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Neonaziaufmarsch in Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Friedland)

Neonaziaufmarsch in Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Friedland)

Am vergangenen Samstag, dem 04.01.2017 fand im niedersächischen Göttingen ein Aufmarsch der Neonaziszene statt.

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Neonaziaufmarsch in Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Friedland)
Bis zuletzt hatten die Veranstalter*innen aus den Strukturen der Neonazigruppierung "Freundeskreis Thüringen-Niedersachsen" versucht über "Egoprobleme, Partei und Orgastrukturen hinweg" Teilnehmer*innen zu mobilisieren. Dabei sei es egal, wie der "Freundeskreis" im Vorfeld mitteilte, ob es sich dabei um "weichgespülte AfD'ler oder richtig harte NS'ler" handele...

Bis zuletzt hatten die Veranstalterinnen aus den Strukturen der Neonazigruppierung “Freundeskreis Thüringen-Niedersachsen” versucht über “Egoprobleme, Partei und Orgastrukturen hinweg” Teilnehmerinnen zu mobilisieren. Dabei sei es egal, wie der “Freundeskreis” im Vorfeld mitteilte, ob es sich dabei um “weichgespülte AfD’ler oder richtig harte NS’ler” handele…

... Denn man befinde sich, so der Tenor der Neonazigruppierung "in historischen Zeiten [...] der Sturz des verhassten Systems steht kurz bevor". Ein "Sturz" der sich den Einschätzung des "Freundeskreises" folgend "spätestens im Jahr 2018" vollziehen werde.

… Denn man befinde sich, so der Tenor der Neonazigruppierung “in historischen Zeiten […] der Sturz des verhassten Systems steht kurz bevor”. Ein “Sturz” der sich den Einschätzung des “Freundeskreises” folgend “spätestens im Jahr 2018” vollziehen werde.

Diejenigen, die an der Veranstaltungen nicht teilnehmen, würden sich den markigen Ausführungen des "Freundeskreises" folgend, als "Verräter" offenbaren, "denen es nicht um die Sache" gehen würde, sondern nur um "persönliche Eitelkeiten"

Diejenigen, die an der Veranstaltungen nicht teilnehmen, würden sich den markigen Ausführungen des “Freundeskreises” folgend, als “Verräter” offenbaren, “denen es nicht um die Sache” gehen würde, sondern nur um “persönliche Eitelkeiten”

Als Hauptpropagandist des "Freundeskreises", bei deren Mitgliedern vor einigen Wochen im Zuge polizeilichen Hausdurchsuchungen ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt wurde, tritt der mitunter offen antisemitisch auftretende Neonaziaktivist Jens Wilke in Erscheinung (hier im Bild). Der selbstständige Finanz- und Versicherungsmakler (offizielles Firmenmotto: "Sieg oder Spielabbruch") aus dem niedersächsischen Friedland, der auch als lokaler Ansprechpartner des Vereins "Wassertankstelle e.V." in Erscheinung tritt, vertritt seit nunmehr etwa zwei Jahren einen offenen Führungsanspruch in der südniedersächsischen Neonaziszene.

Als Hauptpropagandist des “Freundeskreises”, bei deren Mitgliedern vor einigen Wochen im Zuge polizeilichen Hausdurchsuchungen ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt wurde, tritt der mitunter offen antisemitisch auftretende Neonaziaktivist Jens Wilke in Erscheinung (hier im Bild). Der selbstständige Finanz- und Versicherungsmakler (offizielles Firmenmotto: “Sieg oder Spielabbruch”) aus dem niedersächsischen Friedland, der auch als lokaler Ansprechpartner des Vereins “Wassertankstelle e.V.” in Erscheinung tritt, vertritt seit nunmehr etwa zwei Jahren einen offenen Führungsanspruch in der südniedersächsischen Neonaziszene.

