Mitglieder der paramilitärischen „Magyar Garda“ in Ungarn weiterhin in die Öffentlichkeit. So auch am gestrigen Samstag im ungarischen Szentendre, wo sich rund 500, zum Teil uniformierte Anhänger_innen der Gruppierung versammelten, um an einer Vereidigungszeremonie neuer Rekruten teilzunehmen. Unbehelligt blieb das Treffen nicht: Polizeieinheiten umstellten die Zusammenkunft und lösten die Veranstaltung schließlich auf.\nUrsprünglich sollte die am vergangenen Samstag, zumindest aus Sicht der „Magyar Garda“ (Ungarischen Garde) unfreiwillig beendete Veranstaltung, auf dem sogenannten „Heldenplatz“ im Zentrum der Landeshauptstadt Budapest stattfinden. Ein geschichtsträchtiger Ort, der bereits in der Vergangenheit mehrfach die öffentlichkeitswirksame Bühne für ähnliche Vereidigungszeremonien der Gardeorganisation bildete. Wiederholt wurden hier die neuen Mitglieder und Rekruten der ultranationalistischen Gruppierung vereidigt und feierlich in die Organisationsstrukturen aufgenommen. Zwar untersagte ein Budapester Gericht die für den vergangenen Samstag geplante Vereidigungsfeier, doch es blieb ein Urteil mit nur geringer Weisungskraft. Die „Garde“ wich aus und verlegte die Veranstaltung kurzerhand in die rund 30 Kilometer von Budapest entfernte Ortschaft Szentendre. Die im Vorfeld öffentlich unter der Bezeichnung „Familientag“ beworbene Vereidigungsfeier, führten nicht nur in Ungarn zu erheblichen Irritationen. Nicht zuletzt, nachdem ein Gericht die Vereinsstrukturen der „Ungarische Garde“, im Juli diesen Jahres endgültig verbot, die Existenz dieser Gruppierung somit der Vergangenheit angehören sollte.\nDie ultranationalistische Partei „Jobbik“ („Bewegung für ein besseres Ungarn“), welche bei den diesjährigen Europawahlen fast 15% der Stimmen auf sich vereinigen konnte, hatte die „Magyar Garda“ im März 2007 als eine Art Jugendverein bei den zuständigen Behörden angemeldet. Doch bereits eineinhalb Jahre später, im Dezember 2008, fällten ungarisches Richter_innen eine Verbotsentscheidung zum Nachteil der Gardeorganisation. Rassistische wie antisemitische Rhetorik, gepaart von einer aggressive Stimmungsmache gegen Angehörige der Roma-Minderheit sorgten für die Einleitung des Verfahrens. Seit ihrer Gründung hatten die uniformierten Anhänger_innen der „Garde“ wiederholt Aufmärsche durch Dörfer mit einem hohem Bevölkerungsanteil der Roma-Minderheit durchgeführt. Den Machtdemonstrationen und Einschüchterungsversuchen folgte in den vergangenen Jahren eine Welle von Gewalt und Mordanschlägen mit mehreren Toten.\nOb ein direkter Zusammenhang mit den Aufmärschen der “Garde” und den Anschlägen bestand, ist in Ungarn derzeit die Fragestellung einer 100-köpfigen Sonderkommission der ungarischen Polizei. Sicher erscheint: Die Agitationen der “Garde” bereiteten zumindest das Feld für das offene Aufflammen antisemitischer und Roma-feindlicher Aktivitäten. Am vergangenen Freitag vermeldete die Polizei nun einen ersten Fahndungserfolg bei der Suche nach den Verantwortlichen für die Serie von Attentaten auf Roma-Familien. Vier Männer, welche der Neonaziszene Ungarns zugerechnet werden, wurden festgenommen. Laut Angaben des Polizeipräsidenten József Bencze hätten sie eindeutig aus rassistischen Motiven gehandelt.\nRassistische Motive die auch in der Gardeorganisationen einen hohen Stellenwert genießen. Beschworene Feindbilder sind das „internationale Judentum“ und die als „Zigeunerbanden“ bezeichnete Roma-Minderheit. Nach Auffassung der „Magyar Garda“ gelte es vor allem „die Jugend geistig und körperlich auf außerordentliche Situationen vorzubereiten, falls es nötig wird, das Volk zu mobilisieren. So lautete es zumindest in der Satzung der Vereinsorganisation. Zur Durchsetzung der gesteckten Ziele „werde man sich bewaffnen“, verkündeten deren Funktionäre in der Vergangenheit ungeniert. Die Gruppierung versteht sich dabei als militante Bürgerwehr im „Dienste der Nation“ - der Sturz der als liberal empfundenen Regierung gehört zum innewohnenden Glaubensbekentniss. Als im März 2009 Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany, nach tagelangen Krawallen und Straßenkämpfen in der ungarischen Landeshaupstadt von seinem Amt zurücktrat, war dies auch auf die Aktivitäten der Gardeorganisation und und ihrer „Mutterpartei“, der „Jobbik“ zurückzuführen. Die gewalttätigen Ausschreitungen begannen nach einer Vereidigungsfeier der „Ungarischen Garde“.\nDer militärische Habitus, Uniformen wie auch die Organisationszeichen der „Magyar Garda“ wecken nicht nur bei Außenstehenden Erinnerungen an ein dunkles Kapitel der ungarischen Geschichte. Als Erkennungszeichen findet, ähnlich wie auch bei ungarischen Neonazigruppen die sogenannte Árpád-Fahne Verwendung. Ein traditionelles Symbol welches in der Vergangenheit ebenfalls die sogenannten „Pfeilkreuzer“ nutzten. Jene Organisation ungarischer Faschisten, die während der Besetzung Ungarns, im Verlauf des zweiten Weltkriegs mit den NS-Regime kooperierten und in dem mitteleuropäischen Land ein Schreckensregime errichteten. In einer Terrorwelle ermordeten deren Anhänger_innen zehntausende politische Gegner_innen und ungarische Bürger jüdischen Glaubens. Später deportierten die „Pfeilkreuzer“ zu hunderttausenden ungarischen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager. Schätzungen zufolge fielen rund 600.000 Juden der faschistischen Pfeilkreuzer-Diktatur zum Opfer.\nDie rot-weiß gestreiften Árpád-Fahne der „Pfeilkreuzer“ wehten nun auch am vergangenen Wochenende auf einem Privatgrundstück in der ungarischen Ortschaft Szentendre. Mit Reisebussen hatten „Jobbik“ und die „Magyar Garda“ ihre Anhänger_innen in die nördlich von Budapest gelegene Gemeinde gebracht. Neben den rund 500, zum Großteil uniformierten Garde-Rekruten, die auf verbotene „Magyar Garda“ eingeschworen werden sollten, versammelten sich ebenfalls knapp 1000 Schaulustige und Sympathisanten um der Veranstaltung beizuwohnen. Auch die Polizei traf wenig später ein. Nachdem die Sicherheitskräfte die Versammlung für illegal erklärten und Personenkontrollen durchführten, wurden die Beamten als „dreckige Juden“ und „Vaterlandsverräter“ beschimpft. Zu Gewalt kam es nicht. Der ebenfalls in Szentendre anwesende Gabor Vona, Vorsitzender der ultranationalistischen „Jobbik“ verurteilte das Vorgehen der Polizei. Die „Magyar Garda“ sei seinen Worten folgend eine Bewegung die nicht verboten werden könne. Das die Organisation trotz Verbot weiterhin als politischer Faktor in Ungarn angesehen werden kann, zeigen auch Vorkommnisse vom Mittwoch voriger Woche. Die Polizei war gegen Anhänger_innen der Gruppierung eingeschritten, die am Vorabend des Nationalfeiertages im nordungarischen Cheb in Uniform in Erscheinung traten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.26-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Trotz des gerichtlichen Verbotes ihrer Organisationsstrukturen treten militante Mitglieder der paramilitärischen „Magyar Garda“ in Ungarn weiterhin in die Öffentlichkeit. So auch am gestrigen Samstag im ungarischen Szentendre, wo sich rund 500, zum Teil uniformierte Anhänger_innen der Gruppierung versammelten, um an einer Vereidigungszeremonie neuer Rekruten teilzunehmen. Unbehelligt blieb das Treffen nicht: Polizeieinheiten umstellten die Zusammenkunft und lösten die Veranstaltung schließlich auf.","title":"Polizei löst Vereidigungsfeier der Ungarischen Garde auf"},{"city":"Vitkov","content":" Der Brandanschlag sorgte für Entsetzen. Unbekannte warfen im April diesen Jahres mehrere Brandsätze in ein von Roma bewohntes Haus im tschechischen Vitkov. Drei Menschen wurden bei der Tat schwer verletzt. Vor einigen Tagen konnte die tschechische Polizei nun eine Gruppe von zwölf Verdächtigen, aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ festnehmen. Gegen vier von ihnen wurde eine Anklage wegen versuchten Mordes mit rassistischen Motiv erlassen. Drei der beschuldigten Neonazis haben eine Tatbeteiligung inzwischen eingeräumt.\nDie Tat ereignete sich in der Nacht auf den 19ten April. Kurz vor Mitternacht schleuderten Unbekannte vier Molotow-Cocktails durch die Fenster, setzten das Wohnhaus der achtköpfigen Roma-Familie in Brand. Versuche der Betroffenen das Feuer zu löschen scheiterten. Als die Feuerwehr am Ort des Geschehens eintraf und mit Löscharbeiten begann, war das Haus durch die Flammen bereits vollständig zerstört. Durch die Flammen wurden ebenfalls mehrere Menschen schwer verletzt. So erlitt das jüngste Familienmitglied, die zweijähriges Natálka, Verbrennungen an etwa 80% ihres Körpers und wird vermutlich ihr Leben lang auf ärztliche Hilfe angewiesen sein. Über einen Zeitraum von drei Monaten wurde das Mädchen in einem im künstlichen Tiefschlaf gehalten. Erst vor zwei Wochen konnten die Ärzte die künstliche Beatmung einstellen und das Mädchen wieder erwecken – ihr kritischer Gesundheitszustand bleibt. Auch die Eltern des Kindes erlitten schwerste Verletzungen.\nTschechischen Behörden wie auch die Betroffenen vertraten bereits wenige Stunden später die Ansicht das die Täter_innen aus rassistischer Motivation gehandelt hatten. Eine Zeugin der Brandkatastrophe berichtete, das kurz vor der Tat ein Fahrzeug vor dem Wohnhaus zum Stehen gekommen war und sich mehrere Personen auf das Gebäude zubewegt hatten. „So Zigeuner, jetzt brennt ihr!\", hatten die Personengruppe gerufen, bevor sie die Brandsätze in das Gebäude schleuderten, so die Zeugin gegenüber einem tschechischen Fernsehsender. Der Anschlag auf Angehörige der Roma-Minderheit in Vitkov bildete dabei nur den vorläufigen Höhepunkt in eine Reihe von gewaltsamen Übergriffen welche die Tschechische Republik in beunruhigender Regelmäßigkeit erschüttern. Erst im November 2008 versuchten Anhänger_innen der tschechischen Neonaziszene eine überwiegend von Roma bewohnte Siedlung im nordböhmischen Litvinov anzugreifen. Pogromartige Ausschreitungen waren die Folge. Militante Neonazis setzten dabei ein Polizeifahrzeug in Brand und lieferten sich stundenlange Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften. Die tschechische Neonazipartei „Delnicka Strana“ (DS), deren Anhänger_innen ebenfalls an den Ausschreitungen beteiligt waren, betreibt seit längerem eine aggressive Stimmungsmache gegen Angehörige der Roma-Minderheit.\nMehr als vier Monate nach der Tragödie in Vitkov erschien die Aufklärung des Anschlags zweifelhaft. Bereits in den Jahren 1996 bis 1999 verübten Unbekannte insgesamt fünf Brandanschläge auf Unterkünfte der Roma-Minderheit. Nur in einem dieser Fälle konnten die Täter_innen überführt werden. Doch im Fall von Vitkov wendete sich das Blatt. Vergangene Woche berichteten tschechische Medien über einen Fahndungserfolg der zuständigen Behörden. Im Zuge einer großangelegten Polizeirazzia hätten die Ermittlungsbehörden mehrere Personen festgenommen. Nach Polizeiangaben handelte es sich dabei um neuen Männer und drei Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, welche der organisierten Neonaziszene zugerechnet werden können. Vier der Festgenommenen wurden des versuchten Mordes mit rassistischem Motiv beschuldigt und in Haft genommen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Die übrigen acht Personen wurden nach den Verhören wieder fauf freien Fuß gesetzt. Gegen sie lägen keine ausreichenden Beweise für eine Tatbeteiligung vor, so die Polizei.\nDer nun erfolgten Polizeiaktion gingen monatelange Ermittlungen voraus. Wie ein Sprecher der Polizei während einer Pressekonferenz im tschechischen Ostrava mitteilte, seien dabei über 600 verdächtige Personen in der Tschechischen Republik und „darüber hinaus“ überprüft worden. Im Zusammenhang mit der nun durchgeführten Polizeirazzia seien neben Propagandamaterialien tschechischer „Autonomen Nationalisten“ auch eine Ausgabe der sogenannten „Turner-Tagebücher“ sichergestellt worden. Die „Turner-Tagebücher“, aus der Feder des US-amerikanischen Rassisten und Neonazifunktionärs William Luther Pierce, gelten als „Bestseller“ des Neonazi-Untergrunds. In dem rassistischen Machwerk, beschreibt der im Jahr 2002 verstorbene Pierce, das Wirken der Neonaziorganisation „The Order“, einer fiktiven Gruppierung, die einen „heiligen Rassenkrieg“ vorbereitet. Das Buch gilt als Vorlage mehrerer politischer Attentate. So soll der amerikanische Neonaziterrorist Timothy McVeigh, der 1998 einen Bombenanschlag in Oklahoma City verübte, die „Turner Tagebücher“ als Blaupause seiner eigenen Anschlagsplanung verwendet haben. Bei dem verheerenden Anschlag auf das „Murrah Federal Building“ in Oklahoma City, dem Sitz mehrerer Regierungsbehörden, verloren 168 Menschen ihr Leben.\nInzwischen haben drei der Festgenommenen ihre Tatbeteiligung eingeräumt. Wie ein Anwalt der Opfer mitteilte, zeichnen die bisherigen Einlassungen der Tatverdächtigen dennoch ein düsteres Bild. Demnach hätten die Attentäter lediglich Befehle ausgeführt. Vordergründige Aufgabe der Polizei sei es nun, denjenigen habhaft zu werden welche die Anschläge gefordert hätten. Wenige Stunden vor dem Brandanschlag in Vitkov hatte es mehrere, gegen Roma gerichtete Kundgebungen der tschechischen Neonazipartei „Delnicka Strana“ gegeben. Inwieweit deren Funktionäre in die Vorfälle verstrickt sind, bleibt bislang Spekulation. Das tschechische Innenministerium kündigte derweil an, ein erneutes Verbotsverfahren gegen die Parteiorganisation einzuleiten. Das Ministerium begründete diesen Schritt mit den „offensichtlichen Verbindungen“ der “Delnicka Strana (DS) zu den nun festgenommen Neonazis. Im März diesen Jahres war ein vorangegangenes Verbotsverfahren gegen die Neonazipartei gescheitert. Ein entsprechender Antrag zum Verbot der Organisation wurde abgelehnt. Das Oberste Verwaltungsgericht Tschechien begründete das damalige Urteil mit Versäumnissen der tschechischen Regierung, im Vorfeld der Verfahrens aussagekräftige Gründe für ein Verbot vorzulegen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.26-2/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Brandanschlag sorgte für Entsetzen. Unbekannte warfen im April diesen Jahres mehrere Brandsätze in ein von Roma bewohntes Haus im tschechischen Vitkov. Drei Menschen wurden bei der Tat schwer verletzt. Vor einigen Tagen konnte die tschechische Polizei nun eine Gruppe von zwölf Verdächtigen, aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ festnehmen. Gegen vier von ihnen wurde eine Anklage wegen versuchten Mordes mit rassistischen Motiv erlassen. Drei der beschuldigten Neonazis haben eine Tatbeteiligung inzwischen eingeräumt.","title":"Tschechische Neonazis gestehen Brandanschlag"},{"city":"Kosovo","content":" Ein am vergangenen Dienstag, den 18.08.2009 veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation „Chachipe e.V.“ wirft ein beunruhigendes Licht auf die Situation der Roma-Minderheit im Kosovo. So soll es zu einer Reihe von ernsthaften Zwischenfällen in Gnjilane, im Osten des Kosovo gekommen sein, bei denen mehrere Roma, „ohne ersichtlichen Grund, außer Hass misshandelt und überfallen wurden“. Die Menschenrechtsorganisation spart dabei nicht mit Kritik an der Polizei und der Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen wie der OSZE, EULEX, UNMIK oder auch dem UN-Flüchtlingswerk, das den Vorgängen nach Ausführungen von Chachipe mit Desinteresse begegnet.\nAnfang August erhielt die Menschenrechtsorganisation eine Mitteilung über gewaltsame Attacken auf Angehörige der Roma-Minderheit im Osten des Kosovo, bei denen mehrere Personen misshandelt und verletzt wurden. Den Berichten zufolge ereigneten sich die Angriffe in den letzten Juliwochen in einem Roma-Viertel der Ortschaft Gnjilane. Nach Augenzeugenberichten wurden die Roma durch ihre albanischen Nachbarn ohne erkennbaren Grund attackiert. Gegenüber Reportern des Fernsehsenders „Yekhipe“ erklärten die betroffenen Roma, „dass sich die Situation in Gnjilane kürzlich verschlechtert habe“. Einer der Zeugen erklärte, dass die vorangegangenen Angriffe organisiert und koordiniert seien. Die allgemeine Einschätzung der derzeitigen Situation zeigt sich aus Sicht der Roma wenig erbaulich. Sie erklärten, dass Mitglieder ihrer Gemeinschaft regelmäßig beschimpft oder tätlich angegriffen werden, und äußerten ernsthafte Bedenken bezüglich ihrer Sicherheit.\nIn Gnjilna bewohnen die Angehörige der Roma-Minderheit ein traditionelles Roma-Viertel. Bereits nach Beendigung des Kosovo Krieges, im Jahr 1999 waren die Roma, nach Angaben der Menschenrechtsorganisation zum Teil heftigen Attacken von Seiten der albanischen Nachbarschaft ausgesetzt. Nach gewalttätigen Angriffen flohen die Roma 1999 aus ihren Wohnhäusern. Rund 290 der damals etwa 360 Gebäude des Roma-Viertels wurden zerstört. Etliche leerstehende Gebäude wurden anschließend von Teilen der albanisch-stämmigen Bevölkerung in Besitz genommen. Am 27 Juni 1999 wurden die Roma dann das Ziel der bislang heftigsten Attacken. In einem Zeitraum von drei Wochen wurden Brandanschläge verübt, insgesamt wurden so 135 Wohnhäuser der Roma-Minderheit ein Raub der Flammen. Nur zaghaft normalisierte sich das Verhältnis. Immer wieder kam es zu vereinzelnden Attacken. Die internationale Gemeinschaft initiierte zuletzt sogar ein Ansiedlungsprogramm der vertriebenen Roma-Minderheit in der Region.\nNach den neuerlichen Berichten über gewaltsame Attacken, bei dem Ende Juli angeblich mehrere Roma verletzt worden seien, richtete die Chachipe-Menschenrechtsorganisation eine Anfrage an Vertreter_innen verschiedener internationaler Organisationen im Kosovo. Hintergründe und das Ausmaß des angeblichen Zwischenfalls sollten so ermittelt werden. Obwohl der Zwischenfall bereits einige Tage zurücklag, erklärte keine der befragten Organisationen, UNMIK, EULEX, OSZE sowie das UN-Flüchtlingswerk, dass sie bereits über den Zwischenfall informiert sei. Aber auch nachdem die Organisationen in der Folgezeit Informationen über die Vorgänge bei ihren Außenbüros eingeholt hatten, vermieden es die international tätigen Organisationen, nach Angaben der Menschenrechtsgruppe, die Vorfälle öffentlich zu machen. Stattdessen wurde ein Mantel des Schweigens über die Zwischenfälle ausgebreitet. So waren „sie entweder nicht in der Lage oder nicht gewillt, Chachipe über die Ereignisse zu informieren“ so Chachipa weiter.\n“Die Informationen, die wir erhalten haben, waren äußerst spärlich, so ein Vertreter der Menschenrechtsorganisation. „Sie reichten von einer Auflistung einiger Polizeiberichte, in denen von scheinbar kleineren Vorkommnisse wie einer „Rangelei“ und Diebstahl die Rede war, bis zu einer kurzen Bemerkung, wonach die Sicherheitslage der Roma im Kosovo verschlechtert hat, und einer Beschwerde darüber, dass die Polizei nur unvollständig über Übergriffe auf Roma berichtet.“ Zudem ergab sich aus ihren Erklärungen, dass ihr Vertrauen in die Polizei des Kosovo nur begrenzt vorhanden sei. Von sechs Zwischenfällen, die angeblich im Juli stattgefunden haben, wurden nur drei bei der Polizei gemeldet. Yekhipe-Reporter interviewten daraufhin einen führenden Beamten der kosovarischen Polizei, der zwei der gemeldeten Fälle als einfache Nachbarschaftskonflikte bezeichnete und behauptete, dass ein anderer Zwischenfall vermutlich auf „offenen Rechnungen“ zwischen Schwarzmarkthändlern zurückzuführen sei, womit er zugleich das Opfer disqualifizierte.\nAus Sicht der Menschenrechtsorganisation sei das Desinteresse und die Passivität, welches aus den Reaktionen der internationalen Organisationen auf seine Anfrage hervorging, vor dem Hintergrund der Angriffe nur schwer zu verstehen sei. Der Chachipe e.V. wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass „eine der Aufgaben der internationalen Gemeinschaft im Kosovo der Schutz und die Förderung der Menschenrechte“ sei, und dass die Organisationen ein ausdrückliches Mandat haben die Lage vor Ort zu überwachen. Besorgniserregend sei dabei vor allem die Tatsache das die verantwortlichen Strukturen der „EU-Polizeimission“ offenbar kaum Informationen über die Lage in der Romasiedlung in Gnjilane hatte. „Wie aus den jüngsten Zwischenfällen in Gnjilane hervorgeht, die sich mit Berichten überschneiden, die wir bereits früher erhalten haben, wissen die Roma im Kosovo nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie sich gefährdet fühlen, und diejenigen, die Kosovo verlassen haben, sind oft nicht in der Lage, die Risiken, denen sie bei ihrer Rückkehr ausgesetzt sind, ausreichend zu dokumentieren.“ Die unzureichende Berichterstattung über die ethnisch aufgeladenen Konflikte und gewaltsamen Attacken gegen die Roma im Kosovo verstärkt die Unsicherheit.\nInsbesondere im Bezug auf die Flüchtlings- und Asylpolitik mehrerer europäischer Staaten schlagen Vertreter_innen von Chachipe Alarm. Die Entscheidung von Staaten wie unter anderem Deutschland, Schweden, Österreich oder die Schweiz Angehörige der Roma in den Kosovo abschieben stößt auf massive Kritik. Die Entscheidung beruhe auf unvollständigen und verzerrten Einschätzung der sicherheitspolitischen Lage der Roma im Kosovo. „Es scheint, dass die letzten Berichte der UNMIK gegenüber dem UN-Sicherheitsrat ausschließlich auf Berichten der kosovarischen Polizei beruhen, und dies, obwohl die UNMIK selbst einräumt, dass ethnische Minderheiten kein Vertrauen in die Polizei haben,“ erklärte die zunehmend besorgte Menschenrechtsorganisation. Dabei scheint die Abschiebepolitik ein Teil des Problems zu bilden. Die albanisch-stämmige Bevölkerung von Gnjilane betrachtet die Flüchtlinge als Fremdkörper. In einer Erklärung forderte der Chachipe e.V. die internationale Gemeinschaft und deren Organisationen auf, die Spannungen in Gnjilane zu entschärfen und Probleme welche offenbar im Zusammenhang mit der Rückkehr von Flüchtlingen stehen, zu lösen.\nDarüber hinaus verlangte Chachipe die Einleitung einer umfassende Untersuchung über die Hintergründe der jüngsten Angriffe auf Roma i, Osten des Kosovo. Eine objektive und unparteiische Überwachung sowie Berichterstattung der Sicherheitslage im Kosovo sei ebenfalls von der internationalen Gemeinschaft zu gewährleisten. Schließlich forderte Chachipe die Regierungen der europäischen Aufnahmeländer eindringlich auf, von der zwangsweisen Rückführung und Abschiebungen der Roma ins Kosovo abzusehen. Flüchtlingen, die sich bereits über Jahre in ihren jeweiligen Ländern aufhalten, solle ein dauerhaftes Bleiberecht gewährt werden. Solange die Sicherheitslage für die Roma-Minderheit im Kosovo derart unsicher ist, das internationale Organisationen von einer „verschlechterten Sicherheitslage“ berichten, sei dies das Gebot der Stunde.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.22/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Ein am vergangenen Dienstag, den 18.08.2009 veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation „Chachipe e.V.“ wirft ein beunruhigendes Licht auf die Situation der Roma-Minderheit im Kosovo. So soll es zu einer Reihe von ernsthaften Zwischenfällen in Gnjilane, im Osten des Kosovo gekommen sein, bei denen mehrere Roma, „ohne ersichtlichen Grund, außer Hass misshandelt und überfallen wurden“. Die Menschenrechtsorganisation spart dabei nicht mit Kritik an der Polizei und der Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen wie der OSZE, EULEX, UNMIK oder auch dem UN-Flüchtlingswerk, das den Vorgängen nach Ausführungen von Chachipe mit Desinteresse begegnet.","title":"Zwischenfälle im Kosovo – Angriffe auf Roma"},{"city":"Lüneburg","content":" Unter dem Motto “Meinungsfreiheit auch für Nationalisten” versammelten sich am Montag, den 17.August 2009, etwa zwei dutzend Anhänger_innen der norddeutschen Neonaziszene auf dem Lambertiplatz im niedersächsischen Lüneburg. Das die Kundgebung am Todestag von Rudolf Heß stattfand, dürfe kein Zufall gewesen sein.\nSo nahm das gewählte Motto indirekten Bezug, auf ein vor wenigen Wochen ergangenes Verbot eines „Rudolf Heß Gedenkmarsches“ im bayrischen Wunsiedel. Mit der in Wunsiedel angedachten Neonazidemonstration sollte dem 1987 verstorbenen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gedacht werden, der hier begraben liegt. Bereits vor dem Verbot durch das Bayrische Verwaltungsgericht (VGH) verkündigten Funktionäre der Neonaziszene die Absicht, im Verlauf des Todestages von Rudolf Heß, im gesamten Bundesgebiet lokale Aktivitäten zu entfalten.\nDie nun in Lüneburg durchgeführte Kundgebung wurde von Manfred Börm, langjähriges Mitglied im NPD Bundesvorstand und stellvertretender Landesvorsitzender der NPD-Niedersachsen angemeldet, welcher die Kundgebung ebenfalls mit einem Redebeitrag eröffnete. Ihm folgte, neben Lasse Krüger, dem stellvertretendem Landesvorsitzenden der „Jungen Nationaldemokraten“ in Niedersachsen, auch der JN-Aktivist Julian Monaco aus Delmenhorst ans Mikrophon. Die Außenwirkung der NPD-Kundgebung blieb bis zuletzt jedoch begrenzt. Der lautstark geäußerte Protest von rund 350 Gegendemonstrant_innen schirmten die kleine Ansammlung der NPD-Anhänger_innen weitestgehend ab.\nFür Unruhe sorgte die verspätete Ankunft von Teilnehmer_innen der NPD-Kundgebung aus dem mecklenburgischen Boizenburg. Diese wurden unter Schmährufen von Einsatzkräften der Polizei durch die Reihen der Gegendemonstrant_innen zum Veranstaltungsort eskortiert. Polizeiliche Maßnahmen, die auch am Ende der Kundgebung angewandt wurden. Nachdem die Versammlung gegen 20 Uhr für beendet erklärt wurde, verließen die angereisten Neonazis schließlich den Veranstaltungsort und zogen unter Polizeischutz und teils unter heftigen Protesten, durch die Innenstadt zum neonazistischen „Szene Laden – Hatecore\" am Rande der Lüneburger Innenstadt. Dessen Betreiber, Christian Sternberg war selbst Teilnehmer der zuvor aufgelösten NPD-Versammlung.\nBis in die späten Abendstunden harrten die Neonazis schließlich im Hinterhof des „Hatecore“- Shops aus. Zu nächtlicher Stunde begaben sich dann vereinzelnde Personengruppen, welche aus den Regionen Delmenhorst, Lüneburg, Buchholz in der Nordheide sowie Tostedt stammten, auf den Heimweg. Die Teilnehmer_innen der NPD-Kundgebung kamen zum Großteil aus den Strukturen der NPD-Niedersachsen und deren Jugendorganisation der „JN-Niedersachsen“. Unterstützung erhielten sie dabei von Mitgliedern der parteiunabhängigen „Freien Nationalisten“.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.20/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Unter dem Motto \"Meinungsfreiheit auch für Nationalisten\" versammelten sich am Montag, den 17.August 2009, etwa zwei dutzend Anhänger_innen der norddeutschen Neonaziszene auf dem Lambertiplatz im niedersächsischen Lüneburg. Das die Kundgebung am Todestag von Rudolf Heß stattfand, dürfe kein Zufall gewesen sein.","title":"NPD-Kundgebung am Todestag von Rudolf Heß"},{"city":"Berlin","content":" Nun ist es amtlich. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Betreiber_innen des neonazistischen Internet-Radios „European Brotherhood Radio“ eröffnet. Den sieben Männer und Frauen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie Anstiftung zum Rassenhass und Volksverhetzung vorgeworfen. Unter den Angeklagten befindet sich auch eine ehemalige Mitarbeiterin des niedersächsischen Verfassungsschutzes.\nIm März 2009 wurde der Betrieb des einschlägigen Internet-Radios eingestellt. Bis dahin galt das sogenannte „European Brotherhood Radio“ (EBR) als Geheimtip der militanten Neonaziszene. Antisemitische Hetzparolen und Aufstachelung zum Rassenhass bestimmten den 24stündigen Programmablauf. Die Moderator_innen, welche unter Pseudonymen wie „K.Nackentod“, R.Rassenhass“ oder auch „Sensenmann88“ in Erscheinung traten, versorgten ihre Höhrer_innen mit volksverhetzender „Begleitmusik zu Mord und Totschlag“. Strafrechtlich relevante Titel europäischer Neonazibands erfreuten sich dabei besonderer Beliebtheit. Die Moderator_innen machten aus der ideologischen Zielsetzung kein Geheimnis. So kommentierten sie die Sendungen mit Parolen aus der Zeit des dritten Reiches, verlasen antisemitische Reden und glorifizierten offen das NS-Regime. Verbrechen wie die systematische und industriell betriebene Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa, durch die Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten wurden hingegen geleugnet.\nZum vielfältigem Angebot des neonazistischen Internetradios, das bis zum Jahr 2005 unter der Bezeichnung „White Nation Online Radio“ auf Sendung ging, gehörte neben umfangreichen NS-Propagandamaterialien auch die frei zugängliche Bereitstellung von detaillierten Anleitungen zur Herstellung von diversen Sprengmitteln. Im März 2009 wurden das Radio dann ausgehoben. Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Berlin durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei die Wohnräume von mutmaßlichen Programmmacher_innen in Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Ein 29jähriger der als Mitbegründer des Internet-Radios galt, wurde in den Abendstunden des gleichen Tages in Nordrhein-Westfalen, nahe der niederländischen Grenze festgenommen. Die sechs Beschuldigten, darunter zwei Frauen, im Alter zwischen 19 und 36 Jahren wurden in Untersuchungshaft genommen. Umfangreiches Beweismaterial, darunter Computer, Datenträger, CD’s und Waffen wurden im Zuge der Polizeirazzia sichergestellt. Laut Angaben der Polizeibehörden konnten der Vereinigung über 250 Straftaten zugerechnet werden.\nEin besonderes Interesse an dem nun anstehenden Gerichtsprozess dürfte dem niedersächsischen Verfassungsschutz zufallen. Bei zumindest einer, der im März 2009 festgenommenen Moderator_innen handelt es sich um eine damalige Mitarbeiterin der Geheimdienstbehörde. Dabei handelt es sich um die langjährige Neonaziaktivistin Sandra Franke aus dem niedersächsischen Soltau. Die ursprünglich aus Baden-Württemberg stammende Neofaschistin bewegte sich über Jahre hinweg in den Strukturen der militanten und parteiunabhängigen Neonaziszene in Norddeutschland. So trat die spätere Administratorin des „European Brotherhood Radios“ immer wieder im Zusammenhang mit der „Kameradschaft Snevern-Jungs“ (Schneverdingen) und der „Kameradschaft 73 Celle“ in Erscheinung. Nach internen Streitigkeiten verließ Franke deren Zusammenhänge und engagierte sich in der Folgezeit im Umfeld der „Autonomen Nationalisten Soltau“. Nach einem kurzen Intermezzo in den Strukturen der „Autonomen Nationalisten“ gründete die umtriebige Neonazistin eine Ortsgruppe der „Deutschen Volksunion“ (DVU). Doch auch im World-Wide-Web kann Sandra Franke auf eine ebenso einschlägige wie langjährige Karriere zurückblicken. Als Moderatorin der neonazistischen Internet-Kontaktbörse „Odin’s Kontaktanzeigen“ verfügte Franke über hinreichende Qualifikationen und Verbindungen für ihre späteren Tätigkeiten beim „European Brotherhood Radio“.\nVerbindungen welche die Neonaziaktivistin auch für den Verfassungsschutz interessant machte. Unter dem Decknamen „Doris König“ hatte Franke spätestens seit Herbst 2007 für den Verfassungsschutz in Hannover gearbeitet Für ihre Tätigkeiten habe sie, Behördenangaben zufolge, monatlich rund 300 Euro plus Reisespesen erhalten. Das letzte gemeinsame Treffen mit ihrer Verbindungsbeamtin „Heidi“ soll zuletzt drei Tage vor ihrer Verhaftung im März 2009 stattgefunden haben. Über Frankes Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem „European Brotherhood Radio“ (EBR) zeigte sich das niedersächsische Amt für Verfassungsschutz im März 2009 ahnungslos. Man habe die „Vertrauensperson“ Sandra Franke erst als Quelle abgeschaltet nachdem ihre EBR-Tätigkeiten öffentlich bekannt geworden seien. Zu diesem Zeitpunkt hatte Franke bereits Bauanleitungen für Rohrbomben und Rezepte zur Herstellung eines napalmähnlichen Brandstoffes in dem Portal des „Internet-Radios“ veröffentlicht. Die Verbindungen des niedersächsischen Verfassungsschutzes, zu ihrer ehemaligen Mitarbeiterin werden auch bei dem in Berlin anstehenden Gerichtsprozess gegen die Betreiber des „European Brotherhood Radios“ eine Rolle spielen. Auch der Verfassungsschutzchef Niedersachsens solle nun als Zeuge geladen werden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.19-2/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Nun ist es amtlich. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Betreiber_innen des neonazistischen Internet-Radios „European Brotherhood Radio“ eröffnet. Den sieben Männer und Frauen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie Anstiftung zum Rassenhass und Volksverhetzung vorgeworfen. Unter den Angeklagten befindet sich auch eine ehemalige Mitarbeiterin des niedersächsischen Verfassungsschutzes.","title":"Anklage gegen „European Brotherhood Radio“ erhoben"},{"city":"Tostedt","content":" In den späten Abendstunden des 17.August 2009 kam es im niedersächischen Tostedt zu einem gewaltsamen Zwischenfall. Fünf Anhänger_innen der neonazistischen Szene attackierten am Montag Abend eine Gruppe von Jugendlichen mit Holzstangen und Faustschlägen. Die bewaffneten und zum Teil vermummten Angreifer werden dem Umfeld der niedersächsischen Neonazigruppe „Gladiator Germania“ zugerechnet deren Mitglieder zum Teil unter der Bezeichnung „Nationale Sozialisten Tostedt“ in Erscheinung treten.\nDem Zwischenfall ging eine Verfolgungsjagd vorraus. Die drei späteren Opfer, drei Jugendliche aus Tostedt, hatten sich bei Einbruch der Dunkeheit am Gymnasium in Tostedt getroffen. Kurze Zeit später erschien dann eine fünfköpfige Gruppe von Neonazis in unmittelbarer Nähe des Schulgeändes. Der Ablauf der Ereignisse überschlug sich daraufhin. Die Neonazis bedrohten die Jugendlichen, welche sich zurückzogen und in einem nahegelegenen Supermarkt Zuflucht suchten. Mit einem Auto setzten die Angreifer hinterher und erreichten nach kurzer Zeit ebenfalls das Gebäude des Supermarktes. Vermummt und bewaffnet mit Holzstangen attackierten die beteiligten Neonazis die Jugendlichen. Einer der Angegriffenen wurde dabei getroffen und durch Schläge verletzt, die beiden anderen konnten sich in Sicherheit bringen. Erst das engagierte Eingreifen des Supermarkt-Personals beendete die Attacke und vertrieb die Angreifer.\nAn dem abendlichen Angriff waren Neonazis aus den Strukturen der neonazistischen Gruppierung „Gladiator Germania“ beteiligt. Die Gruppe exestiert seit dem Jahr 2002, gilt als extrem Gewaltbereit und verfügte, nach Eigenangaben bis vor einigen Jahren auch über eine „Ortsgruppe“ im sächsischen Schildau. Spätestens im Jahr 2008 entwickelte sich die Gruppe zum Anziehungs – und Koordinationspunkt jugendlicher Neonazis aus der Region. Deren Anhänger_innen treten zumeist in Kleidung mit der dazugehörigen Gruppenbezeichnung in Erscheinung. Während eines vorangegangenen Aufmarsches von Neonazis am 01.08.2009 im niedersächsischen Bad Nenndorf traten Mitglieder von „Gladiator Germania“ zuletzt mit dem Label „Nationale Sozialisten Tostedt“ in die Öffentlichkeit.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.19-3/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den späten Abendstunden des 17.August 2009 kam es im niedersächischen Tostedt zu einem gewaltsamen Zwischenfall. Fünf Anhänger_innen der neonazistischen Szene attackierten am Montag Abend eine Gruppe von Jugendlichen mit Holzstangen und Faustschlägen. Die bewaffneten und zum Teil vermummten Angreifer werden dem Umfeld der niedersächsischen Neonazigruppe „Gladiator Germania“ zugerechnet deren Mitglieder zum Teil unter der Bezeichnung „Nationale Sozialisten Tostedt“ in Erscheinung treten.","title":"Bewaffneter Übergriff von Neonazis in Tostedt"},{"city":"Jena","content":" Transparente und ein gemaltes Hakenkreuz führten am gestrigen Dienstag im thüringischen Jena zu einem Polizeieinsatz. Eine Zeugin hatte die Polizei alarmiert, nachdem sie zuvor drei Personen beim Aufhängen von Transparenten beobachten konnte. Wie die Einsatzleitung der Polizei Jena mitteilte, wurde auf den Transparenten Bezug zum 1987 in Kriegsgefangenschaft verstorbenen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß genommen. Auf einem der Banner, welche an einer Eisenbahnüberführung befestigt wurden, waren zudem Hakenkreuze aufgemalt. Die Personengruppe konnte sich vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte unerkannt vom Ort des Geschehens entfernen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.19-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Transparente und ein gemaltes Hakenkreuz führten am gestrigen Dienstag im thüringischen Jena zu einem Polizeieinsatz. Eine Zeugin hatte die Polizei alarmiert, nachdem sie zuvor drei Personen beim …","title":"Transparente mit Heß Bezug und Hakenkreuz sichergestellt"},{"city":"Stemwede","content":" Der Startschuss des Wahlkampfes fiel ins Wasser. Eine Auftaktveranstaltung der Republikaner, anlässlich der bevorstehenden Bundestags- und Kommunalwahlen, musste am vergangenen Woichenende aufrund befürchteter Proteste kurzerhand abgesagt und an einen geheimen Ort verlegt werden. Als Rednerin der Veranstaltung war die Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Landesverbandes Ursula Winkelsett angekündigt.\nDie Veranstaltung in der nordrhein-westfälischen Ortschaft Oppenwehe war bereits im Vorfeld ruchbar geworden. Hier, nur wenige Kilometer von Stemwende entfernt, kommen die Mitglieder des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Republikaner schon seit Jahren zusammen. Die Ortswahl kommt nicht von ungefähr. Im nahegelegenen Stemwede konnte die rechtsradikale Partei, im Zuge der Kommunalwahl im Jahr 2007 erhebliche Stimmenanteile erringen und ist seitdem mit zwei Mandatssitzen im Kreistag von Minden-Lübbecke vertreten. Deren Anhänger_innen kandidieren nun auch bei der anstehenden nordrhein-westfälischen Kommunalwahl am 30. August 2009. Der Startschuss für den angekündigten Wahlkampf sollte nun am vergangenen Wochenende in der beschaulichen Ortschaft Oppenwehe erklingen. Mit einer, als Kundgebung angekündigten Saalveranstaltung, in der Gaststätte „Moorhof“, plante der Landesverband der Republikaner um die Unterstützung von Anhänger_innen und Sympathisant_innen zu werben.\nZu dem in Oppenwehe angekündigten Treffen wurde mit der Republikanerin Ursula Winkelsett parteiinterne Prominenz erwartet. Die derzeitige Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Republikaner sorgte zuletzt während der Europawahl am 07. Juni 2009 für Aufsehen. Dort kandidierte sie mit dem Slogan „Uschi rettet Europa“ erfolglos für einen Sitz im Brüsseler Europaparlament. Doch der Wahlkampfauftakt der nordrhein-westfälischen Republikaner verlief anders als erwartet. Nachdem das Treffen im Vorfeld öffentlich gemacht wurde, kündigte sich breiter Widerstand an. Ein Busunternehmen aus der Region versprach zudem mögliche Gegendemonstrat_innen kostenlos nach Oppenwehe zu transportieren. Daraufhin wurde die Veranstaltung durch den Gaststättenbetreiber des „Moorhofes“ abgesagt. Die „Republikaner bedeuten meinen Ruin“, so der Gastwirt, welcher massive Ausschreitungen befürchtete. Allerdings verstehe er die Proteste nicht: „CDU und SPD würden schließlich auch bei ihm tagen“. Gänzlich abgesagt wurde der Wahlkampfauftakt der Republikaner jedoch nicht. Die Veranstaltung fand schließlich, abseits der öffentlichen Wahrnehmung in einer privaten Wohnung statt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.19/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Startschuss des Wahlkampfes fiel ins Wasser. Eine Auftaktveranstaltung der Republikaner, anlässlich der bevorstehenden Bundestags- und Kommunalwahlen, musste am vergangenen Woichenende aufrund befürchteter Proteste kurzerhand abgesagt und an einen geheimen Ort verlegt werden. Als Rednerin der Veranstaltung war die Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Landesverbandes Ursula Winkelsett angekündigt.","title":"Wahlkampfauftakt: „Republikaner bedeuten meinen Ruin“"},{"city":"Friedland","content":" Dumpfe Trommelschläge begleiteten den martialischen Aufmarsch im Fackelschein. Etwa 200 Anhänger_innen der militanten Neonaziszene Mecklenburg-Vorpommerns zogen am vergangenen Samstag, den 15.08.2009 durch die Kleinstadt Friedland in Ost-Vorpommern. Die unangemeldete Demonstration diente der Verherrlichung des 1987 in alliierter Haft verstorbenen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Einsatzkräfte der Polizei beendeten schließlich den nächtlichen Spuk und ermitteln nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.\nDer Aufmarsch begann bei Einbruch der Nacht. Mit Hilfe von Mobiltelefonen koordinierten die Neonazis zuvor die konspirativ organisierte Anreise. Das Ziel war ein Parkplatz in der Kleinstadt Friedland (Mecklenburg-Strelitz). Nach der Ankunft wurden Fackeln ausgeben und Transparente entrollt - bevor sich der in Fackelschein getauchte Umzug letztlich gegen 21:50 Uhr in Bewegung setzte. Das nächtliche Treiben stand im Zusammenhang mit den sogenannten „Rudolf Heß Gedenkmärschen“, welche innerhalb der Neonaziszene eine ungebrochene Anziehungskraft besitzen. Der wegen Kriegsverbrechen verurteilte NS-Funktionsträger starb im hohen Alter von 93 Jahren in alliierter Kriegsgefangenschaft. Seit dem Tod des Hitler-Stellvertreters am 17.08.1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau, wurde Rudolf Heß von Neonazis konsequent als „Märtyrer der Bewegung“ aufgebaut.\nHeß, der bis zu seinem Tode zur NS-Diktatur stand und diese verteidigte, dient dabei als Identifikationsfigur und Vorbild. Seit Jahren schon organisiert die militante Neonaziszene anlässlich des Todestages von Rudolf Heß entsprechende Demonstrationen. Die als „Gedenkmärsche“ deklarierten Veranstaltungen genießen innerhalb neonazistischer Strukturen ein hohes Ansehen. So fanden im bayrischen Wunsiedel, wo Heß seine letzte Ruhestätte fand, in den Jahren 2001 bis 2004 Aufmärsche mit mehreren tausend Teilnehmer_innen aus ganz Europa statt. Doch auch in angrenzenden Ländern zelebrieren Neonazis den „Mythos Heß“. Im Jahr 2007 marschierten dänische, schwedische und deutsche Neonazis durch die dänische Stadt Kolding. Als Veranstalter trat in Kolding die neonazistische Splittergruppe „Dänisch Nationalsozialistische Bewegung“ (DNSB) in Erscheinung. Welche Bedeutung der Identifikationsfigur Rudolf Heß dabei zugrunde liegt, offenbarte sich dort in vollen Zügen. Hakenkreuzfahnen und Hitlergrüße bestimmten den konspirativ vorbereiten Aufmarsch.\nNachdem der „Bayrische Verwaltungsgerichtshof“ (VGH), wie bereits in den Vorjahren einen diesjähriger „Rudolf Heß Gedenkmarsch“ im bayrischen Wunsiedel untersagte, mobilisierte ein Teil der deutschsprachigen Neonaziszene zu einer europaweiten Großdemonstration in die ungarische Hauptstadt Budapest. Doch auch dieser Aufmarsch wurde letztlich von den ungarischen Behörden untersagt. Ein zentraler Aufmarsch konnte demnach auch in diesem Jahr nicht realisiert werden. Auch eine Alternativveranstaltung im tschechischen Nový Knín (Prag) verleitete am vergangenen Samstag nur wenige Neonazis zur Teilnahme. Zum sogenannten „den sovbody, dem „2. Tag der Freiheit“ erschienen zwar Neonazis aus mehreren europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Ungarn der Slowakei, Tschechien oder auch Großbritannien, dennoch blieb die Anzahl von etwa 250 Teilnehmer_innen weit unter den Erwartungen.\nNicht zuletzt aus Ermangelung „offizieller“ Ersatzveranstaltungen organisierten Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern nun am vergangenen Wochenende in die mecklenburgische Kleinstadt Friedland zu einem unangemeldeten „Rudolf Heß Gedenkmarsch“. An dem nächtliche Aufmarsch nahmen rund 200 Anhänger_innen der Neonaziszene teil – ein Großteil aus Mecklenburg-Vorpommern selbst. Doch auch aus Berlin fanden „Überzeugungstäter_innen“ den Weg in die norddeutsche Provinz. Begleitet von dumpfen Trommelschlägen und lautstark skandierten Parolen zog der gespenstisch wirkende Aufzug schließlich durch Friedland. Alarmierte Polizeikräfte welche kurze Zeit später in Finnland eintrafen und den Aufmarsch kurzerhand beenden wollten, wurden durch die Neonazis ignoriert. Erst ein polizeiliches Großaufgebot beendete die Demonstration. Nachdem sich gegen 22:15 Uhr etwa 50 Polizeibeamte dem Demonstrationszug näherten, strömten die Neonazis auseinander.\nAuf einem nahegelegenen Parkplatz, der zuvor als Sammelpunkt der Neonazis fungierte, konnte die Polizei dann im Anschluss mehreren Teilnehmer_innen habhaft werden. Wie es in einer Pressemitteilung der Polizei Neubrandenburg heißt wurden „Personenkontrollen und Identifikationsfeststellungen“ durchgeführt. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Ein gleichlautendes Ermittlungsverfahren wurde bereits wenige Stunden zuvor in Gang gesetzt. In den Morgenstunden des gleichen Tages soll es im wenige Kilometer entfernten Malchow (Landkreis Müritz) ebenfalls zu einer Neonazidemonstration mit etwa 20 Teilnehmer_innen gekommen sein. Als die Polizei den Ort des Geschehens erreichte, hatte sich die Gruppe allerdings vollständig aufgelöst.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.16/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Dumpfe Trommelschläge begleiteten den martialischen Aufmarsch im Fackelschein. Etwa 200 Anhänger_innen der militanten Neonaziszene Mecklenburg-Vorpommerns zogen am vergangenen Samstag, den 15.08.2009 durch die Kleinstadt Friedland in Ost-Vorpommern. Die unangemeldete Demonstration diente der Verherrlichung des 1987 in alliierter Haft verstorbenen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Einsatzkräfte der Polizei beendeten schließlich den nächtlichen Spuk und ermitteln nun wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.","title":"„Rudolf Heß Fackelmarsch“ in Mecklenburg-Vorpommern"},{"city":"","content":" Eine 35 Jahre alte schwarz-weiß Fotografie sorgte diese Woche in Großbritannien für Empörung und überschattete die Vorstand-Sitzung des internationalen Olympischen Komitees in Berlin - pünktlich zu Beginn der Leichtathletik WM 2009. Das 1974 entstandene Bild zeigt den langjährigen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch im Kreis älterer Damen und Herren während einer Jahresfeier in Spanien. Pikantes Detail: Die Feierlichkeiten stehen im Zusammenhang mit dem 38. Jahrestag des Militär-Putsches von General Franco im Jahr 1936, welcher zum spanischen Bürgerkrieg führte und drei Jahre später in einem faschistischen Regime mündete. Auch das der IOC-Sportfunktionär Samaranch auf der nun bekannt gewordenen Fotografie den Arm zum faschistischen Gruß erhob, dürfte nicht zur Erbauung des Olympischen Komitees beigetragen haben.\nDas verräterische Bild erschien Anfang August in einer Ausgabe des „Sapiens-Magazin“, einer kleinen Zeitschrift mit historischer Themenpalette und sorgte prompt für Empörung. Kritiker forderten umgehend den Rücktritt von Juan Antonio Samaranch, dem derzeitigen Ehrenpräsidenten des „Internationalen Olympischen Komitees“ (IOC). Das faschistische Spanien unter der Franco-Diktatur sei nicht kompatibel mit den „demokratischen und brüderlichen Idealen des Sportes“, so einer der Vorwürfe. Die Überraschung über die nun bekannt gewordene Fotografie dürfte sich indes in Grenzen halten. Seit Jahren trifft der Umgang, des gebürtigen Spaniers mit der Zeit des spanischen Faschismus auf harsche Kritik. Als der „Generalisimo“ wie Francisco Franco von seinen Anhänger_innen huldvoll genannt wurde, im Jahr 1975 verstarb, machte Samaranch aus seiner Bewunderung für den Diktator kein Geheimnis. Dessen Regierungszeit bezeichnete das damaliges IOC-Mitglied als „längste Periode des Wohlstand und des Friedens in unserem Land seit Jahrhunderten“. Fünf Jahre später wurde Juan Antonio Samaranch dann zum 7. Präsidenten in der Geschichte des „Internationalen Olympischen Komitees“ gewählt. Entsprechende Qualifikationen sammelte er bereits in Spanien. Dort diente Samaranch als Sport-Staatssekretär und damit heimlicher Sportminister unter Franco. Filmsequenzen aus spanischen Archiven zeigen Samaranch 1954 in weißer Uniform der Falange, den faschistischen Parteigängern Francos.\nDie Filmsequenzen wurden 1990 vom britischen Journalisten Andrew Jennings für ein Buchprojekt ans Licht geholt. Dessen Enthüllungen sorgten Anfang der 90er Jahre für sport-politische Turbulenzen. Auch die Fotografie, welche nun für Aufsehen sorgt, wurde von Jennings bereits 1992 erstmalig veröffentlicht. 1994 strebten dann mehrere IOC-Führungsfunktionäre eine Verleumdungsklage gegen Jennings und seinen Co-Autoren Vyv Simons an. In Lausanne, wo sich auch der Sitz des „Internationalen Olympischen Komitees befindet, entschied schließlich ein dubioses Polizeigericht zu Gunsten der Ankläger und verurteilte die beiden Journalisten zu jeweils fünf Tagen Haft auf drei Jahren Bewährung. Erst 1999 wurde das Urteil zu Gunsten Andrew Jennings revidiert. Zwei Jahre später schien dann die Ära Juan Antonio Samaranchs an der Spitze der wohl mächtigsten Sportorganisation der Welt beendet. Der durch öffentlichen Druck und Korruptionsaffären geschwächte IOC-Präsident verzichtete auf eine erneute Kandidatur um das höchste Amt des Olympiakonzerns.\nDer aufgrund seines Führungsstils, von Kritikern als autokratischer Herrscher bezeichnete Samaranch stand 21 Jahre lang an der Spitze der Sportorganisation. Sein Name steht stellvertretend für eine zunehmende Kommerzialisierung der Olympischen Spiele. Still wurde es um den umtriebigen Sportfunktionär dennoch nicht. Nach seinem Ausscheiden berief das IOC ihren einstigen Spitzenmann sogleich zum Ehrenpräsidenten. Eine Funktion, die dem heute 89jährigen auch weiterhin Einfluss sicherte und ihn als machtvollen Strippenzieher hinter den Kulissen des IOCs erscheinen lassen. Samaranchs Wort hat Gewicht und seine personellen Empfehlungen lassen Karrieren entstehen und vergehen. So auch bei Thomas Bach, dem derzeitig stellvertretendem IOC-Vorsitzenden, dem Samaranch im letzten Jahr mehrfach als zukünftigen Präsidenten der Organisation ins Spiel brachte. Derzeit betreibt der IOC-Ehrenpräsident umfangreiche Lobbyarbeit für die Kandidatur Madrids als Austragungsstätte der Olympischen Spiele im Jahr 2016.\nDie nun aufgetauchte Fotogafie des einst aktiven Faschisten Samaranch bricht alte Wunden auf. Bislang hält sich das IOC allerdings mit offiziellen Stellungnahmen zurück. Anders als Tony Strubell vor der Kampagne „Demokratie und Würde im Sport“. Gegenüber der englischen Times zeigte sich Strubell erzürnt. Seinen Ausführungen folgend habe das IOC während der 50er Jahre die faschistischen Diktaturen Hitlers und Mussolinis verurteilt, doch angesichts der Rolle Samaranchs in den Führungsgremien der Organisation habe das IOC „keinerlei Glaubwürdigkeit“ mehr. Tony Strubbel trifft damit einen wunden Punkt. Eine entsprechende Verurteilung des verbrecherischen Franco-Regimes durch das IOC sucht man in den Erklärungen des Olympiakonzerns vergebens. Das Ansehen und die Einflussspähre des umtriebigen Sportfunktionärs Samaranchs scheint hingegen ungebrochen. Erst im vergangenen Jahr bewilligten die Delegierten des IOC die Umbenennung des Olympischen Museums in Lausanne. Der neue Name lautet „Samaranch Museum“.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.15/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Eine 35 Jahre alte schwarz-weiß Fotografie sorgte diese Woche in Großbritannien für Empörung und überschattete die Vorstand-Sitzung des internationalen Olympischen Komitees in Berlin - pünktlich zu Beginn der Leichtathletik WM 2009. Das 1974 entstandene Bild zeigt den langjährigen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch im Kreis älterer Damen und Herren während einer Jahresfeier in Spanien. Pikantes Detail: Die Feierlichkeiten stehen im Zusammenhang mit dem 38. Jahrestag des Militär-Putsches von General Franco im Jahr 1936, welcher zum spanischen Bürgerkrieg führte und drei Jahre später in einem faschistischen Regime mündete. Auch das der IOC-Sportfunktionär Samaranch auf der nun bekannt gewordenen Fotografie den Arm zum faschistischen Gruß erhob, dürfte nicht zur Erbauung des Olympischen Komitees beigetragen haben.","title":"Ein IOC-Ehrenpräsident und der Franco Faschismus"},{"city":"","content":" Der Hund ist der beste Freund des Menschen, so berichtet zumindest ein altes Sprichwort. Diesen Freund hat Volker Fuchs, seines Zeichen bekennender Neonazi und ehemaliger Szenehändler für ideologisch-orientierte Kundschaft nun verloren. Trotz hochsommerlicher Temperaturen hatte Fuchs seinen tierischen Begleiter, einen 3jährigen Boxermischling, während einer Demonstration im niedersächsischen Bad Nenndorf in seinem Fahrzeug eingeschlossen. Nach mehrstündigem Todeskampf verendete der Hund schließlich qualvoll. Der ehemalige Betreiber der Hamburger Szeneläden „Odin \u0026 Freya“ und „Unbreakable Streetwear“, sieht sich nun einem Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegenüber.\nEtwa 750 Anhänger_innen versammelten sich am 1. August 2009 anlässlich des besagten Neonaziaufmarsches in dem beschaulichen Kurort. Unter Ihnen – kaum übersehbar, der langjährige Szeneaktivist Volker Fuchs. Bereits während der Anreise sorgte, der zum Teil großflächig tätowierte Demonstrationsteilnehmer für Aufsehen. Selbstbewusst näherte sich Fuchs anwesenden Journalist_innen - forderte einige sogar zu einem Zweikampf heraus. Man könne sich, „ja später noch einmal zu einem Match treffen“, so sein Kommentar bevor er sich mit einem „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ auf den Lippen wieder entfernte. Doch auch ohne diesbezügliche Verlautbarungen zog Fuchs ungeteiltes Interesse auf sich. So prangte auf seinem Hals, feinsäuberlich tätowiert. das Wappen der „SS-Sondereinheit Dirlewanger“, ein für außerordentliche Grausamkeit und Massaker berüchtigtes „Sonderkommando“ des NS-Regimes. Das Niederbrennen ganzer Dörfer, Massenerschießungen, Vergewaltigungen, bestialische Folter und andere Exzesse gehen auf das Konto dieser „Sondereinheit“. Verbrechen, denen gegenüber Volker Fuchs, nicht zuletzt angesichts seiner dargebotenen Tätowierungen, keineswegs negativ eingestellt sein dürfte.\nDas Faible für „SS-Todesschwadronen“ kommt nicht von ungefähr. Volker Fuchs kann sich rühmen auf eine langjährige Karriere innerhalb der militanten Neonaziszene zurückzublicken. Mit seiner Verehrung für die „Sondereinheit Dirlewanger“ steht Fuchs im dortigen „Kreise der ideologisch-motivierten Kameraden“ nicht allein. So findet das Wappen der berüchtigten SS-Sondereinheit, zwei gekreuzte Stabgranaten, auch bei der sogenannten „Arischen Bruderschaft“ Verwendung. Diese konspirativ agierende Gruppierung aus dem Umfeld der militanten „Kameradschaft Northeim“ wird dem Untergrundnetzwerk deutschsprachiger Rechtsrockbands zugerechnet. Nach dem Verbot der Netzwerkorganisation „Blood \u0026 Honur – Divison Deutschland“, durch das Bundesinnenministerium in September 2000, versuchten militante Neonazis deren Tätigkeiten zu gewissen Teilen unter dem dem Label „Arische Bruderschaft“ fortzuführen. Ein organisatorischer Schwerpunkt der Gruppierung befindet sich derzeit im nord-östlichen Thüringen.\nVerbindungen zur „Arischen Bruderschaft“ werden auch dem NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise aus dem thüringischen Fretterode nachgesagt. Über seinen Versandhandel „Witwe-Bolte-Versand“ (WB-Versand), vertrieb der prominente Neonaziaktivist etliche Kleidungsstücke mit Insignien der „Arischen Bruderschaft“, und somit auch der „Sondereinheit Dirlewanger“. Dies und seine mutmaßliche Verstrickung in die Produktion von einschlägigen Tonträgern veranlasste das Landeskriminalamt Thüringen zu einem Ermittlungsverfahren gegen den NPD-Bundespolitiker. Im September 2008 durchsuchten dann Einsatzkräfte der Polizei das herrschaftliches Anwesen der Familie Heise in Fretterorde. Im Visier der Fahnder befand sich die CD “Wie Brüder” der Band “Faktor Deutschland”, deren Cover das Symbol der “Arischen Bruderschaft” schmückte. Ähnlich wie die „Arischen Bruderschaft“ (AB) huldigte auch die Neonazirockband S.K.D. dem geschichtlichen Vorbild. Allerdings weitaus offener. Der volle Name der thüringischen Musikgruppe lautete schlichtweg „Sonderkommando Dirlewanger“ - Verwechselung ausgeschlossen.\nAngesicht der Beteiligung der „Schutzstaffel“ (SS) in die industriell betriebene Vernichtung der europäischen Juden durch das NS-Regime, gewährt die Wahl von Volker Fuchs Tätowierung tiefe Einblicke. Weitaus unverständlicher erscheint allerdings der Umgang der Polizei in Bad Nenndorf mit solcherlei Erkennungszeichen. Während der Demonstration am 1. August 2009 konnte Fuchs das SS-Wappen, entgegen der polizeilichen Auflagen weithin sichtbar präsentieren. Bei der Beantwortung der Frage, ob die „SS-Sondereinheit Dirlewanger“ im Jahr 1945, gemeinsam mit anderen SS-Einheiten als verbrecherische Organisation verboten wurde, scheint zumindest aus Sicht der Behörden noch Klärungsbedarf zu bestehen.\nVergiss die Sonnenbank - Kauf dich Braun beim Szenehändler Volker Fuchs #Mit seiner Anwesenheit, auf der Neonazidemonstration im niedersächsischen Bad Nenndorf, trat Volker Fuchs aus seiner, nunmehr zweijährigen Versenkung. Still war es um den ehemaligen Szenehändler geworden. In den Jahren 2005 bis 2007 sorgten die Tätigkeiten von Fuchs hingegen noch für überregionale Aufmerksamkeit. Fuchs, der sich seit längerem in der militanten Neonaziszene der Hansestadt Hamburg bewegte, eröffnete im Mai 2005 den Szeneladen „Odin \u0026 Freya“ in der Hamburger Talstraße. In dem kleinen Ladengeschäft, unweit der Hamburger Reeperbahn, konnte die geneigte Kundschaft einschlägige Markenkleidung der Neonaziszene erwerben. Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund, entwickelte sich der Szeneladen zu einem gut besuchten Treffpunkt Hamburger Neonazis und politisch motivierter Hooligans. Bedrohungen und körperlichen Auseinandersetzungen vor den Türen des „Odin \u0026 Freya“ gehörten zum altäglichen Geschäft.\nBei der Auseinandersetzung mit politischen Gegner_innen und vermeintlich unfreundlicher Kundschaft langte der Hamburger Szenehändler auch schon mal selber zu. Im August 2006 attackierte Fuchs, vor der Schwelle seines Ladens einen Passanten mit Faustschlägen. Einige Monate später, im Februar 2007 verurteile ihn daraufhin das Landgericht Hamburg wegen Beleidigung und Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 3600,- Euro zu jeweils 120 Tagessätzen. Zu diesem Zeitpunkt war das Ladengeschäft „Odin \u0026 Freya“ allerdings bereits Geschichte. Anhaltenden Protestaktionen von Anwohner_innen, Stadtteilinitiativen sowie antifaschistischen Gruppen führten im September 2006 zur Kündigung des Mietvertrages durch die Grundstücksverwaltung. Im Verlauf einer, eigens für diesen Zweck von Volker Fuchs organisierten Abschiedsfeier, entwickelten sich dann abermals turbulente Szenen. Dutzende Neonazis versammelten sich in den Geschäftsräumen und lieferten sich zu fortschreitender Stunde gewaltsame Auseinandersetzungen mit Gegendemonstrant_innen. Als die Polizei die Neonazis mit Bussen wegbringen wollte, flogen Flaschen und Steine.\nDie politischen Aktivitäten von Volker Fuchs beschränkten sich jedoch nicht auf den alleinigen Vertrieb von Szenemarken für neonazistisch-orientierte Kundschaft. So gehörte der Neonaziaktivist im Mai 2006 zu den Teilnehmer_innen einer Vortragsveranstaltung mit Angehörigen der „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS“ (HIAG) im „Ratskeller“ in Hamburg Stellingen. Das Treffen mit den ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS hatte die Hamburger „Burschenschaft Chattia“ organisiert. Noch im gleichen Monat nahm Volker Fuchs, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Hamburger Neonaziszene, an einem NPD-Aufmarsch in Neubrandenburg teil. Auch während einer NPD-Demonstration im Hamburger Stadtteil Wandsbeck, im Oktober des gleichen Jahres, konnte Fuchs mit Anwesenheit glänzen. Seine Teilnahme war indes nicht dem Zufall geschuldet. Vielmehr gehörte der Szenehändler spätestens seit dem Jahr 2006 zum kurzweiligen Kern der militanten Kameradschaftsszene in Hamburg Bergedorf.\nDie parteiunabhängige Neonaziszene verfügte zu jenem Zeitpunkt über zwei feste Koordinationspunkte im Hamburger Stadtgebiet. Dabei handelte es sich zum einen um das sogenannte „Aktionsbüro Norddeutschland“ (AB-Nord), welches sich vor allem um die langjährigen Neonazifunktionäre Tobias Thiessen und Inge Nottelmann gruppierte, sowie einem weiteren Vernetzungstreffen in Hamburg Bergedorf. Bei den Führungsfunktionären der Bergedorfer Zusammenkunft handelte es sich unter anderem um die Hamburger Neonazis Torben Klebe und Jan Steffen Holthussen. Beides ehemalige Führungskader des „Hamburger Sturms“. Nach Ansicht der Hamburger Innenbehörde verherrlichte der „Hamburger Sturm“ das NS-Regime und sah sich in Tradition des Nationalsozialismus. Die Gruppierung, welche enge Verbindungen zur wenig später verbotenen „Blood \u0026 Honour – Sektion Nordmark“ besaß, sowie eine gleichnamige Publikation wurden am 10. August 2000 verboten. Nach dem Wegfall des “Hamburger Sturms” organisierten sich Neonazis wie Klebe und Holthussen daraufhin in dem Bergedorfer Vernetzungstreffen. Neben Karl-Heinrich Goebel, dem zeitweiliger Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Wandsbeck gehörte auch Volker Fuchs zum Inventar der „Bergedorfer Runde“. Hier wurden und werden politische Absprachen getroffen, Kampagnen und Demonstrationen geplant.\nDoppelt hält besser: „(Un)-breakable Streetwear“ und andere Verbindungen #Das Bergedorfer Vernetzungstreffen entwickelte sich für Fuchs zu einem lukrativen Unterfangen. Hier soll sich der zuvor gescheiterte Szenehändler, dass Startkapital für einen erneuten geschäftlichen Anlauf besorgt haben. Diese finanzielle Unterstützung wurde Fuchs für den Ankauf von einschlägigen Bekleidungsprodukten, wie beispielsweise Thor-Steinar Sortimenten überlassen. Hintergründiges Ziel der Beteiligten: Die Schaffung einer festen Anlaufstelle, eines Treffpunktes der Hamburger Neonaziszene. Eine ähnlich finanzkräftige Unterstützung soll Fuchs bereits bei der Gründung des „Odin \u0026 Freya“ erhalten haben. Im Februar 2007 wurde schließlich das Bekleidungsgeschäft “Unbreakable Streetwear”, nahe der Hamburger Bürgerweide eröffnet.\nDoch auch die neue Wirkungsstätte geriet bereits nach kurze Zeit in die Schlagzeilen der Hansestadt. Anwohner_innen beschwerten sich im April 2009 über Getöse, Lärm und lautstarkes Gegröhle der aus dem Inneren des „Unbreakable-Streetwear“ drang. Eine Gruppe von etwa 15 Neonazis hatte sich im „Unbreakable“ versammelt und offenbar den Geburtstag von Adolf Hitler gefeiert. Die alarmierte Polizei beendet daraufhin die Zusammenkunft. Ein beschlagnahmter Erdbeerkuchen gehörte dann zu den eher skurrilen Begleiterscheinungen des Abends. Ähnlich wie „Odin \u0026 Freya“ blieb auch das Ladengeschäft des „Unbreakable Streetwear“ keine dauerhafte Erscheinung. Kurze Zeit später kündigte die „Hanseatische Baugenossenschaft“ Volker Fuchs das Mietverhältnis und ließ den Geschäftsbetrieb im September des gleichen Jahres zwangsräumen.\nDie Verbindungen des umtriebigen Geschäftsmannes Volker Fuchs gingen indes weit über die Neonaziszene hinaus und reichten bis in die Grauzonen organisierter Kriminalität. Neben der Hooliganszene, in der sich Fuchs zuweilen auch selbst tat- und schlagkräftig engagierte, konnte Fuchs in gewissen Teilen Verbindungen zu Mitglieder Rockerclubs „Hells Angels“ aufbauen. Dabei ging es dem „Szenehändler“ vordergründig um Abschreckungszwecke. Die Unversehrtheit seines Ladengschäfts waren ihm dabei ein besonders Anliegen. Mehrfach drohte der Hamburger Neonazi politischen Gegner_innen im Falle von Protesten mit „Vergeltungsmaßnahmen“ von Mitgliedern des Rockerclubs. Zu Unterstreichung diesbezüglicher Verbindungen prangten auf den Außentüren seiner Geschäftsräume auch die obligatorischen Aufkleber der „Höllenengel“.\nAuf rein oberflächliche Kontakte scheinen sich diese Verbindungen nicht beschränkt zu haben. Die geschäftlichen Beziehungen erlaubten es Fuchs zumindest, neben Szenemarken der Hooligan- und Neonaziszene, auch Hemden sowie Erkennungszeichen der „Hells Angels“ zu veräußern. Ob diese Verbindungen, den umtriebigen Geschäftsmann Volker Fuchs schließlich dazu motivierten, ebenfalls einen Fuß in das Hamburger Rotlichtmilleu zu setzen, bleibt allerdings das Geheimnis des „Szenehändlers“. Innerhalb der militanten Neonaziszene sind seine Ausflüge ins „Milleu“ und speziellen Etablissements keineswegs unbekannt. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich hier „das der Volker da was laufen habe“. Nach dem unerwarteten Verlust seiner Geschäftsräume verstärkte Fuchs seine Aktivitäten in diesem Wirtschaftsbereich noch und verschwand kurze Zeit später von der politischen Bildfläche um nun im August 2009 wieder im niedersächsischen Bad Nenndorf in Erscheinug zu treten. Einen Auftritt den Volker Fuchs, angesichts des Tod seines Hundes, sicherlich anders geplant hatte. Um sich abschließend erneut eines Sprichworts zu bedienen, stellt sich - zumindest im Bezug auf den Umgang mit seinem Haustier - die Frage: “Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm” - ist es beim Volker etwa andersrum?","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.14/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Hund ist der beste Freund des Menschen, so berichtet zumindest ein altes Sprichwort. Diesen Freund hat Volker Fuchs, seines Zeichen bekennender Neonazi und ehemaliger Szenehändler für ideologisch-orientierte Kundschaft nun verloren. Trotz hochsommerlicher Temperaturen hatte Fuchs seinen tierischen Begleiter, einen 3jährigen Boxermischling, während einer Demonstration im niedersächsischen Bad Nenndorf in seinem Fahrzeug eingeschlossen. Nach mehrstündigem Todeskampf verendete der Hund schließlich qualvoll. Der ehemalige Betreiber der Hamburger Szeneläden „Odin \u0026 Freya“ und „Unbreakable Streetwear“, sieht sich nun einem Ermittlungsverfahren wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegenüber.","title":"Ein Hamburger Szenehändler und der Tierschutz (u.a.)"},{"city":"Berlin","content":" Einsatzkräfte der Berliner Polizei durchsuchten am heutigen Donnerstag, den 13. August 2009 die Wohnräume von mutmaßlichen Mitgliedern des sogenannten „Frontbann 24“. Die Neonazigruppierung sorgte in der Vergangenheit vor allem durch uniform-ähnliche Bekleidung für Aufsehen. Der nun durchgeführten Polizeiaktion gingen Ermittlungen wegen des „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“ voraus. Insgesamt seien 12 Anhänger_innen der Organisation im Alter von 20 bis 46 Jahren von den Durchsuchungen betroffen. Ihnen wird vorgeworfen auf öffentlichen Veranstaltungen Uniformteile sowie Abzeichen des „Frontbann 24“ sichtbar getragen zu haben. Der Name „Frontbann 24“ leitet sich von einer gleichnamigen Vorläuferorganisation der nationalsozialistischen „Sturm Abteilungen“ (SA) ab, welche im Jahr 1924 gegründet wurde.\n„Wir haben Uniformen gesucht und sind fündig geworden“, so die Erklärung eines Polizeisprechers im Anschluss an die zweistündige Razzia. Den 11 Männern und eine Frau, bei denen die Polizeibeamten im Verlauf des Vormittags vorstellig wurden, wird vorgeworfen mehrfach gegen das Versammlungsgesetz verstoßen zu haben. Die Berliner Behörden begründen die Ermittlungen mit dem uniformierten Auftreten von Mitgliedern der Neonaziorganisation im Zusammenhang mit öffentlichen Veranstaltungen. Unter den Beschuldigten sollen sich auch Führungspersonen des „Frontbann 24“ befinden. Neben Uniformen und Abzeichen wurden bei den nun durchgeführten Hausdurchsuchungen unter anderem ein Schlagring, ein Messer sowie Devotionalien mit Hakenkreuzen sichergestellt. Festnahmen habe es nach Auskunft des Polizeisprechers nicht gegeben. Schwerpunkt der Hausdurchsuchungen bildete dabei der Ost-Berliner Ortsteil Oberschönweide im Bezirk Treptow-Köpenick wo die Neonazigruppierungen einen festen Treffpunkt besessen haben soll.\nDer militärisch anmutende „Frontbann 24“ trat erstmals im Dezember 2008 öffentlich in Erscheinung und gilt seitdem als Besonderheit innerhalb der Berliner Neonaziszene. Im Gegensatz zu den Parteistrukturen der NPD oder dem Zellenprinzip „Autonomer“- und „Freier Nationalist_innen“ präsentierte sich der „Frontbann 24“ als „politische Bewegung“. Ein erfolgreiches Konzept wie Beobachter_innen der Gruppierung bescheinigen. Innerhalb nur weniger Monate wuchs die Anhängerschaft des „Frontbann 24“, auf 40 - 60 Mitglieder und überflügelte damit in kurzer Zeit die Mitgliederzahlen aller neonazistischer Kameradschaftsgruppen in der Bundeshauptstadt. Zustrom erhielt die Gruppierung vor allem aus den Reihen enttäuschter und frustrierter NPD-Anhänger_innen. Nur vereinzelt sollen auch ehemalige Mitglieder der „Freien Kräfte“ im „Frontbann 24“ eine neue politische Heimat gefunden haben.\nVor allem mit der NPD und deren politische Führungsriege verbindet die Organisation ein gespaltenes Verhältnis. So zählt mit Gesine Hennrich eine ehemalige Kreisvorsitzende der NPD Marzahn-Hellersdorf zu den vermeintlichen Führungskräften der Organisation. Hennrich, die ebenfalls dem Berliner Landesverband der NPD-Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) vorstand, hatte im Februar 2009 alle Ämter in der Partei niedergelegt. Pornographische Fotografien welche Anfang des Jahres von der damaligen Kreisvorsitzenden im Internet kursierten, brachten Hennrich in Erklärungsnot. Wenig später kam es zum politischen Zerwürfnis zwischen der, durch die von Medien aufgegriffene „Porno-Affäre“ in Verruf geratenen NPD-Funktionärin und dem Berliner NPD-Landesvorsitzenden Jörg Hähnel. Nach ihrem Rückzug aus der NPD engagiert sich Hennrich nun in den Strukturen des „Frontbann 24“. Deren uniformierte Mitglieder traten zuletzt während eines Neonaziaufmarsches im niedersächsischen Bad Nenndorf öffentlich in Erscheinung. Nach der Weigerung sich der schwarzen Kleidung zu entledigen wurde ihnen eine Teilnahme an der Demonstration polizeilich untersagt.\nDoch nicht nur durch ihr äußeres Erscheinungsbild weiß die Gruppierung zu provozieren. Die Bezeichnung „Frontbann 24“ bezieht sich auf eine Ersatzorganisation der nationalsozialistischen „Sturmabteilung“ (SA), welche im Jahr 1924 vom SA-Chef Ernst Röhm ins Leben gerufen wurde. Ein Jahr zuvor war der nationalsozialistische Kampfbund in Folge des gescheiterten „Hitler-Putsches“ in der Weimarer Republik verboten worden. Bis zur Reorganisation der SA im Jahr 1925 sollen sich mehrere zehntausend Mitglieder unter dem Dach des „Frontbann“ zusammengefunden haben. Während die SA-Ersatzorganisation zu einer gewaltsamen Massenbewegung anwuchs, weist die derzeitige Entwicklung des „Frontbann 24“ in eine gegenteilige Richtung. Bereits im Juli verkündete der Berliner Innensenator Körting das ein mögliches Verbot der Neonaziorganisation geprüft werde. „Der Frontbann 24 ist gewaltbereit und verherrlicht den Nationalsozialismus“ so der Innensenator weiter. Angesichts dieser Äußerungen scheint dem „Frontbann 24“ somit nicht zuletzt deswegen die Mitgliederzahlen des historischen Vorbildes verwehrt zu bleiben.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.13/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Einsatzkräfte der Berliner Polizei durchsuchten am heutigen Donnerstag, den 13. August 2009 die Wohnräume von mutmaßlichen Mitgliedern des sogenannten „Frontbann 24“. Die Neonazigruppierung sorgte in der Vergangenheit vor allem durch uniform-ähnliche Bekleidung für Aufsehen. Der nun durchgeführten Polizeiaktion gingen Ermittlungen wegen des „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“ voraus. Insgesamt seien 12 Anhänger_innen der Organisation im Alter von 20 bis 46 Jahren von den Durchsuchungen betroffen. Ihnen wird vorgeworfen auf öffentlichen Veranstaltungen Uniformteile sowie Abzeichen des „Frontbann 24“ sichtbar getragen zu haben. Der Name „Frontbann 24“ leitet sich von einer gleichnamigen Vorläuferorganisation der nationalsozialistischen „Sturm Abteilungen“ (SA) ab, welche im Jahr 1924 gegründet wurde.","title":"Hausdurchsuchungen beim „Frontbann 24“"},{"city":"Šarišské Michaľany","content":"","date":"8 August 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-08-08/","section":"Fotos","summary":"","title":"08.08.2009 / Slowakei: Neonazis liefern sich Straßenschlacht mit Polizei"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/%C5%A1ari%C5%A1sk%C3%A9-micha%C4%BEany/","section":"Orte","summary":"","title":"Šarišské Michaľany"},{"city":"Šarišské Michaľany","content":" Die beschaulichen Gemeinde Šarišské Michaľany, im Osten der Slowakei bot am vergangenen Wochenende einen Schauplatz der Gewalt. Neonazis aus der Slowakei, Tschechien und Ungarn lieferten sich am Samstag eine Straßenschlacht mit Einsatzkräften der Polizei. Hintergrund bildete eine nicht angemeldete Kundgebung der slowakischen Neonazigruppierung »Slovenská pospolitosť« (Slowakische Zusammengehörigkeit) welche sich gegen die Roma Minderheit in dem osteuropäischen Land richtete. Nachdem die Polizei einzelne Personen festnahm eskalierte die Situation.\nOsteuropa erlebt seit Monaten einen spürbaren Anstieg der Gewalt gegen Angehörige der Roma-Minderheit. Erst am vergangenen Montag wurde eine Roma im ungarischen Kisléta hingerichtet. Die 45jährige, alleine erziehende Mutter, wurde im Schlaf mit einem Jagdgewehr erschossen. Eine ebenfalls anwesende 13jährige Tochter wurde durch Schüsse in den Kopf, Oberkörper und in den Arm schwer verletzt und schwebt derzeit in Lebensgefahr. Die ungarischen Behörden schließen einen rassistischen Hintergrund nicht aus. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu gewalttätigen Attacken und Angriffen auf Roma. In den letzten zwei Jahren wurden in Ungarn mindestens 8 Menschen ermordet, dutzende verletzt - immer wieder kommt es zu Brandanschlägen auf Wohnhäuser und Unterkünfte. Im vergangenen Februar wurde zuletzt ein 27jähriger Mann und sein fünfjähriger Sohn im ungarischen Tatarszentgyörgy von Unbekannten erschossen. Politiker in Ungarn warnen immer wieder vor »bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen« denen sich die Roma-Minderheit gegenüber sieht.\nDiese Zustände sind dabei nicht auf Ungarn beschränkt. Auch in der Tschechischen Republik sorgen Gewalttaten gegen Roma immer wieder für Negativschlagzeilen. Im Dezember 2008 versuchten rund 1000 tschechische und slowakische Neonazis, eine vorwiegend von Roma bewohnte Siedlung in Janov, einem Stadtteil der tschechischen Stadt Litvinov zu stürmen. Nachdem Polizeikräfte die Zufahrtsstraßen zu der Siedlung mit einem Räumpanzer blockierten, setzten die gewaltbereiten Angreifer ein Polizeifahrzeug in Brand und lieferten anschließend sich mit den eingesetzten Sicherheitskräften stundenlange Straßenschlachten. Die zunehmenden Attacken in Osteuropa werden begleitet von einer immer aggressiver werdenden Rhetorik der Neonaziszene und rechtsradikaler Politiker. Konsequent werden dabei Angehörige der Roma-Minderheit als Feindbilder aufgebaut, die es zu bekämpfen gilt. Das dahinter liegende Konzept ist einfach: In der Bevölkerung sollen Ängste geschürt und Unterstützer_innen für die eigenen politischen Ziele gewonnen werden.\nEin Vorgehen auf das auch die slowakische Neonaziszene zurückgreift. Am vergangenen Samstag mobilisierten deren Anhänger_innen in die kleine Gemeinde Šarišské Michaľany, im Osten der Republik. Grund für die Versammlung war ein vorangegangener Angriff, der auf einen Rentner -Hauswirt des örtlichen Fussballvereins- verübt wurde. Das Opfer verlor nach der Attacke ein Auge, das ihm aufgrund der schweren Verletzung operativ entfernt wurde. Als mutmaßliche Täter wurden zwei Jugendliche aus dem Nachbarort verdächtigt. Beide Angehörige der Roma-Minderheit. Im Vorjahr wurde bei einem Überfall bereits eine Verkäuferin in einem Lebensmittelgeschäft getötet. Über einschlägige Internetseiten die unter anderem der slowakischen Neonaziorganisation »Slovenská pospolitosť« (Slowakische Zusammengehörigkeit oder auch Slowakische Gemeinschaft) zugerechnet werden, mobilisierten daraufhin Neonazis unter dem Motto: »Gegen den Zigeuner-Terror«, zu einer Protestkundgebung am Ort des Geschehens. Auf einer inoffiziellen Internetseite der Organisation hieß es: »Freunde, Slowaken. Lasst uns alles tun, damit ihr euch nach dem Samstag Kämpfer für die Nation nennen könnt«. Auch tschechische Neonazis des »Národní odpor« (Nationaler Widerstand) riefen ihre Anhänger_innen dazu auf in die Nachbarrepublik zu reisen und bewarben die Veranstaltung im Vorfeld aggressiv als »slowakisches Litvinov«.\nDie politische Partei »Slovenská pospolitosť« wurde im Jahr 2006 von den slowakischen Behörden verboten. Zuvor agierte die Gruppierung als Bürgervereinigung, welche ebenfalls verboten wurde. Der Oberste Gerichtshof der Slowakei hob das, vom Innenministerium verfügte Verbot der »Bürgervereinigung« allerdings im November 2008 wegen verfahrenstechnischer Mängel auf. Seitdem agiert die Neonaziorganisation wiederum unter dem Rechtsstatus einer Bürgervereinigung. Seit Monaten arbeitet das Innenministerium der Slowakei nun an einem erneuten Verbot der Gruppierung. Die Bedeutung der Organisation ist indes nicht auf die Slowakei beschränkt. Deren Anhänger_innen intensivieren seit Monaten ihre Kontakte ins angrenzende europäische Umland. So veranstaltete die Gruppierung im Zeitraum vom 24. bis 26. Juli ein »Internationales Sommercamp«. Neben Mitglieder der tschechischen Neonazipartei »Dělnická strana« (DS) reisten Neonazis der rumänischen »Noua Dreapta« und der polnischen »Falanga« zu dem Treffen. Auf dem Programm standen neben dem »Austausch von Erfahrungen« auch militärisches Schießtraining. Fotografien die im Zeltlager entstanden, zeigen Neonazis bei Schießübungen mit Kleinkalibergewehren und Pistolen. Ein ähnliches Zeltlager hatte zuletzt im Jahr 2004 im slowakischen Ludrová stattgefunden.\nAn der nun im slowakischen Šarišské Michaľany stattgefundenen Veranstaltung nahmen nach Behördenangaben rund 300 Neonazis und deren Sympathisant_innen teil. Vor Ort waren abermals Mitglieder der tschechischen »Dělnická strana« (Arbeiterpartei) sowie ungarische Anhänger_innen der Neonaziszene. Ursprünglich planten die Neonazis eine unangemeldete Kundgebung im Ortskern der kleinen Gemeinde durchzuführen. Nachdem dieses durch die Polizei untersagt wurde versammelte sich die Menschenmenge auf dem nahegelegenen Gelände des örtlichen Fußballvereins. Marian Kotleba, Anführer der »Slovenská pospolitosť« erklärte das man so lange im Dorf zu bleiben gedenke, bis sie von einem Regierungsvertreter eine Erklärung bekämen, was die Regierung gegen den »Terror vonseiten der Roma« zu unternehmen beabsichtige. Als Spezialkräfte der Polizei kurze Zeit später sechs Personen, darunter den Rädelsführer Marian Kotleba festnahmen, eskalierte die Situation. Demonstranten warfen Steine auf Polizeibeamte und lieferten sich anschließend eine Straßenschlacht. Die Polizei setzte wiederum Wasserwerfer ein und löste die Kundgebung in der Folge auf.\nIn Berichten slowakischer Medien wurden anschließend Sympathiebekundungen mit den Aktivitäten der Neonazis laut. »Niemand interessiert sich für unsere Probleme des Zusammenlebens mit der Roma-Gemeinschaft« empörte sich ein Bewohner von Šarišské Michaľany in der Online-Ausgabe der slowakischen Tageszeitung »Sme«. Der slowakische Fernsehsender »TV-Noviny« der ebenfalls über die Vorfälle berichtete kritisierte seinerseits das Vorgehen der Polizei. Die slowakische Roma-Initiative (RIS) forderte die Bevölkerung der Slowakei ihrerseits auf, sich nicht von »Rassen- und ethnischer Intoleranz überwältigen zu lassen«. Im Vorfeld der Kundgebung hatten Vertreter_innen mehrerer Roma-Verbände bereits einen offenen Brief veröffentlicht, in dem die slowakische Regierung und die Europäische Kommission aufgefordert werden, mit Nachdruck gegen die derzeitige Entwicklung vorzugehen: »Ein Mord im benachbarten Ungarn, wo eine Frau - eine Mutter und eine Bürgerin - vor ein paar Tagen ihr Leben verlor, zwingt uns, nicht passiv zu sein und abzuwarten, was passieren wird«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die beschaulichen Gemeinde Šarišské Michaľany, im Osten der Slowakei bot am vergangenen Wochenende einen Schauplatz der Gewalt. Neonazis aus der Slowakei, Tschechien und Ungarn lieferten sich am Samstag eine Straßenschlacht mit Einsatzkräften der Polizei. Hintergrund bildete eine nicht angemeldete Kundgebung der slowakischen Neonazigruppierung »Slovenská pospolitosť« (Slowakische Zusammengehörigkeit) welche sich gegen die Roma Minderheit in dem osteuropäischen Land richtete. Nachdem die Polizei einzelne Personen festnahm eskalierte die Situation.","title":"Slowakei: Neonazis liefern sich Straßenschlacht mit Polizei"},{"city":"Washington","content":" Das »Southern Poverty Law Center« (SPLC) schlägt Alarm. Die Bürgerrechtsgruppe, mit Sitz im US-Bundeststaat Alabama, hat vergangenen Monat Mitglieder des US-Kongress aufgefordert gegen die fortschreitende Unterwanderung der Streitkräfte durch militante Neonazis vorzugehen. Man erwartet von der Regierung Maßnahmen zu ergreifen um die mögliche Ausbildung »zukünftiger inländische Terroristen« durch die US-Armee zu verhindern. Etliche Neonaziorganisationen in den Vereinigten Staaten rufen ihre Anhänger_innen seit längerem dazu auf sich in der US-Armee militärisch ausbilden zu lassen.\nNeonazis im US-Militär sind kein unbekanntes Phänomen. Entsprechende Warnungen sorgten zuletzt im Juli 2006 für internationale Schlagzeilen, nachdem in der irakischen Hauptstadt Bagdad neonazistische Graffiti mit dem Logo der US-amerikanischen Neonaziorganisation »Aryan Nations« aufgetaucht waren. Der damaligen Tat verdächtigt wurden amerikanische Soldaten die in Bagdad stationiert waren. Die Bürgerrechtsgruppe »Southern Poverty Law Center« (SPLC) warnte damals vor einer gezielten Unterwanderung des US-Militärs durch »tausende Neonazis«. Deren ideologische Vordenker, wie der 2002 verstorbene William Pierce, Verfasser der »Turner Tagebücher« und Gründer der neonazistischen »National Alliance«, würden ihre Anhänger_innen gezielt dazu aufrufen eine militärische Ausbildung in der US-Armee wahrzunehmen. Der Dienst in der US-Armee gelte innerhalb der neonazistischen Szene als willkommenes Training und Vorbereitung für einen »unvermeidlichen Rassenkrieg«. Ein Schreiben welches die Bürgerrechtsgruppe im Jahr 2006 an den damaligen Pentagonchef der USA, Donald Rumsfeld sendete, wurde ignoriert und blieb unbeantwortet.\nNach Darstellung der Bürgerrechtsgruppe bilden Neonazis in den Reihen der US-Armee schon längst keine Seltenheit mehr. Traurige Berühmtheit erlangte unlängst der ehemalige US-Soldat Timothy Mc Veigh. Der Golfkriegsveteran verübte im April 1995 mittels einer Autobombe einen Anschlag auf das »Murrah Federal Building«, dem Sitz mehrerer Regierungsbehörden im US-amerikanischen Oklahoma City. Bei dem verheerenden Bombenattentat wurden 168 Menschen getötet und weit über 500 Personen zum Teil erheblich verletzt. Die Tat gilt bis heute als eines der schwersten Attentate in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Der im Jahr 2001 hingerichtete Mc Veigh galt dabei als Sympathisant US-amerikanischen Neonazis und wird heute von deren Anhänger_innen als Märtyrer und Held verehrt. Zu dem Anschlag soll Mc Veigh durch den 1978 erschienen Roman »The Turner Diaries« inspiriert worden sein, welcher als Blaupause der Anschlagsvorbereitung gilt. Bei den antisemitischen »Turner Tagebüchern« handelt es sich um einen fiktiven Roman über eine amerikanische Terrororganisation namens »The Order«, deren Mitglieder einen »heiligen Rassenkrieg« führten. Das Buch gilt weltweit als »Bestseller« des Neonaziuntergrunds.\nUnterschätzte und bewaffnete Gefahr #Das nun im Juli durch das »Southern Poverty Law Center« an die Ausschüsse für »Heimatschutz« und für Armeeangelegenheiten des US-Kongress gerichtete Ersuchen, in Zukunft verstärkt gegen Neonazis vorzugehen, begründet sich mit Auswertungen von Mitgliederprofilen der neonazistischen Internetseite »New Saxony«. Die US-Militärzeitung Stars \u0026 Stripes, die dem Thema nachging, geht nach Recherchen im Zusammenhang mit der einschlägigen Internet-Community von mindestens 130 Nutzer_innen aus, welche dem US-Militär zugerechnet werden können. »I am 20 years old, serving in the U.S. Army in Iraq right now« beginnt beispielsweise die Selbstbeschreibung eines nach Eigenangaben derzeit im Irak stationierten US-Rekruten. Über das Internetportal suche er eine »weiße Frau…mit moralischen Werten«. Sein Anliegen sei es »die weiße Rasse vorherrschend und rein zu halten«. Feindbilder werden gleich mitgeliefert: »jews, jew lovers and liberals«.\nIn den, zum Teil mit eindeutiger NS-Symbolik ausgestatteten Profilen vermeintlicher Militärangehöriger, werden unter anderem Stationierungsorte, Namen der militärischen Einheiten inklusive privaten Wohnorten aufgeführt. Darunter auch im Irak und Afghanistan stationierte Soldaten die als Lieblingslektüre Adolf Hitlers »Mein Kampf« und Interessen wie »Fascism and Freikorps« anführen. Er freue sich auf das »Killen der verdammten Wüstenneger« so der Kommentar eines weiteren jungen Mannes der sich derzeit auf seine Entsendung und Stationierung in Afghanistan vorbereitet. Mit den Zeilen »Braune Augen und alle die nicht zu 100% weiß sind« umreißt ein anderer seine persönlichen Abneigungen.\nIm Zuge, der auch in den USA zunehmend unpopulären Kriegseinsätze im Irak und Afghanistan sei im US-Militär ein erhöhter Rekrutierungsbedarf entstanden, so das »Southern Poverty Law Center«. Damit Quoten eingehalten werden und potentielle Rekrut_innen die Einstellungsvorgaben nicht verfehlen, würden bestehende Richtlinien zur Bekämpfung von Rassismus im US-Militär außer Acht gelassen, kritisierte die Bürgerrechtsgruppe. Einem Ermittler des US-Verteidigungsministerium zufolge, würden amerikanische Rekrutierungsstellen »Wissentlich Neonazis und Rassisten anwerben» um erforderliche Quoten an Neuzugängen zu erzielen. Neonazistische Skinheads und Rassisten erhielten so eine militärische Ausbildung und Zugang zu Waffen und Sprengstoff. Eindeutige Tätowierungen wie Hakenkreuze oder SS-Runen seien demnach kein gravierender Hinderungsgrund für eine spätere Verwendung als Mitglied des US-Militärs. Besagte Richtlinien zur Bekämpfung des Rassismus innerhalb des US-Militärs wurden ein Jahrzehnt zuvor vom damaligen Verteidigungsminister Caspar Weinberger geschaffen, nachdem bekannt wurde, das Soldaten der »Marine Corps« gemeinsam mit Mitgliedern des rassistischen »Klu Klux Klan« (KKK) paramilitärische Übungen durchführten.\nIm Jahr 2008 bezeichnete ein Bericht des amerikanische »Department of Homeland Security« rechtsgerichtete und neonazistische Extremisten als wichtigste Bedrohung des »einheimischen Terrorismus« in den Vereinigten Staaten. Die Regierungsorganisation zeigte sich besorgt darüber das Neonaziorganisationen dabei verstärkt auf die Erfahrung und Ausbildung von Veteranen des US-Militärs zurückgriffen. Die SPLC-Bürgerrechtsgruppe berichtet weiter das seit 1994 hingegen über 12.500 Bedienstete des US-Militärs wegen Homosexualität aus dem militärischen Dienst entfernt wurden. »Es ist irritierend warum das Pentagon in Homusexualität eine größere Gefahr für den ordnungsgemäßen Ablauf im US-Militär sieht, als in Neonazis und Rassisten welche die Grundsätze der Verfassung ablehnen«, so Mark Potok, Direktor des SPLC für die Beobachtung »extremistischer Bestrebungen«. Täglich würden weitere Neonazis in der Armee gefunden, so der Bürgerrechtler weiter.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.07/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das »Southern Poverty Law Center« (SPLC) schlägt Alarm. Die Bürgerrechtsgruppe, mit Sitz im US-Bundeststaat Alabama, hat vergangenen Monat Mitglieder des US-Kongress aufgefordert gegen die fortschreitende Unterwanderung der Streitkräfte durch militante Neonazis vorzugehen. Man erwartet von der Regierung Maßnahmen zu ergreifen um die mögliche Ausbildung »zukünftiger inländische Terroristen« durch die US-Armee zu verhindern. Etliche Neonaziorganisationen in den Vereinigten Staaten rufen ihre Anhänger_innen seit längerem dazu auf sich in der US-Armee militärisch ausbilden zu lassen.","title":"»Killing all the bloody sand niggers« - Neonazis im US-Militär"},{"city":"Bad Nenndorf","content":" Am vergangenen Samstag, dem 01.08.2009 marschierten rund 750 Neonazis durch das niedersächsische Bad Nenndorf. Hier, in dem beschaulichen Kurort arbeitet die Neonaziszene bereits seit Jahren an der Etablierung eines Wallfahrtortes. Geschichtsklitterung und die Instrumentalisierung der Vergangenheit steht hier auf dem Programm. Mit Hilfe von »Trauermärschen« und »Gedenkdemonstrationen« versuchen deren Organisationsstrukturen an Soldatentum und das das »Dritte Reich« anzuknüpfen.\nDas martialische Spektakel lockte auch in diesem Jahr mehrere hundert Teilnehmer_innen ins niedersächsische Bad Nenndorf. Damit konnte sich in dem Kurort die bisherige Entwicklung der Vorjahre abermals ungebrochen fortsetzen. Das Ziel, eine jährlich stattfindende Großdemonstration in Norddeutschland zu etablieren, scheint den dort involvierten Strukturen organisierter Neonazis erfolgreich geglückt zu sein. Zumindest bei ehrlicher Betrachtung der bisherigen Bilanz, Denn bereits seit August 2006 mobilisieren deren Führungsfunktionäre nun in die wenige Kilometer von Hannover entfernt gelegenen Ortschaft und arbeiten an der Errichtung eines neonazistischen Wallfahrtsortes nach dem Vorbild der brandenburgischen Stadt Halbe – mit erheblichen Wachstumsraten im Bezug auf die Anzahl der Teilnehmer_innen wie auch auf die Außenwirkung.\nDer Vergleich mit der Ortschaft Halbe drängt sich dabei förmlich auf. Hier fanden bereits seit Anfang der 90er Jahre entsprechende Demonstrationen von Neonazis anlässlich eines sogenannten »Heldengedenkens« statt, welche in Halbe ebenso die Soldaten der Wehrmacht, wie auch der »Waffen-SS« verherrlichten. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt. Auf dem Waldfriedhof der Gemeinde Halbe befindet sich einer der größten Kriegsgräberstätten der Bundesrepublik, mit weit über 20.000 begrabenen Opfern des zweiten Weltkrieges. In den Wäldern um Halbe fand eine der letzten großen Kesselschlachten des zweiten Weltkrieges statt. Drei Tage tobte das große Schlachten zwischen der Roten Armee und Wehrmacht. Am Ende verloren nach bisherigen Schätzungen über 60.000 Menschen ihr Leben. Aber auch zahlreiche ermordete Deserteure der Wehrmacht und Zwangsarbeiter liegen hier begraben.\nIn den Jahren 1990 bis 1992 wurde diese vorangegangenen Demonstrationen unter anderem vom der bis heute aktiven »Deutschen Kulturgemeinschaft« (DKG) organisiert, welche später in »Berliner Kulturgemeinschaft« (BKG) umbenannt wurde. Geprägt wurden diese Veranstaltungen vor allem durch die Anwesenheit fackeltragender Mitglieder, der im November 1994 verbotenen »Wiking Jugend (WJ), der wenige Monate später, im Februar 1995, ebenfalls verbotenen »Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei« (FAP) sowie der bereits im Jahr 1992 verbotenen »Nationalistischen Front« (NF). Im Jahr 1993 verboten die zuständigen Behörden dann eine erneute Fortführung der »Gedenkdemonstrationen«. Erst ein Jahrzehnt später, im Jahr 2002 organisierten Neonazis um den Neonazifunktionär Christian Worch wieder zu einen erneuten Aufmarsch in Halbe. Unter maßgeblicher Beteiligung des sogenannten »Freundeskreises Halbe« entstand in der Folgezeit dann ein jährliches »Großevent« der Neonaziszene mit bis zu 1600 Teilnehmer_innen.\nLange bevor sich einige Jahre später in der sächsische Landeshauptstadt Dresden, der mit Abstand größte »Trauermarsch« der deutschsprachigen und europäischen Neonaziszene etablieren sollte, bot der Waldfriedhof in Halbe somit die propagandistische Plattform für Geschichtsklitterung und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten von Neonazis. Das dahinter liegende Konzept ist klar umrissen: Der Bezug zu Wehrmachtssoldaten, dem zweiten Weltkrieg und dem NS-Regime dient vor allem der politischen Indoktrination der eigenen Szene - Soldatentum und militärischer Kampf als positiv aufgeladene Projektionsfläche. »Frontsoldaten« der Wehrmacht und der »Waffen-SS« werden hier als Leitbild des eigenen, heutigen Handelns beschworen. Gleichzeitig erlaubt dieser einseitige Bezug zu jenem dunklen Kapitel der Vergangenheit eine Geschichtsklitterung ungeheuren Ausmaßes.\nBei neonazistischen »Heldengedenken« herrscht das Prinzip von schwarz und weiß, Gut und Böse. Den alliierter Truppen und dem innerdeutsche Widerstand gegen die nationalsozialistische Politik, welche als verbrecherisch stigmatisiert werden, stellt die Neonaziszene ein »goldenes Zeitalter« des NS-Regimes entgegen. Für Grauzonen und begangene Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur ist hier kein Platz. Dies unterstützt und erleichtert wiederum die Identifikation mit der nationalsozialistischen Ideologie. Ebenso wie das Konzept ist auch das Ziel klar umrissen: Aus anfänglich Interessierten sollen politische Überzeugungstäter_innen werden. »Und der Bub träumt von Recht und Ordnung, und einem gesunden graden Tritt. Und im Geist hört er es marschieren und im Geist marschiert er schon mit.« wie es Konstantin Wecker in seinem Lied »Vaterland« ausdrückte.\nDas neonazistische Treiben in Halbe endete vorerst im März 2007. Unter dem Motto: »Ruhm und Ehre den deutschen Frontsoldaten« versammelten sich damals lediglich 264 Anhänger_innen in der brandenburgischen Provinz. Behördliche Auflagen sowie der gewachsene Protest und Widerstand der lokalen Bevölkerung erschwerten den beteiligten Organisator_innen des »Neonazievents« eine reibungslose Durchführung ihrer Veranstaltung. Um Kampfansagen war man dennoch nicht verlegen: »Lasst und diese ganze verfaulte Republik unterwühlen«, verkündete beispielsweise Udo Pastörs, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der NPD Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, während seines dort gehaltenen Redebeitrages. Die Kampfparolen halfen nichts. Ein in Halbe »traditioneller« Neonaziaufmarsch im November des gleichen Jahres fand nicht mehr statt. Erst im Juni 2009 wurde bekannt, das der mecklenburgische Neonaziaktivist Lars Jacobs für den kommenden November einen erneuten Aufmarsch in Halbe angemeldet hat. Jacobs erlernte sein politischen Handwerk unter anderem in der neonazistischen Vereinsorganisation »Wiking Jugend e.V.«, welche aufgrund ihrer »Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus« verboten wurde. Aus seiner Gesinnung macht der langjährige Neonazi, kein Geheimnis. Im August 2007 posierte Jacobs während eines Demonstration im dänischen Kolding vor Hakenkreuzfahnen.\nBad Nenndorf als neonazistischer Wallfahrtsort #Ebenso wie im brandenburgischen Halbe dient auch eine, seit August 2006 stattfindende Neonazidemonstration im niedersächsischen Bad Nenndorf, dem positiv aufgeladenem Rückgriff auf Nationalsozialismus und Soldatentum sowie der propagierten Schwarz-Weiß Schablone von Neonazis. Nachdem der britische »Guardian« im Dezember 2005 einen Artikel über einen ehemaligen, unter britischer Verwaltung stehenden Gefängniskomplex in Bad Nenndorf veröffentlichte, rückte der Kurort auch in den Fokus organisierter Neonazis. Die britische Tageszeitung berichtete über Folterungen die in dem zum Gefängnis umfunktionierten »Wincklerbad« welche nach Kriegsende und im Zeitraum von 1945 bis 1947 stattgefunden haben. Die Zeitung bezeichnete Bad Nenndorf in ihrem Artikel als »a forbidden village where Gestapo-like techniques were used«. Bis zur Schließung des als »Integrationslager« bezeichneten Gefängniskomplexes starben drei Menschen an den Folgen von Folter und Misshandlungen. Insgesamt wurden mehrere hundert Personen durch die britische Armee in Bad Nenndorf interniert, unter ihnen der später hingerichtete SS-General Oswald Pohl.\nDie Berichterstattung über die Geschehnisse im »Wincklerbad« wurden von Seiten der niedersächsischen Neonaziszene sodann propagandistisch aufgegriffen. Mitglieder der »Nationalen Offensive Schaumburg« (NOS) organisierten im folgenden Jahr einen ersten Aufmarsch in der beschaulichen Gemeinde. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei durch die Organisationsplattform des »Ehrenkommitee 8.Mai« um den langjährigen Neonazifunktionär Thomas Wulff. Der im mecklenburgischen Amholz wohnhafte Wulff versuchte sich in der Vergangenheit bereits in die Spitze der Organisationsstrukturen der jährlich stattfindenen Aufmärsche im brandenburgischen Halbe zu integrieren – mit mäßigem Erfolg. In Bad Nenndorf gehörte Wulff hingegen zu den treibenden Kräften. Dem »Widerstand Nord«, einem Vernetzungstreffen norddeutschen Neonazis, zu deren Führungsmitgliedern auch Thomas Wulff gezählt werden darf, gelang es die Demonstration in Bad Nenndorf zu einer jährlichen Zusammenkunft mit bundesweiter Bedeutung aufzubauen.\nÄhnlich wie in Halbe verfolgt die involvierte Neonaziszene klar definierte Interessen mit dem inzwischen regelmäßig durchgeführten »Trauermarsch«. Den Verbrechen und Folterungen der Allierten Truppen werden die »deutschen Opfer« entgegengestellt. In dieser Schablone wird das NS-Regime als Opfer »ausländischer Meuchelmörder« verklärt. Der Nationalsozialismus deutscher Prägung soll durch diese Sichtweise seines negativen Inhaltes entleert und im Gegenzug positiv aufgeladen werden. Die dadurch entstehenden Anknüpfugspunkte sorgen dafür, dass sich Aktivist_innen der heutigen Neonaziszene durchaus kritiklos in den politisch-ideologischen Traditionslinine des NS-Regimes wiederfinden können. Nationalsozialismus manifestiert sich hier als revolutionäre Ideologie der Vergangenheit. Dem Gegenüber stellen die Neonazifunktionäre das Feindbild der Allierten und des damit von Neonazis verknüpften »US-Kapitalismus«.\nWeißer statt schwarzer Block #Bevor sich der diesjährige Demonstrationszug allerdings in Bewegung setzen konnte wurden von der zuständigen Polizeibehörde unerwartete Maßnahmen getroffen. So untersagte die Polizei das Tragen schwarzer Kleidung im Zusammenhang mit der als »Trauermarsch« deklarierten Veranstaltung. Anreisende Teilnehmer_innen, welche gegen diesbezügliche Anordnung der Polizei verstießen, mussten sich bereits während der Anreise ihrer schwarzen Kleidung entledigen. Die Polizei händigte der anreisenden Neonazis daraufhin weiße Hemden aus. Mit diesen Maßnahmen sollte ein schwarzer Block während der Demonstration verhindert werden, so die Polizei in einer Pressemitteilung. Der neonazistische Aufzug begann schließlich mit knapp dreistündiger Verspätung. Nachdem der »verkehrstechnische« Zustand eines vorgesehenen Lautsprecherwagens von der Polizei während der Anreise beanstandet wurde, musste sogar kurzfristig ein Ersatzfahrzeug gestellt werden. Zur zeitlichen Verzögerung trugen ebenfalls die bereits erwähnten Auflagenbescheide der Polizei bei. Etwa 130 Neonazis boykottierten schließlich deren Anweisung auf schwarze Kleidung zu verzichten und verweigerten sich einer Durchsuchung durch die Polizei. Ihnen wurde in der Folge eine Teilnahme an der Veranstaltung untersagt. Darunter waren Mitglieder des »Frontbann 24« aus Berlin. Sie blieben letztlich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes zurück, um dort »für die Sicherheit« der sichergestellten Kleidungsstücke zu sorgen.\nDem Aufruf der Demonstration beizuwohnen folgten insgesamt rund 750 Neonazis. Diese stammten zum größten Teil aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg - Vorpommern, Hamburg und Bremen sowie Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Doch auch aus den angrenzenden Niederlanden reisten Neonazis nach Bad Nenndorf. Unter ihnen auch führende Mitglieder der »Nederland Volks Unie« (NVU) wie Christian Malcoci, der eine Grußbotschaft des NVU-Vorsitzenden Constant Kusters überbrachte. Kusters selbst konnte an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Nach dem Aufmarsch des Vorjahres erhielt Kusters aufgrund eines Redebeitrages einen Strafbefehl von rund 2000,- Euro, der bislang auf seine Vollstreckung wartet. Nicht zuletzt aus diesem Grund zog es Kusters vor der Veranstaltung fernzubleiben.\nAls Versammlungsleiter trat das ehemalige Mitglied der »Nationalen Offensive Schaumburg« (NOS) Christian Müller in Erscheinung. Ihm zur Seite stand Christoph Huxhold aus dem niedersächsischen Obernkirchen. Der als gewaltbereit geltende Huxhold avancierte nach dem Haftantritt mehrerer Führungsaktivisten der »NOS«, zu einer Schlüsselfigur in der Region und übernahm in Bad Nenndorf unter anderem die Einweisung der Ordnerkräfte. Aus Niedersachsen erschienen in Bad Nenndorf unter anderem Mitglieder der parteiunabhängigen »Kameradschaft Celle 73«, der »Kameradschaft Lüneburg/Ueelzen - Sturm 16«, »Snevern Jungs« (SJ), »Nationale Kräfte Barsinghausen« (NKB), der »Kameradschaft Northeim«, der überregionalen Frauenorganisation »Düütsche Deerns«, »Nationaler Widerstand Tostedt« um ihren Führungsaktivisten Stefan Silar, »Freie Nationalisten Hannover«, der »Aktionsgruppe Delmenhorst«, »Bürgerinitiative für Zivilcourage Wolfsburg« und Mitglieder der »Kameradschaft Hildesheim«.\nAus anderen Bundesländern fanden u.a. Mitglieder der »Freien Nationalisten Bremen«, »Aktionsbüro Hamburg«, »Aktionsgruppe Kiel«, »Aktionsgruppe Neumünster«, den »Freien Kräfte Höxter«, »Freie Nationalisten Dessau«, »Aktionsgruppe Halle – Saalekreis« sowie der »Aktionsgruppe Windeck« den Weg nach Bad Nenndorf. Neben Mitgliedern der parteiunabhängigen Neonaziszene sorgten vor allem ehemalige Aktivist_innen der im März 2009 verbotenen »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) und der niedersächsischen »Jungen Nationaldemokraten« (JN) für Aufsehen. Diese formierten sich hinter einem Transparent mit der Aufschrift »Die Deutsche Jugend«. Auch der ehemalige HDJ-Aktivist und Leiter des NPD-Bundesordnerdienstes, Manfred Börm aus dem niedersächsischen Handorf marschierte gemeinsam mit seiner Tochter, einer weiteren HDJ-Aktivistin, hinter dem schwarzen Spruchband der »Deutschen Jugend«.\nIm Gegensatz zu den Vorjahren wurde die diesjährige Neonazidemonstration von vielfältigen Gegenaktionen begleitet. So demonstrierten im Verlauf des Tages etwa 1000 Menschen gegen den Aufzug der Neonazis in Bad Nenndorf. Bereits in den Morgenstunden besetzten Gegendemonstrant_innen einen Kundgebungsplatz der geplanten Neonaziroute. Mit Hilfe einer eigens herbeigeschafften Betonpyramide, sollte der Neonaziaufmarsch blockiert werden. Einsatzkräfte der Polizei räumten schließlich die Sitzblockade und nahmen die Demonstrant_innen, von denen einige verletzt wurden, in Gewahrsam. Als wenige Stunden später, die angereisten Neonazis das Wincklerbad erreichten, wurden diese unter anderem von Gegner_innen empfangen, welche sich auf dem Dach des Wincklerbades befanden und Konfetti auf die Neonazis rieseln ließen. Trotz der Gegenproteste konnte die Neonazidemonstration ohne nennenswerte Zwischenfälle durchgeführt werden.\n»Ich hasse die Demokratie wie die Pest« #Ähnlich wie in den Vorjahren gaben die im Verlauf des Aufmarsches gehaltenen Redebeiträge einen Einblick in die Geisteshaltung der Organisator_innen und deren Zielsetzung im Zusammenhang mit der Demonstration. Patrick Fischer als Vertreter des »Freien Netz Leipzig« drückte es in seinem Redebeitrag folgendermaßen aus: »Revolution beginnt in den Köpfen und endet auf den Barrikaden. Ich will mit diesem Staat nichts zu schaffen haben, ich hasse die Demokratie wie die Pest, wir müssen schädigen und stören wo wir können,« so Fischer weiter. Das es den Versammelten Neonazis weniger um eine Thematisierung von »Folter und Mord« ging, zeigt auch der Kommentar des Düsseldorfer Neonazis Sven Skoda, welcher ebenfalls einen Redebeitrag hielt. »Wir haben uns hier versammelt um erneut zu bekräftigen, dass wir keinen Tag ruhen werden wo wir diesem System nicht gegeben haben was es verdient.« Die Vorgänge im »forbidden village« Bad Nenndorf in den Jahren 1945-1947 fanden in den Redebeiträgen hingegen nur marginale Erwähnung und reduzierten sich auf Überleitungen. Im Bezug auf das Ende des zweiten Weltkrieges gab Skoda zu verstehen: »Diese Republik ist nicht mit der Wahrheit in Verbindung zu bringen, sie baut auf einer Lüge auf und dort wo wir die Lüge aufdecken können, schlagen wir den ersten Sargnagel in den Sarg der gezimmert worden ist für diese Republik.«\nDen Anhänger_innen der Neonaziszene gab Skoda zu verstehen, das man »Teil der Lösung« sei, welche dafür sorgen werden, das diese Republik auch auf dem “Abfallhaufen der Geschichte” wiedergefunden wird«. Weitere Redner in Bad Nenndorf waren Dennis Giemsch aus Dortmund, der als wichtiger Führungsaktivist der »Autonomen Nationalisten« in Nordrhein-Westfalen gilt; Andreas Biere aus Magdeburg und wie bereits in den letzten Jahren der ehemalige Aktivist der »Wiking-Jugend« Ralph Tegethoff aus Bad Honeff. Während einer zweiten Zwischenkundgebung wurde, neben dem Redebeitrag von Andreas Biere, auch durch den aus dem thüringischen Jena stammende Andreas Ernst Weißgerber ein Vortrag gehalten. Der ursprünglich aus Eisenach stammende Weißgerber gehört zum Umfeld des neonazistischen Medienprojekts »Media pro Patria«, trat aber auch als Liedermacher und seit dem Jahr 2009 als Mitglied der Rechtsrockband »Norvus ordo mundi« (Neue Weltordnung) in Erscheinung.\nDie hohe Anzahl der Teilnehmer_innen zeigt, dass die Etablierung eines neonazistischen Wallfahrtortes im Herzen Niedersachsens abgeschlossen scheint. Während in den Jahren 2006 lediglich 103 und im darauffolgenden Jahr 186 Neonazis in Bad Nenndorf zusammenkammen, waren es im Jahr 2008 bereits 409 Teilnehmer_innen. Mit rund 750 Neonazis während des diesjährigen Aufzuges fand am vergangenen Wochenende nun eine der größten Neonazidemonstrationen der letzten Jahre in Niedersachsen statt. Die Bedeutung des »Events« und dessen politische Aussenwirkung ist dabei nicht zu unterschätzen. Ähnlich wie im brandenburgischen Halbe dürfte die Region noch Jahre mit Neonazis zu kämpfen haben. Entsprechende Aufmärsche sind bis ins Jahr 2030 angemeldet.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.05/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Samstag, dem 01.08.2009 marschierten rund 750 Neonazis durch das niedersächsische Bad Nenndorf. Hier, in dem beschaulichen Kurort arbeitet die Neonaziszene bereits seit Jahren an der Etablierung eines Wallfahrtortes. Geschichtsklitterung und die Instrumentalisierung der Vergangenheit steht hier auf dem Programm. Mit Hilfe von »Trauermärschen« und »Gedenkdemonstrationen« versuchen deren Organisationsstrukturen an Soldatentum und das das »Dritte Reich« anzuknüpfen.","title":"Mission accomplished: Bad Nenndorf das norddeutsche Halbe"},{"city":"Faßberg","content":" Am Nachmittag räumten die Neonazis den Gebäudekomplex, Transparente und Fahnen wurden eingeholt. Durch den freiwilligen Abzug wendeten die Neonazis eine polizeilichen Zwangsräumung ab. Ein zuvor gefällter Beschluss des Landgericht Lüneburg erklärte die vor zweieinhalb Wochen erfolgte Besitznahme des »Landhaus Gerhus« durch militante Neonazis und unter Leitung des Hamburger Neonazifunktionärs Jürgen Rieger für rechtswidrig. Bereits wenige Stunden vor Verkündung der Entscheidung wurde das ehemalige Hotel von Spezialeinsatzkräften (SEK) der Polizei durchsucht. In der vorangegangenen Nacht soll ein Schuss auf dem Anwesen gefallen sein.\nBereits vor zwei Wochen berichtete ein Anwohner von mehreren Schüssen auf dem Gelände. Nach dem neuerlichen Zwischenfall, bei dem am gestrigen Montag Abend erneut ein Schuss auf dem Anwesen im niedersächsischen Faßberg gefallen sein soll, verschafften sich Einsatzkräfte der Polizei nun gewaltsam Zutritt zu den Räumlichkeiten des »Landhaus Gerhus«. Ziel sei »das Auffinden von Waffen jeglicher Art« gewesen, um den Verdacht des Verstoßes gegen das Waffengesetz zu erhärten, so der Wortlaut einer anschließenden Pressemitteilung der Polizeiinspektion Celle. Mit Ausnahme eines Schlagstockes, Pfefferspray und mehreren Waffennachbildungen wurden allerdings keine Waffen in dem weitläufigen Gebäudekomplex sichergestellt. Dafür wurde die Polizei an anderer Stelle fündig.\nBei zwei weiteren Hausdurchsuchungen in Rotenburg (Wümme) und Hannover wurden drei Schreckschusspistolen, ein Klappmesser sowie ein Schlagring beschlagnahmt. Die betroffenen Neonazis hatten sich zum Zeitpunkt des Schusses auf dem Anwesen aufgehalten und seien kurze Zeit später mit ihren Fahrzeugen von dem Areal gefahren. Insgesamt hätten sich im »Landhaus Gerhus« zum Zeitpunkt der Durchsuchungsaktion 12 Personen aufgehalten, unter Ihnen befand sich auch Dennis Bührig, Führungsfunktionär der militanten »Kameradschaft Celle 73«. Die im »Gerhus« vorgefundenen Neonazis stammten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, darunter auch vier Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Die Minderjährigen wurden anschließend der Obhut des Jugendamtes in Celle übergeben.\nVor zweieinhalb Wochen waren militante Neonazis in das »Landhaus Gerhus« eingedrungen und hatten das Gebäude in Beschlag genommen. Schlösser wurden aufgebohrt und ausgetauscht. Bei dem Drahtzieher der Aktion handelte es sich um den langjährigen Neonazifunktionär und stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Jürgen Rieger aus Hamburg. Rieger verkündete nach Bekanntwerden der Besetzung das seinerseits ein Pachtvertrag mit den Eigentümern des »Gerhus« vorliegen würde, der ihm den Zugriff auf das Gebäude erlauben würde. Da sich das Gebäude derzeit unter Zwangsverwaltung befindet war die rechtliche Situation zunächst unklar. Allerdings nicht für den Zwangsverwalter des Gebäudes. Dieser erstattete umgehend Anzeige gegen das Vorgehen.\nBereits im Oktober 2008 verkündete Jürgen Rieger das ehemalige Hotel in Unterlöß bei Faßberg käuflich erwerben zu wollen um dort ein »nationales Schulungszentrum« zu errichten. Inwieweit den Äußerungen von Jürgen Rieger ernstzunehmende Kaufabsichten zugrunde lagen, darf indes bezweifelt werden. In der Vergangenheit sorgte der Hamburger Rechtsanwalt immer wieder für Negativschlagzeilen aufgrund angeblicher Kaufabsichten. Aussteiger_innen berichteten von fingierten Scheinkäufen mit denen die Preise von Gebäuden in die Höhe getrieben werden sollten. Mit den öffentlichkeitswirksam verkündeten Kaufabsichten von Rieger sollten die Kommunen zum Erwerb der Immobilien genötigt werden um so die Entstehung von neonazistischen »Schulungszentren« abzuwenden. Sein Engagement ließe sich das NPD-Mitglied Rieger im Gegenzug von den Eigentümer_innen der Immobilien finanziell entlohnen. Ein Lohn der im Fall Faßberg wohl zu einem gewissen Teil an die involvierten Mitglieder der militanten Kameradschaftsszene geflossen wäre.\nDie Brisanz die ein Kauf des »Landhaus Gerhus« durch Jürgen Rieger beinhaltet, begründet sich vor allem aus der geographischen Lage des Anwesens. Seit Jahren ist die Region für militante Netzwerke von Neonazis bekannt. Neben parteiunabhängigen Neonazigruppierungen wie der »Kameradschaft Celle 73», den »Snevern Jungs« oder der »Kameradschaft Lüneburg/Ueelzen - Sturm 16« finden sich hier ebenso Mitglieder der rassistischen und von Jürgen Rieger geleiteten Vereinsorganisation »Artgemeinschaft e.V.«. Erst im März 2009 beschlagnahmten Einsatzkräfte der Polizei im Landkreis Celle das Waffenarsenal einer neonazistische Wehrsportgruppe welche mit Waffengewalt gegen politische Gegner vorgehen wollte. Im nahegelegenen Eschede versammeln sich darüber hinaus regelmäßig bis zu mehreren hundert Neonazis aus den Strukturen der NPD sowie der sogenannten »Freien Nationalisten« zu Zeltlagern, internen NPD-Veranstaltungen oder völkischen Sonnenwendfeiern. Auch ein, nur wenige Kilometer entfernter Truppenübungsplatz gilt als Anziehungspunkt der Neonaziszene.\nDie Neonazis mussten sich derweil aus dem »Landhaus Gerhus« zurückziehen. Das Landgericht Lüneburg erließ am heutigen Dienstag, dem 04.08.2009 eine einstweilige Verfügung gegen Jürgen Rieger und veranlasste die Räumung des Anwesens. Das Vorgehen Riegers sei nach Ansicht der zuständigen Richterin rechtswidrig gewesen. Während der Gerichtsverhandlung ließ sich Jürgen Rieger durch seinen langjährigen Anwaltskollegen Corvin Fischer vertreten, der Rieger bereits mehrfach juristisch zur Seite stand. Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende, der sich derzeit in Schweden aufhalten soll, blieb der Verhandlung hingegen fern. Während das Gericht die Besetzung des Geländes nun als rechtswidrig deklarierte, bleibt der Pachtvertrag von Jürgen Rieger hingegen umstritten. Aus Sicht des Zwangsverwalters sei dieser allerdings als »konstruiert und sittenwidrig« zu betrachten. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe man den Pachtvertrag bereits »angefochten und gekündigt«. Ob Rieger Beschwerde gegen das Urteil beim Oberlandesgericht einlegen wird blieb bis zuletzt unklar. Das Gericht setzte dafür eine Frist von einem Monat.\nNach Verkündung der Entscheidung des Landgerichts Lüneburg übergaben der Anwalt des Zwangsverwalters, begleitet von einem Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts Celle sowie mehrerer Polizisten, das schriftliche Urteil an die im »Landhaus Gerhus« verbliebenen Neonazis. Diesen wurde daraufhin eine 30minütige Frist zum Verlassen des Areals eingeräumt. Unter lautstarkem Applaus der Anwohner verließen die Neonazis das Gelände schließlich fristgerecht und kamen damit einer angedrohten Zwangsräumung zuvor. Zum Schutz vor weiteren »Inbesitznahmen« soll nun ein privater Wachdienst für das Gelände beauftragt werden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.08.04/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Nachmittag räumten die Neonazis den Gebäudekomplex, Transparente und Fahnen wurden eingeholt. Durch den freiwilligen Abzug wendeten die Neonazis eine polizeilichen Zwangsräumung ab. Ein zuvor gefällter Beschluss des Landgericht Lüneburg erklärte die vor zweieinhalb Wochen erfolgte Besitznahme des »Landhaus Gerhus« durch militante Neonazis und unter Leitung des Hamburger Neonazifunktionärs Jürgen Rieger für rechtswidrig. Bereits wenige Stunden vor Verkündung der Entscheidung wurde das ehemalige Hotel von Spezialeinsatzkräften (SEK) der Polizei durchsucht. In der vorangegangenen Nacht soll ein Schuss auf dem Anwesen gefallen sein.","title":"Durchsuchung und vorläufiges Ende für Neonazihotel in Faßberg"},{"city":"Faßberg","content":"","date":"4 August 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-08-04/","section":"Fotos","summary":"","title":"Durchsuchung und vorläufiges Ende für Neonazis in Faßberg"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/fa%C3%9Fberg/","section":"Orte","summary":"","title":"Faßberg"},{"city":"Bad Nenndorf","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\" https://recherche-nord.com/gallery/ https://recherche-nord.com/gallery/\"\"","date":"1 August 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-08-01/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34; https://recherche-nord.com/gallery/ https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34;","title":"01.08.2009 / Bad Nenndorf: Das norddeutsche Halbe"},{"city":"Delmenhorst","content":" Am gestrigen Mittwoch, den 29.7.2009, fand vor dem Amtsgericht Delmenhorst ein Prozess gegen zwei Aktivisten der neonazistischen Szene in Delmenhorst statt. Beiden Beschuldigten wurde Sachbeschädigung vorgeworfen. Einer der Angeklagten musste sich darüber hinaus wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten. Außerhalb des Gerichtsgebäudes wurde gleichzeitig, mittels einer Kundgebung auf die Umtriebe der lokalen Neonaziszene hingewiesen. Auch etliche Neonazis aus Delmenhorst und Bremen zog es anlässlich des Gerichtstermins in die niedersächsische Kreisstadt.\nWährend der Verhandlung stellte sich folgender Ablauf dar: In der Nacht des 29.7.2008 wurde ein Gruppe von drei Personen -2 Männer und eine Frau- von Passant_innen beim Verkleben von Propagandaaufklebern beobachtet. Besagte Aufkleber, auf denen sich neben ideologisch eingefärbten Inhalten wie »100% Volksgemeinschaft« oder Kampfansagen wie »Holen wir uns die Stadt zurück« auch Webadressen der neonazistischen »AG-Delmenhorst« (Aktionsgruppe Delmenhorst) und der »NaSo-N« (Nationale Sozialisten Niedersachsen) befanden, wurden zum Teil flächendeckend auf Laternenpfähle, Zigarettenautomaten und Verkehrsschilder hinterlassen. Die Polizei sprach in diesem Zusammenhang von einer Anzahl im 3stelligen Bereich. Etwa eine Stunde später wurden die beiden Männer und die Frau von der gleichen Passantengruppe erneut beobachtet. Während einer der Passanten daraufhin die Polizei verständigte, sprachen die anderen beiden die Dreiergruppe an.\nDie Reaktion der Angesprochenen kam ebenso unerwartet wie brutal. Einer der jungen Männer zog unvermittelt eine Reizgasflasche aus seiner Tasche und attackierte die Passant_innen. Der inzwischen eingetroffenen Polizei gelang es dann wenig später auf einem nahegelegenen Parkplatz die beiden männlichen Angreifer festzusetzen. Bei der Durchsuchung ihres Autos wurden im Handschuhfach weiteres Propagandamaterial beschlagnahmt. Ein Zeuge konnte später auf Fotos einen der Täter identifizieren. Da es in den vorangegangenen Monaten in Delmenhorst bereits fünf ähnliche Klebeaktionen mit je über tausend Aufklebern gegeben hatte, erreichte die Polizei vor Gericht Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der beiden Verdächtigen. Die Beamten wurden fündig. Neben größeren Mengen neonazistischer Propagandaaufkleber wurde auch ein Schlagring bei einem der Beschuldigten sichergestellt.\nBeide Angeklagten machten von ihrem Recht auf Aussageverweigerung im Falle der Sachbeschädigung Gebrauch und das Gericht stützte sich auf die Aussagen der insgesamt vier Zeugen. Gegen Kevin Boeck waren in den Jahren 2006 bis 2008 bereits fünf Verfahren anhängig, unter anderem wegen Volksverhetzung, Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole, Verletzung des Urheberrechts und Beleidigung. Der Beschuldigte Niklas Brunkhorst, dem von der Jugendgerichtshilfe Ablösungsversuche aus der neonazistischen Szene attestiert wurden, hat bereits ein Verfahren wegen Verstoß gegen das Waffengesetz hinter sich. Trotzdem plädierten die beiden Verteidiger auf Freispruch, da sie die Tatbeteiligung ihrer Mandanten als nicht bewiesen ansahen. Dem widersprachen der Staatsanwalt und im Weiteren auch der Richter vehement. Der Verteidiger von Niklas Brunkhorst verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass sein Mandant von den Zeugen, die er als Angehörige der linken Szene bezeichnete, verfolgt worden wäre.\nDer Richter wies in seiner Urteilsverkündigung daraufhin, dass es wohl schwer vorstellbar sei, dass die beiden Angeklagten kurz nach Mitternacht aus ihren Wohnorten Ganderkesee und Wildeshausen nach Delmenhorst kämen, um dort spazieren zu gehen. Da er es auf Grund der übereinstimmenden und präzisen Aussagen von Tatzeug_innen und ermittelnden Beamt_innen sowie den Funden der Haussuchungen als erwiesen ansah, dass beide die Sachbeschädigungen in einem Gesamtschadenswert von über 3000,- Euro begangen haben, verurteilte er Kevin Boeck zu 50 Arbeitsstunden und Niklas Brunkhorst zu 250,- Euro Geldstrafe. In den Schlusssätzen gab das Gericht dem Angeklagten Boeck deutlich zu verstehen, dass dieser im Falle eines weiteren Verfahrens mit weitaus härteren Strafen zu rechnen habe, unter anderem deshalb, weil bei ihm während des Prozesses keinerlei Reue oder Einsicht zu bemerken war.\nAußer von ihren Anwälten und einem Vertreter der Jugendgerichtshilfe wurden die beiden Beschuldigten von einer größeren Gruppe Neonazis aus Delmenhorst und Bremen ins Gericht begleitet. Schon kurz nach 8 Uhr sammelte sich diese, darunter Gerry Bakker und Simon Lahusen aus dem Umfeld der Bremer Hooligangruppe »Standarte Bremen« und der »Freien Nationalisten Bremen«, in den nahegelegenen Graftanlagen und betrat kurz danach das Gerichtsgebäude. Gegen 9.30 Uhr versammelten sich auf dem gegenüber liegenden Bismarckplatz etwa 40 Teilnehmer_innen einer antifaschistischen Kundgebung. In Redebeiträgen und einem Flugblatt wurde auf die zunehmenden Übergriffe, Bedrohungen und Aktivitäten der Delmenhorster Neonaziszene hingewiesen. Nach Beginn der Kundgebung verließen die Delmenhorster Neonazis Mario Müller und Julian Monaco das Gerichtsgebäude und versuchten anschließend die Kundgebungsteilnehmer_innen zu fotografieren. Als diese daraufhin die Neonazis aufforderten das Fotografieren einzustellen, kam es zu Wortgefechten und einem Handgemenge, in dessen Verlauf der Delmenhorster Neonaziaktivist Mario Müller einen mitgeführten Karabinerhaken zum Schlagring umfunktionierte. Zum Einsatz kam der Schlaggegenstand nicht. Polizeikräfte griffen in das Geschehen ein und leiteten die Neonazis kurzerhand zurück in das Gerichtsgebäude.\nMüller war es auch, der gemeinsam mit einem weiteren Delmenhorster Neonazi die beiden Angeklagten in den Gerichtssaal begleiten durfte. Da für den Rest des militanten »Begleitschutzes« der Platz in dem Gerichtssaal nicht ausreichte, verließen die übrigen Neonazis das Gericht. Draußen wurden sie von der Polizei zu einem wenige hundert Meter entfernten Platz gebracht, wo sie auf den Ausgang des Gerichtsverfahrens warteten. Diese Wartezeit mittels einer schwarz-weiß-roten Fahne in eine Mahnwache umzuwidmen, geriet zum zwischenzeitlichen Flop. Vorübergehende Passant_innen zeigten sich eher erschreckt als interessiert, vor allem da sich der überwiegende Teil der Neonazis vermummt hatte. Als sich nach der Urteilsverkündigung auch die anderen vier Neonazis, darunter auch der im Gericht als »Aussteiger« präsentierte Niklas Brunkhorst, der Gruppe angeschlossen hatten, wurde den Neonazis der weitere Weg in die Innenstadt durch die Polizei verwehrt. Ein anscheinend noch Minderjähriger wurde daraufhin von seiner Mutter abgeholt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.07.30/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am gestrigen Mittwoch, den 29.7.2009, fand vor dem Amtsgericht Delmenhorst ein Prozess gegen zwei Aktivisten der neonazistischen Szene in Delmenhorst statt. Beiden Beschuldigten wurde Sachbeschädigung vorgeworfen. Einer der Angeklagten musste sich darüber hinaus wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten. Außerhalb des Gerichtsgebäudes wurde gleichzeitig, mittels einer Kundgebung auf die Umtriebe der lokalen Neonaziszene hingewiesen. Auch etliche Neonazis aus Delmenhorst und Bremen zog es anlässlich des Gerichtstermins in die niedersächsische Kreisstadt.","title":"Gerichtsverhandlung mit Begleitprogramm"},{"city":"Delmenhorst","content":"","date":"29 Juli 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-07-29/","section":"Fotos","summary":"","title":"29.07.2009 / Delmenhorst: Gerichtsverhandlung mit Begleitprogramm"},{"city":"Hannover","content":" Sie täuschen sogar ihre Idole. Unter falschen Angaben wollte man den Referenten zu den Veranstaltung locken. Am vergangenen Wochenende fand in Hannover-Laazen ein internes Koordinierungstreffen der niedersächsischen Neonaziszene statt. Beworben wurde die Veranstaltung zuvor mit dem Auftritt eines Ritterkreuzträgers, der »als blutjunger Soldat« in Afrika stationiert war. Pikanterweise wurde der angekündigte Referent bis zuletzt über die politischen Hintergründe im Unklaren gelassen.\nBei dem angekündigten Referenten handelte es sich um den 1922 geborenen Günter Halm aus dem niedersächsischen Bad Münder. Doch Halm, der 1995 ebenfalls mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, ist nach Eigenangaben alles andere als ein Sympathisant der braunen Überzeugungstäter. »Eher das Gegenteil« wie der heutige 86jährige auf Nachfrage betonte. Wie viele andere Jugendliche, gerade dem Kindesalter entwachsen, sei er damals »von der Schulbank weg« an die Kriegsschauplätze geschickt worden und bitter enttäuscht zurückgekommen. Mit Politik hatte er damals wie heute nichts am Hut. Nicht zuletzt aus diesem Grund reagierte Halm mit Erstaunen und Verärgerung auf eine Neonaziveranstaltung am vergangenen Wochenende in Hannover.\nAnlässlich des »Stammtisch Nationaler Kräfte«, einem monatlich stattfindenden Neonazi-Treffen in der Landeshauptstadt warben die Organisatoren der Veranstaltung mit dem Auftritt von Günter Halm als Zeitzeugen. Ankündigungen welche bei dem fälschlich angekündigten Referenten noch Tage später nur Kopfschütteln hervorrufen. „Hätte Ich den Vortrag gehalten, hätten sich die Teilnehmer umgeschaut und sich wohl auf der falschen Veranstaltung gewähnt“, amüsiert sich Halm im Nachhinein. Tatsächlich sei man an ihn herangetreten. »Ein junger Mann«, erinnert sich Halm, »überaus höflich und gut erzogen«. Wie ein Neonazi habe dieser nicht gewirkt. Er gehöre zu einem »unpolitischen Stammtisch«, und man wolle einen Vortrag über den zweiten Weltkrieg veranstalten, mit Halm als Referenten. Da ihm der Mann suspekt war, Hintergründe sowie den Ort des »Stammtisches« verschwieg, schlug der Umworbene das Angebot aus. Daraufhin sei der Mann einige Tage später erneut an der Haustür erschienen, insgesamt dreimal. Sogar um eine Autogrammkarte habe er gebeten.\nDoch die Absage des Referenten hinderte die neonazistischen Veranstalter des »Stammtisches Nationale Kräfte« nicht daran weiterhin mit dem bevorstehenden Auftritt des Ritterkreuzträgers zu werben. Erst nachdem das Treffen im Vorfeld ruchbar wurde sagte man das angekündigte Referat ab. Man wolle dem 86jährigen einen möglichen Polizeieinsatz »nicht zumuten«, hieß es in einer Mitteilung. Aussagen mit nur wenig Wahrheitsgehalt. Halm fühlt sich verleumdet und ist sich sicher: »Da möchte man mich für mehr als fragwürdige Zwecke missbrauchen«. In der Neonaziszene gehört der Bezug in die Vergangenheit zum Selbstverständnis. Jedoch ein anderes, als es Halm vertritt. »Krieg ist für die Betroffenen schrecklich«, das habe er schmerzlich erfahren müssen.\nErfahrungswerte, die innerhalb der Neonaziszene jedoch ausgeklammert werden. Kampf- und Durchhalteparolen prägen seit jeher deren Auftritte. »Wenn wir es geschafft haben, wirklich alle in der nationalen Opposition zu vereinigen, unter welchem Vorzeichen auch immer, dann wird es wie einst einen Sternmarsch nach Berlin geben, und dann wird uns keiner dieser Hochverräter mehr entkommen. Dann wird jede Ausfallstraße gesperrt sein, Barrikaden werden stehen. Dann ist Deutschland wieder erwacht«. Mit Aussagen wie diesen, welche der langjährige Führungsaktivist der niedersächsischen Neonaziszene Dieter Riefling in einem Redebeitrag verkündete, soll die Anhängerschaft auf militanten Aktivismus und den geforderten »Kampf um die Straße« eingestimmt werden. Riefling gilt ebenso als Verfasser des Einladungsschreibens des nun in Hannover stattgefundenen »Stammtisches Nationalen Kräfte«.\nDass Riefling mit Günter Halm als Referenten trotz dessen Absage und somit wieder besseren Wissens warb, erscheint als inszenierte Werbeaktion. Dadurch »erhoffte man sich wohl eine erhöhte Anzahl der Teilnehmer« merkte Halm an. Vor allem in den ehemaligen Soldaten manifestiere sich nach neonazistischer Lesart »Deutsche Tugenden« wie »Treue, Mut und Ehrlichkeit«. Die »Erlebnisgeneration« des zweiten Weltkrieges, ihre Vorträge und Bücher besitzen nicht zuletzt deswegen innerhalb der Neonaziszene eine ungebrochene Anziehungskraft. Tugenden die, so abstrakt sie auch sein mögen, keinen Eingang in die aktuellen Tätigkeiten der Neonaziszene gefunden haben. Zumindest bei Dieter Riefling scheint es nicht nur im Bezug auf die Ehrlichkeit erheblichen Nachholbedarf zu geben.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.25/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Sie täuschen sogar ihre Idole. Unter falschen Angaben wollte man den Referenten zu den Veranstaltung locken. Am vergangenen Wochenende fand in Hannover-Laazen ein internes Koordinierungstreffen der niedersächsischen Neonaziszene statt. Beworben wurde die Veranstaltung zuvor mit dem Auftritt eines Ritterkreuzträgers, der »als blutjunger Soldat« in Afrika stationiert war. Pikanterweise wurde der angekündigte Referent bis zuletzt über die politischen Hintergründe im Unklaren gelassen.","title":"Braune Rattenfängerei nach Innen und Außen in Hannover"},{"city":"Ungarn","content":" »Junge ungarische Nationalisten zwecks militärischer Grundausbildung gesucht«. Mit diesen Zeilen bewirbt die militante »Ungarische Nationale Front« ein für den kommenden Juli geplantes paramilitärisches Ausbildungslager der ungarischen Neonaziszene. Bereits Anfang Mai bewarb die »Ungarische Nationale Front« (Magyar Nemzeti Arcvonal – MNA) ein ähnliches Lager. Die uniformierte und schwer bewaffnete Anhängerschaft der Gruppierung trainierte dort für den Ernstfall. Granatwerfen, Nahkampf sowie der Umgang mit Schusswaffen standen auf dem Programm, denn in dem öffentlich beworbenen Waffenlager sollten »praktische, militärische Grundkenntnisse« vermittelt werden.