10 Jahre "Tag der deutschen Zukunft" - Ode to a dying march
Am 6.6. 2009 zogen etwa 200 Neofaschist*innen durch Pinneberg.
Organisiert war dieser 1. TddZ von Thomas Wulff, der damit die Idee eines überregionalen parteiunabhängigen Aufmarsches umsetzte, die beim “Stammtisch Nord” entstanden war. Wulff kann somit zurecht als “Vater des TddZ” gelten. Natürlich trat er in Pinneberg und auf weiteren TddZs auch als Redner auf, mal bei den Kundgebungen, mal als “Demoradio”, wie hier in Hamburg 2012.
2010 wanderte der TddZ nach Hildesheim. Dieter und Ricarda Riefling verbanden hier als Organisatot*innen Freie Kräfte und NPD. Die starke Unterstützung durch die Partei zeigte schon damals, dass es den Freien Kräften nicht gelingen würde diese Demonstration weiterhin wie geplant “parteiunabhängig” vorzubereiten und durchzuführen.
Genauso eingebunden in die Geschichte des TddZ ist Christian Worch, hier beim TddZ 2011 in Braunschweig. Er unterstützte und organisierte - erst als Vertreter “Freier Kräfte”, ab 2012 dann als Bundesvorsitzender der Partei “Die Rechte” etliche der Veranstaltungen und trat auch als Redner auf.
In Hamburg 2012 gab es ein Orgateam mit Wulff und Worch, die dazu ihre Differenzen überwanden und sich sogar im Vorfeld gemeinsam auf einem Fahrrad ablichten ließen.
Auch 2013 war Dieter Riefling in Wolfsburg auf die Unterstützung örtlicher NPD-Strukturen angewiesen und es wurde deutlich, dass auf Grund wegbebrochener Strukturen im Norden vorerst kein weitere TddZ durchführbar war.
Dresden, 2014 Kampagnenort des TddZ, hatte mit den Strukturen um Maik Müller (NPD) zwar gute Voraussetzungen für die Organisation. Es zeigte sich aber, dass vermutlich auf Grund der Lage sowie der Schwächung der NPD die Teilnehmer*innenzahlen zurückgingen.
Das änderte sich auch im Folgejahr 2015 in Neuruppin nicht, lag doch auch hier die Organisation in NPD-Händen. Der Crew um Dave Trick gelang es nicht wieder mehr Neofaschist*innen zu aktivieren, was sicher auch mit der ungünstigen Lage von Neuruppin zu tun hat.
2016 übernahm dann die Partei “Die Rechte” mit ihrem Dortmunder Kreisverband die Kampagne. Von der einst geplanten Parteiunabhängigkeit war nun nichts mehr geblieben. Allerdings gelang dem Orgateam um Dennis Giemsch nochmal ein Höhenflug: etwa 1000 Neofaschist*innen marschierten durch Dortmund.
Im krassen Gegensatz dazu stand dann die Teilnehmerzahl des Karlsruher TddZs . Hier zeigte sich, dass auch “Die Rechte” über nur wenige gefestigte Strukturen verfügt, die in der Lage sind einen solchen Aufmarsch durchzuführen. Trotz zahlenmäßig starker Unterstützung aus dem Ruhrgebiet kamen nur knapp 300 Personen auf die von Christian Worch und Manuel Mültin , Landesvorsitzender “Die Rechte Baden-Württemberg”, organisierte Demonstration, auf der auch einzig die beiden Organisatoren reden durften. Alle weiteren vorgeschlagenen Redner*innen wurden auf Grund von einschlägigen Vorstrafen abgelehnt, darunter auch Dieter Riefling.
Thomas Wulff, Organisator des 1. Tddz 2009, war einer der 3 Redner auf der Kundgebung. Außer ihm sprachen noch Sven Skoda und Ingo Stawitz, der damalige NPD-Landesvorsitzende: ein geschickter Schachzug, wurde dadurch doch das gesamte rechte Spektrum angesprochen.
Auch Christian Worch, hier beim TddZ 2017, trat mehrfach bei TddZs ans Mikro, zuerst als freier Kamerad, später als Bundesvorsitzender der Partei “Die Rechte”. 2017 in Karlsruhe war er als Nicht-Einschlägig-Vorbestrafter einer von nur 2 genehmigten Rednern.