Doch die Realität holte Jens Wilke am vergangenen Wochenende schließlich ein. Lediglich Zweidrittel der ursprünglich mit 150 Personen angemeldeten Veranstaltung nahmen die Reise nach Göttingen auf sich. Neonazikader wie der thüringische NPD-Landesvorsitzende Thorsten Heise, die im Vorfeld ihre Teilnahme öffentlich zusicherten, versagten Wilke ihre Unterstützung. Andere führende Neonazis, wie beispielsweise der niedersächsische Neonaziaktivist Dieter Riefling beteiligten sich stattdessen lieber an der Vorbereitung eines Junggesellenabschieds in Sachsen-Anhalt anstatt nach Göttingen zu reisen. Innerhalb der Neonaziszene heißt es dazu lapidar: "das ausgeprägte Ego von Wilke" wäre "kein Mobilisierungsfaktor. Eher das Gegenteil" sei der Fall.

Doch die Realität holte Jens Wilke am vergangenen Wochenende schließlich ein. Lediglich Zweidrittel der ursprünglich mit 150 Personen angemeldeten Veranstaltung nahmen die Reise nach Göttingen auf sich. Neonazikader wie der thüringische NPD-Landesvorsitzende Thorsten Heise, die im Vorfeld ihre Teilnahme öffentlich zusicherten, versagten Wilke ihre Unterstützung. Andere führende Neonazis, wie beispielsweise der niedersächsische Neonaziaktivist Dieter Riefling beteiligten sich stattdessen lieber an der Vorbereitung eines Junggesellenabschieds in Sachsen-Anhalt anstatt nach Göttingen zu reisen. Innerhalb der Neonaziszene heißt es dazu lapidar: “das ausgeprägte Ego von Wilke” wäre “kein Mobilisierungsfaktor. Eher das Gegenteil” sei der Fall.

Insgesamt sammelten sich somit am vergangenen Wochenende etwas 100 organisierte und unorganisierte Neonazis in Göttingen. Diese machten keine Anstalten ihre Gesinnung zu verbergen. (Hier ein Neonaziaktivist mit dem strafrechtlich relevanten Keltenkreuz am Handgelenk). Die Sicherheitsbehörden machten im Verlauf des Veranstaltungstages nur wenig Anstalten das Zeigen neonazistischer Symbolik zu unterbinden. Mehrere sogenannte Hitler-Grüße, offen gezeigte NS-Symbolik, Bedrohungen, selbst Angriffe auf Pressevetreter*innen blieben weitestgehend ungeahndet. (Dazu später mehr im Verlauf der Gallery).

Insgesamt sammelten sich somit am vergangenen Wochenende etwas 100 organisierte und unorganisierte Neonazis in Göttingen. Diese machten keine Anstalten ihre Gesinnung zu verbergen. (Hier ein Neonaziaktivist mit dem strafrechtlich relevanten Keltenkreuz am Handgelenk). Die Sicherheitsbehörden machten im Verlauf des Veranstaltungstages nur wenig Anstalten das Zeigen neonazistischer Symbolik zu unterbinden. Mehrere sogenannte Hitler-Grüße, offen gezeigte NS-Symbolik, Bedrohungen, selbst Angriffe auf Pressevetreter*innen blieben weitestgehend ungeahndet. (Dazu später mehr im Verlauf der Gallery).

Vor Beginn der eigentlichen Kundgebung wurden unter den angereisten Teilnehmer*innen Plakate verteilt. Dabei handelt es sich um sogenannte "Outing Plakate" des eigenen Klientels.

Vor Beginn der eigentlichen Kundgebung wurden unter den angereisten Teilnehmer*innen Plakate verteilt. Dabei handelt es sich um sogenannte “Outing Plakate” des eigenen Klientels.

Die Neonazikundgebung auf dem weitestgehend abgesperrten Bahnhofsvorplatz wurde von lautstarken Protest zahlreicher Gegendemonstrant*innen begleitet.

Die Neonazikundgebung auf dem weitestgehend abgesperrten Bahnhofsvorplatz wurde von lautstarken Protest zahlreicher Gegendemonstrant*innen begleitet.

Die Teilnehmer*innen der Neonazikundgebung stammten dabei vor allem aus Niedersachsen und Thüringen.

Die Teilnehmer*innen der Neonazikundgebung stammten dabei vor allem aus Niedersachsen und Thüringen.

Thüringische Neonazis aus den Strukturen der sogenannten "Thügida" beim Tragen eines Holzsarges, mit dem dem symbolisch die "Demokratie", die "BRD" und die "Antifa" zu Grabe getragen werden sollte.