\nAus ihrer politischen Zielsetzung macht die militante Organisation dabei kein Geheimnis. »Ungeeignet und unwürdig« sei die Ungarische Regierung, ein Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung stehe kurz bevor. Auf die Zeit des Umbruchs wolle man sich demnach vorbereiten. Offen wurde das vorangegangene militärische Ausbildungslager im Internet beworben. Ausgerichtet wurde das paramilitärische Treffen durch den »Wanderfalken«, eine Jugendorganisation der »Ungarischen Nationalen Front«, welche gleichzeitig als der »militärische Arm« der Gruppierung in Erscheinung tritt. »Im militärischen Geiste« wolle man die Jugendlichen erziehen, dafür stünde ein zentrales Ausbildungslager bereit. Auch ein spezielles Ausbildungsprogramm im Umgang mit Waffen für weibliche Unterstützerinnen wurde angeboten. »Erfahrene Mitglieder« der Gruppierung vermittelten im Verlauf der Zusammenkunft die »Grundlagen der Waffentechnik«, des Schießens mit scharfer Munition sowie der Überwindung von Hindernissen. Militärischer Drill gehörte ebenso zum Trainingsprogramm wie das Einüben von speziellen Wurftechniken für den Einsatz von Granaten und die Grundlagen von Nahkampfttechniken.\nZiel des Ausbildungsprogramms ist die Aufstellung paramilitärischer Einheiten in dem EU-Mitgliedsland. Die »Ungarische Nationale Front« sieht sich dabei in Opposition zur derzeitigen Regierung unter Ministerpräsident Gordon Bajnai. Dieser hatte erst im April 2009 die Regierungsgeschäfte übernommen nachdem sein Vorgänger Ferenc Gyurcsán auf dem bisherigen Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise in Ungarn und anhaltender regierungsfeindlicher Demonstrationen in der Hauptstadt Budapest sein Amt niedergelegt hatte. Bei den heftigen Ausschreitungen im Verlauf der wochenlangen Proteste standen zahlreiche Mitglieder rechtsradikaler und neonazistischer Gruppierungen in vorderster Front und lieferten sich Straßenschlachten mit Sicherheitskräften und der Polizei. Die »Ungarische Nationale Front« ist allerdings nur eine von dutzenden neonazistischen Splittergruppen, welche gemeinsam mit rechtsradikalen Parteien die in ihren Augen »jüdische Interessenspolitik« der »verweichlichten« ungarischen Regierung bekämpft und destabilisiert.\nDer Name »Ungarische Nationale Front« (Magyar Nemzeti Arcvonal- MNA) steht dabei für eine der ältesten neonazistischen Gruppierungen Ungarns. Im Jahr 1989 offiziell gegründet versteht sich die Gruppe als legitime Nachfolgeorganistin der »Hungarista Bewegung«. Diese nationalsozialistische Bewegung ist ihrerseits aus der 1935 gegründeten »Partei des nationalen Willens« entstanden und wurde später unter der Bezeichnung »Pfeilkreuzer« über die Grenzen Ungarns hinaus durch begangene Verbrechen berühmt und berüchtigt. Nachdem Ungarn im Jahr 1944 durch Wehrmachtsverbände des nationalsozialistischen Deutschland besetzt wurde, kollaborierten die »Pfeilkreuzer« mit den Besatzer_innen und übernahmen die Regierungsgeschäfte in dem osteuropäischen Land. Nach ihrer Machtübernahme ermordeten deren uniformierten Mitglieder in einer Terrorwelle zehntausende jüdische Bürger_innen. Hunderttausende wurden bis zum Sturz der Regierung gewaltsam deportiert und fielen den Konzentrations- und Vernichtungslagern des nationalsozialistischen Regimes zum Opfer.\nFür die »Ungarische Nationale Front« kein negativer Makel. »Entschiedenes Vorgehen gegen Zigeuner und jüdische Lebensart« lautet eine der Voraussetzungen welche die zahlreichen Anhänger der Organisation erfüllen müssen. Ähnlich wie im Mai 2009 plant die »Ungarische Nationale Front« nun im Juni ein erneutes paramilitärische Ausbildungslager. »Unter anderem werden Themen wie Grundlagen des Gefechts, Nahkampf, Waffenkenntnisse, Stärkung der Ausdauer usw. theoretisch und praktisch behandelt.«, heißt es in der Bewerbung der Veranstaltung. »Homosexuelle, Zigeuner und Juden ist eine Teilnahme verwehrt«, so die ungarische Neonaziorganisation auf ihrer Internetseite. Dort wirbt die Gruppe auch mit einem Werbefilm für das neuerliche Lager. Die Paramilitärs der »Ungarische Nationale Front« präsentieren in dem veröffentlichten Video ihr Trainingsprogramm. Bewaffnete Einheiten stürmen Gebäude und üben sich in nächtlichen Kommandoaktionen. Die Gefahr in Ungarn wächst, das nun die anhaltenden, zum Teil gewaltsamen Aktionen auf der Straße in der Zukunft durch eine eventuelle Beteiligung militärischer Gruppierungen ergänzt werden könnte. Dennoch, die Präsenz neonazistischer Paramilitärs in dem Mitgliedsland der Europäischen Union findet in den Verlautbarungen der ungarischen Regierung bislang keine Erwähnung.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.23/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"»Junge ungarische Nationalisten zwecks militärischer Grundausbildung gesucht«. Mit diesen Zeilen bewirbt die militante »Ungarische Nationale Front« ein für den kommenden Juli geplantes paramilitärisches Ausbildungslager der ungarischen Neonaziszene. Bereits Anfang Mai bewarb die »Ungarische Nationale Front« (Magyar Nemzeti Arcvonal – MNA) ein ähnliches Lager. Die uniformierte und schwer bewaffnete Anhängerschaft der Gruppierung trainierte dort für den Ernstfall. Granatwerfen, Nahkampf sowie der Umgang mit Schusswaffen standen auf dem Programm, denn in dem öffentlich beworbenen Waffenlager sollten »praktische, militärische Grundkenntnisse« vermittelt werden.","title":"»Grundausbildung für den Bürgerkrieg in Ungarn«"},{"city":"Budapest","content":"","date":"23 Juni 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-06-23/","section":"Fotos","summary":"","title":"»Grundausbildung für den Bürgerkrieg in Ungarn«"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"term:orte","permalink":"https://recherche-nord.com/orte/ungarn/","section":"Orte","summary":"","title":"Ungarn"},{"city":"Eschede","content":" Das neonazistische Ritual wurde von einem massiven Polizeieinsatz begleitet. Rund 260 Neonazis zelebrierten am vergangenen Samstag auf dem abgelegenen Hof eines NPD Mitglieds im niedersächsischen Eschede eine neonazistische »Sonnenwendfeier«. Nicht nur in Norddeutschland gilt das jährlich stattfindende Treffen als bedeutender Bestandteil der »Erlebniswelt Neofaschismus«. Hier wird neonazistische Ideologie vermittelt, jugendliche Mitläufer politisiert. Während der Anreise stellten Polizeibeamte Waffen und sowie zahlreiche strafrechtlich relevante Tonträger sicher.\nBereits am Vortag fanden sich Neonazis auf dem Landgut in Eschede ein. Mit dem Anwesen des langjährigen NPD-Mitglieds Joachim Nahtz verfügt die norddeutsche Neonaziszene seit etlichen Jahren über einen abgeschirmten und weitestgehend ungestörten Rückzugspunkt. Auf dem weitläufigen Areal in der Lüneburger Heide finden regelmäßig ideologisch motivierte Veranstaltungen statt. Neben Zeltlagern von neonazistischer Vereinsorganisationen wie der im März 2009 verbotenen »Heimattreuen Deutschen Jugend e. V.« (HDJ), Sonnenwendfeiern, Musikveranstaltungen, Koordinierungs- und Vernetzungstreffen, kommt man hier ebenso für internen Schulungs- und Strategieveranstaltungen zusammen. Die immense Bedeutung für die norddeutsche Neonaziszene resultiert vor allem aus der räumlichen Abgeschiedenheit des Geländes. Hier können jugendliche Neonazis und Aktivist_innen wie zuletzt am vergangenen Wochenende erfolgreich indoktriniert werden. Auch Minderjährige befinden sich immer wieder unter den angereisten Teilnehmer_innen. Nationalsozialistische Ideologie und rassistische Weltanschauungen können auf »Hof Nahtz« in Eschede nahezu ungestört weitergereicht und verfestigt werden.\nVon dem Gelände gehen ebenfalls strafrechtliche und gewaltsame Aktivitäten aus. So attackierten im vergangenen Jahr Mitglieder einer neonazistischen Ordnertruppe einen Journalisten welcher Aktivitäten von Neonazis in Eschede dokumentierte. Bei einer neonazistischen Gruppierung aus Winsen/Aller, welche auf dem Anwesen von Joachim Nahtz verkehrten, wurden bei einer Polizeirazzia vor einigen Monaten ein Waffenlager, Munition und Propagandamaterial gefunden. Unter den beschlagnahmten Waffen befand sich auch ein G3-Maschinengewehr. Die militante Gruppierung, welche unter dem Namen »Divison 88« mehrere Wehrsportübungen durchführte, plante nach Eigenangaben eine systematische Menschenjagd auf »muslimische Terroristen«. Doch auch auf dem Anwesen selbst wurden bereits sogenannte Wehrsportübungen und militärische Schulungen durchgeführt. Si auch im Jahr 1992, als rund 30 Aktivisten der inzwischen verbotenen »Nationalen Liste« (NL) auf dem Gelände eine 3-tägige paramilitärische Wehrsportübung veranstalteten. Bei einer daraufhin durchgeführten Polizeirazzia stellen Einsatzkräfte der Polizei neben Propagandamaterialien auch Waffen sicher.\nDer direkte Bezug zum Nationalsozialismus und die Vermittlung der innewohnenden völkisch-nationalistischen Ideologie trat während der stattgefundenen Sonnenwendfeier in Eschede offen zu Tage. Im Verlauf der abendlichen Zeremonie wurde nach Eigenangaben der Veranstalter_innen das Lied »Ein junges Volk steht auf« von den angereisten Neonazis »feierlich« angestimmt. Dabei handelt es sich um ein Pflichtlied der Hitlerjugend (HJ), welches von verschiedenen Landesämtern der Verfassungsschutzes als strafrechtlich relevant eingestuft wird. Wegen der Verbreitung dieses Liedes sind inzwischen in einigen Bundesländern Ermittlungsverfahren gegen Neonaziaktivisten wegen Volksverhetzung anhängig. Sprichwörtliche Brücken in die Vergangenheit schlug während der Sonnenwendfeier in Eschede auch ein weiteres der angestimmten Lieder. Dabei handelte es sich um das Stück »Flamme empor«, das bereits zum Bestandteil nationalsozialistischer Sonnenwendfeiern in den Jahren der NS-Diktatur gehörte. »Flamme empor« lautete auch das Motto der 1994 vom Bundesinnenministerium verbotene »Wiking Jugend«. Ein Leitsatz der auch bei der verbotenen »Heimattreuen Deutschen Jugend« seinen Eingang fand und als einleitende Worte während der Gründung der »HDJ-Einheit Mecklenburg und Pommern« verwendet wurden.\nUnter Trommelschlägen waren die Neonazis in Eschede am vergangenen Wochenende vor Entzündung des Feuers zusammengekommen. Aufgestellt in Marschformation, in den Händen brennende Fackeln und Reichsfahnen. Das abendliche Schauspiel diente der Vermittlung von militärischer »Kameradschaft« und Zusammenhalt sowie der kämpferisch anmutenden Aufforderung der gesellschaftlichen Entwicklung entgegenzusteuern, wie die Veranstalter_innen im Nachhinein betonten. Als Organisationsstrukturen der nun stattgefundenen Sonnenwendfeier traten dabei die parteiunabhängigen Gruppierungen der »Kameradschaft Celle 73«, der »Snevern Jungs«, »Nationale Sozialisten OWL/SHG«, der »Freien Kräfte Hannover« sowie der »Düütschen Deerns« in Erscheinung. Allesamt Untergruppen der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen«, einem Dachverband der niedersächsischen Neonaziszene. Auch Fahrzeuge aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und dem benachbarten Polen steuerten das Anwesen im Verlauf des Tages an und erreichten das Gelände nach kurzem Stopp in den polizeilichen Kontrollstellen.\nDie Sonnenwendfeier auf dem abgelegenen Grundstück in Eschede beschränkte sich dabei nicht auf die Vermittlung völkischer Versatzstücke sondern diente ebenfalls der Vorbereitung zukünftiger Aktivitäten wie beispeilsweise einem geplanten Aufmarsch Anfang August im niedersächsischen Bad Nenndorf. An entsprechenden Informationsständen wurden diesbezügliche Propagandamaterialien verbreitet. Zeitgleich regte sich im Ortskern von Eschede Widerstand gegen das braune Treiben. Bereits in den frühen Nachmittagsstunden versammelten sich etwa 60 Personen zu einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Wenige Stunden später fand sich dann eine weitere Protestveranstaltung unter der Leitung des Bürgermeisters in der Samtgemeinde statt. Einhalt wird den Vorgängen auf »Hof Nahtz« damit kaum geboten werden. Spätestens im September wird mit einem völkischem »Erntefest« eine weitere Veranstaltung der Szene erwartet. Die »Kameradschaft Celle 73« kündigte für den kommenden Dezember bereits eine weitere Sonnenwendfeier an. Nationalsozialistische Indoktrination inbegriffen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.21/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das neonazistische Ritual wurde von einem massiven Polizeieinsatz begleitet. Rund 260 Neonazis zelebrierten am vergangenen Samstag auf dem abgelegenen Hof eines NPD Mitglieds im niedersächsischen Eschede eine neonazistische »Sonnenwendfeier«. Nicht nur in Norddeutschland gilt das jährlich stattfindende Treffen als bedeutender Bestandteil der »Erlebniswelt Neofaschismus«. Hier wird neonazistische Ideologie vermittelt, jugendliche Mitläufer politisiert. Während der Anreise stellten Polizeibeamte Waffen und sowie zahlreiche strafrechtlich relevante Tonträger sicher.","title":"Nationalsozialistische Sonnenwende in Niedersachsen"},{"city":"Niedersachsen","content":"https://recherche-nord.com/gallery/\"\"","date":"20 Juni 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-06-20/","section":"Fotos","summary":"https://recherche-nord.com/gallery/\u0026#34;\u0026#34;","title":"20.06.2009 / Eschede: Nationalsozialistische Sonnenwende in Niedersachsen"},{"city":"Hannover","content":" Am vergangenen Freitag fand in der niedersächsischen Landeshauptstadt der sogenannte »Stammtisch Nationale Kräfte« (SNK) statt – ein monatliches Treffen der niedersächsischen Neonaziszene. Die Veranstaltung war einmal mehr hochkonspirativ organisiert. Abseits einer vielbefahrenen Straße, auf dem Parkplatz einer Fast-Food-Kette in Hannover-Wülfel befand sich der Schleusungspunkt. Erst hier erfuhren die anreisenden Teilnehmer_innen den eigentlichen Ort der Zusammenkunft. Unbegründet waren die Sicherheitsvorkehrungen nicht, besaß das Treffen doch politische Brisanz.\nDer spätere Veranstaltungsort des »Stammtisches« befand sich rund zwei Kilometer entfernt. Etwa zwei Dutzend Neonazis fanden sich im Verlauf der Abendstunden in den nahegelegenen Räumlichkeiten der Gaststätte Hubertus in Hannover Laatzen ein. Für die Betreiber ein ganz normaler Abend, denn über den politischen Hintergrund der Gäste herrschte bis zuletzt Unkenntnis. In einer zuvor verbreiteten Einladung der Veranstaltung hatten die Organisatoren des »Stammtisches« großen Wert auf unauffälliges Outfit gelegt. »Aufgrund der Problematik für uns als Nationalisten im Großraum Hannover Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu finden, bitten wir euch zur Veranstaltung politisch neutral gekleidet zu erscheinen!«. In der Vergangenheit hatte der »Stammtisch« immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, so auch im November 2006. Damals trafen sich die Neonazis im Vereinsheim des Bundesligisten Hannover 96. »Nicht zum ersten Mal«, wie Maren Brandenburger, Pressesprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes damals auf Nachfrage einräumte.\nSeitdem waren die konspirativen Treffen, zu denen bis zu 80 Teilnehmer_innen zusammenkommen, mehrfach bekannt geworden. So zum Beispiel in Langenhagen, Garbsen, Hannover-Vinnhorst oder auch im »Deutschen Haus« in Seelze-Dedensen. Die Betreiber_innen von Gaststätten im Großraum Hannover scheinen nun durch die Berichterstattung sensibilisiert, mehrere Treffen mussten die Neonazis daraufhin vorzeitig abbrechen. Wirte informierten die Polizei welche die Neonazis vor die Tür setzten. Der Gefährdung ihrer monatlichen Treffen bewusst legten die Veranstalter nun ein gesteigertes Augenmerk auf unauffälliges Erscheinungsbild. Der Argwohn der Gaststättenbetreiber_innen und ein daraus resultierender vorzeitiger Abbruch der Veranstaltungen sollte so verhindert werden. »Wir zweifeln an der geistigen Reife von Leuten, die ihr Rechtsrockgroupie-Erscheinungsbild aufgrund der derzeitigen Lage nicht ablegen können«, so die mahnenden Worte im Einladungsschreiben des »Stammtisches«.\nDie monatlich stattfindenden Treffen gelten längst als wichtige Knotenpunkte der Neonaziszene in Hannover und dem übrigen Niedersachsen. Hier tauschen die militanten »Überzeugungstäter« Demonstrationstermine aus, planen Strategien und Aktionen. Der »Stammtisch Nationale Kräfte« in Hannover wird dabei gemeinsam von der NPD-Hannover und parteiunabhängigen »Freien Kräften« organisiert. Neben diesem Treffen finden allerdings auch andere »Stammtische« im Flächenland Niedersachsen statt. Vernetzungstreffen wie beispielsweise der »Stammtisch Nord«, ein regelmäßig stattfindendes »Arbeitstreffen« im Norden Niedersachsens. Zu den monatlichen Treffen reisen Neonazis aus mehreren Bundesländern an. Während einer Veranstaltung im August 2007 im niedersächsischen Reppenstedt waren Neonaziaktivisten aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, und Hamburg zugegen.\nNeben den überregionalen finden auch regional begrenzte Koordinierungstreffen, wie beispielsweise der »Stammtisch Hildesheim«, statt. Bei einem der Hauptinitiatoren des Hildesheimer Treffens handelt es sich um Dieter Riefling aus dem niedersächsischen Alfeld. Ein Führungsaktivist der Neonaziszene mit einer ebenso langen wie umtriebigen Karriere. So war Riefling ein Mitglied der 1995 verbotenen »Freiheitlichen Arbeiterpartei« (FAP) und gehört heute zu den Anführern der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen«, einem organisatorischem Zusammenschluss der parteiunabhängigen Neonaziszene in Niedersachsen. Gruppierungen wie die als gewaltbereit geltende »Kameradschaft Celle 73«, die »Snevern Jungs« oder auch die »Kameradschaft Lüneburg – Sturm 16« finden sich in diesem Dachverband zusammen. Riefling gilt als »Hetzprediger« der Szene. So schwärmt der NPD-Kandidat der vorangegangenen niedersächsischen Landtagswahl in seinen Redebeiträgen regelmäßig von einer »kommenden Machtergreifung« und fordert, wie nun zuletzt während eines Neonaziaufmarsches am 23.05.2009 im niedersächsischen Lüneburg, die »vorübergehende Organisationsform namens BRD« auf den »Abfallhaufen der Geschichte« zu werfen. Riefling verschickte nun auch das Einladungsschreiben des am vergangenen Freitag in Hannover stattgefundenen »Stammtisches«.\nAuch Marc Oliver Matuszewski aus Hannover gehört zum organisatorischen Kreis des monatlichen Vernetzungstreffens. Ebenso wie Riefling wird Matuszewski, welcher auch als Ansprechpartner der »Nationalen Hochschulgruppe Hannover« in Erscheinung tritt, dem harten Kern der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« zugerechnet und ist seit Jahren fester Bestandteil der norddeutschen Neonaziszene. Gemeinsam mit Danny Subke aus dem nahegelegenen Misburg betreibt der NPD-Aktivist Matuszewski das einschlägige Internetportal der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen«, welches als inoffizielles Kontaktformular des »Stammtisch Nationaler Kräfte« gilt. Als führender Vertreter der Neonaziszene Hannovers gehörte er ebenso zu den Versammlungsleitern eines geplanten Neonaziaufmarsches am 1. Mai 2009 in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Die Demonstration wurde wegen befürchteter gewalttätiger Auseinandersetzungen im Vorfeld durch den Hannoveraner Polizeipräsidenten verboten.\nUrsprünglich wurde der »Stammtisch Nationale Kräfte« (SNK) von langjährigen Mitgliedern der NPD-Hannover wie Gerrit Gagelmann organisiert. Nachdem die Aktivitäten des NPD-Unterbezirk im Jahr 2006 zunehmend stagnierten und sich ältere Mitglieder zurückzogen, übernahmen Neonazis wie Matuszewski oder auch der Hannoveraner Neonazi Ronny Damerow die Organisation der »Stammtische« und bauten es in der Folgezeit zu einem der wichtigsten Neonazitreffen im Herzen Niedersachsens aus. Damerow wirkt im Rahmen des »Stammtisches« zumeist im Hintergrund, zählt aber dennoch zu den treibenden Kräften. Wenn Neonazis aus Hannover zu politischen Aufmärschen reisen übernimmt Damerow zumeist die Koordinierung. Gänzlich zurückgezogen hat sich die vormalige Leitung der NPD-Hannover jedoch nicht. Am vergangenen Freitag gehörte auch Gerrit Gagelmann zu den anreisenden Teilnehmer_innen, die sich auf dem Parkplatz der Fast-Food-Kette die letzten Instruktionen zu der Veranstaltung holten.\nZum Rahmenprogramm des »Stammtisches« gehören immer wieder politische Vorträge und Referate, aber auch »musikalische Begleitung«. So soll die einschlägige »nationale Liedermacherin« Annett Müller aus Bad Lauterberg dort ebenso aufgetreten sein wie zuvor das mehrfach vorbestrafte NPD-Bundesvorstandmitglied Thorsten Heise aus dem thüringischen Fretterode. Während einer Veranstaltung im Vereinsheim von Hannover 96 mit dem Hamburger Rechtsanwalt und stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Jürgen Rieger soll es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Militante Neonazis sollen dabei einen Trainer des Fußballvereins attackiert haben. Auch das nun stattgefundenen Treffen sollte ursprünglich durch ein Referat eröffnet werden. Man wollte sich mit der »Historie des deutschen Afrikafeldzuges (1940-1943) beschäftigen«. In dem Einladungsschreiben von Dieter Riefling hieß es dazu folgendermaßen »Unser diesmaliger Referent nahm an diesem im deutschen Afrikakorps selbst teil. Er verdient sich in den Kämpfen in Afrika als blutjunger Soldat bereits mit 19 Jahren das Ritterkreuz«.\nWenn man den Ausführungen von Riefling Glauben schenken darf, handelte es sich bei dem angekündigtem Referenten um niemand geringeres als den heutigen Vorsitzenden der »Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger« (OdR) Günter Halm aus Bad Münder. Der 1922 geborene Halm gilt in Bad Münder als angesehener Bürger und wurde vielfach für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. So nennt Halm unter anderem die goldene Ehrennadel des Landessportbundes Niedersachsen, die silberne Stadtmedaille von Bad Münder sowie den Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes sein Eigen. 1995 wurde Halm sogar mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Daneben ist der Rentner Namenspatron der »Reservistenkameradschaft 14 – Günter Halm« im »Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.«. Doch aus dem geplanten Vortrag von Günter Halm wurde nichts. Nachdem das Treffen des »Stammtisches« im Vorfeld ruchbar geworden war sagte man das Referat kurzerhand ab, da man dem inzwischen 86jährigen Halm einen möglichen Polizeieinsatz »nicht zumuten« wollte. Wie sich im Nachhinein herausstellte war Halm über die politischen Hintergründe der Veranstaltung im Unklaren gelassen worden.\nEine Sorge welche sich als unbegründet erweisen sollte. Der nun stattgefundene »Stammtisch Nationaler Kräfte« wurde bereits nach drei Stunden gegen 22:56 Uhr für beendet erklärt. Zwar wurde das Treffen von Einsatzkräften der Polizei beobachtet, diese unterließen jedoch ein Einschreiten. Der nächste Termin des »Stammtisches Nationaler Kräfte» in Hannover könnte indes bereits feststehen. Regelmäßig kommen die Neonazis am ersten Freitag des Monats zusammen. Dort werde man sich, wie es in dem vorangegangenem Einladungsschreiben heißt, wieder verstärkt einer »Diskussion der politischen Weiterentwicklung« widmen. Zumindest bei der zukünftigen Ortswahl scheint diese »Weiterentwicklung« nun dringend erforderlich.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.20/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Freitag fand in der niedersächsischen Landeshauptstadt der sogenannte »Stammtisch Nationale Kräfte« (SNK) statt – ein monatliches Treffen der niedersächsischen Neonaziszene. Die Veranstaltung war einmal mehr hochkonspirativ organisiert. Abseits einer vielbefahrenen Straße, auf dem Parkplatz einer Fast-Food-Kette in Hannover-Wülfel befand sich der Schleusungspunkt. Erst hier erfuhren die anreisenden Teilnehmer_innen den eigentlichen Ort der Zusammenkunft. Unbegründet waren die Sicherheitsvorkehrungen nicht, besaß das Treffen doch politische Brisanz.","title":"Treffen des »Stammtisch Nationale Kräfte« in Hannover"},{"city":"Prag","content":" Es war ein gezielter Schlag gegen die neonazistische Szene. Am gestrigen Dienstag, den 09. Juni 2009 durchsuchten Polizeibeamte in mehreren Städten die Wohn- und Geschäftsräume führender tschechischer Neonazis. Die seit Monaten geplante Polizeiaktion richtete sich gegen die Vertriebs- und Veranstaltungsstrukturen neonazistischer Musikgruppen in der Tschechischen Republik. Zu diesen zählten auch mehrere Führungsaktivisten des militanten Neonazinetzwerkes »Národní odpor« (NO) . Mindestens zehn Personen wurden festgenommen. In der frühen Morgendämmerung begann die konzentrierte Aktion. Gegen 5:00 Uhr verschafften sich die Polizeibeamt_innen Zutritt zu den Wohnräumen führender Neonazis. Zielpersonen wurden von tschechischen Sondereinsatzkommandos umgehend festgenommen, die Wohnungen durchsucht und umfangreiche Beweismaterialien beschlagnahmt. Der gestrigen Polizeiaktion seien intensive Ermittlungstätigkeiten und eine monatelange Planung der tschechischen Polizeiabteilung für organisierte Kriminalität vorausgegangen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Prag. Das Ziel seien mehrere Aktivist_innen der neonazistische Musikszene in der Tschechischen Republik gewesen. Militante Untergrundstrukturen, wie die Führungsebene der tschechischen Neonaziorganisation »Národní odpor« (»Nationaler Widerstand«), welche maßgeblich in diese Tätigkeiten verstrickt seien, sollten durch die Maßnahmen ausgehoben werden. Die polizeilichen Ermittlungen begannen nach einem Neonazikonzert in der tschechischen Stadt Ochozi, in dessen Folge rassistische Inhalte im Internet verbreitet wurden. Die Festgenommen werden verdächtigt, sich der »Förderung und Unterstützung von Bewegungen die darauf abzielen die Rechte und Freiheiten der Bevölkerung zu Unterdrücken« schuldig gemacht zu haben. Auskünfte über die genaue Anzahl der festgenommen Neonaziaktivist_innen wurden bislang durch die tschechische Polizei verweigert. Offizielle Pressemitteilungen seien nicht vor dem Ende der Woche zu erwarten, teilte ein Sprecher der tschechischen Strafverfolgungsbehörden inzwischen auf Nachfrage mit. Nach bisher bekannt gewordenen Angaben wurden mindestens 10 Personen in Gewahrsam genommen und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Darunter auch mehrere Mitglieder neonazistischer Musikgruppen. Diese sollen durch Liedtexte ihre Zuhörer_innen systematisch zum Rassenhass aufgestachelt haben. Unter den Festgenommen soll sich nach Angaben tschechischer Medien auch Pavala Blinku, Sänger der tschechischen Rechtsrockband »Devils Guard«, befunden haben. Der Name der Formation bezieht sich auf eine bewaffnete Einheit ehemaliger Mitglieder der Waffen-SS, die nach Beendigung des 2. Weltkrieges als Söldner der Französischen Fremdenlegion in Indochina tätig gewesen sein sollen. Blinku soll sich nun ebenso in Untersuchungshaft befinden wie Vilém Farkač, der ein führendes Mitglied des »Národní odpor« darstellt und Sänger der Gruppe »Attack« ist, welche zu den bekanntesten tschechischen Musikgruppen des neonazistischen Milieus zählt. Für den kommenden 27. Juni ist im Rahmen eines tschechischen Neonazifestivals im deutsch-tschechischen Grenzgebiet ein Auftritt der Gruppe geplant. Mit dabei auch einschlägige Musikgruppen aus der benachbarten Bundesrepublik. Mit Martin Franěk trafen die polizeilichen Maßnahmen auch einen der umtriebigsten Organisatoren von Neonazikonzerten in der Tschechischen Republik. Dieser soll auch zu den Organisator_innen der Konzertveranstaltung in Ochozi im Jahr 2008 gehört haben, welche schließlich zu der nun stattgefundenen Polizeiaktion führte. Franěk betreibt in Prag den so genannten »Hate-Core-Shop«, ein Ladengeschäft in dem szenetypische Accessoires und rechtsradikale Musik erworben werden können. Wie tschechische Medien mitteilten, wurde »unter der Ladentheke« ein florierender Handel mit indizierter Musik betrieben. Auch hier wurden die Behörden vorstellig und beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial, Computer und Mobiltelefone. Der langjährige Neonazi Martin Franěk wird der Führungsebene des »Národní odpor« zugerechnet. Die Organisation versteht sich als militante Kampfgemeinschaft, ihr Ziel ein auf rassistischen Grundlagen errichtetes nationalsozialistisches Regime. Neben Demonstrationen verbreitet »Národní odpor« rassistische und antisemitische Botschaften mit Hilfe neonazistischer Musik. Ähnlich wie das im September 2000 in Deutschland verbotene Netzwerk von »Blood \u0026 Honour« nutzt die Gruppierung unter anderem Konzertveranstaltungen zur ideologischen Politisierung ihrer Anhängerschaft. Die aggressive Agitation des »Národní odpor« trägt bereits erste Früchte. In den letzten Jahren konnte eine zunehmende Radikalisierung der tschechischen Neonaziszene beobachtet werden. Für internationales Aufsehen sorgten im vergangenen Jahr pogromartige Ausschreitungen im tschechischen Litvinov. Hunderte, zum Teil bewaffnete Neonazis versuchten im November 2008 eine von Roma bewohnte Siedlung anzugreifen und lieferten sich anschließend heftige Straßenschlachten mit der Polizei. Die Ausschreitungen wurden zuvor über die Internetseite des »Národní odpor« beworben. In der Tschechischen Republik gilt die militante Neonazigruppe als illegale Vereinigung. Ein Makel der tschechische Neonazis nicht daran hindert im europäischen Umland offen in Erscheinung zu treten. So auch am 14.02.2009 in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Im Rahmen einer Großdemonstration der deutschsprachigen Neonaziszene mit mehreren tausend Teilnehmern wehten auch die Fahnen des »Národní odpor«. In Erscheinung trat die Vereinigung ebenfalls im Sommer 2008 auf dem so genannten »Veneto-Festival«, einem jährlich in der Nähe des italienischen Verona stattfindenden Neonazifestival. Eine 20-köpfige Delegation des »»Národní odpor« begleitete die dort auftretende slowakische Neonaziband »Judenmord«. Mit dabei der nun ebenfalls inhaftierte tschechische Neonazi Lukáš Rod aus Prag. Bei weiteren Festgenommen soll es sich um Robert Fürych von der Musikgruppe »Conflict 88« sowie Michal Moravec von der Rechtsrockgruppe »Imperium« handeln. Nach Angaben des tschechischen Strafgerichtshofes prüfe man derzeit die gewonnenen Erkenntnisse der Hausdurchsuchung. Von den beschlagnahmten Beweismitteln versprechen sich die Ermittlungsbehörden weitere Hinweise, welche Anschuldigungen wie das »Verbreiten und Aufstacheln zum Rassenhass« untermauern würden. Im Falle einer Verurteilung drohen den beschuldigten Neonazis Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren. Die tschechische Neonaziszene reagierte auf die Polizeiaktion mit Solidaritätsbekundungen für die inhaftierten Neonazis. Nach den Festnahmen versammelte sich vor dem Ladengeschäft »Hate-Core-Shop« mehrere Neonazis und veranstalteten eine Demonstration. Begleitet wurden die etwa 60 Personen von einem massiven Polizeiaufgebot. Zu weiteren Festnahmen kam es allerdings nicht.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Es war ein gezielter Schlag gegen die neonazistische Szene. Am gestrigen Dienstag, den 09. Juni 2009 durchsuchten Polizeibeamte in mehreren Städten die Wohn- und Geschäftsräume führender tschechischer Neonazis. Die seit Monaten geplante Polizeiaktion richtete sich gegen die Vertriebs- und Veranstaltungsstrukturen neonazistischer Musikgruppen in der Tschechischen Republik. Zu diesen zählten auch mehrere Führungsaktivisten des militanten Neonazinetzwerkes »Národní odpor« (NO) . 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Die polizeilichen Ermittlungen begannen nach einem Neonazikonzert in der tschechischen Stadt Ochozi, in dessen Folge rassistische Inhalte im Internet verbreitet wurden. Die Festgenommen werden verdächtigt, sich der »Förderung und Unterstützung von Bewegungen die darauf abzielen die Rechte und Freiheiten der Bevölkerung zu Unterdrücken« schuldig gemacht zu haben. Auskünfte über die genaue Anzahl der festgenommen Neonaziaktivist_innen wurden bislang durch die tschechische Polizei verweigert. Offizielle Pressemitteilungen seien nicht vor dem Ende der Woche zu erwarten, teilte ein Sprecher der tschechischen Strafverfolgungsbehörden inzwischen auf Nachfrage mit. Nach bisher bekannt gewordenen Angaben wurden mindestens 10 Personen in Gewahrsam genommen und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Darunter auch mehrere Mitglieder neonazistischer Musikgruppen. Diese sollen durch Liedtexte ihre Zuhörer_innen systematisch zum Rassenhass aufgestachelt haben. 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Mit Martin Franěk trafen die polizeilichen Maßnahmen auch einen der umtriebigsten Organisatoren von Neonazikonzerten in der Tschechischen Republik. Dieser soll auch zu den Organisator_innen der Konzertveranstaltung in Ochozi im Jahr 2008 gehört haben, welche schließlich zu der nun stattgefundenen Polizeiaktion führte. Franěk betreibt in Prag den so genannten »Hate-Core-Shop«, ein Ladengeschäft in dem szenetypische Accessoires und rechtsradikale Musik erworben werden können. Wie tschechische Medien mitteilten, wurde »unter der Ladentheke« ein florierender Handel mit indizierter Musik betrieben. Auch hier wurden die Behörden vorstellig und beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial, Computer und Mobiltelefone. Der langjährige Neonazi Martin Franěk wird der Führungsebene des »Národní odpor« zugerechnet. Die Organisation versteht sich als militante Kampfgemeinschaft, ihr Ziel ein auf rassistischen Grundlagen errichtetes nationalsozialistisches Regime. Neben Demonstrationen verbreitet »Národní odpor« rassistische und antisemitische Botschaften mit Hilfe neonazistischer Musik. Ähnlich wie das im September 2000 in Deutschland verbotene Netzwerk von »Blood \u0026 Honour« nutzt die Gruppierung unter anderem Konzertveranstaltungen zur ideologischen Politisierung ihrer Anhängerschaft. Die aggressive Agitation des »Národní odpor« trägt bereits erste Früchte. In den letzten Jahren konnte eine zunehmende Radikalisierung der tschechischen Neonaziszene beobachtet werden. Für internationales Aufsehen sorgten im vergangenen Jahr pogromartige Ausschreitungen im tschechischen Litvinov. Hunderte, zum Teil bewaffnete Neonazis versuchten im November 2008 eine von Roma bewohnte Siedlung anzugreifen und lieferten sich anschließend heftige Straßenschlachten mit der Polizei. Die Ausschreitungen wurden zuvor über die Internetseite des »Národní odpor« beworben. In der Tschechischen Republik gilt die militante Neonazigruppe als illegale Vereinigung. 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Von den beschlagnahmten Beweismitteln versprechen sich die Ermittlungsbehörden weitere Hinweise, welche Anschuldigungen wie das »Verbreiten und Aufstacheln zum Rassenhass« untermauern würden. Im Falle einer Verurteilung drohen den beschuldigten Neonazis Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren. Die tschechische Neonaziszene reagierte auf die Polizeiaktion mit Solidaritätsbekundungen für die inhaftierten Neonazis. Nach den Festnahmen versammelte sich vor dem Ladengeschäft »Hate-Core-Shop« mehrere Neonazis und veranstalteten eine Demonstration. Begleitet wurden die etwa 60 Personen von einem massiven Polizeiaufgebot. Zu weiteren Festnahmen kam es allerdings nicht.","title":"Landesweite Razzia bei militanten Neonazis in Tschechien"},{"city":"Jihlava","content":" Die Behörden der tschechischen Stadt Jihlava haben am vergangenen Wochenende eine Demonstration der Neonaziszene auflösen lassen. Ein massives Polizeiaufgebot stoppte den Aufmarsch von rund 150 militanten Neonazis nach nur wenigen Metern. Die Veranstaltung diente der Verbreitung faschistischen Gedankengutes, so die Begründung. Eine zeitgleich im nordböhmischen Litvinov stattfindenden Demonstration tschechischer Neonazis konnte hingegen ohne nennenswerte Zwischenfälle durchgeführt werden.\nAls Veranstalter der nun aufgelösten Demonstration trat die neonazistische »Freie Jugend Hochland« (Svobodná mládež Vysočina) in Erscheinung. Hinter der Bezeichnung verbergen sich die Mitglieder des tschechische »Narodni odpor«, ein militant agierender Zusammenschluss der überregionalen Neonaziszene Tschechiens, welche dem Organisationsprinzip der »Freien Kameradschaften« in der benachbarten Bunderepublik nachempfunden sind. Nachdem die militante »Narodni odpor« in Tschechien allerdings verboten wurde, tritt die Organisation nun unter wechselnden Bezeichnungen in Erscheinung um somit staatlichen Verfolgungsdruck zu entgehen. Ein Vorgehen, welches die Organisation ebenfalls bei der Anmeldung der nun aufgelösten Demonstration in Jihlava (Iglau) anwendete. Unter der Bezeichnung »Freie Jugend Hochland« wollte man so den »Gefallenen des 2. Weltkriegs gedenken«. Dass es der »Narodni odpor« weniger um die Opfer sondern mehr um die Täter ging zeigt auch ein Blick in den zuvor verbreiteten Demonstrationsaufruf. »Man erinnert nur an die Opfer die auf Seiten der Weltherrschaftsregime starben, an die der Alliierten und der bolschewistischen Truppen«. Die Intention der »Freien Jugend Hochland« richtete sich hingegen offen an das nationalsozialistische Regime. Denn man werde »nicht die Helden vergessen die ihr Leben für Europa gaben«, so die Veranstalter_innen weiter.\nUrsprünglich sollte die geplante Demonstration am Soldatenfriedhof von Jihlava enden. Einsatzkräfte der tschechischen Polizei verhinderten dies allerdings und stoppten den Aufmarsch bereits nach wenigen Metern. Die Veranstaltung diente der Verbreitung faschistischen Gedankengutes, so die zuständigen Behörden in der Auflösungsbegründung. So wurde der Aufmarsch von Seiten der Veranstalter_innen im Vorfeld mit dem dem Kommentar »Kommen Sie und Huldigen sie denjenigen, für die Treue die Ehre war« beworben. Darin sahen die tschechischen Behörden eine direkte Anspielung auf das Motto der Waffen-SS: »Meine Ehre heißt Treue« und verboten nun die Veranstaltung. Neben tschechischen Neonazis waren ebenso Neonazis aus dem angrenzenden europäischen Umland in Jihlava zugegen. Auch die österreichischen Neonazifunktionäre Gottfried Küssel und Herbert Schweiger, ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS, sollen sich unter den angereisten Teilnehmer_innen befunden haben. Bereits zu Beginn der Veranstaltung kam es zu Festnahmen. So wurden zwei Teilnehmer der Demonstration von Einsatzkräften der Polizei wegen des Verdachtes der Volksverhetzung vorläufig in Gewahrsam genommen. Ein in den Abendstunden in Jihlava (Iglau) geplantes Neonazikonzert wurde nach Angaben tschechischer Behörden ebenfalls untersagt.\nWährend der Aufmarsch in Jihlava aufgrund des Einschreitens der tschechischen Behörden scheiterte, fand zeitgleich eine Demonstration von Anhänger_innen der tschechischen Neonazipartei »Dělnická Strana« (DS) und der »Autonomni Nacionaliste« (AN) im nordböhmischen Litvinov statt. Die Neonazidemonstration erinnerte an den Tod eines jungen Mannes, der im Jahr 1999 in Folge einer Messerattacke verstarb. Die tschechische Neonaziszene nutze den Vorfall um das Opfer in den folgenden Jahren zum Märtyrer zu verklären und den Vorfall für die eigenen politischen Zwecke propagandistisch auszuschlachten. Zuvor verbreiteten Aufrufe der Demonstration waren geprägt von antisemitischer Propaganda und richteten sich vor allem gegen die Minderheit der Roma in Tschechien, welche von der Neonaziszene für den Tod des jungen Mannes verantwortlich gemacht werden. Auch in Litvinov wurde der Aufmarsch von insgesamt rund 150 Neonazis durch ein massives Polizeiaufgebot begleitet.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.09/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Behörden der tschechischen Stadt Jihlava haben am vergangenen Wochenende eine Demonstration der Neonaziszene auflösen lassen. Ein massives Polizeiaufgebot stoppte den Aufmarsch von rund 150 militanten Neonazis nach nur wenigen Metern. Die Veranstaltung diente der Verbreitung faschistischen Gedankengutes, so die Begründung. Eine zeitgleich im nordböhmischen Litvinov stattfindenden Demonstration tschechischer Neonazis konnte hingegen ohne nennenswerte Zwischenfälle durchgeführt werden.","title":"Neonaziaufmarsch im tschechischen Jihlava aufgelöst"},{"city":"","content":"","date":"9 Juni 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-06-09/","section":"Fotos","summary":"","title":"Razzia gegen Neonazis des »Národní odpor« in Tschechien"},{"city":"Stockholm","content":" Anlässlich des Nationalfeiertages wurden in mehreren schwedischen Städten Aktivitäten von Neonazis verzeichnet. Mit rund 170 Teilnehmer_innen fand die größte Veranstaltung in den Parkanlagen des Schloss Tyresö, nahe Stockholm statt. Gleichzeitig kam es in Skellefteå zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Gegendemonstrant_innen. In den Städten Jönköping und Arboga versammelten sich ebenfalls Neonazis zu internen Treffen und Propagandaaktionen. Eine gemeinsame Demonstration, wie im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt Stockholm, scheiterte zuvor an der derzeitigen Zerstrittenheit der schwedischen Neonaziszene.\nDas Schloss Tyresö erhebt sich wenige Kilometer südöstlich von der schwedischen Landeshauptstadt Stockholm. Am vergangenen Wochenende bot der jahrhundertealte Gebäudekomplex nun die Kulisse für ein Treffen der politisch einschlägigen Art. Anlässlich der Nationalfeiertages mobilisierten die Mitglieder der rechtsradikale Parteiorganisation »Nationaldemokraterna« (ND), sowie der neonazistischen »Freien Nationalisten« ihre Anhänger_innen zu einer Veranstaltung in die weitläufigen und öffentlich zugänglichen Parkanlagen des Schlosses. Die »Nationaldemokraterna« (ND), um ihren Parteivorsitzenden Marc Abramsson gilt als rechtsradikale Splitterpartei in Schweden, verfügt aber dennoch über regionale Mandate in den schwedischen Gemeinden Södertälje sowie Nykvarn und sorgte in den letzten Jahren vor allem mit rassistischer Rhetorik für entsprechende Schlagzeilen. Eine Rhetorik welche nicht zuletzt die Agitation der rechtsradikalen Partei anlässlich der nun durchgeführten Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni 2009 bestimmte. Auch die einen Tag zuvor im Schloss Tyresö durchgeführte Veranstaltung stand nun im Zeichen dieses Wahlkampfes.\nBeworben wurde die Zusammenkunft auf Schloss Tyresö zuvor über die Internetseiten des Nachrichtenportals »Info14«, dem wohl bedeutendsten informellen Zusammenschluss der schwedischen Neonaziszene. Neben der Anwesenheit von rechtsradikalen Musikern und Propagandaständen wurde in diesem Zusammenhang vor allem mit einem gleichzeitig stattfindenden Kinderfest geworben. Die Veranstalter_innen versuchten damit breitere Schichten des rechtsradikalen Milleus in Schweden anzusprechen. Ein Vorgehen welches die »Nationaldemokraterna« bereits in der Vergangenheit praktizierte. So gelang es der rechtsradikalen Partei vor kurzem eine enge Zusammenarbeit mit den parteiunabhängigen »Freien Nationalisten« zu erreichen. Diese unterstützen dann auch in den letzten Monaten maßgeblich den Wahlkampf der Partei.\nMarc Abramsson nutzte die Veranstaltung auf Schloss Tyresö um den neonazistischen Unterstützer_innen für die bisherige Arbeit zu danken und verkündete sogleich die Bereitschaft der »Nationaldemokraterna« ein beständiges Bündnis mit den »Freien Nationalisten« anzustreben. Allerdings nutzte Abramsson seinen Redebeitrag vor allem für die Aufforderung seiner Partei bei der Europawahl mit dem Kreuz auf dem Wahlzettel zur Seite zu stehen. Wenige Stunden vor seinem Redebeitrag auf dem, durch ein starkes Polizeiaufgebot abgeriegelten Schloss Tyresö, war Abramsson ebenso auf einer Wahlkampfveranstaltung der Partei in der schwedischen Gemeinde Södertälje zugegen. Der Erfolg des Wahlkampfes blieb dennoch aus. Bei den am darauffolgenden Tag stattfindenden Europawahlen erlitten die »Nationaldemokraterna« trotz der Unterstützung der »Freien Nationalisten« eine schwere Niederlage. Damit steht die Partei nicht allein. Auch die größte rechtsradikale Partei Schwedens, die rechtspopulistischen »Schwedendemokraten« (Sverigedemokraterna), scheiterten mit 3,3% der Stimmen an der erforderlichen Stimmenzahl.\nWährend die »Nationaldemokraterna« gemeinsam mit den »Freien Nationalisten« auf Schloss Tyresö zusammenkam um gemeinsam den schwedischen Nationalfeiertag zu begehen, versammelten sich Neonazis ebenfalls in anderen schwedischen Städten. Zwar konnten am vergangenen Wochenende militante Neonazis und rechtsradikale Parteien den Nationalfeiertag so für die eigenen propagandistischen Zwecke ausnutzen, dennoch, ein fahler Beigeschmack bleibt. Zumindest aus Sicht der schwedischen Neonaziszene. Eine zentrale Demonstration, wie noch in den vorangegangenen Jahren, scheiterte am diesjährigen Nationalfeiertag an der Zerstrittenheit schwedischer Neonazis. Die zunehmende Radikalisierung der miltanten Gruppierungen kollidierte in den vergangenen Monaten immer heftiger mit dem Anliegen der rechtsradikalen Parteien welche ihren parlamentarischen Schwerpunkt verstärkten. Als Resultat fanden nun dezentrale Aktivitäten statt.\nSo auch im schwedischen Skellefteå wo etwa 30 Mitglieder des militanten »Nationellt Motstand« Propagandaflugblätter unter Polizeischutz verteilten. Unbegründet war die Anwesenheit der Polizei indes nicht. So wurde die Aktion vom lautstarken Protest hunderter Gegendemonstrant_innen begleitet welche sich im Verlauf der Veranstaltung zum Teil heftige Rangeleien und Auseinandersetzungen mit den angereisten Neonazis lieferten. Eine interne Zusammenkunft des »Nationellt Motstand«, welche im Anschluss an die Vorgänge in Skellefteå stattfand konnten dann ohne nennenswerte Zwischenfälle durchgeführt werden. Die Anhänger_innen der »Folkfronten«, einer weiteren schwedischen Neonazipartei reisten hingegen zu einem internen Veranstaltung im südschwedischen Arboga, während die nationalsozialistische »Nordic National Party« (Nordiska Rikspartiet) ihre Mitglieder ins südschwedischen Jönköping mobilisierte.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.07/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Anlässlich des Nationalfeiertages wurden in mehreren schwedischen Städten Aktivitäten von Neonazis verzeichnet. Mit rund 170 Teilnehmer_innen fand die größte Veranstaltung in den Parkanlagen des Schloss Tyresö, nahe Stockholm statt. Gleichzeitig kam es in Skellefteå zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Gegendemonstrant_innen. In den Städten Jönköping und Arboga versammelten sich ebenfalls Neonazis zu internen Treffen und Propagandaaktionen. Eine gemeinsame Demonstration, wie im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt Stockholm, scheiterte zuvor an der derzeitigen Zerstrittenheit der schwedischen Neonaziszene.","title":"Neonaziaktivitäten am schwedischen Nationalfeiertag"},{"city":"nicht ermittelbar","content":"","date":"4 Juni 2009","group":"gallery","permalink":"https://recherche-nord.com/gallery/2009-06-04/","section":"Fotos","summary":"","title":"Das »National Socialist Movement« in den Vereinigen Staaten"},{"city":"","content":" Die Szenerie ist keinem Dokumentarfilm über die Nationalsozialistische Diktatur der 30er und 40er entnommen. Die braunen Uniformen, Koppelschlösser und Hakenkreuzarmbinden wirken dadurch umso befremdlicher. Kahlrasierte Männer und junge Frauen, gekleidet in schwarze Bomberjacken begleiten das Geschehen, in den Händen halten sie Fahnen mit dem im Wind flatternden Hakenkreuzsymbol. Mag sich das Rad der Geschichte weitergedreht haben, in den Vereinigten Staaten von Amerika sind solche Bilder aktuell. Den dort, wie zuletzt am 3. Juni 2009 im texanischen Austin, versucht das »National Socialist Movement« die Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen.\nJeff Schoep erscheint aus der Ferne betrachtet wie ein Prototyp eines modernen Geschäftsmanns. Der eng geknöpfte Anzug mit Nadelstreifen, die mit Strichmustern versehene Krawatte unterstreichen diesen Eindruck noch. Nur der kleine, mit einem Hakenkreuz verzierte Anstecker unter dem ordentlich gebundenen Krawattenknoten wirkt irritierend auf Beobachter_innen. Ein Unternehmen leitet Schoep indes nicht, zumindest keines im herkömmlichen Sinne. Commander Jeff Schoep, wie seine offizielle Amtsbezeichnung lautet, ist der derzeitige Vorsitzende des »National Socialist Movement« (NSM), einer der derzeit größten und bedeutendsten Neonaziorganisationen in den Vereinigten Staaten. Das Geschäft von Jeff Schoep ist die politische Aufstachelung, Rassismus und Antisemitismus. Fernziele seines Unternehmens mit Sitz in Detroit (Michigan) sind untere anderen die Gründung eines »arischen Groß-Reiches« oder auch die Einführung der Euthanasie in Fällen von »geistiger Verlangsamung«.\nWie bei den meisten US-amerikanischen Neonaziorganisationen reichen die Wurzeln des »National Socialist Movement« bis zur »American Nazi Party« (ANP) um Georg Lincoln Rockwell zurück, welche sich ideologisch wiederum an der NSDAP der NS-Dikatur orientierte. Die ANP-Partei warb offen für Rassismus und forderte die Errichtung von Straf- und Konzentrationslagern für Menschen mit jüdischem Glauben. Der politische Aufstieg der amerikanischen Neonazipüartei wurde allerdings bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung jäh unterbrochen. Ein enttäuschter Anhänger der »American Nazi Party« erschoss der Parteivorsitzenden Rockwell nachdem die ANP im Jahr 1967 in finanzielle Bedrängnis geriet und ihre Parteizentrale in Arlington (Virgina) gepfändet wurde. Der Verlust ihres »Leaders« und Parteivorsitzenden spaltete die Organisation und führte in der Folgezeit zu Neugründungen diverser Splittervereinigungen wie auch 1974 zu der Gründung des »National Socialist Movement« (NSM). Im Jahr 1994 übernahm dann der damals 21jährige Jeff Schoep die Führung der Gruppierung. Sein Vorgänger Cliff Harrington musste zuvor zurücktreten nachdem Gerüchte bekannt wurden, welche seine Ehefrau in die Nähe von Satanisten rückten. Die christlich orientierte Mehrheit des »National Socialist Movement« versagte Harrington daraufhin die Gefolgschaft.\nMit der Wahl von Jeff Schoep zum neuen Vorsitzenden versprach sich die NSM vor allem einen verstärkten Einfluss auf die neonazistische Skinheadszene und junge Rassist_innen. Jeff Schoep gelang es in den darauffolgenden Jahren dann auch das »National Socialist Movement« zur wichtigsten neonazistischen Kraft in den Vereinigten Staaten aufzubauen. Begünstigt wurde diese Entwicklung nicht zuletzt durch das Auseinanderbrechen der »Aryan Nations« (AN) nach dem Tod ihres langjährigen Vorsitzenden Richard Butler im Jahr 2004, die bis dahin als bedeutendste neonazistische Kraft in den Vereinigten Staaten galt, sowie einer Reihe organisatorischen Rückschlägen von anderen US-amerikanischer Neonazigruppen. Die gestiegenen Mitgliederzahlen und der wachsende Einfluss des »National Socialist Movement« resultierten dabei ebenso aus dem verstärktem wirtschaftlichen Engagement der Organisation. Die Verbreitung von »White Power Music«, und mit politischen Slogans ausgestatteten Kleidungsstücke über einen eigenen »NSM-SS-Shop» bescherte der Gruppe nicht nur einen finanziellen Gewinn sondern beförderte gleichsam den Bekanntheitsgrad der Gruppierung. Zu Propagandazwecken veröffentlicht das »Movement« in den USA derzeit nicht nur die monatlich erscheinende Publikation »The Stormtrooper«; es betreibt auch ein eigenes Internetradio.\nWährend das »National Socialist Movement« in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Parteiuniform und den ausgiebigen Gebrauch des Hakenkreuzes mediale Aufmerksamkeit erlangte, sorgten anderseits auch immer wieder einzelne Mitglieder für Negativ-Schlagzeilen. Neben illegalem Waffenbesitz und rassistisch motivierten »Hatecrimes« gehört auch Mord zu den bekanntgewordenen Aktivitäten der Organisation. So kam es während einer NSM-Feier im Juni 2006 zum Streit zwischen zwei Anhängern des »National Socialist Movement« (NSM). Die Unstimmigkeiten eskalierten. Bei der kurz darauf einsetzenden Auseinandersetzung wurde mit harten Bandagen gekämpft in deren Folge eines der beteiligten Mitglieder seine Hakenkreuzarmbinde verlor welche daraufhin zu Boden fiel und von dem anderen Mitglied mit Fußtritten bedacht wurde. Dies führte wiederum zu wütenden Reaktionen in deren Folge der dadurch beleidigte NSM-Anhänger einen Dolch zog und seinen Kontrahenten erstach.\nIm gleichen Jahr sorgte die Gruppierung für landesweite Schlagzeilen nachdem bekannt wurde sich mit John Tayler Bowles ein langjähriges NSM-Mitglied aus South Carolina für das Amt des amerikanischen Präsidenten bewarb. Die geplante Kandidatur scheiterte letztlich nachdem Bowles sich mit der Führungsspitze des NSM überwarf und darauffolgenden Jahr die Gründung des »National Socialist Order of America« (NSOA) initiierte. Im Jahr zuvor wendete bereits der NSM-Pressesprecher Bill White der Organisation den Rücken zu und gründete mit der »American National Socialist Workers Party« (ANSWP) eine weitere Splittergruppe enttäuschter NSM-Anhänger. Der für seinen extremen Rassismus und Antisemitismus bekannte White wurde zuletzt im Oktober 2008 von Polizeibeamten verhaftet nachdem dieser über das Internet zur Ermordung eines Bundesrichters aufrief. Im gleichen Monat veröffentlichte White auf seiner Internetseite einen Artikel über Barack Obama und die bevorstehende amerikanischen Präsidentschaftswahl. Obama plane nach Auffassung von Bill White »mit Hilfe der Juden und Kommunisten« einen »Völkermord an der weißen amerikanischen Bevölkerung«. Einen Monat zuvor, im September 2008 veröffentlichte White bereits eine Zeitschrift mit dem Titel »Kill this Ni -ger?« Das mit Hakenkreuzen umrandeten Cover der Zeitschrift zeigte dabei das Gesicht des damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obamas über dessen Konterfei sich ein Fadenkreuz befand.\n»Wir sind keine Hobbynazis – Wir sind amerikanische Patrioten« #In den vergangenen Jahren sorgte das »National Socialist Movement« darüber hinaus vor allem durch zahlreiche Demonstrationen und ähnlich gelagerte Aktivitäten für Aufsehen. So auch am 16. Oktober 2005 während eines NSM-Aufmarsches in Toledo. Die Demonstration richtete sich gegen die angeblich »Terrorisierung der Weißen Bevölkerung durch Gangs schwarzer Jugendlicher« welche, den Worten des damaligen NSM-Pressesprechers Bill White folgend, durch den »jüdische Einfluss« auf Politiker und Polizei hervorgerufen worden sei. Gegendemonstrant_innen versuchten zu der Veranstaltung des »National Socialist Movement« vorzudringen und lieferten sich dabei heftige Straßenschlachten mit der Polizei. Während die Demonstrationen in Toledo eine landesweite Berichterstattung auslöste, ernteten die sonstigen Aktivitäten der NSM nur geringen medialen Niederschlag. Schwerpunktthema des NSM ist dabei die Agitation gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen und »Illegale Einwanderer«. Zuletzt veranstaltete die Neonazigruppe vor wenigen Tagen, am 3. Juni 2009 eine rassistisch motivierte Demonstration in Austin (Texas) um gegen die Zuwanderung mexikanischer Einwanderer zu protestieren.\nAktivitäten wie diese, gehören inzwischen zum Standard-Repertoire der Organisation. Das Spektrum der einzelnen Aktionen ist dabei ebenso umfangreich wie vielfältig. So patrouillierten im Dezember 2008 bewaffnte und mit einer Hakenkreuzfahne ausgestattete NSM-Mitglieder an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. In einem daraufhin verbreiteten Artikel forderte die nationalsozialistische Gruppe die Bevölkerung zur Unterstützung ihres Anliegens auf: »Wenn sie Arisch sind und Sorgen um die Zukunft ihre Kinder und Amerikas haben, sie in der Reichweite der Süd-Kalifornischen Grenze leben und sich dem Kampf anschließen wollen dann nehmen sie mit uns Kontakt auf. Ihr Land braucht sie jetzt!«. Neben regelmäßig stattfindenden Konzertveranstaltung mit eigenen NSM-Rechtsrockbands sowie politischen Schulungsveranstaltungen veranstaltet das »National Socialist Movement« zur Erinnerung an Adolf Hitler einmal jährlich am 20. April eine »Geburtsfeier«. Die geistige Verbindung mit dem nationalsozialistischem Regime der NSDAP manifestiert sich auch in anderen Aktivitäten. So organisierten Mitglieder der Organisation im Januar 2007 ein Bücherverbrennung.\nVor wenigen Wochen, im April 2009 fand nun eine Veranstaltung des »National Socialist Movement« anlässlich des 35jährigen Bestehens der Organisation in St. Louis statt. In Redebeiträgen schworen die in Uniform angetretenen NSM-Führungsfunktionäre ihre Anhänger_innen auf kommende Aktivitäten des »National Socialist Movement« ein. »This years speakers were firing on all cylinders«, urteilte die NSM in einer anschließen veröffentlichen Presseerklärung. In Anbetracht der verstärkten Anbindung neonazistischer Skinheads an die Organisationsstrukturen gehörte auch der Auftritt der »NSM-Rockband« »Enforcer« sowie zwei Demonstrationen zum Rahmenprogramm der Veranstaltung. Eine der Demonstrationen richtete sich dabei gegen ein neu eröffnetes Holocaust Museum in Skoki (Illinois). Neben den, zum Großteil ebenfalls uniformierten Delegierten der einzelnen NSM-Bezirksgruppen waren während des »NSM 35th Anniversary events« auch mehrere Vertreter_innen der parteieigenen Frauengruppe, der »NSM Woman’s Divison« sowie Mitglieder des »Viking Youth Corps«, der NSM-Jugendorganisation in St. Louis vor Ort.\nDie derzeitige Bedeutung des »National Socialist Movement« innerhalb der zerstrittenen amerikanischen Neonaziszene erwächst nicht zuletzt aus ihrer erfolgreich praktizierten Netzwerktätigkeit. Der NSM-Führungsspitze gelang es in den vergangenen Jahren in Kooperationen mit anderen Gruppierungen wie der »National Alliance« oder dem zu treten. Vereinendes Band ist der ideologische Bezug zur »White Supremacy«, zur Idee der »Weißen Vorherrschaft«. In einer Erklärung der NSM heißt es dazu: “Wir kooperieren und arbeiten mit vielen gleichgesinnten weißen nationalistischen Gruppen wie dem KKK (Ku Klux Klan), arischen Skinheads, der Racial Nationalist Party of America und vielen anderen zusammen, die sich entweder als Neonazis verstehen oder sich zumindest unserem rassisch arischen Erbe bewusst sind«.\nDie militärische Struktur der NSM erlaubt der derzeitigen Parteiführung dabei vollkommene Handlungsfreiheit. Unter Leitung ihres »Commanders« Jeff Schoeb gelang es der Organisation aus der Bedeutungslosigkeit der Vergangenheit herauszutreten. So konnten innerhalb weniger Jahre in den USA dutzende Neugründungen von NSM-Gruppen verzeichnet werden. Gleichzeitig fand eine zunehmende Radikalisierung der Gruppierung statt. Die NSM unterwirft ihre Mitglieder nicht nur einer paramilitärisch Ausbildung sondern beteiligte sich ebenso aktiv an der Verbreitung von Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff und Sprengsätzen. Die weitere Entwicklung der NSM bleibt angesichts der Fluktuationsbewegungen amerikanischer Neonazis hingegen abzuwarten. Für die nächsten Wochen wurden kündigte die NSM bereits weitere Demonstrationen in Springfield und Ohio an. In einer Erklärung auf der Internetpräsenz der Organisation verkündete Jeff Schoeb inzwischen »Man werde die bisherige Arbeit unvermindert fortsetzen« und mit dem Verweis auf das NSM-Parteiprogramm abschließend zu verkünden »wenn nötig, unter Einsatz des eigenen Lebens für die Durchführung der vorstehenden Punkte rücksichtslos einzutreten«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.03/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Szenerie ist keinem Dokumentarfilm über die Nationalsozialistische Diktatur der 30er und 40er entnommen. Die braunen Uniformen, Koppelschlösser und Hakenkreuzarmbinden wirken dadurch umso befremdlicher. Kahlrasierte Männer und junge Frauen, gekleidet in schwarze Bomberjacken begleiten das Geschehen, in den Händen halten sie Fahnen mit dem im Wind flatternden Hakenkreuzsymbol. Mag sich das Rad der Geschichte weitergedreht haben, in den Vereinigten Staaten von Amerika sind solche Bilder aktuell. Den dort, wie zuletzt am 3. Juni 2009 im texanischen Austin, versucht das »National Socialist Movement« die Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen.","title":"Das »National Socialist Movement« in den Vereinigten Staaten"},{"city":"","content":" Die neonazistische »Renouveau Francais«, (Erneuerung Frankreichs) veranstaltete am vergangenen 24. Mai. 2009 ihren »2. Nationalen Kongress« in der französischen Ortschaft Villepreux. Nach Eigenangaben sollen der Zusammenkunft bis zu 800 Sympathisant_innen beigewohnt haben. Die öffentlich beworbene Veranstaltung diente vor allem der Kontaktpflege rechtsradikaler und neonazistischer Gruppierungen in Frankreich. Zu der Veranstaltung erschienen ebenfalls Delegierte der »European National Front«, darunter auch ein Vertreter der NPD.\nWenige Kilometer von Versailles entfernt erhebt sich Villepreux, ein beschauliches Städtchen im Herzen Frankreichs. In den letzten Maitagen, bot die Stadt nun die Kulisse für den »2eme Congrès Nationaliste«, einer Kongressveranstaltung der französischen Neonaziszene. Ähnlich wie im vorangegangenen Jahr diente das Treffen Vernetzungsbestrebungen rechtsradikaler und offen neonazistischer Gruppierungen in Frankreich und sollte der zunehmenden Erosion der radikalen Rechten in Frankreich entgegenwirken. Ausgerichtet wurde der Kongress durch radikal-nationalistische »Renouveau Francais« (RF), einer im Jahr 2005 von Dissidenten gegründeten Abspaltung der »Front National«. Ein strategischer Schwerpunkt der Gruppierung liegt dabei in der Ausbildung von politischen »Führungskräften« der radikalen Rechten in Frankreich. Neben Nationalchauvinismus bezieht sich die »Renouveau Francais« vor allem auf eine fundamentalistische Auslegung christlich-katholischer Wertvorstellungen.\nWährend der Kongress des Vorjahres maßgeblich durch die Themen Globalisierung und Nationalismus bestimmt wurde stand die diesjährige Veranstaltung im Zeichen der anstehenden Europawahl. Nach der feierlichen Eröffnungszeremonie, einer mit »nationalistisch-patriotischer« Rhetorik durchzogenen christlich-katholischer Messe begann die Veranstaltung mit dem thematischen Vortrag »Nation und Europa«. Der Vortrag des RF-Vorstandmitgliedes Andreas Maubraches offenbarte dann umgehend die Bewertung Europas durch die »Renouveau Francais«. Die Europäische Union sei als vorläufiges Etappenziel von Regierungen geschaffen worden. Das eigentliche Ziel sei die Schaffung einer »Neuen Weltordnung« welche die nationale Identität auflösen und einer »Perversion der Sitten« hervorrufen würde. Hinter dieser »New World Order« stünde nach Auffassung der »Renouveau Francais« die Herrschaft der internationalen Finanzwelt.\nDer besondere Charakter der Veranstaltung erwuchs aus der Anwesenheit von Vertreter_innen aus nahezu allen radikal-nationalistischen Gruppierungen Frankreichs. So waren mit Thomas Joly und Carl Lang auch zwei Vertreter der »Parti de la France« (»Die Partei Frankreichs«) in Villepreux vertreten. Bei der »Parti de la France« handelt es sich ebenso wie bei der »Renouveau Francais« um eine vormalige Abspaltung der »Front National« (FN) welche, nach Zerwürfnissen mit den FN-Parteivorsitzenden Jean-Marie Le Pen, am 23. Februar 2009 in Paris gegründet wurde. Die FN-Dissidenten der »Parti de la France« bewerteten die gegenwärtige Ausrichtung der »Front National« im Vorfeld der Europawahl als liberal durchsetzt und gründeten daraufhin ein eigenes Wahlbündnis. Mit Carl Lang konnte auf dem »2. Nationalen Kongress« der derzeitige Parteivorsitzende und Spitzenkandidat der »Parti de la France« für die anstehenden Europawahlen am 7. Juni 2009 begrüßt werden. In seinem Redebeitrag beschwor der Parteivorsitzende und Europaabgeordnete »die Notwendigkeit einer einheitlichen Handlungsweise gegenüber den Feinden der Völker und Nationen«. Zuletzt sorgte Carl Lang auch in der benachbarten Bundesrepublik für Erwähnung. Während des sogenannten »Anti-Islam Kongresses« der rechtspopulistischen Wählervereinigung »Pro Köln« am 9. Mai 2009 war der FN-Dissident Carl Lang Bestandteil der internationalen Rednerliste.\nAls weitere Redner während des »2. Nationalen Kongresses« traten unter anderem Louis Lefranc, Vorstandsmitglied der »Renouveau Francais«, André Gandillon, Redakteur der Publikation »Militant«, sowie Pierre Sidos mit Redebeiträgen in Erscheinung. Der 1927 geborene Pierre Sidos gilt dabei als radikaler Vertreter des ultra-nationalistischen Flügels französischer Rechtsradikaler. Sidos gehörte zu den Mitbegründern der »Jeune Nation« (JN) die im Jahr 1958 nach einem Bombenanschlag auf die französische Nationalversammlung verboten wurde. Im Jahr 1968 gründe Sidos dann das rechtsradikale »Oeuvre française« (»Französische Werk«). Die Gruppierung sorgte über die Grenzen Frankreichs hinaus für Aufsehen als vier Mitglieder der Organisation am 1. Mai 1995 den Marokkaner Brahim Bouarram ermordeten. Die Angreifer waren zuvor mit einem von der »Front National« angemieteten Reisebus nach Paris gereist. Ein Jahr später entschloss sich die Organisationsführung um Pierre Sidos das sich die Mitglieder der »Oeuvre française« verstärkt in die Strukturen der »Front National« einbinden sollten um politische Forderungen erfolgreicher vorantreiben zu können.\nZum Programm der Veranstaltung gehörte auch eine Podiumsdiskussion der »European National Front« (ENF). Die ENF ist ein organisatorischer und grenzübergreifender Zusammenschluss von neonazistischer Parteien in Europa. Vertreter der spanischen »La Falange«, der griechischen »Chrysi Avyi« (Goldene Morgendämmerung), sowie der »Renouveau Francais« und der NPD. Für die »Nationaldemokratische Partei Deutschland« (NPD) reiste das Bundesvorstandsmitglied Jens Pühse in das französische Villepreux und beteiligte sich an der Diskussion. Als neues Mitglied auf dem Podium der »European National Front« konnte die russische »Bewegung gegen illegale Immigration« (DPNI) in Frankreich begrüßt werden. Die DPNI gilt als eine der wichtigsten neonazistischen Sammelbecken und Organisationen in Russland. Die rassistisch motivierte DPNI übernimmt eine federführende Rolle bei dem jährlich in Moskau stattfindenden »Marsch für Russland«, ihre Mitglieder gelten als extrem Gewaltbereit.\nDie »Renouveau Francais« (RF) werte die nun durchgeführten Kongressveranstaltung in einer abschließenden Erklärung als »herrlichen Erfolg«. Der »Geist der Hoffnung und des Kampfes« bestimmt nach Auffassung der Veranstalter_innen demnach den Ablauf des Treffens. Neben den einzelnen Diskussionsveranstaltungen und Redebeiträgen wurde besonders das Rahmenprogramm der Veranstaltung hervorgehoben. Zahlreiche »politische Organisationen, Vereine und Geschäfte« hätten mit ihren bereitgestellten Informations- und Verkaufsständen den Kongress bereichert. Derweil wurdebereits eine Neuauflage des »100 % nationalistischen« Kongresses für das kommende Jahr angekündigt. Bis dahin wolle man fortfahren im Kampf gegen die »Neue Weltordnung«. Der nächste »Kampftermin« nährt sich indes beständig: Bei der Europawahl werden den rechtsradikalen Parteien in Frankreich gute Chancen eingeräumt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.02/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die neonazistische »Renouveau Francais«, (Erneuerung Frankreichs) veranstaltete am vergangenen 24. Mai. 2009 ihren »2. Nationalen Kongress« in der französischen Ortschaft Villepreux. Nach Eigenangaben sollen der Zusammenkunft bis zu 800 Sympathisant_innen beigewohnt haben. Die öffentlich beworbene Veranstaltung diente vor allem der Kontaktpflege rechtsradikaler und neonazistischer Gruppierungen in Frankreich. Zu der Veranstaltung erschienen ebenfalls Delegierte der »European National Front«, darunter auch ein Vertreter der NPD.","title":"Nationaler Kongress der »Renouveau Francais« in Frankreich"},{"city":"Peine","content":" In den vergangenen Wochen stand in Niedersachsen einschlägige Kost auf dem Programmzettel. Am 23. Mai versammelten sich rund 120 Neonazis, unweit der niedersächsischen Stadt Peine, um an einem Rechtsrockkonzert teilzunehmen. Die Polizei unterband die Veranstaltung. Neben drei neonazistischen Musikgruppen aus der Bundesrepublik waren auch Mitglieder der britische Musikgruppe »Section 88« angereist. Ein Name, der aufhorchen lässt. »Section 88« gehört zum internationalen Netzwerk von »Blood \u0026 Honour«, eine Organisation, welche seit einigen Jahren in der Bundesrepublik verboten ist.\nBei dem Veranstalter des nun stattgefundenen Neonazikonzertes handelt es sich um keinen Unbekannten. Der ehemals im niedersächsischen Liebenburg wohnhaften Oliver Malina ist seit Jahren eine feste Größe der norddeutschen Neonaziszene. Als Organisator von Konzertveranstaltungen, die als »Geburtstagsfeiern« und »Hochzeiten« getarnt regelmäßig von mehreren hundert Teilnehmer_innen besucht werden, erwirtschaftet sich Malina bereits seit einigen Jahren einen persönlichen Nebenverdienst. Als organisatorische Hintergrundstruktur steht dem inzwischen in den Ostharz Sachsen-Anhalts verzogenen Malina die Gruppierung »Honour \u0026 Pride« zur Verfügung. Malina selbst gilt als einer der Initiatoren sowie Gründungsmitglied der Organisation, welche nicht nur optisch an das seit September 2000 in der Bundesrepublik verbotene Neonazinetzwerk von »Blood \u0026 Honour« erinnert.\nDas in mehreren Ländern aktive Netzwerk von »Blood \u0026 Honour« versucht neonazistische Ideologie mit Hilfe von Musik zu verbreiten. Der 1993 nach einem Verkehrsunfall verstorbene Gründer Ian Stuart Donaldson fasste diese Zielsetzung folgendermaßen zusammen: »Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu bringen; besser als das in politischen Veranstaltungen gemacht werden kann, kann damit Ideologie transportiert werden«. Das aggressive Auftreten und Werben für die Organisationsziele führte dann im Jahr 2000 zum Verbot der ursprünglich in Großbritannien gegründeten Netzwerkgruppe in Deutschland. Ein Teil der Organisation versuchte daraufhin »Blood \u0026 Honour« im Untergrund fortzuführen. Das anvisierte Ziel, ein »bundesweites B\u0026H-Netzwerk« im Untergrund aufrecht zu erhalten, scheiterte allerdings letztlich an Uneinigkeit im gemeinsamen Vorgehen sowie dem zunehmenden Verfolgungsdruck der Ermittlungsbehörden.\n»Blood \u0026 Honour« - Trotz Verbot nicht wirklich tot #Trotz dieses Scheiterns im bundesweiten Maßstab konnte ein Teil die bisherigen Tätigkeiten von »Blood \u0026 Honour« in regional agierende Strukturen überführt werden. Ehemalige Aktivisten der »Blood \u0026 Honour – Division Deutschland« nutzten erfolgreich die alten Netzwerke zum Aufbau eigener Vertriebs- und Organisationsstrukturen um das lukrative Geschäft mit neonazistischern Konzertveranstaltungen fortzuführen. Das ehemalige »Blood \u0026 Honour«-Netzwerk löste sich auf und transformierte sich in der Bundesrepublik zu einem dezentral aufgebauten und weitestgehend unabhängigen Geflecht von Einzelpersonen und Kleinstorganisationen. Einzelne Führungsaktivisten, der zuvor nach regionalen Sektionen aufgeteilten »Blood \u0026 Honour - Division Deutschland« wie Stefan Silar von der »Sektion Nordmark« oder Andreas Nickel aus dem Kreis der »Blood \u0026 Honour Sektion Altmark« konnten sich im Verlauf dieser Umwandlungsprozesse zu mehr oder weniger erfolgreichen Organisatoren von Neonazikonzerten entwickeln.\nEin durch das Verbot geschaffenes Machtvakuum begünstigte gegenteilige Konkurrenz innerhalb der sich neu formierenden Neonazirockszene. Zeitweise geführte Einflusskämpfe mündeten darin, dass sich in einigen Regionen erneut Strukturen mit Monopolstellung etablieren konnten, welche damit, zumindest in der szeneinternen Wahrnehmung die Nachfolge des verbotenen Netzwerkes von »Blood \u0026 Honour« antraten. So zum Beispiel in der Altmark in Sachsen-Anhalt. Machte noch bis zum Verbot die »Blood \u0026 Honour - Sektion Altmark« ihren Einfluss in der Region geltend, übernahmen nun Einzelpersonen die Organisation von Konzertveranstaltungen. Doch mit Ausnahme der Gruppenbezeichnung änderte sich wenig. Die ehemaligen Mitglieder der »Blood \u0026 Honour - Sektion Altmark« verzichteten lediglich auf die Verwendung ihrer alten Gruppenbezeichnung und führten die bisherigen Aktivitäten in ihren Schwerpunktregionen ungehindert fort, ideologische Indoktrination inbegriffen.\nEin solches Vorgehensmuster findet sich in nahezu identischer Form mit nur regionalen Unterschieden ebenso in anderen Teilen der Bundesrepublik. Während ehemalige Mitglieder der norddeutschen »Blood \u0026 Honour Sektionen« vor allem das Konzept verfolgten, als scheinbar isolierte Einzelpersonen in Erscheinung zu treten, konnte sich innerhalb der süddeutschen Strukturen eine andere Vorgehensweise durchsetzen. Hier setzen die ehemaligen »Blood \u0026 Honour« Aktivisten vor allem auf das Konzept der veränderte Gruppenbezeichnungen. Als beispielhaft kann dabei die sogenannte »Division 28« gelten. Das Zahlenkürzel 28 bezieht sich auf den zweiten und achten Buchstaben im Alphabet und gilt szeneintern als Pseudonym für »Blood \u0026 Honour«. Die Aktivitäten der »Division 28« führten zu strafrechtlichen Konsequenzen. Polizeibeamte durchsuchten am 7. März 2006 in sechs Bundesländern insgesamt 119 Wohn- und Geschäftsräume von rund 80 Neonazis, denen die Fortführung von »Blood \u0026 Honour« vorgeworfen wurde.\nVon »Blood \u0026 Honor« zu »Honour \u0026 Pride« Während in Norddeutschland ehemalige Mitglieder der verbotenen »Blood \u0026 Honour« Sektionen »Nordmark«, »Altmark« und anfänglich auch die »Sektion Weser-Ems« die Durchführung von Konzertveranstaltungen ohne ihre alte Organisation und in Eigenregie übernahmen und dadurch die schrittweise Zerstückelung der bundesweiten Organisation in Kauf nahmen, beschritt die »Blood \u0026 Honour – Sektion Niedersachsen« einen anderen Weg. Gemeinsam mit ehemaligen »Blood \u0026 Honour« Aktivisten aus mehreren Bundesländern versuchte man die verbotene Netzwerkstruktur im Untergrund aufrecht zu erhalten. Auf einem konspirativ organisierten Treffen in der Magdeburger Gaststätte »Zur Tafelrunde« wurden dazu die strategischen Weichen gestellt. Mehrere Veranstaltungen, wie ein am 29.09.2001 im niedersächsischen Tostedt durchgeführtes Neonazi-Konzert, werden diesen militanten Untergrundstrukturen zugerechnet. Letztlich scheiterte das Unterfangen im Jahr 2002 am polizeilichen Verfolgungsdruck. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt führten Jahre später, am 12.03.2008, zu der Verurteilung von ehemaligen Führungspersonen, welche verdächtigt wurden das Netzwerk im Untergrund fortgeführt zu haben. Der durch die Ermittlungsverfahren bedingte Fortfall und zwangsweise Rückzug von Führungspersonen der ehemaligen »Sektion Niedersachsen« führte in einigen Teilen des Bundeslandes zu einem Machtvakuum und organisatorischem Freiraum. Zwar versuchten ehemalige Mitglieder der Sektionen »Nordmark« und »Altmark« diesen Freiraum zu füllen, doch gelang dies nur punktuell. Ähnlich erging es der »Arischen Bruderschaft« (AB), einer Neonazirockstruktur aus dem Umfeld der militanten »Kameradschaft Nordheim«. Die »Arische Bruderschaft« soll nicht über die strukturellen Voraussetzungen verfügt haben, um ihren Aktivitäten eine Vormachtstellung in Niedersachsen zu verleihen. Fortwährende Ermittlungsverfahren gegen vermeintliche Führungspersonen der »Arischen Bruderschaft« führten schließlich zu einem Rückzug aus Niedersachsen. Zwar konnten auch Konzertveranstaltungen, wie beispielsweise in Thüringen, unter der Schirmherrschaft der »Arischen Bruderschaft« (AB) durchgeführt werden; das Hauptaugenmerk verlagerte sich allerdings in die Schaffung einer Infrastruktur zu Vertriebs- und Produktionszwecken neonazistischer Musik. Damit war der Weg in Niedersachsen frei für neue Organisationsstrukturen von Neonazikonzerten. Neonazis wie Oliver Malina, ein ehemaliges Mitglied der »Kameradschaft Salzgitter« mit Verbindungen zu Aktivisten der »Arischen Bruderschaft«, erkannten das ungeheure Potential dieses Freiraumes und beeilte sich diese Lücke zu schließen. Zur Unterstützung initiierte Malina spätestens 2004 die Gründung von »Honour \u0026 Pride«. Nach dem Vorbild von »Blood \u0026 Honour« wurde »Honour \u0026 Pride« in einzelne Sektions-Gruppen mit jeweiligen regionalen Schwerpunkten unterteilt. Kurz nach der Gründung traten dann die »Sektion Niedersachsen«, die »Sektion Braunschweig« sowie die »Sektion Nordharz« von »Honour \u0026 Pride« in Erscheinung. Auch eine »Honour \u0026 Pride – Sektion Altmark« organisierte sich zeitweilig, verschwand allerdings kurze Zeit darauf wieder. Ehemaligen Funktionäre der »Blood \u0026 Honour - Sektion Altmark« sollen besagte »Honour \u0026 Pride Sektion» als Konkurrenz empfundenund auf die Auflösung der Sektion gedrängt haben. Das hinderte Malina und »Honour \u0026 Pride« ihre Aktivitäten fortzusetzen. So organisierte Oliver Malina bereits im Januar 2005 ein Neonazikonzert in Braunschweig mit den Musikgruppen »Cherusker«, »Donnerhall«, sowie der Band »Last Riot«. Wenige Monate später, am 13. August 2005, wurde dann ein weiteres von «der »Honour \u0026 Pride Sektion Niedersachsen« mitorganisiertes Konzert in Werningerode (Sachsen-Anhalt) bekannt: Aktivitäten, welche sich bis heute fortsetzen. »Honour \u0026 Pride« ist dabei bemüht ihr gewinnbringendes Image als Nachfolgeorganisation von »Blood \u0026 Honour« aufrecht zu erhalten. IZiel war es nicht »Blood \u0026 Honou« neu zu beleben aber die Zugkraft des »Markennamens« sollte für die eigenen Zwecke genutzt werden. So veranstaltete »Honour \u0026 Pride« im Frühjahr 2007 ein einschlägiges Neonazikonzert im schleswig-holsteinischen Neufeld. Auf dem Konzertflyer waren auch zwei Billardkugeln mit dem Zahlenkürzel 28 abgebildet: für Neonazis eine eindeutige Botschaft. Die Zahlen codieren die Buchstaben B und H und stehen nicht nur in der Bundesrepublik für »Blood \u0026 Honour«. Part of the »Blood \u0026 Honour« Family Nachdem sich »Honour \u0026 Pride« in Niedersachsen erfolgreich etablieren konnte, verstärkte Malina in den letzten Monaten die Kontakte zu »Blood \u0026 Honour« Gruppierungen im europäischen Umland. Während eines offiziellen »Blood \u0026 Honour« Konzertes im dänischen Ammitsbøl am 5. April 2008 präsentierten sich mehrere Neonazis, darunter auch Oliver Malina selbst, als Mitglieder der »Honour \u0026 Pride - Sektion Niedersachsen«. Fotografien, welche im Verlauf der konspirativ organisierten Konzertveranstaltung entstanden, zeigen ihn gemeinsam mit Mitgliedern der «Crew 28 Security«, der szeneinternen Schutzgruppe von »Blood \u0026 Honour – Danmark«. Doch Oliver Malina und die Strukturen von »Honour \u0026 Pride« greifen inzwischen auch in Deutschland auf die Netzwerke von »Blood \u0026 Honour« zurück und nutzen dabei die grenzübergreifende Vernetzung der Organisation in Europa. So griff »Honour \u0026 Pride« im Jahr 2009 im Zusammenhang mit Konzerten auf Musikgruppen des internationalen »Blood \u0026 Honour« - Netzwerkes zurück; zuletzt während eines Neonazikonzertes am 23.05.2009 nahe der niedersächsischen Stadt Peine. Auch hier trat Malina als Organisator, der als Geburtstagsfeier getarnten Veranstaltung in Erscheinung. Das Konzert wurde im Vorfeld mit dem Auftritt der Musikgruppen »Propaganda«, »Libertin«, »Sturmtrupp« und der britische Nazirockband »Section 88« beworben. Nachdem der Besitzer des Grundstückes von eintreffenden Polizeibeamten über die politischen Komponente der Veranstaltung aufgeklärt wurde, zog er den Vertrag mit den Veranstalter_innen zurück. Gegen 22:00 Uhr wurde den etwa 120 angereisten Konzertteilnehmer_innen mitgeteilt, dass die Veranstaltung aufzulösen sei. Wenn dieser polizeilichen Anordnung nicht nachgekommen werde, würden die Polizei eine gewaltsame Räumung des Grundstückes in Erwägung ziehen. Zu diesem Zeitpunkt war der Auftritt der nordrhein-westfälischen Musikgruppe »Libertin« bereits abgeschlossen. In Anbetracht der polizeilichen Weisung wurde das Konzert von den Veranstalter_innen letztlich abgebrochen. Man scheint allerdings auf diesbezüglich polizeiliche Maßnahmen vorbereitet gewesen zu sein. Etwa 50 Teilnehmer_innen der zuvor aufgelösten Veranstaltung sollen sich demnach in eine nahegelegene Gaststätte begeben haben, um die Konzertveranstaltung ohne weitere Einschränkungen fortsetzen zu können. Die Schleusung zu der Ausweichveranstaltung wurde von Oliver Malina persönlich koordiniert. Mittels eines Autokonvois wurden die Teilnehmer_innen zum Ersatzort geleitet, wo dann unter anderem der Auftritt der britischen Neonaziband »Section 88« auf dem Programm gestanden haben soll. Für die britische Neonaziband war es in diesem Jahr bereits der zweite Auftritt in Niedersachsen. Am 28. Februar 2009 gehörte »Section 88«, gemeinsam mit der Musikgruppe »Strongside« aus dem Umfeld der deutschen Neonaziband »Kampfzone«, zum Rahmenprogramm einer als »Geburtstagsfeier« getarnten Konzertveranstaltung in dem nördlichen Bundesland. Auch hier soll Malina als Veranstalter in Erscheinung getreten sein. »Section 88« und »Blood \u0026 Honour – United Kingdom« Der Auftritt der Musikgruppe »Section 88« in Niedersachsen lässt indes aufhorchen, gehört die Band doch zum internationalen Netzwerk von »Blood \u0026 Honour«. Nach Eigenangaben gründete sich die Musikgruppe 1993 und wählte am 20. April 1994, dem 105 Geburtstag von Adolf Hitler, die Bezeichnung »Section 88« als endgültigen Bandnamen. Das Gründungsdatum scheint dabei keineswegs zufällig gewählt, wie die Musikgruppe in einem Interview mit der englischen »Blood \u0026 Honour Magazine« bereitwillig einräumte: »The name speaks for itself as in Section 88 two H’s of the alphabet HEIL HITLER!!«. Nach mehreren Umbesetzungen wurde das Bandprojekt 1997 allerdings neu strukturiert und löste sich kurze Zeit später auf. Nach der Neugründung im Jahr 2000 entwickelte sich »Section 88« zu einem »well-respected and familiar B\u0026H name, not only here but also all across Europe« so ein im Jahr 2003 gefälltes Urteil von »Blood \u0026 Honour - United Kingdom«. Die Beweggründe von »Section 88« seien nach Einlassung der Bandmitglieder klar politisch motiviert. So sei die vordergründige Aufgabe der Musikgruppe: »to get the National Socialist message across to as many people as possible«. Organisatorisch gehört die Musikgruppe zur »Blood \u0026 Honour – Southern Divison«, einer regionalen Untersektion von »Blood \u0026 Honour - United Kingdom« und war in der Vergangenheit auf dutzenden Veranstaltung des Neonazinetzwerkes zugegen. So auch am 8. März 2008 anlässlich des sogenannten »Violent Storm Memorial Concerts«, eines jährlich stattfindenden »Gedenkkonzertes« zu Ehren der 1992 bei einem Autounfall in Spanien verunglückten Mitglieder der Neonazirockband »Violent Storm«. Zum Programm der Veranstaltung gehörte auch der Auftritt der deutschen Neonazirockband »Kommando Skin«. Zwar fand das Konzert in Großbritannien statt, gewährte aber dennoch einen tiefen Einblick in das derzeitige Selbstvertrauen der deutschsprachigen Neonaziszene. Fast acht Jahre nach dem Verbot der »Blood \u0026 Honour - Division Deutschland« präsentierte sich dort die Musikgruppe »Kommando Skin« als Teil des internationalen Netzwerks von »Blood \u0026 Honour«. Zur Unterstreichung dieses Anliegens wurde ein Transparent von »Blood \u0026 Honour - Deutschland« auf der Bühne befestigt. Während es die deutsche Neonazirockband »Kommando Skin« zu Treffen von »Blood \u0026 Honour« nach Großbritannien verschlägt, dehnen sich die Aktivitäten von »Section 88« im Umkehrschluss ebenso aufs das europäische Festland aus. Als im September 2007 sowie April 2008 Konzerte der »Blood \u0026 Honour – Sektion Flandern« in Belgien stattfanden, war »Section 88« ebenso vertreten wie zuletzt auch am 16. März 2009 während eines Konzertveranstaltung der »Blood \u0026 Honour -Section Slowenia«. Der Auftritt von »Section 88« während eines Konzertes von »Blood \u0026 Honour - Hungarica« am 10. Februar 2007 in Ungarn, sorgte hingegen sogar in der Bundesrepublik Deutschland für Negativ-Schlagzeilen. Während der Konzertveranstaltung skandierten Neonazis antisemitische Parolen und zeigten mehrfach den Hitlergruß. Videoaufnahmen die kurze Zeit später an die Öffentlichkeit gelangten, zeigten auch die damaligen NPD-Funktionäre Norman Bordin und Matthias Fischer unter den angereisten Teilnehmer_innen. Der Hitlergruß und die damit verbundene Zurschaustellung einer nationalsozialistischen Grundhaltung scheint indes zum obligatorischen Repertoire von »Section 88« zu gehören, wie nicht zuletzt frei zugängliche Videomitschnitte im Internet verdeutlichen. Die nun in Niedersachsen stattgefundenen Auftritte der britischen »Blood \u0026 Honour« -Musikgruppe offenbart nicht zuletzt die Bedeutung und zunehmenden Vernetzung von »Honour \u0026 Pride« und ihrer Führungsperson Oliver Malina. Zumindest aus Sichtweise des internationalen Netzwerks von »Blood \u0026 Honour« konnte sich »Honour \u0026 Pride« mit ihren Konzertveranstaltungen zu einem Partner der »Blood \u0026 Honour Family« entwickeln. Das enorm gewachsene Selbstbewusstsein des neonazistischen Milieus lässt den Schluss zu das sich diese Entwicklung noch verstärken wird und Musikgruppen von »Blood \u0026 Honour« weiterhin in der Bundesrepublik Deutschland agieren werden. Die Verbreitung nationalsozialistischer Inhalte mit Hilfe einschlägiger Musiktexte scheint zumindest in absehbarer Zeit gesichert. Denn ähnlich wie »Section 88« kann nun auch Oliver Malina und das von ihm geleitete Netzwerk von »Honour \u0026 Pride« die Frage nach politischen Verbindungen folgendermaßen beantworten: »of course Blood \u0026 Honour«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.06.01/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den vergangenen Wochen stand in Niedersachsen einschlägige Kost auf dem Programmzettel. Am 23. Mai versammelten sich rund 120 Neonazis, unweit der niedersächsischen Stadt Peine, um an einem Rechtsrockkonzert teilzunehmen. Die Polizei unterband die Veranstaltung. Neben drei neonazistischen Musikgruppen aus der Bundesrepublik waren auch Mitglieder der britische Musikgruppe »Section 88« angereist. Ein Name, der aufhorchen lässt. »Section 88« gehört zum internationalen Netzwerk von »Blood \u0026 Honour«, eine Organisation, welche seit einigen Jahren in der Bundesrepublik verboten ist.","title":"Konzerte mit »Blood \u0026 Honour« in Niedersachsen?"},{"city":"Schwerin","content":" Die Verbotsverfügung wurde in den Morgenstunden überstellt. Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns verbot am heutigen Donnerstag, den 28. Mai 2009 die neonazistische Gruppierung »Mecklenburgische Aktionsfront« (MAF). Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten in diesem Zusammenhang die Wohn- und Geschäftsräume von Mitgliedern der Vereinigung um Vereinsvermögen zu beschlagnahmen und weitere Aktivitäten der Gruppierung zu unterbinden.\nDie im Jahr 2002 gegründete »Mecklenburgische Aktionsfront« galt als eine der umtriebigsten Neonazigruppierungen in Mecklenburg-Vorpommern. Der räumliche Schwerpunkt ihrer Aktivitäten lag dabei in der Region Neubrandenburg sowie dem angrenzenden Neustrelitz. Die parteiunabhängige Gruppierung soll dabei aus einem festen Kern von etwa 10 bis 15 Aktivist_innen bestanden haben. Ähnlich groß der Kreis von Unterstützer_innen. Bei einem der führender Köpfe der »Mecklenburgischen Aktionsfront« handelte es sich um den 1981 geborenen und in Rostock wohnhaften David Petereit. Das Gründungsmitglied der »MAF« ist kein unbeschriebenes Blatt. Im Gegenteil. Das NPD-Mitglied entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Entscheidungsträger der neonazistischen Szene in dem nordöstlichen Bundesland. Inzwischen stieg Petereit zum stellvertretendem Landesvorsitzenden der NPD in Mecklenburg-Vorpommern auf und und kandidiert nun auf Platz drei der NPD-Landesliste zur Bundestagswahl im September 2009 sowie am 7. Juni zur Rostocker Bürgerschaft.\nNeben seiner Anstellung im Wahlkreisbüro des NPD-Abgeordneten Bürger Lüssow, welcher seit dem Jahr 2006 über ein Mandat im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern verfügt, betreibt David Petereit den Online-Versand »Levensboom«. Ein Blick auf den Warenbestand des Versandhandel beantwortet umgehend die Frage nach dessen Kunden. »Nazi Rock´n´Roll, der Name ist Programm« lautet eine der Produktbeschreibung für einschlägige Tonträger. Bis zum Verbot des neonazistischen »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ) im März 2009 engagierte sich Petereit darüber hinaus in den Strukturen der rassistischen HDJ-Vereinsorganisation. Dabei trat Petereit nicht nur als Teilnehmer von Zeltlagern der »Heimattreuen Deutschen Jugend« in Erscheinung sondern ebenso als Mitglied einer HDJ-Delegation während eines Gastbesuchs im Sommer 2007 bei ideologisch Gleichgesinnten in Schweden. Nach Schweden verschlug es das NPD Mitglied in der Vergangenheit ebenfalls anlässlich des »Salem-Marsches« in Stockholm, einer jährlich stattfindenden Großdemonstration schwedischer Neonazis.\nBei einer ebenfalls jährlich stattfindenden Neonaziveranstaltung in Brandenburg ist Petereit hingegen in die Vorbereitung involviert. So gilt er gilt als einer der maßgeblichen Initiatoren des »Tollenseemarsches«, eine Wanderveranstaltung in der Region Neubrandenburg zum Gedenken an den im Jahr 1930 verstorbenen SA-Führer Horst Wessel mit bis zu 120 Teilnehmer_innen. Neben Mitgliedern der »Mecklenburgischen Aktionsfront« nahmen in der Vergangenheit immer wieder Aktivist_innen der »Heimattreuen Deutschen Jugend« und der NPD-Mecklenburg-Vorpommern an der höchstkonspirativ organisierten Veranstaltung teil. Die »Mecklenburgische Aktionsfront« verfügt dabei über enge Verbindungen zur neonazistischen Partei. Während einer Neonazidemonstration am 14.02.2008 in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden befand sich mit Udo Pastörs auch der Fraktionsvorsitzende der NPD im Landtag vom Mecklenburg-Vorpommern hinter dem Transparent der »MAF«. Pastörs kandidiert im September 2009 auf Platz eins der NPD-Landesliste anlässlich der anstehenden Bundestagswahl.\nMit dem nun erfolgten Verbot ist erstmals eine neonazistische Gruppierung der »Freien Nationalisten« in dem Bundesland verboten worden. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern begründete seinen Schritt »mit Erkenntnissen« welche ein »Gesamtbild ergeben, das ein Vereinsverbot erfordert«. »Die Bewertung der Aktivitäten der M.A.F. bestätigt die Annahme, dass die M.A.F. in ihrer Zielrichtung, Vorstellungswelt und im Stil ihres äußeren Auftretens wesensverwandt ist mit dem Nationalsozialismus und sie ihre politischen Ziele zur Überwindung der bestehenden parlamentarisch-demokratischen Regierungsform kämpferisch-aggressiv vertritt\", heißt es in einer diesbezüglichen Mitteilung des Innenministeriums.\nAuf der mittlerweile abgeschalteten Internetseite reagierte die »Mecklenburgische Aktionsfront« auf das Vorgehen des Innenministeriums hingegen mit Hohn und Spott. Man sehe die Angelegenheit zumindest »sportlich«. Weiter heißt es: »Als Würdigung der langjährigen, ruhmreichen, professionellen und aktionsorientierten Arbeit der Mecklenburgischen Aktionsfront erfolgte heute die Zustellung des Verbotes durch die Heerscharen des Ministers für die Sicherheit im Staate MV.« Laut Einlassung der verbotenen Gruppierung lese sich die nun überbrachte Verbotsverfügung wie ein »Ruhmesblatt« und werde »auf jeden Fall Eingang in die Geschichtsbücher des folgenden Staates finden«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.28/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Verbotsverfügung wurde in den Morgenstunden überstellt. Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns verbot am heutigen Donnerstag, den 28. Mai 2009 die neonazistische Gruppierung »Mecklenburgische Aktionsfront« (MAF). 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Nachdem am 11.April 2009 ein Neonaziaufmarsch im niedersächsischen Lüneburg durch Einsatzkräfte der Polizei gestoppt und wenig später aufgelöst wurde, mobilisierte die Neonaziszene nun zu einer Neuauflage der Demonstration. Dem Aufruf der Veranstalter_innen »Gegen Behördenwillkür – Keine Blockade der Meinungsfreiheit« zu demonstrieren folgten am vergangenen Wochenende allerdings lediglich 117 Anhänger_innen. Für die Behörden der Stadt Lüneburg Grund genug einen kompletten Stadtteil abzuriegeln.\nDie neuerliche Demonstration in Lüneburg wurde nach den Vorgängen des vorangegangenen Aufmarsches innerhalb der Neonaziszene als sprichwörtlicher »Akt der Revanche« beworben. Mehrere tausend Gegendemonstrant_innen hatten am 11.April 2009 gegen den Aufmarsch der Neonazis in Lüneburg demonstriert und zeitweise die Route blockiert. Nachdem eine alternative Ausweichstrecke von Seiten der Neonazis abgelehnt wurde, und die Situation zu eskalieren drohte, löste die Polizei den Aufmarsch kurzerhand auf. Daraufhin entwickelten sich turbulente Szenen in unmittelbarer Nähe des Lüneburger Hauptbahnhofes. Polizeibeamte wurden attackiert, mehrere gewaltbereite Neonazis kurzfristig in Gewahrsam genommen. Inzwischen ermitteln die Behörden in diesem Zusammenhang wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Volksverhetzung sowie dem Verwenden verfassungsfeindlicher Symbolik.\nRichtete sich der vorangegangene Aufmarsch noch »Gegen linke Gewalt«, so wurde nun die Behörden zum «aktuellen Feindbild« erklärt. Während dem Aufruf im April allerdings noch insgesamt 246 Neonazis folgten, verringerte sich die Anzahl der erneut angereisten Teilnehmer_innen deutlich. Mit lediglich 117 angereisten Unterstützer_innen konnte in Lüneburg seit einem Aufmarsch im Jahr 1999 die bislang kleinste Neonazidemonstration verzeichnet werden. Neben der Mobilisierung bereitete allerdings bereits die Anmeldung der Veranstaltung erhebliche Schwierigkeiten. Anfänglich planten die Organisator_innen die neuerliche Demonstration im Innenstadtbereich Lüneburgs stattfinden zu lassen. Zuvor angemeldete Gegenkundgebungen verhinderten dies jedoch erfolgreich. Die zuständigen Behörden verweigerten der Neonazidemonstration schließlich die ursprünglich angedachte Demonstrationsroute und verlegten den Aufmarsch schlussendlich in den Lüneburger Stadtteil Neu Hagen.\nAngemeldet hatte die Veranstaltung wie bereits am 11. April 2009 der Lüneburger Neonazi Christian Sternberg aus dem Umfeld der militanten »Kameradschaft Lüneburg Sturm 16«. Dieser betreibt nahe der Lüneburger Innenstadt das »nationale Bekleidungsgeschäft Hatecore«, in welchem einschlägige Musik und szenetypische Accessoires erworben werden können. Sternberg wird dem Umfeld des sogenannten »Netzwerk Nord« zugerechnet, einem organisatorischen Zusammenschluss organisierter Neonazis in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen sowie dem westlichen Mecklenburg-Vorpommern. Mit der rechtliche Durchsetzung der Veranstaltung wurde hingegen der Hamburger Neonazi Christian Worch beauftragt. Bevor sich der Aufmarsch am vergangenen Wochenende schließlich in Bewegung setze, wurden die Veranstalter_innen allerdings mit erneuten Schwierigkeiten konfrontiert. Gegen zwei der angereisten Teilnehmer_innen wurden polizeiliche Ermittlungsverfahren wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole eingeleitet, gegen eine weitere Person gar wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Sichtliche Probleme bestanden ebenfalls bei der Auswahl von Ordnerkräften des Demonstrationszuges. Mit Hinblick auf das jeweilige Vorstrafenregister wurden etliche der ursprünglich angedachten Ordnerkräfte durch die Behörden abgelehnt.\nDer weitere Aufmarsch in dem polizeilich abgeriegelten Stadtteil fand anschließend ohne nennenswerte Zwischenfälle statt. Neben regionalen Neonaziaktivist_innen reisten Mitglieder der »Freien Kräfte Osterholz«, der »Kameradschaft Hildesheim«, »Freien Nationalisten Bremen«, «Kameradschaft Celle 73«, des »Aktionsbüros Norddeutschland«, der »Snevern Jungs« sowie Mitglieder des niedersächsischen Landesverbandes der »Jungen Nationaldemokraten« zu der Demonstration. Auch aus dem nördlichen Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern kamen Unterstützer_innen in die ehemalige niedersächsische Salzstadt. Der Demonstrationszug endete schlussendlich wo er ursprünglich begann. Während der Abschlusskundgebung ergriffen dann Christian Worch sowie das Führungsmitglied der »Kameradschaft Hildesheim«, Dieter Riefling das bereitgestellte Mikrophon. Riefling machte er aus seiner Verehrung für das Dritte Reich keinen Hehl und forderte lautstark, die »vorübergehende Organisationsform namens BRD« auf den »Abfallhaufen der Geschichte« zu befördern.\nDie Veranstaltung selbst wurde begleitet durch ein massives Polizeiaufgebot. Die Bewegungsfreiheit in dem durch zahlreiche Absperrungen abgeriegelten Stadtteil Neu Hagen wurde dabei erheblichen Einschränkungen unterworfen, wie Gegendemonstrant_innen und Bewohner_innen im Anschluss an die Veranstaltung beklagten. Insgesamt beteiligten sich rund 1000 Menschen an den Gegenprotesten im Lüneburger Innenstadtbereich. Beobachter_innen rechnen derweil mit weiteren Demonstrationen der Neonaziszene in Lüneburg. Ziel sei es, aus Solidarität mit dem Ladengeschäft von Christian Sternberg sowie als benötigter Beweis der eigenen Handlungsfähigkeit einen entsprechenden Aufmarsch im Innenstadtbereich von Lüneburg durchzuführen. In Anbetracht der nun erzielten Anzahl von Teilnehmer_innen ein »durchaus waghalsiges Unterfangen«, höhnten bereits Teile der Protestbewegung.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.25/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Großes hatte man sich vorgenommen. Nachdem am 11.April 2009 ein Neonaziaufmarsch im niedersächsischen Lüneburg durch Einsatzkräfte der Polizei gestoppt und wenig später aufgelöst wurde, mobilisierte die Neonaziszene nun zu einer Neuauflage der Demonstration. Dem Aufruf der Veranstalter_innen »Gegen Behördenwillkür – Keine Blockade der Meinungsfreiheit« zu demonstrieren folgten am vergangenen Wochenende allerdings lediglich 117 Anhänger_innen. Für die Behörden der Stadt Lüneburg Grund genug einen kompletten Stadtteil abzuriegeln.","title":"Der »Abfallhaufen der Geschichte« in Lüneburg"},{"city":"Handorf","content":" Am vergangenen Sonntag fand der diesjährige NPD-Landesparteitag in der niedersächsischen Provinz statt. Die Veranstaltung war hoch konspirativ organisiert, ein Großteil der etwa 70 angereisten Neonazis erfuhr den späteren Ort der Zusammenkunft erst wenige Stunden zuvor. Neben der Vorbereitung anstehender Wahlkämpfe wurde im Verlauf des mehrstündigen Treffens auch eine neue Führungsspitze gewählt. Die NPD Niedersachsen folgte damit den Forderungen militanter Neonazis eine, seit langem erwartete politische Richtungsänderung einzuläuten.\nBewacht von Mitgliedern des »NPD-Bundesordnerdienst«, einer als gewaltbereit geltenden Sicherheit- und Schutztruppe der neonazistischen Partei, tagte der niedersächsische Landesverband am vergangenen Wochenende in der kleinen Gemeinde Handorf. Nach mehreren Rückschlägen auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für den Parteitag griff man auf das Anwesen des NPD-Bundesvorstandsmitgliedes Manfred Börm zurück. Das Anwesen des langjährigen NPD Mitgliedes diente bereits in der Vergangenheit für konspirative Treffen. Bis zum Verbot der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) durch das Bundesministerium des Inneren, am 31. März 2009 tagten in den Räumlichkeiten der Familie Börm ebenfalls die Mitglieder der nun verbotenen »HDJ-Einheit Niedersachsen«. Treffen die nur wenig Verwunderung hervorriefen. Handelte es sich doch bei der Familie Börm, die ranghohe Funktionäre innerhalb der HDJ stellte, um eine der wichtigsten Knotenpunkte der neonazistischen Vereinsorganisationen in Norddeutschland.\nManfred Börm gilt innerhalb der Neonaziszene als Autorität, nicht zufällig leitet der »ergraute Anführer« innerhalb der NPD das sogenannte »Referat Ordnung«, und steht damit an der Spitze des »NPD Bundesordnerdienstes«. Bei der Wahl von jungen »Rekruten« der Ordnertruppe griff Börm in der Vergangenheit immer wieder auf ehemalige Mitglieder und Aktivisten der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) zurück. So auch im beschaulichen Handorf. Um auf das Gelände zu gelangen mussten neugierige Blicke erst am ehemaligen »Einheitsführer«, der als besonders militant geltenden »HDJ-Einheit Hermannsland« vorbei. Ein quer parkender Militärbus diente dabei als Kontrollposten und zusätzlicher Sichtschutz. Doch auch außerhalb der Ortschaft Handorf versahen die NPD-Wachposten ihren Dienst. Nach Bekanntwerden des Landesparteitages postierten sich Einsatzkräfte der Polizei auf den Zufahrtsstraßen und untersagten, den mit Privatfahrzeugen anreisenden Neonazis, die Weiterfahrt. Die Kraftfahrzeuge mussten schließlich außerhalb der Ortschaft zurückgelassen werden. Zuvor waren die Teilnehmer_innen über »Schleusungspunkte« zum späteren Veranstaltungsort gelotst worden. Zwei mit Klappstühlen und handlichen Funkgeräten ausgestattete NPD-Ordner übernahmen daraufhin die Sicherung des Parkplatzes.\nDer Wahl- und Landesparteitag fand schließlich in einem eigens aufgebauten und mit Tarnnetzen abgehängten Militärzelt auf dem Grundstück der Familie Börm statt. Die organisatorische Vorbereitung des anstehenden Bundeswahlkampfes stand auf dem Programm. Ein sichtlicher Klärungsbedarf bestand bei den Anwesenden vor allem über die zukünftige Rolle des derzeitigen niedersächsischen Spitzenkandidaten Andreas Molau. Der ehemalige Hoffnungsträger der NPD Niedersachsen hatte in den vergangenen Monaten starken Einfluss auf die politische Stoßrichtung des Landesverbandes ausgeübt. Politischen Zerwürfnissen im Zusammenhang mit seiner Kandidatur zum NPD Bundesvorsitzenden gipfelten allerdings mit dem Rücktritt Molaus von allen Parteiämtern. In der Folge engagierte sich der ehemalige Waldorflehrer aus Groß Denkte bei Braunschweig verstärkt in den Strukturen der »Deutschen Volksunion« (DVU). Nach diesen Ereignissen zerbrach der Rückhalt von Molau in der Basis des niedersächsischen NPD Landesverbandes. Vordergründige Aufgabe des Landesparteitages war es demnach den organisatorischen Wegfall von Molau zu kompensieren und die »Ära Andreas Molau« innerhalb der NPD Niedersachsen offiziell für beendet zu erklären. Der langjährige Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg strebe nach parteiinternen Angaben sogar ein offizielles Ausschlussverfahren gegen Molau an.\nWie im Vorfeld angekündigt, stellte sich der bisherige Landesvorsitzende Eigenfeld keiner erneuten Wiederwahl. Er wolle sich nun verstärkt um sein Amt als frisch gewählter NPD Bundesschatzmeister bemühen. Eigenfeld entging damit einer bevorstehenden Niederlage. Seit Jahren gilt Eigenfeld innerhalb der NPD Niedersachsen als höchst umstritten. Der politische Kurs des ehemaligen Beamten sorgte besonders bei den Vertreter_innen der »Freien Kräfte« immer wieder für entsprechende Reaktionen. Mitglieder der militanten Neonaziszene verhöhnten Eigenfeld in den vergangenen Jahren regelmäßig als »Betonkopf« und »rückwärtsgewandten Demokraten«. Auch innerhalb der NPD regte sich Widerstand gegen die, »als zu bürgerlich-demokratisch« empfunden Marschrichtung des NPD-Landesvorsitzenden.\nNachdem eine offene Gegenkandidatur des radikalen Flügels, um den NPD-Kreistagsabgeordneten Adolf Dammann vor zwei Jahren scheiterte verfielen die militanten Kräfte auf eine andere Herangehensweise. Mitglieder der militanten Neonaziszene begannen spätestens im Jahr 2007 mit einer schrittweisen Unterwanderung der niedersächsischen Landesverbandes. Als gewichtigster Förderer dieses Weges trat in der Vergangenheit insbesondere Andreas Molau in Erscheinung. Dessen Motivation lag allerdings weniger in einer zunehmenden Radikalisierung der niedersächsischen NPD. Molau benötigte die »Freien Kräfte« vielmehr zur personellen Unterstützung des zurückliegenden NPD-Wahlkampfes anlässlich der niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008. Die radikalen Kräfte verfolgten allerdings eigene Ziele, welche sich spätestens mit dem Rückzug Andreas Molau nun durchzusetzen scheinen. Der nun in Handorf stattgefundene NPD Landesparteitag der NPD-Niedersachsen wurde dann auch die Anwesenheit von Mitgliedern der militanten »Freien Nationalisten« geprägt. Vor Ort waren unter anderem Mitglieder der neonazistischen »Kameradschaft Lüneburg Sturm 16», der «Kameradschaft Celle 73», sowie Aktivisten der »Snevern Jungs«, der »Kameradschaft Northeim« und Anhänger der Neonaziszene aus Hannover und Hannover-Garbsen. Durch die starke Machtbasis der militanten Neonaziszene erschien eine erfolgreiche Kandidatur Ulrich Eigenfelds von vornherein ausgeschlossen.\nStattdessen wurde mit Adolf Dammann nun ein Vertreter des radikalen Flügels an die Spitze des niedersächsischen Landesverbandes berufen. Eine Unterstützung der militanten Neonaziszene war ihm gewiss. Dammann versteht sich als politischer Hardliner, ein politischer Überzeugungstäter der das »System über die Straße ablösen« wolle. In logischer Konsequenz erweiterte der frisch gewählte Landesvorsitzende die Machtbefugnisse der gewaltbereiten Neonaziszene im Landesverband und verkündete sogleich eine Absichtserklärung die Zusammenarbeit mit den »Freien Nationalisten« intensivieren zu wollen. Solche Ankündigungen beziehen sich dabei vor allem auf zukünftige Aktivitäten im Bezug auf Kundgebungen und Demonstrationen . Die gesteigerten Machtbefugnisse der »Freien Nationalisten« manifestierten sich in Handorf nicht zuletzt durch die Wahl von Matthias Behrens aus dem niedersächsischen Schneverdingen zum neuen stellvertretenden Landesvorsitzenden, der damit die Nachfolge des in Ungnade gefallenen Andreas Molau antrat. Der ehemalige Bundeswehroffizier Matthias Behrens und Führungsaktivist der militanten »Snevern Jungs« gilt als einer der führenden Köpfe der niedersächsischen Neonaziszene. Seit nunmehr zwei Jahren engagiert sich Behrens intensiv innerhalb der Strukturen des NPD-Landesverbandes. Im Vorfeld der niedersächsischen Landtagswahl 2008 gehörte der Versicherungskaufmann Matthias Behrens mit dem Bereich »Finanzwesen« zu den eifrigsten Koordinatoren der NPD Wahlkampfunterstützung durch die Strukturen militanter Neonazis.\nAuch der zweite Stellvertreter des Landesvorsitzenden Adolf Dammann wird dem radikalen Flügel der niedersächsischen NPD zugerechnet. Schon alleine aus diesem Grund war eine Wiederwahl von Manfred Börm nie gefährdet gewesen. Als Beisitzer des neu gewählten Landesvorstandes wählten die Delegierten außerdem Ulrich Plate vom NPD Unterbezirk Osnabrück, der niedersächsische NPD-Landesgeschäftsführer Malte Holzer aus Amelinghausen, Michael Hahn aus Bad Lauterberg, das Hamelner NPD-Mitglied Friedrich Werner Graf von der Schulenburg, Carsten Steckel vom der NPD-Osterode, Friedrich Preuß aus den Strukturen der NPD-Braunschweig sowie Ricarda Riefling als führende Vertreterin des niedersächsischen Ablegers der NPD Frauenplattform »Ring Nationaler Frauen« in das höchste Gremium der NPD in Niedersachsen. Als abschließende Überraschung konnte dann die Wahl des ehemaligen HDJ-Aktivisten Christian Berisha als weiterer Beisitzer im Landesvorstand gewertet werden. Christian Berisha gilt dabei als äußerst umtriebiger Aktivist der Szene. Nachdem die neonazistische Vereinsorganisation »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« im März diesen Jahres verboten wurde, wurden die Beamten auch bei Berisha in Groß Bleckede vorstellig. Berisha soll für das Finanzwesen der Organisation zuständig gewesen sein. Aktivitäten entfaltete Berisha ebenfalls in den Strukturen des »NPD Bundesordnerdienstes« und verfügt als Abgeordneter der NPD-Wählervereinigung »UWL/Bündnis Rechte«,über einen Sitz im Lüneburger Kreistag.\nDer nun stattgefundene Landesparteitag der NPD-Niedersachsen kann als Richtungsweisend bezeichnet werden. Die Vertreter des radikal-militanten Flügels konnten sich in dessen Verlauf erfolgreich durchsetzen. Mit Matthias Behrens als stellvertretenden Landesvorsitzenden wurden ebenfalls erste Schritte im Bezug eines »Generationswechsels« vollzogen. Dammann hatte in der Vergangenheit hinlänglich erklärt seine Wahl zum Landesvorsitzenden nur als mehr oder weniger kurzfristige Übergangslösung der niedersächsischen NPD zu betrachten. Die Anwesenheit einer Delegation der »Jungen Nationaldemokraten«(JN) in Handorf unterstreicht die zunehmender Handlungsfähigkeit der niedersächsischen NPD. War der niedersächsische Ableger der NPD Jugendorganisation in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Nichtexistenz aufgefallen, konnte der JN-Landesverband durch Führungskader, wie dem derzeit in Delmenhorst wohnhaften Florian Cordes reaktiviert werden. Inzwischen verfügt die JN-Niedersachsen wieder über mehrere Stützpunkte im »Stammland der NPD«. Ein Zustand welcher nicht zuletzt durch das vorangegangene Verbot der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) unterstützt wurde. Ehemalige HDJ-Aktivisten, so auch die Mitglieder der »HDJ-Einheit Hermannsland« nutzen nun, neben dem »NPD Bundesordnerdienst«, die JN-Strukturen als neue und bislang legale politische Plattform. Ein Weg, welcher wohl nun auch vom ehemaligen HDJ-Aktivisten Christian Berisha im NPD Landesvorstand bestritten wird und Sinnbildlich für die derzeitige Entwicklungsphase und Radikalisierung der NPD in Niedersachsen steht.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.25-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Sonntag fand der diesjährige NPD-Landesparteitag in der niedersächsischen Provinz statt. Die Veranstaltung war hoch konspirativ organisiert, ein Großteil der etwa 70 angereisten Neonazis erfuhr den späteren Ort der Zusammenkunft erst wenige Stunden zuvor. Neben der Vorbereitung anstehender Wahlkämpfe wurde im Verlauf des mehrstündigen Treffens auch eine neue Führungsspitze gewählt. Die NPD Niedersachsen folgte damit den Forderungen militanter Neonazis eine, seit langem erwartete politische Richtungsänderung einzuläuten.","title":"Landesparteitag der NPD-Niedersachsen in Handorf"},{"city":"Kiew","content":" Etwa 500 Anhänger_innen der osteuropäischen Neonaziszene marschierten am vergangenen 1. Mai durch die Straßen der ukrainischen Landeshauptstadt. Der Aufmarsch in Kiew stand im Zusammenhang mit gleichzeitig stattfindenden Neonazidemonstrationen in mehreren europäischen Ländern. Den weitaus größten Anteil an der Versammlung in Kiew stellten militante Mitglieder ukrainischer Neonazigruppen, doch auch aus Russland, Litauen und Weißrussland reisten Anhänger_innen in den osteuropäischen Flächenstaat. Wenige Wochen später fand nun mit dem »1. Groß-Ukrainische nationalsozialistische Kongress« ein weiteres Treffen der ukrainischen Neonaziszene mit dem Ziel »die Weltherrschaft« zu erobern in Kiew statt.\n»Ruhm für die Ukraine« sowie «Oligarchen ans Messer« skandierten die angereisten Teilnehmer_innen im Herzen der Stadt. Die Bezeichnung »Oligarchen« bezieht sich dabei auf Vertreter der ukrainischen Regierung und des Parlaments. Forderungen die sich auch im weiteren Verlauf der Demonstration niederschlugen. »Die Regierung« sei der Feind des ukrainischen Volkes, so die einhellige Meinung in den Redebeiträgen am Ende der Demonstration. Der Aufmarsch an dessen Spitze ein Transparent mit der Parole »Kapitalismus – Sklaverei« und »Sozialismus – Freiheit« prangte, wurde schließlich durch das Endzünden mehrerer bengalischer Feuer medienwirksam beendet.\nDer Neonaziaufmarsch in der ukrainischen Landeshauptstadt wurde unter der Schirmherrschaft mehrerer unabhängiger Neonazigruppierungen durchgeführt. In führender Position traten dabei vor allem die Anhänger_innen der sogenannten »Autonomen Nationalsozialisten« in Erscheinung. Man orientiere sich mit dem Aufmarsch an zahlreichen gleichzeitig stattfindenden Neonazidemonstrationen in ganz Europa, so die Veranstalter_innen in Kiew. Besonders hervorgehoben wurden in diesem Zusammenhang die Aktivitäten der deutschsprachigen, russischen und tschechischen Neonaziszene, zu denen in der Vergangenheit »intensivste Verbindungen« aufgebaut werden konnten. Bezüge zur deutschsprachigen sowie tschechischen Neonaziszene manifestierten sich vor allem in der Übernahme von derzeitigen Organisations- und Erscheinungsformen.Die »Autonomen Nationalsozialisten« sind innerhalb der ukrainischen Neonaziszene eine relativ moderne und organisatorisch bislang weitestgehend unbekannte Erscheinungsform. Deren zumeist jugendlichen Mitglieder orientieren sich dabei an den Anhänger_innen der sogenannten »Autonomen Nationalisten« in Deutschland und der Tschechischen Republik. Ähnlich wie in den Strukturen ihrer europäischen Vorbilder vollzieht sich demnach nun auch in der Ukraine ein Wandel innerhalb des militanten Neonazispektrums. Denn gerade im Bezug auf das Milieu jugendlicher Anhänger_innen scheint das Konzept der »Autonomen Nationalisten« in dem osteuropäischen Land auf fruchtbaren Boden zu fallen. Der nun am 1. Mai 2009 in Kiew stattgefundene Aufmarsches wurde zumindest durch das Erscheinungsbild der schwarz gekleideten und zum Teil vermummten Mitglieder der ukrainischen »Autonomen Nationalsozialisten« bestimmend geprägt.\nAn der Demonstrationen in Kiew nahmen ebenfalls Vertreter der neonazistischen Untergrundorganisation von »Blood \u0026 Honour« teil. In der Ukraine benutzt die Gruppierung, welche in mehreren europäischen Ländern verboten wurde, unter anderem die Bezeichnung »Bruderschaft 28«. Der Zahlencode steht für den zweiten und achten Buchstaben im Alphabet und gilt innerhalb der Szene als Synonym für »Blood \u0026 Honour«. Einen Tag nach der Demonstration in Kiew lud der ukrainische Ableger des international tätigen Netzwerks von »Blood \u0026 Honour« zu einem Neonazikonzert. Neben einschlägigen Musikgruppen wie »Antisystem« aus Moskau wurde das Konzert auch mit dem Auftritt der englischen Musikgruppe »Warlord« beworben.. Bei dem unter dem Pseudonym »Stigger« bekannten Sänger der Musikgruppe handelt es sich um den englischen Neonaziaktivisten Steve Calladine, ein ehemaliges Mitglied der Neonazirockband »Skrewdriver«, welche als Keimzelle von »Blood \u0026 Honour« gilt. Wenige Tage später veranstaltete nun die »Patrioten der Ukraine« eine weitere Veranstaltung im Herzen der ukrainischen Landeshauptstadt.\n»New World Order« unter militärisch-kultureller Leitung der Ukraine #Die Veranstaltung der neonazistischen »Patrioten der Ukraine« (Vartovyy Derzhavy, VGO) stand allerdings unter keinem guten Stern. Schon vor Beginn des Treffens sollen nach Angaben der Veranstaltungsleitung etliche Anhänger_innen während ihrer Anreise von der Polizei festgenommen worden sein. Nach den Worten von Andrew Beletsky, seines Zeichens Vorsitzender der »Patrioten der Ukraine« könne der zweitägige Kongress dennoch als Erfolg gewertet werden. Nach seinen Angaben sollen sich unter den 70 angereisten Teilnehmer_innen neben den Mitgliedern der »VGO« auch Akademiker, rechtsradikale Intellektuelle und Vertreter religiöser Grupierungen befunden haben. Letztere sorgen nach Angaben der »Patrioten der Ukraine« für die dringend benötigte »spirituelle Komponente der Ideologie«. Die »Vernetzung der weißen Rassisten in Europa« sei den Worten des VGO-Vorsitzenden Beletsky folgend, die wichtigste Aufgabe welche sich »ukrainische Patrioten« widmen sollen. Den erst daraus »resultiere die Wiederbelebung der europäischen Nationen« so der Vorsitzende weiter.\nWährend sich solche Zielsetzungen ebenfalls bei anderen europäischen Neonaziorganisationen finden lassen, beinhaltet das politischen Programm der neonazistischen »Patrioten der Ukraine« auch einige grotesk anmutende Forderungen. Zu Erziehungszwecken plane man die Aufstellung von paramilitärischen Jugendverbänden unter »rassisch nationalen Gesichtspunkten«, denn gefördert »solle das rassisch wertvollste«, und dies sei nach übereinstimmender Ansicht der Gruppierung nun einmal der »weiße Mann«. Auch ein Verbot aller demokratischer Nachrichtenagenturen und Medien wird von den »Patrioten der Ukraine« gefordert. Im Falle einer »Machtergreifung« werde der nationalsozialistische Staat für die Versorgung der Bevölkerungsgruppen mit Informationen zuständig sein. »Meinungsmanipulationen« sollen damit der Vergangenheit angehören. Ähnlich imposant sind ebenfalls die außenpolitischen Pläne des VGO-Parteiprogrammes. Zur Durchsetzung der »europäisch-ukrainischen Vorherrschaft im eurasischen Raum« sei neben einer umfassenden Modernisierung der Streitkräfte die Anschaffung von Atomwaffen unerlässlich. Das »ultimative Ziel« der zukünftig ukrainischen Außenpolitik sei nichts geringeres als die Erringung der Weltherrschaft.\nDer nun im Mai 2009 in Kiew stattgefundene Kongress der »Patrioten der Ukraine« diente nicht zuletzt der schrittweisen Vorbereitung jener hohen Ziele. Trotz der «Unausweichlichkeit unseres Sieges« wolle man als ersten Schritt zunächst eine »Offensive der Propaganda und Agitation« in dem osteuropäischen Land starten, so ein Vertreter der Organisation. Bereits wenige Tage später organisierte die Gruppierung in diesem Zusammenhang eine Kundgebung vor dem Parlamentsgebäude in Kiew. Unter dem Motto »Tod den Oligarchen« blockierten deren Anhänger_innen zeitweise die Zufahrt zum ukrainischen Regierungssitz. Eine Fortsetzung des einschlägigen Kongresses wurde inzwischen für den Spätsommer angekündigt. Man wolle weiterhin an »praktischen Lösungsansätzen« arbeiten, so die Veranstalter_innen während der Schlussberatungen. Ähnlich wie bei dem nun in Kiew stattgefundenen Kongress sollen dazu Vorträge und Diskussionsbeiträge ausgearbeitet werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um ideologische Fragestellungen, wie der am vergangenen Wochenende in Kiew gehaltene Vortrag »Alkohol als wichtigste Waffe zur Zerstörung der Nation« anschaulich vor Augen führt. Inwieweit diese Waffe allerdings Einfluss auf das Parteiprogramm der »Patrioten der Ukraine« und deren außenpolitische Zielsetzung, inklusive der dort formulierten Welteroberungsplänen genommen hat, darüber schwieg sich der Vortrag allerdings aus.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.22/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Etwa 500 Anhänger_innen der osteuropäischen Neonaziszene marschierten am vergangenen 1. Mai durch die Straßen der ukrainischen Landeshauptstadt. Der Aufmarsch in Kiew stand im Zusammenhang mit gleichzeitig stattfindenden Neonazidemonstrationen in mehreren europäischen Ländern. Den weitaus größten Anteil an der Versammlung in Kiew stellten militante Mitglieder ukrainischer Neonazigruppen, doch auch aus Russland, Litauen und Weißrussland reisten Anhänger_innen in den osteuropäischen Flächenstaat. Wenige Wochen später fand nun mit dem »1. Groß-Ukrainische nationalsozialistische Kongress« ein weiteres Treffen der ukrainischen Neonaziszene mit dem Ziel »die Weltherrschaft« zu erobern in Kiew statt.","title":"Das Ziel lautet »Weltherrschaft für die Ukraine«"},{"city":"Schwitschen","content":" Auf dem Anwesen eines Landwirtes im niedersächsischen Schwitschen soll ein »NPD Ferienhof« entstehen. Er wolle, so der Landwirt, »das größte Domizil der Partei in Norddeutschland errichten«. Zum Beweis seiner ernstgemeinten Absichten verteilte er nach Einbruch der Dämmerung bereits Flugzettel im Ortskern der nahegelegenen Stadt Visselhövede, mit denen für das Projekt geworben wurde. Vorsorglich wurde von dem Landwirt nun auch eine selbst entworfene und gemalte NPD Flagge am hofeigenen Fahnenmast befestigt. Der Wahrheitsgehalt seiner Ankündigungen darf indes getrost bezweifelt werden.\nDie Ortschaft Schwitschen ist ein beschaulicher Flecken Erde mit nur knapp 500 Einwohner_innen im Herzen Niedersachsens. Für eine Ortsdurchfahrt mit dem Auto benötigt man meist nicht mehr als anderthalb Minuten, es sei denn, eine der landwirtschaftlichen Zugmaschinen des Dorflebens verirrt sich zögernd in den Verkehr und behindert die Weiterfahrt. Böse Zungen behaupten, im kleinen Schwitschen sei das Aufsehenerregendste Ereignis im Laufe des Jahres das jährlich stattfindende Schützenfest. Man kennt sich, ob nun freiwillig oder unfreiwillig. Auch der Schwitschener Landwirt Wilfried Häring gehört hier zur Dorfgemeinschaft. Umso größer die Verwunderung in der Gemeinde als bekannt wurde, dass in ihrer Ortschaft unter der Leitung von Häring ein »NPD Ferienhof« entstehen soll und er selbst beabsichtige der Partei beizutreten und sogleich »eine NPD Gruppe zu gründen«. Allerdings suche er noch Mitstreiter_innen für sein geplantes Unternehmen.\nIn Flugblättern, welche er in den Abendstunden in Briefkästen von Gewerbetreibenden und Privatpersonen hinterließ, hatte Häring auf seine ungewöhnlichen Pläne aufmerksam gemacht. Jeder einzelne Flugzettel wurde zuvor sorgsam mit seiner persönlichen Unterschrift versehen. Bis zu diesem Zeitpunkt war Wilfried Häring zwar als eigensinniger, mitunter starrköpfiger Kopf im Dorf bekannt, eine politische Radikalität wurde ihm aber bislang abgesprochen. Vollkommen überrascht wurden die Einwohner_innen von den drohenden Ereignissen in Schwitschen hingegen nicht. Hinter vorgehaltener Hand waren im Dorfleben bereits einige Tage zuvor hartnäckige Gerüchte aufgetaucht, nach denen die militante NPD-Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten« (JN) in der kleinen Gemeinde ein Zeltlager im Verlauf des Sommers plane. Auch eine NPD Fahne, die weithin sichtbar auf dem Anwesen von Wilfried Häring wehte, sorgte vereinzelt durchaus für Irritationen.\nNPD-Ferienheim als simple Drohkulisse? #Inwieweit Wilfried Häring seine Ziele verwirklichen wird, bleibt abzuwarten. Die Vorgänge in Schwitschen scheinen vielmehr der momentane Höhepunkt eines seit langem schwelenden Streites zwischen dem Landwirt und den örtlichen Behörden zu sein. Wohl aus Unmut über die seiner Meinung nach ungerechte Behandlung gegenüber seiner Person habe sich Häring nun »entschlossen einen anderen Weg zu gehen«, wie es in dem verteilten Flugblatt heißt. »Ich werde aus meinem Hof einen NPD Ferienhof machen. Die Voraussetzungen sind gut, da Ferienwohnungen und Mietwohnungen vorhanden sind. Auch jede Menge Tiere tummeln sich auf dem Grundstück« so Häring. Die ungerechte Behandlung bezieht sich auf Härings Versuch, eine Baugenehmigung für sein langgezogenes Grundstück zu bekommen. Eine solche wurde ihm bislang verweigert. Die zuständigen Gerichte und Behörden beschäftigen sich bereits seit Jahren mit dem Anliegen. Drei Gerichtsprozesse verlor Häring bisher, ein Vierter steht kurz bevor.\nNachdem ein örtliches Unternehmen nun eine Baugenehmigung in unmittelbarer Nähe zu Härings Grundstück bekam, scheint dies der sprichwörtliche Tropfen gewesen zu sein, der das Fass des Landwirtes zum Überlaufen gebracht hatte. Der Streit eskalierte, Häring verfasste sein Flugblatt, wohl auch um mit dieser Drohkulisse den Druck auf die örtlichen Behörden zu verstärken. Für den Landwirt ist bei der Vergabe der Baugenehmigungen »Betrug und Korruption« im Spiel gewesen und er fürchte einen »großen Schaden« der ihm und seiner Familie dadurch entstehen würde. Für den anstehenden Gerichtsprozess will Häring nun »Verstärkung mitbringen«. Er werde nicht alleine erscheinen. »Jetzt kommt der Tag der Abrechnung«. Auf eine diesbezügliche Frage eines örtlichen Lokalredakteurs, um welche »Verstärkung« es sich dabei handeln würde, erwiderte der Landwirt, dass es sich dabei um Mitglieder der »Republikaner, ähm Snevern-Jungs, nein NPD, sie wissen schon« handeln würde. Wahrheit oder Fiktion? Aussagen wie diese verstärken zumindest den Verdacht, dass es sich bei dem »geplanten NPD Ferienhof« lediglich um eine fixe Idee handeln könnte.\nDie Bürgermeisterin im benachbarten Visselhövede warf Häring in diesem Zusammenhang inzwischen Erpressung vor. «Er sei nur einer von vielen«, der versuche »den Staat auf diese Weise zu erpressen«, so die SPD Politikerin. Allerdings, so verhärtet die Fronten in der Gemeinde auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, besorgniserregend ist diese Entwicklung allemal und ist keineswegs auf das beschauliche Schwitschen beschränkt. Immer wieder hört und liest man von den Versuchen finanziell angeschlagener Gebäudeeigentümer_innen, welche ihre Immobilien mit Hilfe solcher Drohkulissen profitabel veräußern wollen. Das Rauschen im medialen Blätterwald schwillt mit brutaler Regelmäßigkeit bedrohlich an - sobald Kaufinteressen von Neonazis bekannt werden.\nPreissteigerung mit braunen Gespenstern Besonders aussagekräftig erscheint dabei der Name des Hamburger Rechtsanwaltes und NPD-Funktionärs Jürgen Rieger, der im Jahr 2004 zwei Gebäudekomplexe im niedersächsischen Dörverden sowie im thüringischen Pößneck erwarb. Rieger gilt seitdem als eifriger Sammler von Immobilien im gesamten Bundesgebiet um diese einer späteren Nutzung als neonazistische Schulungszentren zuzuführen, sowie als erfolgversprechender Garant für anschließende Berichterstattung. Nicht zuletzt aus diesem Grund brachten in der Vergangenheit einzelne Eigentümer_innen von unverkäuflich erscheinenden Immobilien ein mögliches Kaufinteresse des Hamburger Rechtsanwaltes ins Spiel. Eine dahinter liegende Rechnung ist simpel. Die Aussicht auf ein mögliches Schulungszentrum von Neonazis in den betroffenen Gemeinden, flankiert durch eine mitunter ausufernde Berichterstattung regionaler und überregionaler Medien, setzt die zuständigen Behörden massiv unter Druck. Prominenteres Beispiel dafür sind die zurückliegenden Geschehnisse um einen Hotelkomplex im niedersächsischen Delmenhorst. Nachdem ein angebliches Kaufinteresse durch Jürgen Rieger an die Öffentlichkeit gelangte, setze sich eine bis dahin ungeahnte Pressemaschinerie in Gang. Der Druck auf die Stadt Delmenhorst wuchs beständig an, bis die Stadt das Gebäude schließlich für die stattliche Summe von rund 3 Millionen Euro erwarb. Wenig später berichteten Szeneaussteiger_innen, dass es sich in Delmenhorst um ein Scheingeschäft gehandelt haben soll. Rieger fiel dabei die Rolle des Druckmittels zu, die Stadt sollte dadurch bewegt werden, das Gebäude zu erwerben. Der Plan gelang und der Eigentümer habe Jürgen Rieger für sein Engagement schließlich 10 bis 15 Prozent der erzielten Kaufsumme übergeben. Dieses erfolgreiche und durchaus profitable Geschäftsmodell machte Schule. Seitdem drohen immer wieder Eigentümer mit möglichen Kaufinteressen von Neonazis. Spötter urteilen bisweilen, es sei bei der bisherigen Entwicklung nur eine Frage der Zeit, bis die ersten NPD-Wimpel auf Flohmärkten aufgebaut werden würden. Mit der Drohung, Jürgen Rieger oder die NPD habe ein Kaufinteresse an einer zerbrochenen Tasse geäußert, könne man dann für jegliche Art von angebotenem Trödel Preissteigerung betreiben und ungeheure Summen erzielen. Soziale Demontage in der Dorfgemeinschaft Schwitschen Die jüngsten Ereignisse in Schwitschen machen auch aus anderen Gründen nachdenklich. Die Drohung Wilfried Häring’s ein NPD-Ferienheim zu errichten, erscheint vielmehr als ein Akt der Hilflosigkeit und als letzter katastrophaler Strohalm um die eigenen Interessen schlussendlich durchsetzen zu können. Die Frage, warum es in Schwitschen so weit kommen konnte drängt sich förmlich auf. Häring gehört in Schwitschen zur alteingesessen Bevölkerung und gilt als einer der größten Landbesitzer der Gemeinde. Seit Jahren versucht der Landwirt, bislang erfolglos einen Teil seiner Flächen einer anderen baurechtlichen Nutzung zuzuführen. Zuletzt scheiterte er an naturschutzrechtlichen Bedenken. Auf der anderen Seite scheinen diese behördlichen Bedenken bei einem angrenzenden Unternehmer, der im Gegensatz zu Häring sehr wohl Genehmigungen für Bebauungen erhielt, nicht angewendet worden zu sein. Aus Ärger und Frustration über die Entscheidungen führte Wilfried Häring inzwischen mehrere Gerichtsprozesse. Dies führte wiederum zur schrittweisen Isolation des Landwirtes. »Auf dem Schützenfest kann sich Häring nicht blicken lassen«, so ein Anwohner auf die Frage nach der Integration des Landwirtes im Schwitschener Dorfleben. Häring hatte zuvor immer wieder auf Verschmutzungen im Schwitschener »Schweinekobenbach« hingewiesen und erregte dadurch allerlei Unmut. Den polizeilichen Ermittlungen aufgrund der tatsächlich stattgefundenen Verschmutzung folgten schnell behördliche Anordnungen gegen andere Schwitschener Landwirte. Daraufhin sollen diese Druck auf den Arbeitgeber Häring’s ausgeübt haben, der Landwirt verlor seine Anstellung. Erst durch einem gewonnenen Gerichtsprozess konnte Häring seine vormaligen Arbeit wieder aufnehmen. Vielen im Dorf gilt Häring inzwischen als ewiger Starrkopf, der sich mit seinen Beschwerden gegen die Landwirte selbst ins soziale Abseits katapultiert habe. Doch so einfach ist die Angelegenheit wohl nicht. Die Situation innerhalb der Dorfgemeinschaft scheint dennoch verfahren, die Fronten verhärtet. Die Zuspitzung entlud sich nun in Wilfried Häring’s Ankündigungen »einen anderen Weg zu gehen« und neben einer NPD Ortsgruppe gleich noch einen »NPD Ferienhof« zu errichten. Durch die NPD und organisierte Neonazis hoffe er die Unterstützung zu erhalten welche ihm in seinem Umfeld bislang versagt blieb. In kindlicher Naivität scheint Häring der Neonaziszene einen ungeheuren Einfluss zuzusprechen. Für den im Juni anstehenden Gerichtsprozess, welcher über die Bewilligung der Baugenehmigung entscheiden soll »habe ich auch vor Gericht starke Leute im Rücken«, so Häring. Unterstützt von der NPD hoffe er das Urteil zu seinen Gunsten beeinflussen zu können. Inwieweit sich die Situation in Schwischen zuspitzen wird, hängt jetzt auch im weiteren Vorgehen der Dorfgemeinschaft ab. Die sich anbahnende Tragödie wird dadurch erschwert das Häring entschlossen scheint seinen »anderen Weg« fortzusetzen. Gemeinsame Gespräche werden dringend benötigt. Ansonsten könnte es Häring wie dem Zauberlehrling ergehen, der die Geister die er rief nicht mehr unter Kontrolle bekommt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.20/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Auf dem Anwesen eines Landwirtes im niedersächsischen Schwitschen soll ein »NPD Ferienhof« entstehen. Er wolle, so der Landwirt, »das größte Domizil der Partei in Norddeutschland errichten«. Zum Beweis seiner ernstgemeinten Absichten verteilte er nach Einbruch der Dämmerung bereits Flugzettel im Ortskern der nahegelegenen Stadt Visselhövede, mit denen für das Projekt geworben wurde. Vorsorglich wurde von dem Landwirt nun auch eine selbst entworfene und gemalte NPD Flagge am hofeigenen Fahnenmast befestigt. Der Wahrheitsgehalt seiner Ankündigungen darf indes getrost bezweifelt werden.","title":"»Jetzt kommt der Tag der Abrechnung« in Schwitschen"},{"city":"Brno (CZ)","content":" Wohin der mitunter steinige Weg führen soll ist kein Geheimnis. Das Ziel lautet »Nationalsozialismus!