Sven Skoda war von Beginn an als Redner dabei.- wie hier in Pinneberg 2009. Der freie Aktivist, der für die Partei “Die Rechte” bei der Europawahl 2019 antritt und bereits als knapp 20-jähriger die “Kameradschaft Düsseldorf” anführte, betrieb lange Jahre das “Nationale Infotelefon Rheinland” und ist zusammen mit über 20 weiteren Mitgliedern des “Aktionsbüro Mittelrhein” seit dem Jahr 2012 wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” angeklagt .
Wolfram Nahrath sprach bei der Abschlusskundgebung des TddZ 2012 in Hamburg. Narath, langjähriger Vorsitzender der verbotenen Wiking-Jugend und einer der wichtigsten Anwälte in der rechten Szene, verteidigt den Angeklagten Ralf Wohleben im NSU-Prozess sowie die wegen Holocaustleugnung verurteilte und erst kürzlich inhaftierte Ursula Haverbeck.
Ein weiteres Mitglied des NPD-Bundesvorstandes trat 2016 in Dortmund als Redner auf: Thorsten Heise. Heise, der vor einem Transparent mit der Forderung “Weg mit dem NWDO-Verbot” sprach, war Mitglied der “Freiheitlichen Arbeiterpartei”, gründete nach deren Verbot die “Kameradschaft Northeim” und ist für die NPD auch als Landesvorsitzender in Thüringen aktiv. Er ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und natürlich wegen Volksverhetzung.
2011 wurde in Braunschweig lediglich eine Kundgebung erlaubt, woraufhin die Organisatoren eine Demonstration im benachbarten, aber wesentlich kleineren Peine anmeldeten. Um die Kundgebung ein wenig aufzupeppen, wurde in Braunschweig eine Bühne aufgebaut, auf der die Redner ( hier Sebastian Schmidtke, NPD Berlin) und die Rechtsrockband “Selection” auftraten. Da die einfallslose und schlecht gespielte Musik bei den Teilnehmer*innen auf wenig Gegenliebe stieß, wurde bei weiteren TddZs darauf verzichtet.
Der TddZ 2014 in Neuruppin stand ganz im Zeichen der NPD. Neben der Organisation stellte die Partei auch einen Großteil der Redner: hier Pierre Dornbrach, damaliger Bundesschulungsleiter der JN.
Beim TddZ 2016 in Dortmund trat erstmalig ein ausländischer Redner auf, und zwar aus Bulgarien. Die Dortmunder Neofaschist*innen pflegen seit Jahren Kontakte ins europäische Ausland und besuchen regelmäßig Aufmärsche im europäischen Ausland. Auch in diesem Frühjahr nahmen sie mit einer Delegation an dem verbotenen Lukovmarsch in Sofia teil.
Eine der wenigen Rednerinnen war Ricarda Riefling 2010 in Hildesheim. Gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Dieter organisierte sie den damaligen TddZ und sorgte durch ihre guten Kontakte zur NPD - Ricarda Riefling war damals Mitglied des NPD-Bundesvorstandes und Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Oberweser -, dass der Aufmarsch ohne größere Probleme durchgeführt werden konnte. Sie half damit auch die Legende von Dieter Riefling als “Vater des TddZ” zu begründen.
Auch nach ihrer Trennung von Dieter Riefling und ihrem Umzug nach Rheinland-Pfalz, wo sie weiterhin in der NPD aktiv ist, blieb Ricarda Riefling dem TddZ treu. Sie besuchte in den Folgejahren zahlreiche Veranstaltungen zwar nicht als Rednerin sondern als Teilnehmerin.
Als ursprünglich von freien Kräften organisierte Veranstaltung geriet der TddZ immer mehr zu einer Veranstaltung, deren Durchführung in der Hand rechter Parteien liegt. War es über mehrere Jahre die NPD, folgte dann nach deren Schwächung 2016 die Partei “Die Rechte”. Zu dieser Entwicklung trugen die zahlreichen Verbotsverfahren gegen rechte Kameradschaften und Gruppen nicht unerheblich bei. Hier Mitglieder der Gruppe “Besseres Hannover” 2010 in Hildesheim.