Thüringische Neonazis aus den Strukturen der sogenannten “Thügida” beim Tragen eines Holzsarges, mit dem dem symbolisch die “Demokratie”, die “BRD” und die “Antifa” zu Grabe getragen werden sollte.

Die angekündigte Neonazi-Großveranstaltung fand letztlich nur im kleinen Rahmen statt. Auch das Jens Wilke und der "Freundeskreis" den Führungsanspruch alteingesessener Strukturen in den vergangenen Monaten mehrfach in Frage stellten, dürfte der Mobilisierung nicht zuträgich gewesen sein. Inwieweit der "Freundeskreis" den angekündigten Umsturz bis 2018, angesicht der nun aufgezeigten personellen Ressourcen bewerkstelligen will, blieb am vergangenen Wochenene allerdings das Geheimnis von Wilke.

Die angekündigte Neonazi-Großveranstaltung fand letztlich nur im kleinen Rahmen statt. Auch das Jens Wilke und der “Freundeskreis” den Führungsanspruch alteingesessener Strukturen in den vergangenen Monaten mehrfach in Frage stellten, dürfte der Mobilisierung nicht zuträgich gewesen sein. Inwieweit der “Freundeskreis” den angekündigten Umsturz bis 2018, angesicht der nun aufgezeigten personellen Ressourcen bewerkstelligen will, blieb am vergangenen Wochenene allerdings das Geheimnis von Wilke.

Der selbsternannte Anführer der thüringischen Neonazigruppierung "Thügida" David Köckert war am vergangenen Wochenende ebenfalls in Göttingen zugegen.

Der selbsternannte Anführer der thüringischen Neonazigruppierung “Thügida” David Köckert war am vergangenen Wochenende ebenfalls in Göttingen zugegen.

Auch Köckert machte aus seiner Gesinnung keinen Hehl - worauf nicht zuletzt die offen zur Schau gestellte Tätowierung an seinem Hals eindrücklich hinwies.

Auch Köckert machte aus seiner Gesinnung keinen Hehl - worauf nicht zuletzt die offen zur Schau gestellte Tätowierung an seinem Hals eindrücklich hinwies.

Eine Gesinnung die mit der von Jens Wilke (hier rechts neben David Köckert) zumindest harmonieren dürfte. Wilke war zuletzt in den sozialen Medien durch antisemitische Hetzreden aufgefallen.

Eine Gesinnung die mit der von Jens Wilke (hier rechts neben David Köckert) zumindest harmonieren dürfte. Wilke war zuletzt in den sozialen Medien durch antisemitische Hetzreden aufgefallen.

Auf das Verlesen der Veranstaltungsauflagen verzichteten die Veranstalter*innen weitestgehend. Stattdessen startete die Kundgebung gleich zu Beginn mit wüsten verbale Angriffen gegen Vertreter*innen der Stadt und Gegendemonstrant*innen. Auch die Sicherheitsbehörden schienen sich an der Nichterwähnung der Auflagen nicht zu stören. Ein polizeilicher Hinweis erfolgte zumindest nicht.

Auf das Verlesen der Veranstaltungsauflagen verzichteten die Veranstalterinnen weitestgehend. Stattdessen startete die Kundgebung gleich zu Beginn mit wüsten verbale Angriffen gegen Vertreterinnen der Stadt und Gegendemonstrant*innen. Auch die Sicherheitsbehörden schienen sich an der Nichterwähnung der Auflagen nicht zu stören. Ein polizeilicher Hinweis erfolgte zumindest nicht.

Die NPD-Niedersachsen, für die Wilke bei der letzten Landtagswahl als Kandidat in Erscheinung trat, hielt sich mit Unterstützung ebenfalls weitestgehend zurück. Lediglich der Vorsitzende des NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland Jens Wagenlöhner sowie Natalia Miesner vom NPD Unterbezirk Stade (hier im Bild) und niedersächsische NPD-Listenkandidatin zur anstehenden Bundestagswahl, waren als Vertreter*innen nach Göttingen gereist.