« Dies sei nach Auskunft von Jiří Štěpánek, stellvertretender Vorsitzender der tschechischen Arbeiterpartei »Dělnicka strana« die Antwort, um auf die derzeitige »moralische und wirtschaftliche Krise« in Tschechien angemessen zu reagieren. Mit diesen Thesen für die politische Zukunft steht Jiří Štěpánek nicht allein. Hunderte Zuhörer und Sympathisanten, welche sich anlässlich einer Demonstration am 1. Mai in der tschechischen Stadt Brno (Brünn) versammelt hatten, quittierten seine sorgsam gewählten Worte mit zustimmenden Applaus. Unter den rund 650 angereisten Teilnehmer_innen befanden sich neben Neonazis aus Tschechien etliche Neonazis aus der benachbarten Slowakei, Ungarn, Deutschland und Österreich.\nDie tschechischen Sicherheitsbehörden in Brno (Brünn) waren ursprünglich sogar von bis zu 1000 Demonstrant_innen ausgegangen, welche sich anlässlich des seit Wochen beworbenen Neonaziaufmarsches in der zweitgrößten Metropole Tschechiens versammeln sollten. In Anbetracht vorangegangener Aktivitäten tschechischer Neonazis waren in diesem Zusammenhang abermals gewalttätige Ausschreitungen befürchtet worden. Ein massives Großaufgebot der Polizei, inklusive Räumpanzer und Wasserwerfer begleitete daraufhin den Aufmarsch durch die Brno’er Innenstadt. Vor dem Beginn der Veranstaltung, welche letztendlich ohne nennenswerte Auseinandersetzungen beendet wurde, unterzog die Polizei einen Großteil der angereisten Teilnehmer_innen einer erkennungsdienstlichen Behandlung. In deren Verlauf wurden insgesamt drei Neonazis, aufgrund einschlägiger Motive und Aufschriften auf mitgeführten Kleidungsstücken in Polizeigewahrsam genommen. Die polizeilichen Maßnahmen führten allerdings nicht nur zu einem verzögerten Beginn der Demonstration, auch der Straßenverkehr in der Innenstadt von Brno (Brünn) wurde zeitweise unterbrochen.\nAls Veranstalter trat neben der eingangs erwähnten tschechische Arbeiterpartei »Dělnicka strana« (DS) ebenfalls die sogenannte »Freie Jugend Brünn« in Erscheinung. Die »Dělnicka strana« gilt dabei als derzeitig wohl bedeutendster parlamentarischer Arm der tschechischen Neonaziszene. Noch im November 2008 versuchte das tschechische Innenministerium die Organisation durch ein Verbotsverfahren verbieten zu lassen. Nach Ansicht des tschechischen Innenministers beabsichtige die »Dělnicka strana« die demokratische Grundordnung zu stürzen. Das Verfahren scheiterte allerdings nachdem die tschechische Regierung versäumte die Verbotsforderung durch entsprechende Nachweise zu untermauern. Aus »Mangel an Beweisen« wurde der angestrengte Verbotsantrag schließlich am 05. März 2008 abgewiesen.\nAus Erfahrungswerten lernen: NPD und »Dělnicka strana« #Das gescheiterte Verbotsverfahren sowie die maßgebliche Beteiligung von Mitgliedern der »Dělnicka strana« (DS) an den pogromartigen Ausschreitungen im tschechischen Litvinov, welche im November 2008 für internationales Aufsehen sorgten, führte in den vergangenen Monaten zu einer Stärkung der DS-Parteistrukturen. Umwälzungen und Vorgänge wie sie bereits Ende der 90er Jahre im benachbarten Deutschland zu beobachten waren, scheinen sich nun ebenfalls in Tschechien anzubahnen. In der Bundesrepublik öffneten sich Ende der 90er Jahre die Strukturen der bis dahin politisch relativ unbedeutenden »Nationaldemokratischen Partei Deutschlands« (NPD) für Mitglieder der parteiunabhängigen und zumeist militanten »Freien Nationalisten«. In der Folgezeit nutzten parteiunabhängige Neonazis die NPD nicht nur als legalen und sicheren Rückzugsraum, sondern machten sich vielerorts daran, die NPD-Parteiorganisation als Basis für die eigenen politischen Aktivitäten auszubauen.\nEine Zusammenarbeit von durchaus gegenseitigem Interesse. Durch die verstärkten Aktivitäten sogenannter »Freien Kräfte« konnte die NPD einen enormen Mitgliederzuwachs verzeichnen und entwickelte sich in der Folgezeit zur wichtigsten neonazistischen Partei der Republik. Das gescheiterte Verbotsverfahren gegen die NPD in den Jahren 2001 bis 2003 verstärkte diese Entwicklung noch. Um möglichen Verboten von Kundgebungen wie Demonstrationen im Vorfeld zu begegnen, verfiel die militante Neonaziszene mancherorts darauf politische Aufmärsche unter dem Namen der NPD anzumelden. Repressionsmaßnahmen und Verbote im Vorfeld der geplanten Aufmärsche sollten somit unterlaufen werden. Eine Taktik auf die, nach ersten Einschätzungen nun auch in Tschechien zunehmend zurückgegriffen wird. Nicht zufällig intensivierte die »Dělnicka strana« im vergangenen Jahr ihre Kontakte zur NPD. Man plane in mehreren Zusammentreffen »die Erfahrungen und Strategien der politischen Arbeit« auszutauschen, wie Mitglieder beider Parteien nach einem gemeinsamen Arbeitstreffen im August 2008 bereitwillig mitteilten.\nDas die »Dělnicka strana« nun als Anmelder des Aufmarsch am 1. Mai im tschechischen Brno (Brünn) in Erscheinung trat, wirft auch ein Licht auf das gewachsene Selbstbewusstsein der neonazistischen Partei, die sich, dem Vorbild der NPD folgend, aufgemacht hat innerhalb der militanten Neonaziszene von Tschechien eine führende Rolle einzunehmen. So erscheint es nicht verwunderlich das drei der insgesamt zehn Redebeiträge im Verlauf der Demonstration von Funktionären der »Dělnicka strana« gehalten wurden. Vor dem Auftritt des stellvertretendem Parteivorsitzenden Jiří Štěpánek, welcher in seiner Rede den »Nationalsozialismus« als alternative Regierungsform ins Felde führte, trat ebenfalls der DS Parteivorsitzende Tomáš Vandas auf das aufgebaute Podest. In seiner Rede präsentierte sich Vandas dann als realpolitischer Vertreter »tschechischer Interessen«. Bevor er seine Rede mit den Worten: »Die Zukunft gehört uns – Nationalisten!« beendete, nutzte Vandas die Gelegenheit um für sich und die neonazistische »Dělnicka strana« als wirtschaftspolitische Fürsprecher der tschechischen Arbeiter zu werben.\nDeutschsprachige Neonazis als Geburtshelfer in Tschechien Ein weiterer Redebeitrag wurde durch Martin Zbela, seines Zeichens Vorsitzender der DS-Jugendorganisation »Dělnická mládež« (Arbeiterjugend) vorgetragen. Die Strukturen der »Dělnická mládež« (DM) sind dabei vergleichbar mit denen der »Jungen Nationaldemokraten« (JN), der Jugendorganisation der bundesdeutschen NPD. Der DM-Funktionär Zbela überbrachte den angereisten Neonazis in Brno »frohe Kunde«. Es sei gelungen, die in der Tschechischen Republik umstrittene Bezeichnung »Narodni Odpor« als legale Bezeichnung eintragen zu lassen. »Narodni Odpor«, was soviel bedeutet wie »Nationaler Widerstand« lautet die Bezeichnung einer in Tschechien verbotenen Neonazigruppierung. Bestimmte noch in der jüngeren Vergangenheit die schwarz-weiß-roten Fahnen der »Narodni Odpor« die Aufmärsche tschechischer Neonazis, so wurden in den vergangenen Monaten mehrere tschechische Neonazis wegen der Nutzung jener Parole zu Haftstrafen verurteilt. Nach dem gescheiterten Verbotsverfahren hatte die »Dělnicka strana« kurzerhand eine neue Zeitung mit dem Titel »Narodni Odpo« herausgegeben. Ein tschechisches Gericht bestätigte nun die legale Verwendung der umstrittenen Bezeichnung. Ebenso wie die »Dělnicka strana« unterhält auch deren Jugendorganisation enge Kontakte in die Bundesrepublik. Erst im April waren Mitglieder der »Dělnická mládež« und des »Narodní Odpor« (NO), dem tschechischen Pendant zu den »Freien Nationalisten« in Deutschland, zu einem Austauschbesuch in die Bundesrepublik gereist. Unter ihnen soll auch Martin Zbela gewesen sein. Das gemeinsame Treffen der tschechischen Delegation mit den Mitgliedern des »Zentropa Klan Deutschland / Syndikat Z» um den langjährigen Dortmunder Neonazi Steffen Pohl sowie Mitgliedern der sogenannten »Autonomen Nationalisten« aus dem Großraum Nordrhein-Westfalen diente dabei einer Intensivierung »der gemeinsamen Arbeit«. Die vordergründige Hoffnung der deutschsprachigen Seite ist nicht zuletzt ein Anwachsen der militanten Strukturen »Autonomer Nationalisten« in Tschechien und die Gründung eines »Zentropa Klan Czechia / Generace Z«. Die grenzüberschreitende Vernetzung zwischen den Gruppierungen ist immens. Mitglieder des »Syndikat Z« und der nordrhein-westfälischen »Autonomen Nationalisten« werden immer wieder im Zusammenhang mit den Aktivitäten tschechischer Neonazis genannt. Die deutschen Neonazis engagieren sich dabei als politisch motivierte Aufbauhelfer. In Arbeits- und Praxistreffen wurden Konzepte wie beispielsweise der »Nationale Sanitätsdienst« (NS) erfolgreich in die Tschechische Republik transferiert. Redebeiträge deutschsprachiger Neonazis sind in Tschechien längst keine Seltenheit mehr. So auch während der diesjährigen 1. Mai-Demonstration. Als Vertreter des deutschsprachigen »Syndikat Z« hielt dann der Dortmunder Neonazi Steffen Pohl einen Redebeitrag in Brno (Brünn). Einen solchen hatte Pohl bereits im Jahr zuvor, anlässlich einer Demonstration tschechischer Neonazis am 1. Mai in der Landeshauptstadt Prag gehalten. Die europäische Vernetzung der tschechischen Neonaziszene manifestierte sich am 1. Mai 2009 in Brno (Brünn) auch an weiteren Redebeiträgen. Neben einem Vertreter der ungarischen Neonaziszene betrat ebenfalls der österreichische Neonazifunktionär Gottfried Küssel das Rednerpodest in Brno. Küssel war beileibe nicht alleine erschienen. Nachdem ein ursprünglich am 1. Mai im oberösterreichischen Braunau geplanter Aufmarsch durch die Behörden untersagt wurde, wichen die österreichischen Neonazis zum Teil nach Tschechien aus. Gottfried Küssel gab, von einem tschechischen Dolmetscher begleitet, den anwesenden Neonazis in seinem Redebeitrag zu verstehen das der 1.Mai für ihn schon lange kein «Kampftag der Arbeiter» mehr sei. Man müsse, so Küssel folgend, den 1. Mai vielmehr »als Kampftag der Nationen begehen« um damit zu verhindern »dass in unserem Kontinent ein amorpher Völkerbrei heimatloser Gesellen haust«. Dagegen stellte Küssel ein von ihm gefordertes »Europa der Völker und Vaterländer«. Unter dem Gesichtspunkt einer zunehmenden Kooperation europäischer Neofaschisten wurde der Aufmarsch szeneintern als Erfolg gewertet. Angesichts zahlreicher und gleichzeitig stattfindener Demonstrationen zum Beispiel in Russland, Spanien, der Ukraine, Portugal und nicht zuletzt mehrerer Aufmärsche in der Bundesrepublik Deutschland, scheint sich dieses Urteil zu bewahrheiten. Die Teilnehmerzahl, erscheint trotz der enormen Anzahl von »Konkurenzaufmärschen« als Erfolg der Mobilisierungstätigkeit tschechischer Neonazis. Von den zuletzt anwachsenden Vernetzungsbestrebungen tschechischer Neonazis ins europäische Umland profitierte die Szene bislang. Die weitere Entwicklung in Tschechien wird allerdings abhängig bleiben von den Bündnisbestrebungen zwischen parteifreien Neonazis und den Strukturen der »Dělnicka strana«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.12/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Wohin der mitunter steinige Weg führen soll ist kein Geheimnis. Das Ziel lautet »Nationalsozialismus!« Dies sei nach Auskunft von Jiří Štěpánek, stellvertretender Vorsitzender der tschechischen Arbeiterpartei »Dělnicka strana« die Antwort, um auf die derzeitige »moralische und wirtschaftliche Krise« in Tschechien angemessen zu reagieren. Mit diesen Thesen für die politische Zukunft steht Jiří Štěpánek nicht allein. Hunderte Zuhörer und Sympathisanten, welche sich anlässlich einer Demonstration am 1. Mai in der tschechischen Stadt Brno (Brünn) versammelt hatten, quittierten seine sorgsam gewählten Worte mit zustimmenden Applaus. Unter den rund 650 angereisten Teilnehmer_innen befanden sich neben Neonazis aus Tschechien etliche Neonazis aus der benachbarten Slowakei, Ungarn, Deutschland und Österreich.","title":"»Kampftag der Nationen« am 1. Mai in Tschechien"},{"city":"Ebensee (A)","content":" Die Tat sorgte über die Grenzen Österreichs hinaus für ein internationales Medienecho und Empörung. Am vergangenen Samstag, den 09.05.2009 attackierten mutmaßliche Neonazis eine französische Reisegruppe während einer Gedenkzeremonie im ehemaligen Konzentrationslager Ebensee in Österreich. Die Hintergründe der Tat scheinen nun aufgeklärt, fünf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sollen ihre Beteiligung inzwischen gestanden haben. Der Vorfall wirft dabei ein beunruhigendes Licht auf die derzeitige Entwicklung der Neonaziszene in Oberösterreich und ihren stetig wachsenden Einfluss auf jugendliche Mitläufer.\nDie Täter verschwanden genauso schnell wie sie zuvor die Bildfläche betreten hatten. Sturmhauben und Mützen verdeckten die Gesichter, während sie sich, gekleidet in militärische Kampfanzüge der Reisegruppe näherten. »Sieg Heil Rufe« ertönten, die Arme wurden zum Hitlergruß erhoben. Anschließend sollen die Angreifer mit einem Softairgewehr auf die überraschten Mitglieder der Reisegruppe geschossen haben. Die Attacke ereignete sich in einem früheren NS-Rüstungsstollen der weitverzweigten Anlage. Durch die Schüsse wurde ein Mitglied der französischen Hilfsorganisation sowie der KZ-Überlebende Henri Ledroit verletzt. Die Ereignisse im Verlauf einer Gedenkzeremonie auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Ebensee veranlasste die französische Reisegruppe dann zur sofortigen Abreise. Auch eine italienische Delegation wurde Zeuge der Vorfälle. Nachdem die mutmaßlichen Neonazis daraufhin abermals volksverhetzende Parolen skandierten, ergriffen die Italiener einen der Angreifer und rissen ihm die Sturmhaube vom Gesicht. Dennoch konnten die Täter entkommen. Die herbeigerufene Polizei konnte kurze Zeit später lediglich die Attrappe eines Kalaschnikow-Maschinengewehrs sicherstellen. Die Täter hatten die Waffe auf der Flucht zurückgelassen.\nAls Täter konnten nun fünf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren identifiziert werden, allesamt Sprösslinge angesehener Familien aus Ebensee, wie örtliche Medienvertreter mitteilten. Der 17jährige, mutmaßliche Rädelsführer habe nach Polizeiangaben inzwischen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Gemeinde Ebensee zeigt sich über die Hintergründe der Tat entsetzt. »Die Katastrophe dabei ist das jugendliche Alter« wie aus Sicherheitskreisen zu vernehmen war, welche die Täter noch zuvor als »Irregeleitete Neonazis« bezeichnet hatten. Als Motiv gaben die jungen Männer an, dass man »die Teilnehmer der Gedenkfeier nur provozieren« wollte. Die Aktion selbst habe man am Vorabend des 09.05.2009 geplant. Den Jugendlichen droht nun wegen des Verstoßes gegen österreichische NS-Wiederbetätigunggesetz eine mögliche Höchststrafe von fünf Jahren.\nVöllig überraschend kommt die Tat für die Region indes nicht. Oberösterreich wurde in den vergangenen Monaten immer wieder im Zusammenhang mit neonazistischen Aktivitäten genannt. Wenige Monate zuvor, im Februar 2009 hinterließen bislang unbekannte Täter_innen an einer Mauer des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen die einschlägige Parole: »Was unsern Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut«. Die Polizei geht von einem rechtsradikalen Hintergrund aus. Am vorangegangenen 1. Mai 2009 sollte nun im nahegelegenen Braunau eine zentrale Demonstration der österreichischen Neonaziszene stattfinden. Die Behörden untersagten die Veranstaltung allerdings im Vorfeld. Ein Großteil der österreichischen Neonaziszene wich daraufhin ins nahegelegene Tschechien aus um gemeinsam mit ungarischen und deutschen Neonazis an einer Demonstration im tschechischen Brno teilzunehmen. Zwei Wochen zuvor, am 18. April 2009 planten österreichische Neonazis aus den Strukturen der »Nationalen Volkspartei« (NVP) in Braunau ebenfalls einen Aufmarsch durchzuführen.\nBeobachter_innen warnen bereits seit Monaten vor einem neuen Selbstbewusstsein der österreichischen Neonaziszene. Ein neues Selbstbewusstsein, welches sich vor allem nach dem gescheiterte Verbotsverfahren gegen die neonazistische Jugendorganisation »Bund Freier Jugend« (BFJ) entwickelte. Der Schwerpunkt der BFJ lag dabei in Oberösterreich. Die Behörden verdächtigten Mitglieder der Gruppierung gegen den österreichischen NS-Wiederbetätigungsparagraph zu verstoßen. Das Gerichtsverfahren endete am 5. November 2008 jedoch überraschend mit Freisprüchen zugunsten der angeklagten Neonazifunktionäre. Der »Bund Freier Jugend« ist die Jugendorganisation der »Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik« (AfdP). Hinter dem beschaulich klingenden Namen verbirgt sich eine der wichtigsten Netzwerkorganisation, und aktivsten Sammelbecken der österreichischen Neonaziszene. Das zentrale Anliegen der »Arbeitsgemeinschaft« ist die Bekämpfung der NS-Verbotsgesetze. Zu diesem Zweck fungiert die Gruppierung als Knotenpunkt der einschlägig motivierten Szene. Beste Kontakte bestehen ebenfalls ins europäische Umland. Führungspersonen der »Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik« wie beispielsweise der österreichische Neonazifunktionär Herbert Schweiger treten dabei als Referenten oder gar als Funktionäre innerhalb der deutschen Neonaziszene in Erscheinung.\nNach den jüngsten Ereignissen in Ebensee, kündigten das österreichische Innenministerium seinerseits Reaktionen an. Inwieweit diese, den Reaktionen der Vorjahre gleichen bleibt abzuwarten. Laut ist derzeitig der Ruf nach »harter und konsequenter Bestrafung« der fünf Jugendlichen. Kritiker befürchten jedoch das ein solches Vorgehen lediglich die Spitze des sprichwörtlichen Eisberges bekämpft. Ursachen würden hingegen unangetastet bleiben. Die Einsicht, das Rassismus, Antisemitismus und neonazistische Ideologie nicht aus dem Nichts entsteht wäre dabei ein erster Schritt um sich diesem gesellschaftlichen Problem zu stellen und damit Netzwerke auszutrocknen, welche seit Jahren Jugendliche für die eigenen politischen Zwecke rekrutiert.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.11/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Tat sorgte über die Grenzen Österreichs hinaus für ein internationales Medienecho und Empörung. Am vergangenen Samstag, den 09.05.2009 attackierten mutmaßliche Neonazis eine französische Reisegruppe während einer Gedenkzeremonie im ehemaligen Konzentrationslager Ebensee in Österreich. Die Hintergründe der Tat scheinen nun aufgeklärt, fünf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sollen ihre Beteiligung inzwischen gestanden haben. Der Vorfall wirft dabei ein beunruhigendes Licht auf die derzeitige Entwicklung der Neonaziszene in Oberösterreich und ihren stetig wachsenden Einfluss auf jugendliche Mitläufer.","title":"Neonazis attackierten Gedenkfeier in Österreich"},{"city":"Weeze","content":" Schwitzende Körper, Militärangehörige, Schlamm und Dreck. Diese verheißungsvolle Aussicht veranlasste nun auch drei Mitglieder der neonazistischen NPD und des »Deutsche Stimme Verlages» am jährliche stattfindenden «Strongmanrun», einer Marathonveranstaltung im nordrhein-westfälischen Weeze teilzunehmen. Das es den beteiligten NPD Mitgliedern weniger um sportliche Leistungen sondern vielmehr um das abstrakte Erleben von »Kampf und Soldatentum« ging, zeigt auch ein Blick auf einen diesbezüglichen Artikel der NPD Postille »Deutsche Stimme« nach dessen Lektüre man sich unfreiwillig an eine offene Feldschlacht anstatt an eine Laufveranstaltung erinnert fühlt.\n»Eisern wurde der Kurs gehalten«. Sämtliche Hindernisse und «Schikanen» wurden durch das »bravourös kämpfende Aufgebot« des «Deutsche-Stimme-Verlages» bezwungen. Das frenetische Urteil der NPD Parteizeitung »Deutschen Stimme« über die Teilnahme von drei NPD Mitgliedern an der internationalen Laufveranstaltung »Strongmansrun« spart nicht an militärischen Versatzstücken. Unter dem Mannschaftsnamen »Sport Frei!« kam man »unbeschadet ins Ziel«, während etliche der angetretenen Teilnehmer eine medizinische Versorgung »bitter nötig« hatten, so die sich überschlagenden Ausführungen des Artikels. Die militärisch-kämpferische Bewertung der Veranstaltung durch die »Deutsche Stimme« wirkt irritierend doch zeigt unmissverständlich auf, dass es den beteiligten NPD Aktivisten nur wenig um einen sportlichen Wettkampf ging. Getreu dem Motto »Hart wie Kruppstahl und flink wie Windhunde« hätten sich die drei NPD Aktivisten zweifellos auch zu einer Wehrsportübung einschreiben können, der Sinn ihrer Teilnahme wäre, dem Artikel folgend, der gleiche geblieben.\nDas NPD-Parteiorgan wird dann auch nicht müde zu betonen das der am Marathon in Weeze teilnehmende NPD-Aktivist Ralph Tegethoff der treuen Leserschaft bereits hinlänglich »durch seine militärgeschichtlichen Abhandlungen bekannt« sei. Bekannt geworden ist besagter Ralph Tegethoff ebenfalls für seine Ausführungen während einer Veranstaltung der neonazistischen Vereinsorganisation »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.«. In seinem, vom stürmischen Applaus abgelösten Redebeitrag forderte das NPD Mitglied die Abschaffung der demokratischen Ordnung. »Den dieses System hat keine Fehler, sondern ist der Fehler und wir sind angetreten dieses System zu beseitigen«, so Tegethoff’s Schlussfolgerungen. Stellungnahmen wie diese, welche der Artikel in der »Deutsche Stimme« hingegen verschweigt, bescherten der »Heimattreue Deutsche Jugend» (HDJ) am 31.03.2009 schlussendlich ein Verbotsverfahren durch das Bundesinnenministerium.\nAuch die beiden weiteren NPD-Mitglieder, Daniel Fürstenberg sowie Henrik Ostendorf welche ebenfalls in Weetze an den Start gingen, verfügen über einschlägige Qualifikationen. Fürstenberg, seines Zeichens NPD Gemeinderatsmitglied im niedersächsischen Dörverden konnte sich im Verlauf seiner politischen Karriere ein beträchtliches Vorstrafenregister erarbeiten. Für Negativschlagzeilen sorgte der NPD Aktivist nicht zuletzt durch eine Verurteilung vor dem Amtsgericht Verden. Fürstenberg hatte zuvor drei Mitglieder des »Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus« mit den Worten »Ich lösch euch mit Benzin« bedroht. Wohnhaft war Fürstenberg, zu diesem Zeitpunkt auf dem Anwesen des Heisenhofes, einer ehemaligen Liegenschaft der Bundeswehr im nahegelegenen Dörverden, auf welcher der Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger, neben einer Forschungseinrichtung für künstliche Befruchtung ein neonazistisches Schulungszentrum errichten wollte.\nDie NPD Aktivisten starteten unter der Mannschaftsbezeichnung »Sport Frei!«. Ein Name der wohl auf den Mitarbeiter des »Deutsche-Stimme-Verlages« Henrik Ostendorf aus dem beschaulichen Bundesland Bremen zurückzuführen ist. Schließlich sicherte sich der geschäftstüchtige Ostendorf vor einigen Jahren, die Rechte auf die in Hooligankreisen durchaus beliebte Markenbezeichnung »Sport Frei«. Dabei erscheint es vorteilhaft das Ostendorf neben seiner Tätigkeit als Mitarbeiter des »DS-Verlages« auch als Führungsperson der Hooligangruppe «Standarte Bremen» gilt. Deren Mitglieder gelten nicht nur als extrem gewaltbereit sondern sind auch zum Teil fester Bestandteil der norddeutschen Neonaziszene. Ähnlich wie seine »Teamkameraden« von »Sport Frei!« sorgte auch Ostendorf bereits für überregionale Negativ-Schlagzeilen. Im August 2007 stoppten Polizeibeamte einen LKW nahe Bad Hersfeld. Auf dem LKW prangte ein überdimensionales Konterfei des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Als Fahrer trat neben Nils Larisch, Mitarbeiter der sächsischen NPD Landtagsfraktion auch Henrik Ostendorf in Erscheinung.\nDer Auftritt der NPD-Aktivisten beim »Strongmensrun« dürfte nicht der letzte gewesen sein. Neben der zu erwartenden »körperlicher Ertüchtigung« dient die Teilnahme an solchen Veranstaltungen einer beliebter werdenden Akzeptanzpolitik der deutschsprachigen Neonaziszene. Hier kann man sich präsentieren und mögliche Erfolge, auch wenn solche in diesem Jahr eher ins Reich der Fabeln anzusiedeln wären, propagandistisch ausschlachten. Der Artikel der »Deutschen Stimme» schloss dann auch mit der Aufforderung sich rechtzeitig für eine Teilnahme im nächsten Jahr anzumelden. Zu den diesjährigen Teilnehmer_innen aus über 40 Ländern gehörten nach Auskunft der NPD-Publikation »doch auch zahlreiche Militärangehörige. Das sollte vielen Kameraden die letzte Scheu nehmen «. Ob sich darunter auch Angehörige von Alliierten Streitkräften befanden verschweigt die »Deutsche Stimme« allerdings geflissentlich.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.09/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Schwitzende Körper, Militärangehörige, Schlamm und Dreck. Diese verheißungsvolle Aussicht veranlasste nun auch drei Mitglieder der neonazistischen NPD und des »Deutsche Stimme Verlages» am jährliche stattfindenden «Strongmanrun», einer Marathonveranstaltung im nordrhein-westfälischen Weeze teilzunehmen. Das es den beteiligten NPD Mitgliedern weniger um sportliche Leistungen sondern vielmehr um das abstrakte Erleben von »Kampf und Soldatentum« ging, zeigt auch ein Blick auf einen diesbezüglichen Artikel der NPD Postille »Deutsche Stimme« nach dessen Lektüre man sich unfreiwillig an eine offene Feldschlacht anstatt an eine Laufveranstaltung erinnert fühlt.","title":"»Das kämpfende Aufgebot des Deutsche-Stimme-Verlages«"},{"city":"Köln","content":" Der erste »Anti-Islam-Kongress« der rechtsradikalen »Bürgerbewegung Pro Köln« im September 2008 endete im organisatorischen Desaster. Eine breite Protestbewegung, unterstützt von tausenden Gegendemonstrant_innen sorgte im vergangenen Jahr aus Sicht der rechtspopulistischen Veranstalter_innen für ein unrühmliches Ende der Zusammenkunft und auf Seiten der Protestbewegung für reichlich Hohn und Spott. Die Neuauflage des »Anti-Islam-Kongress« am 09.05.2009 im Zentrum von Köln sollte nun für das erhoffte Erfolgserlebnis sorgen und dadurch die »Bürgerbewegung« vor dem zu befürchteten Abrutsch in die politische Bedeutungslosigkeit bewahren.\nNach der erfolgreich durchgeführten Veranstaltung zeigten sich Vertreter_innen von »Pro Köln« und »Pro NRW« erfreut. Ihren Angaben folgend, versammelten sich am Samstag, den 09.05.2009 rund tausend Anhänger_innen der beiden Organisationen auf dem abgeriegelten Areal im Zentrum von Köln. Es sei ein »historischer Tag« gewesen, so die Veranstalter_innen in einer eilig verbreiteten Pressemitteilung. Beobachter_innen der Veranstaltung werten solche Aussagen hingegen als Ausdruck eines zunehmenden Realitätsverlustes der nordrhein-westfälischen »Pro-Bewegung«. Ersten Schätzungen zufolge müssen die von «Pro Köln« zunächst euphorisch verkündeten Zahlen der Teilnehmer_innen radikal nach unten korrigiert werden. Letztendlich versammelten sich lediglich 240 Schaulustige und Unterstützer_innen um der Veranstaltung in der Rhein-Metropole beizuwohnen.\nAllerdings schien die Messlatte für eine »erfolgreiche Zusammenkunft« bei den Organisator_innen von »Pro Köln« und »Pro NRW« im Vorfeld bereits niedrig angesetzt worden zu sein. Angesicht der erfolgreich verhinderten Veranstaltung des Vorjahres eine wohl durchaus nachvollziehbare Herangehensweise. Breit angelegte Blockaden verhinderten im September 2008 die Durchführung der Veranstaltung. Die überrumpelten Veranstalter_innen mussten die erste Auflage des »Anti-Islam-Kongresses« vorzeitig abbrechen und wurden anschließend unter Polizeischutz aus der Innenstadt eskortiert. Die nun erfolgte Anwesenheit von knapp 240 Anhänger_innen auf einem hermetisch abgeschirmten Sandplatz in der Nähe des Deutzer Bahnhofes in Köln wurde von Redner_innen wie Veranstalter_innen bereits als bahnbrechender Erfolg und «historisches« Ereignis gefeiert.\nIch und die »Pro Köln« hatten einen Kameraden… #Für Aufsehen am Rande sorgten allerdings Verlautbarungen, in welchen »Pro Köln« sich von einigen der anwesenden Teilnehmer_innen des «Anti-Islam-Kongresses» ausdrücklich distanzierte. Den Hintergrund bildete die Anwesenheit zweier »offensichtlich« auftretender Neonazis auf dem Veranstaltungsgelände. Nachdem Medienvertreter_innen auf die beiden kahlgeschorenen Teilnehmer aufmerksam wurde, versuchten die Organisatoren von »Pro Köln« diese erfolglos vom Veranstaltungsort zu verweisen. Solch halbherzig gelagerten Abgrenzungsbemühungen erscheinen im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte von »Pro Köln« als notwendige Kosmetik. So ist die »Bürgerbewegung Pro Köln« durchaus als rechtsradikal motivierte Organisation zu werten. Sie entstand als organisatorische Abspaltung aus den Strukturen der neonazistischen Sammlungsbewegung »Deutsche Liga für Volk und Heimat« (DLVH) und verfügt dadurch über enge Verbindungen ins organisierte neonazistische Milieu.\nNeben Verbindungen zur NPD und anderer Splitterbewegungen der Neonaziszene unterhält die »Pro Bewegung« dabei intensive Kontakte zur militanten Kameradschaftsszene. So auch zum Neonazifunktionär Axel Reitz aus Pulheim bei Köln. Markus Beisicht, derzeitig Vorsitzender von »Pro Köln« vertrat Axel Reitz bereits mehrfach als Rechtsanwalt bei Gerichtsverfahren. Auch Christian Malcoci, Funktionär der neonazistischen »Netherlands Volks Unie« (NVU) sowie die langjährige Neofaschistin Daniela Wegener gehören zu Beisicht’s Klienten. Wegener, die zuletzt im Zusammenhang mit einer bundesweiten Razzia gegen Mitglieder und Anhänger_innen der «Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) für Schlagzeilen sorgte, trat darüber hinaus bereits als Rednerin auf einer Kundgebung von »Pro Köln« in Erscheinung.\nAuch in Anbetracht von weiterern der angereisten Teilnehmer_innen des nun stattgefundenen »Anti-Islam-Kongress» erscheint eine Distanzierung vom rechtsradikalen und neonazistischen Spektrum unglaubwürdig. So befand sich unter den Anwesenden der Kundgebung eine große Gruppe von Mitgliedern der belgischen Gruppierung »Vlaams Belang« um ihren Fraktionsvorsitzenden Filip Dewinter. Der separatistische »Vlaams Belang« ist die offizielle Nachfolgeorganisation des rassistischen »Vlaams Blok« (VB), der sich nach einem verlorenen Gerichtsverfahren im November 2004 auflöste. Das Gericht sah es als erwiesen das der »Vlaams Blok« offen Fremdenfeindlichkeit propagiere und Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe diskriminieren würde. Außerdem trat in Köln mit Harald Vilimsky der derzeitige Generalsekretär der rechtspopulistische «Freiheitlichen Partei Österreichs« (FPÖ) in Erscheinung. Insgesamt sollen, nach Angaben von »Pro Köln« Delegationen aus 15 europäischen Ländern nach Köln Deutz gereist sein. Darunter Vertreter_innen aus Spanien, Italien sowie dem angrenzenden Frankreich. Die Kundegebung selbst wurde durch die Gebete einer Pfarrerin aus der Schweiz eröffnet.\n»Ordner sein heißt reingehen - Pro Köln heißt rausgehen« #Trotz der hermetischen Abschirmung des Platzes durch die Polizei gelang es den rund 5000 Gegendemonstrant_innen, darunter auch offiziellen Vertreter_innen der Stadt Köln, auf den Kundgebungsplatz der »Rechtspopulisten« zu gelangen. Bereits bei dem »Eröffnungsgebet« des »Anti-Islam-Kongresses« begannen Gegendemonstrant_innen die Kundgebung durch lautstarke Rufe zu stören. Bei einem darauf folgenden Gedränge, bei dem anwesende Polizeikräfte und Ordner_innen der »Bürgerbewegung« zum Teil gemeinsam versuchten die Gegendemonstrant_innen vom Platz zu drängen, kam es wiederholt zu gewaltsamen Übergriffen durch die eingesetzten Ordnertruppe von »Pro Köln/Pro NRW«. Als besonders aggressiv traten dabei die Ordner_innen der Jugendorganisation von »Pro NRW« und der stellvertretende Vorsitzende der »Pro Köln«-Fraktion, Manfred Rouhs, auf. Rouhs, der in der Vergangenheit durch seine Aktivitäten im Zusammenhang mit der neonazistischen »Deutschen Liga für Volk und Heimat« (DLVH) auf einen einschlägigen Werdegang verweisen kann, schlug dabei einer jungen Gegendemonstrantin mit der Hand ins Gesicht.\nDie zunehmende Bedeutungslosigkeit der Wähler_innenvereinigung »Pro Köln/Pro NRW«, über die auch die Grußworte der geladenen Delegationen nicht hinweg täuschen konnten, wird nach der Veranstaltung in Köln Deutz unter anderem durch ihr geringes Mobilisierungspotential deutlich. Daran konnte auch das ungeheure Medieninteresse im Vorfeld der Veranstaltung nichts ändern. Die manisch wirkenden Reden des als »Vater der Bewegung« angekündigten »Pro-Köln«-Chefs Markus Beisicht lösten bei den Anwesenden vor allem dann Begeisterung aus, wenn dieser mit rassistischem Vokabular über den als »Türken-Schramma« bezeichneten Oberbürgermeister Fritz Schramma sowie nicht zuletzt über den geplanten Moscheebau in Köln-Ehrenfeld sprach.\nSo grotesk wie die versammelte Menge, in der sich Neonazis mit »Thor Steinar«- Kleidung, ältere Herrschaften mit Deutschlandfahnen und Vertreter_innen des rechtspopulistischen Internetblogs »PI-News« mischten, wirkten auch die Beiträge der restlichen Redner_innen. Darstellungen des »Faschismus als Virus«, der im vergangenen Jahrhundert »als brauner und nach der Befreiung vom Nationalsozialismus als roter Faschismus« in Erscheinung trat, aufgelockert mit abgewandelte Kennedy Zitate und frenetische »Wir sind das Volk«-Rufe lassen die Frage aufkommen, ob die Kundgebung thematisch nicht doch besser auf dem ursprünglich angemeldeten Platz in Köln aufgehoben gewesen wäre – dieser trägt den Namen eines Zirkus.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.09-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der erste »Anti-Islam-Kongress« der rechtsradikalen »Bürgerbewegung Pro Köln« im September 2008 endete im organisatorischen Desaster. Eine breite Protestbewegung, unterstützt von tausenden Gegendemonstrant_innen sorgte im vergangenen Jahr aus Sicht der rechtspopulistischen Veranstalter_innen für ein unrühmliches Ende der Zusammenkunft und auf Seiten der Protestbewegung für reichlich Hohn und Spott. Die Neuauflage des »Anti-Islam-Kongress« am 09.05.2009 im Zentrum von Köln sollte nun für das erhoffte Erfolgserlebnis sorgen und dadurch die »Bürgerbewegung« vor dem zu befürchteten Abrutsch in die politische Bedeutungslosigkeit bewahren.","title":"Und ewig floppt der »Anti-Islamisierungskongress«"},{"city":"Greve","content":" Laute Musik dröhnte durch die Abendstunden der dänischen Ortschaft Greve. Im inneren der Parteizentrale der neofaschistischen «DNSB«, der «Dänisch Nationalsozialistischen Bewegung« wurden zu diesem Zeitpunkt bereits Hassparolen skandiert, die Arme zum Hitlergruß erhoben. Das Szenario bildete das Rahmenprogramm zu einem Neonazikonzert am Samstag, den 02.05.2009 in der dänischen Provinz. Die beiden Neonazibands »Daneskjold« und »Divison Nordland« lieferten dazu die musikalische Begleitung. Neben Teilnehmer_innen aus Dänemark reisten auch Neonazis aus dem benachbarten Bundesrepublik Deutschland zu der einschlägigen Konzertveranstaltung unterm Hakenkreuz.\nDie dänische Ortschaft Greve, nur wenige Kilometer von der dänischen Hauptstadt Kopenhagen entfernt gelegen, gilt seit Jahren als Schwerpunkt neonazistischer Aktivitäten in Dänemark. Hier befindet sich das Hauptquartier der »Dänisch Nationalsozialistischen Bewegung« (DNSB), einer neofaschistischen Splitterorganisation in dem EU-Mitgliedsland. Die Parteizentrale der DNSB bildete in der Vergangenheit dabei immer wieder den Ausgangspunkt für einschlägige Veranstaltungen. Neben Konzerten und internen Schulungsveranstaltungen gilt das Gebäude der Parteizentrale auch als vorläufige Anlaufstelle um von hier aus die Reise zu neonazistischen Demonstrationen fortzusetzen. Die »DNSB« um ihren selbsternannten Vorsitzenden Jonni Hansen besitzt dabei enge Beziehungen zum dänischen Ableger des internationalen Neonazinetzwerkes von «Blood \u0026 Honour«. Nicht zuletzt aus diesem Grund finden in der Parteizentrale regelmäßig Konzertveranstaltungen von rassistisch motivierter Musikgruppen statt. Musik gilt auch in Dänemark als bewährte »Einstiegshilfe« in die organisierte neonazistische Szene.\nDas nun in Greve stattgefundene Neonazikonzert wurde zuvor über die mit Hakenkreuzen stilisierte Internetseite der »DNSB« beworben. Rassistische und menschenverachtende Ideologie wurde im Verlauf nicht nur über die Textpassagen der zwei Musikgruppen »Daneskjold« und »Divison Nordland« übermittelt. Neonazistische Propaganda wurde gleichsam über die aufgebauten Propagandastände der »DNSB« vertrieben. Wie bereits bei vorangegangenen Veranstaltungen befanden sich unter den rund 70 angereisten Teilnehmer_innen ebenfalls etliche deutschsprachige Neonazis. Neben einer Delegation aus Mecklenburg-Vorpommern sollen sich dabei auch Neonazis aus dem angrenzenden Schleswig-Holstein in der DNSB-Parteizentrale eingefunden haben. Grenzüberschreitende Kontakte zwischen dänischen und deutschen Neonazis besitzen eine lange Tradition.\nSeit Jahren finden gemeinsame Veranstaltungen der Neonaziszene wie das «Deutsch Dänische Freundschaftskonzert« im Grenzgebiet der beiden Länder statt. Gegenseitige Besuche, welche auch im Zusammenhang mit Demonstrationen fortgesetzt werden. Die Dänische Landesfahne ist inzwischen nicht nur ein gewohnter Anblick und Bestandteil von politischen Aufmärschen der neonazistisch motivierten Szene in Schleswig-Holstein, auch Großveranstaltungen wie dem jährlich stattfindendem Aufmarsch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden mit inzwischen mehreren tausend Teilnehmer_innen bilden die Bühne für die Beteiligung dänischer Neonazis. Im Gegenzug nehmen Mitglieder des zumeist parteiunabhängigen Spektrums der »Freien Nationalisten« an Aufmärschen in Dänemark teil. So auch im August 2007 als sich dänische, schwedische sowie deutsche Neonazis im dänischen Kolding versammelten um dem 1987 verstorbenen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß zu gedenken. Im Verlauf der Demonstration griff der »DNSB-Vorsitzende« Jonni Hansen einen Polizeibeamten tätlich an. Jonni Hansen wurde daraufhin, ebenso wie weitere Führungsfunktionären des »DNSB« zu Boden gebracht und anschließend festgenommen. Wenige Minuten zuvor hatten bereits schwedische und deutsche Neonazis eine Gruppe von Gegendemonstrant_innen gewaltsam angegriffen.\nEin Vorgehen welches bei den Mitgliedern der Neonaziband »Daneskjold« auf breite Akzeptanz stößt. «Wir sind die neue SA» und kämpfen für »Rasse und Nation« heißt es in ihren Liedtexten. Zu Feindbildern werden Antifaschist_innen, Demokraten und Menschen mit jüdischer Religion erklärt. Für die Mitglieder der 2004 gegründeten Band ist es laut Eigendarstellung auf ihrer Internetseite mit »rassebewussten, antidemokratischen Botschaften« eine »Pflicht die Botschaft des Nationalsozialismus zu verbreiten«. Die ideologische Weltanschauung gehört dabei zum offen zur Schau getragenen Image und Fetisch der Musikgruppe. Nicht nur die Plattencover ihrer Veröffentlichungen, wie dem 2006 erschienen Debütalbum »Die dänische Legion« oder dem Nachfolgewerk »Zum Kampf für Dänemark« werden von Hakenkreuzsymbolik bestimmt. Auch im Logo der »DNSB-Band« befindet sich ein weißes Hakenkreuz auf rotem Grund. Die neonazistische »Dänisch Nationalsozialistische Bewegung« (DNSB) verwendet ein identisches Wappen.\nNeben den Mitgliedern von »Daneskjold« gehörte am 02. Mai 2009 auch der Auftritt der schwedischen Neonazirockband »Divison Nordland« zum Programm der Konzertveranstaltung. Der Name der Musikgruppe leitet sich dabei vom der »SS-Division Nordland« ab. Dieser gleichnamige SS-Verband rekrutierten sich aus schwedischen und dänischen Freiwilligen. Im Herbst 1943 wurde die »SS-Division Nordland« bei der «Partisanenbekämpfung» in Kroatien eingesetzt. Die Mitglieder beteiligten sich an Erschießungskommandos und dem Niederbrennen von Siedlungen und Dörfern. Für die Mitglieder der schwedischen Musikgruppe »Division Nordland« scheinbar Taten mit Vorbildcharakter. Der Name ihres im Jahre 2008 in der Bundesrepublik Deutschland indizierten Tonträgers trägt den unmissverständlichen Namen »Race War«, zu deutsch Rassenkrieg«.\nTrotz der rassistischen Ausrichtung der Konzertveranstaltung in Greve konnte die Zusammenkunft nahe der dänischen Landeshauptstadt ohne nennenswerte Zwischenfälle stattfinden. Herbeigezogene Einsatzkräfte der dänischen Polizei bezogen zwar unweit der DNSB-Parteizentrale Stellung, schritten allerdings letztendlich nicht ein. Die Veranstalter_innen der »DNSB« kündigten inzwischen an, das mit Hakenkreuzen ausstaffierte »DNSB-Hauptquartier« auch weiterhin für Konzertveranstaltungen zur freien Verfügung zu stellen. Das »DNSB-Hauptquartier« konnte sich gerade durch solche Veranstaltungen zu einem festen Anlaufpunkt der dänischen Neonaziszene entwickeln. Nicht zuletzt auch für Neonazis aus der angrenzenden Bundesrepublik.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.02/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Laute Musik dröhnte durch die Abendstunden der dänischen Ortschaft Greve. Im inneren der Parteizentrale der neofaschistischen «DNSB«, der «Dänisch Nationalsozialistischen Bewegung« wurden zu diesem Zeitpunkt bereits Hassparolen skandiert, die Arme zum Hitlergruß erhoben. Das Szenario bildete das Rahmenprogramm zu einem Neonazikonzert am Samstag, den 02.05.2009 in der dänischen Provinz. Die beiden Neonazibands »Daneskjold« und »Divison Nordland« lieferten dazu die musikalische Begleitung. Neben Teilnehmer_innen aus Dänemark reisten auch Neonazis aus dem benachbarten Bundesrepublik Deutschland zu der einschlägigen Konzertveranstaltung unterm Hakenkreuz.","title":"Unterm Hakenkreuz - Neonazikonzert in Dänemark"},{"city":"","content":" 01.05.2009 / Hannover: Nachdem sich das Bundesverfassungsgericht (BVG) am Nachmittag des 30. Aprils 2009 einer Entscheidung über den umgehend eingereichten Eilantrag gegen das Verbot des in Hannover geplanten Neonazi-Aufmarsches verweigerte, kam es in zahlreichen Städten Norddeutschlands und in Dortmund zu »Spontanaufmärschen« militanter Neonazis. Gewaltsame Übergriffe, bei denen Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie Beamte der Bereitschaftspolizei verletzt wurden, konnten nicht verhindert werden.\nKeine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Nach dieser Devise scheinen die Richter_innen des BVG in Karlsruhe im Vorfeld des geplanten Neonaziaufmarsches in Hannover verfahren zu sein. Mit dem Verweis auf einen zu kurzen Entscheidungszeitraum, wiesen sie die am Dienstag per Eilverfahren eingereichte Klage der Neonazis zurück. Diese hatten gegen eine Verbotsverfügung des Aufmarsches am 1. Mai 2009 durch die Polizei in allen verantwortlichen Instanzen geklagt und waren damit wiederholt gescheitert. Zentrales Argument der polizeilichen Verbotsbegründung war eine potentielle Gefährdung der »öffentlichen Sicherheit«. Dies wurde zum einen durch die zu erwartende Teilnahme sogenannter »Autonomer Nationalisten« (AN) an der Neonazidemonstration, zum anderen durch die zahlreichen angemeldeten antifaschistischen Proteste begründet. Nach Angriffen von Neonazis auf Journalist_innen und Demonstrant_innen am 1. Mai 2008 in Hamburg-Barmbeck, die ihren Ausgang in einer später selbst eingeräumten Fehleinschätzung der Polizeiführung im Hinblick auf das Gefahrenpotential des neofaschistischen Aufmarsches nahm, versuchte die Polizeidirektion Hannover in diesem Jahr eine mögliche Gefährdung von vornherein als Verbotsbegründung heran zu ziehen.\nNoch am Vorabend des 1. Mai 2009 hatte der Hannoveraner Polizeipräsident Uwe Binias seine Freude und Zustimmung über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVG) verlauten lassen: »Das ist eine gute Entscheidung für Hannover«, so der Polizeipräsident. Doch das Gefahrenpotential der Neofaschist_innen konnte nicht durch ein Verbot wirksam eingeschränkt werden. Dies zeigte sich im Verlauf des 1. Mai dann auch mehr als deutlich. Schon wenige Stunden nach Bekanntgabe des endgültigen Verbotes hatten nordrhein-westfälische Neonazis den Treffpunkt ihrer Mobilisierung in das weiter südlich gelegene Siegen verlegt. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein organisierten Mitglieder der sogenannten »Freien Nationalisten« zu kurzfristig organisierten Spontandemonstrationen.\nAm Morgen des 1. Mai griffen rund 300 sogenannte »Autonome Nationalisten« eine DGB-Demonstration in Dortmund an. Mit Steinen, Flaschen und anderen Wurfgeschossen wurden mehrere Personen verletzt, davon mindestens eine schwer. Die anwesenden Polizeieinheiten hatten die Gruppe außer Acht gelassen, nachdem diese den Einsatzkräften erklärt hatte, sie seien auf dem Weg zur Ersatzveranstaltung in Siegen. Der anwesende Einsatzleiter reagierte auf Kritik an dem Vorgehen der Einsatzkräfte mit den Worten »Der Angriff kam völlig überraschend«. Auch mehrere Polizist_innen wurden bei dem Überfall verletzt. Fast alle Mitglieder der angreifenden Neonazis wurden im späteren Tagesverlauf in polizeilichen Gewahrsam genommen.\nAuch in Norddeutschland versammelten sich in den Mittagsstunden knapp 100 Neofaschist_innen auf einem Parkplatz in der Nähe des niedersächsischen Walle bei Verden, um von dort aus ins nahe gelegene Rotenburg/Wümme aufzubrechen. Nach einer zehn minütigen Demonstration durch die örtliche Fußgängerzone kam es zu Konfrontationen. Ein Polizist wurde von der Gruppe angegriffen und leicht verletzt. An der Demonstration in Rotenburg/Wümme nahm unter anderem Christian Sternberg aus Lüneburg teil. Sternberg war Anmelder eines Neonaziaufmarsches am 11.04.2009 in Lüneburg, in dessen Verlauf sich Neonazis ebenfalls mit Polizeibeamten zum Teil heftige Auseinandersetzungen lieferten. Auch ehemalige Mitglieder der »Freien Nationalisten Bremen«, wie Simon Lahusen waren in der niedersächsischen Kreisstadt zugegen. Weitere Neonazis, wie beispielsweise der langjährige Neonazikader Matthias Behrens, kamen aus den Strukturen der neonazistischen Kameradschaftsgruppe »Snevern Jungs« aus Schneverdingen. Behrens selbst gehörte im Vorfeld zu den Initiatoren des geplanten Neonaziaufmarsches in Hannover. Auch aus Celle, Hildesheim und Hannover rekrutierten sich die Teilnehmer_innen des »spontanen« Aufmarsches. Als örtliche Koordinatoren fungierten wiederum Neonazis aus Rotenburg/Wümme.\nDie Polizei nahm bei er Abreise insgesamt 14 Neonazis aus Aschersleben zeitweilig in Gewahrsam. Die restlichen Teilnehmer_innen setzten ihren Weg in die nahe gelegene Kleinstadt Scheeßel fort, wo sie allerdings, abgeschreckt von dem schon eingetroffenen Polizeiaufgebot, keine weitere Demonstration mehr durchführten. Teile der Neonazigruppe fuhren anschließend weiter in das wenige Kilometer entfernte Tostedt, wo Antifaschist_innen zeitgleich gegen den »Szeneladen Streetwear Tostedt« von Stefan Silar in der angrenzenden Ortschaft Todtglüsing demonstrierten. In dem, nach Eigenbekunden »größten Szeneladen Norddeutschlands« werden Bekleidungsartikel und Musik mit neonazistischem Bezug verkauft. Die anreisenden Neonazis, darunter der bereits erwähnte Matthias Behrens, Oliver Adam aus Rotenburg/Wümme sowie Stefan Silar selbst, versuchten die Antifaschist_innen in der Folge gewaltsam anzugreifen. Anwesende Polizeikräfte setzten daraufhin Pfefferspray und Schlagstöcke gegen die Neonazis ein.\nBei Betrachtung der Ereignisse scheint das endgültige Verbot des in Hannover geplanten Aufmarsches durch das BVG offenbar auch für die niedersächsische Naziszene überraschend gekommen zu sein. Dies zeigt auch das Fehlen von angemeldeten Ausweichdemonstrationen sowie eine hektische und unkoordinierte Anreise der Neonazigruppe nach Rotenburg/Wümme. Zur Koordination der Spontanaufmärschen in Niedersachsen diente eine Handynummer, welche die Organisatoren des 1. Mai-Aufmarsches zuvor eilig auf der neofaschistischen Mobilisierungsseite veröffentlicht hatten.\nAuch in anderen Bundesländern kam es in diesem Zusammenhang zu spontanen und kurzweiligen Zusammentreffen von Neonazis. So hatten sich schon am Morgen des 1. Mai im schleswig-holsteinischen Neumünster etwa 50 Mitglieder der rechtsradikalen Szene vor dem dortigen Szenetreffpunkt »Club 88« versammelt. Zusammen mit weiteren 100 Neonazis marschierten diese im weiteren Verlauf des Tages durch das schleswig-holsteinische Itzehoe. Die Polizei setzte alle Teilnehmer_innen des Aufmarsches vorübergehend fest. Im weiteren Tagesverlauf versuchte die Gruppe, auch unter Beteiligung von Neonazis aus Dänemark, noch einmal in Pinneberg bei Hamburg in Erscheinung zu treten. Auch hier wurde die Teilnehmer_innen frühzeitig von der Polizei festgesetzt. Eine weitere Gruppe von etwa 30 Neonazis, unter ihnen das NPD Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise aus dem thüringischen Freterode, versuchte am späten Nachmittag im südlich von Hannover gelegenen Friedland eine Spontandemonstration durchzuführen. Auch sie wurden nach wenigen Metern von der Polizei gestoppt. Währenddessen versammelten sich in Friedland Gegendemonstrant_innen um gegen den Aufmarsch der Neonazis zu protestieren.\nDie ausbleibende Entscheidung durch das BVG zeigt über die Ausweichaktionen der Neonazis hinaus durchaus kritische Aspekte auf. In der Bestätigung der Verbotsverfügung durch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg vom 27.04.2009 wird als Begründung des Verbots die »nicht eindeutige Distanzierung von Gewalt« der beiden Anmelder Dennis Bührig und Marc Oliver Matuszewski angeführt. Weiter wird darauf verwiesen, dass die Polizei Zweifel habe, die Lage unter Kontrolle bringen zu können. So zutreffend die Einschätzung im Bezug auf das Verhältnis zur Gewalt auch sein mag, so besorgniserregend erscheinen nun zukünftigen gerichtlichen Entscheidungen, von denen in Zukunft nicht nur Neonazis betroffen sein dürften.\nIn Zeiten sich verschärfender sozialer Gegensätze, in denen gesellschaftlichen Interessenkonflikte offensichtlicher werden, erscheint die verkündete Devise »Demonstrationfreiheit nur, solange sie unter staatliche Kontrolle zu bringen ist« mit großer Vorsicht zu genießen. Hannovers Polizeipräsident Binias Worte im Rahmen einer Pressemitteilung der Polizei, dass die Entscheidung des Demonstrationsverbotes auch »über diesen Tag und über Hannover hinaus« als Vorbild dienen könne, erscheint bei genauerer Betrachtung als unheilvolle Drohung. Doch im Fall der BVG-Entscheidung ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Das Gericht habe zwar das Eilverfahren, allerdings nicht die Klage zurückgewiesen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wird die Zukunft der Demonstrationsfreiheit betreffen und ist alleine aus diesem Grunde von nicht zu unterschätzender Bedeutung.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.05.01/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"01.05.2009 / Hannover: Nachdem sich das Bundesverfassungsgericht (BVG) am Nachmittag des 30. Aprils 2009 einer Entscheidung über den umgehend eingereichten Eilantrag gegen das Verbot des in Hannover geplanten Neonazi-Aufmarsches verweigerte, kam es in zahlreichen Städten Norddeutschlands und in Dortmund zu »Spontanaufmärschen« militanter Neonazis. Gewaltsame Übergriffe, bei denen Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie Beamte der Bereitschaftspolizei verletzt wurden, konnten nicht verhindert werden.","title":"Aus den Augen - aus dem Sinn?"},{"city":"Wilhelmshaven","content":" Am Samstag, den 25.04.2009 fand im niedersächsischen Wilhelmshaven eine Kundgebung des DVU Landesverbandes statt. Nach großzügigen Schätzungen folgten lediglich 23 Teilnehmer_innen dem Kundgebungssaufruf der DVU für mehr »Soziale Gerechtigkeit« in die Stadt an der Jade.\nNach dem optimistischen Prognosen des neu gewählten Landesvorsitzenden Hans Gerd Wiechmann, der noch im vergangenen März während des DVU Landesparteitages seinen Landesverband im Aufwind wähnte und einen verstärkten Mitgliederzuwachs prognostizierte, scheint die DVU Niedersachsen von der Realität eingeholt worden zu sein. Im Verlauf der Kundgebung verließen enttäuschte Aktivisten reihenweise den Kundgebungsplatz. Daran änderte auch die Unterstützung der Kundgebung durch den Hamburger Neonazikaders Christian Worch und Mitgliedern der neonazistischen »Aktionsgrupppe Wiking« nichts.\nErst im März 2009 hatte das ehemalige NPD-Mitglied Hans Gerd Wiechmann die Führung des niedersächsischen DVU Landesverbandes übernommen. Die Zeichen stünden laut Wiechmann »für die DVU in Niedersachsen auf Sturm«. So plane der Landesverband im Verlauf des Jahres etliche, »aufsehenerregende Kundgebungen« in dem Bundesland durchzuführen, unter anderen in Barsinghausen. »Als erstes wolle man sich Wilhelmshaven vornehmen«, da örtliche Kräfte in der Stadt mit der Situation »hoffnungslos überfordert« seinen, so der Landesvorsitzende am Rande des DVU Landesparteitages am 01.03.2009 im niedersächsischen Rhade. Damit bezog sich Wiechmann auf die fehlgeschlagene Anmeldung einer Neonazidemonstration am 28.03.2009 in Wilhelmshaven. Als damalige Anmelder traten parteifreie Neonazis der »Aktionsgruppe Wiking« in Erscheinung, welche in der Vergangenheit bereits mehrfach an den Hürden regulärer Anmeldeverfahren von Veranstaltungen scheiterten. Nach der misslungenen Demonstration unterstützte die »AG Wiking« daraufhin die nun durchgeführte DVU Kundgebung. In einem diesbezüglichen Aufruf, auf den Seiten des einschlägig bekannten Internetportals »Altermedia« der Neonaziszene bezeichneten sie es »gottverdammte Pflicht« der Veranstaltung in Wilhelmshaven beizuwohnen.\nAuch der langjährige Neonazifunktionär Christian Worch aus Hamburg unterstützte das Anliegen der »Aktionsgruppe« und stellte eigens für die Kundgebung ein Lautsprecherfahrzeug zur Verfügung. Umgeben von einem massiven Polizeiaufgebot, samt mehrerer Wasserwerfer und eines Räumpanzers versammelten sich allerdings am vergangenen Samstag lediglich 23 Teilnehmer_innen auf dem Kundgebungsplatz am Bahnhof von Wilhelmshaven. Darunter auch Mitglieder der DVU Ortsgruppe Soltau. Die besagte Ortsgruppe sorgte im März 2009 für bundesweite Negativschlagzeilen nachdem bekannt wurde, dass deren Führungsaktivistin Sandra Franke für den Verfassungsschutz tätig war. Gleichzeitig engagierte sie sich als Moderatorin eines neonazistischen Internetradios. In ihrer Sendung relativierte die DVU Aktivistin die industrielle Vernichtung der europäischen Juden im Verlauf des 2. Weltkrieges. So erklärte sie zum Holocaust »auch 200 000 bis 300 000 Juden« seien ums Leben gekommen, »meiner Meinung nach viel zu wenig!« Die Aufdeckung ihrer VS-Tätigkeit sei »schon schockierend gewesen«, so einige der angereisten DVU Aktivist_innen aus Soltau. Über den jetzigen Verbleib und weitere politischen Ambitionen von Frau Franke sei derzeit hingegen wenig bekannt.\nWenig bekannt dürfte auch der Verbleib der angekündigten Kundgebungsteilnehmer_innen bleiben, welche Hans Gerd Wiechmann während der Veranstaltung am vergangenen Samstag ankündigte. Zwar erschienen kurzweilig weitere Neonazis sowie Unterstützer_innen am Rand der Veranstaltung, verliessen diese allerdings bereits wieder nach wenigen Minuten. Eine Zeitspanne, welche auch Karl Heinz Besemann vom »DVU-Kreisverband Ostfriesland« für den ersten Redebeitrag der Kundgebung benötigte. Als nächster Redner in Wilhelmshaven folgte der Hamburger Neonaziaktivist Christian Worch, welcher in seinem Beitrag den Zuhöhrer_innen die DVU als wählbare Partei und Alternative anläßlich der anstehenden Europawahlen empfahl.\nDen Schlusspunkt der Veranstaltung setzte wiederum Hans Gerd Wiechmann, nachdem dieser zuvor bereits die Auflagen der Kundgebung verlaß. Der DVU-Landesvorsitzende wetterte in seiner Rede gegen »etablierte Politiker« und »Sozialbetrug«. Ähnlich wie Christian Worch verwies auch Hans Gerd Wiechmann “auf die einmalige Gelegenheit” bei der anstehenden Europawahl seine Stimme der DVU zu geben. Man frage sich so Wiechmann, zum Abschluß seiner Rede im Bezug auf die derzeitigen Situation in der Bundesrepubilk »warum wir noch auf die Straße gehen?«. Zumindest angesichts der mangelnden Mobilisierungsfähigkeit der »DVU Niedersachsen« eine wohl durchaus berechtigte Frage.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.04.25/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Samstag, den 25.04.2009 fand im niedersächsischen Wilhelmshaven eine Kundgebung des DVU Landesverbandes statt. Nach großzügigen Schätzungen folgten lediglich 23 Teilnehmer_innen dem Kundgebungssaufruf der DVU für mehr »Soziale Gerechtigkeit« in die Stadt an der Jade.","title":"DVU Niedersachsen - »...warum wir noch auf die Straße gehen?«"},{"city":"Stolberg","content":" Der jährliche Veranstaltungskalender von Neonazis scheint um einen festen Termin bereichert. Nach dem gewaltsamen Tod eines 19 Jährigen, der im vergangenen April von einem jugendlichern Migranten niedergestochen wurde, mobilisierten militante Neonazis nun das zweite Jahr in Folge in das nordrhein-westfälische Stolberg. Das Opfer wurde von der Neonaziszene umgehend zum Märtyrer erklärt, die Tat mit fremdenfeindlichen Versatzstücken propagandistisch aufgeladen. Doch, ähnlich wie bereits im vergangenen Jahr, entpuppte sich auch der diesjährige »Trauermarsch« am 04.04.2009 zur »Eventveranstaltung«. Mit Redebeitägen wurden die rund 530 angereisten Teilnehmer_innen aufgepeitscht, anstatt »Trauer« bestimmten lautstarke Hetzparolen und dumpfe Gewaltandrohungen gegen Andersdenkende das Szenario.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.04.04/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Der jährliche Veranstaltungskalender von Neonazis scheint um einen festen Termin bereichert. Nach dem gewaltsamen Tod eines 19 Jährigen, der im vergangenen April von einem jugendlichern Migranten …","title":"Märtyrer auf Abruf – Neonaziaufmarsch in Stolberg"},{"city":"Bundesweit","content":" Das Bundesinnenministerium hat am heutigen Dienstag, den 31.03.2009 hat die neonazistisch »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ) verboten.\n»Als bundesweit organisierter Jugendverband verbreitet die HDJ rassistisches und nationalsozialistisches Gedankengut« hieß es in der Erklärung des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen Einsatzkräfte der Polizei die Wohn- und Geschäftsräume von Vereinsfunktionären der HDJ in Niedersachsen, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Von den Durchsuchungen sollen vor allem Mitglieder des Bundesvorstandes der Organisation betroffen sein. Das Vermögen der HDJ wurde eingezogen. Führenden Mitgliedern der Organisation wurden eine Verfügung des Bundesinnenministeriums überbracht, nach dem die Gruppierung mit sofortiger Wirkung verboten sei. Szenebeobachter_innen bezweifeln indessen die Wirkung der Verbotsverfügung.\nNach vorangegangenen Hausdurchsuchungen im Oktober 2008 konnte die rechtsradikale HDJ bereits erfolgreich Ersatz- und Nachfolgestrukturen bilden sowie einen Teil ihrer Infrastruktur auslagern. Nebenorganisationen wie die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF) und die »Berliner Kulturgemeinschaft« (BKG) sind von dem Verbot nicht betroffen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.31/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das Bundesinnenministerium hat am heutigen Dienstag, den 31.03.2009 hat die neonazistisch »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ) verboten.","title":"»Heimattreue Deutsche Jugend« verboten"},{"city":"Budapest (H)","content":" »Ungarn – Träum’ dich hin!« Mit diesem Slogan wirbt derzeit eine Internetseite des ungarische Tourismusamtes. Dass in dem osteuropäischem Land mitunter eher Alptraumhaftes zu sehen ist, verschweigt die zur Verfügung stehende Reiseliteratur hingegen. Zu den Szenen, mit denen sich zurzeit nur schwerlich werben lässt, gehören auch die jüngsten Krawalle in Budapest. Rund 1000 rechtsradikale Demonstranten versuchten in den Abendstunden des ungarischen Nationalfeiertages zum Parlamentsgebäude vorzudringen und lieferten sich anschließend heftige Straßenschlachten mit Polizeikräften. Im Verlauf der letzten Jahren kam es bereits wiederholt zu teils gewalttätigen Protesten gegen die links-liberale Regierungspolitik. Die neuerlichen Ausschreitungen führten nun zu ersten politischen Konsequenzen. Am vergangenen Samstag erklärte Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány seinen Rücktritt und wich damit dem zunehmenden Druck von der Straße.\nBereits am Vorabend des Nationalfeiertages zum Gedenken an die Märzrevolution von 1848, versammelten sich in der Landeshauptstadt mehrere hundert Anhänger der neofaschistischen „Pax Hungarica“, der Bürgerplattform „Nationaler Wille“ sowie die uniformierten Mitglieder der paramilitärischen „Unabhängigen Ungarischen Garde“. In Redebeiträgen wurden die Teilnehmer auf »den Kampf« und eine kommende »Revolution« in Ungarn eingestimmt. Diesen Worten folgend sei zu ehren „offen gegen das System aufzutreten“. Die nächtliche Zusammenkunft endete abschließend mit der Vorstellung eines 12-Punkte Programms: Neben der »Säuberung« des kulturellen Lebens von »religionsfeindlichen und antinationalen Elementen« und einem »militärischem Arbeitsdienst« wird darin auch die Abschaffung aller Parteien in Ungarn gefordert. Die neue Verfassung und Staatsform solle dem der faschistischen „Pfeilkreuzer“ entsprechen.Jener nationalsozialistischen Partei, die während des zweiten Weltkrieges für eine kurze Zeit in Ungarn an der Macht war, mit deutschen Nazis kollaborierte und in einer Terrorwelle hunderttausende jüdische Bürger ermordete und in Konzentrations- und Vernichtungslager des NS-Regimes deportierte. »Streng, gerecht und unvermeidlich« solle nun die Verfolgung und Bestrafung der »schmarotzerhaften, kriminellen Elemente« im »neuen Ungarn« erfolgen.\nMit diesen Forderungen steht die „Pax Hungarica, die sogenannte „ungarische Friedensbewegung“ nicht allein. Rechtsradikale und offen neofaschistische Gruppierungen konnten sich in den vergangenen Jahren als relevante politische Kraft in Ungarn etablieren. Sie alle vereint die Ablehnung des Pluralismus und der parlamentarischen Demokratie. Ihre rassistischen und antisemitischen Ressentiments sind in dem Land weit verbreitet. Der Kampf gegen „Zigeunerkriminalität“ die links-liberale „Judenregierung“ und „das internationale Judentum“ gehören inzwischen auch zum politischen Repertoire von Vertretern rechts-konservativer Parteien wie der Christlich-Demokratischen Volkspartei (KDNP) und der Fidesz-Partei (Bürgerliche Union). Auch Zeitungen wie die „Magyar Hirlap“ oder der populäre Sender EchoTV bedienen sich ungeniert solch grotesker Feindbilder. So stecke hinter der aktuellen Weltwirtschaftkrise die „unermessliche Geldgier, Unersättlichkeit und Verantwortungslosigkeit der jüdischen Finanzler aus Brooklyn“. Die links-liberale Regierung um Ferenc Gyurcany sei von „Mossad-Leuten“ gesteuert und Angehörige der Sinti und Roma wurden in Artikeln als „wilde Tiere“ bezeichnet, die es zu überfahren gelte. Insbesondere die andauernde Hetze gegen die Roma führte in der Vergangenheit immer wieder zu massiven Gewalttaten. Zuletzt ermordeten Unbekannte im Februar 2009 in der Ortschaft Tatarszentgyörgy einen 27jährigen Familienvater und seinen fünfjährigen Sohn. Die Täter hatten das Haus der Roma-Familie mit Molotowcoctails in Brand gesetzt und ihre Opfer erschossen, als diese den Flammen entkommen wollten.\nFinanziert wird die Magyar Hirlap wie auch EchoTV durch den rechtskonservativen Großindustriellen Gabor Széles. Der Multimillionär übernahm im Herbst 2005, die bis dahin linksliberale Tageszeitung und formte daraus ein rechtsextremes Boulevardblatt. Auf einer Tagung des „Deutschen Wirtschaftsclubs“ (DWC), zu der Széles im September 2007 als Gastredner eingeladen war, verkündete der Multimillionär selbstbewusst, dass es ihm bei seinem „Engagement im Mediensektor vor allem um politische Einflussnahme“ gehe. Der ehrenamtliche Präsident der ungarischen Arbeitgeber- und Industriellenvereinigung, dem ungarischen Pedant zum Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), baut in Ungarn seit einigen Jahren ein eigenes Mediennetzwerk auf. Dazu gehören neben der Mygar Hirlap drei weitere Regionalzeitungen sowie die privaten Fernsehsender VitalTV und EchoTV. Dieses „Mediengeschäft ist unheimlich arbeitsintensiv. Besonders schwer ist es, gute rechte Journalisten zu finden“, sagte Széles weiter. Im Falle eines möglichen Wahlsieges der Fidesz-Partei, bei den im kommenden Jahr anstehenden Parlamentswahlen, wird Gabor Széles inzwischen als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Wirtschaftsministers gehandelt. Insbesondere Vertreter der Fidesz-Partei hatte in den vergangenen Monaten durch massive verbale Attacken gegen die Regierung um Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány für Aufsehen gesorgt. So forderte die Fidesz Abgeordnete Maria Witter in einem Redebeitrag während des rechtsextremistischen »Magyar Sziget Festivals« gar den Ministerpräsidenten »samt seinen Stuhl in die Donau zu werfen«. Sozialisten und Liberale seien allesamt „Parteien der Würmer“ und mitverantwortlich für die derzeitige Wirtschaftskrise. Ungarn wurde durch die Finanzkrise hart getroffen, Während das Land im vergangenen Herbst bereits unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit stand, verschärfte sich die Lage seit Jahresbeginn dramatisch.\nBei den im Juni stattfindenden Europawahlen wurden der nationalistischen Fidesz-Partei in Umfragewerten zuletzt bis zu 60% der Stimmen prognostiziert. Ein erneuter Einzug ins Europaparlament scheint damit vorprogrammiert. Dort ist die Fidesz bereits seit 2004 gemeinsam mit Vertretern der CDU/CSU Bestandteil der Europäischen Volkspartei. Auch der rechtsradikalen „Jobbik“ (Bewegung für ein besseres Ungarn) werden derzeit in Umfragen gute Chancen eingeräumt erfolgreich die 5% Hürde zu überwinden und ins Europaparlament einzuziehen. Die „Jobbik“ sorgte im Herbst 2007 durch die Gründung der paramilitärischen „Ungarischen Garde“ für internationale Negativschlagzeilen. Begründet wurde die Aufstellung mit einem zunehmenden „geistig-moralischen und physischen Verfall des Ungarntums“. Das selbsterklärte Ziel der bewaffneten Einheiten sei es „die links-liberale Regierung zu beseitigen“. Auch sonst hält sich die rechtsradikale Partei mit Kampfansagen nicht zurück. In einem Redebeitrag empfahl Dr. Krisztina Morvai, Kandidatin zur anstehenden Europawahl, den „liberal-bolschewiken Zionisten“ sich damit zu beschäftigen „wohin sie fliehen und wo sie sich verstecken! Denn, es gibt keine Gnade!“ In dem nun erfolgten Rücktritt des Ministerpräsidenten sieht sich die „Jobbik“ einer „historische Chance“ gegenüber. Man wolle solange „Druck von der Straße“ erzeugen bis vorgezogene Neuwahlen ausgerufen würden. Diese sollen mit der Europawahl am 7. Juni 2009 zusammengelegt werden.Der Parteivorsitzende Gabor Vona kündigte bereits an, seine Anhänger für die „Rettung des Landes“ mobilisieren zu wollen. Damit knüpft die „Jobbik“ an ihr bisheriges Vorgehen an. So ging den Ausschreitungen in der Nacht des ungarischen Nationalfeiertages eine Parteiveranstaltung der „jobbik“ voraus. Diese endete in Straßenschlachten als Anhänger und Mitglieder der rechtsradikalen Partei versuchten das Parlament zu stürmen. Unter ihnen war auch die Europakandidatin Krisztina Morvai. Kein Zufall, denn hier eröffnete die „Jobbik“ offiziell ihren Europawahlkampf.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.28/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"»Ungarn – Träum’ dich hin!« Mit diesem Slogan wirbt derzeit eine Internetseite des ungarische Tourismusamtes. Dass in dem osteuropäischem Land mitunter eher Alptraumhaftes zu sehen ist, verschweigt die zur Verfügung stehende Reiseliteratur hingegen. Zu den Szenen, mit denen sich zurzeit nur schwerlich werben lässt, gehören auch die jüngsten Krawalle in Budapest. Rund 1000 rechtsradikale Demonstranten versuchten in den Abendstunden des ungarischen Nationalfeiertages zum Parlamentsgebäude vorzudringen und lieferten sich anschließend heftige Straßenschlachten mit Polizeikräften. Im Verlauf der letzten Jahren kam es bereits wiederholt zu teils gewalttätigen Protesten gegen die links-liberale Regierungspolitik. Die neuerlichen Ausschreitungen führten nun zu ersten politischen Konsequenzen. Am vergangenen Samstag erklärte Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány seinen Rücktritt und wich damit dem zunehmenden Druck von der Straße.","title":"»Die Säuberung des ungarischen Volkskörpers«"},{"city":"Lübeck","content":" Am 28. März 2008 marschierten ca. 300 Neonazis in Lübeck auf. Darunter befanden sich zahlreiche militante Anhänger_innen parteiunabhängiger »Freier Kameradschaften«. Unter anderem waren Neonazis aus Schleswig-Holstein, Delmenhorst, Bremen und Hamburg vertreten. Anlass des Aufmarsches war die Bombardierung der Stadt vor 67 Jahren. Der neonazistische Aufmarsch mit dem Motto »Bomben für den Frieden? Im Gedenken an den alliierten Bombenterror vom 28./29. März 1942« begann und endete am Lübecker Hauptbahnhof. Die Veranstaltung verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle durch die Wohnviertel nördlich des Bahnhofs.\nDer Aufmarsch begann gegen 12.00 Uhr. Von Anfang an wurde deutlich, dass der »Trauermarsch« durch sogenannte »Freie Kräfte« geprägt werden würde. Nur vereinzelte Kader der NPD (Jens Lütke u.a.) und DVU (Louisa Yardim u.a.) waren vertreten. Unstimmigkeiten zwischen Rednern und Ordnungsbehörde, besonders über die Länge der Redezeiten, zogen sich durch die gesamte Veranstaltung. Die Demonstrationsleitung war bemüht, diesbezügliche Auflagen zu umgehen. Jüngere radikale Neonazis verstießen ferner gegen das Vermummungsverbot. Gegen Ende des Aufzuges rannten einige Aufmarschteilnehmer_innen lautstark in den Lübecker Hauptbahnhof, um ihren Zug nicht zu verpassen.\nDass Neonazis sich immer häufiger den Auflagen der Polizei wiedersetzen, ist nichts Neues. Gerade im Hinblick auf den geplanten Aufmarsch am 1. Mai in Hannover ist es jedoch die Strategie der Neonazis, insbesondere der »Autonomen Nationalisten«, offensiver zu agieren. Radikale Neonazigruppierungen wollen so ihren Spielraum erweitern und der Neonaziszene Dynamik verleihen. Weiterhin ist die europäische Vernetzung der deutschen Neonaziszene erwähnenswert, die sich unter anderem in der Teilnahme von ca 10 dänischen Neonazis widerspiegelt.\nIn den Redebeiträgen von Jens Lütke und Dieter Riefling während der ersten Zwischenkundgebung wurde »eine neue Zeit« heraufbeschworen. Feinde der Nationalisten wurden als »Deutschhasser« und »Antideutsche« bezeichnet, die es ebenso zu bekämpfen gelte, so wie einst die »Allierten Besatzer«. Der letzte Redner der Zwischenkundgebung, Thomas »Steiner« Wulff, betonte den parteiunabhängigen Charakter dieses Aufmarsches. Es handle sich nicht um eine Veranstaltung der NPD, sondern der »Freien Kameradschaften«. Bei der zweiten und letzten Zwischenkundgebung sprachen Christian Worch aus Hamburg und Jörn Lemke aus Lübeck.\nWährend des gesamten Aufmarsches bildeten Bereitschaftspolizist_innen aus Hamburg und Schleswig-Holstein einen Kessel um die Neonazis. Trotz des großen Polizeiaufgebots von etwa 2000 Beamt_innen gelang es den mehr als 1500 Gegendemonstrant_innen immer wieder, ihren Protest direkt an der Aufmarschstrecke zu artikulieren. Eine Zwischenkundgebung musste aufgrund massiver Störaktionen verlegt werden. Eine Blockade des Aufmarsches verhinderten die Einsatzkräfte der Polizei jedoch.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.28-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am 28. März 2008 marschierten ca. 300 Neonazis in Lübeck auf. Darunter befanden sich zahlreiche militante Anhänger_innen parteiunabhängiger »Freier Kameradschaften«. Unter anderem waren Neonazis aus Schleswig-Holstein, Delmenhorst, Bremen und Hamburg vertreten. Anlass des Aufmarsches war die Bombardierung der Stadt vor 67 Jahren. Der neonazistische Aufmarsch mit dem Motto »Bomben für den Frieden? Im Gedenken an den alliierten Bombenterror vom 28./29. März 1942« begann und endete am Lübecker Hauptbahnhof. Die Veranstaltung verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle durch die Wohnviertel nördlich des Bahnhofs.","title":"Neonazis veranstalten »Trauermarsch«"},{"city":"Bratislava (SK)","content":" Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart nicht verstehen. Dieser kleine Leitsatz zum Verständnis der geschichtlichen Entwicklung, gilt auch in den EU-Mitgliedsländern Tschechien und der Slowakei. Anlässlich des 70sten Jahrestages der Proklamation der ersten slowakischen Republik, eines faschistischen Satellitenstaates des »Großdeutschen Reiches«, versammelten sich am vergangenen Wochenende rund 300 Anhänger neonazistischer Organisationen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Auch im benachbarten Tschechien kamen etwa 180 Neonazis zusammen und skandierten in der westböhmischen Stadt Plzeň antisemitische Parolen. Neonaziaktivitäten wurden ebenfalls in Slowenien und Ungarn verzeichnet. In Ungarn beteiligten sich Rechtsradikale dabei an gewaltsamen Ausschreitungen gegen die ungarische Regierung.\nDie politischen Botschaften im Zentrum des tschechischen Plzeň waren unmissverständlich. Am vergangenen Wochenende übertönten Hetz- und Kampfparolen wie »Israel geh zur Hölle« den Verkehrslärm der viertgrößten Stadt des Landes. Die »Autonomní Nacionalisté« (AN), eine militante tschechische Neonaziorganisation, hatte unter dem Motto »Nationalsozialismus jetzt« und »Gegen Zionismus« zu einem Aufmarsch in der westböhmischen Stadt aufgerufen. Unter den angereisten Neonazis befanden sich auch Vertreter_innen der tschechischen Neonazipartei »Dělnická Strana«. Erst vor wenigen Wochen, am 04.03.2009, war ein Verbotsverfahren der tschechischen Regierung gegen die Partei gescheitert. Die Arbeiterpartei »Dělnická Strana« sei nach Einschätzung des tschechischen Innenministers Ivan Langer »ein Sammelbecken für Extremisten« und wolle die »demokratische Grundordnung stürzen«. Das Verfahren scheiterte nachdem der oberste Gerichtshof Versäumnisse der tschechischen Regierung bemängelte, den Verbotsantrag mit dafür benötigten sowie aussagekräftigen Begründungen zu untermauern.\nDie Partei sorgte bereits im Verlauf des vergangenen Jahres für internationale Negativschlagzeilen. Im November 2008 lieferten sich rund 800 Neonazis unter lautstarken Begeisterungsrufen von Anwohner_innen heftige Straßenschlachten mit der tschechischen Polizei. Die »Dělnická Strana« hatte zuvor zum gewaltsamen Sturm auf Janov, eine vorwiegend von Sinti und Roma bewohnte Siedlung in der nordböhmischen Stadt Litvinov aufgerufen. Aus ihrer politischen Radikalität macht die Partei auch sonst kein Geheimnis. Nach dem gescheiterten Verbotsverfahren im März diesen Jahres kündigten Vertreter der »Dělnická Strana« kurzerhand an, nun entschlossen gegen das »Ungeziefer aus der Verwaltung unserer Landes« vorzugehen. Auch die Mitglieder der militanten »Autonomní Nacionalisté« sind in Tschechien nicht für die leisen Töne bekannt. Während der gewalttätigen Auseinandersetzungen in Litvinov fanden sich zum Teil bewaffnete und vermummte Anhänger der Gruppierung vorwiegend in den ersten Reihen wieder und setzten ein Polizeifahrzeug in Brand.\nDie Feindbilder sind klar umrissen #Beide Gruppierungen verstehen sich als ausgesprochen systemfeindliche Organisationen. Politische Feindbilder tschechischer Neonazis sind dabei klar umrissen. Die parlamentarische Demokratie, eine liberale Gesellschaftsordnung und die Idee des Pluralismus wird als Bedrohung empfunden und fundamental abgelehnt, deren Vertreter zu »Volksfeinden und Ungeziefer« verklärt. Nicht zuletzt weil diese, nach Auffassung von Neonazis, lediglich Marionetten von transnationalen Finanzinteressen westlich und jüdisch dominierter Regierungen seien. Eine Weltsicht, die auch den ideologischen Unterbau des nun im tschechischen Plzeň durchgeführten Aufmarsches bildete. Kampfansagen gegen die Vereinigten Staaten und Israel standen dort im Wechsel mit der Forderung, sich dem »Einfluss des Zionismus auf die heutige Jugend und Welt« entschieden entgegen zu stellen. Dass man sich als Teil einer weltweiten Bewegung sieht, wurde auch anderweitig unterstrichen. So zierte das Konterfei des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ein Transparent an der Spitze des Aufmarsches. Umrahmt war das Portrait mit den Worten »The world without Zionism«.\nDer Aufmarsch in Plzeň, zu dem auch deutsche Neonazis gereist waren, wurde begleitet von einem massivem Polizeiaufgebot und den Protesten tschechischer Gegendemonstranten. Im Verlauf der Veranstaltung kam es zu Festnahmen. Nach Auskunft einer Polizeisprecherin ermitteln die tschechischen Behörden in diesem Zusammenhang wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot sowie des Verdachtes auf »Unterstützung von Unterdrückung von Menschenrechten und Grundfreiheiten«. Ein Festgenommener entblößte während des Aufmarsches eine Halstätowierung mit der Zahlenkombination 88. Dahinter verbirgt sich ein Zahlenkürzel des Neonazispektrums, das sich auf den achten Buchstaben im Alphabet bezieht und szeneintern für »Heil Hitler« steht. Zahlencodes erfreuen sich innerhalb der Neonazimilieus großer Beliebtheit. »Eingeweihte« können so kommunizieren, verbotene Parolen und Inhalte in verdeckter Form transportiert werden. Ein Vorgehen welches sich keineswegs auf Tschechien beschränkt. Erst in der vergangenen Woche beschlagnahmten Polizeibeamte ein umfangreiches Waffenlager der sogenannten »Division 88«, einer mutmaßlichen Wehrsportgruppe im niedersächsischen Landkreis Celle.\nDie Demonstration am 14.März in Plzeň kam nicht überraschend. Bereits im Januar 2008 versuchten Neonazis einen Aufmarsch in der westböhmischen Stadt durchzuführen. Die Stadtverwaltung verbot die Veranstaltung jedoch kurzerhand nachdem bekannt wurde, dass die Organisatoren dazu aufriefen, Schusswaffen während der Veranstaltung mitzuführen. Der Zeitpunkt des neuerlichen Termins war indes von den Veranstalter_innen der »Autonomní Nacionalisté« nicht zufällig gewählt worden. Am Morgen des 15. März 1939 überschritten Truppenteile der reichsdeutschen Wehrmacht die Grenzen der damaligen Tschechoslowakei und besetzten Prag. Am darauf folgenden 16. März proklamierte Adolf Hitler das Rechtsprotektorat Böhmen und Mähren und gliederte es dem »Großdeutschen Reich« an. Ein Jahr später wurde in Böhmen dann das Konzentrationslager Theresienstadt errichtet. In der Folgezeit starben hier zehntausende Internierte, rund 80.000 weitere wurden von hier in Vernichtungslager wie Auschwitz oder Treblinka deportiert.\n»Na Straz!« und Tumulte in der Slowakai #Auch in der angrenzenden Slowakei besitzt der 14. März 1939 eine geschichtsträchtige Bedeutung. Am Vortag der Besetzung von Prag wurde hier die erste slowakische Republik ausgerufen. Unter dem 1948 zum Tode verurteilten Ministerpräsidenten Jozef Tiso, Vorsitzender der »Hlinka-Volkspartei«, beteiligte sich das slowakische Regime an Massendeportationen von rund 70.000 slowakischen Juden in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Als paramilitärischer Arm stand der slowakischen Regierungspartei, die alle demokratischen Parteien in dem Land verbieten ließ, die militante »Hlinka-Garde« zur Verfügung. Im August 1944 wurde die »Garde« in die Waffen-SS eingegliedert und wurde in der Folgezeit zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Heutige slowakische Neofaschisten wähnen sich in direkter Tradition zum damaligen Tiso-Regime. Einschlägigen Organisationen, wie die »Slowakische Zusammengehörigkeit« (Slovenska Postpolitost) oder die »Neue Freie Slowakei« (Nove Slobodne Slovensko), dient die faschistische Herrschaft in der Slowakei von 1939 bis 1945 zu eigenen, nationalistischen Identifikationszwecken.\nAnlässlich des 70. Jahrestags der Proklamation der ersten slowakischen Republik am 14.03.2009 mobilisierten nun Anhänger der »Slovenska Postpolitost« (SP) zu einer Demonstration in der Hauptstadt Bratislava. Rund 300 Neonazis folgten dem Aufruf der Veranstalter_innen, um sich am geplanten »Marsch für die Nation« zu beteiligen. Die Veranstaltung wurde jäh beendet als Marian Kotleba, Führungsmitglied und Gründer der »Slovenska Postpolist«, von Polizisten einer Anti-Aufruhreinheit festgenommen wurde. Kotleba, hatte seinen zuvor gehaltenen Redebeitrag vor mehreren hundert uniformähnlich gekleideten Anhängern mit den Worten »Und jetzt testen wir die Demokratie: Na straz!« beendet. Die Grußformel »Na straz! (Zur Wacht!)« war vom faschistischen Kriegsregime als slowakische Entsprechung des deutschen Nazi-Grußes »Heil Hitler!« benutzt worden und ist heute in der Slowakei verboten. Der Verhaftung folgten tumultartige Szenen, in deren Verlauf weitere Neonazis festgenommen wurden. Die Kundgebung vor dem Amtssitz der slowakischen Ministerpräsidenten wurde daraufhin aufgelöst der ursprünglich geplante »Marsch« zum Grabmahl von Jozef Tiso wurde, im Gegensatz zu den Vorjahren, anschließend verboten.\nUnter den Teilnehmer_innen der aufgelösten Demonstration befanden sich auch Neonazis aus dem Umfeld des »Freien Netz Süd«. Die Gruppierung aus dem bayrischen Franken unterhält seit Jahren enge Kontakte in die osteuropäische Neonaziszene und beteiligte sich in der Vergangenheit regelmäßig an entsprechenden Veranstaltungen. Zuletzt am 14.02.2009, als sich rund 2000 Neonazis an einem Aufmarsch des ungarischen Ablegers der Neonaziorganisation »Blood \u0026 Honour« in Budapest beteiligten. An dem sogenannten »Day of Honour«, zu deutsch »Tag der Ehre«, einem jährlichen in der ungarischen Hauptstadt stattfindendem Großaufmarsch zu Ehren der Waffen-SS, beteiligen sich seit Jahren Neonazis aus mehreren europäischen Ländern. So auch der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, der im Jahr 2007 einen Redebeitrag in Budapest hielt. Voigts verstorbener Vater hatte als Angehöriger der Wehrmacht an den Kämpfen um die Stadt teilgenommen.\n»Europa, Europa über Alles?« #Die internationale Vernetzung der Neonaziszene schlug sich auch in den Abendstunden des vergangenen Wochenendes nieder. Zu einem Rechtsrockkonzert von »Blood \u0026 Honour -Slovenia« wurden dabei neben der englischen Rechtsrockband »Section 88« auch ungarische und slowenische Neonazigruppen angekündigt. Zum Programm der neonazistischen Konzertveranstaltung gehörte auch der Auftritt der bayrischen Rechtsrockband »Feldherren« sowie einer weiteren »German RAC-Band«. Die Bezeichnung RAC bezieht sich auf die neonazistische Kampagne »Rock against Communism«, aus der sich später das internationale Netzwerk von »Blood \u0026 Honour« entwickelte. Das Netzwerk von »Bood \u0026 Honour« gilt als militante Untergrundorganisation mit Sektionsgruppen in ganz Europa und den Vereinigten Staaten. Ziel des straff organisierten Netzwerks ist die Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie mit Hilfe neonazistischer Musik. Im September 2000 wurde die »Blood \u0026 Honour - Division Deutschland« sowie deren Jugendorganisation »White Youth« in der Bundesrepublik Deutschland verboten.\nAuch in Ungarn wurde das Netzwerk von »Ver es Becsüle« besser bekannt als »Blood \u0026 Honour - Ungarn« im Jahr 2005 von der Regierung verboten. Das hindert die Organisation nicht daran, weiterhin öffentlich in Erscheinung zu treten. Neben Konzertveranstaltungen und der Organisation des jährlich stattfindenden »Day of Honour«, engagieren sich dabei etliche Mitglieder in der militanten Neonazigruppe »Pax Hungarica«. Nachdem die Gruppierung bereits am 07.03.2009 eine antisemitische Kundgebung in Budapest durchführen konnte, fand dann am vergangenen Wochenende eine erneute Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der »Pax Hungarica« statt. In Erinnerung der bürgerlichen Revolution im Jahr 1848 versammelten sich in den Abendstunden hunderte Anhänger diverser Neonaziorganisationen, darunter auch Vertreter der »Ungarischen Garden« sowie Führungskader von »Blood \u0026 Honour« in Budapest. In Redebeiträgen wurde die nationale Einheit Ungarns und der Kampf für eine neue Gesellschaftsordnung beschworen. Im Anschluss an die Veranstaltung wurde ein 12 Punkte Plan zur nachhaltigen Veränderung der ungarischen Gesellschaft verlesen.\nIn der darauffolgenden Nacht brannten in Budapest Barrikaden. Der Vorabend des offiziellen Feiertags Ungarns zum Gedenken an die am 16. März 1848 ausgebrochene bürgerliche Revolution gegen die Herrschaft der Habsburger Monarchie wurde von heftigen Straßenschlachten begleitet. Im Zentrum der Stadt hatte die rechtsradikale »Jobbik-Bewegung« anlässlich des Jahrestages ebenfalls eine gemeinsame Gedenkveranstaltung durchgeführt. Dabei sollen etwa 650 neue Mitglieder der »Magyar Garda«, der sogenannten »Ungarischen Garde« vereidigt worden sein. Die Uniformierung sowie die verwendete Symbolik der »Ungarischen Garden« erinnern dabei nicht zufällig an faschistische Gruppierungen in Ungarn während des zweiten Weltkrieges. Die Garde bezieht sich auf Traditionen der »Pfeilkreuzer«. 1937 aus der »Partei des nationalen Willens« hervorgegangen, übernahm diese nach der Besetzung Ungarns durch die deutsche Wehrmacht im Oktober 1944 die Regierungsgeschäfte. Nach der Machtergreifung ermordeten die Anhänger der faschistischen »Pfeilkreuzer« in einer Terrorwelle zehntausende politische Gegner und ungarische Bürger jüdischer Abstammung. Weitere hunderttausende wurden mit Beteiligung der deutschen Behörden in Konzentration- und Vernichtungslager deportiert. Die Mitglieder der neuzeitlichen »Magyar Garda« verstehen sich dabei als militante Bürgerwehr im »Dienst der Nation«, welche die »nationale Sicherheit« gegen Feinde verteidigen würden, ein Kampf den zuvor auch die »Pfeilkreuzer« geführt hätten. Mehrere tausend Mitglieder würden nach Eigenangaben der Organisation derzeit im Umgang mit Waffen ausgebildet. Politisches Ziel der paramilitärischen Garde sei es, die links-liberale Regierung zu beseitigen. Agitationsthemen sind revisionistische Gebietsansprüche, »Zigeunerkriminalität« und ein kaum verhohlener Antisemitismus. Insbesondere die Bevölkerungsgruppen von Sinti und Roma sind Ziel von rassistischer Demagogie.\nUngarische Verhältnisse #In der Vergangenheit konnte die uniformierten Anhänger wiederholt martialische Aufmärsche in Siedlungen mit einem hohen Bevölkerungsanteil von Sinti und Roma durchführen. Aufmärsche der »Garde« wurden von antisemitischer und rassistischer Rhetorik begleitet. Im Dezember 2008 verfügte dann ein ungarisches Gericht die Auflösung der Orgaisation. Rechtskräftig ist das Urteil nicht. Die Aktivitäten und rassistisch motivierten Aufstachelungen wurden in der Folgezeit unbeeindruckt fortgesetzt. Erst Ende Februar waren im ungarischen Tatárszentgyörgy ein Vater und sein vierjähriger Sohn von bisher Unbekannten ermordet worden. Die Täter warfen Brandsätze in das Haus der Roma und schossen anschließend auf flüchtenden Menschen. In der Gemeinde Tatárszentgyörgy hatte 2007 einer der ersten Aufmärsche der »Ungarischen Garde« stattgefunden. Als Anführer der »Ungarischen Garde« tritt Gábor Vona, Führungsfunktionär der rechtsradikalen Partei »Jobbik«, der »Bewegung für ein rechteres Ungarn« in Erscheinung, Der Geschichtslehrer verhalf vor der Gründung der »Garde« dem konservativen Ex-Premier Viktor Orban, Bürgerwehrkreise der ungarischen »Fidesz«-Partei aufzubauen. Nach diesern Tätigkeiten gründete Vona im Jahr 1999 die »Jobbik«-Bewegung. Acht Jahre später, im August 2007 organisierte Vona dann die erste öffentliche Vereidigung der »Ungarischen Garde«. In einem Interview begründete der Neonazifunktionär diesen Schritt mit einem zunehmenden »geistig-moralischen und physischen Verfall des Ungarntums«.\nNeben den nun am vergangenem Wochenende in Budapest vereidigten 650 Rekruten der »Ungarischen Garde« nahmen rund 400 weitere Neonazis an der Veranstaltung teil. Begleitet wurde die Zusammenkunft zudem von etwa 1000 Sympathisanten der Organisation. Nach Abschluss der Zeremonie, beabsichtigten die Veranstaltungsteilnehmer einen Protestmarsch zur ungarischen Staatsoper durchzuführen, wo zum gleichen Zeitpunkt Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany während einer Gala zur Erinnerung an den Aufstand von 1956 einen Redebeitrag hielt. Trotz eines Verbots durch ungarische Behörden versuchten rund 1500 rechtsradikalen Demonstrationsteilnehmer in die Innenstadt zu gelangen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden Polizeibeamte mit Wurfgeschossen und Molotow-Coctails angegriffen. Die Behörden setzten ihrerseits Tränengas und Wasserwerfer gegen die aufgebrachte Menge ein. Behördenangaben zufolge wurden bei den Auseinandersetzungen mehrere Menschen verletzt und über 30 Personen festgenommen.\nBereits im Herbst 2006 war es zu erbitterten Unruhen in Ungarn gekommen. Die Ausschreitungen begangen nachdem rechtsradikale Regierungsgegner sowohl den traditionellen Fahnenappell vor dem Parlament als auch die Feierlichkeiten der Regierung vor dem Nationalmuseum im Herzen von Budapest mit Sprechchören und Pfiffen lautstarkt behindert. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der links-liberalen Regierung von Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany, der von den Regierungsgegnern als »Verräter« und »Kommunistenschwein« beschimpft wurde. Während der Krawalle setzten Demonstranten Barrikaden in Brand und bewarfen Polizeibeamte mit Steinen. Auch damals beteiligten sich Neonazis an den Auseinandersetzungen und forderten den Sturz der Regierung. Während der Krawalle am vergangenen Sonnatg wehten abermals die rot-weißen Fahnen ungarischer Neonazis über den Köpfen der Demonstranten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.16/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart nicht verstehen. Dieser kleine Leitsatz zum Verständnis der geschichtlichen Entwicklung, gilt auch in den EU-Mitgliedsländern Tschechien und der Slowakei. Anlässlich des 70sten Jahrestages der Proklamation der ersten slowakischen Republik, eines faschistischen Satellitenstaates des »Großdeutschen Reiches«, versammelten sich am vergangenen Wochenende rund 300 Anhänger neonazistischer Organisationen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Auch im benachbarten Tschechien kamen etwa 180 Neonazis zusammen und skandierten in der westböhmischen Stadt Plzeň antisemitische Parolen. Neonaziaktivitäten wurden ebenfalls in Slowenien und Ungarn verzeichnet. In Ungarn beteiligten sich Rechtsradikale dabei an gewaltsamen Ausschreitungen gegen die ungarische Regierung.","title":"»Nationalsozialismus jetzt!« - Old Storm over Eastern Europe"},{"city":"Winsen (Aller)","content":" Das Erkennungszeichen war nicht zufällig gewählt. Das Emblem der SS-Totenkopfstandarten, jenen SS-Sonderverbänden welche die Aufsicht in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des NS-Regimes innehatten und sich im Verlauf des 2. Weltkrieges an zahlreichen Greultaten und Massakern beteiligten, ist untrennbar mit dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur verbunden. Schrecken die innerhalb der heutigen Neonaziszene noch immer Bewunderung hervorrufen. So auch bei den Mitgliedern der sogenannten »Division 88«, einer mutmaßlich neonazistischen Wehrsportgruppe aus Winsen an der Aller im Landkreis Celle. Selbsterklärtes Ziel der Organisation war die Bekämpfung »muslimischer Terroristen« - mit Waffengewalt. Doch dazu kam es nicht. Am vergangenen Mittwoch wurde die Gruppierung durch Einsatzkräfte der Polizei ausgehoben. Zahlreiche Waffen wurden beschlagnahmt.\nDie Polizei hatte am 11. März die Wohnung von vier Erwachsenen und drei Jugendlichen im Alter zwischen 17 und 26 Jahren durchsucht. Dabei konnten die Beamten, neben einschlägigen Propagandamaterialien, ein umfangreiches Waffenarsenal sicherstellen. Darunter Softairwaffen, mehrere Schreckschusspistolen ein Lufgewehr sowie zahlreiche antiquarische Dekowaffen. Diese seinen mit Schwarzpulver gefüllt und schussbereit gewesen. Ebenso ein Bajonet und diverse Messer wurden im Zuge der Polizeirazzia beschlagnahmt. Laut Ermittlungsbehörden gebe es Anhaltspunkte das die Waffen bei militärischen Übungen der Gruppierung eingesetzt wurden. Unter den mutmaßlichen Mitgliedern der Wehrsportgruppe sei auch ein Bundeswehrsoldat der derzeitig in einer Kaserene im Raum Wilhelmshaven stationiert sei. Nach Auskunft der zuständigen Staatsanwaltschaft in Lüneburg wurden die Einsatzkräfte der Polizei dort ebenfalls vorstellig.\nDer jetzt durchgeführten Polizeiaktion ging eine weitere Hausdurchsuchung im Dezember 2008 voraus. Bei einem 27jährigen Beschuldigten sei man dort auf Datenträger und Dokumente gestoßen welche die Ermittler auf die Spur der Wehrsportgruppe »Division 88« geführt hätten. In diesem Zusammenhang war bereits ein G3 Sturmgewehr beschlagnahmt worden. Gegen die insgesamt acht Beschuldigten seien nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Lüneburg inzwischen Ermittlungsverfahren wegen »Bildung einer bewaffneten Gruppe«, »Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz« sowie des »Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen« eingeleitet worden. Die Gruppierung trat unter der Bezeichnung »Division 88« in Erscheinung. Dahinter verbirgt sich laut Auffassung der Staatsanwaltschaft Lüneburg ein beliebtes neonazistisches Zahlenkürzel. Die 8 bezieht sich dabei auf den achten Buchstaben im Alphabet und steht in der vorgefundenen Kombination für »Heil Hitler«. Inwieweit die Mitglieder Kontakte zu weiteren neonazistischen Gruppierungen unterhielten bleibt ungeklärt. Auf einem Anwesen in der, nur wenige Kilometer von Winsen an der Aller entfernt gelegenem Gemeinde Eschede finden bereits seit Jahren einschlägige Zusammenkünfte und völkisch motivierte Sonnenwendfeienrn statt. Zuletzt im Februar 2009, als Mitglieder der JN-Niedersachsen und der »Kameradschaft Celle 73« hier zu einem Strategietreffen zusammengekommen waren.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.11/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das Erkennungszeichen war nicht zufällig gewählt. Das Emblem der SS-Totenkopfstandarten, jenen SS-Sonderverbänden welche die Aufsicht in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des NS-Regimes innehatten und sich im Verlauf des 2. Weltkrieges an zahlreichen Greultaten und Massakern beteiligten, ist untrennbar mit dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur verbunden. Schrecken die innerhalb der heutigen Neonaziszene noch immer Bewunderung hervorrufen. So auch bei den Mitgliedern der sogenannten »Division 88«, einer mutmaßlich neonazistischen Wehrsportgruppe aus Winsen an der Aller im Landkreis Celle. Selbsterklärtes Ziel der Organisation war die Bekämpfung »muslimischer Terroristen« - mit Waffengewalt. Doch dazu kam es nicht. Am vergangenen Mittwoch wurde die Gruppierung durch Einsatzkräfte der Polizei ausgehoben. Zahlreiche Waffen wurden beschlagnahmt.","title":"Mutmaßliche Wehrsportgruppe »Division 88« ausgehoben"},{"city":"Budapest (H)","content":" Die Zusammenkunft erinnert an längst vergangene Zeiten. In schwarze Uniformen gehüllt, angetreten in militärischer Marschformation versammelten sich am vergangenen Wochenende Mitglieder der ungarischen »Pax Hungarica« in Budapest. Doch nicht nur das äußere Erscheinungsbild erinnert an die »Sturmabteilungen« (SA) des NS-Regimes oder an die »Squadristi«, faschistische Kampfbünde Italiens vor Beginn des 2. Weltkrieges. Verwechselungsgefahr besteht ebenfalls in der ideologischen Ausrichtung. Hintergrund dieser nun durchgeführten Versammlung der »Pax Hungaica« war eine Sympathiebekundung für die antisemitischen Verlautbarungen, des weltweit in die Kritik geratenen Bischofs Richard Nelson Williamson.\nEine weiß-rote Fahne flattert unruhig im seichten Wind. Die Blicke der hier versammelten verharren an diesem Samstag, den 07.03.2009 auf einem hageren, alten Mann, dessen wachen Augen über ein Blatt Papier wandern und der in wenigen Minuten eine vorbereitete Petition verlesen wird. Eine Formation junger Männer in schwarzen Uniformen nimmt Haltung an, Stiefel werden zusammengeschlagen, Kommandos ertönen um sogleich von einem dumpfen Gesang abgelöst zu werden. Es ist der militärische Appell der »Pax Hungarica«, der »Ungarischen Friedensbewegung«.Die Namensgebung der Organisation wirkt irreführend. Hinter der unverdächtig klingenden Bezeichnung »Friedensbewegung« verbirgt sich eine neonazistisch wie ebenso antisemitisch agierende Gruppierung in dem mitteleuropäischem Staat. »Pax Hungarica« gilt als militante Nachfolgestruktur des im Dezember 2004 in Ungarn verbotenem und im Oktober 2005 rechtskräftig aufgelöstem Netzwerkes von »Ver es Becsüle« besser bekannt als »Blood \u0026 Honour«. Der Ableger »Division Deutschland« wurde bereits im September 2000 in der Bundesrepublik Deutschland verboten.\nEin Verbot mit nur geringer Wirkung, zumindest in Ungarn auf Veranstaltungen, wie dem jährlich mit einer Beteiligung von bis zu 1000 Neonazis in Budapest stattfindendem »Tag der Ehre« tritt die Organisation weiterhin offen in Erscheinung, ebenso wie auch auf eigens organisierten Konzerten. So auch am 27.09.2008, als mit den Musikern der »Lunikoff Verschwörung« um den Neonazi Michael Regener, Sänger der im Jahr 2004 als kriminellen Vereinigung verbotenem Rechtsrockband »Landser«, ein »Blood \u0026 Honour« Konzert in Ungarn durchgeführt wurde. Das Vorgehen des ungarischen Ablegers von »Blood \u0026 Honour« im Bezug auf das Legalitätsprinzip wird gleichsam von »Pax Hungarica« verfolgt. Im Jahr 2006 wurde auch diese Organisation auf Druck der ungarischen Behörden rechtskräftig aufgelöst. Dies hindert die militante Neonazigruppierung um den ungarischen Neonazifunktionär Endre János Damonkos nicht daran, auch weiterhin öffentlich in Erscheinung zu treten. Als gleichzeitiger Führungskader von »Blood \u0026 Honour – Hungaria« und Anmelder des »Tag der Ehre« konnte Damonkos bereits ausreichende Erfahrungen im Umgang mit den ungarischen Behörden sammeln.\nDie »Pax Hungarica« Bewegung wähnt sich in Tradition zu der nationalsozialistischen Parteiorganisation der ungarischen Pfeilkreuzer. 1937 aus der »Partei des nationalen Willens« hervorgegangen, übernahm diese nach der Besetzung Ungarns durch die deutsche Wehrmacht im Oktober 1944 die Regierungsgeschäfte. Nach der Machtergreifung ermordeten die Anhänger der faschistischen Pfeilkreuzer in einer Terrorwelle zehntausende politische Gegner und ungarische Bürger jüdischer Abstammung. Weitere hunderttausende wurden mit Beteiligung der deutschen Behörden in Konzentration- und Vernichtungslager deportiert. Der Bezeichnung Pfeilkreuzer entlehnt sich der Symbolik des Parteiwappens, einem symmetrischem Kreuz mit Pfeilspitzen an den jeweiligen Enden. Ein Zeichen welches sich heute auch bei der heutigen »Pax Hungarica« wiederfindet, die damit ihren Führungsanspruch innerhalb der ungarischen Neonaziszene manifestiert. Das Pfeilkreuz symbolisierte auch die 1933 in Ungarn vollzogene Vereinigung der einzelnen faschistischen Splittergruppen unter eine geeinte Führung.\nEin Führungsanspruch, der sich nun auch in der von der »Pax Hungarica« am vergangenen Wochenende in Budapest durchgeführten Kundgebung niederschlug. Mit einer dort verlesenen Erklärung richtete sich die Organisation direkt an das Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Papst möge den »unrechtmäßigen internationalen Druck« gegen den Bischof Richard Nelson Williamson zurückweisen. Williamson hatte in den vergangenen Monaten für weltweite Negativschlagzeilen gesorgt nachdem er in einem Fernsehinterview die systematische Vernichtung und den millionenfachen Mord an den europäischen Juden in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern in Abrede stellte.\nAls Redner der »Pax Hungarica« trat dabei der als Theologe vorgestellte János Tudós-Takács in Erscheinung. Die grauhaarige Eminenz der ungarischen Neonaziszene, auf den sich die Blicke der uniformierten Anhänger richteten, begründete seinen Redebeitrag weniger mit christlicher Nächstenliebe. Vielmehr bestimmte ein tief verwurzelter Antisemitismus und Sympathie mit den Ansichten des in die Kritik geratenen Bischofs die einschlägige Zusammenkunft. Auch Endre János Damonkos, Vorsitzender der »Pax Hungarica« ergriff während der Kundgebung das Wort. Der langjährige ungarische Neonazikader Damonkos solidarisierte sich dabei mit den Ansichten Williamson. Die internationale Aufmerksamkeit welche die Äußerungen Williamsons hervorgerufen hatten, seien seinen Worten folgend, der »gewaltsamen, jüdischen Meinungsunterdrückung und Lügenverbreitung in Ungarn und anderen Teilen Europas« geschuldet.\nKurz nach Beendigung der antisemitischen Redebeitrages des »Pax Hungarica« Funktionärs wurde die Veranstaltung beendet. Die rund 40 Anhänger der faschistischen Organisation, welche sich vor der apostolischen Nuntiatur, inmitten der ungarischen Hauptstadt versammelt hatten, stimmten dann zum Abschluss die obligatorische Nationalhymne an. Wohl in Anbetracht des religiösen Hintergrunds untermauerten die Neonazis ihr Anliegen anschließend mit einem gemeinsamen Gebet. Zwar konnten ungarische Neonazis in den vergangenen Jahren unentwegt Einfluss in der ungarischen Gesellschaft geltend machen, doch auch dadurch konnte kein Vertreter der Nuntiatur bewogen werden die vorbereitete Petition entgegen zunehmen. Daran änderte auch der religiöse Schlusspunkt wenig. Das Schriftstück musste schließlich im Briefkasten zurückgelassen werden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Zusammenkunft erinnert an längst vergangene Zeiten. In schwarze Uniformen gehüllt, angetreten in militärischer Marschformation versammelten sich am vergangenen Wochenende Mitglieder der ungarischen »Pax Hungarica« in Budapest. Doch nicht nur das äußere Erscheinungsbild erinnert an die »Sturmabteilungen« (SA) des NS-Regimes oder an die »Squadristi«, faschistische Kampfbünde Italiens vor Beginn des 2. Weltkrieges. Verwechselungsgefahr besteht ebenfalls in der ideologischen Ausrichtung. Hintergrund dieser nun durchgeführten Versammlung der »Pax Hungaica« war eine Sympathiebekundung für die antisemitischen Verlautbarungen, des weltweit in die Kritik geratenen Bischofs Richard Nelson Williamson.","title":"Die Antisemitische Solidarität der »Pax Hungarica« in Budapest"},{"city":"Bern (CH)","content":" Rund 150 Mitglieder und Sympathisanten, der im September 2000 gegründeten neonazistischen »Partei National orientierter Schweizer« (PNOS) versammelten sich am vergangenem Wochenende in der Innenstadt von Bern. Die Forderung nach Abschaffung des Antirassismusparagraphen in der Schweiz und eine damit verbundene Straffreiheit für rassistische Diskriminierung, bildete den Hintergrund der Kundgebung. Ursprünglich sollte die Veranstaltung im wenige Kilometer entfernt gelegenem Burgdorf im Kanton Bern stattfinden. Um einem drohendem Verbot der Zusammenkunft zu entgehen, verlegte die PNOS die geplante Kundgebung allerdings kurzerhand in die Landeshauptstadt.\nDas Motto des Aufmarsches »Antirassismusgesetz abschaffen« war von den Veranstalter_innen nicht zufällig gewählt worden. Seit Gründung der PNOS gerieten Mitglieder der rassistischen Partei wiederholt in Konflikt mit den Gesetzen der Schweiz. So verurteilte das Bezirksgericht Aargau zuletzt im Januar 2009 fünf Funktionäre der PNOS zu empfindlichen Geldstrafen, darunter auch die derzeitige Vorstandsvorsitzende Denise Friedrich. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten in ihrer Funktion als Mitglieder des PNOS-Bundesvorstandes gegen die Antirassismus-Strafnorm verstoßen hatten. Das Verfahren richtete sich gegen das PNOS-Parteiprogramm, in welchem unter anderem zu lesen stand, »es sei ein Irrtum anzunehmen, der Mensch müsse in jedem Land der Erde die gleichen Rechte haben.«\nDie Reaktion auf das inzwischen rechtskräftige Urteil des Bezirksgerichts Aargau manifestierte sich dann in dem Aufruf zu einem Protestmarsch gegen die Gesetzgebung des Landes. Als Ort der Demonstration wurde schlussendlich die Gemeinde Burgdorf im Kanton Bern gewählt. Neben Denise Friedrich, der PNOS-Bundesvorsitzenden sind hier gleich mehrere Mitglieder und Anhänger_innen der neonazistischen Partei beheimatet. Nachdem die Anmeldung der Demonstration zunächst scheiterte, erhielten die Funktionäre der PNOS, nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden, schließlich die Bewilligung eine stationäre Kundgebung in Burgdorf durchzuführen.\nDass der neonazistische Aufmarsch am vergangenen Sonntag, den 08.03.2009 letztlich nach Bern verlegt wurde, begründete die »Partei National orientierter Schweizer« mit einem erneut drohenden Verbot ihrer Veranstaltung. Bevor diese in der Landeshauptstadt durchgeführt wurde waren bereits etliche Neonazis in Burgdorf zusammengekommen. Den Funktionären der PNOS gelang es dann innerhalb kürzester Zeit die angereisten Veranstaltungsteilnehmer_innen ins nahegelegene Bern zu organisieren. Die PNOS zog es vor »sich den Vorgaben des Burgdorfer Gemeinderates nicht zu unterwerfen und in die Offensive zu gehen«, teilte die neonazistische Organisation einige Stunden später auf ihrer Internetseite mit. Auch die Behörden schienen durch die organisatorische »Offensive« der PNOS überrumpelt. In Bern selbst konnten die Neonazis unbehelligt eine Spontandemonstration in der Innenstadt, sowie eine anschließende Kundgebung vor dem Schweizer Regierungssitz durchführen. In Redebeiträgen wetterten die Vertreter der PNOS gegen die Globalisierung und forderten die Abschaffung der Antirassismus-Strafnorm. Man werde sich keine Gesetze »von den Hofnarren der Hochfinanz vorschreiben lassen«, so die PNOS in einer abschließenden Erklärung.\nDie in Sektionen untergliederte und extrem nationalistisch ausgerichtete PNOS gilt inzwischen als wichtigste parlamentarische Kraft organisierter Neonazis in der Schweiz. Als Vorbild des politischen Vorgehens dient unter anderem die NPD in der benachbarten Bundesrepublik. Auch ins Rechtsrock-Milieu bestehen enge Verbindungen . Mit Sascha Kunz leitete bis 2003 ein ehemaliges Mitglied des international agierenden Neonazinetzwerkes »Blood \u0026 Honour« die Schweizer Parteiorganisation. Nach dessen politischem Rücktritt formierte sich die PNOS neu und verstärkte ihr parlamentarisches Engagement. Mit der nun in Bern durchgeführten Kundgebung knüpft die neonazistische Partei an bisherige Aktivitäten an, den politischen Diskus in der Schweiz zu beeinflussen. Gesellschaftlich bedeutungslos ist die PNOS indes nicht. Im August 2008 konnte die Partei bei den Stadtratswahlen bereits zum wiederholten Mal einen Sitz in Langenthaler Stadtrat (Kanton Bern) erlangen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.09/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Rund 150 Mitglieder und Sympathisanten, der im September 2000 gegründeten neonazistischen »Partei National orientierter Schweizer« (PNOS) versammelten sich am vergangenem Wochenende in der Innenstadt von Bern. Die Forderung nach Abschaffung des Antirassismusparagraphen in der Schweiz und eine damit verbundene Straffreiheit für rassistische Diskriminierung, bildete den Hintergrund der Kundgebung. Ursprünglich sollte die Veranstaltung im wenige Kilometer entfernt gelegenem Burgdorf im Kanton Bern stattfinden. Um einem drohendem Verbot der Zusammenkunft zu entgehen, verlegte die PNOS die geplante Kundgebung allerdings kurzerhand in die Landeshauptstadt.","title":"»Straffreiheit für rassistische Hetze« - Neonaziaufmarsch der PNOS in Bern"},{"city":"Braunschweig","content":" Schon seit vergangenem Freitag hielten sich in verschiedenen Medien die hartnäckigen Gerüchte, der Vize-Chef der niedersächsischen NPD Andreas Molau habe seiner Partei den Rücken gekehrt und wolle sich verstärkt in der »Deutschen Volks Union« (DVU) einbringen. Mit einem Schreiben beendete Molau am heutigen Sonntag, den 08.03.2009, die Spekulationen und bestätigte diese Behauptungen. Der Vorsitzende des NPD Unterbezirks Braunschweig einigte sich demnach mit Matthias Faust, dem Parteichef der DVU, über eine zukünftige Zusammenarbeit.\nTags zuvor am 07.03.2009 war Molau während eines NPD-Aufmarsches in Osnabrück in Erscheinung getreten. In seinem dort gehaltenen Redebeitrag forderte er Zusammenhalt in »nationalen Reihen«, wovon jedoch selbst während dieser Ansprache wenig zu spüren war – so drehten sich Neonazis aus dem Umfeld der so genannten »Autonomen Nationalisten« (AN) demonstrativ mit dem Rücken zum Redner.\nTrotz des nun vollzogenem Parteienwechsels werde der ehemalige Waldorf-Lehrer seine Ämter in der niedersächsischen NPD nicht niederlegen . Dabei beruft sich Molau auf das Bündnis zwischen NPD und DVU, dem so genannten »Deutschlandpakt«, der 2005 von Udo Voigt und dem damaligen Vorsitzenden der DVU, Gerhard Frey, geschlossen wurde. Der in diesem Jahr auslaufende Vertrag zwischen den neonazistischen Parteien regelt die Wahlantritte in bestimmten Regionen Deutschlands. Seinen Platz als Pressesprecher der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag wird Andreas Molau im Gegensatz hierzu wohl abgeben. Der Angestellte des Kandidaten für den NPD-Bundesvorsitz und Fraktionsvorsitzenden der NPD Mecklenburg-Vorpommern Udo Pastörs hatte seine Kündigung dort wohl schon am Freitag angekündigt.\nFür seine politische Zukunft stelle sich Molau eine Weiterführung seiner bisherigen ideologischen Linie vor. Ob zu dieser auch eine Öffnung gegenüber national-konservativen Parteien und Vereinigungen wie beispielsweise der »pro-Bewegung« gehört, bleibt abzuwarten. Eine solche Zusammenarbeit hatte das neue DVU-Mitglied bereits in der Vergangenheit angestrebt, war damit aber innerhalb der NPD auf Widerstand gestoßen.\nErgänzt: #Entgegen bisher veröffentlichter Meldungen ist Andreas Molau offenbar doch nicht in die DVU eingetreten. Er strebe einen hauptamtlich bezahlten Arbeitsplatz in der Öffentlichkeitsarbeit der der DVU an, ebenso setze er jedoch auf eine Doppelmitgliedschaft in den beiden neofaschistischen Parteien. Somit müsste Molau sich auch nicht auf den »Deutschlandpakt« berufen, wenn er weiterhin beabsichtigt, als Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Braunschweig bzw. stellvertretender Vorsitzender der niedersächsischen Landes-NPD zu arbeiten.\n»Die NPD steht am Scheideweg«, so Molau. Er hoffe, dass seine Entscheidung viele »Kräfte in der NPD, denen der Revisionismus von Parteivize Jürgen Rieger auf den Sender geht« dazu bewegt, der Partei ebenfalls den Rücken zu kehren und mit ihm eine »moderne nationale Partei« aufzubauen. Ob die DVU, deren Mitgliederzahl im letzten Jahr auf rund 6000 sank, dafür die richtige Partei ist, bleibt abzuwarten. Fest steht hingegen, dass Molau versucht, ein Bündnis mit verschiedenen europäischen rechtspopulistischen Parteien zur anstehenden Europawahl zu knüpfen und einen Kongress mit diesen neofaschistischen Organisationen zu organisieren.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.08-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Schon seit vergangenem Freitag hielten sich in verschiedenen Medien die hartnäckigen Gerüchte, der Vize-Chef der niedersächsischen NPD Andreas Molau habe seiner Partei den Rücken gekehrt und wolle sich verstärkt in der »Deutschen Volks Union« (DVU) einbringen. Mit einem Schreiben beendete Molau am heutigen Sonntag, den 08.03.2009, die Spekulationen und bestätigte diese Behauptungen. Der Vorsitzende des NPD Unterbezirks Braunschweig einigte sich demnach mit Matthias Faust, dem Parteichef der DVU, über eine zukünftige Zusammenarbeit.","title":"Andreas Molau wechselt von NPD zu DVU"},{"city":"Klipphausen","content":" Am heutigen Sonntag-Vormittag, den 08.03.2009, hat der Landeslistenparteitag der NPD Sachsen in Klipphausen bei Dresden unter dem Motto »Arbeit, Familie, Heimat« begonnen. Unter großer Geheimnsiskrämerei wurden die etwa 100 Delegierte, Mitglieder sowie Sympathisant_innen der Partei in das Klipphausener »Wirtshaus Wildberg« im Landkreis Meissen geschleust. Auf dem nun stattfindenden Parteitag sollen die Kandidat_innen für die Bundestags- und Landtagswahl 2009 gewählt werden. Zudem soll ein gemeinsamer Kandidat der NPD und DVU für die Wahl des Bundespräsidenten vorgestellt werden.\nDas Tagesmotto »Arbeit, Familie, Heimat« war auch die Parole des mit den Nazis kollaborierenden Vichy-Regimes in Frankreich gewesen und wurde in der Vergangenheit schon mehrfach von der NPD verwendet. Ursprünglich hatte die NPD versucht, den Parteitag in der Stadthalle Zwickau durchzuführen, was jedoch im Vorfeld durch die Stadt unterbunden wurde. Dann wurde durch die NPD behauptet, das Treffen im »Großraum Chemnitz« stattfinden zu lassen. Ähnlich wie bei der Durchführung von neonazistischen Konzerten, hatte die NPD zudem einen sogenannten »Schleusungspunkt« für Journalist_innen eingerichtet. Diese sollten sich am Sonntag Vormittag an einem Vorabtreffpunkt am Sächsischen Landtag einfinden, um erst hier zu erfahren, wo der Veranstaltungsort sich befindet. Dieser Plan ging jedoch nicht auf. Lokale Initiativen und Antifaschist_innen hatten schon am Samstag über den späteren Veranstaltungsort in Klipphausen informiert.\nDie sächsische NPD hatte in einer Mitteilung an Medienvertreter_innen angekündigt, Journalist_innen den Zugang zum Parteitag zu ermöglichen. Gleichzeitig schränkte sie jedoch ein, dass dies nicht für alle Journalist_innen gelte: »Voraussetzung für diese Möglichkeit einer freien und ungehinderten Berichterstattung durch Medienvertreter sind aber Fairneß und Objektivität - beides schließt eine kritische Berichterstattung nicht aus. Medienvertreter, die sich bereits in der Vergangenheit erkennbar in ihrer Berichterstattung nicht an diese Voraussetzungen gehalten haben, sind nicht teilnahmeberechtigt.« hieß es in der zuvor verbreiteten Mitteilung. Dies hatte die Landespressekonferenz Sachsen scharf kritisiert. In den von der NPD formulierten Auflagen sei ein »massiver Verstoß gegen die im Grundgesetz verbürgte Pressefreiheit« zu sehen. Eine »Vorauswahl von Journalisten nach Gutdünken des Veranstalters« ist aus Sicht der Landespressekonferenz »völlig unvereinbar« mit dem Presserecht.\nZeitgleich zum sächsischen Parteitag berichtet das Medienmagazin »Der Spiegel«, dass der NPD offenbar die völlige Zahlungsunfähigkeit drohe. Das Blatt beruft sich dabei auf Informationen, wonach ein Anwalt der NPD das Berliner Verwaltungsgericht darüber informiert habe, »dass die finanziellen Probleme inzwischen die »politische Existenz« (der NPD, Anm.) bedrohen«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am heutigen Sonntag-Vormittag, den 08.03.2009, hat der Landeslistenparteitag der NPD Sachsen in Klipphausen bei Dresden unter dem Motto »Arbeit, Familie, Heimat« begonnen. Unter großer Geheimnsiskrämerei wurden die etwa 100 Delegierte, Mitglieder sowie Sympathisant_innen der Partei in das Klipphausener »Wirtshaus Wildberg« im Landkreis Meissen geschleust. Auf dem nun stattfindenden Parteitag sollen die Kandidat_innen für die Bundestags- und Landtagswahl 2009 gewählt werden. Zudem soll ein gemeinsamer Kandidat der NPD und DVU für die Wahl des Bundespräsidenten vorgestellt werden.","title":"Landeslistenparteitag der NPD Sachsen"},{"city":"Osnabrück","content":" Am Samstag, den 07.03.2009, fand im niedersächsischen Osnabrück ein Aufmarsch der neonazistischen NPD statt. Unter dem Motto »Die Hermannsschlacht: 2000 Jahre Kampf gegen Überfremdung - für nationale Selbstbestimmung« wollten die Aufmarschteilnehmer_innen ihre Ideologie in einen fantasievoll überhöhten historischen Kontext setzen. Knapp 140 Neonazis aus mehreren Bundesländern folgten dem Aufruf; darunter biedere NPD-Anhänger_innen, sogenannte »Autonome Nationalisten« (AN) und Mitglieder der parteiunabhängigen »Freien Kräfte«, teilweise im klassischen Naziskinhead-Stil. Als Redner der als Gedenkmarsch deklarierten Veranstaltung traten Andreas Molau, Udo Pastörs, Peter Naumann sowie Christian Fischer in Erscheinung.\nDer Aufmarsch setzte sich mit einiger Verspätung in Bewegung. Zuvor wurde die Teilnehmer_innenzahl jedoch leicht nach unten korrigiert. Mehrere Neonazis erschienen stark alkoholisiert zur Startkundgebung und mussten auf Weisung der eingesetzten Ordnerkräfte die Veranstaltung bereits nach wenigen Minuten wieder verlassen. Ein weiterer Grund für die Verspätung war unter anderem ein Transparent am Lautsprecherwagen, einem alten Feuerwehrfahrzeug, gewesen, welches nach Meinung der Polizeiführung ein verbotenes Zitat darstellte. Die Veranstalter_innen hatten es anschließend entfernen müssen. Der lautstarke Protest des Aufmarschmitorganisators und Aktivisten der neonazistischen Vereinsorganisation »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V« (HDJ) Christian von Velsen hatte dies nicht verhindern können.\nNeonazikader auf den Spuren des Cheruskerfürsten #Mit dem gewählten Aufmarschthema nimmt die NPD vergangene Propagandamythen aus der Zeit des monarchisch geprägten Deutschen Reiches wieder auf, welche die Geschichte Deutschlands bis in die Zeit der Römer und Germanen verlängern wollten. Der Verweis auf die “Hermannsschlacht” dient der NPD nunmehr dazu rassistische Inhalte sowie ihre verkürzte Globalisierungskritik verfälschend aus dem Altertum herzuleiten. In diesem Bild ist Rom der Aggressor, wogegen die germanischen Stämme zu anti-imperialistischen Widerstandskämpfern umgedeutet werden. Eine Rollenverteilung in deren Tradition sich die NPD heute wähnt. Lediglich die Rolle des Aggressors wurde ausgewechselt. Eine solche Tradition ist wichtig für die Neonaziszene. Leitbilder und tiefe historische Wurzeln werden zu Identifikationszwecken benötigt.\nSo mag sich auch Udo Pastörs bei seiner Rede ein wenig wie der »Cheruskerfürst Hermann« gefühlt haben. Pastörs behaupte in seinem Redebeitrag, dass »einige hunderttausend« Neonazis ausreichend für einen politischen Umsturz in Deutschland seien, »wenn die Zeit reif ist«. Der Hinweis klingt wie eine Drohgebärde, ja beinahe eine des »Cheruskerfürsten« würdige Drohung. Freilich entging Pastörs nicht, dass seine Partei über diese Zahl an Anhänger_innen nicht verfügt. Gerade an diesem 7. März, an dem trotz der anwesenden Parteiprominenz lediglich rund 140 Neonazis zum langfristig stark beworbenen Gedenkmarsch erschienen, muss ihm das sehr deutlich geworden sein. In Anbetracht der mangelnden Mobilisierungsfähigkeit verschob Pastörs dann den Zeitpunkt des politischen Umsturz in eine nicht näher benannte Zukunft.\nParteiprominenz ohne Außenwirkung #Bei der Veranstaltung trat auch der ehemalige Kandidat für den NPD-Bundesvorsitz und Vorsitzende des NPD Unterbezirks Braunschweig Andreas Molau mit einem Redebeitrag in Erscheinung. Molaus Kandidatur für den NPD-Parteivorsitz war im Februar auf internen Druck gescheitert; seither ist seine Person in der Neonaziszene stark umstritten. Molau wetterte in seiner Rede über den Zentralrat der Juden und die demokratischen Parteien, durch die er die NPD von politischer Einflussnahme ausgeschlossen sieht. Neben Andreas Molau versuchte der ehemalige Rechtsterrorist und NPD-Bundestagskandidat aus dem sächsischen Meißen, Peter Naumann, den Aufmarsch mit einer Ansprache inhaltlich zu bereichern. Naumann referierte über »Hermann den Cherusker«, in dessen Tradition er die heutige neonazistische NPD wähnte. Ferner sprach der als »regionaler Aktivist« angekündigte Christian Fischer aus Vechta. Von Einigkeit war wenig zu spüren: Während der Rede von Andreas Molau wandten sich etliche Aufmarschteilnehmer_innen ab und drehten dem Spitzenkandidaten der NPD-Niedersachsen für die Bundestagswahl 2009 demonstrativ ihre Rücken zu.\nDie rund 140 Aufmarschteilnehmer_innen setzten sich neben NPD-Mitgliedern, wie beispielsweise dem niedersächsischen NPD Landesvorsitzendem Ulrich Eigenfeld, zu weiten Teilen aus Angehörigen der 2009 reaktivierten »Jungen Nationaldemokraten Niedersachsen« (JN) sowie den Führungskadern des parteiunabhängigen Neonazinetzwerks »Nationale Sozialisten Niedersachsen« (NASO) aus Schneverdingen und Celle zusammen. Insbesondere die Nominierung von Führungspersonen der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« auf der Kandidatenliste der NPD Niedersachsen anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl im September 2009 dürfte der Grund für ihre Anwesenheit gewesen sein. Ebenfalls vor Ort, waren Mitglieder der »Freien Nationalisten Bremen« sowie der »AG Wiking« aus Wilhelmshaven. Darüber hinaus waren zahlreiche »Autonome Nationalisten« aus Niedersachsen und dem Ruhrgebiet nach Osnabrück gereist. Die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppierungen sind dabei fließend. So kandidiert Matthias Behrens, Führungskader der militanten Neonazigruppe »Snevern Jungs« seit dem Landesparteitag in Dedensen am 15.02.2009 auf dem dritten NPD-Listenplatz für die kommende Bundestagswahl. Die als »Autonome Nationalisten« auftretende »Aktionsgruppe Delmenhorst« weist ebenfalls große personelle Verflechtungen mit der örtlichen JN-Gruppe auf und trug dementsprechend auch ein JN-Transparent.\nTrotz der überregionalen Beteiligung dürfte die geringe Anzahl der Teilnehmer_innen eine für die NPD letztlich enttäuschende Bilanz bieten. Der Gedenkmarsch wurde intensiv beworben und sollte der Auftakt und Startschuss einer umfangreichen Kampagne der NPD Osnabrück werden. Die Veranstalter_innen hatten im Vorfeld mit ca. 200 Neonazis gerechnet. Selbst ein von Aktivisten der NPD eigens für diesen Aufmarsch erstelltes Mobilisierungsvideo, das unter anderem nachts in der Osnabrücker Innenstadt aufgenommen wurde, verfehlte jegliche Wirkung. Die Erwartungen der Organisator_innen wurden damit weit verfehlt. Begleitet wurde der Neonaziaufmarsch von etwa 5500 Menschen, die in Osnabrück gegen die NPD-Veranstaltung protestierten. Direkte Gegenaktionen an der Aufmarschstrecke wurden durch ein Großaufgebot der Polizei verhindert.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.07/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Samstag, den 07.03.2009, fand im niedersächsischen Osnabrück ein Aufmarsch der neonazistischen NPD statt. Unter dem Motto »Die Hermannsschlacht: 2000 Jahre Kampf gegen Überfremdung - für nationale Selbstbestimmung« wollten die Aufmarschteilnehmer_innen ihre Ideologie in einen fantasievoll überhöhten historischen Kontext setzen. Knapp 140 Neonazis aus mehreren Bundesländern folgten dem Aufruf; darunter biedere NPD-Anhänger_innen, sogenannte »Autonome Nationalisten« (AN) und Mitglieder der parteiunabhängigen »Freien Kräfte«, teilweise im klassischen Naziskinhead-Stil. Als Redner der als Gedenkmarsch deklarierten Veranstaltung traten Andreas Molau, Udo Pastörs, Peter Naumann sowie Christian Fischer in Erscheinung.","title":"NPD Osnabrück auf den Spuren längst vergangener Zeiten"},{"city":"Detmold","content":" Eine Bewährungsstrafe gab es nicht. Das Amtsgericht Detmold verurteilte am gestrigen Donnerstag den bekannten und mehrfach vorbestraften Neonaziaktivisten Marco Siedbürger, führendes Mitglied der »Nationalen Offensive Schaumburg« (NOS), zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 14 Monaten. Mitglieder der militanten niedersächsischen Neonazigruppierung waren in der Vergangenheit immer wieder durch extreme Gewalttaten in Erscheinung getreten. Der nun gefällte Urteilsspruch bezog sich auf einen Vorfall im Juli 2008. Mehrere, zum Teil vermummte Neonazis, versuchten sich damals gewaltsam Zutritt in das Detmolder Kulturzentrum zu verschaffen.\nDas »Kultur- und Kommunikationszentrum« ist der neonazistischen Szene bereits seit Jahren ein Dorn im Auge. Verbale Attacken gegen das autonome Zentrum »Alte Pauline« gehören innerhalb der regionalen Neonaziszene zum guten Ton. Den Drohungen folgten allerdings auch bereits Taten. So versammelten sich in den Abendstunden des 18.07.2008 um das Gebäude mehrere vermummte Neonazis. Unter der Führung von Marco Siedbürger drängte anschließend eine Kleingruppe von drei Personen in das Innere des autonomen Kulturzentrums. Verbalen Drohungen folgten dann schnell Handgreiflichkeiten.\nIn den anschließenden Auseinandersetzungen übernahm der nun durch das Amtsgericht Detmold verurteilte Marco Siedbürger nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine führende Rolle. Als dieser einen der Anwesenden mit Faustschlägen attackierte, habe er anschließend mit einem mitgeführten Bierkrug zum Schlag ausgeholt. Ein weiterer Neonazi schleuderte währenddessen einen schweren Baustein auf Besucher_innen des Kulturzentrums. Die Angreifer konnten schlussendlich aus den Räumlichkeiten hinaus gedrängt werden und flüchteten. Lediglich der nun verurteilte 27jährige Haupttäter verblieb vor dem Räumlichkeiten und wurde wenige Minuten später durch herbeigerufene Einsatzkräfte der Polizei festgenommen. In dem am gestrigen Donnerstag stattgefundenen Prozess vor dem Amtsgericht Detmold wurde der Hauptangeklagte Siedbürger nun wegen »gemeinschaftlich begangener Körperverletzung« in Tateinheit mit »versuchter gemeinschaftlicher Körperverletzung« sowie Beleidigung zu einer 14monatigen Freiheitsstrafe verurteilt. In Anbetracht der umfangreichen Vorstrafen des Angeklagten sah das Gericht von einer Bewährungsstrafe ab. Bereits im Mai 2007 war Siedbürger zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe wegen zweifacher Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.05/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Eine Bewährungsstrafe gab es nicht. Das Amtsgericht Detmold verurteilte am gestrigen Donnerstag den bekannten und mehrfach vorbestraften Neonaziaktivisten Marco Siedbürger, führendes Mitglied der »Nationalen Offensive Schaumburg« (NOS), zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 14 Monaten. Mitglieder der militanten niedersächsischen Neonazigruppierung waren in der Vergangenheit immer wieder durch extreme Gewalttaten in Erscheinung getreten. Der nun gefällte Urteilsspruch bezog sich auf einen Vorfall im Juli 2008. Mehrere, zum Teil vermummte Neonazis, versuchten sich damals gewaltsam Zutritt in das Detmolder Kulturzentrum zu verschaffen.","title":"Mitglied der »Nationalen Offensive Schaumburg« zu Haftstrafe verurteilt"},{"city":"Stuttgart","content":" Der Mittwoch begann für rund 100 mutmaßliche Angehörige der neonazistischen Szene mit unerwartetem Besuch. Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten in den Morgenstunden des 04.03.2009 über 200 Wohn- und Geschäftsräume von Beschuldigten im gesamten Bundesgebiet. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden richtete sich die konzentrierte Polizeiaktion gegen den Verbreitung sowie den Handel einschlägiger Musik und Tonträger im Internet. Neben mehr als 45.000 strafrechtlich relevanten Tonträgern und Speichermedien wurden durch die Ermittlungsbehörden auch Waffen und Waffenteile sichergestellt.\nDer nun durchgeführten Polizeirazzia gingen monatelange Ermittlungsverfahren voraus. Ausgangspunkt waren die Ergebnisse von vorangegangenen Hausdurchsuchungen im September 2007. Deren Hintergrund waren die Aktivitäten des neonazistischen Internetportals »unser Auktionshaus« um den einschlägig bekannten Neonazis Sascha Deuerling aus dem baden-württembergischen Waiblingen. Die abschließende Auswertung der sichergestellten Daten mit zirka 20.000 getätigten Auktionen von rund 800 angemeldeten Nutzern führte nun zu der neuerlichen Razzia. Mit insgesamt 33 Beschuldigten, etwa 7000 sichergestellten Tonträgern, 50 digitalen Speichermedien und Computern sowie zehn beschlagnahmten Waffen lag einer der Schwerpunkte der bundesweiten Razzia in Niedersachsen. Dabei wurden die Polizeibeamten unter anderem in den Landkreisen Braunschweig, Hannover, Göttingen, Northeim, Rotenburg Wümme und Osterholz vorstellig. Auch in Hildesheim sollen mehrere Objekte durchsucht worden sein.\nIn den nördlichen Bundesländern Hamburg und Bremen wurden jeweils zwei Wohnobjekt von insgesamt sieben beschuldigten Neonazis durchsucht. Auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wurde die Polizei fündig. Während in Berlin sieben Objekte betroffen waren, konnten in Wohn- und Geschäftsräumen von neun weiteren Beschuldigten in Mecklenburg-Vorpommern etwa 1300 Tonträger beschlagnahmt werden. In Hessen waren 11 Wohnungen betroffen. Hier wurden 1220 Tonträger wurden sichergestellt. Wie ein Sprecher des Bundeskriminalamtes mitteilte, richteten sich die nun durchgeführten polizeilichen Maßnahmen nicht gegen bestimmte Organisationsstrukturen der Neonaziszene. Die Beschuldigten seien vielmehr durch ihre Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Internetportal »unser Auktionshaus« ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten und stammten »aus allen sozialen Schichten«.