Generation Deutschland - Tag der Deutschen Jugend
Schwerin, 01.08.2026: Der „Tag der Deutschen Jugend“ der AfD-Jugend „Generation Deutschland“ war eine Bühne für die Vernetzung und Selbstdarstellung der extremen Rechten, völkisch-nationalistischen Botschaften und autoritären Fantasien.
Organisiert wurde das antidemokratische Stelldichein von der AfD-Jugend „Generation Deutschland“. Die Veranstaltung war die erste Großmobilisierung der Organisation und diente als Schaufenster für politische Selbstinszenierung.
In Schwerin waren dann auch zahlreiche Organisationen aus dem politischen Vorfeld der AfD, darunter die Identitäre Bewegung sowie Akteur:innen der Neonazi-Szene vertreten.
Auch die Vorfeldorganisation „Lukreta“ war vor Ort. Die Gruppe versteht sich als moderne Variante völkisch-nationalistischer Frauenorganisationen und ist dem Umfeld der selbsternannten „Neuen Rechten“ zuzuordnen.
Bei so viel völkisch-nationalistischer „Kompetenz“ durfte auch die AfD nicht fehlen. Deren Spitzenkandidat für die anstehende Landtagswahl, Leif-Erik Holm, suchte hier die Nähe zum radikalen Flügel des völkisch-nationalistischen Spektrums.
Die Gruppierung „Filmkunstkollektiv“ war dann für die propagandistische Inszenierung der Veranstaltung verantwortlich.
Angeleitet durch erfahrene Propagandist:innen der Szene entstand im Verlauf der Demonstration eine Atmosphäre gegenseitiger Radikalisierung, in der sich die Teilnehmenden mit immer radikaleren Parolen überboten.
Eine zentrale Rolle spielte der derzeitige Bundesvorsitzende der „Generation Deutschland“, Jean-Pascal Hohm, der sich immer wieder als Wortführer inszenierte und die Menge mit seinen Beiträgen anheizte.
Die Inszenierung folgte dabei keinem Zufall, sondern einem gezielten Konzept: Sie sollte eine „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ schaffen, Geschlossenheit und Stärke vermitteln und das ideologische Weltbild der Zielgruppe festigen.
Insgesamt nahmen etwas über 400 Personen an der Veranstaltung teil und gaben sich hier ihrer ideologischen Selbstvergewisserung hin.
Allgegenwärtig war dabei auch der ständige Bezug auf die bevorstehenden Landtagswahlen, der mit demonstrativem Selbstbewusstsein verbunden wurde.
Die politische Machtübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wurde dabei nicht als Möglichkeit, sondern als bereits feststehende Tatsache inszeniert.
Die Lust an der Zerstörung des Bestehenden und der Wunsch nach der Demontage demokratisch gewachsener Institutionen waren in Schwerin weder zu übersehen noch zu überhören.
Dabei waren insbesondere die Parolen nahezu durchgehend rassistisch aufgeladen und von der Vorstellung einer völkisch-nationalistischen Vorherrschaft geprägt. Eine Spirale aus Ausgrenzung, Feindbildern und Radikalisierung wurde dabei immer weiter verstärkt.
Politische Gegner:innen wurden dabei durchweg abgewertet und ihnen jede Möglichkeit abgesprochen, an der vermeintlich bevorstehenden Umwälzung des Bestehenden noch etwas ändern zu können.
Auch die in Schwerin anwesende „Identitäre Bewegung“ dürfte die hier immer wieder angefachte Wut und die geschürten Feindbilder begrüßt haben. Die Vorstellungen der „Identitäre Bewegung“ zielen dabei letztlich auf eine grundlegende gesellschaftliche Umwälzung im Sinne eines neofaschistischen Staatsumbaus.
Die AfD kündigten an, den von ihnen ausgerufenen „Tag der Deutschen Jugend“ jährlich an wechselnden Orten fortzusetzen. Für das kommende Jahr ist Niedersachsen vorgesehen.
Die Veranstaltung unterstrich erneut die politische Radikalität der AfD-Jugend. Hier gibt es keine erkennbare Abgrenzung oder Unvereinbarkeit gegenüber Akteur:innen der völkischen Rechten bis hin zur Neonazi-Szene.
Der „Tag der Deutschen Jugend“ war am Ende mehr als eine einfache Demonstration: Er diente als Bühne für die Vernetzung, Selbstinszenierung und Mobilisierung der extremen Rechten, die sich vor einem bevorstehenden politischen Umbruch wähnt.
Zitieren
Recherche Nord: Generation Deutschland - Tag der Deutschen Jugend, Schwerin, 01.08.2026.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2026-08-01-s/