Die Gruppe “Besseres Hannover” wurde im September 2012 wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” verboten. Insgesamt 24 Strafverfahren mit Bezug zu der Gruppe oder ihren Mitgliedern wurden eingeleitet, darunter auch wegen Zeigens eines Hitlergrußes des Abschiebärs, einer Kunstfigur, die in den Videos der Gruppe gegen Migrant*innen hetzt. Auch auf dem TddZ in Hamburg 2012 trat der Abschiebär bei der Schlusskundgebung auf, sein vermutlich letzter Auftritt.
Die “Weiße Wölfe Terror Crew” ( hier Sebastian Rudow 2014 in Neuruppin), eine bundesweit agierende Gruppe, wurde im März 2016 verboten. im der Verbotsbegründung des Bundesinnenministers heißt es: “Die WWT agitiert offen und aggressiv gegen unseren Staat und unsere Gesellschaft, gegen Migranten und Andersdenkende. Sie verbreitet fremdenfeindliche und menschenverachtende Ideologie, sie trägt rechtsextremistische Hetze auf die Straße und schreckt nicht vor Gewalttaten zurück.”
Ebenfalls 2012 wurden in Nordrhein-Westfalen mehrere rechte Gruppen verboten: die Kameradschaften in Hamm, Aachen und Wuppertal sowie der Nationale Widerstand Dortmund (NWDO). In allen 4 Städten wurde kurz darauf Nachfolgeorganisationen gegründet, in Hamm und Dortmund als Kreisverbände der Partei “Die Rechte”. Mitglieder aller vier verbotenen Gruppen waren und sind beim Tddz vertreten: als Teilnehmer*innen, Redner oder Organisatoren. Christoph Drewer, hier in Neuruppin, war 2018 zeitweilig Bundesvorsitzender der Partei
2012 begann auch der Prozess gegen das “Aktionsbüro Mittelrhein”. 25 Neofaschisten aus dem Rheinland wurden wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” angeklagt, darunter Sven Skoda und Christian Häger (hier in 2016 in Dortmund). Während Skoda weiterhin als freier Aktivist auftritt, wurde Häger, der damals Mieter des “Braunen Hauses”, der Zentrale des ABM, war, 2018 zum Vorsitzenden der NPD-Jugendorganisation gewählt.
Anders als bei den Großdemonstrationen in Wunsiedel, Magdeburg, Dresden oder Bad Nenndorf, wo getragene Stimmung oder strikte Disziplin an der Tagesordnung waren, herrschte beim TddZ häufig von Beginn an eine aggressive Stimmung, wie 2011 in Peine. Lag es hier vermutlich an dem Demonstrationsverbot für die Stadt Braunschweig,…
..,so war es in Hamburg 2012, aber auch in Neuruppin 2014 der Ärger über Gegenprotest und erfolgreiche Sitzblockaden, die jeweils zu Änderungen und Verkürzungen der Demorouten führte. Es gelang Organisatoren und Ordnern nur schwer die Teilnehmer*innen zu beruhigen und größere Ausschreitungen zu verhindern.
Ganz ohne Personenkontrollen, Durchsuchungen und Festnahmen ging es z.B. in Hamburg nicht.
Der TddZ zieht auch ausländische Neofaschisten an. Dieser Neonazi aus Dänemark beteiligte sich als Einzelperson mehrfach an den Demonstrationen, so wie hier in Dortmund.
Regelmäßig wird der TddZ auch von Neofaschist*innen aus Holland besucht. Die Gruppe um Stefan Wijkamp (Bildmitte) hat gute Kontakte zu den nordrhein-westfälischen Partei- und Kameradschaftsgruppen. Wijkamp marschiert hier in Dortmund umgeben von Mitgliedern der verbotenen “Kameradschaft Aachen” und des ebenfalls verbotenen “Aktionsbüro Mittelrhein”. Wijkamp ist inzwischen Auslandsbeauftragter der Partei “Die Rechte”.
Als Christian Worch bei der Abschlusskundgebung in Karlsruhe den Veranstaltungsort für den TddZ 2018 bekanntgab, schien es , als würde die Kampagne zurück zu den Ursprüngen gehen. Die ausrichtende Gruppe in Goslar war eine der wenigen noch aktiven parteiunabhängigen Strukturen: das Kollektiv Nordharz, eine bisher erfolgreiche Struktur im südlichen Niedersachsen. Diese Struktur löste sich allerdings Ende des Jahres 2017 auf und trat ein paar Tage später und stark geschrumpft als “Die Rechte Süd-Ost-Niedersachsen” wieder in Erscheinung. Mit oft nur 2 oder 3 Aktiven wurde nun versucht die TddZ-Kampagne weiterzuführen, wie hier im März 2017 bei einer Veranstaltung der “Patrioten Niedersachsen” in Peine.