\nDer 34jährige Betreiber der Internetseite ist indes kein Unbekannter. Sascha Deuerling gilt dabei als ebenso geschäftstüchtig wie umtriebig. Unlängst macht sich Deuerling als Mitorganisator von Rechtsrockkonzerten einen Namen. Im Vorfeld eines Neonazikonzertes mit den Musikgruppen »Carpe Diem« aus Deutschland, »Briganda M« aus den Niederlanden, »Fraction« aus Frankreich sowie der italienischen Musikgruppe »ZetaZeroAlfa« am 30.06.2007 im Raum Stuttgart, bewarb Deuerling die Veranstaltung über seinen Internetversandhandel »RACords«. Neben Ausrüstung für den Straßenkampf bietet »RACords« dabei ein umfangreiches Angebot an neonazistischen Musikproduktionen. Der Name des Versandes bezieht sich auf die 1977 ins Leben gerufene Neonazikampagne »Rock against Communism« (RAC) aus der später auch das neonazistische Netzwerk »Blood.\u0026 Honour« hervorging. Ziel dieser Kampagne war es, Jugendliche und Skinheads für nationalsozialistische Ideologie zu begeistern.\nNeben dem Vertrieb, bietet »RACords« um Sascha Deuerling auch maßgebliche Unterstützung in der Produktion neonazistischer Musik. Das Label des Versandhandels verfügt dazu über ein eigenes Tonstudio. Die Szene vertraut dem baden-württembergischen Geschäftsmann. Als Schlagzeuger der Musikgruppen »Noie Werte« und »Carpe Diem« verfügt Deuerling über entsprechende Referenzen. Die nun stattgefundene Polizeirazzia dürfte die Aktivitäten des umtriebigen Neonazis kaum bremsen. sein Umgang mit persönlichen Daten dürfte hingegen einige Kunden in Zukunft Bauchschmerzen bereiten. Ein Sprecher des Bundeskriminalamtes merkte bereits an, das die Angaben von 45.000 beschlagnahmten Tonträgern und etwa 70 Waffen lediglich auf vorläufigen Zahlen beruhen. Diese würden sich noch stark erhöhen, weitere Ermittlungsverfahren seien die Folge.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.04-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Mittwoch begann für rund 100 mutmaßliche Angehörige der neonazistischen Szene mit unerwartetem Besuch. Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten in den Morgenstunden des 04.03.2009 über 200 Wohn- und Geschäftsräume von Beschuldigten im gesamten Bundesgebiet. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden richtete sich die konzentrierte Polizeiaktion gegen den Verbreitung sowie den Handel einschlägiger Musik und Tonträger im Internet. Neben mehr als 45.000 strafrechtlich relevanten Tonträgern und Speichermedien wurden durch die Ermittlungsbehörden auch Waffen und Waffenteile sichergestellt.","title":"Ausgespielt? - Bundesweite Razzia gegen Nazirockstrukturen"},{"city":"Brno","content":" Das Urteil wurde mit Spannung erwartet. Am gestrigen Mittwoch, den 04.03.2009 hat das Oberste Verwaltungsgericht Tschechiens in Brno, aus Mangel an überzeugenden Beweisen entschieden, dass die tschechische Arbeiterpartei »Dělnická Strana« nicht verfassungswidrig sei. Ein Verbotsantrag der tschechischen Regierung, gegen den derzeit wohl wichtigsten parlamentarischen Arm tschechischer Neofaschisten, wurde damit abgelehnt. Das Gericht begründete das Urteil mit Versäumnissen der tschechischen Regierung, im Vorfeld der Verfahrens aussagekräftige Gründe für ein Verbot vorzulegen.\nDas nun abgewiesene Verbotsverfahren gegen die »Dělnická Strana« (DS) hatte im Februar 2009 seinen Anfang genommen. Die neonazistische Parteiorganisation sei ein »Sammelbecken für Extremisten« und wolle nach Einschätzungen des tschechischen Innenministers Ivan Langer die »demokratische Grundordnung stürzen«. Dem Verbotsantrag vorausgegangen, waren rassistisch motivierte Ausschreitungen in der tschechischen Stadt Litvinov in Nordböhmen. Die Krawalle im Oktober und November des vorangegangenen Jahres gehörten zu den heftigsten Ausschreitungen in Tschechien seit Jahrzehnten. Unter maßgeblicher Beteiligung der »Dělnická Strana« hatten tschechische Neonazis zum »Sturm« auf eine vorwiegend von Sinti und Roma bewohnten Siedlung aufgerufen. Wasserwerfer und ein Großaufgebot der Polizei wurde aufgeboten um die Siedlung und deren Bewohner vor den zum Teil bewaffneten Angreifern zu schützen. Bei den anschließend heftig tobenden Straßenschlachten, wurden neben mehrere Polizisten auch anwesende Journalisten angegriffen und zum Teil erheblich verletzt.\nNoch vor Beginn der nun stattgefundenen Gerichtsverhandlung im tschechischen Brno hatten Aktivisten und Mitglieder der »Dělnická Strana« mehrfach darauf hingewiesen, dass trotz eines möglichen Verbotes die Aktivitäten der Partei fortgesetzt werden. Man sei vorbereitet. »Innerhalb von zwei Wochen« stünden neuformierte Ausweichstrukturen bereit. Lediglich die offizielle Bezeichnung der Partei werde man abändern. Rechtliche Konsequenzen würden daraus nicht erwachsen. Ankündigungen mit Wahrheitsgehalt. Nach tschechischem Recht ist die Gründung von Nachfolge- und Ersatzstrukturen von verbotenen Gruppierungen erlaubt. Rund 20 Mitglieder und Sympathisanten der Organisation entrollen nach der nun erfolgten Verkündung des Urteils noch im Gerichtsaal Parteifahnen der »Dělnická Strana«. Triumphierend teilten Vertreter der Partei anschließend mit, die tschechische Arbeiterpartei werde nun gestärkt in die Vorbereitungen des anstehenden Wahlkampfes ziehen. Auch mit Blick auf das von der Regierung angestrebte Verbotsverfahren werde man nun entschlossen gegen »das Ungeziefer aus der Verwaltung unseres Landes« vorgehen, so ein Sprecher der neonazistischen Partei.\nBeste Kontakte verfügt die »Dělnická Strana« auch ins angrenzende europäische Umland. So auch zur NPD in der benachbarten Bundesrepublik. Im September 2008 vertieften die beiden neonazistischen Parteien ihre Zusammenarbeit. In mehreren gegenseitigen Treffen sollten »die Erfahrungen und Strategien der politischen Arbeit« ausgetauscht werden. Mitarbeiter des NPD eigenen »Deutsche Stimme Verlages« leiteten gemeinsam mit Olaf Rose, Mitglied im NPD Bundesvorstand und dort zuständig für das »Referat Ausland« ein in Tschechien stattgefundenes Seminar unter der Bezeichnung »politische Fragen«. Mitglieder der NPD nahmen in der Vergangenheit ebenfalls an einschlägigen Aufmärschen in der Tschechischen Republik teil. Und auch die »Dělnická Strana« bemüht sich um grenzübergreifende Kontakte der Neonaziszene. Als Anfang Februar mehrere tausend Neonazis an einem Großaufmarsch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden teilnahmen, waren ebenfalls Vertreter der »Dělnická Strana« vor Ort.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.04/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das Urteil wurde mit Spannung erwartet. Am gestrigen Mittwoch, den 04.03.2009 hat das Oberste Verwaltungsgericht Tschechiens in Brno, aus Mangel an überzeugenden Beweisen entschieden, dass die tschechische Arbeiterpartei »Dělnická Strana« nicht verfassungswidrig sei. Ein Verbotsantrag der tschechischen Regierung, gegen den derzeit wohl wichtigsten parlamentarischen Arm tschechischer Neofaschisten, wurde damit abgelehnt. Das Gericht begründete das Urteil mit Versäumnissen der tschechischen Regierung, im Vorfeld der Verfahrens aussagekräftige Gründe für ein Verbot vorzulegen.","title":"Tschechische Neonazipartei »Delnická Strana« nicht verfassungswidrig"},{"city":"Rhade","content":" Aus der politischen Zielrichtung wird kein Geheimnis gemacht. »Im Inneren schlägt das Reich« und »Deutschland über Alles« schallt es vom Podium herab. Die rund 80 angereisten Zuhörer_innen quittieren diese markigen Worte mit anhaltendem Applaus. Doch hier werden nicht nur Stammtischparolen geschwungen, sondern handfeste Politik betrieben. Anlässlich der Landesparteitage von insgesamt drei Landesverbänden der »Deutschen Volksunion« (DVU) hatten sich dazu am vergangenen Wochenende Mitglieder und »NPD-Gesinnungsfreunde« im niedersächsischen Rhade versammelt.\nIm Vorfeld wurde das Licht der Öffentlichkeit gescheut. Streng vertraulich und nur den Organisator_innen und Busfahrer_innen bekannt war der Veranstaltungsort. Selbst die Mitglieder der rechtsradikalen Partei erfuhren diesen erst im Verlauf der Anreise. Eingeladen zu der konspirativ vorbereiteten Zusammenkunft hatten die DVU-Landesverbände aus Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Auf dem Programm standen die jeweiligen Landesparteitage der drei Landesverbände, welche schlussendlich in den Räumlichkeiten einer Gaststätte im niedersächsischen Rhade abgehalten wurden. Für die Betreiber der kleinen Gastwirtschaft im Landkreis Rotenburg Wümme kam der Besuch hingegen wenig überraschend. Die »Deutsche Volksunion« kommt hier bereits seit Jahren zusammen. Man kennt sich hier. Erfahrungswerte, die in der Vergangenheit auch die neonazistische NPD sammeln konnte. So fand hier im Juni. 2001 bereits der niedersächsische NPD Landesparteitag statt.\nUnd auch auf der nun stattgefundenen DVU Veranstaltung glänzte die NPD keineswegs mit Abwesenheit. Neben den Vorsitzenden dreier DVU Landesverbände thronte auf dem Podium der »Deutschen Volksunion« in Rhade auch Horst Görmann, seines Zeichens Landesvorsitzender der NPD Bremen. Neben zahlreichen Mitgliedern der NPD Bremen fand dann mit Lasse Krüger, auch der stellvertretende Landesbeauftragte der niedersächsischen »Jungen Nationaldemokraten« (JN), einen Platz im Publikum. Dem Aktivisten der NPD Jugendorganisation wurde zum Ende der Veranstaltung dann Gelegenheit gegeben die versammelten Parteifunktionäre auf den anstehenden Europawahlkampf einzustimmen. »Die JN-Niedersachsen werde die DVU dabei unterstützen« betonte der Vertreter der militanten Neonaziorganisation. Geistige Unterstützung lieferte der niedersächsische JN-Landesverband gleich mit. Auf einem eigens zusammengestellten Infotisch wurde neben einschlägigen Propagandamaterialien die Publikation »Das Reich« angeboten. Dabei handelt es sich um ein Nachfolgeprojekt der von der Bundesprüfstelle mehrfach indizierten Zeitung »Der Reichsbote«. Ebenso wie im publizistischen Vorgänger, bietet auch »Das Reich« Geschichtsrevisionisten und verurteilten Holocaustleugnern wie Ernst Zündel und Ursula Haverbeck eine willkommene Plattform.\nDie enge Verbundenheit der beiden Parteiorganisationen zeigte sich, während der nun am 01.03.2009 in Rhade durchgeführten Landesparteitage, auch in der Wahl des ehemaligen Lüneburger NPD Aktivisten Hans Gerd Wiechmann zum niedersächsischen DVU Landesvorsitzenden. Dieser plane nach Eigenangaben, im Jahr 2009 gleich mehrere Kundgebungen der DVU in Niedersachsen durchzuführen. »Zunächst werde man sich Wilhelmshaven vornehmen«, so Wiechmann weiter. Darüber hinaus habe man laut Wiechmann »entgegen dem Bundestrend« einen verstärkten Zuwachs von Mitgliedern in Niedersachsen zu verzeichnen. Die Frage nach der Herkunft der »neuen Mitglieder« blieb auf dem Landesparteitag nicht unbeantwortet. Mit Jürgen Henke wurde in Rhade ein weiterer ehemaliger NPD Aktivist in den Landesvorstand gewählt. Zuvor war Henke bereits als Kandidat der NPD zur niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008 in Erscheinung getreten.\nIm Gegensatz zu den personellen Rotationen in Niedersachsen gab es in den weiteren DVU Landesverbänden keinen Führungswechsel. Der derzeitige Vorsitzende der DVU Bremen, Hans-Otto Weidenbach, wurde ebenso im Amt bestätigt wie auch Matthias Faust vom Landesverband Hamburg. Der politische Weg des selbstständige Kaufmannes Matthias Faust, welcher in der »Deutschen Volksunion« seit Januar 2009 auch den Posten des Bundesvorsitzenden bekleidet, führte von der CDU über die rechtsradikalen Republikaner und die NPD zur DVU. Nach persönlichen Zerwürfnissen mit dem Hamburger NPD Landesvorsitzenden Jürgen Rieger wechselte Faust anschließend in das Lager der DVU und gilt darüber hinaus als enger Vertrauter des militanten Neonazifunktionärs Christian Worch aus Hamburg. In seinem in Rhade gehaltenem Vortrag, unter dem Titel »Hat Deutschland noch eine Zukunft« beklagte der DVU Politiker einen, in seinen Augen, gefährlich zunehmenden politischen Einfluss des Zentralrates der Juden in Deutschland. Aussagen, mit welchen Faust zumindest bei den zunehmend alkoholisierten Teilnehmer_innen der Veranstaltung heftige Zustimmung auslöste. Weitere Redner der zusammengelegten DVU Landesparteitage waren Hans-Otto Weidenbach, dessen Redebeitrag vornehmlich von antiamerikanischen Inhalten geprägt wurde. In diesem Kontext war es keine Überraschung, dass der Staat Israel in Weidenbachs Vortrag als ideologisches Feindbild nicht fehlte.\nAuch der praktizierende Rechtsanwalt Ingmar Knop, DVU Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt, schaffte es mit seinem gehaltenem Referat, das versammelte rechtsradikale Publikum in Rhade zu begeistern. Ihn störe vor allem die Verunglimpfung »deutscher Patrioten«, für ihn und die DVU gelte weiterhin die Parole »Deutschland den Deutschen«. Laut den Ausführungen von Ingmar Knop sei es eine infame Lüge zu behaupten, im Hitler-Faschismus seien Frauen als »Gebärmaschinen eingesetzt worden«. Weiter könne man, so Knop, darauf verweisen, dass im Nationalsozialismus die Deutschen Mathematik gelernt hätten »um bis sechs Millionen zählen zu können«. Diesen Verweis, auf die vom nationalsozialistischen Regime betriebene industrielle Vernichtung der europäischen Juden in Europa, quittierten die Zuhörer_innen des DVU Mitglieds im Stadtrat in Dessau-Roßlau anschließend mit johlendem Gelächter.\nWährend im Inneren der Gaststätte, unter dem Schutz eines eigens eingesetzten DVU Ordnerdienstes, mit dumpfer Symbolik politisch ein- und aufgepeitscht wurde, versammelten sich im Verlauf des Nachmittags vor den Räumlichkeiten rund zwei Dutzend Gegendemonstrant_innen. Ebenfalls anwesende Einsatzkräfte der Polizei schirmten das rechtsradikale Treffen, welches gegen 16:00 Uhr von den Veranstalter_innen für beendet erklärt wurde, kurzerhand ab. Vereinzelnd wurden Platzverweise erteilt. Doch auch in Rhade selbst keimt der Widerstand gegen die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen der »Deutschen Volksunion«. Zumindest wolle man nach Auskunft eines Anwohners das »braune Treiben im Dorf nicht weiterhin finanziell unterstützen« und »das kommende Grünkohlessen in eine andere Kneipe verlegen«. Bevor der Mitvierziger wieder im Inneren der Gaststätte verschwand teilte er noch mit, dieses Unterfangen, angesichts des gerade stattfindenden Grünkohlessens allerdings »erst im nächsten Jahr angehen« zu wollen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.03.01/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Aus der politischen Zielrichtung wird kein Geheimnis gemacht. »Im Inneren schlägt das Reich« und »Deutschland über Alles« schallt es vom Podium herab. Die rund 80 angereisten Zuhörer_innen quittieren diese markigen Worte mit anhaltendem Applaus. Doch hier werden nicht nur Stammtischparolen geschwungen, sondern handfeste Politik betrieben. Anlässlich der Landesparteitage von insgesamt drei Landesverbänden der »Deutschen Volksunion« (DVU) hatten sich dazu am vergangenen Wochenende Mitglieder und »NPD-Gesinnungsfreunde« im niedersächsischen Rhade versammelt.","title":"DVU Landesparteitage - »Im Inneren schlägt das Reich«"},{"city":"Bergen","content":" Ein brennendes Hakenkreuz verursachte in der Nacht auf den gestrigen Mittwoch, im niedersächsischen Bergen einen ungewöhnlichen Polizeieinsatz. Passanten entdeckten das bereits in Flammen stehende und fast zwei Meter große Hakenkreuz an der Grundstücksmauer der dortigen St. Lamberti Kirche. Die alarmierten Einsatzkräfte der Polizei stellten die Reste des aus Kiefernholz gefertigten Hakenkreuzes anschließend sicher. Mögliche Motive für die Tat liegen indes im Dunkeln. Dennoch, trotz gegenteiliger Verlautbarungen des niedersächsischen Innenministeriums entwickelt sich die Region zunehmend zum Aktionsfeld militanter Neonazis.\nInwieweit die gezielte Platzierung eines brennenden Hakenkreuzes in Bergen einen neonazistischen Hintergrund hatte, bleibt derzeit abzuwarten. Ein mögliche politische Erklärung, wurde von den Täter_innen nicht hinterlassen. Inzwischen wurde jedoch ein polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des »Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen« eingeleitet. Aktivitäten mit neonazistischen Hintergrund sind in der Region keine Ausnahmeerscheinung. Der Landkreis gehört zum Aktionsradius der militanten Neonazigruppe »Kameradschaft Celle 73«. Eine der aktivsten in Niedersachsen. Mit dem nur wenige Kilometer von Bergen entfernten Grundstück des NPD-Funktionärs Joachim Nahtz in Eschede, besteht in der Region auch ein überregional genutzten Vernetzungs- und Knotenpunkt der Neonazisszene. Immer wieder fanden in der Vergangenheit auf dem Anwesen einschlägige Versammlungen mit zum Teil mehreren hundert Teilnehmer_innen statt - zuletzt am 21. Februar ein Treffen der NPD Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten«.\nDie Region um Bergen dient der norddeutschen Neonaziszene dabei nicht nur als sicherer Rückzugspunkt, sondern ebenfalls als Plattform gezielter Propaganda. Eine gewichtige Rolle spielt dabei die unmittelbare Nähe zum ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen, das im April 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges von alliierten Truppen befreit wurde. Auch der Soldatenfriedhof in Bergen/Loheide besitzt für die norddeutsche Neonaziszene eine gewisse Anziehungskraft. So versammelten sich im November 2006 auf dem Friedhofsgelände im Landkreis Celler rund 45 Neonazis aus dem gesamten norddeutschen Raum um eine neonazistische Gedenkfeier auf dem Truppenübungsplatz abzuhalten. Angeführt wurden die angereisten Neonazis durch den NPD-Bundesvorstand und Leiter der parteieigenen Ordnergruppe »NPD-Bundesordnerdienst«, Manfred Börm, der auch im Zusammenhang mit der neonazistischen »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) in Erscheinung tritt, gilt als politischer Hardliner der Szene. Die Region Bergen ist für Manfred Börm dabei kein unbekanntes Terrain. Der Handwerksmeister aus dem niedersächsischen Handorf wurde bereits 1979 wegen Beteiligung an einem Überfalls auf ein NATO-Waffendepot in Bergen/Lohe zu sieben Jahren Haft verurteilt.\nTrotz der zuletzt gestiegenen Aktivitäten von Neonazis im Bereich der Lüneburger Heide, sehen die Behörden derzeit keinen Handlungsbedarf. Erst wenige Tage zuvor, am 20.02.2009, gab der niedersächsische Innenminister Schünemann bekannt, dass den Ermittlungsbehörden »derzeit keine Erkenntnisse« über verstärkte Vernetzungsbestrebungen von Neonazis in der Region vorlägen. Die Gefahr das in Eschede ein neonazistischen Schulungs- und Veranstaltungszentrums entstehen könne, sei laut Verlautbarungen des Innenministerium nicht gegeben- »da die Gebäude sehr baufällig sind«, so der Innenminister. Regelmäßige Neonaziveranstaltungen in Eschede, beispielsweise ein Zeltlager der neonazistischen »Heimattreuen Deutschen Jugend«, Sonnenwendfeieren mit über einhundert angereisten Teilnehmer_innen, einschlägige Konzertveranstaltungen und interne Vernetzungstreffen, sprechen hingegen eine andere Sprache. Aber die finden ja auch im Freien statt und zählen allem Anschein für die Polizeibehörden nicht.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.25/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Ein brennendes Hakenkreuz verursachte in der Nacht auf den gestrigen Mittwoch, im niedersächsischen Bergen einen ungewöhnlichen Polizeieinsatz. Passanten entdeckten das bereits in Flammen stehende und fast zwei Meter große Hakenkreuz an der Grundstücksmauer der dortigen St. Lamberti Kirche. Die alarmierten Einsatzkräfte der Polizei stellten die Reste des aus Kiefernholz gefertigten Hakenkreuzes anschließend sicher. Mögliche Motive für die Tat liegen indes im Dunkeln. Dennoch, trotz gegenteiliger Verlautbarungen des niedersächsischen Innenministeriums entwickelt sich die Region zunehmend zum Aktionsfeld militanter Neonazis.","title":"»Brenne Holzhakenkreuz Brenne« - Unbekannte entzünden Hakenkreuz"},{"city":"Göttingen","content":" Hardcore – laute, aggressive Musik, die sich seit ihrer Entstehung in den 70er Jahren in New York immer größerer Beliebtheit erfreut. Anfangs vor allem in der links-alternativen Szene populär, fanden nach und nach auch »patriotische« und neonazistische Bands gefallen an diesem Musikstil. So ist es beileibe nichts neues, dass auch deutsche Neonazi-Musikgruppen Hardcore spielen - »NS Hardcore«, was ausgeschrieben »National-Socialist Hardcore« bedeutet.\nSeit Januar 2009 ist der Schriftzug »Hardcore« jedoch nicht mehr frei verwendbar, sondern als Markenname beim »Deutschen Patent- und Markenamt« eingetragen. Das prägnante Detail daran ist, dass sich Timo Schubert die Rechte daran gesichert hat. Der Neonazi aus Göttingen hat beste Kontakte zu ehemaligen »Blood and Honour« Aktivisten wie Thorsten Heise oder Uwe Albrecht. Mit Letzterem spielt er zusammen in der Band »Violent Solution«, der Nachfolgeband von »Hasskommando«. »Wir sind alle B\u0026H-Skins«, so die Band in einem Interview. Das internationale Neonazi-Netzwerk »Blood and Honour« wurde im September 2000 vom Bundesverfassungsgericht in der Bundesrepublik verboten.\nNeonazistische Politik gehört für Timo Schubert zum Geschäft. Der Mitarbeiter eines Veranstaltungsbüros betreibt in seiner »Freizeit« einen Onlineversand, der für den modernen Neonazi alles bietet – von Rechtsrock CD’s über T-Shirts und Messer bis hin zu »Abwehr Waffen« wie Teleskopschlagstöcken. Mit der Patentierung des Wortes »Hardcore« ist Schubert nun der Einzige, der Lätzchen, pelzgefütterte Mäntel, Damenkleider und Pyjamas mit diesem Schriftzug bedrucken darf. Dies sind nur wenige Beispiele aus den bei der Registrierung festgelegten Klassen, doch bei weitem nicht die einzigen Bekleidungsstücke, auf denen »Hardcore« urheberrechtlich geschützt sein wird.\nMit »Hardcore« als Musikrichtung hat Timo Schubert hingegen wenig zu tun. Weder »Violent Solution« noch seine zweite Band, »Agitator«, spielen Hardcore. Vielmehr geben sie auf Neonazi-Konzerten »Rock against Communism« (RaC) zum Besten. Bei »Agitator« zeigt sich auch Schuberts Verbundenheit zu Thorsten Heise. Dem Führungskader der »Kameradschaft Northeim« gehört das Label »WB Records«, bei dem »Agitator« zuletzt mit der schwedischen »Blood and Honour«-Band »Nothung« einen Sampler produziert hat.\nVerschieden Internetportalen zu Folge hat sich unter anderem die Kampagne »Kein Bock auf Nazis« dem Thema angenommen und prüft rechtliche Schritte. Nun steht die Frage im Raum, wie Musiker, Bands und Merchandise-Vertriebe mit diesem Problem umgehen. Ob es möglich ist, sich Wörter, die keine Neuschöpfungen darstellen und Musikgenres beschreiben als Markennamen patentieren zu lassen, bleibt abzuwarten. Sollte es wirklich machbar sein stellt sich die Frage, ob sich jemand Begriffe wie »Rechtsrock«, »National-Socialist Black Metal« (NSBM) oder »NS-Hardcore« (NSHC) als Marke registrieren und somit urheberrechtlich schützen lässt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.24/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Hardcore – laute, aggressive Musik, die sich seit ihrer Entstehung in den 70er Jahren in New York immer größerer Beliebtheit erfreut. Anfangs vor allem in der links-alternativen Szene populär, fanden nach und nach auch »patriotische« und neonazistische Bands gefallen an diesem Musikstil. So ist es beileibe nichts neues, dass auch deutsche Neonazi-Musikgruppen Hardcore spielen - »NS Hardcore«, was ausgeschrieben »National-Socialist Hardcore« bedeutet.","title":"Von »Hardcore-Monopolisten« und Musik als Markenware"},{"city":"Hamburg","content":" Die Polizeiaktion richtete sich gegen Aktivisten des Hamburger NPD-Landesverbandes. Staatsschutzbeamte der Hamburger Kriminalpolizei durchsuchten am Freitag, den 22.02.2009 die Wohnräume von insgesamt drei Neonazis in Hamburg Blankenese, darunter auch die Anwaltskanzlei des Hamburger Rechtsanwaltes Jürgen Rieger. Die Polizeirazzia stand im Zusammenhang mit einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren wegen der »Verbreitung von Schriften mit volksverhetzenden Inhalt«. Neben Datenträgern und Propagandamaterialien sollen die Ermittler dabei auch ein funktionstüchtiges Sturmgewehr der Wehrmacht in den Räumlichkeiten von Jürgen Rieger, derzeitig Landesvorsitzender der NPD Hamburg, sichergestellt haben.\nDer stellvertetenden NPD Bundesvorsitzende Jürgen Rieger sieht sich derzeit schwerwiegenden Anschuldigungen gegenüber. Nach dem überraschenden Fund eines Maschinegewehrs ermittelt nun das Landeskrimnalamt Hamburg gegen den neonazistischen Multifunktionär wegen »Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz«. Gegen Rieger und zwei weitere Aktivisten der NPD Hamburg, im Alter von 32 und 28 Jahren werde nach Polizeiangaben darüber hinaus wegen Volksverhetzung ermittelt. Zuvor war ein Flugblatt bekannt geworden, welches nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hamburg zu »Hass und Willkürmaßnahmen gegen Ausländer« aufstacheln würde.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.23/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Polizeiaktion richtete sich gegen Aktivisten des Hamburger NPD-Landesverbandes. Staatsschutzbeamte der Hamburger Kriminalpolizei durchsuchten am Freitag, den 22.02.2009 die Wohnräume von insgesamt drei Neonazis in Hamburg Blankenese, darunter auch die Anwaltskanzlei des Hamburger Rechtsanwaltes Jürgen Rieger. Die Polizeirazzia stand im Zusammenhang mit einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren wegen der »Verbreitung von Schriften mit volksverhetzenden Inhalt«. Neben Datenträgern und Propagandamaterialien sollen die Ermittler dabei auch ein funktionstüchtiges Sturmgewehr der Wehrmacht in den Räumlichkeiten von Jürgen Rieger, derzeitig Landesvorsitzender der NPD Hamburg, sichergestellt haben.","title":"Nach Razzia bei Jürgen Rieger - Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz"},{"city":"Eschede","content":" Am vergangenen Samstag, den 21.02.2009, fand im niedersächsischen Eschede, ein Treffen der »Junge Nationaldemokraten« statt. Die Zusammenkunft auf dem landwirtschaftlichen Anwesen des NPD-Funktionärs Joachim Nahtz, verfolgte nach Eigenagaben der Veranstalter die Wiederbelebung der NPD-Jugendorganisation in Niedersachsen. Die derzeitigen Aktivitäten des JN-Landesverbandes werfen auch ein Licht auf organisatorische Umwälzungen und Streitigkeiten innerhalb der Neonaziszene in Niedersachsen. Nachdem bereits im Januar 2006 ein niedersächsischer JN-Landesverband um Daniel Fürstenberg gegründet wurde, schufen niedersächsische Neonazis im Dezember 2008 nun eine weitere JN-Landesvertretung. Die vom derzeitigen JN-Bundesverband unterstützte zweite JN-Struktur wird durch Dennis Bührig, Lasse Kröger und Florian Cordes, der bereits bis 2004 JN-Landesvorsitzender war, inhaltlich geprägt. Mit der Ausrufung Cordes zum Landesvorsitzenden existierten kurzfristig sogar zwei voneinander getrennt agierende Landesvorsitzende der NPD Jugendorganisation in Niedersachsen.\nDas Neonazitreffen in Eschede besaß offiziellen Charakter. Mit Michael Schäfer, dem Bundesvorsitzenden der »Jungen Nationaldemokraten« hatte sich hoher Besuch angekündigt. Schäfer, der die Organisation seit Oktober 2007 leitet, gilt als politischer Hardliner. Unter seiner Führung radikalisierte sich die NPD Jugendorganisation zusehends. In einem Artikel der JN-Publikation »Der Aktivist« vom Januar 2009, bezeichnete der aus Sachsen-Anhalt stammende Bundesvorsitzende die Jugendorganisation als »Kampfgemeinschaft im vorpolitischen Raum«, als überregional agierende »Formation politischer Soldaten«. Schäfer endete mit den tief blickenden Worten »Heil Deutschland«. Auch am vergangenen Wochenende in Eschede ergriff Schäfer das Wort und forderte eine stärkere Vernetzung der bundesweiten JN-Strukturen.\nUnterstützt wurde die Veranstaltung ausserdem von Mitgliedern der militanten Neonazigruppe »Kameradschaft Celle 73« und der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen«. Dennis Bührig, Führungsaktivist parteiunabhängiger Neonazis aus dem Landkreis Celle, begrüßte in einem Redebeitrag das »Wiedererstarken der JN« und forderte von den anwesenden Aktivisten der »JN-Kampfgemeinschaft« ein verstärktes Engagement in der Jugendarbeit. Der 1981 geborene Neonazi mit der JN-Mitgliedsnummer 3143 betonte, es sei wichtig, »gerade die Jugend für unsere Weltanschauung zu sensibilisieren und zu radikalisieren.« Eine unmissverständliche Kostprobe dieser beschworenen Weltanschauung lieferte Bührig zuletzt im November 2006. Mit dem Kampfgeschrei »Wir machen euch kalt«, griffen rund 20 militante Neonazis zwei kurdische Jugendliche in der Innenstadt von Celle an. Die herbeigerufene Polizei musste Schlagstöcke und Tränengas einsetzen. Bührig wurde in einem anschließenden Gerichtsverfahren vor dem Amtsgericht Celle zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten auf Bewährung verurteilt.\nVeranstalter der aktuellen JN-Zusammenkunft in Eschede war der neu gegründete JN-Landesverband um den in Delmenhorst wohnhaften Florian Cordes. Der Neonaziaktivist Cordes kann innerhalb der NPD-Jugendorganisation auf eine ebenso einschlägige wie auch langjährige Karriere zurückblicken. Bereits 1999 übernahm Cordes Funktionen im Landesvorstand der JN Niedersachsen. Ab 2001 bekleidete er dann das »Amt für Schulungen« und stieg schließlich zum Landesgeschäftsführer der Organisation auf. Das Konzept der sogenannten »JN-Schuloffensive«, welche in den Jahren 2004/2005 mit der Propagandazeitschrift »Der Rebell« bundesweit für Schlagzeilen sorgte, wurde maßgeblich von Cordes beeinflusst. Nach Bekanntwerden finanzieller Unregelmäßigkeiten und persönlichen Zerwürfnisse mit dem NPD-Landesvorstand trat Cordes jedoch im Jahre 2004 von seinen politischen Ämtern zurück, die JN Niedersachsen löste sich daraufhin auf.\nZwei Jahre später, im Januar 2006, wurde die niedersächsische JN wiederbelebt. Landesvorsitzender wurde der NPD-Aktivist Daniel Fürstenberg, der seine Partei auch als Abgeordneter im Gemeinderat von Dörverden vertritt. Fürstenberg ist wegen Körperverletzung und Bedrohung vorbestraft. Unter seinem Vorsitz gründeten sich in der Folgezeit regionale JN-Stützpunkte in Verden, Cloppenburg und Soltau-Fallingbostel. Doch schon bald entwickelte sich die politische Bilanz des neu gewählten JN-Landesvorsitzenden für die NPD-Jugendorganisation zu einem Desaster. Bereits wenige Monate nach Fürstenbergs Amtsantritt verzeichnete die rechtsradikale Gruppierung einen merklichen Mitgliederschwund. Angaben ehemaliger Mitglieder zufolge erlitt die JN Niedersachsen schließlich Mitte 2007 organisatorischen Schiffbruch und stand in der Folge vor dem finanziellen Kollaps.\nWährend Daniel Fürstenberg trotz parteiinterner Kritik, auf der Internetseite der NPD Verden weiterhin als Verantwortlicher des Landesverbandes Niedersachsen in Erscheinung tritt, gründete sich spätestens im Dezember 2008 unabhängig von den bereits bestehenden JN-Strukturen ein weiterer niedersächsischer JN-Landesverband. Dieser verkündete kurzerhand die Auflösung und Neugründung der »Jungen Nationaldemokraten« in Niedersachsen. Den Vorsitzend übernahm erneut der 2004 zurückgetretene JN-Funktionär Florian Cordes. Mit Lasse Krüger, der zum stellvertetenden Landesbeauftragten bestimmt wurde, gehört der Führungsspitze der neu begründeten JN-Niedersachsen auch ein Aktivist der neonazistischen Vereinsorganisation »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« (HDJ) an. Die HDJ sorgte zuletzt im November 2008 für Negativschlagzeilen. In Zuge einer bundesweiten Razzia wurden die Wohn- und Geschäftsräume von rund 100 Mitgliedern und Aktivist_innen durchsucht. Die Organisation steht im Verdacht, sogenannte »Rasseschulungen« mit zum Teil minderjährigen Teilnehmer_innen durchgeführt zu haben. Das Bundesinnenministerium prüft derzeitig ein Verbot der neonazistischen Gruppierung.\nNachdem sich bereits im November 2008 in Delmenhorst und einen Monat später in Lüneburg regionale JN-Stützpunkte gegründet hatten, wurde mit der Veranstaltung in Eschede vom vergangenen Wochenende nun die Neubestimmung des niedersächsischen JN-Landesverbandes in Angriff genommen. Das Treffen mit rund 50 angereisten Neonazis fand im Gegensatz zu vorangegangenen JN Veranstaltungen in Eschede ohne nennenswerte Zwischenfälle statt. Bereits im Dezember 2001 sollte hier die Gründung eines »JN-Stützpunktes« in Eschede stattfinden. Doch dazu kam es nicht. Einsatzkräfte der Polizei stürmten das Anwesen und beendeten die Feierlichkeiten. Inwieweit die neuerlichen Aktivitäten der JN-Niedersachsen eine politische Außenwirkung entfalten können, bleibt abzuwarten. Ein Führungsstreit scheint hingegen vorprogrammiert. Mit den getrennt agierenden JN-Strukturen um die jeweiligen Landesvorsitzenden Daniel Fürstenberg und Florian Cordes existierten zeitweilig zwei voneinander unabhängige JN-Landesvostände in Niedersachsen. Der niedersächsische Verfassungsschutz hingegen zeigt sich von der Entwicklung überrascht. Die Behörde gibt an, in Niedersachsen exestiere derzeitig kein JN-Landesvorsitzender -geschweige denn zwei.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.21/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Samstag, den 21.02.2009, fand im niedersächsischen Eschede, ein Treffen der »Junge Nationaldemokraten« statt. Die Zusammenkunft auf dem landwirtschaftlichen Anwesen des NPD-Funktionärs Joachim Nahtz, verfolgte nach Eigenagaben der Veranstalter die Wiederbelebung der NPD-Jugendorganisation in Niedersachsen. Die derzeitigen Aktivitäten des JN-Landesverbandes werfen auch ein Licht auf organisatorische Umwälzungen und Streitigkeiten innerhalb der Neonaziszene in Niedersachsen. Nachdem bereits im Januar 2006 ein niedersächsischer JN-Landesverband um Daniel Fürstenberg gegründet wurde, schufen niedersächsische Neonazis im Dezember 2008 nun eine weitere JN-Landesvertretung. Die vom derzeitigen JN-Bundesverband unterstützte zweite JN-Struktur wird durch Dennis Bührig, Lasse Kröger und Florian Cordes, der bereits bis 2004 JN-Landesvorsitzender war, inhaltlich geprägt. Mit der Ausrufung Cordes zum Landesvorsitzenden existierten kurzfristig sogar zwei voneinander getrennt agierende Landesvorsitzende der NPD Jugendorganisation in Niedersachsen.","title":"»Doppelt hält besser« – Die JN in Niedersachsen"},{"city":"Amersfoort (NL)","content":" Am 21.Februar marschierten Neonazis der »Nederlandse Volksunie« (NVU), zu deutsch »Niederländische Volksunion«, mit rund 80 angereisten Teilnehmer_innen im niederländischen Amersfoort auf. An dem Aufmarsch, nur wenige Kilometer von Amsterdam entfernt, beteiligte sich neben Neonazis aus Belgien und Großbritannien auch eine Gruppe sogenannter »Autonomer Nationalisten« (AN) aus dem Raum Dortmund. Der Aufmarsch wurde von lautstarkem antifaschistischen Protest begleitet. Die NVU ist eine seit den 1970ern bestehende Neonazipartei mit Sitz in Arnhem. Sie folgt traditionell einer im Kern allgemein fremdenfeindlichen und rassistischen Programmatik. Seit der Übernahme des Parteivorsitzes durch Constant Kusters im Jahre 2001 orientiert sich die Partei verstärkt an offen nationalsozialistischen Gruppen wie der NSDAP/AO oder dem Neonazi-Terrornetzwerk »Combat 18«. Dennoch verfügt die neonazistische Partei nur über begrenztes Potenzial und ist dadurch bei größeren Veranstaltungen auf externe Hilfe angewiesen. In Amersfoort stellten deutsche Neonazis aus dem Umfeld der AN den Lautsprecherwagen, fungierten als Ordner und beteiligten sich an der Demonstrationsleitung. Moderiert wurde die Veranstaltung freilich durch Constant Kusters, den Vorsitzenden der NVU. Redebeiträge deutscher, belgischer und britischer Neonazis zeigen jedoch, dass die NVU großen Wert auf internationale Kontakte legt und mit Neonazis aus den Nachbarländern eng zusammenarbeitet. Das Motto des Aufmarsches »Tegen het casino-kapitalisme! Tegen de plutocratie! Eerlijke winstverdeling voor ons volk!« (»Gegen Casinokapitalismus! Gegen Plutokratie! Ehrliche Gewinnteilung für unser Volk!«) zielt auf weit verbreitete antisemitische Verschwörungstheorien ab und macht den als international gebrandmarkten »Casinokapitalismus« für sämtliche Probleme der Gesellschaft verantwortlich. Auf der Veranstaltung wurde trotz ausdrücklichen Verbotes nationalsozialistische Symbolik verwendet; anwesende Neonazis äußerten sich offen antisemitisch und rassistisch. Der Logik rechten Antikapitalismuses folgend, propagierten die Teilnehmer_innen des Aufmarsches einen rassistisch begründeten »Nationalen Sozialismus«. Darunter ist weder Sozialismus im eigentlichen Sinn, noch Kapitalismus, wie er gegenwärtig existiert und funktioniert, zu verstehen. Neben dem symbolischen Wortspiel mit der begrifflichen Nähe des Terminus »Nationaler Sozialismus« zu »Nationalsozialismus« verbirgt sich hinter diesem Begriff in der Vorstellung der Neonazis ein Kapitalismus ohne Finanzsektor und eine Gesellschaft ohne Migrant_innen - quasi ein diffuser Mix aus Apartheitssystem, historischem Nationalsozialismus und einer Rückkehr zu spätmittelalterlicher Wirtschaftsweise. Anwesend waren neben bekannten NVU-Kadern wie Kusters oder Christian Malcoci auch Arnoud Kuipers, der Chef von Blood \u0026 Honour Vlaandern, der britische Combat 18« Kader Mark Atkinson, sowie Michael Brück, Alexander Deptolla und Christoph Drewer aus dem Raum Dortmund. Christian Malcoci ist langjähriger Funktionär der niederländischen neofaschistischen Szene, war jedoch auch in deutschen Neonazistrukturen aktiv - etwa in der Anfang der 1990er verbotenen FAP. Mark Atkinson ist der Gründer der »Combat 18«-Splittergruppe »Radical Volunteer Force«, mit der die NVU seit langem zusammenarbeitet. Die Gruppe um die Dortmunder Michael Brück und Alexander Deptolla, die bei dem Aufmarsch in Amersfoort von so zentraler Bedeutung war, gehört in Deutschland zu einem aktionistischen und militanten Spektrum; sie nimmt an zahlreichen Aktionen teil und pflegt gute Kontakte zu führenden Neonazikadern im In- und Ausland. Als Erfolg für die niederländische Neonaziszene kann der Aufmarsch schon wegen sehr geringer Beteiligung nicht gelten. Die NVU hatte im Vorfeld erheblichen Werbeaufwand betrieben; dennoch erschienen gerade einmal 80 Neonazis. Was von den Erwartungen des NVU-Vorsitzenden Kusters übrig blieb, ging im lautstarken Protest der antifaschistischen Gegendemonstrant_innen unter. Über 100 Menschen beteiligten sich an den Gegenaktionen; die Aufmarschroute musste wegen Straßenblockaden verkürzt werden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.21-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am 21.Februar marschierten Neonazis der »Nederlandse Volksunie« (NVU), zu deutsch »Niederländische Volksunion«, mit rund 80 angereisten Teilnehmer_innen im niederländischen Amersfoort auf. An dem Aufmarsch, nur wenige Kilometer von Amsterdam entfernt, beteiligte sich neben Neonazis aus Belgien und Großbritannien auch eine Gruppe sogenannter »Autonomer Nationalisten« (AN) aus dem Raum Dortmund. Der Aufmarsch wurde von lautstarkem antifaschistischen Protest begleitet. Die NVU ist eine seit den 1970ern bestehende Neonazipartei mit Sitz in Arnhem. Sie folgt traditionell einer im Kern allgemein fremdenfeindlichen und rassistischen Programmatik. Seit der Übernahme des Parteivorsitzes durch Constant Kusters im Jahre 2001 orientiert sich die Partei verstärkt an offen nationalsozialistischen Gruppen wie der NSDAP/AO oder dem Neonazi-Terrornetzwerk »Combat 18«. Dennoch verfügt die neonazistische Partei nur über begrenztes Potenzial und ist dadurch bei größeren Veranstaltungen auf externe Hilfe angewiesen. In Amersfoort stellten deutsche Neonazis aus dem Umfeld der AN den Lautsprecherwagen, fungierten als Ordner und beteiligten sich an der Demonstrationsleitung. Moderiert wurde die Veranstaltung freilich durch Constant Kusters, den Vorsitzenden der NVU. Redebeiträge deutscher, belgischer und britischer Neonazis zeigen jedoch, dass die NVU großen Wert auf internationale Kontakte legt und mit Neonazis aus den Nachbarländern eng zusammenarbeitet. Das Motto des Aufmarsches »Tegen het casino-kapitalisme! Tegen de plutocratie! Eerlijke winstverdeling voor ons volk!« (»Gegen Casinokapitalismus! Gegen Plutokratie! Ehrliche Gewinnteilung für unser Volk!«) zielt auf weit verbreitete antisemitische Verschwörungstheorien ab und macht den als international gebrandmarkten »Casinokapitalismus« für sämtliche Probleme der Gesellschaft verantwortlich. Auf der Veranstaltung wurde trotz ausdrücklichen Verbotes nationalsozialistische Symbolik verwendet; anwesende Neonazis äußerten sich offen antisemitisch und rassistisch. Der Logik rechten Antikapitalismuses folgend, propagierten die Teilnehmer_innen des Aufmarsches einen rassistisch begründeten »Nationalen Sozialismus«. Darunter ist weder Sozialismus im eigentlichen Sinn, noch Kapitalismus, wie er gegenwärtig existiert und funktioniert, zu verstehen. Neben dem symbolischen Wortspiel mit der begrifflichen Nähe des Terminus »Nationaler Sozialismus« zu »Nationalsozialismus« verbirgt sich hinter diesem Begriff in der Vorstellung der Neonazis ein Kapitalismus ohne Finanzsektor und eine Gesellschaft ohne Migrant_innen - quasi ein diffuser Mix aus Apartheitssystem, historischem Nationalsozialismus und einer Rückkehr zu spätmittelalterlicher Wirtschaftsweise. Anwesend waren neben bekannten NVU-Kadern wie Kusters oder Christian Malcoci auch Arnoud Kuipers, der Chef von Blood \u0026 Honour Vlaandern, der britische Combat 18« Kader Mark Atkinson, sowie Michael Brück, Alexander Deptolla und Christoph Drewer aus dem Raum Dortmund. Christian Malcoci ist langjähriger Funktionär der niederländischen neofaschistischen Szene, war jedoch auch in deutschen Neonazistrukturen aktiv - etwa in der Anfang der 1990er verbotenen FAP. Mark Atkinson ist der Gründer der »Combat 18«-Splittergruppe »Radical Volunteer Force«, mit der die NVU seit langem zusammenarbeitet. Die Gruppe um die Dortmunder Michael Brück und Alexander Deptolla, die bei dem Aufmarsch in Amersfoort von so zentraler Bedeutung war, gehört in Deutschland zu einem aktionistischen und militanten Spektrum; sie nimmt an zahlreichen Aktionen teil und pflegt gute Kontakte zu führenden Neonazikadern im In- und Ausland. Als Erfolg für die niederländische Neonaziszene kann der Aufmarsch schon wegen sehr geringer Beteiligung nicht gelten. Die NVU hatte im Vorfeld erheblichen Werbeaufwand betrieben; dennoch erschienen gerade einmal 80 Neonazis. Was von den Erwartungen des NVU-Vorsitzenden Kusters übrig blieb, ging im lautstarken Protest der antifaschistischen Gegendemonstrant_innen unter. Über 100 Menschen beteiligten sich an den Gegenaktionen; die Aufmarschroute musste wegen Straßenblockaden verkürzt werden.","title":"Deutsche und niederländische Neonazis in neuer Kollaboration"},{"city":"Osnabrück","content":" Nur an ein Schlachtfeld hatte die NPD Osnabrück wohl gedacht, als sie ihren Aufruf zum Gedenkmarsch am 7. März veröffentlichte: an die Stelle in Kalkriese, wo vermutlich im Jahre 9 unserer Zeitrechnung die Römer von geeinten germanischen Stämmen unter Führung von Arminius, dem Fürsten der Cherusker, geschlagen und zurückgedrängt wurden. Dass aus diesem einen Schlachtfeld schnell drei wurden, ist den Führungskadern parteiunabhängiger »freier Kameradschaften« Christian Worch und Thomas Wulff zu verdanken. Sie verweigern den Osnabrücker Neonazis und ihrem geplanten Gedenkmarsch durch die Innenstadt Osnabrücks öffentlich ihre Unterstützung.\nDer NPD-Unterbezirk Osnabrück ruft für den 7. März zu einem Gedenkmarsch durch die Innenstadt Osnabrücks auf. Dieser Marsch soll an die »Hermannschlacht« im Jahre 9 n. Chr. erinnern. Mit dem Slogan »2000 Jahre Kampf gegen Überfremdung?für nationale Selbstbestimmung« versuchen die Neofaschist_innen einen Bogen von der Schlacht bei Kalkriese im Landkreis Osnabrück zu der ihrer Meinung nach immer stärker werdenden Macht zu schlagen, »die mit militärischer Gewalt andere Völker unterwirft, ihnen ihre Coca-Cola und McDonalds Kultur aufzwingt und mit Hilfe von Lakaien fremden Scharen Tür und Tor öffnet.« Dieses Gemenge aus Geschichtsklitterung und offenem Antiamerikanismus erscheint selbst Gesinnungsfreunden zumindest als »bizarr«, wie es in der neonazistischen Internetplattform »Altermedia« heißt.\nAber nicht das Motto des Aufrufes war der Anlass für Christian Worch, seine Zusage zur Weiterverteilung des Aufrufes in einem offenen Brief zurückzuziehen. Der langjährige parteifreie Führungsaktivist störte sich an einer dem Anhang angehängten Auflage der Veranstalter_innen. Dort wird den Teilnehmer_innen nahe gelegt,?nur themenbezogene Spruchbänder ohne Anglizismen? zu zeigen und »auf Kleidungsstücke, deren Aufdrucke Anglizismen enthalten oder zur Gewalt aufrufen« zu verzichten. Worch, der regelmäßig auch Aufmärsche für »Autonome Nationalisten« (AN) anmeldet, sieht darin »nicht Verbindendes, sondern potentiell Trennendes«. Und auf diesem zweiten Schlachtfeld scheint es tatsächlich um das Verhältnis zwischen den »Ans« die sich mit scheinbar linkem Outfit und Schwarzem-Block-Auftreten immer weiter in die neofaschistische Öffentlichkeit drängen, und den eher völkisch geprägten Osnabrücker NPDler_innen zu gehen.\nMit Christian von Velsen und Christian Fischer, an den Worchs offener Brief gerichtet war, gehören dem NPD-Unterbezirk zwei führende Aktivisten der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) aus der Einheit »Hermannsland« an. Gegen diese beiden und 24 weitere Neofaschist_innen aus der NPD Osnabrück und ihrem Umfeld wird seit dem Sommer 2007 wegen »Bildung einer bewaffneten Gruppe« sowie »Verstoß gegen das Waffengesetz« ermittelt. Besagte 26 Neonazis hatten im Juli 2006 an einem von der Polizei als »Wehrsportcamp« bezeichneten Zeltlager in Wilsum (Grafschaft Bentheim) teilgenommen. Bei Razzien im April 2007 wurden bei etlichen Teilnehmer_innen Waffen sichergestellt. In dem Lager selbst gab es eine AG »Schießen mit Kleinkalibergewehren« sowie eine AG »Überleben im Felde«, in der die teils noch jugendlichen Neofaschist_innen das Ausheben von Stellungen und Unterständen lernten. Bei den Durchsuchungen wurden auch Bilder von Scheinhinrichtungen sichergestellt, auf denen die Campteilnehmer_innen zwar Freizeitkleidung- »T-Hemden und Bermudahosen«- tragen, sich aber als äußerst martialisch und gewaltbereit darstellen. Da sich die NPD Osnabrück seitdem bemüht, möglichst bürgernah und friedlich aufzutreten, dürfte ihr an »Kleidungsstücken, deren Aufdrucke zur Gewalt aufrufen« auf ihrem Gedenkmarsch nicht gelegen sein.\nDass nun ausgerechnet Christian Fischer um Unterstützung bei der Verbreitung des Demoaufrufes bat, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Sicher wird sich auch Christian Worch noch gut an den Boykottaufruf aus Vechta gegen die vom Bremer NPD-Vorsitzenden Horst Görmann angemeldete und von Christian Worch massiv unterstützte Demonstration in Bremen am 4.11.2006 erinnern. Der Boykott wurde mit »ausländischen Funktionären in den Reihen der NPD Bremen« begründet. Gemeint waren Gabriele und Luisa Yardim, die zu dieser Zeit in der JN Bremen um Sascha Humpe aktiv waren.\nUnterzeichnet war der Aufruf mit dem Kürzel FNV der Kameradschaft »Freie Nationale Vechta«, seinerzeit angeführt vom NPD-Stützpunktleiter Christian Fischer, der im Aufruf mit den Worten »Es könne nicht sein, dass unsere Partei sich in seinen eigenen Ideologien verrate.« (Fehler im Original) zitiert wird. Später versuchte Fischer die Wogen zu glätten, indem er als NPD-Aktivist nichts mit dem Aufruf der Kameradschaft zu tun gehabt haben wollte. Doch in der Szene war allgemein bekannt, dass der Vechtaer NPD-Stützpunkt und die FNV in Personalunion geführt wurden. Zwischen Worch und Fischer entspann sich damals ein umfangreiches Streitgespräch auf Altermedia.\nUnterstützung aus den Reihen der AN dürfte die NPD- Osnabrück nun kaum noch erwarten. Das Aufmarschbanner verschwand nach dem Brief von Christian Worch von AN- Seiten, so zum Beispiel bei der »AG Delmenhorst«, die sonst eng mit der »JN-Delmenhorst« um Florian Cordes zusammen arbeitet und neonazistische Aufmärsche in der Vergangenheit gemeinsam besuchte? eine in der Szene eher unübliche Konstellation. Aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen wird der Zustrom zum Gedenkmarsch dank der internen Auflage auch geringer ausfallen als erwartet. Gerade die »Autonomen Nationalisten« aus dem Ruhrpott zeigen gern Anglizismen auf Bannern und T-shirts, was bisher auf neonazistischen Aufmärschen auch nie als anstößig betrachtet wurde.\nEin drittes Schlachtfeld eröffnete kurz darauf Thomas Wulff, frisch gekürter Bundestagskandidat der NPD Schleswig-Holstein und langjähriger Führungskader der norddeutschen Kameradschaftsszene. Während Christian Worch nur seine Unterstützung zurückzog, rief Thomas Wulff sogar zum Boykott des Gedenkmarsches auf und empfahl den »freien Kräften aus Norddeutschland« »lieber nach Dessau« zu fahren. Dort findet am gleichen Tag ebenfalls ein neofaschistischer Aufmarsch statt. Grund für diese Empfehlung ist für Wulff die Tatsache, dass als Redner in Osnabrück neben dem mecklenburgischen Landtagsabgeordneten Udo Pastörs und dem ehemaligen Bombenbauer und heutigem NPD-Fraktionsmitarbeiter Peter Naumann auch der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD Niedersachsen, Andreas Molau, vorgesehen ist. Wulff wirft Molau, der beim Bundesparteitag der NPD im März gegen Udo Voigt kandidiert, vor, durch seine Äußerungen in der »Jungen Freiheit« Spaltung in den eigenen Reihen zu betreiben und damit gleichzeitig »Anpassung an die Vorgaben unserer Feinde«. Molaus Nähe zur »Neuen Rechten« und sein Kurs eines »modernen, europäischen Nationalismus« erscheint der Fraktion um Jürgen Rieger, zu der auch Thomas Wulff zählt, als zu »moderat«. Sie unterstützen die Wiederwahl Udo Voigts als NPD-Bundesvorsitzenden.\nWulff trägt damit den in der neofaschistischen Szene seit Bekanntwerden von Molaus Kandidatur schwelenden Streit um den »besseren« Vorsitzenden in die Öffentlichkeit und versucht, den Osnabrücker Gedenkmarsch zu einer »Abstimmung mit den Füßen» hochzustilisieren. Auch damit dürfte die Osnabrücker NPD nicht gerechnet haben. Inzwischen hat Andreas Molau seine Kandidatur zurückgezogen. Ob dieser Rückzug dem Osnabrücker Gedenkmarsch nun allerdings wieder größeren Zuspruch einbringt wird sich am 7. März letztlich zeigen.\nEins zeigt das Vorfeldgetöse um den Gedenkmarsch deutlich: die Zerrissenheit der neofaschistischen Szene in Norddeutschland. Vom »kleinen Volk geschart um einen großen Führer« und von der »einigenden Kraft« des Arminius ist hier wenig zu spüren.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.18/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Nur an ein Schlachtfeld hatte die NPD Osnabrück wohl gedacht, als sie ihren Aufruf zum Gedenkmarsch am 7. März veröffentlichte: an die Stelle in Kalkriese, wo vermutlich im Jahre 9 unserer Zeitrechnung die Römer von geeinten germanischen Stämmen unter Führung von Arminius, dem Fürsten der Cherusker, geschlagen und zurückgedrängt wurden. Dass aus diesem einen Schlachtfeld schnell drei wurden, ist den Führungskadern parteiunabhängiger »freier Kameradschaften« Christian Worch und Thomas Wulff zu verdanken. Sie verweigern den Osnabrücker Neonazis und ihrem geplanten Gedenkmarsch durch die Innenstadt Osnabrücks öffentlich ihre Unterstützung.","title":"Viel Lärm um Hermann"},{"city":"Dedensen","content":" Wenige Kilometer von Hannover entfernt, fand am Sonntag, den 15.02.2009 ein Sonderparteitag der NPD-Niedersachsen statt. Rund 50 Mitglieder des Landesverbandes versammelten sich zu diesem Zweck in den Räumlichkeiten des Gaststättenbetriebs »Zum Deutschen Hause«, im Ortskern von Dedensen. Ziel der nun stattgefundenen NPD-Landesdelegiertenkonferenz war die Aufstellung der niedersächsischen NPD-Landesliste zur Bundestagswahl im September 2009.\nDie am vergangenen Wochenende stattgefundene Landesdelegiertenkonferenz der NPD Niedersachsen sollte ursprünglich im Verborgenen stattfinden. Auf eine öffentliche Bewerbung der Veranstaltung wurde verzichtet, unliebsame Beobachter_innen sollten von dem Treffen ferngehalten werden. Aus Sicherheitsgründen wurden selbst die eigenen Parteimitglieder über den Ort der Veranstaltung in Unkenntnis gelassen. Die anreisenden NPD-Delegierten erhielten im Vorfeld lediglich die Adresse einer Autobahnraststätte an der A2. Auf dem besagten Rastplatz bei Hannover-Garbsen, hatten Mitglieder des niedersächsischen NPD- Landesverbandes einen sogenannten Schleusungspunkt für den nun durchgeführten Sonderparteitag errichtet. Erst hier wurde den Mitgliedern der rechtsradikalen NPD der eigentliche Veranstaltungsort offenbart. Das konspirative Vorgehen sowie die strengen Sicherheitsvorkehrungen erinnern dabei mehr an einschlägige Propaganda- und Musikveranstaltungen militanter Neonazigruppen, als an Veranstaltungen legaler Parteiorganisationen. Zumindest ist der Sinn und Zweck eines solchen Vorgehens identisch. Man will unter sich bleiben.\nAls ein halbes Dutzend Fahrzeuge auf dem Autobahnrastplatz zusammengekommen war, setzte sich die Kolonne in Bewegung und stoppte bereits nach kurzer Fahrt im nahe gelegenen Dedensen, am Rande der Stadt Seelze. Hier, in der Gaststätte »Zum Deutschen Hause«, im Umland der niedersächsischen Landeshauptstadt, ist die NPD ein gern gesehener Gast. Bereits seit mehreren Jahren können hier politische Treffen der rechtsradikalen Partei sowie parteiunabhängiger Neonazis stattfinden. So boten die Räumlichkeiten beispielsweise im Juli 2004 unter anderem Unterschlupf für eine NPD-Kreisverbandstagung und am 21.05.2006 konnte in Dedensen dann der Landesparteitag der niedersächsischen NPD durchgeführt werden. Doch nicht nur die NPD wird in der Gaststätte mit offenen Armen empfangen. Auch militante Neonazis, sogenannte »Freie Kräfte« nutzten in der Vergangenheit das Gebäude für Zusammenkünfte des sogenannten »Stammtisch Nationaler Kräfte« (SNK). Die unscheinbare Bezeichnung »Stammtisch« trügt. Hinter dem Kürzel »SNK« verbirgt sich eines der bedeutendsten Vernetzungstreffen niedersächsischer Neonazis, welches regelmäßig unter größter Geheimhaltung und an wechselnden Orten im Hannoveraner Umland stattfindet.\nDie Landesdelegiertenkonferenz der NPD am 15.02.2009 in Dedensen steht im direkten Zusammenhang mit der Bundestagswahl im September 2009. Ähnlich wie bereits zuvor in anderen Bundesländern, vergab nun auch der niedersächsische NPD-Landesverband die Listenplätze für den bevorstehenden Wahlkampf. Als Spitzenkandidat wurde dabei Andreas Molau nominiert. Zuletzt hatte der derzeitige Pressesprecher der NPD-Niedersachsen sowie der NPD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg Vorpommern Ambitionen geäußert, für das Amt des NPD-Bundesvorsitzenden zu kandidieren. Der ehemalige Lehrer einer Braunschweiger Waldorfschule gilt dabei als einer der strategischen Köpfe der NPD. Der anstehende Bundestagswahlkampf dient laut Ausführungen Molaus vordergründig der inhaltlichen Vorbereitung auf die niedersächsische Kommunalwahl im Jahr 2011. »Die Wiederherstellung einer nationalen Identität soll ausgehend von den regionalen Kreisen, einer Graswurzelrevolution gleich, errungen werden«, so Molau weiter.\nUlrich Eigenfeld, seines Zeichens Landesvorsitzender der NPD-Niedersachsen sowie Mitglied im NPD Bundesvorstand wurde von den in Dedensen versammelten NPD-Deligierten auf Listenplatz 2 gewählt. Der in Oldenburg wohnhafte Eigenfeld sorgte in der Vergangenheit für politische Turbulenzen innerhalb des Landesverbandes. Eigenfeld gilt dabei als Vertreter des »nationaldemokratischen« Flügels der Partei. Radikale Kräfte aus den Strukturen der NPD sowie der »freien Kräfte« planten im Jahr 2007 die politische Entmachtung Eigenfelds, scheiterten mit diesem Ansinnen allerdings auf dem NPD-Landesparteitag am 15.04.2007 in Scharzfeld. Als Kompromiss zwischen radikalen und gemäßigten Strömungen sind nun auch Vertreter der militanten »Freien Kräfte« auf der nun verabschiedeten Landesliste vertreten.\nMit dem Versicherungskaufmann Matthias Behrens aus Schneverdingen wurde dabei ein Führungsmitglied der Neonazigruppierung »Snevern Jungs« auf den Listenplatz 3 gewählt. Der als politischer Hardliner geltende Behrens, soll ein ehemaliger Aktivist der 1992 »Wegen Wesensverwandschaft mit dem Nationalsozialismus« durch das Bundesinnenministerium verbotenen »Nationalistischen Front« (NF) sein. Sein Name wird auf Sympathisanten- und Mitgliedslisten der verbotenen Organisation geführt. Ihm folgt auf dem nachstehendem Listenplatz die NPD Aktivistin Ricarda Riefling, Landessprecherin des »Ring Nationaler Frauen« (RNF) in Niedersachsen und Aktivistin der neonazistischen »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF). Ähnlich wie Behrens gilt auch Ricarda Riefling als Vertreterin des radikalen NPD-Flügels und tritt als Vorsitzende des »NPD Unterbezirks Oberweser« in Erscheinung. Als führende Aktivistin des niedersächsischen Ablegers der »RNF« ist Ricarda Riefling ebenfalls im Landesvorstand der niedersächsischen NPD vertreten.\nNominiert für einen Listenplatz wurde ebenfalls Patrick Kallweit. Berührungsängste mit militant agierenden Neonazigruppierungen sind dem 1985 geborenen Kallweit, dessen programmatische Schwerpunkte nach Eigenangaben im Bereich »Sicherheit« liegen, weitestgehend fremd. Als Vorsitzender des NPD Unterbezirks Braunschweig sowie gleichsam Vorsitzender des NPD Kreisverbandes Goslar / Salzgitter gehörte der NPD Nachwuchsfunktionär zu den Veranstaltern eines szene-internen Fußballturniers im August letzten Jahres. Unter den Teilnehmer_innen befand sich auch eine Mannschaft, bestehend aus Mitgliedern der neonazistischen Gruppierung »Kameradschaft Northeim«. Diese Organisation sorgte zuletzt Anfang des Jahres für negative Schlagzeilen. Bei einer groß angelegten Polizeirazzia am 21. Januar 2009, beschlagnahmten Einsatzkräfte der Polizei neben Propagandamaterialien ein umfangreiches Waffenarsenal.\nNeben der nun verabschiedeten Landesliste stellt die NPD-Niedersachsen weitere Bundestagskandidaten. In mehreren niedersächsischen Wahlkreisen wurden bereits NPD-Mitglieder nominiert. So auch im Wahlkreis Braunschweig, wo mit Andreas Wolf ein weiterer Vertreter, mit radikal-politischer Ausrichtung aufgestellt wurde. Wolf beteiligte sich in der Vergangenheit mehrfach an Aktivitäten des militanten Kameradschaftsspektrums. Zuletzt am 16.11.2008 anlässlich des Volkstrauertages während einer Kundgebung von Neonazis auf dem Soldatenfriedhof im niedersächsischen Essel. Mit Michael Hahn im Wahlkreis Göttingen wurde auch ein ehemaliger Aktivist der 1995 verbotenen »Freiheitlichen Arbeiterpartei« nominiert. Hahn verfügt derzeitig als Abgeordneter der NPD über einen Sitz im Stadtrat von Bad Lauterberg. Hahn soll ebenfalls enge Verbindungen zur »Kameradschaft Northeim« besitzen, und trat in der Vergangenheit mit Erkennungszeichen der Organisation in Erscheinung.\nBei weiteren Kandidaten handelt es sich um das langjährige NPD Mitglied Friedrich Preuß aus Helmstedt sowie Uwe Kallweit im Wahlkreis Gifhorn / Peine. Auch die NPD-Osnabrück verfügt mit dem 33jährigen Jochim Schnell und Dirk Heimsoth über zwei NPD Bundestagskandidaten. Dirk Heimsoth, der Vorsitzende des NPD Unterbezirks Osnabrück muss sich derzeit nicht nur auf die anstehende Bundestagswahl vorbereiten, Heimsoth sieht sich ebenfalls schwerwiegenden Anklagepunkten gegenüber. Das NPD Mitglied war Teilnehmer eines paramilitärischen »Sommerlagers« von Neonazis im Juli 2006 nahe der Gemeinde Wilsum. Die zuständige Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt in diesem Zusammenhang wegen »Bildung einer bewaffneten Gruppe« sowie »Verstoß gegen das Waffengesetz«.\nWährend der NPD-Landesdelegiertenkonferenz am 15.02.2009 in Dedensen waren neben Heimsoth noch weitere Teilnehmer_innen des 2006 durchgeführten paramilitärischen Zeltlagers zugegen. Als Mitglieder des parteieigenen NPD-Ordnerdienstes waren diese für die Einlasskontrolle der Veranstaltung verantwortlich. Darunter befand sich auch Christian Fischer, ein Mitglied der neonazistischen Vereinsorganisation »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« (HDJ) und einer der Ausbilder während des Wilsumer Zeltlagers. Gegen Fischer sind derzeit weitere staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren anhängig. Dem ehemaligen NPD Kandidaten zur niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008 wird vorgeworfen an der Vorbereitung und Organisation einer sogenannten »Rasseschulung« beteiligt gewesen zu sein. In Anbetracht der in Dedensen versammelten NPD-Deligierten fiel die Bedrohung anwesender Journalisten durch angereiste Neonazis dann nicht weiter ins Gewicht.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.15/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Wenige Kilometer von Hannover entfernt, fand am Sonntag, den 15.02.2009 ein Sonderparteitag der NPD-Niedersachsen statt. Rund 50 Mitglieder des Landesverbandes versammelten sich zu diesem Zweck in den Räumlichkeiten des Gaststättenbetriebs »Zum Deutschen Hause«, im Ortskern von Dedensen. Ziel der nun stattgefundenen NPD-Landesdelegiertenkonferenz war die Aufstellung der niedersächsischen NPD-Landesliste zur Bundestagswahl im September 2009.","title":"Sonderparteitag der NPD Niedersachsen"},{"city":"Celle","content":" Der gezielte Angriff eines niedersächsischen NPD-Aktivisten auf einen Pressefotographen im vergangenen Jahr sorgte nun für juristische Konsequenzen. Das Amtsgericht Celle sah es als erwiesen an, dass der Angreifer im Juni 2008 bewusst auf den Fotographen zutrat, ihn bedrängte und zuletzt durch einen Ellenbogenschlag im Gesicht verletzte. Wie der Angeklagte im Verlauf des Prozesses einräumte, wollte man verhindern, dass eine Veranstaltung von Rechtsradikalen im niedersächsischen Eschede von Medienvertretern dokumentiert werden konnte. Das in der Vergangenheit bereits mehrfach, wegen einschlägigen Gewaltdelikten verurteilte Führungsmitglied der militanten »Kameradschaft Celle 73« wurde schlussendlich zu einer Geldstrafe und vier Monaten auf Bewährung verurteilt.\nDer nun vor dem Amtsgericht Celle verhandelte Vorfall ereignete sich im Verlauf eines sogenannten »Sommerfestes mit anschließender Sonnenwendfeier« am 20. und 21.06.2008. Hunderte Mitglieder der niedersächsischen NPD sowie der parteiunabhängigen »Freien Nationalisten« versammelten sich zu diesem Zweck auf dem Anwesen des langjährigen NPD Funktionärs Joachim Nahtz in der kleinen Gemeinde Eschede. Die Veranstaltungen auf dem abgelegenen Grundstück besitzen inzwischen Tradition. Bereits seit mehreren Jahrzehnten finden hier inmitten der Lüneburger Heide die ideologisch eingefärbten Zusammenkünfte unter dem Deckmantel »völkischer Brauchtumspflege« statt. Im vorangegangenen Jahr wurde das Treiben darüber hinaus durch eine neonazistische Konzertveranstaltung am Vortag ergänzt. Ungestört von der Außenwelt konnten dort Rechtsrockbands, wie die niedersächsische Musikgruppe »Cherusker«, rechtsradikale Propaganda verbreiten.\nBewacht wurde die Veranstaltung im Juni 2008 durch einen eigens aufgestellten Ordnerdienst der Neonaziszene, der über das landwirtschaftliche Anwesen patrouillierte. Aus ihrer Gewaltbereitschaft machte die, in blauen Hemden uniformierte Truppe, keinen Hehl. Die Parole »Saalschlacht« und »Hier kommen Sie nicht durch – Hier machen wir sie Platt« prangte umrahmt von einem aufgedruckten Schlagring auf der Uniformbekleidung der szeneeigenen »Sicherheitskräfte«. Der Ordnerdienst rekrutierte sich dabei vorwiegend aus Mitgliedern der »Kameradschaft Celle 73«, einer militanten Neonazigruppe aus der nahe gelegenen Kreisstadt. Auch Klaus Hellmund, ehemaliger NPD Kandidat anlässlich der vorangegangenen niedersächsischen Landtagswahl und langjährige Neonaziaktivist, zuletzt im Jahr 2003 wegen schwerem Landfriedensbruch und Körperverletzung zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, gehörte zu den eingesetzten Patrouillen.\nAls sich in den Abendstunden des 20.06.2008 zwei Pressevertreter in Begleitung der Polizei dem Anwesen näherten, versuchten Mitglieder des Ordnerdienstes diese an der Arbeit zu hindern. Während ein Teil der Neonazis die anwesenden Polizeibeamte in Gespräche verwickelten, wurde wenige Meter entfernt der wenig später verletzte Pressefotograph durch Klaus Hellmund abgedrängt und wenige Sekunden später gewaltsam attackiert.\nDie Anwältin des Täters gab in dem nun am 12.02.2009 stattgefundenen Prozess vor dem Amtsgericht Celle zu bedenken, dass sie sich eine Tatbeteiligung ihres Mandanten nur schwer vorstellen könne. Der Vorfall sei in Anbetracht der eingesetzten Polizeikräfte »wahnwitzig und hirnrissig«. Einem »vernünftigen Menschen« traue die Anwältin eine solche Tat nicht zu. Angesichts der vorgebrachten Zeugenaussagen beantrage die Verteidigung später allerdings »Hilfsweise eine milde Strafe«. Die Staatsanwaltschaft forderte zuvor eine Haftstrafe welche, aufgrund des massiven Vorstrafenregisters des Angeklagten, nicht zur Bewährungsstrafe umgewandelt werden könne. Dass dennoch eine Geld- und Bewährungsstrafe verhängt wurde, begründete der zuständige Richter des Amtsgerichts Celle mit dem derzeitigen Lebenswandel des 1972 geborenen Elektromonteurs. Auch die ausdrückliche Reue und eine Entschuldigung gegenüber dem Pressefotographen wertete das Gericht strafmildernd. Von einer Abgrenzung zur Neonaziszene wollte der Angeklagte allerdings nicht sprechen. Man habe verhindern wollen die Teilnehmer der Veranstaltung in Eschede dokumentiert werden konnten, und »dies werde man auch weiterhin tun«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.12/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der gezielte Angriff eines niedersächsischen NPD-Aktivisten auf einen Pressefotographen im vergangenen Jahr sorgte nun für juristische Konsequenzen. Das Amtsgericht Celle sah es als erwiesen an, dass der Angreifer im Juni 2008 bewusst auf den Fotographen zutrat, ihn bedrängte und zuletzt durch einen Ellenbogenschlag im Gesicht verletzte. Wie der Angeklagte im Verlauf des Prozesses einräumte, wollte man verhindern, dass eine Veranstaltung von Rechtsradikalen im niedersächsischen Eschede von Medienvertretern dokumentiert werden konnte. Das in der Vergangenheit bereits mehrfach, wegen einschlägigen Gewaltdelikten verurteilte Führungsmitglied der militanten »Kameradschaft Celle 73« wurde schlussendlich zu einer Geldstrafe und vier Monaten auf Bewährung verurteilt.","title":"»Hilfsweise eine milde Strafe« - für Neonazi in Celle"},{"city":"Athen","content":" Die Neonazis warfen Brandsätze und Steine. Im Stadtzentrum von Athen, der griechischen Landeshauptstadt ertönten am Samstag, den 09.05.2009 Schreie und ein Chor von Hassgesängen, um sogleich von den regelmäßig wiederkehrenden Explosionsgeräuschen von Feuerwerkskörpern abgelöst zu werden. Gewaltbereite und vermummte Neonazis versuchten in der Folge eine Flüchtlingsunterkunft im Herzen der Stadt zu stürmen. Die gewaltsamen Ausschreitungen entwickelten sich im Verlauf einer Kundgebung der griechischen Neonaziorganisation »Chrysi Avyi« (Goldene Morgendämmerung).\nDie Anhänger_innen der neonazistische Parteiorganisation »Chrysi Avyi« verstehen sich als Überzeugungstäter. Ultra-Nationalismus, Antisemitismus und offen formulierter Rassismus gehören innerhalb der wohl wichtigsten neonazistischen Parteiorganisation Griechenlands zum guten Ton. In ihrem Aufruf anlässlich der Kundgebung auf dem Omania-Platz im Stadtzentrum von Athen forderte die Anhänger_innen der »Chrysi Avyi« und Mitglieder ihre Jugendorganisation »Chrysi Avyi Jugend Front« unmissverständlich die »Befreiung Athens und Griechenlands von den Horden illegaler Einwanderer«. Im Anschluss an die Kundgebung marschierten die angereisten Neonazis zum ehemaligen Athener Berufungsgericht. Der seit dem Jahr 2000 leerstehende Gebäudekomplex wurde einige Wochen zuvor durch etwa 500, von Abschiebung bedrohten Einwander_innen besetzt. Zuvor wurde der Kundgebungsplatz durch Einsatzkräfte der Polizei abgeriegelt, antifaschistische Gegendemonstrant_innen der Zugang zu der Neonaziveranstaltung und auch zur Flüchtlingsunterkunft verwehrt.\nNachdem die, zum Teil mit Knüppeln und Fahnenstangen bewaffnete Anhängerschaft der »Chrysi Avyi« die Unterkunft der Einwanderer erreichten, wurden Wurfgeschosse und Feuerwerkskörper auf den Gebäudekomplex geschleudert. Gleichlautenden Augenzeugenberichten folgend, seien auch Brandsätze verwendet worden. Aus der gröhlenden Menge heraus ertönte «Griechenland den Griechen«, die Arme wurden zum Hitlergruß gestreckt. Die Bewohner des Hauses setzten sich zur Wehr und bewarfen ihrerseits die Angreifer mit Bauschutt. Daraufhin schossen Polizeibeamte Tränengas in das mehrstöckige Gebäude. Im Verlauf der gewaltsamen Auseinandersetzungen spielten sich verstörende Szenen ab. Die Polizeikräfte unterließen es, die angreifenden Schar der Neonazis zurückzudrängen. Fotografien zeigen hingegen griechische Polizeibeamte welche sich inmitten der wütenden Angreifer bewegten und nur wenig Anstalten unternahmen die Situation unter Kontrolle zu bekommen.\nDie gewaltsame Erwiderung der Verteidigungsversuche der im Gebäude Eingeschlossenen mit dem Beschuss von Tränengas wirft nicht zuletzt ein erschreckendes Bild auf das Vorgehen der griechischen Sicherheitsbehörden. Nach Beendigung der Krawalle wurden Stimmen laut welche der Polizei vorwarfen die Flüchtlingsunterkunft nicht ausreichend geschützt zu haben. Während das Gebäude attackiert wurde, überwanden antifaschistischen Gegendemonstrant_innen die Absperrungen der Polizei und lieferten sich Auseinandersetzungen mit den angreifenden Neonazis und konnten so weitere Angriffe auf den Gebäudekomplex verhindern. Die Gegendemonstrant_innen wurden daraufhin von den eingesetzten Polizeikräften zurückgedrängt. Vor dem Gebäude der nahegelegenen Polytechnischen Schule in der Athener Innenstadt, attackierten Mitglieder der griechischen Autonomen wenig später Polizeibeamte mit Molotowcocktails und Steinen, es kam zu Festnahmen. Bei den Krawallen am vergangenen Samstag sollen den Angaben griechischer Medien folgend mehrere Demonstrant_innen und Polizeibeamte verletzt worden sein. Unter den Verletzten befanden sich auch Einwanderer die zuvor von Neonazis angegriffen wurden.\nNoch am Vortag der neofaschistischen Kundgebung hatten mehrere Menschenrechtsgruppen, unter anderem die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« die Zustände in dem ehemaligen Gerichtsgebäude scharf kritisiert. Die rund 500 Einwanderer müssen in dem achtstöckigen Haus ohne Müllbeseitigung, Strom, sanitäre Anlagen und fließendes Wasser auskommen. Die Einwanderer die in dem Gebäude unter menschenunwürdigen Bedingungen leben kündigten derweil an selbst für den Schutz des Gebäudes zu sorgen zu wollen. Nach den Vorgängen des Wochenendes und dem Vorgehen der Polizei wolle man »nun selbst Wache« halten. Das Vorgehen der Einwanderer scheint angebracht. Die »Chrisy Avgi« verkündete bereits weitere gegen die in ihren Augen »tolerante Politik gegenüber Einwanderern« anzustrengen. Die griechische »Reinheit des Blutes« müsse schließlich verteidigt werden, so die anschließenden Kommentare griechischer Neofaschiste_innn auf einschlägigen Internetseiten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.09/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Neonazis warfen Brandsätze und Steine. Im Stadtzentrum von Athen, der griechischen Landeshauptstadt ertönten am Samstag, den 09.05.2009 Schreie und ein Chor von Hassgesängen, um sogleich von den regelmäßig wiederkehrenden Explosionsgeräuschen von Feuerwerkskörpern abgelöst zu werden. Gewaltbereite und vermummte Neonazis versuchten in der Folge eine Flüchtlingsunterkunft im Herzen der Stadt zu stürmen. Die gewaltsamen Ausschreitungen entwickelten sich im Verlauf einer Kundgebung der griechischen Neonaziorganisation »Chrysi Avyi« (Goldene Morgendämmerung).","title":"Rassistische Ausschreitungen in Griechenland"},{"city":"Augustdorf","content":" Am vergangenen Samstag, dem 07.02.2009 fand im nordrhein-westfälischem Augustdorf ein neonazistisches Rockkonzert mit rund 120 Anhänger_innen der rechtsradikalen Szene statt. Zu der einschlägigen Veranstaltung in einem leer stehenden Industriekomplex der kleinen Gemeinde, konnten anreisende Teilnehmer_innen aus der gesamten Bundesrepublik beobachtet werden.\nGegen 22:00 Uhr erreichte der rote Kleinwagen den abgeschiedenen Autobahnrastplatz Hövelriege an der A33. Nachdem das Auto zum Stehen gekommen war, trat ein junger Mann aus dem Dunkel an die Beifahrertür heran, überreicht den wartenden Fahrzeuginsassen nach einem kurzem Wortwechsel ein Stück Papier. Das nächtliche Treffen dauerte nur wenige Augenblicke, bevor der voll besetzte PKW sich wieder in Bewegung setzte. Um eine rein zufälige Zusammenkunft auf dem verregneten Parkplatz am vergangenen Samstag handelte es sich hingegen nicht. Zuvor waren bereits dutzende Fahrzeuge in das Schauspiel in Hövelriege verwickelt. Ein kurzer Stopp, ein Gespräch und wenige Augenblick später waren die Fahrzeuge mit ihren zumeist kahlgeschorenen Insassen wieder verschwunden. Das Vorgehen gehört zum Geschäft. Der Rastplatz, zwischen Bielefeld und Paderborn gelegen, fungierte an diesem Abend als geheimer Schleusungspunkt, eine Orientierungsmarke für ein ideologisch eingefärbtes Nazirockkonzert.\nIm Zusammenhang mit Konzertveranstaltungen von Neonazis sind solche Verfahrensweisen ein standardisiertes Vorgehen. Es dient dem Schutz der geheimen Treffen und soll unliebsame Beobachter_innen von den Konzerten fernhalten. Mit Kontakttelefonnummern welche über interne SMS- oder Mailverteiler im Vorfeld verbreitet werden, erfahren die anreisenden Neonazis die Orte der Schleusungspunkte, zumeist Rastplätze oder Tankstellen an Autobahnen und werden von dort zu den späteren Veranstaltungsorten geleitet. So auch der rote Kleinwagen aus dem Landkreis Höxter der am vergangenen Wochenende über den Schleusungspunkt in Hövelriege zum Konzertort geleitet wurde. Über kleine Ortschaften und verschlungene Bundesstraßen bewegte sich das Fahrzeug zu seinem Zielort und kam schlussendlich in einem Industriegebiet der Gemeinde Augustdorf zum Stillstand.\nDort, auf einem unbeleuchteten Parkplatz in unmittelbarer Nähe eines zurückliegenden Gebäudekomplexes standen zu diesem Zeitpunkt bereits weitere 40 Fahrzeuge. Kennzeichen aus Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg befanden sich darunter. Wie auch der Parkplatz so erschien auch das Gebäude unbeleuchtet. Doch der Eindruck täuschte, der gläserne Eingangsbereich der ehemaligen »Spedition Textrans« wurde an diesem Abend lediglich mit großen dunklen Tüchern abgehängt. Aber auch ohne Licht wurde ersichtlich was innerhalb des Gebäudes vor sich ging. Die aggressive Rockmusik und das lautstarke Gegröhle von Musikern wie Teilnehmer_innen sind in dem Industriegebiet weithin hörbar. Es ist ein Rechtsrockkonzert, eine Veranstaltung der Szene für die Szene. Hier werden bereits Jugendliche durch rassistische und antisemitische Texte auf Linie gebracht.\nEin Blick auf das bisherige »Schaffenswerk« einer der anwesenden Musikgruppen unterstreicht diese Sichtweise. So traten neben der Rechtsrockband »Extressiv« auch die, für ihrer drastischen Textpassagen bekannte Szene-Band »Weiße Wölfe« in Erscheinung. Mit einschlägige Textpassagen wie »Juda verrecke und Deutschland erwache« rufen die Mitglieder der Musikgruppe zum Hass und »Rassenkrieg« auf. »Und haben wir die alleinige Führung, dann weinen viele, doch nicht vor Rührung, Für unser Fest ist nichts zu teuer, 10.000 Juden für ein Freudenfeuer.«, so die Musikgruppe weiter. Aussagen die keine Fragen offen lassen. Das seit dem Jahr 2002 bestehenden Untergrundprojekts der neonazistischen Musikszene versteht sich als propagandistischer »Kampfverband im Krieg gegen das verhasste BRD-System«, das Schlagzeug ist ihre Waffe, die E-Gitarre ihr Kriegswerkzeug.\nBegleitet wurde das nun in Augustdorf stattgefundene Rechtsrockkonzert von einem nächtlichen Großeinsatz der Polizei, Abreisende Teilnehmer_innen wurden Fahrzeug- und Personenkontrollen unterzogen. Wie der Polizeisprecher der zuständigen Polizeidirektion in Detmold im Nachhinein mitteilte, sei die rechtsradikale Konzertveranstaltung gegen 03:00 Uhr beendet worden, strafrechtlich relevante Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Das Neonazikonzert konnte regulär fortgeführt werden, da sich der Veranstaltungsort, nach Polizeiangaben in einem Industriegebiet befand und demnach keine Außenwirkung gegeben war.\nDie Veranstalter des Rechtsrockkonzertes am vergangenen Samstag werden der Neonazisszene aus dem nordrhein-westfälischem Höxter zugerechnet. Die Gruppierung, unter wechselnden Bezeichnungen wie »Freie Kräfte Höxter«, »Sturm Höxter« oder auch »Autonome Nationalisten Höxter« in Erscheinung tretend, gilt bei Polizei wie auch Szenebeobachter_innen als kleiner, allerdings politisch umtriebiger Zusammenschluss. Bereits im September letzten Jahres hatten Mitglieder der Gruppe in der Region Höxter eine ähnliche Veranstaltung wie nun zuletzt in Augustdorf organisiert. Im Ernstfall könne die regionale Szene laut Polizeiangaben auf rund 50 aktive Neonazis aus ihrem politischem Umfeld zurückgreifen. Enge Verbindungen besitzt die regionale Neonaziszene dabei nicht nur zu Gruppierungen in Nordrhein-Westfalen.\nUnter dem gemeinsamen Dachverband »Freie Nationalisten Ostwestfalen« entwickelten die lokal begrenzten Gruppierungen in den letzten Jahren ebenso überregionale Aktivitäten. Auch ins niedersächsische Schaumburg reicht das militante Netzwerk. Die dort ansässige Kameradschaftsgruppe »Nationale Offensive Schaumburg« (NOS) gilt dabei als extrem gewaltbereit. Derzeit verbüßen Führungskader der »NOS« wegen Gewalttaten langwierige Haftstrafen. Ein weiteres Mitglied, welches sich derzeit auf freiem Fuß befindet, war im August 1999 an einem Überfall auf den 44jähigen Peter Deutschmann aus Eschede beteiligt. Die Angreifer hatten brutal auf ihr Opfer eingeschlagen, als dieser sich wiederholt über laute Neonazimusik beschwerte. Peter Deutschmann wurde durch die Attacke so schwer verletzt das er nach einem mehrstündigem Todeskampf »jämmerlich gestorben« sei, wie die zuständige Staatsanwältin in dem späteren Prozess zu Protokoll gab.\nBei dem nun stattgefundenen Konzert soll es sich nach Angaben der Organisatoren weniger um eine politische Veranstaltung, sondern vielmehr um eine interne Solidaritätsveranstaltung gehandelt haben. Dem vorangegangen war ein Autounfall im Dezember 2008, in dessen Folge ein Mitglied der »Freien Kräfte Höxter« tödlich verunglückte. Nach Bekanntwerden des Unfalls organisierte die regionale Neonaziszene über eine Internetseite tatsächlich eine Solidaritätskampagne und rief angesichts der Beerdigungskosten zu Geldspenden auf. Der Eintrittspreis des Augustdorfer Konzertes von rund 15,- Euro solle ebenfalls der Familie des Verstorbenen gespendet werden. Um eine kommerzielle Konzertveranstaltung handele es sich allerdings nicht, so die Veranstalter weiter, »da alkoholische Getränke kostenlos seien«. Inwieweit die getätigten Angaben der Organisatoren der Wahrheit entsprechen und nicht als Schutzbehauptung gegenüber der Polizei zu werten sind, bleibt allerdings fraglich. Immer wieder werden Neonazikonzerte als Geburtstags- oder Hochzeitfeiern getarnt um polizeilichen Maßnahmen und Ermittlungsverfahren zu entgehen. Die ein bis zwei Euro Getränkepreise welche die Teilnehmer_innen tatsächlich im Verlauf der Veranstaltung entrichten mussten, werfen indes ein trübes Licht auf den Wahrheitsgehalt der dort getätigten Aussagen.\nDie hohe Beteiligung überregionaler Teilnehmer_innen an der Konzertveranstaltung wird vor allem auf den angekündigten Auftritt der neonazistischen Band »Die Lunikoff Verschwörung« aus Berlin zurückgeführt. Entsprechende Vorabankündigungen wurden im Vorfeld des Konzertes über SMS- und Mailverteiler in Umlauf gebracht. Der angekündigte Auftritt des ehemaligen Frontmanns der Musikgruppe »Landser«,entpuppte sich jedoch als Falschinformation. In einschlägigen Internetforen beschwerten sich daraufhin Teilnehmer_innen über diese, mutmaßlich beabsichtigte Falschmeldung der Veranstalter, welche die angebliche Beteiligung der »Lunikoff Verschwörung« als Lockmittel für höhere Besucherzahlen genutzt hätten.\nBei dem Sänger der »Lunikoff Verschwörung« handelt es sich um Michael Regener, den ehemaligen Frontmann der 2004 durch das Berliner Kammergericht als »kriminelle Vereinigung« verbotenen Rechtsrockband »Landser«. Mit Textpassagen wie »Afrika für Affen, Europa für Weiße, Steckt die Affen in ein Boot und schickt sie auf die Reise« erlangte die Band innerhalb des Neonazispektrums »Kultstatus«. Nach der Haftentlassung des NPD Mitgliedes Michael Regener im Februar 2007 avancierten Konzertveranstaltungen mit der Beteiligung des »politischen Überzeugungstäters« zu Großevents. Erst im Oktober 2008 reisten anlässlich eines Konzertes der »Lunikoff Verschwörung« über 1000 Neonazis in die mecklenburgischen Kleinstadt Mallenthin. Die ebenfalls im Vorfeld angekündigte Rechtsrockband »Cherusker« aus dem niedersächsischen Osnabrück glänzte in Augustdorf vor allem mit Abwesenheit. Einen Tag nach dem verpassten Konzert wurde über diverse Internetseiten eine Selbstauflösung der Musikgruppe »Cherusker« verbreitet. Inwieweit dies der Wahrheit entspricht bleibt zweifelhaft, da die Veranstalter in Augustdorf bis zuletzt mit dem Auftritt der Band rechneten.\nNeben der Musikveranstaltung in Nordrhein-Westfalen fand am vergangen Wochenende noch ein weiteres Konzert der Neonazi-Szene in der Bundesrepublik statt. So fand ein ursprünglich für das französische Elsass geplantes Rechtsrockkonzert mit den neonazistischen Musikgruppen »12 Golden Years«, »Propaganda«,»Radikahl« sowie »Death Head« schließlich in Baden-Württemberg statt. Vor Ort waren rund 250 Neonazis der lokalen und überregionalen Szene. Neben Plattenständen neonazistischer Versandhändler gab es auch eine Tombola, die von einer »langjährigen Kameradin« veranstaltet wurde. Der Erlös solle in Dänemark inhaftierten Neonazis zu Gute kommen.\nAuch im europäischen Umland wurden Aktivitäten vermeldet. So etwa in der »Moloko Bar«, dem Nachfolger der neonazistischen Szenekneipe »deKastelein« im Belgischen Brügge. Dort traten am vergangenen Samstag die Musikgruppen »TMF« und »Skinfull« auf. Die Band »TMF«, deren ausgeschriebener Name »Tattoed Motherfuckers« lautet, gaben sich textlich nicht als bekennende Aktivisten der Neonazisszene zu erkennen. Die dargebotenen Lieder beschäftigten sich vor allem mit dem übermäßigem Genuss alkoholischer Getränke, Gewaltphantasien und »falschen Kameraden«. Die Mitglieder der Gruppe um Frontmann Steve »Jonesy« Jones sind allerdings alles andere als unpolitisch. Bei Jones handelt es sich um den Sänger der britischen Band »English Rose« welche dem Netzwerk von »Blood and Honour« zugerechnet wird. In der Bundesrepublik wurde das neonazistische Netzwerk, das gezielt Musikveranstaltungen für Propagandazwecke nutze, im September 2000 durch den damaligen Bundesinnenminister Otto Schily verboten. Dies hindert die Mitglieder des bundesweiten Neonazimilieus jedoch nicht daran auch weiterhin an Konzerten mit der »Begleitmusik zu Mord und Totschlag« teilzunehmen. So, wie auch die Insassen des roten Kleinwagens mit Höxteraner Kennzeichen, welche gegen 04:30 Uhr das Industriegebiet im nordtrhein-westfälischen Augustdorf ohne nennenswerten Zwischenfälle wieder verließen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Samstag, dem 07.02.2009 fand im nordrhein-westfälischem Augustdorf ein neonazistisches Rockkonzert mit rund 120 Anhänger_innen der rechtsradikalen Szene statt. Zu der einschlägigen Veranstaltung in einem leer stehenden Industriekomplex der kleinen Gemeinde, konnten anreisende Teilnehmer_innen aus der gesamten Bundesrepublik beobachtet werden.","title":"Nazirockkonzert in Augustdorf"},{"city":"Nordhorn","content":" In den letzten Wochen sind mehrere Gerichtsprozesse gegen Angehörige der Neonaziszene aus dem niedersächsischen Nordhorn zu Ende gegangen. In den Verfahren wurden mehrere Bewährungsstrafen verhängt. Darüber hinaus müssen nun drei der verurteilten Neofaschisten den Gang ins Gefängnis antreten.\nDie nun gegen die Mitglieder der Nordhorner Neonaziszene verhängten Strafen, resultieren vor allen aus der hohen Gewaltbereitschaft welche die Neonazis bei der Durchführung ihrer Taten anwendeten. Eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten muss beispielsweise der 24jährige Arne de Witte aus Nordhorn verbüßen. Witte, der als Aktivist eines parteiunabhängigen Nordhorner Neonazizusammenschlusses gilt, hatte während einer Liveübertragung der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2008 eine Gruppe Jugendlicher attackiert. Der Attacke war ein heftiges Wortgefecht vorangegangen. Kurz nach Beendigung der tumultartigen Szenerie griff der langjährige Neonaziaktivist dann ein Mitglied der Partei »Bündnis 90 – die Grünen« tätlich an und verletzte dieses schwer. Den Kopf seines Opfers schlug Witte dabei mehrfach gegen einen Holzpfahl sowie ein Verkehrsschild. Das Opfer verlor dabei das Bewusstsein und musste später im Krankenhaus behandelt werden.\nDem 24jährigen Neonazi wurde darüber hinaus während des Prozesses im Dezember 2008 vor dem Amtsgericht Nordhorn eine körperliche Auseinandersetzung mit Polizeikräften in der Kreisstadt zur Last gelegt. De Witte hatte nach einer Schlägerei zum Tatort eilende Einsatzkräfte der Polizei mit einer Flasche beworfen. Die anschließende Personalienbefragung durch die Beamten, beantworte der Neonazi dann szenegemäß mit einem Hitlergruß. In das nun gegen den Neonazi verhängte Strafmaß floss ebenfalls die Beteiligung an einem weiteren Körperverletzungsdelikt ein. Arne de Witte war laut Ausführungen des Gericht dabei maßgeblich in einen Vorfall involviert, der sich im September 2007 in der Gaststätte »zum Turm« in Nordhorn-Blanke zutrug.\nDie Gastwirtschaft gilt Szenebeobachter_innen zufolge bereits seit längerem als Treffpunkt der regional agierenden Neonaziszene. Bei dem Vorfall wurde ein Besucher der Kneipe mit den Worten »Neger sind hier nicht erlaubt« aus den Räumlichkeiten gedrängt. Vor dem Gebäude wurde das Opfer weiter verfolgt und anschließend zu Boden geschlagen. Arne de Witte versetzte dem am Boden liegenden Mann daraufhin mehrere Tritte und Faustschläge. Der Angegriffene, der seinen Wohnsitz zuvor von Großbritannien nach Deutschland verlegte, erlitt neben körperlichen Verletzungen auch eine schwere Traumatisierung. Aus Angst vor weiteren Übergriffen verließ das Opfer inzwischen das Land und zog zurück nach Großbritannien. Der Diebstahl eines sogenannten Rollators in einem Nordhorner Kaufhaus, welcher dem 24jährigen ebenfalls zur Last gelegt wurde, fiel angesichts der begangenen Körperverletzungsdelikte bei der Strafbemessung des Amtsgerichtes nicht erheblich ins Gewicht.\nWegen des gewaltsamen Übergriffs im September 2007, sowie ebenfalls aufgrund des Diebstahls eines Rollators in einem Kaufhaus musste sich auch der 22jährige Neonaziaktivist Jonas Münstermann aus Nordhorn vor Gericht verantworten. Doch auch der 22jährige musste sich wegen weiterer Straftaten verantworten. Münstermann hatte den neuen Freund einer ehemaligen Freundin am Telefon mit den Worten »Scheiß Polacke« beleidigt. Der Nordhorner, der bereits eine Jugendstrafe in der Justizvollzugsanstalt Hameln sowie eine Alkoholtherapie antreten musste, erhielt vor dem Amtsgericht Nordhorn zunächst eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Im Gegensatz zu Arne de Witte ging der 22jährige Münstermann jedoch in Berufung.\nWährend des darauf folgenden Prozesses, der im Landgericht Osnabrück weitergeführt wurde, gab er den Diebstahl und die Beleidigung zu, reduzierte seine Rolle während des Übergriffs im September 2007 jedoch darauf, lediglich zu Hilfe eilende Passanten von dem Übergriff ferngehalten zu haben. Letztendlich erreichte Münstermann durch seine Einlassungen vor dem Landgericht eine Aussetzung des Verfahrens. Das Gericht begründete diese Entscheidung mit den derzeitigen Lebensumständen des Angeklagten. So übe seine derzeitige Lebensgefährtin, welche laut Gericht »nicht-deutsche Wurzeln« habe, einen durchaus positiven Einfluss auf den 22jährigen aus. Der Angeklagte hatte im Verlauf des Verfahrens vor dem Landgericht, seinen politischen Ausstieg aus der neonazistischen Szene verkündet und dies auf seine derzeitige Beziehung zurückgeführt. Auch die Wohngemeinschaft mit Arne de Witte habe er laut eigenen Angaben inzwischen gelöst. In einer abschließenden Erklärung, welche von seinem Verteidiger verlesen wurde, bereute der 22jährige seine Tatbeteiligungen. Er habe sich über die »Behandlung von Mitmenschen keine vernünftigen Gedanken gemacht« sowie das Gefühl genossen, sich »in der Gruppe stark zu fühlen«. Sofern dies möglich sei, würde er sich bei dem Opfer entschuldigen wollen gab der Angeklagte dem Gericht zu verstehen. Außerdem entschuldigte sich der Angeklagte bei denjenigen, die während des Übergriffs im September 2007 helfend einschreiten wollten. Sie hätten, seinen Worten folgend »Zivilcourage bewiesen«.\nDer Angeklagte habe nach Beurteilung des Gerichtes damit glaubwürdig vermittelt »sein altes Leben hinter sich gelassen« und demnach seine »Ansichten geändert« zu haben. Er selbst unterstrich seine späte Einsicht mit dem Worten »Erst durch meine Freundin habe ich gemerkt, mit was für Leuten ich zu tun hatte«. Neben üblichen Auflagen wie der Zahlung eines Schmerzensgeldes, dem Kontakt zur Bewährungshilfe sowie Arbeitsstunden, muss der 22jährige nun auch völlige Drogenfreiheit nachweisen. Trotz skeptischer Prognose eines anwesenden Psychologen, der vor allem in den Fragen der Alkoholsucht des Angeklagten Bedenken äußerte, wurde schlussendlich die Aussetzung des Verfahrens beschlossen. Auch der Anwalt des Opfers, der als Nebenkläger auftrat, äußerte zunächst Bedenken, da durch dieses Urteil der Eindruck entstehen könne, bei den zu verhandelnden Taten handele es um »Kavaliersdelikte«.\nDie nun erfolgte Aussetzung des Verfahrens ist an Auflagen gekoppelt welche der Angeklagte selbst in das Verfahren einbrachte. Die selbst auferlegte Verpflichtungserklärung beinhaltet den Abbruch jeglicher »aktiven Kontaktaufnahme« in das ehemalige neonazistische Umfeld. Insbesondere sei laut Ausführungen des Landgerichtes Osnabrück eine Kontaktaufnahme zu den beiden Nordhorner Neonaziaktivisten Arne de Witte sowie dem 21jährige Marc Dura durch den Angeklagten zu unterlassen. Der 22jährige Angeklagte verpflichte sich in seiner Erklärung ebenfalls die Nordhorner Gaststätten »zum Turm« sowie »Old Shatterhand« zu meiden. Beide gelten auch nach Auffassung des Landgerichtes als neonazistische Szenekneipen.\nEine Chance auf »Aussetzung des Verfahrens« besitzt der 21jährige Neonazi Marc Dura aus Nordhorn hingegen nicht mehr. Er war, wie auch der wegen Körperverletzung verurteilte Arne de Witte an dem gewalttätigen Übergriff auf eine Gruppe Jugendlicher während der öffentlichen Übertragung des Europameisterschaftspiels im Juni 2008 in der Nordhorner Innenstadt beteiligt. Dura verfolgte einen der flüchtenden Jugendlichen und brachte ihn gewaltsam zu Boden. Auch hier wurde noch mehrfach auf das Opfer eingetreten, als dieses bereits am Boden lag. Dies brachte ihm vor dem Amtsgericht Nordhorn nun eine Haftstrafe von vier Monaten ein, die aufgrund des umfangreichen Vorstrafenregisters und der schlechten Sozialprognose des anwesenden Bewährungshelfers nicht zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Weiterhin verurteilte ihn das Amtsgericht Nordhorn in einem vorherigen Verfahren zu einer zusätzlichen Freiheitsstrafe von insgesamt sechs Monaten. Der 21Jährige hatte seine ehemalige Freundin mit einer Waffe bedroht.\nAuch der ehemaligen Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Emsland-Grafschaft Bentheim, Stephan Riesel muß sich in absehbarer Zeit vor Gericht verantworten. Gegen den 25jährigen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen »Bildung einer bewaffneten Gruppe« sowie dem »Verstoß gegen das Waffengesetz«. Der ehemalige NPD-Direktkandidat zur niedersächsischen Landtagswahl 2008 hatte im Juli 2006 an einem paramilitärischen Zeltlager in Wilsum (Grafschaft Bentheim) teilgenommen. Bei dem Zeltlager wurde unter Anleitung von Aktivisten der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) Wehrsportmanöver, der Umgang mit Schusswaffen sowie Hinrichtungen trainiert. Des weiteren muss sich der langjährige Neonaziaktivist wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Im März 2008 beteiligte sich der mittlerweile nach Bad Bentheim verzogene Riesel, gemeinsam mit weiteren Neonazis an einem körperlichen Übergriff auf ein alternativ aussehendes Pärchen im Nordhorner Stadtteil »Blanke«. Die Angreifer traten und schlugen auch dann noch auf ihr Opfer ein, als es bereits am Boden lag. Auch das Verkleben von einschlägigem Propagandamaterial im Verlauf des Abends wird der Gruppe zur Last gelegt. Der Vorfall fand auch überregional mediale Beachtung. Schon vor Beginn der nun anstehenden Verhandlungen hat Stephan Riesel verlauten lassen, aus der NPD ausgetreten zu sein. Inwieweit er sich aber von der neofaschistischen Szene sowie ihrer Ideologie distanziert, bleibt offen.\nVor dem Amtsgericht Lingen (Emsland) ging am 6. Januar 2009 nun ein weiterer Prozess gegen zwei Mitglieder der Nordhorner Neonaziszene zu Ende. Der Angeklagte Neonaziaktivist André Lüken aus Nordhorn wurde dabei zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. In der Lingener Innenstadt hatte er im Juni 2008 auf zwei Menschen eingeprügelt. Seine Freundin Cindy Heiduczek, welche sich aktiv an der Tat beteiligte, erhielt eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten sowie eine, nach Angaben des Amtsgerichts »symbolische Geldstrafe« von 300 Euro. Einen symbolischen Beistand erhielten die beiden Angeklagten von mehreren Nordhorner und Emsländer Neonazis welche dem Prozess vor dem Amtsgericht Lingen beiwohnten. Der nun verurteilte Andre Lüken ist in der Vergangenheit mehrfach durch aggressives Verhaltensmuster aufgefallen. Zuletzt gehörte Lüken zu einer Gruppe Neonazis die Teilnehmer_innen einer antifaschistischen Kundgebung in Nordhorn provozierten.\nNachdem bereits Anfang 2008 ein Führungskader der neofaschistischen Szene Nordhorns nach Oberbayern verzogen ist, erscheint die regionale Neonaziszene durch diese Verurteilungen und Haftstrafen weiter geschwächt. Auch der angekündigte politische Rückzug einzelner Aktivisten trägt zu einer Destabilisierung der Szene bei. Inwieweit die vor Gericht getätigten Distanzierungen von der Neonaziszene von Ernsthaftigkeit geprägt sind bleibt allerdings abzuwarten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.02.03/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den letzten Wochen sind mehrere Gerichtsprozesse gegen Angehörige der Neonaziszene aus dem niedersächsischen Nordhorn zu Ende gegangen. In den Verfahren wurden mehrere Bewährungsstrafen verhängt. Darüber hinaus müssen nun drei der verurteilten Neofaschisten den Gang ins Gefängnis antreten.","title":"»Nächste Woche kann ich nicht, da bin Ich in Haft«"},{"city":"Högel","content":" Bewacht von Mitgliedern eines eigens abgestellten Ordnerdienstes fand am vergangenen Sonntag, den 25.01.2009 in der nordfriesischen Gemeinde Högel der diesjährige Landesparteitag der NPD in Schleswig-Holstein statt. Neben rund 80 Mitgliedern des NPD Landesverbandes nahmen auch parteiunabhängige Neonazis aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an der Veranstaltung teil. Eine Hundertschaft der Polizei schirmte die Versammlung, welche in der Schankwirtschaft »Possens Gasthof« stattfand, vor Protesten in der kleinen Gemeinde ab.\nEin Schwerpunkt des nun stattgefundenen Landesparteitags bildete nach Angaben der NPD Schleswig Holstein die Vorbereitung auf die anstehenden Bundestagswahl im September 2009. Man habe im Bezug auf die NPD-Kandidaten des nun bevorstehenden Wahlkampfes eine »schlagkräftige Truppe« in Schleswig-Holstein aufstellen können, so die NPD weiter. Mit Blick auf die nun verabschiedete Kandidatenliste eine durchaus wörtlich zu nehmende Beschreibung. So befindet sich unter anderem auf dem NPD-Listenplatz 4 das NPD Mitglied Ingo Stawitz. Der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD Schleswig Holsteins sorgte während in der Vergangenheit bereits für entsprechende Negativ-Schlagzeilen.\nWährend des im Jahr 2005 in Steinburg stattgefundenen Landesparteitages der NPD Schleswig-Holstein beteiligte sich Stawitz unter anderem mit Mitgliedern des NPD-Bundesordnerdienstes an gewalttätigen Angriffen auf eine Gruppe Gegendemonstrant_innen. Videoaufnahmen zeigen Stawitz später, als er Steine auf die politischen Gegner schleudert und auf eine am Boden liegende Frau eintritt. Das Amtsgericht Itzehohe verurteilte den NPD Politiker daraufhin wegen gefährlicher und gemeinschaftlich begangener Körperverletzung zu einer Bewährungs- und Geldstrafe. Auch andere Kandidaten der NPD Schleswig Holstein zur Bundestagswahl standen bereits im Konflikt mit bestehenden Gesetzten, So wurde das auf Listenplatz 2 gesetzte NPD Mitglied Jens Lütke 2006 bereits wegen Verleumdung und Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen zu einer Geldstrafe verurteilt.\nMit Kay Oelke und Hermann Gutsche nominiert die NPD Schleswig-Holstein auch zwei Kreistagsabgeordnete des Bundeslandes. Oelke errang bei den vorangegangenen Landtagswahlen im Mai 2008 mit 2,1 % der abgegebenen Stimmen einen Sitz im Kreistag von Herzogtum-Lauenburg. Auch Gutsche verfügt über eine parlamentarische Funktion in Schleswig-Holstein. Mit 1,7 % der Stimmen konnte der Vorsitzende des NPD Kreisverbandes Kiel-Plön in den Kreistag von Kiel einziehen. Während der ersten Sitzung des Kreistages nach der Landtagswahl im Juni 2008 lieferten sich NPD Anhänger mit Gegendemonstrant_innen dann verbale und körperliche Auseinandersetzungen.\nWeitere Listenplätze wurden während des Landesparteitages an Wolfgang Schimmel, seit 2008 Landesschatzmeister der NPD Schleswig Holstein, sowie dem NPD Landesvorsitzenden Uwe Schäfer vergeben. Der als Kaufmann tätige und nun als NPD-Spitzenkandidat nominierte Schäfer stellte in der Vergangenheit bereits die Errichtung eines neuen »Reichsgerichtshofes« in Aussicht und führt den nördlichsten NPD-Landesverband seit 2003. Der nun in Högel durchgeführte NPD-Landesparteitag führte indes nicht zu Veränderungen in der Zusammensetzung des im Februar 2008 gewählten Landesvorstandes. Nach Satzung der NPD in Schleswig-Holstein finden diesbezügliche Wahlen in einem Wechsel von zwei Jahre statt.\nFür eine kleine Überraschung während des Landesparteitages sorgte allerdings die Nominierung des militanten Neonazis Thomas Wulff auf der schleswig-holsteinischen NPD-Landesliste. Der 1995 wegen Volksverhetzung verurteilte Neonazi, dessen Spitzname »Steiner« auf einen SS-Obergruppenführer des nationalsozialistischen Regimes zurückzuführen ist, sorgte in den vergangenen Wochen für Aufruhr innerhalb der neonazistischen Szene, indem er ein Bündnis zwischen parteiunabhängigen Neonazis und der NPD grundsätzlich in Frage stellte.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.01.28/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Bewacht von Mitgliedern eines eigens abgestellten Ordnerdienstes fand am vergangenen Sonntag, den 25.01.2009 in der nordfriesischen Gemeinde Högel der diesjährige Landesparteitag der NPD in Schleswig-Holstein statt. Neben rund 80 Mitgliedern des NPD Landesverbandes nahmen auch parteiunabhängige Neonazis aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an der Veranstaltung teil. Eine Hundertschaft der Polizei schirmte die Versammlung, welche in der Schankwirtschaft »Possens Gasthof« stattfand, vor Protesten in der kleinen Gemeinde ab.","title":"Landesparteitag der NPD Schleswig-Holstein"},{"city":"Verden/Bremen","content":" Das interne Treffen von Neonazis aus der Region Bremen endete für die beteiligten Teilnehmer_innen sichtlich unerwartet auf einem Rastplatz der Autobahn. Wenige Stunden zuvor hatten sich die Mitglieder des NPD Landesverbandes Bremen sowie der parteiunabhängigen »Freien Nationalisten Bremen« zu einer Veranstaltung auf dem Gelände des Sachsenhains im Landkreis Verden zusammengefunden. Nachdem die angereisten Neonazis, allerdings auf dem im Privatbesitz befindlichen Areal ein Feuer entfachten, wurde eine Fortführung der Versammlung durch die herbeigerufene Einsatzkräfte der Polizei unterbunden.\nDas weitläufige Gelände des Sachsenhains ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel für Reisegruppen und Spaziergänger_innen. Seit dem Jahr 1950 befindet es sich im Privatbesitz der evangelischen Landeskirche Hannover, welche dort eine Bildungs- und Tagungsstätte betreibt. Die geschichtlichen Ursprünge des Sachsenhains lockten in der Vergangenheit allerdings nicht nur unpolitische Ausflügler_innen auf die ringförmig aufgebaute Anlage. Beim Sachsenhein handelt es sich um eine ursprünglich vom nationalsozialistische Regime errichteten »Heidnischen Kultstätte« zum Gedenken an eine unter anderem von der NSDAP propagierten Legende einer massenhaften Hinrichtung heidnischer Sachsen im Zuge der Eroberungspolitik der Franken im 7. Jahrhundert. Unter der Leitung von Heinrich Himmler, dem Reichsführer der später als verbrecherische Organisation verbotenen Schutzstaffel (SS) wurde die Anlage konzipiert, errichtet und im Juni 1935 in einem feierlichen Festakt eingeweiht. Auch eine SS-Schulungsstätte war der »Kultstätte« in Verden angegliedert.\nDie Legende von der Hinrichtung der heidnischen Sachsen in Verden blieb allerdings auch nach dem 2ten Weltkrieg erhalten. In der jüngeren Vergangenheit diente das Gelände dann auch als Wallfahrtsort neonazistischer Gruppierungen wie beispielsweise der neonazistischen Vereinsorganisation »Artgemeinschaft e.V«, einer völkisch-rassistischen Sektengruppe um das NPD Bundesvorstandmitglied Jürgen Rieger. In Anlehnung an die vorangegangene nationalsozialistische Propaganda über die Geschichte des Sachsenhains veröffentlichte der bekennende Rassist und Hamburger Rechtsanwalt vor wenigen Jahren bereits eine ideologisch einschlägige Broschüre zu dem Areal. Nachdem Jürgen Rieger im Jahr 2004 die ehemalige Bundeswehrliegenschaft des Heisenhof im nahegelegenen Dörverden erworben hatte, bemühten sich in der Folgezeit ebenfalls Mitglieder der NPD Verden um das Gelände des Sachsenhains. Eine gleichnamige Internetseite des Sachsenhains wurde nur wenig später durch den Neonazi Sven Wellhausen, derzeitig Kreisbereichsleiter der NPD in Verden angemeldet. Aus ihrer politischen Motivation in diesem Zusammenhang machten die Mitglieder der NPD Verden kein großes Geheimnis. Besucher_innen der Internetpräsenz werden hier von dem Parteibanner der neonazistischen »Jungen Nationaldemokraten« begrüßt. »Hier entsteht eine neue JN-Weltnetzseite« lautet der dort bereits im Jahr 2006 von den Betreibern hinterlassene Kommentar.\nWandern und Trinken als politisches Erlebnis der Nationaldemokraten #Auch für Neonazis aus der Hansestadt Bremen besitzt der Sachsenhain eine entsprechend völkische Anziehungskraft. Am vergangenen Sonntag, den 25.01.2009 reiste nun eine Gruppe von etwa 15 Personen in das niedersächsische Verden. Der kleine Autokonvoi der neonazistischen Reisegruppe erreichte bereits am Vormittag das Gelände des Sachsenhains. Unter der Leitung von Horst Görmann, seines Zeichens Landesvorsitzenden der NPD Bremen, führten der Weg der Neonazis dann zu einer Wanderung der Gruppe über das Areal. An dem »NPD Spaziergang« beteiligten sich neben Mitgliedern der NPD Bremen ebenfalls mehrere Aktivisten der parteiunabhängigen Gruppierung »Freie Nationalisten Bremen«. Auch der langjährige Neonazikader Markus Oliver Privenau beteiligte sich an der Veranstaltung. Bei dem als extrem gewaltbereit geltenden Markus Privenau handelt es sich um den ehemaligen Landesvorsitzenden der im Jahr 1995, aufgrund ihrer Verfassungswidrigkeit verbotenen »Freiheitlichen Arbeiterpartei Deutschland« (FAP). Politische Funktionen übernahm Privenau in der Vergangenheit als Kreisbereichsleiter ebenfalls in den Parteistrukturen der Bremer NPD.\nDie angereisten Neonazis aus der Hansestadt Bremen begründeten ihre Zusammenkunft auf dem Geländes des Sachsenhains mit nationalsozialistischer Legendenbildung. In einer später veröffentlichten Stellungnahme ereifert sich dann auch ein Mitglied der »Freien Nationalisten Bremen« über das Verhalten der evangelischen Landeskirche, welche »durch das Aufstellen von Christenkreuzen, das Andenken der Heiden geschändet« habe. Ebenfalls zum Unmut der angereisten Neonazis dürfte auch das vorzeitige Ende der Veranstaltung im Landkreis Verden beigetragen haben. Während ein Teil der Neonazis sich an der Wanderung über den Rundweg des Sachsenhains beteiligten, wurde durch weitere Personen der Gruppe ein Feuer zum Erwärmen von Honigwein, einem stark alkoholhaltigem Getränk, auf dem Privatgelände entzündet. Verantwortliche des Sachsenhains alarmierten daraufhin die Polizei.\nNach einer Gefahrenansprache mit den Verantwortlichen des Privatgeländes und in Anbetracht des fortgeschrittenen Alkoholkonsums einiger der im Sachsenhain versammelten Neonazis, wurden weitere Polizeikräfte hinzugezogen. Nach Weisung der Polizei mußte die Feuerstelle daraufhin gelöscht und die bereits in Gebrauch befindlichen Trinkhörner, durch die in ihrer »nordisch-germanischem Zeremonie« überraschten Neonazis, wieder verstaut werden. Nach Auskunft des Polizeisprechers der Polizeiinspektion in Verden führte die Gruppe ebenfalls Transparente mit politischen Slogans sowie weitere Propagandamaterialien mit sich. Gegen 12:30 Uhr war der neonazistische Spuk dann vorbei, Polizisten geleiteten die angereisten Teilnehmer_innen zur Autobahn mit Richtung Bremen. Als politischer Rückschlag wurde der unfreiwillige Abbruch der Veranstaltung, zumindest von Seiten der »Freien Nationalisten Bremen« dennoch nicht gewertet. »Der nationale und sozialistische Widerstand in Bremen lebt« und man wolle auch weiterhin den »Zusammenhalt der verschieden nationalen Gruppen stärken« lautete ein abschließende Kommentar der Gruppierung auf ihrer Internetseite. Solch angekündigte Aktivitäten, welche denen im Sachsenhain zumindest gleichkamen fanden dann im Anschluss auch auf einem Rastplatz nahe der niedersächsischen Gemeinde Langwedel statt. Anstatt aus Trinkhörnern trank man hier allerdings das Bier aus Flaschen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.01.27/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das interne Treffen von Neonazis aus der Region Bremen endete für die beteiligten Teilnehmer_innen sichtlich unerwartet auf einem Rastplatz der Autobahn. Wenige Stunden zuvor hatten sich die Mitglieder des NPD Landesverbandes Bremen sowie der parteiunabhängigen »Freien Nationalisten Bremen« zu einer Veranstaltung auf dem Gelände des Sachsenhains im Landkreis Verden zusammengefunden. Nachdem die angereisten Neonazis, allerdings auf dem im Privatbesitz befindlichen Areal ein Feuer entfachten, wurde eine Fortführung der Versammlung durch die herbeigerufene Einsatzkräfte der Polizei unterbunden.","title":"NPD Umtrunk im Sachsenhain vorzeitig beendet"},{"city":"Vechta","content":" Am heutigen Dienstag, den 27.Januar 2009, wurde vor dem Amtsgericht Vechta eine Strafsache gegen den 26jährigen Neonazi Christian Fischer verhandelt. Dem langjährigen Mitglied der NPD und HDJ-Aktivisten wurden zwei Sachbeschädigungen sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.\nChristian Fischer, der ebenfalls für den Bundesordnerdienst der NPD tätig ist, soll im Jahre 2007 in Vechtas Innenstadt mehrere Propagandmaterialien verklebt haben. Bei seiner Festnahme beschlagnahmten Polizeibeamte außerdem ein sogenanntes »Butterfly-Messer«, welches Fischer mit sich führte. Zu der jetzt stattgefundenen Verhandlung vor dem Amtsgericht Vechta erschien der Beschuldigte nicht, ließ aber im Vorfeld der Verhandlung durch einen Nordhorner Rechtsanwalt ein umfangreiches Geständnis verlauten. Dies führte dazu, dass in der Verhandlung keine weiteren Zeug_innen mehr vernommen werden mussten, sondern das Gericht lediglich über die Höhe des Strafmaßes entschied. Die Staatsanwaltschaft beantragte in dem Prozess eine Gesamtgeldstrafe von 30 Tagessätzen à 40 Euro, insgesamt 1200 Euro, welche von der Verteidigung und der vorsitzenden Richterin akzeptiert wurden. Letztere dachte zunächst über eine höhere Strafe nach, erklärte sich aber dann mit dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft einverstanden. Außerdem wurde eine monatliche Ratenzahlung von 200 Euro bewilligt.\nAufatmen kann Christian Fischer nun jedoch keineswegs, denn ihn erwarten weitere Verfahren. So gehörte er im Juli 2006 zu den Organisatoren eines paramilitärischen Waffenlagers im niedersächsischen Wilsum, bei dem es unter anderem zu Wehrsportübungen und Scheinhinrichtungen kam. Bei daraufhin durchgeführten Razzien der Polizei gegen den Vechtaer sowie 25 weitere Neonazis aus den Landkreisen Osnabrück, Vechta und der Grafschaft Bentheim wurde ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt. Aufgrund dessen leitete die zuständige Staatsanwaltschaft Osnabrück ein Verfahren wegen »Verstoß gegen das Waffengesetz« sowie »Bildung einer bewaffneten Gruppe« ein. Weiterhin ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Berlin gegen den 26jährigen. Im Januar 2007 soll Christian Fischer zu den Organisatoren einer »Rasseschulung« im sogenannten »NPD-Heim« in Georgsmarienhütte bei Osnabrück gehört haben. Dort referierte Ragnar Dam, Anführer der »HDJ-Leitstelle-Nord«. Minderjährigen wurde in die Zusammenhang der verbotenen NS-Propagandafilm “der ewige Jude” vorgeführt. In diesem Film werden Menschen jüdischen Glaubens mit Ratten und Ungeziefer verglichen. Wegen dieser »strafbaren Verbreitung rechtsgerichteter Ideologien« im Zusammenhang mit der »Osnabrücker Rasseschulung« wird sich der Vechtaer Neonazi abermals vor Gericht verantworten müssen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2009.01.27-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am heutigen Dienstag, den 27.Januar 2009, wurde vor dem Amtsgericht Vechta eine Strafsache gegen den 26jährigen Neonazi Christian Fischer verhandelt. Dem langjährigen Mitglied der NPD und HDJ-Aktivisten wurden zwei Sachbeschädigungen sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.","title":"NPD-Aktivist zu Geldstrafe verurteilt"},{"city":"Essel","content":" Wie bereits im Vorjahr führten militante Neonazis, anlässlich des Volkstrauertages am vergangenen Wochenende ein sogenanntes »Heldengedenken« auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte in Essel durch. Damit standen die Neonazis der militanten »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« nicht alleine. Eine Woche später organisierten nun Mitglieder der »HIAG« eines Traditionsvereins der »Waffen-SS« ebenfalls eine diesbezügliche Veranstaltung auf dem kleinen Waldfriedhof, inmitten der Lüneburger Heide.\nAuf dem beschaulichen Waldfriedhof, nahe der Gemeinde Essel ist es im Verlauf des Jahres vor allem eines, nämlich Ruhig. Lediglich das langgezogene Surren vorbeieilender Fahrzeuge, auf der unmittelbar benachbarten Landstraße, durchschneiden das Ambiente. In den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges vermischte sich diese Geräuschkulisse mit dem, wie mechanisch wiederkehrenden Gewehrsalven, Befehlskommandos und dem Lärmen von Gefechten. Alliierten Truppenverbände rückten in das Waldgebiet inmitten der Lüneburger Heide vor. Um den nahe gelegenen und für die Strategen der Wehrmacht als militärisch wichtig erachteten »Aller-Brückenkopf« zu halten wurden die noch verbliebenen Reste von verschiedenen deutschen Einheiten zur Abwehr in dem Waldgebiet eingesetzt. Dieses »letzte Aufgebot« bestand unter anderem aus Angehörigen einer Marine-Einheit sowie Panzer-Grenardieren. Mitglieder der »Waffen-SS« gehörten ebenfalls zu diesen Truppenteilen. Auch Mitglieder des »Reichsarbeitsdienstes« (RAD) wurden zu diesem Zweck bewaffnet und in die anschließenden Scharmützel geschickt.\nIm April 1945, zu einem Zeitpunkt, als der durch das NS-Regime vom Zaun gebrochene Krieg militärisch bereits längst verloren war, bezahlten noch tausende Menschen, angetrieben von Durchhalteparolen nationalsozialistischer Propaganda die letzten Tage der NS-Diktatur mit ihrem Leben. So auch in Essel. Auf dem 1950 von der Gemeinde errichteten Soldatenfriedhof wurden diejenigen begraben, welche auf Seiten der deutschen Kriegsführung in den Gefechten ihr Leben verloren. Insgesamt 114 Menschen wurden hier verscharrt, viele von Ihnen erreichten nicht einmal das 21. Lebensjahr. Sie wurden erschossen, verbluteten und starben für den Wahnsinn, eines durch das NS-Regime heraufbeschworenen weltweiten Konfliktes.\nDie Geschichte eines Wallfahrtsorts für Alt- und Neonazis #Wirklich ruhig blieb es seit diesen blutigen Tagen in der Region bei Essel auch weiterhin nicht. Nach der Errichtung des besagten Waldfriedhofes, entwickelte sich das kleine Areal, inmitten der Lüneburger Heide gelegen, zu einem Wallfahrtsort von Alt- und Neonazis. Vor allem die Mitglieder des SS-Traditionsverbandes »HIAG« (Hilfsorganisation auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen SS) zelebrierten auf dem Gelände der Grabstätte ihre, ganz eigene Form des »Heldengedenkens«. Hier, in Essel ging es nicht um ein Bedauern des frühen und gewaltsamen Todes junger Männer. Soldatische Tugenden wurden hier beschworen, »Pflichterfüllung« und »Heldenmut«. Kein Wort der Reue erklang. Bitterkeit hingegen bestand bei den Vertretern der »HIAG« vor allem wegen des verlorenen Krieges, der Niederlage einer außer Kontrolle geratenen Kriegsmaschinerie. Herrschte hier, taumelnd angesichts der heroischen Verklärung im Herzen Sturm, so steckte das Schiff namens Aufarbeitung nationalsozialistischen Wahnsinns im Schlick einer nicht enden wollenden Ebbe fest.\nBis tief in die Mitte der 70er Jahre hinein, fanden diese, aus heutiger Sicht befremdlich, gar gespenstisch anmutenden Veranstaltungen zumeist gemeinsam mit Vertreter_innen der Gemeinde und zahlreichen Vereinen der Umgebung statt. Auch der »Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge« (VDK) engagierte sich in Essel zusammen mit der, zu militärischen Untätigkeit gezwungenen SS-Soldateska und ihrer Angehörigen aus den Reihen der »HIAG«. Und das, ohne geäußertes Bedenken. Erst ein Redebeitrag, des eigens zum Gedenktag aus Schwarmstedt angereisten Pastor Dreier, Mitte der 70er Jahre beendete das gemeinsam begangene »Gedenken« schlagartig. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes.\nPastor Dreier gedachte in seiner, für ihn folgenschweren Ansprache, nicht nur den in Essel beerdigten Soldaten. Angesichts dessen, wer dort alles auf dem Waldfriedhof zusammengekommen war, zeugte sein Verhalten in diesem Augenblick von einem politischem Rückrad in dem keine fremde Hand Platz fand. So erwähnte er in seiner Rede ebenfalls die enormen Opfer der NS-Vernichtungsmaschinerie in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern. Auch die zu beklagenden Opferzahlen der damaligen Sowjetunion fanden in der Ansprache ihre Erwähnung. Das war für einige der dort angereisten Alt- und Neonazis zu viel. Denn zuerst verbalen Attacken folgten schnell Handgreiflichkeiten. Mit Faustschlägen trieben die Angreifer Pastor Dreier vor sich her. Geschützt von Mitgliedern des örtlichen Schützenvereins musste der Geistliche das Gelände schließlich überstürzt verlassen und fliehen.\nBis zu diesem Zeitpunkt war das »Heldengedenken«, zumindest in Essel selbst, über jegliche Kritik erhaben. Einige Jahre zuvor veröffentliche eine örtliche Zeitung Leserbriefe, in welchen die politischen Hintergründe der »HIAG« thematisiert und die Beteiligung der Organisation an den Gedenkfeiern rundum in Frage gestellt wurde. Drohungen alteingesessener und »ehrbarer Bürger« gegen den noch jungen Verfasser waren die Folge. Auf den Vater, einem selbstständigem Handwerksmeister aus der Region, wurde in der folgenden Monaten gleichsam Druck ausgeübt. Einige Kunden weigerten sich, in Anbetracht der Taten seines Sohnes, gar weiterhin seine handwerklichen Dienste in Anspruch zu nehmen. Ein gesellschaftlicher »Normalzustand« sollte sich für den Verfasser der Leserbriefe in der Region nie wieder wirklich einstellen.\nDie Stimmungslage der sichtlich entrüsteten Bevölkerung fasste ein Redner des örtlichen Kyffhäuserbundes während einer, im darauf folgenden Jahr durchgeführten »Gedenkveranstaltung« im benachbarten Hademstorf mit den folgenden Worten zusammen: »..ein junger Mann hat Schande über uns gebracht!«. Diese »Schande« entzündete sich vor allem an der öffentlich geübten Kritik der unumwunden Einbindung neofaschistischer Organisationen in die Gedenkveranstaltungen in Essel. Auch wenn die Ansichten solcher Prägung heute nur vielfältiges Kopfschütteln hervorrufen - zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich jedoch nicht nur um Floskeln an den Stammtischen der Region Essel, sondern eine weitläufig akzeptierte und unterstützte Meinung.\nIm Gegensatz zu den Vorgängen um die Leserbriefe erzeugten die Schläge welche einige Jahre später Pastor Dreier trafen, allerdings für Unmut bei den örtlichen Vertreter_innen der Gemeinde. Hatte man zuvor, kindlichem Trotze gleich, jegliche Kritik an der »HIAG« weit von sich gewiesen, suchte sich nun, angesichts der Gewalt ein Bewusstseinswandel Raum und Luft. Der Eklat führte allerdings nicht etwa zu einer Verbannung des SS-Traditionsverbandes »HIAG«, und ideologisch ähnlich gelagerter Organisationen vom Esseler Soldatenfriedhof. Man einigte sich stattdessen darauf, das Gedenken in Zukunft nicht mehr gemeinsam abzuhalten. Getreu dem Motto: »Aus den Augen aus dem Sinn«, entstanden so zwei voneinander abgetrennte Veranstaltungen. Während die Morgenstunden des alljährlichen Volkstrauertages den Vertreter_innen von Gemeinde und Vereinen überlassen wurden, erhielten die Angreifer von Pastor Dreier die Stunden des Nachmittags um sich auf dem Boden des Soldatenfriedhof einzufinden.\nDer Krug geht solange zum Brunnen … #Die nun, abseits der öffentlichen Wahrnehmung stattfindenden »Gedenkveranstaltungen« neofaschistischer Organisationen auf dem Essel’er Soldatenfriedhof erfreuten sich im Verlauf der folgenden Jahre einer wachsenden Beliebtheit. Die Teilnehmerzahl wuchs beständig. Auch »Kameraden« der »HIAG« aus dem europäischen Umland fanden sich nun in Essel ein. Zwischen den, zumeist schwarz-weiß-roten Fahnen der »Trauergemeinde«, wehten nun auch die gelben Fahnen flämischer Alt- und Neonazis. Diese Anwesenheit belgischer »Besucher« war keineswegs dem Zufall geschuldet. Handelte es sich doch um europäische »Waffenbrüder«. Zum Ende des zweiten Weltkrieges kämpften in den Reihen der »Waffen-SS« nahezu 300.000 »europäische Freiwillige«. Darunter auch eine eigenen »Flämische Legion«, deren Mitglieder sich vorwiegend aus belgischen Kollaborateuren zusammensetzen.\nDie »Flämische Gesandtschaft« wohnte den Versammlungen auf dem Waldfriedhof unter anderen mit Vertretern der neonazistischen »Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger« (OdR) bei, welche dort ebenfalls nicht unangenehm aufgefallen sein dürften. Die Verbundenheit der »HIAG« und der »Ordensgemeinschaft« wurde zuletzt im November 2006 während einer »Gedenkveranstaltung« anläßlich des Volkstrauertages auf dem Berliner Garnisonsfriedhof offenbar. Organisiert hatte die Veranstaltung der »Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr« (VdRDBw). Unter den rund 200 versammelten Veranstaltungsteilnehmer_innen befanden sich neben Reservisten und Soldaten der Bundeswehr auch etliche Vertreter_innen neonazistischer Parteien von NPD und der »Deutschen Volksunion« (DVU) sowie des paramilitärisch agierenden »Stahlhelm – Kampfbund für Europa e.V.«.\nDie Vertreter der »HIAG« und der »Ordensgemeinschaft« wurden dort, während einer von Reservisten gehaltenen Ansprache, aufgrund ihrer Beteiligung an der Veranstaltung auf dem Garnisionsfriedhof lobend erwähnt. Angesprochen auf die Einbindung dieser beiden ideologisch einschlägigen Organisationen in die Gedenkveranstaltung, erwiderte der verantwortliche Oberstleutnant a.D. lediglich »die Bundeswehr sei schließlich auch von mehreren hundert Waffen-SS-Mitgliedern aufgebaut worden«. Befand man sich im November 2006 anlässlich des Volkstrauertages auf dem Berliner Garnisionsfriedhof in »bester Gesellschaft«, so traf dies in der Vergangenheit ebenfalls auf die Veranstaltungen in Essel zu. Berührungsängste zwischen Reservistenverbänden und der »HIAG« existierten hier zumindest nicht. So nahmen an dem »Heldengedenken« im November 1983 auch mehrere Mitglieder der »Reservistenkameradschaft Militärsport Buchholz/Aller« teil. Dort leisteten sie, bekleidet in die Uniform der Bundeswehr eine militärische »Ehrerbietung« vor den versammelten Alt- und Neonazis.\nMit dem »Bund der Notgemeinschaft ehemaliger Berufsmäßiger Arbeitsdienstangehöriger und ihrer Hinterbliebenen« (B.N.A.), waren in Essel auch ehemalige Vertreter_innen des nationalsozialistischen »Reichsarbeitsdienstes« vertreten. Der »B.N.A.« verfügte seit seiner Gründung im Jahre 1951 über eine der offensten Traditionslinien zum System der NS-Diktatur. Als erster Vorsitzender übernahm Herbert Schmeidler die Leitung der neu gegründeten Organisation. Der ehemalige Freikorpskämpfer Schmeidler bekleidete im nationalsozialistischem Regime das Amt des »Obergeneral-Arbeitsführers« des »Reichsarbeitsdienstes«. Damit stand Schmeidler nicht alleine. Auch sein ehemaliger Vorgesetzter, der »Reichsarbeitsführer« Konstanin Hierl entfaltete nach Ende des Krieges neuerliche Aktivitäten im »B.N.A.« -Organisationsgeflecht.\nDie einmal jährlich in Essel stattfindenden Zusammenkünfte konnten sich, aufgrund ihrer relativen Abgeschiedenheit und ihres innewohnenden organisationsübergreifenden Charakters zu einem regelmäßigem Stelldichein neonazistischer Kräfte in Norddeutschland entwickeln. Protest aus de Bevölkerung schienen die »Trauernden« nicht befürchten zu müssen. Als die Vorgänge um Pastor Dreier schon fast der Vergangenheit anheim gefallen waren, ereignete sich dann im Verlauf des 13. November 1983 ein weiterer Zwischenfall. Diesmal allerdings umso folgenschwerer für die Mitglieder der dort aktiven neonazistischen Organisationen.\nAktivisten und Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Friedensbewegung wagten sich im Verlauf des Nachmittags auf den Soldatenfriedhof. Inmitten der dort Versammelten erhoben sie ein Transparent mit der Aufschrift »Verbot HIAG – Waffen SS«. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Eine aufgebrachte Meute entriss Ihnen das mitgeführte Banner und zerstörte es umgehend. Wenige Augenblicke später prasselten Faustschläge und Tritte auf die jungen Leute nieder. Die Stimmung war bereits vorher angespannt gewesen. In der Nacht zuvor hatten Unbekannte auf dem Waldfriedhof zwei Grabsteine umgeworfen und hinterließen auf anderen mit Kreide die Parole »Nazis raus«. Das die neuerlichen Angriffe im Nachhinein eine überregionale Aufmerksamkeit erlangten war dem Zufall geschuldet. Ein Kamerateam war ebenfalls auf dem Soldatenfriedhof zugegen und konnte die Attacken dokumentieren.\nBereits im nächsten Jahr wurde ein überregionales Aktionsbündnis gegen die Veranstaltung ausgerufen. Die regionale Verankerung der neonazistischen Organisationen im Zusammenhang mit dem Soldatenfriedhof begann bereits nach den Vorfällen mit Pastor Dreier zu wanken. Aufgrund der Berichterstattung des Jahres 1983 kippte die Stimmung vollends - zumindest in der Öffentlichkeit. In den Jahren 1984/1985 finden dann Demonstrationen gegen das neonazistische Treiben auf dem Essel’er Waldfriedhof statt. Nach den Protesten versuchten die Mitglieder der »HIAG« dem gewachsenen Interesse an ihrer Organisation zu entgehen. Auf öffentlichkeitswirksame »Trauerfeiern« wurde in den folgenden Jahren weitestgehend verzichtet. Zu größeren Zusammenkünften kam es nur noch Anfang der 90er Jahre. Diesmal allerdings nicht von Seiten der »HIAG«, sondern der im Februar 1995 verbotenen »Freiheitlichten Arbeiterpartei Deutschland« (FAP). Die einzigen Lebenszeichen der »HIAG« manifestierten sich in den vergangenen Jahren lediglich in einigen wenigen Kränzen mit schwarzer Trauerschleife, welche an den Gräbern gefunden wurden.\nBack to the Boots – Reaktivierung als neonazistischer Anziehungspunkt #Das Fernbleiben neonazistischer Akteure vom Waldfriedhof und dem damit verbundene öffentlichen Missbrauch der dort Beerdigten, für die eigenen ideologisch aufgeladenen Zwecke währte bis zum Jahr 2007. Bereits im Jahr zuvor war ein Kranz mit der, in Schwarz gehaltenen Trauerschleife der »HIAG« auf dem Gelände des Soldatenfriedhofes sichergestellt worden. Im Gegensatz zu den Vorjahren, versehen mit dem offenkundigen Schriftzug des »SS-Traditionsverbandes«. Während des Volkstrauertages im Jahr 2007 versuchten dann, rund zwei Dutzend schwarz gekleidete Neonazis auf das Gelände des Waldfriedhofes in Essel zu gelangen. Polizeikräfte welche sich auf dem Gelände aufhielten, versuchten die Neonazis davon abzuhalten. Dies hinderte die angereiste Gruppe jedoch nicht daran ihren Weg zum Friedhof fortzusetzen. Handgreiflichkeiten waren die Folge.\nAuch im Jahr 2008 wurde die Region Essel zum Schauplatz neonazistischer Gepflogenheiten. In den Abendstunden des 16.11.2008, als sich das Licht des Tages langsam verabschiedete, versammelten sich rund 30 militante Neonazis aus den Strukturen norddeutscher Kameradschaftsgruppen vor dem Gelände der Kriegsgräberstätte in Essel. Kurz nach ihrer Ankunft auf dem kleinen Waldweg, der zu dem zurückliegendem Areal führt, setzt der Regen ein. Ein meteorologischer Zustand der sich erst mit Verschwinden der dort angereisten »Trauergemeinde« wieder veränderte. Die Neonazis gehörten zum organisatorischem Dachverband militanter Kräfte in Norddeutschland. Dabei handelt es sich genauer genommen um die »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« (NaSo-N).\nBevor die Gruppe den Waldfriedhof betrat, wurde ein Redebeitrag vom langjährigen Aktivisten des Neonazispektrums Dennis Bührig aus Celle verlesen. Bührig gehört zu den Führungspersonen der militanten »Kameradschaft Celle 73«. Das Zahlenkürzel der Kameradschaftsgruppe bezieht sich dabei auf den Namen der »Standarte 73«, einer während des nationalsozialistischem Regimes in Celle aktiven »SA-Einheit«. Die »Kameradschaft Celle 73« gehört zu den derzeit aktivsten Neonazigruppierungen in Norddeutschland und übernimmt eine wichtige Schlüsselposition innerhalb der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen«. Mitglieder der Gruppierung waren bereits im Jahr 2007 an den Auseinandersetzungen am Esseler Friedhof beteiligt. Neonazistisches »Heldengedenken« besitzt innerhalb der »Kameradschaft Celle 73« eine gewiachsene Tradition. Im Jahr 2005 und 2006 beteiligten sich Mitglieder der Gruppierung an diesbezüglichen Aufmärschen im brandenburgischen Halbe und im sachsen-anhaltischen Magdeburg. Auch als im November 2006 rund eintausend Neonazis, unterstützt von der neonazistischen NPD im brandenburgischem Seelow, ein »Heldengedenken« abhielten, marschierten Neonazis aus Celle in den ersten Reihen.\nNachdem der, als NPD-Kandidat der vorangegangenen niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008 aufgestellte Bührig die anwesenden Neonazis in seiner Ansprache begrüßte, kam der bekennende Neofaschist zum eigentlichen Kern seines Anliegens. Die »Kämpfe der SS-Männer«, welche »in tapferer Ehre und Treue gegenüber Deutschland« in den Wirren des 2. Weltkrieges ihr Leben verloren bestimmten den weiteren Verlauf seiner Ansprache. Erst zum Ende seines Redebeitrages gelangte der 1981 geborene Bührig wieder in die Gegenwart. Die »Kämpfe der SS-Männer« zeigten seiner Meinung nach auch die derzeitig »dringende Notwendigkeit« einer heutigen »kämpferischen und starken nationalen Jugend« auf. »Ihr Opfer, unser Auftrag«, so Dennis Bührig weiter. Die Frage der Traditionslinie, in welcher sich heutige Neonazis wähnen, wurde mit den Worten von Dennis Bührig hinlänglich beantwortet.\nNach den Auseinandersetzungen des Vorjahres erteilte, die auf dem Friedhof anwesende Polizeiführung, den angereisten Neonazis die Auflage nur in kleinen Gruppen die Grabstätte zu betreten. Angesichts, der mit Polizeihunden ausgerückten Einsatzkräfte der Polizei wurde den Auflagen widerstrebend Folge geleistet. Nachdem Mitglieder der »Kameradschaft Celle 73« einen Kranz mit der Aufschrift »Den gefallenen Helden beider Weltkriege – Kameradschaft Celle 73« vor dem massiven Gedenkstein des Friedhofes niedergelegt hatten, folgten ihnen Mitglieder der Kameradschaft »Snevern-Jungs« aus dem niedersächsischem Schneverdingen.\nAngeführt von Matthias Behrens, ebenso wie bereits Dennis Bührig NPD-Kandidat der im Jahr 2008 stattgefundenen niedersächsischen Landtagswahl hinterlegten diese einen Kranz mit dem Spruchband »In stolzer Trauer – Snevern-Jungs«. Auch der als Versicherungskaufmann tätige Matthias Behrens, ehemalige Kader der 1992 vom Bundesministerium des Inneren aufgrund ihrer extremen »Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus« verbotenen »Nationalistischen Front« (NF) ist mit dem ideologisch eingefärbtem »Heldengedenken« vertraut. Während des, im Jahr 2006 im brandenburgischem Seelow durchgeführten Aufmarsches von Neonazis war Behrens ebenfalls zugegen. Dort trug er einen Trauerkranz des sogenannten »Stammtisch Nord«, einem Verbund norddeutscher Neonazis aus Hamburg, dem westlichen Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.