Die NPD-Niedersachsen, für die Wilke bei der letzten Landtagswahl als Kandidat in Erscheinung trat, hielt sich mit Unterstützung ebenfalls weitestgehend zurück. Lediglich der Vorsitzende des NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland Jens Wagenlöhner sowie Natalia Miesner vom NPD Unterbezirk Stade (hier im Bild) und niedersächsische NPD-Listenkandidatin zur anstehenden Bundestagswahl, waren als Vertreter*innen nach Göttingen gereist.

Melanie Dittmer, Führungsaktivistin der inzwischen aufgelösten Neonazivereinigung "Dügida" während eines Redebeitrages in Göttingen. Dittmer nutze die Gelegenheit um unter anderem für eine positive Bezugnahme und Verklärung des Faschismus.

Melanie Dittmer, Führungsaktivistin der inzwischen aufgelösten Neonazivereinigung “Dügida” während eines Redebeitrages in Göttingen. Dittmer nutze die Gelegenheit um unter anderem für eine positive Bezugnahme und Verklärung des Faschismus.

Auch die eingeteilten Ordnerkräfte der Neonazikundgebung zeichneten sich nicht unbedingt durch Zurückhaltung aus. Stattdessen suchten diese zielsicher die "Kommunikation" mit Gegendemonstrat*innen.

Auch die eingeteilten Ordnerkräfte der Neonazikundgebung zeichneten sich nicht unbedingt durch Zurückhaltung aus. Stattdessen suchten diese zielsicher die “Kommunikation” mit Gegendemonstrat*innen.

Der sächsische Neonaziaktivist Alexander Kurth während seines Redebeitrages. Anders als Melanie Dittmer beschäftigte sich Kurt nicht mit komplizierten ideologischen Fragestellungen. Er beschränkte sich angesicht des von ihm formulierten "baldigen Umsturzes" auf die offene Bedrohung anwesender Pressevertreter*innen.

Der sächsische Neonaziaktivist Alexander Kurth während seines Redebeitrages. Anders als Melanie Dittmer beschäftigte sich Kurt nicht mit komplizierten ideologischen Fragestellungen. Er beschränkte sich angesicht des von ihm formulierten “baldigen Umsturzes” auf die offene Bedrohung anwesender Pressevertreter*innen.

...Ordnerkräfte der Neonaziszene bei der Arbeit...

…Ordnerkräfte der Neonaziszene bei der Arbeit…

Auch ein Dutzend, zumeist jugendlicher Neonazis aus dem Spektrum der sogenannten "Autonomen Nationalisten", welche nunmehr unter der Bezeichnung "Anti-Kap" in Erscheinung treten, reisten am vergangenen Wochenende nach Göttingen.

Auch ein Dutzend, zumeist jugendlicher Neonazis aus dem Spektrum der sogenannten “Autonomen Nationalisten”, welche nunmehr unter der Bezeichnung “Anti-Kap” in Erscheinung treten, reisten am vergangenen Wochenende nach Göttingen.

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Zwischen den Redebeiträgen ergriff der "Thügida"-Aktivist David Köckert immer wieder das Mikrophon.

Zwischen den Redebeiträgen ergriff der “Thügida”-Aktivist David Köckert immer wieder das Mikrophon.

Der "erhobene rechte Arm" war zumindest am vergangenen Wochenende keine Seltenheit. Ganz im Gegensatz zur Intervention durch Polizeikräfte im Bezug darauf. Hinweise gegenüber Veranstaltungsteilnehmer*innen unterblieben zumindest.

Der “erhobene rechte Arm” war zumindest am vergangenen Wochenende keine Seltenheit. Ganz im Gegensatz zur Intervention durch Polizeikräfte im Bezug darauf. Hinweise gegenüber Veranstaltungsteilnehmer*innen unterblieben zumindest.

Bildmitte: Der bereits erwähnte Jens Wagenlöhner, seines Zeichens Vorsitzende des derzeitig weitestgehend handlungsunfähigen NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland. Wagenlöhner trat in Göttingen, wie bereits in den vergangenen Monaten bei anderen Gelegenheiten als parteifreier Neonazi-Aktivist in Erscheinung.

Bildmitte: Der bereits erwähnte Jens Wagenlöhner, seines Zeichens Vorsitzende des derzeitig weitestgehend handlungsunfähigen NPD Unterbezirkes Ostfriesland-Friesland. Wagenlöhner trat in Göttingen, wie bereits in den vergangenen Monaten bei anderen Gelegenheiten als parteifreier Neonazi-Aktivist in Erscheinung.