Organisator der Kampagne ist der erst 22jährige Joost Nolte aus Goslar, dem ein gewisses Organisationstalent nicht abzusprechen ist.
Nolte hat seit der Übernahme der Kampagne durch seine Struktur alle sich ergebenden Möglichkeiten genutzt, um für den TddZ 2018 zu werben. Zu Beginn wirkte er dabei noch wie ein Schüler von Dieter Riefling, wurde jedoch schnell selbständig und wies dem selbsternannten “Vater” des TddZ zunehmend eine Zuschauerrolle zu.
Doch trotz seines Organisationstalents und seines Einsatzes konnte auch Nolte nicht verhindern, dass es den wenigen durchgerführten Vorfeldveranstaltungen an Teilnehmer*innen und damit an Außenwirkung mangelte. Eine im April für Göttingen geplante und gerichtlich erstrittene Demonstration musste wegen mangelnder Mobilisierung sogar ganz ausfallen.
Dabei waren Nolte und seine Mitstreiter*innen auch in den sozialen Netzwerken aktiv. Von schlecht gemachten, anonym eingesandten Handyvideos über hölzerne Interviews reichte es im März sogar für einen Auftritt Nolte bei Patrick Schröders FSN-TV. Hier erklärte er als einen Grund für die Wahl von Goslar als Jubiläumsort wörtlich: “es gab keinen Anderen, der von sich aus gesagt hätte, wir wollen das, wir können das.”
Anmelder der Vorfeldveranstaltungen war Carsten Dicty aus Goslar. Dicty, der sich bei Veranstaltungen meist mehr im Hintergrund hält, ist NPD-Mitglied und organisiert den Kreisverband Goslar, dies allerdings als Einzelkämpfer und ohne sichtbare Zusammenarbeit mit dem Landesverband. Um an Infoständen nicht allein zu stehen, holte sich Dicty in der Vergangenheit Unterstützung bei der JN Braunschweig oder bei seinen Kameraden vom “Kollektiv Nordharz”.
Sporadisch wirkt auch Ulf Ringleb aus Ilsenburg an der Kampagne mit. Ringleb hat zwar bereits Erfahrungen mit der Anmeldung und Durchführung von größeren Demonstrationen, diese waren aber nicht immer positiv. Das chaotische Geschehen bei der 1.Mai-Demo 2017 in Halle sorgte bei vielen Teilnehmer*innen für starken Unmut und großes Unverständnis. In Goslar wurde Ringleb dadurch bekannt , dass er 2016 dem Oberbürgermeister auf einem Schützenfest ein Glas Bier über den Kopf kippte und ihn beleidigte. Ringleb erhielt für die Attacke eine Geldstrafe, die sich nahtlos in sein Vorstrafenregister einfügt.
Nicht zum Redner berufen, aber trotzdem bereits zweimal für den TDddZ 2018 ans Mikro getreten ist Benjamin Krüger aus Magdeburg. Der ursprünglich aus der Lüneburger Heide stammende Krüger war nach seinem Umzug nach Hannover einer der Führungskader der 2024 verbotenen Gruppe “Besseres Hannover”. Seine in Goslar und Braunschweig gestammelten Reden sind, auch wenn Krüger sich darauf beruft noch in der “Lernphase” zu sein, nicht dazu angetan, positive Werbung für den TddZ zu machen.
Bei einer der Vorfeldveranstaltungen im März 2018 in Goslar, die keinerlei Außenwirkung zeigte, gelangte kein einziger Euro in die Sammeldose der TddZ-Crew. Dabei haben sie das Geld bitter nötig, wie sie selbst schreiben, hat doch der Rechtskampf im Zusammenhang mit der Durchführung des TddZs bereits im Vorfeld eine vierstellige Summe gekostet. Bei diesem Rechtskampf ging es bisher zum einen um die (erfolglose) Aufhebung des Redeverbots für Dieter Riefling und zum anderen um die Genehmigung einer Demonstration in Göttingen am 25.4.2018. Dieser Rechtskampf wurde zwar gewonnen; die Veranstaltung dann aber- wie schon erwähnt- doch abgesagt.