\nIm niedersächsischem Essel wurde Behrens von ehemaligen Mitgliedern der »Freien Kräfte Munster« (FKM) begleitet. Nach internen Streitigkeiten, infolge der für die NPD als unzumutbares Wahldebakel gewerteten Landtagswahl 2008 zog sich der bisherige Führungskader der »Freien Kräfte Munster« Roman Greifenstein aus der Öffentlichkeit zurück. Zuvor vereinbarte Geldzahlungen des NPD Landesverbandes an die unterstützenden Neonazis der »Freien Kräfte« blieben aufgrund klammer Kassen aus. Auch dieses »gebrochene Wahlversprechen« der NPD Niedersachsen gegenüber den eigenen Wahlkampfhelfern trug zur vorläufigen Auflösung der »Freien Kräfte Munster« bei. Die verbleibenden Mitglieder der Kameradschaftsgruppe blieben allerdings nur kurzzeitig ohne festen Gruppenzusammenhang und engagieren sich nun im Kreis der »Snevern-Jungs«.\nEinen mit entsprechenden Spruchband versehenen Trauerkranz hinterlegten auch die angereisten Mitglieder der neonazistischen Frauengruppe »Düütsche Deerns«. Bei den »Düütschen Deerns« handelt es sich um eine Gruppierung weiblicher Neonazis mit besten Verbindungen zur neonazistischen »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF). Bis Anfang 2008 traten Mitglieder der sogenannten »Düütschen Deerns« bei Aufmärschen mit Transparenten der GDF in Erscheinung und sollen sich im Juni 2008 ebenfalls an der Ausrichtung des »GDF-Sommertreffens« in der Lüneburger Heide beteiligt haben. Im weißem Trikot der »GDF-Nord« wirkten die heutigen Aktivistinnen der »Düütschen Deerns« in der Vergangenheit auch auf internen Fußballturnieren der Neonaziszene mit.\nIm Jahr 2008 entfalteten Mitglieder der »Düütschen Deerns«, neben einer regen Beteiligung an Aufmärschen im norddeutschen Raum vor allem Aktivitäten auf dem Anwesen des NPD Aktivisten Joachim Nahtz im niedersächsischen Eschede. Auf völkisch-neonazistischen Veranstaltungen, wie einem im September 2008 durchgeführten »Erntedankfest« traten die »Düütschen Deerns« als Mitorganisatoren in Erscheinung. Auch während eines »Sommerfestes« mit über hundert Teilnehmer_innen auf dem Anwesen des Landwirtes Nahtz, mit anschließender Sonnwendfeier waren die »Düütschen Deerns« organisatorisch eingebunden.\nEbenfalls vor Ort waren weiterhin Neonazis aus der Region Giffhorn und Wolfenbüttel. Unter den angereisten Neonazis befanden sich dabei etliche NPD-Kandidaten der vorangegangenen Landtagswahl. Dazu zählen auch Andreas Wolf von der NPD-Braunschweig sowie Klaus Hellmund, ein weiterer Führungsaktivist der »Kameradschaft Celle 73«. Hellmund sorgte zuletzt im Juni 2008, während des »Sommerfestes« von Neonazis im niedersächsischem Eschede für Negativschlagzeilen. Als Mitglied einer eigens eingesetzten Ordnergruppe griff der, als gewalttätig einschlägig bekannte und vorbestrafte Neonazi gezielt einen anwesenden Journalisten an. Auch Mitglieder der Tarnorganisation »Bürgerinitiative für Zivilcourage Hildesheim« sowie einer Gruppe von Neonazis aus Rotenburg Wümme waren in Essel zugegen - darunter auch ein Mitglied des unlängst aufgelöstem »Rotenburger Widerstandes«. Gründe für die Auflösung waren, neben einem Rückgang der aktiven Mitglieder vor allem das szeneintern als »unkameradschaftlich« gebrandmarkte Verhalten einzelner Mitglieder wie beispielsweise Diebstahl und Betrugsversuche.\nDie von anwesenden Beobachter_innen als »gespenstisches Treiben« beschriebene Veranstaltung endete ebenso wie sie begann. Nachdem sich die angereisten wieder an der Landstraße 190 vor dem kleinen Waldfriedhof zwischen Hademstorf und Allerbrücke versammelten, wurde das, im Dritten Reich als »Treuelied der SS« bekannt gewordene Stück »Wenn alle untreu werden« angestimmt sowie Gedichte vorgetragen. Nach Abschluss dieses »kulturellen Teils« der Veranstaltung begannen die Anwesenden zum »real existierendem Neofaschismus« zurückzukehren und Geld unter den Angereisten zu sammeln. Dennis Bührig löste die Versammlung anschließend mit der Ankündigung auf, juristisch gegen die Auflagen der Polizei, vorgehen zu wollen. Im nächsten Jahr beabsichtige man das »Heldengedenken« direkt auf dem Gelände des Friedhofs abzuhalten.\nTotgesagte leben länger - Auch die HIAG kehrt zurück #Am diesjährigen Totensonntag, eine Woche nach der Zusammenkunft militanter Neonazis, versammelten sich nun abermals Mitglieder der »HIAG« auf dem Areal der Kriegsgräberstätte in Essel. Begrüßt wurden sie dabei von drei, augenscheinlich als Verbindungsstudenten auftretenden Personen, welche die Anreisenden anschließend auf den Friedhof geleiteten. Rund 50 Personen, vorwiegend aus Soltau-Fallingbostel, Celle und Hannover »gedachten« nach Eigenangaben den »Gefallenen verschiedener Waffengattungen«. Besonders hervorgehoben wurden dabei die in Essel beerdigten Mitglieder des »Reichsarbeitsdienst und der Waffen-SS«, welche »getreu ihrem Fahneneid fürs Vaterland« gefallen seien. Wie bereits in der Vergangenheit fanden die Verbrechen und Gräueltaten nationalsozialistischer Willkür in den Ansprachen der »HIAG« keine Erwähnung. Stattdessen widmeten sich die Ausführungen den »Männern, Frauen und Kindern«, welche bei Bombenangriffen alliierter Verbände den Tod fanden. Im Gegensatz zu der eine Woche zuvor stattgefundenen »Trauerfeier« von militanten Neonazis konnte die »HIAG« das Gelände ungehindert betreten. Man berief sich auf ein ominöses und nicht näher beschriebenes Hausrecht welches die Organisation besitzen würde.\nDie angereiste Alt- und Neonazis, unter ihnen nach Angaben von Beobachter_innen auch ehemalige Mitglieder der »Waffen-SS – Erlebnisgeneration« legten im Rahmen der »Gedenkfeier« einen Kranz der »HIAG – Hannover« vor dem Gedenkstein der Kriegsgräberstätte nieder. Der offizielle Teil der Veranstaltung fand sein Ende durch das Ertönen des militärischen »Zapfenstreich«. Zuvor hatte man bereits, während der Niederlegung des Kranzes, dass Lied »Gute Kameraden« auf einer mitgeführten Trompete erklingen lassen. Für die Ausrichtung der Zusammenkunft wurde in einem abschließendem Redebeitrag »den jungen Leuten aus Hodenhagen« gedankt, welche ebenfalls bei der Veranstaltung zugegen waren. Als Grund für die geringe Dauer der »Gedenkveranstaltung« wurde angeführt, von anwesenden Beobachter_innen nicht »behelligt« werden zu wollen. Gleichgesinnte hätten allerdings die Möglichkeit einem anschließend stattfindendem »Kaffeetrinken in Schwarmstedt« beizuwohnen.\nDie jüngst auf dem Waldfriedhof in Essel stattgefundenen Zusammenkünfte von Alt- und Neonazis zeugen von einem neuem Selbstbewusstsein der dort involvierten Personenkreise. Während die Mitglieder des Zusammenschlusses »Nationalen Sozialisten Niedersachsen«, nach dem Wegfall der jährlich stattfindenden Aufmärsche im brandenburgischem Halbe, in Essel eine neuerliche Wirkungsstätte öffentlichkeitswirksamer Propaganda frequentieren und diese, wie bereits angekündigt, auszubauen gedenken, repräsentiert die »Rückkehr der HIAG« vor allem die in den letzten Jahren reorganisierten Strukturen von »Altnazis«. In den vorangegangenen Jahren wurden nur wenig über die Aktivitäten dieser Strukturen bekannt. Öffentlichkeit wurde weitestgehend und wo möglich vermieden. Nach außen traten die Strukturen bislang vor allem durch die Publikation »Der Freiwillige – Monatszeitschrift der Waffen-SS« und eine geringe Anzahl, bekannt gewordener Zusammenkünfte.\nDurch die zunehmende »Wiederentdeckung« der kleinen Kriegsgräberstäte in Essel durch organisierte Alt- und Neonazis scheint die Rückkehr eines neonazistischen »Wallfahrtsorts« im Herzen Niedersachsens vorprogrammiert. Die Region um Essel, welche sich im Aktionsradius mehrerer führender und militanter Neonazigruppierungen aus Niedersachsen befindet, läuft Gefahr das Ziel neuerlicher Geschichtsklitterung zu werden. In welche ideologische Richtung sich diese Aktivitäten bewegen werden, haben die dort beteiligten Gruppierungen mit ihrem offen zur Schau getragenem Bezug zur »Waffen-SS« bereits vorgezeichnet. Ob erst Ereignisse nach dem Vorbild der Geschehnisse um Pastor Dreier auf dem Waldfriedhof eintreten müssen, bleibt hingegen abzuwarten. Die derzeitige Mitgliederzahl des örtlichen Schützenvereins dürfte allerdings nicht ausreichen um eine neuerliche »Pilgerstätte« von Neonazis in Niedersachsen abzuschirmen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.11.24/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Wie bereits im Vorjahr führten militante Neonazis, anlässlich des Volkstrauertages am vergangenen Wochenende ein sogenanntes »Heldengedenken« auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte in Essel durch. Damit standen die Neonazis der militanten »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« nicht alleine. 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Diese gehäuften Ereignisse, zuletzt ein gewalttätiger Übergriff von mehreren Neonazis auf einen alternativen Jugendlichen auf der Nordhorner Jahrmarkt, führten schlussendlich zu der polizeilichen Razzia, welche nach Polizeiangaben das Ziel hatte, »die Strukturen offenzulegen und damit zu beenden«.\nBereits Anfang Oktober 2008 sei zu diesem Zwecke eine interne Ermittlungsgruppe der Polizei gegründet worden, welche mit den Hausdurchsuchungen erste konkrete Schritte gegen die zuletzt äußerst aktive Szene durchführte. Laut Angaben der Polizei könnten nun erste »Zwischenergebnisse« präsentiert werden. »Mit der Ermittlungsgruppe wollten wir feststellen, ob wir im Bereich rechts ein strukturelles Problem in Nordhorn haben, welches uns Sorgen machen müsste«, erklärte dazu Karlheinz Brüggemann, Leiter der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim. Außerdem seien bei allen polizeilich bekannten Mitgliedern der Nordhorner Neonaziszene sogenannte „Gefährdetenansprachen“ durchgeführt worden. Ziel sei es nach Polizeiangaben gewesen, die Neonazis aus der Anonymität zu holen. Der Leiter des örtlichen Fachkommissariats für den polizeilichen Staatsschutz, Georg Alferink, machte deutlich, dass Straftaten der örtlichen Szene »mit Nachdruck« verfolgt werden würden.\nBei den nun durchgeführten Hausdurchsuchungen beschlagnahmte die Poliztei neben einer Gaspistole, Computerfestplatten sowie Laptops auch Digitalkameras und umfangreiches Propagandamaterial. Dazu gehörten auch Hemden mit verfassungsfeindlichen Emblemen und Aufdrucken. Inwieweit eine ideologische Verankerung der neonazistischen Szene in der Region bereits voran geschritten ist, zeigt auch die Sicherstellung einer Fahne mit der Aufschrift »Waffen SS« im Zuge der polizeilichen Maßnahmen.\nDie aufgefundene Gaspistole soll Polizeiangaben zufolge bereits bei einem vorangegangenem Überfall mit Körperverletzung verwendet worden sein. Aufgrund der Ergebnisse der Razzia wurden zehn Anklageschriften wegen Volksverhetzung, dem Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie Körperverletzung gefertigt. Insgesamt wurden 25 Ermittlungsverfahren gegen 25 Neonazis im Alter zwischen 17 und 33 Jahren eingeleitet, darunter vier Frauen. Der überwiegende Teil der Personen bewege sich dabei im Altersrahmen von 18 bis 25 Jahren.\nEin 24-jähriges Mitglied der neonazistischen Szene, welches von den Hausdurchsuchungen betroffen war, wurde darüber hinaus wegen Verstoßes gegen bestehende Bewährungsauflagen festgenommen. Der Neonazi wurde zuvor vom Amtsgericht Nordhorn zu einer neunmonatigen Haftstrafe aufgrund begangener Körperverletzung verurteilt. Im Dezember 2007 griff der 24jährige eine Gruppe Jugendlicher am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) an. Unterstützt wurde der 24jährige dabei von einem weiteren Neonazi aus der benachbarten Ortschaft Ohne (Kreis Grafschaft Bentheim). Die vier Opfer wurden mit Flaschen beworfen, Schläge und Tritte gingen auf die Jugendlichen nieder. Während des Übergriffes riefen die Angreifer immer wieder volksverhetzende Parolen und erhoben den Arm zum »Hitlergruß«.\nKeine Gruppenstruktur erkennbar? #Im Zusammenhang mit den jüngst zusammengetragenen Ermittlungsergebnissen sei laut Polizeiangaben nicht von Gruppen- oder Kameradschaftsstrukturen in der Region Grafschaft Bentheim auszugehen. Dies würde im Gegensatz zum August des Jahres 2006 stehen, wo nach Polizeiangaben noch eine »lockere Kameradschaft« existiert hätte. Diese sei den Polizeiangaben folgend nicht mehr existent. Szenebeobachter_innen kritisieren seit längerem Verlautbarungen der regionalen Polizeiinspektion. Bei Betrachtung der Aktivitäten von Neonazis in der Region sei es »mehr als offensichtlich« dass bestehende Kameradschaftsstrukturen keineswegs von besagten »Auflösungserscheinungen betroffen seinen«. Dass es feste neonazistische Strukturen in der Grafschaft Bentheim gibt, belegen demnach nicht nur Internetauftritte von regionalen Kameradschaftsgruppen aus der Region.\nBereits seit längerem tauchen neonazistische Flugblätter in der Region auf, welche mit diversen regionalen Gruppennamen unterzeichnet wurden. Insbesondere traten in diesem Zusammenhang regelmäßig die beiden Gruppierungen »Nationales Bündnis Grafschaft Bentheim« sowie die »Initiative Ge-Link-T« in Erscheinung. Die Bezeichnung »Ge-Link-T« führt sich dabei nach Eigenangaben auf die Parole »Gegen linken Terror« zurück.\nBei einem der Hauptinitiatoren dieser lokalen Zusammenschlüsse handelt es sich um den Vorsitzenden des NPD-Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim, Reiner Alfons Heinen aus Nordhorn. Der 55-jährige agitiert seit Jahren regelmäßig gegen ihm unliebsame Initiativen. Mehrfach versuchte Heinen in den vergangenen Jahren auf Veranstaltungen von antirassistischen Initiativen zu gelangen und mit der von Neonazis ausgegebenen und praktizierten »Wort-Ergreifungsstrategie« Diskussionsrunden zu unterwandern, um diese schlussendlich gegen die Initiatoren selbst einzusetzen.\nIn den letzten Monaten betrat dann eine weitere Gruppierung die regionale Bühne. Diese agierte unter dem Label »Autonome Nationalisten Nordhorn« (ANNH). Nach internen Beratschlagungen wurde die neonazistische Gruppierung, welche sich an den Strukturen der sogenannten »Autonomen Nationalisten« orientierte, wenig später in »Autonome Nationalisten Grafschaft Bentheim« (ANGB) umbenannt. Die »Autonomen Nationalisten Grafschaft Bentheim« führten neben regelmäßig illegalen Propagandaaktivitäten vor allem gewalttätige Übergriffe gegen politische Feindbilder sowie Andersdenkende durch.\nThe Show must Go on? #Der regionale NPD-Unterbezirk Emsland / Grafschaft Bentheim distanzierte sich eiligst von den bekannt gewordenen Propagandaaktivitäten: »Zwar begrüßen wir den Inhalt der Plakate aber mißwilligen das Wilde Plakatieren an Schulen,Geschäften und derartiges. Die NPD hofft, dass der oder die Täter schnell gefasst und entsprechend hart verurteilt werden.« [Fehler im Original]. Nach Veröffentlichung der NPD-Pressemitteilung kam es auf dem neonazistischen Internetportal »Altermedia« zu massiven Anfeindungen gegen den NPD-Verband.\nDas Gesetzestreue, mitunter bieder anmutende Bild konnte die Führung der NPD Emsland / Grafschaft Bentheim zumindest in der Öffentlichkeit nicht halten. Nachdem bekannt wurde, dass der damalige Vorsitzende des NPD-Unterbezirks, der 25jährige Stephan Riesel, in ein paramilitärisches Sommerlager in Wilsum (Grafschaft Bentheim) involviert war, brach das ohnehin brüchige Erscheinungsbild vollends zusammen. Auf dem von Aktivisten der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) paramilitärisch geführtem »Sommerlager« wurden Wehrsportübungen sowie Scheinhinrichtungen durchgeführt. Während einer, in der Folgezeit durchgeführten Hausdurchsuchungen bei den Teilnehmer_innen beschlagnahmte die Polizei ein umfangreiches Waffenarsenal sowie verbotene Propagandamaterialien.\nIn Nordhorn selbst, fiel zuletzt eine zehnköpfige Gruppe Neonazis auf, welche sich am Rande einer antifaschistischen Kundgebung zu Störungsversuchen postierte. Ein Nordhorner Neonazi trug dabei ein T-Shirt auf der die Aufschrift »Arische Bruderschaft« inklusive zwei gekreuzter Handgrananten abgebildet war. Eben dieses T-Shirt gehört nun auch zu den beschlagnahmten Gegenständen, die auf der Pressekonferenz der Polizei präsentiert wurden.\nDas Symbol der »Arischen Bruderschaft« führte im September 2008 zu Hausdurchsuchungen beim langjährigen Neonaziaktivisten Thorsten Heise. Die Fahnder suchten entsprechende Musikproduktionen welche mit dem Cover der Gruppierung versehen waren. Die Bezeichnung »Arische Bruderschaft« erfreut sich in der Bundesrepublik innerhalb der organisierten Rechtsrockszene einer wachsenden Beliebtheit. Dahinter verbergen sich aktive Organisations- und Musikstrukturen der Neonaziszene.\nDie Verbindungen der nun von den Hausdurchsuchungen betroffenen Neonaziszene aus der Region Nordhorn zum Bereich Rechtsrock sind bereits seit längerem bekannt. Neonazis aus der Region beteiligten sich in der Vergangenheit dabei nicht nur an entsprechenden Veranstaltungen in Deutschland. Zuletzt wurden Aktivist_innen der regionalen Szene auf Konzerten im europäischen Umland gesichtet. Ob die Region, wie der Leiter der Polizeiinspektion Nordhorn Karlheinz Brüggemann nun »ein strukturelles Problem« von Neonazis hat, darüber schwieg sich die Polizei während der Pressekonferenz im Zusammenhang mit den jüngsten Hausdurchsuchungen aus.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.11.21/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Freitag durchsuchten in der Region Nordhorn und Bad Bentheim Einsatzkräfte der Polizei 6 Wohnobjekte von Mitglieder der neonazistischen Szene. Anlass hierfür waren »viele kleine Hinweise« über die politischen Aktivitäten der regionalen Neonaziszene, so zumindest die Auskunft der Polizeipressestelle. Überraschend kommt die Polizeirazzia indes nicht.","title":"Razzia gegen neonazistische Strukturen in Nordhorn"},{"city":"Esens","content":" Es sollte die große Revanche werden zu der von den Behörden und der Stadt Esens vereitelten Kranzniederlegung von Neonazis zum 65. Jahrestag des alliierten Bombenabwurfes über Esens am 27.10.2008. Unter dem Motto »Unsere Kriegstoten sind unvergessen« wurde die Kundgebung vom DVU-Landesverband Niedersachsen und der neonazistischen Kameradschaft Aktionsgruppe-Wiking (AG-Wiking)in ganz Norddeutschland beworben. Letztlich fanden sich lediglich 32 Teilnehmer_innen in der Bärenstadt ein um die Geschichte auf ihre Weise umzudeuten.\nEsens, vier Kilometer vor der Nordseeküste, ist eigentlich eine ruhige 7000 Einwohner_innen umfassende Stadt in Ostfriesland. Lediglich einmal im Jahr gerät sie in den Focus öffentlichen Interesses, wenn es gilt der Toten eines Bombenabwurfes am 27.September 1943 zu gedenken. An diesem wolkenverhangenen Tag über Ostfriesland kamen durch alliierte Bombenabwürfe in Esens 165 Menschen zu Tode. Durch einen technischen Fehler der vorausfliegenden Flugzeuge, die das eigentliche Ziel Emden mit Rauchbomben für den Hauptverband kenntlich machen sollten verlor ein Teil des amerikanischen Flugverbandes die Orientierung und setze zum Rückflug zur Luftwaffenbasis an. In Kriegszeiten war es üblich, nach erfolglosen Angriffen sogenannte Gelegenheitsziele zu bombardieren.\nAuf diesem Rückflug, der über das Harlinger Land führte, tat sich den Besatzungen eine Wolkenlücke auf, unter der sich die Stadt Esens befand. Dort wurden schließlich die Bomben abgeworfen, die eigentlich für Emden bestimmt waren, was zu den Verlusten unter der Zivilbevölkerung führte.\nBereits um 12 Uhr trafen die ersten 14 Teilnehmer_innen am kleinen Bahnhof Esens ein und wurden unter polizeilicher Begleitung die letzten eineinhalb Kilometer zum Kundgebungsplatz am Markt geführt. Mit dabei waren hauptsächlich ortsnahe Neonazis aus Wilhelmshaven und Ostfriesland, wie der einschlägig vorbestrafte Neonazikader der AG-Wiking Manuel Wojtczak, Wilhelmshaven und Uwe Veith aus Esens, sowie die NPD Funktionäre Nicolas Ahlrichs, Wittmund, und Jens Wagenlöhner aus Wilhelmshaven.\nSeit mehreren Jahren benutzen Neonazis aus dem ostfriesischem Raum, allen voran die AG-Wiking um deren Funktionär Manuel Wojtczak den Gedenktag der Stadt Esens am 27. Oktober für sich zu vereinnahmen. Auch örtliche DVU Vertreter_innen, NPD Anhänger_innen und Funktionäre sind seit Jahren dabei, wenn es gilt Geschichte umzudeuten. So ist die Rede von gezielten Terrorangriffen der Alliierten und Opfertum des deutschen Volkes, das einem sinnlosen Terror der Alliierten machtlos ausgesetzt gewesen sei. Grundsätzlich verschwiegen wird dabei geflissentlich die Rolle des Dritten Reiches, das Auslöser des Weltkrieges zwischen 1939 und 1945 war und das den Tod von 60 Millionen Menschen zu verantworten hatte. Wie nicht anders zu erwarten, wurde die deutsche Kriegsschuld auch diesem Tag mit keinem Wort erwähnt.\nAm abgesperrten Kundgebungsplatz am Markt unmittelbar vor dem Esenser Rathauses wurden sie von mehreren Hundert Antifaschist_innen empfangen, die während der nächsten Stunden den Auftritt der Neonazis mit Pfeifkonzerten und »Nazis raus« Rufen begleiteten.\nEs sollte noch etwa eine Stunde dauern, bis der klägliche Rest der sonnabendlichen Versammlung eintraf. In der Zwischenzeit standen 14 Neonazis ziemlich verloren auf dem großen Areal und versuchten sich im Posieren für die anwesenden Pressefotograf_innen und Antifaschist_innen. Noch vor Beginn der offiziellen Kundgebung musste ein Transparent der AG-Wiking, auf dem sie ihren den Traum im Reich von Morgen wahr werden ließen, wegen Auflagenverstoßes wieder eingerollt werden.\nGegen 13 Uhr trafen weitere 18 Teilnehmer_innen mehrheitlich mit PKW am Kundgebungsplatz ein.Unter ihnen der Anmelder der Kundgebung und Versammlungsleiter Hans-Gerd Wiechmann. Der 59-jährige ist derzeit Landesorganisationsbeauftragter der DVU in Niedersachsen. Das jedoch erst seit kurzer Zeit. Wiechmanns Parteikarrieren sind ebenso kurz wie vielfältig. Ehemals NPD-Mitglied und Republikaner, deren Landesvorsitzender er bis 2005 war, gründete er auf Grund von Auseinandersetzungen mit dem Bundesvorsitzenden Rolf Schlierer, das „Sozialpatriotische Bündnis Lüneburg/Neuer Morgen“. Bei der Bundestagswahl 2005 trat Wiechmann für die NPD im Wahlkreis 36 Soltau-Fallingbostel – Winsen/Luhe an. Nach Zerwürfnissen mit dem Lüneburger NPD-Kader Manfred Börm und der örtlichen NPD verließ Wiechmann die Nationaldemokratische Partei. Bei der Kommunalwahl 2006 versuchte sich Wiechmann in Lüneburg für die »Unabhängige Wählerliste UWL Bündnis/Rechte« wählen zu lassen. Nun versucht sich Wiechmann seit einiger Zeit in der DVU. Zudem gerät Wiechmann immer wieder in den Verdacht, Verbindungen zum Verfassungsschutz zu haben.\nEbenfalls angereist waren Matthias Faust, Hamburg, seines Zeichens »Bundesorganisationsleiter der DVU« und Christian Worch, Neonazikader aus Hamburg und persönlicher Dutzfreund von Faust. Angeführt von Sandra Harbich, fanden sich auch Mitglieder einer jüngst im niedersächsischem Soltau gegründeten DVU Gruppe in Ostfriesland ein. Der DVU Ableger aus Soltau rekrutierte seine Mitglieder dabei aus dem Umfeld der unlängst aufgelösten »Autonomen Nationalisten Soltau« (ANS) um Marleen Poppke, der Schwester von Lars Poppke, der das Projekt ANS gemeinsam mit Söhnke Dorten im Frühjahr 2008 grandios vor die Wand gefahren hatte.\nUnterstützt wurde die Organisationsleitung der Versammlung von Christian Worch, welcher das Lautsprecherfahrzeug der Kundgebung stellte. Nach internen Unstimmigkeiten der Organisationsstruktur des »Freundeskreis Halbe«, welcher in den vergangenen Jahren thematisch ähnlich gelagerte Aufmärsche im brandenburgischen Halbe durchführte, zog es Christian Worch in diesem Jahr in die norddeutsche Tiefebene. Es bleibt Worchs persönliches Geheimnis, warum er sich in den letzten Jahren den eher familiären Demonstrationen und Kundgebungen zuwendet, die durchweg mit nur zweistelligen Teilnehmerzahlen durchgeführt wurden. So zuletzt in Oldenburg mit 56, in Weyhe mit 41, Leipzig mit 37 oder Salzgitter mit ganzen 17 Teilnehmer_innen.\nNachdem Worch die Lautsprecheranlage auf seinem Kleinwagen angebracht hatte und der Generator zur Stromversorgung endlich reibungslos lief, kündigte Hans-Gerd Wiechmann nach dem Verlesen der mehrseitigen Auflagen den ersten Redner des Tages, den örtlichen DVU Funktionär Karl Heinz Besemann vom »DVU-Kreisverband Ostfriesland« an. Dessen stockende, zum Teil mit langen Aussetzern und ungewollten Nachdenkpausen versehene Rede vermochte die Massen derweil noch nicht so richtig in Schwung bringen.\nAuch Matthias Faust, der als nächster Redner auftrat, ist wie Wiechmann ein Wanderer zwischen den Parteiwelten. Vor gut zwei Jahren noch Landesbeauftragter der Republikaner »REP« in Hamburg gab er ein kurzes Intermezzo im Jahre 2007 bei der hanseatischen NPD, das jedoch mit dem Rauswurf von Anja Zysk, der ehemaligen Vorsitzenden der NPD-Hamburg, endete. So war Matthias Faust Anmelder einer Demonstration der NPD am 10.2.2007 in Hamburg-Bergedorf gegen einen geplanten Moscheebau, die jedoch von weiten Teilen der Neonaziszene boykottiert wurde. Während Faust, Wiechmann und Worch in der Weltstadt Hamburg eine Kundgebung mit gerade einmal 48 Teilnehmern abhielten, fand zeitgleich eine weit mehr als doppelt so starke Demonstration im Kreisstädtchen Rotenburg/Wümme statt. Doch die Bande der drei Funktionäre brachen dadurch nicht etwa auseinander, sondern verstärkten sich eher noch. Am 6.10.2007 waren Faust, Wiechmann und Worch abermals auf einer Kundgebung, diesmal in Salzgitter angekündigt, Faust trat als Redner für das Sozialpatriotische Bündnis auf, dem auch Hans-Gerd Wiechmann angehörte. Die Kundgebung geriet aber mit gerade einmal 20 Teilnehmern zum Fiasko für die Verantwortlichen. Kurz danach wurde Faust vom hamburgischen Landesverband der DVU als Pressesprecher angeworben, zu deren Landesvorsitzenden er letztlich gewählt wurde. Im Februar 2008 trat Matthias Faust, dem die hanseatische Verfassungsschutzbehörde unlängst den zweifelhaften Titel Worch-Adlatus verpasste, für die DVU als Spitzenkandidat im Bürgerschaftswahlkampf an. Dabei bescherte er der DVU ein Ergebnis unter der Einprozenthürde von 0,8 %. Damit unterlag die DVU in einigen Wahlbezirken selbst der Partei »Die Partei«, die von Mitarbeitern des Satiremagazins »Titanic« gegründet worden war.\nBei seiner Rede in Esens trat Faust mit geballtem rechtsextremen »Metapedia-Wissen« und Militärjargon auf, sprach gar von »einem gewaltigen Bombenteppich« der »auf einen Schlag zwei Jahrgänge des Esenser Nachwuchses ausgelöscht hat«. Dabei bedient er sich in weiten Teilen ausgerechnet eines Textes des Nordenhamer Journalisten, Klaus Dede, dessen Familie selbst Opfer des Naziregimes war, geflissentlich nicht genehme Passagen weglassend.\nSchließlich bescheinigte er der »sogenannten 68er Generation« ganze Arbeit geleistet zu haben und »Ehre und alle andere Tugenden, die typisch für das deutsche Volk waren« ausgemerzt zu haben. Außerdem würde »seitdem gegen jeden die Nazikeule geschwungen, der aus dem Gleichschritt der neuen Menschlichkeit heraustritt«. Letztendlich versprach er der Esenser Bevölkerung sie jedes Jahr wieder mit einer Kundgebung zu beglücken, bevor er sich von der nicht wirklich anwesenden Esener Bevölkerung höflich verabschiedete.\nNachdem Christian Worch den Mikrofonständer wieder auf die Größe von Hans-Gerd Wiechmann heruntergedreht hatte, setzte dieser zur Hauptrede an. In seiner ersten Erleuchtung zu Beginn seiner 22-minütigen Rede führte Wiechmann aus, dass, wenn die Toten und Ahnen wählen könnten, wer sie ehrt und wer ihre Gräber pflegt solle, wären er und seine Kameraden »die Auserwählten«.\nEigenartigerweise beklagte er, dass »nicht mehr an diesem Platz stehen würden um der Toten zu gedenken«. Eine Frage, die er besser dem eigenen politischen Lager hätte stellen sollen. Bei Betrachtung der neonazistischen Teilnehmer_innen, die der Kundgebung beiwohnen, sind die von Wiechmann geäußerten Beschreibungen »Dekadent, Verkommen und Angetrunken« durchaus in einigen Punkten auf die eigene politische Klientel anwendbar.\nWiechmann warf den Esenern vor, ihre Toten vergessen zu haben. Die Stimmen der toten Kinder würden aus dem Jenseits heraus die Gerechtigkeit einfordern und beklagte Deutschland sei »einzigste Land dieser Erde, welche 8000 Mahnmale zu seiner eigenen Schande errichtet« habe und fragte »wo sind die Mahnmale für unsere Gefallenen?« Außerdem forderte er unter anderem »Mahnmale für die 3 Millionen Frauen, Kinder und Greise, die dem Holocaust der Vertreibung…zum Opfer gefallen« wären. Wiechmann würfelte nach Herzenslust Opferzahlen durcheinander und stilisierte die »Wehrmachtstoten« zu Heroen und geistigen Vorbildern, denen bei Lebzeiten die Sonne ins Gesicht geschienen und die der Wind dann zu den Sternen erhoben habe, von wo aus sie die Zurückgebliebenen begleiten würden. Nun kam Hans Gerd Wiechmann aber erst so richtig in Fahrt.\nDie Alliierten Truppen, insbesondere die amerikanischen, bezeichnete er als die wahren Rassisten, und belegte es damit, dass die Deutschen »die gleichen Toiletten benutzen mussten wie die farbigen Soldaten» und bezeichnete gleichzeitig die sowjetische Armee als »besoffene asiatische Horden«. In seinem Exkurs über den zweiten Weltkrieg ließ Wiechmann es sich nicht nehmen, von einem sechsjährigen Heldenhaften Kampf gegen die ganze Welt zu sprechen und bescheinigte dem »deutschen Soldaten, es gab keinen Besseren« und bescheinigte der Jugend des Naziregimes dass sie eingetreten seien »im Kampf einer deutschen Bewegung zu kämpfen für den Fortbestand ihres Volkes und für die ewige Größe eines sozial gerechten…deutschen Vaterlandes«.\nNach gut eineinhalb Stunden Dauer beendete Versammlungsleiter Hans-Gerd Wiechmann die Kundgebung mit der Aufforderung gemeinsam die Nationalhymne zu singen. Leider war dem Großteil der Teilnehmer_innen der komplette dreistrophige Text nicht geläufig und so war auch nur ein unrhythmisches Gemurmel zu vernehmen. Die Neonazis ließen es sich in der Zwischenzeit nicht nehmen die überall am Marktplatz aufgehängten Schilder mit dem Aufdruck »Nazis raus« mit Aufklebern zu versehen auf denen unter anderem der verurteilte Kriegsverbrecher Rudolf Hess verherrlicht wurde. Beim Abmarsch der Neonazis wurden die Schilder als »Quasitrophäe« von den Neonazis ab- und mitgenommen.\nDie Personen die mit PKW angereist waren, wurden von der Polizei unter Schutz vom Versammlungsort weggeführt, während die »fußläufigen« Teilnehmer unter Polizeischutz zum Bahnhof Esens zurückbegleitet wurden.\nWäre es nach dem Willen der Stadtoberen der Bärenstadt gegangen, hätten die Neonazis am Markt, ungestört von einer kritischen Öffentlichkeit, ihre Geschichtsumdeutung vornehmen können. Eines wurde erreicht, alle Geschäfte im Umkreis des Marktplatzes hatten geschlossen und nahmen die sonnabendlichen Einbußen in Kauf.\nDer ehrenamtliche Bürgermeister und Polizeibeamte Klaus Wilbers und Stadtdirektor Jürgen Buß hatten sich in der vergangenen Woche in mehreren Bürgerversammlungen dafür stark gemacht, eine »stille Demonstration« unter dem Motto »Esens macht dicht« auf dem Kirchplatz abzuhalten. Damit sollte ein »deutliches Zeichen« gegen die Neonazis gesetzt werden. Vorsorglich bat man die Teilnehmer der von Stadtdirektor Jürgen Buß geleiteten Versammlung am Kirchplatz »Zivilcourage zu zeigen, um Vermummung und Gewalt schon im Keim zu ersticken«.\nTatsächlich gab es in Esens zwei Gegendemonstrationen: die der Bürgerversammlung am Kirchplatz außerhalb des Sichtfeldes der Neonazikundgebung und eine zweite direkt am Rande des Kundgebungsplatzes, die weitaus mehr Antifaschist_innen aufwies und die lautstark ihrem Unmut über die perfide Gedenkveranstaltung kundtat. Die Linke zog gar einen Plan zurück eine eigene Kundgebung zu veranstalten. Zu groß schien die Gefahr, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könnte. Unterschwellig war den Artikeln der örtlichen Zeitungen zu entnehmen, dass die Angst vor Krawallen ziemlich groß sei, was sich auch in den Verlautbarungen der Polizei widerspiegelt die »eindringlich auf ein erhöhtes Gefahrenpotential durch die Teilnahme gewaltbereiter Personen aus allen möglichen Lagern hinwies«. Beide Demonstrationen verliefen allerdings absolut friedlich. Vermummt waren an diesem Tag lediglich die Beamten der BFE-Oldenburg (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten) der Polizei.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.11.15/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Es sollte die große Revanche werden zu der von den Behörden und der Stadt Esens vereitelten Kranzniederlegung von Neonazis zum 65. Jahrestag des alliierten Bombenabwurfes über Esens am 27.10.2008. Unter dem Motto »Unsere Kriegstoten sind unvergessen« wurde die Kundgebung vom DVU-Landesverband Niedersachsen und der neonazistischen Kameradschaft Aktionsgruppe-Wiking (AG-Wiking)in ganz Norddeutschland beworben. Letztlich fanden sich lediglich 32 Teilnehmer_innen in der Bärenstadt ein um die Geschichte auf ihre Weise umzudeuten.","title":"Missglückte Revanche"},{"city":"Aachen","content":" Nachdem das Bundesverfassungsgericht, ein zuvor von der Aachener Polizei erlassenes Versammlungsverbot aufhob, versammelten sich insgesamt 111 Neonazis zu einer Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Aachener Hauptbahnhofes. Unter dem Motto »gegen einseiteige Vergangenheitsbewältigung« versuchten die angereisten Neonazis am Vortag des 70ten Jahrestages der »Reichsprogromnacht« revisionistische Opfermythen zu verbreiten.\nDurch Verklärung dieser Machart versuchen die Interpreten und ideologischen Führungspersonen der neonazistische Szene die Rolle von Opfern und Tätern umzudeuten. Im Verlauf der sogenanten »Reichsprogromnacht« kam es im gesamten »Deutschen Reich« zu organisierten Angriffen gegen jüdische Einrichtungen. Synagogen, Geschätsräume, öffentliche Einrichtungen und Privatwohnungen gingen in Flammen auf, es kam schweren Misshandlungen und Todesopfern unter der jüdischen Bevölkerung.\nIm Vorfeld der nun stattgefundenen Kundgebung von Neonazis untersagte Aachener Polizeiführung den Aufmarsch zunächst aufgrund der zeitlichen Nähe und des inhaltlichen Bezugs der antisemitischen Novemberprogrome vom 9.November 1938 in Deutschland, jedoch wurde dieses Verbot kurzfristig vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Der ursprüngliche Anmelder der Versammlung, Axel Reitz, bekam von der Polizei die Auflage, weder als Versammlungsleiter, noch als Redner oder Ordner bei dieser Veranstaltung in Erscheinung zu treten. Grund dafür sei sein ausgeprägt antisemitisches Weltbild und die Tatsache, dass der Kölner bereits wegen Volksverhetzung verurteilt sei.\nSo übernahm der Hamburger Neonaziaktivist Christian Worch die Rolle des Versammlungsleiters. Das Bundesverfassungsgericht erlaubte eine Kundgebung inklusive Aufzug, doch aufgrund mangelnder Gesprächsbereitschaft Worchs, welcher nicht zu einem angesetzten Koordinierungsgespräch mit der Polizei erschien, gestattete diese lediglich eine stationäre Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz.\nRedner auf der ca. einstündigen Veranstaltung waren neben Christian Worch der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen NPD Claus Cremer, der Düsseldorfer Neonaziaktivist Sven Skoda, Ingo Haller in seiner Funktion des Vorsitzdenden der NPD Düren sowie der jüngst aus der Haft entlassenen Neonazikader Paul Breuer. Vor allem Claus Cremer nutze seine Redezeit, um auf die Ereignisse im April diesen Jahres in Stolberg einzugehen. Damals wurde ein 19jähriger von einer Gruppe Jugendlicher, offenbar mit Migrationshintergrund, niedergestochen und erlag später seinen Verletzungen. Dieser Vorfall dient der neofaschistischen Szene seitdem als Projektionsfeld für rassistische und fremdenfeindliche Agitation.\nBegleitet wurde die Kundgebung von lautstarkem Protest von rund 400 Menschen, die auf der anderen Seite des Platzes eine Gegenkundgebung abhielten. Außerdem wurde eine Gegendemonstration in der Aachener Innenstadt von rund 2500 Menschen besucht.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.11.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Nachdem das Bundesverfassungsgericht, ein zuvor von der Aachener Polizei erlassenes Versammlungsverbot aufhob, versammelten sich insgesamt 111 Neonazis zu einer Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Aachener Hauptbahnhofes. 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Ziel ist es hierbei, die eigenen Strukturen auszubauen und gleichzeitig Aufbauarbeit für weitere neonazistische Gruppierungen zu leisten. Als legalistische Plattform ihrer Aktivitäten fällt dabei insbesondere den Strukturen der sächsischen »Jungen Nationaldemokraten« (JN) eine herausgehobene Stellung zu. Die vermehrten Aktivitäten gehen einher mit einer, zuletzt massiven Unterwanderung der JN-Parteistrukturen durch Mitglieder der sogenannten »Freien Kameradschaften«. Ein Vorgehen das auf Seiten der sächsischen JN-Führung derzeit auf positive Resonanz stößt.\n»Der Aufbau der JN - Strukturen in Sachsen geht weiter voran«, so urteilten zumindest die Verantwortlichen auf der Internetseite der »Jungen Nationaldemokraten« im Freistaat. Durch den Zustrom neuer Mitglieder gründeten sich nach Eigenangaben zuletzt im Oktober in den sächsischen Städten Chemnitz und Riesa zwei weitere »JN Stützpunkte«. Mit Gruppen in Dresden, Leipzig, Aue-Schwarzenberg, Freiberg, Hoyerswerda und der Sächsischen Schweiz verfügt die Jugendorganisation der neonazistischen NPD nach Eigenangaben nun mittlerweile über insgesamt acht Ortsgruppen in dem Bundesland.\nDie Strategie ist nicht neu. Im Jahr 2006 konnten ähnliche Vorgänge bereits in Sachsen-Anhalt beobachtet werden. Neonazis aus den Strukturen der »Freien Kameradschaften« unterstützten damals tatkräftig die Strukturen der JN-Sachsen-Anhalt und unterwanderten diese gezielt. Führende Aktivisten der militanten Kameradschaftsszene aus Sachsen-Anhalt engagierten sich nunmehr verstärkt innerhalb der JN und nutzten diese als legalen Rahmen für eigene politische Aktionsformen. Durch die Unterstützung der »parteiunabhängigen« Neonazis verdoppelte sich die Anzahl der »JN Stützpunkte« in Sachsen-Anhalt in nur wenigen Monaten.\n»Junge Nationaldemokraten« – Bindeglied zwischen NPD und Kameradschaften #Das Vorgehen militanter Neonazis aus den Strukturen der »Freien Kameradschaften«, möglichst breit gefächert Strukturen der NPD/JN aufzubauen und diese somit als legalen Rahmen der eigenen Aktivitäten zu nutzen, stößt auch innerhalb der NPD-Bundesebene auf weitgehend positive Resonanz. Den unerwarteten Zustrom neuer Mitglieder in den Reihen der neonazistischen Partei quittierten die Führungsstrukturen von NPD und JN nicht nur mit internen Belobigungen. Michael Schäfer, einer der führenden Initiatoren der sachsen-anhaltinischen »JN-Offensive«, wurde im Oktober 2007 zum neuen Bundesvorsitzenden der »Jungen Nationaldemokraten« gewählt. Der frisch Beförderte stellte in einem Interview mit der NPD Publikation »Deutsche Stimme« vom Dezember 2007 unmissverständlich klar, dass er die Strukturen der »Freien Kameradschaften« als wichtiges Standbein der JN betrachte. Die NPD Jugendorganisation habe seinen Ausführungen folgend vor allem die Aufgabe, als »Bindeglied zwischen der Mutterpartei und radikaleren Kräften« zu agieren. Ein Konzept, welches nun auch verstärkt von Neonazis im Freistaat Sachsen angewandt wird. Das politische Werben von Neonazis in Sachsen nimmt, wie auch das propagandistische Vorgehen im Bezug auf das ermordete Mädchen zeigt, allerdings zum Teil makabere Züge an. Dass es den Akteuren von JN und »Freien Kameradschaften« weniger um die Hintergründe der Tat, sondern vielmehr um eine Instrumentalisierung des Vorfalles geht, zeigt auch die Gleichsetzung der ausgewählten Themenfelder. Die Forderung »Härtere Strafen für Kinderschänder« wird dabei gleichsam mit einem geforderten »Nationalen Sozialismus« propagiert. Wie eng dabei parteifreie Neonazis mit den Strukturen der sächsischen JN verwoben sind, wird u.a. daran deutlich, dass gleich mehrere Kader der sogenannten »Freien Kräfte« Führungsämter innerhalb der sächsischen »Jungen Nationaldemokraten« ausüben. So ist der ursprünglich aus dem ostsächsischen Hoyerswerda stammende Sebastian Richter einer der führenden Aktivisten der »Freien Kräfte« gleichzeitig Mitglied im JN-Bundesvorstand. Auch Mitglieder der im Jahre 2001 durch das sächsische Innenministerium verbotenen Kameradschaft »Skinheads Sächsische Schweiz« (SSS) sind auf Landes- und Kreisebene in den Strukturen der »JN-Sachsen« tätig. Beinahe zeitgleich zum Neonaziaufmarsch in Döbeln fand zudem am Samstag in Dresden der JN-Landeskongress statt, auf dem auch ein neuer Landesvorstand gewählt werden sollte. Auch hier waren Vertreter der »Freien Kräfte« zugegen. Der Aufmarsch in Döbeln am 01.11.2008 ist nur der jüngste Versuch sächsischer Neonazis öffentlichkeitswirksam in Erscheinung zu treten. Unter dem Motto: » Unser Volk stirbt - Volkstod aufhalten« beteiligten sich bereits am letzten Wochenende, dem 25.10.2008, rund 260 Neonazis an einem Aufmarsch des örtlichen »JN-Stützpunktes« im Leipziger Stadtteil Schönfeld. Dabei dürfte wieder weniger die Sorge um rückläufige Geburtenzahlen, dafür um so mehr das populistische Werben neuer Mitglieder im Fokus des Interesses gestanden haben. Als Anmelder des Aufmarsches in Schönfeld, traten dabei Mitglieder des »JN-Stützpunktes Leipzig« in Erscheinung. Wenngleich die Veranstaltung von der Nachwuchsorganisation der NPD organisiert wurde, bestimmten Neonazis aus dem Spektrum der »Freien Kräfte« und der sogenannten »Autonomen Nationalisten« das äußerliche Erscheinungsbild der Veranstaltung. Der »JN-Stützpunkt Leipzig« wurde im April 2008, unter anderem von Mitgliedern der »Freien Kräfte Leipzig« gegründet. Diese werden dem organisatorischem Zusammenschluss des »Freien Netzes« in Sachsen zugerechnet. Unter dem Label »Freies Netz« schlossen sich in den letzten Jahren mehrere westsächsische, süd-sachsen-anhaltinische und ostthüringische Neonazigruppen, bestehend aus vorwiegend jungen Vereinigungen parteifreier Neonazis, zu einem gleichnamigen Online-Portal zusammen. Maßgeblich verantwortlich für das Projekt ist Thomas Gerlach aus dem thüringischen Meuselwitz, wenige Kilometer von Altenburg gelegen. Gerlach ist Aktivist der neonazistischen «Hammerskins« und seit nunmehr zwei Jahren maßgeblich in die Strukturen des »Freundeskreis Halbe« (FK- Halbe) involviert. Im Zusammenhang mit den zuletzt regelmäßig stattfindenden Aufmärschen in der Region kam es auch zu mehreren, teils gewaltsamen Übergriffen von Neonazis auf politische Gegner_innen. So griffen am Morgen vor der Demonstration etwa ein Dutzend Neonazis, bewaffnet mit Ketten und Stangen mehrere Jugendliche in Döbeln an, die gerade Plakate gegen die Neonazi-Demonstration in der Kreiststadt verteilten. Nach Berichten von Augenzeugen stammten die Angreifer_innen dabei aus dem Kreis der »Initiative für Döbeln«. Hierbei handelt es sich um einem Zusammenschluss lokaler Neofaschist_innen, welche sich an der Vorbereitung und Ausrichtung des nun stattgefundenden Aufmarsches beteiligten. Am Abend nach dem Neonaziaufmarsch in der sächsischen Kreisstadt überfielen zum Teil bewaffnete Neonazis eine Wohngemeinschaft in Döbeln. Wenige Stunden später griffen dann wiederum mehrere Neonazis vor einer Diskothek im benachbarten Waldheim alternative Jugendliche an. Nachdem sie die Jugendlichen mit Faustschlägen im Gesicht verletzten, zerrten sie ihre Opfer auf eine Brücke und versuchten sie herunter zu stoßen. Erst als Polizeibeamte sich mit ihrem Fahrzeug dem Übergriff näherten, ließen die Angreifer von ihren Opfern ab. Ihre Gewalttat rechtfertigen die Neonazis als »Racheakte« auf Angriffe, welche es nach ihren Angaben in den letzten Wochen gegeben haben soll.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.11.01/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Im mittelsächsischen Döbeln nahmen am 1. November 2008 rund 250 Neonazis an einem Aufmarsch unter dem Slogan »Härtere Strafen für Kinderschänder« teil. Bereits seit Wochen bestimmt dieses Themenfeld die Agenda sächsischer Neonazis aus dem Spektrum der sogenannten »Freien Kräfte« und den selbsternannten »Autonomen Nationalisten«. Deren derzeitiger Zusammenschluss »Freies Netz« versucht seit der Ermordung der 8jährigen Michelle in Leipzig, die Tat für die eigenen propagandistischen Zwecke auszunutzen.","title":"Neonazistische Rekrutierungsarbeit in Döbeln"},{"city":"Polenztal","content":" Am Wochenende vom 24. bis 26. Oktober fand auf der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz, ein Treffen von mehreren völkisch-neonazistischen Gruppierungen statt. Zum sogenannten »14. überbündischen Burgfest«, reisten statt der ursprünglich geplanten 150, lediglich 120 Teilnehmer an. Neben bekannten Holocaustleugern sowie Geschichtsrevisionisten bestimmten dabei völkische Jugendgruppen das Erscheinungsbild der mittelalterlichen Burganlage.\nZu der Veranstaltung erschienen Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz. Darunter, auch prominente Protagonisten der Neonazi-Szene: Neben dem Schweizer Neonazis Bernhard Schaub, nahm auch der sächsische Landesvorsitzende der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO), Kai Pfürstinger an der Veranstaltung teil. Pfürstinger war Anmelder des Neonazi-Großaufmarsches am 16. Februar 2008 in Dresden. Zu der seit mehreren Jahren durchgeführten Veranstaltung, organisiert von der JLO sowie der NPD, erschienen in diesem Jahr rund 5000 Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik und dem europäischen Umland.\nAuch Bernhard Schaub ist kein unbeschriebenes Blatt. Der seit Jahren, vielgefragte Redner auf neonazistischen Veranstaltungen, zählt zu den bekanntesten Geschichtsrevisionisten in Europa. Darüberhinaus gehörte er zum Vorstand, der am 7. Mai vom Bundesministerium des Inneren (BMI) verbotenen Vereinsorganisation »Collegium Humanum e.V.«, dessen Vereinstätigkeit aus nach Angaben des Ministeriums aus »antisemitischer Propaganda und der Verherrlichung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft« bestand. Angegliedert an das Collegium Humanum« war bis zum Mai 2008 auch der »Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten«. Auch hier gehörte Bernhard Schaub zum Vereinsvorstand. Im Zuge »vereinsrechtlicher Ermittlungen« wurde auch diese Gruppierung durch das BMI verboten. Ein Sprecher des Innenministeriums bezeichnete die beiden Organisationen, in der später veröffentlichten Verbotsbegründung, als »Sammelbecken für Holocaustleugner«.\nDie weiteren Teilnehmer des nun stattgefundenen »14.überbündischen Burgfestes« auf Burg Hohnstein im Polenztal, waren vorwiegend Jugendliche und Familien mit ihren Kindern, die beinahe allesamt verschiedenen völkischen und neonazistisch orientierten »Bünden« angehören. Neben Mitglieder der Gruppierungen »Sturmvogel« und des »Freibund e.V.«, waren auch Aktivisten der rassistischen Regligionsgemeinschaft »Bund für Gotterkenntnis - Ludendorffer e.V.« bei der Veranstaltung zugegen. In der Tradition bündischer Jugendverbände sollte beim Burgfest »das gemeinsam Singen und Volkstanz« im Vordergrund stehen. Als Höhepunkt fand ein »Singewettstreit-ritterliche Meisterschaft der Bünde« statt. Nach Angaben von Beobachter_innen dienen die Veranstaltungen in erster Linie der Festigung des politischen Nachwuchses an die völkisch-neonazistischen Szene.\nObgleich die Betreiber der Burg Hohnstein, das »Familienferien- und Häuserwerk der Naturfreunde Deutschlands e.V.« schon im Mai über die politischen Hintergründe der Veranstalter informiert wurden, sahen sie keinen Anlass das Treffen abzusagen. Im Gegenteil, das als »Kleiderparty« irreführend gebuchte Burgfest, fand nicht zum ersten Mal auf Burg Hohnstein statt. Bereits im Jahre 2001 wurde das »überbündische« Treffen auf der Burg im Polenztal durchgeführt.\nAn den seit Jahren regelmäßig stattfindenden Treffen nahmen in der Vergangenheit auch regelmäßig Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ) teil. Die HDJ hatte zuletzt am 09.10.2008 für Negativschlagzeilen gesorgt: Im Zuge »vereinsrechtlicher Ermittlungen« des Bundesministeriums des Inneren (BMI) durchsuchten Anfang Oktober Einsatzkräfte der Polizei die Wohnobjekte von rund 100 Aktivist_innen und Sympathisannt_innen des Vereins. Mitglieder der HDJ führten in den vergangenen Jahren sogenannte »Rasseschulungen« und paramilitärische Zeltlager durch. Vertreter_innen mehrerer Parteien fordern seit Monaten ein Verbot der Vereinsorganisation.\nIm Gegensatz zu anderen völkischen Gruppierungen, traten uniformierte HDJ-Mitglieder beim diesjährigen »Burgfest« nicht in Erscheinung. Neben einem, seit November 2007 vom BMI bestätigten Uniformierungsverbot gegen die HDJ, sollen dabei noch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Im Verlauf des »12. bündischen Burgfestes« im Jahr 2006 auf Burg Rothenfels, soll es intern zu handfesten Auseinandersetzungen unter den Teilnehmer_innen gekommen. Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend« und des »Freibund e.V.« sollen über die Frage in Konflikt geraten sein, welche der beiden Gruppierungen als »berechtigte Nachfolgeorganisation« des neonazistischen »Bund Heimattreuer Jugend« (BHJ) auftreten dürfe. In den Folgejahr verzichteten Mitglieder der HDJ, wie ebenso während der diesjährigen Zusammenkunft, auf das Tragen ihrer »bündischer Kluften«.\nVerbindungen zwischen neonazistischen HDJ und des Überbündischen Burgfestes« treten auch an anderer Stelle ans Tageslicht. Beworben wird die Veranstaltung über eine eigene Internetpräsenz. Als Verantwortlicher tritt dabei ein Hagen Schmöller aus Aachen in Erscheinung. Ein Name, der auch innerhalb der neonazistischen Kaderorganisation der HDJ eine gewisse Bedeutung besitzt. Der Bundesgeschäftsführer der »Heimattreuen Deutschen Jugend« aus dem Jahr 1994 hieß ebenfalls Hagen Schmöller.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.10.25/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Wochenende vom 24. bis 26. Oktober fand auf der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz, ein Treffen von mehreren völkisch-neonazistischen Gruppierungen statt. Zum sogenannten »14. überbündischen Burgfest«, reisten statt der ursprünglich geplanten 150, lediglich 120 Teilnehmer an. Neben bekannten Holocaustleugern sowie Geschichtsrevisionisten bestimmten dabei völkische Jugendgruppen das Erscheinungsbild der mittelalterlichen Burganlage.","title":"HDJ und Bündische Jugend - auf Burg Hohnstein"},{"city":"HDJ","content":" Wenn das Jahr ins Land gezogen ist und die Tage kürzer und kälter werden, zieht es die »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ) nach Brandenburg. Das Ziel ist der sogenannte »Märkische Kulturtag«. Die einmal jährlich stattfindende Veranstaltung gilt neben den »HDJ-Pfingstlagern« als eine der größten jährlich stattfindenden Zusammenkünfte des neonazistischen Vereins. Bei dem »Märkische Kulturtag« handelt es sich allerdings keineswegs um eine reine HDJ-Veranstaltung. Zu den Treffen laden gleich mehrere Organisationen in die Brandenburger Provinz - alle Teil eines militanten Netzwerks von Neonazis.\nDas Ziel dieser straff geführten Gruppierungen ist die »Erziehung« von Führungskadern zur späteren Verwendung in den Schaltzentralen neofaschistischer Organisationen. Hier sollen bereits Kinder durch politische Indoktrination zu überzeugten und gefestigten Neonazis erzogen werden. Als bekannteste Organisation dieses Netzwerks sorgte in der Vergangenheit vor allem die HDJ für Schlagzeilen. Zuletzt am 09.10.2008, als Polizeibeamte im Zuge einer bundesweiten Razzia Wohnobjekte von über 100 Neonazis aus dem Umfeld der neonazistischen Vereinsorganisation durchsuchten.\nDie Razzia stand im Zusammenhang mit »vereinsrechtlichen Ermittlungen« des Bundesministeriums des Inneren gegen die »Heimattreue Deutsche Jugend«. Vorgeworfen wird der HDJ sich »in aggressiv – kämpferischer Weise gegen die verfassungsmäßige Ordnung« zu richten. Ausgehend von der Staatsanwaltschaft Leipzig (Sachsen) fanden zeitgleich Hausdurchsuchungen wegen eines weiteren Ermittlungsverfahrens statt. Mitgliedern der Organisation wird vorgeworfen, sich über ein seit November 2007 bestehendes Uniformierungsverbot hinweggesetzt zu haben.\nWeitaus weniger bekannt sind in diesem Zusammenhang die engen Verflechtungen der HDJ zu weiteren neofaschistischen Organisationen, welche an die Strukturen der HDJ angegliedert sind. Dabei handelt es sich vor allem um die “Berliner Kulturgemeinschaft Preußen e.V.” (BKP) sowie die militante “Gemeinschaft Deutscher Frauen” (GDF). Die Ursprünge dieses Netzwerkes liegen indes einige Jahre zurück und finden ihre Wurzeln in der 1994 vom Bundesministerium des Inneren »wegen Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus und der Hitler-Jugend« verbotenen »Wiking Jugend«.\nDie »Wiking Jugend« übernimmt das Ruder… #Der »HDJ-Bundesjugendtag« ist das »oberste Organ« der »Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) – Bund zum Schutz für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V«. wie der vollständige Name der Vereinsorganisation lautet.. Hier werden die Weichen für die zukünftige Arbeit der HDJ gestellt und »sämtliche Fragen des Vereinslebens« entschieden, wie es in der Vereinssatzung heißt. Auch die »Mitarbeiter der Bundesführungsspitze« der HDJ, werden hier durch stimmberechtigte Mitglieder bei der Versammlung des BJT gewählt. Der »Bundesjugendtag« am 25.04.1999 genießt dabei einen besonderen Stellenwert in der Geschichte der Vereinsorganisation.\nAm 25.04.1999 fand der sogenannte »HDJ-Bundesjugendtag« (BJT) HDJ in Berlin-Pankow statt. Durch die Wahl einer neuer Bundesführung wurde hier, im Jahr 1999 auch eine Radikalisierung und Neuabstimmung des eigenen politischen Vorgehens vollzogen. Die Organisation wurde in diesem Zusammenhang keineswegs neu erfunden. Ein völkisch-neonazistische Grundgerüst bestand bereits seit der Gründung der HDJ im Jahr 1990. Zu diesem Zeitpunkt lautete der Name des Vereins noch »Heimattreue Jugend«.(HJ). Die beim Amtsgericht Plön, in Schleswig-Holstein als gemeinnützig eingetragene Vereinsorganisation verfolgte von Anfang an ein Konzept, mit Hilfe völkischer Kinder- und Jugendarbeit eine nationalsozialistische Ideologie zu vermitteln.\nEin Konzept, welches innerhalb der Neonaziszene auf große Resonanz und Gegenliebe stieß. Bereits im Jahr 1993 verfügt der Verein, der wie die »Wiking Jugend« die »Odalrune« als Vereinszeichen führte, über Einnahmen in der Höhe von über 41.000,- DM. Ein Großteil davon Spenden, welche Sympathisant_Innen der Organisation zuteil werden ließen. Der Verein, der nach Angaben der Vereinssatzung »ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung« verfolgt, finanziert sich dabei neben Mitgliedsbeiträgen ausschließlich über Spendengelder. Von diesen, nicht unerheblichen Einnahmen wurden in der Folgezeit Zeltlager und Drucksachen der HDJ finanziert. Aufgeführt unter Ausgaben wird in den HDJ-Vereinsakten seit 1993, neben »zinsgünstig« angelegten Geldeinlagen auch ein sogenannter »VW-Bus-Zuschuss«.\nDie Wahl des neuen Bundesvorsitzenden gilt dann als vorläufiger Wendepunkt innerhalb der HDJ-Strukturen. Mit dem Neonazis Alexander Scholz, der am 25.04.1999 zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt wurde, verstärkten sich die völkisch-neonazistischen Tendenzen der Vereinsorganisation zusehends. Seine politischen Sporen verdiente sich Alexander Scholz zuvor bereits in den Strukturen der Berliner NPD und vor allem bei der »Berlin Kulturgemeinschaft Preußen e.V.« (BKP), um den Berlin wohnhaften Rechtsanwalt Wolfram Narath. Insbesondere die BKP sollte einen nachhaltigen Einfluss auf Alexander Scholz und seine geistig-politische Grundhaltung ausgeübt haben. Als neofaschistisches und völkisch-kulturelles Bindeglied innerhalb der organisierten Neonaziszene trägt diese »Kulturgemeinschaft« ähnlich wie die HDJ oder die 1994 verbotene »Wiking Jugend« zur ideologischen »Willensbildung« des politischen Nachwuchses bei.\nScholz gelang es die politische Außenwirkung der HDJ zu verstärken und innerhalb der Vereinsstrukturen neue Impulse zu setzen. Die Umbenennung der »Heimattreuen Jugend« (HJ) in die unverdächtiger klingende Bezeichnung »Heimattreue Deutsche Jugend« fällt in den gleichen Zeitraum der Amtszeit von Alexander Scholz wie auch die verstärkte Öffnung der Organisation für militante Neonazis. Zu dieser Zeit waren unter der Amtsführung von Scholz bereits etliche ehemalige Aktivist_innen der »Wiking Jugend« in den neonazistischen Verein eingetreten.\nNach dem 1994 erfolgten Verbot der »Wiking Jugend« (WJ), entwickelte sich nun die »Heimattreue Deutsche Jugend« zu einem Auffangbecken ehemaliger Mitglieder der WJ. Dies stieß innerhalb der HDJ nicht überall auf Gegenliebe. Protokolle der Vereinsakten zeigen das noch 1993 ein Teil der Bundesführung versuchte sich von militant agierenden neonazistischen Organisationen abzugrenzen. Es wurde beantragt, auf neonazistische Symbolik, zumindest in der Öffentlichkeit weitestgehend zu verzichten. Nach der erfolgreichen Wahl von Alexander Scholz zum Bundesvorsitzenden, zog sich dann der verbliebene Rest des »defensiven Flügels« zunehmend aus den Vorgängen innerhalb der HDJ-Bundesspitze zurück.\nEhemalige Mitglieder der »Wiking Jugend« hatten damit ihr vordergründiges Ziel erreicht und nun nahezu freie Handhabe. Der erste Coup, gelang der verbotenen Organisation bereits mit der Wahl von Alexander Scholz selbst. Mit Scholz, als politischer Zögling von Wolfram Narath und unter dem Einflussbereich der »Berliner Kulturgemeinschaft Preußen e.V.«, hielten die ehemaligen WJ-Aktivisten den Schlüssel zur Öffnung der HDJ-Strukturen in der Hand. Wolfram Narath war bis zum Verbot Bundesvorsitzender der »Wiking Jugend« und gilt noch heute als ihr umtriebigster Drahtzieher. Im Zuge der länderübergreifenden Polizeirazzia vom 09.10.2008 stießen die Einsatzkräfte der Polizei bei Wolfram Narath auf WJ-Mitgliederlisten. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden, wurde auch ein »Geheimarchiv« der verbotenen Organisation sichergestellt, welches den Vorwurf einer möglichen Weiterführung der »Wiking Jugend« untermauern könnte.\nIn der Folgezeit des 1999 erfolgten Amtsantrittes von Alexander Scholz, strömten weitere ehemalige WJ-Mitglieder in die HDJ. Darunter auch ein Teil der ehemaligen »WJ-Gauleiter«, wie beispielsweise Manfred Börm aus Handorf, Gerd Ulrich aus Detmold-Berlebeck oder Sebastian Räbiger aus Reichenwalde. Auch Wolfram Narath, der ehemalige »WJ-Bundesführer« konnte nun verstärkt in den Strukturen der HDJ wirken. Der Verfassungsschutz Brandenburg bezeichnete Narath nur wenige Jahre später im Bezug auf die HDJ als den »führenden Kopf, der vor allem aus dem Hintergrund agiert«. Die politische Agenda von Alexander Scholz führte in den darauffolgenden Jahren so zu einer schrittweisen Übernahme der Vereinsorganisation durch ehemalige »WJ-Aktivisten«., welche die »Heimatreue Deutsche Jugend« gezielt als Ersatzorganisation ihres eigenen verbotenen Vereins nutzten und ausbauten.\nAm 06.02.2002 verstarb Alexander Scholz bei einem Verkehrsunfall. Der in Berlin wohnhafte Bundesgeschäftsführer Michael Gellenthin, verantwortlich für die Internetseite der Vereinsorganisation, übernahm daraufhin gemeinsam mit Laurens Nothdurft kommissarisch die Leitung der HDJ. Die Weichen, welche im Verlauf der Amtszeit von Alexander Scholz gestellt wurden bestanden allerdings weiterhin und verstärkten sich zum Teil sogar noch. Immer offener bemächtigten sich die ehemaligen »WJ-Aktivisten« den Strukturen des Vereins. Mit Sebastian Räbiger wurde dann während des »HDJ-Bundesjugendtages« am 03.10.2002 der ehemalige »Gauführer« des »WJ-Gau Sachsen« ohne Gegenstimmen an die Spitze der HDJ gewählt. Das Infiltrieren, sowie die Umwandlung der HDJ zur Ersatzorganisation war damit weitestgehend abgeschlossen.\nFrisch, Fromm, Neonazistisch, Frei - HDJ und GDF sind mit dabei #In die Amtsperiode von Alexander Scholz fiel auch die Schaffung des sogenannten »Märkischen Kulturtages«. Neben den organisatorisch eingebundenen Gruppierungen bietet die Veranstaltung auch einen Anlaufpunkt für Neonazis aus den Strukturen der NPD und verbotener Organisationen wie beispielsweise der »Kameradschaft Tor«. Im Hintergrund des »Kulturtages« agiert dabei vor allem Wolfram Narath von der »Berliner Kulturgemeinschaft Preußen e.V.«, der die Veranstaltung, seit der Gründung maßgeblich prägte. Der »Märkische Kulturtag« (MKT) wird seit seinem Bestehen von insgesamt drei Organisationen inhaltlich ausgerichtet. Neben den Vereinen »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« und der »Berliner Kulturgemeinschaft Preußen e.V.« tritt dabei auch die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« in Erscheinung.\nDie organisatorische Verbindung der »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF) mit den Strukturen der »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ), deren politische Radikalisierungsphase in den gleichen Zeitraum wie auch die Gründung der GDF fällt, ist dabei nicht dem Zufall geschuldet. Bei der Anführerin der GDF, Michaela Zanker handelt es sich um die ehemalige Lebensgefährtin von Alexander Scholz, dem im Februar 2002 verstorbenen HDJ-Bundesvorsitzenden. Während die »Heimattreue Deutsche Jugend« in erster Linie, als eine Art eigener Mikrokosmos die politische Ausbildung, einschließlich Drill und Indoktrination des Nachwuchses übernimmt, widmete sich die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« vordergründig jungen Frauen außerhalb der HDJ, um deren Kinder wiederum der völkischen HDJ-Vereinsorganisation zuzuführen. Innerhalb ihrer eigenen Strukturen vertritt die GDF, ähnlich wie die HDJ selbst, ein völkisch-nationalsozialistisches Frauenbild.\nAls offizielles Gründungsjahr der GDF geben die Aktivist_innen der Gruppierung das Jahr 2001 an. Erste Gehversuche der »Gemeinschaft Deutscher Frauen« waren allerdings bereits Ende der 90er Jahre, noch vor der Selbstauflösung des SFD im Zusammenhang mit dem »Märkischen Kulturtag« zu beobachten. In einem Interview in der NPD-Postille »Deutsche Stimme« aus dem Jahr 2001, mit dem NPD Mitglied Heike Müller wird dann auch bereits im ersten Absatz klargestellt das die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« nicht über Nacht entstanden sei, sondern Neofaschist_innen mit langjähriger Erfahrung, in die Aufbaubestrebungen der GDF involviert waren.\nDie GDF gilt als Nachfolgestruktur der Gruppierung »Skingirl Freundeskreis Deutschland« (SFD), welche von ihren Mitgliedern im Oktober 2000 eigenständig aufgelöst wurde. Hintergrund der Selbstauflösung war ein befürchtetes Verbot der Organisation, im Zusammenhang mit den Bestrebungen des Bundesverfassungsgerichtes ein Verbotsverfahren gegen die neonazistische NPD zu erwirken. Als treibende Kraft hinter der Schaffung dieser Nachfolgestrukturen wird in diversen Publikationen die Führungsaktivist_innen des »Skingirl Freundeskreis Deutschland« und jetzige HDJ-Aktivistin Stella Hähnel aus Berlin angeführt.\nAls eigentliche Führungsaktivistin der »neu entstandenen« GDF kristallisierte sich in den Jahren nach der Gründung hingegen die in Berlin wohnhafte Michaela Zanker heraus. Die politisch ambitionierte Arzthelferin, welche lange Zeit als Sprechstundenhilfe einer Praxis in Berlin (Prenzlauer Berg) eine Anstellung fand, tritt auch als Verantwortliche der GDF-Internetpräsenz in Erscheinung. Daneben verfasst Zanker unter dem Pseudonym »Michi« auf der Internetseite der »Frauenorganisation« Berichte über die politischen sowie völkisch-kulturellen Aktivitäten der GDF.\nMichaela Zanker und ihre politischen Aktivitäten blieben nicht auf die GDF beschränkt. Auch die Parteistrukturen der NPD hat die umtriebige Neofaschistin für sich entdeckt. Als Kandidatin der NPD versuchte Michaela Zanker im Jahr 2006 erfolglos einen Sitz in der Bezirksverordneten Versammlung (BVV) in Berlin–Lichtenberg zu erlangen. Dem von der Partei propagierten »Kampf um die Straße« scheint Zanker ebenfalls nicht abgeneigt, auch auf Aufmärschen und ähnlich gelagerten Veranstaltungen der NPD ist sie ein regelmäßiger Gast. So beteiligte sich Michaela Zanker am 21.10.2006 mit einer Abordnung der GDF an einem Aufmarsch der NPD in Berlin-Tegel. Gemeinsam mit rund 1000 weiteren Neonazis forderte die GDF bei dieser Gelegenheit die »sofortige Haftentlassung« von Michael Regener, alias »Lunikoff«, dem Sänger der als »kriminelle Vereinigung« verbotenen Rechtsrockband »Landser«.\nMit dem sogenannten »Dreischild«, dem Wappen der GDF versehene Transparente, fanden sich in den vergangenen Jahren auf diversen Aufmärschen der Neonaziszene wieder. Mitgliedern der »Gemeinschaft Deutscher Frauen« beschränkten sich dabei nicht auf die Bundesrepublik sondern beteiligten sich auch an Aufmärschen im europäischen Umland, So zum Beispiel im Jahr 2007, als eine Delegation der Frauenorganisation an einer Kundgebung, von noch lebenden SS-Freiwilligen in Lettland teilnahm. Im Jahr zuvor war eine Abordnung der GDF, anlässlich der jährlich im November von Alt- und Neofaschisten zelebrierten Todestages des spanischen Faschistenführer Franco ins spanische Madrid gereist. Zu den Teilnehmer_innen beider Reisegruppen gehörte auch Michaela Zanker von der »GDF Regionalgruppe Berlin-Brandenburg«.\nBeim »Fest der Völker«, einer Veranstaltung der thüringischen Neonaziszene, zu der militante Aktivist_innen der Szene europaweit mobilisieren, war Michaela Zanker im Jahr 2007 ebenso anzutreffen wie auch am 04.08.2007, als Neonazis aus Strukturen der NPD und dem Spektrum der militanten »Freien Nationalisten« ein »JN-Sommerfest« in Sangershausen organisierten. Auf beiden Veranstaltungen waren »GDF Regionalgruppen« mit Informations— und Propagandaständen vertreten. In Sangershausen erschien sie dabei in Begleitung von Stella Hähnel, der derzeitigen Pressesprecherin des »Ring Nationaler Frauen«.\nDas organisatorische Versteckspiel der GDF #Bei dem »Ring Nationaler Frauen« (RNF) handelt es sich um eine Gruppierung aus dem Dunstkreis der NPD. Während sich die Mitglieder der »Gemeinschaft Deutscher Frauen« vornehmlich aus Strukturen der parteiunabhängigen und teilweise militant agierenden Strukturen von »Freien Nationalisten« rekrutieren, findet sich die Zielgruppe des RNF hingegen eher in den Strukturen von NPD und deren Jugendorganisation, den »Jungen Nationaldemokraten« (JN).\nDie Verbindungen von GDF und RNF sind offenkundig. Bei der Gründungsveranstaltung des »Ring Nationaler Frauen« am 16.09.2006 in Sotterhausen, waren gleichfalls Mitglieder der »Gemeinschaft Deutscher Frauen« vertreten. Gemeinsam mit der späteren Pressesprecherin des RNF, Stella Hähnel sowie der NPD Aktivistin Karola Suhr, derzeitig Mitarbeiterin der NPD Fraktion im Schweriner Landtag, reiste dann auch Michaela Zanker eigens aus Berlin in die ländliche Provinz Sachsen-Anhalt’s um der Gründungsfeier beizuwohnen.\nDurch die Schaffung des »Ring Nationaler Frauen« im September 2006, entstand dabei nicht nur eine neuerliche, mitunter moderner anmutende Variante von neonazistischen Frauenorganisationen. Ähnlich wie bei den Vorgängen um die GDF und den »Skingirl Freundeskreis Deutschland« wurde durch die Protagonistinnen der RNF eine weitere Ausweichstruktur im mitunter undurchschaubaren Netzwerk von neonazistischen Organisationen errichtet. Taktisches Vorgehen dieser Spielart ist weder neu noch einmalig. Im Gegensatz zum Vorgehen der Vergangenheit, ist lediglich die zunehmende Anbindung von möglichen Ersatzorganisationen an Strukturen der NPD eine neuere Erscheinung. Aus dem Blickwinkel militanter Neonazis, entwickelte sich die Partei in den letzten Jahren, beeinflusst durch das gescheiterte NPD Verbotsverfahren, zunehmend als vermeintlich sicherer Hafen für das eigene politische Wirken.\nNeben den personellen Überschneidung, wie sie auch an dem GDF und RNF Mitglied Ricarda Riefling aus Hildesheim festgemacht werden können, präsentieren sich die beiden Organisationen, zumindest nach außen mit verschieden gelagerten Schwerpunkten. Dieses Vorgehen ist vor allem den unterschiedlichen Zielgruppen von RNF und GDF geschuldet. Die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« vertritt dabei eine wesentlich stärker ausgeprägte Hinwendung zum völkischen Nationalismus während sich der RNF unter der Leitung der sächsischen NPD Abgeordneten Gitta Schüssler, in ihrer Eigendarstellung als Sammelbecken der »modernen Frau«, mit nationalistischer Gesinnung präsentiert.\nMitglieder von RNF und GDF beteiligen sich, abgesehen vom »Märkischen Kulturtag«, gleichsam an Veranstaltungen der »Heimattreuen Deutschen Jugend«. So war die RNF Pressesprecherin Stella Hähnel im Mai 2007 Teilnehmerin des »HDJ Pfingstlagers« im niedersächsischen Eschede (Kreis Celle). Veranstaltungen dieser Art scheinen der HDJ-Aktivistin aus Berlin/Brandenburg nicht fremd. Fotografien aus dem Jahr 1993/1994 zeigen sie in Sportbekleidung während eines Zeltlagers der »Wiking Jugend«. Auch Runhild Köster, Ehefrau des NPD Landesvorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern und langjährigen Neonazis Stefan Köster war in der Vergangenheit bei Veranstaltungen der HDJ zugegen. Die Aktivistin der »GDF Regionalgruppe-Nord« war laut Polizeiangaben im Jahr 2008 Teilnehmerin eines »HDJ-Osterlagers« im Schullandheim Tückhude in Golchen (Kreis Demmin).\nHDJ – Lediglich die Spitze des Eisberges #Die Strukturen von HDJ und »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF) bilden allerdings nur die Spitze eines sprichwörtlichen Eisberges, dessen ungeheure Masse zum Großteil im Dunkel verborgen liegt. Beide Gruppierungen sind Vorfeldorganisationen eines neonazistischen Netzwerks, dessen politisch-organisatorischen Wurzeln weitaus tiefer reichen. Ein Netzwerk aus Alt- und Neonazis das seit Jahrzehnten in den Aufbau neonazistischer Organisationen involviert ist. Der politische Weg dieser Strukturen ist klar umrissen. Es geht um nicht weniger als die Errichtung eines nationalsozialistisches Regime in einem mit Österreich vereinigten Deutschen Reich.\nSo Abstrakt als auch Absurd diese Vorstellung auf der einen Seite erscheinen mag, umso ernsthafter wird dieses Ziel im Untergrund verfolgt. Um die Spuren zu verwischen haben die Mitglieder seit Jahren Tarnorganisationen geschaffen oder deren Gründung initiiert. So ist mit den Jahren ein regelrechtes Geflecht von verzweigten Splitter- und Nebenorganisationen errichtet worden, woraufhin das geistig-politische Zentrum aus der öffentlichen Wahrnehmung weitestgehend verschwunden ist. Repressionen, wie staatliche Verbote treffen somit lediglich die Peripherie, die eigentlichen Knotenpunkte sollen so von Eingriffen verschont bleiben. Bei einem dieser Knotenpunkte handelt es sich um die »Deutsche Kulturgemeinschaft« (DKG) und ihren Ablegen »Deutsches Kulturwerk Österreich« sowie der »Berliner Kulturgemeinschaft Preußen e.V.« (BKP) dessen Vereinssitz in Berlin liegt.\nZu den wichtigsten Führungskader dieses Netzwerkes gehört die Österreicherin Lisbeth Grolisch. Die 1922 geborene Grolitsch, bekleidete bis 1945 den Rang einer »Gau-Unterführerin« des nationalsozialistischen »Bund Deutscher Mädels« und gilt heute als politisch-militante Überzeugungstäterin und Multifunktionärin, die in politischen Aufsätzen die Errichtung eines Deutschen Reichs als »Ordnungsmacht« in Europa fordert. Im Jahr 2002 veröffentlichte Grolitsch das Buch »Notwende«, in welchem sie Einblick in ihre politische Geisteshaltung gewährt. Herausgegeben wurde das mehrere hundert Seiten umfassende Werk von der »Deutschen Kulturgemeinschaft«. In den dort abgedruckten Texten bezeichnet die ehemalige NS Funktionsträgerin Adolf Hitler als »Retter Europas«, ausgestattet mit »genialen Fähigkeiten«. Der Angriffskrieg des Nationalsozialistischen Regimes wird als »Präventivschlag« gegen die »ungeheure Kriegsschuld der USA und Englands« verklärt. Für das Nachkriegsdeutschland zeigt Grolitisch hingegen nur wenig Sympathie. Die Bundesrepublik sei eine »von anderen Rassen und Völkern unterwanderte Gesellschaft als Ausgeburt einiger krankhafter Hirne von Politikern«\nGemeinsam mit Ernst Otto Remer, ehemaliger Generalmajor der Wehrmacht und Mitbegründer der 1952 vom Bundesministerium des Inneren verbotenen »Sozialistischen Reichspartei« (SRP), gründete Grolitisch im Jahr 1983 den »Freundeskreis Ulrich von Hutten« (FUvH),- eine bis heute tätige neonazistische Organisation. Remer, der wegen seiner Beteiligung an der Niederschlagung des »Hitler-Attentates« vom 20.Juni 1944 innerhalb der Neonaziszene bis zu seinem Tod im Oktober 1997 großes Ansehen genoss, zog sich allerdings bald aus der politisch-aktiven Arbeit des Vereins zurück.\nDer »Freundeskreis« versteht sich selbst als elitäre Gemeinschaft, mit der Aufgabenstellung den neofaschistischen Nachwuchs zu fördern und auszubilden. Als Sprachrohr des Vereins erscheint im zweimonatlichen Abstand und unter der Schriftleitung von Lisbeth Grolitsch die Publikation »Huttenbriefe für Volkstum, Kultur, Wahrheit und Recht«. Die Mitglieder des »Freundeskreis Ulrich von Hutten« überschneiden sich dabei mit denen der „Deutschen Kulturgemeinschaft\" (DKG) und der »Notgemeinschaft für Volkstum und Kultur« (NG), zwei Organisationen welche vor allem die durch »personelle Überbleibsel der NS-Zeit geprägt werden«. Die als gemeinnützig eingetragene Vereinsorganisation der »Notgemeinschaft« dient dem Netzwerk dabei als vordergründige Plattform für »Arbeitsgemeinschaften«. Eine weitere wichtige Funktion der NG, ist die Sammlung von Spendengeldern für neonazistisch motivierte Projekte. In den regelmäßig erscheinenden Spendenaufrufen der Organisation, deren Geschäftssitz im bayrischen Rosenheim liegt, heißt es dazu: »Wir brauchen Geld, um alle wichtigen und notwendigen Aufgaben - aus patriotischem Geiste geboren - durchziehen zu können.«\nBei einem weiteren wichtigen Drahtzieher in diesem neonazistischen Netzwerk, handelt es sich um den ebenfalls aus Österreich stammenden Herbert Schweiger. Auch er ist in den Vorständen der »Deutschen Kulturgemeinschaft« und angegliederter Vereinsstrukturen vertreten. Schweiger gilt als Teil der »Erlebnis-Generation 2. Weltkrieg« und genießt innerhalb der Neonaziszene höchstes Ansehen. Als Jugendlicher, Mitglied der »Hitler-Jugend« meldete sich Schweiger mit 17 Jahren freiwillig zur »Waffen-SS«. Der mehrfach wegen »NS-Wiederbetätigung« in Österreich verurteilte Herbert Schweiger gilt heute als eine der »grauen Eminenzen« der Deutsch-Österreichischen Neonaziszene und geistig-ideologischer Vordenker der 1994 verbotenen »Wiking Jugend«.\nDie politischen Auftritte von Herbert Schweiger sind allerdings nicht auf das österreichische Staatsgebiet beschränkt. Als Referent trat Schweiger in den vergangenen Jahren vielfach auf Veranstaltungen in der Bundesrepublik in Erscheinung. So auch während der HDJ-Veranstaltung »Märkischer Kulturtag« in Brandenburg. Zuletzt forderte der politisch äußerst umtriebige Rentner und Publizist als geladener Redner während eines Aufmarsches am 06.09.2008 im nordrhein-westfälischen Dortmund ein »rassisch weißes Europa«, das es zu erkämpfen gilt.\nDas Schwert wird weitergegeben Das neonazistische Netzwerk um die »Deutsche Kulturgemeinschaft« versucht neben der Heranziehung und Ausbildung von neonazistischen Führungskadern als Mittler und Knotenpunkt zwischen Alt- und Neonazis zu agieren. Als wichtigster Fixpunkt der Organisation gilt dabei die einmal jährlich stattfindende »DKG-Gästewoche«. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eines der bedeutendsten Treffen der organisierten Neonaziszene in Deutschland und Österreich. In den letzten Jahren fand diese konspirativ durchgeführte Veranstaltung, mit regelmäßig annähernd 200 Teilnehmer_innen, im bayrischen Rosenheim statt. Hier werden politische Kontakte geknüpft und gepflegt. Zu den regelmäßigen Teilnehmer_innen der »DKG-Gästwochen« gehörten in der Vergangenheit auch Mitglieder der »Nationalistischen Front« (NF). Das Netzwerk der DKG/BKP übte auf die 1985 gegründete und 16.11.1992 wegen vom Bundesministerium des Inneren verbotene »Nationalistische Front« (NF) einen starken politischen Einfluss aus. So wurden die Strukturen der militanten »Nationalistischen Front« durch die DKG personell unterstützt sowie auf Veranstaltungen wie der »DKG-Gästewoche« ideologisch aufgebaut. Nach dem Verbot orientierten sich die in der »Nationalistischen Front« organisierten Neonazikader neu. Der Versuch die Organisation, versehen mit einem straffen Aufbau und einer zentralen Führung im Untergrund weiterzuführen, scheiterte weitestgehend. Dennoch agierte die militante NF, nach Einschätzung von Szenebeobachter_innen jahrelang als nahezu größte neonazistische Untergrundgruppe im deutschsprachigen Raum. Das Verbot der »Nationalistischen Front« trug innerhalb der Neonaziszene, Mitte der 90er Jahre dann maßgeblich zu den Überlegungen neuer Organisationsformen bei, welche schlussendlich in der Schaffung von Strukturen der »Freien Kameradschaften« mündeten. Bis zum Verbot der NF gehörte die Organisation Ende der 80er Jahre zu den wichtigsten organisatorischen Netzwerken militanter Neonazis in Deutschland. Bei Mitgliedern der Gruppe aus dem Raum Braunschweig, stellten Einsatzkräfte der Polizei im Jahr 1992 Munition, Sprengstoff und Bestandteile zum Bau von Sprengkörpern sicher. Die streng hierarchisch aufgebaute Kaderorganisation plante unter anderem die Aufstellung sogenannter »Nationaler Einsatzkommandos« (NEK), terroristische Kleinstzellen, die bewaffnete Anschläge auf Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland durchführen sollten. In die Öffentlichkeit gelangte das Konzept der »Nationalen Einsatzkommandos« durch einen Zufall. Einsatzkräfte der österreichischen Staatspolizei beschlagnahmten 1991 ein Flugblatt der »Nationalistischen Front«, das zur Gründung solcher »Kommandos« aufrief. Das besagte Flugblatt wurde während der »DKG Gästewoche« bei einem Teilnehmer sichergestellt. Besonders enge Verbindungen unterhielt die »Deutsche Kulturgemeinschaft« zur neonazistischen Vereinsorganisation »Wiking Jugend e.V.«. Die Vernetzungen der beiden Organisationen reichten so tief, das Szenebeobachter_innen die »Wiking Jugend« als Jugend- und Kaderschmiede der »Deutschen Kulturgemeinschaft« bezeichneten. In gemeinsamen Seminaren und Vortragsveranstaltungen wurden Mitglieder der »Wiking Jugend« von Referenten, aus den Strukturen des DKG/BKP, wie Herbert Schweiger ideologisch ausgebildet und geformt. Mit dem »WJ-Bundesführer« Wolfram Narath besaß die DKG/BKP, darüber hinaus erhebliche Möglichkeiten, der Einflussnahme auf die ideologische Ausrichtung der später verbotenen Organisation. Als gleichzeitiges Vorstandsmitglied der DKG/BKP hatte Narath die Aufgabe die Ausbildung des politischen Nachwuchses mit Hilfe der WJ-Strukturen im Sinne der Hitler-Jugend weiterzuführen. Nach dem Verbot der »Wiking Jugend« wurde dann die Strukturen der »Heimattreuen Deutsche Jugend« als Plattform für die neuerliche Fortführung dieser Arbeit gewählt. Spätestens mit der Wahl von Alexander Scholz und später mit Sebastian Räbiger an die Spitze der HDJ, hatten Wolfram Narath und die Strukturen der DKG/BKP eine weitestgehende Kontrolle über die Organisation gewonnen und konnten, die in der »Wiking Jugend« betrieben »Jugendarbeit«, nun innerhalb der »Heimattreuen Deutschen Jugend« fortsetzen. Der Rechtsanwalt Wolfram Narath, der gegenüber einem österreichischem Berufskollegen, seine politischen Zielsetzungen mit den Worten: »Wenn wir die Macht haben, dann werden Straflager errichtet« skizziert haben soll, ist dabei nicht der einzige HDJ-Aktivist, der in den Strukturen der »Deutschen Kulturgemeinschaft« in Erscheinung tritt. Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend« gehören seit Jahren zu den regelmäßigen Teilnehmer_innen von DKG Veranstaltungen. So veröffentlichte der ehemalige HDJ-Bundesführer Laurens Nothdurft im Mitteilungsblatt der DKG im Jahr 2004, einen Bericht über seine Teilnahme an der »27. Gästewoche« der »Deutschen Kulturgemeinschaft«. Ebenso wie Wolfram Narath war in den vergangenen Jahren auch der sächsische HDJ-Aktivist Eric Kaden bereits mehrfach als Referent anlässlich der »DKG Gästewoche« tätig, dies zuletzt im September 2008. Auch Sebastian Räbiger ist mit den Strukturen der »Deutschen Kulturgemeinschaft« vertraut. Der derzeitige HDJ-Bundesvorsitzender war 1995 als »Führer vom Dienst« für die Sicherheit der »DKG-Gästewoche« zuständig.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.10.22/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Wenn das Jahr ins Land gezogen ist und die Tage kürzer und kälter werden, zieht es die »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ) nach Brandenburg. Das Ziel ist der sogenannte »Märkische Kulturtag«. Die einmal jährlich stattfindende Veranstaltung gilt neben den »HDJ-Pfingstlagern« als eine der größten jährlich stattfindenden Zusammenkünfte des neonazistischen Vereins. Bei dem »Märkische Kulturtag« handelt es sich allerdings keineswegs um eine reine HDJ-Veranstaltung. Zu den Treffen laden gleich mehrere Organisationen in die Brandenburger Provinz - alle Teil eines militanten Netzwerks von Neonazis.","title":"Nebenorganisationen - Seile und Netze aller Art"},{"city":"Gerdehaus","content":" Der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger soll das Landhaus »Gerhus« in Nähe der Gemeinde Faßberg (Kreis Celle) käuflich erwoben haben. Während der mediale Blätterwald bereits die »Schaffung eines Schulungszentrums der Neonaziszene« prognostiziert, mehren sich die Zweifel an den »ernst gemeinten« Kaufabsichten von Jürgen Rieger.\nIn den Morgenstunden des 17.10.2008 machte Rieger, anlässlich der angesetzten Zwangsversteigerung des Gebäudes, dem Amtsgericht Celle seine Aufwartung. Nach dem Erscheinen von Jürgen Rieger in den Räumlichkeiten des Gerichts, wurde die Zwangsversteigerung auf Betreiben der Gläubiger um die Volksbank Südheide vorsorglich unterbrochen. Hintergrund seien Gerüchte über »ernst zunehmende Kaufverhandlungen« des Hamburger Rechtsanwaltes mit den Eigentümern des Gebäudes gewesen. Rieger, der in den vergangenen Jahren mit Scheinkäufen im Immobilienbereich bundesweit mediales Aufsehen erregte, gab kurze Zeit später bekannt, das Gebäude erworben zu haben. Ein Freund der Familie des vormaligen Eigentümers bestätigte anschließend den Kauf des des Gebäudes für insgesamt 1,2 Millionen Euro an den Hamburger Rechtsanwalt.\nDie Ereignisse treffen die Gemeinde Faßberg allerdings keineswegs unerwartet. Bereits im Jahr 2006 kündigte der damalige Eigentümer Karl Hennies an, das Gebäude an den Neonazi Jürgen Rieger veräußern zu wollen. Vorangegangen waren gescheiterte Kaufverhandlungen mit anderen Investoren. Die Gemeinde Faßberg plante ursprünglich in Gerdehaus die Betreuung von Suchtkranken sowie demenzkranken Senioren zu ermöglichen. Voraussetzungen, welche in dem Objekt hinlänglich gegeben seien. Die Räumlichkeiten bieten rund 80 Betten. Ein Schwimmbad sowie eine Saune gehören ebenfalls zu dem Gebäudekomplex. Nach Bekanntwerden von Kaufabsichten des Hamburger Rechtsanwaltes gab es dann im Dezember 2006 allerdings eine vorläufige Entwarnung. Weitere Investoren hätten Interesse angemeldet, der Umwandlung des Gebäudes in ein Zentrum für Demenzkranke würde nichts mehr im Wege stehen.\nDer lokalen Presse gab Hennies im Jahr 2006 folgendes auf den Weg: »Dass Ich rechts stehe, dürfte keinem unbekannt sein«. Er bezeichne sich zwar als »Demokrat«, die CDU sei in den Augen von Karl Hennies »allerdings eine Links Partei«. Kontakte zu Jürgen Rieger würden, den Aussagen des damals 68ährigen folgend, bereits seit längerem bestehen. So habe er auch die sogenannten »Pfingstwochen« in Hetendorfer »Heideheim« besucht und dort persönliche Kontakte mit Rieger knüpfen können. Bei dem »Heideheim« handelte es sich um ein von Jürgen Rieger betriebenem neonazistisches Schulungszentrum in der kleinen Gemeinde im Landkreis Celle. Zu Veranstaltungen, wie den »Hetendorfer Tagungswochen« reisten regelmäßig Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik und dem europäischen Ausland in die Lüneburger Heide.\nIm Februar 1998 verbot dann das niedersächsische Innenministerium die von Jürgen Rieger geführten Trägervereine des »Neonazi-Zentrums«. Das Schulungszentrum wurde geschlossen. Nach Verbot der Trägervereine und der damit verbundenen Auflösung des »Heideheims« wollte Hennies, den von dem Verbot betroffenen Neonazis um Jürgen Rieger, zur Seite stehen. »Ich wollte Gerdehaus denen damals schon geben, als Hetendorf verboten wurde«, gab Hennies der lokalen Presse 2006 zu verstehen, aber seine Frau sei dagegen gewesen.\nDie politischen Aktivitäten Riegers bewertete der Besitzer des »Gerhus« in dem Gespräch positiv. Auf die Frage nach Riegers Verurteilungen erwiderte Hennies: »Wenn ich mal wegen Volksverhetzung eingesperrt werde, wäre ich stolz darauf«. Im Oktober 2006 wollte sich Hennies allerdings nicht auf Rieger als alleinigen Käufer festlegen. Er würde »auch an Kommunisten verkaufen«, so sein Kommentar dazu. Riegers Idee von einem Schulungszentrum fände Hennies grundsätzlich gut. »Da könnten den 50.000 Jugendlichen ohne Lehrstelle die Augen geöffnet werden, warum es in Deutschland nicht läuft. Gerhaus wäre geeignet: Neben dem Hotel könnten auf dem Campingplatz große Zelte aufgebaut werden«.\nDie »Artgemeinschaft« in Faßberg Politische Anknüpfungspunkte mit der Region Faßberg, besitzt Jürgen Rieger nicht nur über das ehemalige Schulungszentrum »Heideheim« in Hetendorf oder offene Bewunderer, vom Kaliber eines Karl Hennies. Mitglieder der völkisch-rassistischen »Artgemeinschaft« leben hier. Bei der »Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.« handelt es sich um eine völkisch-religiöse Sekte des Neonazispektrums. An der Spitze der Organisation, welche über rund 150 Mitglieder verfügen soll, befindet sich Jürgen Rieger. Die als Verein eingetragene Gruppierung um den Hamburger Rechtsanwalt, fordert ein Leben nach streng rassistisch ausgerichteten »Sittengesetzen«. Nach Eigenangaben, plant Jürgen Rieger bereits seit längerem, für die Aktivitäten der »Artgemeinschaft«, in Norddeutschland vermehrt Immobilien zu erwerben. Diese sollen dann als völkische Wirkungsstätte dienen. Der Kauf des, einem ehemaligen Gebäudekomplex der Bundeswehr im niedersächsischen Dörverden, stand ebenfalls in einem solchen Zusammenhang. Während Behörden im Bezug auf den Heisenhof vor einem entstehenden »neonazistischen Schulungszentrum mit europaweiter Bedeutung« warnten, plante Rieger im Hintergrund, den Gebäudekomplex vor allem im Zusammenhang mit der »Artgemeinschaft« zu nutzen. Neben einer geplanten Forschungseinrichtung für rassistisch motivierte »künstliche Befruchtung« sollte das Gelände in erster Linie als Rückzugsraum der »rassistischen Religionsgemeinschaft« dienen. Wohnräume sowie eine Bibliothek der »Artgemeinschaft« sollen hier geplant gewesen sein. Zur Beantragung von möglichen Subventionsgeldern beabsichtigten die Neonazis darüberhinaus eine Schafzucht auf dem Gelände aufzubauen. Alle diesbezüglichen Pläne Jürgen Riegers scheiterten bislang. Ein Stillstand von Riegers Tätigkeiten ist in Dörverden allerdings nicht zu verzeichnen. Unter der Leitung des Hamburger Rechtsanwaltes versammeln sich zweimal im Jahr Mitglieder der Organisation auf dem Dörverdener Gelände zu sogenannten »Arbeitseinsätzen der Artgemeinschaft«. Bei diesen Arbeitseinsätzen waren auch Mitglieder der rassistischen Gruppierung aus Faßberg vor Ort, so zuletzt am 04.10.2008. Bereits in den Jahren zuvor beteiligten sie sich, mit einem Teil ihrer Kinder, an den regelmäßig stattfindenden Aufräumarbeiten auf dem Gelände. Dabei handelt es sich um Christain und Siv Annette von Fintel. Als am 05.05.2005, unter dem Kommando von Jürgen Rieger, mehrere Neonazis zwei Journalist_innen, welche das Treiben der »Artgemeinschaft« auf dem Gelände beobachteten, tätlich angriffen und einem Journalisten ins Gesicht schlugen, waren Mitglieder der Familie von Fintel ebenfalls involviert. Christian und Siv Annette von Fintel verbinden mit Jürgen Rieger auch geschäftliche Beziehungen. Für eine seit dem Jahr 2006 bestehende Internetseite des Hamburger Rechtsanwaltes treten sie im Impressum der Internetpräsenz als Verantwortliche in Erscheinung. Ernst gemeinte Kaufabsichten von Jürgen Rieger? Im September 2008 verstarb dann der ehemalige Besitzer des »Gerhus«, Karl Hennies. Seither gehört der nahe Faßberg gelegene Gebäudekomplex, einer Erbengemeinschaft, die ebenfalls mit Jürgen Rieger in Kontakt getreten sei. Im Hinblick, auf die vorangegangenen Monate sind die »ernst gemeinten Kaufabsichten« von Jürgen Rieger hingegen eher zweifelhafter Natur. Mit Scheinangeboten für Immobilien sorgte der Hamburger Rechtsanwalt in den letzten zwei Jahren für bundesweite Negativschlagzeilen. Aussteiger der Szene berichteten in diesem Zusammenhang immer wieder von einem regelrechten »Finanzierungsmodell« Jürgen Riegers. Durch die Verbreitung von Informationen, bezüglich der Kaufabsichten des Hamburger Neonazis sollten Preise von Immobilien unverhältnismäßig in die Höhe getrieben werden. Die Besitzer der Gebäude sollen darauf spekulierten haben, das betroffene Gemeinden von einem »Vorkaufsrecht« Gebrauch machen und die Objekte selbst erwerben würden. Rieger soll laut Angaben von Aussteigern mit mindestens 10% an dem daraufhin erzielten Gewinn beteiligt worden sein. In dem nun im Amtsgericht Celle stattgefundenen Bieterverfahren signalisiert Rieger nun abermals Kaufabsichten, für den laut Szeneangaben »leicht heruntergekommenen« Gebäudekomplex des »Gerhus«. Zur Unterstreichung seiner Absichten hinterlegte das Mitglied des NPD Bundesvorstandes rund 100.000 Euro als Bietersicherheit. Dabei handelt es sich um rund zehn Prozent des veranschlagten Verkehrswertes des Hauses. Das bisherige Vorgehen Riegers in Faßberg nährt den Eindruck eines Scheinkaufes. Der Hamburger Rechtsanwalt hätte das Gebäude während der Zwangsversteigerung für insgesamt 750.000,- Euro ersteigern können. Anstatt das Gebäude für diesen Preis zu erwerben, wird nun die Summe 1,2 Millionen Euro als möglicher Kaufpreis von Jürgen Rieger und dem Kreis der Erbengemeinschaft ins Feld geführt. Die erste Phase von Riegers üblichen Vorgehens bei Scheinkäufen ist damit bereits geglückt. Rieger erklärte er wolle den Gebäudekomplex in der Zukunft für Schulungsveranstaltungen und NPD-Landesparteitage nutzen. Im Fall der Gemeinde Faßberg sind realistische Kaufabsichten von Jürgen Rieger zwar nicht gänzlich ausgeschlossen. Doch noch ist fraglich, inwieweit Rieger seine öffentlich verkündeten Pläne im Bezug auf das »Gerhus« tatsächlich umsetzen wird. Wie ein Kreissprecher der Gemeinde Faßberg bereits mitteilte, besitzt die Gemeinde auf das Gebäude ein noch zwei Monate geltendes »Vorkaufsrecht«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.10.17/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger soll das Landhaus »Gerhus« in Nähe der Gemeinde Faßberg (Kreis Celle) käuflich erwoben haben. Während der mediale Blätterwald bereits die »Schaffung eines Schulungszentrums der Neonaziszene« prognostiziert, mehren sich die Zweifel an den »ernst gemeinten« Kaufabsichten von Jürgen Rieger.","title":"Jürgen Rieger - »Gebt der Meute was sie braucht?«"},{"city":"Berlin","content":" Es wird enger für die »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ). Mit einer Großrazzia ist die Polizei gestern, am Donnerstag den 09.10.2008, gegen die neonazistische “Heimattreue Deutsche Jugend” (HDJ) vorgegangen. Bei den bundesweit durchgeführten Maßnahmen gegen die Vereinsorganisation, sind rund 100 Wohn- und Büroobjekte von Einsatzkräften der Polizei durchsucht worden. Von den Durchsuchungen betroffen waren rund 100 Mitglieder und Aktivist_innen des Vereins.\nMit Ausnahme Bremens und des Saarlandes waren Objekte in allen Bundesländer betroffen. Niedersachsen war nach Angaben des Bundesinnenministeriums ein regionaler Schwerpunkt der Polizeiaktion. Dort waren insgesamt zehn Personen von den Hausdurchsuchungen betroffen. In den Regionen Oldenburg, Göttingen, Osnabrück und Lüneburg beschlagnahmten die Polizeibeamt_innen dabei umfangreiches Beweismaterial wie Computer, digitale Speichermedien und weitere Unterlagen.\nIn der kleinen Gemeinde Handorf (Landkreis Lüneburg) wurde die Einsatzkräfte der Polizei ebenfalls vorstellig. Ziel waren hier die Wohn- und Geschäftsräume von Manfred Börm, Mitglied im NPD-Bundesvorstand und Anführer der parteieigenen Schutztruppe »NPD Bundesordnerdienst«. Börm war in der Vergangenheit »Gauleiter« des »Wiking-Jugend Gau Niedersachsen/Bremen« bis das Innenministerium die neonazistische Organisation 1994 wegen ihrer »Wesensverwandtschaft mit Nationalsozialismus und Hitler-Jugend« auflöste. Zugleich verbot das Ministerium damals, für die »Wiking-Jugend« Ersatzorganisationen und Nachfolgestrukturen zu bilden. Genau dafür aber halten viele Expert_innen die HDJ seit Jahren.\nDie HDJ veranstaltet, ähnlich wie die verbotene »Wiking Jugend«, regelmäßig Zeltlager für Kinder und Jugendliche. Solche vermeintlich unpolitischen Veranstaltungen dienen dazu, bereits Kinder und Jugendliche an nationalsozialistisches Gedankengut heranzuführen. Regionale Schwerpunkte der Organisation finden sich in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.\nDas ehemalige WJ Führungsmitglied Manfred Börm aus Handorf war in den vergangenen Jahren bereits auf mehreren Zeltlagern der neofaschistischen HDJ dokumentiert worden. So auch im vergangenen Jahr auf dem Anwesen des NPD-Aktivisten Joachim Nahtz in Eschede (Kreis Celle), wo im Mai 2007 ein »HDJ Pfingstlager« stattfand. Mit zwei seiner Kinder reiste Börm auch zu einem HDJ Zeltlager in Preußisch-Ströhen am 21.06.2008, bei dem sich Führungspersonen des Vereins aus dem gesamten Bundesgebiet im Grenzgebiet zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen versammelten.\nBei seinem Sohn Alf Börm handelt es sich um den »Einheitsführer« der »HDJ Einheit Niedersachsen«. Im August 2006 sorgte ein von Alf Börm mit organisiertes Zeltlager der HDJ im nordrhein-westfälischen Fromhausen für bundesweites Aufsehen und Negativschlagzeilen. An den Zelteingänge im Lager wurden Schilder mit Aufschriften wie „Führerbunker“ oder „Germania“ befestigt.\nDie Mitglieder der »HDJ Einheit Hermannsland« Christian Fischer sowie Christian von Velsen, welche ebenfalls in Fromhausen zugegen waren, hatten einen Monat zuvor, im Juli 2006, ein paramilitärisches Zeltlager nahe der Gemeinde Wilsum (Grafschaft Bentheim) organisiert. Bei dem »Sommercamp« wurden gleichsam die Zelteingänge mit Hinweisschilder ausgestattet. Lediglich die Bezeichnungen änderten sich. Anstatt »Führerbunker« wurden Bezeichnungen wie „Hitlerjugend“ und „Leibstandarte“ verwendet.\nIm Verlauf dieses Zeltlagers unterrichteten die Mitglieder der HDJ jugendliche Neonazis im Umgang mit Schusswaffen sowie dem Anlegen militärischer Verschanzungen. Im Verlauf der Veranstaltung kam es zu Scheinhinrichtungen. Nach Bekanntwerden der Vorgänge durchsuchten Ermittler_innen der Polizei die Räumlichkeiten von Teilnehmer_innen des »Sommerlagers«. Dabei stellten die Beamt_innen ein umfangreiches Waffenarsenal und Anleitungen zum Bau von Rohrbomben sicher.\nWenige Wochen nach den Vorgängen nahe der Gemeinde Wilsum sollen die gleichen HDJ-Mitglieder, die zuvor als »Ausbilder« während des sogenannten »Sommerlagers« tätig waren, dann eine sogenannte „Rasseschulung“ in Georgsmarienhütte (Osnabrück) organisiert haben. Den, zum Teil minderjährigen, Teilnehmer_innen der »Rasseschulung« wurden antisemitische Propagandafilme vorgeführt. Als Referent der Veranstaltung im sogenannten »NPD-Heim« in Georgsmarienhütte (Osnabrück) trat der Biologiestudent Ragnar Dam aus Mecklenburg-Vorpommern in Erscheinung.\nBei Ragnar Dam handelt es sich um den Anführer der „HDJ-Leitstelle Nord“, einem Dachverband der norddeutschen HDJ Einheiten aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Dam ist als „Einheitsführer“ ebenfalls für die „HDJ-Einheit Mecklenburg und Pommern« zuständig. Nachdem es bereits am 20.05.2008 im Zusammenhang mit „HDJ-Schulungsveranstaltungen“ zu Hausdurchsuchungen in Vechta und Greifswald gekommen war, nahmen Ermittler_innen der Polizei nun abermals die Räumlichkeiten von Ragnar Dam in Augenschein.\nNeben Wohnräumen von Ragnar Dam in Greifswald und Berlin sollen in Mecklenburg-Vorpommern auch die Räumlichkeiten von David Petereit durchsucht worden sein. Petereit ist dabei nicht nur in den Zusammenhängen der HDJ aktiv. Der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD in Mecklenburg-Vorpommern bekleidet derzeitig eine Anstellung als Wahlkreismitarbeiter von Birger Lüssow, seines Zeichens NPD Fraktionsmitglied im Schweriner Landtag.\nInsgesamt wurden in Mecklenburg-Vorpommern 14 Objekt durchsucht, die 13 Personen aus dem Umfeld der »Heimattreuen Deutschen Jugend« zugerechnet werden. In der Region Greifswald, einem regionalen Schwerpunkt der HDJ, wurden neben den Räumlichkeiten von Ragnar Dam noch drei weitere Wohnungen von der Polizei aufgesucht. Darunter befanden sich auch die Wohnobjekte der Neonaziaktivisten Frank Klawitter und Lutz Giesen.\nIn Berlin wurden die Räumlichkeiten des dortigen NPD Landesvorsitzenden Jörg Hähnel sowie seiner Ehefrau Stella Hähnel, Pressesprecherin des »Ring Nationaler Frauen«, das Ziel polizeilicher Maßnahmen. Als ehemaliger »Einheitsführer« der »HDJ-Einheit Preußen« gilt Hähnel als wichtige Führungsperson innerhalb der »Heimattreuen Deutschen Jugend«. Das Ehepaar Hähnel soll inzwischen im Bundesvorstand der HDJ tätig sein. Mit 14 durchsuchten Objekten in Brandenburg unter anderem bei Dennis Schauer, dem derzeitigen »Führer« der »HDJ Einheit Preußen«, sowie weiteren 15 in Berlin, befinden sich in den beiden Bundesländern weitere Schwerpunkte der bundesweiten Großrazzia.\nNeben dem Bundesvorstand der HDJ um Sebastian Räbiger aus Reichenwalde in Brandenburg trafen die Hausdurchsuchungen vor allem die Führungspersonen der einzelnen HDJ-Einheiten im gesamten Bundesgebiet. Zu diesen zählt auch Steffen Hennrich aus dem thüringischen Arnstadt. Der langjährige Neonazi ist verantwortlich für das Postfach der HDJ in Arnstadt und wird von der HDJ Bundesspitze als »Verantwortlicher der HDJ in Thüringen« bezeichnet. Hennrich sitzt ebenfalls im Vorstand der »Deutsch Russischen Friedensgesellschaft Europäischen Geistes e.V.« (DRFEG.e.V.), einer im Jahr 2007 gegründeten Tarnorganisation des »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.«.\nBei der Gründung der »Friedensgesellschaft« am 31.03.2007 im thüringischen Pfersdorf (Hildburghausen) war auch Martin Götze zugegen. Der 24jährige Götze studiert derzeitig im baden-württembergischen Rottenburg. Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Stuttgart wurden in Baden-Württemberg nun im Zusammenhang mit der bundesweiten Razzia insgesamt 7 Objekte in zwei Landkreisen des Bundeslandes durchsucht. Betroffen sollen 5 Aktivist_innen der Organisation sein. Martin Götze gehörte auch zu den Führungspersonen eines HDJ Zeltlagers, nahe der Gemeinde Hohen Sprenz (Landkreis Güstrow). Als Einsatzkräfte das Zeltlager am 08.08.2008 auflösten, stellten sie mit Hakenkreuzen versehene Utensilien sicher.\nMit Gerd Ulrich, dessen Räumlichkeiten im nordrhein-westfälischen Detmold-Berlebeck nun auch Zielobjekt polizeilicher Untersuchungen wurde, traf es ein weiteres ehemaliges Mitglied der verbotenen »Wiking Jugend«. Als früherer »Gauführer« des »WJ-Gau Rhein-Westfalen« ist Ulrich mit völkisch-neonazistischer Jugendarbeit vertraut. Derzeit gehört Ulrich zu den Führungsaktivist_innen der »HDJ Einheit Hermannsland«. In Detmold-Berlebeck befindet sich auch der Sitz der sogenannten »HDJ-Leitstelle West«.\nAuch bei Mitgliedern der »HDJ-Einheit Franken« soll es Hausdurchsuchungen gegeben haben. Der dortige »Einheitsleiter« Michael Gellenthin verfügt ähnlich wie weitere HDJ Aktivist_innen über beste Kontakten zur NPD. In Schleswig-Holstein, wo die neonazistische Organisation beim Amtsgericht Plön als gemeinnütziger Verein eingetragen ist, wurden nach Angaben des dortigen Landeskriminalamts Wohnungen von Mitgliedern und Aktivist_innen der HDJ in Pinneberg, Kiel, Kreis Bredstedt sowie im Kreis Plön durchsucht.\nDer Rundumschlag der Behörden traf auch HDJ Aktivist_innen in Sachsen. Mit dem langjährigen Neonazi Eric Kaden wurden auch hier die Räumlichkeiten eines Fraktionsmitarbeiters der NPD im Schweriner Landtag (Mecklenburg Vorpommern) durchsucht. In Sachsen fanden zuletzt ein Osterlager der HDJ in einem Schullandheim nahe der Gemeinde Limbach sowie das diesjährige »HDJ-Pfingstlager«, in einem Tal bei Hausdorf (Grimma) statt. Bei beiden Veranstaltungen traten Mitglieder der Vereinsorganisation, trotz Verbot durch das Bundesministerium des Innern, uniformiert in Erscheinung.\nDie nun erfolgten Maßnahmen, seien laut Angaben des Bundesministerium, Teil eines »vereinsrechtlichen Ermittlungsverfahrens« gegen den »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.«. Demnach prüften die Behörden, ob sich die HDJ in aggressiv – kämpferischer Weise gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet“. Die Behörden führten weiter aus, das die Durchsuchungen dazu dienen würden »den Erkenntnisstand im Hinblick auf ein mögliches Verbotsverfahren zu erweitern«.\nDie Aussagen des Bundesministerium des Inneren, hinsichtlich eines möglichen Verbotes der neonazistischen Organisation lassen hingegen noch aus anderen Gründen tief blicken. In einer Pressemitteilung bezüglich der nun erfolgten Razzia rechtfertigt sich das Ministerium für das bisherige Vorgehen. Der Eindruck entsteht das die nun durchgeführten Schritte einem zunehmenden öffentlichen Druck geschuldet sind. Behauptungen, die HDJ stehe »seit geraumer Zeit im Focus der Sicherheitsbehörden von Bund und Länder« [Fehler im Original]werfen die Frage nach der Glaubwürdigkeit der dort aufgeführten Aussagen auf.\nJournalist_innen, welche die Aktivitäten der »Heimattreuen Deutschen Jugend« seit längeren beobachten, stellten, bis auf wenige Ausnahmen, eher Gegenteiliges fest. So mussten Polizeibeamte während eines Osterlagers der HDJ am 25.03.2008 im sächsischen Limbach von Journalist_innen über ein im November 2007 bestätigtes Uniformierungsverbot der HDJ aufgeklärt werden. Trotz der offensichtlichen Uniformierung von HDJ Mitglieder in Limbach schritten die Beamten nicht ein. In einer anschließenden Sitzung des Innenausschusses des sächsischen Landtages erklärte der sächsische Innenminister Buttolo sogar die Mitglieder der HDJ hätten nachweislich keine Uniformierung getragen. Fotografien, die HDJ Mitglieder gemeinsam mit Polizeibeamten zeigen, beweisen allerdings das Gegenteil. Inzwischen sind die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Uniformierungsverbot trotz der erheblichen Beweislage eingestellt worden. »Kein Kommentar« lautet das diesbezügliche Statement der sächsischen Behörden.\nÄhnliches spielte sich wenige Wochen später während eines »HDJ Pfingstlagers« nahe der sächsischen Kleinstadt Hausdorf ab. Auch hier mussten Polizeibeamte über ein bestehendes Uniformierungsverbot aufgeklärt werden. Anders als im Limbach scheiterten die Einsatzkräfte hier allerdings bereits an der Lagergrenze. Nachdem ein minderjähriges Mitglied der Vereinsorganisation während eines Geländesmarsches dehydrierte und zusammenbrach verweigerten die eingesetzten Wachposten der HDJ den Polizeibeamten den Zutritt zum Zeltlager. Die Beamten gehorchten und zogen sich zurück. Auch hier waren die Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend« uniformiert. Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Uniformierungsverbot setzten erst ein, nachdem Fotografien des Zeltlagers von Journalist_innen veröffentlicht wurden.\nDie Frage, ob es sich bei der HDJ um eine Nachfolge- oder Ersatzorganisation der verbotenen »Wiking-Jugend« handeln würde, wird durch das Bundesministerium des Inneren in der nun veröffentlichten Presseauskunft verneint. Als Begründung für diese Sichtweise führt die Behörde an, dass die HDJ bereits vier Jahre vor dem Verbot der »Wiking Jugend« gegründet wurde. Inzwischen liegen allerdings umfangreiche Anhaltspunkte vor, welche trotz gegenteiliger Auskünfte des Bundesministeriums die These der »Ersatzorganisation« stützen. Neben einer nahezu identischen Ausrichtung bzw. »Wesensverwandschaft« der beiden Organisationen sowie der Mitgliedschaft etlicher ehemaliger Mitglieder der »Wiking Jugend« wird auch die Odalrune, das Symbol der »Wiking Jugend« im Zusammenhang mit der HDJ verwendet.\nDa sich die HDJ, nach Angaben der Behörde »seit geraumer Zeit« im Fokus der Beobachtung befinden soll, stellt sich die Frage warum die neonazistische Organisation im einmal jährlich erscheinenden Verfassungsschutzbericht des Bundesamtes in den Jahren 2005 und 2006 nicht einmal als Randnotiz Erwähnung findet. Die nun erfolgten Maßnahmen des Innenministeriums mögen auf den ersten Blick als wohl überlegter Schritt erscheinen, im Hinblick auf die nun veröffentlichten Aussagen des Innenministeriums sind Zweifel allerdings angebracht. Man darf gespannt sein, was das Innenministerium im Bezug auf die Frage nach möglichen Neben- oder Ersatzorganisationen der »Heimattreuen Deutschen Jugend« bislang ermittelt hat. Böse Zungen behaupten diese würden bereits bestehen und seien demnach schon vor einem möglichen Verbot der HDJ gegründet worden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.10.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Es wird enger für die »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ). Mit einer Großrazzia ist die Polizei gestern, am Donnerstag den 09.10.2008, gegen die neonazistische \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) vorgegangen. Bei den bundesweit durchgeführten Maßnahmen gegen die Vereinsorganisation, sind rund 100 Wohn- und Büroobjekte von Einsatzkräften der Polizei durchsucht worden. Von den Durchsuchungen betroffen waren rund 100 Mitglieder und Aktivist_innen des Vereins.","title":"Schlag gegen die »Heimattreue Deutsche Jugend«"},{"city":"Dörverden","content":" Der Herbst zieht ins Land. Anlass für rund 30 Mitglieder der neonazistischen »Artgemeinschaft«, sich für einen Arbeitseinsatz auf dem Heisenhof im niedersächsischen Dörverden einzufinden. Nach der Entscheidung des Landgerichtes Gera hat der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger nun seit annähernd drei Monaten wieder Zugriff auf das ehemalige Bundeswehrgelände. Nun soll der zunehmend verwahrloste Gebäudekomplex mit Unterstützung der rassistischen »Artgemeinschaft« winterfest gemacht werden.\nDurch die Baumreihen dringt lediglich das beständige Dröhnen einer Kettensäge. Kinder laufen über das Grundstück, einige von ihnen tragen Trachten. Abgeschirmt durch das umgebende Dickicht, haben sich wie bereits in den Jahren 2005 und 2006, am ersten Oktoberwochenende etliche Mitglieder der »Artgemeinschaft« auf dem Gelände in Dörverden eingefunden. Unter der Anleitung des NPD Bundesvorstandsmitgliedes Jürgen Rieger sind einige Personen der rassistischen Organisation damit beschäftigt, die Wege und Flächen auf dem Heisenhof zu säubern. Neben der »Artgemeinschaft« haben sich hier, am Rande der Gemeinde Dörverden, auch Mitglieder und Sympathisanten der neonazistischen NPD/JN Verden zum »Arbeitseinsatz« eingefunden.\n»Es sind alle hier«, so zumindest der Kommentar eines NPD Sympathisanten, angesprochen auf die Anzahl der Mitglieder aus den Reihen der »Artgemeinschaft«. Gemeinsam mit einem weiteren Helfer ist er derweil damit beschäftigt, den Baumbestand in unmittelbarer Nähe des Gebäudekomplexes zu entfernen. »Die Arbeiten sind nötig geworden. Wasserschäden haben der Gebäudesubstanz im letzten Jahr ziemlich zugesetzt«, gibt er den anwesenden Beobachter_innen mit einigen kurzen Sätzen zu verstehen. Jürgen Rieger leite ihren Angaben zufolge die Aufräumarbeiten auf dem Gelände.\n»Mit der NPD habe man persönlich nichts zu tun«, so der in Tarnjacke und Arbeitshose gekleidete Helfer weiter. Vielmehr seien er und sein Kollege »direkt vom Landkreis beauftragt worden, einen Teil der Bäume auf dem Gelände zu fällen«. Dass diese Aussage wohl als reine Schutzbehauptung zu werten ist, zeigt auch die Teilnahme der beiden selbsternannten »Landkreismitarbeiter« an einer NPD Kundgebung am 22.06.2006 in der Verdener Innenstadt. Im derem Verlauf wurde unter anderem Udo Voigt, derzeitger Bundesvorsitzender der neonazistischen NPD, aufgrund des Verdachts der Volksverhetzung, vorläufig in Gewahrsam genommen.\nDie zuständigen Behörden des Landkreises Verden scheinen derzeit allerdings nur wenig Notiz von dem Treiben der Neonazis aus den Strukturen der »Artgemeinschaft« und NPD auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände zu nehmen. Ob dies bewusst oder unbewusst geschieht, darüber schweigen sich die verantwortlichen Stellen bislang aus. Trotz einer Nutzungsbeschränkung für das Anwesen, welche derzeit etwaige Renovierungsarbeiten untersagt, suchte das Auge der Betrachter_innen am vergangenen Wochenende Mitarbeiter_innen des Landkreises vergebens.\nSelbsternannte »Landkreismitarbeiter« und weitere angereiste Neonazis konnten hingegen nahezu ungestört auf dem Gelände wohnen und arbeiten. Ein Polizeibeamter, der anwesende Journalist_innen vor dem Gelände kontrollierte, vor einer Augenscheinnahme des Heisenhofes aber zurückschreckte, fasste den derzeitigen Kenntnisstand der Behörden folgendermaßen zusammen: »Wir wissen auch nicht woran momentan auf dem Gelände gearbeitet wird«.\nNach Angaben von Vertreter_innen des Landkreises handelt es sich bei den nun durchgeführten Arbeiten auf dem Heisenhof um sogenannte »Verschönerungsmaßnahmen«. Dass es Jürgen Rieger und die dort arbeitenden Neonazis allerdings nicht bei solchen »Maßnahmen« beließen, zeigt auch eine politische Vortragsveranstaltung, die im Verlauf des 03.08.2008 auf dem Gelände durchgeführt worden sein soll. Auch dass Neonazis, trotz der Auflagen des Landkreises, zur Übernachtung in den Räumlichkeiten des Heisenhof Quartier bezogen, scheint den Behörden entgangen zu sein.\nDie Überprüfung der von Vertreter_innen des Landkreises angepriesenen Nutzungsbechränkungen erscheint bei Betrachtung der letzten Jahre eher zweifelhaft. So wohnten, trotz Verbot im Jahr 2006, mindestens drei Mitglieder der NPD Verden sowie ein NPD Aktivist aus dem nahegelegenen Osterholz-Scharmbeck monatelang unbehelligt auf dem Anwesen. In einem Nebengebäude wurden sogar Büroräume der NPD/JN Verden eingerichtet. Ob, wie von anwesenden Neonazis nun eingeräumt, auch die Beseitigung der Wasserschäden an dem Gebäude unter der Bezeichnung »Verschönerungen« in den Akten des Landkreises aufgeführt wird, bleibt bislang ein wohl gehütetes Geheimnis.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.10.04/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Herbst zieht ins Land. Anlass für rund 30 Mitglieder der neonazistischen »Artgemeinschaft«, sich für einen Arbeitseinsatz auf dem Heisenhof im niedersächsischen Dörverden einzufinden. Nach der Entscheidung des Landgerichtes Gera hat der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger nun seit annähernd drei Monaten wieder Zugriff auf das ehemalige Bundeswehrgelände. Nun soll der zunehmend verwahrloste Gebäudekomplex mit Unterstützung der rassistischen »Artgemeinschaft« winterfest gemacht werden.","title":"Die Artgemeinschaft zurück auf dem Heisenhof"},{"city":"Westerstede","content":" In der Nacht zum Freitag, den 26.09.2008 schlugen die Täter zu. Auf dem jüdischen Friedhof in Westerstede (Kreis Ammerland) hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Grabsteine wurden umgestoßen und mit Hakenkreuzen beschmiert. Auch auf den Außenwänden einer Schule, einer jüdischen Gedenktafel der Bibliothek Westerstede sowie auf zwei abgestellten Fahrzeugen hinterließen die Täter »Unfassbare Kritzeleien«, wie es in einer späteren Pressemitteilung der Polizeiinspektion Oldenburg hieß.\nDie mutmaßlichen Täter wurden bereits in den Mittagsstunden des darauffolgenden Tages von der Polizei festgenommen. Dabei handelte es sich um drei junge Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Zwei der nun ermittelten Jugendlichen waren zuvor aus der Hansestadt Hamburg nach Westerstede gereist und hatten sich dort mit dem später festgenommen 20jährigen getroffen. Die jungen Männer hatten sich, Polizeiangaben zufolge, über das Internet kennengelernt und waren daraufhin im benachbarten Apen (Kreis Ammerland) zusammengekommen.\nDie Stunde vor der Schändung des jüdischen Friedhofes verbrachten die mutmaßlichen Täter, nach Polizeiangaben, in Westerstede bei einem Bekannten des später festgenommen 20jährigen. Ob der Entschluss für die begangenen Taten in den dortigen Wohnräumen gefasst wurde, ist noch unklar. In der Nacht zum 26.09.2008 begaben sich die Täter dann auf den jüdischen Friedhof in Westerstede. Sie hinterließen antisemitische Parolen und Hakenkreuze.\nNeben dem Friedhof wurde in der Nacht auch eine jüdische Gedenktafel im Eingangsbereich der Bibliotheksräume von Westerstede mit neofaschistischen Schmierereien geschändet. Ein zielgerichtetes Vorgehen der Täter erschließt sich auch aus den Sprühereien an der »Robert-Danneman Schule«. Eine Schülerfirma der Haupt-und Realschule kümmerte sich bislang um die Pflege des jüdischen Friedhofes in der Kreisstadt.\nNach der Tat sollen sich die jungen Männer zurück in die Räumlichkeiten in Westerstede begeben haben, wo sie später von Polizeikräften schlafend aufgefunden und vorläufig festgenommen wurden. Ein 18jähriger Hamburger sowie der 20jährige aus Apen haben inzwischen ihre Tatbeteiligung eingeräumt und wurden kurz danach aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Der 16jährige Hamburger, dem die Polizei ein »festgefahrenes Weltbild« bescheinigte, verweigerte die Aussage und wurde später seinen Eltern übergeben. Gegen die jungen Männer wird nun wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung ermittelt. Alle drei seien bislang nicht einschlägig in Erscheinung getreten. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf mehrere tausend Euro.\nDie Tat ereignete sich nicht ohne Vorwarnung. Bereits in der Nacht auf den Donnerstag hatte sich ähnliches ereignet. Bislang unbekannte Täter verschafften sich in der Nacht auf den 25.09.2008 ebenfalls Zugang auf den jüdischen Friedhof in Westerstede - Grabsteine wurden umgestoßen. Als sich Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung in den Morgenstunden des 26.09.2008 ein genaues Bild über die Schäden machen wollten, entdeckten sie die neuerlichen Schändungen.\nGewachsene Strukturen im Ammerland #Überraschend sind die Taten keineswegs. Bereits seit Jahren sorgen Neonazis aus der Region Ammerland für entsprechende Meldungen. Im Juni 2006 verurteilte das Landgericht Oldenburg, wegen eines Überfalls auf ein Jugendzentrum in Uplengen, fünf Neonazis aufgrund gemeinschaftlich begangener Körperverletzung. Einem damals 15-jährigen gelang bei dem Überfall zunächst die Flucht, er wurde jedoch von den Angreifern aufgegriffen, geschlagen und mit Springerstiefeln zusammengetreten.\nDie Angreifer zwangen das Opfer sich niederzuknien und für einen sogenannten »Bordsteinkick«, in einen »Bordstein zu beißen«. Nach dem Vorbild des amerikanischen Filmstreifens »American History X« soll der damalige 20jährige Haupttäter anschließend Anlauf genommen haben, um dem in Todesangst schwebenden Jugendlichen, in das Genick zu treten. Der alkoholisierte Angreifer rutschte ab, das Opfer überlebte die Attacke. Während der Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Oldenburg räumte der Haupttäter später ein, mit dem Gedanken gespielt zu haben, das jugendliche Opfer umzubringen.\nIm September 2006 verhinderten dann Einsatzkräfte der Polizei ein Konzert von Neonazis in Godenshold, nur 5 Kilometer von der Gemeinde Apen entfernt. Neofaschistische Musikgruppen wie »Oidoxie«, »Exxtressiv« sowie »Cherusker« aus Osnabrück sollten damals auftreten. Bei dem geplanten Konzert soll es sich um eine Abschiedsfeier für einen Neonazi aus der Region gehandelt haben, der kurz darauf eine vierjährige Haftstrafe antreten musste.\nDie neonazistischen Strukturen in der Region Ammerland können indes auf eine lange und gewachsene Entwicklung zurückblicken. Zu den bekannt gewordenen Vorgängen gehört auch eine Vortragsveranstaltung im Jahr 1999. Damals konnten rund 40 Neonazis nahezu ungestört an einen Vortrag des verurteilten Neonaziterroristen Peter Naumann in Jeddeloh (Kreis Ammerland) teilnehmen. Im November des Jahres 2000 fand eine weitere bekannt gewordene Veranstaltung von Neonazis in Jeddeloh statt. Im Dezember 2001 versammelten sich dann in Westerstede-Ocholt bereist 60-70 Neonazis für eine regionale Veranstaltung. In einer Gaststätte wurde mit »Ansprachen und Musik« das »Ende des Kampfjahres« gefeiert. Im Oktober des gleichen Jahres versuchten Neonazis der militanten Kameradschaftsszene gemeinsam mit der NPD zuvor einen Aufmarsch in der Oldenburger Innenstadt durchzuführen.\nDie militanten Strukturen von Neonazis in der Region haben traditionell eine enge Anbindung an den NPD Unterbezirk in Oldenburg und den dazugehörigen NPD Kreisbereich Ammerland. In Westerstede gehört Horst Wagener zu den langjährigsten NPD Mitgliedern. Wagener selbst gilt als Anhänger des derzeitigen NPD Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg. Der, aus dem Spektrum der militanten Kameradschaften, in den letzten Jahren als »gemäßigt« und »Betonkopf« kritisierte Eigenfeld wurde zuletzt beim niedersächsischen NPD Landeparteitag 2008 in Sieversen (Kreis Buchholz i.d.Nordheide) im Amt des Landesvorsitzenden bestätigt.\nIm Gegensatz zu Ulrich Eigenfeld sind die Berührungsängste von Horst Wagener zu den militanten Kameradschaften eher geringer Natur. Die Boykotthaltung des 1937 geborenen NPD Mitgliedes gegenüber einem Aufmarsch von niedersächsischen Neonazis im Oktober 2005 war eher parteiinternen Streitigkeiten geschuldet. Der damalige stellvertretende Landesvorsitzende und politische Organisationsleiter der niedersächsischen NPD, Adolf Dammann, hatte besagten Aufmarsch gemeinsam mit Vertreter_innen der militanten Kameradschaften in der Oldenburger Innenstadt durchgeführt. Da der Aufmarsch ohne Absprache mit dem restlichen Landesvorstand der neonazistischen Partei geplant wurde, verweigerte ein Großteil der niedersächsischen NPD anschließend ihre Teilnahme.\nAbgrenzungsbestrebungen von Mitgliedern des NPD Unterbezirkes Oldenburg gegenüber den militanten Neonazistrukturen in Niedersachsen sind nicht existent. Die letzten Jahre zeigen gar in eine gegenteilige Entwicklung. Immer wieder treten Vertreter_innen der neonazistischen Partei und des militanten Kameradschaftsspektrums gemeinsam in Erscheinung.\nSo auch im Zusammenhang mit einem geplanten Landesparteitag der niedersächsischen NPD im März 2007. Nachdem der Wirt einer Gaststätte im ostfriesischen Burhave den angereisten Neonazis die Räumlichkeiten verweigerte, wichen die NPD Mitglieder und ebenfalls anwesenden Vertreter_innen der militanten Kameradschaftsszene ins nahegelegene Oldenburg aus. Dort versuchten rund 30 Neonazis eine Protestdemonstration durchzuführen, welche in der Folge von der örtlichen Polizei untersagt wurde. Nachdem die angereisten Neonazis Polizeibeamte angriffen, setzten die Einsatzkräfte Reizgas gegen die aufgebrachten Neonazis ein. Mehrere Neonazis, unter ihnen der niedersächsische Landesvorsitzende sowie Udo Voigt, derzeitiger Bundesvorsitzender der neofaschistischen Partei, wurden in Gewahrsam genommen.\nNeben Horst Wagener wurde bei den Vorgängen in der Oldenburger Innenstadt im März 2007 auch das NPD Mitglied Michael Meyer von der Polizei in vorläufiges Gewahrsam genommen. Meyer gilt dabei als Vertreter des militanten Flügels der niedersächsischen NPD. Bei dem ehemaligen Hooligan aus dem Umfeld des VfB Oldenburg soll es sich um den Mitorganisator einer im Dezember 2006 stattgefundenen Weihnachtsfeier des NPD Unterbezirks Oldenburg handeln. Zum Rahmenprogram der damaligen Weihnachtsfeier »zum Ende des Kampfjahres 2006« gehörte auch der Auftritt der Liedermacher Annett und Michael Müller.\nDer Nachwuchs steht bereits in den Startlöchern #Bei einer weiteren Gruppierung in der Region handelt es sich um den »Nationalen Widerstand Ammerland« (NWA). Bei einer der Führungspersonen des NWA handelt es sich um den 20jährigen Florian Meyer aus Apen. Gemeinsam mit Michael Meyer war der 20jährige Neonazi am 19.08.2006 bei einem Infostand der NPD in Oldenburg zugegen. Bewaffnet mit einer massiven Eisenstange, welche von Zivilpolizisten anschließend als »Akt der Notwehr« bezeichnet wurde, versuchte Florian Meyer gemeinsam mit weiteren Neonazis den NPD Propagandastand vor Protestaktionen abzuschirmen.\nMitglieder des »Nationalen Widerstandes Ammerland« waren in den letzten Jahren nicht nur auf Veranstaltungen der neonazistischen Szene in Norddeutschland anzutreffen, wie beispielsweise am 04.11.2006 während eines NPD Aufmarsches in Bremen oder am 08.06.2007 in Lüneburg. Hemden mit den Schriftzügen des »Nationalen Widerstand Ammerland« finden sich auch in dem Fußballstadion des VfB Oldenburg wieder. Als Teil der, als rechtsextrem geltenden »Oldenburger Fan Alternative« (OFA), ist auch Florian Meyer aus Apen, gemeinsam mit »Gesinnungskameraden« des NWA, bei Spielen des VfB Oldenburg ein regelmäßig anzutreffender Gast.\nNach den nun jüngst bekannt gewordenen Aktivitäten von Neonazis im Kreis Ammerland sprechen Behördenkreise von keiner wahrnehmbaren Steigerung der Neonaziaktivitäten in der Region. Derzeit gäbe es rund 35 Personen, welche dem Spektrum der organisierten Neoaziszene zuzurechnen seinen. Die Schändung des jüdischen Friedhofes stellt in Anbetracht der letzten Jahre demnach keine Außnahmeerscheinung neofaschistischer Aktivitäten dar. Inwieweit die »unfassbaren Kritzeleien« in der Statistik über »rechtsextreme Straftaten« Eingang finden, bleibt hingegen abzuwarten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.09.29/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In der Nacht zum Freitag, den 26.09.2008 schlugen die Täter zu. Auf dem jüdischen Friedhof in Westerstede (Kreis Ammerland) hinterließen sie eine Spur der Verwüstung. Grabsteine wurden umgestoßen und mit Hakenkreuzen beschmiert. Auch auf den Außenwänden einer Schule, einer jüdischen Gedenktafel der Bibliothek Westerstede sowie auf zwei abgestellten Fahrzeugen hinterließen die Täter »Unfassbare Kritzeleien«, wie es in einer späteren Pressemitteilung der Polizeiinspektion Oldenburg hieß.","title":"Jüdischer Friedhof in Westerstede geschändet"},{"city":"Esens","content":" In den Abendstunden des 27.09.08 führten Aktivisten aus dem Umfeld der neofaschistischen Kameradschaft »AG Wiking« eine Gedenkveranstaltung und einen Fackelumzug im ostfriesischen Esens und im nahe gelegenen Jever durch. Laut örtlicher Polizei bekam diese gegen 22 Uhr einen telefonischen Hinweis, dass sich eine größere Personengruppe mit Fackeln durch Esens bewegen würde.\nAngetroffen wurde die rund 20 Personen umfassende Gruppe am Friedhof, mit Fackeln und einem Transparent mit der Aufschrift »Alliierte Mörder«. »Esens wurde, wie viele weitere deutsche Städte, Opfer des bedingungslosen Deutschenhasses der Alliierten.« So zumindest laut Auffassung der »Aktionsgruppe Wiking« (AG Wiking) zum 27.09.1943, als alliierte Bombergeschwader Esens bombardierten. Unklar ist bis heute der genaue Grund für die Bombardierung, bei der 165 Menschen ums Leben kamen.\nDiese Art des Geschichtsrevisionismus ist unter deutschen Neonazis nicht neu. Nur zu gern versuchen sie, alliierte Kriegshandlungen als Verbrechen zu brandmarken und die deutsche Zivilgesellschaft als Opfer darzustellen. Dass diese Taktik eben keine neuere Erscheinung der neonazistischen Szene ist, zeigen auch die Vorgänge im sächsischen Dresden. Mit der Ausblendung nationalsozialisischer Verbrechen sowie der Umdeutung von Ursprüngen alliierter Bombenangriffen entstand aus anfänglich rund 200 Nazis innerhalb eines Jahrzehnts ein regelrechter Großevent mit bis zu 5000 Teilnehmerinnen.\nNach dem selben Prinzip verfährt die Neonaziszene auch im niedersächsischen Bad Nenndorf. Wachstum inbegriffen. In den vorangegangenen Jahren reisten lediglich eine Handvoll Neofaschist_innen vor das »Winklerbad«, einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager der Briten. Am 02.08.2008 waren es hingegen bereits knapp 400 Neofaschist-innen, die unter dem Vorwand »gegen alliierte Folter« den zukünftigen Nationalsozislismus propagierten. »Ist man nicht eingeladen, macht man seine eigene Trauerfeier.« Das dachte sich am Samstag, den 27.09.2008 wohl auch die Mitglieder der »AG Wiking«. Denn eine Gedenkveranstaltung seitens der Stadt, an welcher sich Neonazis der »AG Wiking«, wie bereits in den vergangen Jahren, hätten beteiligen können, gab es in diesem Jahr nicht. Um sich von den Geschichtsrevisionist_innen abzugrenzen, beschloss die Stadt, sich in die nahe liegende Kirche zu einem Friedensgottesdienst zurück zu ziehen und die Nazis außen vor zu lassen. Die lokale DVU meldete daraufhin eine Kranzniederlegung an, welche aber kurzerhand vom Ordnungsamt verboten wurde. Es hatte wohl niemand mehr damit gerechnet, dass sich die Neofaschist_innen noch in den Abendstunden des 27.09.2008 in Esens einfinden würden. Gegendemonstrant_innen waren größtenteils abgereist und auch die Polizei war bereits abgerückt. Gegen 22:00 Uhr meldete sich dann ein Augenzeuge telefonisch bei der Polizei in Esens. Er gab an, dass sich eine größere Personengruppe mit Fackeln durch die Stadt bewegen würde. Lokale Polizeikräfte, die noch Verstärkung aus den benachbarten Orten anforderten, trafen am Friedhof auf die rund 30 Personen umfassend Guppe von Neonazis, die dort Blumen abgelegt hatten. Nach einer Personalienkontrolle wurde ihnen das Fortführen des Aufmarsches untersagt, woraufhin die Aktivist_innen der »AG Wiking« nach eigenen Angaben zum Kriegsgräberdenkmal in Jever fuhren, an dem nach Eigenangaben ein »Kamerad« einen Redebeitrag hielt. Dabei handelte es sich um Manuel Wojczak, einer Führungsperson der Kameradschaftsgruppe. Und ewig grüßt der Wojczak Die »AG Wiking«, nun seit circa drei bis vier Jahren in der Region aktiv, entstand parallel zu den Strukturen der »NPD Wilhelmshaven/Ostfriesland«. Der überschaubare Kern der »Aktionsgruppe Wiking« ist ebenso wie weitere Aktivist_innen der Kameradschaftsgruppe gleichzeitig in der neonazistischen NPD tätig. So war der mutmaßliche Kopf der »AG Wiking«, Manuel Wojczak, Kandidat der NPD bei den niedersächsischen Landtagswahlen im Jahr 2008. Wojczak, über dessen Privatleben in der Vergangenheit schon mehrfach für ihn unangenehme Details bekannt wurden, wie zum Beispiel eine Mitgliedschaft bei Kontaktbörsen für Seitensprünge, scheint sich mit seiner zunehmenden Bekanntheit innerhalb der Szene abgefunden zu haben. So verzichtet er in seiner Funktion als ehemaliger Verantwortlicher für die Internetseite der »AG Wiking« mittlerweile darauf, sich selber auf Fotos der »AG Wiking« unkenntlich zu machen. Neben dem Neonazi Jens Wagenlöhner gilt Manuel Wojczak als einer der potenziertesten Aktivisten aus der Region wenn es darum geht, auf regionalen und überregionalen Veranstaltungen der neonazistischen Szene aufzutauchen. So standen die beiden Führungspersonen der »AG Wiking« am 16.02.08 in Dresden in der ersten Reihen und trugen zeitweilig das Fronttransparent. Anzutreffen waren sie auch während des Aufmarsches von Neonazis am 02.08.08 in Bad Nenndorf, um nur die Aufmärsche mit inhaltlicher Nähe zu nennen. Um so interessanter ist es, dass die »AG Wiking« es bislang nicht geschafft hat, eine formale Demonstration anzumelden und diese in der Folgezeit auch durchzuführen. Entweder beteiligten sie sich an Gedenkveranstaltungen, wie in Esens, bei der sie keine Ordner und Anmelder stellen mussten, oder führten so genannte »Spontandemonstration« durch, für die »spontan« Transparente, Fackeln oder Fahnen mitgeführt wurden. Der bislang einzige Aufmarsch, mit der sich die »AG Wiking« ins bundesweite Gespräch brachte war ein Aufmarsch im Jahr 2007. Silvio Reinhold Kruk vom damaligen so genannten »National-sozialistischen Bund Deutschlands« (NSBD) versuchte mit Unterstützung der »AG Wiking« in Wilhelmshaven einen Aufmarsch durchzuführen. Dabei griff er auch auf die Unterstützung von Mitgliedern der »AG Wiking« zurück. Antifaschist_innen nahmen daraufhin unter falschen Angaben Kontakt zu Reinhold Kruk und der imaginären »NSDB« auf. Kruk übergab im Verlauf der nun einsetzenden Gespräche einen Teil der Organisationsleitung auf seine neugewonnen Unterstützer_innen mit dem Ergebnis das die Veranstaltung nie stattfand. Selbst die Internetpräsenz der Kameradschaft »AG Wiking« brachte für die Betreiber mehrfach Probleme mit sich. So gab es in der Vergangenheit Beschlagnahmungen bezüglich der Inhalte auf der Seite der »Aktionsgruppe«. Ende vergangenen Jahres wurde die Internetseite zusätzlich von sogenannten »Datenantifas« gehackt. Pivaten Fotos und Daten zu Wojczak wurden daraufhin auf der Seite der Kameradschaftsgruppe zur freien Verfügung gestellt. Aktuell läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den derzeitigen Verantwortlichen der Seite Sascha Major, gegen den derzeit aufgrund der Leugnung des Holocaust wegen Volksverhetzung ermittelt wierden soll Auch der bislang letzte Auftritt der »AG Wiking« am 27.09.2008 im ostfrisischen Esens dürfte von wenig positiver Resonanz gepriesen sein. Ausserhalb der neonazistischen Szene hinterlässt es sicherlich keinen guten Eindruck, wenn 20 schwarz gekleidete und zum Teil vermummte Personen am Jahrestag von 165 getöteten Menschen mit Fackeln durch die Stadt ziehen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.09.27-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den Abendstunden des 27.09.08 führten Aktivisten aus dem Umfeld der neofaschistischen Kameradschaft »AG Wiking« eine Gedenkveranstaltung und einen Fackelumzug im ostfriesischen Esens und im nahe gelegenen Jever durch. Laut örtlicher Polizei bekam diese gegen 22 Uhr einen telefonischen Hinweis, dass sich eine größere Personengruppe mit Fackeln durch Esens bewegen würde.","title":"»Alliierte Mörderbande«"},{"city":"Eschede","content":" Die Reichskriegsfahne flattert trostlos im Wind. An einem hölzernen Fahnenmast befestigt, hängt diese bereits seit etlichen Jahren vor dem Anwesen von Joachim Nahtz in Eschede. Ebenfalls seit Jahren bietet das Anwesen des Landwirtes aus dem Landkreis Celle einen regelmäßig genutzten Rückzugsraum für Neonazis, mitunter aus dem gesamten Bundesgebiet. So auch am vergangenen Wochenende, als rund 100 Neonazis aus dem norddeutschen Raum auf dem Gelände ein völkisch-nationalistisches Erntedankfest zelebrierten.