Etwa nach einer Stunde wurde die Kundgebung am Göttinger Bahnhof dann durch den Veranstaltungsleiter Jens Wilke für beendet erklärt. Die Neonazis verließen den Ort des Geschehens mit der Ankündigung "spontan" an anderer Stelle aufzumarschieren.

Etwa nach einer Stunde wurde die Kundgebung am Göttinger Bahnhof dann durch den Veranstaltungsleiter Jens Wilke für beendet erklärt. Die Neonazis verließen den Ort des Geschehens mit der Ankündigung “spontan” an anderer Stelle aufzumarschieren.

Im Anschluß an die Kundgebung in Göttingen veranstalteten die angereisten Neonazis dann eine "Spontandemonstration" im nahegelegenen Northeim.

Im Anschluß an die Kundgebung in Göttingen veranstalteten die angereisten Neonazis dann eine “Spontandemonstration” im nahegelegenen Northeim.

Vor Beginn der Demonstration wurden 98 Neonazis, die mit dem Zugverkehr nach Northeim gelangten, polizeilich untersucht. Auf eine Durchsuchung der mit privaten Fahrzeugen angereisten Neonazis wurde hingegen verzichtet.

Vor Beginn der Demonstration wurden 98 Neonazis, die mit dem Zugverkehr nach Northeim gelangten, polizeilich untersucht. Auf eine Durchsuchung der mit privaten Fahrzeugen angereisten Neonazis wurde hingegen verzichtet.

Obligatorische Erinnerungsfotos von Neonazis... gemeinsam mit Aktivisten der Neonazigruppierung "Berserker Wolfsburg"

Obligatorische Erinnerungsfotos von Neonazis… gemeinsam mit Aktivisten der Neonazigruppierung “Berserker Wolfsburg”

Neonazi mit auf dem Unterarm tätowierter "Triskele", welches in der Neonaziszene als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz genutzt wird. Die Triskele zierte in der Vergangenheit das Wappen der flämischen "SS-Division Langemarck"

Neonazi mit auf dem Unterarm tätowierter “Triskele”, welches in der Neonaziszene als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz genutzt wird. Die Triskele zierte in der Vergangenheit das Wappen der flämischen “SS-Division Langemarck”

Bereits vor Beginn der "Spontandemonstration" wurden anwesende Pressevertreter*innen von den angereisten Neonazis attackiert.

Bereits vor Beginn der “Spontandemonstration” wurden anwesende Pressevertreter*innen von den angereisten Neonazis attackiert.

... Das hier präsentierte T-Shirt bezieht sich auf ein von der Bundesprüfstelle indiziertes Album der Rechtsrockszene. In Northeim konnte allerdings, wie bereits zuvor im Göttingen offen dafür geworben werden.

… Das hier präsentierte T-Shirt bezieht sich auf ein von der Bundesprüfstelle indiziertes Album der Rechtsrockszene. In Northeim konnte allerdings, wie bereits zuvor im Göttingen offen dafür geworben werden.

Vermummungsverbote sind von gestern... Auch hier ließ die Polizeiführung Großzügigkeit walten...

Vermummungsverbote sind von gestern… Auch hier ließ die Polizeiführung Großzügigkeit walten…

Ganz friedlich...
Ganz friedlich…
... oder auch nicht...
… oder auch nicht…
Todesdrohungen die zwischen den Polizeiketten an die Pressefotograf*innen weitergegeben wurden erfreuten sich ebenfalls ungebrochener Beliebtheit.

Todesdrohungen die zwischen den Polizeiketten an die Pressefotograf*innen weitergegeben wurden erfreuten sich ebenfalls ungebrochener Beliebtheit.

Transparent des "Freundeskreises". Und auch dieses Logo fndet sich in der "NS-Romantik" wieder. So kann das Erkennungszeichen des "Freundeskreises" zum einen als Bezugnahme zum Keltenkreuz wie auch als farblich veränderte Variante von Insignien des SS-Panzergrenadier Regiments 23 ("Norge") gedeutet werden.

