Frauenmarsch Niedersachsen in Papenburg
Anlässlich eines geplanten Moscheebaus fanden sich im niedersächsischen Papenburg etwa 100 Anhänger*innen der AfD sowie des "Frauenmarsch Niedersachsen" zu einer Kundgebung unter dem Motto "Fehnbau …
Dieser Versammlungsteilnehmer trug ein Shirt der Marke “Erik & Sons”. Dieses Label stammt explizit aus der Neonaziszene.
Auch der Oldenburger Rechtsanwalt Gerhard Vierfuß nahm an der Kundgebung teil. Vierfuß vertritt die “Identitäre Bewegung Deutschland " in mehreren Prozessen und ist Mitglied in der AfD Oldenburg-Stadt/Ammerland. Zudem gilt der Oldenburger als einer der Köpfe hinter der völkisch-nationalistischen Gruppierung “Oldenburger Kreis “.
Ina Raabe aus Leer ist ebenfalls AfD-Mitglied. Sie hat den “Frauenmarsch Niedersachsen” ins Leben gerufen und sich auch an der Organisierung der nun in Papenburg stattgefundenen Veranstaltung beteiligt. Möglicher Organisator war zudem der Papenburger AfD-Lokalpolitiker Jens Schmit, hier am Mikrophon.
Aus Wilhelmshaven machte sich eine größere Gruppe auf den Weg ins Emsland. Hier in der Bildmitte Ralf Diederich, der als Gründer der Wilhelmshavener “Bürgerwehr” gilt. Diederich gehört zur sogenannten “AfD-Initiativgruppe” Wilhelmshaven, die in einem lokalen Richtungsstreit als radikaler und völkischer gilt als die Rest-AfD.
Links im Bild: Der AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahrends aus dem Ammerland
Tarek Alexander Merkel aus dem ostfriesichen Leer trägt nicht nur eine Tasche der “Jungen Alternative”, sondern versucht nach eigenen Angaben auch momentan Strukturen der AfD-Parteijugend in Niedersachsen zu etablieren. So war er beispielsweise zu diesem Zweck schon in Osnabrück zugegen.
Direkt an der Absperrung protestierten Antifaschist*innen.
Nachdem die Kundgebung der AfD bereits begonnen hatte, erschien eine Gruppe Gegendemonstrant*innen auf der anderen Kanalseite und sorgte für weiteren sicht- und hörbaren Protest.
Der erste Redner war Sascha Bothe aus Amelinghausen (Landkreis Lüneburg). Bothe, ein überläufer von der CDU, sitzt ebenfalls für die AfD im niedersächsischen Landtag.
Prominentester Redner war Serge Menga aus Essen, der allerdings nicht bei allen Kundgebungsteilnehmer*innen gut ankam.
Frank Appeldorn aus Wilhelmshaven wird ebenfalls der dortigen “AfD Initiativgruppe” zugerechnet. Appeldorn ist wegen Volksverhetzung verurteilt, weil er als Betreiber verschiedener Facebookseiten (unter anderem “WILGIDA” und mehrerer “nein zum Heim”-Seiten) volksverhetzende Inhalte veröffentlichte.
Erstaunlich viele Hände wurden erhoben, als von der Bühne die Frage gestellt wurde, wer noch nie in seinem Leben einen Döner gegessen habe.
Prominente Teilnehmerin: Die Oldenburger Schauspielerin und selbsternannte Kabarettistin Imke Barnstedt ist als Holocaustleugnerin bekannt. 2003 posierte sie mit Gesinnungsgenoss*innen auf der Wartburg mit einem Transparent mit der Aufschrift “den Holocaust gab es nicht “. Barnstedt war Mitglied und Funktionärin in mehreren neonazistischen und revisionistischen Vereinigungen, unter anderem der “Bauernhilfe” e.V.
Am 10.Mai 2018 nahm Imke Barnstedt, wie hier im Bild zu sehen, an einer Demonstration der Neonaziszene in Bielefeld teil. Die Demonstration forderte die Freilassung der inhaftierten notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel.
Silke Rohde aus Celle hielt ebenfalls einen Redebeitrag.
Auch Mitglieder des Motorradclubs “Red Aces Papenburg” nahmen an der AfD-Kundgebung teil.
Während die Kundgebung lief, kam es zu einer vielbeachteten Diskussion zwischen Serge Menga und einigen Gegendemonstrant*innen, die sich an der Absperrung versammelt hatten.
Ein Team des AfD-nahen Youtubekanals “RIKO TV” um “Moderator” Florian Meyer aus dem Landkreis Osnabrück
Auch Mirco Danner aus Wilhelmshaven nahm an der Kundgebung teil. Danner trat für die AfD zur Kommunalwahl 2016 an und ist nun ebenfalls Teil der radikalen “AfD Initiativgruppe Wilhelmshaven”.
Redner Christopher Emden vom AfD-Kreisverband Osterholz/Verden
Dieser Teilnehmer aus Delmenhorst war bereits beim dortigen “Frauenmarsch” an der Organisation beteiligt. Hier betrat er die Bühne, um eine selbstgedichtete Parole vorzurufen.
Imke Barnstedt mit Teilnehmer*innen aus der Region Oldenburg/Ammerland.
Nach der Kundgebung folgte eine Demonstration, die allerdings über enge Brücken führte und eine extrem kurze Strecke aufwies. Der Gang dauerte keine 5 Minuten.
Die Demonstrationsteilnehmer*innen sangen unter anderem das Lied “die Gedanken sind frei”. Ein Liedgut, das heutzutage auch gern von Neonazis genutzt wird, in Anspielung auf Straftatbestände wie Volksverhetzung oder Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Gerhard Vierfuß trägt ein Schild mit einer Parole aus der Neonaziszene. Unter anderem verwendete die NPD Hamburg diesen Spruch auf einem ihrer Plakate.
Wie schon beim “Frauenmarsch” in Delmenhorst forderten die Teilnehmer*innen “die Presse” auf, endlich die “Warheit” zu schreiben (Fehler im Original).
Die kurze Demonstration endete am Papenburger Bahnhof, wo die AfD-Sympathisantinnen von Gegendemonstrantinnen in Empfang genommen wurden.
Vor Ort ergriff Jens Schmitz per Megaphon noch einmal das Wort.
Ina Raabe aus Leer beendete schlussendlich die Versammlung.
Zitieren
Recherche Nord: Frauenmarsch Niedersachsen in Papenburg, Papenburg, 10.06.2018.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2018-06-10/