\nWenn sich Neonazis in Eschede ankündigen, sichern Polizeibeamte die Zufahrt zu dem holprigen Schotterweg, der zu dem Anwesen des langjährigen NPD Aktivisten Joachim Nahtz führt. Um auf das mehrere Hektar große Gelände zu gelangen, müssen die regelmäßig erscheinenden Besucher_innen zuallererst an ihnen vorbei. Am vergangenen Samstag, dem 27.09.2008, waren es dann über 100 Neonazis welche sich durch die Polizeikontrollen am Rande der Gemeinde Eschede bewegten.\nOrganisiert hatten das diesjährige »Erntedankfest« Mitglieder der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« (NASO) und der neonazistischen Frauenorganisation »Düütsche Deerns«. Die »NASO« dient dabei wohl als derzeit wichtigstes Netzwerk militanter Kameradschaftsgruppen in Niedersachsen. In diesem Dachverband organisieren sich unter anderem Neonazis aus den Regionen Celle, Schneverdingen, Lüneburg, Uelzen, Schaumburg, Nienburg und Hildesheim. Aus diesem Kreis entstand im letzten Jahr auch die Gruppierung »Düütsche Deerns«, deren Aktivistinnen auch in den Strukturen der neonazistischen »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF) aktiv sind.\nWie bereits während der im Juni 2008 stattgefundenen »Sonnenwendfeier« patrouillierte eine eigens aufgestellte Ordnergruppe der Neonazis um das Anwesen. Die einschlägig vorbestraften Mitglieder der »Schutztruppe« attackierten im vergangenen Juni einen Pressefotographen, der die Vorgänge um das Grundstück in Eschede dokumentieren wollte.\nDie Teilnehmer_innen des nun in Eschede stattgefundenen völkisch-nationalistischen Erntedankfestes kamen zum überwiegenden Teil aus dem norddeutschen Raum, unter ihnen auch etliche Kleinkinder. Neben Neonazis aus Niedersachsen und Hamburg erreichten im Verlauf des Nachmittags auch Teilnehmer_innen aus Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern das Anwesen. Die Veranstaltung dient der norddeutschen Neonaziszene vor allem der Festigung eines praktizierten völkischen Nationalismus.\nDas Ziel der selbsternannten »braun-grünen Avantgarde« ist dabei klar umrissen - es geht um die sogenannte »Volksgemeinschaft«. Ein Begriff der sich auch zu Zeiten des nationalsozialistischen Regimes großer Beliebtheit erfreute. Für die Zugehörigkeit zu dieser beschworenen »Volksgemeinschaft«, ist nicht etwa der Geburtsort ausschlaggebend, sondern ausschließlich eine nach dem »Blutpr27.09.2008 / Eschede: Völkisch-nationales Erntedank in Eschede inzip« hergeleitete Abstammung von Bedeutung.\nIm Gegensatz zu der, vor einigen Monaten stattgefundenen »Sonnenwendfeier« sowie eines »Rechtsrockkonzertes« am Vortag, kam es im Zusammenhang mit dem nun stattgefundenen »völkischen Treiben« zu keinerlei Gegenprotesten. Im Juni demonstrierten noch mehrere hundert Antifaschist_innen gegen die Aktivitäten von Neonazis in Eschede. Doch auch in der Zukunft wird die kleine Gemeinde Eschede wohl nur schwerlich aus dem braunen Schatten treten, der derzeitig über ihr schwebt. Im Dezember findet auf dem Anwesen von Joachim Nahtz allem Anschein nach, mit einer »Wintersonnenwendfeier«, bereits die nächste Veranstaltung von Neonazis in Eschede statt.\nDie »Heimattreue Deutsche Jugend e.V«. in Eschede #Im Jahr 2007 fanden dann auf dem Grundstück von Joachim Nahtz, neben Veranstaltungen der norddeutschen Neonaziszene ebenfalls Treffen mit bundesweiter Bedeutung und dahingehend enormer Außenwirkung statt. So bot Nahtz über die Pfingsttage, im Mai 2007 den Mitgliedern und Sympathisant_innen der neonazistisch-völkischen »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ) Platz und Unterschlupf auf seinem Gelände.\nUrsprünglich sollte das jährlich stattfindende »Pfingstlager« der mitunter paramilitärisch agierenden Vereinsorganisation im hessischen Hofgeismar, im Kreis Kassel stattfinden. Nach Intervention der Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei zog der Landwirt aus Hofgeismar, auf dessen Privatbesitz das Zeltlager aufgebaut werden sollte, seine zuerst getätigte Nutzungszusage gegenüber der HDJ zurück. Daraufhin wich die »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« kurzerhand nach Niedersachsen aus und bezog bei Joachim Nahtz Quartier.\nDie Wahl des Ausweichortes der HDJ fiel beileibe nicht zufällig auf die kleine Gemeinde im Landkreis Celle. Neonazis aus dem Führungskreis der HDJ finden sich bereits seit Jahren, anlässlich der neonazistisch-völkischen Sonnenwendfeiern auf dem Anwesen von Nahtz ein. Erfahrungswerte die dabei gesammelt wurden, wie etwa das ungestörte verteilen von Hakenkreuzfähnchen dürften dabei den Ausschlag für Eschede gegeben haben. Denn auf Ungestörtheit wird gerade bei der HDJ großer Wert gelegt. Mit organisatorischen Aufgaben während des »HDJ Pfingslagers« war dann treffenderweise unter anderem Familie Börm betraut.\nManfred Börm ließ es sich dann im Verlauf des »HDJ-Pfingstlagers« im Jahr 2007 nicht nehmen zeitweise die Tätigkeit der eingesetzten Ordnerkräfte der »HDJ-Einheit Hermannsland« zu koordinieren, welche den Zufahrtsbereich zu dem Gelände absicherten. Zur Abschreckung ungewollter Beobachter_innen griff der ehemalige »Gauführer« der »WJ-Einheit Niedersachsen« auch persönlich ein. Als einige Journalist_innen sich dem Grundstück von Joachim Nahtz über eine Zufahrtsstraße nähern wollten, bewies Börm das er auch im fortgeschrittenem Alter keineswegs zimperlich agiert. Nachdem Börm die angereisten Journalist_innen bemerkte, beschleunigte er sein Fahrzeug und steuerte es in Richtung der Medienvertreter_innen, welche nur durch einen Sprung ins angrenzende Strauchwerk dem herannahenden Fahrzeug ausweichen konnten.\nWährend des Pfingstlagers sorgten auch Aktivist_innen des »Technischen Dienstes« (TD), einer speziellen Organisationsstruktur innerhalb der HDJ, für den Aufbau des Zeltlagers. Der »Technischen Dienst« der HDJ erschien dazu in Eschede mit einem eigens gekennzeichnetem Fahrzeug. Gesteuert wurde dieses durch Alf Börm, einen weiteren Vertreter der Familie Börm. Bei Alf Börm handelt es sich um einen Sohn von Manfred Börm und darüber hinaus um den derzeitigen Einheitsführer der »HDJ-Einheit Niedersachsen«. Die Frage ob es sich bei der HDJ um eine Nachfolgeorganisation der »Wiking Jugend e.V« handelt, könnte zumindest im Bezug auf die Wahrnehmung von Führungspositionen in »Wiking Jugend e.V.« und »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« innerhalb der Familie Börm bejaht werden.\nSchaffle, Schaffle, Häusle Bau in Eschede #Die Nutzung des Geländes besitzt innerhalb der militanten Neonaziszene mittlerweile eine lange Tradition. Auf dem weit gefassten Grundstück des Bauernhofes von Joachim Nahtz finden nicht nur seit Jahren neonazistische Sonnenwendfeiern, völkisch motivierte »Erntedankfeste« oder Veranstaltungen wie das »HDJ-Pfingslager« im Jahr 2007 statt. Trotz oder gerade wegen der mittlerweile intensiven Nutzung durch Neonazis scheint es um die Gebäudesubstanz nicht sonderlich gut bestellt zu sein. Ein ähnlich trostloses Bild, wie das Äußere des Anwesens scheint sich auch im Inneren, des in die Jahre gekommen Bauernhofes des Landwirtes wiederzufinden.\nGrund genug für Dirk Heimsoth, derzeitiger Vorsitzenden der NPD Osnabrück im Juli 2008 zu einem »nationalen Arbeitsdienst« auf dem derzeitig wichtigsten Neonazitreffpunkt in der Lüneburger Heide aufzurufen. »Nationale Solidarität heißt geben und nehmen«, unter diesem Motto verbreitete daraufhin der NPD Unterbezirk Osnabrück im Juli 2008 einen Aufruf zur Unterstützung des 1935 in der damaligen Provinz Pommern zur Welt gekommenen Joachim Nahtz.\n»Nachdem sich das Anwesen der Familie Nahtz in den letzten Jahren zu einem rege genutzten Anlaufpunkt für nationale Veranstaltungen aller Art entwickelte, dienen die Baummaßnahmen in erster Linie der Sicherung sowie Erhaltung eines bedeutenden Knotenpunktes in Niedersachsen«, so zumindest die Auffassung von Dirk Heimsoth, der nach Eigenangaben auch auf die Unterstützung von professionellen Handwerkern zurückgreifen konnte. Wenige Tage vor dem »Arbeitseinsatz« musste Dirk Heimsoth, als Koordinator der Bauarbeiten allerdings einräumen das die »Spendefreudigkeit des Nationalen Widerstandes doch recht unzureichend ist.«\nDer Stellenwert des Geländes, gerade für Mitglieder des norddeutsche Neonazispektrums ermisst sich dabei vor allem aus den umfangreichen Möglichkeiten welche dieser Rückzugsraum für die Neonazisszene bietet. »Nationale Solidarität heißt geben und nehmen«. Für welche Art von Aktivitäten das Gelände bereits genommen wurde, zeigt auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit. So diente das Anwesen auch als Anlaufstelle für militante Wehrsportlager. Aufgrund der relativen Abgeschiedenheit des Geländes wurden bislang allerdings nur Bruchstücke dieser Tätigkeiten bekannt.\nAber auch die bekannt gewordene Spitze des Eisberges lässt erahnen was hier an politischer Ausbildung praktiziert wird. Bereits im Jahr 1992 nutzen rund 30 militante Neonazis der inzwischen verbotenen »Nationalen Liste« das Angebot von Joachim Nahtz auf seinem Gelände eine 3-tägige paramilitärische Wehrsportübung abzuhalten. Bei einer im Frühjahr 1993 daraufhin durchgeführten polizeilichen Hausdurchsuchung stellen Einsatzkräfte dann neben einer Reichkriegsfahne und SS-Liedgut auch Waffen sicher.\nNahtz, der bereits im zarten Alter von 17 Jahren der Deutschen Reichspartei beigetreten war, und dessen politischer Weg ihn in den nächsten Jahren ebenfalls bei den Republikanern und der NPD Station machen ließ, gilt allerdings nicht überall als umtriebiges Urgestein der niedersächsischen Neonaziszene. In der knapp 4000 Einwohner_innen umfassenden Gemeinde Eschede, im Landkreis Celle gilt Nahtz mitunter auch lediglich als alteingesessener Landwirt mit einer »speziellen politischen Meinung« der sich »nicht weiter auffällig verhalten« würde. Im Oktober 2001 wurde Nahtz gar von der »Jungen Union Langendorf-Eschede« und der »Schüler Union Celle-Gifhorn« als Referent geladen. Der aktive Neofaschist sollte zum Thema »Wie weit haben Rechtsextreme in Eschede Fuß gefasst«, über neonazistische Aktivitäten in der Region berichten.\nDas es sich bei Nahtz um einen wahren Kenner der Szene handelte, dürfte zum damaligen Zeitpunkt auch der Jugendorganisation der CDU nicht entgangen sein. Drei Monate zuvor, im Juli 2001 hatte Nahtz noch einen Propagandastand der neonazistischen »Jungen Nationaldemokraten« (JN) in der Fußgängerzone von Eschede angemeldet. Auch die Gründung des lokalen »JN-Stützpunktes« fand im Vorjahr auf dem Gelände von Joachim Nahtz in Eschede statt. Diese besagte Gründungsfeier der JN sollte im Rahmen einer Wintersonnenwendfeier durchgeführt werden. Dazu kam es allerdings nicht- Rund 150 Einsatzkräfte der Polizei stürmten das Gelände und beendeten abrupt die geplanten Feierlichkeiten.\nIm Juni des Jahres 2000 konnten Neonazis hingegen nahezu ungestört ein »NPD Sommerfest« mit anschließender Sonnenwendfeier auf dem Grundstück des Anwesens durchführen. Unter den über 200 angereisten Neonazis befanden sich ebenfalls etliche Mitglieder militanter Kameradschaftsgruppen, wie beispielsweise Mitglieder der »Kameradschaft Celle 73« oder der »Snervern Jungs«. Das niedersächsische »Amt für Verfassungsschutz« bewertete die Veranstaltung im Nachhinein als wichtiges Vernetzungstreffen zur Öffnung der NPD-Parteistrukturen gegenüber den militanten Kameradschaftsgruppen in Niedersachsen.\nWährend des »NPD Sommerfestes« trat der derzeitige Leiter des »NPD Bundesordnerdienstes« Manfred Börm aus Handorf als sogenannter »Feuerredner« in Erscheinung. Der Bauunternehmer und ehemalige »Gauführer« der im November 1994 unter anderem wegen »Wesensverwandschaft zum Nationalsozialismus» verbotenen »Wiking Jugend e.V.« (WJ) gilt als Hardliner der Szene. Kostproben seiner politischen Gesinnung lieferte Börm in der Vergangenheit nicht nur mit seiner Mitgliedschaft in einer sogenannten militanten »Wehrwolf-Untergrundeinheit«. Mitglieder der Gruppierung verübten Ende der 70er Jahre unter anderem einen bewaffneten Überfall auf einen NATO-Stützpunkt in Bergen-Lohe. Manfred Börm wurde daraufhin im Jahr 1979, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der »kriminellen Vereinigung«, im sogenannten »Bückeburger Prozess« zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.\nNach seiner Haftentlassung engagierte sich Börm dann verstärkt in der »Wiking Jugend e.V.« Zum Zeitpunkt des Verbotes der Organisation bekleidete der langjährige Neofaschist die Position des »WJ-Gauführer der »WJ-Einheit Niedersachsen/Bremen«. Nach dem 1994 ausgesprochenen Verbot widmete sich Börm, gleichsam wie etliche andere ehemalige Aktivist_innen der «Wiking Jugend e.V.» den Strukturen der NPD. Auch hier blieb Börm seinen bisherigen ideologischen Ansichten treu. Im Rahmen des im Juni 2000 in Eschede stattgefundenen »NPD Sommerfestes« gewährte das heutige Mitglied im NPD Bundesvorstand einen weiteren tiefen Blick in diese Ideologie. Ein Einblick der mehr als nur erahnen lässt, welche politische Zielrichtung die Parteistruktur der NPD politisch eigentlich vertritt. Zur Ausschmückung der Feierlichkeiten des »NPD Sommerfestes« verteilte unter anderem Manfred Börm auf dem Gelände von Joachim Nahtz kleine Hakenkreuzfahnen.\nInwieweit Joachim Nahtz im Jahr 2001 während deines Referats über die Fragestellung »Wie weit haben Rechtsextreme in Eschede Fuß gefasst« über diese und andere Tätigkeiten auf seinem Gelände berichtete und als geladener Redner zur politischen Aufklärung der »Jungen Union« in Eschede beitragen konnte, blieb das Geheimnis der damaligen Veranstalter_innen. Das oberflächliche Studium der lokalen Tageszeitungen hätte vermutlich bereits ausreichend zur Erhellung jener Fragen über Aktivitäten von Neonazis in Eschede beim »christdemokratischen Nachwuchs« beitragen können.\nIm Bezug auf neonazistische Aktivitäten handelte es sich bei der Gemeinde Eschede bereits damals nicht gerade um eine sprichwörtliche Oase des Friedens. Im August 1999 hatten die beiden Neonazis Marco Siedbürger und Johannes Kneiffel den 44jährigen Peter Deutschmann in dessen Wohnung in Eschede überfallen, geschlagen und brutal zusammengetreten. Peter Deutschmann wurde bei der Attacke so schwer verletzt das er nach einem mehrstündigem Todeskampf »jämmerlich gestorben« sei, wie die zuständige Staatsanwältin in dem späteren Prozess zu Protokoll gab. Die Schrecken der Tat schienen zumindest Joachim Nahtz nicht zu erreichen. Wenige Jahre später, nach seiner Haftentlassung gehört Marco Siedbürger wieder zu den angereisten Gästen bei Veranstaltungen auf dem Gelände des Landwirtes aus Eschede.\nVon den polizeilichen Maßnahmen im Dezember 2001 gegen die Sonnenwendfeier auf seinem Gelände zeigte sich Joachim Nahtz in der Folgezeit ebenfalls nur wenig beeindruckt. In den darauf folgenden Jahren fanden regelmäßig Veranstaltungen in diesem Zusammenhang in Eschede statt. So auch im Juni 2005. Im Anschluss an einen neonazistischen Aufmarsch der NPD im niedersächsischen Braunschweig wurden die anreisenden Teilnehmer_innen, mit Hilfe einer von Manfred Börm verwalteten Kontakttelefonnummer ins 70km entfernte Eschede geschleust.\nVorwiegend Neonazis aus Niedersachsen und Bremen feierten dort, im Anschluss an den Aufmarsch eine völkische Sonnenwendfeier. Ein Vorgehen welches sich auch in den vergangenen Jahren fortgesetzt hat. Festzustellen bleibt das sich die Nutzung des Geländes in jüngerer Zeit noch verstärkt hat. Neben der NPD sind es dabei vor allem die Strukturen der neonazistischen Kameradschaftsszene welche sich mittlerweile zu regelmäßigen Veranstalter_innen von Aktivitäten in Eschede entwickelt haben. Das Ende der Fahnenstange scheint dabei, wie auch ein Blick auf das jüngst stattgefundene völkisch motivierte »Erntedankfest« zeigt, noch lange nicht erreicht zu sein.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.09.27/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Reichskriegsfahne flattert trostlos im Wind. An einem hölzernen Fahnenmast befestigt, hängt diese bereits seit etlichen Jahren vor dem Anwesen von Joachim Nahtz in Eschede. Ebenfalls seit Jahren bietet das Anwesen des Landwirtes aus dem Landkreis Celle einen regelmäßig genutzten Rückzugsraum für Neonazis, mitunter aus dem gesamten Bundesgebiet. So auch am vergangenen Wochenende, als rund 100 Neonazis aus dem norddeutschen Raum auf dem Gelände ein völkisch-nationalistisches Erntedankfest zelebrierten.","title":"Völkisch-nationales Erntedank in Eschede"},{"city":"Hamburg","content":" Begleitet von antifaschistischen Gegenprotesten öffneten in den Morgenstunden des 25.09.2008 die Pforten eines neuen »Thor Steinar« Geschäfts in der Hansestadt Hamburg. Mit Blick auf die Marktwirtschaftlichkeit scheint die Wahl des neuen »Thor Steinar« Standortes nicht zufällig gefallen zu sein. Die potentielle Zielgruppe der Käufer_innen liegt dabei weniger bei Neofaschist_innen und dem Inneren ihrer Geldbeutel. Vielmehr ist das Geschäft ein weiterer Baustein in der Strategie von »Thor Steinar« und dahinterliegenden Geschäftsstrukturen, sich als »etablierte« Bekleidungsmarke zu präsentieren.\nHier, im Herzen der Hamburger Innenstadt, existiert für die seit dem Jahr 2003 durch die »Mediatex-Gmbh« vertriebene Bekleidungsmarke, ein gewaltiges Kundenpotential. Dementsprechend politisch unauffällig ist auch die Präsentation des derzeitigen Standortes in der Hansestadt gehalten. Vergebens sucht das Auge der Betrachter_innen, in der Außenansicht der Geschäftsräume die Bezeichnung »Thor Steinar«. Umrahmt von zwei norwegischen Landesfahnen findet sich über dem Eingang hingegen die Bezeichnung »Brevik«. Der Name bezieht sich dabei auf eine kleine Siedlung in Skandinavien. Das norwegische Brevik liegt etwa 50 Kilometer östlich der Stadt Tønsberg, Auch in der Nähe der schwedischen Stadt Norrköpin gibt es eine kleine Ortschaft gleichen Namens.\nDer politische Hintergrund von »Thor Steinar« wird zumindest vor der Ladentheke von »Brevik« weitestgehend ausgeblendet. In der Reklamewerbung, welche potentiellen Besucher_innen an den Schaufenstern entgegenlacht, tummeln sich neben Bergen von Kleidung, lediglich Wikingerschiffe und Gestalten aus der nordischen Mythologie. Ein Vorgehen, welches sich auch im Inneren des Geschäftes fortsetzt. Die dahinter stehende Logik ist genauso einfach wie klar. Szeneläden für Neonazibekleidung sehen anders aus.\nVoraussetzungen die es den Ladenbetreibern durchaus erlauben größere Kundenschichten zu erreichen. Angesichts der monatlichen Miete von mehreren tausend Euro, scheinen die Betreiber_innen von »Brevik«, allen vorran der Geschäftsführer der »Mediatex GmbH« Uwe Meusel, dieses Unterfangen als realistisch zu betrachten. Solche Versuche der »Mediatex-Gmbh« mit der Kleidungsmarke »Thor Steinar« in breiteren gesellschaftliche Schichten als »normale« Kleidungsmarke einzusickern ist kein neues oder gar unbekanntes Phänomen.\nBereits im vergangenen Jahr sorgte ein solches Vorgehen in Brandenburg für überregionale Schlagzeilen. Höhrer_innen des lokale Radiosender »Radio KW« aus Königs Wunsterhausen (Kreis Dahme Spreewald) ist »Thor Steinar« schon lange ein Begriff. Unter der Bezeichnung »Dein Freund und Helfer« präsentierte »Thor Steinar« dort seit Dezember 2006 die regelmäßig ausgestrahlten Warnungen vor Geschwindigkeitskontrollen auf »Radio KW«.\n»Thor Steinar - Dein (unauffälliger) Freund und Helfer« #Die Marke »Thor Steinar« existiert seit dem Jahr 2002. Registriert wurde sie unter dem Namen von Axel Kopelke. Vertrieben wird »Thor Steinar« seit 2003 durch die »Mediatex-Gmbh« mit Sitz in Königs Wunsterhausen. Bei dem aus dem brandenburgischen Niederlehme stammende Axel Kopelke handelt es sich um kein unbeschriebenes Blatt. Kopelke soll in der Vergangenheit an neonazistischen Sonnenwendfeiern sowie einer »Reichsgründungsfeier« der NPD in Königs Wunsterhausen teilgenommen haben. Inzwischen hat Axel Kopelke eine neue Bleibe in der Schweiz gefunden. Im Kanton Zürich widmet sich der umstrittene Geschäftsmann dem Aufbau einer weiteren Bekleidungsfirma.\nIn den vergangenen Jahren entwickelte sich »Thor Steinar« zu der derzeitig wohl beliebtesten und bedeutendste Kleidungsmarke von Neofaschisten in der Bundesrepublik. Zwar werden die Kleidungsstücke in der Türkei gefertigt, doch daran störte sich die bundesweite Neonaziszene bislang nicht sonderlich. Bekanntheit innerhalb der Neonaziszene erlangte die Kleidungsmarke in den letzten Jahren vor allem durch Werbekampagnen in einschlägigen Szenepublikationen wie beispielsweise »Rock Nord«. Auch die juristischen Auseinandersetzung um das Firmenlogo der Marke, welches Runenzeichen verwendete, die während der Zeit des Nationalsozialistischen Regimes von SS-Divisionen genutzt wurden, trugen zu der Popularität der Marke bei.\nInwieweit das nun in Hamburg eröffnete Bekleidungsgeschäft Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Antifaschistischer Gegenprotest begleitete die Eröffnung vom Hamburger »Thor Steinar-Shop«, welcher durch ein starkes Polizeiaufgebot geschützt werden musste. Die Einkaufspassage, in der sich die Geschäftsräume befinden, musste daraufhin zeitweilig geschlossen werden. Ein Sprecher der HSH-Nordbank, Eigentümerin der Einkaufspassage und verantwortlich für den Mietvertrag mit »Brevik«, gab noch während der Eröffnung des Ladengeschäftes bekannt, den Vertrag mit den Betreiber_innen aufkündigen zu wollen. »Man fühle sich getäuscht«, so der Kommentar.\nDie HSH Nordbank zeigte sich überrascht, über das Sortiment und die politischen Hintergründe des Ladens. Die Verhandlungen über den Mietvertrag führte das Hamburger Bankhaus zuvor mit der »Protex Gmbh«, bei der »nichts auf eine Marke namens Thor Steinar hingedeutet hätte«, so der Sprecher der HSH Nordbank weiter. Eine einfache Überprüfung durch die HSH Nordbank, hätte vermutlich bereits im Vorfeld zur Aufhellung von politischen Hintergründen der »Prontex Gmbh« deren Firmananschrift mit der »Mediatex Gmbh« identisch ist, beitragen können. Pikantes Detail: In der »HSH Nordbank Arena«, dem Stadion des Fußballbundesligisten »Hamburger SV«, ist das Tragen der Bekleidungsmarke »Thor Steinar« seit September 2007 durch die Stadionverordnung verboten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.09.26/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Begleitet von antifaschistischen Gegenprotesten öffneten in den Morgenstunden des 25.09.2008 die Pforten eines neuen »Thor Steinar« Geschäfts in der Hansestadt Hamburg. Mit Blick auf die Marktwirtschaftlichkeit scheint die Wahl des neuen »Thor Steinar« Standortes nicht zufällig gefallen zu sein. Die potentielle Zielgruppe der Käufer_innen liegt dabei weniger bei Neofaschist_innen und dem Inneren ihrer Geldbeutel. Vielmehr ist das Geschäft ein weiterer Baustein in der Strategie von »Thor Steinar« und dahinterliegenden Geschäftsstrukturen, sich als »etablierte« Bekleidungsmarke zu präsentieren.","title":"Thor Steinar unter falscher Flagge"},{"city":"Zeven","content":" Das Amtsgericht Zeven verurteilte am 09.09.2008 einen 19 Jährigen Neonazi aus dem niedersächsischen Sittensen zu drei Jahren Haft. Das damalige Mitglied des »NPD Unterbezirkes Stade«, hatte gemeinsam mit zwei weiteren Angeklagten, nach Gesprächen anlässlich der Gründung eines lokalen NPD Stützpunktes in Sittensen zwei Brandbomben in die Räumlichkeiten eines muslimischen Gebetshauses in Sittensen geworfen. In der Urteilsbegründung verwies das zuständige Amtsgericht Zeven einen politischen Hintergrund der Tat allerdings ausdrücklich in das Reich der Fabeln.\nIn der Nacht zum diesjährigen Ostersamstag schlugen die Täter zu. Nachdem einer der Angreifer die Fensterscheiben des Gebetsraumes zerschlagen hatte, wurden zwei zuvor präparierte Brandsätze, sogenannte »Molotowcocktails« in das Innere des Gebäudes geworfen. Unvorbereitet waren die Angreifer nicht. Der Angriff stand nach Angaben des Pressesprechers der Polizeiinspektion in Rotenburg Wümme im Zusammenhang mit der Gründung eines »NPD Stützpunktes Sittensen«.\nIm Zuge der Gespräche zur Vorbereitung der Gründung jenes NPD Stützpunktes wurde auch der Brandanschlag auf das muslimische Gebetshaus besprochen und geplant. Zu Testzwecken hatten die an dem Anschlag beteiligten Neonazis einen weiteren Brandsatz bereits auf dem Balkon des nun zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilten Christian S. gezündet. Am Tatort selbst hinterließen die Täter dann Klebezettel mit Bezug zur norddeutschen Neonaziszene.\nEs ist einem Zufall zu verdanken, dass durch den Anschlag keine Menschen verletzt wurden. In einem, an den Gebetsraum angegliederten, Wohnhaus schliefen zum Tatzeitpunkt fünf Personen. Entgegen der ursprünglichen Anschlagsplanung zersprangen die Brandflaschen nicht beim Aufprall in den Räumlichkeiten. Der verwendete Brandbeschleuniger verteilte sich daraufhin nur punktuell, setzte sich im Teppichboden fest und zerstörte das Mobiliar. Nur durch Glück erlosch das Feuer wenig später ohne Fremdeinwirkung. Die Polizei bezifferte den dabei entstandenen Sachschaden auf insgesamt 10 000 Euro.\nRichterin: »Kein politischer Hintergrund« #Vor der Kammer des Amtsgerichtes Zeven gaben sich der Hauptangeklagte Christian S. sowie zwei weitere Angeklagte nun politisch geläutert. Dem Schöffengericht gegenüber bedauerten die Angeklagten ausdrücklich die Anschlagsplanungen und die daraufhin durchgeführte Tat. Der Hauptbeschuldigte Christian S. distanzierte sich in seiner Erklärung darüberhinaus ausdrücklich von der neonazistischen NPD, zu deren Mitgliedern er zum Tatzeitpunkt gehörte.\nMit dem am 09.09.2008 verkündeten Urteil gegen den,, in Fußfesseln vorgeführten, Rädelsführer Christian S. folgte die Richterin im Amtsgericht Zeven dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung des Angeklagten hatte hingegen auf eine zweijährige Haftstrafe plädiert. In einem Sachverständigengutachten wurden zuvor erhebliche Einschränkungen in der Persönlichkeitsentwicklung von Christian S. festgestellt. Einschränkungen die in Zusammenspiel mit Alkohol zu einer verminderten Schuldfähigkeit führe, wie das im Prozessverlauf verlesene Gutachten hervorhob.\nEinen politischen Hintergrund der Tat schloss die Richterin in der Urteilsbegründung ausdrücklich aus. »In eine Statistik über rechtsextreme Straftaten würde die Tat nicht einfließen«. Die Angeklagten hätten sich ihren Worten folgend »glaubhaft von der rechtsextremen Szene distanziert«, so die Richterin. Das nicht unerhebliche Vorstrafenregister des Hauptbeschuldigten wirkte sich allerdings zu seinem Nachteil aus. Die dreijährige Haftstrafe wolle das Gericht dennoch als Chance verstanden wissen. Der Haupttäter »brauche einen gesicherten Rahmen um seine Persönlichkeit zu entwickeln und später am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können«, so die Richterin weiter.\nDie zwei jugendlichen Mitangeklagten wurden durch das Amtsgericht zu je zwei Wochen Dauerarrest sowie der Ableistung von insgesamt 80 Arbeitsstunden als »tätige Reue« verurteilt. Die Aussagen eines Mitangeklagten, der im Verlauf des Prozesses eine direkte Tatbeteiligung bei der Durchführung des Anschlages abstritt, wertete das Schöffengericht in der Urteilsbegründung als Schutzbehauptung und verwies auf die gemeinsame Planung des Brandanschlages.\n»Ich habe bei Adolf Dammann gelernt« Inwieweit Aussagen des Hauptangeklagten Christian S. zu werten sind, zeigen auch Auslassungen des Neonazis im Verlauf von Verhandlungspausen des Prozesses. Dort war von Reue keine Rede mehr. Anwesenden Journalist_innen gegenüber äußerte Christian S. zwar sein Bedauern im Bezug auf den Brandanschlag auf das muslimische Gebetshaus in Sittensen, aus seiner heutigen Sicht wären Polizisten und Politiker die sinnvolleren Ziele gewesen. Auf Fragen der Beeinflussung und Verstrickung von Mitglieder des NPD Unterbezirks Stade in den Brandanschlag erwiderte Christian S.: »Ich habe bei Adolf Dammann gelernt«. Der 68 Jährige Adolf Dammann ist Vorsitzender des NPD Unterbezirks Stade und gilt als politischer Ziehvater von Christian S. Als ehemaliger politischer Organisationsleiter der niedersächsischen NPD scharrt Dammann bereits seit mehreren Jahren Jugendliche um sich mit der Absicht, diese politisch zu schulen. Christian S. soll erst auf direkte Veranlassung von Dammann in die NPD aufgenommen worden sein. Dort erhielt der militante Neonazi dann die Mitgliedsnummer »88312«. Dennoch distanziere sich Christian S. nun von der NPD. »Der demokratische Weg von dem Großteil der Mitglieder der NPD läuft ins Nirgendwo«. In den Verhandlungspausen bedauerte Christian S. vor allem die in seinen Augen propagierte Gewaltfreiheit der Partei: »Früher hat man Probleme noch mit der Waffe geregelt«. Nach seiner Haftentlassung werde er politisch »weitermachen« kündigte S. an, aber dann nicht mehr für die »verweichlichte« NPD aktiv werden, sondern in der militanten Kameradschaftsszene. Er sei nun bei »Blood \u0026 Honour« und dem »Kampfverband Nord« aktiv. Wenige Wochen vor dem Brandanschlag in Sittensen hatte Christian S. unter der Bezeichnung »Combat 18« bereits massive Drohungen an Journalist_innen verschickt. Hinter der Bezeichnung »Combat 18« verbirgt sich eine terroristische Neonaziorganisation aus Großbritannien, die als »bewaffneter Arm« von »Blood \u0026 Honour« gilt. Auch in einem Internetforum des unter anderem in Deutschland und Ungarn verbotenen »Blood \u0026 Honour« Netzwerkes findet sich Christian S. Auf Fotografien posiert der jugendliche Neonazi dort mit einem Gewehr im Anschlag. Während seiner Untersuchungshaft in der JVA Hameln habe er bereits weitere entsprechende Kontakte knüpfen können. In der Haftzeit plane er sich betreuen zu lassen. Nicht von Sozialpädagogen, sondern vielmehr von der neonazistischen »Hilfsgemeinschaft Nationaler Gefangener« (HNG). Desweiteren verwies Christian S. auf einen weiteren in der JVA Hameln einsitzenden Neonazi mit Vorbildcharakter. Nach seiner Haftentlassung plane dieser, aus Rache den Bruder seiner ehemaligen Freundin »hinzurichten«. Ankündigungen, die bei dem 19 Jährigen Neonazi Christian S. nach Eigenbekunden eine gewisse Bewunderung auslösen. Von diesem Neonazi stammten auch die frisch gestochenen Tätowierungen auf dem Arm von Christian S. Tätowierungen, die während der Untersuchungshaft entstanden und die der jugendliche Neonazi im Gerichtsaal vor den Augen der Richterin sorgsam verdeckt hielt. Neben einem mit Runenzeichen versehenen Schriftzug »Wotan« und einer Triskele auf dem Unterarm, findet sich dabei auf dem Oberarm auch das Kürzel »SA«. Nicht ohne Stolz berichtet Christian S. in den Verhandlungspausen auf die Tätowierungen angesprochen, von der Brutalität der »Sturmabteilungen« des NS Regimes. »Damals wurde noch kurzer Prozess gemacht« beginnt der 19 -Jährige zu schwärmen. »Ihr werdet noch von mir hören« Inwieweit die Relativierungen der politischen Dimension des Brandanschlages in Sittensen durch das Amtsgericht Zeven der zukünftigen »Persönlichkeitsentwicklung« von Christian S. zuträglich sind, erscheint zweifelhaft. Christian S., der das Urteil äußerlich unbeeindruckt vernahm, äußerte nach Beendigung des Prozesses Journalist_innen gegenüber, das er ursprünglich mit einer weitaus härteren Strafe gerechnet hatte. Die nun folgende Dauer der Haftstrafe werde er damit verbringen sich auf die Zeit nach seiner Haftentlassung vorzubereiten. Die Ausblendung der politischen Hintergründe lässt vor allem Fragen im Bezug auf die Schulungsarbeit des NPD Unterbezirks Stade unbeantwortet. Mehrfach sorgten militante Aktivitäten von Neonazis aus dem Zusammenhang des NPD Unterbezirks und dessen Schulungsarbeit in der Vergangenheit für Schlagzeilen, wie beispielsweise im Jahr 1999 als eine Gruppe Neonazis eine Flüchtlingsunterkunft in Kutenholz-Aspe überfielen. Die Angreifer waren wenige Stunden vor der Tat auf einer internen Schulungsveranstaltung der NPD Stade gewesen. Auch Malte B. aus den Reihen der NPD/JN Verden gehört zu dem Kreis von Neonazis, die mit Hilfe von Schulungsveranstaltungen im NPD Unterbezirk Stade zu neonazistischen Überzeugungstätern erzogen wurden. Inzwischen gilt Malte B. nicht nur im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten als einschlägig vorbestraft. Weniger bekannt dürften allerdings andere Aktivitäten des Verdener Neonazis sein. Malte B. gehörte in der Vergangenheit zu den neonazistischen Bewohnern des Heisenhofes in Dörverden. In den Garagen des geplanten »Schulungszentrums« des Hamburger Neonazis Jürgen Rieger soll das Mitglied der NPD/JN Verden Rohrbomben entwickelt und gefertigt haben. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2006 sollen auf dem Gelände in Dörverden Sprengversuche durchgeführt worden sein. Es blieb nicht nur bei den Versuchen. Auf ein in unmittelbarer Nähe des Heisenhofes liegendes Mahnmal, errichtet zum Gedenken an Zwangsarbeiter_innen während des zweiten Weltkrieges, wurde kurze Zeit nach den Sprengversuchen ein Bombenanschlag verübt. Durch die Detonation wurde ein Betonpfeiler des Mahnmals auseinander gerissen. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich, szeneinternen Angaben zufolge, um Malte B. handeln. Auch Christian S. berichtete in den Verhandlungspausen immer wieder von beabsichtigten Sprengstoffanschlägen. Im Anschluss an den Prozess und seiner Überführung in die JVA Hameln fand Christian S. vor den Türen des Amtsgerichtes Zeven dann noch Zeit für eine Zigarette. »Ihr werdet noch von mir hören« gibt Christian S. vor seiner Abfahrt in die JVA Hameln einigen Prozessbeobachter_innen mit auf den Weg. »Schneller als euch lieb ist, und es wird euch nicht gefallen«, so sein abschließender Kommentar. Eine Aussage die wohl der Wahrheit entspricht. Angesichts der »einsichtigen Äußerungen« des Angeklagten gegenüber dem Schöffengericht wurde Christian S. eine vorzeitige Haftentlassung in Aussicht gestellt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.09.13/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das Amtsgericht Zeven verurteilte am 09.09.2008 einen 19 Jährigen Neonazi aus dem niedersächsischen Sittensen zu drei Jahren Haft. Das damalige Mitglied des »NPD Unterbezirkes Stade«, hatte gemeinsam mit zwei weiteren Angeklagten, nach Gesprächen anlässlich der Gründung eines lokalen NPD Stützpunktes in Sittensen zwei Brandbomben in die Räumlichkeiten eines muslimischen Gebetshauses in Sittensen geworfen. In der Urteilsbegründung verwies das zuständige Amtsgericht Zeven einen politischen Hintergrund der Tat allerdings ausdrücklich in das Reich der Fabeln.","title":"»Beim nächsten Mal sind Politiker dran«"},{"city":"Nordhorn","content":" Zu einem Störversuch einer antifaschistischen Kundgebung durch eine zehnköpfige Gruppe Neonazis kam es am vergangenen Samstag. Die Nordhorner »Initiative GeRecht« (gegen Rechts) hatte zu dieser Versammlung im Nordhorner Stadtteil »Blanke« aufgerufen, nachdem es dort vermehrt zu neofaschistisch motivierten Übergriffen kam.\nIn unmittelbarer Nähe zu den beiden Gaststätten »zum Turm« und »Old Shatterhand«, welche Szenekenner_innen zufolge als Treffpunkte für die neofaschistische Szene dienen, nahmen etwa 120 Personen an der Protestkundgebung »gegen rechte Gewalt und Nazis auf der Straße« teil.\nBereits zu Beginn kam es zu einer ersten Störaktion durch den Nordhorner Peter W., welcher mit seinem Auto an den Kundgebungsplatz heranfuhr und laut Musik mit rassistischen Texten abspielte. W. ist Domaininhaber der kürzlich gegründeten Internetplattform »Grafschafter Widerstand«, in der vor allem gegen Migrant_innen und Menschen aus dem politisch linken Spektrum mobil gemacht wird. In seinem Nachbericht des Tages schrieb er: »Ich wünsche mir mal eine Veranstaltung gegen Ausländerkriminalität und für Deutsche Interessen an selber Stelle.«\nKurz darauf näherte sich eine zehnköpfige Gruppe Neonazis der Versammlung und postierte sich zunächst auf einem nahegelegenen Supermarktparkplatz, später auf dem Kundgebungsplatz selbst. Unter ihnen war auch der 20jährige Jens S. aus Wilsum. Auf dem Privatgelände seiner Eltern fand im Juni 2006 ein paramilitärisches Sommercamp statt, welches von der Kameradschaft »Freie Nationale Vechta« veranstaltet wurde. Auf dem Camp, unter anderem geleitet von Führungsaktivist_innen der Vereinsorganisation »Heimattreuen Deutschen Jugend« (HDJ), wurden Schießübungen durchgeführt und Hinrichtungen trainiert. Gegen S. und 25 weitere Teilnehmer_innen des Camps kam es daraufhin zu Hausdurchsuchungen, bei denen unter anderem ein umfangreiches Waffenarsenal beschlagnahmt wurde.\nErmittlungsverfahren wegen der »Bildung einer bewaffneten Gruppe« sowie wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz wurden eingeleitet. Auf dem Camp trug Jens S. ein T-Shirt der Gruppe »No Remorse« aus England, welche in ihrem Song »Barbecue in Rostock« die rassistisch motivierten Brandanschläge auf ein Flüchtlingsheim in Rostock-Lichtenhagen verherrlicht. Heute trug S. einen Pullover der neofaschistischen Kleidungsmarke »Consdaple«, welche sich in neofaschistischen Kreisen aufgrund der Buchstabenkombination »NSDAP« großer Beliebtheit erfreut. Außerdem war ein T-Shirt der britischen neofaschistischen Terrororganisation »Combat 18« zu sehen, das mit der Losung »C4 for Reds« beschriftet war. C4, ausgeschrieben »Composition Compound 4« ist ein Sprengstoff.\nWeiterhin war mit Kai t.B. auch eine Person anwesend, welche bereits an dem »Gedenkmarsch« für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess 2004 in Wunsiedel teilgenommen hatte.\nBereits in der Nacht vor der Veranstaltung verklebte eine Gruppe Neonazis im Kundgebungsbereich Aufkleber und Plakate mit neofaschistischen Inhalten und drohte alternativ aussehenden Jugendlichen Gewalt an, welche aber fliehen konnten.\nDie Polizei duldete die Gruppe Neonazis, welche sich vor allem dem Spektrum der Nordhorner Kameradschaft bzw. den »Autonomen Nationalisten Grafschaft Bentheim« (ANGB) zugerechnet werden, auf dem Kundgebungsplatz mit der Begründung, dass ihr rechtlich die Hände gebunden seien. Ein Ordnungshüter bemerkte, dass die Gruppe rechtlich als Teil der Versammlung gewertet werden würde und dass sie, sofern sie sich ruhig verhielte, auf dem Platz verweilen dürfe. Trotzdem wurde es den Ordner_innen nicht gestattet, die Gruppe von der Kundgebung zu verweisen. Erst nach ca. einer halben Stunde wurden dann doch Platzverweise gegen die Neofaschist_innen verteilt und die Kundgebung konnte ohne weitere Störungen beendet werden.\nNachtrag: Der Neonazi Patrick F. trug an diesem Tag ein T-Shirt mit der Aufschrift “Arische Bruderschaft” und zwei gekreuzten Handgranaten. Aufgrund dieses Motives kam es am 3.September bei dem Inhaber des “WB-Versandes”, Thorsten Heise aus dem thüringischen Fretterode, zu einer Hausdurchsuchung. Daraufhin war auf der Internetseite des Shops zu lesen: “Leider sind uns bei einer Hausdurchsuchung am 3.9.2008 alle Waren und Werbemitte, die Zeichen der Arischen Bruderschaft zeigen, trotz Rechtsgutachten beschlagnahmt worden! Wir bitten alle Kameraden die Handgranaten zur Zeit nicht öffendlich zu verwenden!” Herauszufinden, inwieweit Patrick F. sich mit dem öffentlichen Zeigen dieses Motivs strafbar gemacht hat, liegt jetzt an den Ermittlungsbehörden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.08.30/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Zu einem Störversuch einer antifaschistischen Kundgebung durch eine zehnköpfige Gruppe Neonazis kam es am vergangenen Samstag. Die Nordhorner »Initiative GeRecht« (gegen Rechts) hatte zu dieser Versammlung im Nordhorner Stadtteil »Blanke« aufgerufen, nachdem es dort vermehrt zu neofaschistisch motivierten Übergriffen kam.","title":"»Sie sind Teil der Versammlung«"},{"city":"","content":" Abgeschnitten von der Außenwelt, nahe der holländischen Grenze veranstalteten Neonazis im Juli 2006 im niedersächsischen Wilsum bei Nordhorn (Grafschaft Bentheim), ein paramilitärisches Übungslager. Angeleitet durch Mitglieder des als gemeinnützig eingetragenen Vereins »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« wurde hier der Kampf gegen »das marode System der BRD« trainiert. Unerwünschte Besucher waren weder vorgesehen noch zugelassen. Ein Wachposten, ausgerüstet mit Schlagwaffen und Feldtelefon kontrollierte die Zufahrtswege zum Gelände.\nZufällige Besucher hätten auch ohne die bewaffnete Wache schnell erkannt um was für eine Veranstaltung es sich hier gehandelt hat. Verlaufen musste sich niemand. Am Rand des Zeltlagers waren Hinweisschilder aufgestellt, welche den anreisenden Neonazis als Orientierungshilfe dienten. Zwei mögliche Richtungen standen dabei zur Auswahl. Um auf das Gelände zu gelangen, mussten die angereisten Besucher den Hinweisschildern »Wolfsschanze« sowie »Deutsches Reich« folgen. Ein weiterer Richtungspfeil mit der Aufschrift »BRD« wies den Orientierungslosen hingegen den Weg aus dem Zeltlager hinaus.\nDie Richtungspfeile gehörten zum Programm. Junge Männer in Tarnanzügen, vereinzelnd auch in Uniform und Freizeithemd der “Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.” übten dort das militärische Exerzieren. Strammstehen, die Blicke geradeaus und Aufstellen im Marschformation, immer begleitet von den wachsamen Blicken ihres Ausbilders Christian von Velsen, einem Führungsaktivist der »HDJ Einheit Hermannsland«.\nIm Fadenkreuz: Das Ziel ist klar umrissen #Die von den HDJ Aktivisten vermittelte Grundausbildung in Wilsumer Zeltlager beschränkte sich allerdings nicht allein auf die Verinnerlichung von militärischer Marschformationen. In einer »AG Luftgewehr« wurde den anwesende Neonazis, wiederum unter Leitung eines HDJ Aktivisten beim Zielschießen der Umgang mit Schusswaffen näher gebracht. Den erfolgreichsten Schützen wurde anschließend eine Urkunde überreicht. Zwar schossen die Teilnehmer_innen nur auf Papierscheiben, die überreichte Auszeichnung eröffnete den Schützen dann allerdings den Blick auf die eigentliche Zielsetzung ihres Trainings. Bei Betrachtung der Urkunde, auf welcher eine verzerrte antisemitische Karikatur mit einem darüber liegendem Fadenkreuz abgebildet war, blieben keine Fragen offen.\nDiese Auszeichnung erhellt die Frage wessen Geistes Kind die Ausbilder des »Sommerlagers« in Wilsum waren und wirft gleichfalls auch für Außenstehende Licht auf die Motivation hinter dem durchgeführtem Schießtraining. Die abgebildete Karikatur entspringt dabei keineswegs der Feder der Veranstalter. Die Zeichnung ist dem Cover des antisemitischen Propagandastreifens «Der ewige Jude« entlehnt. Ein Film der NS Diktatur, der später Teil der ideologischen Grundlage für die Vernichtung der Jüdischen Bevölkerung in Europa bilden sollte. Die Intention der von den HDJ Aktivisten in Wilsum vermittelten Inhalte scheint dabei ähnlich gelagert zu sein.\nDass diese beabsichtigte »Vernichtung der Jüdischen Bevölkerung in Europa« und eine antisemitische Grundhaltung ebenfalls zum heutigen ideologischen Unterbau der HDJ gehört, offenbart neben den Vorgängen während des paramilitärischen »Sommerlagers« bei Wilsum auch eine wenige Wochen später stattgefundene »Rasseschulung« der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.«. Als Referent der »Rasseschulung« trat der Greifswalder Biologiestudent Ragnar Dam, »Einheitsführer der HDJ Einheit Mecklenburg und Pommern«, in Erscheinung. Zu den Inhalten der »Schulungsveranstaltung«, an der auch Minderjährige teilnahmen, gehörte auch die Vorführung eben jenes antisemitischen NS-Propagandafilmes »Der ewige Jude«.\nAuch das Motto des im Juli 2006 unter Anleitung von HDJ Mitgliedern durchgeführten Zeltlagers bei Wilsum nimmt Bezug zur menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus. Der zynische Titel des »Sommerlagers« lautete »Leben ist Kampf«. Bereits im Jahr 1937 erschien in der NS-Diktatur ein gleichnamiges Machwerk namens »Alles Leben ist Kampf«. Als Auftraggeber der Filmproduktion trat dabei das »Rassepolitische Amt« in Erscheinung. Der Propagandafilm, welcher insbesondere für die geistige Ausbildung vom Mitgliedern der »Hitler Jugend« und des »Bund Deutscher Mädels« ausgelegt war, diente der Rechtfertigung der Euthanasie »unwerten Lebens«.\nAuch Mediziner in der NS Diktatur benutzten zur Rechtfertigung des Massenmordes und der industriellen Vernichtung von Menschenleben das Motto »Alles Leben ist Kampf«. In einer Veröffentlichung des NS-Ärtzebundes heiß es: »Ratten, Wanzen und Flöhe sind auch Naturerscheinungen, ebenso wie die Zigeuner und Juden. Sie sind daher gleichfalls gottgewollte Wesen, aber man kann sie ebenso wenig durch rücksichtsvolle Behandlung bessern oder beim Zusammenleben von uns fernhalten wie entartete Asoziale und unnormale ichsüchtige, kriminell-hemmungslose Menschen. Alles Leben ist Kampf. Wir müssen daher alle diese Schädlinge biologisch allmählich ausmerzen.«\nVielfältige Vorbereitungen auf den Ernstfall #Während im paramilitärischen Zeltlager, unter Anleitung von HDJ Aktivisten und dem Motto »Leben ist Kampf« auf den Lippen, mit Schusswaffen hantiert wurde, ging eine weitere »Arbeitsgruppe« unter der Leitung des niedersächsischen HDJ-Aktivisten Christian Fischer anderen Aufgaben nach. In einem nahe gelegenen Waldstück wurde das Anlegen von kleinen militärischen Verschanzungen und Bunkern trainiert. Schließlich ging es nach Selbsteinschätzung der Veranstalter um die Zukunft. Die Teilnehmer sollten laut einer später im Internet veröffentlichten Stellungnahme »lernen wie man in freier Natur überleben kann«. Den dort veröffentlichten Angaben der Organisatoren zu Folge »wollte man den jungen Nationalisten vor allem neue Kraft geben, um sich dem maroden System der BRD weiterhin entgegen zu stellen«.\nWie dies in die Tat umgesetzt werden soll, zeigen auch Fotografien, die im Zeltlager entstanden und bereits wenige Wochen später innerhalb der ostfriesischen Neonaziszene kursierten bis sie schließlich an die Öffentlichkeit gelangten. Die Palette der Aufgabenstellungen, welche die Ausbilder ihren Schützlingen abverlangten, erscheint dabei recht umfangreich. Auch der Umgang mit dem politischen Gegner wurde klar und kurz vermittelt. Für ein nachgestelltes Hinrichtungsszenario wurde dazu anschaulich der Kopf eines fingierten Opfers mit Hilfe einer Astgabel fixiert. Mitglieder der von Christian Fischer geleiteten »Arbeitsgemeinschaft« trainierten daraufhin Enthauptungsszenarien mit Hilfe einer mitgeführten Machete und eines Klappspatens.\nKämpferische Inhalte wie diese, wurden den zum Teil minderjährigen Teilnehmer_innen im Verlauf der Veranstaltung permanent vor Augen geführt. »Disziplin und Kameradschaft« sollte »den Aktivisten vermittelt werden«, so zumindest das im Nachhinein veröffentlichte und proklamierte Ziel. Zu diesem Zweck bedienten sich die Organisatoren auch bestimmten, subtil wirkenden Propagandaelementen. An den Eingängen zu den Unterkünften im Zeltlager wurden dazu Namensschilder angebracht. Die angereisten Teilnehmer_innen konnten bei der Wahl des Schlafplatzes entscheiden, ob sie sich eher der »Leibstandarte« oder der »Hitlerjugend« verbunden fühlten. Damit war die Auswahl der Zugehörigkeit dann auch bereits erschöpft. Ein weiteres Zelt mit der Bezeichnung »Führerhauptquartier« war der Lagerung von Proviant und Materialien vorbehalten.\nDie »Heimattreue Deutsche Jugend« und politische Konditionierung #Inwieweit dieses Vorgehen der »Disziplin« der Teilnehmer zuträglich ist, erschließt sich außen stehenden Beobachterinnen eventuell nicht auf den ersten Blick. Im Zusammenhang der Aktivitäten im Zeltlager sind diese Bezeichnungen der Mannschaftszelte allerdings mehr als nur ein schlechter Scherz. Solch Vorgehen erfüllt bestimmte und beabsichtigte Funktionen. Unterschwellige Konditonierung mit Propagandainhalten dieser Machart dient in erster Linie der Festigung von jungen Neonazis an die eigene Szene. Zwar handelte es sich bei den Zielobjekten der Konditionierung in Wilsum nicht um Pawlowsche Hunde, aber angewandte Verhaltensforschung ist nicht auf schwanzwedelnde Vierbeiner beschränkt.\nZu Beginn des vorangegangen Jahrhunderts nutzte der russische Verhaltensforscher Iwan Petrowitsch Pawlow für Experimente diese später nach ihm benannte Hunde. Für seine Forschungen setzte der Wissenschaftler die Tiere einer Vielzahl von bestimmten Reizen aus. Die Hunde wurden nach durchgeführten Versuchsreihen von Pawlow unter anderem darauf dressiert das Ertönen einer Glocke mit der Einnahme von Futter in Verbindung zu bringen. Auf diesem Prinzip der Pawlowschen Experimente basiert eine später entwickelte Verhaltenstherapie, bei der Patienten kontrolliert mit bestimmten Situationen oder Zusammenhängen konfrontiert werden. Das hierbei beabsichtigte Ziel ist es mit bestimmten Reizen bestimmte Reaktionen auszulösen.\nDie organisatorischen Kräfte der »Heimattreuen Deutschen Jugend« in Wilsum konfrontierten ihre mitunter minderjährigen Schützlinge ebenfalls mit bestimmten Reizen und Inhalten. Begonnen hat die subtil eingesetzte Konditionierung bereits bei der Überschreitung der Lagergrenze. Die Richtungspfeile deuteten es an. Hier ist der Mensch nicht mehr im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Die hier Anwesenden befinden sich in einem selbst errichteten Mikrokosmos namens »Deutsches Reich«, mit nationalsozialistischer Prägung.\nDie beabsichtigten Ziele dieser Maßnahmen politischer Konditionierung sind offensichtlich. Mit der Hinwendung auf nationalsozialistische Inhalte sollen zuallererst Hemmschwellen zum Nationalsozialismus abgebaut werden. Zum anderen soll sich als folgender Schritt ein direkter Bezug entfalten. Das spielerische Erleben dient dabei der positiven Verinnerlichung.\nAnwesende Teilnehmer werden mithilfe eines schleichend wirkenden Vorgehens dahingehend konditioniert. Zu Beginn wird dem Begriff »Leibstandarte« der negative Inhalt entzogen. Dies geschieht mit der Einquartierung im fiktiven Mannschaftszelt der besagten SS-Division. Versteht sich der Zeltinsasse erstmal als Teil der »Leibstandarte« ist es ein leichtes den Begriff mit positiven Inhalten aufzuladen und dies dem politischen Nachwuchs in die Gehirnwindungen einzustanzen. Ein Vorgehen welches die HDJ einen Monat später ebenfalls während eines HDJ-Zeltlagers im nordrhein-westfälischen Fromhausen anwendete. Lediglich die Bezeichnungen wurden verändert. Uniformierte Kleinkinder bezogen in Fromhausen dann Quartier im »Führerbunker«.\n»Kenntnisse und Grundlagen für die Zukunft« #Im Verlauf des »Sommerlagers« bei Wilsum wurden allerdings nicht nur die Eingänge zu den Zelten mit neofaschistischer Propaganda versehen. Entsprechende Botschaften fanden sich im gesamten Zeltlager. Dazu gehörte auch die Parole: »Räder müssen rollen für den Sieg«. Dabei handelte es sich um den Titel einer Propagandakampagne der Reichsbahn aus dem Jahr 1942, mit welcher die Nachschubprobleme der Wehrmacht im »Russlandfeldzug« thematisiert und beendet werden sollte. Damit nicht genug. Auf einem Fass im Zeltlager wurde mit Kreide der Ausdruck »Entlausungsmittel« hinterlassen. Eine perfide Anspielung und Verharmlosung der industriellen Vernichtung der Juden in Europa während des zweiten Weltkrieges.\nMit dem Begriff »Entlausungsmittel« ist das als Schädlingsbekämpfungsmittel hergestellte »Zyklon B« gemeint. Das Blausäuremittel fand Verwendung in den Gaskammern der NS-Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau. Um für das faschistische NS-Regime entlastend zu wirken, verwendet ein Teil der bundesdeutschen Neonaziszene heutzutage den Ausdruck »Entlausungsmittel«. Ein Ausdruck der sich schlussendlich weniger negativ in den Gehörgängen niederschlagen soll, als etwa die Bezeichnung »Giftgas«.\nDie von den HDJ Aktivisten beabsichtigte spielerische Verwendung von antisemitischen Begrifflichkeiten im Wilsumer Ausbildungslager besitzt die selbe politische Intention wie bereits die Willkommensschilder. Bei solchem Vorgehen ist nachvollziehbar warum der Massenmord an den europäischen Juden, Oppositionellen, Kriegsgefangenen sowie Sinti und Roma innerhalb der Neonazisszene zu einem schlechten von den Ausbildern der HDJ in Wilsum wohl durchaus beabsichtigten Scherz verkommt.\nTraining für den politischen Kriegszustand #Zu den während des paramilitärischen Lagers vermittelten »Kenntnissen und Grundlagen für die Zukunft« gehörte auch der direkte Feindkontakt. Eine gründliche Ausbildung bedarf mehr als nur der bloßen Theorie. Im Verlauf der Nacht erklang im Wilsumer Zeltager ein Warnruf. Die vor einigen Minuten noch schlafenden Neonazis stürzten und stolperten daraufhin aus den Eingängen ihrer Unterkünfte. Das Zeltlager wurde angegriffen. Leuchtspurgeschosse flogen über den Nachthimmel. Die Angreifer feuerten aus dem Dickicht eines angrenzendem Feldes auf die schlaftrunkenen Neonazis.\nIm Durcheinander ertönte der Ruf »Die Linken greifen an« - Schlagwaffen wurden ergriffen. Ein Beil, welches wenige Stunden zuvor noch beim Holzhacken Verwendung gefunden hatte, wurde nun kurzerhand zur Angriffswaffe umfunktioniert. Angetrieben von ihren Ausbildern gingen die Jugendlichen zum Gegenangriff über. In Kleingruppen bewegten sie sich in Richtung der vermeintlichen Aggressoren.\nBei dem Vorfall handelte es sich keineswegs um eine völlig überraschend eingetretene Situation. Einige Stunden zuvor fand im Zeltlager diesbezüglich eine Ansprache der Organisatoren statt. Politische Gegner seien im Umfeld des Zeltlagers gesichtet worden und würden eine Angriff auf das Lager planen, hieß es dort. Die Situation innerhalb des Zeltlagers war dementsprechend angespannt.\nAls sich in der Nacht die ersten Neonazis dem Unterholz und den darin vermuteten Angreifern näherten, wurde das Schauspiel allerdings jäh unterbrochen. Sichtlich erfreute Ausbilder riefen ihre losgelassenen Schützlinge zum Stillstand und zur Rückkehr. Als auch die letzten Neonazis sich wieder auf dem Lagerplatz eingefunden hatten, wurde ihnen eröffnet das es sich bei dem Vorfall um eine geplante Übung gehandelt hatte. Ein militärisches Manöver, denn einen wirklichen Angriff hat es in dieser Nacht nicht gegeben. Die Leuchtspurmunition wurde durch die eigenen Leute abgefeuert, welche sich im angrenzenden Feld versteckt hielten.\nNachdem die ausgerückten Neonazis im Bezug auf feindliche Unternehmungen kurzerhand desillusioniert wurden, analysierten und bewerteten die Ausbilder um das HDJ Mitglied Christian von Velsen das Vorgehen. Nach Beendigung der Manöverkritik bezogen die noch vor wenigen Minuten herbeigeeilten wieder Quartier in den Zelten. Zu größeren Kollateralschäden durch »friendly fire« kam es bei den nächtlichen Vorgängen nicht. Allerdings hätte ein Blick auf ein weiteres Waldstück am Rand des Zeltlagers hingegen die vorherrschende Freude der Organisatoren vermutlich geschmälert. Die Erkenntnis das sich tatsächlich unerwünschte Beobachter_innen in ihrer direkten Umgebung aufgehalten haben könnten, hätte hier wohl einiges an Bestürzung hervorgerufen.\nInwieweit die Ausbildung im neofaschistischen Zeltlager nahe Wilsum zum politischen und militärischen Verständnis der dort anwesenden Neonazis beitrug, zeigen auch die Ergebnisse von anschließenden Hausdurchsuchungen bei Teilnehmer_innen des »Sommerlagers«. Am 26.04.2007 wurde während einer großangelegten Polizeiaktion, neben Propagandamaterialien, auch ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt.\nDas Zeltlager war jedoch nicht darauf beschränkt einen Spielplatz für Kriegsromantiker zu bieten. Das paramilitärische Treiben unter tatkräftiger Anleitung von Mitgliedern der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« zeigt welche aggressiv-kämpferischen Absichten die Mitglieder der Gruppierung verfolgen. Als mutmaßliche Ersatzorganisation der 1994 verbotenen »Wiking Jugend«, welche Kinder nach dem Vorbild der »Hitler-Jugend« ausbildete, dient die »gemeinnützige« HDJ als derzeitig wichtigste neofaschistische Ausbildungsstätte. Hier werden bereits Kinder im Zeichen nationalsozialistischer und antisemitischer Ideologien nach einem »Führerprinzip« für einen von ihnen in Reden herbei gewünschten »freien deutschen Volksstaat« autoritär erzogen. Die ähnlich lautende Zielsetzung der HJ wurden 1938 von Adolf Hitler in einer Rede folgendermaßen umrissen: »Und dann kommt eine neue deutsche Jugend, und die dressieren wir schon von ganz kleinem an für diesen neuen Staat«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.08.27/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Abgeschnitten von der Außenwelt, nahe der holländischen Grenze veranstalteten Neonazis im Juli 2006 im niedersächsischen Wilsum bei Nordhorn (Grafschaft Bentheim), ein paramilitärisches Übungslager. Angeleitet durch Mitglieder des als gemeinnützig eingetragenen Vereins »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« wurde hier der Kampf gegen »das marode System der BRD« trainiert. Unerwünschte Besucher waren weder vorgesehen noch zugelassen. Ein Wachposten, ausgerüstet mit Schlagwaffen und Feldtelefon kontrollierte die Zufahrtswege zum Gelände.","title":"HDJ – Kämpferischer Nationalsozialismus als Prinzip"},{"city":"","content":" Die schrillen Laute einer Trillerpfeife durchschneiden die Stille in dem kleinen Bergtal. Kommandos werden gebrüllt um kurz darauf wieder von dem Geräusch der Trillerpfeife abgelöst zu werden. Durch die Zeltreihen bewegen sich Jugendliche - gekleidet in Uniform. Die Älteren hier tragen Rangabzeichen. Mit Ausnahme der zum Teil minderjährigen Jugendlichen erweckt das Szenario, das sich über die Pfingstage 2008 in der Nähe der sächsischen Gemeinde Hausdorf abspielte, den Eindruck eines militärischen Feldlagers. Auch hier, bei dem diesjährigen Pfingstlager der »Heimattreuen Deutschen Jugend«\u003e(HDJ) wurden Soldaten ausgebildet - politische Soldaten.\nEiner der hier zum militärischen Drill von Jugendlichen die Kommandos gibt, ist Christian von Velsen. Der Neonazi aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte (Kreis Osnabrück) gilt als einer der wichtigsten Nachwuchskader der neofaschistischen Vereinsorganisation. Aus seiner politischen Gesinnung macht das Mitglied der »HDJ Einheit Hermannsland« dabei kein Geheimnis. Als Redner, während einer Kundgebung der NPD im niedersächsischen Vechta im Frühjahr 2008, erteilte von Velsen der Demokratie eine Absage und forderte in seinen Ausführungen hingegen lautstark die Errichtung eines »Führerstaates«.\nDass sich Christian von Velsen selbst zu solchen Führungsaufgaben berufen fühlt, zeigen auch Vorkommnisse im Juni 2006 während eines paramilitärischen Übungslagers von militanten Neonazis in Wilsum (Grafschaft Bentheim). Unter seiner Anleitung wurde dort den mitunter minderjährigen Teilnehmern bei Schießübungen der Umgang mit Schusswaffen nähergebracht. Es kam zu Scheinhinrichtungen. Zur unterschwelligen Vermittlung nationalsozialistischer Inhalte wurden an den Unterkünften des Zeltlagers Namensschilder befestigt. Zelte der »Hitlerjugend« oder der »Leibstandarte« standen dabei zur Auswahl.\nBei einem wenige Wochen später stattgefundenen »Sommerlager« der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« im nordrhein-westfälischem Fromhausen wurde ein ähnliches Vorgehen gewählt. Lediglich die Bezeichnungen änderten sich. Die uniformierten Kinder und Jugendlichen wurden dort im »Führerbunker« einquartiert. Auch hier erteilte Christian von Velsen Anweisungen an seine jugendlichen Schützlinge. Ihm zur Seite stand Christian Fischer aus dem niedersächsischen Vechta. Fischer gehörte zu den Organisatoren einer »HDJ-Rasseschulung«, welche im Mai 2008 für Schlagzeilen und Hausdurchsuchungen in mehreren Bundesländern sorgte. Als Referent trat damals der Biologiestudent Ragnar Dam aus Greifswald in Erscheinung. Ragnar Dam ist Anführer der »HDJ-Leitstelle Nord«, einem Dachverband der norddeutschen HDJ Einheiten.\nZu den Ausbildern in Fromhausen gehörten auch Mitglieder der »HDJ-Einheit Niedersachsen«. Als Einheitsführer tritt dabei Alf Börm aus dem niedersächsischen Handorf in Erscheinung. Alf Börm gilt als umtriebiger und überzeugter HDJ Aktivist. So gehörte er im Juni 2007 zu den Organisatoren eines HDJ Zeltlagers im niedersächsischen Ausbergen. Eine Hundertschaft der Polizei beendete das Zeltlager allerdings damals bereits nach wenigen Stunden. Die angereisten Teilnehmer wichen daraufhin ins sogenannte »NPD Heim« im nahe gelegene Georgsmarienhütte aus.\nBei dem im Mai 2007 stattgefundenen »HDJ Pfingslager« war Börm ebenfalls zugegen. Ursprünglich sollte das jährlich stattfindende Pfingstlager im hessischen Hofgeismar, im Kreis Kassel stattfinden. Nach Intervention der Kriminalpolizei wich die HDJ kurzerhand ins niedersächsische Eschede aus. Die Wahl des Ausweichortes fiel beileibe nicht zufällig auf die kleine Gemeinde in der Lüneburger Heide. Hier finden bereits seit Jahren Veranstaltungen der norddeutschen Neonaziszene statt.\nVölkisch-neonazistische Jugendarbeit besitzt innerhalb der Familie Börm eine gewisse Tradition. Bei dem Vater von Alf Börm handelt es sich um Manfred Börm, den ehemaligen niedersächsischen Gauführer der 1994 durch das Bundesministerium des Inneren verbotenen »Wiking-Jugend« (WJ). Heute ist Manfred Börm im NPD Bundesvorstand vertreten und zuständig für die Leitung der parteieigenen Schutztruppe, den »NPD-Bundesordnerdienst«. Manfred Börm war ebenfalls im Mai 2007 in Eschede zugegen und koordinierte dort sogar zeitweise die eingesetzten Wachposten der HDJ, welche wie der 58jährige Börm ebenfalls allesamt im NPD Bundesordnerdienst tätig sind.\nErsatzsorganisation der Wiking Jugend? #Die Familie Börm ist nicht die einzige Überschneidung der HDJ zur verbotenen »Wiking-Jugend«. Die Liste der personeller Überschneidungen ist lang. So ist auch der derzeitige Bundesvorsitzende der HDJ, Sebastian Räbiger, seit vielen Jahren mit nationalsozialistischer Jugendarbeit vertraut. Bis zum Verbot der WJ war Räbiger Gauleiter der »Wiking-Jugend« in Sachsen. Ähnlich verhält es sich mit den ehemaligen WJ-Aktivisten Stefan Köster und Udo Pastörs. Die derzeitigen Abgeordneten der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern treten nun bei Veranstaltungen der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« in Erscheinung.\nAuch Thorsten Heise, derzeitiges NPD-Bundesvorstandsmitglied und Referent bei HDJ Veranstaltungen, wie am 31.03.2007 im thüringischen Pfersdorf, trug vor einigen Jahren noch die Uniform der »Wiking-Jugend«. Eine weitere personelle Überschneidung führt das Amt für Verfassungsschutz in Brandenburg ins Feld. Der Berliner Rechtsanwalt Wolfram Narath wird dort, als »führender Kopf, der vor allem aus dem Hintergrund agiert« bezeichnet. Eine Anmerkung die aufhorchen lässt. Bei Wolfram Narath handelt es sich um den ehemaligen Bundesvorsitzenden der »Wiking-Jugend«.\nNeben den Personellen existieren weitere Überschneidungen zwischen HDJ und »Wiking-Jugend«. Ebenso wie bei der verbotenen »Wiking-Jugend« verwenden beispielsweise auch die Mitglieder der »Heimattreue Deutsche Jugend e.V« sogenannte Pfeifenschnürre zur Kennzeichnung von Funktionsträgern. Ein Verfahren welches lange Jahre vor der »Wiking-Jugend«, zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur schon der »Bund deutscher Mädels« (BDM) praktizierte. Auch bei dem Freizeithemd der HDJ handelt es sich um eine fast exakte Kopie des Freizeithemdes der »Wiking-Jugend«.\nÄhnlich verhält es sich mit der Odalrune, dem Erkennungszeichen der »Wiking-Jugend«. Das Vereinszeichen der verbotenen »Wiking-Jugend« findet sich dabei nicht nur als Organisationszeichen in den Vereinsunterlagen der HDJ wieder. Als am 07.08.2008 ein Zeltlager der HDJ, in der Nähe der Gemeinde Hohen Strenz (Landkreis Güstrow) von Einsatzkräften der Polizei aufgelöst wurde, stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Auf den beschlagnahmten Gegenständen des HDJ Zeltlagers fanden die Einsatzkräfte der Polizei nicht nur mit Hakenkreuzsymbolik beschmierte Gegenstände- auch die Odalrune wurde dabei festgestellt. Und auf dem Hof des HDJ-Anführers Börm ziert das Runenzeichen weithin sichtbar einen Fachwerkgiebel.\nHDJ - Trotz Uniformierungsverbot nicht tot! #Das am 07.08.2008 aufgelöste HDJ Zeltlager im Landkreis Güstrow sorgte für bundesweites Aufsehen. Nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern wird nun der Ruf nach einem Verbot der neonazistischen Vereinsorganisation lauter. Der niedersächsische SPD Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy, bis zum Jahr 2005 Sprecher der »Arbeitsgruppe Rechtsextremismus« der SPD Fraktion und derzeitiger Vorsitzender des Bundestags-Innenausschusses, forderte Innenminister Schäuble vergangene Woche dazu auf »vom Vereinsrecht Gebrauch zu machen« um mit einem Verbot, der laut Edathy »widerwärtigen Organisation«, das Handwerk zu legen.\nInwieweit die neuerlichen Forderungen nach einem Verbot der HDJ Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Mit der politischen Bewertung der HDJ scheinen sich die Ermittlungsbehörden, allen voran der Verfassungsschutz, hingegen noch schwer zu tun. So findet die »Heimattreue Deutsche Jugend e.V.« beispielsweise im niedersächsischen Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2007 keinerlei Erwähnung- trotz mehrerer in dem Bundesland durchgeführter Zeltlager.\nVon rechtlichen Schritten gegen ihre Organisation zeigen sich die Mitglieder der HDJ bislang nur wenig beeindruckt. So wird ein im November 2007 durch das Bundesministerium des Inneren erlassenes Uniformierungsverbot durch Mitglieder der HDJ ohne nennenswerte Konsequenzen bisher weitestgehend ignoriert. So auch am 21.06.2008 in Preußisch-Ströhen während eines HDJ Zeltlagers im niedersächsischen Grenzgebiet zu Nordrhein-Westfalen.\nÄhnliches spielte sich zuvor während des »HDJ-Pfingslagers«, am 10.05.2008 in der Nähe der sächsischen Gemeinde Hausdorf, ab. Auch hier waren die HDJ Mitglieder uniformiert. Im Verlauf des Zeltlagers brach ein minderjähriges Mitglied der HDJ nach einem Geländemarsch zusammen und musste durch einen Notarzt ambulant versorgt werden. Eintreffende Polizeikräfte, welche sich daraufhin im Zeltlager umsehen wollten, wurden durch die Wachposten der HDJ am Betreten des Zeltlagers gehindert und zogen sich daraufhin zurück.\nEinen Monat davor, am 26.04.2008 bot sich Beobachtern während eines sogenannten »Pimfplagers« im sächsischen Limbach das gleiche Schauspiel. Alarmierte Polizeibeamte wurden durch uniformierte HDJ Mitglieder des Grundstücks verwiesen. Der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo erklärte in einer anschließenden Sitzung des Innenausschusses, dass im Verlauf des HDJ Lagers in Limbach keine Uniformierung festgestellt wurde. Durch Journalist_innen im Verlauf des HDJ Lagers angefertigte Fotographien beweisen hingegen das Gegenteil.\nDerzeitig ist das Bundesminesterium des Innern noch bemüht eine mögliche Verfassungsfeindlichkeit, der als gemeinnütziger Verein angemeldeten HDJ festzustellen um ein entsprechendes Verbotsverfahren zu begründen. Auf die Frage der Verfassungsfeindlichkeit gibt die HDJ, zumindest intern selber bereitwillig Auskunft. Während einer HDJ Veranstaltung im Jahr 2005 bringt es der Gastredner Ralf Tegenthoff auf den erhellenden Punkt: »Dieses System ist ein Fehler und wir sind angetreten dieses System abzuschaffen und durch einen freien deutschen Volksstaat zu ersetzen.«","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.08.21/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die schrillen Laute einer Trillerpfeife durchschneiden die Stille in dem kleinen Bergtal. Kommandos werden gebrüllt um kurz darauf wieder von dem Geräusch der Trillerpfeife abgelöst zu werden. Durch die Zeltreihen bewegen sich Jugendliche - gekleidet in Uniform. Die Älteren hier tragen Rangabzeichen. Mit Ausnahme der zum Teil minderjährigen Jugendlichen erweckt das Szenario, das sich über die Pfingstage 2008 in der Nähe der sächsischen Gemeinde Hausdorf abspielte, den Eindruck eines militärischen Feldlagers. Auch hier, bei dem diesjährigen Pfingstlager der »Heimattreuen Deutschen Jugend«\u003e(HDJ) wurden Soldaten ausgebildet - politische Soldaten.","title":"HDJ - Trotz Uniformverbot nicht tot"},{"city":"Hradec Krávolé (CZ)","content":" Im kleinen Bahnhof der tschechischen Stadt Hradec Králové weht die weiße Fahne der tschechischen Neonazi-Partei »Delnická strana«. Die Fahne mit dem roten Zahnrad und dem Namenkürzel bildet den Anziehungspunkt für die rund 280 tschechische, slowakische sowie rund 20 deutsche Neonazis, welche sich in den Mittagsstunden in dem Bahnhofsgebäude aufbauen. Bis zum frühen Nachmittag versammelten sich, die zum Großteil kahl rasierten jungen Männern um das Banner, um an einem von der Stadtverwaltung für illegal erklärten Aufmarsch der derzeitig wichtigsten tschechischen Neonazipartei teilzunehmen.\nUrsprünglich sollten bei der Veranstaltung, welche unter dem Motto »den svobody« (»Tag der Freiheit«) stand, mehrere Neonazi-Bands und Redner auftreten. Jedoch wurde die Veranstaltung, nachdem der Mietvertrag für das Gelände durch die Stadtverwaltung aufgekündigt wurde, seitens der lokalen Behörden untersagt. Geplant war eine Veranstaltung in einem Amphitheater nahe der ca. 80 Kilometer von Prag entfernt gelegen Stadt. Beworben wurden die «Feierlichkeiten« bereits seit Wochen- auch von deutschen Neonazis. So waren, im Rahmen der Veranstaltung auch Vertreter_innen der neonazistischen NPD und des militanten »Kameradschaftsspektrums« mit Redebeiträgen angekündigt.\nNeben den Redebeiträgen war ebenfalls der Auftritt von vier neonazistischen Musikgruppen vorgesehen. Als Überraschungsgast angekündigt: Ken McLellan, Sänger der »Blood \u0026 Honour« Band »Brutal Attack«. Ähnlich wie beim jährlich in der Bundesrepublik Deutschland stattfindenden »Fest der Völker«, wo unter anderem »Blood \u0026 Honour« Aktivisten aus dem europäischen Umland zusammenkommen, sollte die Veranstaltung der Vernetzung europäischer Neofaschisten dienen.\nDie kurzfristige Untersagung der Veranstaltung durch die tschechischen Behörden hinderte die angereisten Neonazis nicht daran eine Ersatzveranstaltung im Innenstadtbereich von Hradec Králové durchzuführen. Obwohl die Kundgebung nicht genehmigt wurde, zogen gegen 15:00 Uhr rund 280 Neonazis in einem Aufmarsch zum späteren Kundgebungsort. Begleitet wurde sie durch eine Hundertschaft der tschechischen Polizei. Unter den zum Teil vermummten Aufmarschteilnehmer_innen befanden sich auch Mitglieder aus dem Spektrum der sogenannten tschechischen »Autonomen Nationalisten«. Den weitaus größten Teil der angereisten Neonazis stellen allerdings neonazistische Skinheads aus Tschechien und der Slowakei.\nEin Aufmarsch für 204,69 Euro #Als Folge des Aufmarsches erhielt der Anmelder der ursprünglich als »Tag der Freiheit« geplanten Veranstaltung, Thomas Vandas, seines Zeichens Vorsitzender der »Delnická Strana« einen Bußbescheid der Stadverwaltung von Hradec Králové. Sonderlich stören dürfte ihn die Strafe von rund 5000 tschechischen Kronen, umgerechnet 204,69 Euro, nicht. Gemeinsam mit Jiri Stépánek einem weiteren Parteifunktionär der »Delnická Strana« nutze Thomas Vandas hingegen diese Gelegenheit um anwesenden tschechischen Journalist_innen bereitwillig Auskunft über die Ziele seiner Partei zu geben.\nBei der anschließenden Kundgebung auf einem kleinen Vorplatz in Hradec Králové machten Thomas Vandas sowie Jiri Stépánek mit Redebeiträgen ihren Unmut über das Vorgehen der tschechischen Behörden Luft. Neben den Vertretern der »Delnická Strana« traten während der Kundgebung auch deutsche Neonazis in Erscheinung. So hielt der bereits im Vorfeld angekündigte Per Lennart Aae, Mitarbeiter der sächsischen NPD Fraktion ebenfalls einen Redebeitrag. Mit seinen Ausführungen gegen den »EU-Monsterstaat« und dem antisemitisch motivierten Verweis auf »die drohende Weltherrschaft der Hochfinanz« erntete das NPD Mitglied tosenden Beifall der Zuhörer_innen.\nAuch Katrin Köhler, Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Chemnitz störte sich nicht am Charakter der Veranstaltung. Angekündigt wurde Köhler im Vorfeld als Vertreterin des »Ring Nationaler Frauen« (RNF), einer Frauenorganisation der neonazistischen NPD in Deutschland. Ebenso wie Per Lennart Aae legte die langjährige Neonaziaktivistin in ihrem Redebeitrag einen Schwerpunkt auf antisemitische Inhalte. Sie forderte »Alle national denkenden und handelnden Menschen in Europa müssen zusammenhalten, um einen starken Gegenpol zum internationalen Hochfinanzkapital zu bilden«.\nCarola Holz, die derzeitige Vorsitzende des NPD Landesverband von Sachsen-Anhalt und Aktive im »Ring Nationaler Frauen« (RNF) überbrachte für ihren NPD-Landesverband »die besten Kampfesgrüße« und forderte ein »Europa der Vaterländer«, welches der Globalisierung und »Pan-Amerikanisierung Europas« die »Stirn bieten« müsse. Neben Carola Holz trat ein Vertreter der deutschen Kameradschaftsszene an das Megaphon der sich als Kamerad aus Dortmund vorstellte. Auch dieser schlug in die gleiche antisemitische Kerbe wie bereits seine Vorreder_innen und hetzte gegen die »Fremdherrschaft der USA, die wiederum nur dem Lebensinteresse Israels dienen durch ihre unglaubliche Macht, die sie unter anderem durch ihr Weltfinanzsystem aufgebaut haben«. Danach rief er die Anwesenden zu einer Schweigeminute für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß auf und zitierte dabei aus dessen Schlußwort im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess: »Ich bereue nichts«.\nIm weiteren Verlauf des Tages kam es zu einem Treffen von Vertretern der tschechischen »Delnická strana« und der deutschen NPD, die in Zukunft ihre Zusammenarbeit intensivieren wollen. Ab Anfang September diesen Jahres planen beide Parteien in mehreren Zusammentreffen »die Erfahrungen und Strategien der politischen Arbeit« auszutauschen und zu vertiefen. Der an den Gesprächen beteiligte Mitarbeiter des »Deutsche Stimme\u003c«-Verlags Sven Schwerdtfeger soll hierbei gemeinsam mit Dr. Olaf Rose und Karl Richter ein Seminar zu »politischen Fragen« leiten. Dr. Olaf Rose gehört seit 2008 dem Bundesvorstand des NPD an, ist seit den 90er Jahren im Vorstand der »Gesellschaft für freie Publizistik« aktiv und tritt auch im Zusammenhang mit der neofaschistischen Kontinent-Europa-Stiftung auf. Der aus München stammende Karl Richter sitzt dort für die »Bürgerinitiative Ausländerstopp\u003c«im Stadtrat, ist für diverse neofaschistische Publikationen als Autor aktiv und Mitglied des Beratergremiums der Sächsischen Landtagsfraktion der NPD. Richter hatte 2004 für Schlagzeilen gesorgt, als er als Statist in Bernd Eichingers Film »Der Untergang« mitwirkte und sich im Nachhinein über die »a\u003euthentische Atmosphäre« gefreut hatte.\nOffizieles »Heß Gedenken« in Deutschland ausgefallen #Im Vorfeld der Veranstaltung im tschechischen Hradec Krávolé wurde vermutet, das deutsche Neonazis die Veranstaltung in Tschechien als Ersatzveranstaltung für einen in Deutschland verbotenen »Rudolf Heß Marsch« nutzen würden. Seit 2005 sind diesbezügliche Aufmärsche in der Bundesrepublik verboten. An dem Verbot änderte sich im Jahr 2008 nur wenig. Auch eine von Jürgen Rieger als Privatveranstaltung angemeldete Gedenkfeier in einem Landgasthof im bayrischen Warmensteinach, für welchen er als möglicher Käufer gilt, wurde untersagt. Ein daraufhin von Udo Sieghart, Vorsitzender der NPD Hof/Wunsiedel, in Sonneberg bei Coburg angemeldeter Aufmarsch wurde vom zuständigen Landratsamt ebenfalls verboten.\nDie bundesdeutsche Neonaziszene führte nach Bestätigung des Verbotes in etlichen Städten Spontanaktionen durch. Im niedersächsischen Braunschweig marschierten rund 50 Neonazis von NPD und des militanten Kameradschaftsspektrums durch die dortige Innenstadt. Im rheinland-pfälzischen Frankenthal kam es ebenfalls zu einem spontanen Aufmarsch von regionalen Neonaziaktivist_innen, zuvor hatte Neonazis bereits versucht in Mannheim einen ähnlichen Aufmarsch durchzuführen. Im mecklenburg-vorpommerischen Uckermünde kam es zu einem Fackelmarsch. Begleitet von Trommelschlägen marschierten dutzende Neonazis durch das nächtliche Uckermünde und skandierten Parolen.\nIm bayerischen Städtchen Forchheim versuchten ebenfalls 50 Neonazis, unter ihnen auch der Hamburger Rechtsanwalt und bekennende Rassist Jürgen Rieger eine Protestkundgebung anlässlich der verbotenen »Gedenkveranstaltung« in Waremensteinach durchzuführen. Polizeikräfte lösten die Veranstaltung auf, Platzverweise wurden erteilt. Ähnliche Szenen spielten sich in den bayrischen Gemeinden Erlangen und Kitzingen ab, in welchen Mitglieder der bayrischen NPD versuchten Eilversammlungen abzuhalten. Auch diese wurden von den zuständigen Kommunen als »Ersatzveranstaltungen« für den verbotenen »Rudolf Heß Marsch« untersagt.\nDie Aktivitäten der bundesdeutschen Neonaziszene im Zusammenhang mit dem nunmehr 21. Todestages des Hitler-Stellvertreters offenbaren neben der diesjährigen mangelnde Mobilisierungsfähigkeit auch erhebliche Probleme innerhalb der Organisationsstruktur für den »Rudolf Heß Marsch«. Insbesondere die Rolle des Anmelders Jürgen Rieger sowie des sogenannten »Wunsiedel Komitees« um Thomas »Steinar« Wulff, welches in den vergangenen Jahren für die Ausrichtung des »Rudolf Heß Marsches« verantwortlich zeichnete, steht szeneintern in der Kritik. Daran ändert auch die Gedenkminute in Tschechien nichts.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.08.16/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Im kleinen Bahnhof der tschechischen Stadt Hradec Králové weht die weiße Fahne der tschechischen Neonazi-Partei »Delnická strana«. Die Fahne mit dem roten Zahnrad und dem Namenkürzel bildet den Anziehungspunkt für die rund 280 tschechische, slowakische sowie rund 20 deutsche Neonazis, welche sich in den Mittagsstunden in dem Bahnhofsgebäude aufbauen. Bis zum frühen Nachmittag versammelten sich, die zum Großteil kahl rasierten jungen Männern um das Banner, um an einem von der Stadtverwaltung für illegal erklärten Aufmarsch der derzeitig wichtigsten tschechischen Neonazipartei teilzunehmen.","title":"Gentle breeze over Europe"},{"city":"Homberg","content":" Kevin Schnippkoweit, Neonazi aus dem Dunstkreis der NPD sowie der sogenannten »Autonomen Nationalisten« sitzt in Untersuchungshaft. Bei dem 19jährigen handelt es sich um den mutmaßlichen Haupttäter eines gewaltsamen und bewaffneten Überfalls auf ein Zeltlager der »Linksjugend [‘solid]« im hessischen Homberg (Schwalm-Eder-Kreis). Verlautbarungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Kassel geben Einblick in die Schwere der Tat. »Versuchter Mord gehört zu den Tatbeständen, die in Erwägung gezogen werden«, so die Staatsanwaltschaft. Auch auf weitere Mitglieder der »Freien Kräfte Schwalm-Eder-Kreis« dürften neue Ermittlungsverfahren zukommen. Bei einer Polizeirazzia am 24.07.2008 beschlagnahmten Einsatzkräfte der Polizei umfangreiches Propagandamaterial sowie eine Reihe von Waffen.\nDie Angreifer überfielen ihre Opfer im Schlaf. Bei dem Überfall auf das Zeltlager von [‘solid] am Neuenhainer See am Sonntag den 20.07.2008 war ein 13jähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt worden. Nachdem die Täter in den Morgenstunden einen Zaun zu dem Zeltlager überwanden, drangen sie auf dem Gelände in ein Zelt ein, in welchem ein 13jähriges Mädchen sowie ihr 10 Jahre älterer Bruder schliefen. Der 19jährige Hauptverdächtigen soll anschließend unter anderem mit einem Klappspaten auf die Minderjährige eingeschlagen haben. Mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen wurde das 13jährige Opfer später in ein Krankenhaus eingeliefert.\nNachdem die Täter zunächst unerkannt entkommen konnten wurden wenige Stunden später insgesamt vier Personen festgenommen. Zum Zeitpunkt der Attacke auf das minderjährige Opfer auf dem Gelände des Zeltlagers beschädigten weitere Neonazis parkende Fahrzeuge vor dem Gelände des Zeltlagers und zerschlugen die Heckscheiben. Als die Neonazis anschließend flüchteten, konnten sich Teilnehmer_innen die Kennzeichen der Angreifer notieren.\nBei dem mutmaßlichen Haupttäter soll es sich um Kevin Schnippkoweit handeln. Der 19jährige soll seine Tatbeteiligung inzwischen eingeräumt haben und den Angriff auf die Opfer gestanden haben. Mittlerweile befindet sich der Aktivist des hessischen Neonazispektrums in Untersuchungshaft. Bei Schnippkoweit handelt es sich um keinen Unbekannten. Seit geraumer Zeit agiert der 19jährige im Umfeld der hessischen NPD und der militanten Kameradschaftsszene.\nVon einer organisatorisch eingebundenen neonazistischen Szene, im Zusammenhang mit dem bewaffneten Überfall auf das Zeltlager, will man hingegen von offizieller Stelle nicht sprechen. Schnippkoweit wurde zuletzt der neonazistischen Gruppierung »Freie Kräfte Schwalm-Eder-Kreis« zugerechnet. Die Polizei wertet die Gruppierung, trotz ihrer Teilnahme an diversen bundesweiten Neonaziaufmärschen und ihrer Größe von rund 30 Personen im Alter zwischen 17 und 32 Jahren, lediglich als »relativ losen Zusammenschluss«.\nAuch Schnippkoweit war in der Vergangenheit auf neonazistischen Aufmärschen anzutreffen. So zuletzt unter anderen am 26.04.2008 im nordrhein-westfälischen Stollberg. Zeitweilig soll der 19jährige Neonazi im thüringischen Jena eine Bleibe gefunden haben. Während sein Wohnsitz wechselte, blieb allerdings die politische Gesinnung. Am 17.05.2008, beim diesjährigen »Tag der nationalen Jugend«, einer jährlich stattfindenen Neonaziveranstaltung, war Schnippkoweit ebenfalls anzutreffen. Gemeinsam mit Ralf Wohlleben, dem ehemaligen stellvertretenden thüringischen NPD Landesvorsitzenden präsentierte sich der 19jährige am Rand der Veranstaltung im thüringischen Sondershausen.\nInvolviert war Schnippkoweit auch in die propagandistischen Tätigkeiten der neonazistischen »Volksfront-Medien«. Die Mitglieder der sogenannten »Volksfront-Medien« erstellten in den vergangenen Monaten eine Reihe von Propagandavideos welche über das Internet verbreitet wurden. In einem dieser Propagandavideos gab Kevin Schnippoweit bereits Auskunft darüber, wie seiner Vorstellung nach, mit politischen Gegner_innen umgegangen werden muss. »Wenn sie euch stören, packt das Übel an der Wurzel«. Schnippkoweit führte auch aus mit welchen Mitteln dies geschehen solle - »Nehmt die Waffen in die Hand« so sein diesbezüglicher Kommentar in einem der erstellten Propagandavideos.\nZum organisatorischen Kreis der »Volksfront-Medien« gehört neben Schnippkoweit auch Patrick Wiedorn. Der Neonazi aus Arnstadt wurde in der Vergangenheit den Strukturen des im September 2000 verbotenen Neonazinetzwerks »Blood \u0026 Honour« zugerechnet. Im Rahmen einer bundesweiten Razzia im März 2006, wegen des Verdachtes auf Fortführung von »Blood \u0026 honour« im Untergrund, wurden die Einsatzkräfte der Polizei auch bei Patrick Wiedorn vorstellig. Bei den Hausdurchsuchungen in insgesamt 119 Wohnobjekten wurden auch eine funktionstüchtige Handgranete und eine Pistole sichergestellt.\nZum Kreis der »Volksfront-Medien gehören neben Wiedorn und Schnippkoweit auch die Neonazis Philipp John und Christian Müller. Während des Neonaziaufmarsches am 26.04.2008 in Stollberg waren alle vier gemeinsam zugegen. Während Philipp John und der Aktivist der »neonazistischen »Heimattreuen Deutschen jugend e.V.« Christian Müller in die organistorischen Abläufe in Stollberg involviert waren, bewegte sich Schnippkoweit, gemeinsam mit thüringischen Neonazis im Block der sogenannten »Autonomen Nationalisten«.\nIn den Morgenstunden des 24.07.2008 durchsuchten nun Ermittler_innen und Einsatzkräfte der Polizei zeitgleich mehrere Wohnungen von Mitgliedern und Sympathisanten der »Freien Kräfte Schwalm-Eder-Kreis«. Nach Angaben der Polizei wurde gegen die Gruppierung bereits seit Wochen verstärkte Ermittlungen angestrengt. Hintergrund dazu bildeten eine Reihe von Straftaten derer die einzelnen Mitlieder der Gruppierung verdächtigt werden. Neben Ermittlungen aufgrund von Sachbeschädigungen wird in diesem Zusammenhang auch wegen eines Raubüberfalls in Frielendorf-Todenhausen am 08.06.2008 ermittelt. Die Hausdurchsuchungen fanden zeitgleich in insgesamt 13 Wohnungen und nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Marburg in zwei Bundesländern statt. Eine der durchsuchten Räumlichkeiten befand sich außerhalb des hessischen Bundeslandes.\nBei der Razzia gegen die Neonazigruppierung wurde umfangreiches Propagandamaterial beschlagnahmt. Darunter mehrere Hakenkreuzfahnen. Im Verlauf der Hausdurchsuchungen seien nach Polizeiangaben sieben Neonazis zwischenzeitlich festgenommen worden. Forderungen wie »Nehmt die Waffen in die Hand«, welche auch Kevin Schnippkoweit in einem Propagandavideo der »Volksfront-Medien« aussprach entpuppen sich bei Betrachtung der Hausdurchsuchungen nicht nur als leere Worthülsen. Neben Mobiltelefonen und Computern stellten die eingesetzten Polizeikräfte auch mehrere Waffen sowie waffenähnliche Gegenstände sicher.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.07.24/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Kevin Schnippkoweit, Neonazi aus dem Dunstkreis der NPD sowie der sogenannten »Autonomen Nationalisten« sitzt in Untersuchungshaft. Bei dem 19jährigen handelt es sich um den mutmaßlichen Haupttäter eines gewaltsamen und bewaffneten Überfalls auf ein Zeltlager der »Linksjugend ['solid]« im hessischen Homberg (Schwalm-Eder-Kreis). Verlautbarungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Kassel geben Einblick in die Schwere der Tat. »Versuchter Mord gehört zu den Tatbeständen, die in Erwägung gezogen werden«, so die Staatsanwaltschaft. Auch auf weitere Mitglieder der »Freien Kräfte Schwalm-Eder-Kreis« dürften neue Ermittlungsverfahren zukommen. Bei einer Polizeirazzia am 24.07.2008 beschlagnahmten Einsatzkräfte der Polizei umfangreiches Propagandamaterial sowie eine Reihe von Waffen.","title":"»Nehmt die Waffen in die Hand!«"},{"city":"Dörverden","content":" Bereits seit dem 14. Juli ist es amtlich. Der Neonaziaktivist und Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger verfügt erneut über das ehemalige Bundeswehrgelände »Heisenhof« im niedersächsischen Dörverden. Das Landgericht Gera, welches in den vergangenen Monaten über ein mögliches Liquidationsverfahren gegen die Besitzverhältnisse der von Jürgen Rieger betriebenen »Wilhelm Tiedjen Stiftung Ltd.« verhandelte, stellte das Verfahren nun endgültig ein- zu Gunsten des jüngst in den Bundesvorstand der NPD berufenen Jürgen Riegers.\nDie juristische Auseinandersetzungen um das geplante niedersächsische Neonazizentrum »Heisenhof« in der Gemeinde Dörverden ist damit zumindest vorerst beendet. Mit dem nun bekannt gewordenen Urteil bestätigt das Landgericht Gera den Hamburger Neonazi Jürgen Rieger als Besitzer des mehreren Hektar großen Geländes. Dem jetzigen Urteil waren zähe juristische Verhandlungen vorangegangen.\nIm Namen der in England registrierten Firma »Wlhelm Tiedjen Stiftung Ltd.« erwarb Jürgen Rieger im Jahr 2004 das Gelände des »Heisenhofes« von der Gemeinde Dörverden. Der bekennende Rassist Rieger plante auf dem Gelände eine Forschungseinrichtung für künstliche Befruchtung zu errichten und »Rasseforschung« zu betreiben. Mitglieder der von Rieger geleiteten rassistischen »Artgemeinschaft« sollten auf dem Gelände Quartier beziehen. In den ersten Monaten nach Bekanntwerden des Kaufes diente das Anwesen allerdings in erster Linie Mitgliedern der neonazistischen »NPD/JN Verden-Rotenburg Wümme« als Zufluchtsort und politischer Rückzugsraum.\nNachdem im Jahr 2006, aufgrund eines Formfehlers die »Wilhelm Tiedjen Stiftung Ltd.« aus dem englischen Handelsregister gestrichen wurde, waren in Thüringen Liquidationsverfahren gegen die »Wilhelm Tiedjen Stiftung Ltd.« eröffnet worden. Im thüringischen Pösneck erwarb Rieger im Namen seiner Firma in der Vergangenheit ebenfalls ein größeres Anwesen. Gleichsam wie im niedersächsischen Dörverden diente das »Schützenhaus« in Pösneck der Neonaziszene als politische Wirkungsstätte.\nDurch die Gerichtsverfahren sollte Jürgen Rieger das Nutzungsrecht über den Besitz der »Wilhelm Tidjen Stiftung Ltd.« und somit die erworbenen Gebäude entzogen werden. Noch im Mai 2008 wurde Rieger die Nutzung der Gebäude durch das Landgericht Gera untersagt. Mit der Einstellung des Verfahrens erhält Jürgen Rieger als Verantwortlicher der »Wilhelm Tiedjen Stiftung Ltd.« wieder vollen Zugriff auf die zuvor fast enteigneten Gebäude.\nDie Entwicklung der Geschehnisse waren zuletzt absehbar. Bereits am 22. Juni führte das Dörverdener »Bündnis für Demokratie und Toleranz« einen Protestmarsch in der Gemeinde durch. Nachdem Rieger Mitte Mai 2008 einen ersten Teilerfolg in den juristischen Auseinandersetzungen erzielen konnte, traten lokale Aktivist_innen der Neonaziszene in Erscheinung und befestigten politische Transparente auf dem Gelände des »Heisenhofes«.\nInwieweit Jürgen Rieger den Gebäudekomplex des »Heisenhofes« in Zukunft für seine beabsichtigten Zwecke nutzbar machen kann bleibt hingegen abzuwarten. Auf dem Gelände gelten weitestgehende Nutzungsbeschränkungen. Bauliche Veränderungen sowie Wohnnutzung wurden durch den Landkreis Verden untersagt. Lediglich das Betreten des mittlerweile heruntergekommenen Geländes sei Jürgen Rieger nach Ausführungen des Landkreises gestattet. Zumindest die zuletzt immer wieder in Wohnungsnot geratenen Mitglieder der NPD/JN Verden-Rotenburg Wümme dürften sich freuen. Illegale Wohnnutzung ist auf dem Heisenhof in den vergangenen Jahren kein Fremdwort gewesen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.07.22/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Bereits seit dem 14. Juli ist es amtlich. Der Neonaziaktivist und Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger verfügt erneut über das ehemalige Bundeswehrgelände »Heisenhof« im niedersächsischen Dörverden. Das Landgericht Gera, welches in den vergangenen Monaten über ein mögliches Liquidationsverfahren gegen die Besitzverhältnisse der von Jürgen Rieger betriebenen »Wilhelm Tiedjen Stiftung Ltd.« verhandelte, stellte das Verfahren nun endgültig ein- zu Gunsten des jüngst in den Bundesvorstand der NPD berufenen Jürgen Riegers.","title":"Jürgen Rieger - Back in Town"},{"city":"Buxtehude","content":" ».., der von den deutschen Geheimdiensten der extremen Rechten zugerechnet wird..« so lautete eine Passage aus der Antwort des italienischen Innenministeriums auf die Frage nach den politischen Hintergründen von Gerd Schultze-Rhonhof. Zuvor war bekannt geworden, dass Schultze-Rhonhof an Kaderschulungen eines Süd-Tiroler Schützenverbandes beteiligt war. Neben der Veröffentlichung eines neuen Buches zählte der im niedersächsischen Buxtehude wohnhafte Generalmajor a.D. der Bundeswehr auch im vergangenen Jahr zu den viel gefragten Referenten bei einschlägig politisch motivierten Gruppierungen und Burschenschaften.\nJahresrückblick 2007 #Gerd Schultze-Rhonhof hat im Jahr 2007 unter dem Titel mit dem Titel: »Deutschland auf Augenhöhe« ein weiteres Buch veröffentlicht. Ähnlich, wie in seinem Erstlingswerk aus dem Jahr 2003, »1939- Der Krieg der viele Väter hatte« knüpft Gerd Schultze-Rhonhof dort wieder an geschichtsrevisionistische und verschwörungstheoretische Thesen über die Hintergründe des zweiten Weltkrieges an. Die NPD-nahe »Deutsche Stimme Verlags GmbH«, in Eigendarstellungen auch als »Das nationale Warenhaus« bekannt, hat das neue Buch von Schultze-Rohnhof bereits in ihr Verlagsprogramm aufgenommen.\nIm Oktober 2007 wurde auch eine 6. überarbeitete und erweiterte Auflage von Gerd Schultze-Rhonhofs zuerst veröffentlichten Buches »1939 –Der Krieg, der viele Väter hatte« veröffentlicht. Die bisher verkaufte Gesamtauflage beläuft sich nach Verlagsangabe auf über 30 000 Exemplare. Die Aussagen des Autoren werden mittlerweile auch über Hörbücher, eine eigene Internetseite, einen Videovortrag sowie über eine DVD verbreitet, welche zum Teil ebenfalls über den »Deutsche Stimme Verlag« vertrieben werden.\nEin viel beschäftigter Referent #Im vergangenen Jahr entfaltete Gerd Schultze-Rohnhof eine durchaus umfangreiche Referententätigkeit. Die Marburger Burschenschaft Germania kündigte Schultze-Rhonhof neben Dr. Scheil und Dr. Post als Redner beim «Marburger Diskurs« am 3. Februar 2007 an. »Auf dem Weg zum zweiten Weltkrieg« nannte die Burschenschaft jenen Diskurs,, in dem geschichtsrevisionistische Thesen verbreitet werden konnten. Gerd Schultze-Rhonhof referierte vor den versammelten Burschenschaftlern der »Germania« zum Thema: »Auslöser und Polenfeldzug«\nBei seinem regionalem »Rotary Club« im niedersächsischen Buxtehude hielt der Generalmajor a. D. wenige Tage später, am 13. Februar 2007, einen Vortrag mit dem Titel: »Wer war Kuno, ein alter Rittersmann?«. Auf Nachfrage beim »Rotary Club« zeigten sich die zuständigen Veranstalter_innen nur wenig beeindruckt über die politischen Hintergründe von Gerd Schultze-Rhonhof. Bei dem Referenten handele es sich um »ein langjähriges und außerordentlich geachtetes Mitglied unseres Clubs.«\n»Projekte, Strategien, Erfolge\" nannte sich dann eine Gesprächsrunde mit Schultze-Rhonhof und Dieter Stein beim 13. Berliner Kolleg vom Institut für Staatspolitik (IfS) am 17. Februar 2007 in Berlin. Die neeonazistische Zeitschrift “Deutsche Geschichte”, deren Verleger Gerd Sudholt (»Kontinent Europa Stiftung») bereits wegen Volksverhetzung vorbestraft ist, kündigte für den 24. Februar 2007 in Chemnitz, für den 25. Februar 2007 in Dresden und für den 25. März 2007 im Großraum Hamburg weitere »Zeitgespräche« an.\nUnter dem viel sagenden Titel »Wer wollte den Zweiten Weltkrieg?« wurden bei dieser Gelegenheit neben Schultze-Rhonhof auch Dr. Stefan Scheil und Dr. Walter Post als Referenten angekündigt. Die Veranstaltungen wurden laut Eigendarstellungen der Verantwortlichen von »örtlichen und regionalen historisch-politischen Vereinigungen unterstützt«. Das »Seminarzentrum Chemnitz« trat dann in Dresden und Chemnitz als Veranstalter auf.\n»Die Jungen Nationaldemokraten« in Sachsen sowie das Internetportal “Nationales Forum Sachsen” warben für die beiden Veranstaltungen auf ihren Internetseiten. In Hamburg wurde das Zeitgespräch hingegen allein und in eigener Regie von der SWG (»Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft«) durchgeführt. In Fulda fand am 3. März 2007 die Jahrestagung der »Stimme der Mehrheit« unter dem Titel »Unsere Zukunft wächst aus unseren Wurzeln« statt. Schultze-Rhonhof moderierte als einer der Sprecher dieser Organisation die Veranstaltung.\nAm 30. Juni 2007 hielt Schultze-Rhonhof einen Vortrag in der revisionistischen »Gedächtnisstätte Borna», die zum Umfeld des inzwischen verbotenen »Collegium Humanum e.V.« gerechnet wird. Die Einladung zu der Veranstaltung ging auch über einen Briefverteiler der NPD. Militante Neonazis aus dem Spektrum neonazistischer Kameradschaftsgruppen berichteten ebenfalls über ihre Teilnahme: »Zu diesem Vortrag, der einen kritischen Blick auf die Ereignisse vor dem 2. Weltkrieg zum Thema hatte, kamen auch etwa 130 junge nationale Sozialisten aus Leipzig, dem Leipziger Umland und Chemnitz.«\nIm Bezug auf den politischen Hintergrund seiner Zuhörer_innen in der »Gedächtnisstätte Borna« äußerte sich Schultze-Rhonhof in einem daraufhin von ihm verfassten Leserbrief. Der »Vortrag in Borna war für Kriegsopfer vorgesehen. Das sind alte Leute.« Im Bezug auf Zuhörer_innen aus den Reihen des militanten Kameradschaftsspektrums bemerkte Schultze-Rhonhof lediglich, dass es sich um »100 junge, höfliche, sauber gekleidete Leute« gehandelt hätte.\nDer “Förderkreis Ostpreußisches Jagdmuseum – Hans Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung” lud dann Schultze-Rhonhof zu einer Vortragsveranstaltung am 20. Oktober 2007 in das nahegelegene Lüneburg ein. Die Vortragsveranstaltung musste allerdings auf Grund antifaschistischer Proteste ungefähr eine Woche vor dem Veranstaltungstermin abgesagt werden. Rund ein Dutzend Interessierter wurde über die Absage von Schultze-Rhonhof nicht informiert und fanden sich am Abend der abgesagten Veranstaltung vor verschlossenen Türen wieder. Einen Monat später, am 20. November 2007, referierte der Generalmajor a.D. dann bei der Tübinger Burschenschaft »Arminia Straßburg.«\n»Deprecabile errore« #Ein »deprecabile errore« (unentschuldbarer Fehler) war nach Aussage des Kommandanten des »Südtiroler Schützenbundes« die Einladung an Generalmajor a. D. Gerd Schultze-Rhonhof zu zwei Vorträgen in Italien im Frühjahr 2006. Die Vorträge führten dazu, dass der Bildungsreferent der Südtiroler Schützen im Januar 2007 von seinem Amt enthoben wurde. Die österreichische Zeitung »Der Standard« schrieb am 8. Februar 2007 auf ihrer Internetseite: »Nach den Turbulenzen wegen einer Kaderschulung für Schützen durch den NS-Revisionisten Gerd Schultze-Rhonhof sind der Bildungsreferent des Südtiroler Schützenbundes, Peter Piock, der auch im Vorstand des Gesamttiroler Bundes saß, und der Adjutant des Landeskommandanten Efrem Oberlechner aus der Bundesleitung ausgeschieden.«\nDas italienische Innenministerium machte bei der Beantwortung einer Parlamentsanfrage am 24.7.2007 zu den Vorfällen eine klare Aussage über Schultze-Rhonhof. Laut Angaben des Innenministerium sei die politische Orientierung des viel gefragten Referenten eindeutig. In der Beantwortung der Parlamentsanfrage heißt es zu Schultze-Rhonhof: »der von den deutschen Geheimdiensten der extremen Rechten zugeordnet wird, da er bekannt ist für seine revisionistischen Thesen und die Verleugnung der nazistischen Schuld.«\nDer Generalmajor a.D. wiederum witterte hinter alledem eine Verschwörung und kommentierte die Vorgänge in Italien mit Aussagen wie: “Ich verwahre mich energisch dagegen, rechtsradikal zu sein, und bin empört darüber, dass ein anonymer Brief Menschen in solche Schwierigkeiten bringt« und »Ich finde es empörend, dass Denunzianten aus Deutschland Menschen in Italien in solche Schwierigkeiten bringen.« Die internen Schulungen beim Schützenbund machte übrigens, im Rahmen von internen Auseinandersetzungen im neonazistischen Milieu, ein »Süd-Tiroler Kampfring« öffentlich.\nProteste, Absagen und Auseinandersetzungen #Die Veranstalter_innen von Vorträgen mit Schultze-Rhonhof sahen sich 2007 vielfältigen Protesten gegen seine Auftritte ausgesetzt. Es fanden Demonstrationen vor den Veranstaltungsorten in Marburg und Tübingen statt, die in Chemnitz und Dresden geplanten Vorträge sollen von den Veranstalter_innen abgesagt worden sein, und der Vortrag in Lüneburg wurde nach öffentlichen Protesten der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen abgesetzt. Schultze-Rhonhof sah sich zweimal genötigt, in der lokalen Tageszeitung Stellung zu beziehen, da in Leserbriefen seine Auftritte bei der extremen Rechten (Schultze-Rhonhof: »Ich nehme bei meinen Zuhörern keine Gesinnungsprüfungen vor«) thematisiert wurden.\nDas baden-württembergische »Landesamt für Verfassungsschutz« beurteilte im Jahr 2007 eine Aussage von Schultze-Rhonhof (»entscheidende Bemühungen der damaligen Reichsregierung, die den Frieden retten wollte und um alles in der Welt einen Krieg zu vermeiden suchte.«) zum Kriegsbeginn 1939 wie folgt: »Die in dieser Aussage zum Ausdruck kommende, jeden seriösen Forschungsstand ignorierende Behauptung, Hitler-Deutschland habe nicht einmal den Krieg gegen Polen gewollt und sei daher ganz unschuldig am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gewesen, gehört zu den klassischen Konstanten in der verzerrten Realitätswahrnehmung rechtsextremer Geschichtsrevisionisten.«\nNachtrag 2008 #Um den Gesundheitszustand von Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rohnhof scheint es derzeit nicht gut bestellt zu sein. Die »Burschenschaft Franconia zu Münster« hatte den ehemaligen Generalmajor der Bundeswehr als Referenten zu ihrem alljährlichen »Reichsgründungskommerz« für den 19. Januar 2008 nach Münster eingeladen. Nachdem Antifaschist_innen die Veranstaltung im Januar 2008 publik machten, erklärte die »Burschenschaft Franconia«, dass die Veranstaltung mit Schultze-Rhonhof schon lange abgesagt worden sei, da er einen Schlaganfall erlitten habe. Bis Ende Juni 2008 wurden dann keine weiteren öffentlichen Auftritte von ihm bekannt.\nFür die vom 29. -31.August 2008 im Großraum Dresden stattfindenden „Zeitgespräche 2008“ der rechten Zeitschrift „Deutsche Geschichte“ wird Schultze-Rhonhof als Redner angekündigt. Im Jahr 2006 fanden sich zu den „Zeitgesprächen“ in München fast 400 Teilnehmer_innen ein. In diesem Jahr stehen außer Schultze_Rhonhof unter anderem Olaf Rose, Walter Post sowie der russische Professor Wjatschslaw Daschitschew auf der Rednerliste. Daschitschew referierte unter anderem bereits bei der NPD und der »Gesellschaft für Freie Publizistik (GfP) « und wurde deshalb im Mai diesen Jahres von der Eröffnung einer Ausstellung im Marineehrenmal in Laboe, wo er ebenfalls sprechen sollte, kurzfristig ausgeladen. Ob Schultze-Rhonhofs Gesundheitszustand eine Teilnahme in Dresden gestattet, wird sich im August zeigen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.07.22-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"».., der von den deutschen Geheimdiensten der extremen Rechten zugerechnet wird..« so lautete eine Passage aus der Antwort des italienischen Innenministeriums auf die Frage nach den politischen Hintergründen von Gerd Schultze-Rhonhof. Zuvor war bekannt geworden, dass Schultze-Rhonhof an Kaderschulungen eines Süd-Tiroler Schützenverbandes beteiligt war. Neben der Veröffentlichung eines neuen Buches zählte der im niedersächsischen Buxtehude wohnhafte Generalmajor a.D. der Bundeswehr auch im vergangenen Jahr zu den viel gefragten Referenten bei einschlägig politisch motivierten Gruppierungen und Burschenschaften.","title":"Nachgeladen: Generalmajor a. D. Schultze-Rhonhof"},{"city":"Güstrow","content":" Die Trommler gingen voran. Im Takt der dumpfen Trommelschläge marschierten am Samstag, dem 19.07.2008, rund 300 angereiste Neonazis durch das mecklenburg-vorpommersche Güstrow. Als Hauptredner während des Aufmarsches fungierte der Fraktionsvorsitzende der neonazistischen NPD im Schweriner Landtag, Udo Pastörs. Neben dem Griff zu rassistischem Gedankengut versuchten die beteiligten Aufmarschsteilnehmer_innen vor allem mit staatsfeindlicher Propaganda auf Stimmenfang in Güstrow zu gehen.\n»Ceterum censeo Carthaginem esse delendam!« - Im Übrigen bin Ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss! Einer alten Legende folgend soll das römische Senatsmitglied Cato der Ältere jede seiner Ausführungen und Redebeiträge mit diesem Satz beendet haben. Die immer wiederkehrende Wiederholung dieser Forderung nach Zerstörung der antiken Handelsmacht soll schlussendlich zur Verinnerlichung seiner Ansichten unter weiteren Mitgliedern des Senates geführt haben, bis das »Imperium Romanum« eines Tages ohne Zögern und Zaudern dem als Konkurrenz empfundenen Karthago wahrhaftig den Krieg erklärte. Diese Metapher wird dann und wann noch herangezogen, um die Wirkungsweise politischer Propaganda zu verdeutlichen. Jene Nutzung propagandistischer Inhalte dient nicht der Überzeugung durch politische Inhalte, durch Disskusion oder gar durch Argumente. Vielmehr dient es der unterschwelligen Bildung von Meinungen und der politischen Stimmungsmache durch populistische Parolen; ein Konzept, dem sich auch die NPD nicht verschließt. Natürlich geht es der neonazistischen Partei nicht um jenen antiken Stadtstaat Karthago, der nun unter dem Staub der Geschichte begraben liegt. Es geht der NPD vielmehr um die Abschaffung der Bundesrepublik Deutschland. Im Verlauf des neonazistischen Aufmarsches am 19.07.2008 in Güstrow waren lauthals ausgesprochene Forderungen dieser Art zumindest keine Seltenheit. Bereits wenige Minuten nach Verlesen der Auflagen durch den Versammlungsleiter David Petereit, seines Zeichens ehemaliger Mitarbeiter der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag, wurden entsprechende Parolen von den Aufmarschsteilnehmer_innen verbreitet. Dabei trat vor allem eine Gruppe sogenannter »Autonomer Nationalisten« in Erscheinung. Neben diesen bildeten Neonazis aus dem militanten Kameradschaftsspektrum den größten Teil der angereisten Teilnehmer_innen. Der eingesetzte Ordnerdienst der Neonazis in Güstrow wurde durch Andreas Theissen, Mitarbeiter der NPD im Schweriner Landtag sowie Führungsperson des »NPD-Bundesordnerdienstes«, koordiniert und geleitet. Der Aufmarsch wurde nach etwa vier Stunden von den Veranstalter_innen für beendet erklärt. Gegendemonstrant_innen gelang es im Verlauf des Tages nur vereinzelt an die Aufmarschsroute der Neonazis vorzudringen. Neben Mitgliedern der mecklenburgischen NPD und des militanten Kameradschaftsspektrums waren auch Vertreter der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ) an dem Aufmarsch beteiligt. Aus diesem Personenkreis bildete sich unter anderem der Trommlerzug an der Spitze des Aufmarsches. Auch in die organisatorischen Aufgaben der neonazistischen Veranstaltung waren Mitglieder der »HDJ-Einheit Mecklenburg und Pommern« eingebunden. Neben Udo Pastörs agitierten als weitere Redner David Petereit sowie der Landesvorsitzende der NPD Mecklenburg-Vorpommen Stefan Köster. Das von den Neonazis in Güstrow verwendete und vom Neonaziaktivisten Sven Krüger aus dem mecklenburgischen Jamel gesteuerte Lautsprecherfahrzeug wird ebenfalls Stefan Köster zugerechnet. Vom Anmelder des Aufmarsches, Michael Grewe, fehlte während der Veranstaltung hingegen jede Spur.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.07.19/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Trommler gingen voran. Im Takt der dumpfen Trommelschläge marschierten am Samstag, dem 19.07.2008, rund 300 angereiste Neonazis durch das mecklenburg-vorpommersche Güstrow. Als Hauptredner während des Aufmarsches fungierte der Fraktionsvorsitzende der neonazistischen NPD im Schweriner Landtag, Udo Pastörs. Neben dem Griff zu rassistischem Gedankengut versuchten die beteiligten Aufmarschsteilnehmer_innen vor allem mit staatsfeindlicher Propaganda auf Stimmenfang in Güstrow zu gehen.","title":"Befreite Zone Mecklenburg-Güstrow"},{"city":"Bonn","content":" Unter dem Motto »Argumente statt Verbote – Zensur wegrocken!« versammelten sich am Samstag,dem 12.07.2008, rund 250 Neonazis im nordrhein-westfälischen Bonn. Zu dem Aufmarsch hatten Neonazis aus dem Spektrum des »Aktionsbüros Mittelrhein« und darin organisierter Kameradschaftsgruppen aufgerufen. Der Aufmarsch der Neonazis richtete sich nach Eigenangaben gegen Tätigkeiten der »Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien« (BPjM) mit Sitz im dortigen Stadtteil Duisdorf. Die Bundesprüfstelle hatte in der Vergangenheit mehrfach neonazistische Tonträger sowie andere Propagandamaterialien indiziert.\nAls Anmelder trat Christian Malcoci aus Grevenbroich in der deutsch-niederländischen Grenzregion in Erscheinung. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Sven Skoda übernahm Malcoci im Verlauf der Veranstaltung die Verhandlungen mit den eingesetzten Polizeikräften. Der Großteil der angereisten Teilnehmer_innen wird dem Spektrum der »Freien Kameradschaften« aus Nordrhein-Westfalen zugerechnet. Ebenfalls vor Ort: eine rund 40 Personen umfassende Gruppe von sogenannten »Autonomen Nationalisten«, die sich an der Spitze des Aufmarsches befand.\nBereits wenige Minuten nach Beginn der Veranstaltung wurde der Aufmarsch von der Polizei gestoppt. Teilnehmer_innen hatten rassistische Parolen gerufen und die mitgeführten Transparente zur Vermummung benutzt. Nach einer kurzen Unterbrechung setzten sich die angereisten Neonazis wieder in Bewegung und erreichten gegen 15.00 Uhr ihren Kundgebungsplatz vor dem Gebäude der Bundesprüfstelle. Dort wurden über ein Lautsprecherfahrzeug Lieder der als kriminelle Vereinigung verbotenen Rechtsrockband »Landser« gespielt. Erst nach Beendigung der Kundgebung schritten Polizeikräfte ein. Wegen des Abspielen inizierter Lieder wurden insgesamt 14 Tonträger sichergestellt. Ein Teilnehmer des Aufmarsches wurde aufgrund volksverhetzender Äußerungen vorläufig festgenommen. Als Redner fungierten neben Christian Malcoci und Sven Skoda auch Claus Cremer sowie Axel Reitz. Neben den Redebeiträgen wurde auch ein Grußwort des amerikanischen Neofaschisten und Vorsitzenden der NSDAP/AO (Aufbau-Organisation) Gary Rex Lauck verlesen.\nZur Versorgung der Teilnehmer_innen hatten Neonazis um den nordrhein-westfälischen NPD Landesvorsitzenden Claus Cremer und dessen Lebensgefährtin, der Führungaktivistin der neonazistischen »Sauerländer Aktionsfront« Daniela Wegener, einen mobilen Versorgungsstand am Kundgebungsplatz postiert. Unter der Bezeichnung »Versorgungsministerium« konnten dort Getränke und Bratwürste erstanden werden. Neben neonazistischen Kameradschaftsgruppen wie die »Kameradschaft Aachener Land« oder dem »Volkssturm Rheinland« trat auch die Nachfolgeorganisation des »Braunen Kreuzesre« der- »Nationale Sanitätsdienst« in Erscheinung. Drei als »Ersthelfer« erkennbare Neonazis um Christian Hehl, einen langjährigen Funktionär des neofaschistischen Spektrums, befanden sich unter den Aufmarschsteilnehmer_innen.\nDer neonazistische Aufmarsch wurde von breiten antifaschistischen Protesten begleitet. Rund 3000 Gegendemonstrant_innen versammelten sich dazu in unmittelbarer Nähre des Kundgebungsplatzes der Neonazis. Im Verlauf des Aufmarsches gelang es Gegendemonstrant_innen mehrfach an die Aufmarschroute der Neonazis zu gelangen und diesen lautstark zu stören.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.07.12/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Unter dem Motto »Argumente statt Verbote -- Zensur wegrocken!« versammelten sich am Samstag,dem 12.07.2008, rund 250 Neonazis im nordrhein-westfälischen Bonn. Zu dem Aufmarsch hatten Neonazis aus dem Spektrum des »Aktionsbüros Mittelrhein« und darin organisierter Kameradschaftsgruppen aufgerufen. Der Aufmarsch der Neonazis richtete sich nach Eigenangaben gegen Tätigkeiten der »Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien« (BPjM) mit Sitz im dortigen Stadtteil Duisdorf. Die Bundesprüfstelle hatte in der Vergangenheit mehrfach neonazistische Tonträger sowie andere Propagandamaterialien indiziert.","title":"Neonaziaufmarsch im Stadtteil Duisdorf"},{"city":"Oldenburg","content":" Die Ankündigungen warfen große Schatten voraus. Nach offiziellen Angaben der Anmelder_innen sollte es bezüglich der letzten Jahre einer der größten Aufmärsche von Neonazis in Niedersachsen werden. Die Veranstalter um den Hamburger Neonazifunktionär Christian Worch rechneten im Vorfeld mit ca. 200 Teilnehmer_innen. Der angekündigte Großaufmarsch lockte am vergangenen Samstag dann allerdings lediglich 56 Neonazis in den Oldenburger Stadtbereich.\nBegleitet durch ein massives Polizeiaufgebot setzte sich der Aufmarsch gegen 14:15 Uhr in Bewegung. Angereist waren Neonazis aus Niedersachen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Vor Beginn der Veranstaltung wurden die anwesenden Neonazis intensiven Auflagenkontrollen durch die eingesetzten Polizeikräfte unterzogen. Die öffentliche Zurschaustellung von verbotenen Insignien der Neonaziszene sollte dadurch verhindert werden. Dies hinderte Aufmarschsteilnehmer_innen der »Freien Kräfte Oldenburg« allerdings nicht daran, während der Veranstaltung Erkennungszeichen verbotenen Organisationen wie der als »kriminelle Vereinigung« verbotenen Rechtsrockband »Landser« zu tragen.\nAn antifaschistischen Gegenprotesten im Oldenburger Stadtgebiet beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter_innen mehrere tausend Menschen. Die weitgehend friedlichen Proteste wurden überschattet durch Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstrant_innen und eingesetzten Polizeikräften. Es kam zu Reizgas- und Schlagstockeinsatz. Mehrere Gegendemonstrant_innen wurden zum Teil erheblich verletzt: Ereignisse, die in der späteren Berichterstattung der überregionalen Medien und auch im anschließend erschienenen Polizeibericht bislang weitgehend ausgeklammert wurden.\nIm Verlauf des neonazistischen Aufmarsches gelang es Gegendemonstrant_innen hingegen an die Aufmarschstrecke der Neonazis vorzudringen und den Aufmarsch kurzfristig zu behindern. Steine und eine Rauchbombe wurden geworfen. Es kam zu Ingewahrsamnahmen. Neonazis, die in diesem Zusammenhang wiederum Wurfgeschosse und Steine in die Reihen der Gegendemonstrant_innen warfen, wurden von solchen Maßnahmen der Polizei hingegen bis zuletzt ausgelassen. Die Personengruppe konnten weiterhin am Aufmarsch teilnehmen und nach Auflösung der Veranstaltung ungehindert das Stadtgebiet verlassen.\nDie neonazistische Veranstaltung, die unter dem Motto »Soziale Gerechtigkeit für Alle - Gegen Politisierung der Polizei« stand, wurde dann nach etwas mehr als einer Stunde gegen 15:30 Uhr vom Veranstaltungsleiter Christian Worch für beendet erklärt. Zwar konnte die vorgesehene Wegstrecke der Veranstaltung ohne größere Komplikationen bewältigt werden; der Versuch von Neonazis,in Oldenburg an vorangegangene Aufmärsche anzuknüpfen, scheiterte dagegen bereits im Ansatz.\nInterne Auseinandersetzungen #Interne Streitigkeiten beeinträchtigten bereits im Vorfeld die Mobilisierungsfähigkeit der Szene. Der Streit entzündete sich vor allem an den Aktivitäten der Gruppierungen »Freie Kräfte Oldenburg« (FK-O) sowie dem »Widerstand Ostfriesland«, die sich an den Vorbereitungen des Aufmarsches beteiligten. Aktivist_innen der beiden Organisationen werden szeneintern dem Spektrum der sogenannten »Autonomen Nationalisten« in Norddeutschland zugerechnet.\nAn politischen Positionen von »Autonomen Nationalisten« entzünden sich seit nunmehr zwei Jahren verstärkte Konflikte innerhalb der bundesweiten Neonaziszene. Das größte Konfliktpotential dieser Auseinandersetzungen birgt vor allem die vermeintliche Übernahme links-autonomer Inhalte durch Teile der »Autonomen Nationalisten«. Diese Übernahme beschränkte sich allerdings in der Vergangenheit vordergründig auf das Kopieren von äußeren Erscheinungsbildern.\nErscheinungsbilder, die innerhalb der neonazistischen NPD und der militanten Kameradschaftsszene nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Der seit längeren schwelende Konflikt zwischen »Autonomen Nationalisten« auf der einen und NPD sowie Kameradschaftsszene auf der anderen Seite trägt mittlerweile erste Blüten. Stimmen, die den Ausschluss »Autonomer Nationalisten« von neonazistischen Aufmärschen fordern, werden von der Szene nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand erhoben. Dass besagte interne Konflikten beileibe nicht ohne nennenswerte Konsequenzen verlaufen, zeigen auch die jüngsten Entwicklungen in Niedersachsen.\nAN-NW contra NASO-NDS #Mitglieder des »Widerstand Ostfriesland« traten in der Vergangenheit ebenfalls unter der Bezeichnung »Autonome Nationalisten Ostfriesland« (AN-O) in Erscheinung. Gemeinsam mit weiteren niedersächsischen Gruppierungen war die »AN-O« in das Netzwerk der »Autonomen Nationalisten Nord-West« (AN-NW) eingebunden. Das Netzwerk verstand sich als organisatorischer Zusammenschluss und Aktionsbündnis von »Autonomen Nationalisten« in Niedersachsen. Innerhalb der AN-NW organisierten sich bis April 2008 neben der »AN-O« unter anderem die »Autonomen Nationalisten Soltau« (AN-S), »Autonome Nationalisten Hannover« (AN-H), die »Freien Kräfte Osterholz« (FK-OHZ) sowie Einzelpersonen aus dem Großraum Delmenhorst.\nIm April 2008 löste sich die »AN-NW« allerdings auf. Nicht antifaschistisches Engagement oder gar polizeilicher Verfolgungsdruck waren für diese Entwicklungen maßgeblich verantwortlich. Die «AN-NW« musste sich vielmehr dem Druck der niedersächsischen Kameradschaftsszene und wiederum deren Zusammenschluss »Nationale Sozialisten Niedersachsen« (NASO-NDS) beugen.\nHintergrund dieser Auseinandersetzungen in Niedersachsen bildeten gezielte Falschinformationen, die seit Beginn des Jahres in neonazistische Netzwerke geleitet wurden und entsprechende Wirkungen entfalteten. Die »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« schlussfolgerten aus den zugänglichen Informationen, wie spätere Veröffentlichungen in einschlägigen Internetforen dokumentierten, dass die »AN-NW« mit politischen Gegnern zusammenarbeiten würden. Gegenseitig angekündigte »Hausbesuche« einhergehend mit einer Reihe massiver Drohungen waren die Folge und führten schlussendlich zur Selbstauflösung der »AN-NW».\nDer Oldenburger Boykott Verflechtungen des »Widerstand Ostfriesland« mit den Zusammenhängen der nunmehr aufgelösten »AN-NW« sorgten im Vorfeld des Aufmarsches für Unmut innerhalb des niedersächsischen Kameradschaftsspektrums. Auch die Beteiligung der Kameradschaftsgruppe »Freien Kräfte Oldenburg« an den Vorbereitungen änderten nichts an der Boykotthaltung des Aufmarsches durch Aktivist_innen im niedersächsischen Umland. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen dieser Art wurde im Hintergrund an einer konsequenten Ausblendung des Aufmarschtermins gearbeitet. Vertreter_innen der niedersächsischen NPD schlossen sich ebenfalls dem Boykott der Veranstaltung an. Im vorangegangenen Wahlkampf anlässlich der niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008 schmiedeten Mitglieder der NPD, »Freien Kameradschaften« und der »Autonomen Nationalisten« noch an gemeinsamen Aktionsbündnissen. Zum Wahlkampfauftakt im September 2007 in Hannover reisten Mitglieder der NPD Oldenburg und der Kameradschaftsgruppe «Freie Kräfte Oldenburg« dementsprechend gemeinsam in die Landeshauptstadt. Das Zweckbündnis zerfiel allerdings bereits wenige Wochen nach der Landtagswahl. Auch die Beteiligung des Hamburger Neonaziaktivisten Christian Worch als Anmelder des Aufmarsches änderte nichts an der Boykotthaltung. Im September 2007 präsentierten sich der niedersächsische NPD Landesvorsitzende Ulrich Eigenfeld und Christian Worch noch in trauter Zweisamkeit. Die gegenseitige Unterstützung von Aktivitäten endete nach dem Wahlkampf dann aber so abrupt wie sie zustande gekommen war. Worch, der im niedersächsischen Wahlkampf noch für die NPD Niedersachsen Honorarverträge für Wahlkampfhilfen der Kameradschaftsszene erstellte, blieb nun am vergangenen Samstag die Unterstützung der NPD verwehrt. »Wer hat uns verraten? - Nationaldemokraten!« Die Boykotthaltung der niedersächsischen NPD um ihren in Oldenburg wohnhaften Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld führte vor allem bei den Vertreter_innen der »Autonomen Nationalisten« im Verlauf des Aufmarsches am 05.07.2008 zu lautstark geäußerten Unmutsäußerungen. In Sprechchören machten die anwesenden Teilnehmer_Innen ihrer Verärgerung Luft. Parolen wie »Wer hat uns verraten? - Nationaldemokraten« und »NPD – Was ist das schon? -Jeder zweite ein Spion« bestimmten das Repertoire der angereisten Neonazis. Selbst der Versammlungsleiter Christian Worch schien dieser politischen Losung nicht abgeneigt. Nachdem anwesende Journalist_innen ihn darum baten, ermunterte Worch die Mitglieder der »Freien Kräfte Oldenburg« im Verlauf des Aufmarsches sogar noch dazu die Parole ein weiteres Mal anzustimmen. In die skandierten Sprechchöre stimmten auch Mitglieder der neonazistischen Gruppierung »AG Wiking - Wilhelmshaven« mit ein. Der Führungsaktivist dieser Kameradschaftsgruppe, Manuel Wojczak aus Ostfriesland, kandidierte im Januar 2008 noch für die »Nationaldemokratische Partei Deutschland« (NPD). Bei dem vormaligen Engagement für die neonazistische NPD hatte Wojczak noch 1,4% der Stimmen im Wahlkreis Wittmund/Inseln erhalten. Aus Nah und Fern Begleitet wurden die Mitglieder der »AG Wiking - Wilhelmshaven« von Aktivist_innen der »AG Wiking - Mecklenburg« aus Schwerin. Mitglieder der mecklenburgischen und niedersächsischen »AG Wiking« traten bereits im Zusammenhang mit Propagandatätigkeiten im Verlauf der niedersächsischen Landtagswahl gemeinsam in Erscheinung. Aus ihrer politischen Orientierung machen die Aktivist_innen der niedersächsischen »AG Wiking – Wilhelmshaven« dabei kein Hehl. Auf der Internetpräsenz der Kameradschaftsgruppe werden Besucher_innen mit einem Ortsschild der Stadt Wilhelmshaven begrüßt. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, wurde das Ortsschild mit dem Zusatz »Nazi – Hochburg« versehen. Neben einigen zumeist jüngeren Neonazis aus dem Oldenburger Umland begleitete eine weitere Kleingruppe aus Bremen und Bremerhaven den Aufmarsch. Die Reisegruppe aus der Hansestadt bestand aus ehemaligen Mitgliedern der »Backstreet Skinheads Bremen« sowie Neonazis aus dem Umfeld der »NPD Jugendgruppe Bremen«, die sich zum Teil nun seit kurzem unter dem Label »Freien Nationalisten Bremen« organisieren. Insgesamt erreichten am 05.07.2008 lediglich 56 Teilnehmer_innen den Auftaktort der Veranstaltung. Der als Redner angekündigte Neofaschist Axel Reitz aus Nordrhein-Westfalen sagte auf Grund gesundheitlicher Probleme seine Teilnahme bereits im Vorfeld ab. Als Ersatz hielt der Oldenburger Neonazi und Aktivist der »Freien Kräfte Oldenburg« Dennis Neumann im Verlauf einer Zwischenkundgebung einen wenige Sätze umfassenden Redebeitrag. Ob der Aufmarsch von den beteiligten Neonazis als Erfolg gewertet werden kann, bleibt zweifelhaft. Streitigkeiten, die bereits die Vorbereitungsphase prägten, sorgten auch im Nachhinein für Diskussionsbedarf. Auch die Wahl von Christian Worch als Anmelder von politischen Aufmärschen in der Metropolregion Oldenburg – Bremen steht in zunehmender Kritik. Im Vergleich zum vorangegangenen Aufmarsch in Oldenburg im Oktober 2005 halbierte sich die Zahl der angereisten Teilnehmer_innen nahezu. Auch damals boykottierte der niedersächsische NPD Landesvorstand um Ulrich Eigenfeld den Aufmarsch. Die Rolle als politisches Zugpferd scheint Christian Worch insbesondere im norddeutschen Raum nicht mehr ausfüllen zu können. Bei einer von ihm angemeldeten Kundgebung im Bremer Stadtgebiet im Januar 2007 konnten die Veranstalter mit Unterstützung des Hamburger Aktivisten Christian Worch lediglich 25 Neonazis mobilisieren. Im Gegensatz zur Kundgebung in Bremen am 20.01.2007 konnte sich die Anzahl der Teilnehmer_innen zwar verdoppeln, im Vergleich zu neonazistischen Veranstaltungen der letzten Jahre in Norddeutschland sind die geringen Teilnehmerzahlen im Zusammenhang mit Christian Worch allerdings mehr als auffällig. Im September 2007 kam es für die beteiligten neonazistischen Aktivist_innen zu ähnlich problematischen Mobilisierungsschwierigkeiten im Zusammenhang mit einem Aufmarsch in der Stadt Weyhe. Auch hier agierte Christian Worch als Anmelder, um die regionalen Strukturen zu unterstützen. Bevor sich der Aufzug am 22.09.2007 in Weyhe jedoch in Bewegung setzten konnte, musste das eigens mitgeführte Lautsprecherfahrzeug wieder abgebaut werden. Die erforderliche Anzahl von 50 Personen wurde nicht erreicht. Mit insgesamt 41 angereisten Teilnehmer_innen blieb auch dieser Aufmarsch, ähnlich wie nun in Oldenburg, weit hinter den angekündigten Größenordnungen zurück.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.07.05/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Ankündigungen warfen große Schatten voraus. Nach offiziellen Angaben der Anmelder_innen sollte es bezüglich der letzten Jahre einer der größten Aufmärsche von Neonazis in Niedersachsen werden. Die Veranstalter um den Hamburger Neonazifunktionär Christian Worch rechneten im Vorfeld mit ca. 200 Teilnehmer_innen. Der angekündigte Großaufmarsch lockte am vergangenen Samstag dann allerdings lediglich 56 Neonazis in den Oldenburger Stadtbereich.","title":"»Wer hat uns verraten? - Nationaldemokraten«"},{"city":"Preußisch-Ströhen","content":" Die völkisch - neofaschistische “Heimattreue Deutsche Jugend” (HDJ) hatte am vergangenen Wochenende Quartier in der niedersächsischen Grenzregion in Preußisch-Ströhen bezogen. Nachdem im vergangenen Jahr ein Zeltlager der Organisation bei Melle (Kreis Osnabrück) von Einsatzkräften der Polizei aufgelöst wurde, wich die HDJ nun ins angrenzende Ostwestfalen aus.\nDas Essenzelt steht auf nordrhein-westfälischem Gebiet, zum anschließenden Gruppensport wechseln etwa 30 jüngeren Teilnehmer des Zeltlagers an der Großen Aue über die Grenze nach Niedersachsen. Hier laufen sie ihre Runden, üben Staffeln im Hüpfschritt und im Entengang. Nur das T-Shirt mit dem Flammenemblem auf dem Rücken, das einer der Jungen trägt, und zwei kleine Wimpel mit der gleichen Flamme deuten auf den Veranstalter des Lagers hin: die neofaschistische Jugendorganisation »HDJ -Heimattreue Deutsche Jugend« hat im Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und NRW ihre Zelte aufgeschlagen.\nDie HDJ hat allen Grund nicht auf sich aufmerksam zu machen: seit einem vom Bundesinnenminister im vergangenen Jahr verhängten Uniformierungsverbot fordern immer mehr Politiker das Verbot dieser Organisation. Und das zu Recht: hier werden schon Kleinkinder in eine rechte Parallelwelt gezogen, aus der ein späterer Ausstieg fast unmöglich ist. Vom Uniformierungsverbot zeigten sich die Mitglieder der HDJ bislang unbeeindruckt. Auch beim Treffen am vergangenen Wochenende wird gleichartige Bekleidung getragen. Frauen in völkischen Trachten sowie Männer in weißen Hemden und Klufthosen bestimmen das Erscheinungsbild.\nAngereist waren rund insgesamt 40 Mitglieder der rechtsextremistischen Gruppierung; darunter etliche Führungsaktivisten aus dem gesamten Bundesgebiet. Ebenfalls vor Ort Horst Görmann, seines Zeichens Landesvorsitzender der NPD in Bremen. Das Grenzgebiet zwischen Ostwestfalen und Niedersachsen gilt dabei als regionaler Schwerpunkt der HDJ. Hier befindet sich der Sitz der “HDJ-Einheit Hermannsland”. Gemeinsam mit Neonazis der “HDJ-Einheit Niedersachsen” mit Sitz im Lüneburger Umland gilt die Gruppierung als eine der aktivsten Untergruppen der bundesweit tätigen Organisation.\nMitglieder der beiden HDJ-Gruppen veranstalteten bereits im August 2006 im ostwestfälischen Fromhausen (Detmold) ein HDJ-Sommerlager, das bundesweit für Aufsehen sorgte. An den Zelteingängen wiesen Hinweisschilder mit Aufschriften wie »Führerbunker« den anwesenden Teilnehmern den Weg. Aus ihrer nationalsozialistischen Gesinnung machen Mitglieder der Organisation auch bei anderen Gelegenheiten keine Hehl.\nEbenfalls im Jahr 2007 organisierten Aktivisten der »HDJ-Einheit Hermansland« eine so genannte »Rasseschulung«, an der auch Minderjährige teilnahmen. Als Referent trat an diesem Abend Ragnar Dam in Erscheinung. Bei dem Biologiestudent aus dem mecklenburgischen Greifswald handelt es sich um den »Führer der Leitstelle Nord«. Die besagten HDJ-Leitstellen dienen der Organisation dabei als Dachverband einzelner HDJ-Einheiten in Norddeutschland. Als Mitorganisator der »Schulungsveranstaltung« im Raum Osnabrück agierte das HDJ-Mitglied Christian Fischer aus dem benachbarten Vechta. Nachdem die Vorgänge bekannt wurden, fanden im vergangenen Monat Hausdurchsuchungen bei den beiden HDJ-Aktivisten statt.\nChristian Fischer, der ebenfalls im NPD-Bundesordnerdienst tätig ist sowie das Amt des Vorsitzenden der NPD-Vechta bekleidet, war im Juli 2006 Mitorganisator eines paramilitärischen Lagers in Wilsum (Grafschaft Bentheim). Auch hier waren wie auch beim Sommerlager in Fromhausen die Zelte mit Bezeichnungen und Hinweisschildern versehen worden. Unterkünfte, deren Namen »Hitlerjugend« und »Leibstandarte« lauteten, standen den Teilnehmern dabei zur Auswahl.\nIm Zeltlager fanden neben militärischen Übungen auch eine Reihe von Scheinhinrichtungen statt. Das militärische Waffenlager zog für die Neonazis polizeiliche Massnahmen nach sich. Anschließende Hausdurchsuchungen bei den beteiligten Neonazis förderten ein umfangreiches Waffenarsenal ans Tageslicht. Gegen die beteiligten Neonazis laufen derzeit Ermittlungsverfahren wegen »Bildung einer bewaffneten Gruppe« und »Verstoß gegen das Waffengesetz«.