Transparent des “Freundeskreises”. Und auch dieses Logo fndet sich in der “NS-Romantik” wieder. So kann das Erkennungszeichen des “Freundeskreises” zum einen als Bezugnahme zum Keltenkreuz wie auch als farblich veränderte Variante von Insignien des SS-Panzergrenadier Regiments 23 (“Norge”) gedeutet werden.

Als Anmelder der "Spontandemonstration" trat der Neonaziaktivist Benjamin Krüger in Erscheinung. Der ehemals im Großraum Hannover wohnhaft Krüger ist inzwischen nach Sachsen-Anhalt verzogen.

Als Anmelder der “Spontandemonstration” trat der Neonaziaktivist Benjamin Krüger in Erscheinung. Der ehemals im Großraum Hannover wohnhaft Krüger ist inzwischen nach Sachsen-Anhalt verzogen.

Die nach Northeim gereisten Neonazis beließen es nicht dabei anwesende Pressevertreter*innen lediglich zu bedrohen... Wenige Sekunden später wurde beispielsweise dieser Pressefotograf, vor den Augen der Polizeikräfte, mit einem Faustschlag attackiert. Personalien des durchaus bekannten Angreifers (der für die Neonazi-Partei "Die Rechte" in der Vergangenheit bereits als Veranstaltungsleiter in Erscheinung trat) wurden von der Polizei nicht aufgenommen. Stattdessen konnte er weiter ungehindert an der Veranstaltung teilnehmen und Northeim wenig später ungestört verlassen.

Die nach Northeim gereisten Neonazis beließen es nicht dabei anwesende Pressevertreter*innen lediglich zu bedrohen… Wenige Sekunden später wurde beispielsweise dieser Pressefotograf, vor den Augen der Polizeikräfte, mit einem Faustschlag attackiert. Personalien des durchaus bekannten Angreifers (der für die Neonazi-Partei “Die Rechte” in der Vergangenheit bereits als Veranstaltungsleiter in Erscheinung trat) wurden von der Polizei nicht aufgenommen. Stattdessen konnte er weiter ungehindert an der Veranstaltung teilnehmen und Northeim wenig später ungestört verlassen.

Auch in Northeim fand sich David Köckert ("Th&üuml;gida") am Mikrophon wieder und hielt einen Redebeitrag.

Auch in Northeim fand sich David Köckert (“Th&üuml;gida”) am Mikrophon wieder und hielt einen Redebeitrag.

Köckert ist dabei nicht nur bekennender Rassist (mal ein Erinnerungsfoto) ...

Köckert ist dabei nicht nur bekennender Rassist (mal ein Erinnerungsfoto) …

... sondern wirbt mit seinen Tätowierungen auch offen für andere Dinge. Das auf die Fingerrücken tätowierte und offen zur Schau gestellte Geburtsdatum läßt dabei wenig Raum für Spekulationen. Ein Hinweis sei gestattet: Der Nachname fängt mit H an...

… sondern wirbt mit seinen Tätowierungen auch offen für andere Dinge. Das auf die Fingerrücken tätowierte und offen zur Schau gestellte Geburtsdatum läßt dabei wenig Raum für Spekulationen. Ein Hinweis sei gestattet: Der Nachname fängt mit H an…

Die "Spontandemonstration" wird für beendet erklärt.

Die “Spontandemonstration” wird für beendet erklärt.

Die NPD-Bundestagskandidatin Natalia Miesner. Diese nutze die Veranstaltung vordergründig um Unterstützer*innen für die Wahlzulassung der NPD für die anstehende Bundestagswahl zu erhalten. Entsprechende Unterschriftenlisten wurden von ihr freigiebig verteilt.

Die NPD-Bundestagskandidatin Natalia Miesner. Diese nutze die Veranstaltung vordergründig um Unterstützer*innen für die Wahlzulassung der NPD für die anstehende Bundestagswahl zu erhalten. Entsprechende Unterschriftenlisten wurden von ihr freigiebig verteilt.

Symbol der "Schwarzen Sonne". Im Nationalsozialismus diente die "Schwarze Sonne", die als ein zwölfarmiges Hakenkreuz oder ein Rad aus zwölf Sig-Runen gedeutet werden kann, der SS als Sinnbild einer nordisch-heidnischen Religion und eines uralten geheimen Wissens.