Als der erste TddZ am 6.6.2009 in Pinneberg durchgeführt wurde hatte Dieter Riefling keinen wesentlichen Anteil an Organisation und Ausrichtung und war nur ein Mitläufer unter etwa 200 Neonazis.
In den Folgejahren, auf den von ihm organisierten TddZ-Veranstaltungen in Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg, ließ Riefling es sich dann aber nicht nehmen selbst das Mikrofon zu ergreifen. 2017 in Karlsruhe wurde er jedoch auf Grund einschlägiger Vorstrafen nicht als Redner zugelassen.
Nachdem 1994 deutschlandweit alle Rudolf Hess Märsche verboten wurden, wichen etliche Neonazis am 13.8. nach Luxemburg aus und randalierten dort vor der deutschen Botschaft. Einer der Beteiligten war der damalige FAP-Funktionär Dieter Riefling (links im Bild)
Die Polizei machte jedoch kurzen Prozess mit den Neonazis, die sich binnen weniger als einer Minute allesamt gefesselt am Boden wiederfanden. Danach erfolgte die Abschiebung über Trier nach Deutschland. Im Folgejahr wurde die FAP verboten.
2014 feierte Dieter Riefling unter anderem mit Martin Schüttpelz (links im Bild) Silvester bei „Die Rechte Hildesheim“ Dabei posierte man in ausgelassener Stimmung vor der in Deutschland verbotenen Fahne des Neonazinetzwerkes Blood&Honour.
Anfang 2018 war Dieter Riefling kurzzeitig liiert. Danach verlor er immer mehr den Boden unter den Füßen, gepaart mit Realitätsverlust. Davon zeugen vor allem seine fast täglichen sexistischen Posts auf Facebook oder solche über den Konsum von Alkohol. Hier ein Beispiel mit beiden Komponenten.
Nachdem im Sommer 2017 die Ausrichtung des folgenden TddZ an das “Kollektiv Nordharz” übertragen wurde, stürzte sich Dieter Riefling in die überregionale Werbung, hier bei einer NPD-Veranstaltung in Berlin. Nach und nach übernahm dann aber Personen aus dem eigentlichen Orgateam, vor allem Joost Nolte, diese Aufgabe, und Dieter Riefling wurde wieder einmal an den Rand gedrängt.
Dazu beigetragen hat sicherlich auch das polizeiliche Redeverbot, das Dieter Riefling bisher für alle Vorfeldveranstaltungen erhielt und das auch von den Gerichten nicht zurückgenommen wurde. Dies ist allerdings nicht das erste Mal, dass Riefling stummgeschaltet wurde. Bereits in der Vergangenheit untersagte ihm der damalige Landesvorsitzende der NPD Niedersachsen, Ulrich Eigenfeld, auf Parteiveranstaltungen zu reden. Und auch bei einer Saalveranstaltung Anfang Mai im Emsland wurde ihm von der Polizei ein Platzverweis erteilt.
Dieter Riefling bei seiner Hetzrede in Bad Nenndorf 2013: „Ich sehe keine Problematik darin, diesen einen Finger abzuschneiden, dann haben sie immer noch neun Finger“. Professor Hajo Funke spricht von einer „furchtbaren Gewaltmusik“. Allerdings betont der Politikprofessor, dass die Rede Rieflings auch eine offenkundige Beschränktheit zum Ausdruck bringe. Es sind neben seiner Verurteilung wegen Volksverhetzung auch solche Aussagen, die zu dem Redeverbot im Vorfeld des Tddz beigetragen haben.
Am 13. März begab sich Riefling mit weiteren Neonazis in die Ratssitzung der Stadt Goslar ins Kreishaus, um gegen eine Resolution des Rates gegen den TddZ Stimmung zu machen. Riefling gab sich selbst einen symbolischen „BRD Maulkorb“ da er als Nichtgoslarer kein Rederecht in der Einwohnerfragestunde hatte.
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Recherche Nord: 10 Jahre "Tag der deutschen Zukunft" - Ode to a dying march, nicht ermittelbar, 21.05.2018.
Recherche Nord, recherche-nord.com. https://recherche-nord.com/gallery/2018-05-17/