\nDie Kommandos beim Sport gibt an diesem Wochenende in der ostwestfälischen Grenzregion Christian von Velsen aus Georgsmarienhütte. Der Neonazis ist es gewohnt Befehle zu erteilen. Während des paramilitärischen Sommerlagers 2006 in Wilsum unterrichte er anwesende Neonazis im Umgang mit Schusswaffen. Von Velsen und Fischer gelten als die Köpfe hinter dem Wilsumer »Sommercamp«, das unter dem Motto »Leben ist Kampf« stand und nach Eigenangaben der Veranstalter_innen als Grundlage dazu dienen sollte »sich dem maroden System der BRD weiterhin entgegen zu stellen«. Auch Fischer ist an diesem Wochenende zwischen den weißen Alexzelten zu sehen. Sport treibt er jedoch heute nicht; er vertieft sich stattdessen in Gespräche mit seinem Einheitsführer Gerd Ullrich aus Detmold. Auch Christian Fischer ist in den organisatorischen Ablauf des Zeltlagers eingebunden. Im nahegelegen Wagenfeld (Landkreis Diepholz) ist Fischer im Verlauf des Tages für die Schleusung von anreisenden Neonazis zuständig. Bereits im vergangenen Jahr planten Fischer und von Velsen ein Sonnenwendlager in Lemförde i Landkreis Diepholz. Nach Intervention des Diepholzer Staatsschutzes zog der Landwirt, auf dessen Wiese das Lager stattfinden sollte, seine Zusage jedoch zurück. Ein kurzfristig als Ersatz besorgtes Waldstück in Dratum - Ausbergen bei Melle mussten die HDJler verlassen, bevor sie ihre Zelte vollständig aufbauen konnten. Als der Grundstücksbesitzer erfuhr, wer da auf seiner Waldwiese zelten wollte, gebot auch er dem braunen Spuk Einhalt. Die HDJler, die aus den Einheiten »Hermannsland«, »Niedersachsen« und »Nordland« stammten, fanden schließlich Unterkunft im NPD-Heim am Harderberg in Georgsmarienhütte, einem heruntergekommenen Einfamilienhaus aus den 50er-Jahren. Hier wurde dann abgeschottet von der Öffentlichkeit ein eilig zusammengesuchtes Sonnenwendfeuer entzündet, begleitet von Feuersprüchen und rechtem Liedgut. Die Räumlichkeiten dienten den HDJ-Aktivisten bereits für die von Ragnar Dam gehaltenen »Rasseschulung« im Jahr 2007. Ein Sonnenwendfeuer dürfte es im HDJ-Zeltlager am vergangenen Wochenende in der nordrhein-westfälischen Grenzregion ebenfalls gegeben haben. Anders als im vorangegangenen Jahr besitzt das diesjährige Zeltlager in der Region allerdings eine weitaus größere Bedeutung. Mit Dennis Schauer, dem Leiter der »HDJ Einheit Preußen«, sowie Michael Gellenthin, dem Leiter der »HDJ Einheit Franken«, waren weitgereiste Führungkader der HDJ zugegen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.06.21/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die völkisch - neofaschistische \"Heimattreue Deutsche Jugend\" (HDJ) hatte am vergangenen Wochenende Quartier in der niedersächsischen Grenzregion in Preußisch-Ströhen bezogen. Nachdem im vergangenen Jahr ein Zeltlager der Organisation bei Melle (Kreis Osnabrück) von Einsatzkräften der Polizei aufgelöst wurde, wich die HDJ nun ins angrenzende Ostwestfalen aus.","title":"Brauner Spuk kennt keine Grenzen"},{"city":"Pinneberg","content":" In der Nacht auf den 16.06.2007 wurde auf das jüdische Gemeindehaus in Pinneberg ein Anschlag verübt. Bislang unbekannte Täter_innen griffen Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde im Süden von Schleswig-Holstein an. Ein Pflasterstein wurde dabei durch die Scheiben des Gebetsraumes geschleudert. Wenige Stunden später erhielten Verantwortliche des Gemeindehauses dann einen anonymen Telefonanruf. Die Botschaft des Anrufers war unmissverständlich: »Das kann öfters passieren. Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«\nBereits vor einigen Jahren machte die Stadt als vermeintliche Hochburg militanter Neonazis unbequeme Schlagzeilen. Damals im April 2005 wurden Mitglieder der Gruppe »Combat 18 – Pinneberg« durch das Flensburger Landgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Ein Teil der angeklagten Neonazis wurden im folgenden Prozess zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt.\nDer Name der Gruppe bezog sich auf die englische Terrorgruppe »Combat 18« (C-18), die vor über einem Jahrzehnt in London gegründet wurde. »Combat« steht dabei als Bezeichnung für Kampfeinheit. Das Zahlenkürzel »18« bezieht sich auf Buchstaben im Alphabet und begründet sich in den Initialen Adolf Hitlers. »Combat 18« versteht sich als bewaffneter Arm des Neonazinetzwerkes »Blood \u0026 Honour«, dessen deutscher Ableger im September 2001 verboten wurde. In der Vergangenheit verübte die terroristische Gruppe in ihrem Ursprungsland eine Reihe von Bombenanschlägen und politischen Morden. Unter dem Namen »Redwatch« veröffentlichte die englische Gruppe »Feindlisten«; - Briefbomben wurden verschickt.\nDas Potential der Gewaltanwendung deutscher »Kampfeinheiten« wie der mittlerweile aufgelösten Gruppierung »Combat 18 – Pinneberg« bewegte sich rückblickend auf einem weitaus geringerem Niveau. Eine Unbedenklichkeitserklärung konnte der Gruppe allerdings dennoch nicht ausgesprochen werden. Bei Hausdurchsuchungen im Jahr 2004 beschlagnahmten Einsatzkräfte der Polizei Handfeuerwaffen und eine Pumpgun. Die Beamt_innen stellten damals ebenfalls Anleitungen zum Bau von Bomben und Sprengkörpern sowie eine »Liste« von politischen Gegnern sicher. Im Visier der Gruppe standen neben regionalen Persönlichkeiten und Aktivist_innen auch Politiker-innen und Polizeibeamt_innen.\nIm Mai 2003 schändeten Mitglieder der Pinneberger Gruppe den Friedhof der jüdischen Gemeinde in Neustadt/Holstein. Mehrere Grabsteine wurden beschmiert; mit roter Farbe hinterließen die Täter den Schriftzug ihrer Organisation. Als weiterer Warnhinweis wurde ein aufgeschlitztes Ferkel von den beiden später gefassten Mitgliedern von »C-18 Pinneberg« auf dem Gelände des Friedhofes hinterlassen. Die neuerliche Attacke gegen Einrichtungen der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein kommt nicht überraschend. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass die 2005 verurteilten Strukturen der Neonazis in die Vorgänge direkt involviert sind; von Entwarnung kann aber angesichts der neuerlichen Vorgänge keineswegs gesprochen werden. Der Attacke auf das Jüdische Gemeindehaus in Pinneberg gingen bereits andere Vorfälle voraus. Unter anderem warfen bislang unbekannte Täter_innen während eines Gottesdienst der jüdischen Gemeinde Holzklötze gegen die Fensterscheiben des Gotteshauses. Als Anwesende daraufhin die Räumlichkeiten verließen, hatten die Täter_innen bereits das Weite gesucht. An Laternen rund um das nun angegriffene jüdische Gemeindehaus fanden Anwohner in den vergangenen Wochen Aufkleber von NPD und Kameradschaftsszene. In direkter Nähe zum Gemeindehaus befinden sich pikanterweise die Räumlichkeiten von Neonazis aus dem Umfeld der Kameradschaftsszene und der »Deutschen Volksunion (DVU)«. Antisemitische Gesinnung wird von der regionalen Neonaziszene aber nicht nur verdeckt geäußert. Im Mai letzten Jahres feierte die jüdischen Gemeinde eine Hochzeit im Stadtgebiet - eine Veranstaltung, die traditionell im Freien durchgeführt wird. Eine Störaktion von Neonazis aus Pinneberg war die Folge. Aus ihrem Weltbild und ihrer menschenfeindlicher Gesinnung machten die pöbelnden Neonazis kein Hehl. »Türken und Juden sollte man verbrennen« lautete eine der verwendeten Parolen. Dass die jüdische Gemeinde in Pinneberg nicht zufällig zum Angriffsziel geworden ist, offenbart auch ein Blick auf einen Vorfall vom 1.Mai in Hamburg. Neonazis aus Norddeutschland führten in der Hansestadt einen Großaufmarsch durch; Ausschreitungen und Angriffe der Neonazis gegen Gegendemonstrant_innen und Journalist_innen waren die Folge. Vertreter_innen der jüdischen Gemeinde aus Pinneberg waren ebenfalls vor Ort und beteiligten sich an den Gegenprotesten. Neonazis erblickten die Gruppe und konfrontierten sie umgehend. Dass die Neonaziszene in Pinneberg weiterhin vermeintliche politische Feinde gezielt ausspäht und sich Kenntnis über sie verschafft, zeigt auch der dabei gefallene Satz: »Die Juden aus Pinneberg sind auch da«. Dass es in Pinneberg nicht bei »Feindaufklärung« und Drohungen von Neonazis bleibt, zeigen die jüngsten Vorfälle zum wiederholten Male.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.06.16-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In der Nacht auf den 16.06.2007 wurde auf das jüdische Gemeindehaus in Pinneberg ein Anschlag verübt. Bislang unbekannte Täter_innen griffen Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde im Süden von Schleswig-Holstein an. Ein Pflasterstein wurde dabei durch die Scheiben des Gebetsraumes geschleudert. Wenige Stunden später erhielten Verantwortliche des Gemeindehauses dann einen anonymen Telefonanruf. Die Botschaft des Anrufers war unmissverständlich: »Das kann öfters passieren. Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«","title":"»Ihr habt jetzt keine Ruhe mehr. Sieg Heil!«"},{"city":"Bad Nenndorf","content":" Flink wie Windhunde und hart wie Kruppstahl - noch immer eine Idealvorstellung der bundesdeutschen Neonaziszene. Ob die Neonazis, die vergangenes Wochenende im niedersächsischen Bad Nenndorf an einer Laufveranstaltung teilnahmen, jene Losung der Hitlerjugend auf den Lippen trugen, mag allerdings bezweifelt werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung diente vielmehr der Verbreitung aktuellerer neonazistischer Propaganda.\nDer »Kurparklauf« am 14.06.2008 in Bad Nenndorf lockte dieses Jahr nicht nur Sportbegeisterte in den beschaulichen Kurort im Weserbergland; auch politische Überzeugungstäter des neonazistischen Spektrums fanden am vergangenen Wochenende ihren Weg ins südliche Niedersachsen. Neonazis aus den Regionen Schneverdingen, Lüneburg und Verden packten die Gelegenheit beim Schopf, um den jährlich stattfindende Volkslauf für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Als menschliche Reklametafeln betrieben sie Werbung für einen Neonaziaufmarsch, der am 02.08.2008 in Bad Nenndorf stattfinden soll.\nMit zwei Teams war man hier angetreten:das Team »Erdinger Alkoholfrei«, das durch das Verdener NPD-Mitglied Daniel Fürstenberg vertreten wurde sowie das Team der militanten Kameradschaftsgruppe »Snevern Jungs«. Deren Mitglieder stellten in der Vergangenheit ihr sportliches Talent nicht nur in Laufschuhen unter Beweis. Bei Aufmärschen der neofaschistischen Szene prügelten sie in der Vergangenheit schon mal auf Gegendemonstrant_innen ein oder beteiligten sich an Hetzjagden und Angriffen auf Journalist_innen, zuletzt während eines Aufmarsches von Neonazis am 1. Mai in Hamburg.\nSport und Politik #Offene Laufwettbewerbe genießen nicht nur beim bundesdeutschen Durchschnittsbürger hohes Ansehen. Hier wird geschwitzt, gerannt und irgendwie auch gekämpft, zumindest um die Plätze. Neben professionellen Läufer_innen findet sich bei Veranstaltungen dieser Art ein breiter Querschnitt der Gesellschaft zusammen. Auch einige Neonazis aus dem Herzen Niedersachsens haben seit etlichen Jahren ihre Vorliebe für das Laufen entdeckt. Der sportliche Wettkampf ist dabei Nebensache, vielmehr steht die Politik im Vordergrund.\nDie Taktik, gesellschaftliche Veranstaltungen für die eigenen Zwecke zu nutzen, ist nicht neu. Neonazis aus dem niedersächsischen Schneverdingen betreiben sie bereits seit einigen Jahren. Die dortige Kameradschaft »Snevern Jungs« um ihren in die Jahre gekommenen Anführer Matthias Behrens ist so seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil des jährlich stattfindenden Heidelaufes in dem kleinen Städtchen. In erster Linie ist solch ein Vorgehen einer von Neonazis praktizierten Akzeptanzpolitik geschuldet. Hier schwimmen sie mit, im Strom der Läufer_innen, können sich präsentieren und durch geführten Smalltalk möglicherweise gar den einen oder anderen Sympathiepunkt gewinnen. Das »All Jews Are Bastards« -Tattoo auf dem Bauch erscheint hier nebensächlich.\nDiese Akzeptanzpolitik hat bei den »Snevern Jungs« eine gewisse Tradition. Bei anderen Gelegenheiten wie Skatturnieren werden »für die große Sache« auch schon einmal unauffällig die Karten gekloppt, öffentlich ausgeschriebene Aufrufe zum Blutspenden werden von den Neonazis ebenfalls nicht ignoriert: für die Neonazis aus der Heideregion alles Termine, die sorgsam im politischen Taschenkalender festgehalten werden. Termine, wo ganz nebenbei der politische Kampf ausgefochten werden kann.\nGebt der Meute, was sie braucht… #Das Vorgehen der politischen Überzeugungstäter_innen ist dabei nicht ganz uneigennützig. Aktivitäten dieser Machart gehören zur »Erlebniswelt Neofaschismus«. Das ist für den Zusammenhalt und das Zusammenwachsen der einzelnen Aktivisten durchaus wichtig. Gerade der politische Nachwuchs bedarf jener Form der Politik, denn wenn das politische Erleben erstmal langweilig und öde erscheint, verfliegt die womöglich gerade erwachte Begeisterung.\nPolitische Stagnation erzeugt dann spürbare Lähmungserscheinungen in der Motivation der selbst ernannten »politischen Soldaten«. Schlimmstenfalls ziehen sich die Aktivisten in ihr Privatleben zurück und hoffen auf bessere Zeiten. Aus diesem Grund investiert die Szene viel Energie und Aufwand in »praktische« Aktionsformen. Das Ringen um »Aktivität um jeden Preis« kann dann mitunter abstruse Formen annehmen.\nIn einschlägigen Internetforen kann es vorkommen, dass sich einzelne Aktivisten stundenlang den Kopf darüber zermartern,aus welchem Grund man denn nun eigentlich den nächsten Aufmarsch plant. Wenn nichts anderes herhalten kann, verlässt man sich auf altbewährte »Evergreens« wie »Nationale Zentren schaffen» oder im Gegenzug »Anti-Nationale Zentren abschaffen».\nBluten für den »Kampf um die Köpfe« #Andererseits dienen Aktivitäten wie die Teilnahme am Kurparklauf während des vergangenen Wochenende in Bad Nenndorf der Außenwirkung und Öffentlichkeitsarbeit: »Kampf um die Köpfe!« - wie es im Jargon der Neonazis heißt. Das Laufen als politische Plattform nutzten die »Snevern Jungs« in den Vorjahren schon längst nicht mehr nur in Schneverdingen und schon gar nicht mehr alleine.\nAuch der Celler Wasa-Lauf diente ihnen und der örtlichen »KameradschaftCelle 73« in der Vergangenheit als willkommene Bühne für das politische Wirken. Die Tätigkeit ist dabei genauso einfach wie klar umrissen: durch Präsenz Öffentlichkeit schaffen. Die »Eroberung des öffentlichen Raumes« wird dabei recht subtil vorangetrieben. Kameradschaftslogo und mitunter versteckte antisemitische Statements auf Trikots reichen aus, um die gewünschte Außenwirkung zu entfalten.\nInzwischen haben weitere Neonazis die Akzeptanzpolitik der »Snevern Jungs« für sich entdeckt. Mitglieder der NPD Verden nahmen 2007 nicht nur am Heidelauf in Schneverdingen teil. Auch direkt im Landkreis Verden wird nun dem Vorbild aus der Heide nachgeeifert. Unter der Leitung von Daniel Fürstenberg, NPD-Gemeinderatsmitglied in Dörverden, wechselt die regionale NPD nun beizeiten Parteifahne gegen Laufschuhe oder tauscht bei Blutspenden schon mal die Ordnerbinde gegen die Kanüle, so beim Verden-Aller Stadtlauf 2007 oder bei einer »Blutspendeaktion« im September vergangenen Jahres.\nNichts als Propaganda #Der diesjährige »Kurparklauf« in Bad Nenndorf wurde von den beteiligten Neonazis auch dazu genutzt, das politische Repertoire zu erweiteren. Gemeinsam mit einem Team der »NPD Verden« versuchte das »Snevern-Jungs-Team« durch den Lauf in Bad Nenndorf den Boden für eine anstehende neonazistische Veranstaltung in dem idyllisch gelegenen Kurort zu bereiten. Spätestens bei Betrachtung der getragenen Trikots entpuppte sich die Sportbegeisterung der Neonazis als bloßer Propagandatrick: auf dem Hemden abgebildet - das Logo einer neonazistischen Kampagne.\nNeonazis aus Niedersachsen versuchen seit längeren einen jährlich stattfindenen Aufmarsch in der Stadt zu etablieren. Den thematischen Hintergrund dazu bildet die Vergangenheit des örtlichen Wincklerbades. Nach dem zweiten Weltkrieg war hier ein Gefangenlager der Briten untergebracht. Ein Fernsehbericht von BBC machte die Geschehnisse rund um das Wincklerbad vor nunmehr 3 Jahren öffentlich. Seitdem versuchen norddeutsche Neonazis mit den Vorgängen in Bad Nenndorf eine propagandistische Kampagne aufzubauen. Geschichte soll umgedeutet, aus Tätern Opfer gemacht werden.\nDiesbezügliche neofaschistische Bemühungen, in Bad Nenndorf Fuß zu fassen, blieben bislang jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Stattdessen begleiteten in den beiden vorangegangenen Jahren massive Gegenproteste den neofaschistischen Aufmarsch: zu offensichtlich der neonazistische Hintergrund, zu dumpf die betriebene Rattenfängerei. Ob die diesjährige sportliche Einlage der Neonaziszene den beabsichtigten Erfolg beschert, bleibt abzuwarten. Aus ihrer Gesinnung machen die Neonazis indes auch in diesem Jahr kein Hehl. Abermals wurden gängige Klischees bedient. Ein Kommentar in einem einschlägigem Forum zu der Aktion lässt tief blicken. Er lautet: »Sport Heil!«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.06.16/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Flink wie Windhunde und hart wie Kruppstahl - noch immer eine Idealvorstellung der bundesdeutschen Neonaziszene. Ob die Neonazis, die vergangenes Wochenende im niedersächsischen Bad Nenndorf an einer Laufveranstaltung teilnahmen, jene Losung der Hitlerjugend auf den Lippen trugen, mag allerdings bezweifelt werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung diente vielmehr der Verbreitung aktuellerer neonazistischer Propaganda.","title":"Da laufen sie..."},{"city":"Berlin/Greifswald/Vechta","content":" Unsanft wurde er aus dem Schlaf gerissen. Die ersten Stunden des Tages hatte sich der Neonazifunktionär Ragnar Dam sicherlich anders vorgestellt. Polizeieinsatzkräfte des Landeskriminalamtes Berlin, verschafften sich in den Morgenstunden Zutritt zu den Räumlichkeiten des Studenten der Universität Greifswald. Hintergrund der polizeilichen Durchsuchungen ist ein Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der neofaschistischen »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ). Den HDJ-Aktivisten wird vorgeworfen »Rasseschulungen» im Namen der neofaschistischen Organisation geplant und durchgeführt zu haben.\nPolizeibehörden aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin führten in den Morgenstunden des heutigen Tages umfangreiche Hausdurchsuchungen bei zwei Mitgliedern der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ) durch. Vorgeworfen wird den beiden verdächtigen Neonazis laut Staatsanwaltschaft Berlin der Verdacht »der strafbaren Verbreitung rechtsgerichtete Ideologien«. Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten zu diesem Zwecke in den drei Bundesländern Wohnräume der Beschuldigten HDJ-Mitglieder und stellten dabei Beweismaterialien sicher.\nBei einem der beschuldigten Neonazis handelt es sich um den 24jährigen Ragnar Dam. Als »Einheitsführer« der »HDJ Einheit Mecklenburg und Pommern« gilt er als wichtiger Drahtzieher der neonazistischen Jugendorganisation. Die »HDJ Einheit Mecklenburg und Pommern« gilt als eine der jüngeren Organisationsstrukturen des bundesweit agierenden Vereins. Gegründet wurde die »Einheit« im Jahr 2006 und entwickelte sich seitdem zu einer der politisch aktivsten der HDJ. Als Leitspruch während der Gründungsveranstaltung der »HDJ-Einheit« wurde die Losung »Flamme empor« verwendet. Eine Losung, die in der Vergangenheit auch die 1994 verbotene »Wiking-Jugend e.V.« verwendete.\nMitglieder der HDJ-Gruppe sitzen auch im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Der NPD-Abgeordnete Tino Müller ist dabei einer der prominentesten Vertreter_innen der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« in den Reihen der neonazistischen Partei. Inzwischen ist Müller auch für die Internetpräsenz des völkisch-neofaschistischen Vereins zuständig. Rund ein Dutzend Wahlkreis- und Fraktionsmitarbeiter der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag sind in die Aktivitäten der HDJ involviert.\nDarüberhinaus ist Ragnar Dam auch »Führer der Leitstelle Nord der HDJ». Besagte Leitstellen fungieren als übergeordneter Zusammenschluß und Koordnierungsstelle einzelner »HDJ Einheiten«. Unter der »Leitstelle Nord«, deren derzeitiger Sitz sich in Greifswald befindet, organisieren sich die »HDJ Einheit Niedersachsen«, die »HDJ Einheit Nordland« aus Schleswig Holstein sowie die »Einheit Mecklenburg und Pommern«.\n»Rassenschulungen« mit NS-Propagandamaterial #Laut Staatsanwaltschaft Berlin, die die Ermttlungen leitete, hatte Ragnar Dam in seiner Funktion als »Leitstellenführer« sogenannte »Rassenschulungen« durchgeführt. Zu den Inhalten der »Schulungsveranstaltungen« gehörte dabei auch das Vorführen des antisemitischen Propagandaflimes »Der ewige Jude«. In dem nationalsozialistischen Machwerk, das auf direkte Anweisung des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels erstellt wurde, werden Menschen jüdischen Glaubens mit Ratten und Ungeziefer verglichen. Der Film diente laut Angaben des Bundesfilmarchives der »ideologischen Vorbereitung der Bevölkerung auf die geplante Vernichtung der europäischen Juden« durch das nationalsozialistische Regime.\nNeben Räumlichkeiten von Ragnar Dam in Berlin und Greifswald wurden auch die Wohnräume eines niedersächsischen HDJ Aktivisten von den Ermittlungsbehörden in Vechta durchsucht. Der 26jährige Neonazi Christian Fischer ist Mitglied der »HDJ Einheit Hermannsland«, die wiederum der »HDJ Leitstelle West« mit Sitz in Detmold untergeordnet ist. Der Kandidat der NPD anlässlich der vorangegangenen niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2008 gilt szeneintern als politischer Überzeugungstäter. Im Juni 2006 gehörte Fischer ebenfalls zu den Mitveranstaltern eines sogenannten »Sommerlagers« in Wilsum. Im Verlauf des Lagers, das unter dem Motto »Leben ist Kampf« stand, wurde unter anderem auch das Enthaupten potentieller Gefangener trainiert. Bei anschliessenden polizeilichen Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem »Sommerlager« wurden neben Neonazidevotionalien auch ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt.\nLaut Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin soll der Propagandafilm »Der ewige Jude« während der »Schulungsveranstaltung« auch Jugendlichen vorgeführt worden sein. Diesbezüglich ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft zudem wegen des Verdachtes des »Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz«. Gegen die beiden HDJ Mitglieder wird weiterhin wegen des Vorwurfes »des Verbreitens verfassungswidriger Propagandamittel« sowie »Volksverhetzung« ermittelt.\nWo die HDJ auftaucht, ist die NPD nicht weit entfernt #Christian Fischer, der ebenfalls in der Vergangenheit mehrfach im Zusammenhang mit der hauseigenen Schutztruppe der NPD, dem »NPD Bundesordnerdienst«, in Erscheinung getreten ist, gehört zum Kreis der NPD-Aktivisten aus dem Raum Osnabrück. Der dortige NPD-Kreisverband verfügt in Georgsmarienhütte–Harderberg über Räumlichkeiten, die der Partei in der Vergangenheit von einem Sympathisanten zur Verfügung gestellt wurden.\nIn den Räumlichkeiten des so genannten »NPD Heimes« veranstaltete die NPD neben regelmäßig stattfindenden Mitgliederversammlungen auch sogenannte Schulungsveranstaltungen, so auch die besagte «Rasseschulung« der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V«. Christian Fischer gilt in diesem Zusammenhang als Mitorganisator der Veranstaltung. Der 26jährige Neonazi und ehemalige Führungsaktivist der inzwischen aufgelösten Neonazigruppierung »Freie Nationale Vechta« soll außerdem auf Einladungsschreiben zu der Veranstaltung namentlich in Erscheinung getreten sein.\nBei den Durchsuchungen gegen die beiden Mitglieder der »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« wurden nach Polizeiangaben neben Unterlagen über die gehaltenen Vorträge auch Datenträger sichergestellt. Wie die Staatsanwaltschaft Berlin verlauten ließ, dauern die Ermittlungen weiterhin an. Szenebeobachter_innen werten die polizeilichen Maßnahmen als empfindlichen Schlag gegen die neonazistische Vereinsorganisation.\nErst im November des vergangenen Jahres wurde durch das Bundesinnenministerium ein Uniformierungsverbot gegen die Organisation bestätigt. Auch ein weiteres Führungsmitglied der HDJ muss sich darüber hinaus in den nächsten Monaten vor Gericht verantworten. Im Verlauf einer unter anderem von der HDJ im November 2006 organisierten Veranstaltung kam es zu Angriffen gegen anwesende Journalist_innen. Bei einem der Angreifer handelte es sich um Sebastian Räbiger, seines Zeichens Bundesvorsitzender der HDJ.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.20/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Unsanft wurde er aus dem Schlaf gerissen. Die ersten Stunden des Tages hatte sich der Neonazifunktionär Ragnar Dam sicherlich anders vorgestellt. Polizeieinsatzkräfte des Landeskriminalamtes Berlin, verschafften sich in den Morgenstunden Zutritt zu den Räumlichkeiten des Studenten der Universität Greifswald. Hintergrund der polizeilichen Durchsuchungen ist ein Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der neofaschistischen »Heimattreuen Deutschen Jugend e.V.« (HDJ). Den HDJ-Aktivisten wird vorgeworfen »Rasseschulungen» im Namen der neofaschistischen Organisation geplant und durchgeführt zu haben.","title":"Razzia gegen Mitglieder der völkisch-neofaschistischen HDJ"},{"city":"Wismar","content":" In den letzten Tagen kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Reihe von neonazistisch motivierten Vorfällen. Die Polizei bezeichnete einige der Vorgänge in diesem Zusammenhang als »Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung«. Die Palette der neonazistischen Aktivitäten reicht dabei vom Hitlergruß über rassistischeBeleidigungen und Bedrohungen zu geschmierten Hakenkreuzen und Verteilaktionen antisemitischer Propagandainhalte.\nBereits am 08.05.2008 versuchten Mitglieder der neonazistischen Gruppierung »Mecklenburger Aktionsfront« eine öffentliche Gedenkveranstaltung in Neustrelitz zu stören. Zu diesem Zweck entrollten sie am Rand der Veranstaltung ein Transparent mit der Aufschrift »Die Mörder von gestern sind die Lügner von morgen - Mecklenburgische Aktionsfront«. Ebenfalls anwesende Einsatzkräfte der Polizei sprachen daraufhin Platzverweise gegen zwei beteiligte Neonazis aus. Nachdem die beiden Männer der polizeilichen Aufforderung nicht nachkamen, wurden sie in kurzfristigen Polizeigewahrsam genommen.\nAm Vortag wurden an diversen öffentlichen Plätzen Aufkleber der »Mecklenburger Aktionsfront« unter anderem in Neubrandenburg und Röbel hinterlassen. Die propagierten Inhalte bezogen sich gleichfalls auf den 8.Mai und das öffentliche Gedenken im Bezug auf das Ende des zweiten Weltkrieges. Die Verklärung der Vergangenheit steht dabei im Mittelpunkt diesbezüglicher Aktivitäten der Neonaziszene. Die nationalsozialistische Diktatur von 1933 bis 1945 wird in eine Opferrolle umgedeutet und der Widerstand der Alliierten gegen »Hitler-Deutschland« mit Hilfe absurder Behauptungen dabei zum Angriffsskrieg verzerrt.\nIm CDs mit antisemitischen Inhalten wurden dazu in zahlreichen Briefkästen hinterlassen. Ebenfalls in der Nacht auf den 8.Mai schändeten bislang unbekannte Täter_innen einen Gedenkstein in Boitzenburg. Auf dem Mahnmal im ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme wurden SS-Runen und ein Hakenkreuz hinterlassen.\nNeonazistische Aktivitäten in der Region bilden dabei keine Seltenheit. In Boitzenburg und umzu existiert seit Jahren eine feste Neonazi-Szene. Das nahe gelegenen Amholz ist einer ihrer dortigen Stützpunkte. Funktionäre wie das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff oder Michael Grewe, Mitglied im Landesvorstand der NPD Mecklenburg-Vorpommern, haben dort bereits Ende der 90er Jahre Quartier bezogen. Auch die militante Gruppierung »Kameradschaft Elbsturm« aus Boitzenburg sorgte in der Vergangenheit ebenso wie Konzertveranstaltungen der Neonaziszene in der Region für Schlagzeilen.\nAm vergangenen Pfingstwochenende kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu einem weiteren rassistisch motivierten Zwischenfall. Besagter Vorfall ereignete sich am Bahnhof der Hansestadt Wismar. Dabei bedrängten Neonazis eine Reisegruppe, die sich auf dem Bahnsteig befand. Nachdem die vier Personen umfassende Reisegruppe von einem der Neonazis mehrfach mit rassistischen Beschimpfungen beleidigt wurde, soll der Neonazi einen Schlagstock gezogen und die Gruppe daraufhin bedroht haben.\nZuvor hatte der ca. 20jährige Mann bereits den Arm zum Hitlergruß erhoben. Erst als ein Personenzug am Bahnsteig zum Stehen kam, ließ der Neonazi, der in Begleitung einer weiteren männlichen Person war, von seinen Opfern ab. Hintergrund der Tat schien die arabische Herkunft der Reisegruppe zu sein. Die Täter konnten sich unerkannt vom Ort des Geschehens entfernen.\nNeonazistische Aktivitäten auch in Neubrandenburg und Neustrelitz #Am 16.05.2008 verbreiteten dann wiederum in Neubrandenburg und Neustrelitz bislang Unbekannte Symbole mit nationalsozialistischem Bezug im öffentlichen Raum. Ein gesprühtes Hakenkreuz prangte an einem Wahlplakat zur Oberbürgermeisterwahl in der Stadt, und in Neustrelitz wurden in den Lack eines Fahrzeugs mehrere Hakenkreuze geritzt. An einem Treppenaufgang eines Neubrandenburger Mehrfamilienhauses wurde zwei Tage später ebenfalls ein Hakenkreuz in gesprühter Form hinterlassen.\nDas gleiche Symbol wurde einige Wochen zuvor bei Schmierereien am Gebäude des Arbeitsamtes in Greifswald verwendet. Zudem hinterließen die dortigen Täter_innen an den Wänden Schriftzüge wie »Arbeit macht frei« und »Nationaler Sozialismus schafft Arbeit«. Eine Woche zuvor wurde bereits das Greifswalder Rathaus mit ähnlicher Propaganda versehen. Auch hier wurde neben der Losung »Verräter, König köpfen« ein Hakenkreuz an der Wand des Rathauses gesprüht.\nAm Montag, dem 19.05.2008, wurde dann ein Zwischenfall im mecklenburgischen Pasewalk bekannt. Einsatzkräfte der Polizei kontrollierten einen als neonazistisch bekannten Treffpunkt, aus dem laute Musik drang. Bei den anwesenden Neonazis im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, die der Polizei zuerst den Zugang zum Treffpunkt verwehrten, sollen daraufhin verfassungswidrige Symbole festgestellt worden sein. Dabei sei eine Fahne mit dem »Triskele«-Symbol sichergestellt worden.\nDie Triskele wurde in der Vergangenheit unter anderem von dem in der Bundesrepublik verbotenen neofaschistischen »Blood \u0026 Honour«-Netzwerk genutzt. Eine ebenfalls sichergestellte »Reichskriegsfahne« fiel dabei nicht weiter ins Gewicht. Gegen die Neonazis wird nun wegen Verwendens verfassungswidriger Symbole und Widerstand gegen die Staatsgewalt ermittelt: fast schon Normalzustand an der Ostsee.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.19/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den letzten Tagen kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Reihe von neonazistisch motivierten Vorfällen. Die Polizei bezeichnete einige der Vorgänge in diesem Zusammenhang als »Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung«. Die Palette der neonazistischen Aktivitäten reicht dabei vom Hitlergruß über rassistischeBeleidigungen und Bedrohungen zu geschmierten Hakenkreuzen und Verteilaktionen antisemitischer Propagandainhalte.","title":"Neonazistischer Normalzustand in Mecklenburg-Vorpommern?"},{"city":"Sondershausen","content":" Die jährlich stattfindene Neonazi-Veranstaltung, der so genannte »Thüringentag der nationalen Jugend«, wurde am vergangenen Wochenende im thüringischen Sondershausen durchgeführt. Rund 150 Teilnehmer_innen aus Zusammenhängen der NPD, deren Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten«(JN), der militanten Kameradschaftsszene und der so genannten „Autonomen Nationalisten« (AN) unternahmen mittlerweile im siebten Jahr mit der Propagandaveranstaltung den vergeblichen Versuch, in dem Bundesland eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. Die Redebeiträge verschiedener Neonazi-Funktionäre dienten hierbei dazu, die regionale neofaschistischen Szene für den Wahlkampf zur Landtagswahl 2009 »auf den rechten Kurs« zu bringen. An Verkaufständen wurden den aus mehreren Bundesländern angereisten Neonazis CDs, T-Shirts und andere Devotionalien angeboten. Geschützt durch mehrere Einsatzhundertschaften der Bereitsschaftspolizei waren die Neofaschisten sowohl von Gegenprotesten wie auch vom Rest der Öffentlichkeit vollig isoliert.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.17/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Die jährlich stattfindene Neonazi-Veranstaltung, der so genannte »Thüringentag der nationalen Jugend«, wurde am vergangenen Wochenende im thüringischen Sondershausen durchgeführt. Rund 150 …","title":"7. »Thüringentag der nationalen Jugend«"},{"city":"Werder (Havel)","content":" Die Täter_innen hinterließen Hakenkreuze und SS-Runen. In der Nacht zum 14.05.2008 konnten bislang Unbekannte in die Räumlichkeiten des evangelischen Gemeindehaus im brandenburgischen Werder an der Havel eindringen und verwüsteten dort anschließend die Innenräume. Von der politischen Dimension der Tat vollkommen überrascht zeigte sich unter anderem die örtliche Staatsschutzabteilung der Polizei. Eine organisierte Neonaziszene sei dort nicht bekannt. Der Blick auf das angrenzende Umland von Werder (Havel) offenbart hingegen seit Jahren aktive und wachsende neofaschistische Strukturen.\nIm Bezug auf neonazistische Hintergründe der jüngsten Vorkommnisse im brandenburgischen Werder (Havel) äußerte sich Torsten Ringel, zuständiger Polizeipressesprecher des »Schutzbereichs Brandenburg» ausweichend: »Eine organisierte rechte Szene ist dort nicht bekannt«. Diese Aussage mag verwundern, fand doch erst vor wenigen Monaten im November 2007 eine Propagandaaktion der neonazistischen NPD in der brandenburgischen Kleinstadt statt. Zu der zwei Stunden dauernden »Mahnwache« des NPD-Kreisverbandes Havel–Nuthe erschienen damals rund ein Dutzend Neonazis. Auch das Postfach des neonazistischen NPD-Kreisverbandes befindet sich in dem Städtchen.\nBei der »Mahnwache« in Werder (Havel) handelte es sich auch keineswegs um eine Anomalie in der Region. Neben durchgeführten »Informationsständen« des NPD-Kreisverband Havel–Nuthe wie am 08.03.2008 im brandenburgischen Rathenow kam es zuletzt auch immer wieder zu Aktivitäten, bei denen neonazistische Propagandamaterialien verteilt wurden. Die »Mahnwache« in Werder (Havel) diente dem NPD-Kreisverband lediglich als Startschuss für politische Aktivitäten anlässlich des anstehenden Kommunalwahlkampfs.\nBei der Kommunalwahl 2008 in Brandenburg werden neonazistischen Organisationen dabei hohe Wahlergebnisse prognostiziert: Ergebnisse, die zu einer weiteren Festigung der organisierten Neonaziszene in dem Bundesland beitragen dürften. Mit der »Deutschen Volksunion« (DVU) verfügten Neonazis bereits seit dem Jahr 1999 über eine dauerhafte Vertretung im Landtag von Brandenburg.\nNeben neonazistischen Parteien wie NPD und DVU sind in der Region vor allem die Strukturen der militanten Kameradschaftsszene von Bedeutung. Nicht nur im wenige Kilometer entfernten Potsdam konnte sich beispielsweise in den letzten Jahren eine äußerst aktionistische Neonaziszene entwickeln. Neofaschist_innen aus Potsdam und Umgebung treten dabei insbesondere durch ihre hohe Gewaltbereitschaft in Erscheinung. Die Gruppierungen aus der Region und der Stadt Potsdam sind darüber hinaus in den vergangenen Jahren ein fester Bestandteil bei Aufmärschen des bundesweit organisierten Neonazispektrums geworden.\nDas Städtchen am Ufer der Havel ist bislang kein herausragender Schwerpunkt neonazistischer Aktivitäten. Dennoch gehen die Angaben der Staatsschutzabteilung der Polizei in Brandenburg an der politische Wirklichkeit in der Region und dem Bundesland vorbei. Neben bundesweit vernetzten Strukturen rangiert gerade Brandenburg bei Statistiken von Gewaltaten mit neonazistischem Hintergrund seit Jahren in den oberen Regionen.\nÜber die Motive der Täter_innen in Werder (Havel) wird indessen noch gerätselt. Vermutet wird, dass sich der Angriff gegen das Engagement von Religionsschüler_innen der Gemeinde richtete. Im Zusammenhang mit dem 150. Kirchenjubiläum in Werder (Havel) erarbeiteten die Schüler_innen eine Ausstellung über eine örtliche Gruppe der »Bekennenden Kirche«. Die Gruppierung befand sich zur Zeit der NS-Diktatur im Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime.\nIm Gegensatz zum Pressesprecher der Polizei scheinen einige Aktivist_innen der regionalen Neonaziszene über einige der Hintergründe bezüglich der Tat bereits im Bilde zu sein. In einem szeneigenen Nachrichtenportal beklagt sich ein Nutzer, der unter dem Pseudonym «brandenburger nationalist» auftritt, über das Verhalten der »Kameraden« bezüglich der Aktion. »Als jemand, der dieses Kaff kennt, schwant mir auch einiges, was die versoffenen Täter angeht. Ich denke, es ist angebracht, dass sich ein paar von UNSEREN Aktivisten mal mit denen «unterhalten»…»","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.15/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Täter_innen hinterließen Hakenkreuze und SS-Runen. In der Nacht zum 14.05.2008 konnten bislang Unbekannte in die Räumlichkeiten des evangelischen Gemeindehaus im brandenburgischen Werder an der Havel eindringen und verwüsteten dort anschließend die Innenräume. Von der politischen Dimension der Tat vollkommen überrascht zeigte sich unter anderem die örtliche Staatsschutzabteilung der Polizei. Eine organisierte Neonaziszene sei dort nicht bekannt. Der Blick auf das angrenzende Umland von Werder (Havel) offenbart hingegen seit Jahren aktive und wachsende neofaschistische Strukturen.","title":"Hakenkreuze im Kirchenschiff"},{"city":"Dörverden/Pößneck","content":" Am vergangenen Freitag (09.05.2008) versammelten sich vor dem durch neofaschistische Aktivitäten bekannt gewordene „Heisenhof“ im niedersäsichen Dörverden mehrere Mitgleider der regionalen Neonazi-Szene. Verdener Polizeikräfte wiesen die Anwesenden auf das noch immer geltende Zutrittsverbot für das 2,6 ha große Gelände hin, was diese dann auch tatsächlich nicht betraten. Das könnte sich allerdings bald ändern.\nDer Vorsitzende der NPD-Hamburg, Jürgen Rieger, hatte das ehemalige Bundeswehrgelände in Dörverden und das schloßähnliche »Schützenhaus« im thüringischen Pößneck 2004 im Namen der »Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation Ltd.« erworben. Die 2001 gegründete und in London eingetragene Stiftung verwaltet das Vermögen des ehemaligen Wehrmachtsoffiziers und Bremer Lehrers Wilhelm Tietjen. Ihr Ziel ist es durch »Fruchtbarkeitsforschung« (Fertilisation) den »Fortbestand der arischen Rasse zu gewährleisten«. In den Immobilien wollte der bekennende Rassist Rieger nach eigenen Angaben neofaschistische Schulungszentren errichten. Immer wieder hatten am »Heisenhof« Renovierungsarbeiten stattgefunden - beispielsweise im Mai 2005 und 2006 im Rahmen eines Treffens der von Rieger geführten »Artgemeinschaft«. Diese völkisch-neuheidnische »Religionsgemeinschaft« fiel in der Vergabgenheit immer wieder durch extrem rassistische und antisemitische Aktivitäten auf. Am 29. August 2006 wurde die Stiftung dann aus dem Handelsregister des zuständigen »Companies House« in London gestrichen. Grund dafür waren fehlende Geschäftsberichte des Jahres 2004 gewesen, die Rieger nach mehrmaliger Mahnung nicht eingereicht hatte. Durch die Streichung fiel nach britischem Recht der gesamte Besitz der rassistischen Stiftung, also auch die Immobilien in Pößneck und Dörverden, an die englische Krone. Daraufhin setzte das Amtgericht Jena im März 2007 einen Erfurter Rechtsanwalt als so genannten Nachtragsliquidator ein, dessen Aufgaben der Verkauf der Gebäude und die Abwicklung des Stiftungsvermögens waren. Dieser verhängte dann auch das Nutzungs- und Zutrittsverbot über beide Gelände. Die Rechtslage blieb lange unklar und der deutsche Verfassungsschutz vermutete sogar, dass mehrere Jahrzehnte vergehen könnten, bis die Fragen um die Stiftung und ihr Eigentum geklärt seien. Seit einigen Tagen scheint dem nicht mehr so. In dem öffentlich einsehbaren Handelsregister des englischen »Companies House« ist die »Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation Ltd.« wieder mit dem Status »active« angegeben. Das bedeutet, der Rechtsanwalt Rieger hat allem Anschein nach eine Wiedereintragung der Stiftung erreicht und somit gehen auch die beiden Immobilien wieder in den Besitz dieser über. Das Nutzungsrecht betreffend gilt zunächst weiterhin das verhängte Zutrittsverbot. Wie die Gerichte mit der neuen Situation umgehen werden, ist bis jetzt nicht klar – Anwohner_innen hatte heute bereits offene Fenster im »Heisenhof« bemerkt. Doch im »Companies House« ist seit 2006 noch eine zweite Stiftung eingetragen: die »Wilhelm-Tietje-Stiftung Ltd.« - ebenfalls von Rieger und ebenfalls mit dem Status »active«. Ursprünglich sollte die Neugründung und minimale Namensänderung wohl dazu dienen, das durch das Liquidationsverfahren bedrohte Vermögen der »Wilhelm-Tietje-Stiftung für Fertilisation Ltd.« zu übertragen. Das scheint nun vorerst nicht mehr notwendig und es bleibt abzuwarten, wie Jürgen Rieger mit der Verwaltung zweier Stiftungen mit zum verwechseln ähnlichen Namen zurecht kommen wird.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.12/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am vergangenen Freitag (09.05.2008) versammelten sich vor dem durch neofaschistische Aktivitäten bekannt gewordene „Heisenhof“ im niedersäsichen Dörverden mehrere Mitgleider der regionalen Neonazi-Szene. Verdener Polizeikräfte wiesen die Anwesenden auf das noch immer geltende Zutrittsverbot für das 2,6 ha große Gelände hin, was diese dann auch tatsächlich nicht betraten. Das könnte sich allerdings bald ändern.","title":"»Wilhelm-Tietjen-Stiftung« reaktiviert"},{"city":"","content":" Die Jugendorganisation der neofaschistischen NPD rief im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Kapitulation des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland zu einer Aktionswoche auf. Eine bundesweite Kampagne wurde eigens für diesen Zweck ins Leben gerufen. Unterstützt von weiteren neonazistischen Organisationen, wollten die Initiatoren der Kampagne im »öffentlichen Raum« in diesem Zusammenhang verdeckte neofaschistische Propaganda verbreiten. Der Versuch der Neonaziszene durch dieses Thema eine größere mediale Außenwirkung zu entfalten scheiterte allerdings bereits im Ansatz.\nDie bundesweite Kampagne lief unter der Eigenbezeichnung »Macht euch frei von der Lüge«. Das Ziel der ausgerufenen »Aktionswoche« bildete der Versuch, geschichtsrelativierende Inhalte in die öffentliche Wahrnehmung zu tragen. Schon das Startbild der Internetseite stellt unmissverständlich klar worum es den Urheber_innen im Grunde geht. Ein blondes Mädchen starrt mit offenen Augen in die Mündung eines Gewehrlaufes. Ein Soldat dessen Finger am Abzug der Waffe liegen, trägt ein militärisches Abzeichen der sowjetischen Truppenverbände.\nWer auf diesem Propagandabild das sprichwörtliche Übel verkörpert sticht den Betrachter_innen sofort ins Auge. Das Konzept ist einfach und klar umrissen. Durch diabolische Darstellungen der alliierten Truppen wird Politik betrieben. Der Widerstand gegen das nationalsozialistische Deutschland wird auch in den abgebildeten Texten in den alleinigen Bezug mit Hunger, Mord, Vergewaltigung und wahllosen Erschießungen gesetzt.\nDiesen Darstellungen folgend sind die alliieren Truppen die Täter, die deutsche Bevölkerung die alleinigen Opfer. Worte über die Verbrechen der der Nationalsozialisten, insbesondere der deutschen Wehrmacht, werden hier vergebens gesucht. Hintergründe über Ursachen des 2. Weltkrieges, die gezielte Vernichtung der europäischen Juden in Vernichtungslagern oder das Hinterlassen von »verbrannter Erde» werden ebenfalls gezielt ausgeklammert.\nMit Hilfe dieses Geschichtbildes versuchen die Verfasser_innen der Seite jedoch nicht nur zur Relativierung des nationalsozialistischen Regimes beizutragen. Wie die Betreiber_innen in Richtung der »jungen Kameraden« unumwunden zugeben, dient die Seite gerade der Meinungsbildung von Jugendlichen. Ein Abweichen von dieser Geschichtsbetrachtung wird nicht toleriert. Wer sich weigert in jenen revisionistischen Chor einzustimmen, wird einige Sätze später als »Opfer der psychologischen Kriegsführung« der Bundesrepublik bezeichnet.\nAls Betreiber der Internetseite fungiert der Neonazi Michael Schäfer, seines Zeichens derzeitiger Bundesvorsitzender der »Jungen Nationaldemokraten« (JN). Gemeinsam mit der NPD und Mitgliedern der militanten »Freien Kameradschaften« wurde die Kampagne seit März öffentlich über die Seite beworben. Durch Aktivitäten wie diese versucht Schäfer, der an der Universität Halle Politikwissenschaften studiert, die Jugendorganisation der NPD aus der relativen Bedeutungslosigkeit hinauszuführen, in welche die Organisation sich in den letzten Jahren manövriert hatte.\nAlter Wein in neuen Schläuchen Dass auch Michael Schäfer aus Sachsen-Anhalt das Rad nicht neu erfunden hat zeigt ein Blick auf die Unterstützer_innen der jetzigen Kampagne. Unter der Bezeichnung »Befreiungslüge« wird eine weitere Vernetzungsseite der Neonaziszene aufgeführt. Als Anmelder tritt hierbei Sascha Wagner aus Nordrhein-Westfalen in Erscheinung. Der langjährige Aktivist des neonazistischen Spektrums hat sich ebenfalls wie Schäfer der »Jugendarbeit« verschrieben. In der Vergangenheit organisierte Wagner dazu vor allem Propagandaveranstaltungen wie Konzerte mit neofaschistischen Musikgruppen. Ursprünglich diente die von Wagner betriebene Internetseite der neonazistischen Koordinierung und Propagandaarbeit anlässlich des 60. Jahrestages zum Ende des zweiten Weltkrieges auf europäischem Boden. Im Gegensatz zu Schäfers Engagement steckten die Betreiber der »Befreiungslüge« allerdings nur wenig Kraft in die neue JN Kampagne. Die letztmalige Aktualisierung der Internetseite fand im Jahr 2005 statt. Als weiterer Unterstützer wurde auch das so genannte »Ehrenkommitee 8. Mai« genannt. Der organisatiorische Zusammenschluss wird inhaltlich geprägt durch den militanten Neofaschisten sowie NPD Bundesvorstandmitglied Thomas Wulff aus dem mecklenburgischen Amholz. Im Bezug auf den 8. Mai ereifert sich das »Ehrenkommitee« auf seiner Internetseite über »ehrlose, korrupte Politiker und ihre Speichellecker in den Medien«, welche die »Besatzung und Fremdherrschaft» bis heute sichern würden. Namentlich unterzeichnet ist der Text von einem gewissen »Steiner«. Der Name bezieht sich auf den ehemaligen General der »Waffen SS» und »SS-Obergruppenführer» Felix Steiner. Darüber hinaus dient er Thomas Wulff als Spitznamensgeber. Ob das Ziel der Initiator_innen der »Aktionswoche« erreicht wurde, eine verstärkte öffentliche Wahrnehmung im bundesweiten Kontext auf sich zu ziehen, bleibt zu bezweifeln. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten konnte allerdings im Norden der Republik verzeichnet werden. Das »Ehrenkomitee« um Thomas Wulff rief wie bereits in den Vorjahren dazu auf, Grab- und Gedenksteine von Wehrmachtssoldaten zu reinigen. Aktivitäten dieser Art sind innerhalb der Szene weniger der Erinnerung und Mahnung geschuldet. Die Verherrlichung der kriegerischen Taten dient der neofaschistischen Szene vielmehr als Identifikationshilfe. Dokumentierte Aktionen fanden unter anderem, wie bereits in den Vorjahren in Hamburg und Lübeck und im Kreis Pinneberg/Elbmarsch statt. Die dortigen Aktivitäten der Neonazis fallen dabei in den Aktionsradius des »Ehrenkomitee 8.Mai«. Auch im niedersächischen Nordhorn fand eine diesbezügliche Veranstaltung statt. Veranstalter_innen waren hier Mitglieder der NPD Emsland/Grafschaft Bentheim sowie der so genannten »Autonomen Nationalisten Grafschaft Bentheim«. Bereits am 7. Mai wurden in Dresden Kleinstaktionen der Neonaziszene durchgeführt. Die Ablehnung der Bevölkerung erklärten die Veranstalter_innen anschließend mit den Auswirkungen einer seit 60 Jahren tätigen »Umerziehungsmaschinerie«. In diesem Jahr griffen Aktivist_innen der Szene auch zu eher ungewöhnlichen Darstellungsformen. In Hoyerswerda wurden beispielsweise nach Angaben der Neonazis »Leichenberge« aus Stoffpuppen errichtet. Ähnliche Aktionsformen wurden auch in Ludwigsfelde und Leipzig gewählt. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten fand hierbei vor allem im Einzugsbereich der JN Sachsen-Anhalt statt. Neben einer Reihe von kleineren Propagandaaktivitäten versammelten sich am Vortag des 8. Mai im sachsen-anhaltinischen Werningerode etwa zwei Dutzend Neonazis zu einer Kundgebung. Die Inhalte waren dabei vor allem von anti-amerikanischen Propagandaelementen geprägt. Bei einer neonazistischen Kundgebung im nordrhein-westfälischen Pulheim mit ungefähr 50 Teilnehmer_innen kam es nach Polizeiangaben noch zu einer Festnahme gegen einen der beteiligten Neonazis. Eine weitere Kundgebung fand im bayrischen Fürth statt. Im thüringischen Erfurt beschränkten sich Neonazis um den dortigen NPD Kreisvorsitzenden Kai Uwe Trinkaus auf Störaktionen bei einer öffentlichen Veranstaltung der »Deutsch-Israelischen Gesellschaft« im Innenstadtbereich von Erfurt. In diesem Zusammenhang kam es anschließend zu Platzverweisen sowie der vorläufigen Ingewahrsamnahme eines Neonazis. Abschluss der »bundesweiten Kampagne« war ein Neonazi-Aufmarsch am vergangenen Samstag (10.05.2008) im sachsen-anhaltinischen Tangermünde. Als Organisatoren der NPD traten Heiko Krause, Kai Belau sowie Andreas Biere in Erscheinung. Der langjährige Führungskader der »Kameradschaft Festungsstadt» Andreas Biere aus Magdeburg agiert mittlerweile verstärkt im Zusammenhang der NPD/JN im sachsen-anhaltischen Bundesland. Er gehört zum festen Kreis der Veranstalter_innen des jährlich im Frühjahr stattfindenden Neonaziaufmarsches anläßlich der Bombardierung Magdeburgs im Verlauf des zweiten Weltkrieges. Ähnlich wie der derzeitige JN Bundesvorsitzende Michael Schäfer nutzt das »ehemalige» Kameradschaftsmitglied Andreas Biere nun die Strukturen der NPD als legalen Deckmantel der Neonaziszene für Mobilisierungs- und Propagandazwecke. Die Internetseite des »Ehrenkomitte 8. Mai« diente den Neonazis auch hier als Plattform für die vorangegangene Mobilisierung. In einem von Andreas Biere unterzeichneten Aufruf anläßlich des Aufmarsches am 10.05.2008 wird in pathosreichen Worten von »soldatischer Pflicht« fabulisiert. Biere, der in der Vergangenheit im Zusammenhang mit CD Verteilungen der als kriminelle Vereinigung verbotenen Rechtsrockband »Landser« festgenommen wurde, gilt szeneintern als politischer Hardliner mit einem extremen Faible für Inhalte, welche im Bezug zur Armee des »Dritten Reiches» stehen. Zum Veranstalterkreis des neonazistischen Aufmarsches in Tangermünde gehörte neben der NPD Altmark, auch das »Ehrenkomitee 8. Mai», die als gewaltbereit geltene neonazistische Kameradschaftsgruppe »Freie Nationalisten Altmark West« sowie die »Initiative gegen das Vergessen« aus Magdeburg. Zu den neofaschistischen Aktivisten der besagten »Initiative« gehört auch Andy Knape. Der jugendlich wirkende Neonazi stammt aus dem Umfeld der ehemaligen »Kameradschaft Festungsstadt« und dem daraus entstandenen Neonazizusammenschluß »Nationale Sozialisten Magdeburg«. In der Folgezeit engagierte sich Knape, ähnlich wie Biere, verstärkt in den Strukturen der NPD Sachsen-Anhalt. Auch im Zusammenhang mit der zuletzt in »Selbstschutz Deutschland« umbenannten Neonaziorganisation »Selbstschutz Sachsen-Anhalt« (SS-SA) trat Knape in Erscheinung. Bei der ehemaligen »SS-SA« aus Sachsen-Anhalt handelt es sich um einen selbsternannten Ordner- und Sicherheitsdienst der Neonaziszene. Gemeinsam mit Mirco Appelt, einem Führungskader des «Selbstschutzes», reiste Andy Knape vor einigen Wochen in die Hansestadt Hamburg. Mit rund 900 weiteren Veranstaltungsteilnehmer_innen beteiligte er sich am Aufmarsch der norddeutschen Neonazisszene anläßlich des 1. Mai, in derem Verlauf Neonazis eingesetzte Polizeikräfte mit Wurfgeschossen angriffen sowie Medienenvertreter_innen und Gegendemonstrat_innen gezielt angriffen und verletzten. Die Mitorganisatoren des jetzigen Aufmarsches in Tangermünde, Heiko Krause, Mitglied der NPD Altmark und Beisitzer des NPD Landesvorstandes Sachsen-Anhalt und Kai Belau, Vorsitzender vom NPD Kreisverband Stendal und Ansprechpartner des NPD Ortsverbandes in Tangermünde, waren bereits zuvor Initiatoren eines Aufmarsches in Stendal am 29.12.2007. Im Vergleich der Telnehmer_innenzahlen muss der jetzige »Trauermarsch« allerdings als Misserfolg für die Neofaschisten gewertet werden. Während in Stendal rund 470 Neonazis auf die Straße gingen, waren es in Tagermünde am 10. Mai - gleichzeitig der 75. Jahrestag der Bücherverbrennung in Berlin durch die Nationalsozialisten - lediglich ca. 150 Teilnehmer_innen. Ob die flächendeckende Kampagne von der NPD und ihrer Jugendorganisation intern trotz mangelnder Mobilisierungsfähigkeit als Erfolg gewertet werden kann, bleibt abzuwarten. Zumindest im Bezug auf Öffentlichkeitswirksame Relevanz wurden gesteckte Ziele nur temporär erreicht. Aus welcher Richtung der politische Wind bezüglich der neonazistischen Aktivitäten zum 8. Mai weht, wurde auch bei einer Verteilung von antisemitischen Propaganda-CDs im mecklenburgischen Grevesmühlen unmissverständlich klargestellt. Auch in anderen Teilen von Mecklenburg-Vorpommern verzichtete die Neonaziszene auf eine Tarnung ihres Anliegens. Dazu hinterließen bislang unbekannte Täter_innen in der Nacht zum 8.Mai auf einem Gedenkstein im ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme SS-Runen und ein obligatorisches Hakenkreuz.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.10/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Jugendorganisation der neofaschistischen NPD rief im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Kapitulation des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland zu einer Aktionswoche auf. Eine bundesweite Kampagne wurde eigens für diesen Zweck ins Leben gerufen. Unterstützt von weiteren neonazistischen Organisationen, wollten die Initiatoren der Kampagne im »öffentlichen Raum« in diesem Zusammenhang verdeckte neofaschistische Propaganda verbreiten. Der Versuch der Neonaziszene durch dieses Thema eine größere mediale Außenwirkung zu entfalten scheiterte allerdings bereits im Ansatz.","title":"Bundesweite Kampagne der JN zum 8. Mai?"},{"city":"Rotenburg (Wümme)","content":" »Nicht für schwache Nerven«, so begrüßt Carsten Linau Besucher_innen seiner Internetpräsenz. Starke Nerven sind bei der Betrachtung seiner Aktvitäten durchaus notwendig. Der Rotenburger und bekennende »Reichsbürger« trat in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit Aktivitäten der NPD Verden-Rotenburg (Wümme) um Daniel Fürstenberg in Erscheinung. Auf seiner Internetseite, auf der diverse Abbildungen von Hakenkreuzen zu sehen sind, droht der Neonazi bei oppositionellem Verhalten zu seiner Person vom »Reichskriegsgesetz« Gebrauch zu machen, dies »gegebenenfalls mit blutiger Waffengewalt«.\nLinau tritt seit nunmehr vier Jahren immer wieder im Zusammenhang mit der neonazistischen NPD in Erscheinung. Er war regelmäßiger Teilnehmer bei regionalen Aufmärschen und Informationsständen der Partei. Auch bei Aktivitäten der militanten neofaschistischen Kameradschafsszene in Niedersachsen, so bei einem Aufmarsch der »Kameradschaft Celle 73« im Dezember 2006, gehörte er zu den Teilnehmer_innen.\nPolitische Untätigkeit kann Linau nicht unterstellt werden. Bei einem Aufmarsch der NPD Bremen im Dezember 2006 um Horst Görmann aus Bremerhaven trug er das Transparent an der Spitze der Teilnehmer_innen. Enge Verbindungen zur »NPD Jugendgruppe« aus Bremen um den Neonazi Sascha Humpe konnte er bereits am 22.06.2006 in Verden an der Aller knüpfen. Gemeinsam mit weiteren Neonazis, unter ihnen der NPD Bundesvorsitzenden Udo Voigt sowie der damaligen stellvertretenden niedersächsischen Landesvorsitzenden Adolf Dammann, war der Rotenburger an der Auftaktkundgebung der niedersächsischen NPD zum Kommunalwahlkampf beteiligt.\nIm Anschluss an die mehrere Stunden dauernde Kundgebung wurden alle Teilnehmer_innen vorläufig in Gewahrsam genommen. Zuvor hatte ein Familienmitglied des derzeitigen JN Landesvorsitzenden Daniel Fürstenberg iranische Fahnen unter den angereisten Neonazis verteilt. Über den mitgeführten Lautsprecherwagen verbreiteten die Neonazis israelfeindliche Propagandaparolen. Aufgrund des Verdachts der Volksverhetzung setzte die Polizei daraufhin alle Teilnehmer_innen fest. Carsten Linau, der die Veranstaltung zuvor an der Seite von Udo Voigt verließ, wurde anschließend mit damaligen Aktivist_innen der »NPD Jugendgruppe Bremen« in Polizeigewahrsam verfrachtet.\nAuch bei der von Sascha Humpe organisierten und vom Hamburger Neofaschisten Christian Worch unterstützten Kundgebung am 20.01.2007 in Bremen war Linau zugegen. Neben seinen Aktivitäten im Umfeld der NPD Bremen sowie der NPD Verden war er seit Mitte 2006 vor allem in den Zusammenhang des sogenannten Kameradschaftsgruppe »Rotenburger Widerstand« eingebunden. Mitglieder der inzwischen selbstaufgelösten Gruppierung aus dem Umfeld der NPD Verden-Rotenburg (Wümme) waren regelmäßig in seinen Räumlichkeiten anzutreffen. Gemeinsame Aktivitäten entfaltete die Gruppe auch bei einem im Frühjahr in Rotenburg (Wümme) stattgefundenen Aufmarsch der NPD.\nDie politischen Aktivitäten Linaus beschränkten sich allerdings nicht alleinig auf die derzeit größte neonazistische Partei in der Bundesrepublik. Nach Eigenangaben gehört er seit dem Jahr 2005 zum Umfeld des neonazistischen Aktivisten Rigolf Hennig. Der im Jahr 2005 wegen »Verunglimpfung des Staates« zu einer 9-monatigen Haftstrafe verurteilte Hennig gilt unter anderem als einer der Gründer der neofaschistischen Organisation »Freistaat Preußen«. Innerhalb dieser Vereinigung bekleidet der derzeitige Verdener NPD Kreistagsabgeordnete das Amt eines vorläufigen »Staatspräsidenten« in der Phantomregierung des «Freistaates Preußen».\nZu dem Kreis um Rigolf Hennig in der Region Verden zählen auch die Mitgliedern der »Unabhängigen Bürgerbewegung Achim« um Heinrich Rathjen und Dieter Fricke. Zuletzt waren beide beim Wahlkampfauftakt der niedersächsischen NPD am 15.09.2007 in Hannover in Erscheinung getreten. Gemeinsam mit weiteren Neonazis aus dem Umfeld der NPD Verden veranstalte dieser Zusammenschluss in der Vergangenheit regelmäßige kleinere Veranstaltungen, an denen auch Carsten Linau teilnahm.\nAuf Propagandaveranstaltungen dieser Prägung sowie über das Internet bezog der Rotenburger bislang sein geistges und politisches Rüstzeug. Insbesondere die Tätigkeiten in der »Reichsbewegung« übten allem Anschein nach einen nachhaltigen Einfluss auf den Rotenburger aus. Auf seiner seit Dezember 2007 betriebenen Internetpräsenz versucht Linau die so gewonnenen Erkenntnisse der »Reichsbewegung« nun auch nach außen zu transportieren.\nIm Verlauf des vorangegangenen Jahres meldete er sich dann bei der in neonazistischen Kreisen beliebten Internetpräsenz »Odin Kontaktbörse« an, einem »Nationalen Flirtchat« in welchem mittlerweile über tausend Neonazis aus dem gesamten deutschsprachigen Raum angemeldet sind. Nachdem Linau die Internetseite zur Kontaktaufnahme mit Gleichgesinnten nutze, erstellte er in den nächsten Monaten eine eigenständige Homepage die sich verstärkt der Weitergabe von politischen Versatzstücken der »Reichsbürger« widmete.\nLaut Definition der revanchistischen »Reichsbürger« existiert das »Deutsche Reich« weiterhin und bestehe seit Ende des zweiten Weltkrieges ununterbrochen fort. Die Bundesrepublik sei eine »installierte Konstruktion alliierter Besatzer«. Erlassene Gesetze der Bundesrepublik Deutschland seien somit nicht bindend, da ihnen laut Standpunkt der »Reichsbürger« die Legitimation fehle. In den letzten Jahren gründeten sich in diesem Zusammenhang gleich mehrere »Exilregierungen« in Deutschland, welche laut Eigenangaben mitunter über eine »diplomatische Vertretung« bei den »United Nations« (UN) verfügen würden.\nEinige der zum Teil in gegenseitiger Konkurrenz stehenden »kommissarischen Kabinette» und Präsidenten stellen ihren Anhänger_innen sogar Personalausweise sowie Führerscheine aus. Dass diese Papiere von einzelnen Mitgliedern als reale Ausweisdokumente angesehen werden zeigen auch eine Reihe von Ermittlungsverfahren in den letzten Jahren. Gültige Ausweispapiere der Bundesrepublik werden von ihren Besitzer_innen vernichtet und durch die der zuständigen »Reichsregierung« ersetzt. Polizeikräfte, die beispielsweise bei Fahrzeugkontrollen lediglich Ausweispapiere dieser Machart präsentiert bekamen, zeigten sich in der Vergangenheit nicht selten verwundert über das ernsthafte Beharren der Fahrzeugführer_innen an der Gültigkeit ihrer »Reichsführerscheine«.\nUm »das Dritte Reich in seiner bereits erreichten Handlungsfähig zu unterstützen« fordert Carsten Linau auf seiner öffentlich zugänglichen Internetpräsenz unter anderem die Verwendung von Hakenkreuzabzeichen. Diesbezügliche Abbildungen finden sich dann auf der Internetseite bezeichnenderweise unter der Rubrik »Meine Erfolgsschiene«. Die Bilder entstammen der Internetseite des amerikanischen Neofaschisten Gerhard Lauck, der über seine Homepage Neonazis weltweit mit entsprechenden Devotionalien und volksverhetzenden Publikationen versorgt.\nLaut der auf seiner Internetseite verkündeten Definition des »Reichsbürgers« Linau ist es ebenfalls ein Ziel «die NSDAP zu reorganisieren«. Als Kontaktadresse zur Unterstützung solcher Versuche wurde auf der Internetseite die Postanschrift des »Collegium Humanum e.V.« angegeben. Allerdings wurde der»gemeinnützige Verein« mit Weisung des Bundesinnenminesterium vom 07.05.2008 verboten und sein Eigentum beschlagnahmt. Tätigkeiten dieser Art bittet er aber »nicht am Telefon zu besprechen.«\nDie ebenfalls dort veröffentlichte Ankündigung, dass zum Teil namentlich genannte Personen, welche »es auch nur im Allerentferntesten wagen, Hand an mich zu legen, um mich aufgrund reichsrechtlich unwirksamer Straf- oder Haftbefehle zu inhaftieren oder zu zwangspsychiatrisieren, so werde ich, Wahrheitsfinder, Sohn von Anderweltverwirklicher, aufgrund meiner mir verliehenen Reichsbürgerschaft von meinem Reichskriegsrecht vollumfänglichen Gebrauch machen und mich gegebenenfals mit blutiger Waffengewalt zur Notwehr verteidigen, da genannte Personen mir als Reichsbürger exterritorial gegenüberstehen (…) und ich jeden Übergriff als offene Kriegshandlung ansehen werde!!!!« führte vor kurzem bereits zu einer ersten Verurteilung von Linau.\nZuvor hatte er besagte Erklärung, in der neben Beamt_innen der Polizeidirektion in Rotenburg (Wümme) auch zwei Journalist_innen namentlich erwähnt werden, über den Postweg an Einzelpersonen verschickt. Dem Brief war ein Bild beigelegt welches Linau vor einer Hakenkreuzfahne zeigte. Das Amtsgericht in Rotenburg (Wümme) verhängte in einem daraufhin stattgefundenen Prozess eine Geldstrafe gegen den Verfasser.\nDie Betrachtung der Lebensumstände von Carsten Linau werfen im Bezug auf die geistigen Urheber der Gedankenwelt des Rotenburgers hingegen einige Fragen auf. Die politischen Ansichten Linaus, der in einem Wohnobjekt für körperlich und geistig behinderte Menschen in Rotenburg (Wümme) lebt, sind stark geprägt von Propagandaaktivitäten der lokalen Neonazistruktur aus dem wenige Kilometer entfernten Verden (Aller).\nIn einigen Briefen, die auf der Internetseite von Carsten Linau zur Verfügung gestellt wurden, wird dann auch ersichtlich, wozu er in den letzten Jahren durch die Interpreten der regionalen Szene so massiv politisiert wurde. Den Aufgabenbereich von Linau sieht das 1935 geborene NPD Mitglied Rigolf Hennig vor allem in seiner Funktion als nützlicher Wahlkampfhelfer.\nAuf eindringliche Fragen von Linau zu Hintergründen der Zusammenarbeit der »Reichsregierung« mit der NPD, die als Briefverkehr auf der Internetseite dokumentiert wurden, kamen von Hennig nur wenige Worte zurück: »Ich hoffe, du hat die Handzettel “Wählerinitiative” verteilt, sonst hole das schleunigst nach (in Briefkästen, hinter Scheibenwischer, den Leuten in der Fußgängerzone unmittelbar in die Hand drücken usw.)«\nIm Zusammenhang mit der geäußerten Frage Linaus bringt der NPD Kreistagsabgeordnete dann die Unnötigkeit solcher Anmerkungen auf den Punkt. »Im Falle NPD handelt es sich weniger um eine Partei, denn um eine Volksbewegung« die, so Hennig weiter, »auch nach Angabe ihres obersten Vorsitzenden, das Deutsche Reich wiederherstellen will.« Dass Rigolf Hennig für die Verkündung dieses Ziels nicht das Telefon nutze, sollte zumindest bei Carsten Linau für Beruhigung gesorgt haben.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"»Nicht für schwache Nerven«, so begrüßt Carsten Linau Besucher_innen seiner Internetpräsenz. Starke Nerven sind bei der Betrachtung seiner Aktvitäten durchaus notwendig. Der Rotenburger und bekennende »Reichsbürger« trat in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit Aktivitäten der NPD Verden-Rotenburg (Wümme) um Daniel Fürstenberg in Erscheinung. Auf seiner Internetseite, auf der diverse Abbildungen von Hakenkreuzen zu sehen sind, droht der Neonazi bei oppositionellem Verhalten zu seiner Person vom »Reichskriegsgesetz« Gebrauch zu machen, dies »gegebenenfalls mit blutiger Waffengewalt«.","title":"»Nicht für schwache Nerven«"},{"city":"Vlotho","content":" Das rassistische und neofaschistische «Collegium Humanum» ist am 07.05.2008 durch das Bundesinnenministerium mit sofortiger Wirkung verboten worden. In diesem Zusammenhang wurden rund 30 Objekte im gesamten Bundesgebiet durchsucht. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Weitere betroffene Immobilien sind in Hamburg, Brandenburg und Baden-Würtemberg zu finden. Alleine in Niedersachsen wurden 10 Objekte von Einsatzkräften der Polizei in Augenschein genommen. In den frühen Morgenstunden läutete es unter anderem an Haustüren in den Landkreisen Oldenburg, Rotenburg (Wümme) und Hannover. Von dem Verbot sind auch die angegliederten Teilorganisationen «Bauernhilfe e.V.» sowie der «Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten» betroffen.\nSchon 2007 bezeichnete die Bundestagsfraktion der Linkspartei das «Collegium Humanum» als «Zentrum für offen neonazistische und antisemitische Aktivitäten» und verlangte eine Prüfung der Erkenntnisse über verfassungsfeindliche oder verfassungswidrige Betätigung des Vereins sowie eine Prüfung der Gemeinnützigkeit. Anfang diesen Jahres forderte dann die Bundestagsfraktion von Bündnis90/die Grünen die Bundesregierung auf, ein Verbotsverfahren gegen den Verein zu prüfen.\nDas «Collegium Humanum» wurde 1963 von dem ehemaligen NSDAP Mitglied Werner Georg Haverbeck im ostwestfälischen Vlotho gegründet. In der Zeit des Hitlerfaschismus war Haverbeck unter anderem in der Reichsleitung der NSDAP tätig. Seit 1981 entwickelte sich der als gemeinnützig anerkannte Verein zu einem Sammelbecken von Antisemiten und Holocaustleugnern des neofaschistischen Spektrums. Auch Mitglieder der neonazistischen «Freien Kameradschaften» sowie der so genannten «Neuen Rechten» nutzten den Verein gezielt als Anlaufstelle für eigene politische Aktivitäten.\nDer 1999 verstorbene Haverbeck beschäftigte sich seit Beginn der 1960er mit «Umwelt- und Lebensschutz» und arbeitete zeitweise als Berater des ehemaligen Bundesministers für wirtschafliche Zusammenarbeit, Egon Bahr (SPD). Haverbeck, früherer SS-Untersturmbannführer, gehörte 1981 zu den Erstunterzeichnern des «Heidelberger Manifests», in dem die „Überfremdung unseres Volkstums“ behauptet und eine ausländerfeindliche Politik gefordert wurde. Besonders durch sein Engagement im Bereich der «Ökologiebewegung» in Verbindung mit einer von ihm vertretenen «Blut und Boden»-Ideologie sorgte Haverbeck bis zu seinem Tod für Schlagzeilen.\nDer vereinseigene Gebäudekomplex im Vlothoer Stadteil Valdorf ist mit 50 Betten und Räumlichkeiten für bis zu 150 Personen ausgestattet. Seit Beginn der 1980er fanden dort immer wieder mehrtägige Schulungen, Seminare und Treffen mit eindeutiger nationalsozialistischer, antisemitischer und völkischer Thematik statt. So tagte dort 1984 ein «Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers», zu dem auch die bekannten Neofaschist_innen Chrsitian Malcoci und die inzwischen verstorbene Florentine Rost von Tonningen gehörten.\n1994 übernahm kurzzeitig ein Duisburger Zahnmediziner die Leitung des «Collegium Humanum», zog sich aber nach starken Protesten aus der Bevölkerung zurück. Nachfolgerin wurde Ursula Haverbeck-Wetzel. Neben Ursula Haverbeck zählte der in der Vergangenheit wegen Volksverhetzung verurteilte und derzeit inhaftierte Horst Mahler zu den prominentesten Mitgliedern des Vereins.\nZusammen mit dem «Weltbund zum Schutze des Lebens» (WSL) gab das Collegium die zweimonatlich mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren erscheinende «Stimme des Gewissens» heraus. Im Jahr 2003 wurden zwei Ausgaben auf Grund des Vorwurfs der Holocaustleugnung beschlagnahmt. Die sich selbst als «Ostvertriebene» bezeichnende Ursula Haverbeck-Wetzel und Witwe von Werner Georg Haverbeck wurde 2004 im Zusammenhang mit der Beschlagnahmungen der «Stimme des Gewissens» (2003) vom Amtsgericht Bad Oyenhausen wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 5400 € verurteilt\nDie 80jährige Haverbeck war nicht nur Vorsitzende des «Collegium Humanums», sondern auch stellvertretende Vorsitzende des «Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten». Bei der Razzia in den Räumlichkeiten des Vereingebäudes in Vlotho soll die 1928 geborene «Alte Dame» der neofaschistischen Szene allerdings nicht anwesend gewesen sein.\nDie als langjährige Überzeugungstäterin geltene Haverbeck, war in der Vergangenheit auf einer Vielzahl neofaschistischer Veranstaltungen anzutreffen. So nahm sie im Jahr 2004 am sogenannten «Rudolf-Hess-Gedenkmarsch» im bayrischen Wunsiedel teil. In einem Redebeitrag, den sie im Verlauf des Aufmarsches vor den rund 4000 versammelten Neonazis hielt, zeigte sie sich erfreut über die große Anzahl derer, die gekommen waren um gemeinsam mit ihr den Stellvertreter Adolf Hitlers in Wunsiedel zu verherrlichen.\nAm 30.05.05 nahm sie unter anderem zusammen mit dem ehemaligen Rechtsanwalt Horst Mahler und Mitgliedern der militanten Kameradschaftsszene sowie der NPD Verden an einer Gerichtsverhandlung gegen den NPD-Kreistagsabgeordneten Rigolf Henning teil. Auch auf dem Pressefest der NPD Publikation «Deutsche Stimme» im Jahr 2006 gehörte Haverbeck zu den Veranstaltungsteilnehmer_innen.\nBereits 1992 gründete Ursula Haverbeck-Wetzel zudem den Verein «Gedächtnisstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern». Der Verein hat das Ziel im sächsischen Borna im Innenhof eines Gebäudekomplexes ein rund 12 Meter hohes Gedenkkreuz zu errichten. Nachdem Hintergründe über die politischen Tätigkeiten des Verein bekannt wurden, formierte sich breiter Widerstand gegen die Pläne der Organisation, eine neonazistische «Tagungs- und Gedenkstätte» mit überregionaler Bedeutung zu errichten.\nDie Aktivitäten des im Zusammenhang mit dem «Collegium Humanum» ebenfalls verbotenen «Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten» (VRBHV) sind eng mit dem «Collegium» verknüpft. Am 09 November 2003 gründeten unter anderem Bernhard Schaub und der Verteidiger der NPD im NPD-Verbotsverfahren Horst Mahler den «Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten» (VRBHV) in Vlotho.\nBeide sind der «Neuen Rechten» zuzuordnen - deren Mitglieder gehören ebenfalls zu den regelmäßigen Teilnehmern des «Collegium Humanum». Ziel des VRBHV ist es, «durch organisierte Anstrengungen die bisher vorherrschende Vereinzelung der Verfolgten aufzuheben, ihrem Kampf um Gerechtigkeit die notwendige Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu gewährleisten und die finanziellen Mittel für einen erfolgreichen Rechtskampf bereitzustellen». Anliegen war die «Wiederaufnahme von Strafprozessen, die zur Verurteilung wegen Leugnung bzw. Verharmlosung des Holocausts gemäß § 130 StGB Abs. 3 und 4 StGB geführt haben.» Aufgrund der Tätigkeiten in diesem Zusammenhang kam es in den letzten Jahren diesbezüglichen zu einer Vielzahl von Gerichtsverhandlungen gegen diverse Mitglieder des Vereins.\nEiner der weiteren Schwerpunkt der Aktivitäten des «Collegium Humanums» ist die Beeinflussung von Jugendlichen mit revisionistischer und holocaustleugnender Propaganda. So wurden in der Vergangenheit regelmäßig Seminare veranstaltet in denen gerade jüngere Personen gezielt geschult werden sollten. So fand am 25. Februar im Landkreis Verden ein Seminar zum Thema «Adolf Hitler» statt, zu welchen Mitglieder der NPD Verden die Räumlichkeiten organisierten. Zeitzeugin an diesem Abend war Ursula Haverbeck-Wetzel. In einer Mitteilung von Aktivisten der JN Niedersachsen hieß es anschließend «dass jeder der Anwesenden noch etwas über Hitlers Leben lernen konnte!»\nEin weiterer Verein, der im Zusammenhang mit dem «Collegium Humanum» verboten wurde, nennt sich «Bauernhilfe e.V.». Zum Aufgabenbereich des als gemeinnützig eingetragenen Vereines gehörte die Verwaltung von Vermögen und Finanzen verstorbener Nazis und Neonazis der ersten und zweiten Generation. Als Schatzmeisterin des im Jahr 2004 gegründeten Vereines trat unter anderem ﻿Imke Barnstedt in Erscheinung. Später wurde die finanziellen Tätigkeiten durch den Rentner Arnold Höfs aus dem niedersächischen Springe betreut. Vorzitzende hier - ebenfalls Ursula Haverbeck.\nNeben jährlich stattfindenen «Sonnenwendfeiern» auf dem Gelände des Collegium Humanum in Vlotho, wurde unter anderem im November 2006 eine «Geschichtswerkstatt» zur Holocaustleugnung angeboten. Eine ähnliche Schulung, speziell für 16- 25 jährige wurde vom 23. bis 25. März 2007 organisiert. Als Referenten wurden Bernhard Schaub und Olaf Rose genannt. Damit wollte der Verein auf die internationale «Holocaustkonferenz» im Dezember 2006 im Iran reagieren, bei der unter anderem gefordert wurde, verstärkt Kampagnen gegen die gültige Rechtsprechung, die die Holocaustleugnung in vielen europäischen Staaten unter Strafe stellt, zu organisieren. Olaf Rose, der an der Konferenz teilnahm, zählt zum Vorstand der revisionistischen «Gesellschaft für Freie Publizistik» und ist parlamentarischer Berater der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag. Die Verbindungen des Vereinsgeflechts zu anderen Organisationen sind offensichtlich. Neben der mitunter engen Zusammenarbeit mit der revanchistischen «Reichsbürger-Bewegung» um den den Verdener NPD Abgeordneten Rigolf Hennig ist gerade der Zusammenarbeit mit der neonazistischen Partei besonderes Augenmerk zu schenken.\nWährend das Bundesinnenminesterium ein Verbot der Partei weiterhin ausschließt, beteiligen sich deren Funktionäre weiterhin eifrig an Aktivitäten von Organisationen die von Verbotsbeschlüssen betroffen sind. Während somit einzelne Segmente der Struktur der neonazistischen Szene andere Organisationsmodelle aufbauen können, bleiben Knotenpunkte der Reorganisierung wie die NPD unangetastet. Beobachter_innen der Szene geben dabei zu bedenken, dass ebenfalls bei einem anstehenden Verbot der «Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ)» von staatlicher Seite das gleiche Schema angewendet werden wird. Obwohl die Verbindung einzelner Aktivisten der HDJ in Organisationsstrukturen der NPD und dem «NPD Bundesordnerdienst» offensichtlich sind, werden vom Bundesinnenminesterium die Vernetzungen der gesamtdeutschen Neonaziszene weiterhin nur temporär thematisiert bis hin zur vollständigen Ausblendung der eigentlichen Zusammenhänge. Ob dies gewollter Natur ist oder auf tatsächlicher Unkenntnis der Vernetzungsstrukturen beruht, bleibt bislang Geheimnis des Innenministeriums unter Minister Schäuble.\nWenn der Internetpräsenz des «Reichsbürgers» und Aktivisten im Umfeld der niedersächsischen NPD, Carsten Linau aus Rotenburg (Wümme), Glauben zu schenkt ist, schien das «Collegium Humanum» ebenfalls eine «Reorganisation der NSDAP» zu unterstützen. Dort heißt es: «Aufgrund jener geschäftsführenden Reichsregierung ist es praktisch möglich, die NSDAP zu reorganisieren und zwar unbehelligt von der BRD-Polizei. Bitte helft alle mit an der Erreichung dieses Zieles!» Als Postanschrift für Unterstützer beim Erreichen dieses hochgesteckten Ziels wurde die Anschrift des Collegium Humanums angegeben.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.07/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Das rassistische und neofaschistische «Collegium Humanum» ist am 07.05.2008 durch das Bundesinnenministerium mit sofortiger Wirkung verboten worden. In diesem Zusammenhang wurden rund 30 Objekte im gesamten Bundesgebiet durchsucht. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Weitere betroffene Immobilien sind in Hamburg, Brandenburg und Baden-Würtemberg zu finden. Alleine in Niedersachsen wurden 10 Objekte von Einsatzkräften der Polizei in Augenschein genommen. In den frühen Morgenstunden läutete es unter anderem an Haustüren in den Landkreisen Oldenburg, Rotenburg (Wümme) und Hannover. Von dem Verbot sind auch die angegliederten Teilorganisationen «Bauernhilfe e.V.» sowie der «Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten» betroffen.","title":"«Collegium Humanum» wird verboten"},{"city":"","content":" Körperverletzungen, Raub, Brandstiftung, Störung der Totenruhe, so genannte »Propagandadelikte«, Mord – all das gehörte in den letzten zehn Jahren zum Repertoire der durch Neonazis verübten Straftaten. Jeden Monat veröffentlicht das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Petra Pau (Linkspartei) die Zahlen der aktuellen Monatsstatistik aller mit rechtsradikalem Motiv verübten Gesetzesbrüche, die zur Anzeige gebracht wurden. Diese bestätigen für das erste Quartal dieses Jahres das, was auch Beoachter_innen der Szene feststellen konnten – eine Zunahme der neofaschistischen Gewalt.\nBereits in den Jahren 2005 und 2006 war die Anzahl rechtsmotivierter Straftaten stark angestiegen: im Vergleich zu 2004 stieg die Gesamtanzahl um rund 44%, die Zahl der zur Anzeige gebrachten Körperverletzungen im gleichen Zeitraum um 43%. 2007 war dann ein leichter Rückgang um insgesamt 5,8% zu verzeichnen, auch die Zahl der Gewaltdelikte ging leicht zurück.\nTrotz des bereits hohen Niveaus neonazistischer Gewaltbereitschaft scheint es im diesem Jahr abermals einen drastischen Anstieg der Straftaten mit neofaschistischem Hintergrund zu geben. Allein in den ersten drei Monaten wurden mehr als 3.300 eindeutig zuzuordnende Straftaten registriert. Über 2.000 davon sind so genannte »Propagandadelikte«, also beispielsweise die Verbreitung von NS-Propaganda oder das Zeigen als verfassungsfeindlich geltender Symbole.\nDoch gerade im Bereich der Gewaltdelikte ist eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Bis Ende März kam es zu 195 angezeigten gewalttätigen Übergriffen von rechts bei denen 211 Menschen verletzt wurden. Das sind rund 15% Angriffe mehr als im Vorjahr – mit 33% mehr Opfern. Rund 40 Menschen sind allein in Niedersachsen Opfer rechter Gewalt geworden und auch in punkto rechtsradikaler Gewalttaten liegt das dritt bevölkerungsreichste Bundesland bundesweit auf Platz eins, gefolgt von Nordrhein-Westfalen.\nAllerdings haben die veröffentlichten Statistiken Schwächen. Wie jede Kriminalstatistik können an Hand der Daten nur Aussagen über die zur Anzeige und von der Polizei verfolgten Straftaten gemacht werden. Offen bleibt eine große Anzahl von nicht öffentlich gewordenen Fällen. Außerdem handelt es sich bei den jetzigen Zahlen um vorläufige Erhebungen. Die Praxis der letzten Jahre hat gezeigt, dass diese zu Ende des Jahres ausschließlich und teilweise erheblich nach oben korrigiert wurden, wenn die einzelnen Polizeidienststellen eine Nachmeldung der angezeigten Straftaten vornehmen.\nUnter Berücksichtigung dieser Nachmeldungen müsste Ende des Jahres bei der aktuellen Entwicklung eventuell ein neuer Höchststand rechtsradikaler Straftaten verzeichnet werden. Das würde bedeuten, dass die zur Anzeige gebrachten Delikte der neofaschistischen Szene in den letzten zehn Jahren um rund 80% zugenommen hätten. Die genaue Zahl neonazistischer Übergriffe wird dennoch nicht zu ermitteln sein. Auf einer einschlägig bekannten Internetseite belehrt ein Neonazi unter dem Pseudonym »wartender Krieger« die Leser_innen: »Übrigens, wisst ihr, woran man eine erfolgreiche und richtig durchgeführte rechtsextreme Straftat erkennt? Sie taucht in keiner Statistik auf und wird niemals als solche erkannt oder aufgeklärt!«","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.05.05/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Körperverletzungen, Raub, Brandstiftung, Störung der Totenruhe, so genannte »Propagandadelikte«, Mord – all das gehörte in den letzten zehn Jahren zum Repertoire der durch Neonazis verübten Straftaten. Jeden Monat veröffentlicht das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Petra Pau (Linkspartei) die Zahlen der aktuellen Monatsstatistik aller mit rechtsradikalem Motiv verübten Gesetzesbrüche, die zur Anzeige gebracht wurden. Diese bestätigen für das erste Quartal dieses Jahres das, was auch Beoachter_innen der Szene feststellen konnten – eine Zunahme der neofaschistischen Gewalt.","title":"Gewalt von Rechtsaußen nimmt zu"},{"city":"Stolberg","content":" Die als «Trauermarsch» angekündigte Veranstaltung von Neonazis im nordrhein-westfälischen Stolberg am 26.04.2008 sollte nach Eigenbekunden der Initiatoren der Startschuss für eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Neonazisszene werden. Von den erwarteten Teilnehmer_innen im vierstelligen Bereich erschienen allerdings nicht einmal die Hälfte. Neben dem zweifelhaften Charakter der «Gedenkveranstaltung» offenbarte der Aufmarsch heftige interne Streitigkeiten der beteiligten Gruppierungen. Der schon seit geraumer Zeit schwellende innere Konflikt gipfelte in zum Teil handfesten Auseinandersetzungen.\nHintergrund des Aufmarsches war der Tod eines 19jährigen aus dem nahe gelegenem Eschweiler. Der Jugendliche war in der Nacht von vierten auf den fünften April nach einem eskaliertem Streit in Stolberg niedergestochen worden. Kurze Zeit später erlag er seinen schweren Verletzungen. Das neonazistische Lager versucht nun das Opfer in die Rolle eines Märtyrers zu verklären - der Migrationshintergrund der mutmaßlichen Täter dient der Szene hierbei als Anlass. Nach einer Mahnwache wenige Stunden nach der Tat sowie eines Aufmarsches parteiunabhängiger Neonazis zwei Wochen zuvor, bildete dieser Aufmarsch in der rheinländischen Kleinstadt nun bereits die dritte Veranstaltung der rechtsradikalen Szene in diesem Monat.\nAuf nach Stolberg #Bei der Veranstaltung am 26.04.2008 handelte es sich dieses Mal um einen Aufmarsch der neonazistischen NPD. Ingo Haller, Kreisvorsitzender der NPD Düren, trat hierbei als Veranstaltungsleiter in Erscheinung. Unter der Leitung des niedersächischen Neonaziaktivisten Manfred Börm sollte der parteieigene NPD-Bundesordnerdienst für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgen. Angereiste Ordnerkräfte stammten hierbei fast vollständig aus Strukturen der neofaschistischen Kader- und Jugendorganisation «Heimattreue Deutsche Jugend» (HDJ). Unterstützt wurden sie darüber hinaus von Neonazis aus der örtlichen Region.\nDie rund 450 Teilnehmer_innen aus mehreren Bundesländern und europäischen Nachbarstaaten reisten größtenteils mit dem Zug in die Kleinstadt im Kreis Aachen. Neben Mitgliedern des NPD Bundesvorstandes sowie diverser Orts- und Landesverbände der NPD stellten Aktivist_innen militanter Kameradschaftsgruppen den größten Teil der Veranstaltungsteilnehmer_innen. Zu diesem Spektrum gehörten unter anderen Mitglieder der «Kameradschaft Aachener Land» (KAL), die «Kameradschaft Northeim» um den ebenfalls anwesenden Thorsten Heise, die «Kameradschaft Hegenau» am Bodensee sowie eine Kameradschaftsgruppe aus dem Sauerland welche unter der Bezeichnung «Anti-Antifa Sauerland» auftrat.\nDesweiteren fanden sich rund 120 Teilnehmer_innen aus dem Spektrum der rechtsradikalen «Autonomen Nationalisten» in Stolberg ein. Den größten Block stellten hierbei im «Aktionsbüro West» organisierte Gruppen. Neben Gruppierungen wie die «NS Mainz-Bingen» oder die «NS Niederrhein» traten, wie bereits am 12.04.2008, vor allem «Autonome Nationalisten» aus dem Großraum Dortmund und Dusiburg in Erscheinung. Auch Neonazis aus der Schweiz, dem angrenzenden belgischen Flandern sowie den Niederlanden reisten in die Kleinstadt im Dreiländereck.\n«Wer will noch Kerzen?!» #Der Charakter des «Gedenkmarsches» blieb bis zuletzt fragwürdig - von Trauer keine Spur. Die von dem sichtlich amüsierten NPD Mitglied Ingo Haller wie Blumen auf einem Wochenmarkt angepriesenen Windlichter sorgten vielmehr für allgemeine Heiterkeit unter einigen der angereisten Teilnehmer_innen. Als erste Redner traten dann Wilibert Kunkel, NPD Ratsmitglied in Stolberg, und der Hamburger Neonaziaktivist Christian Worch vor die angereisten Teilnehmer_innen.\nGegen 13:00 Uhr setze sich der Aufmarsch in Richtung des Ortes in Bewegung, an dem der 19jährige Jugendliche vor etwa drei Wochen verstarb. Dort sollten Blumen und besagte Windlicher abgelegt werden. Dass, trotz der Anwesenheit von rund 450 Teilnehmer_innen, lediglich ca. 25 Kerzen am Ort des Geschehens hinterlassen wurden, scheint auch dem Kaufpreis von Ingo Hallers Windlichtern geschuldet gewesen zu sein.\nWährend einige der eingesetzten NPD Ordnungskräfte trotz eines Rauchverbots von Seiten der Veranstaltungsleitung heimlich zur Zigarette griffen, kontrollierte das NPD-Bundesordnermitglied Christian Fischer die korrekte Haltung sowie den Bodenabstand der gesenkten Fahnen. Nach einer symbolischen Schweigeminute setze sich der Aufmarsch wieder in Bewegung. Spätestens jetzt verschwand die Trauerstimmung der angereisten Teilnehmer_innen gänzlich. Christian Müller, Phillipp John sowie Patrick Wiedorn, ihres Zeichens thüringische Aktivisten der neonazistischen «Volksfront-Medien», beendeten das von der Versammlungsleitung auferlegte Sprechchorverbot.\nEin Eindruck der gewollten Inszenierung lässt sich bei genauerer Betrachtung der Ereignisse nicht von der Hand weisen. Der mit einem Megaphon ausgerüstete Phillip John wartete mit dem Einsetzen der Anfeuerungsrufe auf das Zeichen seiner beiden mit Videokameras ausgestatteten Kameraden. Nach wenigen Minuten schlossen sich dann, gegen den Willen der NPD Ordnungskräfte, der Großteil der restlichen Aufmarschsteilnehmer_innen den Sprechchören an.\n«Nazis auf die Fresse hauen!» #Um nicht den Eindruck der beabsichtigten Vermummung entstehen zu lassen, forderte der Leiter des NPD Ordnungsdienstes, Manfred Börm, Mitglieder der «Autonomen Nationalisten» dazu auf, ihre Gesichter nicht hinter den mitgeführten Transparenten zu verdecken. Daraufhin attackierte der in Duisburg wohnhafte Steffen Pohl das NPD Bundesvorstandsmitglied und stieß Börm einige Schritte zurück. Die nun von Börm herbeigerufenen NPD-Ordner lieferten sich daraufhin ein kurzes Handgemenge mit Teilen der «Autonomen Nationalisten», die ihrerseits Steffen Pohl Unterstützung leisteten.\nIn der durch die Auseinandersetzung aufgeheitzen Stimmung forderte Christian Müller aus Thüringen drastische Schritte. Die Parole «Nazis auf die Fresse hauen» sollte mit Hilfe des mitgeführten Megaphones angestimmt werden. Er forderte Phillipp John mehrfach, doch schlußendlich vergebens dazu auf. Nach kurzer Zeit beruhigte sich die Situation wieder und der Aufmarsch wurde fortgesetzt.\nBei der folgenden Abschlußkundgebung setzten sich die Widersprüche zwischen «Autonomen Nationalisten» sowie NPD und Kameradschaftzsszene fort. Während die NPD, allen voran Udo Voigt und Wilibert Kunkel in ihren jeweiligen Redebeiträgen in erster Linie Wahlkampf betrieben, beschritt der Redner Sven Skoda als Vertreter der «Freien Kräfte» einen anderen Weg. «Trauer, Wut, Widerstand!» Sei das Motto des Tages, gab Skoda in Richtung der Zuhöhrer_innen bekannt. «Dem ist mindestens noch ein viertes hinzuzufügen: Angriff!» so Skoda weiter.\nRedner an diesem Tag waren Wilibert Kunkel, Christian Worch, der NPD Bundesvorsitzende Udo Voigt, Claus Cremer als NPD Landesvorsitzender von Nordrhein Westfalen, der JN Bundesvorsitzende Michael Schäfer aus Werningerode, Peter Marx sowie das Mitglied im «Kampfbund Deutscher Sozialisten», Axel Reitz. Die beiden letztgenannten erregten mit ihrem Auftritt bei einigen der anwesenden Teilnehmer_innen weiteren Unmut. Sowohl Marx als auch Reitz waren ursprünglich nicht als Redner vorgesehen. Der NPD Generalsekretär Peter Marx sorgte mit Äußerungen wie, dass die «Autonomen Nationalisten durch den Staat gefördert werden» in der Vergangenheit für interne Streitigkeiten.\nDass Peter Marx und Axel Reitz auf die spontane Aufforderung von Ingo Haller «Möchte denn noch jemand einen Beitrag am Mikrophon geben?» ausgearbeite Redebeiträge hielten, verwunderte nicht nur außenstehende Beobachter_innen. Im Gegensatz zu Marx, der wiederum Wahlkampfthemen propagierte, sah der am 14. April aus der Haft entlassene Axel Reitz einen in Deutschland stattfindenen «Rassenkampf, den wir dabei sind zu verlieren». Dies dürfe man nicht zulassen.\nNachdem am Vorabend rund 1200 Menschen an einer Protestveranstaltung gegen den Neoanziaufmarsch teilgenommen hatten, demonstrierten am Tag des Aufmarsches etwa 850 Gegendemonstrat_innen gegen die angereisten Neonazis. Laut Angaben der Polizeiführung waren am 26.08.2008 rund 1500 Polizeibeamt_innen im Einsatz. Im Verlauf der Veranstaltung kam es zu insgesamt 20 Ingewahrsamnahmen. Fünf davon aus dem rechtsradikalen Lager. Im Nachhinein beklagten sich Neonazis auf einschägigen Internetseiten darüber, dass Wilibert Kunkel den Einsatzkräften der Polizei bei der Festnahme rechter Aufmarschsteilnehmer_innen zum Teil behilflich gewesen sein soll.\nIm Nachhinein dürften die angereisten Neonazis auch mit folgender Bewandnis nicht zufrieden sein. Zu Beginn des Aufmarsches war ein vierköpfiges russisches Kamerateam von Ingo Haller auf der Rednerbühne den Veranstaltungsteilnehmer_innen als befreundete Journalist_innen vorgestellt worden. Während andere Journalisten_innen bei ihrer Arbeit behindert wurden, konnten diese ungehindert in den Reihen der Neonazis Dokumentationsarbeit leisten sowie Interviews führen. Manfred Börm bezeichnete sie im Verlauf der Veranstaltung sogar als «faschistische Gesinnungskameraden aus Russland». Einer der Journalist trug dabei auf seinem Pullover, klar sichtbar den Schriftzug einer linksradikalen Ska-Punkband aus Moskau. Dass die Neonazis das Kamerateam trotz dessen für «Verbündete» hielten, kommentierte einer der Journalisten von dritten russischen Kanal nach Beendigung des Aufmarsches mit den abschließenden Worten «Nazis sind halt dumm».","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.26/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die als «Trauermarsch» angekündigte Veranstaltung von Neonazis im nordrhein-westfälischen Stolberg am 26.04.2008 sollte nach Eigenbekunden der Initiatoren der Startschuss für eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Neonazisszene werden. Von den erwarteten Teilnehmer_innen im vierstelligen Bereich erschienen allerdings nicht einmal die Hälfte. Neben dem zweifelhaften Charakter der «Gedenkveranstaltung» offenbarte der Aufmarsch heftige interne Streitigkeiten der beteiligten Gruppierungen. Der schon seit geraumer Zeit schwellende innere Konflikt gipfelte in zum Teil handfesten Auseinandersetzungen.","title":"«Nazis auf die Fresse hauen!»"},{"city":"","content":" Die dänische Fahne weht leicht im Wind, es regnet und im Hintergrund redet Jens Lütke, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD in Schleswig-Holstein, über fallende Bomben. Neben dem dänischen Fahnenträger steht eine Person aus dem Umfeld der Flensburger Neonaziszene als Unterstützung. Nicht zum ersten mal marschierten am 29.03.2008 deutsche und dänische Neonazis Seite an Seite beim »Trauermarsch« in der Hansestadt Lübeck auf. Nicht zum ersten Mal findet diese grenzüberschreitende Hilfe zwischen den norddeutschen und dänischen Neonazis statt.\nAuch die Polizei hält viel von Zusammenarbeit und lud sich dänische Polizist_innen zur Beobachtung ein. Die uniformierten Dänen sollten einerseits die Neonazis aus ihrem Gebiet im Auge behalten und andererseits von den einschlägigen Erfahrungen der deutschen Polizei profitieren. Dies sei, laut Pressesprecher der Polizei vor Ort, ein normaler Austausch und fände routinemäßig in allen Anreinerstaaten der BRD statt. Weiterhin hätte die dänische »Politi« keine Exekutivbefugnisse.\nDie Kooperation zwischen den Neonazis geht indes viel tiefer. Regelmäßig finden die so genannten deutsch-dänischen Freundschaftskonzerte in Dänemark statt. Für deutsche Neonazis ein lohnenswerter Ausflug. Die dänischen Gesetze lassen es zu, sowohl Hakenkreuze zu zeigen, als auch in Deutschland verbotene Lektüre des historischen Nationalsozialismus zu erwerben. Bei den konspirativ organisierten Konzerten treten auch deutsche Bands wie Oidoxie auf, die dem Umfeld der in Deutschand verbotenen »Blood \u0026 Honour%laquo;-Bewegung zugerechnet werden können. Bei einem der letzten Konzerten, am 01.07.2006 in der dänischen Grenzregion bei Farhus, fungierten die Dänen für ihre deutschen Kameraden als Schleuser.\nEin weiterer Grenzgänger ist der Deutsche Lars Bergeest, der mittlerweile in Dänemark wohnt. Bergeest gehört zu einer kleinen dänischen »Blood \u0026 Honour«-Gruppe. Er war Teilnehmer des »Rudolf-Heß-Gedenkmarsches« am 18.08.2007 in Kolding und führte den Neonaziaufmarsch im schwedischen Salem im Dezember 2007 an. Bergeest ist immer wieder mit deutschen Kameraden zu sehen, zuletzt auf dem »Gedenkmarsch« am 29.03.2007 in Lübeck.\nRegelmäßig weichen deutsche Neonazis zu »Rudolf-Heß-Aufmärschen« nach Dänemark aus. In Deutschland wurden alle Aufmarschversuche in den letzten drei Jahren verboten. So auch vergangenes Jahr am 18.08.2007 als die »Danmarks Nationalsocialistiske Bevægelse (DNSB)« einen Ersatzmarsch im dänischen Kolding organisierte, nachdem deutlich wurde, dass der Heß-Gedenkmarsch im bayrischen Wunsiedel verboten bleiben würde. Das verschlafene Städtchen auf dem dänischen Festland erlebte daher an diesem Tag den Versuch dänischer, schwedischer und deutscher Neonazis den »Stellvertreter des Führers«, Rudolf Heß als Märtyrer zu feiern. Im Verlauf der von ca. 80 Rechtsextremisten besuchten Kundgebung wurde der dänische DNSB-Führer Jonni Hansen nach tätlichen Angriffen auf Polizist_innen festgenommen. Unter den 20 deutschen Rechten befanden sich unter anderem der Bremer Anti-Antifa-Aktivist Andreas Hackmann und Lars Jakobs. Zwei Autos mit deutschen Kameraden kamen aus dem grenznahen Flensburg zur Unterstützung. Anders als ihre dänischen und schwedischen Kameraden, die zum Teil uniformiert und mit Hakenkreuzfahnen posierten hielt sich die Gruppe deutscher Neonazis stark zurück. Lediglich Personen aus dem Umfeld der Flensburger Neonaziszene trugen eine der gestellten Hakenkreuzfahnen.\nBereits in der Vergangenheit fungierte Dänemark immer wieder als Rückzugsort für deutsche Faschisten. So zog sich 1986 der Alt-Nazi und Holocaustleugner Thies Christophersen nach Kollund zurück, von wo aus er seinen nazistischen »Nordwind-Verlag« betrieb. 1994 wollte der deutsche Nazikader Meinholf Schönborm seinen vom Verbot bedrohten »Klartext-Verlag« nach Kollund verlegen, was an dem antifaschistischem Protest vor Ort scheiterte. Die dänische DNSB stellte 1993 für eine Anti-Antifa-Broschüre, in der die Namen und Adressen von über 250 Antifaschist_innen mit dem Zusatz sie endlich »endgültig auszuschalten« veröffentlicht wurden, ihr dänisches Postfach zur Verfügung. Der Kontakt zwischen den deutschen Macher_innen der Broschüre um Norman Kempken und dem dänischen DNS-Führer Jonni Hansen wurde damals über den NSDAP/AO-Statthalter in den USA Gary Lauck geknüpft.\nNach der Demonstration in Lübeck sorgten deutsche und dänische Neonazis am Flensburger Bahnhof für Aufruhr. Die Neonazis um den, aus Flensburg-Handewitt zugezogenen, Dachdecker Patrick Hartmund bewarfen erst Punker_innen mit Steinen, bepöbelten Jugendliche, die nicht in ihr Weltanschauung passten und versuchten aus Lübeck zurückkehrenden Gegendemonstrant_innen aufzulauern. Dies bekamen dann 3 Reisende zu spüren; sie wurden mit dem lapidaren Kommentar »Es passt uns nicht wie ihr ausseht« angespuckt und herumgeschubst. Die Bahnhofspolizei stoppte den Amoklauf der »Herrenmenschen« und nahm Personalien auf. Die dänischen Neonazis flüchteten mit ihrem weißen Auto zurück über die dänische Grenze.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.19-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die dänische Fahne weht leicht im Wind, es regnet und im Hintergrund redet Jens Lütke, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD in Schleswig-Holstein, über fallende Bomben. Neben dem dänischen Fahnenträger steht eine Person aus dem Umfeld der Flensburger Neonaziszene als Unterstützung. Nicht zum ersten mal marschierten am 29.03.2008 deutsche und dänische Neonazis Seite an Seite beim »Trauermarsch« in der Hansestadt Lübeck auf. Nicht zum ersten Mal findet diese grenzüberschreitende Hilfe zwischen den norddeutschen und dänischen Neonazis statt.","title":"Deutsch-dänische Kooperationen - Zusammenarbeit ohne Grenzen"},{"city":"Stolberg","content":" Der Aufmarsch in Stolberg bei Aachen wurde von einem großen Block Neonazis aus dem Spektrum der so genannten »Autonomen Nationalisten« angeführt. Die Mitglieder des »schwarzen Blockes«, allesamt stramme Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet und vor allem aus dem Ruhrgebiet, stellen einen neuen Versuch der rechten Szene dar, Jugendliche mit vermeindlich poppigem Auftreten an braune Ideologien zu binden. Die Szene übernimmt dabei den Stil der antifaschistischen Linken und versucht sich an der Kopie von Auftreten und Aktionsformen autonomer Antifaschist_innen. Die Interpretation eines solchen Kopieversuches von rechts ist an diesem Samstag in Aachen bei Stolberg zu beobachten gewesen. Der «schwarze Block» versuchte sich immer wieder an der Auseinandersetzung mit den anwesenden Polizist_innen, die den Aufmarsch aufgrund diverser Auflagenverletzungen immer wieder für Stunden stoppten.\nDie Polizei gibt an, bereits bei Vorkontrollen unter anderem eine Axt, ein Messer sowie Quarzhandschuhe und Pfefferspray gefunden zu haben. Außerdem wurde den Neonazis das Tragen von Transparenten untersagt, die zu Gewalt gegen Antifaschist_innen und Migrant_innen auffordern. Eine solche Gewaltbereitschaft der Szene kam für Beobachter_innen keineswegs überraschend. Sie ist vielmehr Resultat einer gezielt forcierten Stimmung unter den Neonazis, die nach dem Vorfall in Stolberg am 04. April zu beobachten war.\nIn der Nacht des 04. April 2008 wurde der 19-jährige Kevin P. nach einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe Personen mit Migrationshintergrund mit einem Messer niedergestochen. Der 19-jährige erlag daraufhin seinen Verletzungen im Krankenhaus. Bereits am nächsten Tag marschierten rund 160 Neonazis in Stolberg auf. Es kam auch hier zu Übergriffen auf Polizist_innen.\nDas 19-jährige Opfer war an dem Tatabend zusammen mit einem NPD-Mitglied unterwegs. Sein Begleiter hatte zuvor an einer Veranstaltung der rechtsextremen Partei in Stolberg teilgenommen. Diese Grundlage muss für diverse Strategen der rechten Szene einem Steilpass gleichgekommen sein. Auf den Internetportalen der Szene erschienen in den Folgetagen diverse Berichte über den Totschlag und das Opfer. Dabei wurde vor allem versucht den politische Hintergrund des Opfers zu deuten.\nKevin P. soll in seinem Profil bei der Internetplattform »Studivz« bei seiner politischen Orientierung »rechts« angegeben haben. Für Nutzer_innen des Portals muss klar sein, dass es sich dabei nicht um eine explizit politische Positionierung handelt, kann man doch in diesem Feld unter vorgegebenen Möglichkeiten wie »links«, »Mitte links«, »liberal«, »Mitte rechts« oder eben »rechts« wählen. Die Polizei spricht in diesem Zusammenhang von einer »Affinität zur rechten Szene«, die das Opfer gehabt haben soll. Für die Szene selbst und die veröffentlichten Berichte spielt das offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Es geht in erster Linie um die Schaffung eines Märtyrers. Eine Möglichkeit, die sich die Szene nicht entgehen lassen wollte. Für die Neonazis war schnell klar, dass es sich bei dem 19-jährigen, wenn nicht um einen »aktiven Hardliner«, so doch um einen »national gesinnten Deutschen« gehandelt haben muss. Und das, obwohl sich die Eltern von Kevin P. gegen diese Instumentalisierung wehren und von der »Aachener Zeitung« unter anderem mit den Worten »Hört auf, über unseren Sohn zu lügen« zitiert werden.\nDas Interesse der bundesdeutschen Neonaziszene an dem Vorfall in Stolberg erklärt sich aus bestimmten, in der Szene vorhandenen ideologischen Vorstellungen. Die vermeintliche Gewissheit als Deutscher eine Minderheitenrolle gegenüber Migrant_innen einzunehmen zählt unter anderem dazu. Der Tod von Kevin P. gab solchen Vorstellungen neue Nahrung und wird von den führenden Kader auch in diesem Sinne eingesetzt um eine rassistische und fremdenfeindliche Kampagne zu initiieren. Außerdem bietet sich die Chance mit dem Aufbau eines Märtyrers einen Ersatz für die zunehmend floppenden »Rudolf-Hess-Aufmärsche« zu schaffen. Als Vorbild wurde von einem Neonazi in den letzten Tagen der jährlich stattfindende »Trauermarsch« im schwedischen Salem genannt.\nSeit 2000 findet in dem kleinen Vorort von Stockholm einer der größten NS-Aufmärsche in Europa statt. Die Teilnehmer_innen kommen unter anderem auch aus Deutschland und den USA. Als Anlass wird der Tod des 17-jährigen Daniel Wretström instrumentalisiert, der in der Nacht des 8. Dezembers 2000 bei einem Streit mit einer Gruppe Migrant_innen zu Tode kam. Der Aufmarsch wird von der »Blood \u0026 Honour Sektion Stockholm« um Thomas Ölund organisiert. Einer der prominentesten Teilnehmer des Aufmarsches im schwedischen Salem ist Christian Worch. Worch ist langjähriger Kader der norddeutschen Kameradschaftsszene und Anmelder des Aufmarsches in Stolberg.\nDas schwedische Vorbild hat vermutlich eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Planung gespielt. Auf den Internetplattformen der rechten Szene entbrannte im Vorfeld eine Diskussion über das Datum des Aufmarsches. Wobei die militanten Kameradschaften um den Hamburger Christian Worch, der im ganzen Bundesgebiet als Anmelder diverser Neonazi-Veranstaltungen fungiert, die Position bezogen, bereits am 12.04 und nicht wie aus NPD-Kreisen geplant am 26.04 auf zu marschieren. In folge dessen organisierten unter anderem Neonazis aus dem Umfeld der Kameradschaftsszene in Chemnitz, Delitzsch und Altenburg Busse. Nach Eigenangaben reisten allein aus diesen Kameradschaftsstrukturen 150 Personen an.\nDer Aufmarsch selbst machte allerdings nicht den Anschein, als ob es sich um einen Trauermarsch handeln würde. Christian Worch beklagte sich bereits am Anfang per Lautsprecherwagen über die Vorkontrollen und bezeichnete diese als »Systemwillkür«. Nach dem Eintreffen der kontrollierten Neonazis vom Hauptbahnhof, eröffneten Christan Worch und Willibert Kunkel von der NPD den Aufmarsch, der hermetisch von der Polizei abgerigelt wurde.\nDer Aufmarsch wurde bereits nach 50 Metern von der Polizei wegen vermummter Teilnehmer_innen gestoppt. Sekunden nach dem Herausgreifen der betreffenden Person durch die Polizei wurde aus der Demonstration ein Feuerwerkskörper gezielt auf eine anwesende Journalistin geworfen. Wenig später entfernte sich ein offensichtlich leicht verletzter Neonazi der als Ordner eingesetzt war, aus dem stillstehenden Demonstrationszug und griff einen anwesenden Fotojournalisten tätlich an. Aufgrund der aufgeheizten Stimmung schien ein Abbruch des Aufmarsches von Seiten der Polizei zeitweise äußerst wahrscheinlich.\nTrauer gegenüber dem Verstorbenen oder Mitgefühl gegenüber den Angehörigen kam nicht zum Ausdruck. In allen gehaltenen Reden war ausschließlich von Hass und Rache die Rede. Damit fand eine Anknüpfung an die zuvor im Internet zu lesenden Reaktionen der Rechtsextremist_innen statt. Hier schrieb eine_r: »Ins Gas mit dem ganzen Auslaender Ungeziefer – radikal und gnadenlos«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.19/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Aufmarsch in Stolberg bei Aachen wurde von einem großen Block Neonazis aus dem Spektrum der so genannten »Autonomen Nationalisten« angeführt. Die Mitglieder des »schwarzen Blockes«, allesamt stramme Neonazis aus dem ganzen Bundesgebiet und vor allem aus dem Ruhrgebiet, stellen einen neuen Versuch der rechten Szene dar, Jugendliche mit vermeindlich poppigem Auftreten an braune Ideologien zu binden. Die Szene übernimmt dabei den Stil der antifaschistischen Linken und versucht sich an der Kopie von Auftreten und Aktionsformen autonomer Antifaschist_innen. Die Interpretation eines solchen Kopieversuches von rechts ist an diesem Samstag in Aachen bei Stolberg zu beobachten gewesen. Der «schwarze Block» versuchte sich immer wieder an der Auseinandersetzung mit den anwesenden Polizist_innen, die den Aufmarsch aufgrund diverser Auflagenverletzungen immer wieder für Stunden stoppten.","title":"Ein Trauerspiel"},{"city":"Stade","content":" Die 46.000 Einwohner_innen zählende Stadt am südlichen Ufer der Elbe, die sich so gerne wieder offiziell Hansestadt nennen würde, war am vergangenen Samstag Ausrichtungsort für die Messe »Stade Aktuell«, mit der sich Stade alljährlich versucht als innovative, weltoffene und freundliche Stadt zu präsentieren. In der Innenstadt tummelten sich tausende Besucher_innen zwischen den Ständen des Wochenmarktes und den Buden, die eigens für die Messe und den verkaufsoffenen Sonntag nach Stade gekommen waren.\nIn dem bunten Treiben fanden sich auch der langjährige Kader der rechtsextremistischen NPD, Adolf Dammann und vier weitere Getreue an einem NPD-Stand ein. Der regionale NPD Kreisverband versucht bereits seit Jahren immer wieder mit dem Anmelden von Ständen Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu erregen. Dass die Aktivist_innen der NPD dabei weitesgehend ignoriert werden, scheint das kleine Grüppchen nicht zu stören. So wurden in den Wahlkämpfen der Vorjahre bis zu sechs Stände der Rechtsextremisten in wenigen Wochen registriert.\nAdolf Dammann, einer der Vertreter des radikalen Flügels innerhalb der niedersächischen NPD versuchte im letzten Jahr mit Hilfe der freien Kameradschaften den innerhalb der Szene unbeliebten Ulrich Eigenfeld als momentanen Vorsitzenden der niedersächischen NPD abzulösen und machte zuletzt im Zusammenhang mit einem rechtsextremistischen Anschlag in Sittensen auf sich aufmerksam. Als treibende Kraft hinter dem neonazistisch motiviertem Anschläg auf eine Moschee nahm die Polizei im niedersächischen Sittensen bereits einen Tag nach der Tat den 18jährigen Christian Sch. fest. Dieser war im vergangenen Landtagswahlkampf als einer der eifrigsten Wahlkampfhelfer an der Seite Adolf Dammanns aufgefallen.\nDammann, der bereits seit Jahrzehnten versucht Jugendliche an die extrem rechte Szene zu binden, macht aus seiner Auffassung, dass »das System durch die Straße abgewählt wird, nicht durch die Parlamente«, kein Hehl. Bereits 1999 zogen 30 Antifaschist_innen vor das Haus des heute 68jährigen und machten ihn mitverantwortlich für den Überfall auf eine Flüchtlingsunterkunft in Kutenholz-Aspe im Kreis Stade. Die acht Täter waren zuvor regelmäßig auf »Schulungsveranstaltungen« der Stader NPD.\nSeit der letzten Kommunalwahl sitzt der langjährige NPD-Kader Adolf Dammann im Stader Kreistag und ist damit einer der 3 Abgeordneten der NPD im Landkreis Stade. Nicht nur das Auftreten Dammanns im Stader Kreistag ist in der Stadt kein unbekanntes Bild, auch die zahlreichen Stände der NPD in den letzten Jahren werden von der Stadt Stade lediglich durch ein - zum Teil - massives Polizeiaufgebot begleitet.\nAm vergangenen Samstag wurden die fünf Neonazis von zwei Mannschaftswagen der Braunschweiger Bereitschaftspolizei, drei Personen des Stader Staatsschutzes, sowie von mehreren einzelnden Beamt_innen vor einigen protestierenden Antifaschist_innen geschützt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.12/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die 46.000 Einwohner_innen zählende Stadt am südlichen Ufer der Elbe, die sich so gerne wieder offiziell Hansestadt nennen würde, war am vergangenen Samstag Ausrichtungsort für die Messe »Stade Aktuell«, mit der sich Stade alljährlich versucht als innovative, weltoffene und freundliche Stadt zu präsentieren. In der Innenstadt tummelten sich tausende Besucher_innen zwischen den Ständen des Wochenmarktes und den Buden, die eigens für die Messe und den verkaufsoffenen Sonntag nach Stade gekommen waren.","title":"Der alte Mann und der Frühling..."},{"city":"Stolberg","content":" Am Samstag, den 12.04. marschierten etwa 800 Neonazis, überwiegend aus dem Spektrum der »Freien Kameradschaften« und der »Autonomen Nationalisten« durch das nordrhein-westfälische Stolberg bei Aachen. Angemeldet wurde der Aufmarsch von dem Hamburger Christian Worch, einem langjährigen Kader in der militanten Kameradschaftsszene.\nAnlass war ein Vorfall am 4.April. Der 19jährige Kevin P. wurde nach einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe Jugendlicher niederstochen und erlag seinen Verletzungen. Der Täter hat offenbar einen Migrationshintergrund. Seit nunmehr einer Woche wird auf den Internetportalen der extremen Rechten für einen »Trauermarsch« in Stolberg mobilisiert. Dabei herrscht zwischen Vertreter_innen der »Kameradschaftsszene« und der NPD nicht nur Zwist über das Datum. Während bestimmte Personen ein eindeutiges Interesse an der Stilisierung des Opfers zum Märtyrer hatten, wurden Stimmen laut, die nach der politischen Orientierung des Opfers fragten. Bei Kevin P. handelt es sich nach momentanen Erkenntnissen offenbar nur um einen Mitläufer.\nVon einem »Trauermarsch« konnte am Samstag keine Rede sein. Nachdem sich der Aufmarsch, der von Neonazis aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern unterstützt wurde, nach fast dreistündiger Verspätung in Bewegung setzte, wurde er nach nur 50 Metern von der Polizei gestoppt. Grund waren Verstöße gegen die Demonstrationsauflagen, u.a. gegen das Vermummungsverbot. Nachdem Einsatzkräfte der Polizei erste Teilnehmer_innen aus der Demonstration herauszogen, eskalierte die Situation, Böller und Leuchtspurmunition flogen auf Polizist_innen, ein am Rande arbeitender Journalist wurde von einem Ordner des rechtsextremistischen Aufmarsches angegriffen, eine weitere Journalistin gezielt mit einem Knallkörper beworfen. Die Versammlung war von aggressiver Stimmung geprägt. Vor allem Personen aus dem Spektrum der sogenannten »Autonomen Nationalisten« fielen durch ihr Verhalten auf. Bereits im Vorfeld stoppte die Polizei das Mitführen von Transparenten, die direkte Drohungen gegen Antifaschist_innen enthielten sowie zur »Abwicklung« der BRD aufriefen.\nErst nach zwei weiteren Stunden setzte sich der Aufmarsch in Richtung Tatort in Bewegung. Nach einer Zwischenkundgebung wurde die Versammlung gegen 18.00 Uhr aufgelöst. Die Polizei stellte die Personalien von 31 Neonazis fest und leitete teilweise Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, Verstoßes gegen das Versammlungsrecht und Widerstand gegen die Staatsgewalt ein. Bei den Vorkontrollen wurden bei Teilnehmer_innen des Aufmarsches unter anderem Zwillen, Messer, eine Axt, mit Quarzsand gepolsterte Schlaghandschuhe und Pfefferspraydosen sichergestellt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.12-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Samstag, den 12.04. marschierten etwa 800 Neonazis, überwiegend aus dem Spektrum der »Freien Kameradschaften« und der »Autonomen Nationalisten« durch das nordrhein-westfälische Stolberg bei Aachen. Angemeldet wurde der Aufmarsch von dem Hamburger Christian Worch, einem langjährigen Kader in der militanten Kameradschaftsszene.","title":"Von Trauer keine Spur"},{"city":"","content":" Etliche Propagandafilme der NS-Diktatur befinden auf dem Index. Antisemitische »Machwerke« wie zum Beispiel der als Dokumentarfilm getarnte »Der ewige Jude« werden aufgrund ihres extrem volksverhetzenden Inhalts und Charakters vom »Bundesfilmarchiv« darüber hinaus unter Verschluss gehalten. Ein Internetportal des Neonazis Dustin Guske stört sich nicht daran und verbreitet derzeit solch »Werbefilme zum Rassenhass« über das virtuelle Netz.\nSeit Anfang März 2008 werden über ein Internetportal namens »Nationale-Sozialisten« massenhaft indizierte Propagandaerzeugnisse bereitgestellt. Bereits zu Beginn wurden dort Musikalben der im Jahr 2005 als kriminelle Vereinigung verbotenen Rechtsrockband »Landser« zur Verfügung gestellt. Beobachter_innen der Interpräsenz sind erstaunt über die gewaltigen Mengen von Daten neofaschistischer und indizierter Musik, die dort zum Download angeboten wird.\nNeben rassistischer »Begleitmusik zu Mord und Totschlag« werden in dem Internetportal diverse Inhalte neonazistischer Internetseiten in sogenannten »Backups« bereitgestellt. In Textarchiven finden sich Texte wie die antisemitischen »Protokolle der Weisen von Zion« und eine Vielzahl von Schriften, die die gezielte Vernichtung der europäischen Juden im Verlauf der Nationalozialistischen Diktatur in Deutschland in Frage stellen oder offen leugnen.\nIn einem »Backup« mit dem Namen »nukeisrael« finden sich neben Hakenkreuzen auch beispielsweise Propagandaflugblätter die Menschen anderen Hautfarbe in offen rassistischer Weise als »Nigger« bezeichnen und sie als Tiere darstellen. Fast unerkannt entstand auf der Internetpräsenz in den letzten beiden Monaten eine gewaltige Sammlung neofaschistischer Inhalte.\nAuch NS-Propagandafilme wie »Der Ewige Jude« aus dem Jahr 1940 können dort in verschiedenen Versionen heruntergeladen werden. Dieser Film wird derzeit vom Bundesfilmarchiv verwaltet. Nach Angaben des Bundesarchives befindet sich das »Werk übelster Machart« im Giftschrank der Behörde. Solche Filme werden nur zu rein wissenschaftlicher Begutachtung an Universitäten herausgegeben, und auch dann nur unter Aufsicht von vorher zu diesem Zwecke geschulten Begleitpersonals.\nDer als »Dokumentation« getarnte Propagandafilm diente der NS-Diktatur zur Untermauerung und propagandistischen Vorantreibung zur Vernichtung der europäischen Juden. In der Bevölkerung sollten damit antisemitische Ressentiments aufgebaut und gefördert werden. Menschen jüdischer Religion werden in drastischer Weise als »sozial niedrig stehendes, kulturloses, und parasitäres Volk« dargestellt.\nDie Ansiedlung von Menschen mit jüdischem Glaubens in Europa wird dort, versehen mit eindringlichen Bildern, unter anderem mit den Wanderungsbewegungen von Ratten verglichen. »Wo Ratten auch auftauchen, tragen sie Vernichtung ins Land, zerstören sie menschliche Güter und Nahrungsmittel. Sie sind hinterlistig, feige und grausam und treten meist in großen Scharen auf. Sie stellen unter den Tieren das Element der heimtückischen, unterirdischen Zerstörung dar - nicht anders als die Juden unter den Menschen.« Mit Aussagen wie diesen versuchten die Nationalsozialisten große teile der Bevölkerung aufzuhetzten. Heutige Neonazis nutzen Propagandafilme wie »Der ewige Jude« für Schulungsveranstaltungen.\nAls Betreiber der Internetpräsens tritt kein Unbekannter in Erscheinung. Über den amerikanischen Provider »Dreamhost« stellte der in Dortmund wohnhafte Neonazi Dustin Guske das Internetportal in das virtuelle Netz. Szenebeobachter_innen sind insbesondere über das Verhalten von Behörden im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Guske verwundert. Nachdem zum Ende des letzten Jahres Hacker das von Dustin Guske betriebene Projekt »puplic-ns« angegriffen und gehackt hatten, wurden umfangreiche Daten zur Auswertung im Internet öffentlich bereitgestellt. Zu den von Dustin Guske betriebenen »Subdomains« gehört auch das Internetportal »Nationale-Sozialisten« das mittlerweile wieder von Guske in Betrieb genommen wurde. Ein Teil der dort bereitgestellten Daten wurden anfänglich über andere neonazistische Internetseiten weiterverbreitet. In Amerika angemeldete Internetdomains dienen der Szene seit langen als Internetbörsen, fern ab des Zuständigkeitsbereiches deutscher Behörden. Seit März 2008 stellt nun die von Guske bereitgestellte Domain der »Nationalen-Sozialisten« das Portal für die freie Weiterverbreitung der Propagandainhalte. Diese Internetseite ist eine von rund 60 weiteren, welche Dustin Guske im Internet zwischenzeitlich bereitgestellt hatte und die der neonazistischen Szene als Vernetzungsplattform dienen.\nNeonazistische Netzwerke, wie die in Deutschland verbotene Organisationsstruktur von »Blood \u0026 Honour«, wurden laut veröffentlichten Daten offen weiterbetrieben. Diese Aktivitäten wurden insbesondere durch ausgewertete Daten aus dem mittlerweile ebenfalls von Guske bereitgestellten »Oidoxie-Forum« sichtbar. In der Bundesrepublik illegale »Blood \u0026 Honour« Konzerte wurden aus diesem Zusammenhang heraus beworben und im benachbarten Flandern organisiert und durchgeführt. Musikgruppen aus Deutschland wie Oidoxie, die sich ideologisch zum militanten und bewaffneten Arm von »Blood \u0026 Honour« zählen, konnten in den vergangenen Jahren diese Strukturen für die Weiterführung ihrer Organisationsnetzwerke nutzen.\nDustin Guske selbst ist seit Jahren Aktivist innerhalb des neofaschistischen Spektrums. Der mittlerweile nach Dortmund verzogene Neonazi begann seine öffentliche politische Karriere im Zusammenhang mit der rechtsextremistischen »Kameradschaft Hamm«. Schon damals verlegte Guske seine Aktivitäten auf das virtuelle Netz. Auch seine Aktivitäten als Mitorganisator rechtsextremistischer Aufmärsche im Großraum Nordrhein-Westfalen blieben nicht unentdeckt.\nIn der Folgezeit trat er im Zusammenhang mit der so genannten »Streetfighting Crew« in Erscheinung. Bei der Gruppe handelt es sich um den »Security- und Ordnerdienst« der neonazistischen Rechtsrockgruppe »Oidoxie«. Im Januar 2008 tauchten im Internet Fotographien auf, die Guske zeigen wie er mit einem Maschinengewehr vor einer Hakenkreuzfahne posierte. Warum Guske sein Treiben von rechtsstaatlicher Seite aus nunmehr seit Jahren ungestört fortsetzen kann, ist bislang ein wohlgehütetes Geheimnis des zuständigen Landeskriminalamtes in Nordrhein-Westfalen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.09/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Etliche Propagandafilme der NS-Diktatur befinden auf dem Index. Antisemitische »Machwerke« wie zum Beispiel der als Dokumentarfilm getarnte »Der ewige Jude« werden aufgrund ihres extrem volksverhetzenden Inhalts und Charakters vom »Bundesfilmarchiv« darüber hinaus unter Verschluss gehalten. Ein Internetportal des Neonazis Dustin Guske stört sich nicht daran und verbreitet derzeit solch »Werbefilme zum Rassenhass« über das virtuelle Netz.","title":"Der »Giftschrank« im Downloadbereich"},{"city":"Achim","content":" Der scheinbare Coup wurde medienwirksam inszeniert. Der Hamburger Neonazifunktionär Jürgen Rieger beabsichtige, einen weiteren Gebäudekomplex in Niedersachsen erwerben zu wollen, was auch die erwünschten Schlagzeilen erzeugte. Diesbezügliche Informationen, wurden bereits im Vorfeld gezielt an bestimmte Pressevertreter_innen weitergeleitet. So kam es, dass sich ein angeblich »konspiratives NPD Treffen« am 06.04.2008 in Achim Embsen zu einer freimütigen Pressekonferenz der NPD/JN Verden entwickelte.\nInformationen die Medienvertreter_innen im Vorfeld zugespielt wurden besagten, dass am Sonntag den 06.02.2008 eine ganztägige Veranstaltung der rechtsextremistischen »Nationaldemokratischen Partei Deutschland« (NPD) in der Umgebung der Stadt Achim stattfinden soll. Angeblich organisierten Mitglieder der neonazistischen Partei seit längerem konspirativ ein »ganztägiges Treffen« in der Region. Hintergrund und pikantes Detail sei die Kaufabsicht des Hamburger Neonazis Jürgen Rieger an den Versammlungsräumen der Veranstaltung.\nBei dem Gebäude handelte es sich um die so genannte »Mühlensauna« am Rand des Ortsteils Achim Embsen. Die Räumlichkeiten beherbergen einen Saunabetrieb mit angeschlossenem Erholungs- und Massagebereich. Seit Mitte 2007 sollen sich die Eigner der »Wellnesseinrichtung« in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Nach Angaben regionaler Medien wurde in dem Gebäudekomplex nicht nur bei Saunagängen geschwitzt. Tätigkeiten des horizontalen Gewerbes sollen hier als käufliche Leistungen angeboten worden sein. Der zweifelhafte Ruf, die Prostitution zu fördern, blieb nicht ohne Auswirkungen. Nach Bekanntwerden dieser Vorgänge begann der finanzielle Niedergang der »Mühlensauna«. Aufgrund der finanziellen Schieflage versuchte die »Mühlensauna GmbH« daraufhin das Gebäude zu veräußern. Bislang jedoch ohne nennenswerten Erfolg.\nEine konspirative Veranstaltung #Am Tag der angekündigten Veranstaltung waren einige der vorab informierten Pressevertreter_innen vor Ort. Anreisende Neonazis sollen bei der Veranstaltung gefilmt, die Kaufabsichten von Jürgen Rieger an das Tageslicht gezerrt werden. Als einzige Abgesandte erschienen zu der »ganztägigen Veranstaltung« dann lediglich zwei Vertreter der NPD/JN Verden. Der 25jährige Matthias Schulz, stellvertretender Kreisbereichsleiter der NPD Verden, sowie Daniel Fürstenberg, seines Zeichens NPD Ratsmitglied in der Gemeinde Dörverden.\nAnstatt die »Veranstaltung« nun abzusagen, gaben die beiden Aktivisten der niedersächsischen Neonaziszene den anwesenden Journalist_innen bereitwillig Auskunft. Entgegen der eigenen Richtlinien der NPD nicht ohne vorherige Absprachen mit Pressevertreter_innen zu kommunizieren, erhielten die, ansonsten in Veröffentlichungen der NPD Verden als Systemmedien bezeichneten Journalist_innen, im folgenden Gespräch tiefe Einblicke in die eigentlichen Hintergründe des Treffens. Ob der Überraschungseffekt eines auftauchenden Fernsehteams die geschulten Neonazikader dazu veranlasste, Pläne bezüglich der »Mühlensauna« gegenüber den Medienvertreter_innen offenzulegen, bleibt abzuwarten. Ein Schelm wer bislang Böses dabei denkt.\nDas NPD Büro in einer Sauna #Obwohl Fernsehkameras nicht zur Grundausstattung von »geheimen Neonazitreffen« gehören, führten die beiden Neonaziaktivisten souverän durch die nun stattfindende »spontane« Pressekonferenz. Nach ihren Angaben könne in den Räumlichkeiten ein »NPD Bürgerbüro« des NPD Kreistagsabgeordneten Rigolf Hennig entstehen. Auch das Platzangebot, welches »Zeltmöglichkeiten« beinhalten würde, begeisterte zumindest Daniel Fürstenberg.\nDer NPD Aktivist, der in einem später zu den Vorgängen veröffentlichten Fernsehbericht fälschlicherweise als »Daniel Freudenberg« vorgestellt wurde, berichtete in der späteren Ausstrahlung von insgesamt zwei möglichen Investoren für die als »Freudenhaus« in Verruf gekommene »Mühlensauna«. Nach Auskunft von Fürstenberg würden es von finanzieller Seite keine Probleme beim Erwerb der Räumlichkeiten kommen.\nAngesichts kaum vorhandener Geldmittel der NPD Niedersachsen scheidet der Landesverband der NPD allerdings als möglicher Investor bereits im Vorfeld aus. Da auch Jürgen Rieger, der von Medienseite als möglicher Käufer der Immobilie gehandelt wird, nach Einlassungen als Angeklagter in einem Gerichtsprozess derzeit nur über einen eingeschränkten finanziellen Spielraum verfügt, erscheint sein Engagement in Achim Embsen mehr als fraglich. Auch der niedersächsische Landesverband der Jungen Nationaldemokraten (JN), wird bei einem möglichen Erwerb der »Mühlensaune« keine Rolle spielen. Nachdem die Leitung der JN-Niedersachsen 2006 durch Daniel Fürstenberg übernommen wurde, steht der Landesverband nach Angaben von Szenebeobachter_innen vor dem finanziellen Kollaps.\nWichtigste Waffe: Öffentlichkeit schaffen #Die Aktivitäten der NPD Verden im Zusammenhang mit der »Mühlensauna« in Achim Embsen entpuppt sich bei näherer Begutachtung als inszenierte Werbeaktion. Der Name des Hamburger Rechtsanwaltes und bekennenden Rassisten Jürgen Rieger im Zusammenhang mit dem Erwerb von Immobilien gilt szeneintern als Garant für mediale Aufmerksamkeit und Berichterstattung.\nIm Jahr 2004 streuten Neonazis aus dem Umfeld der NPD Verden Gerüchte, dass der Hamburger Rechtsanwalt am Erwerb der Stadthalle in Verden interessiert sei. Eine darauf einsetzende Lawine der Berichterstattung spülte einem damals gegründeten Bündnis, welches sich gegen die Kaufabsichten Riegers engagierte, einen ungeahnten Geldsegen in die Spendenkassen. Allein in der ersten Woche kamen dabei Spenden in einem Volumen von über 40.000,- Euro zusammen. Insgesamt wurden im Verlauf der Kampagne 230.000,- Euro gesammelt. Ein offizielles Angebot von Jürgen Rieger für die Stadthalle in Verden gab es hingegen nie. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin »Spiegel« gab Rieger sogar offen zu, dass es sich bei den Kaufabsichten um einen Trick gehandelt hat. Rieger dazu: »Natürlich wollte ich die Halle nie haben, das Bauamt hat uns geärgert, deshalb wollten wir die Stadt Verden ärgern!«\nDie künstliche Drohkulisse einer möglichen Immobilienerwerbung durch Neonazis entpuppte sich als wahre Werbemaschinerie für Neonazis und in finanzielle Nöte geratene Hauseigentümer_innen. Der Name Jürgen Rieger entwickelte sich in diesem Zusammenhang dabei zum bislang medienwirksamsten Zugpferd der extremen Rechten. Kurzfristig existierte sogar eine Internetseite auf der angeboten wurde, mit einem fingierten Angebot durch neonazistische Organisationen eine Drohkulisse aufzubauen, die den Verkaufswert von Immobilien für die Eigentümer_innen steigern soll.\nDas bislang größte Aufsehen erregte 2006 eine angebliche Absicht von Jürgen Rieger, einen Hotelkomplex im niedersächsischen Delmenhorst zu erwerben. Nach Angaben von Szenebeobachter_innen und Informant_innen innerhalb des neonazistischen Spektrums müssen diese konkreten Absichten allerdings im Reich der Fabeln angesiedelt werden. Monatelang hielt die Berichterstattung der regionalen und überregionalen Medien über die angeblichen Kaufabsichten die Bevölkerung von Delmenhorst in Atem.\nInformant_innen der Neonaziszene berichteten, dass durch diese groteske Drohkulisse der eigentliche Wert des Hotelkomplexes in eine unverhältnismäßige Höhe getrieben werden sollte. Dieses Schauspiel mit zeitweilig abstrusen Formen, erbrachte dem Eigentümer des Hotels schlussendlich eine enorme Kaufsumme von 3 Millionen Euro. Skurriler weise kündigte Rieger bereits im September 2006 an, ein endgültiges Kaufangebot für den Hotelkomplex in Delmenhorst vorzulegen. Nachdem der Termin für dieses »endgültige Angebot« verstrichen war, vergingen weitere Monate, bis am 20. Dezember der Spuk durch den Verkauf der Immobilie an die Stadt Delmenhorst beendet wurde. Nach Angaben von Aussteiger_innen soll Rieger für seine Schützenhilfe insgesamt 10 Prozent des letztendlich erzielten Betrages erhalten haben.\nPreissteigerung mit brauner Soße #Derartige Scheinabsichten, die wie beim beabsichtigten Kauf der Stadthalle in Verden an Betrug grenzen, häufen sich in der jüngsten Zeit zu einer vielerorts gezogenen Karte. Mit diesem Trumpf verdingen sich Neonazis als Helfershelfer um Preise nahezu unverkäuflicher Immobilien in die Höhe zu treiben. So zum Beispiel 2007 im nordrhein-westfälischen Menden. Ein angebliches Kaufinteresse von Jürgen Rieger, nötigte die ohnehin verschuldete Gemeinde zum Kauf eines Anwesens. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz spricht seitdem offen von «Scheinkäufen» durch die rechtsextreme Szene und warnt vor einem vorschnellen Einlenken durch die betroffenen Gemeinden.\nIm Oktober 2007 geschah ein ähnlich gelagerter Fall im ostfriesischen Wittmund. Der Besitzer eines Bahnhofhotels drohte damit, seine Räumlichkeiten auch an die rechtsextreme Szene zu veräußern. Auch der Name Jürgen Rieger wurde daraufhin von Medienvertreter_innen als möglicher Interessent ins Spiel gebracht. Im Gegensatz zu Delmenhorst ruderte der Besitzer der Immobilie nach Intervention des Wittmunder Stadtrates allerdings bereits nach wenigen Tagen zurück. Die sich bereits in den Startlöchern befindliche Medienmaschinerie stellte die Berichterstattung ein.\nDass die Scheinkäufe durch die rechtsextremistische Szene mitunter auch absurde Formen annehmen, zeigt der Fall eines angeblich beabsichtigen Kaufes im niedersächsischen Melle. Jürgen Rieger kündigte an, das dortige Bahnhofsgebäude zu erwerben. Mit einem Angebot von rund 700.000,- Euro, welches um ein vielfaches über dem eigentlichen Wert der Immobilie lag, sollte Szenebeobachter_innen zufolge, der Preis nach dem Vorbild der Geschehnisse in Delmenhorst nach oben getrieben werden. Zur Unterstreichung der »ernstgemeinten« Kaufabsichten wurde prompt eine NPD-Fahne auf dem Dach des Gebäudes befestigt und der Briefkasten mit NPD-Klebezetteln verziert. Der Plan ging auf. Nach zwei Monaten trat Rieger abermals von seinen Kaufabsichten zurück. Die Stadt Melle verkündete zuvor, dass es nun ihrerseits Überlegungen gibt, den Bahnhof zu erwerben.