Symbol der “Schwarzen Sonne”. Im Nationalsozialismus diente die “Schwarze Sonne”, die als ein zwölfarmiges Hakenkreuz oder ein Rad aus zwölf Sig-Runen gedeutet werden kann, der SS als Sinnbild einer nordisch-heidnischen Religion und eines uralten geheimen Wissens.

Nachdem es zu einer Auseinandersetzung mit Besucher*innen einer Gaststätte gekommen war, kamen die eingesetzen Polizeibeamten nicht umhin eine Personalienkontrolle durchzuführen. Wenige Augenblicke wurde ein Pressefotograf von einem weiteren Neonazi attackiert. Ein Umstand der hingegen nur ermahnende Worte durch die Polizeikräfte zur Folge hatte.

Nachdem es zu einer Auseinandersetzung mit Besucher*innen einer Gaststätte gekommen war, kamen die eingesetzen Polizeibeamten nicht umhin eine Personalienkontrolle durchzuführen. Wenige Augenblicke wurde ein Pressefotograf von einem weiteren Neonazi attackiert. Ein Umstand der hingegen nur ermahnende Worte durch die Polizeikräfte zur Folge hatte.

Obligatorische Geste im Verlauf der Veranstaltung...

Obligatorische Geste im Verlauf der Veranstaltung…

Und auch noch eine andere Variante... Die in engen Polizeiketten begleiteten Neonazis konnten auch hier ungestört den Arm zum sogenannten "Hitler-Gruß" erheben.

Und auch noch eine andere Variante… Die in engen Polizeiketten begleiteten Neonazis konnten auch hier ungestört den Arm zum sogenannten “Hitler-Gruß” erheben.

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Auch in Northeim versammelten sich Gegendemonstrat*innen um gegen den Aufmarsch der Neonazis zu protestieren

Auch in Northeim versammelten sich Gegendemonstrat*innen um gegen den Aufmarsch der Neonazis zu protestieren

Im Anschluß an die Spontandemonstration in Northeim teilte sich die Gruppe der angereisten Neonazis. Eine größere Personengruppe versuchte daraufhin im niedersächsischen Friedland eine weitere Demonstration durchzuführen. Im Anschluß daran attackierten Neonazis unter Kampfgeschrei ("Schnappt sie Euch") anwesende Pressevertreter*innen. Die Hetzjagd übertrugen die angreifenden Neonazis live im Internet. Dabei wurden zwei der Angreifer festgenommen (Screenshot aus dem gesicherten Video). In einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Göttingen findet sich von einem Angriff auf Pressevertreter*innen hingegen kein Wort. Hier wurden die Pressefotograf*innen anschießend pauschal als Angehörige der linken Szene bezeichnet, die journalistische Tätigkeit politisch bewertet. Nicht das einzig Fragwürdige was den Polizeieinsatz vom vergangenen Wochenende begleitete...

Im Anschluß an die Spontandemonstration in Northeim teilte sich die Gruppe der angereisten Neonazis. Eine größere Personengruppe versuchte daraufhin im niedersächsischen Friedland eine weitere Demonstration durchzuführen. Im Anschluß daran attackierten Neonazis unter Kampfgeschrei (“Schnappt sie Euch”) anwesende Pressevertreterinnen. Die Hetzjagd übertrugen die angreifenden Neonazis live im Internet. Dabei wurden zwei der Angreifer festgenommen (Screenshot aus dem gesicherten Video). In einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Göttingen findet sich von einem Angriff auf Pressevertreterinnen hingegen kein Wort. Hier wurden die Pressefotograf*innen anschießend pauschal als Angehörige der linken Szene bezeichnet, die journalistische Tätigkeit politisch bewertet. Nicht das einzig Fragwürdige was den Polizeieinsatz vom vergangenen Wochenende begleitete…

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Recherche Nord: Neonaziaufmarsch in Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Friedland), Südniedersachsen, 01.04.2017. Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2017-04-01/
Recherche Nord

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Bildnachweis
© recherche-nord — Neonaziaufmarsch in Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Friedland), 01.04.2017
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