\nAuch die NPD Niedersachsen versuchte durch beabsichtigte Immobilienkäufe ein solch enormes Medienecho zum eigenen Vorteil hervorzurufen. Pünktlich zu Beginn des niedersächsischen Landtagswahlkampf 2008 wurde bekannt das Andreas Molau, Spitzenkandidat der NPD Niedersachsen, ein Anwesen in Brandenburg erworben habe. Der Versuch durch Aktivitäten dieser Art ein anhaltendes Medieninteresse für den Spitzenkandidaten Andreas Molau zu erzeugen, scheiterte allerdings. Die angebliche Verwirklichung einer »nationalen Waldorfschule« wurde nur kurze Zeit später auf Eis gelegt.\nDie zaghafte Wiederholung des Schauspiels durch die Ankündigung, eine Immobilie in Südniedersachsen zu erwerben, brachte der NPD Niedersachsen ebenfalls nicht die erhoffte Medienresonanz. Nach Beendigung des niedersächsischen Wahlkampfes sind die Pläne der NPD Niedersachsen bezüglich Immobilienkäufen ebenso schnell verschwunden wie sie im Verlauf des Wahlkampfes aus der Schublade gezaubert wurden.\nDie Karawane zieht durchs Land #Bislang praktizierte Taktiken, durch ein öffentlich geäußertes Kaufinteresse für Schlagzeilen zu sorgen, scheinen nun auch in Achim Embsen fortgeführt zu werden. Die laienhafte Schauspielkunst der beiden NPD Aktivisten Matthias Schulz und Daniel Fürstenberg erscheint dabei nur allzu offensichtlich. Das Fernsehteam, welches zur »Mühlensauna« in Achim Embsen durch die Ankündigung einer »konspirativen Veranstaltung« gelockt wurde, lieferte daraufhin die erhofften Schlagzeilen.\nUm die Pläne noch bedrohlicher erscheinen zu lassen brachten die nur wenig überraschten NPD Funktionäre folglich wage den Namen von Jürgen Rieger ins Spiel. Weithin sichtbar wurde zu dem »geheimen NPD Treffen« außerdem die obligatorische NPD-Fahne medienwirksam am oberen Fenster des Mühlenturms in Achim Embsen befestigt. Der Vergleich mit dem Ablauf in der Stadt Melle drängt sich förmlich auf. Zur Abrundung des Spektakels äußert sich der eigentliche Besitzer der »Mühlensauna« im anschließenden Interview dahingehend, dass er einem Verkauf an rechtsextremistische Investoren nicht abgeneigt sei. Der Eindruck »einer wahren Bilderbuchgeschichte« lässt sich nicht abstreiten, geben Szenebeobachter_innen im Hinblick auf die angeblichen Kaufabsichten zu bedenken.\nNichtsdestotrotz sei Wachsamkeit geboten. Die Neonaziszene ist trotz aktueller finanzieller Schwierigkeiten dahin bestrebt das bereits vorhandene Immobiliennetz auszubauen. Insbesondere die neonazistische NPD ist weiterhin auf Räumlichkeiten für Schulungsveranstaltungen und Versammlungen angewiesen. Laut einer Pressemitteilung auf ihrer Internetseite ist auch die NPD darum bemüht kleinere Räumlichkeiten für ein »Bürgerbüro\u0026Laquo; im Landkreis Verden zu erwerben. Im aktuelle Fall in Achim Embsen verdichten sich allerdings die Eindrücke, dass es sich um eine propagandistische Inszenierung handelt.\nDer Eigentümer Andreas Lange ließ inzwischen verlauten, dass er neben der neonazistischen NPD bereits mit »zwei« weiteren Kaufinteressenten für den Gebäudekomplex in Verhandlung steht. Diese wollen seinen Angaben zufolge in den Räumlichkeiten eine »sauna-ähnliche Nutzung in Richtung Club mit gehobenen Niveau« verwirklichen. Zu Beginn des Jahres habe er diesbezügliche Pläne bereits vor Vertretern der Stadt Achim kundgetan. In Bezug auf die Vorstellungen der Investoren habe er allerdings eine Abfuhr von Seiten des Rathauses erhalten.\n»Anscheinend nimmt man mich dort nicht erst«, so Andreas Lange weiter. Ironischer weise tritt an diesem Punkt nun die NPD Verden in Erscheinung. Auch Daniel Fürstenberg bringt sogleich »zwei« Investoren ins Spiel, die Interesse an dem Gebäudekomplex zeigen würden. Der Eindruck entsteht, dass die NPD Verden als Druckmittel dazu beitragen soll, um die Stadt Achim die bisherigen Pläne von Andreas Lange als geringeres Übel sehen zu lassen. Im Bezug auf die Entstehung eines »neonazistischen Schulungs- und Wellnesszentrums mit europaweiter Bedeutung« in Achim Embsen sieht die Stadt inzwischen Handlungsbedarf. Man werde mit baurechtlichen Mitteln gegen die Verwirklichung der Pläne vorgehen, ließen Vertreter_innen der Stadt verlauten.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.08-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der scheinbare Coup wurde medienwirksam inszeniert. Der Hamburger Neonazifunktionär Jürgen Rieger beabsichtige, einen weiteren Gebäudekomplex in Niedersachsen erwerben zu wollen, was auch die erwünschten Schlagzeilen erzeugte. Diesbezügliche Informationen, wurden bereits im Vorfeld gezielt an bestimmte Pressevertreter_innen weitergeleitet. So kam es, dass sich ein angeblich »konspiratives NPD Treffen« am 06.04.2008 in Achim Embsen zu einer freimütigen Pressekonferenz der NPD/JN Verden entwickelte.","title":"(Neo)Nepper, Schlepper, Bauernfänger?"},{"city":"","content":" Zumindest für Ermittler_innen der Polizeidirektion Rostock scheint der Neonazi Michael Grewe bislang ein Unbekannter gewesen zu sein. Am Montag den 07.04.2008 bat die Polizei Rostock um Mithilfe der Bevölkerung bei der Fahndung nach einem für die Beamten bis dahin unbekannten Randalierer aus der Neonazizene. Mit Hilfe eines Fahndungsfotos welches Kriminalisten der Polizeidirektion Rostock bei Internetrecherchen in die Hände fiel, wurde versucht die Identität des Neonazis festzustellen. Nach Angaben der Polizei Rostock wird gegen den Mann wegen schweren Landfriedensbruch und Körperverletzung ermittelt.\nIm Vorfeld einer rechtsextremistischen Demonstration am 30.06.2007 in Rostock kam es zu Auseinandersetzungen zwischen anreisenden Neonazis und Gegendemonstrant_innen. In deren Verlauf wurden mehrere Personen mitunter verletzt. Wie die Polizeidirektion Rostock in ihrem Fahndungsaufruf mitteilte, gingen die Ermittler_innen in Mecklenburg-Vorpommern davon aus, dass es sich bei der gesuchten Person um enen »aus dem Bundesgebiet zugereisten Veranstaltungsteilnehmer« handelt. Peinlich für die Kriminalbeamten, die gesuchte Person ist unter anderem Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern und Beisitzer im Landesvorstand der neonazistischen Partei.\nBei der gesuchten Person handelt es sich um den jahrelangen Aktivisten des neonazistischen Spektrums Michael Grewe. Die Wurzeln des ehemalige »Naziskinhead« entspringen in der der Lüneburger Heide. Im niedersächsischen Städchen Lüneburg gehörte er gemeinsam mit seinen Brüdern Sven und Hans Grewe zu den langjährigen Anführern der regionalen Kameradschaftsszene. Bereits 1985 machte sich Michael Grewe durch die Herausgabe des Neonazifanzines »Kahlschlag« einen Namen.\nBei seinem Bruder Sven Grewe handelt es sich um einen Führungskader der Neonaziorganisation »Hammerskin Chapter Nordmark«. Ähnlich wie das im Jahr 2001 verbotene Neonazinetzwerk »Blood \u0026 Honour« verstehen sich Mitglieder der »Hammerskin Nation« als Elitetruppe einer weltweiten agierenden rassistischen und neonazistischen Skinheadbewegung. Gemeinsam mit Mitgliedern der »Blood \u0026 Honour - Sektion Nordmark« veranstalteten Hammerskins aus Niedersachsen und Schlewig-Holstein im Jahr 1999 unter anderem militante Wehrsportübungen. Über die einzelnen Teilnehmer_innen ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Doch zumindest Michael Grewe scheint es mit den Waffengesetzten in der Vergangenheit nicht so genau genommen zu haben. Im Jahr 1997 beschlagnahmten Polizeikräfte in seiner Lohbrügger Wohnung ein Maschinengewehr, einen Karabiner sowie über 1000 Schuss Munition. In Hamburg betrieb Michael Grewe gemeinsam mit seinem Bruder Hans eines der ersten Merchandisinggeschäfte für Neonazis in Norddeutschland. Das als »Skinhead-Laden« bekannt gewordene Geschäft mit dem Namen »Buy or Die« galt jahrelang als Anlaufstelle der Neonaziszene im Norden. Auch in die Organisierung von Fußballturnieren der Neonaziszene im Großraum Hamburg und Tostedt soll Grewe involviert gewesen sein. Im Jahr 1998 verlegten die Grewes die Geschäftsräume von »Buy or Die« ins niedersächsische Lüneburg. Kurze Zeit später wurde die Geschäftsleitung an den Lüneburger Neonazi Christian Sternberg übertragen.\nGenau wie Sternberg gehörte Michael Grewe schon damals zur Kameradschaft »Lüneburg/Uelzen - Trupp 16«. Die Bezeichnung »Trupp 16« spielt auf die Bezeichnung der Lüneburger SA-Einheit während der NS Diktatur an. Inzwischen trägt das Ladengeschäft unter der Leitung von Christian Sternberg einen neuen Namen. Der »Temple of Football« gilt, ähnlich wie einige Jahre zuvor »Buy or Die«, als Anlaufstelle für Neonazis und Treffpunkt der »Kameradschaft Lüneburg/Uelzen -Trupp16«. Im Jahr 2000 verzog Michael Grewe unter anderem mit dem zum damaligen Zeitpunkt in Hamburg wohnhaften Neonazifunktionär Thomas Wulff ins mecklenburgische Amholz.\nIn der Folgezeit engagierte sich der »Freie Nationalist« Michael Grewe innerhalb der NPD von Mecklenburg-Vorpommern. Im Zusammenhang mit weiteren aus dem Westen in die mecklenburgische Provinz gezogenen Neonazikadern, entwickelte sich in der Region in den darauffolgenden Jahren eine gut organisierte Infrastruktur der Norddeutschen Neonaziszene. Seit dem Jahr 2004 sitzt Michael Grewe als Abgeordneter der NPD im Gemeinderat der Teldau. Als Mitarbeiter der NPD Fraktion im Landtag von Schwerin übernahm der Rechtsextremist Grewe inzwischen auch landesweite Aufgabengebiete. Auch verfügt Grewe über einen Sitz im Landesvorstand der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.\nIn den vergangenen Jahren war Michael Grewe nicht nur regelmäßiger Teilnehmer von Demonstrationen der bundesdeutsche Neonaziszene. Auch bei den regelmäßig stattfindenen Sonnenwendfeiern der Neonaziszene im niedersächischen Eschede, auf dem Anwesen des NPD Aktivisten Joachim Nahtz soll Michael Grewe ein gern gesehener Gast sein. Als im vergangenen Jahr die rechtsextremistische »Heimattreue Deutsche Jugend« (HDJ) ihr Pfingstlager auf dem Gelände von Joachim Nahtz veranstalte, war auch Grewe mit von der Partie. Bekleidet mit einem Hemd der Kameradschaft »Lüneburg/Uelzen -Trupp 16« patroulierte der Neonaziaktivist mit seinem Hund auf dem Gelände. Warum die zuständigen Kriminalbeamt_innen Michael Grewe, trotz seiner Aktivitäten und seiner überregionalen Bedeutung bei den Ermittlungen im Zusammenhang mit den Vorgängen am 30.06.2007 nicht zuordnen konnten, ist fraglich. Gerade im Bezug auf ein, unter anderem von Mecklenburg-Vorpommern angestrebtes NPD-Verbotsverfahren, stellt sich dabei die Frage wie gut die zuständigen Behörden ihre Neonaziszene eigentlich kennen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Zumindest für Ermittler_innen der Polizeidirektion Rostock scheint der Neonazi Michael Grewe bislang ein Unbekannter gewesen zu sein. Am Montag den 07.04.2008 bat die Polizei Rostock um Mithilfe der Bevölkerung bei der Fahndung nach einem für die Beamten bis dahin unbekannten Randalierer aus der Neonazizene. Mit Hilfe eines Fahndungsfotos welches Kriminalisten der Polizeidirektion Rostock bei Internetrecherchen in die Hände fiel, wurde versucht die Identität des Neonazis festzustellen. 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Mehrere Verletzungen, unter anderem ein Nasenbeinbruch, waren die Folge.\nDie flüchtende Gruppe Neonazis wurde kurz nach dem Vorfall von Einsatzkräften der Polizei entdeckt und kontrolliert. Unter ihnen soll auch der Vorsitzende des NPD- Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim, Stephan Riesel, gewesen sein. Der langjährige Neonaziaktivist war zuletzt wegen einer Polizeirazzia im Zusammenhang mit einem sogenannten «Wehr-Ertüchtigungslager» der militanten Kameradschaftsgruppe »Freie Nationale Vechta« ins Visier der Ermittungsbehörden geraten.\nIn den Eingansbereichen der Zelte des »Waffenlagers« welches im Juni 2006 stattfand, hingen Schilder mit Bezeichnungen wie »Hitlerjugend« oder »Leibstandarte«. Fotographien, die in dem Zeltlager entstanden, zeigen Scheinhinrichtungen und militärische Übungen. Die Bezeichnung »Wehr-Ertüchtigungslager« ist ein Synonym der Neonaziszene für Wehrsportübungen.\nImmer wieder kommt es in Nordhorn, speziell im Stadtteil Blanke, zu Bedrohungen und körperlichen Übergriffen der Neonazis. Ihr Ziel ist es, dem Thesenpapier »Schafft National befreite Zonen« der rechtsextremistischen Szene folgend, ein Gebiet zu schaffen, das Menschen anderer Herkunft, politischer Überzeugung oder anderen Glaubens nicht mehr ohne Angst betreten können. Zentrum dieser Bestrebungen ist nach Angaben von Beobachter_innen die Gastwirtschaft »Zum Turm« in Nordhorn-Blanke, die den Neonazis der Region als Treffpunkt dient.\nNach Angaben regionaler Szenebeobachter_innen finden in den Räumlichkeiten regelmäßig größere Treffen der regionalen und teilweise überregionalen neonazistischen Szene statt. Auch der zweifelhafte Ruf, Ausgangsort von rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten zu sein, schwebt über den Räumlichkeiten. Bereits einen Tag vor dem Angriff in der Nacht vom 29. auf den 30. März kam es im Umfeld der Kneipe »Zum Turm« zu einen versuchten Angriff von Neonazis auf Antifaschist_innen. Die betroffenen Jugendlichen aus Nordhorn sprechen von einer spürbaren Häufung neofaschistischer Übergriffe in der Region. Dies räumt auch der Präsident der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in einem Interview mit der NordWest-Zeitung ein. Er beobachte eine Szene von 10 bis 20 Leuten, mit denen es »immer wieder den einen oder anderen Vorfall gebe«.\nIhren vorläufigen traurigen Höhepunkt erreichte die rechtsextreme Gewalt um den »Turm« am 8.September 2007. Ein dunkelhäutiger Mann aus Großbritannien begab sich in die Kneipe und wurde anschließend mit den Worten »Neger sind hier nicht erwünscht« wieder hinausgeprügelt. Das traumatisierte Opfer, welches im Krankenhaus behandelt werden musste, verzog daraufhin zurück nach England. Der Wirt der Kneipe gab vor Gericht an, von dem Vorfall nichts mitbekommen zu haben. Die beiden Täter, ein 21jähriger und ein 23jähriger Mann, müssen nun für 2 Jahre und drei Monate bzw. für 10 Monate in Haft. Aufgrund der umfangreichen Vorstrafenregister beider kam hier keine Bewährung mehr in Frage.\nDie Nordhorner Neonaziszene versucht sich zur Zeit nach dem Konzept der »Autonomen Nationalisten« zu organisieren. Unter dem Label »Autonome Nationalisten Nordhorn« (ANNH) bzw. »Autonome Nationalisten Grafschaft Bentheim« (ANGB) werden zur Zeit verstärkt Aktionen organisiert, vor allem Sprühereien und Klebeaktionen. Das Konzept der »Autonomen Nationalisten« beinhaltet, neben der Übernahme von ursprünglich linksradikalem Symbolik und Lifesyle, eine zunehmende »Radikalisierung« bei Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern.\nDas selbsterklärte Ziel der »ANNH« ist es, »die ersten zu sein, die das kranke System ablösen«. Die fünf Neonazis, die in der Nacht zum 30 März zwei Personen angriffen und eine davon schwer verletzten, werden den Strukturen der »Autonomen Nationalisten Nordhorn« zugerechnet. Jedoch ist auch festzuhalten, dass es durchaus personelle Überschneidungen zwischen »Autonomen Nationalisten« und dem NPD-Unterbezirk Emsland/Grafschaft Bentheim gibt.\nMittlerweile sollen, wie Verantwortliche der Stadt und Beamt_innen der Kriminalpolizei Nordhorn mitteilten, einige der Neonazis in der Gaststätte »Zum Turm« Hausverbot haben. Dennoch gilt die Gaststätte weiterhin als Tummelplatz rechtsextremistisch motivierter Kundschaft. Von Entwarnung kann gerade nach den jüngsten Zwischenfällen in der Region nicht gesprochen werden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.04.04/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Die Serie von körperlichen Übergriffen mit rechtsextremem Hintergrund in Nordhorn reißt nicht ab. In der Nacht vom 29. auf den 30. 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Auch könne sich der NPD Kreistagsabgeordnete Dammann an den vermeintlichen Rädelsführer und nun inhaftierten Christian Sch. »nur verschwommen und schemenhaft« erinnern. Die Wahrheit sieht hingegen ein wenig anders aus.\nChristian Sch. war im vergangenen Jahr ins niedersächsische Sittensen verzogen. Der bis dahin nur anfänglich politisierte Rechtsextremist versuchte daraufhin Anschluss an die örtliche Neonaziszene zu bekommen. So richtete Christian Sch. am 18.08.2007 an den NPD-Unterbezirk Stade schriftlich folgende Zeilen: »heil kameraden, ich komme aus sittensen und versuche kameraden aus meiner region zu finden.« Nach der Bitte um Kontaktaufnahme verabschiedete er sich mit den Worten »es grüßt kameradschaftlich - christian – der ewige nationalist«. Die Bitte um Kontaktaufnahme wurde von Seiten des NPD-Unterbezirk Stade auch kurzerhand nachgekommen.\nAndere Mitglieder der NPD Stade, wie das ehemalige Vorstandsmitglied Martin Zaha, zeigen sich mittlerweile verwundert darüber, dass Christian Sch. innerhalb weniger Tage in die rechtsextremistische Partei aufgenommen wurde. Bei einer regulären Aufnahme in die NPD »vergehen normalerweise Monate des Wartens«, so Zaha. Bei Christian Sch. verstrichen lediglich 11 Tage bis zum 29.08.2007, als er seinen Mitgliedsausweis in den Händen halten konnte. Christian Sch. erhielt die NPD Mitgliednummer »88312« und dazu den passenden Ausweis.\nBrisant für den NPD-Stützpunkt Stade wird neben der NPD-Mitgliedschaft des inhaftierten mutmaßlichen Rädelsführers des Brandanschlages auch die beabsichtigte Gründung einer »NPD Ortsgruppe« in Sittensen. Die Besprechung, sowie konkrete Planungsschritte der Attacke auf das muslimische Gebetshaus in Sittensen, wurden laut Aussagen von Tatbeteiligten während des Treffens anlässlich der Schaffung einer solchen Ortsgruppe durchgeführt.\nDer Zeitpunkt des Brandanschlages kommt für den 68jährigen Adolf Damman sichtlich ungelegen. Dass der NPD-Unterbezirk Stade im Zusammenhang mit Brandstiftung, Molotow-Cocktails und einer Briefbombe in Verbindung gebracht wird, die Christian Sch. an eine Beamtin der Rotenburger Krimininalpolizei adressiert hatte, stört die politischen Pläne des alternden NPD Funktionärs.\nDer als politischer Ziehvater von Christian Sch. geltende Dammann gilt derzeit als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des NPD Landesvorsitzenden in Niedersachsen und somit als Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg. Mitglieder der NPD Niedersachsen versprechen sich vom angekündigten Führungswechsel in Niedersachsen eine Steigerung der Aktivitäten des NPD Landesverbandes. Im Hinblick auf den Brandanschlag in Sittensen erscheint es allerdings beunruhigend, wie Teile des Umfeldes von Adolf Dammann sich diese Aktivitäten im Einzelnen vorstellen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.31/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Der Brandanschlag in Sittensen war als gemeinschaftliche Tat geplant und später durchgeführt worden. Es handelte sich nicht, wie zu Beginn der Ermittlungen vermutet, um die Tat eines Einzeltäters. 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Der Diebstahl dieser Fahne von vor drei Wochen blieb am heutigen Tag dann auch das einzige Ereignis welches die versammelten Neonazis aus Norddeutschland im strömenden Regen mit Applaus bedachten.\nUnter dem Motto »Bomben für den Frieden?« versammelten sich am Samstag den 29.03.2008 etwa 320 Personen aus dem Spektrum der neofaschistischen »Freien Kameradschaften« und der NPD in der Lübecker Innenstadt. Der als »Gedenkveranstaltung« betitelte Aufmarsch wurden von mehreren Führungskräften der rechtsextremen Szene Norddeutschlands dazu genutzt, in Redebeiträgen eine sehr fragwürdige Version der Geschichte des zweiten Weltkrieges zu präsentieren. »Krieg findet an der Front statt und nicht an der Zivilbevölkerung im Hinterland« erklärte etwa der stellv. NPD-Landesvorsitzende Schleswig-Holsteins, Jens Lütke, und blendete die Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht dabei - und vermutlich nicht nur bei dieser Gelegenheit – aus. Mit weiteren geschichtsrevisionistischen Beiträgen zum »Bomben-Holocaust« versuchten die Neofaschist_innen sich selbst und die nichtvorhandenen Zuhörer von der Opferrolle der deutschen Bevölkerung im zweiten Weltkrieg zu überzeugen.\nTeilnehmer_innen von nah und fern #Ab 11.30 Uhr sammelte sich vor dem Bahnhofsgebäude der Hansestadt Neonazis aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg. Auch aus Dänemark war eine Gruppe von etwa 10 Personen um den »Blood \u0026 Honour«-Aktivisten Lars Bergeest angereist und nahmen gemeinsam mit Mitgliedern der Rechtsrockband »Word of Anger« am Aufmarsch teil.\nAus Schleswig-Holstein waren neben Funktionären des Landesverbandes der NPD, wie der Anmelder Jörn Lemke sowie der Vorsitzende des Kreisverbandes Kiel/Plön Hermann Gutsche, größtenteils Mitglieder der »Freie Nationalisten« anwesend. Aktivist_innen der Kameradschaftsgruppen u.a aus Lübeck, Eckernförde, Neumünster, Kiel, Flensburg und Rieseby erreichten gleichzeitig mit niedersächsischen Neofaschist_innen den Bahnhofsvorplatz. Neonazis aus der Lüneburger Heide waren hierbei am zahlreichsten vertreten. Angereist waren unter anderen Teile der »Kameradschaft Celle 73« um Klaus Hellmund und Dennis Bührig und die »Snevern Jungs«, angeführt vom Neonazikader Matthias Behrens. Alle drei waren zuletzt erfolglos als NPD-Kandidaten im niedersächsichen Landtagswahlkampf 2008 angetreten.\nDesweiteren nahmen aus Niedersachsen Mitglieder der »Kameradschaft Lüneburg/Uelzen - Trupp 16«, der »freien Nationalisten Munster«, der »Nationalen Offensive Schaumburg« (NOS) und zwei Aktivisten der »Heimattreuen deutschen Jugend« (HDJ) am Aufmarsch teil. Der Lautsprecherwagen wurde von der NPD/JN Verden gestellt. Neben dem Landesvorstand der JN Niedersachsen waren auch Mitglieder der NPD Stade vor Ort. Der NPD-Unterbezirk Stade war zuletzt wegen eines Brandanschlages auf ein muslimisches Gebetshaus in Sittensen am 22.03.2008 in die Schlagzeilen geraten. Aus dem Hamburger Raum fanden neben Einzelpersonen wie Christian Worch oder Detlef Bruehl Mitglieder des »Aktionsbüro Norddeutschland« und der »Kameradschaft Bramfeld« den Weg nach Schleswig-Holstein.\nThe same procedure as every year? #Vor dem Eintreffen der Versammlungsleitung um Jörn Lemke übernahmen trotz Alkoholverbotes sichtlich angetrunkene Neonazis aus dem Raum Lübeck die Einweisung der per Zug anreisenden Teilnehmer_innen. Ebenfalls wurden einige der sonstigen Auflagen wie Zigaretten- oder Telefonierverbot, sehr zum Missfallen des Anmelders von den anwesenden Rechtsextremisten nahezu durchgängig unterlaufen. Auch zwei Transparente mussten nach Weisung der Polizeikräfte aufgrund ihrer Länge noch vor Beginn des Aufmarsches zurückgelassen werde.\nNach dem Willen einiger Neonazifunktionäre wären auch Mitglieder der niedersächsischen »Autonomen Nationalisten Nord-West« (ANNW) am Bahnhof zurückgelassen worden. Nachdem die Gruppe in den letzten Monaten verstärkt durch »Querfrontbestrebungen« aufgefallen war, erteilten Mitglieder der militanten Neonaziszene der Gruppierung ein Verbot an ihren Aufmärschen teilzunehmen. Mitmarschieren durfte die »ANNW« erst nach langwierigen Verhandlungen mit Mitgliedern der »Kameradschaft Celle 73« am Rand des Bahnhofsvorplatzes.\nBegleitet von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei setzte sich der Neonaziaufmarsch gegen 13:30 Uhr in Bewegung. Als Redner traten zwischen Auftakt- und Abschlußkundgebung das NPD Bundesvorstandmitglied Thomas Wulff, die Neonazifunktionäre Christian Worch, Dennis Bührig und Peter Borchert sowie die schleswig-holsteinischen NPD Funktionäre Jörn Lemke und Jens Lütke in Erscheinung.\nDer Umgang mit dem politischen Gegner #Die angekündigten Blockaden des antifaschisten Bündnisses »Wir können sie stoppen!« blieben auf Grund des massiven Polizeiaufgebots von 1900 Beamt_innen aus mehreren Bundesländern erfolglos. So wurden gegen die rund 2000 Gegendemonstrant_innen Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt um diese an einem Vordringen auf die Aufmarschroute der Neonazis zu hindern. Dabei wurden rund 80 Antifaschist_innen in Polizeigewahrsam genommen und zahlreiche Personen verletzt. Im Rahmen der europäischen Vernetzung von Polizeistrukturen waren auch Beamte aus Dänemark anwesend, die den Aufmarsch begleiteten. Schon vor Beginn des Aufmarsches waren drei Neonazis wegen zeigen des Hitlergrußes und dem »Tragen verfassungsfeindlicher Symbole« verhaftet worden.\nDie in Polizeigewahrsam genommenen Gegendemonstrant_innen wurden zu Gefangenensammelstellen gebracht, die eigens für diesen Zweck in leerstehenden Garagen eingerichtet wurden. Bei der Durchsuchung von dort unter teils unwürdigen Bedingungen festgehaltenen Personen soll es zu ähnlich Szenen wie schon während des G8-Gipfels im vergangenen Jahr in Heiligendamm gekommen sein. Nach Aussagen von betroffenen Antifaschist_innen seien zum Teil selbst minderjährige und vorallem weibliche Gefangene gezwungen worden, sich komplett zu entkleiden und von Beamtinnen im Intimbereich abgetastet worden. »amnesty international« sieht in einem solchen Vorgehen - unter Berufung auf die Menschenrechtscharta der UN - »eine Verletzung des Verbotes grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, wenn es bewusst eingesetzt wird, um eine Person zu demütigen oder ihren Willen zu brechen«.\nTrotz des relativ störungsfreien Verlaufs des neofaschistischen Aufmarsches kann dieser aus Sicht der Rechtsextremen nicht als Erfolg gewertet werden. Interne Streitigkeiten und eine rückläufige Teilnehmer_innenzahl im Vergleich zu den Vorjahren zeigen, gerade im Hinblick auf die Kommunalwahlen im kommenden Mai, ein derzeit eher schwaches Mobilisierungspotential rechter Kräfte in Schleswig-Holstein. So ist es nicht verwunderlich, dass die Veranstalter des heutigen Aufmarsches den Polizeieinsatz in einen eigenen »Erfolg« umdichteten. Dass Gegendemonstrat_innen den Aufmarsch nicht verhindern konnten, wurde, neben der einige Woche zurückliegenden »Eroberung« der Fahne, als das einzige »positive« Resumee des Tages gezogen. Die Fahne möchte Peter Bochert den Antifaschist_innen beim rechtsradikalen Aufmarsch am 1. Mai in Hamburg überreichen – und zwar »geschändet und verbrannt«. Wie er sich diese Schändung vorstellt, behielt Borchert allerdings für sich.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.29/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Mit diesen Worten verabschiedete sich der jüngst aus der Haft entlassene Kieler Rechtsextremist Peter Borchert von den rund 320 angereisten Teilnehmer_innen des Neonaziaufmarsches am 29.03.2008 in Lübeck. Der 2004 wegen Waffenhandels zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Neonazi bezog sich auf eine Fahne der »Antifaschistischen Aktion« die im Verlauf einer Kundgebung der Neonaziszene am 08.03.2008, ebenfallls in Lübeck, einer Gruppe Gegendemonstrant_innen entwendet wurde. Der Diebstahl dieser Fahne von vor drei Wochen blieb am heutigen Tag dann auch das einzige Ereignis welches die versammelten Neonazis aus Norddeutschland im strömenden Regen mit Applaus bedachten.","title":"»Die Fahne wird geschändet und verbrannt«"},{"city":"Walsrode","content":" Im Zeitraum zwischen dem 14. und 25.03.2008 besprühten bislang unbekannte Täter eine Außenmauer der Walsroder Grundschule. Die Täter hinterließen am Ort des Geschehens unter anderem ein Hakenkreuz in gesprühter Form. Ob es sich bei den Tätern um Mitglieder der diffus organisierten neonazistischen Kameradschaftsszene aus der Region Walsrode handelt, konnte bislang nicht geklärt werden.\nAm 26.03.2008 kam im Stadtbereich von Walsrode zu einem weiteren Zwischenfall. Zwei von der Polizei Walsrode als »Mitvierziger« bezeichneten männlichen Personen griffen dabei eine Gruppe Jugendlicher an. Hintergrund des Angriffes bildete die augenscheinliche Zuordnung der Opfer zur linksalternativen Jugendszene. Dabei schlugen die beiden Männer mit Faustschlägen auf die Jugendlichen ein. Einer der dabei Angegriffenen trug Kopfverletzungen davon. Nachdem sich die beiden Angreifer kurzzeitig zurückzogen, kehrten sie wenige Minuten in Begleitung einer weiteren Person zu der Jugendgruppe zurück. Im Verlauf der wiederum einsetzenden Auseinandersetzung bedrohten die Angreifer daraufhin ihre Opfer mit einem Baseballschläger und einem gezogenem »größeren Messer«, wie es im Polizeibericht heißt. Ein 20jähriger Jugendlicher wurde durch einen Stich mit dem Messer am Oberschenkel verletzt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.26/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Im Zeitraum zwischen dem 14. und 25.03.2008 besprühten bislang unbekannte Täter eine Außenmauer der Walsroder Grundschule. Die Täter hinterließen am Ort des Geschehens unter anderem ein Hakenkreuz in gesprühter Form. Ob es sich bei den Tätern um Mitglieder der diffus organisierten neonazistischen Kameradschaftsszene aus der Region Walsrode handelt, konnte bislang nicht geklärt werden.","title":"Hakenkreuz und Angriff in Walsrod"},{"city":"Rotenburg/Sittensen","content":" In die Ermittlungen bezüglich des Brandanschlages auf einen muslimischen Gebetsraum im niedersächsischen Sittensen kommt Bewegung. Gegen den 18jährigen Haupttatverdächtigen wurde mittlerweile ein Haftbefehl erlassen. In den Räumlichkeiten des jugendlichen Neonazis wurden neben einem Benzinkanister und Brandbeschleuniger auch eine Briefbombe sichergestellt, adressiert an eine Beamtin der Kriminalpolizei Rotenburg-Wümme.\nDer bereits am Tag des Anschlags festgenommene Täter, Christian Sch. ist innerhalb der norddeutschen Neonaziszene kein Unbekannter. Sein politischer Werdegang der letzten Monate ist dabei eng mit den Aktivitäten des NPD-Unterbezirkes Stade verbunden. Im niedersächsischen Landtagswahlkampf 2008 entpuppte sich der Neonazi als einer der eifrigsten Wahlkampfhelfer der NPD Stade im regionalen und überregionalem Wahlkampf.\nNachdem der 18jährige Rechtsextremist, nach Vollstreckung einer Haftstrafe aufgrund kleinkrimmineller Delikte, im vergangenem Jahr von Hamburg-Wilhelmsburg ins niedersächsische Sittensen verzog, politisierte sich dieser zusehends. Gemeinsam mit dem ehemaligen stellvertretendem Landesvorsitzenden der NPD Niedersachsen, Adolf Dammann war der Hauptverdächtige aus Sittensen in den letzten Monaten auf zahlreichen Wahlkampfaktionen der rechtsextremistischen Szene zugegen.\nDammann gilt dabei als einer der politische Ziehväter von Christian Sch. Der 68-Jährige will nach eigenen Angaben “die Fackel unserer Weltanschauung weitergeben an die nächste Generation” und schart seit Jahrzehnten Jugendliche um sich, um sie “politisch” zu schulen. Aus seiner radikalen Ablehnung der bestehenden Ordnung macht Damman, der bereits als junger Erwachsener in rechtsextremistischen Parteien aktiv wurde, keinen Hehl. »Das System wird durch die Straße abgewählt, nicht durch die Parlamente«, lautet dabei eine der politischen Auffassungen des Rechtsextremisten mit der Mitgliednummer 171.\n»Motivation Fremdenhass« #Radikale Aktivitäten von Neonazis aus dem Umfeld des NPD-Unterbezirk Stade bildeten in der Vergangenheit keine Ausnahme. So überfielen im Jahr 1999 acht Männer eine Flüchtlingsunterkunft im benachbarten Kutenholz-Aspe. Die Täter verschafften sich damals gewaltsam Zugang zum Gebäude und drangen in den Wohnbereich ein. Fenster wurden zerschlagen und das Mobiliar zerstört. Bewohner_innen des Hauses die im ersten Stock der Unterkunft wohnten, konnten sich nur mit einem Sprung aus dem Fenster den Angreifern entziehen. Eine im Erdgeschoss lebende Frau und ein Nachbar der den Opfern Hilfe leisten wollte, wurden mit vorgehaltener Schreckschusspistole bedroht.\nÄhnlich wie im aktuellen Fall in Sittensen richtete sich die Tat gegen Menschen die im nationalsozialitistischen Weltbild der Täter keinen Platz haben. Im Prozess gaben die Angreifer auf die Flüchtlingsunterkunft in Kutenholz-Aspe »Fremdenhass« als Motivgrund der Tat an. Die Angreifer waren zuvor regelmäßige Teilnehmer auf »Schulungsveranstaltungen« des NPD-Unterbezirks Stade gewesen. Kurz vor der Durchführung der Tat in im Jahr 1999, waren drei der Täter zuletzt auf einer JN-Schulung in der so genannten »NPD-Scheune« von Adolf Dammann zugegen.\nDiese politischen Schulungsveranstaltungen fanden noch bis vor drei Jahren im niedersächsischen Bargstedt statt. Nachdem der Landkreis Stade im Jahr 2005 die Nutzung des maroden Gebäudetraktes untersagte, wich die NPD ins nahegelegene Wangersen aus. In einer Gaststätte des Dorfes, die auch für regelmäßige Mitgliedertreffen der NPD Stade genutzt wurde, tagten besagte NPD-Schulungen nun in der Folgezeit.\nUnter den Referent_innen der letzten Jahre befanden sich unter anderem der bekennende Rassist und Rechtsanwalt Jürgen Rieger oder der verurteilte »Rechtsterrorist« Peter Nauman - derzeitig Mitarbeiter der NPD Fraktion im sächsischen Landtag. Auch die vermeintliche Leiterin des »Deutschen Rechtsbüros«, die Hamburger Rechtsanwältin Gisa Pahl und der Neonaziaktivist und NPD Bundesvorstandmitglied Thomas Wulff hielten in der Gaststätte »Zur Post« Vortragsveranstaltungen.\nNachdem es Anfang 2007 zu Protesten gegen die regelmäßig stattfindenen Veranstaltung in Wangersen gegeben hatte und Scheiben der Gaststätte zu Bruch gingen, konnte die NPD Stade wenige Tage später abermals einen Ersatzort präsentieren. Für eine Vortragsveranstaltung im Februar 2007, mit dem Neonaziführungskader Christian Worch aus Hamburg, mobilisierten die Neonazis nur einige Kilometer weiter ins benachbarte Oersdorf.\nDer Hauptverdächtige #Christian Sch. trat im Zusammenhang mit Aktivitäten des NPD-Unterbezirk Stade erstmalig im November 2007 öffentlich in Erscheinung. Während eines Informationsstandes der NPD im niedersächsischen Visselhövede verteilte der jugendliche Neonazi Wahlkampfzeitungen und weiteres Propagandamaterial der rechtsextremistischen Partei. Dies wiederholte Christian Sch. auch in den darauf folgenden Wochen auf NPD-Informationsständen in Buxtehude, Cuxhaven, Stade sowie Rotenburg-Wümme.\nAnfang Januar hielt Christian Sch. dann eine politische Rede anlässlich einer NPD-Veranstaltung in Hameln. In einem ehemaligen Kinokomplex, welcher sich im Besitz des Hamburger Neonazis Jürgen Rieger befindet, sollte eine Woche zuvor eine Wahlkampfveranstaltung der »NPD Niedersachsen« durchgeführt werden. Nachdem Polizeikräfte eine Nutzung des Gebäudes untersagten, wurde die Veranstaltung in das so genannte »NPD-Heim Harderberg« in Georgsmarienhütte bei Osnabrück verlegt.\nEine Woche später führten Neonazi aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern daraufhin eine Protestkundgebung in Hameln durch. Neben Christian Sch. traten in Hameln am 12.01.2008 noch die führenden Neonazis Jürgen Rieger, Thomas Wulff sowie Klaus Bärthel als Redner vor die Stufen des ehemaligen Kinokomplexes in Hameln an das Mikrophon.\nAuch auf Aufmärschen der Neonaziszene war Christian Sch. seit Beginn 2008 anzutreffen. So lief er am 20.01.2008 an der Spitze eines rechtsextremistischen Aufmarsches der NPD im niedersächsischen Meckelfeld. Während der jährlich stattfindenden rechtsextremistischen Massendemonstration anlässlich der Bombardierung Dresdens im Verlauf des zweiten Weltkrieges trat Christian Sch. als Photograph in Erscheinung. Dabei fertigte er gezielt Photographien von Gegendemonstrant_innen und Journalist_innen an.\nBei einem Blick auf weitere Tätigkeiten von Christian Sch. erscheint diese gezielte Tätigkeit in einem beunruhigendem Licht. Einige Tage zuvor hatte der Neonazi aus Sittensen unter der Adresse »Siegkraft[a]hotmail.de« einige E-mails an Journalist_innen geschrieben. In diesen wies er unter anderem eine Journalistin darauf hin: »…dass bei einer sogenannten journalistin ein sprengsatz am auto explodiert ist!!!« Nach einer Warnung das sich besagte Journalistin in Lebensgefahr befinden würde, beendete er seinen Brief mit den Worten »XCombat 18 ES Reicht!!!!!!« An eine lokale Zeitungsredaktion im Landkreis Rotenburg-Wümme richtete er anschließend folgende Zeilen: »Ich beobachte seit längerer Zeit die Repressionen ihrer Zeitung gegen die NPD!!!« Bei Fortführung der Berichterstattung kündigte Christian Sch. an: »..die Privatadressen der Redakteure ausfindig zu machen«, und dann seinerseits »…auch eine Repressionswelle zu starten!!!«\nAls über Christian Sch. im Zusammenhang mit einer Wahlkampfveranstaltung der DVU Hamburg im Nachrichtenportal »Indymedia« berichtet wurde, schrieb der jugendliche Neonazi unter vollen Nennung seines Namens und unter der Adresse »Kommandozentrale[a]hotmail.com« einen Kommentar an die Verfasser_innen des Artikels mit folgendem Wortlaut: »sie werden schon sehen!!! Privatadressen sind vorhanden!!!« Die Verfasser_innen des Artikels berichteten im Vorfeld über seine Tätigkeit als Ordnerkraft während der DVU Veranstaltung am 17.02.2008 im Congress Centrum Hamburg. Im Laufe der Veranstaltung griffen Saalordner der »Deutschen Volksunion«, anwesende Gegendemonstrant_innen tätlich an. Hinlänglich bekannt ist Christian Sch. auch Gesetzesvertreter_innen in Hamburg und Niedersachsen. Nach einem längeren Haftaufenthalt in der Jugendvollzugsanstalt Hahnöversand in Hamburg, geriet der daraufhin ins niedersächsische Sittensen verzogene Neonazi erneut in Konflikt mit den Behörden. Nachdem er mit einer Schreckschusspistole in den frühen Abendstunden des 31. Dezembers in Bremerhaven mehrere Schüsse abgab, riefen verunsicherte Anwohner_innen die Polizei. Christian Sch. wurde noch an Ort und Stelle von den herbeigerufenen Einsatzkräften festgenommen. Aufgrund dieser Vorfälle wurde ein Ermittlungsverfahren wegen »Verstoßes gegen das Waffengesetz« sowie »Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte« gegen den 18jährigen eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt stand Christian Sch. noch unter Bewährung. Im Zusammenhang mit der NPD Stade wird Christian Sch. als aufstrebender Charakter beschrieben. Der 18jährige »wollte in der NPD Karriere machen, und schnell aufsteigen«, so Stimmen aus seinem Umfeld. Auch als Kandidat der NPD zur niedersächsischen Landtagswahl 2008 war Christian Sch. im Gespräch. Sein diesbezügliches Anliegen scheiterte allerdings. Die Bewilligung seines Antrags auf NPD-Mitgliedschaft durch den NPD-Unterbezirk Stade wurde nicht rechtzeitig entsprochen. Dies hinderte den aufstrebenden NPD-Aktivisten nicht daran, sich aktiv in das Geschehen bezüglich des niedersächsischen Landtagswahlkampfes einzuschalten. Neben seiner Tätigkeit auf »Informationsständen« der NPD war Christian Sch. auch auf internen Wahlbesprechungen der NPD-Stade zugegen. Der Brandanschlag in Sittensen Nach der, für die NPD Niedersachsen gescheiterten Landtagswahl blieb Christian Sch. weiterhin der NPD verbunden. Gemeinsam mit weiteren Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren wurde in der Folgezeit die Gründung einer NPD Ortsgruppe in Sittensen besprochen. Insgesamt umfasste der geplante NPD-Stützpunkt Sittensen zehn jugendliche Mitglieder. Geleitet werden sollte die Gruppierung vom späteren 18jährigen Hauptverdächtigen selbst. Im Anschluss an einem Gespräch anlässlich der bevorstehenden Gründung des NPD Stützpunktes in den Räumlichkeiten von Christian Sch. wurde nach Polizeiangaben auch der Brandanschlag auf das muslimische Gebetshaus in Sittensen besprochen und geplant. An den Anschlagsplanungen nahmen zu diesem Zeitpunkt insgesamt sechs jugendliche Neonazis teil. Ein Teil der Gruppe verließ anschließend das Haus und beteiligte sich nicht an der späteren Ausführung der Tat. Christian Sch. trat bei der nun einsetzenden Durchführung des Anschlages, nach Angaben der Polizei als Rädelsführer in Erscheinung. Wie die Polizeiinspektion Rotenburg-Wümme in einer Pressemitteilung vom 26.03.2008 mitteilte, wurden von den Tätern nach dem Gespräch insgesamt drei so genannte Molotowcocktails präpariert. Einen der mit Brandbeschleuniger versehenen Geschosse wurde zu Testzwecken auf dem Balkon von Christian Sch. gezündet. Nach der Überprüfung der Funktion des Molotowcocktails verließ die Gruppe die Räumlichkeiten des 18jährigen Haupttäters um sich kurz vor Begehung des Anschlages wieder zusammen zu finden. Gegen 2:30 Uhr zerschlug dann ein 17jähriger Mittäter mit einem mitgeführten Hammer die Fensterscheiben des Gebetshauses in Sittensen. Dann schleuderte Christian Sch. die Brandsätze durch die zerstörten Scheiben. Anschließend flüchteten die Angreifer. Das es in der Nacht zum Ostersamstag zu keiner Katastrophe kam, ist laut Polizei lediglich auf Zufall und glückliche Umständen zurückzuführen. In einem Einfamilienhaus, welches unmittelbar mit dem Gebäude verbunden ist, schliefen zum Tatzeitpunkt fünf Menschen. Ermittlungen dauern an Nach Ermittlungen der Kriminalpolizei Rotenburg-Wümme konnten am 26.03.2008 alle der Durchführung der Tat verdächtigten Jugendlichen festgenommen werden. Christian Sch. der als Rädelsführer des Angriffs gilt, wurde bereits am Tag des Anschlages von der Polizei festgenommen. Nachdem der 18jährige kurze Zeit später wieder aus der Haft entlassen wurde, erließ das Amtsgericht Zeven noch am Nachmittag des Ostermontags einen Haftbefehl gegen Christian Sch.- Zuvor waren Gerüchte laut geworden das sich der Hauptverdächtige absetzen wollte. Nachdem Christian Sch. zuerst in die Justizvollzugsanstalt Verden inhaftiert wurde, wartet der Neonazi nun auf seine Überführung in die Jugenvollzugsanstalt Vechta. Im Zuge der Aufklärung des Brandanschlages ermittelte die Kriminalpolizei inzwischen auch gegen die beiden anderen Tatbeteiligten. Beide räumten ihre Mittäterschaft mittlerweile ein. Gegen die weiteren Jugendlichen die bei der Planung des Anschlages zugegen waren, wird wegen »Nichtanzeigens eines Verbrechens« ermittelt. Gegen den 18jährigen Haupttäter ist ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung eröffnet worden. Bei der Durchsuchung der Wohnräume von Christian Sch. durch Polizeikräfte fanden die Ermittler_innen der Kriminalpolizei Rotenburg-Wümme umfangreiches NPD Propagandamaterial sowie zahlreiche Nazi-Devotionalien. Neben rechtsextremistischen Klebezetteln, ähnlich denen die während des Anschlages an den Fensterscheiben des Gebetshauses hinterlassen wurden, konnten Reste des zerborsteten Molotow-Cocktails und der verwendete Brandbeschleuniger sichergestellt werden. Zu den aufgefundenen Gegenständen im Wohnbereich von Christian Sch. gehörte auch ein Briefumschlag, welcher an eine Mitarbeiterin der Kriminalpolizei Rotenburg Wümme adressiert war. Die vorgefundene Postsendung entpuppte sich als Briefbombe im Anfangsstadium. Als Sprengmittel für die präparierte Briefbombe soll verunreinigtes Schwarzpulver verwendet worden sein. Die Konstruktion sei allerdings nicht funktionstüchtig gewesen. Der NPD Funktionär Adolf Dammann will nun von seinem jugenlichem Wahlkampfhelfer nichts mehr wissen. Ähnlich wie beim Angriff auf die Flüchtlingsunterkunft 1999 in Kutenholz-Aspe kann sich Dammann nur schwer an seine alten Unterstützer erinnern. Da genau wie beim Angriff 1999 die Täter aus dem direkten politischem Umfeld des alternden NPD Mitglieds stammen, versucht Dammann so einer Kriminalisierung seines NPD-Unterbezirks keine Nahrung zu verschaffen, geben Beobachter_innen der Szene zu bedenken. »Schaden von der Partei abwenden« so Dammann »sei in solchen Zeiten wichtig« Der Täter »scheint ein Verrückter gewesen zu sein, solche Taten können nur verrückten Hirnen entspringen«, die Täter seien »asozial« so Dammann weiter. Das wie angekündigt der Hamburger Neonazi und Rechtsanwalt Jürgen Rieger die Verteidigung von Christian Sch. übernehmen wird, hält Adolf Dammann für aussichtslos. Rieger selbst will »von einem Anschlag in Sittensen« bislang noch nichts erfahren haben. »Ich lese keine Zeitungen, weil die meisten lügen«. Im übrigen würde er den Brandanschlag verurteilen, behauptet der Neonazifunktionär, denn er habe »auch viele muslimische Freunde«. Aussichten und Einsichten Bei der Frage nach den Beweggründen der Täter des Anschlages in Sittensen oder den Beweggründen eine Briefbombe an eine Beamtin der Kriminalpolizei Rotenburg Wümme zu adressieren, verweisen Beobachter_innen immer wieder auf die Aktivitäten der Neonaziszene im Einzugsbereich des NPD-Unterbezirks Stade. In den vergangenen Jahren konnte sich hier eine der niedersächsischen Hochburgen der Szene entwickelten. Besonders im Bezug auf politische Radikalität stellt der NPD-Unterbezirk Stade dabei eine feste Größe dar. Innerhalb der NPD Niedersachsen gilt Adolf Dammann und sein Umfeld als »radikaler Flügel« in der Partei. Das Bündnis mit den neonazistischen Kameradschaftsgruppen in Niedersachsen ist auch gerade auf die Netzwerk- und Schulungsarbeit von Adolf Dammann zurückzuführen. Regelmäßiger Gast bei diesen Schulungen ist unter anderem auch Stefan Silar. Der Neonazi aus Todtglüsing bei Tostedt ist mitverantwortlich für einen der ersten neofaschistisch motivierten Morde nach dem Wegfall der innerdeutschen Grenze. Dabei schlug er im benachbarten Buxtehude gemeinsam mit weiteren rechtsextremen Skinheads auf einen Mann ein, bis dieser bewusstlos wurde und später im Krankenhaus verstarb. Auch für Silar ist die Bezeichnung »Combat 18«, die Christian Sch. unter seine Briefe an eine Journalistin setze, kein Fremdwort. Im Zusammenhang mit der Gruppierung »Combat 18 – Pinneberg« stand Stefan Silar im Oktober 2003 vor Gericht. Auf Gruppentreffen von »C-18 Pinneberg\"« wurden, wie in dem Gerichtsverfahren dargelegt, Gewalttaten abgesprochen und Strafaktionen gegen vermeintliche »Verräter« geplant. Bei Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der Organisation wurden schussbereite Waffen sowie Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen sichergestellt. Heute betreibt Stefan Silar im niedersächsischen Todtglüsing »Norddeutschland größten Szeneladen« wie es in einer Selbstwerbung auf seiner Internetseite heißt. Von dort aus versorgt er die Neonaziszene der Region mit neofaschistischen Devotionalien und Tonträgern mit rechtsextremistischen Inhalt. Zur Landtagswahl 2008 in Niedersachsen warben zwei weitere NPD Funktionäre des Unterbezirkes Stade mit ihrer Mitgliedschaft beim rechtsextremistischen »Stahlhelm – Kampfbund für Europa e.V.« Diese Organisation hielt paramilitärische Wehrsportübungen ab und bildete vor ihrer Selbstauflösung in Norddeutschland, nach Eigenangaben auch Kleinkinder an Kleinkalibergewehren aus. Ein weiterer Kandidat der NPD, der Verdener Kreistagsabgeordnete Rigolf Hennig bläst in ein ähnliches Horn. »In seiner Jugend habe er schonmal Telefonmästen im Tiroler Befreiungskampf gesprengt«. Auch habe er »den einen oder anderen italientischen Polizisten mit dem Maschienengewehr behakt!« Heute, so gibt er dabei zu verstehn »könnte man so was ja offen sagen, es sei ja bereits verjährt«. Der mutmaßliche Täter aus Sittensen mag derzeit in Haft sitzen, die geistigen Brandstifter sind weiterhin auf freiem Fuß.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.26-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In die Ermittlungen bezüglich des Brandanschlages auf einen muslimischen Gebetsraum im niedersächsischen Sittensen kommt Bewegung. Gegen den 18jährigen Haupttatverdächtigen wurde mittlerweile ein Haftbefehl erlassen. In den Räumlichkeiten des jugendlichen Neonazis wurden neben einem Benzinkanister und Brandbeschleuniger auch eine Briefbombe sichergestellt, adressiert an eine Beamtin der Kriminalpolizei Rotenburg-Wümme.","title":"Molotow-Cocktail und Briefbombe"},{"city":"Dorfmark","content":" Auch am dritten Veranstaltungstag des »Bund für Gotterkenntnis« konnte die geschichtsrevionistische Organisation ihre so genannte »Ostertagung« nahezu ungestört fortführen. Gegen 16:00 Uhr führten Mitglieder_innen eine Gedenkfeier für getötetete Wehrmachtssoldaten in Stalingrad durch. Die Anzahl der aus dem gesamten Bundesgebiet anwesenden rechtsextremen Teilnehmer_innen der »Ostertagung« am 23.03.2008 wird von Beobachter_innen auf ungefähr 80 Personen geschätzt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.23/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Auch am dritten Veranstaltungstag des »Bund für Gotterkenntnis« konnte die geschichtsrevionistische Organisation ihre so genannte »Ostertagung« nahezu ungestört fortführen. Gegen 16:00 Uhr führten Mitglieder_innen eine Gedenkfeier für getötetete Wehrmachtssoldaten in Stalingrad durch. Die Anzahl der aus dem gesamten Bundesgebiet anwesenden rechtsextremen Teilnehmer_innen der »Ostertagung« am 23.03.2008 wird von Beobachter_innen auf ungefähr 80 Personen geschätzt.","title":"»Ludendorfer Ostertagung 2008« (dritter Veranstaltungstag)"},{"city":"Rostock","content":" Innerhalb einer Woche kam es in Mecklenburg Vorpommern gleich zu zwei Angriffen auf jüdische Friedhöfe. Der erste Vorfall ereignete sich bereits am 15.03.08 in der Nacht zu Sonntag in Neustelitz. Dabei wurde das schmiedeeiserne Tor des Friedhofes von Unbekannten aus den Angeln gerissen und diverse Grabsteine umgeworfen. Vorrausgegangen war diesem Vorfall schon am Samstag Nachmittag der Angriff auf einen Asylbewerber aus dem Libanon. Dabei griffen drei, vermutlich rechtextremistisch motivierte Personen im Alter von 14, 16 und 18 Jahren, gewaltätig ihr Opfer an. Sie beschimpften ihn und warfen ihrem Opfer bei seiner Flucht Steine und Flaschen hinterher. Gleich eine Woche später an den Osterfeiertagen kam es in Rostock zur Schändung der Gedenkstätte des alten jüdischen Friedhofes. Die Stehle, die einen siebenarmigen Leuchter, die sogenannte »Menora« trägt, wurde hierbei von Unbekannten mit »C-18«-Schriftzeichen beschmiert. »C-18« steht für »Combat 18« (Kampfeinheit Adolf Hitler). Die 18 wird in Neonazikreisen oftmals als Zahlenkürzel für die Initialen Adolf Hitlers genutzt und steht für die Nummern der Buchstaben im Alphabet (1=A, 8=H). »Combat 18« stellt den terroristischen Arm des in Deutschland verbotenen rechtextremistischen »Blood \u0026 Honour«-Netzwerkes dar.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.23-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Innerhalb einer Woche kam es in Mecklenburg Vorpommern gleich zu zwei Angriffen auf jüdische Friedhöfe. Der erste Vorfall ereignete sich bereits am 15.03.08 in der Nacht zu Sonntag in Neustelitz. Dabei wurde das schmiedeeiserne Tor des Friedhofes von Unbekannten aus den Angeln gerissen und diverse Grabsteine umgeworfen. Vorrausgegangen war diesem Vorfall schon am Samstag Nachmittag der Angriff auf einen Asylbewerber aus dem Libanon. Dabei griffen drei, vermutlich rechtextremistisch motivierte Personen im Alter von 14, 16 und 18 Jahren, gewaltätig ihr Opfer an. Sie beschimpften ihn und warfen ihrem Opfer bei seiner Flucht Steine und Flaschen hinterher. Gleich eine Woche später an den Osterfeiertagen kam es in Rostock zur Schändung der Gedenkstätte des alten jüdischen Friedhofes. Die Stehle, die einen siebenarmigen Leuchter, die sogenannte »Menora« trägt, wurde hierbei von Unbekannten mit »C-18«-Schriftzeichen beschmiert. »C-18« steht für »Combat 18« (Kampfeinheit Adolf Hitler). Die 18 wird in Neonazikreisen oftmals als Zahlenkürzel für die Initialen Adolf Hitlers genutzt und steht für die Nummern der Buchstaben im Alphabet (1=A, 8=H). »Combat 18« stellt den terroristischen Arm des in Deutschland verbotenen rechtextremistischen »Blood \u0026 Honour«-Netzwerkes dar.","title":"Rechtsextremistische Vorfälle in Mecklenburg Vorpommern"},{"city":"Dorfmark","content":" Nahezu ungestört von der Öffentlichkeit ging heute der zweite Veranstaltungstag, der so genannten »Ostertagung« des »Bund für Gotterkenntnis« / »Ludendorffer e.V.« im niedersächischen Dorfmark zuende.\nNach den Protesten des Vortages, führte der rechtsextremistische »Bund für Gotterkenntnis« am heutigen Ostersamstag seine »Ostertagung« ohne großes Aufsehen fort. Im Gegensatz zur Auftaktsveranstaltung der »Ludendorffer« am gestrigen Karfreitag, regte sich in Dorfmark keinerlei Widerstand gegen die Aktivitäten der Organisation. Unter den Teilnehmer_innen der heutigen Veranstaltung befanden sich auch Personenkreise, die dem NPD Unterbezirk Stade zugerechnet werden. In der Vergangenheit traten diese im Zusammenhang mit Schulungsveranstaltungen von NPD und militanter Kameradschaftsszene im niedersächsischen Wangersen in Erscheinung.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.22/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Nahezu ungestört von der Öffentlichkeit ging heute der zweite Veranstaltungstag, der so genannten »Ostertagung« des »Bund für Gotterkenntnis« / »Ludendorffer e.V.« im niedersächischen Dorfmark zuende.","title":"»Ludendorfer Ostertagung 2008« (zweiter Veranstaltungstag)"},{"city":"Sittensen","content":" In den Morgenstunden des 22.03.2008 verübten offenbar neofaschistische Täter_innen einen Brandanschlag auf ein Gebetshaus der islamischen Gemeinschaft in Sittensen. Molotow-Cocktails wurden in einen der unteren Räume des Gebäudes geschleudert. Das daraufhin ausgebrochene Feuer erlosch allerdings von alleine. Die Angreifer_innen hinterliessen an den Fensterscheiben des Gebetshauses Klebezettel mit rechtsextremisten Inhalten. Am frühen Abend des Ostersamstags nahm die Polizei dann im Zusammenhang mit dem Brandanschlag einen 18jährigen Tatverdächtigen aus der Region fest. Augenzeug_innen bemerkten in der Nacht, laut Polizeiangaben gegen 2:30 Uhr, eine Person die sich vom Tatort entfernte und davonlief. Zuvor hatten sie das Klirren von Glas vernommen. Die Beobachter_innen maßen dem Umstand allerdings keine größere Bedeutung zu. Am darauf folgenden Morgen bemerkte der Eigentümer des Gebäudes, dass die Fensterscheiben der Gebetsstätte eingeschlagen waren. Bei Überprüfung der Räumlichkeiten wurden in einem rund 30 Quadratmeter großem Vorraum des Gebäudes zwei Brandflecke entdeckt. Der Brandbeschleuniger in den geschleuderten Molotow-Coctails hatte sich in dem Teppichboden des ehemaligen Lebensmittelgeschäfts festgesetzt. Das Feuer und die einsetzende Rauchentwicklung beschädigte das Mobiliar in dem als Aufenthaltsraum der Gebetsstätte genutzten Gebäudebereich. Das Feuer erlosch ohne Fremdeinwirkung und konnte nicht auf weitere Teile der Gebetsstätte übergreifen. Auf den Fensterscheiben des Gebäudes wurden Klebezettel mit neonazistischem Inhalt sichergestellt. Verwendet wurden dabei Aufkleber der Organisationsstruktur der »Nationalen Sozialisten«. Die Bezeichnung »Nationalen Sozialisten« bezieht sich dabei auf Organisationsmodelle der so genannten »Freien Kameradschaften«, einem Konzept der Neonaziszene, welches auf dem Zellenprinzip basiert und seit Mitte der 90er Jahre verstärkt von rechtsextremistischen Strukturen in Deutschland angewendet wird. In der Vergangenheit trat die rechtsextremistische Szene in Sittensen kaum in Erscheinung. Im Zusammenhang mit der niedersächsischen Landtagswahl 2008 konnten Beobachter_innen allerdings eine spürbare personelle Veränderung in der Region wahrnehmen. Im Verlauf des Wahlkampfes fielen Neonazis die dem Umfeld des NPD-Unterbezirks Stade, zu dem Sittensen gehört, durch militante Drohungen gegen Andersdenkende und Journalist_innen auf. Laut Polizeiangaben wird der finanzielle Sachschaden, der der islamischen Gemeinschaft in Sittensen entstanden ist, auf rund 10.000 Euro geschätzt. Dass es in der Nacht zum Ostersamstag zu keiner Katastrohpe gekommen ist, ist laut Polizei lediglich auf Zufall und glückliche Umständen zurückzuführen. In einem Einfamilienhaus, welches unmittelbar mit dem Gebäude verbunden ist, auf welches der Brandanschlag verübt wurde, schliefen zum Tatzeitpunkt fünf Menschen. Der Tatverdächtige kündigte inzwischen an, sich von Jürgen Rieger anwaltlich vertreten zu lassen. Der Hamburger Rechtsanwalt und bekennender Rassist gilt als wichtiger Drahtzieher neofaschistischer Strukturen in Norddeutschland.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.22-2/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In den Morgenstunden des 22.03.2008 verübten offenbar neofaschistische Täter_innen einen Brandanschlag auf ein Gebetshaus der islamischen Gemeinschaft in Sittensen. Molotow-Cocktails wurden in einen der unteren Räume des Gebäudes geschleudert. Das daraufhin ausgebrochene Feuer erlosch allerdings von alleine. Die Angreifer_innen hinterliessen an den Fensterscheiben des Gebetshauses Klebezettel mit rechtsextremisten Inhalten. Am frühen Abend des Ostersamstags nahm die Polizei dann im Zusammenhang mit dem Brandanschlag einen 18jährigen Tatverdächtigen aus der Region fest. Augenzeug_innen bemerkten in der Nacht, laut Polizeiangaben gegen 2:30 Uhr, eine Person die sich vom Tatort entfernte und davonlief. Zuvor hatten sie das Klirren von Glas vernommen. Die Beobachter_innen maßen dem Umstand allerdings keine größere Bedeutung zu. Am darauf folgenden Morgen bemerkte der Eigentümer des Gebäudes, dass die Fensterscheiben der Gebetsstätte eingeschlagen waren. Bei Überprüfung der Räumlichkeiten wurden in einem rund 30 Quadratmeter großem Vorraum des Gebäudes zwei Brandflecke entdeckt. Der Brandbeschleuniger in den geschleuderten Molotow-Coctails hatte sich in dem Teppichboden des ehemaligen Lebensmittelgeschäfts festgesetzt. Das Feuer und die einsetzende Rauchentwicklung beschädigte das Mobiliar in dem als Aufenthaltsraum der Gebetsstätte genutzten Gebäudebereich. Das Feuer erlosch ohne Fremdeinwirkung und konnte nicht auf weitere Teile der Gebetsstätte übergreifen. Auf den Fensterscheiben des Gebäudes wurden Klebezettel mit neonazistischem Inhalt sichergestellt. Verwendet wurden dabei Aufkleber der Organisationsstruktur der »Nationalen Sozialisten«. Die Bezeichnung »Nationalen Sozialisten« bezieht sich dabei auf Organisationsmodelle der so genannten »Freien Kameradschaften«, einem Konzept der Neonaziszene, welches auf dem Zellenprinzip basiert und seit Mitte der 90er Jahre verstärkt von rechtsextremistischen Strukturen in Deutschland angewendet wird. In der Vergangenheit trat die rechtsextremistische Szene in Sittensen kaum in Erscheinung. Im Zusammenhang mit der niedersächsischen Landtagswahl 2008 konnten Beobachter_innen allerdings eine spürbare personelle Veränderung in der Region wahrnehmen. Im Verlauf des Wahlkampfes fielen Neonazis die dem Umfeld des NPD-Unterbezirks Stade, zu dem Sittensen gehört, durch militante Drohungen gegen Andersdenkende und Journalist_innen auf. Laut Polizeiangaben wird der finanzielle Sachschaden, der der islamischen Gemeinschaft in Sittensen entstanden ist, auf rund 10.000 Euro geschätzt. Dass es in der Nacht zum Ostersamstag zu keiner Katastrohpe gekommen ist, ist laut Polizei lediglich auf Zufall und glückliche Umständen zurückzuführen. In einem Einfamilienhaus, welches unmittelbar mit dem Gebäude verbunden ist, auf welches der Brandanschlag verübt wurde, schliefen zum Tatzeitpunkt fünf Menschen. Der Tatverdächtige kündigte inzwischen an, sich von Jürgen Rieger anwaltlich vertreten zu lassen. Der Hamburger Rechtsanwalt und bekennender Rassist gilt als wichtiger Drahtzieher neofaschistischer Strukturen in Norddeutschland.","title":"Brandanschlag auf muslimischen Gebetsraum"},{"city":"Oldenburg","content":" Am Rande der Demonstration im niedersächsischen Oldenburg, die unter dem Motto »Hausdurchsuchung? Nicht mit uns!« stand, kam es zu einem Störungsversuch durch anwesende Neonazis. Die eigentliche Demonstration richtete sich gegen die polizeiliche Repression und eine Durchsuchung des autonomen Aktions- und Kommunikationszentrum »Alhambra« zu Beginn der Woche in Oldenburg.\nIm Verlauf der Demonstration erschien eine Gruppe von Neonazis, die dem Spektrum der »Autonomen Nationalisten Nord-West« zugerechnet werden. Die 6-8köpfige Gruppe versuchte am Rand der Demonstration die Teilnehmer_innen durch Störversuche zu provozieren. Nach Angaben der Veranstalter_innen versuchten die zumeist jugendlichen Neonazis dazu eine Reichskriegsfahne zu entrollen. Nachdem Teilnehmer_innen der Demonstration sowie Einsatzkräfte der Polizei auf die anwesende Gruppe aufmerksam wurde und diese als Neonazis identifizierte, versuchten sich die Gruppe der Situation zu entziehen. Nach Polizeiangaben versuchten die Neonazis zuvor, sich unter die Demonstrationsteilnehmer_innen zu mischen. Dabei kam es nach Polizeiangaben zu einer körperlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf ein heranwachsender Neonazi einem Teilnehmer der Demonstration ein mitgeführtes Transparent entrissen haben soll. Der Demonstrant sei dabei leicht verletzt worden. Unmittelbar darauf sei der 18jährige, der dem Spektrum der Neonazi-Szene in Ammerland zuzurechnen ist, von Polizeikräften überwältigt und festgenommen worden. Gegen ihn wird nun laut Polizeiangaben wegen Körperverletzung und versuchter Sachbechädigung ermittelt. Mitglieder der Struktur der rechtsextremen »Autonomen Nationalisten Nord-West« versuchten innerhalb der letzten Wochen mehrfach linke und antifaschistische Veranstaltungen zu stören. Einen Tag zuvor hatten ebenfalls Mitglieder der »ANNW« bei einer Informationsveranstaltung gegen ein Treffen des rechtsextremistischen »Bund für Gotterkenntnis« / »Ludendorffer e.V.« versucht Aufmerksamkeit zu erregen. Auf dem Weg zu einer antifaschistischen Demonstration am 15.03.2008 im niedersächischen Ganderkesee wurden Mitglieder der Gruppierung in Verden an der Aller von Einsatzkräften der Polizei festgesetzt. Nachdem die Gruppierung bereits während der Fahrt nach Ganderkesee in einer Polizeikontrolle gestoppt wurde, führten sie eine Spontandemonstration im Innenstandtbereich von Verden durch. Dort wurden sie anschließend festgenommen. Bereits am 11.03.2008 war die Gruppe im niedersächsischen Bad Fallingbostel aufgefallen. Während einer Vortragsveranstaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Tagung des rechtsextremistischen »Bund für Gotterkenntnis«, griffen Mitglieder der »ANNW« Veranstaltungsteilnehmer_innen an. Eine Person wurde durch einen Schlag mit einer Flasche von einem Neonazi verletzt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.22-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am Rande der Demonstration im niedersächsischen Oldenburg, die unter dem Motto »Hausdurchsuchung? Nicht mit uns!« stand, kam es zu einem Störungsversuch durch anwesende Neonazis. Die eigentliche Demonstration richtete sich gegen die polizeiliche Repression und eine Durchsuchung des autonomen Aktions- und Kommunikationszentrum »Alhambra« zu Beginn der Woche in Oldenburg.","title":"Neonazis versuchen linke Demonstration zu stören"},{"city":"Dorfmark","content":" So hatte sich der geschichtsrevisionistische »Bund für Gotterkenntnis (Ludendorffer) e.V.« den Auftakt seiner jährlichen Ostertagung im niedersächsischen Dorfmark sicher nicht vorgestellt. Bereits im Vorjahr regte sich erstmals Protest gegen die Veranstaltung, der am diesjährigen Karfreitag erneut mit einer spontanen Protestaktion gegen das Wirken der Organisation im beschaulichen Heideort geäußert wurde.\nDer offizielle Teil der »Ludendorffer«-Veranstaltung begann um ca. 10:00 Uhr. Die anreisenden Teilnehmer_innen kamen dabei aus dem gesamten Bundesgebiet, sowie aus Österreich. Während der rechtsextreme »Bund für Gotterkenntnis« seine Tagung in den Räumlichkeiten der Gaststätte »Deutsches Haus« abhielt, sammelten sich in den Mittagsstunden auf der gegenüberliegenden Straßenseite Mitglieder der neonazistischen »Autonomen Nationalisten Nord West«.\nGegen 14:00 Uhr trafen die ersten Demonstrant_innen gegen das Treffen der «Ludendorffer» ein. Eine Hundertschaft der Polizei schirmte daraufhin die angereisten Neonazis der »Autonomen Nationalisten« von den Protesten ab. Nachdem die Polizeikräfte Platzverweise gegen die jugendlichen Neonazis verhängte, musste sich die Gruppe unter dem Beifall der Gegendemonstrant_innen vom Veranstaltungsort entfernen.\nRund 80 Jugendliche aus 10 verschiedenen Ländern, die zuvor an einem antirassistischem Workshop in der Gedenkstätte Bergen-Belsen teilgenommen hatten beteiligten sich an der Protestkundgebung vor der Gaststätte »Deutsches Haus« und zeigten lautstark ihren Protest gegen die Veranstaltungsreihe der Ludendorffer. Der »Bund für Gotterkenntnis« wird seine Veranstaltungsreihe in Dorfmark bis Ostermontag fortsetzen.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.21/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"So hatte sich der geschichtsrevisionistische »Bund für Gotterkenntnis (Ludendorffer) e.V.« den Auftakt seiner jährlichen Ostertagung im niedersächsischen Dorfmark sicher nicht vorgestellt. Bereits im Vorjahr regte sich erstmals Protest gegen die Veranstaltung, der am diesjährigen Karfreitag erneut mit einer spontanen Protestaktion gegen das Wirken der Organisation im beschaulichen Heideort geäußert wurde.","title":"»Ludendorfer Ostertagung 2008« (erster Veranstaltungstag)"},{"city":"Schüttorf","content":" In der Nacht von 21. auf den 22. März kam es zu einer Aktion von Nordhorner Neonazis aus dem Umfeld der »Autonomen Nationalisten Nordhorn (AANH)« gegen das unabhängige Jugendzentrum »Komplex« in Schüttorf (Grafschaft Bentheim). Hier sollte am darauf folgenden Samstag ein »Rock Gegen Rechts«-Konzert stattfinden. Die Täter verklebten die Türschlösser mit Silikon, sodass das Komplex auf üblichem Wege nicht mehr betretbar war und sprühten Parolen wie »Zecken raus« oder »Anti-Antifa« an die Hauswände. Außerdem wurden mehrere Aufkleber mit rechtsextremen Inhalten verklebt. Dieser Vorfall ähnelt einer Begebenheit in Harpstedt (Landkreis Oldenburg), nach der eine Schule vor einem Toleranztag mit Ketten verschlossen und die Schlösser mit Draht unbrauchbar gemacht wurden.\nEine Woche zuvor wurde das Wohnhaus eines Antifaschisten in Nordhorn aufgesucht und mit mehreren Aufklebern auf Haustür, Fahrzeug und Laternen versehen. Die Absicht ist klar: Antifaschist_innen und Besucher_innen von »Rock Gegen Rechts«-Konzerten sollen eingeschüchtert werden und antifaschistische Aktionen sollen so verhindert werden.\nGenerell ist die rechtsextreme Szene in der Grafschaft Bentheim kreativ, wenn es darum geht, unter verschiedenen Namen zu agieren. Kerngruppe ist der NPD-Unterbezirk »Emsland/Grafschaft Bentheim« um den Vorsitzenden Stephan Riesel aus Nordhorn. Riesel war auch Direktkandidat für die NPD bei der Landtagswahl 2008. Um ihn gesellt sich ein fester Personenkreis, der sich, je nach Anlass, andere Gruppennamen gibt. So traten seit 2005 die »Kameradschaft Grafschaft Bentheim«, das »Nationale Bündnis Grafschaft Bentheim«, Die »Initiative Ge-Link-T« (gegen Linken Terror) und nun die »Autonomen Nationalisten Nordhorn« (ANNH) bzw die »Autonomen Nationalisten Grafschaft Bentheim« (ANGB) in Erscheinung. Inwieweit die Versuche, in der Grafschaft AN-Strukturen aufzubauen, ernsthaft sind, bleibt abzuwarten. Erste lose Kontakte in Richtung der »Autonomen Nationalisten NordWest« (ANNW) wurden bereits geknüpft.\nNachdem jedoch ein tragender Aktivist der ANNH nach Oberbayern verzogen ist, wird sich zeigen, wie sich die rechtsextremen Strukturen in Nordhorn weiter entwickeln werden.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.21-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"In der Nacht von 21. auf den 22. März kam es zu einer Aktion von Nordhorner Neonazis aus dem Umfeld der »Autonomen Nationalisten Nordhorn (AANH)« gegen das unabhängige Jugendzentrum »Komplex« in Schüttorf (Grafschaft Bentheim). Hier sollte am darauf folgenden Samstag ein »Rock Gegen Rechts«-Konzert stattfinden. Die Täter verklebten die Türschlösser mit Silikon, sodass das Komplex auf üblichem Wege nicht mehr betretbar war und sprühten Parolen wie »Zecken raus« oder »Anti-Antifa« an die Hauswände. Außerdem wurden mehrere Aufkleber mit rechtsextremen Inhalten verklebt. Dieser Vorfall ähnelt einer Begebenheit in Harpstedt (Landkreis Oldenburg), nach der eine Schule vor einem Toleranztag mit Ketten verschlossen und die Schlösser mit Draht unbrauchbar gemacht wurden.","title":"Neonazis versuchen, »Rock gegen Rechts« zu verhindern"},{"city":"Buxtehude","content":" Rund 40 Antifaschist_innen erinnerten mit einer Mahnwache am Buxtehuder Busbahnhof an den vor 16 Jahren erschlagenen Gustav Schneeclaus. Das Buxtehuder »Jugendbündnis gegen Rechts« legte zur Erinnerung einen Kranz an der Gedenkplatte des Mordopfers nieder.\nSchneeclaus hielt sich am 18.03.1992 am Buxtehuder Busbahnhof auf, wo er mit den beiden Neonazi-Skinheads Stefan Silar und Stefan K. in einen Streit geriet. Die beiden Täter schlugen und traten so lange auf ihr Opfer ein, bis dieses blutend und regungslos am Boden lag. Die Angreifer entkamen zunächst unerkannt. Wenige Tage später erlag Schneeclaus im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die beiden Neonazis wurden zu sechs und achteinhalb Jahren Gefängnis wegen Totschlages verurteilt.\nDer damals 19jährige Stefan Silar betreibt heute den Neonazi-Szene-Laden »Streetwear Tostedt« in Todtglüsingen im Landkreis Harburg und kann dem Spektrum um die verbotene Neonaziorganisation »Blood \u0026 Honour« zugerechnet werden. Silar stand zuletzt unter anderem wegen Körperverletzung im Zusammenhang mit der Organisation »C-18 Pinneberg« vor Gericht. Die in Deutschland legale Gruppierung »Combat-18« versteht sich als der militante Arm von »Blood \u0026 Honour«.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.18/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Rund 40 Antifaschist_innen erinnerten mit einer Mahnwache am Buxtehuder Busbahnhof an den vor 16 Jahren erschlagenen Gustav Schneeclaus. Das Buxtehuder »Jugendbündnis gegen Rechts« legte zur Erinnerung einen Kranz an der Gedenkplatte des Mordopfers nieder.","title":"Gedenken an Neonazi-Mord"},{"city":"Verden","content":" Rund ein dutzend Neonazis, die dem Spektrum der »Autonomen Nationalisten Nord-West« (ANNW) sowie der Kameradschaftgruppe »Freie Kräfte Osterholz« zugerechnet werden, fanden sich nach einer Spontandemonstration im Bereich der Verdener Innenstadt in Polizeigewahrsam wieder. Ursprünglich versuchte die Gruppe im niedersächsischen Ganderkesee zu einer Störaktion gegen die dort zeitgleich stattfindende antifaschistische Demonstration, die sich gegen regionale Neonazistrukturen richtete. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei stoppten die Neonazis allerdings bereits im Vorfeld. Nach Erteilung eines polizeilichen Platzverweises für die Region Ganderkesee wichen Mitglieder der »ANNW« und der »Freien Kräfte Osterholz« daraufhin in den Landkreis Verden aus. Nachdem es der rechtsextremen Gruppierung gelang, kurzfristig in der Fußgängerzone von Verden/Aller eine Spontandemonstration durchzuführen, wurden sie wenige Minuten später von Polizeikräften festgesetzt. Im Verlauf der Festnahme kam es zu einem Handgemenge zwischen Polizei und anwesenden Neonazis. Die Polizei setze Pfefferspray ein. Dabei wurden nach Polizeiangaben drei Neonazis leicht verletzt. Die anwesenden Neonazis stammten aus den Regionen Oldenburg, Ostfriesland, Osterholz-Scharmbeck, Soltau sowie Walsrode. Nach der Feststellung der Personalien, der anschließenden Durchsuchung der Fahrzeuge und der Aussprechung eines polizeilichen Platzverweises, wird nach Angaben der Polizei Verden nun gegen die Gruppe wegen Durchführung einer nicht genehmigten Versammlung ermittelt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.15-3/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Rund ein dutzend Neonazis, die dem Spektrum der »Autonomen Nationalisten Nord-West« (ANNW) sowie der Kameradschaftgruppe »Freie Kräfte Osterholz« zugerechnet werden, fanden sich nach einer Spontandemonstration im Bereich der Verdener Innenstadt in Polizeigewahrsam wieder. Ursprünglich versuchte die Gruppe im niedersächsischen Ganderkesee zu einer Störaktion gegen die dort zeitgleich stattfindende antifaschistische Demonstration, die sich gegen regionale Neonazistrukturen richtete. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei stoppten die Neonazis allerdings bereits im Vorfeld. Nach Erteilung eines polizeilichen Platzverweises für die Region Ganderkesee wichen Mitglieder der »ANNW« und der »Freien Kräfte Osterholz« daraufhin in den Landkreis Verden aus. Nachdem es der rechtsextremen Gruppierung gelang, kurzfristig in der Fußgängerzone von Verden/Aller eine Spontandemonstration durchzuführen, wurden sie wenige Minuten später von Polizeikräften festgesetzt. Im Verlauf der Festnahme kam es zu einem Handgemenge zwischen Polizei und anwesenden Neonazis. Die Polizei setze Pfefferspray ein. Dabei wurden nach Polizeiangaben drei Neonazis leicht verletzt. Die anwesenden Neonazis stammten aus den Regionen Oldenburg, Ostfriesland, Osterholz-Scharmbeck, Soltau sowie Walsrode. Nach der Feststellung der Personalien, der anschließenden Durchsuchung der Fahrzeuge und der Aussprechung eines polizeilichen Platzverweises, wird nach Angaben der Polizei Verden nun gegen die Gruppe wegen Durchführung einer nicht genehmigten Versammlung ermittelt.","title":"»Autonome Nationalisten« in Verden verhaftet"},{"city":"Ganderkesee","content":" Im Vorfeld einer antifaschistischen Demonstration am 15.03.2008 im niedersächsischen Ganderkesee unter dem Motto »Auf zur Fahrt ins Grüne – den rechten Vormarsch stoppen« kam es zu einem Zwischenfall mit einem anwesenden Neonazi. Der dem Spektrum der »Anti-Antifa« zugerechnete Rechtsradikale wird und seit einigen Monaten Bilder von Antifaschist_innen auf einer Internetseite veröffentlicht, versuchte sich zu Beginn der Veranstaltung unter die anwesenden Antifaschist_innen zu mischen.\nDer bundesweit aktive »Anti-Antifa«-Aktivist wurde noch vor Beginn der Demonstration von anwesenden Teilnehmer_innen erkannt. Nach der daraufhin folgenden körperlichen Auseinandersetzung musste der Neonazi den Kundgebungsplatz verlassen.\nDie anwesenden Polizeikräfte stellten die Personalien des Mannes fest. Der »Anti-Antifa«-Aktivist wurde anschließend in einem von der Polizei herbeigerufenem Krankenwagen vom Kundgebungsplatz entfernt","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.15-1/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Im Vorfeld einer antifaschistischen Demonstration am 15.03.2008 im niedersächsischen Ganderkesee unter dem Motto »Auf zur Fahrt ins Grüne – den rechten Vormarsch stoppen« kam es zu einem Zwischenfall …","title":"Anti-Antifa Aktivitäten"},{"city":"Celle","content":" Am 15.03.08 fand in Celle ein Informationsstand der - aus dem Umfeld der »Kameradschaft 73« (Celle) hervorgegangenen - »Bürgerinitiative zur Schließung des Bunten Hauses« statt. Von 10 bis 13 Uhr verteilten Neonazis in der Zöllnerstraße Flugblätter. Die rechtsextremistische Initiative zielt darauf ab das »Bunte Haus«, eine linksorientierte Jugend und Kulturstätte schließen zu lassen. Mit Behauptungen, dass dort »Drogen konsumiert und verkauft«, so wie vom »Bunten Haus gewaltätige Aktionen ausgehen würden«, wird seit geraumer Zeit gegen das Kulturzentrum mobil gemacht.\nAuf ihrer Homepage wird leicht ersichtlich, aus welchem Umfeld die selbsternannte Bürgerinitiative stammt. Unter den Unterstützer_innen finden sich weitere militante Kameradschaftsgruppen und ähnlich strukturierte Bürgerinitiativen. Zudem sind unter »Materialien« diverse Aufklebervorlagen einzusehen, die zum Beispiel dazu aufrufen eine sogenannte »Anti-Antifa« zu organisieren.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.15-4/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":"Am 15.03.08 fand in Celle ein Informationsstand der - aus dem Umfeld der »Kameradschaft 73« (Celle) hervorgegangenen - »Bürgerinitiative zur Schließung des Bunten Hauses« statt. Von 10 bis 13 Uhr verteilten Neonazis in der Zöllnerstraße Flugblätter. Die rechtsextremistische Initiative zielt darauf ab das »Bunte Haus«, eine linksorientierte Jugend und Kulturstätte schließen zu lassen. Mit Behauptungen, dass dort »Drogen konsumiert und verkauft«, so wie vom »Bunten Haus gewaltätige Aktionen ausgehen würden«, wird seit geraumer Zeit gegen das Kulturzentrum mobil gemacht.","title":"Infostand der »Bürgerinitiative zur Schließung des Bunten Hauses«"},{"city":"Bremen","content":" Im Zusammenhang mit der so genannten »NPD-Jugend-Offensive im Frühjahr 2008« führten Neonazis aus Bremen am 15.03.2008 einen Informationsstand in Bremen-Nord durch. Die Aktion der rechtsextremistischen Partei steht nach Eigenangaben des Bremer NPD-Landesverbandes im Zusammenhang einer größer angelegten Kampagne in der Hansestadt. Nach Monaten der politischen Untätigkeit versucht die Bremer NPD nun an Aktivitäten aus dem Jahr 2006 anzuknüpfen. Zuvor waren Gerüchte laut geworden, dass die NPD in Bremen aufgrund interner Streitigkeiten vor dem Zerbrechen und der damit folgenden Selbstauflösung stehe. Die neuerlichen Aktivitäten stehen vor allem im Zeichen der Mitgliederwerbung im Bundesland an der Weser.\nNeben geplanten Informationsständen kündigten Mitglieder der NPD Bremen auch das Verteilen neonazistischer Propagandamittel an Bremer Schulen an. Bereits im Oktober 2006 verbreiteten Neonazis aus Bremen das rechtsextremistische Propagandablatt »Widerstand« an Schulen der Hansestadt. Aus der politischen Orientierung dieser »Schülerzeitschrift« machten die damaligen Verfasser_Innen keinen Hehl. Die erste Ausgabe zeigte einen SA-Mann auf dem Titelbild.\nAls Teil der »Frühjahrs-Kampagne« wirbt die »NPD-Jugend« in Bremen darüber hinaus für rechtsextremistische Schulungsveranstaltungen. Diese neonazistischen Schulungen bilden in der Hansestadt keinen Einzelfall. So fand neben Schulungsveranstaltungen im Jahr 2006 vor einigen Monaten eine weitere »Schulung« mit dem mecklenburgischen NPD-Fraktionsvorsitzenden Udo Pasteurs in Bremen statt. »Her mit der Macht« lautete nach Eigenbekunden der Bremer NPD die Zielsetzung mit der diese »Schulungsveranstaltung« beendet wurde.\nZum NPD Informationsstand am 15.03.2008 erscheinen neben dem langjährigem NPD-Landesvorsitzenden Horst Görmann auch Sascha Humpe, ein Führungsaktivist der »NPD-Jugend Bremen«. Humpe, der in der Vergangenheit mehrfach als Veranstaltungsleiter rechtsextremistisch motivierter Kundgebungen und Aufmärsche im Großraum Bremen in Erscheinung trat, sprach im Verlauf des Informationsstandes gar von einer »weltweiten Kampagne« der NPD Bremen.\nInwieweit die hoch gesteckten Pläne und Ziele der »NPD-Jugend« realisierbar sind wird nach Humpes Worten die Zukunft zeigen. Derzeit scheint es zumindest bei der Eindeutigkeit der NPD-Kampagne unterschiedliche Auffassungen zu geben. Anstatt der angekündigten eigenständigen »Propagandaoffensive« verteilten die anwesenden Neonazis die Wahlkampfzeitung der niedersächsischen NPD zur Landtagswahl im Januar 2008. Auch das Thema des Informationsstandes der Bremer NPD am 15.03.2008 hieß laut Sascha Humpe »Sozial – Geht nur National«. Anstatt der sogenannten »Jugendoffensive 2008« beschränkten sich die anwesenden Neonazis auf Themenfelder, mit denen bereits die niedersächsische NPD im Wahlkampf 2008 eine politische Bauchlandung hinlegte.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.15/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Im Zusammenhang mit der so genannten »NPD-Jugend-Offensive im Frühjahr 2008« führten Neonazis aus Bremen am 15.03.2008 einen Informationsstand in Bremen-Nord durch. Die Aktion der …","title":"NPD-Jugend Offensive in Bremen"},{"city":"Misburg","content":" Linke Demonstrationen zu stören scheint bei Niedersachsens Rechten zum Standard zu werden. Nach den erfolglosen Versuchen in Ganderkesee am 15. März und Oldenburg eine Woche später gelang es ihnen am vergangenen Samstag wieder nicht nur in die Nähe des Demozuges mit seinen etwa 250 TeilnehmerInnen zu gelangen. Bereits im ersten Drittel der Demostrecke wurden eine kleine Gruppe Rechter von der Polizei festgenommen und abtransportiert, als sie versuchten sich durch eine Nebenstraße der Demonstration zu nähern.\nBei einem der Festgenommenen handelt es sich um Jan Neumann. Neumann, früher Mitglied der NOS, soll jetzt im Großraum Hannover wohnen und scheint sich hier auch zu aktivieren. In der Nähe des Zwischenkundgebungsortes, dem Rewe-Markt an der Hannoverschen Straße, wurde eine Gruppe von sechs weiteren Rechten festgenommen. Bei ihnen handelt es sich nach eigenen Angaben um einen Teil einer etwa 20köpfigen Gruppe sogenannter »Autonomer Nationalisten«, die sich »die Demo friedlich ansehen« wollte. Da die Polizei diese Aktion jedoch als Störungsversuch wertete, wurden auch diese Störer_innen festgesetzt und für den Verlauf der Demo in ein innerstädtisches Polizeirevier gebracht.\nRechte Aktivitäten in Misburg #Zu der Demonstration unter dem Motto »MISBURG aus MISten- Weg mit dem Nazidreck!« ist eine Zunahme rechter Aktivitäten im vergangenen Jahr. Neben den üblichen Aufklebern, Flugblättern und rechten Sprühereien, veranstaltete die NPD während des Landtagswahlkampfs Infostände bei Meyers Garten im Zentrum Misburgs. Am Samstag, 24.11. 2007 gab es am Rewemarkt an der Hannoverschen Straße einen Angriff auf zwei alternativ gekleidete Schülerinnen. Die beiden 16 und 17 Jahre alten Mädchen wurden von einer Gruppe Rechter angepöbelt, bespuckt und geschlagen, ohne das ihnen irgendein Passant zu Hilfe kam. Eins der betroffenen Mädchen wurde am Auge verletzt und stellte gegen einen der Täter eine Anzeige wegen Körperverletzung. Darauf kam es zu einem erneuten Angriff und dem Versuch der Einschüchterung. Das Mädchen wurde von dem Angreifer aufgefordert die Anzeige zurückzuziehen. Er drohte damit bei Aufrechterhalten der Anzeige gegen ihn »mit 30 Mann« wiederzukommen. Angeblich titulieren die ortsansässigen Rechten Misburg als »National befreite Zone.«\nNPD-Landtagskandidat in Misburg ansässig #Einen Zwischenstopp legte die Demo auch am Haus »Das Mühlenfeld 10«. Hier wohnt Daniel Vieting, der von der NPD im Landtagswahlkampf für den Wahlbezirk 29 –Laatzen vorgesehen war. Zu einer Kandidatur Vietings kam es allerdings nicht, da dieser nicht die erforderlichen 100 Unterstützer_innenunterschriften beibringen konnte. Die NPD erreichte im Januar hier 2,2% der Stimmen. Das entspricht etwa 200 Stimmen. Solche Ergebnisse, die über dem Landesdurchschnitt liegen, erreichte die NPD fast ausschließlich bei den Erststimmen in Wahlkreisen, in denen Direktkandidaten antraten.\nRechtes Gedankengut im Straßenbild präsent #In Misburg, einem Stadtteil am östlichen Stadtrand Hannovers, ist rechtes Gedankengut im Straßenbild präsent. Wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, kann die Aufkleber, die an fast jedem Laternenpfahl kleben, nicht übersehen. Neben Aufrufen der »Nationalen Sozialisten« und der NPD wird auch für den »Trauermarsch« in Bad Nenndorf geworben. An der Hintertür des Rewemarktes prangt der Schriftzug »Nationaler Revoluzzer«. An eine Garagenwand ist der Slogan »Nationaler Sozialismus-Jetzt!« gesprüht worden. Auch den Menschen, die vor allem beim Rewemarkt die Demonstration von außen beobachten, scheint rechtes Gedankengut nicht gerade fremd zu sein. So setzte eine Passantin dem Demoruf »Nazis raus!« ein entschiedenes »Nazis rein!« entgegen. Andere Außenstehende ließen ebenfalls ihre Nähe zu den Rechten deutlich erkennen, sei es durch ihr Outfit, sei es durch einschlägige Kommentare. Ein Ort ohne Naziproblem, wie Misburg von Passant_innen genannt wurde, sieht anders aus.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.15-2/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Linke Demonstrationen zu stören scheint bei Niedersachsens Rechten zum Standard zu werden. Nach den erfolglosen Versuchen in Ganderkesee am 15. März und Oldenburg eine Woche später gelang es ihnen am …","title":"Rechte Störversuche bei Antifademo vereitelt"},{"city":"Lübeck","content":" Mitglieder der NPD Schleswig-Holstein, sowie der Freien Kameradschaften führten am 08.03.2008 eine Kundgebung in der Lübecker Innenstadt durch. Hintergrund für diese Kundgebung war die Bombardierung Lübecks im Verlauf des zweiten Weltkrieges durch alliierte Streitkräfte. Die bundesdeutsche Neonaziszene versucht seit Jahren mit Bezug auf dieses Themenfeld, nicht nur in Lübeck, öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen. Dabei blenden die Neonazis den deutschen Angriffskrieg aus und versuchen die alliierten Truppen als Angreifer_innen darzustellen. Ziel ist die Verklärung des nationalsozialistischen Regimes von der Täter- zur Opferrolle.\nDie rund 35 angereisten Neonazis stammten größtenteils aus Schleswig-Holstein. Neben Neonazis aus der Region Lübeck stellten dabei Rechtstextremisten aus dem Raum Kiel den größten Teil der anwesenden Kundgebungsteilnehmer_innen. Aus Niedersachsen war lediglich Matthias Behrens, Führungsmitglied der militanten Kameradschaft „Snevern Jungs“, vor Ort. Anwesend war außerdem der unlängst aus der Haft entlassene Peter Borchert, der zuletzt wegen illegalem Waffenhandel zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Als Veranstaltungsleiter trat das NPD Mitglied Jörn Lemke in Erscheinung.\nDie Veranstaltung der Neonazis begann gegen 11:30 Uhr. Zuvor hatten Polizeikräfte der schleswig-holsteinischen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) eine Sitzblockade von Gegendemonstrant_innen aufgelöst. Auch im weiteren Verlauf der Gegenkundgebung kam es zu vereinzelten Festnahmen durch die Polizei. Dabei wurden Schlagstöcke und Reizgas eingesetzt.\nDie Kundgebung der Neonazis wurde gegen 14:30 Uhr vom Veranstalter für beendet erklärt.","date":null,"group":"archiv","permalink":"https://recherche-nord.com/archiv/2008.03.08/","section":"Recherche Nord Archiv","summary":" Mitglieder der NPD Schleswig-Holstein, sowie der Freien Kameradschaften führten am 08.03.2008 eine Kundgebung in der Lübecker Innenstadt durch. Hintergrund für diese Kundgebung war die Bombardierung …","title":"Neonazikundgebung in der Lübecker Innenstadt"},{"city":"","content":"Auch die Arbeit mit Aussteiger:innen und Kontaktpersonen bildet einen Teilbereich unserer Recherchearbeit. Wir sind dabei jedoch keine klassische Ausstiegshilfe: Wir leisten weder Sozialarbeit noch Beratung und übernehmen keine Begleitung im Alltag. Für diese Aufgaben verweisen wir bei Bedarf gerne vertrauensvoll an entsprechende Initiativen.\nUnser Fokus liegt auf der inhaltlichen Aufarbeitung: Wir begleiten Aussteigende bei der Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit sowie bei der Analyse und Überwindung ihrer politisch-ideologischen Weltanschauung. Wer sich mit einem Ausstiegswunsch an uns wendet, sollte wissen, dass wir ein solches Anliegen sorgfältig prüfen; ein bloßes Bekunden reicht uns dabei nicht aus. Ein begleiteter Ausstieg ist daher mit umfangreichen Gesprächen verbunden, die auch der Informationsgewinnung dienen. Im Gegenzug bieten wir Unterstützung beim Ausstiegsprozess. Wer keinen direkten Kontakt wünscht, kann uns dennoch jederzeit Informationen zur Verfügung stellen: über die Kontaktwege oder direkt über die Hinweisfunktion.\nWir machen aus unserer Zielsetzung kein Geheimnis: Im Zentrum steht die Gewinnung von Wissen über Personen, Netzwerke und Strukturen der Neonaziszene, Wissen, das nur durch den direkten Austausch mit Menschen zu erlangen ist, die diese Strukturen aus eigener Erfahrung kennen.\nDieses Vorgehen mag Kritik hervorrufen, der wir uns stellen. Unser Grundgedanke dahinter ist jedoch: Nur eine Recherche, die auch in schwer zugängliche Bereiche vordringt, kann die Strukturen der Szene umfassend erfassen. Ein Teil unserer Informationsquellen liegt daher direkt innerhalb neonazistischer Zusammenhänge.\nOberste Priorität hat dabei die Informationsgewinnung und der damit verbundene Quellenschutz. Identität und Hintergrund unserer Gesprächspartner:innen geben wir nicht an Medien oder Behörden weiter.\nWeiter: Informationsgeber:innen, Häufige Fragen, Kontakt.","date":null,"group":"aussteiger","permalink":"https://recherche-nord.com/aussteiger/","section":"Arbeit mit Aussteiger:innen","summary":"Was wir leisten, was wir nicht leisten, und was Ausstiegswillige von uns erwarten können.","title":"Arbeit mit Aussteiger:innen"},{"city":"","content":" 1. Datenschutz auf einen Blick #Die Betreiber dieser Seiten nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Wir behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie dieser Datenschutzerklärung.\nWir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z. B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich. Für Personen, die uns vertrauliche Informationen zukommen lassen möchten, bieten wir daher zusätzlich die Möglichkeit einer verschlüsselten Kontaktaufnahme an (siehe Ziffer 9).\n2. Verantwortlicher #Verantwortlich für die Datenverarbeitung auf dieser Website ist:\nrecherche-nord Organisationssitz: Zürich, Schweiz Vertreten durch: Anton Heinrich\nE-Mail: redaktion@recherche-nord.com\nDer Organisationssitz von recherche-nord befindet sich in Zürich, Schweiz. Da sich das Angebot inhaltlich und sprachlich an ein Publikum in Deutschland und der Europäischen Union richtet, orientiert sich diese Datenschutzerklärung an den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die gemäß Art. 3 Abs. 2 DSGVO auf die Verarbeitung personenbezogener Daten von Besucherinnen und Besuchern aus der EU Anwendung findet.\n3. Ihre Rechte #Ihnen stehen im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen jederzeit folgende Rechte gegenüber uns zu: Auskunft (Art. 15 DSGVO), Berichtigung (Art. 16 DSGVO), Löschung (Art. 17 DSGVO), Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO), Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO) sowie Widerspruch gegen die Verarbeitung (Art. 21 DSGVO).\nSoweit eine Verarbeitung auf Ihrer Einwilligung beruht, können Sie diese jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt davon unberührt.\nFür alle diese Anliegen sowie im Falle datenschutzrechtlicher Verstöße können Sie sich jederzeit an redaktion@recherche-nord.com wenden oder eine Beschwerde bei der für Sie zuständigen Datenschutz-Aufsichtsbehörde einreichen. Eine Liste der deutschen Aufsichtsbehörden finden Sie hier: https://www.bfdi.bund.de/DE/Service/Anschriften/anschriften_table.html\n4. Server-Log-Dateien / Hosting #Beim Aufruf dieser Website erhebt der Hosting-Anbieter automatisch Informationen in Server-Log-Dateien (Browsertyp, Betriebssystem, Referrer-URL, Hostname, Uhrzeit der Anfrage, IP-Adresse). Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse an technisch fehlerfreier Bereitstellung und Sicherheit der Website). Die Daten werden für [Zeitraum einfügen, z. B. 7 Tage, Angabe gesetzlich verpflichtend] gespeichert und danach gelöscht.\nDiese Website wird bei einem Anbieter mit Sitz in der Schweiz gehostet, das die Daten ausschließlich in unserem Auftrag verarbeitet (Art. 28 DSGVO). Die Schweiz gilt nach einem Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission als Land mit angemessenem Datenschutzniveau.\n5. Kontaktaufnahme #Wenn Sie uns per Kontaktformular oder E-Mail eine Anfrage oder einen Hinweis schicken, speichern wir die dabei angegebenen Daten (z. B. Name, E-Mail-Adresse, Nachrichteninhalt), um die Anfrage zu bearbeiten und ggf. Rückfragen stellen zu können. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO (Einwilligung) bzw., soweit die Anfrage der Vertragsanbahnung dient, Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Die Angabe Ihrer Daten erfolgt freiwillig; ohne sie können wir Ihre Anfrage nicht bearbeiten.\nSie können der Speicherung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widersprechen bzw. Ihre Einwilligung widerrufen – eine formlose E-Mail an redaktion@recherche-nord.com genügt. Ihre Daten verbleiben andernfalls bei uns, bis der Zweck der Speicherung entfällt oder Sie die Löschung verlangen; gesetzliche Aufbewahrungsfristen bleiben unberührt.\n6. Vertrauliche Hinweise und Quellenschutz #Über das Kontaktformular können Sie uns direkt per E-Mail Informationen zukommen lassen. Dabei protokollieren oder speichern wir keine IP-Adressen der absendenden Person. Rechtsgrundlage ist unser berechtigtes Interesse an journalistischer Recherche (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) sowie, soweit Sie Kontaktdaten mitteilen, Ihre Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Eine Weitergabe identifizierender Angaben an Dritte erfolgt nicht ohne Ihre ausdrückliche Einwilligung. Für besonders vertrauliche Kontaktaufnahme steht zusätzlich eine PGP-Verschlüsselung zur Verfügung (siehe [Link zur PGP-Seite]); diese verschlüsselt den Inhalt, nicht aber Metadaten wie Absender oder Betreff.\n7. Veröffentlichung von Foto- und Bildmaterial öffentlicher Versammlungen #Ein zentraler Bestandteil unseres Angebots ist die journalistisch-dokumentarische Berichterstattung über öffentliche Versammlungen, Aufzüge und vergleichbare Veranstaltungen durch Fotografien, auf denen auch Personen erkennbar sein können.\nDie Veröffentlichung erfolgt im Rahmen unserer journalistisch-redaktionellen Tätigkeit und stützt sich auf § 23 Abs. 1 Nr. 3 Kunsturhebergesetz (KUG) – Bildnisse von Versammlungen und ähnlichen Vorgängen dürfen ohne Einwilligung verbreitet werden, sofern kein berechtigtes Interesse der abgebildeten Person entgegensteht (§ 23 Abs. 2 KUG) – sowie, soweit die DSGVO auf die redaktionelle Verarbeitung anwendbar ist, auf das journalistische Medienprivileg (Art. 85 DSGVO i. V. m. den entsprechenden landesrechtlichen bzw. staatsvertraglichen Regelungen).\nSollten Sie der Auffassung sein, dass ein Sie zeigendes Bild Ihre berechtigten Interessen überwiegend beeinträchtigt, wenden Sie sich an redaktion@recherche-nord.com. Wir prüfen dies im Einzelfall im Rahmen einer Abwägung zwischen Ihrem Interesse und dem öffentlichen Informationsinteresse an der Berichterstattung.\n8. Änderung dieser Datenschutzerklärung #Wir behalten uns vor, diese Datenschutzerklärung anzupassen, damit sie stets den aktuellen rechtlichen Anforderungen entspricht oder um Änderungen unserer Leistungen in der Datenschutzerklärung umzusetzen. Für Ihren erneuten Besuch gilt dann die neue Datenschutzerklärung.\n9. Was diese Website in Ihrem Browser speicher: #Vier Ablagen, alle ausschließlich auf Ihrem Gerät. Es gibt keine Übertragung an uns, keine Kennung, kein Nutzungsprofil.\nreno.favorites enthält die von Ihnen markierten Bilder mit Vorschaupfad und Bildunterschrift. reno.contributions und reno.contributions.draft enthalten Hinweise, die Sie erfasst, aber noch nicht versendet haben. reno.support enthält einen Zählstand angesehener Fotostrecken sowie Ihre Entscheidung, ob und wann der Unterstützungshinweis erneut erscheinen darf.\nLokal belegt: 0 / 4 Alles löschen Serverprotokolle # Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit.","date":null,"group":"datenschutz","permalink":"https://recherche-nord.com/datenschutz/","section":"Datenschutz","summary":" 1. Datenschutz auf einen Blick #Die Betreiber dieser Seiten nehmen den Schutz Ihrer persönlichen Daten sehr ernst. Wir behandeln Ihre personenbezogenen Daten vertraulich und entsprechend der …","title":"Datenschutz"},{"city":"","content":" Bildmaterial # Wie kommt die recherche-nord an die verwendeten Bilder? Zur recherche-nord gehören unter anderem Fotograf:innen, die bei Veranstaltungen der extremen Rechten vor Ort sind und dort Dokumentation betreiben. Dazu kommen Fotografien, welche uns zu Veröffentlichungszwecken von Initiativen, Einzelpersonen oder Aussteiger:innen zur Verfügung gestellt werden. Wir greifen außerdem auf entsprechende Fotografien und Screenshots von Internetseiten der Neonaziszene zurück, um diese zu Dokumentationszwecken zu veröffentlichen. Diese werden transparent gekennzeichnet.\nKönnen die Bilder auf anderen Seiten verwendet werden? Wenn nicht anders gekennzeichnet, werden die hier verwendeten Bilder unter der Creative Commons Lizenz (CC BY-NC 4.0) bereitgestellt. Das bedeutet, dass nicht-kommerzielle Internetseiten die Bilder zur freien Verfügung nutzen können. Diese nicht-kommerzielle Nutzung des bereitgestellten Materials für Einzelpersonen und Initiativen ist, unter angemessener Nennung der Urheber:innen und Rechteangaben, ausdrücklich erwünscht. Von der freien Nutzung ausgenommen sind explizit Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten oder neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die kommerzielle Verwendung von Bildmaterialien durch Agenturen, Internetseiten, Medien etc. ist an ein Honorar gebunden.\nBeschränkt sich die recherche-nord ausschließlich auf Norddeutschland? Der Name ist historisch gewachsen und verweist auf unsere Ursprünge - längst spiegelt er aber nicht mehr den vollständigen Umfang unserer Arbeit wider. Mittlerweile dokumentieren wir Veranstaltungen bundesweit und mitunter auch in anderen europäischen Ländern.\nOb wir vor Ort sind, hängt dabei stets von zwei Faktoren ab: unseren personellen und zeitlichen Kapazitäten sowie der Relevanz der jeweiligen Veranstaltung für unsere aktuellen Rechercheschwerpunkte. Eine lückenlose Abdeckung aller extrem rechten Aktivitäten – unabhängig vom Ort, ist uns dabei natürlich nicht möglich.\nKann ich euch eigene Aufnahmen zur Verfügung stellen? Gerne könnt ihr uns auch eigene Aufnahmen zur Verfügung stellen. Wir prüfen dann, ob sie für eine Veröffentlichung oder eher den internen Gebrauch geeignet sind. Wege siehe Kontakt und Unterstützen.\nAuf welcher rechtlichen Grundlage dürfen Personen fotografiert und die Aufnahmen veröffentlicht werden? Die Anfertigung und Veröffentlichung von Fotografien im Rahmen unserer Arbeit stützt sich auf § 23 KUG (Kunsturhebergesetz). Danach dürfen Personen ohne ihre Einwilligung abgebildet werden, wenn es sich um Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt - hierzu zählen insbesondere Versammlungen, Aufzüge und vergleichbare öffentliche Ereignisse. In diesen Fällen überwiegt das öffentliche Informationsinteresse gegenüber dem individuellen Recht am eigenen Bild.\u2028Wer an einer öffentlich beworbenen politischen Veranstaltung teilnimmt, muss folglich damit rechnen, im Rahmen journalistischer beziehungsweise dokumentarischer Arbeit fotografisch erfasst zu werden. Die anschließende Veröffentlichung derartiger Aufnahmen ist presserechtlich gedeckt, da ein erhebliches öffentliches Interesse daran besteht, Teilnehmerkreis und öffentliches Erscheinungsbild der extrem rechten Szene zu dokumentieren und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.\u2028Sollte sich jemand dennoch zu Unrecht abgebildet sehen, bitten wir um Kontaktaufnahme über unser Kontaktformular oder per E-Mail. Wir gehen jedem Anliegen sorgfältig nach und kommen berechtigten Einwänden gerne nach.\nZusammenarbeit # Kann man bei euch mitarbeiten oder sich für Jobs bewerben? Die recherche-nord arbeitet als dezentrales, in sich geschlossenes Team. Wir verstehen uns jedoch als Teil eines größeren Netzwerks von Einzelpersonen, Initiativen und Rechercheguppen zum Thema Neonazismus. Recherche in diesem Bereich lebt von Zusammenarbeit - wir unterstützen daher, wo es uns möglich ist, bei Rechercheansätzen, Dokumentation und Auswertung und sind im Gegenzug für jede Hilfe dankbar. Eine direkte Mitarbeit ist jedoch aufgrund der Arbeit mit sehr sensiblen Daten und hohen Sicherheitsanforderungen nicht ohne Weiteres möglich.\nFür Anfragen zu gemeinsamen Projekten oder Recherchen stehen wir immer zur Verfügung.\nKönnen Medien die recherche-nord für Einsätze oder Einschätzungen anfragen? Grundsätzlich ja. Wir arbeiten regelmäßig mit Redaktionen und Journalist:innen zusammen, die zu Themen im Bereich Neonazismus und extreme Rechte recherchieren - sei es durch die Bereitstellung von Bildmaterial, fundiertem Hintergrundwissen oder die Einordnung aktueller Entwicklungen.\nEine gezielte Beauftragung für einen konkreten Einsatz vor Ort ist möglich, hängt jedoch von unseren zeitlichen und personellen Kapazitäten sowie der Relevanz der jeweiligen Veranstaltung für unsere eigene Recherchearbeit ab. Bei Interesse an einer Zusammenarbeit nehmt bitte frühzeitig Kontakt mit uns auf.\nWas bearbeitet ihr nicht? Wir arbeiten überregional an Strukturen. Einzelne Schmierereien, lokale Vorfälle ohne erkennbaren Zusammenhang und Nachbarschaftskonflikte können wir nicht bearbeiten; dafür gibt es regionale Melde- und Beratungsstellen. Außerdem findet sich hier unsere KI-Leitlinie.\nAllgemeines # Welchen Umgang wünscht ihr euch auf euren Social-Media-Kanälen? Auf unseren Bildern sind sehr unterschiedliche Menschen zu sehen - alle ordnen wir dem (extrem) rechten Spektrum in seinen unterschiedlichen Ausprägungen zu. Immer öfter werden unsere Bilder und Galerien mit Kommentaren versehen, die auf das Äußere dieser Menschen abzielen.\u2028Neonazis und andere Akteur:innen der extremen Rechten müssen für ihr Weltbild, ihre Menschenverachtung und die Gefahr, die sie darstellen, kritisiert werden - nicht für ihr Aussehen. Lasst uns ihre Oberflächlichkeit und abwertende Sprache bitte nicht reproduzieren.\nWie finanziert sich die recherche-nord? Die recherche-nord arbeitet unabhängig und wird weder staatlich noch über Parteien finanziert. Unsere Arbeit erfolgt zu einem erheblichen Anteil ehrenamtlich - gleichzeitig entstehen dabei erhebliche Kosten, etwa für Ausrüstung oder Fahrten zu Veranstaltungen.\nDamit wir unsere Arbeit langfristig fortführen und ausbauen können, sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wer unsere Recherchearbeit für wichtig hält, kann uns durch eine Spende oder eine dauerhafte Förderung über Steady unterstützen. Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten findet ihr bei Unterstützen.\nHinweise geben # Kann man sich mit Informationen bei euch melden? Ja, ausdrücklich. Hinweise, Beobachtungen oder Material zu Personen, Strukturen und Aktivitäten der extremen Rechten nehmen wir gerne entgegen. Auch scheinbar kleine oder unvollständige Informationen können für unsere Recherchearbeit wertvoll sein.\u2028Das gilt ausdrücklich auch für Personen, die selbst aus der Szene kommen oder ihr nahestehen - etwa Aussteiger:innen oder Menschen, die aus einem persönlichen Umfeld heraus Einblicke haben. Wir wissen, dass eine solche Kontaktaufnahme mit Überwindung verbunden sein kann, und behandeln entsprechende Hinweise mit der gebotenen Vertraulichkeit.\u2028(siehe auch Arbeit mit Aussteiger:innen und Informationsgeber:innen)\nKontakt könnt ihr über die Kontaktseite oder direkt über die Hinweisfunktion aufnehmen. Bei sensiblen oder besonders schutzbedürftigen Informationen sind wir auch offen für andere, sicherere Kommunikationswege.\nBleibe ich anonym? Wir wahren grundsätzlich die Sicherheit und Anonymität unserer Informationsgeber:innen. Auf Wunsch kann die Kommunikation auch vollständig anonym bleiben.\nSpeichert diese Website etwas über mich? Favoriten, gesammelte Hinweise und der Zählstand für den Spendenhinweis liegen ausschließlich in eurem Browser und werden zu keinem Zeitpunkt an uns übertragen. Sie lassen sich jederzeit löschen. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.\nSicherheit # Wie schütze ich mich, wenn ich Kontakt aufnehme? Das Wichtigste steht auf der Kontaktseite. Wer tiefer einsteigen will, findet bei den folgenden Stellen belastbare, laufend gepflegte Anleitungen. Wir betreiben keine davon und übernehmen für ihre Inhalte keine Verantwortung.\nSurveillance Self-Defense der Electronic Frontier Foundation, szenarienweise aufgebaut, teils auf Deutsch Digitalcourage, Digitale Selbstverteidigung, deutschsprachig und alltagsnah mobilsicher.de, alles rund um das Telefon, in einfacher Sprache Security in a Box von Tactical Tech, deutschsprachig, nach Bedrohungslage sortiert Das Tails-Handbuch, für den Fall, dass das Betriebssystem selbst keine Spuren hinterlassen darf Freedom of the Press Foundation, Quellenschutz aus journalistischer Sicht Die Digital Security Helpline von Access Now, als Anlaufstelle bei einem akuten Vorfall Whistleblower-Netzwerk, für die rechtliche Seite in Deutschland ","date":null,"group":"faq","permalink":"https://recherche-nord.com/faq/","section":"Häufige Fragen","summary":"Bildrechte, Zusammenarbeit, Sicherheit, Hinweise.","title":"Häufige Fragen"},{"city":"","content":"Wie es funktioniert #Jedes Bild in den Fotostrecken trägt einen Sprechblasen-Knopf. Ein Klick darauf öffnet ein Feld für eine Aussage zu genau diesem Bild: eine Person, eine Organisation, ein Symbol, eine Korrektur. Der Hinweis bleibt in Ihrem Browser, bis Sie ihn selbst versenden. Was mit einem Hinweis geschieht # flowchart LR A[Hinweis am Bild] --\u003e B[Postausgang im Browser] B --\u003e C[Selbst versenden] C --\u003e D[Sichtung durch die Redaktion] D --\u003e|belegbar| E[Dossiereintrag mit Beleg] D --\u003e|offen| F[Archiv für spaetere Recherchen] D --\u003e|widerlegt| G[verworfen] Ein Hinweis ist zunächst eine Behauptung, kein Fund. Erst die Sichtung und der Abgleich mit vorhandenem Material machen daraus einen Beleg. Wir zeigen nirgends an, ob zu einem Bild bereits Hinweise vorliegen; wer die Seite liest, soll daraus nichts über unseren Kenntnisstand ableiten können. Was wir nicht bearbeiten können #Wir arbeiten überregional an Strukturen. Einzelne Schmierereien, lokale Vorfälle ohne erkennbaren Zusammenhang und Nachbarschaftskonflikte können wir nicht bearbeiten; dafür gibt es regionale Melde- und Beratungsstellen. Ihr Postausgang # Postausgang 0 Hinweise Noch nichts gesammelt. Der Sprechblasen-Knopf an jedem Bild legt hier einen Hinweis ab. Verschlüsselt übertragen Überträgt den gesamten Postausgang in einem Stück, in Ihrem Browser verschlüsselt. Erst dieser Knopf erzeugt eine Netzwerkanfrage. Verschlüsselt senden Ende-zu-Ende verschlüsselt Eingegangen Ihr Postausgang wurde verschlüsselt übertragen. Lesbar ist er nur für die Redaktion. Sie können die Seite jetzt schließen. Nach dem Versenden hier löschen Alles löschen Adolf HitlerBjörn PesselHenrik OstendorfMario MüllerSebastian RichterAfDAntaiosArische BruderschaftBesseres HannoverCombat 18CompactDeutsche StimmeDie HeimatEuropäische AktionFreie SachsenFreies OldenburgFreundeskreis DeutschlandGemeinsam für DeutschlandGemeinsam Stark DeutschlandGeneration DeutschlandHeimattreue Deutsche JugendHoGeSaIdentitäre BewegungInstitut für StaatspolitikJunge AlternativeKameradschaft NortheimKollektiv NordharzLukretaMetapolNeue StärkeNPDNSDAPOidoxieOidoxie Streetfighting CrewPegasus GermanusPegidaQuerdenkenSnevern JungsWiking-JugendBrothers of HonourSABlood and HonourDie RechteFrontline SkinheadsFylgienJung \u0026 StarkKampf der NibelungenKampfbundN.S. HeuteEin ProzentKampfgemeinschaft CottbusArtgemeinschaftBerlin BreedHitlerjugendKategorie CKnockout 51Ku-Klux-KlanLandser (Band)Lunikoff VerschwörungMisanthropic DivisionNSUWeimar (Band)ErschießungskommandoFliedervolkshausDer Dritte WegJunge NationalistenTag der deutschen ZukunftHammerskinsKraft durch FreudeBraunschweiger TotenkopfFascesWhite-Power-Geste14 Words2x8-HandzeichenBlut und EhreBraunschweig NazistadtCode 1488Code 1871Code 318Deutsche JungsKolovratRunen-AlphabetVrilDeine Ehre heißt TreueMeine Ehre heißt TreueGadsden FlagIrminsulOne PercentKindermörder IsraelRotes DreieckHepp HeppCode 88Deutsch Stolz TreuLandser-MotivLonsdaleOi!ReichskriegsflaggeSig-RuneStabgranatenThor SteinarWarum ich braun bin?Weißer OutlawAskariNew BalanceEisernes KreuzHagal-RuneSchwarz-Weiß-RotWikinger-MotiveCode 28DobermannEuropean BrotherhoodGood Night Left SideHFFHLanger FingernagelLebensruneOdal-RuneReichsadlerSchlageterSS-DivisionszeichenTriskeleVegvisirWehrmacht-MotiveWhite-Power-FaustWolfsangelWotansknotenHakenkreuzKeltenkreuzSchwarze SonneSS-TotenkopfThorshammerWaffen-SSSymbolkombinationenFinanzierungsmodelleStraight EdgeWaffensymbolikHooligansMordaufrufeNS-PropagandaVerdeckte TattoosVolksverhetzungChiffrenKindeswohlgefährdungGewaltbereitschaftHassiRechtsRock Hinweis zu diesem Bild Nichts verlässt dieses Gerät, bis Sie es selbst versenden. Der Hinweis wird lokal in diesem Browser gespeichert. Zum Markieren über die Vorschau ziehen. Markierung löschen Worum geht es? PersonOrganisationSymbolPhänomenOrtKorrekturSonstiges Eintrag im Dossier (optional) Wir arbeiten überregional an Strukturen. Einzelne Schmierereien, lokale Vorfälle ohne erkennbaren Zusammenhang und Nachbarschaftskonflikte können wir nicht bearbeiten; dafür gibt es regionale Meldestellen und Beratungsstellen. Was wissen Sie? Wie sicher ist die Angabe? SicherVermutung Kürzel und Rückkanal (freiwillig) Ein Kürzel macht mehrere Hinweise derselben Person zuordenbar und ermöglicht Rückfragen. Genau deshalb kann eine zu genaue Angabe zur Herkunft Ihres Wissens Sie erkennbar machen. Beide Felder dürfen leer bleiben. Abbrechen Zum Postausgang Hinweis gespeichert Der Hinweis liegt in Ihrem Browser und hat die Seite noch nicht verlassen. Sammeln Sie weiter, oder senden Sie den Postausgang jetzt verschlüsselt ab. Jetzt absenden Weiteren Hinweis erfassen Vor dem Versenden lohnt der Blick auf die Sicherheitshinweise. ","date":null,"group":"contribute","permalink":"https://recherche-nord.com/contribute/","section":"Hinweis geben","summary":"Was Sie beitragen können, und was damit geschieht.","title":"Hinweis geben"},{"city":"","content":" Anbieter gemäß Art. 3 Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), gestützt auf die Artikel 95 Absatz 1, 96, 97 Absätze 1 und 2 und 122 Absatz 1 der Bundesverfassung, (Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Stand 01 Juli 2014)\nvertreten durch: recherche-nord Anton Heinrich mail: info@recherche-nord.com\nSitz der Organisation Zürich, CH\nHaftungsausschluss:\n1. Inhalt des Onlineangebotes Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen.\n2. Verweise und Links Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.\n3. Urheber- und Kennzeichenrecht Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen. Alle innerhalb des Internetangebotes genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer. Allein aufgrund der bloßen Nennung ist nicht der Schluß zu ziehen, dass Markenzeichen nicht durch Rechte Dritter geschützt sind! Das Copyright für veröffentlichte, vom Autor selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.\n4. Rechtswirksamkeit dieses Haftungsausschlusses Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt.","date":null,"group":"impressum","permalink":"https://recherche-nord.com/impressum/","section":"Impressum","summary":" Anbieter gemäß Art. 3 Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), gestützt auf die Artikel 95 Absatz 1, 96, 97 Absätze 1 und 2 und 122 Absatz 1 der Bundesverfassung, (Bundesversammlung der …","title":"Impressum"},{"city":"","content":"Im Zuge unserer Arbeit erhalten wir immer wieder Informationen von Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen. Sie liefern uns an vielen Stellen wichtige Hinweise, manchmal sind sie sogar der Ausgangspunkt für eine ganz neue Recherche.\nDabei nehmen wir ausdrücklich auch Informationen von Mitgliedern der extrem rechten Szene entgegen und prüfen diese sorgfältig. Nicht selten ist die Kontaktaufnahme zu uns der erste Schritt hin zu einer Distanzierung oder einem vollständigen Ausstieg aus der Szene.\nUnabhängig davon, aus welcher Motivation oder welchem Umfeld Informationen an uns herangetragen werden: Uns ist die Sensibilität dieser Situation und der hohe Sicherheitsanspruch, der damit einhergeht, bewusst. Wir behandeln diese Informationen ebenso wie die Identität der Informationsgeber:innen nach höchsten Sicherheitsstandards. Aus dieser langjährigen Arbeit ist ein großer Erfahrungsschatz und umfassende Expertise in diesem Bereich entstanden.\nMeld dich gerne bei uns, gemeinsam besprechen wir, was mit deinen Informationen passieren soll.\nUnsere Mail: info@recherche-nord.com\nWeitere Details findest du unter Arbeit mit Aussteiger:innen und Häufige Fragen.","date":null,"group":"informationsgeber","permalink":"https://recherche-nord.com/informationsgeber/","section":"Informationsgeber:innen","summary":"Wie wir mit Hinweisen und mit den Menschen umgehen, die sie uns geben.","title":"Informationsgeber:innen"},{"city":"","content":" Jeder Kreis bündelt die an einem Ort dokumentierten Veranstaltungen; Die Kreisgröße skaliert mit ihrer Anzahl. ","date":null,"group":"map","permalink":"https://recherche-nord.com/map/","section":"Karte","summary":"Dokumentierte Veranstaltungen nach Ort","title":"Karte"},{"city":"","content":" Gerne stehen wir für verschiedenste Anliegen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung. Wir sind dabei auf verschiedenen Wegen wie Messengern, per Mail oder auf Anfrage auch telefonisch erreichbar. Die bevorzugten Wege zur Kontaktaufnahme bei häufigeren Anliegen haben wir hier einmal aufgeführt. Darüber hinaus gilt - im Zweifel einfach anfragen, wir finden sicher einen guten Kommunikationsweg.\nWomit können wir helfen? Ich habe einen Hinweis Beobachtungen, Bildmaterial, Dokumente, Namen. Auch dann, wenn Sie unsicher sind, ob es relevant ist. Am besten: E-Mail, Threema Ich habe Bildmaterial Eigene Aufnahmen von Veranstaltungen, Fahrzeugen, Symbolen. Bitte im Original, nicht über Messenger komprimiert. Am besten: E-Mail, Threema Presseanfrage Nutzungsrechte, Interviews, Hintergrundgespräche, Belegexemplare. Am besten: E-Mail, Threema Allgemeine Frage Alles andere, einschließlich Fehlermeldungen zur Website. Am besten: E-Mail, Threema Nachricht über die Website Ihre Nachricht wird in Ihrem Browser verschlüsselt und erst danach an uns übertragen. Der Webserver speichert sie nur als Chiffrat und kann sie nicht lesen. Pflichtfeld ist allein die Nachricht. Website Anliegen Ich habe einen HinweisIch habe BildmaterialPresseanfrageAllgemeine Frage Nachricht Name oder Kürzel (freiwillig) Rückmeldung an (freiwillig) Ohne Angabe können wir nicht antworten. Eine E-Mail-Adresse ist möglich, aber nicht nötig; ein Messenger-Kontakt oder gar nichts ist genauso in Ordnung.\nVerschlüsselt senden Ende-zu-Ende verschlüsselt Ohne JavaScript verschlüsselt der Webserver Ihre Nachricht erst beim Eintreffen. Sie ist dann für einen Augenblick auf dem Server im Klartext vorhanden und wird nicht gespeichert. Wer das vermeiden will, nutzt einen der anderen Kanäle oder schaltet JavaScript für diese Seite ein. Angekommen Angekommen. Wir melden uns, sofern Sie einen Weg dafür hinterlassen haben.\nIhre Nachricht ist verschlüsselt, nur der Versand ist gescheitert. Kopieren Sie den folgenden Block und schicken Sie ihn über einen der anderen Kanäle; lesbar ist er nur für uns.\nKanäle Wir lesen alle Kanäle, aber nicht täglich. Ausgegraute Einträge sind noch nicht eingerichtet. E-Mail Unverschlüsselt. Für organisatorische Fragen, nicht für Hinweise. info@recherche-nord.com PGP-Key Unser öffentlicher Schlüssel. Fingerabdruck vor der ersten Nachricht vergleichen, am besten über einen zweiten Weg. 0x2371C84AC515ECBF C143 57F8 CB96 423C 8503 DCE8 2371 C84A C515 ECBF Öffentlichen Schlüssel herunterladen Thunderbird und GnuPG finden den Schlüssel selbst über das Web Key Directory. Threema Verschlüsselt, ohne Telefonnummer nutzbar. Z949JN5B Onion-Dienst in Arbeit Verbirgt, dass Sie überhaupt mit uns Kontakt hatten. Für heikle Hinweise der erste Weg. Dieser Kanal ist noch nicht eingerichtet. Telefon Wir telefonieren nur nach vorheriger schriftlicher Absprache. Die Nummer nennen wir dann; unverschlüsselte Telefonie ist für Hinweise ohnehin der schlechteste Weg. Nur auf schriftliche Anfrage Matrix in Arbeit Verschlüsselt, Konto auf einem Server Ihrer Wahl. Dieser Kanal ist noch nicht eingerichtet. PGP-Mail Dieselbe Adresse wie oben, aber verschlüsselt mit dem Schlüssel darüber. Der Inhalt ist geschützt, Absender und Empfänger bleiben sichtbar. info@recherche-nord.com Post in Arbeit Langsam, aber ohne digitale Spur. Ohne Absender möglich. Dieser Kanal ist noch nicht eingerichtet. Signal in Arbeit Verschlüsselt, verlangt aber eine Telefonnummer. Verschwindende Nachrichten einschalten. Dieser Signal-Account dient nur zur Übersendung von Informationen und Bildmaterialien. Eine weitere Kommunikation ist darüber nicht möglich. Dieser Kanal ist noch nicht eingerichtet. Bevor Sie schreiben Der Weg, auf dem eine Nachricht kommt, verrät oft mehr als ihr Inhalt. Die folgenden Punkte kosten wenige Minuten und ändern viel. Was hilft Vom eigenen Gerät aus schreiben, nicht vom Dienstrechner und nicht aus dem Netz des Arbeitgebers. Tor Browser verwenden, wenn schon der Kontakt selbst ein Risiko wäre. Ein neues Konto anlegen, das mit keinem Ihrer bestehenden Konten verbunden ist. Bei Bildmaterial: Original schicken, nicht den Messenger-Export. Was uns weiterhilft Wann und wo: Datum, Uhrzeit, Ort so genau wie möglich. Woher Sie es wissen, in der Allgemeinheit, die Sie verantworten können. Was Sie selbst gesehen haben und was Sie gehört haben, getrennt benannt. Möglichst konkrete und belastbare Informationen. Ob wir die Informationen veröffentlichen oder intern weitergeben dürfen, und falls ja, wie. Und wenn nichts davon möglich ist: schreiben Sie trotzdem. Ein Hinweis ohne jede Vorsichtsmaßnahme ist besser als kein Hinweis. Was danach passiert #Wir bemühen uns, uns zeitnah zurückzumelden. Wir bitten aber um Nachsicht, falls es etwas länger dauert - wir bekommen sehr viele unterschiedliche Anfragen. Vielleicht lohnt sich aber schon einmal ein Blick in unser FAQ: Häufige Fragen.\nWas wir nicht bearbeiten können #Wir arbeiten überregional an Strukturen. Einzelne Schmierereien, lokale Vorfälle ohne erkennbaren Zusammenhang und Nachbarschaftskonflikte können wir nicht bearbeiten; dafür gibt es regionale Melde- und Beratungsstellen. Bei Bedarf vermitteln wir hier gerne weiter an passende Beratungsstellen wie die regionalen Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus oder die Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt aber auch spezialisierte Angebote darüber hinaus.","date":null,"group":"kontakt","permalink":"https://recherche-nord.com/kontakt/","section":"Kontakt","summary":"Wie Sie uns erreichen, und worauf Sie dabei achten sollten.","title":"Kontakt"},{"city":"","content":" Die Favoritenliste wird lokal im Browser gespeichert und benötigt JavaScript. ","date":null,"group":"seiten","permalink":"https://recherche-nord.com/favoriten/","section":"","summary":" Die Favoritenliste wird lokal im Browser gespeichert und benötigt JavaScript. ","title":"Meine Favoriten"},{"city":"","content":"Coming soon: Hier entsteht in den kommenden Wochen ein News-Splitter, welcher neue Veröffentlichungen von Personen und Organisationen, die sich mit dem gleichen Themenfeld beschäftigen, darstellt. So findet sich auf dieser Seite stets einen aktueller Überblick über die neuesten Beiträge, Artikel und Galerien.\nIhr wollt, dass wir eure Veröffentlichungen hier ebenfalls sichtbar machen? Dann meldet euch gerne über unsere Kontaktmöglichkeiten.","date":null,"group":"news-splitter","permalink":"https://recherche-nord.com/news-splitter/","section":"News-Splitter","summary":"Recherchen und Fotostrecken weiterer Projekte im Themenfeld.","title":"News-Splitter"},{"city":"","content":"","date":null,"group":"suche","permalink":"https://recherche-nord.com/suche/","section":"Suche","summary":"Volltextsuche über Dossier, Fotostrecken, Videos und Archiv.","title":"Suche"},{"city":"","content":"Diese Seite existiert zum Prüfen und wird vor dem Produktivgang gelöscht. Keine der Schaltflächen erzeugt eine Netzwerkanfrage.\nBildattrappen #Der Sprechblasen-Knopf öffnet den Hinweisdialog. Das Kreuz daneben löst das Ereignis rn:gallery:close aus und ersetzt damit das Schließen des Lightbox, ohne dass eine echte Galerie nötig wäre.\nAdolf HitlerBjörn PesselHenrik OstendorfMario MüllerSebastian RichterAfDAntaiosArische BruderschaftBesseres HannoverCombat 18CompactDeutsche StimmeDie HeimatEuropäische AktionFreie SachsenFreies OldenburgFreundeskreis DeutschlandGemeinsam für DeutschlandGemeinsam Stark DeutschlandGeneration DeutschlandHeimattreue Deutsche JugendHoGeSaIdentitäre BewegungInstitut für StaatspolitikJunge AlternativeKameradschaft NortheimKollektiv NordharzLukretaMetapolNeue StärkeNPDNSDAPOidoxieOidoxie Streetfighting CrewPegasus GermanusPegidaQuerdenkenSnevern JungsWiking-JugendBrothers of HonourSABlood and HonourDie RechteFrontline SkinheadsFylgienJung \u0026 StarkKampf der NibelungenKampfbundN.S. HeuteEin ProzentKampfgemeinschaft CottbusArtgemeinschaftBerlin BreedHitlerjugendKategorie CKnockout 51Ku-Klux-KlanLandser (Band)Lunikoff VerschwörungMisanthropic DivisionNSUWeimar (Band)ErschießungskommandoFliedervolkshausDer Dritte WegJunge NationalistenTag der deutschen ZukunftHammerskinsKraft durch FreudeBraunschweiger TotenkopfFascesWhite-Power-Geste14 Words2x8-HandzeichenBlut und EhreBraunschweig NazistadtCode 1488Code 1871Code 318Deutsche JungsKolovratRunen-AlphabetVrilDeine Ehre heißt TreueMeine Ehre heißt TreueGadsden FlagIrminsulOne PercentKindermörder IsraelRotes DreieckHepp HeppCode 88Deutsch Stolz TreuLandser-MotivLonsdaleOi!ReichskriegsflaggeSig-RuneStabgranatenThor SteinarWarum ich braun bin?Weißer OutlawAskariNew BalanceEisernes KreuzHagal-RuneSchwarz-Weiß-RotWikinger-MotiveCode 28DobermannEuropean BrotherhoodGood Night Left SideHFFHLanger FingernagelLebensruneOdal-RuneReichsadlerSchlageterSS-DivisionszeichenTriskeleVegvisirWehrmacht-MotiveWhite-Power-FaustWolfsangelWotansknotenHakenkreuzKeltenkreuzSchwarze SonneSS-TotenkopfThorshammerWaffen-SSSymbolkombinationenFinanzierungsmodelleStraight EdgeWaffensymbolikHooligansMordaufrufeNS-PropagandaVerdeckte TattoosVolksverhetzungChiffrenKindeswohlgefährdungGewaltbereitschaftHassiRechtsRock Hinweis zu diesem Bild Nichts verlässt dieses Gerät, bis Sie es selbst versenden. Der Hinweis wird lokal in diesem Browser gespeichert. Zum Markieren über die Vorschau ziehen. Markierung löschen Worum geht es? PersonOrganisationSymbolPhänomenOrtKorrekturSonstiges Eintrag im Dossier (optional) Wir arbeiten überregional an Strukturen. Einzelne Schmierereien, lokale Vorfälle ohne erkennbaren Zusammenhang und Nachbarschaftskonflikte können wir nicht bearbeiten; dafür gibt es regionale Meldestellen und Beratungsstellen. Was wissen Sie? Wie sicher ist die Angabe? SicherVermutung Kürzel und Rückkanal (freiwillig) Ein Kürzel macht mehrere Hinweise derselben Person zuordenbar und ermöglicht Rückfragen. Genau deshalb kann eine zu genaue Angabe zur Herkunft Ihres Wissens Sie erkennbar machen. Beide Felder dürfen leer bleiben. Abbrechen Zum Postausgang Hinweis gespeichert Der Hinweis liegt in Ihrem Browser und hat die Seite noch nicht verlassen. Sammeln Sie weiter, oder senden Sie den Postausgang jetzt verschlüsselt ab. 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Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Dokumentation, Veröffentlichung und Analyse extrem rechter Veranstaltungen, Organisationen und Netzwerke.\nArbeitsweise #Grundlage unserer Arbeit sind unabhängige, sorgfältig geprüfte und nachvollziehbare Recherchen. Aus der Auswertung und Einordnung der Informationen sowie der kritischen Prüfung ihrer Belastbarkeit und Relevanz entstehen in manchen Fällen Veröffentlichungen. Dabei geht es uns um mehr als die reine Dokumentation - besonders wichtig ist uns, Entwicklungen und Zusammenhänge sichtbar zu machen und einer breiteren Öffentlichkeit verständlich zu vermitteln.\nWir verstehen uns als Teil einer vielfältigen Recherche- und Medienlandschaft und suchen den Austausch mit Journalist:innen, Wissenschaftler:innen, Beratungsstellen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Einzelpersonen, die sich mit den Strukturen der extremen Rechten befassen wollen oder müssen. Dabei sehen wir uns auch als Knotenpunkt, der unterschiedliche Berufs- und Tätigkeitsfelder miteinander verbindet. Unabhängigkeit bedeutet für uns nicht Abschottung, sondern einen solidarischen – und wo nötig kritischen – Austausch auf Augenhöhe.\nDurch unsere langjährige Tätigkeit seit 2004 haben wir einen langfristigen Blick auf Entwicklungen und Kontinuitäten in der extremen Rechten gewonnen. Unser Fotoarchiv erlaubt es uns, weit zurückliegende Veranstaltungen einzusehen und Bezüge zur Gegenwart herzustellen – so lassen sich viele aktuelle Entwicklungen besser einordnen. Seit dem Start unserer eigenen Homepage im Jahr 2008 dienen unsere Veröffentlichungen zugleich als Archiv, das auch in einigen Jahren noch nutzbar sein soll.\nUnabhängigkeit #Wir sind ein vollständig unabhängiges Projekt. Kooperationen gehen wir nur sehr bewusst und in aller Regel zeitlich begrenzt ein, um unsere Unabhängigkeit zu wahren. Darüber hinaus ist es uns wichtig, die Schwerpunkte unserer Arbeit und die Veranstaltungen, die wir dokumentieren, jederzeit selbst bestimmen zu können. Dabei orientieren wir uns ausschließlich an unseren eigenen inhaltlichen und redaktionellen Grundsätzen.\nWir lassen uns dabei weder von politischen, institutionellen noch von anderen externen Interessen in unserer Arbeit beeinflussen. Welche Themen wir aufgreifen, welche Veranstaltungen wir dokumentieren und wie wir diese einordnen und darstellen, entscheiden wir selbst. Unser Anspruch ist es, eigenständig, kritisch und unmittelbar an den tatsächlichen Geschehnissen zu arbeiten und diese so zu dokumentieren, wie sie stattfinden.\nMethodik #Wir arbeiten sowohl inhaltlich als auch fotoredaktionell natürlich so sorgfältig wie möglich und sind uns der hohen Sensibilität und Verantwortung zu Veröffentlichung in diesem Themenfeld bewusst. Die Grundlage unserer Arbeit stellt §23 KunstUrhG dar. Im Sinne des Jugendschutzes machen wir Minderjährige oder mutmaßlich minderjährige Personen auf unseren Foto- und Videoaufnahmen unkenntlich, ebenso wie wahrnehmbar unbeteiligte Personen. Ungesicherte bzw. unbelegte Informationen werden von uns als solche kenntlich gemacht.\nSchutz von Informationsgeber:innen #Immer wieder erhalten wir Informationen von Einzelpersonen – manchmal aus dem Umfeld von Szeneangehörigen, manchmal von ihnen selbst (siehe Arbeit mit Aussteiger:innen). 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Wer wissen will, was ein Beitrag deckt, kann damit selbst rechnen.\nTankfüllung 140 € Kamera mit Objektiv 5,000 € Festplatte, 44 TB 1,500 € Arbeitsstunde einer Anwältin 250 € Hebebühne pro Wochenende 400 € Serverkosten pro Jahr 400 € Den größten Posten unserer Ausgaben stellen mit großem Abstand die Kosten für Benzin und Diesel dar, da wir jedes Wochenende in der Regel mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Wege # Wohin das Geld geht Wichtig ist dabei: Die finanziellen Mittel fließen nicht an die recherche-nord direkt, sondern an den gemeinnützigen Verein Relink - Förderverein Recherche e.V., der diese Gelder in Empfang nimmt, verwaltet und verschiedenen Organisationen in unserem Themenfeld zur Unterstützung zur Verfügung stellt. Um die Unabhängigkeit unserer redaktionellen Arbeit zu wahren, haben wir hierfür bewusst einen externen Träger gewählt, um die Spenden anzunehmen. Die eingehenden Mittel werden über diese Organisation zweckgebunden für die Recherchearbeit weitergegeben.\nDie direkten Empfänger:innen sind weder für die redaktionelle Arbeit noch für redaktionelle Entscheidungen verantwortlich. Das hat auch den Vorteil, dass finanzielle Unterstützung und redaktionelle Entscheidungen klar voneinander getrennt sind. Wer recherchiert, welche Themen wir aufgreifen, welche Veranstaltungen wir dokumentieren und wie wir das gewonnene Material redaktionell verwenden, wird nicht davon abhängig gemacht, ob und in welcher Höhe Mittel zur Verfügung stehen. Finanziert werden ausschließlich Aufwendungen, die bei der Recherchearbeit vor Ort entstehen – etwa Fahrten, notwendige Ausrüstung, Speichermedien oder eine erforderliche juristische Begleitung. Da \u003cno value\u003e gemeinnützig ist, kann auf Wunsch eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden und der Beitrag ist steuerlich absetzbar. Kurz: Wenn Sie Geld an diese Organisation spenden, unterstützen Sie unsere Arbeit. Einmalig überweisen Der direkte Weg, ohne Zahlungsdienstleister und ohne Gebühren Dritter.\nEmpfänger Relink - Förderverein Recherche e.V. IBAN DE46430609671351765800 BIC GENODEM1GLS Verwendungszweck Spende Mit der Banking-App scannen; Betrag tragen Sie selbst ein. Regelmäßig unterstützen Ein Dauerauftrag ist für uns der planbarste Beitrag, weil er Ausrüstung und laufende Verfahren kalkulierbar macht.\nIm Online-Banking einen Dauerauftrag mit den nebenstehenden Daten anlegen. Turnus und Betrag frei wählen; jede Höhe hilft. Jederzeit selbst änderbar, ohne uns zu fragen. PayPal Schnell und ohne Kontodaten, dafür mit Gebühr und mit einem Anbieter, der mitliest. Für kleine Beträge in Ordnung, für regelmäßige Unterstützung ist die Überweisung besser.\nÜber PayPal geben Kryptowährung Für alle, die aus guten Gründen keine Überweisung schicken wollen.\nNoch nicht eingerichtet. Der Weg wird nachgetragen, sobald er steht. Sachspenden Technik, die bei uns unmittelbar für die Arbeit genutzt werden kann.\nNoch nicht eingerichtet. Der Weg wird nachgetragen, sobald er steht. Wir freuen uns auch über Sachspenden, die unsere Arbeit praktisch unterstützen. Ob Foto- und Videotechnik, Speichermedien, Computertechnik oder anderes Equipment, das für Recherche, Dokumentation und die Arbeit vor Ort eingesetzt werden kann.\nBildmaterial beisteuern Eigene Aufnahmen von Veranstaltungen, Fahrzeugen, Symbolen. Bitte im Original.\nWege und Kanäle Hinweise geben Beobachtungen, Namen, Zusammenhänge. Auch dann, wenn Sie unsicher sind, ob es relevant ist.\nHinweis geben #Steuerliche Behandlung # recherche-nord selbst nimmt keine Spenden entgegen. Der Verein ReLink - Förderverein Recherche e.V. hat sich aber netterweise bereiterklärt, als Spendenempfänger:in für finanzelle Spenden zugunsten unserer Arbeit zur Verfügung zu stehen. 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